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Donnerstag, 31 Dezember, 2009

Danke, dass du gehst!

Liebes Jahr 2009,

du warst wirklich nicht mein Liebling. Anstrengend warst du, schmerzhaft, lähmend, herausfordernd. Du hast mich an meine Grenzen geführt. Puh! Bin ich froh, dass du jetzt gehst. So gerne hätte ich dich schon mehrmals vor Wochen und Monaten gebeten zu gehen, doch das ging nicht. Du hattest genau vorgeschriebene Termine. Ich musste dich aushalten. Manchmal warst du echt eine Nummer zuviel für mich.

Nein, es war nicht alles schlecht mit dir. Das wäre unfair zu behaupten. Du hast mir auch viel gutes gebracht: Tiefe Erfahrungen, persönliche Weiterentwicklung, geschäftlichen Erfolg. Ich habe sehr viel über mich selbst und meine Geschichte gelernt. Du hast es geschafft, dass ich über mich hinaus gewachsen bin. Ich habe viele schöne Momente mit dir erlebt.

Und jetzt ist gut. Nichts mehr offen. Die schmutzige Wäsche bleibt heute ungewaschen liegen. Es ist mir egal, dass ich sie mit ins neue Jahr nehme. Heute wird auch nicht mehr gesaugt, die Fenster bleiben ungeputzt, die Wollflusen unseres Hundes werden auch noch morgen in den Ecken liegen. Die Kalk- und Zahnpastaspuren im Waschbecken möchte ich auch mit ins neue Jahr nehmen. Was das ist? Ich würde sagen eine neue Gelassenheit. Loslassen vom Perfekten. Frei sein für das, was mir Spaß macht, für das, was ich will und Abschied nehmen, von dem, was mir nicht gut tut, was mich unter Stress setzt, was ich nur mache, weil ich meine, es muss so sein, es gehört so. Keine Lust mehr darauf. Tschüß!

Danke, 2009, dass du das mit dir nimmst. Für mich bist du wie ein riesengroßes Schiff. Ein Tanker, ein Frachter. Kein Unglücksschiff, sondern ein sicherer Weg über das Meer des Lebens zu kommen. Es war gut, dass du da warst, denn im Sturm hast du mir Schutz geboten und mich einfach mitgenommen.

An 2010 will ich heute gar nicht denken. Nein, heute noch bleibe ich im hier und jetzt und feiere den Tag, an dem du gehst.

Deine Anja

Montag, 28 Dezember, 2009

Endspurt

Huhu da draußen!

Na, Weihnachten gut überstanden? Ich ja, schön war's. Besonders schön lümmelig war der erste Feiertag, da hatten mein Mann und ich komplett "frei" und haben den Tag in Jogginghose, Shirt und dicken Socken verbracht. Ofen an, Couch, schön kuschelig, lesen, fernsehen... Herrlich, so ein Tag Kraft tanken.

Jetzt freue ich mich auf die Tage zwischen den Jahren, wo es so schön locker zugeht. Frei haben, tun, worauf ich Lust habe, entspannen, den Tag auf den Kopf stellen, zurückblicken und ein bischen nach vorne.

Puh, bin ich müde, diese Nacht war Sturm und unser flauschiges Kuscheltier war treppauf treppab unterwegs, bis sie sich nach zwei Stunden beruhigte. Kommt Gott sei dank immer seltener vor. Gäääähn, mir fehlt Schlaf. Vielleicht sollte ich heute ein Mittagsschläfchen machen?

Anja Kolberg

Mittwoch, 23 Dezember, 2009

Fröhliche Weihnachten!

Animierter Weihnachtsgruss

Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen wunderschöne freie Tage und dass sich Ihre innigsten Wünsche für das Fest der Liebe erfüllen.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr

Dienstag, 22 Dezember, 2009

Mit dem Herzen sehen können

So viele Informationen über andere Menschen erreichen mein Inneres über meine Augen. Kleidung, Haare, Gesichtszüge, Zähne, Körperbau, Körpergröße, Alter, Narben, Wunden, Versehrtheit, Herkunft - all diese visuellen Reize haben Einfluss auf das Urteil, welches ich mir von meinem Gegenüber bilde. Doch dies alles - auch der Wert der Kleidung, wie viel oder wenig gepflegt jemand ist, ob und welchen Schmuck jemand trägt, welches Auto er/sie fährt, in welchem Haus jemand wohnt, gesellschaftlicher Stand, wie die Einrichtung ist - sagt nicht wirklich etwas über die Schönheit der Seele aus, die im Körper dieses Menschen wohnt.

Gestern Abend bei 'Bauer sucht Frau' störte es eine Teilnehmerin offensichtlich nicht, dass der Mann jedes Mal, wenn ich ihn sah, sehr schmutzige Fingernägel hatte. Mich würde das stören. Ihr gefiel der Mensch. Das brachte mich zum Nachdenken.

Welche Kraft ist nötig, den Menschen hinter der Äußerlichkeit zu entdecken und sich unabhängig davon in ihn zu verlieben? Oder im Alltag völlig unbefangen von den aufgebauten Kulissen auf andere zuzugehen.

Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder einmal schnell jemanden wegen Äußerlichkeiten beurteile. Ich möchte mich darin üben, mit dem Herzen zu sehen: Die Augen ausschalten und mich auf mein Herz konzentrieren und das, was es wahrnimmt. Damit habe ich die Chance, die Seele und damit die wirkliche Schönheit und Besonderheit eines Menschen kennen und schätzen zu lernen.

Anja Kolberg

Montag, 21 Dezember, 2009

Schnee-Grüße

 

Das wir Kölner das vor Weihnachten erleben dürfen! Schnee - Schnee - Schnee - das passt doch zum heutigen Winteranfang. Der kleine Ahorn an unserem Bachlauf - in weiße Kristalle gepackt. Der Blick aus dem Bürofenster: Blauer Himmel, weiße Dächer, Sonne, Schnee in den Tannen. Hm, das mag ich.

Ich hatte ein schööööönes Wochenende. Gestern zum Überraschungsbesuch kam die Familie meines Mannes: Ständchen singen, Waffeln im neuen FC-Waffeleisen backen. Das war richtig schön und gemütlich.

Anschließend sind wir zwei zum Heimspiel des 1. FC Köln, die Karten hatte ich meinem Mann zum Geburtstag geschenkt. Das Stadion erreichen wir zu Fuß in zwanzig Minuten. Trotz des eisekaltes Wetters - wir waren im Zwiebellook gewappnet - war es ein toller Ausflug. Vor allen Dingen, dass der Lieblingsfußballverein meines Mannes auch noch gewann! Zwei der drei Tore konnten wir aus nächster Nähe beobachten, weil wir genau oberhalb des Tores saßen. Fußball im Stadion ist echt klasse: Singen, schreien, mitfiebern, sich über den Schiedsrichter aufregen, Torjubeln - herrlich, einfach herrlich. Glauben Sie mir: Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mir das wirklich mal so viel Freude machen kann. Als die Nachbarskinder früher Fußball spielten und mit den Vereinen fieberten, fand ich das immer grottenlangweilig. Aus Solidarität mit meinem Mann sah ich mir Welt- oder Europameisterschaften am TV mit an. Doch das alles ist nichts gegen den Besuch im Kölner Fußballstadion, vor zwei oder drei Jahren hatte ich meinen ersten Besuch dort. Die Stimmung, die Fans, das Spiel miterleben ist etwas besonderes. Natürlich erst recht, wenn der Verein gewinnt.

Zurück stapften wir glücklich durch den zwischenzeitlich reichlich gefallenen Schnee. Zu Hause wartete Minu darauf, durch den Schneegarten zu toben, Schnee mit ihrer Schnauze zu schieben und frisch gepresste Bälle zu fangen. Dann auf die Couch, den Kaminofen an und Sisi gucken. Der Weihnachtsbaum steht schon eine Woche, bei uns immer wieder in Rot mit wunderschönen uralten Holzfigürchen, die wir von Guidos Großmutter übernommen haben. Die liebe ich sehr.

Mein kleines großes Glück am Wochenende.

Anja Kolberg

PS: Heute ist neben dem Winteranfang auch Wintersonnenwende, genau genommen heute Abend. Ab jetzt werden die Tage wieder länger. Das Licht kehrt zurück. Das finde ich herrlich!

Donnerstag, 17 Dezember, 2009

Gefühlsachterbahnfahrt - Wow!

Guten Morgen aus Köln! Ja, es ist ein guter Morgen, denn heute früh konnte ich ein Problem lösen, von dem ich gar nicht wusste, das ich es hatte...

Ende November führte ich ein Shopupdate durch, sprach mit den netten Herren vom Support, änderte einige Sachen... Das hatte zur Folge, dass ich nur noch Bestellungen erhielt, jedoch keine Nachrichten, also keine normalen Mails an meine Shopadresse. Ich wunderte mich schon, weil ich sonst so viele Rückmeldungen für die Päckchen erhalte. Ein bischen traurig war ich schon...

Heute habe ich durch die liebe Mail einer Kundin an meine Frauencoaching.de Adresse das Problem entdeckt und behoben. Und plötzlich erreichte mich ein ganzer Haufen an Rückmeldungen! Was für ein schönes Gefühl, tut das gut! Inzwischen sind alle Mails gesichtet - ich bin beruhigt ... und happy!

Die Welt - die Technik - ich - nichts davon ist perfekt. Kleine Macken machen liebenswert!

Postkarte Nr. 06009 - Klick zum Shop

Ich bin liebenswert, auch wenn ich nicht perfekt bin. (Manchmal ganz schön schwer, mich dann selbst lieb zu haben, aber es klappt immer besser...)

Von Herzen

Anja Kolberg

Montag, 14 Dezember, 2009

Knusper, knusper knäuschen...

... wer knuspert an meinem Häuschen?

 

Das wird sich wohl die Hexe dieser stattlichen Behausung die nächsten Tage fragen.

 

Bauherren dieses Meisterwerkes: Marie und Lea, die bezaubernden Töchter meiner Freundin. Gehilfen: Meine Freundin Babsi und ich.

Was hat der gemeinsame Nachmittag mir eine Freude bereitet. Die Lebkuchenplatten waren vorbereitet, wird durften uns mit dem Zuckerguss beim Aufbauen und Dekorieren austoben. Das war genau richtig für ein paar schöne gemeinsame Stunden. Meine Freundin hatte zur Stärkung vorher einen einladenden Adventstisch gedeckt: Kerzen brannten, Kaffee duftete....

Ich bin begeistert von unserem Hexenhäuschen. Die beiden Kinder haben so viel Phantasie und Ideen für das Dekorieren - so schön kunterbunt könnte ich das niemals mit so viel Leichtigkeit machen.

Abends bin ich aufgefüllt mit ganz viel Freude nach Hause gefahren.

Die glückliche Gehilfin

Anja Kolberg

Freitag, 11 Dezember, 2009

Die Zeit rast plötzlich & Geschenkvorfreude

Je näher es auf Weihnachten zugeht, desto schneller geht die Zeit voran. So kommt es mir auf jeden Fall vor - und ich freue mich auf das Fest - und den Jahreswechsel.

Dieses Jahr mache ich mit meiner Familie Wichteln. Das große Geschenkeverteilen haben wir schon lange eingestellt, weil es einfach nur noch in Streß für uns alle war und uns ein bischen der Sinn von Weihnachten verloren ging. Mit unseren Familien Zeit verbringen, das war wichtig. Nach ein paar Jahren Abstinenz wollen wir es jetzt mal mit dem Wichteln probieren. Maximal 5 Euro darf es kosten. Es soll nur eine Kleinigkeit sein, ein aneinander denken. Und es tut einfach gut, etwas geschenkt zu bekommen. Da keiner weiß, wer das Geschenk erhält (wir werden es auslosen oder auswürfeln), ist der Druck weg, etwas zu finden, was dem anderen gefällt. Notfalls werden wir untereinander die Geschenke tauschen. Wo ich mich noch mehr drauf freue, ist das Trash-Wichteln. Jeder bringt etwas mit, das er quitt werden möchte. Ich freue mich schon darauf, zu rätseln, was in den Päckchen ist! Ich glaube, das wird Spaß machen.

So werden wir also nicht nur mit Essen den Heilig Abend verbringen, sondern auch mit zwei Geschenkerunden.

Nur noch zwei Stündchen, dann werde ich mit den Engeln Plätzchen backen. Ich bin bei meiner Freundin und ihren süßen Töchtern eingeladen. Dieses Jahr erfüllen wir einen Wunsch von mir: Ein Lebkuchenhexenhäuschen bauen. Ich hab's noch nie gemacht. Die Lebkuchen sind schon fertig. Drücken Sie mir die Daumen, dass es wirklich hält...

Ein zauberhaftes Wochenende wünsche Ihnen Ihre

Anja Kolberg

Dienstag, 08 Dezember, 2009

Nass und grau...

... begrüßt mich der Himmel über Junkersdorf heute morgen. Bäh! Gut, dass es drinnen so kuschelig und gemütlich ist.

Ich kann ja verstehen, dass es für manche Verkäufer in der Vorweihnachtszeit nicht leicht ist: Stress, viele Leute, viele Fragen, nörgelnde Kunden, lange Schlangen, da kann man wirklich schlechte Laune bekommen. Gestern war ich in einem Geschäft für Künstlerbedarf. Der Herr an der Kasse war der König unter den Genervten: Kein Blickkontakt, gebückte Haltung (sie stehen dort hinter den Kassen), mürrische Antworten, Zeitlupenbewegungen, ein Gesicht wie - ich kann es nicht beschreiben... Bei der Wartezeit an der Kasse herrschte eine besch.... Stimmung und ich musste mir seine Art unweigerlich anschauen und anhören, es machte echt keinen Spaß.

Als ich an der Reihe war, nahm ich mir ein Herz. Okay, für die erste Nanosekunde wollte ich nicht mein Herz, sondern meine Wut auspacken und ihm sagen, dass es keinen Spaß macht, auf so einen griesgrämigen Kassierer zu warten. Doch dann überwog meine Vernunft. Keinen Bock, mich aus Strafe wieder hinten anstellen zu müssen... Also Wut wieder eingesteckt und das Herz ausgepackt. Ich guckte ihn freundlich an und fragte: "Kein guter Tag heute? Sie sehen so traurig aus." Er antwortete, dass es so ist wie jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft: Purer Stress. "Also sollte ich Sie im Moment nicht um Ihren Job beneiden?" Langsam taute er auf, erzählte was, lächelte. Als ich nach zwei Minuten ging, sagte er mir mit einem Lächeln auf den Lippen "Tschüß". Nach dem Gespräch ging es auch mir besser und ich konnte ihn verstehen. Am liebsten hätte ich ihn in Urlaub geschickt oder ihn gefragt, was er eigentlich machen möchte in seinem Leben. Denn wenn ich mich recht erinnere, schaut er immer so traurig und kraftlos aus. Es kann nicht sein, dass er diesen Job wirklich machen möchte. Was für eine Geschichte hat er wohl?

Manchmal steckt man im "falschen" Leben fest. Sei es beruflich oder privat. Woran man das merkt? An der eigenen Unzufriedenheit, an schlechter Laune, trüben Gedanken, körperlichen Symptomen, Traurigkeit... Je länger man schon mit dieser Situation lebt, desto unmöglicher mag es erscheinen, sie zu ändern. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist.

Wir selbst entscheiden das. Wir entscheiden unser Leben. Wir haben das Recht, die Bedingungen festzulegen, mit denen wir leben und arbeiten möchten. Wir haben die Aufgabe, gut zu uns zu sein und dazu gehört auch die Frage:

Wie sieht ein Leben aus, das wirklich lebenswert für mich ist?

Anja Kolberg

Montag, 07 Dezember, 2009

Endlich Weihnachtsstimmung

Es lag nicht nur an den gesunkenen Temperaturen, dass ich in Weihnachtsstimmung gekommen bin. Wirklich viel gebracht hat der Adventskranz, den ich aufgestellt habe. Eigentlich kein Kranz, sondern eines von diesen langen Metalltabletts, welches ich leicht dekorieren konnte. Dazu noch ein Rentier mit Schlitten: Perfekt. Mir ist es egal, dass schon der zweite Advent ist. Dieses Jahr bin ich eben spät dran mit meiner Stimmung.

 

Wunder vollbrachte auch eine Lichterkette am Rosenbogen, der am Übergang von der Terrasse zum Rasen steht und ein (zugegeben nicht echter) grüner Kranz mit roter Schleife an der Türe und natürlich auch der beleuchtete Stern im Fenster. Schon viiiiiiiiel besser.

 

Samstag war ich mit meiner Freundin Martina im Rheincenter in Weiden. Puh! Gut, dass wir schon so früh unterwegs waren, so bekamen wir einen schönen Platz zum Quatschen im Café. Um uns herum wurde es voller und voller und lauter und lauter. Ich habs wahrhaftig geschafft, nachher noch in den Buchladen zu gehen. Schrei! war das voll. Ein Buch habe ich mir trotz der Überfüllung gegönnt: Sarah Kuttners Mängelexemplar. Damit habe ich gemütliche Lesestunden auf der Couch verbracht, dazu der wärmende Kaminofen, Kerzen und gestern zum Sonntagscafé einen Apfelstrudel mit Vanillesoße und Sahne. Hmmm...

Nach dem Besuch im überfüllten Center bin ich heilfroh, dass es Internet-Shops gibt, in denen keine Schlangen an der Kasse stehen, in denen ich in Ruhe aussuchen kann - zu jeder Tageszeit - und bekomme, was ich will. Ich bin dafür eher geschaffen, als mich beim Weihnachtsshopping in die Menschenmassen zu schmeißen. Wenn Sie noch ein schönes Geschenk für Menschen suchen, die ein Faible für tiefsinnige Texte haben: Kommen Sie in meinen Shop. Ich empfehle Ihnen den Tischkalender und das Postkartenset.

Postkartenset - Klick zum Shop

Eine schöne zweite Adventswoche

Anja Kolberg

Donnerstag, 03 Dezember, 2009

Die Tücke der Illusion

Vorstellungen von der Zukunft sind was feines, wenn sie mich beflügeln, mich aktiv werden lassen und dann sogar noch eintreffen.

Die Grenze von der Vision zur Illusion ist fließend. Die Illusion: Ich glaube, es gibt bei der Verwirklichung keine Rückschläge und der Weg dorthin wird ganz leicht werden.

Wenn die Illusion dann ihre Schleier lüftet und unerwartete Schwierigkeiten auftauchen, ist der Energie- und Antriebsverlust groß. Ich zweifle an mir, will aufgeben, bin traurig. Nach Monaten des Gras darüber wachsens habe ich wieder neue Kraft gewonnen und es kann weiter gehen. Diese Falle kann ich umgehen, wenn ich mir keine Illusion darüber mache, dass alles superleicht ablaufen wird. Sondern die Schlaglöcher des Lebens mit einkalkuliere: Ja, es kann hart werden. Ja, ich kann Absagen bekommen. Ja, ich kann monatelang warten...

Dieser Blick auf die Realität macht die Vision nicht zunichte. Er hilft eher, mich noch stärker zu machen und für die Herausforderungen des Weges zu wappnen.

Hoffentlich erinnere ich mich das nächste Mal daran, wenn ich etwas vorhabe...

Einen schönen Adventstag!

Anja Kolberg

Dienstag, 01 Dezember, 2009

Dezember-Zeit

Heute wechselt der Tischkalender 2009 das letzte Mal sein Aussehen. Zeit für den Dezember. In all der Hektik, die in der Adventszeit aufkommen kann, tut es mir gut, mich mit Ruhe, Licht und Frieden zu verbinden. Wenn ich diesen Monat auf den Kalender schaue, werde ich daran erinnert. Ich schließe die Augen und fühle: Frieden. Seufz. Tut das gut.

Klick zum Tischkalender 2010  

Wenn Sie den Kalender für 2010 haben möchten: Hier können Sie ihn kaufen.

Ich wünsche Ihnen schöne Dezembertage mit allem, was Ihnen gut tut.

Anja Kolberg

Freitag, 27 November, 2009

Wenn die Angst übermächtig wird...

Es gibt Situationen, da sitze ich bewegungsunfähig wie ein Häschen vor der Schlange. Meine Angst hat mich gelähmt.

Was ist passiert? Wenn ich der Angst nicht zuhöre, wird sie immer mächtiger und kann mich regelrecht lähmen. Wenn ich sie jedoch als wichtigen Anteil von mir respektiere und ihr zuhöre, dann hat sie heilsame Worte für mich, die mich auf meinem Weg weiterbringen.

Ich nehme die Gelegenheit beim Schopfe und unterhalte mich mal mit meiner Angst:

Anja: Warum habe ich Angst?
Angst: Weil du verletzt worden bist.
Anja: Wer hat mich verletzt?
Angst: Du selbst.
Anja: Nicht andere?
Angst: Nein. Wenn du nicht willst, dass dich jemand verletzt, kann dich niemand verletzen.
Anja: Was kann ich tun?
Angst: Hör auf, dich zu verletzen.
Anja: Aber ich weiß doch gar nicht wie ich mich verletze.
Angst: Doch, das weißt du schon. Es sind Worte wie: "Wusste ich doch, dass es nicht klappt. Das war nicht gut genug. Das reicht noch nicht. Ich kann das nicht. Ich traue mich nicht. Ich bin nicht gut genug. Ich mache einen Fehler. Mach dich nicht zu groß. So toll bist du gar nicht. Ich habe noch nicht genug getan. Ich muss erst noch das und das tun, dann bin ich gut. Ich muss anders werden, dann werde ich geliebt. Ich muss abnehmen, dann bin ich richtig. Mit mir stimmt was nicht. Ich muss mehr Geld verdienen, erst dann darf ich für meine Meinung eintreten."... Weißt du jetzt, was ich meine?
Anja: Ja, Angst, ich weiß jetzt, was du meinst. Was kann ich denn tun?
Angst: Höre zunächst hin, wenn du zu dir selbst sprichst. Höre hin, wann du Worte benutzt, die dich selbst klein machen, dich verletzen, dir nicht gut tun.
Anja: Und dann?
Angst: Erkenne an, dass das schon ein ganz wichtiger Schritt ist. Du unterbrichst den bisherigen Abflauf. Halte inne und finde Worte, mit denen du Verständnis für dich selbst hast und erkläre dir, warum du diese Worte bisher benutzt hast.
Anja: Warum soll ich das tun?
Angst: Weil es dir hilft zu verstehen, warum du so gehandelt hast.
Anja: Und dann?
Angst: Dann sagst du dir liebevolle, aufmunternde Worte. Worte, die sich dein Innerstes wünscht. Worte, die dich glücklich machen.
Anja: Gleich was?
Angst: Ja, das, was dir gut tut. Das weißt du dann schon.

Hm, das klingt gut. So schlimm ist die Angst gar nicht. Eigentlich ist sie sogar sehr lieb zu mir. Wer hätte das gedacht?

Ich wünsche Ihnen ein schönes erstes Adventswochenende!

Anja Kolberg

Mittwoch, 25 November, 2009

Der Kalender geht auf Advent zu...

... das Wetter gar nicht. Die Wärme draußen zu dieser Zeit - ein komisches Gefühl.

Bei mir kommt mehr Weihnachtsstimmung auf, wenn's draußen kalt ist. Aber vielleicht ändert sich das ja am Wochenende. Dann will ich den Advent im Haus einläuten. Derweil helfen Weihnachtslieder ganz gut.

Anja Kolberg

Samstag, 21 November, 2009

Tierschutz beim Eierkauf

Ich dachte, Bodenhaltung sei in gut für Hühner. Es ist auch besser als die Käfighaltung (Kleingruppenhaltung) wie ich jetzt bei der Tierschutzorganisation 4 Pfoten gelesen habe. Ich war immer unsicher beim Eierkauf, was ich nehmen sollte. Mir wäre am liebsten die Hühner würden so draußen rumlaufen und scharren wie bei meiner Oma und meinem Onkel aufm Land. Da haben sie einen eigenen Bereich mit Sträuchern, mit Grün, eine Hütte mit Stange, Nester... Als ich das Bild von der Bodenhaltung gesehen habe, war ich richtig erschrocken. Mit so vielen Hühnern hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte es mir anders vorgestellt.

Die Freilandhaltung, am besten noch Biohaltung trifft noch am ehesten meine Vorstellung. Ich bin froh, dass ich hier jetzt endlich Sicherheit habe. Die Beschreibung der unterschiedlichen Haltungsformen auf der Tierschutz-Webseite hat mir geholfen, meine Entscheidung zu treffen. Wenn Sie sich auch informieren möchten: Hier geht es zur Beschreibung auf der Webseite von 4 Pfoten. Noch besser wäre es wohl, die Eier auf dem Bauernhof zu erwerben, wo man sieht, dass wenige Tiere draußen rumpicken und scharren... Aber einen Anfang kann ich so wenigstens machen.

Auf der Webseite finden Sie auch Mitmach- und Protestaktion (unter Kampagnen) für mehr Ethik in der Haltung von Tieren. Manche Bilder sind grausam, aber es nützt wohl nichts, wegzuschauen. Wenn ich will, dass es solche Bilder nicht mehr gibt, kann ich etwas dafür tun. Die Tierschutzorganisation hat unter Kampagnen den Link: "Was Sie tun können." Da informiert 4 Pfoten dann zum Kaufverhalten, es gibt die Möglichkeit ganz einfach an einem Online-Protest teilzunehmen (E-Mail z.B. an Einzelhandelsketten, die Stopfmast-Produkten noch in ihrem Programm haben und damit die Qual der Tiere indirekt unterstützen...). Unter "Wissen" gibt es auch eine Aktion gegen Tiertransporte.

Das finde ich für mich sinnvoll. So kann ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Welt ein Stückchen besser wird.

Anja Kolberg

Freitag, 20 November, 2009

Was ich mag und was nicht

Erinnern Sie sich an die Freundschaftsbücher? Ich hatte mit ca. 16/17 (Mitte der Achziger) eines und lies alle meine Freunde hinein schreiben. Eine der Fragen, die bei einem Eintrag beantwortet wurden, lautete: "Was mag ich?" und das Gegenstück: "Was mag ich nicht?" Ich habe Lust, die Frage heute nochmal zu beantworten. Also:

Was mag ich nicht?

  • morgens früh duschen, ist mir viel zu kalt und ich schlafe doch noch, zu viel Wasser ist da ungünstig
  • schlechte Laune haben
  • wenn mein Hund krank ist
  • wenn ich Bauchschmerzen habe
  • wenn ich etwas nicht ändern kann, was mir nicht gut tut
  • wenn mein Computer defekt ist oder eines der Programme, die ich dringend brauche

Was mag ich?

  • am späten Nachmittag oder am Abend duschen, hm, dann fühle ich mich richtig wohl, es ist schön kuschelig, ich kann meine Lümmelklamotten anziehn
  • wenn ich frohen Mutes bin
  • wenn Minu im Schlaf bellt
  • überrascht werden
  • Zeit haben, d.h. keine Termine im Kalender
  • wenn die Sonne scheint und es nicht zu heiß ist
  • die Blumen vor meinem Bürofenster (aktuell: Hornveilchen, Silberblatt, Alpenveilchen)
  • das Postfach öffnen und mich überraschen lassen, was darin liegt, am liebsten persönliche Briefe für mich
  • das abendliche Spiel mit meinem Mann: "Sagst du mir drei nette Dinge?" und sie ihm umgekehrt auch zu sagen.
  • das wärmende und helle Feuer in unserem Kaminofen, das mir so viel Energie und Freude am Abend gibt
  • Samstags und Sonntags gemütlich und lange mit meinem Mann frühstücken und dabei Zeitung lesen
  • Kuchen backen & essen (hm und natürlich bei der Zubereitung den Teig testen)
  • Schokolade essen
  • an Aufstellungen teilnehmen (am liebsten 'Freie Aufstellungen' nach Olaf Jakobsen)
  • gute Filme auf DVD schauen (besonders gut sind sie für mich, wenn sie Gefühl haben - so war es bei Wie im Himmel oder eine übersinnliche Komponente haben wie Das Haus am See und solche, die mir etwas mit auf den Weg geben, zum Beispiel ein Film über Schriftsteller wie Geliebte Jane)
  • Die Serien 'Bauer sucht Frau', 'Desperate Housewives', 'Greys Anatomy', 'Medium', 'Navy CIS' und vor allen Dingen 'Doctors Diary' [früher stand dort: 'Denver Clan' :o)]
  • wenn mein Mann mir bei meinen PC-Problemen hilft

Das reicht für heute. Die Sonne scheint, es ist nicht zu heiß, heute früh hatte ich einen unerwarteten Brief eines ehemaligen Studiums-Dozenten im Postfach, Minu geht es nach einem Tag und einer Nacht Bauchweh langsam besser, ich habe ein Wochenende ohne Termine vor mir - das alles sind gute Vorzeichen für gute Laune. Das mag ich!

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaft schönes Wochenende, das Ihnen so richtig gut tut

Ihre Anja Kolberg

Mittwoch, 18 November, 2009

Mein inneres Kind...

... trägt Verletzungen. Manche der Wunden sind verheilt, andere Wunden wurden nicht gesehen, nicht gewertschätzt, nicht wahr genommen. Aber sie sind noch heute da.

Als Erwachsene trage ich nun die Verantwortung für mein Wohlbefinden. Ich habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, dass meine seelischen Wunden heilen und dass ich mich von dem befreie, was mich belastet. Wenn ich das möchte. Ich brauche dafür nicht das Schmerzhafte noch einmal zu durchleben. Was mich heilt, ist die Aufmerksamkeit, die ich meinem inneren Kind schenke.

Es geht nicht darum, mit Dartpfeilen auf Bilder der Menschen zu werfen, die für die Wunden verantwortlich sind oder sie gar auf mich selbst zu werfen.

 

Es geht um Liebe. Liebe und Verständnis. Manchmal tut es mir auch gut, hinzuschauen, was meine Traurigkeit ausgelöst hat. Zu spüren, was ich damals gebraucht hätte. Mein inneres Kind braucht Erklärungen. Dann begreift es, es kann weinen und die Traurigkeit verstehen.

 

Montag Nachmittag war ich traurig. Ich war traurig, ohne mir erklären zu können, wieso das so war. Trotz meines morgendlichen Wohlfühlprogrammes. Die Traurigkeit überkam mich einfach. Ich habe gelernt, dass die Traurigkeit da sein darf. Sie gehört zu mir. Und zu dem Prozess, in dem ich mich gerade befinde. Sie ist nicht schlechter als andere Gefühle und ich bin auch nicht schwächer, wenn ich meine Traurigkeit spüre und zeige. Als ich weinen durfte, traurig sein durfte, da ging es mir besser. Atemzug für Atemzug. Das war gut.

Ja, ich bin so. Ich bin auch mal traurig. Und meine Traurigkeit ist mein Freund. Warum? Weil sie mir etwas zeigen möchte, mich hinweisen möchte - zum Beispiel auf ein Erlebnis, dass ich zwar vergessen hatte, mich aber noch immer beeinträchtigte, weil es im Unbewussten wirkte. Das habe ich jetzt verstanden. Danke!

Und jetzt ist das Leben auch wieder schön!

Wie es meinem inneren Kind damit geht? So:

Von Herzen

Anja Kolberg

Gute Laune dank...

... Weihnachtsmusik! Ich fertige gerade bestellte Doppelkarten und bei dieser ruhigen Arbeit dachte ich auf einmal: Musik wär jetzt nicht schlecht. Warum nicht eine der Weihnachts-CDs abspielen?

Jetzt, wo ich noch nicht mit Weihnachtsliedern überfrachtet bin, tut mir das richtig gut & macht gute Laune!

Was ich am liebsten höre? "A Very Ally Christmas" von Vonda Shepard:

Klick nach Amazon  

Hier eines meiner Lieblingslieder: "This Christmas". Bei Amazon kann man sich die Lieder auch anhören...

Da kommt einfach gute Stimmung auf.

Anja Kolberg

Montag, 16 November, 2009

Gibt es etwas Gutes an diesem Wetter?

Das frage ich mich gerade. Es ist düster draußen. Windig. Der Himmel dunkelgrau schattiert. Etwas freundliches kann ich auf den ersten Blick nicht entdecken. Ich sehne mir Sonne herbei und Wärme.

Wofür ist das trübe Novemberwetter gut? Wofür?

Es kommt auf keinen Fall wie im Sommer Energie von außen auf mich zu. Keine lauen Sommertage, die mich nach draußen bringen, in den Garten, in die Sonne und mein Herz erwärmen und mein Gemüt erhellen.

Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe das Gefühl, dass mir das trübe Wetter Energie nimmt. Klar, ausgerechnet auch noch Montag morgen.

Nochmal die Frage: Was kann das miese Wetter für einen Sinn haben?

Ich schaue mich um: Ich sehne mich nach Licht und Wärme. Das einzige Licht, was mich erhellt, ist das, das durch das Fenster auf meinen Schreibtisch fällt. Es ist offensichtlich zu wenig, sonst würde es mir besser gehen. Also, erste Maßnahme: Schreibtischlicht an. Dann die schönen Wandlichter über meiner Packstation. Zu guter Letzt die Kerze in meinem grünen Gesteck. Ah, schon besser.

Kalt ist mir. Trotz kuschliger lila Fleecejacke. Ist die Heizung an, Anja? Nein. Also: Heizkörper aufdrehen, auch neben an in dem Raum. Es ist heute besonders wichtig für mich, dass es kuschlig ist. Moment, ich stehe eben auf und mache das. Das dauert jetzt etwas, aber dann wirds mir kuschlig warm.

Duft. Mir fehlt ein guter Duft. Ich reibe eines der Salbeiblättchen aus dem Gesteck zwischen meinen Fingern. Nein, die riechen nicht mehr. Ich stehe jetzt auf und wasche die Schale aus und lege frische Kräuter darauf. Moment...

Das sieht hübsch aus. Weniger als beim letzten Mal, dafür haben die Stiefmütterchen eine besonders intensive Farbe. Sieht toll aus. Obwohl sie frisch gepflückt sind, riechen Salbei aus dem Garten und Lavendel nicht mehr gut, ihnen fehlt wohl ebenso die Wärme der Sonne. Pfefferminze und Zitronenmelisse duften intensiv, als ich die Blätter zwischen meinen Fingern reibe. Hm. Ein Augenschmaus und eine Dufterinnerung, wenn ich mir meine Schale anschaue.

Es fehlt aber wirklich noch Duft. Der dauerhaft ist. Ich erinnere mich an das Räucherzeug, das mir mein Vater geschenkt hat. Oh, da sind schöne Düfte bei. Ich wähle den Reiki-Duft. Ah, er entfaltet langsam seine Kraft.

Hier im Raum ist es jetzt schon merklich wärmer. Was fehlt noch, damit es mir gut geht? Heißer Kakao! Obwohl ich schon heißen Tee getrunken habe, ein heißer Kakao, im Idealfall noch mit einer Sahnehaube - das wär's jetzt. Ich mach mir das mal eben. Bin gleich wieder da...

Ah, noch besser. Der Kakao ist inzwischen halb ausgetrunken. Hm, war der lecker. Ich habe oben auch noch Schokostreusel und gehackte Mandeln draufgestreut und wie einen Nachtisch gelöffelt. Was für eine Leckerei. Hmmmmm!

Hier im Raum ist es jetzt wohlig warm und hell. Es duftet angenehm. Mein Gaumen wurde verwöhnt. Ich blicke auf ein wunderschönes Gartenarrangement. Fehlt noch was?

Ja! Musik? Ja! Normalerweise höre ich kaum Musik. Aber jetzt täte mir etwas klangvolles ganz gut. Da fällt mir das Lied "Light my fire" von Wil Young ein. Moment, ich suche es mal raus. Hier ein Link, damit Sie auch hören können. Wenn ich das Lied einmal im Ohr habe, bleibt es da meist den ganzen Tag... Dann mag ich noch die meditative Klaviermusik von Claus Rank ("Musik, weil ich fühle", Lieblingstitel: "Morningdew"), dessen Webseite leider derzeit nicht aktiv ist. Dieser Shop bietet seine Musik-CDs an. [Ich habe die CD zufällig über eine Suche dort gefunden. Ich kenne den Shop selbst nicht, d.h. habe dort noch nie bestellt.)

Hm, mit der Musik wird es noch besser. Fehlt jetzt noch was zum Glücklich sein?

Ja! Was? Etwas schönes für meine Seele. Liebevolle Worte, die mich zum Strahlen bringen.

Ok. Mich selbst zum Strahlen bringen. Ich versuch's: "Anja, ich habe mich lieb. Ich bin wertvoll und wichtig für mich. Ich mache mir Freude und Mut."

Geht das in die richtige Richtung? Ja.
Reicht es? "Nein", antwortet mein Herz.
Was wünschst du dir noch? "Das du mir verzeihst, dass ich nicht so schnell bin und vorwärts komme wie ich sein könnte."
Ich verzeihe mir, dass ich nicht so schnell vorwärts komme, dass ich nicht schon da bin, wo mein Verstand mich sieht. Ich versuche meine eigene Geschwindigkeit anzunehmen.

Besser? "Ja", sagt mein Herz.
Fehlt noch etwas? "Ja."


Was fehlt noch? Mein Herz atmet tief durch: "Ich bin nicht perfekt. Ich schaffe es einfach nicht. Du machst mir aber Druck, alles zu schaffen, in der vorgegebenen Zeit. Das ist einfach zu viel für mich."
Ja, das stimmt. Ich bin ungnädig mit mir selbst. Ich vergleiche mich mit anderen und bin einfach unzufrieden, wenn es nicht so schnell vorwärts geht wie es gehen könnte. Nicht so schnell und leicht wie andere das - so glaube ich - schaffen. Dann fühle ich mich klein und schlecht.

"Oh Anja", sagt mein Herz, "es schmerzt mich, das zu hören. Wärst du anderen gegenüber auch so hart wie dir selbst gegenüber?"
Nein, wäre ich nicht. Ich würde anderen die Zeit lassen, die sie brauchen. Ihnen wünschen, dass sie liebevoll mit sich selbst sind und anerkennen, dass es manchmal eben nicht so schnell geht wie andere Anteile in einem selbst das wünschen.

"Warum gibst du dir selbst nicht diese Liebe?", fragt mein Herz.
Weil es so schwer ist, liebevoll zu mir selbst zu sein. "Ja", seufzt mein Herz, "das fühle ich."

- Wir beide schweigen eine Weile. -

"Weißt du was?", fragt das Herz mich. Was? frage ich. "Ich habe dich genau so lieb wie du bist, Anja", lächelt mein Herz mich an. "Obwohl du weicher zu dir selbst sein könntest. Obwohl es dir manchmal noch schwer fällt, liebevoll mit dir selbst umzugehen und dir zu verzeihen, wenn es nicht so läuft wie du es dir wünschst. Ich sehe, wie sehr du dich entwickelt hast. Das gibt mir ein warmes und glückliches Gefühl. Ich glaube an dich und daran, dass du es Schritt für Schritt schaffen wirst, immer noch liebevoller mit dir selbst umzugehen."

Ich bin zu Tränen gerührt. Das fühlt sich gut an. In mir selbst ist es jetzt licht und hell. Tränen der Rührung fließen hinab und tun mir so gut.

Ich bin erfüllt von einem stimmigen Gefühl.

Das Wetter draußen erinnert mich jetzt an Momente, wenn ich ungnädig mit mir selbst bin, quengle, unzufrieden bin. Und ich entdecke die vielen besonderen Schattierungen des Graus in den Wolken. Es sieht phantastisch aus.

Ja, vielleicht ist dafür das Novemberwetter gut: Um in mir selbst ein Licht zu entzünden. Mir selbst Gutes tun. Mir selbst Energie zu spenden. Mir selbst eine liebevolle, aufmerksame, verständnisvolle und ermutigende Mutter zu sein. Seufz.

Ja, das fühlt sich gut an.

Von Herzen

Anja Kolberg

Freitag, 13 November, 2009

Guten Morgen

Es ist noch dunkel draußen. Mir ist kalt. Die Heizung braucht einen Moment, bis sie den Raum aufgewärmt hat. Müde bin ich auch noch. Seufz. Vielleicht bringt mich der Spaziergang mit unserem Hund auf Touren? Bisher schlafe ich noch äußerlich, obwohl mein Gehirn arbeitet und die Finger über die Tastatur fliegen. Ist wohl besser, ich gehe mal 'ne Runde.

Ah, da kommt meine Begleitung schon angetapst. Stups! Guten Morgen! Weg ist sie wieder, nimmt Anlauf und springt auf die Couch, wo sie sich genüsslich seufzend in eine Ecke kuschelt. Minu hat wohl auch keine Lust. Ist noch zu früh, ist noch zu dunkel, ist noch zu kalt... Mir fallen bestimmt noch mehr Gründe ein, warum ich nicht...

Heute fängt das Wochenende an. Das kann ich gebrauchen. Sie auch?

Ich wünsche Ihnen eine schönes!

Anja Kolberg

Mittwoch, 11 November, 2009

Hilft auch :o)

Heute früh lachten mich beim Quatschen mit meiner Blumenfreundin Petra diese herrlichen Gerbera-Blüten an. Mein gute Laune Gruß für den heutigen Tag.

Die Blüten strahlen mich an und vertreiben dunkle Gedanken in winzige bunt-hüpfende Punkte!

Klick zu den E-Cards

Sie können draufklicken - ist eine E-Card

Anja Kolberg

Dienstag, 10 November, 2009

Gut gegen Novemberblues

Puh, der Spaziergang mit Minu heute früh um halb neun war alles andere als schön. Dunkelgrau der Himmel, kaum Licht kam durch die Wolken. Trüb und trist die Stimmung darunter. Nein, heute morgen konnte ich daran gar nichts schönes finden. Perfekter Novemberblues! Abends kann ich mir mit Licht und Kaminfeuer helfen und mich zum Beispiel durch Filme und Bücher ablenken. Doch tagsüber? Nochmal puh! Während es mir gestern nix ausgemacht hat: Heute sieht es anders aus!

Doch kaum zwei Stunden später sieht meine Stimmung völlig anders aus: Heiter. Gut gestimmt.

Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Ich habe mir ein Brötchen mit Nusscreme gegönnt und ein Schokoweckchen, dazu heißen Kaffee, eine Gartenzeitschrift und die obligatorische Tageszeitung mit vielen Bildern. Doch davor habe ich mir eine Kerze gekauft: Lila ist sie. Aus dem Küchenschrank habe ich mir eine Schale ausgesucht und bin damit in den Garten gestiefelt: Dort wollte ich sammeln, was grün und lila war. Erst dachte ich: Was soll da noch sein? Doch dann fand ich eine ganze Menge:

 

So sieht mein Novemberblues-Heilmittel von oben aus. Was ich alles gesammelt habe? Eine Blüte vom Stiefmütterchen, die Prinzessinen-Blume spendete eine große lilafarbene Blüte, ebenso die Clematis an meinem Rosenbogen. Auch die Echinazea schenkte mir eine Blüte. Für Duft sorgt Grün vom Lavendel, von Salbei, Pfefferminze und Melisse. Hellgrün strahlen die letzten Blüten des Frauenmantels auf seinem großen Blatt, worauf auch noch Regentropfen perlen. Lungenkraut und Ranken von Mühlenbeckie und Efeu sorgen für weiteres Grün.

Dieses Bild tut mir in der Seele gut!

Jetzt gerade wo ich diese Zeilen schreibe, fällt als Lichtgruß auch noch Sonne durch die Wolken auf meinen Schreibtisch. Und wenn sie wieder weg ist, der Himmel wieder trüb und grau, leuchtet mein lila-grüner Gartengruß. Fort ist er, der Novemberblues!

Herzlich aus Köln

Anja Kolberg

PS: Ich habe daraus eine E-Card gemacht. Einfach draufklicken und verschicken.

E-Card gegen Novemberblues

Freitag, 06 November, 2009

Zeit für Licht & Wärme

Die hellen Stunden draußen werden immer weniger. Die Temperaturen fallen. Der Wind bläst stetig kälter um die Häuser. Einige Bäume stehen schon gänzlich ohne Blätterkleid da.

Jetzt brauche ich vor allen Dingen in meinen vier Wänden Helligkeit und Wärme. Ich liebe das lodernde Kaminfeuer & das flackerndes Kerzenlicht am späten Nachmittag und Abend.

Lilo hat schon mal ein Licht angezündet.

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Anja Kolberg

PS: Es gibt frische E-Cards

Montag, 02 November, 2009

Tischkalender 2010:
Ich mache mich glücklich.

Ich stelle Ihnen hier meinen neuen Kalender ausführlich vor. Dabei erzähle etwas über die Planung, was ich wo fotographiert habe und warum ich die Texte ausgewählt habe:

"Wenn ich nur noch einen einzigen Kalender machen dürfte: Welches Bild müsste unbedingt dabei sein?" Diese Frage habe ich mir im August zu Beginn meiner Konzeption gestellt. Die blaue Kornblume, die ich vor einigen Jahren im Garten meiner Großmutter fotographiert hatte, kam mir als erstes in den Sinn. Aus meiner Bilddatenbank wählte ich weitere Lieblingsfotos aus. Bilder, die mich besonders berühren oder deren Farbe mich besonders anspricht.

Nächster Schritt: Die Texte. Auf die Frage: "Welche Sätze würde ich mir sagen, wenn ich mich darin bestärken möchte, zu mir selbst zu stehen, meine Gefühle und Bedürfnisse ernst zu nehmen und mich selbst zu lieben?" sprudelten die Zeilen nur so hervor.

Am Computer fügten sich Fotos und Texte im nächsten Schritt wie von Zauberhand zusammen. So schnell wie noch kein Jahr zuvor stand der Inhalt des neuen Kalenders. Auch die Abwicklung mit der neuen Druckerei klappte wie am Schnürchen. Das ist für mich ein Sinnbild dafür, wie stimmig der Inhalt und auch meine Einstellung zum Kalender insgesamt ist. Das tut mir in der Seele gut.

Hier nun die Monate im Detail:

Januar

Januar 2010 - Klick zum Shop  

Ich möchte lernen, mir meine Fehler zu verzeihen und mir meine Unzulänglichkeiten nicht krumm zu nehmen, auch wenn ich andere oder mich selbst damit verletzt habe.

Foto: Raureif auf der Blüte und den Händen einer Buddha-Statue. Aufgenommen im Japanischen Garten in Leverkusen.

Februar

Februar 2010 - Klick zum Shop  

Genau wie jede Pflanze einen eigenen Rhythmus hat, in ihrer neuen Wachstumsperiode aus der Erde zu kommen und sich zu entfalten, so hat auch jede Veränderung, jede Idee, alles Neue in uns Menschen eine ganz eigene Zeit, zu wachsen, bis es so weit ist, dass wir es ganz umgesetzt haben. Der Februar erinnert mich daran, dass es einen Sinn hat, warum manche Dinge ihre Zeit brauchen.

Foto: Die Rolle eines Farnblattes während ihrer Entfaltung. Aufgenommen im Japanischen Garten in Leverkusen.

März

März 2010 - Klick zum Shop  

Vorbei die Zeit, in der ich darauf gewartet habe, dass mich andere glücklich machen. Der Monat März erinnert mich daran, dass ich die Macht, die Kraft und die Verantwortung habe, mich selbst glücklich zu machen.

Foto: Die Blüten eines Kirschbaums in der Morgensonne. Aufgenommen in Junkersdorf auf einem Spaziergang mit Minu.

April

April 2010 - Klick zum Shop  

Auch wenn keiner zu mir hält, wenn kein Mensch mich versteht: Ich habe Verständnis für mich selbst.

Foto: Tulpenstrauß in der Nachmittagssonne unseres Gartens. Diese bunte Mischung hat mir meine Blumenfreundin Petra (schöner Blumenladen Kirchweg 131, 50858 Köln) geschenkt.

Mai

Mai 2010 - Klick zum Shop  

Manchmal meine ich, ich müsste etwas tun, obwohl es mir nicht gut tut. Ich kann mich von dieser Last befreien und gut für mich sorgen, in dem ich sein lasse, was mir nicht gut tut.

Foto: Blaue Kornblumenblüte im Garten meiner Großmutter im Bergischen Land.

Juni

Juni 2010 - Klick zum Shop  

Ich gönne mir die Befreiung von meinem Anspruch an mich selbst. Indem ich mir erlaube, unperfekt zu sein - und mich einfach nehme wie ich bin.

Foto: Das Innere einer Pfingsrose. Aufgenommen bei meiner Freundin Barbara im Garten, in dem die schönsten Pfingstrosen stehen, die ich kenne.

Juli

Juli 2010 - Klick zum Shop  

Ich habe die Aufgabe, zu mir zu stehen und mich selbst zu beschützen. Mal vor Angriffen von außen, manchmal auch vor meiner Kritik an mir selbst.

Foto: Das Innere einer Mohnblüte (Türkischer Mohn) mit Blick auf die Mohnkapsel. Aufgenommen im Vorgarten einer Nachbarin.

August

August 2010 - Klick zum Shop  

Eine Auszeit vom Alltag nehme ich mir manchmal selbst, manchmal wird sie mir vom Leben gegeben. Ich sammle in dieser Zeit Kraft für die Zeit, wenn alles wieder fließt und ich dankbar für dieses Depot bin.

Foto: Blick von den Dünen auf Strand und Meer an Dänemarks Nordseeküste. Ich liebe diesen Abschnitt, weil das raue Meer so viel Abwechslung mit sich bringt und mich - ob bei Sturm oder Sonnenschein - stets fasziniert.

September

September 2010 - Klick zum Shop  

Mal ist es leise, mal ist es laut: Das Gefühl, etwas nicht zu wollen. Ich würde gegen mich handeln, wenn ich das Nein übergehe, deswegen ist es wichtig, auf mich zu hören und es laut auszusprechen.

Foto: Die Blüte einer Echinazea purpurea/Roter Sonnenhut. Aufgenommen auf der Landesgartenschau 2005 in Leverkusen.
Die Echinazea ist für mich eine ganz besondere Pflanze. In meinem Garten knickte ich unbeabsichtigt eine Blüte ab. Als ich sie in die Gegenrichtung knicken wollte, um sie ganz abzulösen, war ich erstaunt: Sie blieb in der Mitte wieder stehen. Der Stängel war so stark, er transportiere sogar weiter Wasser zur Blüte, die so tat, als sei nichts geschehen. Sie hielt bis zum Ende des Sommers! Wegen dieser inneren Stärke ist sie eine meiner Lieblingsblumen. (Mehr zur Blüte, zu Blütenessenzen und wie sie in meinen Garten fand, lesen Sie hier.)

Oktober

Oktober 2010 - Klick zum Shop  

Ich bin frei und kann tun, was ich will: Zum Beispiel meine Ideen verwirklichen. Ich bin frei, meine Vergangenheit loszulassen und über meine Grenzen hinaus zu gehen.

Foto: Ein alter Baum an einem Feldweg, der über den Horizont hinausführt. Aufgenommen in der Nähe von Kürten-Bechen im Bergischen Land bei einem Herbstspaziergang.

November

November 2010 - Klick zum Shop  

Wofür brenne ich? Dieses Bild erinnert mich daran, dem Feuer in mir Sauerstoff zu geben, damit ich frei werde und meiner Bestimmung folgen kann.

Foto: Das Feuer in unserem Kaminofen. Aufgenommen bei langer Belichtungszeit und in kreisenden Bewegungen.

Dezember

Dezember 2010 - Klick zum Shop  

Mein Verstand erreicht manche Länder nicht, in denen meine Seele zu Hause ist. Und doch hat meine Seele einen Plan. Ich vertraue ihr (und damit mir selbst) und gehe meinen Weg.

Foto: Abendstimmung in der Nähe des Braunkohletagebau-Aussichtspunktes zwischen Frechen und Kerpen-Horrem. Immer, wenn ich dieses Bild in meiner Datenbank aufrief, ging mir das Herz auf.

Durch eine Umgestaltung und Zusammenlegung der zweiten und der Rückseite habe ich dieses Jahr ein zusätzliches Blatt zur Verfügung. Während ich noch überlegte, was ich damit machen sollte, hatte meine kleine Freundin Lilo schon Pläne geschmiedet und große Lust, sich darauf auszutoben. Lassen Sie sich überraschen!

Klick in den Shop

Letztes Jahr erreichten mich Anfragen, ob es die Kalendermotive auch für den PC geben würde. So entstanden die Wallpaper oder auch Desktopmotive genannt, die Sie morgens beim Starten Ihres Computers begrüßen. Dieses Jahr erstmalig zum gleichen Preis wie der Kalender. Das besondere an den Desktopbildern ist, dass sie viel größer sind und durch den Bildschirm eine höhere Leuchtkraft haben. Monat für Monat leuchtende Freude.

Auf unserem Lebensweg gibt es bergeweise Abenteuer zu bestehen. Eines der ganz großen ist es, gut zu mir selbst zu sein und zu mir zu stehen. Wenn ich das tue, mache ich mich selbst glücklich. In diesem Kalender finden Sie Fotos und Texte, die für diesen Weg stark machen & Mut zusprechen.

Klick zum Shop

In meinem Webshop können Sie den Tischkalender und die Desktopmotive kaufen. Im Einzelhandel bekommen Sie den Kalender in 50858 Köln, Kirchweg 131 bei Blumen-Stil.

Viel Freude beim Überraschen anderer Menschen und beim sich selbst beschenken!

Anja Kolberg

Bauch, Beine, Rücken, Po, Knie

Habe ich noch was vergessen? Es gab wenige Regionen meines Körpers, die mir nach zwei Tagen Gartenarbeit nicht schmerzten. Vielleicht merkt man daran, dass man keine 25 mehr ist? Das Gute: Einen Tag später sind die Schmerzen vergessen. Was bleibt ist das guuuuuuuuuute Gefühl, endlich die anstehenden Gartenarbeiten - vor dem großen Regen am Sonntag und dem nahenden Winter - geschafft zu haben. Strike!

 

Bin ich froh!

Anja Kolberg

November-Kind

Ein November-Kind ist der kleine Piepmatz auf dem Blatt für diesen Monat. Ich war im Japanischen Garten in Leverkusen unterwegs, es hatte gefroren und das Rotkehlchen flog vor mir her und setzte sich auf einen großen Stein in die Sonne. Drehte sich nach links, drehte sich nach rechts, ließ sich von der Sonne wärmen. Ruhte sich aus und zeigte sich mir. Ich hatte genügend Zeit, die Kamera einzustellen und diesen besonderen Moment einzufangen, den Sie auf dem Novemberblatt des Tischkalenders 2009 sehen können:

Klick gehts zum neuen Tischkalender  

Das war ein ganz seltenes Erlebnis für mich. Die Natur ist einfach besonders ... im November.

Möchten Sie den Tischkalender für das nächste Jahr kaufen? Hier im Shop finden Sie ihn.

Ich wünsche Ihnen schöne vier Wochen!

Anja Kolberg

Freitag, 30 Oktober, 2009

Blüh noch einmal & Garten-Aufschieberitis

Moin moin... okay, schon Mittag, fühlt sich aber noch an wie Morgen. Nein, ich bin nicht gerade erst aufgestanden. :o)

Auf meinem Schreibtisch steht sie und beduftet mich mit ihrem tollen Aromen: Die Riesenblüte (gerade 12 cm Durchmesser, noch nicht ganz offen) von Parole, so heißt meine Lieblings-Hochstammrose. Vor einigen Tagen habe ich mir die Blüte ins Haus geholt, weil ich befürchtete, dass sie aufgrund der Witterung auf der schattigen Terrasse verfault. So geschehen im letzten Jahr. Hier drinnen auf meinem Schreibtisch hat sie's warm und trocken. Das dankt sie mir. Hm, welch eine Pracht, welch ein Duft, welch ein Abschiedsgeschenk bis es im Sommer 2010 ein Wiedersehen gibt.

 

Garten-Aufschieberitis? Ja, so nenne ich es mal, dass ich mir schon seit Wochen (!) vorgenommen habe, dass ich zwei Hortensien im Garten umpflanzen will, zwei Buchsbäumchen aus Kübeln befreien und ins Beet versetzen, Gräser teilen und am Teichrand pflanzen, für ein neues Ahornbäumchen und eine Clematis ein schönes Plätzchen finden... Das blöde an der Sache ist ja: Je länger ich warte, desto mehr nervt es mich. Das gute an der Sache: Ich weiß wie glücklich und froh ich bin, wenn ich es endlich getan habe. :o) Dann wundere ich mich wieder wie schnell es eigentlich ging, wofür ich wochenlang innerlich Anlauf genommen habe. Innere Planung ist eben alles!

:o)

Schönes Wochenende!

Anja Kolberg

Donnerstag, 29 Oktober, 2009

Stell dir vor...

... du sitzt am Schreibtisch und blickst aus dem Fenster. Statt auf Häuser siehst du aufs Meer.

Das Meer, wenn es glatt ist und die Sonne scheint.

 

Das Meer, wenn ein unerbittlicher Sturm tobt.

Wenn Windböen gegen die Scheiben preschen und Salz und Sand mit sich bringen, so dass es eigentlich gar nicht möglich ist, klar hinauszuschauen, weil die Scheiben vom Sturm gezeichnet sind. Eine Zeit, in der man nur erahnen kann, was draußen wirklich vor sich geht.

 

Wenn sich das Unwetter gelegt hat und der Regen einen Teil von Salz und Sand von den Scheiben gewaschen hat, schenkt dir die Natur zum Tagesabschied ein wundervolles Farbenspiel.

 

Du bist so fasziniert, dass du beschließt, Feierabend zu machen und die Natur pur und ohne Fenster zu betrachten.

 

Das wäre ein Leben!

Fernab vom Meer - aber mit den Gedanken dort - schwelgt

Anja Kolberg

PS: Dabei geht mir das wundervolle Lied "La mer" von Charles Trénet nicht mehr aus dem Sinn...

Dienstag, 27 Oktober, 2009

Herrliche Farben

 

Je kühler es draußen wird, je weniger Licht die Pflanzen abbekommen, desto bunter werden die Blätter des Herbstes.

Ich bin ganz vernarrt darin, immer neue Farbkombinationen im Garten zu entdecken oder auf meinem morgendlichen Spaziergang mit unserem Hund. Ich habe das Gefühl, dass ich mich jedes Jahr ein wenig mehr an der Schönheit der Natur erfreue, sie von Jahr zu Jahr intensiver wahrnehme.

Das ist purer Luxus - den uns die Natur schenkt. Einfach so.

Anja Kolberg

Montag, 19 Oktober, 2009

Das ist Lilo

Seit Anfang des Blogs ist sie dabei: Lilo, mein Blogmädchen. Zeit, dass Sie eine eigene Kategorie bei den Themen bekommt und Zeit, sie hier ausführlich vorzustellen.

So schaut sie aus:

 

Erkennungsmerkmale für ihre Stimmung sind vor allen Dingen ihr Gesicht, die einzelne Locke oben auf dem Kopf und ihre übrigen Haare. So sieht das bei guter Laune aus:

Und wenn sie schlechte Laune hat oder traurig ist, sieht das so aus:

Lilo erzählt im Blog von ihren Erlebnissen. Mal sind es spannende Abenteuer und sie kämpft mit einem Monster oder sie untersucht verräterische Spuren und spielt Inspektor Locke. Es kommt auch vor, dass sie einen Regentanz macht, um endlich von einer trockenen Sommerhitze erlöst zu werden oder dass sie sich über einen Stein ärgert, der auf ihrem Weg liegt. Hier einige von Lilos Erlebnisse:

Lesen können Sie die Geschichten im Blog. Klicken Sie sich einfach durch die Themen vom 1. Halbjahr 2006 bis heute, dem 2. Halbjahr 2009. Es gibt immer etwas aus dem Leben zu berichten, denn Lilo ist ein Comic für mich selbst. Mal spiegelt Lilo mein Inneres Kind, mal bin ich es als Erwachsene, mal eine Phantasiefigur. Sie haben eines gemeinsam: Sie sind immer ein Teil von mir.

Über die Jahre habe ich Lilo sehr lieb gewonnen. Erstmals tauchte sie auf Flipcharts auf, als ich Übungen für meine Workshops illustrierte. Seit 2006 gibt es den Blog und seitdem taucht sie dort regelmäßig auf und hat sich ganz schön über die Zeit verändert. Das war der Anfang:

So sieht sie heute meist aus:

Lilo ist ein bischen erwachsener geworden und hat über die Jahre gelernt, noch mehr zu sich selbst zu stehen. Die Leserinnen und Leser dieser Seite lieben sie und sind der Meinung, dass sie eigene Doppelkarten braucht. Auf den E-Cards macht sie Ihnen ja schon länger Freude.

Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit Lilo, meiner geliebten Freundin. Und sie hat Lust, Sie noch lange im Blog und im Shop zu erfreuen!

Herzlich

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Lilo

Donnerstag, 15 Oktober, 2009

10% verkauft

Ein toller Start in die diesjährige Kalendersaison: Vor drei Tagen startete der Verkauf der Tischkalender. Bereits jetzt sind 10% der Auflage verkauft. Das ist ein tolles Gefühl, das mich zum Hüüüüpfen bringt.

zu den E-Cards

Aus Freude habe ich daraus direkt eine E-Card für Sie gemacht!

Liebe Grüße

Anja Kolberg

PS: Wollen Sie den Kalender auch kaufen? Hier geht's zum Shop.

Mittwoch, 14 Oktober, 2009

Gute Nachrichten

Erinnern Sie sich an meinen Blogbeitrag vom 24. Juni diesen Jahres "Ich habe Angst, wenn ich hier im Blog nicht jeden Tag etwas schreibe, verliere ich LeserInnen"? Darauf hin habe ich meine Angst losgelassen und nur noch dann geschrieben, wenn es für mich wirklich passte, auch unter dem komischen Gefühl, was ist, wenn ich tagelang nichts schreibe...

Jetzt habe ich einen Blick in meine Web-Statistik geworfen, um zu schauen, ob sich meine Angst bewahrheitet hat. Überraschung! Vier Monate später habe ich mehr Besucher als im Juni!

Das freut mich so sehr. Ich habe auf mein Herz gehört, meine Angst losgelassen und es war gut so! Danke für Ihre Treue!

Happy End Glücksgefühle aus Köln

Anja Kolberg

Donnerstag, 08 Oktober, 2009

Eins nach dem anderen

Ich habe mir Genuss, Ruhe und Gelassenheit vorgenommen für die Kalendersaison 2009.

Was das bedeutet? Streßfreies Arbeiten. Pünktlich Feierabend. Tiefes Durchatmen. Gerade in der Vorbereitungsphase, in der ich mich gerade befinde, sind die Verlockungen groß, mal eben noch eine Stunde dranzuhängen. Daraus werden dann zwei oder drei und der gemütliche Abend auf der Couch kommt schnell aus dem Rhythmus.

Dieses Jahr möchte ich die Vorbereitung für mich zelebrieren und mir Zeit lassen. Heute früh zum Beispiel gab's nach dem Gassigang mit Minu erst einmal einen Weckmann von der Bächerei Hilgers, gleich zwei Geschäfte weiter eine Quasselstunde bei meiner Blumenfreundin Petra im Kirchweg 137 (da gibt es die Kalender ab morgen, Freitag und auch zwei Bilder, Einzelstücke, von mir zu kaufen) und dann noch im Zeitschriftenladen die Bild-Zeitung. Ich liebe kurze und knappe Informationen und ein Bildchen dazu. :o) Zu Hause habe ich mir dann den Weck mit einer heißen Tasse Kakao schmecken lassen und die Zeitung dazu gelesen. Herrlich.

Und erst dann weiter an den Schreibtisch, die Post öffnen - die Sache mit den Doppelkarten ist immer noch nicht durch, ich habe Geduld - und weiter am Shop arbeiten, Kalender in Folientüten zum Schutz einpacken, Newsletterabos pflegen ... huch - der letzte erschien im Dezember 2008... das ist auch okay...

Jetzt ist schon nach 18 Uhr und Feierabend. Mein Büro hat für heute geschlossen.

Runter in die Küche an den Herd. Heute gibt es Nudeln zur Gehacktessoße, die mein Mann gestern gezaubert hat. Er ist der Fleischexperte bei uns. :o)

Schönen Feierabend aus Köln - hm, herrlich frische Abendluft weht durch das offene Fenster - endlich kühler als gestern - so mag ich den Herbst

Anja Kolberg

Durchgeschlafen!

Unser Hund Minu fürchtet sich bei Sturm. Ich habe im Blog schon mehrmals darüber berichtet. Das hat sich im letzten Jahr ganz gut weiter entwickelt. So weit, dass wir letzte Nacht, wo es ziemlich doll stürmte, ohne Störung durchgeschlafen haben!

Wie das? Einmal hat sie sich scheinbar ein wenig an den Sturm gewöhnt, bzw. sie hat gemerkt, dass wir selbst weiter schlafen und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Damit wurde sie selbst auch immer ruhiger (hat uns aber ziemlich weh getan, sie zunächst zu ignorieren).

Der zweite Trick heißt Ventilator. Mir ist im Sommer aufgefallen, dass sie tagsüber und abends nicht auf den Wind reagiert, wenn der Ventilator läuft. Wenn es also ganz stark stürmt und sie sich gar nicht beruhigen will, machen wir den Ventilator an. Minu legt sich dann zu seinen Füßen und schläft ein. Ob es das Geräusch ist oder die Vibration? Wichtig ist: Es wirkt.

Und das ist so erleichternd für uns alle!

Grüße von einer glücklichen Hundemami

Anja

Mittwoch, 07 Oktober, 2009

Frisch gepflanzt

 

Auf diesen wunderbaren Blumenkasten blicke ich von meinem Schreibtisch aus. Herbstfarben, die meine Seele zum Hüpfen bringen.

Selbst das Fenster habe ich vorher noch geputzt. :o) So macht rausgucken doppelt Freude und die kleine Pause während der Arbeit tut richtig gut.

Einen schönen Herbsttag wünsche ich Ihnen

Anja Kolberg

Grüße aus der Kalenderwerkstatt

Huhu da draußen! Zwischen all der Arbeit ein Lebenszeichen von mir. :o)

Ich bin heilfroh: Die Kalender sind Ende letzter Woche in einer tollen Qualität geliefert worden! Die Druckerei hat ihr Versprechen gehalten. 2005 hatte ich dort das erste Mal bestellt und keine zufrieden stellende Qualität erhalten. Auch die Reklamation war anstrengend und schwierig. Danach bin ich bei zwei anderen Druckereien gewesen und auch nicht glücklicher geworden. Nun also zurück zum Anfang.

Und ich erlebte genau das Gegenteil der ersten Lieferung: Die Ware war umsichtig verpackt. Nur eine einzige Box war gesplittert. Was für ein Unterschied! Beim Reklamationsgespräch dann Offenheit und Dankbarkeit für das Feedback. Kein Vergleich zum Gespräch vor vier Jahren. So war auch ich selbst viel entspannter. Ja! Ja! Ja! Ich habe es endlich geschafft! Sie glauben gar nicht, wie schlecht es mir vor der Lieferung ging. Ich dachte an all die anstrengenden Jahre zurück mit den Reklamationen, die mir die Energie nahmen. Erst wollte ich darüber im Blog schreiben, dann ging es vor lauter Aufregung nicht.

Was war der Unterschied? Die Druckerei hat sich enorm verbessert und ich hatte vor dem Auftrag klipp und klar gesagt, was ich will und was nicht. Vielleicht war das der Schlüssel zu meinem Glück? Genau sagen, was ich will? Ich glaube ja. :o) Und zu mir stehen und mir nicht von anderen Druckereien einreden lassen, dass es nicht besser geht...

Was ich seit dem Wochenende mache? Ich pflege den Kalender in den Webshop ein. Mache Fotos, überarbeite die Texte, fertige die Wallpaper/Desktopmotive an, pflege auch sie in den Shop ein. Im Moment fehlt noch eine Entscheidung zu den Doppelkarten. Das wird sich im Laufe der Woche klären und dann kann der überarbeitete Shop mit den neuen Produkten ins Netz. Ich lasse mir die Zeit und setze mich keinem Streß mehr aus wie die Jahre zuvor.

Wie der Streß aussah? Der Kalender wurde geliefert und musste schon einen Tag später im Netz stehen. Oder die einzelnen Seiten mussten noch zusammengetragen werden. Die letzten Jahre habe ich aus Kostengründen die Monatsseiten einzeln drucken lassen und den Kalender dann eigenhändig zusammengefügt. Dieses Jahr habe ich den Kalender fertig zusammengetragen und im Display verpackt bestellt. Was für eine Erleichterung - und Luxus. :o) Und das tollste daran: Ich kann die Preise von letztem Jahr halten! Aufgrund der geänderten Produktion gibt es allerdings keine Nachfüllsets mehr.

Noch mehr gute Nachrichten: Die Preise für die Wallpaper habe ich gesenkt. Die 12 Desktopmotive gibt es zum günstigen Kalenderpreis!

Wollen Sie einen ersten Blick auf den Kalender werfen? Hier das Deckblatt vom Tischkalender 2010 "Ich mache mich glücklich."

Mehr dann in den nächsten Tagen, wenn der Shop aktualisiert ist. Sie dürfen sich freuen!

Anja Kolberg  

Freitag, 02 Oktober, 2009

Huch, schon Oktober!

Der zehnte Monat im Jahr 2009. Herbst. Eine Waldlichtung. Sonne fällt auf den bemoosten Boden, einige Zweige und eine Pilzgruppe. Dieses Foto habe ich im Oktober 2007 auf einem Spaziergang mit Tante und Onkel im Bergischen gemacht. Gegen halb elf am Morgen zogen wir robuste Schuhe an, eine wärmende Jacke durfte nicht fehlen, Spazierstock in die Hand, die Kamera eingepackt und dann raus aus dem Haus. Minu war schon ganz aufgeregt. Ein Spaziergang - ein Spaziergang! Über die großen Wiesen bis an den Waldrand bei herrlich blauem Himmel und angenehm frischer Luft. Bei jedem Schritt sinke ich sanft in den Boden, das Gras ist nass vom Tau der Nacht. Mein Wunsch: Einen Fliegenpilz fotographieren. Mein Onkel hatte an einer Stelle schon mal welche gesehen. Ob jetzt welche dort waren? Fliegenpilze habe ich nicht vor die Kamera bekommen, dafür jede Menge anderer Motive: Moos, meinen Onkel bei der Wanderung

Klick direkt zur Shopseite

(wurde das Motiv Nr. 7 bei den Besonderen Doppelkarten), dann diese riesige Lichtung mitten im Wald, deren Boden über und über mit Moos bedeckt war. Ein Traum. Ich liebe Moos! Kleine und große Gruppen Pilze hatten sich auf dem Boden angesiedelt, Farn, wilder Fingerhut und über allem tanzten die Strahlen der Sonne.

Dabei entstand das obige Kalenderbild. Als wir mittags mit roten Wangen zurück waren, hatte Oma Sauerkraut mit Kartoffelpüree gekocht. Minu schlich sich während dem Essen aufs Sofa, wo sie genüsslich einschlief, denn auch sie war so herrlich müde von unserem Ausflug in die Natur geworden wie wir.

Für ein paar Stunden hatte ich alle Alltagsgedanken vergessen und so entstand der Spruch auf dem Kalenderblatt: "Die Sorgen am Waldesrand ablegen wie einen Rucksack. Zu schwer für eine schöne Reise."

Dieses Kalenderblatt wird mich die nächsten vier Wochen begleiten, auf dem Schreibtisch, auf der Fensterbank am Eßtisch und auf meinem Desktop als Wallpaper. Mit jedem Blick erinnere ich mich an den schönen Spaziergang mit Magdalene und Franz.

Ich wünsche Ihnen einen bezaubernden Oktober!

Anja Kolberg

PS: Bald ist es soweit. Der Tischkalender 2010 ist bald lieferbereit. Gestern habe ich die ersten Exemplare aus der Druckerei erhalten. Hm, sind die schön. Bin ganz verliebt! Nächste Woche werde ich ihn vorstellen.

Mittwoch, 30 September, 2009

So macht Entsorgen Spaß

Ich weiß auch nicht, was heute früh mit mir los war: Ab sechs Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Tsss, mein Mann konnte es kaum glauben, als ich plötzlich auftauchte. :o)

Den morgendlichen Schwung habe ich genutzt und endlich unseren Elektronikmüll zur Abfallentsorgungsstelle nach Köln-Ossendorf gebracht. Das ging so flott, hat richtig Spaß gemacht. Die Entsorgungsstelle ist leicht zu erreichen, man wird von netten Herren empfangen, die erklären, wo man alles entsorgen kann - und schwups, schon war der Wagen leer. Es ist so befreiend, einen Staubsauger fliegen zu sehen. :o) Das war ein guter Start in den Tag!

Letzte Woche hingegen war ich irgendwie ausgenockt durch meine Periodenschmerzen. Die kamen und gingen in Wellen. Ich war nicht krank, aber auch nicht fit. So ein difuses Bäh! Leistungsfähigkeit schwankte zwischen 10% und 70%, meist aber 40%. Ätzend! Ich mag es nicht, wenn ich nicht vorwärts komme. Deswegen freue ich mich um so mehr, dass ich diese Woche durchstarten kann. Dieses Wissen macht ein paar Tage ausgenockt sein wieder wett!

Liebe Grüße aus der Nieselregenzentrale in Köln (Mein Garten liebt diesen Regen und sieht dann zauberhaft aus!)

Anja Kolberg

Dienstag, 29 September, 2009

Zweite Blüte

Ein kleines Wunder erlebe ich derzeit in unserem Garten:

Zwei Funkien blühen das zweite Mal. Im Juni blühten die Blattstauden das erste Mal, inzwischen färben sich die Blätter schon gelb, gute Anzeichen dafür, dass es Herbst wird. Jetzt dachte ich: "Was kommt denn da?" - Eine neue Blüte! Das ist mir noch nie passiert.

Ich find's klasse.

Gartenelfen-Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Montag, 28 September, 2009

Guten Montagmorgen!

Huhu da draußen! Hier in Köln versucht die Sonne mit aller Macht, Ihren Weg durch die Morgenwolken zu finden. Ganz sachte und sanft klappt es auch. Ein schönes Licht.

Gestern habe ich aus den selbst geernteten Äpfeln einen Kuchen gebacken. Hm, mit Streuseln und Schmand. War lecker. Der Aufwand hat sich gelohnt. Das ganze dann mit einem Klecks Sahne auf der Terrasse in der Sonne. Herrlich!

Übrigens haben wir Nachwuchs im Teich - sieben kleine Fische waren es mindestens vor einer Woche. Dabei hatten wir die beiden orangefarbenen Fische doch "die Kessler-Zwillinge" genannt. Hm. Entweder ist eine von ihnen jetzt eine alleinerziehnde Mami und der Vater blieb im Zooland zurück (Oh Gott, was haben wir getan!) oder eine der Fisch-Kesslers ist ein Mann! Müsste mal rausfinden, wie lange die Tragezeit bei Fischen ist. Wir freuen uns auf jeden Fall mächtig über den Zuwachs im Teich!

Zuwachs, echten, menschlichen und supersüßen gibt es auch in der Familie meines Mannes. Dieses Jahr bin ich zweimal Tante geworden: Phil kam Ende Mai, Linus letzte Woche. Was für bezaubernde Babys!

Ich freue mich auf die Woche - hoffentlich ohne Bauchweh!

Anja Kolberg

Mittwoch, 23 September, 2009

Apfelernte

Dieses Jahr hatten wir wirklich Glück mit unseren beiden Säulenäpfeln.

Wo letztes Jahr ein einsamer Apfel hing, konnten wir dieses Jahr reiche Ernte machen. Durch die vielen Sonnenstunden hatten sie auch herrlich Farbe bekommen.

Die Früchte waren so schwer, dass wir den Stamm stützen mussten.

Hier die andere Sorte, nicht so schön rot, dafür saurer und größer:

 

Hier ein Ernte"korb":

 

Der erste Pfannkuchen mit Äpfeln schmeckte köstlich!

Stolze Grüße

Anja Kolberg

Montag, 21 September, 2009

Eine zweite Chance

Wie schnell ist etwas gesagt, getan - unüberlegt, ohne Absicht zu verletzen. Wie schnell können solche Worte und Taten anders aufgenommen werden, als sie gemeint sind?

Das ging mir heute früh durch den Kopf. Und wie schnell speichere ich diese Erfahrung unter "negativ" oder "sind blöde Leute" oder "die mögen mich nicht" ab, ohne wirklich miteinander gesprochen und das, was mich stört oder verletzt hat, geklärt zu haben?

Wie viele Menschen habe ich schon durch Worte und meine Art verletzt, ohne es jemals zu wollen? Wie gut hätte ich es gefunden, wenn ich darauf angesprochen worden wäre und die Sache so aus der Welt geschafft worden wäre.

Wie oft traue ich mich selbst nicht, anzusprechen, was mir unangenehm aufgestoßen ist? Schlucke es runter, bleibe verletzt, statt dem anderen eine Chance zu geben? Damit auch mir und der Beziehung, die ich zu dem anderen Menschen habe? Ich gehe die Begegnungen in meinem Leben durch. Da fallen mir einige Menschen ein, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe, die unter "blöd" abgespeichert sind. Vielleicht haben Sie es damals gar nicht so gemeint, wie ich es aufgefasst habe? Hätte ich besser mit ihnen direkt gesprochen, statt mit anderen über sie? Ganz bestimmt.

Auf dem Feld kann ich noch einiges lernen. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, solche Themen anzusprechen: Locker, klar, direkt. Mein Nachbar kann das wirklich gut. Er spricht die Dinge direkt an, die ihn stören und wartet nicht, bis sie zu einem Pulverfass geworden sind. Das möchte ich lernen und auch können. Für Frieden in meinen Beziehungen und damit auch für den Frieden in mir.

Einen schönen Montag!

Anja Kolberg

Freitag, 18 September, 2009

SCHREI!

Heute früh hatte ich wieder ein Erlebnis der besonderen Art: Diese Woche kümmere ich mich um die Druckerei für den Kalender. Letztes Jahr hatte ich über die Herausforderungen mit den Druckereien berichtet und dass die Unterschiede im Qualitätsempfinden groß sind.

Auch letztes Jahr musste ich einen Kampf mit der Druckerei bestehen. Mit 20% der gelieferten Ware war ich nicht zufrieden, weil sie Mängel aufwies. Mein Lieferant meinte jedoch, das wäre normal und blieb stur, obwohl bei 80% diese Mängel nicht auftraten und sie wirklich toll war. Da ich keine Ausbildung im Druckgewerbe habe, fehlt mir das Wissen, einschätzen zu können, ob das berechtigt ist oder nicht und die Standfestigkeit, bei meinem Empfinden zu bleiben. Ich zweifelte an mir, weil auch ein von mir befragter Gutachter (allerdings von einem Druckereiverband) meinte, das wären Mängel, die "normal" im Offsetdruck wären.

Objektiv muss ich sagen: Keine der Testpersonen, denen ich den "fehlerhaften" Kalender gegeben habe, hat die Mängel gesehen. Klar, ich wusste ja auch, worauf ich achten musste, kannte die Originaldaten. Die Testpersonen konnten nicht wissen, was gewollt und was ungewollt war. Deren Sichtweise beruhigte mich auf jeden Fall. Mit all diesen Meinungen im Schlepptau machte ich mir eine Notiz für die Produktion 2009 in die Akte: "Ich muss meine Ansprüche runterzuschrauben." Auch wenn sich das blöd anfühlte, weil ich die Fehler eben sehe.

Dieses Jahr suchte ich also wieder eine neue Druckerei und ich habe trotz der Erfahrung (oder gerade deswegen?) alle meine Wünsche in die Anfrage geschrieben, also auch ganz genau, welche Mängel nicht auftauchen sollten. Sie werden es nicht glauben: Die angefragten Druckerein sagten, dass meine Wünsche in Ordnung seien und meine nicht erwünschten Mängel wirkliche Mängel wären, die reklamationswürdig seien!!! Ich solle diese Qualität erwarten! Der eine Herr erklärte mir sogar wie die Mängel entstehen. Ich fasse es nicht! Wollten die mich letztes Jahr für dumm verkaufen? Ich hatte stets mit Druckerein gearbeitet, die jahrelange, sogar jahrzehntelange Erfahrung hatten!

Sind die Unterschiede zwischen den Druckerein so groß? Mir wurde sogar letztes Jahr vorgeworfen, dass sie noch nie einen Kunden gehabt hätten, der so reklamiert hätte wie ich. Mein Mann meinte scherzhaft: 'Wahrscheinlich geht bei denen schon die rote Lampe an, wenn sie meine Rufnummer auf dem Display sehen...'

Ich freue mich, dass ich jetzt Kontakte gefunden habe, die mir - zumindest vor Lieferung - sagen, meine Ansprüche seien gerechtfertigt. Ich bin zuversichtlich, wenn auch ein wenig ängstlich, wie das Ergebnis ausschaut. Vielleicht ist eine Mischung aus Ansprüche senken und Qualität erwarten eine gute Einstellung für mich.

Der Druckauftrag ist abgeschickt. Ich bin glücklich, wieder mal eine Hürde genommen zu haben. Vor allen Dinge freue ich mich, dass ich das Gefühl zurück bekommen habe, mit meinen Ansprüchen nicht "falsch" zu sein. Heute habe ich eine Ermutigung bekommen, dass ich richtig bin wie ich bin und was ich wahrnehme. Da passt der neue Kalenderspruch für Dezember 2010: "Ich vertraue mir und gehe meinen Weg."

Herzlich,

Anja Kolberg

Donnerstag, 17 September, 2009

Das gibt Muckis

Der Winter naht... Deswegen wurde das Eichhörnchen in uns aktiv. Diese Woche bestellten wir Holz für unseren Kaminofen. Wir wollens ja schön kuschelig im Winter haben. Heute wurde geliefert und wir zwei Nagetierchen schafften alles in unseren Bau:

1,3 Tonnen (1300 kg) Holz- und Kohlebriketts haben wir dabei bewegt! Unvorstellbar, diese Summe. Wir haben ein kleines Kellerfenster, dort passten die 10 und 20 kg-Pakete genau durch. Mein Mann stand draußen an der Palette und reichte alles durchs Fenster (Er hat jetzt Rücken.) und ich nahm sie auf Brusthöhe an und stapelte das Brennmaterial in die Ecke.

Jetzt kann ich meine Arme nur noch schwer hochhalten, denn dann fangen sie an zu zittern. Freue mich schon auf den Muskelkater morgen und meine Michelle-Obama-Arme! :o)

Das Eichhörnchen in mir ist voller Vorfreude auf den Winter und den Moment, wenn wir unseren Ofen das erste Mal anstochen!

Der Winter kann kommen!

Anja Kolberg

Montag, 14 September, 2009

Andere lassen können

Wenn ich höre, dass es einem Menschen, den ich mag, nicht gut geht, kann ich das schwer ertragen. Ich mache mir Sorgen, überlege, was ich tun kann. Mir geht es nicht gut, weil ich denke, dem anderen geht es schlecht. Ich denke, ich müsste helfen. Wenn ich ehrlich bin: Dem anderen helfen, damit es auch mir selbst besser geht.

Was ich dabei übersehe: Dem anderen geht es vielleicht in seiner Situation besser, als ich mir das vorstelle. Warum? Zum Beispiel, weil er diese Situation schon lange kennt oder auch schon früher solche Situationen hatte und gelernt hat, damit zu leben. Oder weil er dieses Leid für sich im Moment braucht, um mit einer Situation besser umgehen zu können oder um innerlich weiter zu kommen. Und vor allen Dingen übersehe ich bei meinem Sorgen machen, dass ich dem anderen nicht seine Selbstverantwortung lasse. Es liegt in der Verantwortung des anderen, um Hilfe zu fragen. Es liegt in meiner Verantwortung, anderen nicht meine Hilfe, meine Sorgen aufzudrücken, nur weil ich es nicht mehr aushalten kann, den anderen so zu sehen wie er gerade ist. Es ist eine Herausforderung, anderen auch ihr Schicksal zu lassen.

Was ich dabei allzu schnell vergesse: Selbst wenn es mir schlecht geht, will ich keine Hilfe von anderen haben. Es geht mir dann vielleicht nicht gut, aber das ist okay und ich kann damit gut leben. Es ist gar nicht sooooo schlimm, wie der andere vielleicht meint. Und auch wenn ich mein seelisches Leid schwer tragen kann, so will ich auf keinen Fall, dass es ein anderer für mich trägt. Ich finde es unverschämt, wenn ein anderer mir nicht zutraut, mein eigenes Schicksal zu tragen. Leiden kann so heilsam, wertvoll und wichtig sein. Auch wenn ich darüber rede wie unzufrieden ich bin, wie traurig, dass es zum Beispiel nicht weiter geht oder ich bei bestimmten Themen immer noch nicht weiter bin: Ich will selbst meine Lösung finden. Ich brauche und will dann keine Tipps und Ratschläge von anderen. Ich will nur reden. Reden darüber wie es mir geht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und wenn ich spüre, ich komme nicht weiter, auch dann übernehme ich Verantwortung für mich und frage um Hilfe.

Ich hoffe, das fällt mir das nächste Mal ein, wenn ich jemand anderen leiden sehe und ihn retten will. Vielleicht erzähle ich dem anderen dann mal, wie es mir damit geht und erfahre so, dass es sich für den oder die Leidende gar nicht so schlimm anfühlt.

Winkewinke von der Denkerinsel

Anja Kolberg

Moin, moin

Die Zeit rast. Schon wieder eine Woche rum. Seit Samstag stehen die Sandalen im Schrank, ich trage wieder Socken. Barfuß ade. Ein sicheres Zeichen, dass der Herbst Einzug hält.

Erste Herbstboten habe ich heute früh bei den E-Cards eingestellt:

Klick zu den E-Cards

Letzte Woche habe ich mich einem meiner Lieblingsprojekte gewidmet: Dem Tischkalender!

Die Entwürfe (Fotos auswählen, stimmige Texte aufschreiben) werden jedes Jahr leichter für mich. Da ich alle Fotos in meiner Datenbank in den letzten Wochen ausgewählt und sortiert habe, war es nun ein leichtes, meine Lieblingsbilder für 2010 auszusuchen. Als ich überlegte, welches Foto unbedingt mit in den Kalender muss, viel mir eines gleich ein: Das der blauen Kornblume vor grünem Hintergrund. Ich habe es vor einigen Jahren im Garten meiner Großmutter aufgenommen. Die Blüte der Kornblume hat wunderschöne Blautöne und strahlt Klarheit und Tiefe aus. Sie ist wirklich etwas besonderes.

Eine neue Schrift habe ich mir auch gegönnt. Ich habe sie im Newsletter eines Schriftenshops gesehen und wusste: Die ist es für 2010. Sie ist so klar, so stark. Ich bin ganz vernarrt in sie. :o)

Die Gestaltung (Fotos bearbeiten, zuschneiden, Vorlagen in der richtigen Größe anlegen, Schnittrand hinzurechnen, Texte und Kalender darauf setzen...) ist mir im fünften Kalenderjahr in Fleisch und Blut übergegangen. Es fließt!

Ich bin glücklich mit dem, was ich geschaffen habe. Das passt zum Titel für den Tischkalender 2010: "Ich mache mich glücklich." In den nächsten Tagen können Sie schon einen ersten Blick auf das Titelblatt werfen. Diese Woche kümmere ich mich um den Auftrag mit der Druckerei.

Eine zauberhafte Woche!

Anja Kolberg

PS: Mir fehlte wochenlang die Energie, vorwärts zu kommen. Nachdem meine Schilddrüsenhormone jetzt nochmals angepasst wurden, spüre ich, dass ich wieder mehr Energie habe. Es tut so gut, zu fühlen: Es geht weiter. Wie habe ich das vermisst. Ich bin stolz auf mich, dass ich mir - so höllisch schwer es war - die Zeit gelassen habe, die ich brauchte.

Freitag, 04 September, 2009

Eigentlich müsste es ein Gesetz...

...geben, welches Filme ohne Happy End verbietet! Das habe ich beschlossen, nach dem ich den Film "Tristan und Isolde" zu Ende geschaut hatte. Uh, sind die Tränen geflossen. So ungerecht. So hart. So blöde, einfach blöde war das Ende. Mist! Dabei war der Film selbst ein Traum, zugegeben leider auch brutal, was wohl zu der damaligen Zeit gehörte.

Ich will Happy Ends! Ich finde, das echte Leben ist schon so verrückt und oftmals viel zu hart, dass man als Zuschauer ein gutes, ein hoffnungsvolles Ende von Filmen oder Geschichten verdient hat. Ja, ich brauche: "Und so lebten sie glücklich..." - gut, vielleicht nicht bis ans Lebensende, das wäre zuviel des Guten und ist zu fernab der Realität. Aber etwas Gutes soll es bitte schön am Ende geben.

Ich heule mir bei solch tragisch endenden Liebesgeschichten die Augen wund, ganz schlimm war es nach dem auch wunderbaren Film "Die Brücken am Fluss". Nach dem konnte ich noch zwei Tage weinen, weil ich es so ungerecht fand, dass die beiden Liebenden nicht zueinander gefunden haben. Ich habe mir gerade deswegen auch nicht "Titanic" angeschaut und mache es heute noch nicht. All diese Liebesgeschichten sind wohl deswegen so "groß", bleiben so lange in Erinnerung, weil sie tragisch enden.

Und wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich ein Gesetz beschließen, dass die Autoren und Geschichtenerfinder dazu verpflichtet, sich trotz aller Tragik, trotz allem Schmerz und Herausforderungen ein gutes Ende zu überlegen.

So soll es sein!

Anja Kolberg

Dienstag, 01 September, 2009

September!

Endlich: Ein neuer Monat! Ich konnte es wieder nicht abwarten, ein neues Blatt im Tischkalender aufzudecken. Diesen Monat lockt mein Blogmädchen Lilo zu einer kleinen Pause. Sie macht es sich schon mal auf einem orangeroten Kürbis bequem. Ja, eine kleine Pause ist immer drin - und sie tut soooooo gut! Neue Kraft tanken, zu mir kommen, inne halten - und dann ausgeruht frisch wieder ans Werk!

Ich wünsche Ihnen einen schönen September mit unendlich vielen kleinen Pausen

Anja Kolberg

Montag, 31 August, 2009

Jonglieren

Die letzte Woche raste an mir vorbei. Einige Appetithappen?

  • Ein nicht geplanter Zahnarztbesuch wegen einem Inlay, das sich wegen darunter liegender Karies durch den Biss in ein köstliches Frühstücksbrötchen gelöst hatte. Stationen: Spritze, Bohren, Füllung. Erleichtert sein.
  • Verkaufsabwicklungen bei Ebay, die Zeit beanspruchen: Mails, Zahlung abwarten, packen, messen, zu Hermes fahren. Glücklich über die freie Fläche sein.
  • Das Büro meines Mannes drei Tage renovieren: Ausräumen, Farbe kaufen, sorgfältig streichen, sauber machen, umräumen, einräumen, loslassen, umsortieren. Über Farbe und neue Ordnung freuen.
  • Den Termin zu einer Schwermetallausleitung bei einer ganzheitlich arbeitenden Zahnärztin vorbereiten. Endlich!
  • Die Fahrt ins Bergische und ein schöner Sonntag mit der Familie zu einem 70. Geburtstag. Hach schön ... und lecker.
  • Sturm am Donnerstag und Freitag mit einer - immer weniger, aber dennoch etwas - aufgeregten Minu. Yeah, es wird besser.
  • Meine Periode, die mir diesmal einen schönen Streich spielte: Am Freitag war ich so groggy, dass mir so vieles aus der Hand fiel, ich Sachen umgestoßen habe, alles, was ich sonst nicht habe. Und natürlich der übliche Schoki-Heißhunger und dank Schmerzmitteln nur leichten, aber konsequenten Bauchschmerzen. Auch hiermit gehe ich leichter um.
  • Schwüle Hitze, die mich einfach ausnockt. Einsehen, dass ich dann ein Schneckchen sein darf.

Nach so einer Woche brauche ich Zeit, bis ich wieder meinen eigenen Rhythmus gefunden habe und alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Obwohl ich mir Druck mache, was ich alles noch tun muss und noch nicht getan habe - da gibt es so einiges - nehme ich mir diese Zeit.

Ich genieße die kühler werdenden Nächte. So langsam spüre ich, dass es auf den Herbst zugeht. Hm, das tut mir gut.

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Freitag, 21 August, 2009

Hürde genommen

 

Ich habe es endlich geschafft: Alle Fotodateien von 2004 bis heute sind durchgeschaut und sortiert. Über 166 GB Fotodateien habe ich dabei gelöscht. Ich bin so froh, dass ich diese Hürde genommen habe. Vor zwei Jahren habe ich schon mal Anlauf genommen, es aber einfach nicht durchgehalten, alles durchzuschauen und wirklich konsequent zu löschen. Ich bin stolz auf mich!

HÜPF!

Mir ist es auch gelungen, einige Dinge bei Ebay zu verkaufen, was ich mir auch schon ewig vorgenommen habe. Puh! Es tut so gut, um diese Dinge leichter zu sein.

 

Mehr Luft. Mehr Raum. Mehr Freiheit. Mehr ich!

Schönes Wochenende

Anja Kolberg

PS: Bin ich froh, dass es abgekühlt ist. Die Temperaturen + Schwüle sind nix für meinen Körper.

Mittwoch, 12 August, 2009

Schlechte-Laune-Radar

Manchmal habe ich schlechte Laune, genauer: Ich bin traurig, bedrückt. Erst verstehe ich gar nicht, warum das so ist, weil es mir doch "eigentlich" gut geht. Und dann schalte ich meinen inneren Schlechte-Laune-Radar an und frage mich: 'Seit wann bin ich so traurig? Was war da?' Das geht mal schnell, mal dauert es Stunden und dann weiß ich, was die Ursache für meine Stimmung ist. Meist bessert sich meine Stimmung schon dadurch, dass ich den Grund kenne.

Worüber ich traurig werde? Vor einiger Zeit war ich traurig, weil jemand eine berufliche Überfliegerphase hatte und ich dachte: "Der hat's gut. Warum passiert mir das nicht? Das will ich auch." Nein, (ich schüttel mit dem Kopf), das ist keine Mißgunst. Ich gönne Anderen ihr Glück. Es ist eher so, dass ich dann auf mich schaue und traurig bin, weil ich genau das in meinem Leben nicht finde und schmerzlich vermisse. Ja, es ist Neid. Ich lerne gerade zu all meinen Gefühlen zu stehen. Und auch Neid ist ein Teil meiner Gefühlswelt.

Doch ich werfe nur einen Scheinwerfer auf eine Stelle eines anderen Menschen und meine automatisch, alles andere wäre bei ihm auch so sonnig: "Der hat jetzt keine Probleme mehr, verdient jede Menge Geld und macht, was er möchte..."

Bei dem Anderen ist aber nicht nur Sonne, sondern auch Schatten, denn diese eine - glückliche - Sache ist eben nur ein Ausschnitt, ein Puzzlestein eines anderen Menschen. Wenn ich wirklich mit dem Anderen spreche und dadurch überall Licht mache, merke ich, dass es dem Anderen eben nicht nur gut geht. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, wenn auch andere als ich trage. Jeder hat sein Sonnenlicht und jeder seinen Schatten.

Ein Beispiel aus einem anderen Blickwinkel auf meinem derzeitigen Lebensabschnitt: Auch wenn ich viel Papier losgelassen habe, ist bei mir jetzt nicht "alles" in Ordnung und ich bin nicht überglücklich. Das eine Problem ist gelöst, aber andere sind noch da. Oder die Coaching- und Trainingsauszeit tut mir gut und ist wichtig, hat für mich aber keineswegs! den Geschmack einer glücklichen Urlaubszeit, in der alles wunderbar ist. Auszeit fördert vieles zu Tage, was durch die Tretmühle Alltag unterdrückt wurde, weil keine Zeit dafür da war. So kommen seelische Themen auf den Tisch, die jetzt bearbeitet werden können/müssen, weil ich dafür durch die Abwesenheit von der Arbeit mit Klienten überhaupt erst einen Kopf habe. Diese Aufarbeitung ist kein Zuckerschlecken.

So ist ein erster Blick auf die vermeintliche Sonnenseite nur ein Stück vom wahren Ganzen. Erst beim genaueren Hinschauen wird die Schattenseite offenbahrt. Wenn ich die ganze Geschichte kenne, möchte ich nicht wirklich tauschen. Auch der berufliche Überflieger hat seinen Preis zu zahlen, zum Beispiel mit zeitlichem Druck und Streß und verminderter Freizeit. Muss nicht, aber es kann so sein.

Mit diesem Wissen kann ich wieder gelassen auf mein Leben blicken und es gut finden, so wie es ist. Ich will kein anderes haben und die Traurigkeit oder schlechte Laune ist während dessen verflogen.

Herzensgrüße

Anja Kolberg

Montag, 10 August, 2009

Sechs neue E-Cards - dank Aufräumen

Nachdem ich mein "sichtbares" Büro ausgemistet habe, ist jetzt das "unsichtbare" Büro dran. Was das ist? Mein PC, genauer: Meine Festplatte. Zwei davon habe ich in meinem Computer und auf der zweiten lagern meine Fotos und kreativen Projekte. 230 Gigabyte bis zum Platzen gefüllt. Ich konnte keine neuen Fotos mehr abspeichern. Mein Mann lockte schon mit einer 1000 Gigabyte (!) externen Festplatte.

Ich hätte einfach so weiter machen können. Denn: Ich bin faul. Eigentlich wäre es gut, die doppelten Fotos zu löschen und die verwackelten und die Rohdaten, die sehr viel Platz einnehmen. (Ich kann auf meiner Kamera jpg aufnehmen wie jede Digitale Kamera und zusätzlich noch Rohdaten, deren Parameter ich in Bildbearbeitungsprogrammen noch nachträglich einstellen kann wie z.B. Belichtung, Schärfe.) Das habe ich aber nicht gemacht. Kein Bock, warum auch, war ja bisher genug Platz dafür da. Und wenn man erst mal angefangen hat zu schludern, macht es auch nicht viel Spaß, das nachzuholen. ... bis die Platte voll ist.

Ich habe mich nicht für den einfachen Weg entschieden, nämlich so weiter zu machen und die große Platte zu nehmen, sondern habe die momentane Loslass-Welle genutzt, um auch auf meiner Platte aufzuräumen... und zu löschen. Die Hälfte der Platte ist inzwischen leer! 115 GB Dateien habe ich bisher gelöscht und entschieden, was bleiben und was gehen darf.

Dabei sind auch einige Fotos für neue E-Cards angefallen. Hier sind drei neue Sommerkarten:

und drei Geburtstagskarten:

Viel Freude beim Verschicken!

Anja Kolberg

Dienstag, 04 August, 2009

Was für ein Geschenk!

Unbezahlbar war mein Erlebnis heute früh am Blumenkasten vor meinem Bürofenster: Auf der Blüte der pinken Dahlie schlief eine Biene, die Flügel ruhten übereinander, sie bewegte sich nicht. Das sah so friedlich aus, das kleine Tierchen so bezaubernd, ihren Pelz wollte ich am liebsten streicheln. Ob sie wirklich lebt? Ich beruhigte mich: Es war diese Nacht recht frisch und die Sonne hatte die Blütenseite noch nicht richtig erwärmt. Dann sah ich etwas genauer hin und ihr gestreifter Po bewegte sich, nach einer Zeit kamen die beiden Fühler hervor und ein mit Pollen bestäubtes Beinchen wurde gereckt. So schlafen also Bienen! Auf Blüten. So was habe ich noch nie erlebt und fühle mich so unendlich reich beschenkt, dass ich das sehen durfte. Ich habe Tränen in den Augen stehen. Unsere Welt ist so schön und die kleinen, die winzig kleinen Dinge sind so bezaubernd.

Nachdem ich sie eine zeitlang beobachtet hatte und einige ihrer Kolleginnen schon fleissig den Lavendel besuchten, wurde meine Biene aktiver, drehte sich, bewegte ihre Flügel und flog zur nächsten Blüte, wo sie mit der Arbeit begann. Guten Morgen, Biene!

Bin ich glücklich über dieses Erlebnis, danke Himmel!

Anja Kolberg

Samstag, 01 August, 2009

Ich höre auf mein Herz

... Es weist mir den Weg.", so lautet das Kalenderzitat für den frisch geschlüpften Monat August.

 

Für mich ist das der Königsweg: Wirklich auf mein Herz hören. Das nicht nur so sagen, sondern auch zu tun. Hinhorchen, genau sein, Zwischentöne erkennen, dem Ruf des Herzens zu folgen, ihm zu vertrauen und in Folge dessen: Wunderbares zu erfahren.

Ich bin so froh, dass ein neuer Monat begonnen hat, die letzten Tage eines Monats füllen mich mit Sehnsucht nach dem Neuen aus. Heute ist es soweit. Etwas Neues beginnt und das zeigt sich im Kalenderblatt.

Einen zauberhaften, wundervollen August für Sie!

Anja Kolberg

Mittwoch, 29 Juli, 2009

Die Kraft der Visionen

Nebeneffekt vom Loslassen: Ich schaue mir all die Unterlagen noch mal an, bevor ich entscheide, was bleibt und was nicht. So auch die Unterlagen der Berufsworkshops, die ich veranstaltet habe. Oft habe ich an den Übungen teilgenommen, mal im Stillen, mal als Mitglied der Gruppe. Die Ergebnisse habe ich behalten: Zeichnungen, Collagen, Visionsbriefe, Interviewbögen. Als ich die Visionsbriefe nochmal durchlas, fand ich viel, das sich in dem gewünschten Zeitraum verwirklicht hat:

Zum Beispiel stand in zwei Briefen, dass ich im Sommer 2008 an einem Roman schreibe. In mehreren Briefen kündigt sich die Auszeit an und viele kleine Wunder und Zufälle, die mir durch diese Zeit helfen. Und dass der Anfang schwierig ist, es aber immer leichter wird. Ich sage Ihnen, wenn mir das jemand vor 10 Jahren prophezeit hätte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Da ist vom Rosenbogen die Rede, der jetzt im Garten blüht und davon, dass ich morgens auf der Terrasse sitze, in einen schönen Garten schaue und Kaffee trinke. Auch das stimmt. Immer wieder habe ich auch von einem Kind geschrieben oder auch von zweien. Das ist nicht eingetroffen, dachte ich vorgestern, ich habe keine Kinder. Wobei, fiel mir darauf ein, dass das nicht stimmt. Es ist ein Kind in mein Leben getreten, das sehr wichtig für mich ist, das meine Unterstützung braucht, meine Liebe, meine Aufmerksamkeit, meinen Schutz: Mein Inneres Kind. Ja, ich bin Mama geworden, nur anders als ich das damals dachte.

Die Kraft der Visionen ist stark. Wundervoll. Unerwartet. Hoffnungsvoll. Weise und wahr.

Zaubergrüße von der Glücksinsel

Anja Kolberg

Dienstag, 28 Juli, 2009

Frieden schließen

Frieden schließen? Gab es denn Krieg?
Ja.

Mit wem?
Er tobte in mir. Ein leiser psychologischer Krieg mit Schwelbränden, mit dem diffusen Gefühl der Unsicherheit.

Um was ging es?
Frühere Arbeitsstellen, auf denen ich nicht glücklich war und das verbundene Gefühl damit.

Und damit hast du Krieg geführt?
Nicht mit den Arbeitsstellen, sondern mit mir selbst. Ich habe mich kritisiert, angegriffen, verletzt.

Wofür?
Zum Beispiel, dass ich überfordert war, es mir aber nicht eingestehen wollte, sondern die Aufgaben und Situationen irgendwie meisterte. Doch das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist das Gefühl, das bei mir selbst zurück bleibt. Ich habe versagt. Ich war nicht gut genug. Oder auf einer anderen Stelle war ich sehr alleine und klammerte mich an Versprechungen einer besseren Zukunft. Dafür habe ich viel in Kauf genommen. Zuviel. Ich habe mich gewehrt und fühlte mich deswegen schuldig, weil ich für mich eingestanden bin. Das sind die Gefühle, die mit mir Krieg geführt haben.

Was ist daran so schlimm?
Es bleibt ein Versagensgefühl zurück oder ein Ich-bin-nicht-gut-genug-Gefühl oder ein Warum-bin-ich-nicht-wie-x-oder-y-dann-wäre-alles-anders-gelaufen.

Aber das ist doch schon so lange vorbei. Du bist seit über zehn Jahren selbstständig.
Die Gefühle überdauern die Zeit.

Du hast von Frieden gesprochen.
Ja, Frieden in mir. Frieden mit den Gefühlen, die ich habe. Ich habe beim Himmeln der vielen Ordner auch die Unterlagen zu den Arbeitsstellen durchgeschaut und Notizen gefunden, die mich daran erinnert haben, wie schwer es mir manchmal erging. Ich denke schnell an das zurück, wo ich mich nicht gut gefühlt habe. Natürlich auch an das Gute, die netten Kollegen, Chefs, aber das andere ist stärker und hinterlässt in mir ein Gefühl der Unsicherheit.

Ist das jetzt nicht mehr so?
Ich habe all die Notizen in Frieden losgelassen und fühle mich seit dem freier. So frei, dass ich mir sogar wieder vorstellen kann, einen Job als Angestellte anzunehmen. Mir ist noch mal ganz deutlich geworden wie ich mich z.B. damals angestrengt habe, einem Idealbild zu entsprechen, das mir nicht entsprach. Das war nicht ich und das bin nicht ich. Wie der Schwan, der sich als hässliches Entlein fühlt. Ich war gut genug, nur im falschen Teich, nämlich im Ententeich statt auf dem Schwanensee.

Jetzt sehe ich die Überforderung und nehme mich dafür in den Arm und höre Lycinda sagen: "Mensch, das war ganz schön heftig. Wie gut, dass du dich davon gelöst hast. Du brauchst dir das nie wieder anzutun. Sei wie du bist. Es ist gleich, welche Art der Arbeit du machst, Anja. Wichtig ist, dass du dabei glücklich bist."

Es gibt noch etwas, das anders geworden ist: In den letzten Jahren habe ich meine beruflichen Wünsche und Träume in die Tat umgesetzt. Ich fühle mich dadurch erfüllt und getragen. Falls ich wieder angestellt arbeiten gehen würde, ich hätte gar nicht mehr den hohen Anspruch an meine Arbeit, mich zu erfüllen. Dafür habe ich meine Selbstständigkeit, mein Schreiben, meine Printprodukte, meinen Blog. Mit dieser Sicht bin ich einen Schritt auf meinem Weg voran gekommen.

Herzensgrüße vom Weg der Wandlung

Anja Kolberg

Montag, 27 Juli, 2009

Das ist Lycinda!

Darf ich vorstellen: Das ist Lycinda. Sie ist Anwältin.

 

Lycinda trägt ihr pechschwarzes Haar mit einem schnurgeraden Pony. Ihre Lieblingsfarbe ist lila, weil der so schön zu ihrem Namen Lycinda passt und sie liebt ihren Namen, der so zart wie ihre Hautfarbe ist: Rosafarben.

Heute trägt sie zu ihrem lilafarbenen Kleid ihre Froschschuhe. Die trägt sie am liebsten, weil die beiden Frösche - sie hat ihnen aus Vergesslichkeit immer noch keinen Namen gegeben und nennt sie solange linker und rechter Frosch - immer so schöne Kommentare abgeben zu allem, was sie sehen. Der rechte Frosch ist ein bischen frecher als der andere und spricht meist aus, was ihm in den Kopf kommt, er hat auf alles eine Antwort parat und ist die pure Vernunft. Der linke Frosch ist zurückhaltender und wenn er spricht, dann über seine Gefühle.

In ihrer Lieblingstasche sitzt die Lieblingskatze von Lycinda: Sie ist weiß und hört auf den Namen Ruby. Ruby hatte einen Unfall mit einem Vogel vor drei Jahren. Alle Katzen sagten damals zu ihr: "Katzen fressen Vögel. Du musst auch einen Vogel fressen, um eine richtige Katze zu sein!" Also machte sie sich auf den Weg in einen Baum, um einen Vogel zu fressen. Auf einem Ast sah sie einen Vogel, der so schön war, dass sie sich in ihn verliebte. Die anderen Katzen riefen von unten: "Friss ihn, friss ihn, mach schon, mach schon!", doch sie konnte ihm nichts zu leide tun. "Zilp" rief der Vogel. "Oh ist das schön", flüsterte die kleine Katze, "ist das schön." Sie konnte dieses wunderschöne Tier nicht fressen und stieg wieder vom Baum hinab, wo sie von den anderen Katzen übel beschimpft und ausgelacht wurde. "Da ist doch gar keine richtige Katze", raunzten die anderen Katzen und "Mit der will ich nichts mehr zu tun haben." "Schwächling." "Weichei." "Hosenkacker." "Vogelscheuche." "Vogelliebhaberin!" "Körnerfresser!" Laut hallten ihr die Schimpfworte ihrer falschen Freunde nach und Ruby beschloss von dem Moment an, nie wieder so zu sein wie eine richtige Katze zu sein hat. Seit dem Miaut sie nicht mehr, sondern sie ruft: "Zilp". Am gleichen Tag noch lief sie Lycinda vor die Füße, die sich über diese Katze wunderte, die "Zilp" rief. Lycinda fragte sie nach ihrer Geschichte und sie verliebte sich in Ruby, die keine Katze mehr sein wollte. Fortan lebte Ruby bei Lycinda. Die Anwältin fand, dass eine Katze, die so ungewöhnlich der Stimme ihres Herzens gefolgt war, sehr gut zu ihr passte.

Auf Lycindas Nase sitzt eine große, sehr dicke Brille. Auch wenn sie deswegen ein wenig anders ausschaut als andere und der Arzt ihr schon viele Male Kontaktlinsen angeboten hat, will Lycinda ihre dicke, lilafarbene Brille weiterhin tragen. "Ich kann damit ganz genau hinschauen. Die Brillengläser sind wie ein Vergrößerungsglas für mich und ich kann Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Und ich kann die Brille ganz leicht absetzen und habe so einen herrlichen Weitblick und eine Übersicht, wenn ich das haben möchte. Es ist so einfach. Und außerdem will ich nicht aussehen wie jeder andere. Ich brauche meine lilafarbene, dicke Brille. Ich finde mich schön mit ihr!" Seitdem hat der Brillenverkäufer nichts mehr gesagt und auch der Augenarzt akzeptiert ihre Liebe zu ihrer dicken Brille.

Lycinda hat immer Süßigkeiten dabei. Sie trägt immer - und ich meine immer und jederzeit - auch im Bett, auf dem Klo, auf der Straße, bei ihrer Arbeit - einen großen Loli, der lila-rosa Funken sprüht. Ja, Loli mit einem "l" - er heißt Loli, nicht Lolli, denn es ist kein normaler Lolli. Wenn sie die rechte Hand mal braucht, mit der sie ihn trägt, dann lässt sie ihn los und Loli bleibt in der Luft stehen. Praktisch, oder? Ob Loli gut schmeckt? Oh, er schmeckt köstlich, aber wenn man ihn aufisst, kann er keine Süßigkeiten mehr machen. Lycinda braucht nur an etwas Süßes zu denken und *Pling* ist sie da: Schokolade, Eis, Kaugummi, Salzlakritze, Zuckerwatte, Nougat, Sahnebonbons, Liebesperlen, alles was man sich wünschen kann. Loli kann aber nicht nur Süßigkeiten zaubern, er kann Lycinda auch unsichtbar machen. Denn in ihrer Arbeit als Anwältin ist sie meist unsichtbar für die anderen. Nur für ihre Klientin nicht.

Du vermutest richtig: Lycinda ist keine gewöhnliche Anwältin. Lycinda ist Fachanwältin für Innere Kinder. Jeder der Anwalt oder Anwältin für ein Inneres Kind wird, vertritt sein Leben lang nur einen Mandanten oder eine Mandantin: Das Innere Kind eines Menschen. Sie sorgt dafür, dass der meist erwachsene Mensch, in dem das Innere Kind wohnt, nicht einfach seine Bedürfnisse oder seine Gefühle übergeht. Sie interessiert sich nicht für die Gegenseite, hat nur Verständnis für den, den sie vertritt. Sie hilft ihrem Mandanten dabei, für sich einzustehen, sie ist Ermutigerin, Unterstützerin, Taschentuchreicherin, Schokoladenproduzentin, Liebhalterin. Sie wiegt das Innere Kind in den Schlaf, nimmt ihm die Angst, erklärt, was weder das Kind noch der Erwachsene versteht. Denn der Erwachsene, in dem das Innere Kind lebt, ist zwar groß und stark, aber viele Erinnerungen und Erfahrungen in ihm lassen ihn noch ein Kind sein, das Angst hat, das sich klein fühlt und unwichtig. Es braucht eine Anwältin, die es begleitet, bis das Innere Kind es irgendwann immer seltener braucht. Doch selbst wenn der Erwachsene schon 90 Jahre alt ist, haben die Anwälte eine Aufgabe: Nämlich den Erwachsenen daran erinnern, dass es da ein Inneres Kind gibt, das spielen möchte, das Quatsch machen möchte, das faul sein will und unvernünftig. Ja, du siehst: Es gibt für Lycinda und ihre Kolleginnen und Kollegen ein Leben lang Arbeit und eine Aufgabe.

Ob du auch so eine Anwältin für dein Inneres Kind hast oder einen Anwalt? Natürlich! Jeder hat das. Allerdings schlafen die meisten Anwälte lange lange Zeit im Verborgenen. Manchmal entdecken die Erwachsenen ihr Inneres Kind und sprechen mit ihm, schenken ihm Aufmerksamkeit, das klappt auch meist ganz gut. Aber immer dann, wenn es schwer wird, wenn Hürden zu überwinden sind, dann braucht man die Anwältin, die einem gut zuredet und die die Hand hält, während man durch den dunklen Wald geht. Lycinda und ihre Kollegen sind auch da, wenn es darum geht, dass der Erwachsene lernt, für sich einzustehen, sich selbst etwas Gutes zu tun, sich okay zu finden und zu lieben, etwas das ihm sehr sehr schwer fällt. Dann machen die Anwälte Mut.

Übrigens sind Anwälte fürs Innere Kind dem Kind NIE böse, sie haben IMMER Verständnis für das Kind, stehen ihm egal was ist zur Seite. Sie hören immer zu, haben immer Zeit, sind Weltmeister im Loben und Komplimente machen, können wunderbar trösten und lachen und zum Faulsein animieren. In 99.999% der Fälle lassen sie fünfe gerade sein und JEDE Ausrede gelten, warum man etwas nicht machen kann. Sie denken NIE an Karies, sondern immer nur an den leckeren Geschmack. Sie schimpfen nicht und lassen uns so lange Fernseh schauen wie wir möchten, weil sie wissen, dass wir einschlafen, wenn wir müde sind. ABER sobald sie merken, dass es uns nicht gut geht, beginnen sie sofort mit ihrer Arbeit: Brille auf und dann nehmen sie das Innere Kind in Augenschein, sprechen mit ihm, erklären, fragen, hören zu, schützen, pusten bei einem Aua. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, erklären, warum irgendwas jetzt nicht geht und dass manches im Leben auch wehtut, zum Beispiel wenn man gut für sich selbst sorgt, aber anderen dafür auf die Füße treten muss und das wehtut. Und dass es manchmal genau umgekehrt ist.

Das ist Lycinda. Ich kenne sie seit einigen Tagen. Seit dem ist sie da und hilft mir. Das ist so wunderbar!

Anja Kolberg

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Freitag, 24 Juli, 2009

Selbst ist die Frau

Eben habe ich den Popeye in mir geweckt. Natürlich hat das ganze Papier loslassen eine Konsequenz: Regale, die vorher vollstanden, sind jetzt leer. *Hüpf* Und damit mehr Luft in meinem Büro Einzug hält, habe ich mich entschieden, eines meiner hohen Billy-Regale wegzugeben und das andere gegen zwei halb hohe, die im Schlafzimmer in meiner Malecke stehen, auszutauschen. Alle Billys hatte ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit als Büroeinrichtung gekauft. Die haben jetzt schon zwei Umzüge mitgemacht, mehrmals den Platz gewechselt und sind noch immer stabil. Und das für den Preis. Ein Lob auf den schwedischen Einrichter.

Tja, eigentlich hätte ich meinen Mann gefragt, ob er mir hilft die Regale eine Treppe rauf bzw. wieder herunter zu tragen. Der ist aber unterwegs und ich hatte keinen Bock zu warten. Stufe für Stufe habe ich das hohe Regal die Treppe hochgetragen. Anschließend lief mir der Schweiß zwar von der Stirn, aber ich hatte es geschafft!

Ich bin echt stolz auf mich und meine Muskeln. Was ich doch alles schaffen kann, wenn ich etwas will, keine Hilfe da ist und ich mich einfach mal ranmache. :o)

Grüße von der Popeye-Frau und ein schönes Wochenende!

Anja Kolberg

Donnerstag, 23 Juli, 2009

Loslassen und kein Ende in Sicht

Hihi, ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr nochmal einen zweiten Loslass-Marathon starte. Es tut mir soooo gut, auch wenn es teilweise schwer ist. Was ich losgelassen habe? Trainingsunterlagen, zwei bis drei Buchkonzepte, überholte Beratungsunterlagen, Projektideen, Zeitschriften, Kataloge, Dinge die ich noch hätte verkaufen können, die aber in erster Linie meine Energie gebunden haben ... Ich weiß gar nicht mehr, was es alles war. Ich habe es schon vergessen und die Papiertonne ist schon wieder voll und hier im Büro steht so viel, dass ich sie schon wieder voll machen könnte... Ja, ja, ja!

Wofür das Loslassen wichtig ist? Damit ich endlich all das Alte loslasse und frei für das Neue werde. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, was das Neue genau sein wird. Das ist noch nicht wichtig, ein Schritt nach dem anderen.

Warum ich mit dem Loslassen angefangen habe? Bei mir ging nichts mehr. Ich war festgefahren, unzufrieden, kam weder vor noch zurück. In einem Dialog mit meinem Inneren kam der Impuls, erst mal Altes loszulassen, damit ich weiter nach vorne gehen kann.

Ob ich einfach wahllos alles wegschmeiße? Nein, auf keinen Fall. Vorher frage ich mich immer: "Will ich das Loslassen?" Und dann sagt mein Herz "Ja" oder "Nein". Meistens sagt mein Herz: "Wenn du kannst, lass los."

Was mir beim Loslassen hilft? Es gibt so Dinge, daran hängt wirklich mein Herz, zum Beispiel Projekte, in die ich Zeit und Geld investiert habe. Ich merke aber, dass sie überholt sind oder nicht mehr stimmen und will sie loslassen. Dann sage ich still oder je nach dem auch laut: "Ich lasse mit Liebe und Achtung los." oder "Ich lasse los und vertraue darauf, dass ich alles, was ich brauche, in mir trage."

Das tut gut, beruhigt mich und hilft mir.

So, jetzt gehe ich zu meiner Blumenfreundin einen Moment schnacken (mein Göttergatte hat bei ihr gerade einen zauberhaft schööööönen Strauß zu unserem Hochzeitstag erstanden) und dann ist der nächste Ordner dran. Mein Ziel: Die beiden großen Regale kommen noch raus, dafür stelle ich zwei ins Büro, die nur halb so hoch sind = viel mehr Luft für mich.

Hüpf!

Anja

Mittwoch, 22 Juli, 2009

Frei vom Alter berufliche Wünsche verwirklichen

Wussten Sie eigentlich, dass Ingrid Noll (Krimicouch) erst als ihre 3 Kinder aus dem Haus waren - sie war Mitte 50 - begonnen hat, ihre ungewöhnlichen Kriminalromane zu schreiben? Oder dass sich die australische Autorin Patricia Shaw (erst mit 52 Jahren ganz den leidenschaftlichen Liebesromanen gewidmet hat, nachdem sie viele Jahre ein Archiv leitete? Lisa Balz begann mit Ende 40 in Südafrika einen komplett neuen Lebensabschnitt.

Manche Dinge im Leben brauchen einfach Zeit, zu reifen. Wie ein guter Wein. Erst nach Jahren wird uns bewusst, wie wichtig bestimmte Themen für uns sind und wir halten es mit dem bisherigen einfach nicht mehr aus. Dann ist genau der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen. Unabhängig von Ihrem Alter, denn das ist immer relativ. Wissen Sie, was wir in den Augen einer 90jährigen sind?

Ganz jünge Hüpfer, die so viel Leben noch vor sich haben.

Anja Kolberg

Samstag, 18 Juli, 2009

Mir einfach was gönnen

Gestern war ein Tag, an dem mein Mann und ich mal raus mussten aus dem Alltag. Wir haben uns etwas gegönnt, bei dem wir uns schon gar nicht mehr daran erinnern, wann es das letzte Mal war:

Ab ins Hürther Einkaufs-Center, dort die einmalige Curry-Wurst geschlemmt, dann ICE AGE 3 in 3D im Kino geschaut. Das hat so einen Spaß gemacht, ich hatte wirklich den Eindruck, das Fell streicheln, anfassen zu können und wie süüüüß das Mammutbaby war! Natürlich gab es dazu Nachos mit Käsesoße und Pepperoni und ein Getränk. Anschließend sind wir durchs Center gebummelt und zum krönenden Abschluss haben wir zwei ein Eis im Eiscafé gegessen. Mein Mann den Waldbeerbecher, ich den Haselnussbecher. Köstlich!

Es war königlich! Wann waren wir das letzte Mal in einer Eisdiele? Und in welchem Kinofilm das letzte Mal? Keine Ahnung! Vor zehn Jahren ca. sind wir fast jede Woche einmal ins Kino gegangen, haben uns meist die Montagsvorpremiere angeschaut. Wir konnten die seltenen Kinogänger daran identifizieren, dass sie bei den Werbespots lachten, die mir schon vom vielen Angucken an den Ohren rauskamen. Heute wäre ich diejenige, die lacht und die anderen würden gucken...

Geschockt war ich wie die Preise für Eintritt und Snacks gestiegen sind. Wie kann sich das noch eine Familie mit Kindern leisten? Für uns war es ja schon der totale Luxus.

So wird so ein Ausflug wirklich zu etwas Besonderem, von dem wir noch lange zehren werden. Das ist viel wert.

Ein schöööönes Wochenende!

Anja Kolberg

Donnerstag, 16 Juli, 2009

Die Kraft der Wünsche

Inmitten meines zweiten, tiefgreifenden Loslassprozesses dieses Jahr - die Hängeregistratur ist leeer!!! 4 riesige Schubladen mit je zwei Fächern - viel mir ein Blatt aus April 2002 in die Hände. Darauf habe ich notiert, zu welchen Bedingungen ich Coaching anbieten möchte: Arbeitszeiten, Wochentage, Honorar, Ort, Absagezeiten usw.

Und darunter habe ich mir notiert wie dieser Ort aussehen soll: Ich habe die Coachingwerkstatt klitzeklein so beschrieben wie ich sie mir erträumte: Ca. 50 qm, Köln, Parkplätze vor der Türe (in Köln ein Segen), eigene Toilette mit extra Waschbecken, kein lauter Straßenlärm, angenehme Gegend, Park fußläufig erreichbar, Öffentlicher Nahverkehr fussläufig erreichbar, ein bestimmter Mietpreis/qm sollte nicht überschritten werden, idealerweise zwei Räume, von der einer die Küche ist. Und dazu habe ich mir noch gedacht, nicht aufgeschrieben: Keine Courtage, netter Vermieter, Räume bereits renoviert, im Idealfall keine Südlage, damit es im Sommer nicht so heiß wird.

Zum 1. September bezog ich genau dieses Büro. Ich schüttle heute noch ungläubig den Kopf, dass das damals so geklappt hat. Ich hatte die Anzeigen im Kölner Stadt-Anzeiger gewälzt, las: 'Köln-Zollstock' und dachte damals: 'Wo liegt das denn? Soll ich mir das überhaupt anschauen?' Dann bin ich doch für einen Schlenker vorbei gefahren, 'nur mal von außen gucken' dachte ich. Als ich vorfuhr, kehrte gerade der Vermieter vor der Türe und sprach mich an, als ich mir den Umriss im Fenster ansah (der einzige, der das hatte, was mir total gefiel). Das Büro lag in einer ruhigen Seitenstraße in Köln-Zollstock, gleich neben dem kleinen Zollstock-Park, in der Straße waren in 90% der Fälle Parkplätze zu finden, eine Straße weiter fuhr die Straßenbahn. Neben einem großen ca. 25 qm Raum mit herrlich großen Schaufenster gen Norden, gab es einen weiteren Raum, in den ich einen kleinen Küchenblock setzen konnte und daneben ein WC (mit Waschbecken). Die Räume waren frisch renoviert, lediglich Teppichboden musste gelegt werden und Lamellenvorhänge angebracht. Das Büro wurde gleich vom Vermieter angeboten (keine Courtage) und der war einschließlich seiner Frau sehr nett.

Beim Auszug vier Jahre später habe ich mir übrigens gewünscht, dass der Nachmieter die Einrichtung übernimmt und ich dafür nicht streichen muss. Bingo!

Diese Macht liegt in Wünschen! Herrlich, oder?

Einen zauberhaften Tag, jetzt werde ich fotographieren gehen und dann weiter loslassen....

Anja Kolberg

Freitag, 10 Juli, 2009

Noch eine Runde loslassen

 

Seit zwei Tagen ist es wieder an der Zeit, weitere Dinge in meinem (Berufs-)leben loszulassen. Vor allen Dingen: Papier. Der Inhalt meiner Hängeregistratur - ein großer Schrank mit vier Doppelfächern - wird Schritt für Schritt gehimmelt. Puh! Gerade habe ich eine Mappe mit Zeitungsausschnitten vor mir, die mir wirklich am Herzen liegen. So wichtig, dass ich darüber einen Blogeintrag mache, bevor ich sie ganz loslasse.

Es sind Berichte über Schriftsteller und wie sie ihren Weg gegangen sind. Mir machen sie Mut, weil sie das Leben als Schriftstellerin greifbarer und ein Stück normaler machen. Oder welche Schwierigkeiten heutige Bestseller-Autoren hatten, bis sie ihren Durchbruch erlebten. Die bekannteste Geschichte ist wohl die von Joanne K. Rowling, deren Harry Potter Bände von neun Verlagen abgelehnt wurden. (Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 12. November 2001). Seit 2001 sammle ich diese Ausschnitte schon. Ich werde sie mir jetzt nicht noch einmal alle durchlesen, nicht das herausfischen, was mich ermutigt, nicht weiter daran festhalten als wären diese Berichte der Schlüssel für meinen Weg, sondern darauf vertrauen, dass sich zum rechten Zeitpunkt alles fügt.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Thomas Mann, das mir besonders viel Mut macht: "Ein Schriftsteller ist ein Mensch, dem das Schreiben schwerer fällt, als allen anderen Menschen."

Anja Kolberg

Mittwoch, 08 Juli, 2009

Autoren-Interview mit Sabine Kornbichler zu "Das Richterspiel"

Anja Kolberg: Herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Roman!
Sabine Kornbichler: Vielen Dank!

Anja Kolberg: Sie sagten vor der Veröffentlichung, dass Ihnen dieser Roman viel bedeutet. Warum bedeutet er Ihnen viel?
Sabine Kornbichler: Ich musste sehr viel dafür recherchieren und bin dadurch immer tiefer in die extrem schwer verdauliche Thematik der Kindesmisshandlung eingetaucht. Das war auch für mich als Autorin belastend. Ich konnte nicht abends einfach meine Arbeitszimmertür schließen und all das hinter mir lassen.

Anja Kolberg: Mit welcher Anfangsidee starteten Sie das Buch, die Recherchen?
Sabine Kornbichler: Die Ursprungsidee war die Frage, was eigentlich mit den Kindern geschieht, die wegen Misshandlung und/oder Verwahrlosung aus ihren Familien genommen werden. Ich habe mich gefragt, wie viel Verlass darauf ist, dass es ihnen dort, wo sie hinkommen, tatsächlich besser geht. Aus dieser Fragestellung heraus habe ich dann meine Geschichte entwickelt. In der Realität ist es jedoch zum Glück so, dass die Kinder in den allermeisten Fällen in ihren Pflegefamilien gut aufgehoben sind.

Anja Kolberg: Was war für "Das Richterspiel" Ihre größte Herausforderung?
Sabine Kornbichler: Die größte Herausforderung war eigentlich, genau zu verstehen, was in einem Kind vorgeht, das in seinem Elternhaus misshandelt wird, welche Folgen diese Misshandlungen für seine Entwicklung und sein späteres Leben haben. Was es braucht, damit dieses Kind sich in seiner Pflegefamilie von der Traumatisierung in kleinen Schritten erholen kann.

Anja Kolberg: Möchten Sie mit diesem Buch eine Botschaft vermitteln? Wenn ja, welche?
Sabine Kornbichler: Keine Botschaft, eher einen Wunsch: All seinen Mut zusammenzunehmen und einzugreifen, wenn man die Notlage eines Kindes zu sehen glaubt – auch auf die Gefahr hin, dass man sich irrt. Den Wunsch habe ich natürlich auch an mich.

Anja Kolberg: Die Idee mit dem hilfsbedürftigen Kommissar, der Marlene zur Recherche benötigt, gefällt mir. Planen Sie weitere Romane mit diesem Team?
Sabine Kornbichler: Derzeit nicht, nein.

Anja Kolberg: Wenn Sie Ihrem Roman einen Wunsch wie eine gute Fee mit auf den Weg geben sollten, was würden Sie wünschen?
Sabine Kornbichler: Dass er die Menschen, die ihn lesen, berührt.

Anja Kolberg: Die Handlung findet im Winter statt und erinnert mich an den strengen Winter 2008/2009. Haben Sie bewusst diese Jahreszeit für den Roman gewählt oder war es die Jahreszeit, in der Sie geschrieben haben? (Statt Sylvester hätte ja auch ein anderes Fest stattfinden können.)
Sabine Kornbichler: Ich habe ihn im Winter begonnen und in dem strengen Winter 08/09 beendet. Aber rein gefühlsmäßig war und ist es für mich ein Roman, in dem Kälte eine Rolle spielt.

Anja Kolberg: Wie oft haben Sie das Buch überarbeitet, bis es seine Endfassung erlangt hat?
Sabine Kornbichler: Dreimal.

Anja Kolberg: Fertigen Sie vorher Lebensläufe der einzelnen Personen an? Wie detailliert sind diese, gehen sie bis hin zum Geburtsdatum, Hobbies etc.?
Sabine Kornbichler: Nein, so detailliert mache ich das nicht, aber Lebensläufe brauchen die Figuren schon, und ich mache mir natürlich vorher Gedanken über die Eigenheiten, über die Charaktere der einzelnen Personen.

Anja Kolberg: Waren Ihnen die einzelnen Stationen des Buches vor Beginn des Schreibens klar?
Sabine Kornbichler: Im Großen und Ganzen ja. Natürlich ergibt sich trotzdem einiges noch beim Schreiben.

Anja Kolberg: Was bleibt im Schreibprozess dem Zufall überlassen?
Sabine Kornbichler: Dem Zufall eigentlich gar nichts, aber der Phantasie ganz viel.

Anja Kolberg: Wie lange dauerte es von der Idee für "Das Richterspiel" bis zur Manuskriptabgabe?
Sabine Kornbichler: Eineinhalb Jahre.

Anja Kolberg: Sie bringen in das Buch typische Verhaltensweisen von Senioren ein, wie bestimmte Redensarten, die Einsamkeit, die Einrichtung der Küche. Wie sammeln und sortieren Sie diese Informationen?
Sabine Kornbichler: Wann immer ich die Gelegenheit bekomme, in ein mir fremdes oder ungewohntes Leben Einblick zu bekommen, nutze ich die Chance und sehe sehr genau hin. Dieser „Rechercheblick“ ist mir vermutlich längst zur zweiten Natur geworden.

Anja Kolberg: Für "Das Richterspiel" gab es Fachwissen zu recherchieren, zum Beispiel über Mordermittlungen der Kripo oder Kindesmisshandlung und deren Auswirkungen auf die Opfer, die Eltern, die Anforderungen von Pflegefamilien, die Einschätzungen einer Psychologin, die einer Kindergärtnerin. Wie haben Sie dieses Wissen recherchiert?
Sabine Kornbichler: Indem ich mir für jeden Bereich jemanden gesucht habe, der mir kompetent Auskunft geben kann. Und dann habe ich natürlich jede Menge Fachliteratur gelesen.

Anja Kolberg: Was hat Ihnen bei diesem Buch die meiste Freude bereitet?
Sabine Kornbichler: Claussen – ich mag diesen Mann einfach.

Anja Kolberg: Welche Frage möchten Sie in Zusammenhang mit Ihrem neuen Buch gerne gefragt werden?
Sabine Kornbichler: Taucht Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals wieder auf?

Anja Kolberg: Taucht Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals wieder auf?
Sabine Kornbichler: Da bin ich ganz sicher.

Danke für Ihre Zeit und die Informationen!

Das Interview führte Anja Kolberg, www.frauen-coaching.de

Weiterführende Links:

Dienstag, 07 Juli, 2009

Nicht gegen dich - sondern für mich

Wenn in mich hineinhorche, ganz ehrlich zu mir bin, meine Bedürfnisse wahrnehme und ihnen Raum geben möchte, hat das Konsequenzen.

Zum Beispiel "Nein" zu sagen zu anderen Menschen. Das ist nicht leicht, wer bekommt schon gerne eine Absage? Das tut dem anderen vielleicht weh und wer tut schon gerne anderen weh, insbesondere wenn man will, dass einen alle lieb haben?

Letzten Endes ist es eine Entscheidung, wem man weh tut - sich selbst, weil man seine Bedürfnisse missachtet oder vielleicht einem anderen, weil er eine Absage bekommt und dadurch verletzt sein könnte. Doch das muss nicht unbedingt sein, vielleicht freut sich der andere auch für mich, weil er erlebt, dass ich gut für mich sorge und sich daran selbst Beispiel nimmt. Vielleicht ist er selbst froh, dass es so gekommen ist.

Vielleicht bekommt eine Beziehung aber auch einen Knacks. Vielleicht heilt dieser Knacks schnell oder langsam, möglicherweise auch garnicht. Wahrscheinlich redet der die Absage erhielt mit anderen über seinen Schmerz. Ich muss damit leben, dass über mich gesprochen wird. Ich muss damit leben, dass der andere mich vielleicht nicht mehr so lieb hat wie vorher, als ich alles mitgemacht habe.

Das sind Herausforderungen auf dem Weg zu mir selbst.

Wichtig ist: Es ist keine Entscheidung gegen den Anderen, sondern eine Entscheidung für mich. Was der andere aus dieser Entscheidung macht, liegt nicht in meiner Macht. Ich habe darauf keinen Einfluss.

Mir bleibt nur eins: Gut für mich selbst zu sorgen.

Anja Kolberg

Montag, 06 Juli, 2009

Kleine Abkühlung

Heute früh fielen mir die Sommer-Schnee-E-Cards ein, die ich mal gemacht habe. Bei der schwülen Hitze draußen sind sie eine willkommene Abkühlung. Eigentlich müssten im TV jetzt Winterfilme gezeigt werden, die schaffen wenigstens gedanklich eine Abkühlung...

Hier sind die drei:

Einen erfrischenden Einstieg in die Woche!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr


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