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Freitag, 17 Januar, 2014

Das richtige Maß finden

Manchmal gehen die Pferde mit mir durch. Dienstag und Mittwoch zum Beispiel: Erst habe ich bis halb zwei in der Nacht gelesen. Weil's so spannend war, vergaß ich die Zeit. Endlich im Bett quälten mich kalte Füße. Einschlafen unmöglich. Bis ich mich soweit hatte, aufzustehen, um dicke Socken anzuziehen, verging eine Weile. Ich weiß nicht, wie viel Uhr es war, bis ich eingeschlief.

Weil ich am nächsten Morgen keine Termine hatte, konnte ich den Schlaf ein wenig nachholen. Doch ein guter Nachtschlaf - vor Mitternacht angefangen - ist für mich durch nichts zu ersetzen und auch nicht durch länger schlafen auszugleichen. Am nächsten Tag bin ich angeschlagen. Das war schon als Kind so. Schlaf kann ich schlecht missen.

Mittags hatte ich einen Termin bei meiner neuen Zahnärztin im Bergischen. Das Keramik-Inlay im Backenzahn wurde eingesetzt. Alles klappte wie am Schnürchen. Ein kompetentes, junges und freundliches Team. Seit ich dort in Behandlung bin, habe ich keine schlechte Laune und Angst mehr vor einem Zahnarzttermin. Perfekt. Innerhalb von 40 Minuten war ich vor Ort und parkte den Wagen an der Praxis in Engelskirchen-Loope. Die Anfahrtszeit habe ich auch für einen Termin in Köln mit Parkplatzsuche. In einer großen Kölner Praxis, wo ich vorher war, fühlte ich mich nur wie eine Nummer. Bei meiner neuen Zahnärztin fühle ich mich als gern gesehener Mensch, den man kennt. Das kommt zu der fachlich guten Behandlung hinzu, bei der jeder Schritt erklärt wird und der klasse Zahnreinigung (besser als dort von der Mitarbeiterin gemacht, geht es nicht). Wie ich diese Praxis gefunden habe? Ich war unzufrieden und suchte einen neuen Zahnarzt. Meine Schwester, sie ist Zahntechnikermeisterin, von der ich künftig den Zahnersatz nur noch gemacht haben möchte, fragte ich, wer die besten und nettesten Zahnärzte sind, für die sie arbeitet. Darunter war Frau Höring. Ihre Praxis liegt nahe der A4-Abfahrt Overath. Das passte einfach alles.

Danach bin ich noch ins Lindlarer Labor zu meiner Schwester, um ihr am lebenden Objekt ihr Arbeitsergebnis zu demonstrieren. Und weil ich schon mal in meiner Heimat war, habe ich auch noch Abstecher zu meinen Eltern und anschließend zu meiner Oma und meinem Onkel gemacht. Das war schön. Doch auch wenn der Aufenthalt jeweils nur eine Stunde war, die Summe war in Kombination mit dem Schlafentzug zu viel für mich. Mein Körper hatte es mir schon vorher signalisiert, doch ich ignorierte es.

Als ich mich auf den Nachhauseweg machte, fing mein Kopf an zu pochen. Die Schmerzen wurden immer stärker.

Ich war heilfroh, als ich die Haustüre aufschließen konnte und zu Hause war. Nur noch ins Bett und den Schlaf nachholen, dachte ich mir. Es ging nicht. Ich zitterte, mir war übel, stechende Schmerzen im Kopf wie ich ewige Zeiten nicht mehr hatte, Zähneklappern, Gedankenkarrussell. Als ich dann noch brechen musste, war der Gipfel des Elendseins erreicht. Ich habe sonst nichts mit Migräne zu tun, aber das war eindeutig eine Attacke. Gut, dass mein Mann Migränetabletten zur Hand hat. Die halfen und ich schlief ein. Nach vier Stunden ging es mir wieder gut.

Erst dachte ich: Sowas hatte ich noch nie. Doch hatte ich: Als ich Anfang 2001 vor dem Abgabetermin meines zweiten Buches 'Ab 40 reif für den Traumjob' stand. Da hatte ich eine Migräneattacke. Nix ging mehr. Am nächsten Tag untersuchte ich meinen Arbeitsraum und entfernte alles, was meinen Blick mit unnötigen Informationen versorgte: Ich guckte zum Beispiel am Bildschirm vorbei auf ein Bücherregal, wo auch noch Zeugs drauf lag. Das Regal baute ich ab, so dass ich auf eine ruhige blaue Wand schaute. Auch der Schreibtisch wurde entrümpelt. Zusätzlich stellte ich mir eine kleinen Wecker. 3/4 Stunde Schreiben. 1/4 Stunde auf die Couch. Einfach Augen zu und liegen. Dieser Wechsel half mir, einen gesunden Rhythmus zu finden, die Kopfschmerzen kamen nicht wieder. Information des Körpers verstanden.

Das aktuelle Erlebnis in dieser Woche erinnert mich, wie wichtig es ist, das richtige Maß zu finden - zwischen Begeisterung, Freude, allem Vorwärtspreschen (die Lektüre Dienstag Abend war beruflicher Natur, ich spüre, es geht langsam wieder nach außen) und den Bedürfnissen meines Körpers und meiner Hochsensibilität. Zu viele Informationen aufgenommen in Kombination mit zu wenig Schlaf = nix gut für Anja. Merken! Also beim nächsten Mal früher mit dem Lesen aufhören. Wirklich Schluss machen um Mitternacht, es sei denn, ich kann wirklich ausschlafen und habe gar keine Termine am nächsten Tag.

Ich bin - wenn es auch am Mittwoch ätzend war - dankbar für meinen körperlichen Signalgeber. Er sagt mir, wenn ich zuviel mache. Mein Inneres hatte es mir ja gesagt und ich habe es ignoriert. Also wirklich auf mein Inneres hören, auch wenn mein Verstand und mein Aktionismus stärker sein kann. Mein Körper hat mir gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt.

Okay, ich hab's verstanden und werde es beim nächsten Mal beherzigen!

Ich will auf meine inneren Warnsignale rechtzeitig achten. Ich will für ausreichenden und frühzeitigen Schlaf sorgen. Ich will dass innere galoppierende schwarze Pferd zügeln lernen, damit ich lange etwas davon habe!

Alles Liebe von der lernenden
Anja Kolberg

Direktlink dieses Artikels, um darauf zu verweisen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2014/01/entry_6824.html
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