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Meine Ethik & die Folgen - Teil 4
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Montag, 28 Februar, 2011

Wenn's gerade nicht vorwärts geht

Ich möchte einen Blogbeitrag schreiben, kann das Thema aber nicht richtig greifen. Ich möchte ein neues Projekt in Angriff nehmen, doch auch hier spüre ich eine Blockade. Ein waberndes undurchsichtiges Etwas hält mich davon ab. Es fühlt sich unangenehm an. Mein Kopf hat die Aufgaben längst erledigt. Doch meine Seele, mein Körper packen es nicht.

Der richtige Zeitpunkt.

Wenn er gekommen ist, bricht es aus mir heraus wie aus einem Vulkan. Dann schreibe ich wie in Trance einen Artikel runter. Erledige Aufgaben in kürzester Zeit, die ewig auf meiner Unerledigt-Liste standen.

Der richtige Zeitpunkt lässt sich nicht herbeizaubern.

Warum eigentlich nicht? Doofes Ding. Warum ist der richtige Zeitpunkt nicht genau dann da, wann ich es will? Vielleicht liegt da das Problem? Das ich gar nicht will? Nein, ich will ja. Woran liegt es dann?

Tischkalender Februar 2011

Heute ist der 28., der letzte Tag im Monat Februar. Heute noch lächelt mich der Buddha vom Februar-Kalenderblatt mit seiner liebevollen Ruhe an und sagt mir: "Ich höre mir zu."

Wie wär es mit einem Dialog mit meinem Inneren? "Jaaaaa!" Mein inneres Kind springt freudestrahlend in die Höh'. Also los:

Verstand: Warum packst du die Dinge, die du tun willst nicht endlich an? Warum machst du es dir mit manchen Dingen so schwer?

Inneres: ...... (keine Antwort)

Verstand: Hallo? Ist da niemand?

Inneres: ..... (keine Antwort)

Verstand: Unfassbar! Hallo! Da muss doch jemand sein! Hallo! Unverschämtheit, mich hier so stehen zu lassen! Hallloooo???!!!

Inneres: ..... (keine Antwort)

Verstand: Na super! (kreuzt schmollend die Arme vor der Brust) Das habe ich mir anders vorgestellt.

Stimme: (leise) Ich mir auch.

Verstand: (guckt interessiert auf und spricht jetzt auch sanft und leise) Hallo, wer bist du?

Stimme: Ich.

Verstand: (bohrend) Wer ist ich?

Stimme: Na 'Ich' eben. Lass mich in Ruhe, sei nicht so fordernd.

Verstand: Entschuldige. Wollte dir nicht zu Nahe treten, nur wissen wer du bist. Wenn du es eben nicht weißt, dann...

Stimme: (wütend) Hallo? Hast du mir nicht zugehört? Ich bin Ich. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Verstand: Na gut. Ich dachte, du hättest einen Namen.

Stimme: Ich ist ein Name. Es ist MEIN Name. Ich sage ja auch nichts über deinen Namen.

Verstand: Du kennst ihn doch gar nicht.

Stimme: Wie heißt du denn?

Verstand: Ich bin der Otto.

Stimme: Hallo Otto.

Verstand: Ich bin sauer.

Stimme: Aha.

Verstand: Alles geht mir zu langsam.

Stimme: Aha.

Verstand: Immer muss ich warten, warten, warten und es geht nicht vorwärts. Dabei musst du doch nur...

Stimme: Halt. Wieso sagst du "du musst doch nur". Wieso ich?

Verstand: Na du bist doch das Ich, oder?

Stimme: (Seufzt. Leicht wütend. Atmet tief ein und aus. ) Ich bin ein Teil von Anja. Genau wie du.

Verstand: Aha. Na, dann sag ich eben, dass 'Anja' doch nur den besagten Artikel schreiben muss oder nur eine bestimmte Mail schreiben oder einen bestimmten Anruf machen und schon geht es weiter. Was macht sie? Nichts von dem.

Stimme: Sie macht andere Sachen, die wichtig sind.

Verstand: (höhnisch) Ach ja? Was denn bitte schön?

Stimme: Sie bearbeitet Bestellungen, kümmert sich um das Essen, räumt auf, beantwortet Mails, macht die Buchhaltung, m...

Verstand: Jaja, schon gut. Sie liegt nicht rum und tut nichts.

Stimme: Selbst das wäre auch wichtig. Sich ausruhen. Entspannen. Zu sich selbst kommen. Nachdenken.

Verstand: Jaaaaha, schon gut. Trotzdem komme ich in den Dingen, die mir wichtig sind, nicht vorwärts.

Stimme: Richtig, sie sind DIR wichtig. Aber nicht allen Anteilen von Anja. Und so lange da kein grünes Licht kommt, geht es auch in DEINEN Projekten nicht vorwärts.

Verstand: Na toll! Aber es ist doch so wichtig, was ich will. Es geht um ihre berufliche Zukunft. Ideen. Projekte. Geld. Money. Du verstehst?

Stimme: Ich verstehe, was dir wichtig ist. Es gibt aber auch Anteile von Anja, denen sind andere Dinge wichtig.

Verstand: (stemmt die Hände in die Hüften) So, was denn zum Beispiel?

Stimme: Sich innerlich ordnen. Den Shop erst abschließen. Mit der Ernährungsumstellung einen Rhythmus finden. Zu sich kommen. Ausmisten.

Verstand: Schon wieder ausmisten?

Stimme: Es gibt immer etwas Neues, das losgelassen werden möchte. Dinge, die sich wieder angesammelt haben oder inzwischen überflüssig geworden sind.

Verstand: (genervt) Aha. Das mit der Ernährung kann ich ja noch verstehen. Aber "sich innerlich ordnen" - was soll das denn, bitte schön?

Stimme: In den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert und es hat sich einiges geändert. Anja hat zum Beispiel für mehr als 10 Wochen komplett alles alleine gemacht, was sie sich sonst geteilt hat. Sie hat viel Neues erfahren, zum Beispiel was die Ernährung angeht. Das, aber auch was daraus folgte, wollte im Alltag seinen Platz finden. Sie setzt sich mit immer mehr Dingen kritisch auseinander. Das verändert Menschen.

Verstand: Zum positiven?

Stimme: Ich finde schon, dass es wichtig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dazu gehört, sich mit der entsprechenden Materie auseinander zu setzen. Menschen, die eine eigene Meinung haben und sie vertreten, sind wichtig. Oder findest du es nur gut, das zu tun, was alle tun, weil es schon immer so war und bequem ist?

Verstand: (hebt die Hände hoch) Natürlich nicht. Aber es ist so anstrengend, genauer hinzugucken und auch, dass sich so vieles ändert.

Stimme: Und um das alles zu verarbeiten, dafür braucht man Zeit. Anja braucht dafür Zeit.

Verstand: (nickt) Das verstehe ich.

Stimme: (lächelt) Das freut mich.

Verstand: Aber was ist denn jetzt mit meinen Wünschen und Projekten? Die sind doch wichtig. Und was, wenn es zu spät ist, wenn andere schon machen, was ich machen will? Was, wenn...

Stimme: (sagt ganz ruhig) Atmen, Anja, Atmen.

Verstand: (Atmet tief ein und aus.)

Stimme: Alles kommt zum rechten Zeitpunkt. Sei dir sicher. Wenn es nicht klappen sollte, war es nicht das richtige für Anja. Das richtige kommt, ganz von alleine.

Verstand: Du hast gut reden.

Stimme: Ich vertraue. Ich fühle es. Alles ist so wie es jetzt ist, richtig. Alles hat einen Sinn, auch wenn du ihn heute noch nicht erkennst.

Verstand: Aha.

Stimme: Du glaubst mir nicht?

Verstand: Weiß nicht. Ich habe Angst, dass ich nicht genug habe.

Stimme: Genug von was?

Verstand: Genug zum Leben. Genug Liebe. Genug Geld. Genug was weiß ich was.

Stimme: Vertraue mir. Es wird genug da sein. Das allerwichtigste ist, dass du dir das gibst, was du brauchst.

Verstand: Geld?

Stimme: Nein, Liebe.

Verstand: Woher willst du wissen, dass Liebe wichtiger ist als Geld?

Stimme: Ohne Liebe ist Geld nichts. Weißt du wie grausam sich Leben ohne Liebe anfühlt?

Verstand: Pah. Ohne Geld ist das Leben nichts.

Stimme: Woher willst du das wissen? Erinnerst du dich nicht an den Obdachlosen, den Anja in der Fußgängerzone angesprochen hat? Der hatte bestimmt sehr wenig Geld. Sah der wirklich traurig aus?

Verstand: Nein, er wirkte fröhlich und zufrieden.

Stimme: Und wie war das Gefühl als du die Webseite von Gulliver, dem Projekt für Kölner Obdachlose, angeschaut hast?

Verstand: Ich fand's richtig schön, was die machen und wieviel Hilfe da ist, wenn jemand sie braucht.

Stimme: Ja. Fühlst du jetzt Vertrauen?

Verstand: Ich weiß nicht. Auf jeden Fall fühle ich Zuversicht. Ich habe ja so viel zum Leben. Ich werde nie unter einer Brücke schlafen müssen.

Stimme: Das stimmt. Glaubst du immer noch "Ohne Geld ist das Leben nichts."?

Verstand: Nein, das glaube ich nicht mehr, wenn ich daran denke, wie Menschen leben, die kein Geld haben. Wie kamen wir nochmal darauf?

Stimme: Ich habe gesagt, dass 'Ohne Liebe Geld nichts ist.' und dass es das allerwichtigste ist, dass du dir das gibst, was du brauchst. Liebe.

Verstand: Ja, ich erinnere mich. Wie soll ich mir Liebe geben?

Stimme: In dem du zum Beispiel darauf vertraust, dass sich alles für dich entwickeln wird. Dir läuft nichts weg. Auch wenn du das Gefühl hast. Du bist in Sicherheit. Keiner nimmt dir etwas weg. Alles ist da, was du brauchst. Alles. Alles ist gut, so wie es jetzt ist.

Verstand: (Atmet tief ein und meint leise:) Ich bin auf einmal so müde.

Stimme: Feierabend?

Verstand: Ja. Feierabend!

Wandkalender 2011

Jetzt habe ich zwar nicht den Beitrag geschrieben, den ich wollte, dafür einen anderen, der mit rasender Geschwindigkeit aus meinen Fingern floss.

Von Herzen,

Anja Kolberg

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Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

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