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Donnerstag, 05 Juni, 2008
Der gestohlene Engel***
Anja Kolberg: Ihren langjährigen Freundinnen Sophie
und Judith erklärt Ariane überraschend, dass sie Krebs im Endstadium hat.
Sie sorgt sich um den Verbleib ihrer Tochter, da sie nicht will, dass die
achtjährige bei ihrem Ziehvater aufwächst. Von ihrer Nachtbekanntschaft,
aus der ihre Tochter entstand, blieb ihr allerdings nur einen Engel.
Sophie nimmt die Spur zu ihm auf und bringt damit einen Stein ins Rollen,
den viele aufhalten wollen, aber nicht können...Neben der oben beschriebenen Suche laufen mehrere Geschichten parallel ab. Zum Beispiel ist Sophie von ihrem Mann betrogen worden und wirft ihn aus der Wohnung. Er erkennt, dass er seine Frau immer noch liebt, trennt sich von seiner Affäre und will wieder mit Sophie zusammen kommen. Die ist zu verletzt, um noch einmal an die guten Zeiten anknüpfen zu können. Eine alte Antiquitätenhändlerin, die ihr bei der Bestimmung des Engels weiterhilft, mimt die Eheberaterin („Beziehung.. ist die Möglichkeit, aneinander zu wachsen. Alleine zu wachsen ist sehr viel schwerer. Mit Freunden ist es schwierig, weil sie Situationen, an denen Sie wachsen könnten, viel seltener sind. Ihr Mann ist es, der Sie bis aufs Messer reizen kann, der Sie zwingt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ihre Freundin ist es weit seltener."). Sie ermutigt sie, ihrem Mann eine Chance zu geben. Doch die Juristin kann nicht von ihren Prinzipien abweichen.
Eine weiterer Erzählstrang in dem Roman ist die Krankheit von Ariane.
Wie die Freundinnen, die Tochter damit klarkommen, dass sie Krebs hat
und nicht mehr lange leben wird. Die Auswirkungen der Chemotherapie, die
Schmerzen, die Traurigkeit, das Hadern mit dem Schicksal, die Angst vor
dem Tod.
Die unerwarteten Wendungen der Geschichte, die Vielschichtigkeit und
Tiefe - all das führte dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand
legen wollte.
Sabine Kornbichler, Sie schreiben wundervoll! Danke für diese
unterhaltsamen Stunden.




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