Sie befinden sich hier: Blog - Mich selbst annehmen
« Blog - Medialität | Home | Blog - Monatliche Impulse »

Mittwoch, 29 Juli, 2015

Akzeptieren, was nicht geht - annehmen, was ist

Nachfolgenden Text schrieb ich am 7. Juli und veröffentlichte ihn nicht. Ich wollte auch was positives schreiben, ging aber nicht. Deswegen lag er unveröffentlicht im Entwurfsordner meines Blogprogramms. Heute, am 29. Juli 2015 schaute ich in den Entwurfsordner und stelle fest: Es hat sich nicht allzuviel Neues getan.

Ich schaffe einiges, aber nicht alles, was ich will. Das führt zur Konzentration auf das Wesentliche und wirklich Wichtige. Derzeit gestalte ich die Kalenderseiten für 2016. Ich mag das und bin froh, dass mir das trotz allem gut gelingt. Mehr als die Hälfte der Druckdaten ist fertig. Vielleicht hilft die Situation, Texte zu finden, die in schwierigen Situationen gut tun. Denn das ist der Fall: Die Texte tun mir gut und sie helfen mir, liebevoller mit mir umzugehen. Ich arbeite dann, wenn es mir gut geht und ich fit bin, zum Teil auch spät am Abend, wenn Ruhe eingekehrt ist. Das geht auch.

Und weil ich so lange nichts gebloggt habe, stelle ich den Text vom 7.7. nun doch ins Netz, weil er beschreibt sehr gut wie es mir geht. Denn nicht immer scheint im Leben die Sonne, mal ist es auch so wie es gerade ist:

.... 7. Juli 2015 ....

Es gibt Tage, da könnte ich nur schreien, weil ich es so leid bin. Ich will leistungsfähig sein und bin es nicht. Ich will alle Projekte und Ideen verwirklichen und schaffe es nicht. Das fällt mir so unendlich schwer.

Gerade jetzt möchte ich gerne aktiv sein, aber es geht nicht. In meinem Kopf ist gefühlt Watte. Ich kann mich nicht konzentrieren. Das macht mich fertig. Wobei - was eigentlich noch viel schlimmer ist, wie ich die Situation bewerte:

'Stell dich nicht so an! Das muss doch klappen! Versuch es nochmal!'

Doch trotz x Versuchen klappt es nicht. Konzentration nicht möglich. Antreiben hilft also definitiv nicht.

Was auch nicht hilft, sind die Versuche, die Situation auszutricksen: Kurze Pausen, zurück an den Schreibtisch. Nö, geht immer noch nicht. Mist!

Immerhin sitze ich hier und schreibe diese Zeilen. Ich habe die Hängematte versucht, ich kam nicht zur Ruhe, auch dank des immer noch anhaltenden Baulärms von der Baustelle nebenan. Derzeit wird immer wieder mit laut kreischenden Geräuschen gesägt, gehämmert. Dabei kann ich nicht entspannen. Auf Lesen kann ich mich nicht konzentrieren. Ich habe keinen Drang, mit dem Auto irgendwo hin zu fahren, geschweige denn eine Runde von hier aus zu Fuß spazieren zu gehen.

Ich hasse solche Phasen. Weil ich dann das Gegenteil von dem bin, was ich sein will:

Fit. Leistungsfähig. Aktiv. Tun, was ich will.

Und mein Körper? Er hustet mir was. Hat andere Pläne. Und alles, was ich bisher unternommen habe, hilft nicht oder nur kurzfristig. Ich bin ja heilfroh, dass es nicht mehr so heiß ist. Die Hitze hat mir extrem zu schaffen gemacht. Ich konnte mich zwischen nicht gerade fröhlich machendem Dunkel in der Wohnung entscheiden (Rolladen runter, damit es möglichst lange kühl bleibt) oder dem Hitzekollaps bei sonnigem Licht. Ich habe träge rumgelegen, hatte auf nichts wirklich Lust. Ein Genuss war der schattige Garten am Vormittag, solange nicht die heiße Luft alles Kühle selbst in der Nacht vertrieben hatte.

Am 4. Juli (dem heißesten Samstag nach einer unfassbar heißen Woche über 30 Grad) habe ich nur noch gedacht: Wie lange kann ich das noch ertragen, wenn es weiter 37 Grad heiß ist? Das wollte ich mir gar nicht vorstellen. Von Stunde zu Stunde weiter gucken. Zwischenziele schaffen. Das selbstgemachte Eis als kleinen Höhepunkt. Abduschen. Die Ventilatorluft genießen. Einen Film gucken. Auf der App nachschauen, wann der Regen kommt und die Abkühlung.

Wie kann ich damit umgehen, wenn das Leben jetzt genau so ist, wie ich es nicht vertragen kann?

Das gilt ja nicht nur für extreme Wetterlagen, die dem Organismus einfach nicht gut tun, sondern auch für andere Situationen. Sei es Beziehung, Familie, Wohnsituation, Arbeitsplatz, Gesundheit oder auf Reisen ...

... 29.7.2015 ....

... darauf fand ich keine Antwort und postete den Beitrag damals nicht. Manchmal gibt es eben keine Lösung, außer versuchen zu akzeptieren und anzunehmen, was gerade im Leben so ist. So schwer das ist. Von Stunde zu Stunde weiter schauen. Oder von Minute zu Minute. Kleine Auszeiten finden, die Kraft geben.

Heute am 29.7. bin ich dankbar für die stürmische Herbstsommerwoche. Das ist eigentlich genau mein Wetter. Ich mag das, viel lieber als die Hitze Anfang Juli. Muss nur aufpassen, dass ich mir aus Gewohnheit nicht zu wenig anziehe. So wie diese Nacht, der kalte Luftzug aus dem Fenster hat mir einen steifen Hals beschert. Merke: Nachts wieder etwas anziehen, Anja.

Die Progesteronsalbe, die ich mehr als eine Woche nehme, hat die dunklen Wolken am Himmel vertrieben. Die mich plöltzlich überfallende Müdigkeit, die damit einhergehenden Konzentrationsschwierigkeiten und das Herzklopfen sind geblieben. Noch. Ich hoffe sehr, sie verflüchtigen sich auch. Es ist ein Rätsel, was dahinter steckt. (Hashimoto? Wechseljahre? Hitze?) Letzten Sommer hatte ich das auch und im Herbst wurde es besser. Wenn es mir wieder gut geht, dann denke ich: "Was war denn blos los?" Die Symptome sind dann wie ein Gespenst wieder verschwunden. Nun denn, ich bin dran, nach Lösungen zu schauen: Ich bekomme jetzt ein Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessen, vielleicht gibt das einen Aufschluss, vielleicht aber auch nicht und es bleibt ein Gespenst, das mich im Sommer besucht und bald wieder geht.

Eine Ursache ist mit Sicherheit auch der immer noch anhaltende Baulärm im Reihenhaus nebenan. Seit 10 Monaten wird dort an fünf, seit April an sechs Tagen in der Woche gewerkelt. Nach dem gefühlten unendlichen kreischenden Flechsen der Bodenfliesen kam in der letzten und diesen Woche wieder schweres Gerät ans Werk: Mit dem Stemmhammer (das ist dieses schrecklich laute Geräusch, wo alles fibriert und man nur noch weglaufen will) wurden Bodenfliesen im Keller und der Belag draußen vor dem Haus teilweise entfernt.

Das ist purer Streß. Auch für nicht geräuschempfindliche Menschen. (Ich bin geräuschempfindlich.) Ein Wunder, dass ich bis jetzt noch so fit bin und den Lärm bisher so gut wegstecken konnte. Teilweise konnte ich nur mit Kopfhörer arbeiten, auf dem ich laute Klaviermusik hörte. Ja, ein Wunder, weil ich sonst Ruhe zum Arbeiten brauchte. Aber selbst die stärkste Psyche kann irgendwann nicht mehr. Die Grenze ist bei mir schon lange überschritten, auch bei den Nachbarn auf der anderen Seite der Baustelle. Es mussten wohl einige Werke neu gemacht werden, also Lärm und Dreck, der eigentlich nicht hätte sein müssen. Wenn ich schimpfe geht es nicht schneller... Augen zu und durch...

Nun denn: Auch das geht vorbei. Grundsätzlich wird es gut und besser werden, das ist sicher. In 3-4 Wochen soll alles vorbei sein. So richtig kann ich das noch nicht glauben, hoffe aber, es stimmt. Ich bin so froh, wenn ich meine Ruhe und Ordnung wieder habe. Kreatives und schöpferisches Arbeiten braucht gute Rahmenbedingungen.

Also liegt es nicht nur an meinem Körper. Der Umgebungsstreß spielt auch eine Rolle.

Ich wünschte, ich könnte etwas anderes schreiben. Aber: 'Et nützt nix. Et iss wie et iss.' Nicht berauschend, aber viel viel Hoffnung am Himmelszelt. Ich fühle mit all denen mit, die ähnliche Bedingungen ertragen müssen oder es noch schlimmer erleben. Ich habe meine Rückzugsmöglichkeiten, wo mich zwar der Lärm trifft, aber ich geschützt bin. Wie mag es Menschen in Krisengebieten gehen oder diejenigen, die auf der Flucht sind? Es ist erstaunlich, was wir Menschen tragen können. Was hat die Generation unserer Vorfahren getragen, während des Krieges, als sie unter Beschuss waren, ihre Liebsten verloren hatten oder in Gefahr wussten, als sie ihre Heimat verloren. Wir alle können viel schaffen, mehr als wir uns manchmal vorstellen können.

Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. (Oscar Wilde)

Ihre Anja Kolberg (deren Schreiben gerade von Bohrgeräuschen begleitet wird)

PS: So war es Anfang Juli: Ich will die Symptome endlich in den Griff bekommen ...
Hashimoto & Progesteronmangel?
 

... und so sieht es am 4. August aus: Besser!

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/07/entry_6937.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Freitag, 16 Januar, 2015

Meine Widerstände gegen technische Neuerungen

Zunächst einmal entwickle ich herrliche Widerstände gegen vor allen Dingen technische Neuerungen.

Ein Smartphone? Nee, ich brauch den Quatsch nicht. Ich hab mein altes Handy eh nur vor Terminen an oder wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, für Notfälle dabei. Ich telefoniere selten darüber. Das reicht vollkommen. Warum also ein Smartphone kaufen? Für etwas Geld ausgeben, das mir total unwichtig ist!

Mein Mann liebt den technischen Schnickschnack und ist auch sehr gut organisiert. Durch die elektronische Terminplanung übers Handy (ich berichtete) sparen sie täglich Zeit bei der Arbeit ein. Kontakte pflegt er sofort und konsequent in sein Smartphone ein. Räusper, da kann ich mir eine Schnitte von ihm abschneiden. :o)

Alles, was technisch neu ist, braucht er und haben wir. Ich erinnere mich gerade an den ersten PC bei uns zu Hause. Wann war das? 1993/94? Wofür brauchen wir das? Nur Firmen arbeiten damit, privat brauchen wir doch sowas nicht... (Jaja..., würd ich heute nicht mehr sagen.)

Ich lese keine Bedienungsanleitung. Ich finde das total langweilig. Mein Mann kennt sich super mit allem elektronischen Gerät aus. Weil er die Bedienungsanleitung liest und weil er Spaß dran hat. Ich blockiere gleich von vornherein... So kommt es, dass wir Filme nicht mehr übers TV schauen, sondern auf Maxdome und Netflix zugreifen. Die Steckdose vom TV-Gerät kann über die Fritzbox sogar von unterwegs gesteuert werden.

Boah, da ist so schnell was verstellt, mich stresst das einfach nur. Gut. Wir leben zusammen. Da muss ich durch. :o) Ich profitiere ja auch davon. Zum Beispiel, weil ich keine Bedienungsanleitung lesen muss, ich mir Filme aussuchen kann, die ich jetzt gucken will, weil ich immer nur rufen muss, wenn mein PC spinnt.

Zurück zum Smartphone.

Letztes Jahr erhielt der Chef meines Mannes ein neues Smartphone und mein Mann fragte mich: Willst du das alte nicht haben? Grübel. Eigentlich nicht. Das einzige, was mich am Smartphone reizte, war Whats app, das ich bei meinem Mann ab und an am Handy nutzte. Ich liebe diesen kurzen Kontakt mit den Menschen, die mir im privaten wichtig sind. Nur deswegen stimmte ich zu und hab seitdem große Freude daran, so Kontakt zu halten.

Durch meine Outlook-Aufräumaktion sind jetzt auch endlich die Kontakte aktuell, ich habe einen Terminkalender drauf, den ich nutzen könnte und der aktuell ist. Prima! Ich liebe es, kleine Fotos mit dem Handy zu schießen und so mein Leben zu dokumentieren. Viele schöne Neuerungen. Widerstand überwunden. :o)

Auch das alte Tablett habe ich von meinem Mann erhalten. Zum Surfen oder lesen auf dem Sofa ist das praktischer als mein kleines Netbook mit der ausgeklappten Tastatur. Auf dem Tablett lese ich jetzt meine Newsfeeds von abonnierten Seiten. Die Zeit spare ich mir nun tagsüber an meinem Arbeitsplatz. Praktisch! Die Sucherei nach den aktuellen Kontakten ist jetzt auch erledigt.

Ist ja doch ganz schön, die neue Technik. Heute habe ich meinen Mann mal ganz doll lieb!

Ihre Widerstandsbrecherin

Anja Kolberg

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/01/entry_6884.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Dienstag, 19 Februar, 2013

Der innere Kritiker. Ergänzung zum Februar-Blatt des Tischkalenders.

Gestern. Prüfender Blick auf mein Februar-Blatt 'Ich höre auf, mich zu verurteilen.' Ist es mir in diesem Monat gelungen, mich weniger zu verurteilen? Nicht wirklich. Statt dessen nörgelte ich: 'Was für ein blöder Spruch, Anja! Warum hast du den auf den Kalender gepackt? Die Frühlingswiese und der Text auf dem anderen Tischkalender stimmt mich viel fröhlicher und sanfter.'

Nun stehen die Texte nicht auf dem Tischkalender, weil ich sie gut beherrsche, sie haben auch keine Zauberkraft - einmal anschauen, schon kann ich was dort steht und zack - ist das Thema für mich gelöst. Nein, ich sehe sie eher als eine Aufforderung, mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und das passiert unweigerlich, weil ich immer wieder darauf schaue.

Gestern forderte ich mich in meinem Tagebuch in einer bestimmten Situation zu Verständnis für mich auf. Das Gegenteil passierte: Die Stimme meines inneren Kritikers brach aus mir heraus. Schrieb in einem Rutsch zwei Seiten voll. Und danach ging es mir nicht schlechter, sondern besser als vorher. Stille. Ruhe. Entspannung. Mit den Selbsturteilen war für diesen Tag Schluss.

Das erinnert mich an eine kostbare Erfahrung mit meinem Kritiker vor einigen Jahren. Mein Fazit damals: Den inneren Kritiker zu ignorieren ist keine gute Idee. Das macht ihn nämlich noch größer und kostet einen Haufen Energie. Einfacher ist es, ihn zu Wort kommen zu lassen - und auch Energie sparender, als seine Worte immer wieder zu unterdrücken. Damals rief ich ein Kritikertagebuch für mich ins Leben, das mir richtig gut tat. Einerseits, die Worte und inneren Bilder rauszulassen - ohne Wertung - und andererseits die positive Absicht dahinter zu sehen. In meinem Beitrag "Mir selbst näher kommen" habe ich meinen Prozess dorthin beschrieben.

Heute kann ich in dem, was mein Kritiker gestern in mein Tagebuch voller Wucht und Wut schrieb, auch eine gute Absicht abgewinnen, einen Hinweis für mich. Und das tut gut. Doch gleich ob ich künftig eine gute Absicht hinter dem finde, was mein Kritiker sagt oder nicht: Alleine das Rauslassen seiner Meinung ist gut, weil die Stille danach einfach himmlisch ist!

So schließe ich Frieden mit dem Februar-Bild 'Ich höre auf, mich zu verurteilen.' und sehe darin einen Schatz, nämlich: 'Ich höre meinem inneren Kritiker wertfrei zu.' - eine wichtige Erfahrung, die ich über die letzten Jahre glatt vergessen habe!

Anja Kolberg

Sie möchten auf diesen Beitrag hinweisen? Geben Sie diesen Link weiter:
http://www.frauencoaching.de/archives/2013/02/entry_6766.html
Wenn Sie Texte oder Bilder kopieren oder anderweitig nutzen möchten, ist das nur nach Vereinbarung mit mir möglich. Schreiben Sie mir.

Freitag, 30 März, 2012

Fasziniert von etwas wunderbarem: Mir selbst :o)

Ich MUSS diesen kostbaren Moment nutzen und einen Eintrag posten. Jetzt im Moment habe ich mich selbst ganz doll lieb und sehe das Wunderbare in mir. Schaue mich an wie ich selbst einen anderen Menschen anschauen würde, den ich gerade kennen lerne oder sehr gerne habe. Ich fühle Liebe, Verständnis, Neugierde, Faszination. Was für ein Geschenk. Danke, Himmel, für dieses schööööne Gefühl!

Zu gut kenne ich die Zeit, wo ich mit mir hadere und meinem Leben. Zu selten die Momente, wo ich mich selbst mit viel Liebe anschaue - und es auch fühle. Wobei: Es ist NOCH selten. Hey, das kann ja täglich mehr werden. Also mehr davon. Mehr. Mehr. Mehr.

Selbstliebe heißt nicht weniger Liebe für andere, sondern mehr 'echte' Liebe für andere. Denn wer sich selbst so liebt und annimmt wie er ist - mit den Sonnen- und den Schattenseiten - der kann auch andere lieben, so wie sie sind. Und das ist für jeden ein Geschenk.

Was ich unter Selbstliebe verstehe? Hm, mir fällt es leicht, diese Frage zu beantworten, wenn ich einige Bespiele für das Gegenteil von Selbstliebe nenne:

Ich verurteile mich, weil ich nicht so schnell vorwärts komme, wie ich es von mir selbst erwarte. Ich bin wütend, weil ich schon wieder einen Fehler gemacht habe. Ich verzweifle an meiner Ungeduld und mache mich fertig, weil andere schneller/besser/... sind als ich. Ich finde mich nur gut, wenn ich funktioniere und meine Arbeit und Aufgaben schaffe. Ich mache mich für Fehler klein. Ich entmutige mich, dass ich etwas 'sowieso' nicht schaffe. Ich erlaube mir keine Pausen und missachte meine Wünsche und Bedürfnisse. Ich überfordere mich. Ich höre mir nicht zu. Ich schenke anderen mehr Aufmerksamkeit als mir selbst. Ich lasse zu, dass andere Menschen meine Grenzen überschreiten oder mein Leben entscheiden. Ich mäkele an meinem Aussehen rum und finde x Stellen, die 'nicht schön' sind, finde mich zu dick, zu ...

Ganz schön heftig und mir nicht unbekannt. Das ist Selbstliebe:

Ich höre mir zu. Ich sorge gut für mich, in dem ich gucke wie ich mich fühle, wie es meinem Körper geht, was ich brauche, was ich mir wünsche und ich mir dies erfülle. Wie eine liebende Mama oder liebender Papa zu mir selbst sein. Mich anspornen, wenn ich Ermutigung brauche. Mir alle Gefühle erlauben, auch traurig, zickig, unfair und frech zu sein. Mir verzeihen. Mir Mut machen. Mir erlauben, meinen Weg zu gehen, meine Entscheidungen zu treffen, 'nein' zu sagen oder 'ja'. Meine Meinung zu ändern. Mich schön und gut zu finden, so wie ich bin. Meinen Körper, meine Haut mit Dellen, Falten, meine Haare... Kurz: Mich zu lieben, unabhängig davon wie ich bin, ohne Erwartungen an mich zu stellen.

Und genau das möchte ich: Mir selbst eine sehr gute und liebevolle, unterstützende, wertschätzende Wegbegleiterin sein. Ein kostbarer und schöner (und anfangs schwerer) Weg. Einen Teil davon habe ich schon zurück gelegt und das macht mich froh. Meinen Körper liebe ich so wie er ist und mochte meine Rundungen auch - das ist mir sehr kostbar - als ich noch zwanzig Kilo mehr wog. Dafür ein Dankeschön an Iris Labonté.

Mich selbst bedingungslos lieben. Ein lohnenswertes Ziel.

Anja Kolberg

Donnerstag, 17 November, 2011

Hochsensibilität

Ich bin hochsensibel und auf dem Weg, mich damit besser zu verstehen und anzunehmen.

Erste Berührungspunkte
Vor drei oder vier Jahren stieß ich das erste Mal auf den Begriff Hochsensible Personen (HSP). Der Begriff stammt von der amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron. Sie schätzt ca. 15% der Menschen als hochsensibel ein. Ein Segen, ich bin nicht alleine. :o)

Durch das Ausfüllen des Tests der Gesellschaft zur Förderung und Pflege der Belange hochempfindlicher Menschen - Zart besaitet konnte ich meine Empfindungen einordnen. Denn ich kenne es ja nicht, so zu empfinden wie andere. Das Innenleben lässt sich nicht vergleichen wie eine andere Haarfarbe. Hätte ich blaue Haare, wäre die Sache viel offensichtlicher. :o) Bisher war mir auch nicht klar, dass andere weniger aufnehmen als ich.

Die Forschung steckt lt. Zart besaitet noch in den Kinderschuhen, aber die Testergebnisse könnten Anhaltspunkte und Tendenzen liefern. Mit 300 Punkten lag ich am oberen Ende der Skala, schon ab 163 Punkten gehört man zu den Hochsensiblen Personen. Ich glaube durch meine Umstellung auf eine möglichst pflanzliche Ernährung bin ich noch empfindsamer geworden, denn bei meinem heutigen Test landete ich bei 310 Punkten. Wobei Tagesverfassung und Gesundheitszustand meine Einschätzungen und Wertungen im Test beeinflussen und zu schwankenden Ergebnissen führen.

Was bedeutet Hochsensibilität?
Hochsensible nehmen mehr und intensiver wahr als andere Menschen, erfuhr ich. Da jeder nur eine bestimmte Menge an Reizen - z.B. Lärm, große Menschenmengen, dauerhafte Musikberieselung, Geruch oder Innenreize wie Gefühle, Schmerzen... - verträgt, damit es ihm noch gut geht, ist das Maß beim Hochsensiblen früher voll, weil er mehr wahrnimmt. Er verträgt also nicht weniger, sondern nimmt aufgrund seines sehr empfindlichen Nervensystems mehr wahr (und ist dadurch schneller gestresst, müde, überfordert). Es geht nicht um besser oder schlechter - eher um anders. Unterschiedliche Situationen brauchen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Was nehme ich bei mir wahr?
Ich kann nicht eindeutig sagen, was zu einer Hochsensibilität gehört, was vom Charakter beeinflusst ist oder da ist wegen der eigenen Geschichte. Dennoch möchte ich es gerne beschreiben: Ich empfinde meine intensive Wahrnehmung zum Teil sehr anstrengend im Alltag. Das grelle Neonlicht im Supermarkt, große Menschenmengen auf engem Raum, die vielen Eindrücke in Einkaufscentern, plötzliche Geräusche ermüden mich, nehmen mir Energie und bringen mich aus dem Gleichgewicht. Ich bin sehr schreckhaft. Während andere die Dinge locker nehmen, kann ich es nicht. Ich bin ängstlich, sehr schmerzempfindlich und leicht innerlich verletzlich. Ich brauche ganz bestimmte Rahmenbedingungen, um mich wohl zu fühlen und brauche Zeit nur mit mir alleine, um in Ruhe - am liebsten in der Natur oder einer schönen Umgebung - meine Energiereserven wieder aufzufüllen. Ich kann in bestimmten Situationen extrovertiert, fröhlich, lustig, mitreißend und ausgelassen sein, bin aber je nach Umgebung genau das Gegenteil und ziehe mich zurück. Ich habe den Anspruch an mich, alles richtig zu machen und mir ist es wichtig, andere nicht bewusst seelisch zu verletzen und dies unbedingt zu vermeiden. Löse ich dennoch bei einem anderen Traurigkeit oder andere schmerzliche Gefühle aus, ist das schlimm für mich. Ich bin gefangen in meinen Gefühlen, Selbstzweifeln, Schuld.

Die Gefühle anderer Menschen nehme ich wahr, wenn ich in ihr Gesicht schaue oder sie beobachte. Dann spüre ich, ob es ihnen gut oder schlecht geht, ob sie krank sind, Sorgen haben oder unzufrieden sind. Natürlich prüfe ich das nicht, in dem ich die Menschen frage, doch ich habe von meiner Therapeutin erfahren, dass Spiegelneuronen im Gehirn dafür sorgen, ich kann meiner Empathie vertrauen.

Wenn mein Mann sich verletzt und ich sehe das oder er zeigt mir seine Brandwunde, spüre ich einen tiefen, stechenden Schmerz. Mir fällt eine Begebenheit ein, wo ich sah, dass es unserem Hund nicht gut ging, mein Mann dies jedoch abwiegelte. Kurz darauf erbrach sich unser Hund.

Meine Empfindlichkeit ist auch abhängig von meiner körperlichen Verfassung, zu Beginn meiner Regel bin ich extrem empfindlich. Ich habe ich das Gefühl doppelt so viel zu hören wie sonst, Berührungen schmerzen fast. Ich muss dann sehr auf mich achten, mich ausruhen und zurück ziehen, damit es mir gut geht.

Schlechte Saiten
Es gibt Zeiten, da fällt es mir schwer, dieser Hochsensibilität etwas positives abzugewinnen. Besonders, wenn ich mal wieder sehr empfindlich reagiere und ich mir wünsche, doch einfach cool zu sein und die Dinge entspannter zu sehen, dies aber einfach (und auch schwer) nicht geht. Zum Beispiel wenn andere in meiner Gegenwart schlechte Laune haben, sich ablehnend und gereizt mir gegenüber äußern. Es gibt Momente, in denen ich solche Situationen verlassen kann, oft ist das aber nicht mögich. Für einen hochsensiblen Menschen wie mich, der eine angenehme Stimmung braucht und ein gutes Gefühl, um sich wohl zu fühlen und wenig Stress zu haben, eine sehr schwierige und anstrengende Sache.

Obwohl ich verstandesgemäß weiß, die Stimmung des anderen bedeutet nicht gleichzeitig, ich bin Verursacher dessen Stimmung (sondern sie hat mit ihm selbst zu tun), bekomme ich diese Gefühle ab und fühle mich unwohl in deren Gesellschaft. Es gibt Menschen - mein Mann gehört zu ihnen - denen macht es kaum etwas aus, wenn ein anderer miese Stimmung hat. Er kann sich davon gut abgrenzen. Dann wünsche ich mir, genau so zu sein, die Gefühle anderer nicht an mich ran zu lassen, mich davon nicht beeinflussen zu lassen, nicht an mir zu zweifeln und mich nicht schuldig zu fühlen. (Eben zu sein wie ich nicht bin.)

Selbstzweifel machen das Leben nicht leichter, besonders wenn ich mich wie das hässliche Entlein - einfach am falschen Platz fühle. Dabei geht es darum, mich selbst anzunehmen wie ich bin. Nicht leicht... Da liegt jede Menge Lernpotenzial und obwohl ich schon intensiv seit Jahren an mir arbeite und reflektiere, sind immer noch Baustellen da. Ich bezweifle auch, dass alle Probleme jemals aufhören werden. Schließlich - so ist meine Auffassung - bin ich als Seele hier auf der Erde, um zu lernen und zu reifen.

Ich glaube schon, dass es mir mit der Zeit immer besser gelingt, mich abzugrenzen und zu entscheiden, was ich aufnehmen möchte und was nicht und da ist mir auch schon vieles gelungen. Ich lasse heute den Anspruch an mich los, alles auf einmal zu lösen. (Und damit be-frei-t zu sein. Denn diese Empfindsamkeit gehört zu mir und lässt sich nicht wegzaubern. Obwohl ich vermute, sie lässt sich durch Medikamente oder Drogen unterdrücken oder abschwächen - allerdings keine Optionen für mich.)

Guten Saiten
Es gibt auch positive Seiten. Juchuuuu! Für meine Arbeit als Coach kann ich meine Empathie erfolgreich einsetzen und auch bei der Gestaltung der Kalender scheinen sie eine Rolle zu spielen. Zart besaitet hat eine schöne Präsentation erstellt, in der sie die Stärken der Hochsensiblen beschreiben:

Feine, detailreiche Wahrnehmung. Intensive Vorstellungskraft, visionär, Schönheit & Harmonie sind ihnen wichtig. Denken in komplexen Zusammenhängen. Sie sehen Querverbindungen, die anderen nicht auffallen. Meist haben sie hohe ethische Standards, achten auf Minderheiten und fühlen sich dem Allgemeinwohl verpflichtet.

Es tut gut, mir die guten Seiten bewusst vor Augen zu führen, gerade wenn ich mit den anstrengenden Seiten konfrontiert bin.

Mir fiel beim Betrachten der Präsentation ein, wie wichtig mir als Kind schon Gerechtigkeit war und die kleinsten und schwächsten zu schützen. Nicht umsonst haben wir einen Hund, der im Wurf übrig geblieben ist, weil er einen Geburtsfehler hatte. Natürlich wollte ich genau den!

Weitere Informationen: Zart besaitet - Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität e.V. - Wikipedia über Hochsensibilität

Diesen Artikel habe ich unzählige Male begonnen. Endlich habe ich ihn fertig gestellt. Ich bin so froh, habe ich mich durch das Schreiben noch intensiver verstanden. Und mich selbst verstehen - das fühlt sich an wie nach Hause kommen!

Von Herzen,

Anja Kolberg

Wenn Sie auf diesen Beitrag hinweisen möchten, können Sie einen Link hierhin setzen: http://www.frauencoaching.de/archives/2011/11/entry_6701.html Das Nutzen der Inhalte außerhalb dieser Webseite erlaube ich nicht.

Mittwoch, 31 August, 2011

Zerstreut & liebevoll

Hallo ihr lieben Menschen da draußen in der Welt,

ein Lebenszeichen aus Köln. Diesmal kein Bloggen zum neuen Kalenderblatt, sondern ein extra Beitrag. :o) Ich freue mich richtig. Die letzten Tage und Wochen habe ich den neuen Tischkalender entworfen und die Daten für die Druckerei erstellt. Es gibt wieder Vieles zu berichten. Doch einen Schritt nach dem anderen und immer so viel wie es geht.

Ich möchte von einem Erlebnis heute früh erzählen. Im Drogeriemarkt hier in der Straße stand ich mit einer Flasche Spülmittel an der Kasse. Vor mir eine junge Mutter mit Kinderwagen und Taschen bepackt. Sie bezahlte und wollte gehen. Die Kassierin: "Hier, vergessen sie ihre Sachen nicht." Darauf entgegnete die Mutter mit einem sehr liebevollen Ton: "Oh, bin ich heute zerstreut." Sie packte die Artikel in den Einkaufswagen.

Mich hatten ihre Worte sehr berührt, weil sie sich nicht selbstabwertete, sondern einfach beschrieb, wie sie heute war. Zerstreut. Ich sagte: "Das klingt schön, was sie gesagt haben. So liebevoll." Sie schaute mich glücklich an. Auch eine weitere Kundin stimmte zu: "Ja, bei mir klingt das immer anders." Und wir alle gingen mit einem Grinsen aus dem Geschäft.

Liebevoll mit mir selbst umgehen. Mich nicht abwerten, nichts abfälliges über mich selbst sagen. Sondern liebevoll - das Wort mag ich heute ganz besonders - über mich sprechen. Verständnis haben. Es ist so. Und es ist gut so.

Mit dem Wort 'zerstreut' verbinde ich Positives. Der zerstreute Professor, da sehe ich einen Weißhaarigen, die Kleidung abgewetzt, Brille auf der Nase, lesend inmitten eines gemütlichen Chaos. Ein Lächeln im Gesicht.

Wie oft bin ich selbst liebevoll zu mir? Und wie oft neige ich dazu, über mich zu urteilen, weil ich nicht so bin, wie es 'normal' 'richtig' wäre? Ich höre Sätze wie 'Habe ich schon wieder falsch gemacht' oder 'Ich bin nicht gut genug.' Heute früh begegnete mir eine schöne Inspiration. Es anders machen. Das möchte ich weiter üben.

So wie gestern, als ich sehr traurig war. Nachdem ich mich meinem Schmerz hingegeben hatte, statt ihn zu verdrängen, nahm ich mein inneres Kind an die Hand und fragte es, was es jezt braucht.

Es wünschte sich eine heiße Tasse Tee. Also bin ich mit ihm in die Küche. Sie suchte sich eine schöne Tasse aus, schaute sich die vielen Teekartons an, atmete den Duft ein, las die Beschreibungen und nahm den am besten Duftenden heraus. Ein Lächeln hatte meine Kleine da auf ihrem Gesicht.

Es macht mir Freude, liebevoll mit meinem inneren Kind - und damit mit mir selbst umzugehen. Denn das innere Kind, das bin ich. Das innere Kind trägt all die Emotionen in sich, Verletzungen, natürlich auch viele ungute Überzeugungen - die eben zum Schmerz führen.

Ich lerne einen anderen Umgang mit mir selbst. Heute ist ein guter Tag, dies wieder zu üben.

Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen einen zauberhaften Tag. Schön, dass Sie da sind & bis bald!

Ihre Anja Kolberg

Wenn Sie auf diesen Beitrag hinweisen möchten, können Sie einen Link hierhin setzen: http://www.frauencoaching.de/archives/2011/08/entry_6692.html
Das Nutzen der Inhalte außerhalb dieser Webseite ist verboten.

Dienstag, 26 Juli, 2011

Auf der Suche nach mir selbst

In den letzten Wochen begab ich mich auf den Weg zu mir selbst und darauf befinde ich mich noch. Der Abstand von meinem bisherigen Tagesablauf brachte Freiraum, eine Türe meines Inneren zu öffnen, die ich gar nicht öffnen wollte. Es passierte einfach. Ich weiß nicht recht, wie ich das Zimmer benennen soll. Raum des Schmerzes? Raum der Erinnerung? Raum der Dinge, die wirklich wichtig sind? Raum der Begegnung mit meiner Angst? Zimmer der Ursache meiner Probleme? Raum der Befreiung, der Abgrenzung, der Erkenntnis?

Nichts trifft es wirklich und doch beschreiben sie alle einen Teil von dem, was mich in den letzten Wochen beschäftigte. Vor allem ging es um meine Wunden, die noch nicht geheilt sind und wohl noch lange brauchen werden.

Ich durchblättere meine Fotodatenbank auf dem Computer, suche nach mir, nach Veränderungen, versuche mir selbst auf die Spur zu kommen. Suche mich. Mein Gesicht. Meinen Körper. Durchblättere Tagebücher.

Was hat mich die letzten Jahre, das letzte Jahrzehnt, die letzten zwei Jahrzehnte geprägt, was waren wichtige Themen für mich, was hat mich verletzt, mich verändert. Inmitten selbstgebauter Grenzen, inmitten vieler Gedanken - da fand ich mich. Spuren von mir.

Finde ich die Stellen, an denen ich Träume vergrub? Sie zurück lies und mich dabei selbst ebenso? Vom Funktionieren im selbst gebauten Konstrukt des Alltags überrannt und auf der Strecke geblieben.

Wo bin ich?

Und noch viel mehr: Was vermisse ich? Was fehlt mir in meinem Leben? Welche Anteile von mir lebe ich nicht, sondern verdränge sie, leugne sie, rede sie klein - und damit mich selbst.

Warte ich auf die einzig wahre Lösung, die von außen kommt? Ich glaube ja. Das ist - so wurde mir auch die Tage bewusst - nicht der richtige Ansatz. Die Lösung liegt in mir, dort wo auch Problem, Ursache und Ressourcen liegen. Alles zusammen in einem. Ich.

Ich wünsche mir verstanden zu werden, gesehen zu werden. Darauf warten kann zur Ewigkeit werden. Deswegen widme ich mich heilsamer Arbeit: Ich verstehe mich selbst. Ich sehe mich. Ich höre mir zu. Beobachte meine Gefühle und schenke mir die Aufmerksamkeit, die ich so dringend brauche. Ich komme mir selbst auf die Spur. Finde mich.

Diese Begnung, das Finden, Erkennen und Lernen passiert nicht durch bewusstes Planen, sondern durch schmerzhafte Ereignisse, die in mein Leben fallen. Den Raum dafür habe ich vor einigen Wochen geöffnet.

Von einer, die auf der Suche und auf dem Weg ist,
sich selbst zu finden und zu lieben.

Anja Kolberg

Wenn Sie auf diesen Beitrag hinweisen möchten, können Sie einen Link hierhin setzen: http://www.frauencoaching.de/archives/2011/07/entry_6689.html

Das Nutzen der Inhalte außerhalb dieser Webseite ist verboten.

Montag, 04 April, 2011

Unabhängigkeit & Gefühle

Ich wünsche mir Unabhängigkeit. Unabhängigkeit von der Meinung anderer Menschen. Frei sein. Die Reaktion anderer nicht über meine Stimmung oder mein Handeln entscheiden lassen.

Der Ist-Zustand zeigt meine Abhängigkeit:

  • Finden andere gut, was ich mache/wie ich bin, dann steigert das meine Stimmung
  • Finden andere nicht gut, wie ich bin/was ich mache oder sagen gar nichts dazu, dann senkt das meine Stimmung oder ich beginne zu zweifeln. An mir und dem wie ich bin.

Ich wünschte, ich wäre autark. Ich wünschte, es wäre mir wirklich gleichgültig wie andere auf mich reagieren - auf mein Handeln, mein Nicht-Handeln, meine Meinung, meine Art zu sein, wie ich mich anziehe, wie ich mich verhalte... Warum? Weil ich dann frei sein könnte und wirklich ich selbst sein. Tun und lassen, was ich will. Ich würde mich frei entfalten und mit Liebe und Überzeugung tun, was in mir schlummert.

Unabhängigkeit bedeutet nicht, dass ich keine Reaktionen möchte. Es bedeutet, Reaktionen wahr zu nehmen und dann frei entscheiden, ob sie Einfluss auf mich haben sollen oder nicht - statt mich in meinem Handeln und sein immer beeinflussen und verunsichern zu lassen.

Eine Pflanze, an der ständig rumgezupft wird - die fühlt sich doch nicht wohl. Bekommt die Pflanze hingegen Freiraum, sich so zu entfalten und so zu wachsen wie sie will, dann kann sie ihre wahre Pracht entfalten. Sie selbst sein.

Bei mir weckt das gleich Assoziationen vom wuchernden Efeu, der Grenzen leichtfüßig überwindet und so Mauerwerk zerstört, also andere verletzt. Das will ich auf gar keinen Fall, eher würde ich das Efeu unter einer Glocke halten. Doch ist das ein lebenswertes Leben? Es kann doch derjenige, dessen Grenzen durch das Efeu verletzt werden, Einhalt gebieten, in dem er die Triebe zurückschneidet und sich so an dekorativem Schmuck für die Vase freut. Vielleicht sind Menschen auch froh, Besuch vom Efeu zu bekommen? Freies Entfalten muss kein Nachteil für die Umgebung sein.

Zurück vom Efeu zur Pflanze, an der ständig gezuppelt wird, die immer wieder durchleuchtet wird und dessen Gärtner sich fragt: Mensch, soll ich die wirklich stehen lassen?

So geht es mir oft mit dem, was ich erschaffe. Zum Beispiel Blogbeiträge, in denen ich mein Herz öffne zu Themen, die mich bewegen, wie beispielsweise ein Leben ohne Atomstrom oder meine vegane Ernährung.

Den Weg mich nur noch vegan zu ernähren, wählte ich, weil ich nicht mehr anders konnte. Ich habe mit den Tieren gefühlt, was sie erleben, unter welchen Bedingungen sie leben und sterben. Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr, dass Tiere für mich leiden und sterben. Davon bin ich überzeugt und ich gehe diesen Weg. Ich zeige mich mehr wie ich wirklich bin und sage meine Meinung. Damit verlasse ich eingelaufene Wege, betrete Land, das ich bisher nicht betreten habe.

Wenn ich nicht mehr zugehörig zur großen und schützenden Gruppe der Allgemeinheit bin, dann wühlt das viel in mir auf. Vor allen Dingen Ängste, abgelehnt und nicht verstanden zu werden. Das strengt mich an und löst auch Unsicherheit aus: Wie reagieren diejenigen, die mit mir bisher auf dem Weg gegangen sind? Ich wünsche mir deren Zustimmung und Anerkennung. Und damit mache ich mich abhängig. Weil ich die Bewertung anderer ungefiltert annehme und als Wahrheit sehe, statt mich davon zu befreien und mich so gut zu finden wie ich bin. Ganz egal, was andere meinen.

Zudem weiß ich nicht, was mich auf dem ungekannten Terrain - nämlich ganz ich selbst zu sein - erwartet. Irrwege? Sackgassen? Schlaglöcher? - das sind die Ängste, die sofort auftauchen. Die Hoffnungen kommen erst hervor, wenn ich bewusst darauf blicke: Schöne Wasserfälle. Sonnige Lichtungen inmitten von grün belaubten Wäldern. Plätschernde Bäche mit blühendem Ufer. Der Gesang der Vögel in den Baumwipfeln, begleitet vom Rauschen des Windes. Klare Luft für tiefe Atemzüge. Stille. Ruhe. Entdecken. Leben. Zufriedenheit. Eins sein mit der Natur. Frieden in mir fühlen. So viele Hoffnungen und schöne Aussichten, die mich berühren.

Ich sehe vor meinen innerem Auge mein inneres Kind, was dasteht und zittert und bibbert. Was geliebt werden will, egal wie es ist. Was geliebt werden will, wenn es traurig ist und trotzig und ängstlich und wütend, wenn es vor Angst um sich schlägt oder sich zurück zieht.

Ich öffne meine Arme und lege eine von der Sonne angewärmte Decke um die Schultern meines inneres Kindes. Halte es in meinen Armen. Setze mich und hebe es auf meinen Schoß, wiege es hin und her. Mir ist aufgefallen, wie groß mein inneres Kind geworden ist und so dünn. Sanft streichle ich ihr über den Rücken und wärme sie mit meinen Armen und wiege sie hin und her. Streichle über die Haare, küsse ihren Kopf. Wir wiegen uns sanft vor und zurück. Ich summe leise und spüre wie das Zittern inmitten der Decke langsam einer Ruhe weicht. Stille. Dann beginnt sie zu schluchzen. Meine Hände werden nass von ihren Tränen. Ich halte sie weiter und wiege sie sanft. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie sprechen möchte, sondern einfach gehalten werden. Aufmerksamkeit. Jemand, der da ist ohne zu fragen, zu werten. Einfach sein. Plötzlich kommt Minu angelaufen und schnüffelt an den nackten Füßen meines inneren Kindes. Sie unterbricht ihr schluchzen. Minu schleckt mit ihrer warmen, weichen und leicht rauen Zunge über die Füße. Mein inneres Kind lupft den Kopf aus der Decke um zu schauen, was da vor sich geht. Minu schleckt unbeirrt weiter und ich beobachte wie ein Lächeln über das verweinte Gesicht meines inneren Kindes hüpft. Wir schauen uns an. Kichern los. Weinen und lachen gemeinsam.

"Ich hab' dich so lieb.", sagt sie mir und umarmt mich.
"Ich hab' dich so lieb." sage ich ihr und drücke meine Arme um ihren inzwischen warmen Körper.

Frieden. Alles darf sein. Traurigkeit. Ängste. Ohnmacht. Hoffnungslosigkeit. Hilflosigkeit. Glück. Liebe. Frohsinn. Leichtigkeit. Frei sein. Loslassen. Festhalten. Da sein. Weggehen. Schnell sein. Einschlafen. Verletzen. Trösten. Singen. Schimpfen. Wut. Zerstörung. Aufräumen. Frieden schließen. Unsicherheit. Ungewissheit. Vertrauen. Unklarheit. Mut. Hilfe. Lust. Leise sein und schreien. Mich verstecken und präsent sein. Stundenlang erzählen und tagelang schweigen. Neidisch sein und im Mittelpunkt stehen. Mich zurückgesetzt fühlen und verlassen sein spüren. Aufmerksamkeit geben und keine bekommen. Beschenkt werden und nehmen. Danken und geben. Kreativ sein und spinnen, verrückt sein und gleichzeitig rational. Überlegen und mich nicht entscheiden. Intuitiv sein. Mich schnell entscheiden. Fehler machen. Brav sein. Böse sein. Krach machen. Mich ärgern. Andere wütend machen. Berührt werden und andere aus der Fassung bringen. Grenzen setzen und 'Komm' rufen. Grenzen öffnen und 'Stopp' sagen. Mich jeden Tag neu entscheiden. Meine Meinung ändern. Still sein. Nachdenklich. Depressiv. Mich verstecken. Nein sagen. Andere verletzen. Mich selbst verletzen. Mir verzeihen und anderen verzeihen. Schuld auf mich nehmen und sie wieder ablegen.

Alles darf sein. Alles Anteile von mir - und noch viele mehr. Diese vielen inneren Anteile meiner Selbst passen kaum mehr an eine kleine Tafel, dafür brauche ich eine ganze Stadt, eine Veranstaltungshalle, ein ganzes Leben. Ich.

Anja Kolberg

Wenn Sie diesen Beitrag verlinken möchten, nutzen Sie bitte diese URL: http://www.frauencoaching.de/archives/2011/04/entry_6668.html

Mittwoch, 23 Februar, 2011

Eine zweite Chance - für mich selbst

Mir gefällt über die Sendung "Fashion & Fame" (Pro7) einen Einblick in den Entwurfsprozess der Modewelt zu bekommen, da Schneiderin und Designerin zu meinen ersten Berufswünschen gehörten.

Besonders beeindruckt hat mich folgende Situation: In jeder Sendung müssen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Designaufgabe bewältigen, zum Beispiel eine Jacke, ein Kleid ... für die angestrebte Zielgruppe entwerfen. Alle Entwürfe werden zum Schluss der Jury präsentiert, die entscheidet, welches Design gewinnt oder auch welches durchfällt. Eine Teilnehmerin, die zweimal scheiterte, davon einmal sogar ihren Entwurf als schlechtesten verbrennen musste, war bei einer nächsten Runde die Siegerin mit ihrem Entwurf. Und eine Teilnehmerin, deren Entwürfe u.a. mit "Thema verfehlt" bewertet wurden und niemals eine Entscheidungsrunde gewonnen hatte, kam ins Finale.

Das macht mir bewusst: Selbst wenn ich schon x Mal gescheitert bin, gibt mir das Leben die Chance, es eben beim nächsten Mal zu schaffen. Es gibt kein nur schlecht und für immer ausgeschieden, wenn mir etwas misslungen ist.

Deswegen das Signal an die größte Kritikerin in meinem Leben - nämlich mich selbst: Ich habe eine zweite Chance verdient.

Denn selbst wenn mir andere diese Chance geben würden, heißt dass noch lange nicht, dass ich sie auch wahrnehme, weil ich dazu neige, mich selbst nach einer Niederlage klitzeklein zu machen. Darüber verliert dann auch der Begabteste die Lust und Luft.

Anja Kolberg

Mittwoch, 16 Februar, 2011

Glücklich sein & gut für mich sorgen
Meine Ethik & die Folgen - Teil 3

Seit einigen Tagen fühle ich mich fröhlicher und beschwingter. Da ist Leichtigkeit, ein Gefühl von Befreiung, als hätte ich eine Schwere abgestreift, die Jahre in mir zu Hause war. Das ist toooooooohooooll! *Grins-über-beide-Backen*

Dienstag früh war ich zum ersten Mal seit meiner Entscheidung, mich möglichst pflanzlich zu ernähren, eingeladen. Eine gemeinsame Freundin hatte Babsi und mich zum Frühstück eingeladen. Eigentlich waren wir Anfang Dezember zur Hausbesichtigung verabredet, doch der Termin fiel wegen des Beinbruchs meines Mannes ins Wasser. Jetzt kann ich endlich wieder Termine machen, mein Mann kann sich immer besser bewegen.

Vom Frühstückstisch hätte ich mir Brot und Marmelade genommen, ich hatte nicht mit dem gerechnet, was uns erwartete: Neben Wurst- und Käseaufschnitt hatte sie bedacht, dass ich mich anders ernähren möchte. So haben wir drei nach Herzenslust verschiedene vegane Streichpasten, köstlichen Chocoladen-Zartbitter-Aufstrich (Rapunzel), selbstgemachten Obst- und Rote-Beete-Salat - welchen ich unbedingt auch machen muss, ich hätte ihn leeressen können - und noch viele Leckereien mehr gestestet. Eine tolle Idee. Liebe Steffi, das war ein traumhafter Vormittag und ein tolles Ambiente. Was für ein schönes Zuhause und für ein Glücksgefühl für mich, ich habe mich so wohl gefühlt, danke nochmal über diesen Weg!

Ich habe gemerkt: Es gibt so viele Möglichkeiten, pflanzlich zu genießen. Einen Moment ist es mir schwer gefallen, keinen Lachs zu essen oder keine Mozarella-Kugeln, dann habe ich die köstlichen Alternativen gesehen und es war gut. Zum Beispiel den Rote-Beete-Salat, deren Rezept Steffi mir und Ihnen verrät: 5 Knollen rote Beete, Enden abschneiden und kochen, bis sie weich sind, dauert mindestens eine Stunde. Zum Schutz vor ihren hervorragenden Färbeeigenschaften Einmalhandschuhe überstreifen und rote Beete unter kaltem Wasser abschrecken, dabei deren Haut abstreifen. Rote-Beete in Würfel schneiden. Soße aus Zwiebeln, Essig, Öl, Senf, Zucker, Pfeffer & Salz machen. Fertisch! Danke für das Rezept, Steffi!

Am Wochenende habe ich vegane Nussecken gebacken. Köstlich! Heute habe ich die letzten verputzt, sie halten sich prima - ohne in eine Dose gefüllt zu werden.

Die Nussecken sind ein schönes Mitbringsel, das habe ich gestern Nachmittag ausprobiert. Da war ich bei einer weiteren Freundin zur Wohnungsbesichtigung ans Rheinufer nach Mülheim eingeladen. Seufz! Ein Traum, ein Ort zum Sein, liebe Anna-Katharina. Ich sehne mich dem Sommer entgegen und sehe mich auf deiner Terrasse sitzen, schreiben und genießen. Der Austausch mit dir hat mir so gut getan.

Der Dienstag war mein Energie-Aufladetag - dank der Zeit, die ich mit Menschen verbracht habe, dir mir am Herzen liegen. Es ist ein Geschenk für mich, Menschen zu kennen, mit denen ich über die Themen sprechen kann, die meine Seele bewegen und bei denen ich mich angenommen fühle wie ich bin.

Mit meiner Blumen-Freundin Petra-Ute kann ich mich auch wunderbar über Rezepte austauschen. Hier eines von ihr, welches zum Beispiel zu Kartoffeln, Nudeln oder Reis schmeckt: Zwiebeln und Pilze in der Pfanne anbraten, Pusta-Salat inkl. süß-saurem Einmachwasser (nach Bedarf) in die Pfanne geben, mit Tomatenmark binden. Geht ruckizucki & ist lecker! Danke, liebe Petra-Ute.

Vegane Ernährung ist auf einmal so einfach! Es macht mir Spaß mich über darüber auszutauschen, wie viele leckere pflanzliche Rezepte es gibt. Mir läuft das Wasser bei dem Gedanken im Mund zusammen.

Eine prima Erleichterung fürs Einkaufen ist die Liste auf Rezeptefuchs.de von veganen Lebensmitteln, die es bei normalen Supermärkten zu kaufen gibt, inklusive Abbildung und Angabe Inhaltsstoffe, Preis, EAN-Code usw. Da sind auch Minzschoko-Produkte bei. Juchuuuuu!!!! Als ich in der Suchfunktion 'Schokolade' eingab, warf er 6 Seiten mit Produkten raus. Alleine das macht mich glücklich! Hüpfihüpf!

Wallnüsse, Paranüsse, Haselnüsse, Cashewkerne, Honig-Frühstückspops von Alnatura (zum Wegfuttern) - so sieht ab und an unser Snack beim TV aus.

Montag Abend habe ich für meinen Mann Gullasch warm gemacht, den Petra-Ute Guido geschenkt hatte. Das roch verlockend, das Wasser lief mir im Munde zusammen und mein Inneres sagte: "Nun iss schon, mach kein Dogma draus!" Als ich es mir erlaubt hatte: "Okay, dann esse ich davon mit." - war der Appetit darauf verflogen. Ich stelle mich nicht unter Druck, ewig auf tierisches zu verzichten. Sowas mag mein Inneres nicht. Im Moment möchte ich einfach nichts tierisches essen, deswegen nehme ich meine Bedürfnisse ernst.

Ebenso nehme ich die Bedürfnisse meines Mannes ernst, tierische Produkte essen zu wollen. Es ist mir wichtig, ihm das zu lassen, was ihm schmeckt und wichtig ist. Ich fühle mich unwohl, wenn mich jemand missionieren will, daher mache ich das auch nicht bei ihm, obwohl es für mich bequemer wäre, wenn wir gemeinsam diesen Weg gehen würden. Der freie Wille ist ein hohes Gut für mich.

Gut für mich sorgen, heißt für mich auch, mich zu schützen vor Themen, die mir nicht gut tun. Nur, wenn ich selbst wirklich dafür aufgeschlossen bin, etwas aufzunehmen, dann ist der richtige Zeitpunkt. Ich habe jahrelang die Themen weggeklickt, wenn es um Ernährung ging oder Umwelt oder Tierhaltung. Es tauchte in meinem Bewusstsein als Information auf und ich habe es weggeschoben. Nicht wichtig. Zuviel. Will ich nicht. Ganz wichtiger Selbstschutz. Inzwischen bin ich dafür aufgeschlossen und mehr und mehr verändert sich mein Leben.

Ein Schritt weiter auf dem Weg: LEBEN WIE ICH ES WILL!

Anja Kolberg

PS: Wenn Sie diesen Beitrag in Netzwerken posten möchten, nutzen Sie diese URL: http://www.anjakolberg.de/archives/2011/02/entry_6651.html

Montag, 24 Januar, 2011

Ich übe mich in Gelassenheit

Die Verlängerungswoche, die mein Mann und ich bekommen haben, ist fast vorbei. Die Schrauben sind nämlich noch drin und nicht wie geplant letzte Woche entfernt worden. Ursache war ein Missverständnis bei der Terminvergabe. Jetzt wissen wir auf jeden Fall, dass es wieder eine OP mit Vollnarkose ist, die ambulant gemacht wird.

Mit der Info über die Verlängerungswoche musste ich erst mal klar kommen. Schwups, waren die Pläne durchkreuzt.

So übe ich mich in Geduld und Gelassenheit. Gelassen zu sein fällt mir nicht leicht und Geduld ist schon gar nicht die Stärke eines Widders. Ich merke zum x-ten mal, dass ich das Leben nicht planen kann. Ich mache mir damit nur meine Stimmung kaputt, wenn es nicht so kommt, wie ich mir das vorgestellt habe. Letzten Endes ist es eine Frage wie ich die Dinge, die in mein Leben treten, bewerte.

Bezogen auf mein Beispiel mit der Verlängerungswoche kann ich sagen: 'So ein Mist, jetzt bleibt noch eine Woche länger alles an mir hängen, ich bin es echt leid.' Jch kann aber auch sagen: 'Okay, ist blöd gelaufen. Dann dauert es eben noch eine Woche. Machen wir das beste daraus. Ich denke nicht weiter über meine Aufgaben nach, ob ich darauf Lust habe oder nicht, sondern tue sie einfach.' Im ersten Fall geht meine Stimmung runter, im zweiten Fall hat sie eine Tendenz nach oben. Ich bestimme, ob ich mich demotiviere oder bei Laune halte.

Himmel, wünsch' ich mir, künftig gelassener zu sein, um mit mehr Leichtigkeit und Freude meines Weges zu gehen.

Solch eine Verlängerung begegnet mir nicht das erste Mal. Besonders fällt mir mein Roman ein und die Hürden, die mir auf dem Weg begegnet sind. Hürden, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich so unerwartet aus der Bahn geworfen haben, dass ich schon seit langem Abstand von meinem Projekt brauche.

Gewappnet sein für den Weg, mit Schlaglöchern rechnen, mit Hürden, Umwegen und Verlängerungen. Nicht aufgeben, sondern weitermachen, wenn ich hinfalle - und so auch mit schwierigen Umständen mein Ziel erreichen. Das wünsche ich mir!

Anja Kolberg

PS: Ein herrlicher Lichtblick der letzten Woche war Post von einer Blog-Leserin, die mir eine wunderschöne Karte schickte! Danke!

Mittwoch, 29 Dezember, 2010

Die Zeit dazwischen

Zwischen den Jahren existiert eine andere Zeit als sonst im Jahr. Es ist ruhiger auf der Straße. Stiller im Haus. Auch in mir?

So richtig? Nein. Es ist eine Mischung aus Ruhe und Aufregung. Warum Aufregung?

Weil ich nicht weiß, was mich im nächsten Jahr erwartet. 2010 hatte so einige Prüfungen für mich. Ich wünsche mir so sehr, dass 2011 besser wird. Ich hoffe auf ein Jahr, das sich bei mir unterhakt und mich weiter bringt und mir Mut und Kraft gibt. Heute habe ich überhaupt keine Lust, zurück auf 2010 zu blicken. Viel zu anstrengend. Nach vorne gucken? Auch keine Lust.

Einfach hier sein und das tun, was ansteht. Ja, das passt.

Ich bin heilfroh, dass es hier in Köln taut und ich nicht mehr die zusätzliche Arbeit am Morgen habe oder es so unsicher mit dem Fahren ist. Es liegt immer noch Schnee, aber er verändert sich. Im Garten liegt er so hoch, dass unser Hund Schwierigkeiten hat, dadurch zu laufen. Beim Räumen des Bürgersteigs am Montag morgen war ich mir nicht sicher, ob es besser ist, den Schnee liegen zu lassen. Solange er festgetreten und nicht angetaut ist, lässt sich bestens Drüberlaufen, angetaut wie er war, eine kleine Rutschpartie. Aber ist es besser, ihn wegzuschaufeln und dem Fußgänger vermeintliche Sicherheit zu suggerieren? Mir war es ja genau so gegangen: Ah, ein geräumter Bürgersteig, da kann ich flotter gehen und schon lag ich da. Auf dem Boden war eine dünne Schicht Eis, die ich nicht sehen konnte... Ich habe mich dennoch für's Wegräumen entschieden, der Untergrund war zu rutschig geworden. Mein Gott, was ich mir für Gedanken machen muss, aber wie ich aus vielen kurzen Gesprächen mit Passanten weiß, geht es vielen genau so... Das schöne am Schneeschippen vor dem Haus sind für mich die körperliche Bewegung und der Plausch mit den Passanten. Das macht mir wirklich Freude!

Diese Woche haben "wir" (wir, weil ich meinen Mann fahre und warte, bis er fertig ist und ich ihm helfe, die Gipsschale an den Fuß zu wickeln) nur noch einen Termin manuelle Lymphdrainage, nächste Woche noch einen, dann sind wir fertig. Danach fangen die Zahnarzttermine an, denn gestern morgen machte sich eine Krone selbstständig. Seufz. Bin ich froh, wenn das alles vorüber ist. Obwohl: In den letzten Wochen war mein Tag bestimmt von so vielen Dingen, die ich nicht beeinflussen konnte. Wie wird es im Februar wohl sein, wenn mein Mann voraussichtlich wieder arbeiten gehen kann? Kommt dann ein Loch?

Auf meinem Schreibtisch stehen drei Frühlingsblumen in einer hohen grünen Vase: Eine rote Papageientulpe, eine gelbe und eine rote Ranunkel. Ein herrlicher Lichtblick.

Klick zum neuen Kalender

Das Kalenderblatt "Ich vertraue mir und gehe meinen Weg" wird nur noch wenige Tage hier stehen, dann wartet schon das neue Januarblatt. Mir zu vertrauen und meinen Weg gehen, bedeutet, dass ich in Kontakt mit mir selbst bin, denn nur dann weiß ich, was ich will, was mein Weg ist, meine Gedanken, Ideen, Entscheidungen, Bedürfnisse. Dieser Zugang war doch arg in den letzten Wochen verschüttet, kaum Zeit mit mir selbst, in erster Linie war funktionieren gefragt. Das macht mich traurig, doch so war es nun mal. Was ich wohl deutlich gespürt habe, war, wenn es mir wirklich viel zuviel war und ich eine Miniauszeit für mich brauchte. Da denke ich an den Winterspaziergang durch den Schnee oder auch die Auszeit alleine am Frühstückstisch mit einer Zeitschrift. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen dem, was an Aufgaben auf mich wartet und dem, was ich für mich brauche.

Kennen Sie schon dieses herrliche Video von einem Chor mitten in einem Einkaufscenter? Es hat mich zu Tränen gerührt.

Mein Mann meinte, als wir den Gips für ein Fußbad abgemacht hatten und sein Bein einige Stunden frische Luft schnappte, dass sich sein Bein nun viel verletzlicher anfühlte als mit dem Gips. Ich mag solche Aussagen sehr, weil ich es liebe, diese Impulse auf andere Lebenssituationen zu übertragen. Je mehr Schutz etwas bekommt, desto verletzlicher ist es auch? Je mehr ich etwas beschütze, desto weniger selbstbewusst oder robust wird es? Je mehr ich zu Hause bleibe, desto ängstlicher werde ich, desto weniger traue ich mir zu? Ich habe in den vergangenen Wochen gespürt, wo ich so sehr gefordert wurde, dass mir dies auch gut getan hat. Es hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Ein Beispiel: Wenn sonst Schnee lag und ich wusste, mein Mann ist unterwegs, machte mir das oft Sorgen. Jetzt, wo ich mich selbst dadurch kämpfen muss, weiß ich, dass es geht und gar nicht so schlimm ist wie ich es mir zu Hause ersinne...

Auf in den neuen Tag! Ich wünsche ein paar gute letzte Tage im Jahr 2010!

Anja Kolberg

PS: Haben Sie schon den neuen Kalender? Hier können Sie ihn kaufen.

Freitag, 19 November, 2010

Was hat Selbstliebe mit Drops, einem Brunnen und der Küche zu tun?

Wie praktisch wären bunte Drops mit Wirkung einer sofortigen und umfassenden Selbstliebe. Ich würde sie sofort nehmen. Denn alleine der Wunsch, mich selbst zu lieben, löst noch keinen Erfolg aus. Gut zu mir selbst sein ist Arbeit. Tägliche Arbeit, die wie das Aufräumen der Küche nicht wegfällt.

Wie würde sich Selbstliebe denn anfühlen? Hm, mal überlegen. Warm. Weich. Kuschlig. Wie eine Streichelmassage. Duftend wie Lavendel und Pfefferminze und Rose. Ein Lied, das in meine Ohren wie ein Wiegenlied klingt. Eine Landschaft, die Hügel mit Gras überzogen, kräftige Eichen auf ihren Gipfeln, blühende Kirschbäume, ein Bienenstock, ein kleiner Bär räkelt sich auf dem Rücken zwischen Grashalmen und Gänseblümchen, guckt in die Luft, leckt sich die Reste des Honigs von der Schnauze und den Pfoten. Stille. Er pupst, kichert und schläft mit einem Lächeln ein.

Ich selbst sein und mich so zu mögen und akzeptieren wie ich bin. So wünsche ich mir Selbstliebe.

Wenn ich mich selbst nicht liebe, können mir andere tausend Mal sagen, wie wertvoll ich bin. Solange ich es selbst nicht fühle und glaube: Keine Chance. Dann ist es wie ein Brunnen, der ein Leck hat. Solange ich mich selbst kritisiere und klein mache, versiegt das Wasser im Brunnen.

Wie bleibt das Wasser im Brunnen? Mal sehen, ob ich in mir selbst auf meine Frage Antwort finde. Die Antworten meiner inneren Stimme habe ich in Anführungszeichen gesetzt.

Wie schaffe ich es, dass das Wasser im Brunnen bleibt? "In dem du es jeden Tag schöpfst."

Wie meinst du das? "In dem du nicht darauf wartest, dass dir einer das Wasser aus dem Brunnen bringt, sondern in dem du dir selbst Wasser aus dem Brunnen holst."

Wie meinst du das genau? "Sag dir selbst etwas Nettes. Warte nicht auf ein Kompliment von Anderen. Lobe dich selbst. Jeden Tag, so oft du willst. Sag, dass du heute schön aussiehst oder was immer du möchtest. Es geht nicht um Selbstverliebtheit im negativen Sinne, sondern darum, dich selbst zu mögen in einer gesunden Weise."

Seufz. Das klingt anstrengend. "Sind denn all die abwertenden, kritisierenden Gedanken nicht anstrengend?"

Doch, schon. Aber wieso bleibt das Wasser im Brunnen und versiegt nicht, wenn ich es schöpfe? "Weil dann Leben in den Brunnen kommt. Stell dir einen Schwamm vor, der das Wasser aufsaugt. Abwertungen saugen das Wasser auf. Liebe vermehrt es."

Und damit ich es nicht wieder im Alltag versickern lasse, nehme ich mir jetzt einen großen Schluck aus meinem Brunnen. Oh, das ist gar nicht so einfach. Ich merke, dass ich am liebsten weglaufen möchte... Mich ablenken. Stopp! So nicht. Konzentration. Sag dir was Nettes, Anja!

Also, ich finde die Blumenschale ganz bezaubernd. Ich finde klasse, dass ich mich in den letzten Tagen so viel ausgeruht habe. Ohne schlechtes Gewissen. Ich mag meine lockigen Haare und meine blauen Augen. Ich bin stolz, dass ich zwei Kalender auf den Weg gebracht habe und neue Doppelkarten und sie mir so gut gelungen sind. Und die Aufkleber finde ich auch klasse.

... ich höre Sätze wie "Jetzt übertreib aber mal nicht.", "Jetzt ist aber gut.".

Übertreibe ich? "Nein."

Woher kommen dann die Sätze? "Das ist deine Gewohnheit, Anja. Du bist es gewohnt, dich zu kritisieren und klein zu machen. Und die Gewohnheit meldet sich mit solchen Sätzen."

Das finde ich doof. "Ja, ich weiß."

Können die nicht einfach stoppen? "Ja können sie. Dann, wenn du dich wirklich selbst ganz akzeptierst wie du bist."

Das kann ja noch ewig dauern. "Möglich. Es kann aber auch schneller gehen als du denkst."

Ja? Wie denn? "Wenn du täglich dir täglich was Nettes sagst, deine negativen Selbstgespräche regelmäßig stoppst. Wenn du dran bleibst. Erinnerst du dich an das Bild vom Küche aufräumen?"

Ja. Wieso? "Was passiert, wenn du dort nach dem Kochen nicht mehr aufräumst?"

Dann sieht's dort nicht so dolle aus. "Fühlst du dich dann dort wohl?"

Nö, nicht wirklich. "Was musst du also tun, damit du dich dort wohlfühlst?"

Jeden Tag die Spüle und den Herd aufräumen, Spülmaschine ein- und ausräumen. "Genau. Ist die Arbeit anstrengend?"

Nein, ich habe darauf oft keinen Bock. Aber wirklich anstrengend ist sie nicht. "So ist es auch mit deinen Selbstgesprächen. Selbstliebe ist tägliche Arbeit."

Der Vergleich leuchtet mir aber ein. Es wird nicht leichter, wenn ich denke, die Heinzelmännchen kommen und erledigen die Arbeit bzw. darauf zu warten, dass mir jemand etwas Nettes sagt oder mir zeigt, dass er mich gerne hat. Ich selbst muss meinen inneren Schweinehund überwinden und etwas für mich tun.

Auch wenn mir manchmal ein Drops mit Zauberkraft lieber wäre...

Anja Kolberg

Donnerstag, 02 September, 2010

Mit Schattenseiten l(i)eben lernen

Mir fällt es sehr schwer, meine Schattenseiten zu akzeptieren. Das ist mir gestern klar geworden.

Lehne ich etwas ab, zeige ich eine Kante statt eine Rundung meines Selbst. An diesen Kanten kann man sich stoßen. Ich möchte am allerliebsten von allen gemocht werden und dass sich keiner an mir stößt oder verletzt. Die größte Wahrscheinlichkeit, das zu erreichen, ist, dass ich den Wünschen der Anderen entspreche, ihnen nicht widerspreche, keine Kritik übe ...

Was passiert, wenn ich das wirlich mache?

Ich handle zwangsläufig gegen mich selbst. Die nach außen gezeigte Rundung, nämlich dass sich keiner an mir stoßen kann, führt dazu, dass sich die Kante nach innen wölbt. An dieser Kante stoße ich mich dann. Ich verletze mich, wenn ich "Ja" sage, obwohl es nicht für mich stimmt und ich meine Grenzen damit verletze. Ich mache die berühmte Faust in der Tasche, bin unzufrieden, sammle Wut in mir an. Das ist ein ganz blödes Gefühl in der Magengegend, wie ein fester harter Ball, der drückt und schmerzt. Aus dem Gesichtspunkt der Psychosomatik sind solche unterdrückten Gefühle alles andere als gut für die Gesundheit.

Doch wie damit umgehen, wenn ich Angst habe, anzuecken?

Atmen. Zu meinen Sonnen- und meinen Schattenseiten stehen. Mich selbst versuchen zu verstehen, auch wenn mich sonst keiner versteht. Mir die gleichen Rechte zugestehen, die ich anderen zugestehen würde. Ich wünsche mir von anderen,

  • dass sie ehrlich ihre Meinung sagen
  • dass sie "Nein" sagen, wenn ich sie um etwas bitte, es für sie jedoch aus welchen Gründen auch immer nicht stimmt. Und sie dies auch noch dann sagen können, wenn sie bereits "Ja" sagten, sich diese Entscheidung aber verändert hat.

Mir selbst möchte ich diesen Raum auch geben. Es fällt mir schwer, weil ich etwas anderes gewohnt bin, doch ich will es lernen. Auf diesen Willen kommt es an.

Mit dem Wissen um meine Schattenseiten und indem ich sie akzeptiere und traue, sie zu zeigen, fällt der Schleier meiner (Selbst-)Täuschung. Nämlich, dass ich ein Mensch bin, den alle immer lieben und toll finden. Ein Mensch, auf den man nie wütend ist, ein Mensch, der nie verletzt und sich immer korrekt verhält. Der Schleier, auf dem steht: "Ich bin nur gut." und "Ich tue keiner Fliege etwas zuleide." und "Mit mir kann man alles machen."

Dieser Schleier - ungelüftet - ist von übler Wirkung wie schon oben beschrieben. Absolut ungesund fürs Ich, nicht wirklich authentisch und unehrlich zu anderen. Wie der Wolf, der einen Schafspelz trägt und darin fast umkommt, weil er sein wahres Ich verleugnet, nur damit andere sich vor ihm nicht fürchten.

Klar gibt es auch viele sanfte Schafe, die aus Schutz einen Wolfspelz überziehen, damit sie in Ruhe gelassen werden.

Was bin ich? Weder Schaf noch Wolf.

Ich möchte will die Anja Kolberg sein und zeigen, die ich bin, die ich fühle. Mal sanft - mal kratzbürstig, mal widerspenstig und zickig - mal liebevoll, mal traurig und wütend, mal authentisch und mal unecht, mal grüblerisch, mal pingelig - mal großzügig, mal offen und einladend - mal ablehend, mal lustig - mal missmutig, mal glücklich, mal flirtend - mal schüchtern, mal zweifelnd, manchmal großartig - manchmal unausstehlich, mal klein - mal groß, mal weinend, mal schreiend, mal beleidigt - mal beleidigend, mal verletzt - mal verletzend, mal bunt - mal grau, mal ermutigend - mal zerstörend, mal ängstlich - mal mutig, mal kommunikativ - mal still und leise, mal liebend - mal hassend, mal zuverlässig - mal im Stich lassend, mal intuitiv und mal kopfgesteuert, mal zärtlich und auch mal grob, mal boxend und mal streichelnd, mal stark und mal schwach, mal professionell - mal unerfahren, mal zuvorkommend und auch richtig frech. Mal mich selbst kritisierend - und hoffentlich immer öfter mich selbst liebend.

Der Schleier ist gelüftet. Darunter ist kein runder Ball, sondern ein Mensch mit Sonnen- und mit Schattenseiten. Eine Frau mit Rundungen und mit Ecken und Kanten.

Es ist nicht leicht für mich, damit umzugehen, dass sich an meinen Kanten andere stoßen könnten, denn ich will andere keinesfalls verletzen oder ihnen Leid zufügen. Doch das lässt sich nicht vermeiden, so gerne ich es auch wegzaubern möchte. Jeder - ich und auch die Menschen, mit denen ich in Kontakt bin - lernt, mit den Ecken und Kanten der anderen zu leben.

Ich würde lügen, zu behaupten, es ist ein Klacks für mich, wenn mir andere einen Korb geben oder Kritik an mir üben, mein Handeln in Frage stellen. Doch nur mit der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesem Thema lerne und erfahre ich, dass Kritik oder ein "Nein" keine Ablehnung meiner Person ist, sondern mein Gegenüber zu sich selbst, zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen steht. Spüren, geliebt zu werden, obwohl ich widerspreche, obwohl ich wütend bin, verletzend oder das Gegenteil von dem mache, was andere von mir erwarten.

Geliebt werden und dazu gehören, weil ich bin, wer und wie ich bin. Andere lieben, weil sie zu sich stehen und sich so zeigen wie sie sind, auch wenn das unbequem ist.

Atmen.

Ich traue mich immer mehr, ich selbst zu sein.

Anja Kolberg

Montag, 19 Juli, 2010

An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen

Es gibt so Tage im Leben, Mann o Mann, da ist wirklich nur unter größter Konzentration etwas Gutes dran zu finden. Heute habe ich das Gefühl, ich sitze in einem dicken, miesen, schweren Sumpf. Er hält mich fest, lässt mich nicht los. Richtig besch...en ist das!

 

Wie sich das anfühlt? Schwer. Hoffnungslos. Lähmend. Desillusionierend. Nie endend. Es macht wütend, traurig und hilflos zugleich. Bäh!

Wie ich da reingekommen bin? Keine Ahnung. Ich bin nicht in das Sumpfloch gelaufen. Auf einmal war ich da. Es war, als hätte ich auf einmal meine inneren Augen geöffnet und schwups ist der Sumpf da. Blöde!

Warum ist das so? Warum fühle ich mich so? Und warum jauchze ich nicht: "Super! Eine riesengroße Schlamm-Wellnessgrube. Hier kann ich mich treiben lassen und wohlfühlen, mich mit Schlamm einsuhlen, andere damit bewerfen. Herrlich!"

Ups. Vielleicht ist das ja schon die Lösung? Den Sumpf mit anderen Augen betrachten? Klar, ich bin diejenige, die die Situation bewertet und entscheidet, ob ich sie super oder doof finde. Vielleicht ist sie auch beides - superdoof? Nein, super und doof. Also gut und schlecht.

Schlecht, weil ich mich so mies fühle. Gut, weil ich die Situation anders betrachten und was gutes daraus machen kann.

Tja, und nun?

Erst einmal möchte ich akzeptieren, was ist und erkennen, dass es mir seelisch heute Nachmittag beschissen geht. So jetzt habe ich das Wort doch geschrieben. Musste raus. Ich kann mein Befinden nirgendwo richtig dran festmachen, ich weiß nicht genau, was es ist. Es ist eher ein Wollknäuel aus x verschiedenen Fäden. Fäden, die ich (noch) nicht erkenne. Fäden, die ich nicht sehen und nicht wissen will. Fäden, die ich einfach nicht anpacke. Fäden, die mir zuviel sind. Fäden, die mir tierisch auf den Keks gehen, die ich aber nicht ändern kann. Fäden...

Was es auch ist, es ist da. Nicht wegzudiskutieren oder wegzublinzeln oder wegzuzaubern. Aus meinem Inneren kommt ein "Doch!"

Anja: Du kannst es wegzaubern, innere Stimme?
Innere Stimme: Ja klar.
Anja: Dann mach mal.
Innere Stimme: Nö.
Anja: Wieso nö?
Innere Stimme: Weil ich nicht will.
Anja: Na toller Trick! Warum willst du nicht?
Innere Stimme: Weil du erst was daraus lernen sollst.
Anja: War ja klar. Was soll ich daraus lernen?
Innere Stimme: Rate mal.
Anja: Dass das Leben so ist. Dass es mal einen Sumpf für uns parat hat und mal ein heiteres Plätzchen mit Cocktail im Schatten?
Innere Stimme: So ähnlich.
Anja: Dass es darauf ankommt, wie ich mit solchen Situationen umgehe, was ich daraus mache? Dass ich einen Weg finde, dass es mir trotz dem Sumpf gut geht?
Innere Stimme: Ja genau!

Okay, das Ergebnis sieht so aus:

Ich habe mich zu einer Schlammschlacht entschlossen. Mit dem Sumpf spielen, das ist für mich das Beste, aus der Situation zu machen. Ich kann sie nicht ändern, nur meine Einstellung. Heute ist eben ein sumpfiger, schlammiger Nachmittag, mit schlechter Stimmung. So ist es, das Leben.

Attackeeeeeee!

Anja Kolberg

Dienstag, 01 Juni, 2010

So ist es manchmal...

Hallo Ihr lieben Menschen da draußen in der Welt!

Heute bin ich wegen Hundebauchweh ans Haus gefesselt, obwohl ich eigentlich ins Bergische zu meiner Familie fahren wollte... Schnief. Gestern hatte ich Muffins gebacken, die ich heute mitnehmen wollte. Die werde ich jetzt wohl alleine futtern oder einfrieren... Gut, nützt alles nichts. So ist es manchmal. Heute ist also mein Krankenschwester-Tag inklusive Pfötchenhalten und Bauchkraulen... Ah, jetzt hat sich unsere Minu mit einem Seufzer aufs Sofa geschmissen. Das sieht gut aus. Entspannung...

Seit letzter Woche beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema "Selbstsabotage" und komme so auch wieder in Kontakt mit den Emotional Freedom Techniques (EFT), einer Selbsthilfetechnik, die ich 2002 kennen gelernt habe. Es handelt sich dabei um eine routinierte Klopfakupressur bestimmter Meridianpunkte des Körpers mit dem Ziel, sich von belastenden Gefühlen zu befreien, Blockaden zu lösen und ins seelische Gleichgewicht zu kommen. Damals habe ich die Methode begeistert genutzt - in den letzten Jahren habe ich sie jedoch regelrecht vergessen... bis ich über die Recherche zu Selbstsabotage wieder dort landete. Innere Blockaden können mich davon abhalten, ein Ziel zu erreichen oder ein negatives Gefühl loszulassen. Also obwohl mein Kopf "ja" sagt und ich offensichtlich etwas ändern will, werde ich jedoch nicht aktiv, unternehme keine Schritte. Irgendwas hält mich innerlich davon ab, mein Ziel zu erreichen, freier zu werden.... Es ist, als würde ich gleichzeitig Gas geben und mit dem anderen Fuß eine Vollbremsung machen. Ich sabotiere mich selbst.

 

Beispiel: Ich nehme mir vor, abzunehmen und esse gleichzeitig genau wie vorher weiter. Natürlich gibt es da den inneren Schweinehund, die liebe Bequemlichkeit, die zu überwinden sind - doch daneben gibt es eben auch die innere Blockade, zum Beispiel, wenn ich in Wirklichkeit Angst davor habe, schlank und schön zu sein, weil ich dann nicht mehr von (bisher) Gleichgesinnten gemocht werde oder wenn ich gelernt habe, dass nur dicke Menschen eine starke Psyche haben oder... Vom Verstand her, weiß ich, dass meine inneren Annahmen nicht stimmen, denn um beim Beispiel zu bleiben, natürlich haben auch dünne Menschen eine starke Psyche. Doch in dem Moment wirkt in mir das, was ich irgendwann einmal für mich als wahr angenommen habe. Und diese Annahme arbeitet in meinem Unterbewusstsein gegen mein Ziel, schlanker zu werden. Da diese falsche Wahrheit dort schon sehr lange sitzt, wirkt sie stärker als ein noch so verlockendes Ziel... Solange, bis ich sie entdeckt habe.

Es dauert eine zeitlang, bis man einem solchen Mechanismus auf die Spur kommt. Einmal bewusst geworden, kann man sich aufmachen, die Ursachen - also die blockierenden Einstellungen/Überzeugungen/Erfahrungen aufzufinden und sie aufzulösen... Damit beschäftige ich mich gerade.

Viele Grüße von der bald ehemaligen Sabotage-Königin. :o)

Anja Kolberg

Samstag, 29 Mai, 2010

Verflixter Thron-Kleber!!!

Auf dem Thron pappt irgendein Klebstoff. Mist. Und scheinbar auch ein Betäubungsmittel, das mich dort wie ein hypnotisiertes Häschen verharren lässt.

Ich habe zwar den Entschluss gefasst, nicht mehr auf dem Thron sitzen zu wollen - dennoch dauert es ziemlich lange, bis ich merke: Ich führe schon wieder negative Selbstgespräche mit mir! Gut, zumindest stelle ich es irgendwann fest. DAS ist auch ein Schritt in die richtige Richtung. Ich will mich ja ermutigen.

Doch was lässt mich dort verharren? Es scheint ein ganz fieser Kleber zu sein. Hält bombenfest und betäubt gleichzeitig meine Sinne...

 

Der Name des Superklebers: Gewohnheit.

Was jahrzehntelang (!) einstudiert wurde, übt ziemlich viel Kraft auf mich aus. Es ist gut, wenn ich mir dessen bewusst bin, dann bin ich nicht so schnell entmutigt in meinem Plan, diesen Thron loszulassen.

Ja, es braucht Zeit, Anja. Es gelingt dir mit Übung immer eher, deine negativen Selbstgespräche ("Das kannst du nicht, andere können das... aber du nicht." - "Andere machen das besser als du..." - "Wenn mir jetzt ein Fehler unterläuft...." - "Und wenn was schief geht?" - "Und wenn ich nicht weiter weiß?" - "Ich kann das nicht." - "Ich schaffe das nicht...." "Wenn ich diese Ausbildung hätte, dann würde ich das vielleicht können, aber so...?" - "Ich muss erst noch was erledigen, bevor ich meinen Wunsch verwirklichen kann." - "Erst, wenn ich genug Geld habe, darf ich..." ...) zu erkennen. Es wird dir Schritt für Schritt immer rascher gelingen, sie zu unterbrechen, vom Thron abzuhauen. Raus aus der Routine.

Was dann passiert? Der Kleber trocknet ein und lüftet aus. Seine Klebkraft lässt nach und auch seine betäubende Wirkung auf meine Sinne.

Und dann? Dann bin ich frei. Ja! Ich stehe mir zur Seite, unterstütze und stärke mich, habe Verständnis für mich selbst und meine Selbstsabotage gehört der Vergangenheit an.

Anja Kolberg

Donnerstag, 27 Mai, 2010

Ich will die Krone nicht mehr und auch nicht den Thron

Krone? Thron???

Ich bin Königin. Königin der Selbstsabotage. Auf den Titel, die Krone, den Thron habe ich keinen Bock mehr!

Es nervt, mich dabei zu beobachten, wie ich mich selbst klein mache, wie aus Kanonen kritische Sprüche auf mich feuere. Es ist zum Schreien! Aaaaaaaaaaaaaaaah!

Ich will das nicht mehr. Nein. Nein. Nein. Nein. ..... NEIN!

Sie wissen nicht was ich meine? Ich sabotiere mich selbst, in dem ich mir NICHT gut zurede und mich ermutige, sondern fies zu mir selbst bin, in dem ich mir zum Beispiel sage: "Das kann ich nicht. Ich darf das nicht. Das schaffe ich niemals. Andere können das, aber ich nicht......" Ich erkläre mir, warum etwas, das ich vorhabe, mir erträume, nicht geht - stehe mir im Weg. Was ich bei einem anderen Menschen niemals tun würde, mache ich bei mir selbst.

Das Problem an der ganzen Geschichte: Ich habe mir diesen Thron jahrzehntelang erarbeitet, unbewusst, jeden Tag wurde er ein bisschen massiver. Und was sich so manifestieren konnte, ist nicht mit einem Wimpernschlag oder der bloßen Willensäußerung verschwunden. Der Thron steht da - ziemlich massiv, die Krone sitzt fest. Was mich daszu bewogen hat, so zu denken? Automatische Gedanken, die aus Erfahrungen entsprungen sind, aus gelerntem und nicht überprüften, aus mangelndem Selbstbewusstsein...

Gut ist, dass mir dieses Verhalten bewusst ist. Das ist der Wendepunkt meiner Königinnen-Laufbahn - weg von der Selbstsabotage - hin zur Befreiung und Entfaltung meiner Persönlichkeit.

Ich will diesen Thron und diese Krone nicht länger haben. Ich will den Titel "Königin der Selbstsabotage" nicht länger tragen. Nachdem mir das klar geworden ist, habe ich die Möglichkeit zu handeln und mich auf den Weg zu machen, diese sabotierenden Gedanken durch positive Schritt für Schritt zu ersetzen. Zum Beispiel: "Ich kann das. Ich schaffe das. Ich kann, was ich probiere und übe einfach, bis ich eine wahre Könnerin geworden bin. Ich kann verwirklichen, was ich erträume. Ich gehe auf meinen Wunsch zu. Schritt für Schritt...."

Immer seltener sitze ich auf dem Thron, mache Ausflüge, lege meine Krone ab. Verliere sie vielleicht auf einem der Wege... Eines Tages sieht der Thron so aus:

Wo ich dann bin?

 

Ich gehe weiter auf meinem Weg. Befreit. Erleichtert. Und noch mehr ich selbst!

Anja Kolberg

Dienstag, 25 Mai, 2010

Es fehlt was...

Im vorigen Blogeintrag schrieb ich über das 'auf dem Weg stehen bleiben' und wie schwer es mir fällt. Als ich den Beitrag online las, fiel mir auf, das mir etwas fehlte: Nämlich so richtig traurig zu sein, dass es so ist wie es ist. Dem Ausdruck zu geben.

Das hole ich jetzt mal nach:

 

Da ist erst mal ganz viel Traurigkeit. Tränen.

 

Hoffnungsvoll die Frage danach, ob es überhaupt mal weiter geht.

Gefolgt von der Angst, was wenn nicht?

Schwups, kommt der Trotz in mir durch: Na und - dann bleibe ich eben stehen!

Sekundenbruchteile und die Wut ist da: Warum passiert mir sowas????? Warum habe ich es so schwer????

Daraus entwickelt sich Kraft...

... und ein Gefühl von Freiheit und das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Jetzt ist es besser. Jetzt fühle ich Frieden in mir.

Anja Kolberg

Den Mut haben, stehen zu bleiben

Ich finde es schwer, stehen zu bleiben. Inne zu halten. Anzunehmen, dass es auf dem Lebensweg gerade mal nicht weiter geht. Warum? Weil ich mich vergleiche. Mit anderen, die scheinbar leichten Schrittes ihren Weg gehen.

Es erfordert Mut, stehen zu bleiben. Mich anzunehmen wie ich bin. Mich lieb zu haben, obwohl ich nicht zu denen gehöre, die das tun, was ich u.a. gerade von mir erwarte: Auf dem Lebensweg vorwärts zu kommen. Ziele haben und sie erreichen. - Doch das bin nicht ich. Nicht im Moment. Das tut weh. Richtig doll sogar.

Ich will tun, was ich tun kann und mir zur Seite stehen und mich unterstützen: Ich bin okay, wenn ich stehen bleibe. Ich habe den Mut, das zu tun.

Anja Kolberg

Donnerstag, 20 Mai, 2010

Ich verändere mich

In der Verlagsvorschau des Droemer Knaur Verlags las ich in der Beschreibung des Buches "Eine kleine Philospohie vom Glück" (erscheint Oktober 2010 - hier vorbestellen) der Autorin Marie-Sophie Lobkowitcz, deren Buch "Ich werde da sein, wenn du stirbst" mich berührte und mir gut gefiel.

Klick zum Buch

In der Beschreibung ihres neuen Werkes steht: "Es gibt Menschen, die nie zu wirklichen Entscheidungen kommen. (...) Sie schlagen an jeder Weggabelung Wurzeln. Und je länger sie warten, desto schwieriger ist der nächste Schritt." Die Autorin erzählt von Menschen, die es dennoch geschafft haben, ihrem Leben eine Wende zu geben, und verrät ihre persönliche Philosphie vom Glück: "Wenn ich etwas tue, kann ich etwas falsch machen. Wenn ich nichts tue, mache ich alles falsch."

Ich bin einer dieser Menschen, die an Weggabelungen Wurzeln schlagen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Seufz. Ich brauche diese Zeit. Besonders deutlich zeigt das mein Blogbeitrag über die Entscheidung ein Geschäftstreffen abzusagen. Ich befreie mich aus altem Verhalten. Ich glaube, je mehr ich das mache, desto weniger zögere ich, desto mehr schwindet die Sorge nicht mehr geliebt zu werden - desto mehr werde ich zu der, die ich bin.

Anja Kolberg

Was mir nicht gut tut

Der letzte Beitrag "Manchmal ist es zum Schreien" - ist ein schönes Beispiel für das Kalenderzitat im Mai: "Ich lasse sein, was mir nicht gut tut."

... und dafür, dass die Umsetzung gar nicht mal so einfach ist. Denn wir haben ja einen Grund, warum wir die Dinge tun und nicht lassen. Bei mir war es gestern das Pflichtbewusstsein, doch mir fallen noch mehr Gründe ein, warum es mir schwer fällt, bestimmte Dinge sein zu lassen: Anstand, Ehrgeiz, Angst, nicht mehr gemocht zu werden und anzuecken, innere Sätze wie 'Absagen, das macht man nicht.' oder 'Das gehört sich nicht.' oder 'Was sollen denn die anderen denken....' Seufz. Die Liste könnte ich gefühlt endlos fortführen...

Gerade deswegen fällt es ja so schwer, die Dinge sein zu lassen, die mir nicht gut tun. Diese Regeln und auch Werte (Andere nicht verletzen) haben ihren Grund, warum sie da sind.

Ein Teil in mir gibt resigniert auf. Ich will keinen verletzen. Ich will nicht gegen Regeln verstoßen. Ich will brav und lieb sein und von allen gemocht werden. Also bleibt mir wohl gar nichts anderes übrig, als alles zu tun, was andere von mir wünschen, gleichgültig, ob es mir dabei gut geht oder nicht oder ob ich darauf Lust habe oder nicht.

 

Das fühlt sich ganz schön mies an, trostlos, sinnlos, lähmend.

 

Ich spüre wie beim Betrachten dieses Bildes Wut in mir hochsteigt, gemischt mit dieser Lähmung, doch nichts tun zu können. Mir kommen Worte wie Opfer und Hilflosigkeit in den Sinn.

Das kann es doch nicht sein!

 

Zeit für einen Austausch mit meinem Inneren.

Anja: Ja, was denn?

Innere Stimme: Anja, was machst du gerade?

Anja: Ich mache mich fertig.

Innere Stimme: Was meinst du?

Anja: Ich mache mich runter, warum ich etwas nicht sein lassen kann, dass mir nicht gut tut.

Innere Stimme: Warum machst du das?

Anja: Weil es sich nicht gehört, eine Verabredung abzusagen.

Innere Stimme: Warum nicht?

Anja: Weil ich zugesagt habe.

Innere Stimme: Warum hast du zugesagt?

Anja: Weil ich mich nicht getraut habe, 'nein' zu sagen.

Innere Stimme: Warum hast du dich nicht getraut, 'nein' zu sagen?

Anja: Weil ich zuerst Lust auf das Treffen hatte.

Innere Stimme: Jetzt hast du keine Lust mehr?

Anja: Es ist eine Mischung aus 'Vielleicht wird es mir gut tun. Es ist bestimmt schön, diese Menschen zu treffen.' und 'Ich kenne die Umgebung nicht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe Angst. Ich weiß nicht, was mich erwartet.'

Innere Stimme: Was ist das für ein Grundgefühl?

Anja: Unsicherheit und Angst.

Innere Stimme: Ich verstehe dich. Das ist keine gute Basis, um zu einem Treffen zu gehen.

Anja: Ja.

Innere Stimme: Und nun?

Anja: Ich fühle mich verpflichtet, weil ich zuerst ja gesagt habe. Das ist nicht fair den anderen gegenüber, die das Treffen organisiert haben.

Innere Stimme: Ja, das stimmt.

Anja: Ich könnte schreien!

Innere Stimme: Dann schrei!

Anja: (halbe Lautstärke in Rücksichtnahme auf die Nachbarn) aaaaaaaaaaaaarg!

Innere Stimme: Du nimmst dich zurück. Warum machst du das Fenster nicht zu und schreist nochmal?

Anja: Ich schäme mich.

Innere Stimme: Würde es dir gut tun, zu schreien?

Anja: Oh ja!

Innere Stimme: Dann tu es auch. Denke mal nur an dich und das, was dir gut tun würde.

Anja: ... schließe das Fenster ... nehme all meinen Mut zusammen.... und schreie... sehr laut... Minu guckt verdutzt hoch... reicht noch nicht... schreie nochmal... das hallt ganz schön... reicht noch nicht... schreie nochmal... es wird leichter. Ich denke mal nicht an die Nachbarn und was die wohl denken mögen...grinse, weil ich an ihre Gesichter denke...

Innere Stimme: Wie geht es dir jetzt?

Anja: Ich fühle mich energiegeladen. Irgendwie besser.

Innere Stimme: Auf zu unserem ursprünglichen Thema. Das Treffen und deine Gefühle diesbezüglich.

Anja: (leise) ja.

Innere Stimme: Möchtest du darüber überhaupt noch reden?

Anja: Ja, natürlich. Es ist wichtig. Ich will nicht einfach meine Gefühle ignorieren, sie wegdrücken und pflichtgemäß das tun, was sich eigentlich doof anfühlt.

Innere Stimme: Bleiben wir bei dem Wort 'doof'. Warum fühlt es sich doof an?

Anja: Weil ich nicht weiß, was mich erwartet. Weil ich nicht weiß, warum ich - was ich davon habe.

Innere Stimme: Spaß?

Anja: Ja, vielleicht, das weiß ich aber nicht.

Innere Stimme: Was könntest du denn davon haben?

Anja: Einen netten Abend. Unterhaltung.

Innere Stimme: Und das ist nichts?

Anja: Doch schon, aber ich habe keine Lust.

Innere Stimme: Manchmal gibt es doch auch Situationen, da hattest du erst keine Lust und dann war es ganz toll. Erinnerst du dich an die Karnevalsveranstaltung an deinem Heimatort, wo du viele Freunde von früher getroffen hast?

Anja: Hm.

Innere Stimme: War das nicht ähnlich?

Anja: Doch schon, nachher war ich froh. Es war schön.

Innere Stimme: Siehst du, vielleicht wird es hier ja auch so laufen.

Anja: (gequält) ja, vielleicht

Innere Stimme: Au weih, es geht dir nicht gut damit, oder?

Anja: Nö.

Innere Stimme: (seufzt) Anja, ich stehe zu dir, was immer du tun willst, gleich wie du dich entscheidest. Ich stehe zu dir.

Anja: Ich komme mir so unzuverlässig vor, wenn ich absage.

Innere Stimme: Nun ja, wenn du erst zusagst und dann absagst, dann ist das ja auch nicht zuverlässig. Das würde ja bedeuten, du sagst ja und tust es dann auch.

Anja: Ja eben. Ich will aber zuverlässig sein. Ich will lieb sein. Ich will glänzen. Brav sein.

Innere Stimme: Das, was du gerade sagst, fühlt sich ganz schrecklich an. In meinem Bauch krümmt sich alles zusammen. Was hast du davon, so zu sein?

Anja: Ich ecke nicht an und werde gemocht.

Innere Stimme: Das kannst du nur vermuten. Genau wissen kannst du das nicht.

Anja: Ja, stimmt. Ich vermute es, weil es eine Erfahrung von mir ist.

Innere Stimme: Was ist denn, wenn diese Erfahrung überhaupt nicht stimmt oder nur ein einziges Mal gestimmt hat und heute nicht mehr stimmt?

Anja: Ich weiß es nicht, du verunsicherst mich.

Innere Stimme: Es ist meine Absicht, das zu tun. Weil ich das, was dich zum Handeln bewegt, hinterfragen will. Du tust Dinge, obwohl du keine Lust darauf hast, obwohl du dich mies fühlst, weil du nicht nein sagen willst, weil du nicht anecken willst, weil du nicht willst, dass die Menschen schlecht über dich reden. Denn wer erst zusagt und dann absagt, der kann damit rechnen, dass die anderen über ihn reden, richtig?

Anja: Ja, richtig.

Innere Stimme: Du willst um jeden Preis geliebt werden.

Anja: Ja, will ich.

Innere Stimme: Das ist ungesund.

Anja: Wieso?

Innere Stimme: Du hast keine Lust, dorthin zu gehen. Du hast keine guten Gefühlen wegen des Treffens, richtig?

Anja: Ja, ich freue mich nicht richtig darauf. Bin unsicher.

Innere Stimme: Genau, und obwohl es dir nicht gut damit geht, willst du es trotzdem tun, richtig?

Anja: Ja, weil ich Angst habe, dass die anderen schlecht über mich reden oder schlecht von mir denken.

Innere Stimme: Du versuchst, Einfluss auf die Gedanken und Gefühle der anderen zu nehmen, in dem du dich möglichst so verhältst, dass du nicht aneckst, richtig?

Anja: Ja, stimmt. Weil ich gemocht werden will. Die anderen sollen eine gute Meinung von mir haben.

Innere Stimme: Weißt du, dass du darauf keinen Einfluss hast, was andere von dir denken?

Anja: (zögerlich nachdenkend) Ich weiß nicht.

Innere Stimme: Du hoffst das. Das ist aber nicht der Fall. Das einzige was du beeinflussen kannst, das bist du selbst. Deine Gedanken. Deine Gefühle. Dein Wohlbefinden. Du wirst die anderen so nehmen müssen wie sie sind, gleichgültig, was sie von dir denken.

Anja: Das tue ich doch auch.

Innere Stimme: Nicht wirklich, denn dann würdest du unabhängig von den Gefühlen und Gedanken der anderen handeln. Das tust du nicht, du versuchst, dich so zu verhalten, dass sie etwas bestimmtes von dir denken, nämlich was positives.

Anja: Ja, stimmt. (nachdenklich)

Innere Stimme: Und genau das ist ungesund, Anja. Es ist, als versuchst du durch dein Verhalten die Richtung des Windes zu bestimmen oder ob die Sonne scheint oder nicht. Ähnlich wie dem Spruch: "Wenn du deinen Teller leer isst, dann scheint Morgen die Sonne." Umgekehrt, wenn du es nicht tust, dann wird's regnen. Weiß du, was ich meine?

Anja: (schüttelt den Kopf)

Innere Stimme: Du glaubst, dass du Dinge beeinflussen kannst, die du nicht beeinflussen kannst. Zum Beispiel, durch dein Verhalten die Gefühle und Gedanken von anderen Menschen zu beeinflussen. Wenn du schön brav bist, dann finden dich die anderen dufte. Wenn du lieb bist, dann mögen dich die anderen. Wenn du aufisst, dann scheint die Sonne. Wenn du tust, was andere von dir erwarten, dann bist du lieb.

Anja: Ja, das glaube ich.

Innere Stimme: Und genau das ist das ungesunde. Du machst dich abhängig von den Gefühlen und Gedanken anderer. Verstehst du, warum das ungesund ist?

Anja: Weil ich das nicht beeinflussen kann, was andere denken?

Innere Stimme: Ja, du machst dich abhängig, du bist nicht mehr frei. Du machst dich zum Spielball der anderen. Nicht, dass die anderen das möchten, du bist dabei der entscheidende Punkt, nicht die anderen. Du lässt das zu, du machst dich abhängig. Du glaubst, nur, wenn die anderen dich lieben, dann bist du in Ordnung. Nur, wenn die anderen gut heißen, was du tust, dann bist du lieb. Nur wenn dir anderen deinen Plänen zustimmen, dann darfst du sie umsetzen. Siehst du die Abhängigkeit?

Anja: Ja, ich sehe sie. Es ist wie ein Band, dass ich einem anderen zuwerfe und der andere bestimmt, je nachdem wie er daran zieht, ob ich mich gut oder schlecht fühle.

Innere Stimme: Genau so ist es. Und der andere weiß größtenteils noch nicht mal von diesem Band.

Anja: Dabei muss ich gar nichts mit den Gefühlen des anderen zu tun haben.

Innere Stimme: Genau.

Anja: Wenn der andere schlechte Laune hat, denke ich 'Oh, was habe ich falsch gemacht?' und fühle mich mies. Die Laune des anderen muss aber gar nichts mit mir zu tun haben.

Innere Stimme: Ja genau. Ob der andere fröhlich ist oder schlecht gelaunt - die Gründe dafür liegen immer in dem anderen begründet. Darauf hast du keinen Einfluss. Es hat mit seiner Geschichte zu tun, mit seinen Werten, Regeln - vielleicht auch mit deinem Verhalten. Es kann sein, muss aber nicht. Das weiß nur der andere.

Anja: Also kann es auch sein, dass der andere sagt: 'Ich finde es klasse, dass du die Verabredung absagst und so gut für dich sorgst.'

Innere Stimme: Das kann natürlich sein. Aber der andere kann auch enttäuscht sein und sagen: 'Ich finde es schade, dass du nicht kommst. Ich habe mich so auf dich gefreut. Ich bin sauer, dass du so kurzfristig absagst, warum sagst du nicht gleich Bescheid?' usw.

Anja: Mir wird klarer, dass ich bisher versucht habe, durch mein Verhalten Einfluss auf den anderen zu nehmen. Und dass ich ein großes Bedürfnis habe, geliebt und gemocht zu werden.

Innere Stimme: Ja, weil du glaubst, nur dann okay zu sein. Du bist aber immer okay, gleich was du machst und sagst. Du bist auch okay, wenn du absagst oder wenn du nein sagst oder wenn du anderen auf die Füße treten musst.

Anja: Aber das will ich nicht.

Innere Stimme: Das weiß ich. Nur geht es manchmal einfach nicht anders. Wenn du eine Verabredung absagst, dann ist der andere vielleicht traurig oder sauer oder was auch immer. Der andere darf so reagieren und ist damit genau so okay wie du es bist. Ihr beide seid völlig in Ordnung. Eure Gefühle, Gedanken... Wichtig ist, dass du unabhängig von der Reaktion anderer - gleich wie die aussehen mag, ob positiv, negativ, gleichgültig.... - das tust, was sich für dich richtig anfühlt.

Anja: (denkt nach) So langsam verstehe ich.

Innere Stimme: Ich weiß, dass dir das schon lange klar ist und dass du die Systematik, das Muster kennst, das sich dahinter verbirgt: 'Wenn du dich so verhältst wie es mir gut tut, dann habe ich dich lieb. Wenn du aufmüpfig bist oder schwierig oder unbequem, dann habe ich dich nicht lieb.' So lautet das alte Muster, das hier in der Situation wirkt. Du kannst dich von dieser Last, diesem alten Muster befreien. Du darfst 'nein' sagen, wenn es dir damit besser geht. Du darfst absagen, wenn es dir nicht gut geht. Auch wenn es schön werden könnte, auch wenn es dir etwas geben könnte, auch wenn du etwas verpasst... Hör auf dein Herz und dein Gefühl. Das ist entscheidend. Du kümmerst dich um dich selbst, auf die anderen hast du keinen Einfluss.

Anja: PUH! Und nun?

Innere Stimme: Ich weiß es nicht. Wie geht es dir denn jetzt?

Anja: Etwas besser. Mir wird klar, warum es mir so schwer fällt, gut für mich zu sorgen, ich bekomme alleine bei dem Gedanken schon wieder Bauchweh. Das Kalenderzitat von diesem Monat 'Ich lasse sein, was mir nicht gut tut.' ist ein ganz schönes Paket.

Innere Stimme: Ja das stimmt. Herausfordernd und wichtig und tiefgreifend.

Anja: (atmet ganz tief durch). Ja. (guckt auf den nächsten Monat, dort steht: 'Ich erlaube mir, unperfekt zu sein.') Boah, das passt ja.

Innere Stimme: Ja, das passt prima. Wenn du gut für dich sorgst, kann es auch sein, dass du aneckst, andere vor den Kopf stößt und damit bist du nicht mehr so pflegeleicht wie bisher. Wenn "pflegeleicht, einfach zu handhaben, immer das 'richtige' tun" - perfekt sein bedeutet - was bedeutet dann unperfekt sein?

Anja: Na, wenn ich tue, was mir gut tut und zum Beispiel die Verabredung absage, obwohl ich vorher zugesagt habe, obwohl ich etwas verpassen könnte, obwohl andere sauer auf mich sein können (was ich ja in Wirklichkeit nicht weiß), obwohl die 'alte Anja' so etwas nie getan hätte... dann bin ich unperfekt.

Innere Stimme: Und, lohnt es sich, unperfekt zu sein?

Anja: Ja, weil alles andere gegen mich selbst geht. Ich will nicht länger funktionieren. Und ich will mich auch nicht länger abhängig machen von den Gefühlen und dem Wohlwollen anderer Menschen. Ich möchte so sein wie ich bin. Ich möchte so sein wie ich mich fühle. Ich möchte zu mir stehen und mich verstehen und zu mir halten, auch wenn ich unbequem bin. Ich erlaube mir, unperfekt zu sein. Ich erlaube mir, sein zu lassen, was mir nicht gut tut. Auch wenn ich damit das große Risiko eingehe, nicht mehr so gesehen zu werden wie ich mir das wünsche, nämlich lieb, nett, freundlich, verbindlich, zuverlässig, lustig, bequem, praktisch... Alles Werte und Tugenden, die auch einengen können. Ja, sie engen mich ganz aktuell ein.

Innere Stimme: Das fühlt sich gut an.

Anja: (atmet wieder tief durch) Ja, das tut es. Wenn auch gleichzeitig ein bischen komisch...

Innere Stimme: Das gehört dazu. Alles neue Verhalten fühlt sich komisch an, weil es neu ist. Es ist wie durch den Dschungel querfeldein statt auf der breiten bekannten Straße zu gehen. Das ist völlig anders, daran muss man sich erst mal gewöhnen.

Anja: Okay. (fängt wieder an zu grübeln) Was soll ich jetzt machen? Soll ich absagen oder nicht?

Innere Stimme: Das weiß ich nicht. Was möchtest du denn am liebsten?

Anja: Ich möchte zu Hause bleiben.

Innere Stimme: Dann hast du doch deine Antwort.

Anja: Aber es tut so weh.

Innere Stimme: Das stimmt. Das gehört dazu. Es gehört dazu, auszuhalten, dass du anderen vielleicht weh tust, sie enttäuscht. Ent-Täuschung bedeutet auch, den Schleier fallen zu lassen. Die Täuschung war, dass du so getan hast, als hättest du Lust, um den anderen zu gefallen.

Anja: Aber ich möchte die anderen nicht enttäuschen.

Innere Stimme: Du entscheidest. Du erinnerst dich, du kannst nicht beeinflussen, ob die anderen enttäuschst sind oder nicht, das bestimmen alleine die anderen.

Anja: Ja stimmt. Ich will den anderen nicht weh tun.

Innere Stimme: Ich weiß. Auch das kannst du nicht beeinflussen. Die anderen entscheiden, ob du sie damit verletzt oder ob sie Verständnis für dich haben oder oder oder.... All das ist okay. Das gehört nicht in deinen Machtbereich. Damit überschreitest du die Grenze des anderen. Lass den anderen ihre Gefühle. Kümmere dich nur um deine Gefühle. Das ist dein Hoheitsbereich.

Anja: Aber es ist so schwer.

Innere Stimme: Ja, das stimmt. Es ist schwer. Veränderung ist schwer.

Anja: Ich brauche noch Hilfe.

Innere Stimme: Welche Hilfe brauchst du?

Anja: Die Gewissheit, dass alles gut wird und dass ich das darf.

Innere Stimme: Gut, dann fragen wir die weise Achtzigjährige in dir um Rat.

Anja: Wird alles gut werden?

Achtzigjährige: Natürlich wird alles gut werden, Anja. Mach dir keine Sorgen.

Anja: Aber darf ich das denn, absagen?

Achtzigjährige: Natürlich darfst du das. Du darfst alles.

Anja: Aber was ist mit den Folgen?

Achtzigjährige: Was soll damit sein?

Anja: Verbaue ich mir damit nicht etwas?

Achtzigjährige: Ich kann dir nicht sagen, was gewesen wäre, hättest du dich damals anders entschieden. Ich kann dir nur sagen, dass es mir gut geht.

Anja: Also habe ich damals abgesagt?

Achtzigjährige: Dazu möchte ich nichts sagen, Anja. Ich will dir nicht die Entscheidung abnehmen. Das kannst du nur heute entscheiden. Im Alter sind einfach andere Dinge wichtig und ich habe heute andere Gefühle als früher. Heute sind deine aktuell, Anja, und die alleine zählen.

Anja: Ich möchte am liebsten schreien.

Achtzigjährige: Ja, du möchtest schreien, weil du beides willst: Du willst gut im Licht stehen und keinen Schaden hinterlassen. Doch beides geht nicht. Entscheide heute nach deinen Gefühlen, alles andere liegt nicht in deiner Hand. Vielleicht wirst du Ansehen verlieren, vielleicht wirst du Angst haben, vielleicht wirst du dich schlecht fühlen, vielleicht wirst du dich aber auch großartig fühlen, weil du dich ernst genommen hast, vielleicht wirst du Ansehen gewinnen... Das alles sind Blicke in die Zukunft, die dich jetzt nicht weiter bringen.

Anja: Warum nicht?

Achtzigjährige: Weil du die Folgen nie ganz abschätzen kannst. Einen Schritt nach dem anderen. Hör mal auf deine Lust und deine Freude: Hast du Lust, die Verabredung anzunehmen?

Anja: Nein, ich fühle mich aber schlecht bei diesem Gedanken.

Achtzigjährige: Warum?

Anja: Weil ich die anderen nicht verletzen will. Ich mag die anderen, aber ich fühle mich nicht freudig, wenn ich an das Treffen denke.

Achtzigjährige: Okay, jetzt hast du die Möglichkeit, über dein Wohlbefinden zu entscheiden. Denn das tust du, das ist deine Aufgabe: Gut für dich zu sorgen. Wenn du ganz frei wählen könntest, was würdest du dann am liebsten tun?

Anja: Nicht gehen, aber da ist auch die Neugier, was aus den anderen geworden ist.

Achtzigjährige: Es geht eben nicht alles, Anja. Du zahlst immer einen Preis für deine Entscheidungen. Du kannst nicht beides haben: Deine Neugier befriedigen und dich wohl fühlen.

Anja: (horcht auf) Wieso nicht?

Achtzigjährige: Sag du es mir.

Anja: Nun, wenn ich mich für das Treffen morgen präparieren könnte, so dass es mir gut geht, dann könnte ich mich wohlfühlen, würde allen anderen nicht auf die Füße treten, ich wäre geliebt und geschätzt, ich würde Neues erfahren, würde mir nichts verbauen...

Achtzigjährige: Du versuchst, zu funktionieren. Du versuchst, in ein Raster reinzupassen, dich dem anzupassen, was du glaubst, dass andere von dir erwarten. Genauso dass du glaubst, die anderen würden dich dann mögen. Es kann auch ganz anders sein, zum Beispiel, dass die dennoch denken: 'Was für eine doofe Kuh'. Nicht dass sie das tun, aber du kannst anderen nicht hinter die Stirn schauen und das willst du. Du willst kontrollieren.

Anja: Aua.

Achtzigjährige: Stimmt es?

Anja: Ja.

Achtzigjährige: Siehst du, das ist das Problem. Du willst kontrollieren, was nicht in deinem Machtbereich steht.

Anja: Grmpf.

Achtzigjährige: Es gefällt dir nicht.

Anja: Nein.

Achtzigjährige: Das ist okay und gehört dazu. Du darfst darüber traurig sein. Du darfst wütend sein. Du darfst Angst haben. Du darfst dir Sorgen machen. Alles ist okay. Du willst von mir die Erlaubnis haben, damit du nicht die Verantwortung tragen musst. Die bekommst du aber nicht von mir.

Anja: Na toll.

Achtzigjährige: Du bist wütend.

Anja: Ja! Ich finde das total blöde!

..................................

Nach dem Dialog habe ich all meinen Mut zusammen genommen und abgesagt. Es war sehr wichtig für mich, keine Ausrede zu benutzen, sondern über meine wirklichen Gefühle zu sprechen. Nach der Absage habe ich mich erst schrecklich gefühlt, dann war ich stolz, dass ich so auf meine Gefühle geachtet habe. Es fühlt sich immer noch komisch an, das darf es auch. Es ist für mich neues Verhalten, wirklich meine Gefühle und Bedürfnisse konsequent ernst zu nehmen. Neues Verhalten (Urwald statt breite Straße) fühlt sich komisch an.

Doch je öfter ich den Urwaldweg gehe, desto bekannter wird er für mich. Eines Tages gehe ich ihn blind. Dann ist es ein gewohntes Verhalten von mir, ohne Gewissensbisse gleich zu sagen, was ich fühle. Ja, das möchte ich: Noch ehrlicher zu mir selbst und anderen sein. Mich unabhängig von der Bewertung anderer machen. Auch zu den 'nicht so angesehenen' Gefühlen wie Unlust zu stehen und damit ganz zu mir zu stehen. Verständnis für mich haben. Mich wichtig nehmen. Mir erlauben, so zu sein wie ich bin.

Anja Kolberg

Montag, 17 Mai, 2010

Manchmal ist es zum Schreien

Ich stehe vor einem Glaskasten. Innendrin schwebt ein goldener Umschlag mit der Lösung. Die Anleitung, was ich tun muss, damit es mir besser geht, ich fühle mich nicht so dolle. Aber keine Möglichkeit an das goldne Ding ran zu kommen, es gibt weder ein Schloss noch eine Türe im Glaskasten. Schon alles untersucht. Genau an der Stelle möchte ich am liebsten laut schreien - aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Vor lauter Wut, weil ich nicht weiß, wie ich an den Umschlag komme.

... ein bischen Zorn scheint auch dabei...

... könnte auch der Schlachtruf einer Kriegerin sein! Hey, das gefällt mir, denn darin liegt ganz viel Kraft und Energie. Mit der könnte ich einem Karatekämpfer den Glaskasten in Einzelteile zerlegen und so an die Lösung kommen. ... aber Gewalt fühlt sich nicht gut an.

Wie kann ich damit umgehen? Der Schrei hat schon mal geholfen, meine Gefühle auszudrücken. Immer noch rot im Gesicht fühlt es sich jetzt schon ein bischen besser an.

An den Umschlag bin ich aber noch immer nicht rangekommen.

Ich vermute ja nur, dass sich darin die Anleitung zum "Wie es mir besser geht" befindet. Vielleicht ist es so. Vielleicht ist dieser Glaskasten aber auch nur ein Sinnbild für etwas. Er ist ja durchsichtig und ich kann den goldenen Umschlag sehen. Vielleicht ist der Kasten ein Sinnbild für mich selbst, der goldene Umschlag ein Hinweis auf mein Inneres und der vermutete Inhalt ein Sinnbild für die Lösungen, die in mir schlummern?

Das gefällt mir. Ich will doch die Lösung in mir selbst finden und nicht im äußeren. Das passt. Zeit für einen Dialog mit meinem Inneren.

Anja: Stimmt das Bild? Ist der Glaskasten mit dem goldenen Umschlag eine Metapher für mein Inneres und dass die Lösung in mir selbst liegt?

Innere Stimme: Natürlich!

Anja: Okay. Dann sag mir doch mal bitte, wie es mir besser gehen kann. Was kann ich tun? Was soll ich tun?

Innere Stimme: Halt, nicht so schnell. Du willst viel zu schnell vorwärts kommen. Das tut dir nicht gut. Du brauchst viel mehr Zeit. Die willst du dir aber nicht geben. Deswegen hast du auch so Kopfschmerzen.

Anja: Aha. Doof. Ich will jetzt aber die Lösung. Jetzt gleich will ich wissen wie es mir besser geht!!!!! Maaaaaaannnnoooooo!

Innere Stimme: Ich sehe dich schon wieder rot angelaufen schreien. Du bist unglücklich, dass es nicht so läuft wie du es gerne willst.

Anja: (mault) Ja und, was ist daran so schlimm?

Innere Stimme: Daran ist gar nichts schlimm. Es ist einfach so.

Anja: Ja und? Wie soll mir das bitte schön weiter helfen?

Innere Stimme: Du bist sehr angespannt.

Anja: Ja.

Innere Stimme: Schau dich gerade mal um, ob dich etwas in deiner Umgebung stört.

Anja: Ja, das Fenster ist offen und der Straßenlärm und das Geräusch eines Kompressors nerven mich.

Innere Stimme: Dann mach das Fenster zu.

Anja: (wieder maulend) Ja gut, aufstehen ist aber lästig... so habe ich gemacht.

Innere Stimme: Ist es jetzt besser?

Anja: Nur ein bischen.

Innere Stimme: Was stört dich noch?

Anja: Der Rechner ist so laut.

Innere Stimme: Dann mach den PC aus.

Anja: Ja, dann kann ich hier aber nichts mehr schreiben und nicht mehr weiter arbeiten.

Innere Stimme: Ja und? Dann ist das jetzt eben so. Du kannst jetzt nichts mehr am PC schreiben und auch nichts anderes machen. Dafür gehen aber vielleicht deine Kopfschmerzen weg und du entspannst dich endlich. Das ist doch ein Grundproblem. Du sagst, du fühlst dich nicht gut.

Anja: Ja.

Innere Stimme: Aber die Lösung suchst du im Außen. Dabei liegt die Antwort so nah: Schau, was dir ganz konkret gut tut und was nicht. Was tut dir gerade nicht gut?

Anja: Das Rechnergeräusch.

Innere Stimme: Was würde dir jetzt gut tun?

Anja: Den Rechner ausmachen. Wärme, eine heiße Dusche, mich hinlegen, japanisches Heilpflanzenöl auf die Stirn.

Innere Stimme: Da hast du die Anleitung für die Lösung, Anja. So einfach - und offensichtlich auch gleichzeit so schwer - ist das. Die Welt geht nicht unter, wenn du jetzt den Rechner ausmachst. Du tust dir etwas Gutes, auch wenn sooooo viel liegen bleibt und du deswegen erst mal ein doofes Gefühl hast. Glaube mir, es wird sich auszahlen, dass du dir jetzt was Gutes tust, viel mehr als jetzt noch eine Stunde und noch eine Stunde und noch... hier zu sitzen und dich zu quälen. Kannst du das annehmen?

Anja: Ja. Na gut. Ich versuche es und mache den PC jetzt aus, stelle mich unter die heiße Dusche und bin mir eine ganz besonders liebevolle und umsorgende Mama.

Tschööööö

Anja Kolberg

Freitag, 14 Mai, 2010

Die große Wirkung der kleinen Schritte

Kennen Sie das Pareto-Prinzip? Es beruht auf den Erkenntnissen des italienischen Ökonoms Vilfredo Pareto. Der entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts, dass 80% des Volksvermögens 20% der Bevölkerung gehörten. Diese 80/20-Regel fand sich in vielen Bereichen wieder: In einem Geschäft machen 20% der Waren 80% des Umsatzes aus. Bekannt ist die Regel auch aus dem Zeitmanagement, nämlich 20% der eingesetzten Zeit machen schon 80% des Ergebnisses aus.

Warum ich von dieser 80/20-Regel berichte? Weil sie mir zu Beginn von Projekten Mut macht, denn 80% vom Ergebnis beruhen auf 20% meines Einsatzes. Heißt: Die kleine Schritte am Anfang brauchen nicht viel Zeit, machen aber schon 80% meines Erfolgs aus. Es lohnt sich daher, loszugehen - kleine Schritte haben eine große Wirkung auf mein Gesamtergebnis!

Was nach dem Gehen der ersten kleinen Schritte auch noch passiert, ist ein Domino-Effekt - viele andere Dinge kommen dadurch in Bewegung - mein Projekt verselbstständig sich - die Kraft der sich in Bewegung setzende Dominosteine hilft mir ebenso!

Das ist ein fröhliches und sinnvolles kleine Schritte gehen!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 10 Mai, 2010

Einen Schritt nach dem anderen

In meinem Leben kommt es vor, dass ich ungefähr weiß, in welche Richtung ich gehen will, aber keine Idee habe, wie ich dorthin komme. Ich sehe einfach nicht, wie es weiter geht, sehe den nächsten Schritt nicht. Meine Ungeduld wird stetig größer.

Hier meine ich nicht klar benennbare Ziele wie: "Ich will wissen, wie ein Motor funktioniert." oder "Ich will nach Paris.". Was ich meine sind eher leise und wertvolle Gefühlsziele wie "Ich will unabhängig von der Meinung anderer sein." oder "Ich will für mich gesund damit umgehen können, dass andere sauer auf mich sind." Dinge, wo ich nicht einfach im Internet suchen oder andere fragen kann, weil die Antworten und der Weg in mir selbst liegen und nur dort zu finden sind.

Bis mir überhaupt erst mal klar geworden ist, in welche Richtung ich gehen will, habe ich schon einen mächtigen Weg hinter mich gebracht. Vielleicht sehe ich den nächsten Schritt gar nicht, weil es erst mal an der Zeit ist, Pause zu machen. Den Rucksack absetzen.

Die Picknickdecke auf einer sehr schönen Stelle auf einer weichen Wiese ausbreiten. Dann aus dem Rucksack was zu trinken und was zu essen auspacken, um mich zu stärken. Inne halten. In die Ferne gucken. Auf den Weg schauen, den ich zurück gelegt habe. Den Moment genießen, wenn die Sonne mich an der Nase kitzelt. Innerlich zur Ruhe kommen. Im Rucksack kramen, ob da was drinn ist, das ich nicht mehr brauche und an dieser Stelle zurück lassen kann. Vielleicht ist ja ein kleiner Watzmann in der Tasche, der mich unnötig runtergezogen hat, den ich aber bisher brauchte. Den kann ich dann als schönen Wegstein an meinem Rastplatz setzen als Sinnbild für meinen Entwicklungsschritt und fortan leichter meinen Weg weiter gehen.

Habe ich an diesem Rastplatz so einige Zeit verbracht, vielleicht ein Nickerchen gemacht, mir die Zeit genommen, die ich brauche... vielleicht sogar noch ein bischen länger, um den Sternenhimmel an dieser Stelle meines Weges noch zu geießen... Vielleicht hat sich dann in der Zwischenzeit ein Teil meiner Ungeduld verflüchtigt, vielleicht hat sie im Stein Platz genommen. In mir hat sich einiges neu sortiert. Ich bin klarer geworden über meine Situation, über mich selbst.

Wenn ich spüre, es ist soweit, weiter zu gehen, dann schaue ich, was mein erster Schritt sein kann. Vielleicht geht der genau bis zu einem Busch, das passiert genau dann, wenn vor mir noch kein anderer den Weg gegangen ist, den ich gehen möchte. Und ich gehe diesen ersten Schritt. Schaue, wie ich mich fühle. Vielleicht entdecke ich dann hinter diesem Busch einen weiteren Schritt oder eine schöne Blume, die mich anlächelt oder ein Eichhörnchen, das vorüberhuscht und mir so einen Glücksmoment schenkt.

Und dann gehe ich den nächsten Schritt. Immer, das, was möglich ist. In dem Tempo, das geht. Einen neuen Rhyhtmus finden. Spüren, ob der Untergrund mich hält oder ob ich einen Umweg machen muss oder...

Einen Schritt nach dem anderen.

Anja Kolberg

Donnerstag, 06 Mai, 2010

Das Gute an Streit und Leid

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eine gute Seite an einem Streit gibt, zum Beispiel mit meinem Partner: Ich setze mich in der Zeit des Streits intensiv mit mir selbst und unserer Beziehung auseinander, schreibe viel Tagebuch, habe intensiven Austausch mit mir selbst wie sonst nie in 'guten' Zeiten. Mein Mann und ich sind, wenn das klärende, 'heilende' Gespräch zwischen uns stattgefunden hat, uns viel näher als Wochen und Monate zuvor. Wir haben uns ein wenig mehr kennen gelernt, das ist auch nach 18 Jahren Beziehung noch möglich und sind uns bestimmter Dinge bewusst geworden. Auch ich selbst habe mich noch mehr kennen gelernt. Das empfinde ich als eine schöne und wichtige Erfahrung und Entwicklung.

Auch im Leid, ich meine hier speziell das körperliche, liegt etwas sehr kostbares für mich, so ist meine persönliche Erfahrung: Die Erkenntnis, dass etwas in meinem Leben nicht stimmig ist und die Chance/der Impuls, mein Leben zu verändern. Die akute Situation ist für mich immer grausam, denn dann habe ich Schmerzen, ich kenne des Ausgang der Krankheit nicht, weiß nicht, wann es mir wieder besser geht, alles ist nur öd und grau und blöd und ungerecht...

Ist diese Phase jedoch vorbei, gewinne ich Hinweise auf meine Verhaltensweisen und auch Denkmuster, die nicht gesund sind und mit zu meiner Krankheit geführt haben. Das gibt mir die Chance, mich zu verändern. So ging es mir nach dem Brustkrebsverdacht, der mich im Sommer 2000 völlig unerwartet traf. Danach habe ich u.a. meine Teilzeitstelle gekündigt und mich in Therapie begeben, bei der deutlich wurde, dass ich mich viel zu wenig um mein Wohlbefinden gekümmert hatte. Ich begann daraufhin, meine Hobbies zu reaktivieren. Das Buch von Louise L. Hay über die psychosomatischen Gründe von Krankheiten war mir eine Hilfe. Ich hatte nach dem Verdacht alles auf den Kopf gestellt - und langfristig gewonnen: Mein Leben wurde reicher.

Ein Jahr später erwischte mich ein Bandscheibenvorfall, ich konnte mich noch gut bewegen, keine Gründe in der gut laufenden Selbstständigkeit auf die Bremse zu treten. Mein Körper schickte mir also noch einen Hinweis in Form eines Hexenschusses. Zusammen mit dem Bandscheibenvorfall war es mir kaum mehr möglich lange zu sitzen, geschweige denn zu gehen... Totalausfall. Gerade war mein Buch erschienen, Lesungen geplant... All diese Termine musste ich absagen, das war ein Schmerz für mich. Gefühlte Ungerechtigkeit pur... Ich konnte mich in dieser Zeit nur noch auf meinen Körper konzentrieren und in sehr kleinen Schritten vorgehen: Eine zeitlang Liegen, dann wieder etwas spazieren gehen, dann wieder sitzen... Von Tag zu Tag ging es Schrittchen für Schrittchen besser.

In dieser Zeit begann ich den Dialog mit meinem Körper, die Basis für meinen mir heute so wichtigen Austausch mit meiner inneren Stimme. Ich beschäftigte mich intensiver mit der Balance zwischen Arbeit und Leben, mietete ein externes Büro an, um mir die Trennung zwischen beiden Bereichen leichter zu machen. Vorher war ich so glücklich gewesen, in meiner Selbstständigkeit nach qualvollen Jahren als Angestellte endlich das zu tun, was mir wichtig war, dass ich sieben Tage in der Woche gearbeitet habe. Ein Ausgleich war kaum vorhanden. Durch die Signale meines Körpers kam ich diesem Missverhältnis auf die Spur. Es gab wieder arbeitsfreie Samstage und Sonntage. In der Woche nahm ich mir auch frei, im Coaching konzentrierte ich mich mehr auf die Arbeit mit der inneren Stimme, und in der beruflichen Veränderungsberatung legte ich den Focus auf die Wege abseits der glatten Karriereautobahn, hin zum Weg des Herzens.

All diese schmerzvollen Wegabschnitte waren rückblickend so wertvoll und wichtig für meinen Weg, für meine Arbeit als Coach, für mich als Frau und als Mensch. Unbestritten: All das zu sehen, war mir in der akuten Krisensituation nicht möglich, zu groß der Schmerz, die Unklarheit, die Wut... So ist das in solchen Momenten eben. Der kostbare Kern solcher Erfahrungen zeigt sich erst, wenn aus dem Samenkorn ein Pflänzlein gewachsen ist, das größer und größer wird und Blüten und eines Tages auch Früchte trägt.

 

Es tut mir gut, mir das immer mal wieder bewusst zu machen und mich daran in Krisenzeiten zu erinnern.

Anja Kolberg

Montag, 26 April, 2010

Vertrauen

 

Vertrauen
dass es besser wird
auch wenn noch rundherum alles grau
wenn kein Ende in Sicht

da ist doch die Ahnung
dass es anders sein kann

das Gefühl, ich bin noch immer getrennt
von meinem wirklichen Leben
von all der Lebendigkeit
dem Glück
dem Frieden
der bunten Fröhlichkeit
der grenzenlosen Liebe

da ist dieser Funke
Vertrauen und Hoffnung
in mir

wissend, ich bin
getrennt von all dem bunten
leben
doch das Leben ist stärker
als all die dicken Mauern
als alle Hürden, die mich
noch davon trennen
von meinem wirklichen Leben

das Leben ist stärker
überwindet die Mauern
gelangt ohne dass ihm
irgendetwas Einhalt bieten kann
zu mir

Darauf kann ich vertrauen.

Auf den Schwingen der Zeit
kommt das wirkliche Leben
leichtfüßig zu mir geflogen
durchbricht Mauern
findet Schlupflöcher
fliegt über Grenzen hinweg

Das Leben bin ich.
Ich bin das bunte Leben.
Ich bin das wirkliche Leben.
Das sich entfaltet
erblüht
wächst
erstrahlt.

Keine Mauer hält ewig.
Das Leben ist für mich.

Dieser Funke ist längst
eine Flamme
voller Licht und Wärme
bunt springt das Leben
und ich erwache
wie aus einem bösen Traum.

Ich lebe!
Mein Leben.
Mein wirkliches, erfülltes
und buntes Leben.
Meine Wirklichkeit.

Mich.

Anja Kolberg

Frieden in mir

 

Ein Moment der Stille
in mir
Frieden
Leichtigkeit
Ruhe

Ganz bei mir selbst
wächst die Zuversicht
auf ein Leben
in Freiheit
und Unabhängigkeit
in Liebe mit mir
bewusst, welche Liebe
um mich herum und in mir ist
und darauf wartet
gelebt zu werden

Freudige Glücklichkeit
Grenzenloses Austoben
und Ausprobieren

Mich finden
in mir
und in spielerischer Abgrenzung
zu meiner Umwelt

Vertrauen und Zuversicht
Hoffnung und Gelassenheit

Ich bin
einfach
Ich selbst

Anja Kolberg

Freitag, 23 April, 2010

Ich möchte das nicht

Mein Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieblingssatz! Sie kennen die Kaffee-Werbung von Hape Kerkeling (als Gisela und Wolfgang)? Darin sagt sie immer: "Ich möchte das nicht!" Dieser Spruch ist mein neuer Lieblingssatz, immer, wenn ich etwas nicht will. Es war im Urlaub schon ein Runing Gag zwischen meinem Mann und mir, der auch damit anfing... Noch nie ist es mir so leicht gefallen, zu sagen, wenn ich etwas nicht will. :o)

Danke Hape Kerkeling!

Anja Kolberg

PS: Auf die Idee mit dem Satz bin ich übrigens gekommen, als ich Weihnachten beim Trash-Wichteln Tassen erstanden habe, die glatt wie Giiiiiiiselaaa-Tassen aussahen. :o)

Montag, 12 April, 2010

Ich finde Veränderung...

... verflixt schwer!

Es ist eine Sache, mir bewusst zu werden, wenn in meinem Leben etwas nicht gut für mich ist und ich die Gründe dafür verstehe. Doch damit ist noch nichts verändert. Denn die andere und für mich viel schwerere Sache ist, mein Verhalten zu ändern, so wie es gut für mich ist. Was über Jahre oder Jahrzehnte einstudiert wurde, ist eben nicht durch einen Fingerschnipp auf einmal weg. Das hätte ich natürlich gerne. Mein zweiter Vorname lautet nämlich Ungeduld...

Mark Twain wird dieses Zitat zugeschrieben, was sehr gut dazu passt: "Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe hinunterboxen, Stufe für Stufe."

Ein Beispiel: Ich sabotiere mich durch negative Selbstgespräche wie "Ich kann das nicht. Andere können das. Aber ich bin nicht gut genug." oder "Ich darf das nicht." Das bewusst werden, dass solche Gespräche überhaupt in mir stattfinden, ist ein erster wichtiger Schritt.

Dann kommt jedoch das, was mir so schwer fällt: Wenn diese automatischen Gedanken ablaufen, innerlich ein Warnblinklicht zu zünden, das ein "STOPP" in mir hervor ruft.

Inne halten und merken, was gerade passiert. Damit habe ich die Chance, den Automatismus zu unterbrechen und dann die negativen Gedanken in positive Gedanken umzuwandeln:

"Ich habe mich lieb. Ich bin gut genug. Ich kann das. Ich schaffe das. Ich lerne und darf Fehler machen. Ich bin eine gute Gesprächspartnerin. Ich bin begehrenswert."

Ich hoffe und vertraue darauf, dass es von mal zu mal leichter wird, meine negativen Gedanken zu bemerken, sie zu stoppen, umzuwandeln und ganz besonders, dass die positiven Gedanken auch einen Automatismus entwickeln. Durch diese liebevollen Gedanken stärke ich mich selbst, meine Lebensenergie, beflügle meine Ideen, werde zu meinem eigenen Fan. Das ist so wichtig!

Mit dem Herzen auf dem Weg

Anja Kolberg

Freitag, 09 April, 2010

Erwachsen werden

Verantwortung für mein Wohlbefinden übernehmen.

Unabhängig werden.

Gut für mich selbst sorgen.

Mich selbst glücklich machen.

Meine Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen.

Mir Aufmerksamkeit schenken.

Mich achten, wertschätzen und mich lieb haben.

All das zusammen bildet eine gute Grundlage, um zufrieden zu leben. Ab meinem vierzigsten Lebensjahr möchte das tun: Liebevoll und erwachsen mit mir umgehen.

Anja Kolberg

Donnerstag, 18 Februar, 2010

Mich ganz zeigen...

... das fällt mir schwer. Es wird zwar mit den Jahren leichter, aber ich habe immer noch Angst. Angst vor Bewertung, Angst davor, mich lächerlich zu machen, Angst, nicht ernst genommen zu werden oder wenn ich mich von meiner schwachen, traurigen Seite zeige, Ratschläge zu bekommen (die ich auf keinen Fall haben will!).

Das Problem dabei ist: Ich mache mich abhängig. Abhängig von dem, was von außen kommt. Wenn es gut ist, geht es mir gut. Ist es schlecht, geht es mir schlecht, dann zweifle ich an mir selbst, kritisiere mich, mache mich klein...

Ich wünsche mir, unabhängig von den positiven/negativen Reaktionen anderer meinen Weg zu gehen.

Zu mir zu stehen. Mich ganz zeigen wie ich bin: Meine Wünsche. Meine Hoffnungen. Meine Ängste. Meine Meinung. Meine Traurigkeit. Meine Verletzungen. Meine Wut. Meine Scham. Meine Ungeduld. Meine Stärken. Meine Talente wirklich leben. Meine Ideen verwirklichen. Das Leben führen, das ich mir erträume. Das ist mein Ziel und mein Wunsch.

Ich traue mich im mir möglichen Rythmus, ganz ich selbst zu sein und Verantwortung für mein Wohlbefinden, für mein Leben zu übernehmen.

Anja Kolberg

Dienstag, 09 Februar, 2010

Chaos-Zeit

Moin moin aus Köln,

Samstag war mal wieder Zeit für einen Anstrich in meinem Büro. Ich brauchte blau, einen Horizont, Weitblick. So kaufte ich schnellentschlossen hellblaue Farbe und strich die obere Hälfte einer Wand hellblau. Ich atmete auf. Es fehlte noch etwas, wenn ich auf diese Wand blickte, so mischte ich aus meinen Acrylfarben einen mittelblauen Streifen, der jetzt das grüne vom hellblauen trennt. Mit meiner Phantasie blicke ich von meinem grünen Standpunkt hinaus aufs Meer und sehe endlosen Himmel. Herrlich!

Die Lösung mit dem PC im Schrank ist nicht ideal, kann so nicht gut arbeiten. Mein Mann meint, ich arbeite in der Augsburger Puppenkiste. :o)

Da will also auch eine neue Lösung her. Die wird schon noch kommen. Wie heißt doch das Motto des Monats: 'Ich gebe mir die Zeit, die ich brauche.' Also darf hier im Büro Chaos sein. Im Chaos liegt die große Chance, dass etwas Neues heraus entstehen wird. Die Zeit gönne ich mir jetzt.

In dem hellblauen Teil wollte ich ein Wandtattoo-Zitat anbringen. Von den bestehenden (es gibt ja unzählige Onlineshops) konnte mich keines so richtig begeistern. Hm. Ein eigenes? Jaaaa!, hüpft mein Inneres. Mal sehen, was da so kommt...

Einen guten Spruch habe ich bei der Recherche gestern gefunden: "Ich bin eine Frau! Ich muss nicht wissen, was ich will." :o)

Grüße von der Perfektions-Entwöhnungs-Insel

Anja Kolberg

Montag, 01 Februar, 2010

Der Januar geht...

... und mit ihm das Kalenderblatt, das mir viel bedeutet hat: Die Buddhahände mit dem Text 'Ich verzeihe mir'. In den letzten Wochen habe ich festgestellt, wie oft ich mit mir hadere, nicht zufrieden mit mir bin.

Heute möchte ich zum Abschluss dieses besonderen Monats noch einmal ganz bewusst den Satz weiterführen:

Ich verzeihe mir, dass ich nicht so schnell vorwärts komme, wie meine Erwartungen an mich sind.

Ich verzeihe mir, dass ich nicht die perfekte Ehefrau, Hundemami, Tochter, Schwester, Tante, Freundin, Gesprächspartnerin, Patientin, Bekannte ... bin. Ich verzeihe mir, dass ich nicht so perfekt bin wie ich gerne wäre. Wie ich gerne wäre, um keine Fehler zu machen, die andere verletzen und damit mich selbst verletzen, weil ich mich darüber ärgere...

Ich versuche mich immer mehr so anzunehmen, zu akzeptieren und zu lieben wie ich bin, auch mit meinen Schattenseiten.

Danke Januar, du warst mir ein treuer Begleiter. Schön, dass du da warst.

Anja Kolberg

Montag, 04 Januar, 2010

Ins neue Jahr finden

Moin moin aus Köln.

Heute früh war ich schon um 6.30 auf, völlig ungewöhnlich für mich. Wenn mir vorher einer gesagt hätte, ich müsste Montag morgen um die Uhrzeit aufstehen, ich hätte spontan schlechte Laune gehabt. Ich brauche morgens ganz schön Anlaufzeit und dann noch im Dunklen aufstehen... Aber so freiwillig und spontan, weil ich nicht mehr schlafen konnte, ist super.

Ich versuche ins neue Jahr zu finden. Das fällt mir schwer. Einen neuen Rythmus entwickeln. Gerade nach intensiven Zeiten wie vor Weihnachten, wo ich mit dem Kalender beschäftigt war, kommt erst mal eine Umbruchsphase, in der ich mich neu orientieren muss. Das ist aber nicht nur in der Selbstständigkeit so, ich kenne das auch noch aus meiner Angestelltenzeit. Immer, wenn ein Projekt abgeschlossen war, zum Schluss waren meist viele Überstunden angefallen - folgte eine Leerlaufphase, bis das nächste Projekt begann. Mal ein paar Tage, mal eine Woche.

Gut an diesen Zeiten ist für mich, dass ich alles aufräumen und abschließen kann, was liegen geblieben ist. Herausfordernd ist für mich, diese Phase auszuhalten. Schnell und viel arbeiten kann ich gut, aber die Zeiten dazwischen, da werde ich ganz mit mir selbst konfrontiert. Heute mit meinen Zielen. Was will ich eigentlich? Wo soll es hingehen? Heute bin ich mit diesen Fragen überfordert.

Also kümmere ich mich um die Bereiche, die ich leisten kann: Aufräumen. Buchhaltung.

Das sind meine ersten Schritte im neuen Jahr.

Anja Kolberg

Dienstag, 28 Juli, 2009

Frieden schließen

Frieden schließen? Gab es denn Krieg?
Ja.

Mit wem?
Er tobte in mir. Ein leiser psychologischer Krieg mit Schwelbränden, mit dem diffusen Gefühl der Unsicherheit.

Um was ging es?
Frühere Arbeitsstellen, auf denen ich nicht glücklich war und das verbundene Gefühl damit.

Und damit hast du Krieg geführt?
Nicht mit den Arbeitsstellen, sondern mit mir selbst. Ich habe mich kritisiert, angegriffen, verletzt.

Wofür?
Zum Beispiel, dass ich überfordert war, es mir aber nicht eingestehen wollte, sondern die Aufgaben und Situationen irgendwie meisterte. Doch das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist das Gefühl, das bei mir selbst zurück bleibt. Ich habe versagt. Ich war nicht gut genug. Oder auf einer anderen Stelle war ich sehr alleine und klammerte mich an Versprechungen einer besseren Zukunft. Dafür habe ich viel in Kauf genommen. Zuviel. Ich habe mich gewehrt und fühlte mich deswegen schuldig, weil ich für mich eingestanden bin. Das sind die Gefühle, die mit mir Krieg geführt haben.

Was ist daran so schlimm?
Es bleibt ein Versagensgefühl zurück oder ein Ich-bin-nicht-gut-genug-Gefühl oder ein Warum-bin-ich-nicht-wie-x-oder-y-dann-wäre-alles-anders-gelaufen.

Aber das ist doch schon so lange vorbei. Du bist seit über zehn Jahren selbstständig.
Die Gefühle überdauern die Zeit.

Du hast von Frieden gesprochen.
Ja, Frieden in mir. Frieden mit den Gefühlen, die ich habe. Ich habe beim Himmeln der vielen Ordner auch die Unterlagen zu den Arbeitsstellen durchgeschaut und Notizen gefunden, die mich daran erinnert haben, wie schwer es mir manchmal erging. Ich denke schnell an das zurück, wo ich mich nicht gut gefühlt habe. Natürlich auch an das Gute, die netten Kollegen, Chefs, aber das andere ist stärker und hinterlässt in mir ein Gefühl der Unsicherheit.

Ist das jetzt nicht mehr so?
Ich habe all die Notizen in Frieden losgelassen und fühle mich seit dem freier. So frei, dass ich mir sogar wieder vorstellen kann, einen Job als Angestellte anzunehmen. Mir ist noch mal ganz deutlich geworden wie ich mich z.B. damals angestrengt habe, einem Idealbild zu entsprechen, das mir nicht entsprach. Das war nicht ich und das bin nicht ich. Wie der Schwan, der sich als hässliches Entlein fühlt. Ich war gut genug, nur im falschen Teich, nämlich im Ententeich statt auf dem Schwanensee.

Jetzt sehe ich die Überforderung und nehme mich dafür in den Arm und höre Lycinda sagen: "Mensch, das war ganz schön heftig. Wie gut, dass du dich davon gelöst hast. Du brauchst dir das nie wieder anzutun. Sei wie du bist. Es ist gleich, welche Art der Arbeit du machst, Anja. Wichtig ist, dass du dabei glücklich bist."

Es gibt noch etwas, das anders geworden ist: In den letzten Jahren habe ich meine beruflichen Wünsche und Träume in die Tat umgesetzt. Ich fühle mich dadurch erfüllt und getragen. Falls ich wieder angestellt arbeiten gehen würde, ich hätte gar nicht mehr den hohen Anspruch an meine Arbeit, mich zu erfüllen. Dafür habe ich meine Selbstständigkeit, mein Schreiben, meine Printprodukte, meinen Blog. Mit dieser Sicht bin ich einen Schritt auf meinem Weg voran gekommen.

Herzensgrüße vom Weg der Wandlung

Anja Kolberg

Dienstag, 07 Juli, 2009

Nicht gegen dich - sondern für mich

Wenn in mich hineinhorche, ganz ehrlich zu mir bin, meine Bedürfnisse wahrnehme und ihnen Raum geben möchte, hat das Konsequenzen.

Zum Beispiel "Nein" zu sagen zu anderen Menschen. Das ist nicht leicht, wer bekommt schon gerne eine Absage? Das tut dem anderen vielleicht weh und wer tut schon gerne anderen weh, insbesondere wenn man will, dass einen alle lieb haben?

Letzten Endes ist es eine Entscheidung, wem man weh tut - sich selbst, weil man seine Bedürfnisse missachtet oder vielleicht einem anderen, weil er eine Absage bekommt und dadurch verletzt sein könnte. Doch das muss nicht unbedingt sein, vielleicht freut sich der andere auch für mich, weil er erlebt, dass ich gut für mich sorge und sich daran selbst Beispiel nimmt. Vielleicht ist er selbst froh, dass es so gekommen ist.

Vielleicht bekommt eine Beziehung aber auch einen Knacks. Vielleicht heilt dieser Knacks schnell oder langsam, möglicherweise auch garnicht. Wahrscheinlich redet der die Absage erhielt mit anderen über seinen Schmerz. Ich muss damit leben, dass über mich gesprochen wird. Ich muss damit leben, dass der andere mich vielleicht nicht mehr so lieb hat wie vorher, als ich alles mitgemacht habe.

Das sind Herausforderungen auf dem Weg zu mir selbst.

Wichtig ist: Es ist keine Entscheidung gegen den Anderen, sondern eine Entscheidung für mich. Was der andere aus dieser Entscheidung macht, liegt nicht in meiner Macht. Ich habe darauf keinen Einfluss.

Mir bleibt nur eins: Gut für mich selbst zu sorgen.

Anja Kolberg

Mittwoch, 24 Juni, 2009

Ich habe Angst,

wenn ich hier im Blog nicht jeden Tag etwas schreibe, verliere ich LeserInnen. Ich setze mich unter Druck.

Dabei gibt es keinen offensichtlichen Grund. Ich bekomme zum Beispiel kein Geld für das Blogschreiben wie Redakteure von Zeitungen ein Honorar bekommen. Das Schreiben und Illustrieren wie auch die E-Cards mache ich ohne einen finanziellen Ausgleich. Was, das wird mir gerade bewusst, eine ganz schöne Leistung ist. Denn es erfordert nicht nur eine funktionierende Basis wie Software, einen Platz im Internet, eine funktionierende Kamera, Ideen, sondern vor allen Dingen Zeit und Aufmerksamkeit, das alles zu tun.

Warum mache ich mir dann so einen Streß? Ursprünglich habe ich die Seite frauencoaching.de ins Leben gerufen, weil ich meine Leistungen als Coach und Trainerin im Internet präsentieren wollte. Doch da ich derzeit kein Coaching und auch keine Workshops anbiete, wo ist da der Streß? Ein Webtagebuch (Blog - ausgesprochen übrigens "Block") ist für viele interessant, wenn dort regelmäßig etwas passiert. Bringt ein Klick auf eine Seite nichts Neues, schläft der Kontakt ein, die Leserzahlen sinken. Vielleicht liegt es daran: Ich weiß nicht, ob ich wieder einsteige, aber wenn, dann möchte ich nicht von Null auf anfangen. Nicht ganz loslassen, was ich mir in zehn Jahren aufgebaut habe. Also auch durch regelmäßig Neues auf meiner Seite einen Interessentenkreis halten und aufbauen.

Ich habe also Angst, dass mir in Zukunft etwas fehlen könnte. Dass nicht genug für mich da sein wird, wenn wieder der richtige Zeitpunkt gekommen ist, aktiv zu werden. Ich spüre, dass mir dieser Druck, den ich mir selbst mache, nicht gut tut. Damit nehme ich mir die Lust und die Leichtigkeit.

Was wäre, wenn ich mich ganz frei davon mache und tage- oder vielleicht wochenlang nicht schreibe? Und dann wieder mehrmals in der Woche, vielleicht sogar täglich mehrmals? Immer dann, wenn es mir danach ist, zu schreiben und wenn nicht, es zu lassen. Dann würde ich ganz bei mir und bei meinen Bedürfnissen bleiben und nicht mit meiner Aufmerksamkeit bei möglichen Erwartungen von Außen sein, die vielleicht gar nicht existieren oder bei möglichen Konsequenzen, die vielleicht niemals eintreffen oder gar nicht wichtig sind, weil das Leben eine andere Wendung nimmt.

Mit dem Druck, regelmäßig zu bloggen, bin ich nicht alleine. Eine Bloggerin schrieb häufig über ihre Erlebnisse im Buchhandel (köstlich!). Im Frühjahr kündigte sie an, dass sie nur noch selten schreiben würde und sich vom Druck befreien möchte. Ich konnte diese Entscheidung gut nachempfinden und habe den RSS-Feed ihrer Seite abonniert (das ist eine kostenfreie Benachrichtigung, wenn ein neuer Artikel erschienen ist. Wer mehr darüber erfahren möchte, hier der Link zu Wikipedia. Meinen Feed finden Sie ihn hier.) So ist Freiheit da und der Kontakt bleibt bestehen, ohne ständig enttäuscht zu werden, dass nichts Neues auf der Seite steht.

Warum blogge ich?

Ich schreibe, weil ich von meinem Lebensweg erzählen möchte. Dass ich nicht perfekt bin, kein Supermensch, sondern Angst habe, unsicher bin und meine Träume dennoch verwirklichen möchte. Ich lerne mehr und mehr auf mich selbst zu hören, mir zu vertrauen, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und sie mir zu erfüllen. Ich lerne zu mir selbst zu stehen, gleich was ich fühle, gleich wie es mir geht und welchen Weg mein Inneres auch wählen wird. Das ist ein Abenteuer. Und daran möchte ich andere teilhaben lassen. Und ihnen so Mut machen, zu sich selbst zu stehen und ihren Weg zu gehen.

Heute lasse ich meine Angst los und lerne, einmal mehr zu mir zu stehen. Ich möchte trainieren, mich von dem Druck zu befreien, täglich im Blog zu schreiben und werde künftig noch stärker meinem Gefühl folgen: Passt es oder passt es nicht? Ich möchte Vertrauen haben, dass das Leben es gut mit mir meint und gut für mich gesorgt ist, gleich wieviele Leserzahlen ich durch gähnende Leere in meinem Blog verliere.

Herzensgrüße

Anja Kolberg

Montag, 30 März, 2009

MoinMoin

 

Seufz. Diese Zeitumstellung! Heute bekomme ich die Kurve nicht. Gar nicht. Null. Weniger als Null. Okay. Stimmt nicht. Ich bekomme die Kurve, brauche aber länger als sonst. Ich darf das. Ich erlaube mir das.

Vor einer halben Stunde war hier noch strahlend blauer Himmel. Warme Sonnenstrahlen. Jetzt ist der Himmel wieder bewölkt, die Sonne futsch. Dennoch bekam ich einen Vorgeschmack auf die unglaubliche Wärme dieser Strahlen. Hm. Herrlich! Oh ich freue mich so auf die wärmeren Tage - nicht auf die heißen. Für die heißen braucht es auch noch einige Monate. :o)

Ich habe eine suuuuuuper Woche hinter mir. Bis auf Freitag hatte ich jeden Tag dieser Woche Besuch. Das war schön! Bis auf Samstag, da waren wir zu acht, war immer nur eine Person zu Besuch. Das gute daran: Ich hatte Zeit für meinen Besuch.

Ich war vorher und während dessen nicht mit Vorbereitungen/Versorgen beschäftigt und während mein Gast da war, hatten wir Zeit, miteinander zu quatschen. Das war schön entspannt! Je mehr Menschen zusammen kommen, desto lauter wird es, desto stressiger ist es für mich selbst, habe ich festgestellt.

Es hat mir so gut gefallen, dass ich überlege, ob ich das nächstes Jahr wieder so mache: Eine ultimative Geburtstagsfeierwoche!

Was gibt es sonst neues? Die Ausbildung in Freien Aufstellungen, die ich im März an zwei Wochenenden belegt habe, war eine Freude für mich. Ich hatte dazu schon einen Blogbeitrag vorbereitet, dann aber gelassen, weil es zu intensiv, zu anstrengend für mich wurde. Fakt ist: Aufstellungen machen mir einen riesigen Spaß. Sie sind intensiv, tiefgreifend, emotional, klärend, lustig, traurig, aktiv, kreativ - für mich die ganze Palette. Ich habe schon überlegt, ob ich diese Form in meine Arbeit einbauen möchte. Auch wenn meine innere Betriebswirtin gleich leuchtende Augen bekommt, braucht das Kind in mir immer noch Zeit. Und die will ich ihm weiterhin lassen. Die Zeit, die es braucht, um wieder starten zu können und auch die Freiheit zu lassen, ganz nein zu weiteren Coaching und Workshops zu sagen. Obwohl ich mir das auf der anderen Seite so gar nicht vorstellen kann, aber wer weiß. Es macht mir wirklich viel viel Freude, mit Menschen zusammen zu sein und zu arbeiten, doch das kann ich auch anders als im Beruf erleben. Mal sehen. Ich lasse mein inneres Kind wie gesagt weiter in Ruhe und gebe ihm den Freiraum, den es braucht.

Ich hatte im Klientennewsletter oder hier im Blog oder im öffentlichen Newsletter glaube ich von meinen inneren Teamsitzungen erzählt, oder? Eine innere Teamsitzung ist eine Zusammenkunft meiner inneren Anteile. Vor der Coachingauszeit hatte ich bei einer solchen Teamsitzung gesehen, dass Coach und Trainerin im Bett liegen und gar nicht mehr aufstehen wollen. Auch das war ein Entscheidungsgrund für die Auszeit. Im Frühling letzten Jahres lagen die zwei immer noch im Bett, aber meine innere Schriftstellerin war ganz unruhig und wollte aktiv werden. Das ist sie ja auch. :o) Und in einer Teamsitzung davor wollte die Fotografin in mir endlich eine Chance haben. Auch sie hat die Chance bekommen. Ende letzten Jahres oder war es Anfang diesen Jahres habe ich nochmal nach meinem Team geschaut. Coach und Trainerin saßen inzwischen im Bett und lagen nicht mehr. Oh, ein Fortschritt! Und nach dem letzten Aufstellungswochenende habe ich einen Blick auf mein Team geworfen und bin erstaunt: Coach und Trainerin saßen nicht mehr im Bett, sondern liefen herum. Ich war erstaunt, wieder ein Fortschritt. Eigentlich, denke ich gerade, könnte ich nochmal eine Teamsitzung einberufen. Dazu brauche ich nur einige Minuten Konzentration und meine Augen zu schließen. Ich beobachte meine Inneren Anteile und das gibt mir Rückschlüsse auf ihr Befinden. Ich erinnere mich gerade an viele Sitzungen, in denen sich mein inneres Kind ganz schüchtern hinter einem Tischbein versteckte und gar nicht raustraute. Wie geht es dem Kind jetzt? Ich schließe die Augen und schaue mal nach, insgeheim wünsche ich mir, dass es auf dem Tisch tanzt. Mooooment, ich schaue nach, ob das stimmt...

Der Raum ist leer, wirkt wie ein schwarz-weiß-Bild. Ich sehe einen großen Tisch und unterschiedliche Stühle, die kreuz und quer um den Tisch stehen. Stille im Raum, das Fenster steht auf, Vögelgezwitscher, Sonnenschein kommt herein. Ich will gar nicht in dem Raum bleiben, es zieht mich nach draußen, zur Sonne hin. Ich gehe zum Fenster und lehne mich in den Fensterrahmen und schaue hinaus. Atme tief ein, genieße die frische Luft.

Ich nehme mir einen Stuhl, schiebe ihn zum Fenster, ich habe gar keine Lust, nach der Türe zu suchen. Ich steige auf den Stuhl, klettere ins Fenster und setze mich mit den Beinen baumelnd in den Fensterrahmen. Meine Füße berühren fast das Gras unter mir. Ich genieße die Wärme der Sonnenstrahlen und den Duft und den Klang des Frühlings, lehne mich an den Rahmen, schließe die Augen und bleibe so einfach bei mir. Ich spüre, dass ich gar nicht nach meinem inneren Team schauen will, sondern einfach dort bleiben, wo ich bin.

Gut, das akzeptiere ich jetzt so. Ich werde jetzt noch ein Bild/Bilder für den Blog malen (während ich das schreibe, existiert nur der Text und das Huhnfoto, sonst noch nichts), um ihm mehr Farbe und Illustration zu geben und dann werde ich herunter gehen in die Küche und Brötchen zum Aufbacken in den Ofen legen, die Spülmaschine ausräumen, die Küche aufräumen und dann zu Mittag essen. Der Montag nachmittägliche Termin mit meiner Psychotherapeutin ist auf morgen verschoben. Ich denke über ein zweites Buch nach. Und heute früh beim Spaziergang mit Minu spürte ich ganz deutlich: "Fang an zu schreiben, Anja. Fang mit dem zweiten Buch an!" Dem Impuls möchte ich folgen. Ich habe eine neue Idee, aber sie ist noch nicht fertig ausgereift. Aber vielleicht muss sie das ja auch nicht. Bei meinem ersten Buch hatte ich die Anfangsszene klar im Kopf und sonst nichts. Der Rest der Geschichte ist beim Schreiben entstanden. Dieses mal habe ich keine Anfansszene, aber mir ist eine Person sehr klar und ihre Lebensumstände, ihre Träume und Hoffnungen. Vielleicht brauche ich keine Anfangsszene, dachte ich mir heute morgen, sondern ich fange mit dem an, was ich weiß. Was wäre, wenn ich es mir nicht kompliziert, sondern einfach mache? Das klingt gut.

Vom Verlag habe ich immer noch keine Nachricht. Am Freitag habe ich mit einer Autorin telefoniert, die in meinem Wunschverlag einige Bücher veröffentlicht hat. Sie hat mir meine Ungeduld etwas genommen und mich ermuntert, noch etwas zu warten. Ich glaube auch, dass die Verlage sehr viel zu tun haben und seufz, es ist schwer, geduldig zu sein. Mir wäre am liebsten gewesen, ich gebe das Buch ab und bekomme innerhalb weniger Tage ein Feedback. Irgendwie brauchte ich dieses Feedback, um eine Bestätigung für mich zu bekommen, dass ich es kann, das Schreiben. Ja, ich weiß, dafür brauche ich die Rückmeldung des Verlages nicht. Aber ich wünschte sie mir. Ich wünschte mir dieses Feedback als Bestärkung meiner Lust am Schreiben. Gleich, ob ich schon zwei Bücher bei zwei Verlagen veröffentlicht habe. Jetzt habe ich nach acht Wochen noch immer kein Feedback bekommen. Und ich fühle immer stärker in mir diese Lust aufkommen, auch ohne dieses Feedback an meinem nächsten Buch zu schreiben. Verschwenderisch meinem inneren Antrieb zu folgen und nicht so sehr meinen innerern Zensor auf den Plan zu rufen, meine Perfektion, dieses strenge und starre in mir. Nein, ich möchte auf dem Tisch tanzen und die Funken fliegen lassen...

Einen zauberhaften Tag!

Anja Kolberg

Dienstag, 17 März, 2009

Mit Unfrieden klar kommen

Wenn ich mich FÜR MEINE Bedürfnisse entscheide, kann das eine Entscheidung gegen die Bedürfnisse von anderen sein. Dann kann Unfrieden aufkommen. Wenn ich mich verändere, sind die Menschen in meinem Umfeld automatisch mit meiner Veränderung konfrontiert, weil es auch Auswirkungen auf ihr Leben hat.

Ich finde es in solchen Situationen nicht leicht, zu mir zu stehen und den Unfrieden in den anderen auszuhalten, den ich dann zu spüren bekomme. Denn mir ist es natürlich am liebsten, wenn mich die anderen toll finden, mich mögen, gut heißen, was ich tue, weil dann Frieden ist. Und wenn ich diesem Idealbild nicht mehr entspreche und ich an deren Bequemlichkeit kratze, dann ärgern die anderen sich natürlich und versuchen vielleicht auch, mich mit ihren Reaktionen umzustimmen. Mir würde es im umgekehrten Fall genau so gehen.

Eine Herausforderung, trotz Gegenwind zu mir zu stehen und dem wichtigen Weg zu folgen: Meine Bedürfnisse achten und sie mir erfüllen.

Anja Kolberg

Montag, 16 März, 2009

Geduld

Es ist und bleibt eine schreckliche Übung für mich: Geduld haben! Himmel, ist das schwer. Als Widder, Aszendent Löwe (zwei mal Feuer) geht es eben eher nach vorne als besinnlich auf der Stelle zu bleiben und abzuwarten, bis es endlich weiter geht.

Huäh!

Wo ich Geduld haben muss? Zum Beispiel wegen meines Buches. Das Manuskript ist beim Verlag und ich warte auf ein Feedback. Seit sechs Wochen. "Das ist doch noch nicht lange", prophezeite mir eine andere Lektorin. Schniiiiiiief!

Beim Wetter brauche ich auch Geduld. Alles werden in der Natur - der Frühling - das Wachsen des Grüns, das Erblühen und Gedeien im Garten braucht Zeit. Mehr als ich mir wünsche. Ich scharre schon mit den Hufen und setze mich derweil mit der Winterjacke auf die Terrasse, um meine morgendliche Tasse Kaffee zu trinken... Seufz!!!

Warum ich ungeduldig bin? Weil mir diese Dinge so viel bedeuten. Gelassenheit kann ich gut an den Tag legen, wenn mir die Dinge nicht so wichtig sind. Ich schaffe es aber nicht, hier loszulassen und locker zu sagen: "Och, das wird schon." Es wird auch schon werden, aber mein ganzer Körper schreit, weil er es kaum mehr abwarten kann und dieser Zustand ist wie in einem Feuer zu brennen. Nicht, dass ich weiß wie das ist, aber so stelle ich es mir vor.

Ich will jetzt keine Gelassenheit, keine Geduld, kein Loslassen. Ich will eine Antwort. Aber so funktioniert das Leben leider nicht. Wir bekommen selten das, was wir wollen, sondern vielmehr das, was wir brauchen. So, und was ich brauche, ist scheinbar eine weitere Lektion in Geduld üben. SCHREI!!!

Wenn ich einst als gänzlich weißhaarige - hoffentlich dann weise - Frau an meinem Lebensabend an einem Märztag nach draußen blicke: Werde ich dann irgendwann sagen können: "Ach, der Frühling, der kommt schon. Ich genieße jetzt erst noch die letzten davon schleichenden Wintertage." Seufz. Ja, vielleicht habe ich die Lektion bis dahin gelernt. Aber richtig sicher bin ich mir nicht. Wäre auch o.k., wenn nicht, dann wäre ich eben auch mit 98 noch eine kribblige, ungeduldige und vor Energie strotzende Frau! Jaaaaa!

Schönen Tag!

Anja Kolberg

PS: Heute früh sah ich an der Hecke am Alten Friedhof hier in Junkersdorf das erste Grün, die ersten Blättchen. Und das tränende Herz in einem der unzähligen Kübel auf meiner Terrasse hat auch schon die ersten Blätter. Es wird... es wird...

Dienstag, 03 März, 2009

Wo begrenze ich mich selbst?

 

Auf unserem Weg kommt es vor, dass uns Situationen nicht zum ersten Mal begegnen. Vielleicht eine Herausforderung, an der wir gescheitert sind. Eine Prüfung, die nicht gelungen ist. Ein Gespräch, das aus dem Ruder gelaufen ist. Eine Arbeit/ein Projekt, welches missglückt ist. Ein Kontakt mit unbefriedigendem Ausgang. Der Versuch von einem Herzenswunsch zu erzählen, der nicht gehört werden wollte. Menschen, die uns unsere Träume nicht zutrauten. Meinungen, von denen wir uns von unserem Weg haben abbringen lassen. Eine Tür, die sich nicht geöffnet hat. Eine Bitte, die nicht gehört wurde. Eine verpasste Chance.

Dieses Erlebnis hat etwas bei uns hinterlassen. Eine Wunde. Einen Schmerz. Eine Erinnerung.

Und dann kommt der Tag, da begegnet uns eine ähnliche Situation noch einmal. Wir haben die Wahl: Erinnere ich mich an den unbefriedigenden Ausgang und halte ich daran fest? Begrenze ich mich, in dem ich sage: "Ich habe es schon einmal oder schon so oft probiert - warum sollte es jetzt klappen?" Und lasse dabei außer acht, dass sich die Welt inzwischen verändert hat: Die Rahmenbedingungen. Die Menschen, mit denen ich damals zu tun hatte. Ich mich selbst, die Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Die Wunde, die blieb und mich verändert hat. Meine Einstellung. Ich bin gewachsen, die anderen sind gewachsen. Die Welt hat sich gedreht, die Zeit ist eine andere.

Was wäre, wenn ich einen kühnen Versuch wage? Mich nochmal traue, mir und dem Leben eine Chance gebe?

Vielleicht stelle ich dabei fest, dass meine Angst die größte Hürde war und ich die Situation jetzt bewältigen kann.

Anja Kolberg

Montag, 02 März, 2009

Mich wiederfinden

Nach dem Abschluss großer Projekten wie dem Roman oder der Kalenderveröffentlichung brauche ich Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Es dauert, bis alles was liegen blieb, aufgearbeitet ist, sich der Alltag einstellt und ich in meinen gewohnten Rhythmus zurück gefunden habe.

Und dann wird mir bewusst, welche Lücke das Projekt in meinem Tagesablauf hinter lassen hat. Ich weiß nicht, wie mein Weg weiter gehen soll. Ich bin unzufrieden mit mir selbst, zweifle, habe schlechte Laune, x Ideen und keine rechte Lösung - eine schreckliche Phase (die nicht tagelang anhält, mich aber immer mal wieder "überfällt"). Mir fehlt es dann an Orientierung.

Was mir in solchen Situationen wirklich weiter hilft, ist in mein Tagebuch zu schreiben. Der Dialog mit meiner inneren Stimme oder mit einem bestimmten Anteil von mir, den ich ganz gezielt anspreche wie beispielsweise mein Herz, meinen Verstand, das innere Kind oder wie heute die weise alte Frau in mir. In diesen Dialogen erhalten ich Antworten. Es sind nicht immer die Antworten, die ich mir erhoffe (oder mein Verstand), aber die Antworten, ich brauche, um weiter gehen zu können.

Diese Konzentration auf mich selbst, ganz bei mir selbst zu sein - auch das ist ein Stück vom Glück für mich.

Anja Kolberg

Freitag, 20 Februar, 2009

Eintauchen in frühere Zeiten

Seit Samstag bin ich abgetaucht. Abgetaucht in Tagebücher, Fotoalben, Kisten mit Erinnerungen und Taschen voller Fotos. Das hat mir richtig gut getan und mir sind dadurch viele Sachen bewusst geworden. Eine Sache hat mich besonders gefreut: Wir sehen heute alle viel interessanter aus als früher. Keine Milchgesichter mehr sondern pures, spannendes Leben.

Und es ist schön, das Leben.

Anja Kolberg

Montag, 16 Februar, 2009

Weißt du noch?

Das waren Worte, die ich Samstag Abend oft gefragt habe. Mensch, war das ein schööööööööööööööööööööööner Abend! So viele waren zu der Wiedersehens-Karnevalsparty der katholischen Jugend nach Ommerborn gekommen. Zwanzig Jahre hatte ich viele nicht gesehen. Es hat mir soooo viel Freude bereitet, mich mit den Freunden von früher zu unterhalten. Mir ging es so richtig gut, ich bin regelrecht aufgeblüht! Und mein Hippie-Kostüm mit der Megabrille hat mir mächtig Spaß gemacht.

An dem Abend ist mir bewusst geworden, dass ich mich anders verhalte, je nach dem in welcher Umgebung ich mich befinde und mit welchen Menschen ich mich unterhalte. Als schlüpfe ich in andere Rollen. Auf der Party war ich glaube ich eine ganz schöne Quasselstrippe. :o)

Schön! Wissen Sie, was das Beste ist? Mein Gewicht spielte weder für mich noch für die anderen eine Rolle. Es war, als sei alles beim Alten und wir hätten uns vor einer Woche das letzte Mal gesehen.

Ich freue mich, dass die Organisatoren vor haben, das Treffen alle fünf Jahre statt finden zu lassen. Die Idee finde ich spitze!

Fröhliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 03 Februar, 2009

Der Schatz im Monster

Erinnern Sie sich an meine Blogbeiträge Es ist nicht da...es ist nicht da... und Was passiert, wenn man das Monster küsst... ? Hier die Fortsetzung:

Jetzt kann ich erzählen, was das für eine Aufgabe war, von der ich geschrieben habe:

Mein Buch korrigieren. Ich hatte mir vorgenommen, das Buch nach einigen Monaten Reifezeit im Januar zu korrigieren. Das gab mir die Gelegenheit, den Tischkalender 2009 zu gestalten und anzubieten. Nach Neujahr sollte es losgehen. Aber was war? Nix. Mir fiel ständig eine neue Ausrede ein und fand immer wieder etwas, das noch wichtiger war.

Ich war traurig, sah mein Manuskript mittags im Esszimmer liegen und liegen und der Januar verstrich. Positiver Druck musste her. Am Freitag, den 23.1. habe ich - wohlweislich erst nach Feierabend, um Vorlauf zu haben - eine Mail an die Kontaktperson in meinem Lieblingsverlag geschickt. Ich habe von meinem Mansukript geschrieben und um die Info gebeten, wer aus dem Lektorat zu ständig wäre. Nach dem Absenden der Mail war mir richtig übel. Ich war total aufgeregt und habe mich allen ernstes gefragt, welcher Teufel mich denn da geritten hat. Es wurde ernst - jetzt gab es kein Ausweichen mehr. Ich war aber auch sehr froh, dass ich mir so einen positiven Stresspunkt gesetzt habe, um endlich in Bewegung zu kommen und mein Herzprojekt zur Nummer eins zu machen.

Insgeheim hatte ich gehofft, die Antwort käme im Laufe der Woche, um dann mit der Korrektur fertig zu sein. Pustekuchen! Schon Sonntag erhielt ich eine Antwort. (Yeah! und Oh!)

Gut, dass ich Samstag mit dem Korrigieren begonnen hatte, die Woche arbeitete ich konzentriert und mit viel Freude an meinem Manuskript ... Freitag Abend war ich fertig! (YEAH!!!) Samstag erstellte ich noch ein Konzept (eine Zusammenfassung für den Verlag mit Marketinginformationen) und am Nachmittag, als ich ein richtig gutes Gefühl hatte, weil einfach alles stimmte, habe ich die Mail an die Lektorin geschickt und bot mein Manuskript mit fünf Sätzen zum Inhalt an.

Ich kann kaum in Worte fassen, was das für ein Glücksgefühl war. Endlich habe ich meinen Roman fertig! Ich habe es wahrhaftig aus eigenem Antrieb geschafft! Jahrzehnte (!) träume ich schon davon, das zu tun. Wie oft habe ich gezweifelt und jetzt geschafft! Und das ohne einen Verlagsvertrag wie bei den Sachbüchern zuvor (was automatisch zu einem zeitlichen Druck führt, den ich aber ganz bewusst nicht haben wollte.)

Die Krönung: Am Montag Morgen hatte ich die Antwort der Lektorin im Eingangsfach. Inhalt klingt interessant, ich könne das Konzept und die ersten 30 Seiten vom Manuskript schicken!

Ich bin so glücklich und befreit! Unfassbar!

Ich habe alles in meiner Macht liegende getan, jetzt heißt es Geduld bewahren. Das werde ich auch noch schaffen.

Ich bin soooooo froh!

Das kann passieren, wenn man das Aufschiebemonster küsst.

Anja Kolberg

Montag, 26 Januar, 2009

Was passiert, wenn man das Monster küsst...

Am Wochenende habe ich dem Aufgabenmonster [ich beziehe mich auf den Blogbeitrag "Es ist nicht da...es ist nicht da..."] aufmerksam zugehört. Das hatte Folgen...

Ich habe Dinge angepackt, die ich schon länger vor mir hergeschoben habe. Das war eine große Überwindung für mich. So wie ein Monster zu küssen. Da weiß man ja auch nicht: Schmeckt es? Tut es weh? Piekst es? Verwandelt es sich? Ist es langweilig? Was passiert danach? Es ist Utopie, zu glauben, das hätte keine Folgen!

Ich habe Steine ins Rollen gebracht, die mir auf der Seele lagen. Zum Beispiel eine Karte für eine Karnevalsparty zu bestellen. Nichts besonderes? Für mich schon. Denn es ist eine Jugendlichen-Ehemaligen-Party, in der Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin. Wo ich gaaaanz viele Menschen aus meiner Teenagerzeit wiedertreffen kann. "Clubraum" hieß der Kellerraum, den uns die Kath. Kirche zur Verfügung gestellt hatte und in der wir Jugendlichen uns 2 mal die Woche trafen und viel viel Spaß hatten.

Da ich nicht mehr im Bergischen wohne, sehe ich sie auch nicht auf Schützenfesten oder Polterabenden, wo man sich sonst dort trifft. Ich spüre jetzt schon wieder die Aufregung. Freudig aufgeregt ist das nicht, sondern mit vielen Fragezeichen aufgeregt. Die meisten habe ich seit 20 Jahren nicht gesehen. Und ich bin nicht mehr so schlank wie damals. Ich kann auch schreiben: Einige Kleidergrößen später. Für mich liegt die Herausforderung darin, zu mir zu stehen, auch wenn ich nicht mehr so aussehe wie damals. Das fällt mir sehr sehr schwer. Lieber wäre ich weggelaufen, einfach nicht dahin gegangen. Aber ich glaube, dass es mir sehr gut tut, zu der Party zu gehen. Weil da so viele Menschen sein werden, die ich mag. Ich verbinde so viele positive und schöne Erlebnisse mit damals. Erste Liebe, gaaaanz viel Quatsch, Feten, Karnevalssitzungen, die wir selbst veranstaltet haben. Ja, eine schöne Zeit.

Auch die anderen haben sich verändert, sind nicht stehen geblieben in ihrem Äußerem, nicht mehr so wie damals. Ich habe Angst davor, was die anderen zu meiner Figur sagen, was sie fragen. Ich weiß: Je mehr ich zu mir selbst stehe, desto leichter ist es. Der erste Schritt zur Heilung ist: Zu mir stehen. Mich zu lieben und zu akzeptieren wie ich bin. Ich bin gut so - auch in Kleidergröße 54.

Früher war ich immer im Doppelpack mit meiner Schwester, die ein Jahr älter ist als ich, unterwegs. Sie kann nicht, auch mein Bruder kann nicht. Ich bin also ohne "Schutzschilde", hinter denen ich mich verstecken kann, unterwegs. Auch das ist eine Herausforderung für mich...

So was kann ins Rollen kommen, wenn man das Monster küsst. Ich lerne etwas sehr wichtiges für meinen weiteren Weg. Zu mir stehen, auch wenn ich nicht mehr die bin, die ich mal war.

Ich habe aber nicht nur einmal, sondern mehrmals geküsst. Unter anderem ist dadurch bei einem Herzensprojekt ein Zeitdruck entstanden, den ich so haben wollte, damit ich daran endlich weitermache. Mir fielen nämlich immer wieder Ausreden ein, warum ich daran nicht weitermachen kann. Und an der Fertigstellung des Projektes arbeite ich diese Woche auf Hochtouren. Was ich meine? Ich schaffe es nicht, das jetzt hier zu sagen, weil ich mir dann noch mehr Streß mache. Wenn ich Ergebnisse erzielt habe, werde ich darüber berichten.

Eine schöne Woche!

Die Monsterküsserin

Freitag, 23 Januar, 2009

Es ist nicht da...es ist nicht da...

Manchmal schiebe ich eine unangenehme Aufgabe vor mir her, weil ich Angst habe sie zu erledigen. Das hat meistens damit zu tun, dass ich mich überwinden muss, über meine üblichen Verhaltensweisen hinauswachsen und etwas Neues tun, vielleicht auch etwas Altes, das ich schon ewig nicht mehr getan habe und das Gefühl dafür verloren, ob ich es kann oder nicht. Ich bausche diese Aufgabe auf, als sei sie ein Monster, unmöglich sie zu erledigen. Ein Ungeheuer - unbewzingbar.

Ich muss mir nur fest genug einreden, die Aufgabe ist gar nicht da. Ich brauche mir nur die Augen zu halten - und zack sehe ich sie gar nicht mehr. Das Monster ist weg. So wie eine Mail, die ich lösche, um sie nicht zu beantworten oder in irgendeinen Ordner verschiebe. Oder einen Anruf, den ich nicht wage, weil ich nicht weiß, was dann passieren kann. Oder ein Kontakt wegen etwas, das mir eigentlich Spaß macht, Himmel - ich aber nicht weiß, soll ich... soll ich nicht...

 

Das Gute am Verstecken ist zunächst: Ich bekomme Aufschub, vielleicht Ruhe, die ich brauche. Aber die hält nicht lange an. Spätestens wenn ein Termin mit der Aufgabe verbunden ist, wird das Monster immer größer.

 

Mir wird immer mulmiger, es ist nicht so, dass mich das kraftvoller macht. Das Monster versteht die Welt nicht mehr. Denn es wurde von mir zum Monster gemacht und ist gar keines. Es wird immer größer, um sich bemerkbar zu machen, damit ich ihm endlich zuhöre, endlich Aufmerksamkeit schenke, statt immer wieder wegzuschauen. Es zu ignorieren.

Wenn ich meine Angst überwinde und mich dem Ungeheuer zuwenden, merke ich: Es ist gar nicht schlimm. Vielleicht erzählt mir das Monster dann, dass es traurig ist, weil ich es nicht beachte. Zum Beispiel, weil es in der Aufgabe darum geht, mir etwas Gutes zu tun, vielleicht einen weiteren Schritt auf MEINEM Weg zu mir selbst zu gehen oder etwas loszulassen, das mir nicht gut tut. Je mehr ich mich mit dem Monster beschäftige, desto mehr wird mir bewusst, dass es eigentlich kuschlig und lieb ist.

So sind die Lernaufgaben für's Leben meistens: Sie lösen unangenehme Gefühle aus - doch wenn ich sie bezwungen habe, entdecke ich den riesengroßen Schatz: Die Möglichkeit mehr ich selbst zu werden!

Anja Kolberg

Freitag, 09 Januar, 2009

Auf der Suche nach der Vergangenheit

Mich haben die Geschichten von früher schon immer fasziniert. Wenn meine Oma erzählte, dass sie früher mit Eimern raus zum Brunnen mussten, um Wasser zu bekommen. Die Flucht von Köln ins Bergische. Das Leben damals. Die Träume. Der Schmerz.

So habe ich angefangen, den Stammbaum der Familie meiner Oma zusammen zu tragen. Das ist so interessant. Und meine liebe Oma und ihre Cousine tragen all die noch fehlenden Daten zusammen. Sie rufen bei der Gemeinde an, bei Standesämtern und dann bekomme ich liebe Anrufe, handgeschriebene Briefe von ihnen mit den Daten.

Das ist so eine Freude. Ich fühle mich damit reich beschenkt.

Zeit zu hüpfen!

Anja Kolberg

Montag, 08 Dezember, 2008

Vertrauen

 

Es gibt Zeiten im Leben, da bleibt mir nichts anderes übrig, als zu vertrauen.

Wissend, ich habe alles in meiner Macht stehende getan. Es ist an der Zeit, Geduld zu haben und zu warten. Die Dinge geschehen lassen. Geduld zu haben, fällt mir als Widder sehr schwer. Am liebsten will ich die Ergebnisse bestimmen können oder zumindest wissen, wie es weitergeht.

Aber das kann ich nicht. Ich kann zwar weit schauen, aber ich sehe keine Details, weiß nicht, was konkret vor mir liegt. Also: Loslassen. Vertauen. Abwarten.

Und in der Zwischenzeit vor allen Dingen eines tun: Gut für mich sorgen. Schöne Dinge tun - wie eine neue E-Card basteln:

Anja Kolberg

Mittwoch, 29 Oktober, 2008

Chancen

 

Heute spüre ich nochmal Dankbarkeit für die schmerzhafte Erfahrung am vergangenen Wochenende und dem, was sich dadurch für mich entwickelt hat. Ich habe angefangen, meine negativen Gedanken zu beobachten. Und mir vorgestellt, dass ich sie loslassen kann wie ein Kleid, das ich ablege. Mich frei machen kann von Dingen, sie mich nichts angehen, nicht in meiner Macht stehen.

Mich konzentriere auf mich und darauf, mich glücklich zu machen, statt es von anderen zu erwarten. Mich zu wertschätzen, statt zu hoffen, das mich jemand wertschätzt. Mich zu lieben, statt zu glauben, ich bin nur dann wertvoll, wenn mich jemand anderes liebt. An meine Träume und Wünsche zu glauben, statt zu meinen, nur wenn andere das auch gut finden, ist es o.k., dann darf ich sie verwirklichen. An meine kühne Vision zu glauben, statt zu bangen, dass sie mir jemand anderes kaputt treten kann. Ich kann mich beschützen, mir den Halt, die Kraft und die Zuversicht geben, die ich brauche. Zu mir zu stehen, statt mich immer wieder zu hinterfragen und zu kritisieren.

Ich liebe mich. Ich glaube mir. Ich vertraue mir. Ich wertschätze mich. Ich bin frei und glücklich. Ich mache eine gute Arbeit. Ich bin eine gute Freundin, eine gute Tochter, eine gute Partnerin, eine gute Enkelin, eine gute Schwester, eine gute Schwiegertochter, eine gute Nichte, eine gute Schwägerin, eine gute Cousine, eine gute Nachbarin, eine gute Hundemama, eine gute Autorin, eine gute Fotographin, ein guter Mensch. Ich - einfach so, ohne dass ich mich anstrengen muss, etwas beweisen muss, einfach weil ich bin. Ohne dass ich mich mit anderen vergleichen muss. Ich bin so gut zu mir, zu meiner Seele, zu meinem Geist, zu meinem Körper, zu meinem Umfeld wie ich im Moment sein kann.

Ich darf Fehler machen. Ich darf lernen. Ich darf mich überschätzen. Meine Meinung ändern. Romantisch sein. Die rosarote Brille tragen. Mal alles zu positiv und mal alles zu negativ sehen. Ich darf stehen bleiben und Rückschritte machen. Ich darf auf Irrwegen laufen und ein Risiko eingehen. Ich darf verlieren und verletzt sein. Ich darf "nein" sagen und gut für mich sorgen.

Gerade fühle ich mich richtig gut.

Anja Kolberg

Montag, 27 Oktober, 2008

Mein So-Sein

Wie sehr akzeptiere ich mich selbst? Verurteile ich mich dafür, dass ich nicht so bin wie andere mich gerne hätten oder ich nicht so bin wie ich mich gerne hätte?

Letzte Woche habe ich über meinen Ausflug nach München (Teil 1 und Teil 2) berichtet. Etwas sehr persönliches von mir, das mir aber so wichtig war, dass ich es öffentlich machen wollte, diese Seite von mir zeigen wollte. Auch wenn es nicht mit den Themen zu tun hat, die geläufig oder lustig sind und jedermann ansprechen. Sie haben mit dem Tod zu tun, mit Kontakt zu Verstorbenen, mit Tabus.

Sollte ich diese Seite von mir verstecken oder mich zeigen? Sollte ich offen wie ein Kind ohne über die Folgen nachzudenken, von mir, meinen Interessen, meinen Abenteuern erzählen? Ganz zu mir stehen?

Ich habe mich dazu entschlossen, ganz zu mir zu stehen, auch zu der Seite in mir, die von dem Thema "Das Weiterleben der Seele nach dem Tod" fasziniert ist. Auch wenn das ein sensibles Thema ist.

Freitag Abend erreichte mich die Mail einer Leserin, die ausführlich beschrieb, dass sie meine Interessen nicht akzeptierte. Zuerst war ich geschockt, ich fühlte mich abgelehnt, verletzt, nicht so gelassen wie ich bin. Ich hatte Angst, meine Atmung wurde flacher. Ich fühlte mich sogar schlecht, schuldig (Wie konnte ich nur über "so etwas" schreiben?) und ziemlich missverstanden. Ich verurteilte mich selbst für das, was ich geschrieben hatte und wollte den Artikel schon ändern, doch mein Inneres hielt mich davon ab. Dann wollte ich mich per Mail wehren, mich rechtfertigen, mich erklären, zurück schlagen. Doch auch davon hielt mich mein Inneres ab.

Wirklich gut getan hat mir der Austausch mit meinem Mann, der zu mir steht, auch wenn ich mich mit solchen Themen beschäftige. Danke!

Und wunderbar warm und liebevoll war auch der Blick auf unseren Hund Minu, die zu mir kam, als ich mich mies fühlte, mich abschleckte und sich von mir streicheln ließ. Mir wurde bewusst: "Egal, was ich sage, egal woran ich glaube - mein Hund liebt mich. Dieses Tier urteilt nicht über mich. Sie liebt mich. Sie lässt mich denken, was ich denken will.

Selbst wenn ich sie ungewollt verletze (ich habe Minu schon mal in Unachtsamkeit auf den Fuß getreten und war völlig bestürzt), dann kommt unsere Minu schwanzwedelnd an und ist mir nicht böse. Sie liebt mich. Das ist ein unglaubliches Geschenk!

Samstag am späten Abend bekam ich einen steifen Hals, der immer stärker wurde. So stark, dass ich mir heute früh das Büchlein von Louise Hay schnappte und nachschlug, welche psychosomatischen Gründe sie zu "Steifem Nacken/Nackenprobleme ..." geschrieben hatte. Ich las von "der Weigerung, andere Seiten einer Angelegenheit zu betrachten. Sturheit. Unbeweglichkeit." und davon, dass ich in Sicherheit bin.

Mir wurde bewusst wie sehr ich diese Leserin dafür verurteilte, dass sie diese Meinung hatte. Also verhielt ich mich doch genau so wie sie. Das wollte ich nicht. Ich wollte ihr ihre Meinung lassen ohne sie dafür zu verurteilen.

Durch Zufall stieß ich auf die Seiten von Byron Katie und "The Work". Ich hatte schon von ihrem Buch und ihren Fragen gehört, aber bislang passte es einfach nicht für mich, mich damit zu beschäftigen. Ich sah mir Videos ihrer Arbeit an, druckte mir Arbeitsblätter aus und notierte meinen Glaubenssatz:

"Ich bin nur dann o.k., wenn andere mich, mein Verhalten, meine Gefühle, meine Interessen, mein Handeln, mein Nicht-Handeln, meine Ideen wertschätzen und akzeptieren."

Auf die Frage, ob das wahr ist, sagte mein Inneres gleich "Nein". Und mir wurde bewusst, wie sehr ich anderen Menschen Macht gebe, wie ich mich abhängig mache von deren Meinung. Ich spürte in meinen Körper und fühlte meine flache Atmung bei meinem Gedanken, meine Angst, meine Fluchtgedanken. Ich spürte eine tiefe Lähmung.

Mir wurde klar, dass ich auf diesem Wege vermeide, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.

In ihrem Arbeitsblatt ruft die Autorin dazu auf, den Glaubenssatz in verschiedener Weise umzuwandeln und so entstanden folgende Sätze:

Ich respektiere mich nicht, wenn andere mich nicht respektieren. (Was tue ich mir bloß an?)

Ich respektiere die Meinung des anderen nicht, ich denke nur, das was ich denke, ist richtig.

Sie hat mich respektiert und gewertschätzt, in dem sie mich ernst genommen und mir ihre Meinung geschrieben hat.

Meine Einstellung, mein Denken hat mich verletzt. Ich habe mich verurteilt, weil ich anders bin als die Norm.

Schon während der Beschäftigung mit meinem Glaubenssatz reduzierten sich die Nackenschmerzen. Wenn ich mir vorstelle, ich lebe ohne diese Bewertung/Einstellung mein Leben, dann sehe ich folgende Bilder:

Unendlich weite grüne Wiesen, Hügel und Täler, Wälder, blauer Himmel mit Schäfchenwölkchen und eine Anja, die fröhlich über die Wiese hüpft. Ich wäre frei, würde machen, wozu ich wirklich Lust habe und wäre wirklich ich selbst.

Auch wenn ich Freitag Abend in meinem ersten Schock nichts positives an dieser Leserreaktion finden konnte und es einfach nur weh tat, so sehe ich heute den Sinn darin und auch in den darauf folgenden Nackenschmerzen. Ohne den deutlichen Hinweis meines Körpers hätte ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt.

Jetzt sage ich ja zu mir und meinen Interessen.

Ich bin so.

Ich bin gut so.

Ich bin richtig.

Ich darf so sein.

Und andere sind auch genau so richtig wie sie sind.

Anja Kolberg

Freitag, 01 August, 2008

Erfüllung

 

Ich sollte öfter mal schreiben/sagen, was ich will... :o)

Sie sehen mich sehr froh, denn viele meiner Wünsche haben sich erfüllt. Zum Beispiel den Schokoriegel, den habe ich mir selbst gekauft, im Garten erblühte eine meiner Lieblingsduftrosen, als ich die Füße am Nachmittag in den Teich hielt, umwehte mich ein kühler Wind, mein Bruder rief an und wollte mir einen Wunsch erfüllen: Er hat mir sein Ohr geschenkt. Mein Mann kam von der Arbeit nach Hause, ich erzählte von meinen Rückenschmerzen und er begann wie von selbst die Stelle zu massieren (macht er sonst nicht so einfach...) und am nächsten Morgen lag eine Überraschung vor meiner Türe...

Schön!

Gestern früh war ich dagegen ziemlich ausgenockt, weil mein Bildschirm seinen Geist aufgegeben hat. Nichts konnte ich am PC machen. Das führte dazu, dass ich oben ins gekühlte Schlafzimmer ging und geschrieben habe. Gestern Abend waren es dann zwölf Seiten. Wow! Gestern Nachmittag fand mein Mann eine Lösung für den nicht mehr funktionierenden Bildschirm: Seine Mutter hatte noch einen gebrauchten und den habe ich mir bei Schwiegereltern abgeholt und ... er läuft!

Ein supi-Tag war gestern. Deswegen grinse ich auch über beide Backen.

So, jetzt müssen Minu und ich raus in die Hitze. Ich will gar nicht, denn mir läuft das Wasser jetzt schon übers Gesicht, obwohl ich frisch aus der Dusche komme. Sie merken: Es ist Zeit für einen Wunsch. Lieber Petrus, bitte lass es draußen abkühlen, ohne große Unwetter, sanft und stetig. :o)

Ein traumhaft schönes Wochenende mit einem XXL-Wunschpaket für Sie!

Anja Kolberg

Mittwoch, 30 Juli, 2008

Heute möchte...

...ich bitte einmal die ganz große Geschenkpackung. Ein Rundum-Sorglos-Paket mit Streicheleinheiten, einem schweigsamen, ratfreien Menschen, der mir aufmerksam und interessiert zuhört, eine duftende Rose, einen Fruchtsaft, einen Riegel Schokolade, eine Massage für meinen schmerzenden Rücken und meine wehen Füße und eine Bestellung im Shop. Vom Himmel wünsche ich mir eine kühle Brise und eine Überraschung, die mich so richtig zum Strahlen bringt. Ich wünsche mir auch einen Fortschritt beim Schreiben, der mich von der Hitze-Blockade erlöst.

Ja, ich merke, wenn ich das alles bekommen habe, geht es besser.

Anja Kolberg

... ich merke, ich bin noch nicht fertig. Mein inneres Kind hat noch viel mehr Wünsche: Ein Geldgeschenk, das mich ein paar Sorgen vergessen lässt, einen Wintergarten, eine Antwort von dem Verlag in Berlin, ein leichtes Lösen alter Denkmuster, einen Urlaubsgutschein für 3 Wochen Dänemark.

Die Kleine atmet auf. "Sind das alle Wünsche oder hast du noch mehr?" frage ich sie.

"Nö, reicht erst mal", sagt sie und beginnt zu spielen.

Montag, 21 Juli, 2008

Alles ist gut

In Zeiten, wo wir uns selbst hinterfragen, an uns arbeiten, fühlen wir uns vielleicht ein bischen geschüttelt. Wie ein Grashalm, der vom Wind bewegt wird und sich dann wieder einpendelt. Seit einigen Wochen mache ich eine Therapie. Und nach dem Termin heute habe ich dieses Gefühl des Pendelns. Ich fühle mich ernstgenommen in all meinen inneren Anteilen, gewertschätzt. Ich fühle mich wahrhaftig und merke, wie ich gerade nachpendle, vielleicht eine neue Haltung finde.

Ich fühle mich gut. Alles ist gut. Ich bin da und ganz.

Das innere Kind in mir will schreiben, malen, einfach fließen lassen was kommt. Es will keine Lektorin, die die Beiträge kürzt oder sagt: "Zu unwichtig. Zu nichtssagend. Unklar. Weg." Nein, heute lasse ich einfach stehen, was aus mir heraus fließt. Bild und Text.

Und es ist gut so wie es ist.

Anja Kolberg

Montag, 14 Juli, 2008

Etwas Neues beginnen

Es braucht keinen perfekten Plan, um etwas Neues in Bewegung zu setzen. Kleine Dinge können große Dinge in Bewegung bringen.

Ein Minischritt. Ein Anruf. Eine Mail. Ein zufälliges Zusammentreffen. Der Geistesblitz auf der Achterbahn. Das wertschätzende Verhalten eines anderen Menschen sich selbst gegenüber, das mich selbst beflügelt, es ihm ähnlich zu tun. Ein Blogbeitrag. Ein neues Verhalten einfach mal ausprobieren. Ein Film. Eine Schnecke am Wegesrand. Etwas "Verrücktes" tun, in die Rolle eines anderen schlüpfen, sich eine Perücke aufsetzen.

Mit Spaß und Leichtigkeit beginnen.

Anja Kolberg

Mittwoch, 11 Juni, 2008

Eine Türe öffnen

 

Wenn wir die Türe für einen neuen Raum in unserem Leben öffnen, wissen wir nicht, was darin auf uns wartet. Wird es die richtige Wahl sein? Wird es mich auf meinem Weg weiter bringen? Ein bischen schummrig darf einem dabei ruhig sein, Aufregung, Neugier, Ungewissheit.

In einem solchen Moment hilft mir der Dialog mit meiner inneren Stimme. Sie gibt auf meine Fragen klare Antworten und sagt mir "Mach das!" oder schreit laut "Nein!" Doch mit der Motivation aus dem Inneren heraus alleine öffnet sich keine neue Türe: Jetzt heißt es mutig hingehen und die Türe öffnen. Haben wir uns den Raum ausgiebig angeschaut und uns darin aufgehalten, wissen wir, ob es der richtige neue Lebensraum für uns ist - oder ob es besser ist, weitere Türen zu öffnen. Solange bis unser Herz ein "JA!" hüpft! (Ich stelle mir gerade ein durch die Gegend hüpfendes, ein 'JA' tanzendes Herz vor.)

Jeder Schritt bringt uns weiter auf unserem Weg. Und sei es, weil wir genau wissen, was wir künftig nicht mehr wollen. Alles trägt dazu bei, unseren eigenen Weg zu finden.

Anja Kolberg

Montag, 09 Juni, 2008

Kurios...

... was ich manchmal Träume. Diese Nacht war ich noch mal in der Schule... Es war Abschlusstag und wir konnten einen Dozenten aufsuchen, der uns die Zukunft voraussagen konnte. Ich hatte schon eine Liste, was ich alles fragen wollte, fand aber einfach den Raum mit dem richtigen Dozenten nicht. Alle anderen Räume waren besetzt. Und dann bin ich aufgewacht. Grummel!

Ich hätte gerne die Weissagungen gehört! Nun muss ich ohne klar kommen. :o)

Anja Kolberg

Dienstag, 27 Mai, 2008

Alles einfache ist gut

Auf das Motto des Tischkalenders bin ich die letzten Tage mehrfach gestoßen.

Es tut mir gut, daran erinnert zu werden, dass was da ist, reicht. Dass ich mich nicht noch über alle Maßen anstrengen muss, um ein Ziel zu erreichen. Dass ich meine Erwartungen an mich selbst herunter schrauben darf, weil ich gar nicht 150% geben muss (meine das aber geben zu müssen, damit es gut ist).

Das ist so herrlich entspannend. Befreiend. Erleichernd.

Alles einfache ist gut.

Anja Kolberg

Mittwoch, 21 Mai, 2008

Etwas Eigenes...

... auf die Beine zu stellen, ohne einen Mentor, ohne Vorbild - ist eine Herausforderung.

Warum? Weil die nötige Sicherheit fehlt: Welcher Preis ist der Richtige? Welche Qualität? Was sind die richtigen Einkaufsquellen? Wie funktioniert der Vertrieb/Verkauf? Welches Geschäftsmodell funktioniert und welches nicht? Die Routine und die Sicherheit, die man z.B. während einer Lehre vermittelt bekommt, ist ein großer Schatz. Ein Schatz, den man erst zu schätzen weiß, wenn man in einen Bereich vorstößt, bei dem diese Orientierung fehlt.

Etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, hat auch seinen Vorteil. Nämlich es genau so zu machen, wie man es selbst will. In dem Rhythmus, der stimmig ist. Vielleicht völlig neue Wege zu beschreiten, bei dem ein "Lehrherr" vielleicht gesagt hätte: "Funktioniert nicht!" oder "Das macht man nicht!".

Wer sich selbstständig macht und in die Fußstapfen einer langen Tradition tritt, kann darin weiter gehen. Oder sich Schritt für Schritt aus dem Alten befreien, in dem man sich immer wieder fragt: "Will ich das wirklich so machen? Stimmt es für mich?" Das bedeutet auch, Neuland zu betreten, etwas zu wagen, Fehler und Rückschläge einzukalkulieren.

Völliges Neuland zu betreten, was immer dann der Fall ist, wenn man z.B. nach einer beruflichen Neuorientierung in ein völlig neues aber faszinierendes Berufsfeld wechselt, ist ein Abenteuer. Ein Auf und Ab. Ein Pfad, der nicht ausgetreten ist, wo die Regeln nicht bekannt sind, die heimlichen Gesetze, die über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerke. Ein Pfad, auf dem Gefahren lauern - aber auch wunderschöne Glücksoasen. Ein Pfad, auf dem man sich selbst finden kann, seine Grenzen austesten, wachsen und ein Stück mehr man selbst werden.

Ein Hoch, auf alle, die es wagen, ihren eigenen Weg zu gehen und selbst dann nicht aufgeben, wenn es schwierig wird.

Anja Kolberg

Montag, 28 April, 2008

Meine Schwester

Wir sehen uns selten. Und wenn, dann tut es einfach gut. Warum?

Ich kann sagen, was ich will und habe keine Angst, ich werde für meine Gedanken verurteilt.

Ich weiß: Egal was ich tue, egal was ich anhabe, egal wie ich aussehe oder mein Umfeld, egal welche Entscheidungen ich treffe, egal wie ich bin - es ist o.k. für meine Schwester. Das ist ein großes Geschenk. Vertrauen. Glück. Entspannung. Und es ist schön zu wissen, das es ihr umgekehrt genauso geht.

Wir verstehen uns ohne Worte. So vieles ist klar und selbstverständlich. Es tut gut, so eine große Schwester zu haben. Halt im Leben.

Drück dich!

Anja

Dienstag, 01 April, 2008

April April - der macht...

... was er will. Mein Rückschluss: Ich mache auch, was ich will. Zumindest fange ich mal diesen Monat damit an.

Letzte Woche war ich völlig zu Unrecht auf meinen Göttergatten sauer. Er wollte 'ne Pizza bestellen und ich nicht. Ihm zu Gefallen habe ich zugestimmt, was zur Folge hatte, dass ich ziemlich angesäuert war. Die Pizza schmeckte mir nicht wirklich... Als er wissen wollte, was los ist und ich es ihm sagte, konnte er nicht verstehen, warum ich denn nicht für das, was ich wollte, gekämpft hätte. So wichtig wäre ihm das mit der Pizza gar nicht gewesen, es wäre für ihn auch o.k. gewesen, wenn wir irgendetwas gekocht hätten. Er forderte mich eindringlich dazu auf, das nächste Mal für das zu kämpfen, was ich haben will.

Das gefällt mir. Und nehme es mir als Motto für diesen Monat: Kämpfen für das, was ich haben will. Nein, damit meine ich nicht das Essensthema am Abend. Es gibt so manches, wo ich nicht wirklich tue, was ich will. Weil ich - wahrscheinlich ohne dass es sein muss - Rücksicht auf andere nehme. Ich will diesen Monat versuchen, nur bei mir zu bleiben. Auch wenn ich Gegenwind spüre. Auch wenn ich die einzige bin, die das will. Auch wenn es Umstände macht. Auch wenn ich damit rechnen muss, dass jemand sauer auf mich ist... Nicht für mein Gegenüber denken, wie es ihm/ihr damit gehen könnte. Jedem sein eigenes lassen. Jeder achtet auf sich selbst. Und ich achte auf mich und stehe für mich ein.

"Einfach" (was für ein un/passendes Wort, denn spontan finde ich es Null einfach, aber ich kann es mir ja "Einfach-Denken") machen, was ich will!

Und der Monat April und das Kalenderblatt des Tischkalenders 2008 helfen mir dabei:

Denn darauf steht: "Was braucht deine Seele heute, um froh zu sein?" Jeden Morgen, stelle ich gerade fest, werde ich so an mein Motto für diesen Monat erinnert. Was brauche ICH, mein Innerstes heute, um froh zu sein? Das gefällt mir. Ich freue mich wie sehr das Kalenderblatt zu meinem heutigen Blogbeitrag passt. Es hat sich einfach entwickelt! Schön!!!

Wobei ich anmerken möchte und das werde ich diesen Monat auch so handhaben: Eigentlich war das Kalenderblatt dafür gedacht, jeden Morgen in mich hineinzuhorchen, was ich brauche. Was sind meine Bedürfnisse? Mich fragen. Und die Antwort lautet heute auf diese Frage: Fotographieren! Das macht meine Seele heute froh! O.k., das werde ich tun, habe ich schon länger nicht mehr einfach so gemacht...

Anja Kolberg

Mittwoch, 26 März, 2008

Ich bekomme ein Gefühl für mich

Seit dem ich im Blog dazu aufgerufen habe, dass Sie mir schreiben, freue ich mich fast täglich über Ihre Rückmeldungen. Das sind wunderschöne Geschenke.

Warum? Weil ich ein Gefühl für mich bekomme. Ein Gefühl, wie ich - denn ich stecke ja in diesem Blog - bei Ihnen ankomme. Wie meine Texte ankommen, meine Gefühle, meine Ideen. Was ich besonders gut kann. Was mein Schreiben bei Ihnen auslöst.

Das ist wunderbar. Es ist, als würde ein Haus von außen verputzt. Es steht schon länger da. Ist stabil. Trocken. Gibt den Bewohnern Schutz und Lebensraum. Und durch Ihr Feedback bekommt es eine Außenfassade.

Das fühlt sich gut an. Tut mir gut. Macht mich schöner. Weil ich höre: Ich bin schön. Das, was ich von mir zeige, hat eine Wirkung.

Es ist wie eine Wohlfühldusche für mein Selbstbewusstsein. Ich werde durch die Außensicht von Ihnen meiner Selbst bewusst. Das ist einfach toll! Ich fühle mich mehr. Bin sicherer. Fühle mich noch wohler.

Was kann es schöneres geben?

Anja Kolberg

Dienstag, 29 Januar, 2008

Huhu!

Hallo da draußen. Ich hisse die weiße Fahne. Im Moment übermannt mich die Arbeit.

Das schöne: Die Dooooopelkarten sind da. Und sie sind schööööön! Die neuen Goldstücke wollen in den Shop eingepflegt und verkaufsfertig bearbeitet werden. Und die Fotos für die Bilddatenbank sind immer noch nicht fertig... und... und...

Meine Aufmerksamkeit spielt Pingpong zwischen all den Aufgaben und Verlockungen. Ich muss mich konzentrieren, damit ich geschafft bekomme, was ansteht, auch, weil ich ein paar Tage wegfahren will. Deswegen habe ich zwei Entscheidungen getroffen: Den Shop nehme ich bis 25.02. aus dem Netz, so kann ich die neuen Artikel in Ruhe einpflegen. Ich werde auch einge Zeit nicht bloggen. Da es hier auf der Seite ja vieles zu entdecken gibt, vielleicht eine interessante Alternative. Ich schätze, am 18.2. geht es im Blog weiter. Bis dahin eine gute Zeit.

Anja Kolberg

Dienstag, 11 Dezember, 2007

Luft holen!

Der Dezember hat es in sich! Gefühlte zwei Monate stecken in einem. Irgendwie läuft die Zeit doppelt schnell habe ich den Eindruck... Sie auch? Von einer lieben Kundin bekam ich dieses Zitat von Victor Levin gemailt:

"Genieße Deine Freiheit und gib deiner Seele Raum zum Atmen."

Ja, das gefällt mir. Ich atme direkt durch. Wie schafft man es, in einer so "dichten" Zeit, wie sie gerade ist, mit all den Terminen, Besorgungen ruhig und gelassen zu bleiben? Durchatmen. Luft holen.


Ich liebe es, das Fenster zu öffnen, mich auf der Fensterbank aufzustützen und so ein paar Minuten die Seele und Gedanken baumeln zu lassen.

Auch wenn unten auf der Straße die Autos vorbeirasen - ein Moment abschalten ist es allemal.



Auch meine geliebten Rituale am Abend verschaffen mir eine Pause: PC aus. Kochen. Kaminofen an. Essen. Durchatmen. Zur Ruhe kommen. Berieseln lassen. Einer Kerze beim Brennen zuschauen.

Dann macht mir die Hektik des nächsten Tages weniger aus.

Pausengrüße aus Köln

Anja Kolberg

PS: Jetzt denke ich gerade an den heißen Nuß-Nougat-Kakao, den ich mir gestern gemacht habe. Das ist nicht nur Pause für den Bauch, sondern auch für meine Seele. :o)

Dienstag, 20 November, 2007

Komische Zeit

... manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr: Da muss ich warten, warten, warten, loslassen, Geduld haben, weil ich auf Entscheidungen und Reaktionen anderer Personen warte. Und dann - ganz plötzlich - und innerhalb von wenigen Stunden erledigt sich alles an einem Tag! Wow - Wahnsinn!

In solchen Momenten überlege ich, ob es an mir selbst liegt (habe ich vielleicht irgendeinen Schritt unternommen, der dies ausgelöst hat - wäre ja schön, wenn ich es reproduzieren könnte) oder ob irgendwelche himmlischen Konstellationen (Mond? Astrologie?) dazu führen, dass es einfach fluppt. Hm. Grübel. Bekomme ich jetzt keine Antwort drauf, aber ich freue mich über so viel Bewegung. Endlich, ich bin doch soooooo ungeduldig!

Viele Grüße

Anja Kolberg

Donnerstag, 18 Oktober, 2007

Mich öffnen

... ist immer schwer. Warum? Weil ich verletzt werden kann. Weil ich Angst vor Ablehnung habe. Jeder, der ungewöhnliche oder neue, andere Wege beschreitet, geht in der Regel nicht in großen Gruppen. Nicht alleine, es gibt immer Wegbegleiter und das tut so unendlich gut.

Es ist ein Geschenk, zu wissen, dass es immer Menschen gibt, die zu einem stehen, egal was passiert im Leben. Egal, was ich glaube, egal, was ich mache. Egal, wie anders ich bin als andere, wie anders ich mich fühle. Anders als die Norm.

Für mich ist das meine Familie. Verständnis zu fühlen und angenommen zu sein so wie ich bin, ist eines der größten Geschenke, die man einem anderen Menschen machen kann.

Ich erfahre das und das ist ein wunderbares Gefühl des Aufgehoben seins. Ein Schutzwall aus Liebe.

Herzensgrüße von einer mit Sonnenstrahlen beschienenen

Anja Kolberg

P.S.: ... noch was, mir fällt ein Zitat ein, das ich in meinem Ab-40-Buch aufgeschrieben habe:

Erschrecken wir nicht,
anders zu denken,
anders zu sein,
die Dinge einmal anders anzupacken,
anders zu reden,
anders zu schreiben,
einen neuen Ton in den Umgang
mit anderen bringen,
kurz NEUES zu tun.

Emil Oesch

Mittwoch, 10 Oktober, 2007

Das schwarze Schaf

Waren Sie das schwarze Schaf in Ihrer Familie? Haben Sie immer gemacht, was Sie wollten und Ihnen war schnurzpiepegal, was die anderen dachten oder wollten?
Ich hatte nicht den Mumm dazu, obwohl ich ziemlich frech war. Ich war ein weißes Schaf in einer weißen Herde. Noch heute ist es eine Herausforderung für mich, aus den üblichen Regeln auszubrechen, um meinen Weg zu gehen. Ich vergesse es oft, trotte einfach mit oder erlaube es mir nicht, anders zu sein. Ich will es aber. Ich will kein weißes braves Lämmchen mehr sein!

Beim Bummeln ist mir dann ein kleines schwarzes Schaf in die Finger geraten. Das war's! Eine Erinnerung daran, dass ich mir immer öfter erlaube, das schwarze Schaf zu sein. An mich selbst zu denken und an das, was ich tun will, statt auf das zu hören, was die anderen wollen (wollen könnten...) Blos, um nett und brav zu sein. ... und zur Herde dazu zu gehören. Pah! Mit dem schwarzen Schaf an meinem Schlüsselanhänger gehört das der Vergangenheit an. Jawohl!

Mäh! aus Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 11 September, 2007

Von der Erwartung einer Zustimmung...

Wenn ich etwas vorhabe und weihe andere Menschen ein, weil ich mir Zustimmung wünsche, kann das ganz schön nach hinten losgehen. Nämlich dann, wenn die Reaktionen eben nicht so sind, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wollte keine Diskussion, keine Anregungen, sondern einfach: "Toll, mach' das." vom anderen hören.

Es ist ja nicht so, als hätte ich mit den Folgen dieser Art der Zustimmungserheischung (was für ein Wort!, es trifft es aber ziemlich gut) nicht schon Erfahrungen gesammelt. Welche? Nun, dass ich anschließend an mir zweifle, dass ich mich ärgere überhaupt gefragt zu haben und dass ich manchmal aus Trotz doch das mache, was ich ursprünglich wollte, blos um dem anderen kein Recht zu geben (da rennt der Widder in mir gerne mit dem Kopf gegen die Wand, um seinen Willen zu bekommen).

Daraus könnte ich ja eigentlich lernen und es lassen oder direkt sagen: "Schau dir das mal an. Bitte keine Anregungen, sag nur einfach "Schön ist das geworden". Aber wie blöd komme ich mir denn dabei vor? Auf der anderen Seite ist es ja das, was ich wirklich will und könnte mich auf diese Art vor den nicht gewünschten Reaktionen schützen. Ich muss zugeben, derjenige, der gefragt wird, hat wenig Chancen, es richtig zu machen. Oh weih!

Warum frage ich denn überhaupt? Hm, weil ich unsicher bin oder auch weil es mir mordsmäßig gut gefällt und ich es anderen stolz zeigen will. Ja, ich sehe gerade das Kind in mir, dass etwas schönes gebastelt hat und es den anderen stolz zeigt. Ja, das bin ich.

Heute ist es meine Aufgabe, mich von den Reaktionen der anderen wieder zu lösen, um zu mir selbst zu kommen. Was gefällt mir? Was möchte ich verändern und was genau so lassen? Will ich wirklich eine Anregung übernehmen? (Ich muss lachen, weil mein Inneres laut "NEIN" schreit. Da habe ich die Antwort schon.)

Es geht mir eben noch besser, wenn ich eine Zustimmung höre. Nein, ich bin nicht der Mensch, der sich über Gegenwind freut oder Lust auf Diskussionen hat und die Dinge nicht persönlich nimmt. Ach, wäre ich doch davon befreit. ("Warum?" fragt mein Inneres. "Das ist ein wichtiger Teil von dir. Es ist gut so wie es ist. Es hat einen Grund, warum du um Zustimmung hoffst. Es würde deine Energie potenzieren. Manchmal ist auch gut, wenn nicht zu viel fremde Energie im Sinne positiver Zustimmung hinzu kommt. Warum? Damit es deines bleibt.")

Ja. Gut. Werde ich denn niemals die coole Frau sein, die sich die Meinungen anderer unbeteiligt anhört und sie einfach stehen lassen kann und dann doch ihr eigenes Ding macht? ("Doch", höre ich aus dem Off. "Das wirst du ganz bestimmt. Aber jetzt bist du noch in der Phase des Lernens und sammelst wichtige Erfahrungen, die es dir möglich machen, eines Tages diese klare Abgrenzung zu schaffen oder nur noch zu fragen, wenn du offen für die Meinung der anderen bist, statt enttäuscht zu sein, wenn nicht die "richtigen", von dir erwarteten/erhofften Antworten kommen. Das alles ist richtig so wie es ist, Anja. Du bist auf dem Weg!")

Juuut (wie der Kölner sagt), dann will ich mal weiter machen!

Herzlich aus Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 29 August, 2007

Wie geht's?

Mir? Mir geht es heute richtig gut! Ich liebe die kühle Frische später Sommertage am Morgen. Tau liegt auf den Wiesen, auf den Blumen. Die Sonne darf strahlen, was das Zeug hält. Und das macht sie gerade - mitten in mein Büro! :o)

Wer selbstständig ist, weiß um die Gefahr, sich selbst auszubeuten. Viel mehr zu arbeiten, als man dies - zumindest meistens - als Angestellte gemacht hat. Ich kenne dieses "kein Ende finden" nur zu gut. Dazu gehört die Arbeit bis spät in die Nacht, am Wochenende, bei externen Terminen Übernachtungen in Hotels, Reisezeiten während der Freizeit, die Fachbücher im Urlaub, das Telefonat am Abend und muss ich nicht auch noch zu einer Netzwerkveranstaltung hin... Das externe Büro in Köln-Zollstock hat mir vor ein paar Jahren geholfen, "gesunde" Bahnen zu ziehen. Und als ich dann mit meinem Büro zurück in unser Haus ging, war es viel leichter, einen zeitigen Feierabend zu finden.

Dennoch ist es immer wieder eine Herausforderung, gerade wenn ich in kreativen Hochphasen bin, einen Absprung zu schaffen. Gut ist, dass ich inzwischen weiß, wie gut mir ein regelmäßiger Feierabend bekommt. Die Ruhe am Abend, der PC ist ab 18 Uhr aus - gilt auch für meinen Partner, wir haben hier eine gemeinsame Deadline gefunden - dann kochen, essen, Gassi gehen und zum Schluss gemütlich auf die Couch (ja, bin ein Couch-Junkie) legen und meine Lieblingsserie schauen oder einen Film... Was auch immer. Das ist das, was mir gut tut. Dann bin ich ausgeglichen und kann abschalten. Und ich bin stolz auf mich, dass es mir immer öfter gelingt, schon vor meiner selbst gesetzten Feierabendzeit von 18 Uhr den PC auszumachen.

Raustreten aus dem Hamsterrad, das ich mir selbst geschaffen habe. Zum Beispiel für ein kurzes Nickerchen oder eine gemütliche Lesestunde (lese gerade wieder ein guuuutes Buch) oder worauf mein Herz auch immer Lust hat ... Diese Zeiten sind herrlich. Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob man nur weiß, dass man diese Freiheit hat oder ob man sie auch wirklich nutzt!

Als ich noch (un)glückliche Angestellte war, dachte ich immer: Wenn ich endlich die Arbeit mache, die ich wirklich liebe, dann bin ich gesund und es geht mir supergut. Und die Selbstständigkeit ab 1999 machte mir einen Mordsspaß (was für ein Wort!). Endlich konnte ich tun, was ich wollte. Unglaubliche Energien wurden freigesetzt. 7 Tage die Woche habe ich gearbeitet. Die Quittung kam dafür insbesondere 2001, als ich einen Bandscheibenvorfall bekam und weil ich immer noch nicht eingesehen habe, dass ich weniger arbeiten sollte (schließlich waren gerade mein Bücher erschienen) anschließend einen Hexenschuss. Meine Theorie war also ein gewaltiger Irrtum gewesen!

Egal wie freudvoll die Arbeit (angestellt oder selbstständig) ist: Solange keine Balance herrscht und ich für einen Ausgleich sorge, geht es gegen meinen Körper. Damit meine ich nicht Sport, den habe ich immer noch nebenbei gemacht. Sondern die kleinen Freiheiten und die Regelmäßigkeiten herauszufinden, die ich brauche, um eine Basis zu schaffen, die mich stützt und stärkt. Dazu gehört es auch unbedingt, Entscheidungen zu treffen, was ich nicht (mehr) tun will. Die letzten Jahre war ich wirklich damit beschäftigt, mir ein gesundes Balance-System einzurichten. Nicht leicht, denn viel Arbeiten ist ja in unserer Gesellschaft sehr angesehen. Und dann war da immer noch die Sorge, wenn ich weniger arbeite, habe ich weniger Geld in der Tasche.

Die Frage ist, ob ich mit mehr Geld (und einem erschöpften Körper) glücklicher bin. Meine Erfahrung ist: Nein. In diesem Jahr sind mein Partner und ich mit so wenig Geld ausgekommen wie noch nie zuvor. Und es war ein sehr glückliches und erfülltes Jahr! Ich habe den Eindruck, dass ein solides Fundament gebaut worden ist, eine Erfahrung, die mich stärker sein lässt als jemals zuvor. Und das ist ein großartiges Gefühl der Sicherheit!

Herzlich

Anja Kolberg

Montag, 20 August, 2007

Her mit dem...

... Zaubertrank, der es mir ganz leicht möglich macht, all' meine Probleme zu beseitigen. Ja, so einfach würde ich es mir am liebsten machen. Problem entdeckt - ein Schlückchen vom Lösungszaubertrank, der jederzeit griffbereit auf der Feuerstelle vor sich hin blubbert. Das wäre mal eine Erfindung!

Zum Beispiel einen Zaubertrank dafür, dass ich mich fortan auf mich selbst statt auf andere konzentriere. Dass ich mir nur meine Gedanken mache und nicht auch noch die von anderen. Den anderen ihr Schicksal lasse und mich voll und ganz mir selbst widme. Hey - damit hätte ich genug zu tun!

Oder das Mittelchen dafür, damit ich mich ans Ruder meines Schiffes setze und mir genüsslich überlege, auf welchem Meer ich damit glücklich werden kann. Und mich durch nichts in meinem Vorhaben erschüttern lasse! Gleich wie stark der Wind bläst oder wie hoch die Wellen schlagen. Stark, konzentriert und überzeugt stehe ich am Steuerrad.

Und dann noch was dafür, dass ich endlich davon überzeugt bin, dass ich gut bin wie ich bin und mich selbst, meine Gefühle, Ideen, mein Handeln oder Nicht-Handeln, meine Gedanken nicht ständig hinterfrage.

Wo wir gerade dabei sind: Toll, wenn ich per Schwingen des Zauberstabes meinen Körper, mein Aussehen nicht nur so akzeptiere wie sie sind, sondern auch noch runherum super finde!

Wenn alles so einfach wäre, dann wären diese Mittelchen der Umsatzschlager. Aber so einfach ist es nicht. Mit dem Schielen auf die perfekte und einfache Lösung verbaue ich mir den Blick für die kleinen Erfolgserlebnisse, Glücksmomente, Fortschritte und Möglichkeiten. Also weg mit diesem Aberglauben!

DAVON kann ich mich frei machen - und Luft bekommen für etwas wichtigeres:

Das Leben, wie es jetzt ist - mit all seinen Unzulänglichkeiten und Herausforderungen - annehmen und akzeptieren wie es ist. Und es genießen. Denn genau jetzt ist es richtig, so wie es ist!

Herzlich!

Anja Kolberg

Mittwoch, 27 Juni, 2007

Ganz bei mir bleiben

Das fällt mir sehr schwer.

Ablenkung ist so leicht:
Die täglichen Pflichten,
durch Medien, Bücher,
Verabredungen,
durch dies oder jenes, das ich noch tun könnte...

Mir ganz bewusst Zeit für mich selbst zu nehmen:
Tagebuch schreiben.
Mich auf's Bett legen und die Decke oder den Himmel anträumen und meinen Gedanken nachzuhängen.
Mich selbst fragen, wie es mir geht und mir einen Wunsch von den Lippen abzulesen.
Mir Zeit geben.
Mich pflegen.
Mir ein Geschenk machen.
Mir verzeihen.

Mit meiner Aufmerksamkeit nicht in die Probleme anderer Menschen einzutauchen. Sondern mich auf mich selbst und meine Herausforderungen zu konzentrieren:

Mich kennen lernen.
Mir zuhören.
Mich ernst und wichtig zu nehmen.
Meine Bedürfnisse wahrnehmen und sie mir erfüllen.
Meine Gefühle ernst nehmen und ihnen vertrauen.
Mir die Erlaubnis zu geben, so zu sein wie ich wirklich bin.
Mich liebhaben mit all den Macken.

Dann habe ich auch die Kraft, mich in einem gesunden Verhältnis um andere zu kümmern.

Anja Kolberg

Mittwoch, 16 Mai, 2007

Aufstehen und weitergehen!

Auf dem Weg einer beruflichen Veränderung - bei der Umsetzung eines neuen Projektes - beim Schritt in die Selbstständigkeit und so vielen anderen Situationen geht es vor allen Dingen um eines: Rückschläge verkraften!

Denn nicht immer läuft alles glatt. Eher im Gegenteil: Es gibt unzählige Hürden zu überwinden, wieder und wieder. Durststrecken durchzustehen.

An solchen Wegmarken trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer macht weiter und wer gibt auf? Denn nicht der kommt an, der losgeht, sondern der, der weitergeht, wenn er hingefallen ist oder sich trotz Umwegen immer wieder motivieren kann.

Und in solchen Situationen zeigt sich auch, wie ernst einem das Ziel ist. Wie groß ist die innere Flamme für das, was ich verwirklichen oder erreichen möchte? Reicht ihre Kraft bis zum Ende aus? Ist es mir doch nicht so wichtig, dass ich mich so sehr engagieren muss?

Wie steht es mit meiner Gesundheit? Sorge ich während der Umsetzung gut für mich oder will ich mein Ziel 'auf brechen und biegen' erreichen? Muss ich mein Ziel in einer bestimmten Zeit erreichen oder lasse ich mir die Zeit, die 'es' braucht?

Himmel, solche Prüfungen sind echt starker Tobak. Und ich befinde mich gerade mittendrin! Ich will einen Berg besteigen und kenne den weiteren Weg noch nicht. Wie denn auch, ich bin ihn ja noch nie gegangen. O.k., ich bin schon andere Berge bestiegen, aber gerade dieser hat es in sich. Immer wieder glaube ich einen Weg gefunden zu haben, komme bis zu einem bestimmten Punkt und merke: Hier geht es nicht weiter. Unüberwindbare Felsbrocken. Oder Bergführer gehen nicht mehr mit mir weiter. Und immer wieder ist es mein Part, zur Ruhe zu kommen. Eine Pause zu machen. Mich zu sammeln. Zurück zu schauen auf all das, was ich schon geschafft habe. Etwas warmes trinken, die Wunden versorgen, mir Gutes tun und wieder zu Kräften zu kommen.

Und mich dann bei Anbruch eines neuen Tages - wenn das Sonnenlicht über den Berg glitzert, die Vögel zwitschern und mir von dem Schatz auf dem Gipfel des Berges erzählen - aufzumachen und Schritt für Schritt - und seien sie noch zu klein - meinen Weg weiter zu gehen. Wohlwissend: Ich werde eines Tages ankommen. Wenn alles stimmt.

Lieber Gott, schenke mir immer wieder einen Lichtstrahl der Zuversicht, der mich an mich selbst und meine Wünsche glauben lässt. Bitte schicke mir Licht auf meinen Weg, wenn ich mich verirrt habe, damit ich mich nicht von falschen Dingen blenden lasse und ich auf den für mich stimmigen und heilenden Weg zurück finde.

Anja Kolberg

Dienstag, 08 Mai, 2007

Die Kraft in mir

Gerade brauchte ich eine Aufmunterung und zog eine Karte: "Weißt du eigentlich, wie viel Kraft in dir steckt?" Der Blick gleitet einen riesigen Baumstamm empor bis ins seine mächtige Krone.

Ich ziehe genau diese Karte, wo ich mich gerade so klein und schwach fühle. Wo ich gerade denke, bestimmten Dingen gar nicht gewachsen zu sein.

Und doch gibt es eine Kraft in mir, stark, energiegeladen, unumstößlich, beständig - und auf die kann ich im richtigen Moment zurück greifen. Ich kann sie aktivieren, wenn ich sie brauche. Sie ist da. In mir. Wartet ab, bis sie gebraucht wird, bis der richtige Zeitpunkt ist und zeigt dann ihre ganze Macht.

Danke für diesen Impuls.

Bitte, lieber Gott, lass mich geduldig sein mit mir und lass mich darauf vertrauen, dass mir mein Inneres den richtigen Weg weist.

Anja Kolberg

Donnerstag, 26 April, 2007

Toller Künster & ich brauche Zeit

Gestern abend habe ich das neue Buch von Marc Levy ("Wo bist du?") ausgelesen. "Wenn wir zusammen sind" heißt es - ein tolles Buch. Es gibt Menschen, die haben Talente - ja, da fehlen mir die Worte. Was für eine Kunst, so viel Liebe mit Sorgfalt in ein Buch zu packen. Was ist das für ein Mensch? Wie schafft er das?

Das Buch hat mich sehr berührt. Habe mich eine Stunde in den Schlaf gewälzt. So viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Erlebnisse der letzten Tage wurden "aufgearbeitet". Ich fühle mich noch wie unter einem Schleier.

Das Wetter ist im Moment nicht mein wirklicher Freund. Auch nicht der meines Gartens. Das Wetter und so viele andere Einflüsse von außen kann ich nicht verhindern. Es ist immer wieder die Frage, wie ich selbst damit umgehe. Was ich denke. Wie ich auf mich achte und für mich sorge. So will ich heute besonders liebevoll mit mir umgehen und mir verzeihen, dass ich nicht schaffen werde, was der Antreiber in mir so alles von mir erwartet. Wenn Sie auf eine Mail von mir warten - bitte haben Sie noch etwas Geduld. Heute muss ich einiges "sacken" lassen und zu mir kommen. Ich brauche eine kleine Auszeit.

Einen liebevollen Tag wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Montag, 23 April, 2007

Wenn der Weg der Veränderung länger dauert als ich will...

Der Weg zu einer (beruflichen) Veränderung oder einem Neuanfang ist oft lang und beschwerlich. Ich schaue nach vorn auf mein Ziel und sehe all das, was ich noch schaffen muss und noch nicht geschafft habe. Puh! Das motiviert mich nicht wirklich.

Warum halte ich es nicht öfter im Leben wie Reinhold Messner? Der sagte, er habe 8.000er bewältigt, in dem er immer wieder zurück blickte auf die Strecke, die er schon zurück gelegt hatte.

Also inne halten, wenn der Weg zu meinem Ziel lang ist (vor allen Dingen länger, als mir lieb ist) und schauen, was ich schon alles geschafft habe auf meinem Weg:

  • Wo war ich (auch in kleinen Dingen) aktiv?
  • Welche Herausforderungen habe ich bewältigt?
  • Welche kleinen und großen Erfolge kann ich vorweisen?
  • Was habe ich Neues gelernt?
  • Wann bin ich über mich hinaus gewachsen?
  • Was habe ich alles ausprobiert und für gut oder nicht geeignet empfunden?
  • Welchen Versuchungen habe ich gestrotzt?
  • Was habe ich zur Vorbereitung der Reise schon unternommen?
  • ...

Das alles nimmt den vor mir liegenden Weg zwar nicht weg. Aber es lenkt meine Aufmerksamkeit auf etwas, das mich stärkt und mir Kraft gibt für die nächsten Schritte!

Liebevolle Grüße in eine neue Woche voller kleiner und großer Herausforderungen

Anja Kolberg

Dienstag, 17 April, 2007

Liebe

Mein Blick löst sich nicht mehr vom Kalenderblatt: L I E B E steht dort.

Liebe kann so viel bedeuten. Die Liebe zu einem Partner/Partnerin, zu einem Kind, zu einem Tier, zu Freunden, zur Familie, zu einem Hobby.

Doch ganz besonders wichtig ist die Liebe zu mir selbst. Mich selbst lieb zu haben mit all meinen Fehlern. Mich selbst zu lieben, auch wenn ich nicht so tolerant bin, wie ich sein könnte. Mich selbst zu wertschätzen und meine Gefühle zu achten.

Gut für mich selbst zu sorgen - und ganz wie bei einem Sauerstoffverlust im Flugzeug - mich selbst erst einmal versorgen.

Denn nur dann habe ich die Kraft, auch anderen zu helfen.

Mir selbst verzeihen, dass ich nicht perfekt bin. Akzeptieren, dass es Situationen gibt, wo ich nicht so schnell vorwärts komme wie ich könnte, wenn es ginge.

Mich zu schützen - vor den hohen Ansprüchen an mich selbst.

Mir erlauben, so zu sein, wie ich gerade bin und sagen: Ja, du bist gut, so wie du bist! Genau so habe ich dich grenzenlos lieb!

Wahrlich keine leichte Aufgabe! Aber eine wichtige und eine, die es wert ist.

Liebevolle Grüße an Ihren Bildschirm

Anja Kolberg

Mittwoch, 11 April, 2007

Der stärkste Gegner: Ich selbst

Kennen Sie die neuste Werbung von Henry Maske und Adidas? Sie gefällt mir ausgesprochen gut. Auf einer Strichzeichnung zwei Boxer. Bleide gleiche Größe. Gleiche Ausstattung. Und darunter der Text:

"Endlich hab ich den Gegner von 1996 besiegt. Mich selbst. Impossible is nothing. Henry Maske"

Starke Aussage, die ich selbst gut kenne. Der härteste Kritiker, der stärkste Zweifler, der mir je begegnet ist, bin ich immer selbst gewesen.

An mich selbst glauben - das ist eine große und wichtige Aufgabe.

Anja Kolberg

Freitag, 23 März, 2007

Halt für den Tag

Heute morgen wünschte ich mir für den Tag einen Gedanken, an dem ich mich festhalten, mich orientieren kann. Ich zog diese Karte:  

Eine Möwe fliegt darauf schwerelos durch den blauen Himmel. Frei. Sicher. Der Text: "Du trägst alles in dir, um deinen Wunsch zu verwirklichen. Darum ist er in mein Leben getreten."

Spontan denke ich daran, wie oft ich an mir zweifle. Wie oft ich denke, dass andere besser können, was ich vorhabe. Selbst wenn ich Zeugnisse dafür habe, die beweisen, dass ich es kann. Selbst wenn ich damit Erfolge habe.

Für heute fühle und sehe ich ganz bewusst die Fülle in mir. Die Fülle, die ich in mir trage, um meinen Wunsch zu verwirklichen. Und dieser Wunsch ist da, weil ich alles habe, was ich zur Umsetzung brauche. Zweifel beiseite!

Ja, dieser Gedanke gefällt mir und gibt mir Halt für den Tag!

Beflügelte Grüße aus Köln an Ihren Bildschirm

Anja Kolberg

Freitag, 09 März, 2007

Gehe deinen Weg.

Er bringt dich in deinem Rhythmus zu deinem Ziel.

Meinen Weg gehen, nicht den von Anderen.

Meine Geschwindigkeit. Meine Pausen. Meine Schrittlänge.

Mein Rhythmus trägt mich zu meinem Ziel.

Zeit, den Weg zu ertasten. Zeit, meinen Rhythmus zu finden. Zeit, mich selbst zu finden.

Ich gehe meinen Weg.

Anja Kolberg

Donnerstag, 08 März, 2007

Mir selbst vertrauen

"Vertraue DEINEN Gefühlen" so der Text meiner Tagespostkarte. Mir gefällt die Idee, mir jeden Tag eine Postkarte aus meiner Postkartenset Edition Nr. 1 zu ziehen - als Impuls für den Tag - und wenn es geht, hier im Blog darüber zu schreiben.

Wenn ich die Karte hier sehe, denke ich an deren Entstehungsprozess. Für all die Postkartentexte habe ich meine Tagebücher und Notizen zu meiner beruflichen Veränderungsarbeit durchgeschaut und die Texte herausgesucht, die mich zu dem Zeitpunkt am stärksten berührt haben.

Immer wieder hinterfrage ich mich selbst, glaube nicht an mich, zweifle an mir. Diese Karte hier sollte eine Bestätigung sein, dass die eigenen Gefühle stimmen. Die unterschiedlichen Mohnblüten, die sehr zart, zerbrechlich, aber auch sehr ins Auge fallen, sind für mich ein Spiegelbild der unterschiedlichen Gefühle. Seinen eigenen Gefühlen zu vertrauen - bedeutet für mich auch, dass sie eine Berechtigung haben, egal, welche Gefühle es sind - Begeisterung, Freude, Wut, Angst, Zorn, Zweifel - und dass mir die Gefühle etwas sagen wollen, sonst wären sie nicht da. "Vertraue DEINEN Gefühlen" heißt für mich, nicht den Gefühlen und Meinungen Anderer mehr Gewicht geben als meinen eigenen.

Ich war mit der Karte sehr zufrieden. Doch ich musste, bevor ich die Postkarten in die Druckerei gegeben habe, jemand anderem noch die Karten zeigen. Ich wünschte mir ein Feedback als Bestärkung. Dafür habe ich mir meinen Bruder ausgesucht. Wir beide verstehen uns gut, lieben beide das Fotographieren, Gestalten... Er hat viel Begeisterung gezeigt und mich ermutigt. Doch genau bei dieser Karte hatte er so einiges auszusetzen. Und was mache ich? Ich war schon drauf und dran, an mir zu zweifeln und überlegte, ob ich die Karte nach seinen Anregungen ändern soll. Da saß ich vor dem Bildschirm, schaute auf die Karte und las den Text durch. "Was steht da, Anja?", fragte ich mich. "Vertraue DEINEN Gefühlen." Ja, und meine Gefühle waren, bevor ich sie zeigte: Die Karte ist toll und stimmig. Warum zweifelte ich wieder an mir? Es kam mir plötzlich wie eine Prüfung vor. Ja, das war's: Ich mache jetzt, was ich schreibe und vertraue mir und meinen Gefühlen. Ich habe die Karte so gelassen wie ich sie gemacht habe. Das war ein unbeschreiblich gutes Gefühl.

Dieses Ereignis hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Eine wunderbare Erfahrung und Ermutigung, meinen Gefühlen, mir selbst zu vertrauen.

Diese Erinnerung begleitet mich heute durch den Tag.

Ihre Anja Kolberg

Dienstag, 06 März, 2007

Kleine Macken...

... machen liebenswert!

Erinnern Sie sich an die frühere Kollegin von mir, auf deren 60. Geburtstag ich nicht gegangen bin, weil ich mich bei dem Gedanken auf viele unbekannte Menschen zu treffen nicht wohl fühlte? (Die Geschichte stand in einem meiner Newsletter.) Die sagte bei einem folgenden Treffen zu mir: "Jeder hat doch eine Macke. Der eine hat dies, der andere das. Das macht doch nichts." Ups. Ich und eine Macke? Ich, die es möglichst allen recht machen will? Dadurch, dass ich auf mich gehört hatte, statt das zu tun, was man allgemein bei einer solchen Einladung erwartet, hatte mein güldener Schein eine Macke bekommen. Herrlich. Endlich.

Und so erschreckend das im ersten Moment für mich war, es war auch erleichternd, nicht mehr perfekt sein zu müssen. Ich will mir kleine Macken gönnen und vor allem dazu zu stehen. Warum? Weil sie wirklich liebenswert machen. Und weil es gut tut, Macken zu haben. Ich kann aufatmen. Stehe nicht mehr unter Druck, es allen recht machen zu wollen. Ich bin ein Mensch. Ich lebe.

Und mir fällt auf, dass perfekte Menschen mit hohen Ansprüchen sehr anstrengend auf mich wirken (wahrscheinlich, weil ich mich selbst darin wieder erkenne...). Warum? Weil sie auf Andere unbewusst Druck ausüben und ihnen zeigen, dass sie nicht so gut sind, weil sie ihr Leben, ihre Aufgaben nicht so perfekt schaffen. Hm. Und mir fällt auf, dass ich Menschen mit Macken mag, weil ich mich dann auch mehr so zeige wie ich bin. Ich kann mich fallen lassen.

Herrlich! Ich wünsche mir einen Tag, an dem ich zu meinen Macken stehe - und mich so noch mehr liebe und anerkenne wie ich bin. Ein guter Schritt!

Ihre Anja Kolberg

Mittwoch, 27 Dezember, 2006

Leise rieselt...

... der Weihnachtsbaum. :o) Zwar hat es hier in unserem Stadteil so richtig schön gefroren, aber zu leise rieselndem Schnee reicht es immer noch nicht. Da muss der Weihnachtsbaum herhalten. :o)

Na, haben Sie Weihnachten gut überstanden? Ich spüre richtig Lust auf Neues. Die Zeit zwischen Weihnachten und Sylvester eignet sich ja ganz gut, um Revue passieren zu lassen, was im Jahr 2006 so alles war und welche Pläne für das neue Jahr anklopfen.

Haben Sie auch so viele Veränderungen im Jahr 2006 erlebt? Ich mag ja Veränderungen, aber nur die, die ich selbst anstrebe. Wenn ich keinen Einfluss auf die Veränderungen habe, die in mein Leben treten - ist das nicht so leicht anzunehmen. Im nachhinein betrachtet ergab es immer einen Sinn, wenn Veränderungen auf diese Weise in mein Leben wollten. Ich sehe auf das Kalenderblatt Dezember "Lerne, Kontakt zu der Stille in dir aufzunehmen, und wisse, dass alles in diesem Leben einen Sinn hat." sagt Elisabeth Kübler-Ross. Ja, annehmen was ist und darauf vertrauen, dass alles einen Sinn macht, auch wenn ich ihn jetzt noch nicht sehe. Der Himmel hat einen Plan. Und während die Engel ihn schmieden mache ich es mir hier auf der Erde einfach ein bischen gemütlich.

Das ist das Beste, was ich für mich tun kann: Es mir gut gehen lassen. Darauf achten, dass ich mir gebe, was ich brauche. Zum Beispiel Ruhe. Stille. Zeit, in mich hinein zu horchen.

Und die nehme ich mir jetzt. Einen zauberhaften Abend!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 04 Dezember, 2006

Aus dem Herzen gesprochen...

... hat Stefanie Hentze mit ihrem Bericht über den Weg Ihrer Veränderung vielen von Ihnen. Das bestätigen Ihre Mails. Zum Beispiel schreibt BK: "Heute gefiel mir besonders der Beitrag von Stefanie Hentze ... "mit Gottvertrauen auf dem Sofa liegen", wie Recht sie hat!"

:o) Ganz nach meinem Geschmack! Ich wünsche Ihnen allen eine genussvolle Zeit auf dem Sofa. :o)

Herzlichst

Anja Kolberg

Mittwoch, 09 August, 2006

Entscheidungsvakuum

So richtig weiß ich heute nichts mit mir anzufangen. Alle kleineren Aufgaben sind erledigt, einige Entscheidungen stehen an und stehen an und... Arg! Schrecklich. Ich mag das nicht besonders, wenn es nicht so schnell vorwärts geht, wie ich will, NUR weil ich mit meiner Entscheidung nicht zu Potte komme!

Manchmal kann ich mich ganz schnell entscheiden. Zum Beispiel, wenn mich jemand fragt: "Schokoladeneis oder Zitronensaft?" Geht doch! Aber wenn es dann ernster wird und ich ein Risiko eingehe oder nicht in die Zukunft schauen kann (aber am liebsten will), ja dann... Dann wäge ich ab. Hin und her. Halte Teambesprechungen ab (Sie wissen ja, im inneren Team.), wäge betriebswirtschaftlich ab, frage mein Herz... UND DENNOCH - verflixt, entscheide ich mich nicht. Weil es egal ist, wie ich mich entscheide. Hauptsache: Ich entscheide mich. Aber ich tue es nicht. Und dann bin ich furchtbar ungeduldig. Vielleicht hat das auch mit den Eigenarten meines Sternzeichens zu tun: Widder, Aszdendent Löwe...   Ein bischen viel Ungeduld gepaart mit viel Kraft und Energie. Himmel!

Da mein Hilferuf an Petrus vor 14 Tagen so wundervoll geklappt hat, versuche ich es jetzt noch einmal. Hm, an wen wende ich mich denn jetzt? Ich glaube schon, dass himmlische Kräfte nötig sind, bei der größe meines Problems. Es ist klar: Gerade das Problem, das ICH habe, ist gerade am allerschlimmsten und allerdringensten. Und ich denke: Ach, wenn DIE Entscheidung gefunden ist, bin ich glücklich... Jaja, ich weiß, eine Illusion... Zurück zu meinem Hilferuf. Ich wende mich bei der Größe meines Problems mal universal an alle da oben im Himmel, die mir helfen können: "An die guten Kräfte des Himmels! Bitte helft mir, dass ich für die anstehenden Entscheidungen - die mich soooo sehr blockieren und lähmen - leichte und einfache Lösungen finde und dass ich darauf vertraue, dass ALLES gut wird, obwohl ich mehr Zeit brauche, als ich mir geben möchte. Bitte!"

Und was hilft ansonsten? Richtig! Akzeptieren, was ist: Jetzt gerade habe ich dieses doofe Entscheidungsvakuum, fühle mich unwohl damit, scharre mit den Hufen und will am liebsten mit dem Kopf durch die Wand. Aber ich brauche mehr Zeit, als ich mir geben will. Es nützt nichts:

Liebe Grüße aus dem von Robiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii-Fans belagerten Köln-Junkersdorf (und lieber Petrus, für die bitte einen RegenSTOPP! Danke!)

Anja Kolberg

Freitag, 14 Juli, 2006

Gefühle...

Gerade noch fragt mich meine Heilpraktikerin, wie ich bin, wenn ich wütend bin und was mich wütend macht. Da fällt mir doch wahrhaftig nichts ein, ich muss ganz tief in meiner Erinnerungskiste wühlen. Ich und wütend? Ich komme mir vor wie ein Lämmchen auf der Wiese. Kann es sein, dass ich bestimmte Gefühle gar nicht habe? Ist das gut oder nicht gut?

Und während ich so vor mich hingrüble, hilft mir jemand auf die Sprünge. Zwei Sätze und Reaktionen genügen und ich spüre sie:

Herrlich, dass einem immer Helferlein über den Weg laufen, wenn man gerade etwas braucht.

Die qualmende

Anja Kolberg

... darüber schreiben und malen hilft übrigens ... die Wut ist wieder verpufft ... jetzt kann ich sogar darüber lachen ... schön!

Mittwoch, 14 Juni, 2006

ICH BIN FREI!

Manchmal quäle ich mich sehr sehr lange mit einer Entscheidungsfindung. Mache mich fertig, dass ich sie immer noch nicht gefunden habe. Wäge ab, hadere, bin unzufrieden, vor allen Dingen viel zu ungeduldig. Das haben Sie ja vielleicht in meinem Beitrag über das Loslassen gelesen. Es ist ja nicht so, dass ich das Alte nicht wertschätze. Oh nein! Ich bin damit zufrieden, mag es - bei all den immer lauter werdenden Nebenwirkungen - und gerade das macht die Sache so schwer.

Nachdem ich mir erlaubt hatte, dass weder die eine noch die andere Entscheidung die richtige für mich ist und ich es erst einmal so lassen kann, manifestierte sich eine Entscheidung. Ich habe mit meinem Partner darüber gesprochen, der mich ermutigt hat und das hat die Entscheidung noch mehr gefestigt. Jetzt ist sie gefallen. Ich bin mir sicher. Ich bin klar, was ich nicht mehr will. Und habe mich entschieden. Das tut soooooo gut. Ich fühle: Ich bin frei! Wirklich frei - bei aller Angst (klar, die kommt jetzt auch), wie denn das Neue wird. Ob alles gut gehen wird.

Ich habe das Gefühl, dass ich eine neue Türe geöffnet habe. Ich nehme die Wärme wahr, die aus dem neuen Raum zu mir strömt, ebenso nehme ich verschiedene Düfte wahr, viel Trubel, Stimmen, Lachen, Singen und gaaaaaaaaaanz viel Natur.

Ich freue mich auf das, was vor mir liegt und genieße jetzt 3 Tage Auszeit bei meiner Oma auf dem Land. Herrlich. Ein schööööööner Garten von meinem Onkel und meiner Tante mit Liebe angelegt, inklusive freilaufenden Hühnern und Gänsen und einem großen Gemüsebeet. Dann erwartet mich meine liebe Oma mit einem grooooßen kölschem Herz, die ich sehr sehr liebe. Dann werde ich meine Eltern besuchen, quatschen, lachen... Mit Mama & Oma Halma spielen. Fotographieren und mich verwöhnen lassen, noch mal Kind sein. Einfach da sein. Ach, ist das schööööön!

Herzensgrüße von einer unglaublich befreiten, klaren

Anja Kolberg

Mittwoch, 31 Mai, 2006

Ich reiche völlig aus

Kennen Sie das Gefühl, zu meinen, dass andere besser sind als man selbst?
Dass das, was die können und nutzen, das Richtige ist und ich das Falsche nutze/habe/mache? Seien es Computerprogramme, Ausbildungen, Foto-Ausrüstung, bestimmte Marktführer/Arbeitgeber... Was auch immer. Bei den Weiterbildungen, die ich in der letzten Zeit besucht habe, dachte ich immer, dass ich dort lerne, wie ich "es richtig mache". Und was stelle ich fest? Es war genau richtig, so wie ich es gemacht habe. Es reicht völlig aus. Meine Art eben. Vielleicht nicht die technisch optimalste Art, aber ich erreiche mein Ziel auch.

Jetzt, wo ich das weiß, geht es mir besser, ich habe neues Selbstbewusstsein getankt und ich bin frei, es so zu machen, wie ich es will. :o)

Einen sonnigen Tag aus dem derzeit trockenen Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 24 Mai, 2006

Meilenstein geschafft!

So grau wie der Tag angefangen hat...

So gut geht es mir jetzt!

Oh, was war ich heute Mittag und Nachmittag unzufrieden mit mir selbst (siehe unten). Nachdem ich erst mal wieder abgelenkt war von meiner Aufgabe (tsssss...) habe ich mich dann doch noch motivieren können, meine Aufgabe anzufangen. Und es ist was ins Rollen gekommen! Längst ist die kleine Aufgabe abgehakt, aber die eine Sache hat eine nächste ausgelöst... Herrlich weit bin ich heute gekommen. Ein Meilenstein-Tag auf meinem Weg. Was für ein wunderbarer Tag! :o))

Das erinnert mich an den Domino-Effekt aus der Lösungsorientierten Gesprächsführung: Man geht nicht davon aus, dass ellenlange To-Do-Listen zum Erfolg führen, sondern dass ein kleiner Domino-Stein - der erste Schritt* - viele andere auslöst. Und die führen dann zum Ziel. Ja, und dieses Prinzip hat sich heute mal wieder in der Praxis bewährt! :o)

Jetzt gehe ich mich belohnen! :o)

Einen schönen Feiertag!

Anja Kolberg

*Mit dem ersten leichten Schritt starten auch die Teilnehmerinnen des Intuitiven Berufsworkshops von letzter Woche nach unseren gemeinsamen 2 Tagen. Wunderbare Teilnehmerinnen mit schöööönen Ideen!! Winke winke von hier!

Samstag, 20 Mai, 2006

Der richtige Zeitpunkt kommt

Geduld haben - für einen Widder wie mich gleicht das der Besteigung des Mount Everest. Doch es nützt nichts - manchmal geht es nicht anders und ich muss geduldig sein. Wie heißt es so schön: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Leichter verstanden als umgesetzt!!!

Manchmal - jetzt gerade schon wieder in einem Herzensprojekt - hänge ich in Warteschleifen und bin sehr unzufrieden mit mir, weil ich noch nicht so weit bin wie ich eigentlich sein könnte. Irgend etwas blockiert mich dann. Ich weiß, dass ich eigentlich nur dies oder das tun muss, dann kommt die Sache, die ich vorhabe, in Bewegung. Aber es gibt immer irgend einen guten Grund, der mich davon abhält, wirklich aktiv zu werden.

Jetzt kann ich zwei Dinge tun:

  1. Auf mir weiter rumhacken. (Bewährte, aber unbefriedigende Methode.)
  2. Akzeptieren, dass es so ist wie es ist und bestimmte Anteile in mir einfach noch Zeit brauchen. (Schwerer, aber wohl der stimmige Weg.)

Der Blick auf die Natur hilft mir: Auch wenn ich am liebsten hätte, dass der Mohn jetzt schon blüht: Es geht einfach nicht schneller, selbst wenn ich jeden Tag daran denke. Die Natur hat ihren ureigenen Rhythmus und es gibt einen stillen Plan, der dafür sorgt, dass alles zum richtigen Zeitpunkt wächst, blüht, sich zurück zieht. Haben Sie schon mal orientalischen Mohn in unserer deutschen Region erlebt, der z.B. im Winter blüht? Selbst wenn die Pflanze es sich in den Kopf gesetzt hätte: Wahrscheinlich wäre all ihre Lebenskraft verbraucht, wenn sie aus dem Boden gekommen wäre, geschweige denn hätte sie lange zu leben. Stimmen aber die Rahmenbedingungen, wenn es Frühling ist, der Boden warm, dann wächst sie wie von selbst und wird größer und größer, entwickelt Knospen und wenn es soweit ist, dann springt die Mohnknospe eines Tages auf und ein Zauberwerk an Farben entblättert sich wie von selbst!

Auch Veränderungsprozesse haben ihren eigenen Rhythmus, einen tieferliegenden Zeitplan, den ich nicht vollständig beeinflussen kann. Ich will darauf vertrauen, dass der richtige Moment kommt und ich dann wie von selbst aktiv werde und handle. Denn genau dann ist der richtige Zeitpunkt und alle Rahmenbedingungen stimmen! Ich möchte geduldig sein, auch wenn ich nicht verstehe, warum ich noch nicht aktiv sein kann. Ich will darauf vertrauen, dass es einen Grund hat, die Rahmenbedingungen vielleicht noch nicht ganz stimmen, ich noch wichtige Informationen brauche, die noch auf dem Weg zu mir sind und eine schützende Hand mich davor bewahrt, zu schnell aktiv zu werden. Das gute ist ja: Es ist kein Winter mehr, die Mohnknospen sind schon riesig groß (die in Nachbars Garten, meine neu gepflanzte braucht wohl noch ein Jahr, um sich ganz in meinem Garten wohl zu fühlen). Es dauert also nicht mehr allzu lange! :o)

Also lenke ich mein stures Widderköpflein ab und nähe heute weiter an meiner wunderschönen fliederfarbenen Wildseidenjacke. (Mein 1. Berufswunsch zeigt sich auf einmal wieder. :o))))

Schööööönes Wochenende!

Anja Kolberg

P.S. Das nachfolgende Zitat von Dietrich Bonhoeffer ist mir gestern dazu passend über den Weg gelaufen. Heute habe ich eine neue E-Card im Megaformat dazu entwickelt. Die gefällt mir richtig gut!




Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

DIE FRAU DAHINTER...

Mehr über Anja Kolberg
Hallo, ich bin Anja Kolberg. Mehr über mich.
Lust auf ein Feedback? Mail

ZITATE

E-CARDS

Klick zu den E-Cards

Mir gefällt...

WERTSCHÄTZUNG

Dankeschön
Ihnen gefällt mein Blog, Sie möchten mir danken?
Ich mag Überraschungen per Post...
eine Freude ist auch ein Dankeschön via Paypal:

Bitte wählen Sie Ihren

STARTSEITE

Machen Sie Frauencoaching zu Ihrer Startseite!
Mehr Infos