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Mittwoch, 01 Juni, 2011

Impulse für Juni 2011

Dies ist das Blatt des Tischkalenders 2011 "Ich trau mich was" für diesen Monat:

Tischkalender 2011

Ein Feld aus Rittersporn und Mohn. Mit diesem Motiv verbinde ich Wärme, Sonne, Freiheit, kleine und große Pausen, ein kühles Getränk im lichten Schatten schlürfen und die Füße ins kühle Nass halten. Die Wärme der Sonne auf meinem Körper spüren. Blütenduft atmen. Das Rauschen des Windes durch die Blätter der hohen Buche. Vogelstimmen, das Plätschern einer sprudelnden Quelle. Draußen sein in der Natur. Hm... Herrlich!

Das Zitat auf diesem Sommerblatt: "Ich öffne eine Türe." Spontan muss ich an eine Türe nach draußen denken. Eine Veränderung. Eine Erweiterung meines Alltags. Etwas Neues in mein Leben lassen. Meine Gedanken sind natürlich bei meiner Auszeit 2.0 und auch der Beschreibung meiner inneren Räume, wovon viele Türen noch verschlossen sind.

Welche Türe möchte ich diesen Monat öffnen? Ich sehe, wie ich als kleiner frecher Schmetterling über die Blumenwiese schwebe und sie neugierig erkunde, hier und dort probiere, mich niederlasse, wieder wegfliege und die warmen Sommertage und das Leben genieße...

Mehr Impulse finden Sie in der Tischkalenderbeschreibung.

(Update 2.6.11: Ich habe gestern mit Hilfe einer Aufstellung eine Türe geöffnet. Sie führte in meine Vergangenheit und halft mir ein Problem, das ich heute habe, in Ruhe und mit Hilfe anderer zu betrachten, zu verstehen und ein Stückchen zu lösen. Das tut so gut!)

Der Wandkalender 2011 "Herzensangelegenheiten" zeigt dieses Motiv im Juni:

Wandkalender Herzensangelegenheiten  

Im Blatt der großblütigen Rose "Parole" liegt ein Blütenblatt des Storchschnabels. Welche Farben die Natur bietet! Bei dem Motiv denke ich an die Vielfalt an Rosen, Stauden, ein- und zweijährigen Blumen... Hm, ich liebe den Garten und seine Schätze!

Der Text: "Ich glaube an die Weisheit meines Körpers." Schon vor einigen Tagen dachte ich an diesen Satz. Auch wenn ich nicht gleich verstehe, warum ich bestimmte Gefühle habe, warum mein Körper bestimmte Symptome und Schmerzen zeigt, warum ich mich in manchen Situationen so und nicht anders verhalte - so kann es doch einen Grund dafür geben und ein Zusammenhang mit meinem momentanen Leben bestehen. Was, wenn mein Körper, meine Seele einen Plan verfolgt? Wenn ich durch Krankheit, Unzufriedenheit (...) etwas erfahren, erleben soll, was wichtig für meinen weiteren Lebensweg ist? Wenn ich Schmerzen habe, mich unwohl fühle oder unzufrieden bin, sehe ich oft keinen Zusammenhang, dann ist alles nur blöd und ungerecht. Doch ist die Situation gelöst oder sind die Schmerzen weg, wird mir rückblickend ein Zusammenhang deutlich und auch klar, wofür diese Erfahrung wichtig war.

Beispiel: Meine Hexenschüsse mit anschließendem Bandscheibenvorfall knockten mich vor einigen Jahren für sechs Woche aus. Ich konnte nicht lange sitzen, nicht lange stehen, nicht lange liegen. Alles ging immer nur kurz, schon um vier Uhr war oft die Nacht zu Ende, weil ich wegen meiner Rückenschmerzen nicht mehr schlafen und liegen konnte. Termine konnte ich nicht wahrnehmen. Es war furchtbar. Ich war gezwungen, etwas zu tun, so kam ich in Kontakt mit meiner inneren Stimme, führte Dialoge mit meinem Rücken und erkannte meine innere (Fehl-)Haltung, die zu meinen Schmerzen führte. Seit dem habe ich sehr an meinem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit gearbeitet, mich wieder für meine Hobbies interessiert, angefangen einen Garten anzulegen... Und vor allen Dingen begann damals mein Dialog mit meiner inneren Stimme. Ich bin so dankbar für diese Erfahrung. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute stehe.

Für mich passt daher, was Christian Morgenstern sagte: "Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare." Beispiele, wie ich mit mir selbst in Kontakt gehe, finden Sie in der Rubrik: Blog - Innere Stimme.

So scheint auch meine momentane Pause - oder direkter gesagt: Dieses Stocken und Stecken bleiben - einen Grund zu haben, den mein Verstand noch nicht ergründet hat. Meine Seele und mein Körper, das fühle ich, wissen jedoch ganz genau, warum... Diese Gewissheit hilft mir sehr. Sie stimmt mich hoffnungsvoll, fröhlich und zuversichtlich.

Weitere Impulse zum Monat und zum Wandkalender finden Sie in der Jahresbeschreibung.

Ich wünsche Ihnen und mir einen zauberhaften Juni

Ihre Anja Kolberg

Wenn Sie auf diesen Beitrag hinweisen möchten, können Sie einen Link hierhin setzen: http://www.frauencoaching.de/archives/2011/06/entry_6686.html

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Von einengenden Grenzen befreien - Auszeit 2.0

Ein sonniges Hallo aus Köln und ein Lebenszeichen während meiner Blogauszeit - meinem Experiment in diesem Spätfrühling.

Ich nenne sie meine "Auszeit 2.0", denn eine Auszeit von Coaching und Workshops mache ich schon seit einigen Jahren, doch keine Sorge, die Blogpause wird nicht so lange anhalten. In jedem Jahr lasse ich etwas los (siehe Blog - Loslassen), nur diesmal nichts Materielles wie Akten, Möbel oder Bücher, sondern einen eingefahrenen Tagesablauf und alte Verhaltensweisen.

Wie es mir damit geht?

Mal gut, mal schlecht. Gut, weil ich liegen gebliebenes wegarbeiten konnte. Schlecht, weil auch diese Arbeit zu Ende geht und das fehlende bloggen auch bedeutet, mehr Zeit zu haben. In dieser "freien" Zeit bin ich mit mir selbst konfrontiert - mit meinen Gefühlen, Träumen, Gedanken, Sorgen, Ängsten, weil eben die übliche Ablenkung fehlt. Das ist schwerer als gedacht und nicht wirklich angenehm, weil mir bewusst wird, was nicht rund läuft in meinem Leben. Es gibt viele Möglichkeiten, davor innerlich wegzulaufen, statt sich damit auseinander zu setzen. Ich habe das oft durch Essen von Süßigkeiten gemacht. Auch wenn ich diesen Kreislauf schon oft unterbrochen habe, schaffe ich es noch nicht gänzlich. Denn es ist anstrengend, sich den wirklichen Bedürfnissen und Themen zu stellen, die in solch stillen Momenten zu Tage kommen. Ich verstehe deswegen nur zu gut, wenn Menschen vor diesen schmerzlichen Gefühlen weglaufen, in dem sie sich betäuben (zum Beispiel durch Drogen und Alkohol) oder ablenken (zum Beispiel durch Internet, TV, Shoppen, Arbeit, Essen...).

Hatte ich bestimmte Erwartungen an meine Auszeit 2.0? Ja, dass ich so anfange, ein Buch zu schreiben.

Erfüllen sich diese Erwartungen bis jetzt? Nein. In meinem Kopf schreibe ich fast unentwegt, aber nicht "im wahren Leben".

Ob ich das Blogschreiben vermisse? Ja, sehr! Auch das Illustrieren. Mir wird bewusst, wie kostbar diese Momente für mich sind.

Warum mache ich weiter mit meiner Auszeit? Weil es sich weiterhin richtig und wichtig anfühlt und diese Entscheidung immer noch im Einklang mit meinem Inneren ist. Auch wenn es schwer ist, will ich nicht gleich aufgeben. Es ist nicht leicht, alte Verhaltensmuster aufzugeben, neue Wege zu beschreiten, mit sich selbst konfrontiert zu sein, statt sich abzulenken.

Doch genau dem möchte ich mich stellen. Auch die Erwartung, mit dem Buchschreiben zu beginnen, lasse ich langsam los. Ich befreie mich von meinen Erwartungen, soweit es geht. Es kommt mir vor wie ein Reinigungsprozess. Lässt sich die Seele reinigen?

Ich lasse Vorstellungen los, wie etwas zu laufen hat. Die Erwartung an mich, zu funktionieren und etwas sinnvolles (= Geld einbringendes) zu tun. Die Erwartung, Dinge anzufangen (= Buch schreiben). Die Erwartung, etwas sinnvolles zu tun, wenn ich schon "nichts" tue (= Haus & Garten auf Vordermann bringen, unterwegs sein, "tolle" Dinge erleben, für andere da sein).

Vor allen Dingen lerne ich, mich zu lieben, obwohl es nicht so läuft wie ich mir das erhoffe oder wie ich es von mir erwarte. Das ist mir ganz ganz wichtig und deutlich geworden: Mich zu lieben wie ich bin. Auch wenn ich unzufrieden bin, viel viel langsamer vorwärts komme, als mein Verstand das alles geplant hat, keinen Idealvorstellungen entspreche, andere verletze und ich oft anders bin, als ich sein möchte...

Ich hatte keine Vorstellung davon, wie mein Experiment sich anfühlt. Gut, dass ich es nicht vorher wusste. Ich hätte viel unternommen, damit ich es nicht wage...

Vieles, was mir früher wie eine Utopie vorkam (vegan essen, selbstständig sein, eine Auszeit machen...) fühlt sich, wenn ich es einmal mache, einfach und normal an. Das gefällt mir. Ich hoffe, ich freunde mich immer mehr damit an, einfach da sein zu dürfen, ohne mich zu werten.

Es gibt viele Abenteuer zu erleben. Dafür muss ich nicht wie einst Abenteurer in Expeditionen durch die Urwälder Afrikas oder Südamerikas aufbrechen, es reichen die kleinen (großen) Abenteuer, denen ich mich im Alltag stellen kann.

Grüße von ganzem Herzen!

Anja Kolberg

PS: Jetzt mache ich erst mal Mittagspause und schreibe später noch meine Kalender-Impulse für den Juni.

PPS: Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich in der Rubrik "Mir gefällt..." rechts immer wieder neue Links einstelle, die mir zwischenzeitlich gefallen und auffallen. Das Lied "Marching on" von Faux Paz gesungen, macht mich einfach glücklich und geht mir nicht mehr aus dem Ohr, ebenso wie viele andere ihrer Lieder, zum Beispiel "I can change" oder "Falling slowly" oder ... :o)

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Montag, 09 Mai, 2011

Rosen, hüpfen & loslassen

Mein Arbeitszimmer duftet nach Rose. Genauer gesagt nach Gertrude Jekyll. Die ersten Knospen dieser stark duftenden (und pieksenden) Königin sind aufgegangen - da musste gleich eine für die Vase herhalten. Denn auch darin blühen sie hervorragend auf.

 

Mein Garten zeigt sich von seiner besten Seite: Alle Zierlauchkugeln sind lila erblüht, die Pfingstrosen bieten dazwischen pinke Farbtupfer, über dem Boden schweben weiße Tulpen, blaues Vergissmeinnicht taucht zwischendurch auf und vor den beiden Buchskugeln thront die lila Akelei. Im Hochbeet auf der Terrasse beginnt Getrude Jekyl mit rosa und lilafarbenen Tulpen und weißen Narzissen um die Wette zu blühen. Ein Traum! Nicht mehr lange, dann blüht der Rittersporn, auch die Blüten der Hortensien werden immer größer und auch die langen Ausläufer der Clematis sind über und über mit Knospen gefüllt. Was für eine Aussicht!

Diesen Sommer wird es hier wohl ungewollt Veränderungen geben, da das Nachbarhaus zu unserer Linken verkauft wurde und Umbaumaßnahmen anstehen. Diesen wird wohl auch der grüne Anbau zum Opfer fallen, der mir bisher den mir so kostbaren Schatten schenkte. Ich hoffe, ich werde trotz befürchtetem Dreck und Krach viele Gelegenheiten haben, draußen den Garten zu genießen.

 

Am Wochenende war ich im Bergischen bei meiner Familie, wo ich unter anderem in Genuss des riesigen Trampolins kam, welches einen Durchmesser von geschätzten vier Metern hat. Das war eine Freude: Hüpfen, springen, faxen machen. Man stellt sich drauf, hüpft und kann gar nicht anderes als GRINSEN! Mein Bruder und ich hatten Spaß beim gegenseitigen Fotographieren, Springen und "Stunts" machen. Plötzlich fühlten wir uns wieder wie Kinder!

Danach spielten wir mit einem Ball fangen. Erst dachte ich: Wie banal, aber wir haben einfach nicht mehr aufgehört, so viel Freude bereitete es uns. Meine Mutter spielte nachher auch mit. Was so ganz ganz einfache Dinge für einen Spaß machen können! Ball fangen. Ball werfen. Ball fangen. Ball werfen. Und dabei: Quatschen und einfach da sein! Es ist ewig (Jahrzehnte?) her, dass ich dies das letzte Mal so spielte...

Loslassen bedeutet: Nicht mehr festhalten.

Und es bedeutet auch: Mehr Zeit/Raum/Aufmerksamkeit für etwas anderes haben.

Das möchte ich gerne!

Ich möchte die nächste Zeit etwas kürzer treten, wozu - so die Idee - auch der Blog gehört. Ich kann mich nicht dazu entschließen, ganz konkret zu sagen, bis dann und dann mache ich "Urlaub". Denn es gibt keine konkreten Termine. Ich plane, hier für einige Wochen weniger (nichts?) zu schreiben. Ob es mir gelingt - ist eine andere Sache.

Denn dieses Loslassen bedeutet für mich auch: Die Kontrolle abgeben wie mein Leben laufen soll. Mich selbst nicht mehr durch diese Arbeit von den Dingen abzulenken, um die es jetzt wirklich geht. Diese Kontrolle will ich loslassen und so auf mich zukommen lassen, was kommt. Ohne einen konkreten Plan...

Schluck. Himmel, ich spüre gleich Fluchtgedanken: Lieber wieder ablenken und alles beim Alten lassen.

Mir ist in den letzten Wochen - insbesondere durch meinen Unfall - bewusst geworden, dass ich nicht alles in meinem Leben steuern kann und dass es gut für mich ist, die Kontrolle abzugeben. Auch wenn das konträr zu dem steht, was ich bisher (gelerntes Verhalten) getan habe. Ich fühle, es wichtig ist, für mich da zu sein, ohne mich durch das Schreiben von Blogbeiträgen, Mails usw. abzulenken. Das alles, obwohl ich großen Respekt vor dem habe, was dann kommt. Denn ich habe nicht gelernt, freihändig und ohne Ablenkung zu fahren. :o) Das will erst mal gelernt werden. Der Ablenkung wiederstehen ... mir selbst näher kommen... das wird eine Herausforderung... und kann (hoffentlich) auch richtig schön werden...

Warum ich das mache? Ich möchte weiterkommen auf meinem Weg. Mein Gefühl sagt mir: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dieses Jahr lasse ich also keine Dateien, Bücher, Möbel in meinem Büro los, sondern etwas anderes...

Lassen Sie sich überraschen, wie oft ich schreibe - und wann. Sie sind in der Zwischenzeit herzlich eingeladen, durch meine zahlreichen Blogbeiträge zu stöbern. Da gibt es viel zu entdecken!

Zum Abschluss noch ein herrliches Detailbild meines Garten von heute früh:

 

Bis bald!

Anja Kolberg

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Veganes Essen wird zur Normalität
Meine Ethik & die Folgen (Teil 10)

Seit Januar befinde ich mich auf dem Weg mit dem Ziel, ohne tierische Produkte zu leben. Mehr als drei Monate sind seit dem vergangen und inzwischen ist es normal für mich geworden, mich ohne Fleisch, Fisch, Wurst, Käse, Butter, Milch, Eier, Quark, Joghurt und Co. zu ernähren. Das wäre zuvor noch undenkbar für mich gewesen. Absolut undenkbar!

Eine zeitlang verfolgten mein Mann und ich früher die Sendung "Perfektes Dinner" auf VOX, bei dem eine Gruppe Kochbegeisterter sich gegenseitig eine Woche verköstigt. Wenn - selten - schon mal Vegetarier (verzichten nicht auf Milch- und Eierprodukte) darunter waren, fand ich das schon komisch. Veganer konnte ich kaum verstehen. Was sind das für komische Menschen? Warum machen die das? Was kann man da schon noch essen?

Ich grinse, während ich dies schreibe. Weil ich heute selber eine von "denen" bin. Und nicht nur das, sondern auch auf dem besten Wege, ein "Öko" zu werden, wo ich gleich an die Parodie von Dieter Krebs, den selbstgestrickten Norwegerpullover tragenden Öko "Martin" mit dem Lied "Ich bin der Martin, ne"? denken muss.

Denn seit 1. Mai beziehen wir Naturstrom und unterstützen mit jeder Kilowattstunde den Ausbau erneuerbarer Energien. Mein Mann erinnerte mich daran Anfang Mai - und ob wir darauf nicht mal anstoßen wollten. Nie wieder Atomstrom. Yeah! Das tut gut! Das Wechseln war viel leichter und unkomplizierter als gedacht.

Unsere Bank haben wir inzwischen auch gewechselt (war zugegeben mehr Arbeit), nachdem wir erfahren haben, dass unsere Bank Atomkonzerne unterstützt ... und andere Industrien, die ich nicht gut finde, die Rüstungsindustrie zum Beispiel... Jetzt sind wir bei der Ethikbank. Auch diese Konsequenz ist ein schöööönes Gefühl.

Eigentlich steht dabei nicht das Thema Öko, sondern vielmehr die Ethik im Vordergrund. Mehr und mehr so zu leben und zu handeln, wie es sich ethisch gut anfühlt (und wie ich auch behandelt werden möchte). (Mehr zu meinen Gründen, warum ich mich vegan ernähre, können Sie hier lesen.)

Mir ist wichtig, mir kleine Ausnahmen vom veganen Essen zu gönnen - dann wenn es mir wichtig ist, um kein Dogma draus zu machen. So habe ich bei meiner Oma frisch gebackene Waffeln (mit Eiern von glücklichen Hühnern) gegessen. Mir ist aufgefallen, dass ich sie besonders genossen habe. Wovon ich noch immer nicht "runter" bin, sind Teilchen vom Bäcker. Auch auf Honig zum Kochen fällt es mir noch schwer zu verzichten. Mal sehen, wann/ob es mir gelingt, sobald ich eine Alternative gefunden habe, ist es meist ein Klacks.

Ein Schritt nach dem anderen - und jeder einzelne mit Liebe und Zeit.

Vor zwei Wochen habe ich aus Frust einen Milka-Schokohasen verschlungen. Eigentlich wollte ich keine Milch-Schokolade mehr essen. Aber da musste es einfach sein. Ich tue mich ein bischen schwer damit, mir diese Ausnahmen zu gönnen, weil ich einerseits auch gerne konsequent sein möchte. Auf der anderen Seite: Wenn ich sehe, was ich schon alles im Gegensatz zu vorher nicht mehr esse, dann habe ich - zusammen mit meinem Mann, der oft auf Fleisch verzichtet - sicherlich insgesamt einem Schweinchen und zwei Hühnchen das Leben gerettet bzw. eine trauriges Dahinfristen erspart. Auch das ist ein Anfang. So machen viele kleine und mittlere Veränderungen ein großes Ganzes - und das ist toll!

Ich habe übrigens meine ersten veganen Schuhe erstanden, die toll gearbeitet sind:

Es ist noch ein Weg, bis es mir gelingt, wirklich tierfrei zu leben. Aber einige große Schritte auf dem Weg bin ich schon gegangen. Und das macht mich so richtig froh - und leicht. :o)

Hier wieder ein paar Blick auf meine Teller:

 

Das erste Bild nochmal im Detail: Warmer Salat auf Pizzabrot. Diesmal habe ich den eingefrorenen Brotteig (war die Hälfte) aufgetaut und auf einem Backblech verteilt, mit Oliven gespickt, mit Olivenöl bestrichten und gesalzen - dann gebacken. Dazu gab es den warmen Salat: Frische Chamgignons mit Zwiebeln anbraten. Salzen, pfeffern, Curry dazu. In eine Salatschüssel geben, wo schon frische Tomaten und etwas Salatgurke geschnitten warten. Obendrauf einen frischen grünen Salat, diesmal Fertiggepflückter aus der Tüte. Zum restlich in der Pfanne verbliebenen Öl habe ich noch etwas zugegeben, darin Pinienkerne geröstet, dann mit Balsamicoessig abgelöscht (hu, das spritzt und riecht stark nach Essig), dann Honig (vegane Alternative Agavensirup, Zucker, Rübenkraut oder ähnliches) hinzugeben und karamelisieren lassen - über den Salat geben. Durchrühen und auf das frische Pizzabrot geben. Das schmeckt so gut... Lange kann es nicht mehr dauern, bis ich es wieder esse!

Klöße (nicht 100% vegan, aber noch vorrätig) mit Apfelkompott und süß-saurem Gemüse (Pilze, Zwiebeln anbraten, Pustasalat aus dem Glas mit Sud dazu, Tomatenmark dazu, abschmecken). Nicht DAS Highlight, geht aber schnell.

Himmel un Äd (kölsch für Himmel und Erde). Erde = Kartoffelpüree (habe ihn mit Margarine und Sojamilch gemacht, schmeckte zwar, war aber keine optimale Lösung - da werde ich noch einiges ausprobieren müssen) mit vieeeeeel Zwiebeln und Apfelkompott = Himmel. Schmeckt auch ohne die klassische Blutwurst lecker und kann für fleischessende Gatten durch selbige ergänzt werden. Meinem Mann hat's auch ohne geschmeckt.

Hot Dogs. Mein Mann bekam die Fleischvariante (Denn's Biomarkt Würstchen im Glas) und ich Veggie Hot Dogs (hier nur noch die Verpackung, sie guckten unten und oben raus). Dazu die typischen Brötchen, Gürkchen und jede Menge Soße (da ist vieles vegan). Ich fand die Veggie Hot Dogs eßbar, zusammen mit dem ganzen Drumherum habe ich keinen riesigen Unterschied gemerkt (ich habe ja guten Willen), aber so ohne alles sind sie nicht mein Ding. Minu fand sie super. :o)

Zitronenkuchen. Äußerlich stark verbesserungswürdig (ist zusammengefallen, ich hätte ihn wohl länger in der Form abkühlen lassen, statt ihn gleich zu stürzen), innerlich noch ziemlich pampig (Mengenverteilung stimmte nicht), aber geschmacklich: Hmmmmm. Im Rezept waren Zucker und Mehl mit Tassen angegeben, das Fett aber mit Grammzahl. Beim Gedanken an meine unterschiedlichen Tassen kamen mir schon leichte Zweifel: Ich habe kleine Tassen, große Tassen, mittelgroße... Es wäre besser gewesen, für das Fett auch eine Tassenangabe zu haben. Nun denn, ich werde am Ball bleiben und am Rezept noch was tüfteln. Der Rand war so knusprig und der Teig so zitronig. Das erste Mal mit Sojamilch gebacken. Ich habe sie nicht rausgeschmeckt. Die Zitronenglasur habe ich weggelassen.

Streuselteilchen. Viel Streusel, eher zuviel. Trotzdem lecker. Würde ich unbedingt wieder mit Frucht machen (habe Marmelade genommen), vielleicht sogar mal Mandarinchen aus der Dose drauf. Dafür weniger Streusel und ein bisschen krümeliger (man siehe die Brocken...). Glasur habe ich wieder weggelassen. Hier das Rezept. Ich habe Margarine statt Butter genommen.

Übrigens habe ich einige vegetarische Grillalternativen probiert, die gut waren. Zum Beispiel "Vegetarisches Filet" und "Vegetarische Bratwurst" von Garden Gourmet. Das Filet war besonders lecker, die Wurst okay. (Marke habe ich schon bei Globus gesehen, Verfügbarkeit in anderen Geschäften hier prüfen.)

Ich habe so viele neue Rezepte zum Ausprobieren und schon einige Lieblinge unter den bisher ausprobierten. So kann es weiter gehen. :o)

Anja Kolberg

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Dienstag, 03 Mai, 2011

Gartengeschichten im Mai

Der Duft von Maiglöckchen weht über den Schreibtisch zu mir herüber. Ich nehme das kleine Väschen auf und halte meine Nase dicht an die weißen Glöcken. Hmmmm.

Seit zwei Jahren wachsen sie in meinem Garten und scheinen sich im Hochbeet an einer schattigen Stelle oberhalb vom Bachlauf wohl zu fühlen. Herrlich, dieser intensiv süße Geruch, der meine Gedanken mit auf eine Reise in die Natur und ihre Geschenke nimmt...

Die dicken Knospen der Kletterhortensie versprechen mir: Nicht mehr lange und wir erblühen!

Im Garten sind die Pflanzen in den letzten Wochen so schnell gewachsen wie jahrelang nicht. Innerhalb von vierzehn Tagen war vieles erblüht, verblüht, gewachsen. Unfassbar schnell. Der Flieder blühte früher als sonst. Mehr Pollen als im vergangenen Jahr zogen eine dicke gelbe Schicht über den Tisch, die Stühle, die Fensterscheiben, die Blätter... Anhand meiner Fotos von letztem Jahr und auch vor zwei Jahren sehe ich deutlich, dass die Natur Mitte April und auch Anfang Mai lange noch nicht so weit war wie dieses Jahr. Vor dem Haus blühen bereits die Rosen. Wir haben Anfang Mai!

Es verwundert mich immer wieder, wie aus tot scheinenden Pflanzen im Frühling neues Leben sprießt. So ist es auch bei dem knochigen Stamm unserer beiden Weinstöcke. Hier zeigen sich frech in der Frühlingssonne die ersten frischen Knospen:

Meine geliebte Pfingsrose, die oft im Garten umziehen musste und mit ihren neuen Wohnorten nicht zufrieden war, hat jetzt das richtige Zuhause gefunden. Sechs dicke Blütenknospen zeugen davon. Ich freue mich schon sehr auf ihre Blüten und ihren Duft!

Dazwischen zeigt der Zierlauch seine Pracht. Zwanzig Zwiebeln des Allium Purple Sensation hatte ich bei der Staudengärtnerei Bornhövel letzten Sommer bestellt und im Spätherbst in meinen Gartenboden setzen können. Vor einigen Jahren hatte ich einige Blütenbälle des Riesenzierlauchs (Allium Giganteum) im Garten, seitdem fasziniert mich diese Sorte. Inzwischen habe alle zwanzig ihre Farbbälle geöffnet. Es sieht wunderschön aus!

Ein kleines Wunder steht auf unserem Terrassentisch. Minu hatte ihren Frühlingsgefühlen vor einigen Wochen freien Lauf gelassen und glatt eine der Allium umgesäbelt. Das machte mich erst traurig, weil ich dachte, diese Blüte sei nun verloren. Dann setzte ich den Stab mit der festen Knospe am Ende einfach in eine Vase auf den Tisch. Und das "Unglück" wandelte sich in pures Glück: Aus nächster Nähe konnte ich beobachten wie die dicht unter den dünnen Hülle gedrängten Blüten sich Tag für Tag mehr befreiten. Was für ein Geschenk! Hier einige ihrer Befreiungsstationen auch für Sie:

Am Wochenende pflanzte mein Mann eine Magnolie ein, die schon Wochen auf ihren festen Platz hinter dem Teich wartete. Eigentlich hatten wir keinen Platz für das Geschenk, doch irgendwie musste es doch gehen, so schön passten ihre Blüten zum Teichcharakter... Ein Stein musste ausgebudelt werden, Folie hochgeschoben, dann passte es endlich! Kaum waren wir mit den Aufräumarbeiten fertig, mein Mann war längst im Haus verschwunden und ich saß noch etwas an meinem schattigen Lieblingsplatz auf der Terrasse, da besuchten uns die ersten Tiere: Kohlmeisen und Tauben, die im Teich und Bachlauf badeten und Wasser tranken. Eine Amsel, die beim Nachbarn auf dem Gartenhäuschen saß und ein Abendlied sang. Der Bachlauf plätscherte dazu. Eine herrliche Stimmung!

Auf der Terrasse bewegte sich etwas zwischen den Kübeln. Eine kleine Maus wagte sich hervor und nahm sich ein Blatt des Löwenzahns, der in den Steinritzen dutzendweise steht. Schwups, war sie wieder verschwunden. Ganz still blieb ich sitzen, eingenommen von dem Glück, sie beobachten zu können. Vorsichtig steckte ich meinen Kopf unter den Tisch und guckte kopfüber zu, wie sie sich noch ein Blättchen holte, fluchs verschwand und an anderer Stelle unter dem Holzbottich wieder auftauchte. Seufz. Schön! (Ob es die kleine Maus war, die wir einst retteten?)

In solchen Momenten habe ich selten die Kamera am Tisch und sobald ich aufstehe, um sie zu holen, flüchten die Tiere. Also bleiben es besondere Momente, die ich mit meinen Augen und meinem Herzen aufnehme und als kleine Glücksfunken meine Seele berühren.

Heute früh beobachtete ich am Teichrand wie eine Fliege trank, kurz danach kam eine Wespe geflogen und nahm zwischen den kleinen Kieselsteinen einige Schlücke Wasser auf. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob und wo diese Insekten trinken. Jetzt weiß ich zumindest, wo einige es tun: Bei uns am Teich. :o)

Teich und Bachlauf machen zugegeben viel Arbeit (Algen, abgestorbene Blüten und Blätter rausfischen, Modder entfernen, Unkraut am Rand zupfen...) und fordern immer wieder Investitionen, zum Beispiel für Technik, Hilfsgeräte, Pflanzen, Wasser. Letztes Jahr hatten wir ein Leck, welches wir nun endlich gefunden haben. Ein Schlauch, der Wasser vom Teich zur Quelle transportiert, war undicht. Die Abrechnung unseres Wasserversorgers zeigte den gestiegenen Verbrauch durch das immer wieder nötige Auffüllen.

In den Momenten, wo ich die Tiere beobachten darf, die von unserem Teich und Bachlauf profitieren, denke ich dann: Das ist jeden Cent und jede Stunde Arbeit wert!

Dufte Maiglöckchengrüße aus Köln

Anja Kolberg

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Montag, 02 Mai, 2011

Mai-Impulse

Die neuen Kalendermotive für Mai hauen mich fast um, besonders wenn ich sie gemeinsam auf mich wirken lasse. Ich empfinde sie sehr stark vorwärts treibend. Das war mir während des Entstehungsprozesses nicht bewusst, da ich jeden Kalender separat entwarf. Mal sehen, was sie jetzt in mir auslösen:

Wandkalender "Herzensangelegenheiten"

Vor grünem Hintergrund wächst ein aus Papier geformtes Herz aus einem Tagebuch. Darüber steht in roter Schrift: "Ich habe Mut." Schon die letzten Tage des Aprils überlegte ich: Wie war noch mal das Blatt für Mai? Als es mir bewusst wurde, spürte ich wie meine Aufregung stieg.

Für mich ganz persönlich bedeutet die Symbolik dieses Bildes: Schreiben. Herz. Mut. Dazu noch "meine" Farbe Grün. Einige Blätter des abgebildeten Tagebuches sind beschrieben, doch die meisten davon sind noch weiß und warten darauf, beschrieben zu werden. Das Innere des Herzens ist rot. Für mich symbolisiert dieses Bild: Da gibt es noch viel zu füllen, zu schreiben, zu erleben. Von mir. In meinem Leben. Mut brauche ich, um nächste Schritte zu gehen, denn auch wenn ich vor zehn Jahren zwei Bücher schrieb, also Erfahrung mit dem Veröffentlichen habe, so bedeutet dies nicht, es fällt mir leicht. Kurz: Ich habe Hemmungen, die nächsten Schritte zu gehen. Wie diese auch immer aussehen mögen.

An ungeschriebenen Themen hat sich vieles in den letzten Jahren aufgestaut. Dieses aufgestaute, nicht veröffentlichte, fühlt sich an wie ein riesiger Staudamm, der bis zum Rand gefüllt ist, doch kaum Wasser fließt ab und es kommt immer neues hinzu. Die Staumauer quietscht und kracht. Wie lange hält sie noch? (Ist auch eine tolle Kraftvorstellung... Was passiert, wenn er bricht? Gar nichts? Ein bisschen? Viel? Ich traue mich gar nicht, hinzuschauen...)

Übrigens ist das Thema Veröffentlichen (damit meine ich gegen Honorar zu schreiben wie ein Buch veröffentlichen oder einen redaktionellen Beitrag) einer der für mich persönlich im Moment wichtigsten Räume in meinem Inneren, die ich nicht betrete...

Das Kalenderblatt erinnert mich daran, mutig mein Herzensthema anzugehen. Wie dieses Angehen auch immer aussehen mag, sei es, bei jedem Blick auf den Kalender an etwas sehr sehr wichtiges erinnert zu werden oder wirklich konkrete Schritte zu unternehmen.

Für was haben Sie Mut? Welche Seiten eines Herzensthemas möchten Sie füllen?

Tischkalender "Ich trau mich was"

Auf einem Ziegelweg, der über den Rasen führt, wächst Moos zwischen den Ritzen und auch blaue Stiefmütterchen. Sie haben sich dort selbst hingepflanzt, gleich davor steht ein einzelnes, kleines Stiefmütterchen, welches auch seinen Weg in die "Freiheit" gefunden hat. Das Zitat lautet: "Ich befreie mich von einengenden Grenzen."

Was löst dieses Blatt in mir aus? Woran erinnert es mich?

Vor allen Dingen denke ich daran, Dinge anders zu machen, etwas Neues zu denken, mich anders zu verhalten, etwas Neues auszuprobieren. Und darüber nachzudenken: Was engt mich ein? Gibt es Regeln, die ich mir angeeignet habe, die ich gelernt habe, wie ich erzogen worden bin, die überholt sind? Regeln, die nicht mehr wirklich zu dem Menschen, der ich heute bin, passen?

Ein Beispiel ist sehr präsent für mich: Meine Ernährungsumstellung. Seit Mitte Januar bin ich auf dem Weg, mich ohne Lebensmittel, die von Tieren stammen, zu ernähren. Eine enorme Veränderung raus aus einem alten, eingespielten, vier Jahrzehnte gewohnten Eßverhalten. Unvorstellbar war diese Änderung vorher. Jetzt, wo ich es einige Monate lebe, denke ich: Es ist einfacher als ich dachte - und interessant zugleich.

Der Satz auf dem Kalenderblatt hat aber noch einen weiteren Aspekt: "einengend". Hat mich meine alte Ernährung eingeengt? Ja, höre ich, in deiner Gesundheit, deiner persönlichen Entwicklung UND vor allen Dingen darin, nach deinem moralischen Empfinden zu leben.

Ok. Ja. Stimmt. Diese Einengung war mir aber ehrlich gesagt nicht bewusst, denn ich habe etwas geändert, weil ich nicht anders konnte. Ich habe nicht über Grenzen, Einengung, Gesundheit nachgedacht, sondern gemerkt, dass es für mich nicht mehr geht ist, gegen meine Ethik zu handeln, zu leben. Ich habe so viele schmerzhafte Fakten aufgenommen, was mein bisheriges Leben für andere Lebewesen für Konsequenzen hat. Danach hatte ich endlich die Kraft, etwas zu tun. Dass es nicht mehr stimmig ist, wusste ich schon lange...

Finden Sie nicht auch, dass diese beiden Kalenderblätter herrlich zusammenpassen? Mut haben, mich aus einengenden Grenzen zu befreien. Hu! Durchatmen.

Meine Beispiele spiegeln einige typische Aspekte von Veränderungsprozessen:

  1. Wissen, wo es hingehen soll, aber nicht in Aktion kommen und zögern.
  2. Den Mut spüren und die Gewissheit zu haben, es wird sich was ändern, die Frage ist nur noch: Wann.
  3. Nicht mehr anders können und handeln. (Hier kommt oft das Schicksal oder ein Zufall zu Hilfe, der einem die eigene Endlichkeit, die Konsequenzen des bisherigen Handelns oder auch bewusst macht, was man alles nicht gelebt hat. Wir Menschen brauchen/ich brauche diese starken Impulse, um ins Handeln zu kommen. Darüber könnte ich Bücher schreiben... Huch!)
  4. Darüber nachdenken und sich bewusst machen, was es ist, das nicht mehr stimmig ist im Leben.
  5. Diese einengenden Grenzen überwinden und neue Erfahrungen sammeln.

Ich wünsche Ihnen und mir selbst einen zauberhaften Mai!

Anja Kolberg

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Die neuen Kalender 2012 gibt es im Herbst im Shop zu kaufen. Hier können Sie sich für den Newsletter eintragen, der Sie informiert, wenn sie lieferbar sind.

Die ausführliche Vorstellung der gesamten Kalenderblätter finden Sie unter Blog - Kreative Projekte.

Dienstag, 26 April, 2011

Wie bekomme ich eine Wende in traurige Gedanken?
Die Geschichte von der kleinen blauen Blume

Wenn dunkle Gedanken wie schwere Wolken am Himmel nicht verschwinden wollen - hilft vielleicht die Geschichte der kleinen blauen Blume für frischen Wind und andere Gedanken. (Ich hatte sie im letzten Newsletter im Herbst 2010 veröffentlicht, nun steht sie auch im Blog.)

Ein kleines blaues Blümchen steht auf einer Wiese, genießt die wärmenden Strahlen der Sonne. Es bekommt Besuch von einem Schmetterling. Mit ihm zusammen wiegt sich das Blümchen im sanften Wind. Weiße Schäfchenwolken wandern über den blauen Himmel. Vogelstimmen hallen vom nahen Laubwald über Grashalme, Spitzwegerich und Löwenzahn bis zu der kleinen Blume hin. Sie fühlt sich wohl bis sie beginnt, sich mit den anderen Pflanzen zu vergleichen und spürt, dass sie anders ist als all die Pflanzen um sie herum, die meist in großen Gruppen leben. Die blaue Blume fühlt sich einsam. "Kennst du eine Blume, die so ist wie ich?", fragt sie den Schmetterling. Der überlegt lange. "Nein, ich kenne keine wie dich.", sagt er und fliegt davon.

Die blaue Blume ist traurig. 'Ich will auch so sein wie alle anderen. Ich will nicht anders sein.', denkt sie und fühlt wie sich Tränen in ihrer Blüte sammeln. Dadurch wird ihr Kopf ganz schwer und hängt tief und tiefer hinunter.

So hängt sie mehrer Tage kopfunter in der Wiese. Der Rücken schmerzt, sie fühlt sich immer unwohler.

Da erblickt sie auf dem Boden zwischen den Grashalmen einen klitzekleinen Käfer, der ein wenig humpelt. An einem kleinen Stöckchen, das er über den Panzer trägt, hängt ein kleines Blätterbündel. Sie überlegt, was da wohl drin sein mag.

"Hallo", spricht sie ihn an. "Wer bist du?" "Ich bin der Trolle. Und wer bist du?" "Ich bin die Blues."

Der Käfer guckt neugierig nach oben: "Ich hab noch nie einer Blume ins Gesicht sehen können. Alle tragen immer den Kopf zur Sonne hingewandt. Brauchst du die Sonne nicht?" Die Blume überlegt erschrocken: "Doch, ich glaub schon, aber ich bin so traurig und darüber ist mir der Kopf so schwer geworden." "Warum bist du traurig?", fragt Trolle. "Weil ich mich so einsam fühle und ich mir jemanden wünsche, der fühlt wie ich und mich so mag wie ich bin." Trolle richtet sich auf, stemmt die Beinchen in seinen Panzer und guckt sich Blues genau an: "Magst du dich denn?" Blues merkt, wie ihr Kopf noch schwerer wird und weiter nach unten sinkt: "Nein", sagt sie traurig. "Warum magst du dich nicht?" "Weil, weil, weil... Ich weiß es nicht. Ich fühle mich einfach nicht gut. Alles fühlt sich um mich herum sinnlos an und leer." "Hm", hört der kleine Käfer zu und sagt dann: "Ich glaube, du hast Angst, Blues."

Blues guckt ihn erstaunt an und schüttelt ganz kräftig den Kopf: "Nein, das kann nicht sein. Wovor sollte ich denn Angst haben?" Trolle: "Du hast Angst, dass du nicht gut genug bist, so wie du bist."

Blues überlegt und spürt: "Ja. Das stimmt." Unbemerkt hat sie sich einige Zentimeter aufgerichtet, durch das Schütteln sind Wassertropfen von ihrem Kopf geflogen und er ist leichter geworden.

"Weißt du was?", brüllt Trolle von unten, denn jetzt hat er den Eindruck, die Blume kann ihn nicht mehr so gut hören. "Ja, was denn?", mit einem klitzekleinen Lächeln guckt Blues Trolle an. "Ich komm jetzt mal zu dir. Darf ich?" "Ja, gerne", freut sich die Blume und ruckzuck sitzt der Käfer auf ihrem Kopf. "Darf ich auf dir Wippen?" "Ja, wenn du magst." "Au ja, ich liiiiiiiiiiiiiiebe Blumenwippen!", jauchzt der Käfer, hält sich an den Blütenblättern fest und beginnt in dem weichen gelben Zentrum der Blume auf und ab zu hüpfen. Das bringt Blues zum Lachen und sie verliert immer mehr Tropfen, ihr Kopf wird leichter und leichter, richtet sich immer mehr auf und der Sonne zu. "Aaaaaah, war das schön!", grunzt Trolle und legt sich in das weiche Innere von Blues auf das gelbe Pollenbett und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. "Darf ich noch was liegenbleiben?", fragt Trolle. "Oh ja, das ist schön", seufzt Blues und gemeinsam verbringen sie viele Sonnenstunden an diesem Tag miteinander.

Während dessen hat die blaue Blume ganz vergessen, dass sie traurig und einsam war. Auch der Inhalt des Blätterbeutels ist nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur, dass sie sich deswegen getraut hat, ihn anzusprechen und so raus aus ihrem Tief gekommen ist.

Nachdem ich mir diese Geschichte ausgedacht und aufgeschrieben hatte, sah es in mir so aus:

Strahlende Gesichter. Was für eine schöne Wende! So steckt in jedem Tief auch die Chance für ein Hoch. Die beiden Teile gehören zusammen wie Ying und Yang. Wenn ich mitten in einem Tief bin, kann ich mir nur schwer vorstellen, bald wieder fröhlich zu sein. Hier habe ich erlebt, dass schon eine kleine Geschichte eine rasche Gemütsänderung bewirken kann...

Anja Kolberg

 © 11/2010 geschrieben von Anja Kolberg. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe gleich welcher Art verboten. Wenn Sie auf diesen Beitrag hinweisen möchten, können Sie einen Link hierhin setzen:
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Donnerstag, 21 April, 2011

Salat & Co
Meine Ethik & die Folgen (Teil 9)

Was im Dezember noch an völlige Utopie grenzte, ist jetzt Realität: Lecker speisen ohne tierische Produkte. Ich find's schon fast verrückt, wie sehr sich eine Welt oder Vorstellung ändern kann.

Für alle, die auch Lust haben, sich mehr pflanzlich als tierisch zu ernähren, hier Abendessen-Ideen:

Blumenkohl-Nudeln (danke an Petra-Ute für das Rezept, das die italienische Mutter eines Freundes gerne kocht): Blumenkohlröschen in Gemüsebrühe kurz kochen, Spaghetti dazu (möglichst dünne, die nur 5 Minuten brauchen, z.B. No. 3 von Barilla, ) - vorher 1 mal durchbrechen. Parallel Pfanne auf den Herd, Zwiebeln in Olivenöl anbraten, wer will Knobi dazu, Pfeffer, Salz. Wenn die Nudeln gar sind - die Brühe ist fast verkocht - die Zwiebeln unter die Blumenkohlnudeln rühren. Evtl. noch mit Pfeffer/Salz abschmecken. Fertig. Schmeckt sehr lecker. Beim nächsten Mal würde ich mindestens 3 Zwiebeln nehmen. Das ist eine tolle Idee, die ich auch für andere Gerichte nehmen könnte, da die Zwiebeln eine herrliche Würze geben.

Kartoffel-Rucola-Salat (Rezept) mit Schnitzel. Beim nächsten Mal würde ich die Radieschen wie die Gurken in Stifte schneiden. Ich habe mehr Soße gemacht, als angegeben, das brauchte der Salat meines Erachtens. Dazu gab es Sojaschnitzel für mich und für meinen Mann ein Bio-Schweineschnitzel. Der Salat schmeckte uns beiden sehr: Grilltipp!

 

Foccacia mit Rucola-Salat: Gab es auch mal wieder. (Hier beschrieben.) Diesmal habe ich die Hälfte vom Hefeteig genommen und die andere Hälfte eingefroren, mal sehen, ob daraus nach dem Auftauen was wird. Grundlage war wieder das Brotrezept. Der Teig lässt sich prima am Tag vorher oder morgens vorbereiten, muss nur noch zwei Stunden, bevor er in den Backofen kommt, gehen. So sah das bei mir aus:

 

Nachdem der Teig vier Stunden im Kühlschrank war, habe ich die Hälfte auf dem Backblech verteilt und zwei Stunden in der Küche so stehen lassen. Danach habe ich Oliven auf den Teig gegeben und Salz darüber gestreut und ihn dieses Mal eine 1/4 Stunde im Backofen vorgebacken. (Beim letzten Mal war der Teig etwas matschig, weil ich die Tomaten gleich oben drauf gegeben habe, das wollte ich so vermeiden.)

 

So sah die Platte nach der 1/4 Stunde im Backofen drauf. Dann habe ich die gestückelten Tomaten aus der Dose darauf gegeben und noch etwas Salz darüber gestreut. Das ganze war dann noch eine 3/4 Stunde im Backofen, bis es so war wie ich wollte, nämlich möglichst durch. (Habe immer wieder mit einem Holzstäbchen getestet, ob noch Teig daran hängen blieb.)

Die Oberfläche war danach arg knusprig, ich dachte erst: Das schmeckt nicht, doch das Gegenteil war der Fall: Es schmeckte mit dem Salat darauf super!

Zum Rucola-Salat habe ich diesmal neben Tomaten auch Gurken gegeben. Wiederholenswert - finden mein Mann und ich.

Tipp für eine schnelle, schmackhafte Salatsauce: Die fertigen Salatmischungen von Alnatura (gibt es z.B. bei Globus). Nur noch Wasser und Essig (Öl kann man auch weglassen oder weniger nehmen, denn mir ist aufgefallen: Beim ersten Mal habe ich die Anleitung nicht vollständig durchgelesen und nur Essig und Wasser darunter gemischt, hat auch gut geschmeckt... ja ich weiß, der Körper braucht das Öl, um die Vitamine aufnehmen zu können...)

 

Reis mit Pilzen - immer schnell gemacht. Diesmal mit ein paar frischen Streifen Bärlauch oben drauf. (Frische Champignons in der Pfanne mit Zwiebeln anbraten, mit Pfeffer, Salz, Curry abschmecken. Parallel Reis garen. Unter die Pilze mischen. Fertig.)

 

Gemüseburger mit frischem Salat und Backofenkartoffeln. Die Gemüseburger (von Alnatura: Fertigmischung muss nur noch mit heißem Wasser quellen, wird dann gebraten) schmecken übrigens auch kalt aufs Brötchen mit Ketchup als Frikadellenalternative. Diesmal gab es allerlei Reste zum grünen Salat: Gurke, Radieschen, ein Apfel... Lecker! ... und ich liiiiiebe Fassbrause dazu.

 

Nudeln mit selbstgemachtem Bärlauchpesto. Sieht gut aus - ist aber höllisch scharf, zwiebelig gewesen. Zurück bleibt lange ein Knobi-Geschmack. Nicht so unser Ding, lieber demnächst wieder Basilikumpesto - dank an Petra-Ute für das Rezept. (Zubereitung: Basilikumblätter - von einem ganzen Topf gezupft - in ein hohes Gefäß, Pinienkerne, Salz, Pfeffer dazu, nach Gefühl Öl hineingießen, pürieren und unter die heißen Nudeln mischen. Genauso bin ich mit der Packung Bärlauch vorgegangen, da ich keine Pinienkerne mehr da hatte, habe ich Cashews genommen, habe jetzt gelesen, Wallnüsse hätten gut dazu geschmeckt...)

Jetzt etwas, das uns nicht geschmeckt hat:

 

Wir mochten den Griesbrei von Dr. Oetker immer sehr gerne: Milch aufkochen, einstreuen, umrühren, fertig. Auf der Suche nach Milchersatz habe ich jetzt Kölln Drink Smelk Haferdrink Vanille ausprobiert. Uh, ich würde es nicht nochmal machen, es sei denn, mein Geschmackssinn wandelt sich wirklich schnell. Hat meinem Mann schon mal gar nicht und mir auch nicht wirklich geschmeckt. Ob ich wohl noch einen akzeptablen Milchersatz finden werde?

Für Minu habe ich mal wieder Leckerchen selbst gemacht. Das geht so einfach und die schmecken sogar mir sehr, dass Minu aufpassen muss, damit sie welche für sich übrig behält:

 

Ein Rezept habe ich dafür nicht. Ich nehme meist Mehl, Haferflocken, etwas Natron, Öl und mische noch einige Reste aus dem Kühlschrank hinzu: Zwiebel-Schmelz, Ketchup oder Tomatensauce, Sonnenblumenkerne, ein bischen Apfelsaft... Als Ei-Ersatz habe ich erstmals Sojamehl mit Wasser gemischt. Das hatte eine gute Konsistenz. Ich gebe dann nach Gefühl soviel Wasser darunter, bis der Teig sich gut auf dem Backblech ausrollen lässt. Meist lasse ich Minu am Teig ein bischen probieren. Mag sie ihn, mag sie auch das Ergebnis. Da die Leckerchen nach 15 Minuten backen über Nacht im Ofen austrocknen, sind sie relativ hart. Als Leckerchen-Alternative gibt es für Minu auch trockenes Brot, sie liebt es, wenn es so laut kracht und knackt.

Lecker ist der Exotic "Joghurt" von Alpro Soya. Ich kann keinen Unterschied zu normalem Joghurt schmecken.

Wir haben auch einmal Essen bestellt. Da mich die bestellte Pizza mit Gemüsebelag nicht wirklich begeisterte, probierten wir diesmal einen Thailänder aus. LECKER! Hören Sie wie ich laut schlucke? Gemüse, scharfe Kokos-Curry-Sauce mit Erdnüssen und Kartoffeln, dazu Reis. War das lecker. Einzig der gebratene Tofu hätte weg bleiben können. Wiederholenswert - und vegetarisch! (Ich glaube sogar vegan, kann aber sein, dass Butter dran war.)

Ein schönes Osterwochenende!

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 19 April, 2011

Spaziergang durch mein Inneres

Ich habe große Phantasie und kann mir vieles vorstellen, wenn ich mich darauf konzentriere. Mein Inneres kann ich mir zum Beispiel in Form von Räumen mit Türen und Fluren vorstellen. (Ich kann es mir auch in anderen Bildern vorstellen, jetzt erkunde ich es anhand dieser Idee.)

Ich stehe in einem Flur, von dem Türen abgehen. Manche Türen nehme ich nur im Augenwinkel beim Vorbeigehen wahr, bei manchen schnappe ich Töne auf, die nach außen dringen. Es gibt Türen, die regelrecht verbarrikadiert sind und ich habe das Gefühl, längst nicht alles zu kennen, was von diesem Flur abgeht.

Um es anschaulicher zu machen, zeichne ich mein Inneres - wie ich es mir gerade vorstelle - von oben. Das mache ich intuitiv, keine Ahnung, ob ich es beim nächsten Mal noch genauso zeichnen würde oder ganz anders. Es sit also eine Momentaufnahme.

In der Mitte gibt es ein Treppenhaus (lila), das in andere Ebenen führt. Kann mich nicht erinnern, ob und wann ich schon mal darin unterwegs war.

Um das Treppenhaus herum führt ein Flur, von dem Türen zu den dahinterliegenden Räumen abgehen. Ich habe den Flur hellblau gekennzeichnet und auch die anderen Bereiche farbig gestaltet, um es anschaulicher zu machen. Ich nehme im "echten" Flur keine Farben wahr. Da sind nur Weiß- und Grautöne.

Die meisten Türen sind verschlossen. Eine ist leicht geöffnet, diese Türe führt in den hellgelben Raum, der gefühlt für meine Vergangenheit ("Früher") steht. Ich halte mich darin nur noch selten auf.

Im Moment befinde ich mich hauptsächlich im grün eingezeichneten Raum der Gegenwart ("Jetzt"). Seine Türe ist weit geöffnet, der hellblaue Flurboden davor schon arg abgenutzt.

Im Raum "Jetzt" kenne ich mich bestens aus. Aber ehrlich gesagt: Er langweilt mich. Ich fühle mich unterfordert. Nicht ausgefüllt. Er ist mir zu eng geworden. Ich spüre regelrecht einen Druck auf dem Brustkorb mit dem Gedanken: "Ich muss hier raus.".

Zu einem großen Teil meiner Räume habe ich gar keinen Kontakt, weil im Flur Grenzen stehen, die ich lila gezackt eingezeichnet habe.

Diese zwei Grenzen stehen einerseits für Regeln, die die Gesellschaft vorgibt (was sich "gehört" und was nicht) und andererseits für das, was ich mir selbst nicht erlaube. Keine Frage, ich könnte diese Grenzen einreißen, wenn ich es mir erlauben würde. Es gibt aber noch ein starkes Gefühl, das mir sagt: "Das geht nicht!"

Zwischen den beiden Grenzen liegt eine Zone, die ich noch nicht betreten habe. Ich habe sie deswegen "Verbotene Zone" getauft. Von diesem Stück Flur gehen natürlich auch Räume ab.

Doch es gibt auch Räume, die vor diesen Grenzen liegen, die ich ebenfalls nicht betrete. Warum? Hm. Weil ich mich nicht traue. Weil ich keine Zeit habe (mir sie nicht nehme). Weil ich sie nicht sehen will. Damit möchte ich mich beim nächsten Mal intensiver beschäftigen und die Fragen beantworten:

  • Was liegt hinter den Räumen?
  • Was hält mich davon ab, meinen Weg zu gehen?

Hier das innere Bild im Gesamten:

Soviel für heute.

Herzensgrüße

Anja Kolberg

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Samstag, 16 April, 2011

Gartensendungen im TV

Lieben Sie auch Gartensendungen im Fernsehen?

Ich kann gar nicht genug davon bekommen und finde sie meist durch Zufall beim Zappen. Damit ist jetzt Schluss! Ich habe ich mir die Mühe gemacht, einige Lieblingssendungen mit Ausstrahlungsterminen und Weblinks zusammen zu stellen, kann jedoch keine Garantie für die Termine geben. Stand der Informationen: 19. April 2011.

Bei allen lohnt sich der Blick auf die Internetseite, auf denen meist frühere Sendungen online angeschaut werden können, man sich in Foren austauschen kann und weitere Gartentipps bereit stehen. Es gibt auch Seiten, die ausschließlich Online-Beiträge vorstellen - doch sehen Sie selbst:

Ein Schmaus für alle GartenliebhaberInnen!

Wöchentlich:

  • MDR - Garten
    dienstags 15.30 bis 16.00 Uhr oder sonntags 8.30 Uhr
    Webseite mit Gärtnerwissen, Terminen, Online-Wiederholungen ...

  • SWR Grünzeug
    dienstags von 18.15 bis 18.45 Uhr
    Webseite mit Wiederholungsterminen, Online-Sendungen, Gartentipps, Forum

  • HR Service Garten
    samstags 18.30 bis 19.30 Uhr bis 20.8.2011
    Webseite mit Vorschau, Garten-Tipps, früheren Sendungen (nette Moderatoren & :o) Gärtner), praktischem Newsletter...

  • VOX Ab ins Beet
    sonntags 19.15 Uhr. Doku über Menschen, die ihre Gärten erweitern, verschönern... Es geht nicht um die Wissensweitergabe, sondern Unterhaltung (Dieses Jahr finde ich die Sendung, besonders Ewigstudenten Klaus eine Zumutung. Vergangenes Jahr war ein Gartengestalter dabei, der herrlich verrückte Sachen machte. Ich hoffe, er wird auch in dieser Staffel dabei sein.)
    Webseite mit letzter Sendung online und vielen weiteren Informationen

Wöchtenlicher Beitrag im Rahmen einer Magazinsendung:

  • NDR DAS! grünt
    Laut Auskunft der Redaktion am 12.4.11 samstags im Rahmen der Sendung DAS! zwischen 19:15 bis 19:20 Uhr (Änderungen Wochentag möglich), kurzer Beitrag.
    Wirklich toll ist die NDR Garten Webseite mit Forum, Vorschau, Mailkontakt zur Redaktion, vielen Onlinebeiträgen, Mediathek...
  • WDR Garten
    Donnerstags um 17.05 Uhr (oder 17.10 Uhr? auf der Webseite gibt es unterschiedliche Angaben) im Rahmen der Sendung Daheim & unterwegs (von 16.15 bis 18 Uhr)
    Webseite mit vielen Informationen, frühere Beiträge kann man auf der Seite leider nicht online anschauen, wohl aber den beschreibenden Text nebst Bildern ansehen.

Alle 14 Tage:

  • BR Querbeet
    fast jeden zweiten Montag von 19.00 bis 19.45 Uhr (wird u.a. samstags 17.30 Uhr auf BR-alpha wiederholt)
    Webseite mit Garten-Portraits, Praxis- und Gestaltungstips, Ausstrahlungsterminen, weiteren Wiederholungsterminen, Gartenküche..
  • RBB Gartenzeit
    jeden zweiten Sonntag von 18.30 bis 19.00 Uhr (wird donnerstags um 10 Uhr wiederholt)
    Webseite mit Archiv, Online-Beiträgen...

Monatlich:

  • ARD Heim & Garten
    Ausstrahlung in der Regel 1 x monatlich an einem Sonntag, 16.30 Uhr (es gibt keinen regelmäßigen Termin wie z.B. jeden zweiten Sonntag im Monat)
    Webseite mit dem nächsten Ausstrahlungstermin, früheren Beiträgen, Mailkontakt zu Redation, Büchern, Mediathek uvm.

Im Internet:

  • Gartenfernsehen.de - wer diese Seite einmal gefunden hat, verlässt sie so schnell nicht mehr. Beiträge zu Gartenpraxis, Gartenideen, Pflanzen
  • Hessens Schönste Gärten 2010 - die Besuche in grünen Paradiesen können allesamt online angeschaut werden. Ein Traum!

Linktipp

Hier für PDF-Dokument zum Ausdrucken klicken

Hier finden Sie die Liste komprimiert auf einer A4-Seite zum Ausdrucken.

Viel Freude beim Stöbern und Schauen!

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 13 April, 2011

Wie Hürden zu kleinen Abenteuern werden
Meine Ethik & die Folgen (Teil 8)

Auf dem Weg zu einer veganen (rein pflanzlichen, also tierfreien) Lebensweise begegnen mir immer neue Aufgaben. Erst denke ich: Unlösbar. Wie soll das denn gehen? Dann beginne ich mich damit zu beschäftigen, recherchiere im Internet, lese, suche weiter und finde Lösungen. So ging es mir mit diesen Fragen:

  • Was soll ich mir denn dann aufs Brot schmieren?
  • Backen ohne Eier und Milchprodukte? Wie soll das denn gehen?
  • Eine vegane Geburstagsparty?
  • Was soll ich denn dann abends essen?
  • Nichts Süßes mehr???
  • Gibt es denn nur Soja und Tofu als Alternative?
  • Was mache ich mit meinem fleischessenden Mann?

Inzwischen habe ich auf alle Fragen und Herausforderungen klasse Antworten gefunden. Wer meine bisherigen Beiträge zu diesem Thema verfolgt hat, weiß das. Es gibt zum Beispiel jede Menge Backrezepte, die ohne Milch und Ei auskommen. Mein Brotbelag bietet mir mehr Abwechslung als früher (ich war unabhängig von der ethischen Frage mit den Wurst- und Käsesorten geschmacklich sowieso "durch" und suchte Neues).

Wenn Sie durch meine früheren Beiträge stöbern möchten, hier sind sie noch einmal in Reihenfolge:

  1. Der Anfang: Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben 
  2. Essen möglichst ohne tierische Produkte - Meine Ethik & die Folgen
  3. Halbzeit-Veganeri - Meine Ethik & die Folgen (Teil 2)
  4. Glücklich sein & gut für mich sorgen - Meine Ethik & die Folgen (Teil 3) 
  5. Meine Krücken - Meine Ethik & die Folgen (Teil 4) 
  6. Das 'Warum' ist entscheidend - Meine Ethik & die Folgen (Teil 5)
  7. Geschmacks-Gewinn - Meine Ethik & die Folgen (Teil 6)
  8. Blick in den Kopftopf - Meine Ethik & die Folgen (Teil 7) 

Meine neue Hürde: Ich brauche neue Schuhe. Fußbekleidung aus Leder sollte künftig auch tabu sein, wenn ich es ernst meine. Aber gibt es denn schöne Schuhe ohne Leder? Ich trage keine Schuhe mit hohen Absätzen und breit genug müssen sie für meine im Sommer schnell geschwollenen Füße auch sein. Andererseits bin ich auch nicht der "Springerstiefel-Typ". Was mag es da geben? Ich suchte und suchte und suchte... Zufällig liefen mir dann drei Adressen über den Weg. Die eine fand ich über einen Newsletter der interessanten Seite Utopia.de, wo ich jetzt das erste Mal bestellt habe (avocadostore.de). Ein Ladengeschäft mit Onlineshop gibt es in Köln: Vegane Zeiten.

Dann lief mir eine Adresse mit Schnürschuhen über den Weg, leider finde ich sie gerade nicht - hier ist sie: Vom Schuhmodelleur Klaus Linn entworfene und in Ostdeutschland hergestellte vegane Schnürschuhe und Stiefelletten gibt es auf Linnschuh.de. Ein Geschäft in Pirmasens gibt es laut Herrn Linn nicht mehr wie auf der Webseite angegeben, aber dafür den Online-Shop. (Bitte beachten: Es handelt sich um extra nach der Bestellung angefertigte Schuhe einer kleinen Manufaktur, die über kaum Lagerware verfügt und deswegen zeitlose, klassische Modelle entwirft. Daher kann dieser Anbieter nicht mit der üblichen Bestellhaltung anderer großer Online-Schuhanbieter, die aus der Werbung bekannt sind, mithalten. Denn das ist für ein kleines Unternehmen kaum leistbar. Optimal ist die Situation nicht, da man ja die Modelle anprobieren muss, um eine Entscheidung treffen zu können und es auch kein Ladengeschäft gibt. Dafür ist der Betreiber des Online-Shops am Telefon sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe jetzt ein Modell gefunden, das mir passt - von der Qualität und Verarbeitung der Schuhe bin ich begeistert!)
So lerne ich auf meiner Hürdenbesteigung interessante Menschen wie diesen Schuhdesigner kennen. Bei dem kurzen Telefonat mit ihm habe ich nämlich erfahren, dass es in Pirmasens die Deutsche Schuhfachschule gibt, die zur/zum Staatlich geprüften Schuhtechniker/in ausbildet.

Die nächste Aufgabe zeichnet sich schon ab: Grillen! Doch alleine bei einem Plausch mit meiner Blumenfreundin Petra-Ute kamen wir auf so viele schmackhafte Ideen, wie marinierte Gemüsespieße, klar Backofenkartoffeln, Gemüsesäckchen... Ich bin mir sicher, auch hier werden sich interessante Geschmacksalternativen entdecken.

Erst haben die Hürden etwas Erschreckendes und Unüberwindbares. Rückblickend empfinde ich sie als kleine Abenteuer. Entdecken von neuen Welten. Ich spüre wie ich mit jeder genommenen Hürde ein klitzekleines bisschen zuversichtlicher werde und gelassener auf die nächste Hürde - das nächste kleine Abenteuer - auf meinem Weg blicke!

Zum Schluss noch ein praktischer Linktipp: Der Einkaufsguide von Peta2. Dort finden Sie Produkte zum Essen, Trinken, Putzen und Pflegen. Allesamt tierfrei und tierversuchsfrei. Dort habe ich auch entdeckt, dass der Apfelstrudel von Coppenrath & Wiese vegan ist oder die Knoblauchecken von Knack & Back rein pflanzlich sind. Ebenso finden sich darin Süßigkeiten, Fertigprodukte, Eis... Kleine Leckereien, die das Leben angenehmer machen.

Übrigens habe ich das erste Mal veganen Käse ausprobiert. No-Muh-Chäs-Snack. Das war überhaupt nicht mein Ding. Auch nicht auf den zweiten Bissen. Er hat arg nach Maggi geschmeckt und ist keine Alternative für mich. Aber wer weiß, vielleicht finde ich ihn in ein paar Jahren einfach dufte...

Anja Kolberg

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Blick in den Kopftopf
Meine Ethik & die Folgen (Teil 7)


Was isst man, wenn man ohne Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier, Sahne auskommen möche? Und wie soll das alles klappen, wenn der Partner weiterhin Tierisches essen möchte? Ich zweifle, ob es mit der veganen Ernährung klappen würde, wenn mein Mann nur kochen würde. Doch da ich seit Beginn meiner Auszeit vor einigen Jahren meistens koche und er mich unterstützt, in dem er oft auf eine Fleischbeilage verzichtet, geht es.

Ein Blick in meinen Kochtopf gibt einige Ideen, was ich so zubereite:

Köstlich: Original italienisches Risotto mit Tomate & Basilikum von Rapunzel. Gibt es im Biogeschäft oder direkt online beim Hersteller. Praktisch: Alle Zutaten sind drin, bis auf die Flüssigkeit. Ich hatte keinen Weißwein zur Hand, aber Sekt im Schrank (ginge auch nur mit Wasser). Der Sekt eignete sich trotz Skepsis meines Mannes prima - und wurde anschließend zum Essen gereicht. :o) Es hat toll geschmeckt. Das muss ich nochmal machen. Meinem Mann hat das Risotto gut geschmeckt, allerdings würde es ihm beim nächsten Mal besser gefallen, wenn noch eine Fleisch- oder Fischbeilage dabei wäre. Die Portion ergab genau zwei Teller. Ehrlich gesagt: Zu wenig, um so richtig satt zu werden. Also gibt es beim nächsten Mal etwas dazu oder die doppelte Menge. Sieht das fertige Gericht nicht köstlich aus?

Lecker waren auch die Thai-Reisbratlinge Asia von Natur Campage. (Ich habe leider kein Foto davon gemacht.) Die habe ich ebenfalls in Denn's Biomarkt entdeckt. Die Mischung wird mit kochendem Wasser übergossen, dann muss es kurz quellen und schon können Bratlinge geformt und gebraten werden. Dazu gab es frischen Salat. Die Packung ergab ca. 6 Bratlinge. Ich hätte glatt die doppelte Anzahl essen können, sooooo lecker waren die. Die Reisbratlinge gab es auch noch in einer anderen Geschmacksrichtung, die werde ich beim nächsten Mal testen. Yamyam. Urteil meines fleischessenden Gatten: Okay, lecker, aber die Gemüseburger von Allnatura würden ihm besser schmecken.

Am ersten warmen Frühlingstag gab es bei uns dieses "Draußen"-Rezept. Draußen, weil es so herrlich zu warmen Wetter passt. Das Rezept vom Brot-Teig habe ich dafür genommen, es wurde mit Olivenöl an den Händen auf einem Backblech bis zum Rand verteilt und eingeöl, Dellen eingedrückt. Darauf wurden stückige Tomaten aus der Dose verteilt, einige Oliven, Salz drauf. Backen (habe mich am Brotrezept orientiert). Darauf habe ich einen Ruccola-Salat mit Tomaten angerichtet. Das Ergebnis fanden wir beide köstlich und mehr als einmal wiederholenswert. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Wir hatten einen Beitrag über diese Urpizza "Foccacia" gesehen, gleich danach im Netz gesucht und schwups - am nächsten Tag war die Idee umgesetzt. Übrigens schmeckte die aufgewärmte Foccacia am zweiten Tag nicht mehr so gut, also lieber frisch verputzen oder einfrieren? Das habe ich noch nicht probiert. Übrigens eigent sich das Brotrezept auch super als Pizzateig. Wenn Sie den Begriff Focaccia in eine Suchmaschine eingeben, gibt es einen ganzen Haufen Informationen, Rezepte...

Das Mango-Dhal mit Kokos ging in die Hose. Das Rezept fand ich in den ersten Tagen meiner Ernährungsumstellung, kaufte x neue Gewürze und rote Linsen. Letzte Woche habe ich es endlich probiert. Am Kopftopf schmeckte es mir noch gut. Zusammen mit Reis auf dem Teller nicht mehr so gut. Die Konsistenz war gewöhnungsbedürftig, so faserig, obwohl ich die Linsen eine gefühlte Ewigkeit habe kochen lassen. Mein Mann stocherte nur in seinem Teller rum, ich glaube, seine Reaktion wirkte sich auch auf mich aus. Gerochen hat das Essen gut. Ein Foto habe ich nicht gemacht. Bin ich froh, dass ich nicht oft solche Erfahrungen mache.

Ausprobiert habe ich einen Apfelstrudel mit Blätterteig (Rezept - mit Margarine statt Butter). Ist in die Hose gegangen. (Ich habe auch kein Foto gemacht, war zu enttäuscht. Ich glaube, ich fange mal damit an, Fotos von meinen Unglücken zu machen. Im Rückblick ist das doch witzig.) Inhalt war viel zu süß, Blätterteig ist oben drauf völlig auseinander gefleddert. Das Ergebnis hat trotzdem geschmeckt, würde ich aber beim nächsten Mal anders machen. Ich würde viiiiiel weniger Äpfel und Zucker nehmen und die Semmelbrösel weglassen, dann ist es auch weniger fetthaltig. Die Äpfel würde ich nur auf die Mitte legen und dann zuklappen. Oder gleich das fertige Produkt von Coppenrath und Wiese kaufen. Deren klassischer Apfelstrudel aus der Tiefkühltruhe ist nämlich vegan. Eine prima Alternative für den plötzlichen Besuch oder den kleinen Kuchenhunger am Sonntag Nachmittag.

Samstag probierte ich einen neuen Rote-Beete-Salat für gekochte Rote-Beete, der mir und auch meiner Mutter sehr gut geschmeckt hat. Ich habe noch zwei Äpfel darunter gerieben. Auf chefkoch.de gibt es viele köstliche Rezepte mit dieser Erdfrucht, besonders im rohen Zustand. Davon will ich, wenn es frischen aus der Region gibt, auch eines testen.

Gestern Abend wollte ich eigentlich den gekauften Strudelteig ausprobieren und mit Spinat füllen. Leider waren die dünnen Teigscheiben schimmelig, so musste ich mir spontan was anderes ausdenken: Den Spinat gab's dann mit Backofenkartoffeln. (Habe frischen Rosmarin über die Kartoffeln gelegt. Das hat beim Bakcen super toll gerochen, wenn ich davon auch nix geschmeckt habe...)

Viele Grüße von der Experimentier-, Geschmacks- und Genussfront. Vielleicht das nächste Mal mit mehr Experimentierfotos. Ich meine Ergebnisse, die nicht so aussehen wie im Rezept versprochen.... Ich will zu meinen Küchenabenteuern stehen, auch wenn sie nix werden. Aber wer weiß? Immerhin sind auf so einem Weg die berühmten Brownies entstanden... :o)

Anja Kolberg

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Freitag, 08 April, 2011

Frühling...Frühling...Frühling...

Das Leben im Garten ist in den letzten Tagen förmlich explodiert. Der Regen und die Wärme waren dabei sehr förderlich. Lust auf einen Blick in meinen Frühlingsgarten? Dann nehme ich Sie auf einen kleinen Rundgang mit:

 

An der Kletterhortensie zeigen sich neben den frischen Blättern nun auch die Blütenknospen. Letztes Jahr blühte sie kaum und dieses Jahr sind so viele Knospen da!

 

Auch meine geliebte Pfingstrose zeigt schon die Blütenansätze. Sie sind noch winzig klein, kleiner als ein Cent-Stück, aber sie sind da. Mindestens sechs Stück konnte ich finden. Juchu! Ich finde gerade diese Staude mit ihrem unglaublichen Duft und ihren weichen Blütenblättern besonders schön. Es sieht so aus, als hätte sie ihren Platz im Garten gefunden, wo sie sich wohlfühlt.

 

Die Clematis reckt sich am Kirschbaum empor. Sie braucht dabei ein wenig Halt, sonst kippt sie um und ringelt sich quer durchs Beet. Ich habe sie mit einem lila Band am Baum festgebunden, so dass sie weiter hochklettern kann.

 

Das sind die Spitzen der Funkien in meinem Kübel neben der Gartenbank. Ihr Wurzelwerk ist so fest, dass ich beim Teilen kaum mit einem Spaten durch komme.

 

Unter der Hortensie zeigen sich die herrlich blauen Blüten der Traubenhyazinthe.

 

Am Ahorn mit der roten Rinde zeigen sich die ersten hellgrünen Blättchen. Er lebt seit einem Jahr in unserem Garten und scheint sich oberhalb des Teiches wohl zu fühlen.

 

Am kleinen und breiten Ahorn oberhalb vom Bauchlauf sind auch die ersten Blättchen zu sehen. Wenn er vollständig belaubt ist, bedeckt er diesen Teil des Bachlaufes fast vollständig. Die Vögel lieben es, sich unter diesem Schutz einem erfrischenden Bad hinzugeben.

 

Am Kiesrand des Teiches blüht diese Traubenhyazinthe jedes Jahr unermüdlich. Sie war bevor wir den Garten umgestaltet haben, schon an dieser Stelle und hat sich von den Veränderungen nicht beeindrucken lassen. Das nenne ich Beständigkeit!

 

An einem der beiden Säulenäpfel blicke ich auf die Apfelblüten, es kann nicht mehr lange dauern, bis sie sich vollständig öffnen.

 

Unsere beiden Zierkirschen stehen in voller Blüte. Wenn ich sie sehe, denke ich an das chinesische Sprichwort: "Wenn der Blütenschimmer der Kirschbäume länger währte als ein paar Tage, wir würden ihn so innig nicht lieben."

 

Im Hochbeet ist die pinke gefüllte Primel ein Hingucker.

 

Die Akelei entfaltet sich mehr und mehr. Ich freue mich schon auf ihre Blüten, die mich an Märchen, Zauber und Elfen erinnern.

 

Zum Abschluss eine Überraschung für mich: Letztes Jahr pflanzte ich eine Clematis, die ganze Hauswände erklimmen kann. Ich hatte ihr die Aufgabe zugetragen, unsere Holzzäune zu begrünen. Beim Fotographieren entdecke ich, dass sie schon über und über mit Blütenglöckchen versehen ist. Wie wird wohl ihre Blüte aussehen, die ich das erste Mal erlebe?

Manchmal reicht schon eine einzige Blüte, ein Duft, die Sonnenstrahlen und die Stimmung steigt, ich komme auf andere Gedanken, beginne zu träumen und mich wohl zu fühlen. Einige Male musste ich in den letzten Tagen nießen, aber es hat nachgelassen. Dafür liebe ich den Frühling zu sehr. Es gibt keinen schöneren Morgen für mich als einen kühl frischen Frühlingsmorgen wie heute! Ich liebe die klare und kühle Luft, das Vogelgezwitscher, die ringsherum immer grüner und bunter werdende Natur. Im Schatten ist es leicht frisch, so dass ich mich freue in die Sonne zu kommen und ist es in der Sonne zu warm, zieh mich das kühle Schattenreich an. Jetzt erlebe ich meine Lieblings- und Wohlfühljahreszeit.

Auf mich wartet ein herrliches Wochenende. Samstag besuchen mich zwei Freundinnen, die ich schon zwanzig Jahre kenne und am Sonntag kommen meine Eltern zu Besuch. Dazu ist traumhaftes Sonnenwetter angesagt. Was kann ich mir mehr wünschen?

Schöne Frühlingstage wünscht Ihnen

Anja Kolberg

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Dienstag, 05 April, 2011

Kochbuch-Tipps

Vegan & vollwertig genießen

Erster Eindruck: Ansprechender Einband. Tolle Farbfotos, die Appetit machen. Schönes Layout. Fester Einband.

Inhalt: Vegane Rezepte ohne Soja, Tofu & Co. - dafür vollwertig, ohne Weißmehl, Margarine und raffinierten Zucker. Unterteilt ist das 216 Seiten starke Kochbuch in drei Rubriken: "Hinweise und Tipps zur gesunden Ernährung" von Seite 9 bis Seite 27. Auf 181 Seiten das Herzstück "Rezepte" und im Anhang auf vier Seiten Infos u.a. über die Autorinnen und die Tierproduktion.

Im Herzstück warten diese Rubriken auf neugierige Köche und Köchinnen: Frühstück. Salate & Gemüse. Salatdressings und Dips. Brötchen, Fladen und Brote. Brotaufstriche. Suppen und Saucen. Hauptgerichte. Beilagen. Desserts. Konfekt. Kuchen, Torten und Gebäck. Getränke.

Test: Drei Rezepte habe ich bisher ausprobiert. Köstlich waren die Apfelpfannkuchen - sie haben selbst meinem "normal" essenden Gatten geschmeckt, wenn sich auch ihre Konsistenz von den altbekannten Eier-Milch-Mehl-Pfannkuchen deutlich unterschied. Dafür machten sie unglaublich satt (auch mit konventionellem Weißmehl statt frisch gemahlenem Korn). Die Spinatcannelloni haben uns auch sehr geschmeckt, wenn mir auch im Rezept die eindeutigen Mengenangaben für den Spinat fehlten. Dennoch: Eine Rezeptidee, die ich mit den gemachten Erfahrungen nochmal kochen würde. Einen Kuchen habe ich auch probiert, und zwar die Schoko-Bananen-Torte. Die ging ziemlich in die Hose. Das lag aber nicht am Rezept, sondern an der Bäckerin. :o) Ich habe Feigen statt Datteln für den Teig genommen, was uns beiden überhaupt nicht geschmeckt hat. Mir war der Unterschied nicht bewusst, heute kenne ich ihn, wir haben ihn deutlich geschmeckt. Und ich habe versucht, den im Rezept gebrauchten Mandelmus selber zu machen (Rezept aus dem Internet), beim Pürieren sind die Mandeln bitter geworden. Heute habe ich gekauften Mus im Schrank, damit mir das nicht nochmal passiert (gibt es im Reformhaus oder Bioladen z.B. von Rapunzel). Die Erinnerung an das Gesicht meines Mannes und meines während wir mein Experiment probiert haben, bringt mich heute noch zum Lachen. Diese Erfahrung hat mich aber nicht davon abgehalten, weitere Rezepte zu probieren. Die Torte war nämlich mein erstes Rezept aus diesem Buch. :o)

Was mir nicht gefallen hat: Ich empfinde die Regeln der Vollwertküche als streng, spürte förmlich wie ich beim Durchlesen der Rubrik, was täglich gegessen werden sollte, wütend wurde. Ich habe immer das Gefühl, hier wird der Zeigefinger mahnend empor gehoben. Und das gefällt mir nicht. Zweiter Kritikpunkt: Ich hätte mir zu jedem Rezept ein Foto gewünscht.

Was mir gefallen hat: Die vielen wunderbaren Rezeptideen und Fotos. Ich habe noch immer das Bild der Frischkostplatte mit Sprossen vor Augen. Ein unglaubliches Genussbild, welches mir das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Ebenso gefallen mir die vielen Möglichkeiten, Milchprodukte, Zucker oder Eier zu ersetzen - und zwar nicht durch Sojaprodukte oder Tofu, sondern zum Beispiel durch Nüsse oder Trockenfrüchte.

Fazit: Ein Glück, dass es dieses Buch gibt, das gesundes mit veganem Essen verbindet. Viele tolle Ideen für neue Geschmackserlebnisse!

Anja Kolberg

Autorinnen: Annette Heimroth, Brigitte Bornschein
Titel: Vegan & vollwertig genießen
Verlag: Hädecke
Preis: 19,90 Euro
erschienen 2010
ISBN 978-3-7750-0573-9

Hier finden Sie Ihren Buchhändler vor Ort. Einfach "Buchhandlung" und Ihre Postleitzahl oder Ort angeben.

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Montag, 04 April, 2011

Unabhängigkeit & Gefühle

Ich wünsche mir Unabhängigkeit. Unabhängigkeit von der Meinung anderer Menschen. Frei sein. Die Reaktion anderer nicht über meine Stimmung oder mein Handeln entscheiden lassen.

Der Ist-Zustand zeigt meine Abhängigkeit:

  • Finden andere gut, was ich mache/wie ich bin, dann steigert das meine Stimmung
  • Finden andere nicht gut, wie ich bin/was ich mache oder sagen gar nichts dazu, dann senkt das meine Stimmung oder ich beginne zu zweifeln. An mir und dem wie ich bin.

Ich wünschte, ich wäre autark. Ich wünschte, es wäre mir wirklich gleichgültig wie andere auf mich reagieren - auf mein Handeln, mein Nicht-Handeln, meine Meinung, meine Art zu sein, wie ich mich anziehe, wie ich mich verhalte... Warum? Weil ich dann frei sein könnte und wirklich ich selbst sein. Tun und lassen, was ich will. Ich würde mich frei entfalten und mit Liebe und Überzeugung tun, was in mir schlummert.

Unabhängigkeit bedeutet nicht, dass ich keine Reaktionen möchte. Es bedeutet, Reaktionen wahr zu nehmen und dann frei entscheiden, ob sie Einfluss auf mich haben sollen oder nicht - statt mich in meinem Handeln und sein immer beeinflussen und verunsichern zu lassen.

Eine Pflanze, an der ständig rumgezupft wird - die fühlt sich doch nicht wohl. Bekommt die Pflanze hingegen Freiraum, sich so zu entfalten und so zu wachsen wie sie will, dann kann sie ihre wahre Pracht entfalten. Sie selbst sein.

Bei mir weckt das gleich Assoziationen vom wuchernden Efeu, der Grenzen leichtfüßig überwindet und so Mauerwerk zerstört, also andere verletzt. Das will ich auf gar keinen Fall, eher würde ich das Efeu unter einer Glocke halten. Doch ist das ein lebenswertes Leben? Es kann doch derjenige, dessen Grenzen durch das Efeu verletzt werden, Einhalt gebieten, in dem er die Triebe zurückschneidet und sich so an dekorativem Schmuck für die Vase freut. Vielleicht sind Menschen auch froh, Besuch vom Efeu zu bekommen? Freies Entfalten muss kein Nachteil für die Umgebung sein.

Zurück vom Efeu zur Pflanze, an der ständig gezuppelt wird, die immer wieder durchleuchtet wird und dessen Gärtner sich fragt: Mensch, soll ich die wirklich stehen lassen?

So geht es mir oft mit dem, was ich erschaffe. Zum Beispiel Blogbeiträge, in denen ich mein Herz öffne zu Themen, die mich bewegen, wie beispielsweise ein Leben ohne Atomstrom oder meine vegane Ernährung.

Den Weg mich nur noch vegan zu ernähren, wählte ich, weil ich nicht mehr anders konnte. Ich habe mit den Tieren gefühlt, was sie erleben, unter welchen Bedingungen sie leben und sterben. Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr, dass Tiere für mich leiden und sterben. Davon bin ich überzeugt und ich gehe diesen Weg. Ich zeige mich mehr wie ich wirklich bin und sage meine Meinung. Damit verlasse ich eingelaufene Wege, betrete Land, das ich bisher nicht betreten habe.

Wenn ich nicht mehr zugehörig zur großen und schützenden Gruppe der Allgemeinheit bin, dann wühlt das viel in mir auf. Vor allen Dingen Ängste, abgelehnt und nicht verstanden zu werden. Das strengt mich an und löst auch Unsicherheit aus: Wie reagieren diejenigen, die mit mir bisher auf dem Weg gegangen sind? Ich wünsche mir deren Zustimmung und Anerkennung. Und damit mache ich mich abhängig. Weil ich die Bewertung anderer ungefiltert annehme und als Wahrheit sehe, statt mich davon zu befreien und mich so gut zu finden wie ich bin. Ganz egal, was andere meinen.

Zudem weiß ich nicht, was mich auf dem ungekannten Terrain - nämlich ganz ich selbst zu sein - erwartet. Irrwege? Sackgassen? Schlaglöcher? - das sind die Ängste, die sofort auftauchen. Die Hoffnungen kommen erst hervor, wenn ich bewusst darauf blicke: Schöne Wasserfälle. Sonnige Lichtungen inmitten von grün belaubten Wäldern. Plätschernde Bäche mit blühendem Ufer. Der Gesang der Vögel in den Baumwipfeln, begleitet vom Rauschen des Windes. Klare Luft für tiefe Atemzüge. Stille. Ruhe. Entdecken. Leben. Zufriedenheit. Eins sein mit der Natur. Frieden in mir fühlen. So viele Hoffnungen und schöne Aussichten, die mich berühren.

Ich sehe vor meinen innerem Auge mein inneres Kind, was dasteht und zittert und bibbert. Was geliebt werden will, egal wie es ist. Was geliebt werden will, wenn es traurig ist und trotzig und ängstlich und wütend, wenn es vor Angst um sich schlägt oder sich zurück zieht.

Ich öffne meine Arme und lege eine von der Sonne angewärmte Decke um die Schultern meines inneres Kindes. Halte es in meinen Armen. Setze mich und hebe es auf meinen Schoß, wiege es hin und her. Mir ist aufgefallen, wie groß mein inneres Kind geworden ist und so dünn. Sanft streichle ich ihr über den Rücken und wärme sie mit meinen Armen und wiege sie hin und her. Streichle über die Haare, küsse ihren Kopf. Wir wiegen uns sanft vor und zurück. Ich summe leise und spüre wie das Zittern inmitten der Decke langsam einer Ruhe weicht. Stille. Dann beginnt sie zu schluchzen. Meine Hände werden nass von ihren Tränen. Ich halte sie weiter und wiege sie sanft. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie sprechen möchte, sondern einfach gehalten werden. Aufmerksamkeit. Jemand, der da ist ohne zu fragen, zu werten. Einfach sein. Plötzlich kommt Minu angelaufen und schnüffelt an den nackten Füßen meines inneren Kindes. Sie unterbricht ihr schluchzen. Minu schleckt mit ihrer warmen, weichen und leicht rauen Zunge über die Füße. Mein inneres Kind lupft den Kopf aus der Decke um zu schauen, was da vor sich geht. Minu schleckt unbeirrt weiter und ich beobachte wie ein Lächeln über das verweinte Gesicht meines inneren Kindes hüpft. Wir schauen uns an. Kichern los. Weinen und lachen gemeinsam.

"Ich hab' dich so lieb.", sagt sie mir und umarmt mich.
"Ich hab' dich so lieb." sage ich ihr und drücke meine Arme um ihren inzwischen warmen Körper.

Frieden. Alles darf sein. Traurigkeit. Ängste. Ohnmacht. Hoffnungslosigkeit. Hilflosigkeit. Glück. Liebe. Frohsinn. Leichtigkeit. Frei sein. Loslassen. Festhalten. Da sein. Weggehen. Schnell sein. Einschlafen. Verletzen. Trösten. Singen. Schimpfen. Wut. Zerstörung. Aufräumen. Frieden schließen. Unsicherheit. Ungewissheit. Vertrauen. Unklarheit. Mut. Hilfe. Lust. Leise sein und schreien. Mich verstecken und präsent sein. Stundenlang erzählen und tagelang schweigen. Neidisch sein und im Mittelpunkt stehen. Mich zurückgesetzt fühlen und verlassen sein spüren. Aufmerksamkeit geben und keine bekommen. Beschenkt werden und nehmen. Danken und geben. Kreativ sein und spinnen, verrückt sein und gleichzeitig rational. Überlegen und mich nicht entscheiden. Intuitiv sein. Mich schnell entscheiden. Fehler machen. Brav sein. Böse sein. Krach machen. Mich ärgern. Andere wütend machen. Berührt werden und andere aus der Fassung bringen. Grenzen setzen und 'Komm' rufen. Grenzen öffnen und 'Stopp' sagen. Mich jeden Tag neu entscheiden. Meine Meinung ändern. Still sein. Nachdenklich. Depressiv. Mich verstecken. Nein sagen. Andere verletzen. Mich selbst verletzen. Mir verzeihen und anderen verzeihen. Schuld auf mich nehmen und sie wieder ablegen.

Alles darf sein. Alles Anteile von mir - und noch viele mehr. Diese vielen inneren Anteile meiner Selbst passen kaum mehr an eine kleine Tafel, dafür brauche ich eine ganze Stadt, eine Veranstaltungshalle, ein ganzes Leben. Ich.

Anja Kolberg

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Freitag, 01 April, 2011

April 2011: Kalenderimpulse

Tischkalender 2011 - April

Unabhängigkeit - mit diesem Motto wagt der Tischkalender 2011 ein Tänzchen im April. Auf dem Foto radelt eine Frau durch den Kölner Stadtwald. Der Text darunter lautet: "Ich mache mich unabhängig."

Meinen Herzschlag spüre ich bis zum Hals, wenn ich das Kalenderblatt auf mich wirken lasse. Wirkliche Unabhängigkeit bedeutet Freiheit für mich. Frei zu sein von einengenden Lebensregeln und von Abhängigkeiten. Unabhängigkeit kann die unterschiedlichsten Lebensbereiche betreffen.

Schritte von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit erfordern Mut. Mut, anders zu sein. Auf fragende Gesichter zu blicken, die einen möglichen Wandel nicht verstehen. Eine solche Veränderung bringt aber auch etwas: Freiheit und - wie schon im letzten Monat erfahren: Ein unbeschreibliches Glücksgefühl, wenn ich wirklich zu mir und dem, was mir wichtig für mein Leben ist, stehe. Einen weiteren Impuls zu diesem Kalenderblatt lesen Sie in der Kalendervorstellung.

Ich bin neugierig, ob und was dieses Blatt in mir auslösen wird... Wovon möchte ich mich unabhängig machen?

Wandkalender 2011: April  

Passend zu den Gefühlen, die in mir freigesetzt werden, wenn ich darüber nachdenke, etwas Neues zu tun, bietet der Wandkalender 2011 im April einen Impuls: "Ich akzeptiere meine Gefühle." Auf dem Bild ein Busch Margeriten, die durch ein Herz nach oben streben.

Welche Gefühle will ich gar nicht haben? Welche "drücke" ich weg? Für welche Gefühle schäme ich mich oder verurteile mich dafür? Mir fällt meine Angst ein, abgelehnt zu werden oder das Gefühl der Ohnmacht, nicht wirklich etwas bewirken zu können. Ich blicke zur Traurigkeit, die ich immer mehr als einen wichtigen Teil meiner Selbst annehme.

Ich kann in Situationen, in denen ich ein Gefühl am liebsten wegdrücken möchte, an dieses Kalenderblatt denken.

Ich lade meine Gefühle ein, am Tisch meines inneren Teams Platz zu nehmen und höre ihnen zu, warum sie gekommen sind und was sie mir zu sagen haben. Wie das funktioniert? Ich schließe die Augen und stelle mir diese Situation vor.

Einen anderen Impuls zu diesem Kalenderblatt finden Sie in der Kalendervorstellung.

Einen zauberhaften April wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Montag, 28 März, 2011

Geschmacks-Gewinn
Meine Ethik & die Folgen - Teil 6

Donnerstag und Sonntag hatten meine Gäste Gelegenheit, die vegane Küche kennen zu lernen. Ich bin so glücklich, dass es ihnen gut geschmeckt hat. Mein Mann hat mich bei der Vorbereitung unterstützt und am Samstag die Zwiebelsuppe gekocht, die Salate mit vorbereitet. Wir sind dann ein tolles Team. :o)

Was ich meinen Gästen angeboten habe?

Donnerstag gab es Antipasti, verschiedene Sorten Oliven, die köstliche Oliventapenade, Brotaufstriche (ich finde das Wort "Mousse" stimmiger, wegen der ähnlichen Konsistenz und auch weil es leckerer klingt) von Tartex Cremisso (Meerrettich-Apfel, Paprika-Chili, Tomate Basilikum) und Zwergenwiese (Paprika-Peperoni, Rote Beete-Meerrettich), selbstgebackenes Fladenbrot, Melonen zwischendurch zum Neutralisieren und am Nachmittag zum Kaffee warteten zusätzlich Nussecken und Apfel-Marzipankuchen. Ab Mittag haben wir bei dem herrlichsten Wetter in der Sonne gesessen, schlemmt und gequatscht. Schöner kann ein Geburtstag nicht sein!

Ich habe das erste Mal Olivenöl mit Brot gegessen, schon öfter hatte ich diese Kombination beim Italiener gesehen, mich aber immer gefragt: Uh, wie kann man das essen? Seit letzter Woche lautet die Antwort: Weil es köstlich schmeckt! Ich hatte von VitaVerde, die auch die Oliventapenaden anbieten, Olivenöl bestellt. Der Geruchsunterschied alleine. Dieses Öl roch nach Urlaub, hm, frisch und zusammen mit dem selbstgebackenen Brot war es ein Gedicht: Ein Geschmacksgewinn. Jetzt kenne ich auch den Unterschied zwischen Olivenöl und gutem Olivenöl. Bisher war mir das egal, ich mochte es einfach nicht.

Sonntag gab es Französische Zwiebelsuppe mit Brotcroutons, Bohnen-Kartoffel-Salat, Rote-Beete-Salat, wieder verschiedene Brotaufstriche zum Probieren, die Produkte aus der Olivenmanufaktur, das selbstgebackene Brot diesmal mit kleingeschnittenen Oliven darin, Kokosmilchreis mit Blaubeeren oder Zimt & Zucker und die Nussecken (sie lassen sich wirklich sehr gut aufbewahren und vorbereiten). Lecker!

Eine rein pflanzliche Party: Das geht prima.

Abenteuerlich war die Zubereitung des Fladenbrotes. Obwohl einfach: Warmes Wasser, Trockenhefe, Mehl, Gewürze - über Nacht in den Kühlschrank, am nächsten Tag nach zwei Stunden in warmer Umgebung für 30 Minuten im Ofen backen. Aber... dieser Teig! Er ging und ging und ging. Als ich das erste Mal in den Kühlschrank schaute, hatte er den Deckel auf der Schüssel angehoben und war rausgekrabbelt und hatte ein weiteres Gefäß für sich eingenommen! Ich hatte Bilder vor Augen, wie der Kühlschrank aufspringt und der Hefeteig rausquillt :o) Nachdem ich ihn auf mehrere Schüssel aufteilte, war endlich Ruhe. :o)

Hier die Rezepte:

Von meinen Teilchen bin ich immer noch nicht weg, die erlaube ich mir mit Genuss. Wie schon geschrieben: Ich möchte meinen Weg mit kleinen Schritten und mit Liebe gehen. Genau so wie es geht.

Was es sonst noch zu essen bei uns gab?

  • Gemüse-Burger von Alnatura mit Feldsalat und Backofenkartoffeln. Erfrischend schmeckten mir die Weintrauben im Salat. Links der Teller meines Mannes.
  • Selbstgemachte Pizza: Heferezept klappt prima ohne Milch & Ei: Habe dies Rezept hier als Grundlage genommen. Mein Belag: Tomatensauce, Zwiebeln, Mandarinen, Pilze. Kein Käse-Ersatz. Das andere Mal Spinat und Ruccola. Ist noch nicht optimal, teste weiter. Praktisch war, dass mein Mann 'seine' Seite vom Blech so belegen konnte wie er wollte und ich wie ich wollte.
  • Kartoffel-Bohnen-Gullasch. Perfekt für zwei Tage.
  • Toastbrot mit verschiedenen Aufstrichen, Oliven, Olivenöl.
  • Chili sin carne mit Soja-Geschnetzelten. Das erste Mal probiert, schmeckten uns die Geschnezelten, die an Hackfleisch erinnern ganz gut. Klitzekleines bischen wie Gummi gaben sie nach, sonst eine gute Alternative. Wir würden das nächste Mal den Koriander weglassen. Sauerrahm brauchten wir auch nicht.
  • Himmel & Äd. Kölsches Gericht: Kartoffelpüree mit Apfelkompott und gebratenen Zwiebeln, die Blutwurst blieb weg. YamYam!

Für unseren Hund habe ich probiert, selber Leckerchen zu machen. Aus Mehl, Haferflocken, Öl, Sonnenblumenkernen und einem Rest Tomatensauce habe ich durch Ausprobieren einen Teig gemacht und daraus runde Knübbelchen gerollt. Die kamen dann 10-15 Minuten bei 180 Grad in den Ofen und blieben dort anschließend bei abgeschaltetem Ofen über Nacht, so waren sie am nächsten Tag richtig feste und hart. Minu liebt sie und hat schon alle weggefuttert.

Fleisch wird für mich zusehends unwichtiger. Ganz kurz hatte ich am Abend nach dem Unfall Heißhunger auf Wurst, dem ich nicht nachgeben brauchte. Ich konnte meinem Mann ein anderes Mal mit Leichtigkeit zuschauen, als er sich Frikadellen zubereitete und sie zum Abendessen verputzte. Kein Reiz vorhanden. *Hüpf*

Anja Kolberg

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Sonntag, 27 März, 2011

Anti-Atom-Demo in Köln. Ich war dabei. Meine erste Demo

Mit frisch gebackenen 41 Jahren war ich am Samstag, dem 26.3.11, auf meiner ersten Demo, der Anti-Atom-Demo in Köln.

 

Eigentlich hatte ich keine Zeit, da ich inmitten der Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am Sonntag steckte und traute mich auch nicht so recht, da ich dann alleine zu dieser Demo gehen würde. Dann packte es mich doch und zeitlich passte es auf einmal auch. Kamera gepackt und mit der Straßenbahn ins Kölner Zentrum. Der Umzug vom Neumarkt war schon durch die Innenstadt gegangen, ich stieß an der Deutzer Brücke dazu. Laut Zeitungsberichten nahmen in Köln 40.000 Menschen an der Demonstration teil.

Diese Eindrücke habe ich für Sie mitgebracht:

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss drei Schilder, die Kinder (mit)gemalt haben. Zwei Mädchen, ein Junge, sie waren geschätzte sechs, acht und zehn Jahre alt.

Das hat mir gefallen: Die friedliche Stimmung. Die selbstentworfenen Plakate, besonders die der Kinder. Die Musikgruppe, die Stimmung an und auf der Brücke machte. Für das einzustehen, was mir wichtig ist und zu spüren, ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.

Das hat mir nicht gefallen: Parteien und Poltiker, die in den Vordergrund drängen, am besten gleich in der ersten Reihe und an der Bühne mit großen Plakaten und Fahnen vertreten. Auf mich wirkt das wie reiner Stimmenfang.

Mir kommt es vor, dass Politiker und Parteien - jeder Coleur - eine Menge versprechen und wenn sie dann an der Regierung sind, handeln sie doch nicht und knicken ein... Für mich ist es sehr schwer, einen Politiker auszumachen, der wirklich hält, was er verspricht, der nicht käuflich ist und nach seiner Amtszeit dann kein nettes Pöstchen oder keinen schönen Auftrag aus der Wirtschaft annimmt...

Gibt es sie (noch), die ehrlichen Politiker, die nicht zu ihrem eigenen Vorteil handeln, sondern sich verantwortungsvoll FÜR das Wohl des Volkes einsetzen?

Anja Kolberg

PS: Wenn Sie nicht auf das Handeln der Politiker warten möchten: Auf http://www.stromwechseln-hilft.de können Sie zu einem reinen Naturstromanbieter wechseln - und der Atomenergie Adieu sagen. Ging ruckzuck bei uns - wir beziehen ab 1.5.2011 Naturstrom und investieren jährlich zehn Euro mehr. Die Initiatoren von Urgewald.de haben herausgefunden, welche Banken den AKWs Geld geben. Unsere Bank gehört dazu. Wir wollten sowieso die Bank wechseln, vor zwei Wochen ging es auf einmal wie von selbst: Jetzt wechseln wir zu einer Bank, die Investitionen in Rüstungsgeschäfte, AKWs, Firmen, die Kinderarbeit zulassen oder Tierversuche wegen Kosmetika durchführen oder Pflanzen und Samen gentechnisch verändern ablehnt. Das ist ein tolles Gefühl!!!

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Mittwoch, 23 März, 2011

Was für eine Woche

Ich habe das Gefühl, jeden Tag passiert etwas Neues in meinem Leben. So schnell komme ich gar nicht mit. Manches wird von mir angstoßen, anderes passiert mir.

Montag war ich mit meinem Bruder, der Aufnamen von Mandarinenenten machen wollte, im Kölner Stadtwald. Angenehmes Wetter. Fotographieren. Quatschen. Gucken und in der Natur sitzen. Ein herrlicher Nachmittag.

Das Geschehen in Japan hat mich sehr sensibel werden lassen. So habe ich mich letzte Woche einen Nachmittag hingesetzt und recherchiert, welcher andere Stromanbieter für uns in Frage kommen könnte, der reinen Naturstrom anbietet und auch in neue Anlagen erneuerbare Energien investiert. Unser Strom- und Gasanbieter hat zwar grünen Strom im Sortiment, aber er wird, wenn ich ihn buche, deswegen nicht weniger Atomstrom produzieren, sondern ihn nur anderweitig verkaufen.

Klick zur Seite Atomausstieg selber machen

Auf der Seite Atomausstieg selber machen werden vier deutschlandweit agierende Ökostromanbieter vorgestellt, die sich seit über zehn Jahren für eine Energiewende und gegen Atomstrom einsetzen. Ich habe Preise verglichen, genau nachgefragt, was wir jetzt zahlen und bin wahrhaftig zu dem Ergebnis gekommen, dass es uns nur 10 Euro pro Jahr mehr kostet, wenn wir zu einem reinen Ökostromanbieter gehen. Über die Seite "Stromwechseln hilft" werden 20 Euro für ein gemeinnütziges Projekt, das Sie sich aussuchen können, gespendet. Auch hier handelt es sich um die vier selben Stromanbieter wie auf Atomausstieg-selber-machen. Tolle Idee!

Die Anmeldung beim neuen Anbieter ging ruckzuck, jetzt warten wir auf die Bearbeitung des Antrags. Dann sind wir aus der Atomenergie ausgestiegen und beziehen Strom aus erneuerbaren Energien! Ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt. *Hüpf* Ich hätte nie gedacht, dass es so leicht und schnell geht.

Es ist noch eine andere Sache in Bewegung gekommen, davon möchte ich aber erst schreiben, wenn sie unter Dach und Fach ist.

Seit Freitag Mittag steht unser Auto nicht mehr vor der Türe, sondern in der Werkstatt eines Karrosseriebauers, der die Front repariert. Mir ist körperlich nichts bei dem Unfall passiert. Seelisch habe ich einen dicken Schock davon getragen.

Was passierte? Ich stand an der Ampel, wollte links abbiegen. Die Ampel geht auf grün, ich fuhr langsam los und als ich die Gegenverkehrsfahrbahn überqueren möchte, kommt von rechts ein Auto angeschossen, das bei rot durchgefahren ist. Ich fuhr ihm in die Seite. Gott sei dank blieb auch der Fahrer körperlich unverletzt. Die beiden Pkw-Fahrer neben mir auf dem zweispurigen Abbieger fragten, ob ich unverletzt sei, die Frau rief die Polizei. Ich konnte nur sitzen bleiben und dachte: Das ist jetzt nicht passiert. Die Situation war so irreal. Ich bin dankbar, dass gleich Zeugen zu mir kamen, die bestätigten, dass ich bei grün gefahren bin und der Unfallverursacher bei rot durchgefahren war. Ich bat sie alle, am Unfallort zu warten, um die Aussage bei der Polizei zu machen. Als ich laut grübelte, ob wir die riesige Kreuzung mitten in der Kölner Innenstadt nicht frei machen sollten, beruhigten sie mich, dass wir genau so stehen bleiben sollten, bis der Unfall aufgenommen sei. Ich könnte eh nicht mehr fahren.

Es gab keine Diskussion zwischen uns beiden Fahrern. Der andere Autofahrer sagte gleich, dass er geträumt hatte und bei rot durchgefahren war. Er hätte einen sehr stressigen Tag gehabt. Um uns herum hupen und unzählige kleine und große Wagen und quetschen sich an uns vorbei. Zehn endlose Minuten, bis die Polizei kommt. Ich war wohl schrecklich weiß im Gesicht, wie die Zeugin mir sagte, als ich versuchte, auszusteigen, merkte ich schon bald, wie mir die Beine wegsackten. Also wieder hinsetzen. "Wenn Sie nach Hause kommen, trinken Sie erst mal einen Schnaps", sagte sie zu mir. Das heiterte mich auf. Der Unfallverursacher kam zu meinem Auto und entschuldigte sich.

Die Zeugenaussagen wurden aufgenommen, so konnte ein Teil der Kreuzung wieder frei gemacht und Abschleppwagen für uns bestellt werden. Inzwischen war mein Mann mit seinem Vater eingetroffen, die beiden gaben mir ein Stück Sicherheit. Dann wurden unsere die Daten aufgenommen und ich erhielt vom Unfallverursacher die Versicherungsdaten. Ich war kaum in der Lage, klar zu denken, suchte ständig irgend etwas in meinen Taschen. Ich hatte erst auf Hinweis eines Passanten die Warnblinkanlage angemacht und als ich das Warndreieck aus dem Kofferraum holen wollte, kam auch schon die Polizei. Ein Zeuge meinte, das Blaulicht würde sicherlich reichen.

Mit der Polizei warteten wir eine halbe Ewigkeit auf die Abschleppwagen, an ein Fahren war nicht zu denken, die Stoßstange war herunter geklappt, die Reifen nicht frei, ich konnte gerade ein Stückchen rückwärts fahren, damit der andere Pkw abgeschleppt werden konnte, so waren wir ineinander verkeilt. Endlich war auch mein gelber Engel da, ich wurde vorsorglich informiert, wenn ich nicht Mitglied sei, müsste er die Abschleppgebühr nach der Fahrt gleich kassieren, egal ob ich am Unfall schuld sei oder nicht. Mein Mann hatte die Adresse der Karrosseriewerkstatt dabei, in der wir letzten Jahr schon zweimal immer wegen eines nicht selbst verursachten Schadens waren. Ich fuhr mit dem Abschleppwagen mit und der Fahrer versorgte mich mit wichtigen Informationen. Die Abschleppgebühr - etwas über 100 Euro - müsse ich allerdings in bar bezahlen. Ich hatte so viel Bargeld nicht dabei und bat ihn, dass wir dann auf dem Weg an einem Geldautomaten halten müssten, doch er sah gleich eine andere Lösung: Die Werkstatt geht vielleicht in Vorleistung, so war es auch. Auf einen mir zustehenden Leihwagen verzichtete ich. Als die Werstatt bei der gegnerischen Versicherung anrief, war dort auch schon der Schaden gemeldet. In Ruhe schaute ich mir unser verletztes Auto an. Mein Schwiegervater nahm mich mit nach Hause, wo der Unfallverursacher schon auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hatte, dass er den Schaden gemeldet habe und er entschuldigte sich nochmal für die Unannehmlichkeiten. Sein Verhalten machte den Unfall für mich nur noch halb so schlimm.

Lange und heiß habe ich mich geduscht. Derweil kochte mein Mann Tee und brachte zwei Nussecken mit ins Wohnzimmer, das durch den Kaminofen muckelig warm war. Gott sei dank war noch ein Leihfilm da. "Verlobung auf Umwegen" verschaffte mir erst mal Ablenkung. Als ich abends ins Bett ging, kamen immer wieder Unfallsequenzen hoch, ich malte mir aus, was passiert wäre, wenn ich schneller gewesen wäre und er hätte mich in der Seite erwischt oder wenn unser Hund dabei gewesen wäre... Und warum war ich so unaktiv gewesen? Ich, die doch sonst so aktiv ist und sich kümmert? Die Gedanken ließen sich nicht stoppen. Tränen liefen unentwegt, ich konnte mich gar nicht beruhigen. Also wieder runter auf die Couch, Pastewka gucken. Das würde mich sicherlich ablenken und aufheitern. Irrtum. Das Gedankenkarussell ging weiter, die Tränen liefen. Dann fiel mir eine Augenbewegung ein, die rechte und linke Gehirnhälfte miteinander verbindet und die man nachts beim Träumen macht. Damit werden die Geschehnisse verarbeitet. Das Wissen wandte ich an und merkte, wie eine Last von meinen Schultern viel, ich tief einatmete und sehr müde wurde. Pastewka habe ich glatt verpasst, dafür habe ich bis morgens durchgeschlafen.

Jedes mal, wenn wieder Erlebnisse hochkommen, wende ich diese Augenbewegungen von links nach rechts an. Aber ein Bild bekomme ich nicht aus dem Kopf: Die freie Fahrbahn und auf einmal dieses Auto von rechts und dann der Zusammenstoß. Vielleicht bleibt dieses Bild auch in meinem Kopf. Es löst aber im Moment keine starken Gefühle mehr aus.

Am nächsten Tag. Die Frage nach dem Warum. Warum passiert mir das? Mein Bruder machte mich darauf aufmerksam, dass ich vielleicht etwas aus der Situation lernen sollte. Ja, aber was? Ich hatte loslassen müssen, weil ich so geschockt war. Und obwohl ich selbst nicht aktiv war, war so viel Hilfe da: Kurz nach dem Zusammenprall hielt ein Krankenwagen, der Fahrer erkundigte sich, ob wir Hilfe brauchen. Die Zeugen, die die Polizei riefen und bestätigten wie der Unfall zustande gekommen war. Der Unfallverursacher, der seine Schuld eingestand und mir damit die Last einer Auseinandersetzung nahm. Der Abschlepper, der so freundlich war. Der Polizist, der mir so viel Ruhe und Sicherheit gab. Die Werkstatt, die sich kümmerte. Mein Mann und sein Vater, die zu mir kamen. Mein Mann, der abends veganen Milchreis kochte und den Hund alleine versorgte. Da war so viel Hilfe und Menschen, die sich kümmerten, weil ich losließ. Ja, das habe ich durch diese Situation erfahren. Und das ist - bei all dem unangenehmen, was so ein Unfall mit sich bringt - ein gutes Gefühl.

Jetzt muss ich mal tief durchatmen.

Ich möchte noch andere Dinge schreiben, aber jetzt mache ich erst mal eine Pause. Es ist Zeit, mit unserem Hund spazieren zu gehen. Die Sonne scheint: Heute früh um halb fünf, als ich sie kurz in den Garten lies, sangen die Vögel ein wunderbares Konzert. Das Leben ist schön. Und bunt. Und lebenswert.

Ich bin beschützt.

Ganz herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 16 März, 2011

Was du nicht willst, dass man...

Noch eines liegt mir auf der Seele:

Fünfzig Menschen arbeiteten gestern, am 15.3.2011 laut der japanischen Regierung noch im Atomkraftwerk, alle anderen seien wegen gesundheitsschädlicher Strahlenbelastung abgezogen worden.

In einem ZDF oder ARD Fernsehbericht erfuhr ich, dass alle 600 Hubschrauberpiloten, die 1986 über Tschernobyl Beton auf das beschädigte Kraftwerk abgeworfen hatten, kurz nach ihren Einsätzen wegen der hohen Strahlenbelastung starben. Soldaten waren zwangsbeordert worden, vor Ort Aufräumarbeiten zu erledigen, die sogannten 'Liquidatoren'. Die jungen Männer hatten keine Wahl, sie mussten, viele von ihnen starben nach ihrem Einsatz.

So viel anders scheint die Situation in Japan nicht: Dort setzen japanische Techniker ihre Gesundheit, ihr Leben ein. Laut japanischer Regierung wären sie alle freiwillig dort.

Wenn diese Aussage wahr ist, dann fällt mir zur Motivation der fünfzig Verbliebenen am beschädigten Atomkraftwerk ein: Diese Menschen übernehmen Verantwortung. Verantwortung für ihre Familien, ihre Freunde, ihre Natur, ihre Landsleute, für ihr Land. Sie wollen tun, was zu tun und möglich ist, um noch mehr zu verhindern. Sie laufen nicht weg und haben meine Hochachtung.

Ich vermute, dass unter ihnen kein einziger aus den Führungsetagen des Betreiberkonzerns ist oder einer der anderen, die damit ihr Geld gemacht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die sich nämlich und ihre Familie längst weit weg vom Reaktor in Sicherheit gebracht haben.

Diese Situation macht mich unglaublich wütend und ich glaube, sie ist auch auf Deutschland und andere Länder übertragbar: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politiker, die für weitere Atomkraftwerke und Laufzeitverlängerung ihre Stimme geben oder Vorstandsvorsitzende der betreibenden Energiekonzerne oder Manager der finanzierenden Banken in der unmittelbaren Nähe zu einem Atomkraftwerk wohnen UND dort vor Ort bleiben und anpacken, wenn es zu einem Strahlenaustritt kommen sollte. Sie alle werden ihre Familien und sich selbst in Sicherheit bringen. Wer ist es dann, der vor Ort bleibt und rettet, was zu retten ist? Wer muss damit leben, weil er dort sein Haus gebaut, seine Arbeit hat und nicht die finanziellen Möglichkeiten, alles aufzugeben?

In der ARD wurde gestern in einem Beitrag ein Strahlenmesser in Tschernobyl gezeigt, der die Arbeit dort mache, obwohl er sich um die gesundheitlichen Folgen sorge, aber er würde gut das Doppelte verdienen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Politker sich täglich dieser Strahlenbelastung aussetzen würde. Die kleinen Leute kann man mit Geld und den Versprechen auf ein vermeintlich besseres Leben locken. Die Oberschicht mit Sicherheit nicht.

Meine Gedanken sind immer wieder bei der japanischen Bevölkerung, die in den letzten Tagen so viel Leid ertragen mussten und durch den Atomunfall auch künftig noch erleben werden. Die Spätfolgen der Bevölkerung Tschernobyls zeigen das.

Ein Erdbeben der Richterskala 9.0 überstehen, das Haus mit all dem, was mir lieb ist, verlassen müssen, einen Tsunami überleben, Hab und Gut verlieren, mit der Ungewissheit leben zu müssen, wo geliebte Menschen sind und ob sie noch leben und dann noch die düstere Aussicht, dass vielleicht die Heimat nicht mehr bewohnbar ist, weil sie strahlenverseucht ist - dieses Leid übersteigt meine Vorstellungskräfte. Für viele Japaner ist es die Realität.

Seit gestern sehe ich immer wieder dieses Bild vor meinen Augen: Hände umhüllen schützend die japanische Flagge, stellvertretend für all die Menschen, die diese Situation durchleben müssen.

Ich fühle mit den betroffenen Menschen, soweit ich es überhaupt kann. Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sich ihre Hoffnungen erfüllen, sie Vermisste wiederfinden, ein Stück Alltag und Normalität zurück erlangen und sie und ihre Heimat und Natur Heilung, Schutz und Gnade erfahren.

Mein Appell an alle Politiker, Entscheider, Vorstände, Investoren: Stimmen Sie nur für die Dinge, dessen Folgen sie auch selbst - ganz persönlich - tragen und aushalten würden. Ich appeliere an Ihr Herz: Würden Sie wollen, dass Menschen, die Sie lieben bei einem Störfall in einem Atomkraftwerk arbeiten? Wollten Sie selbst nach einem Störfall in einer verseuchten Gegend leben? Wollen Sie das Ihren Kindern und Enkelkindern zumuten? Entscheiden Sie nicht, was Sie letzten Endes nicht ganz persönlich vor Ort ausbaden würden. Das gleiche gilt meiner Meinung nach übrigens auch für die Soldaten, die in den Krieg geschickt werden. Würden Sie selbst ganz persönlich mit an die Front gehen und ihre Entscheidung mit dem Leben oder Ihrer Gesundheit bezahlen? Entscheiden Sie nicht über das Leben und die seelische und körperliche Gesundheit anderer Menschen! Würden Sie Ihr Kind in den Krieg schicken? Ich bin mir sicher, Sie würden es schützen wollen, vor gesundheitlicher Gefahr.

Übernehmen Sie PERSÖNLICH Verantwortung. Für die Familien, deren Väter und Mütter in den beschädigten Atomkraftwerken ihren Dienst tun, obwohl sie bei einem Störfall einer Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Für die Soldaten, für die Feuerwehr, das THW und die anderen Hilfsdienste, die bei einem Störfall Menschen retten und sich damit selbst einer Gesundheitsschädigung aussetzen.

Fragen Sie sich: Wäre ich selbst unter den Helfern und würde mich dieser Gefahr aussetzen?

Wenn Sie diese Frage - ehrlich - mit "Nein" beantworten (und nicht "Ja sicher" medienwirksam schreien, sich aber im Ernstfall mit einem Erste-Klasse-Ticket aus dem Staub machen), dann stimmen Sie nicht für Dinge, die die Natur und die Menschen derart schädigen wie beispielsweise die Kernenergie es macht.

Setzten Sie sich dafür ein, dass die erstklassigen Ingenieure, Techniker und Erfinder dieser Welt zusammen neue nachhaltige, erneuerbare und verantwortungsvolle Techniken der Energiegewinnung entwickeln.

Sagen Sie NEIN! zu Profit und JA! zu wirklicher Verantwortung für die Menschen und unsere Erde.

Ich weiß, jeder Bürger kann selbst aus der Kernenergie aussteigen, kann Verantwortung dafür übernehmen, dass die eigene Bank sich nicht an Atomgeschäften beteiligt. Jeder kann Energie sparen und sich fragen, ob das eigene Konsumverhalten wirklich nötig ist. Doch unabhängig von dem Handeln jedes Einzelnen sind Sie meiner Meinung nach für die gegebenen Rahmenbedingungen verantwortlich. Viele haben gar nicht die Möglichkeit, die Bank oder den Energieanbieter zu wechseln oder sind damit überfordert. Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die unsere Erde auch in fünfzig und tausend Jahren noch lebenswert machen.

Geld und Profit kann man nicht essen, nicht atmen, nicht trinken. Es gibt Kostbares, das zerstörbar ist. Für immer.

Ich will kein Fukushima in Deutschland. Ich will dieses Szenario nirgendwo auf der Welt!!! Die Atomkraftwerke sollen abgestellt werden. Alle. Überall. So schnell wie möglich und nicht erst in Jahren. Ja, das bedeutet starke Konsequenzen für uns alle, die ich mir jetzt gar nicht vorstellen kann. Ich bin bereit, mir über diese Konsequenzen Gedanken zu machen und sie zu tragen. Ich bin nicht bereit, die Konsequenzen eines weiteren Atomunfalls irgendwo auf der Welt zu tragen!

Anja Kolberg

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Dienstag, 15 März, 2011

Die Schönheit der Natur im Garten
Luft holen im Grünen

Die Ereignisse in Japan lassen mich spüren, wie kostbar eine intakte Umwelt ist, wie wichtig sauberes Wasser ist und Luft, die ich bedenkenlos einatmen und mich ihr aussetzen kann. Es ist mir wichtig, mich nicht nur zu informieren, sondern auch zu handeln. Unabhängig davon ist es für mein seelisches Wohlbefinden sehr wichtig, einen Ausgleich zu den traurigen und erschreckenden Informationen zu suchen.

Ich finde ihn in der Natur. Das Sprießen des Grüns, die wärmenden Strahlen der Sonne, der Duft der ersten Blüten und der Blick auf die fruchtbare Erde - sie holen mich zu mir zurück. Machen mich demütig und lassen es still werden in mir.

Ich habe heute Nachmittag einige Fotos gemacht. Darf ich Sie auf einen Spaziergang durch meinen Frühlingsgarten einladen?

 

Die Rose im Hochbeet zeigt ihre ersten Blättchen.

Am Rosenbogen durchbricht die Clematis die hölzerne Hülle ihrer Zweige.

Goldgelb ist die Blüte des Krokus, eine der ersten Blüten in meinem Garten. Vor anderthalb Wochen habe ich dieses Foto aufgenommen.

Im einzigen mit Zwiebeln bepflanzten Terracottakübel zeigen sich die ersten Blättchen der im frühen Winter gepflanzten Tulpen. Juchu, das Eichhörnchen hat die Zwiebeln dieses Mal nicht aufgefuttert.

Hier sehen Sie die Blüten der Kletterhortenie. Bezaubernd schöne Kraftwerke!

Zwischen den Terrassenplatten sprießt so einiges. Neben vielerlei Kräutern auch dieses winzig kleine Gänseblümchen...

... und diese Schwester von ihr.

 

Ich freue mich so, diese jungen Triebe an meiner duftigen Rose Gertrude Jekyll zu sehen. Und noch mehr freue ich mich auf ihre Blüten. Ich kann es gar nicht abwarten, ihren tollen Duft einzuatmen. Hach. Er macht sogar all die unzähligen pieksenden klitzekleinen Stacheln wett. Das Bild oben hatte ich übrigens vor anderthalb Wochen aufgenommen und ...

 

... dies hier heute. In der Zwischenzeit hat sich was getan.

 

Auch wenn sie fast verblüht ist und schon einige Macken hat, ihre Schönheit bleibt: Die Christrose.

 

Zwischen abgestorbenem Laub zeigt sich neues Leben im Frauenmantel.

 

So sahen die ersten Spitzen meiner geliebten Pfingstrose am ersten Sonntag im März aus.

 

So viele neue Triebe zeigen sich neun Tage später.

 

Inzwischen sind die Schneeglöckchen schon verblüht. Um so schöner, dass ich ihre Pracht letzte Woche festgehalten habe.

 

Auch der lilafarbene Krokus, aufgenommen vor anderthalb Wochen, ist inzwischen eine trockene Hülle.

 

Dieses herrlich grüne Gewusel ist das Zentrum einer Akelei - vor anderthalb Wochen - und

 

heute.

 

Die Hortensie wird bald viele grüne Blätter tragen. Vor gut einer Woche zeigte sich das Bild oben...

... Heute sind die Blätter schon ein Stück weiter offen.

 

Neugierig schnuppert dieses Grün Frühlingsluft. Es stammt von im frühen Winter gepflanzten Zwiebeln. Was daraus wohl werden mag?

 

An einem der beiden Bäume der Zierhängekirsche finde ich diese Knospen.

 

Im Wasser das erste Grün der Iris.

 

An den Randsteinen des Beetes hat sich dieses Pflänzchen - vermutlich ein Vergissmeinicht - selbst hingepflanzt.

 

Blühende Schönheiten für den Kübel vor unserem Haus fand ich im Blumengeschäft hier im Kirchweg bei meiner Blumenfreundin. Wenn ich diese Blüten sehe, hüpft mein Herz.

 

Über den Blüten trägt die Ramblerrose auf ihrem Hochstamm erste grüne Blättchen.

 

Erste Blütenansätze bei der kleine Zierkirsche im Terrassenkübel.

 

Blattknospen am kleinen Ahorn oberhalb des Bachlaufes.

 

Grüne Spitzen im Hochbeet. Ob es die Märzbecher sind?

 

Am Teichrand habe ich die Blauschwingel am Wochenende geschoren. Ruckzuck wachsen die ersten grünen Halme.

 

Bei diesem Frühjahrsblüher sehe ich, was es wir: Eine Hyazinthe.

Hier unverkennbar eine Mini-Narzisse.

Das Nest des Storchschnabels ist schon sehr weit.

Hier blühen Krokusse im Schneeglöckchennest.

Rotes Laub an der Hochstammrose Parole (die mit den riesigen pinken duftenden Blüten).

 

Zum Abschluss gucken die kleinen Blüten des später herrlich belaubten Lungenkrautes über den Rand der Holzkübel. Die Schönheit dieser Pflanze lässt mich ihre winzig kleinen und schmerzenden Stacheln vergessen.

Mein Spaziergang durch die ersten Frühlingsboten in meinem Garten geht zu Ende. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich die Schönheit der Natur noch viele Jahrzehnte frei und glücklich betrachten kann, ohne Angst vor gesundheitlichen Schäden, wenn ich mich dort lange aufhalte. Dieses Glück haben die Bewohner der Gegend um das Atomkraftwerk Fukushima nicht mehr. "Schutt kann ich wegräumen. Radioaktivität nicht", so ähnlich äußerte sich eine ältere Japanerin, deren Haus dem Erdbeben und dem Tsunami Stand gehalten hatte.

Sonnenstrahlen, ein herrliches Konzert der Frühlingsvögel und frische Luft - das umgibt mich beim Schreiben dieses Artikels. Dafür bin ich sehr dankbar.

Anja Kolberg

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Sonntag, 13 März, 2011

Wenn nicht jetzt - wann dann?

12. März 2011. Samstag Abend. Tagesthemen. 21.30 Uhr. Sigmar Gabriel, SPD und auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen, CDU weichen auf die Frage, welche Auswirkungen der Reaktorunfall in Japan auf die Deutsche Atompolitik haben, aus. Dafür wäre jetzt nicht der rechte Zeitpunkt. Röttgen windet sich im Interview mit Tagesthemen-Sprecherin Susanne Holst mühsam hin und her. Ich kann es kaum ertragen. Tags zuvor lehnte Westerwelle (FDP) eine momentane Diskussion ab.

Ich finde es verantwortungslos, jetzt nicht darüber zu reden und frage mich ernsthaft: WANN, WENN NICHT JETZT?

Wollen die Politiker uns beschwichten, in der Hoffnung, dass wir Bürger uns wieder beruhigen und alles seinen gewohnten Gang gehen kann?

Durch das Unglück in Japan wird uns schmerzhaft deutlich, wie gefährlich diese Energiegewinnung ist - und wie kostbar eine saubere Umwelt und unsere Unversehrtheit darin ist. Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt weggucken und so tun, als würde es uns nicht betreffen! Wer sind wir, wenn wir jetzt nicht Konsequenzen ziehen? Vielleicht hängt davon eines Tages unser Überleben ab, was wenn noch mehr Unfälle in Atomkraftwerken unsere gesamte Erde verstrahlen? Wir wollen uns doch nicht selbst auslöschen!

Ich will keine Atomkraftwerke und wenn für den Verzicht auf Atomstrom notwendig wäre, noch mehr Strom zu sparen: Ich bin bereit dazu.

Wenn es jetzt eine Bürgerbefragung geben würde, bin ich mir sicher, dass die meisten für einen sofortigen Atomausstieg wären. Ich lebe in NRW, wo es keine aktiven Atomkraftwerke gibt, doch wie mögen sich erst die Menschen fühlen, die in unmittelbarer Nähe zu einem Kraftwerk leben?

Das Beispiel in Japan zeigt auch, dass nicht nur das Land selbst betroffen ist, sondern auch angrenzende Länder, sogar andere Kontinente, die mit der verunreinigten Luft in Berührung kommen. Selbst wenn die verseuchte Luft auf das Meer hinausweht und sich im Wasser niederlässt, kommt dies mit den Fischen in Berührung und so in unser Essen.

Ein Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk mit austretender radioaktiver Strahlung würde also nicht nur unser Land betreffen, sondern auch unsere Nachbarn in Europa. Und umgekehrt. Es nützt nichts, wenn wir alleine die Atomkraftwerke abschaffen und unsere Nachbarn setzen weiter auf diese Stromgewinnung.

Wer weiß? Vielleicht bewirkt dieses schreckliche Unglück in Japan ein weltweites Umdenken!

Anja Kolberg

Nachtrag: Mich erreicht gerade die Online-Aktion "Abschalten" von Campact - Demokratie in Aktion, welche Frau Merkel aufruft, die AKWs sofort abzuschalten.

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Sonntag, 06 März, 2011

Das 'Warum' ist entscheidend
Meine Ethik & die Folgen - Teil 5

Mein Verzichtgefühl auf altbekanntes Essen verschwindet mehr und mehr und flackert nur noch auf, wenn ich besonders appetitlich zubereitete Speisen mit Fleisch oder Milchprodukten sehe oder rieche... Doch das geht vorbei und neue Lebensqualität macht sich breit.

E-Card

"Wir haben in den letzten Wochen selten zweimal das Gleiche gegessen", bemerkte mein Mann, als wir abends Gemüseburger von Altnatura (haben uns beiden sehr gut geschmeckt) mit Backofenkartoffeln und Feldsalat (mit Essig-Öl-Senf-Pfeffer-Salz-Honig-Soße) auf dem Teller hatten.

Stimmt. Dabei gehöre ich nicht zu den Menschen, die am liebsten in der Küche stehen und die aufwändigsten Sachen probieren. Ich verbringe oft nur 1/2 Stunde Zubereitungszeit in der Küche und koche meist soviel, dass am zweiten Tag noch was zum Warmmachen übrig bleibt. Bisher schmeckte das meiste, was ich ausprobierte. Gott sei dank, muss ich sagen. Denn wenn's das nicht getan hätte, wäre es ein ganzes Stück schwieriger geworden. Obwohl:

Weil ich mich mit den Lebensbedingungen der Tiere beschäftigte und ein Mitgefühl für sie entwickelte, schaffe ich es, auf Käse, Ei, Wurst & Co. zu verzichten. Ich brauche mir nur vorzustellen, wie die Tiere vorm Schlachter warten und schon brauche ich das Fleisch nicht mehr. Oder ich denke an das Leben der Hennen in der Legebatterie oder an die flauschigen Küken, die auf riesigen Produktionsstraßen ihrem Schicksal entgegenfahren. Wie würde ich mich fühlen würde, wenn ich ein Kind hätte und es mir nach kurzer Zeit genommen wird, wie es den Kühen jedes Jahr erleben? Wie wichtig sind diese Lebensmittel dann noch?

Diese Gedanken helfen mir auf das zu verzichten, was mir schmeckt oder bisher schmeckte. Es gelingt mir nicht immer, denn bei fertigen Backwaren werde ich noch weich. Das ist ein Grund dafür, warum ich immer wieder neue Backrezepte ausprobiere, so dass ich immer weniger auf die Nachmittagssüßigkeiten aus der Bäckerei ausweichen muss. Das tolle: Ich finde immer wieder leckere Sachen.

Köstlichen Apfelkuchen zum Beispiel. (Wie in einem Kommentar unter dem Rezept angeregt, habe ich Rosinen, Walnüsse und Puddingpulver ergänzt.) Der Kuchen schmeckt prima. Ich würde nicht darauf kommen, dass darin weder Milch, noch Eier noch Butter enthalten sind. Auch meinem Mann hat er sehr geschmeckt.

Okay, ich musste auch schon Frösche küssen. Gar nicht lecker war ein Schoko-Bananenkuchen aus der veganen Vollwertküche. Das lag aber an meinen Fehlern und weniger am Rezept: In den Teig kamen getrocknete pürierte Datteln, ich nutzte Feigen, weil ich gar nicht auf die Idee kam, es handle sich um unterschiedliche Früchte... Und den Mandelmus für die Schokocreme machte ich selbst, beim Pürieren verbrannten die Mandeln. Ergebnis: Es schmeckte bitter. Wohlweislich belegte ich nur zwei Stücke vom Kuchen mit Bananen und dem Mus. Puh, was habe ich beim Probieren das Gesicht verzogen und mein Mann fands auch grausig. Ich werde den Kuchen nicht nochmal machen, wohl aber dem veganen Vollwertkochbuch, welches ich hier noch vorstellen werde, am 5.4.11. vorstellte, eine weitere Chance geben. Darin sind viele appetitanregende Fotos, die mich beim Blättern neugierig machten.

Wer weiß: Vielleicht handelt es sich bei dem geküssten Frosch doch um einen Prinzen? Ich habe es nur noch nicht erkannt?

Ich stehe mit meiner Unwissenheit nicht alleine da, das merke ich, wenn ich mich über meine Umstellung austausche: Mit einer Verkäuferin in der Bäckerei kam ich ins Gespräch, als ich ablehnte, diesmal etwas Süßes zu kaufen. Ich erzählte, ich habe diesmal selbst - ohne Ei, Milch und Butter - gebacken und sei auf dem Weg, Veganerin zu sein. Sie fragte, ob aus gesundheitlichen (würde jeder wohl sofort verstehen) oder aus anderen Gründen. Als ich ihr sagte, aus Mitgefühl, war ihre Reaktion: "Wieso? Kühe müssen doch gemolken werden? Es gibt doch extra Milchkühe." Ich berichtete ihr, obwohl ich neben einem Bauernhof groß geworden bin, war mir auch nicht klar gewesen, dass die Kühe für die Milch Nachwuchs bekommen müssen. Die Frau guckte betroffen und erzählte dann, dass ihre Tochter seit Jahren keine Milch mehr nimmt und zum Frühstück Haferflocken in Soja-Milch erwärmt (die von Alpro Soja würde ihr am besten schmecken) und dann noch Äpfel hinein schneidet und Zimt und Zucker darauf gibt. Leckere Idee!

Derweil macht mich die Milch-/Joghurt-/Käse-/Wurstwerbung immer wütender. Was werden wir mit Heile-Welt-Bildern für dumm verkauft!

Es kommt mir vor, als gäbe es zwei Welten: Die, in der ich bisher gelebt habe. Genug Wasser, genug zu Essen, gute Versorgung, Frieden, Alltag. Freiheit, soweit ich sie mir erlaube.

Die Parallelwelt: Menschen leiden unter Hunger, Durst, Krankheiten, unwürdigen Arbeitsbedingungen, Unterdrückung, Kriminalität und Krieg. Tiere werden in großen und kleinen Produktionsstätten tagtäglich ausgebeutet und getötet.

Das Kuriose: Die wenigsten von uns wollen, dass es in dieser Parallelwelt so zugeht (und es sie gibt). Warum gibt es sie dann noch? Vielleicht, weil vielen im Alltag die Zeit fehlt, wirklich hinzuschauen oder weil hinschauen weh tut und wir die Konsequenzen ahnen, die es hat, wenn wir hinschauen. Das Verlassen eines vermeintlich sicheren, bequemen und altbekannten Weges ist alles andere als leicht.

Deswegen ist das Warum entscheidend. Nur, wer eine Motivation hat, die aus dem Inneren kommt, ist bereit, einen neuen Weg einzuschlagen - mit allen Unannehmlichkeiten und Unsicherheiten, die uns auf dem neuen Pfad erwarten.

"Du kannst die Welt nicht ändern. Das bewirkt sowieso nichts. Du kannst den Tieren nicht helfen." So oder so ähnlich lauteten Reaktionen, die ich hörte. Ich sehe das anders. Ich möchte nicht länger in Lethargie verharren und mich dadurch innerlich abschneiden - wie ich es unbewusst lange getan habe. Ich möchte etwas tun, getreu dem Zitat von Gandhi.

Als Einzelperson trage ich einen kleinen Anteil dazu bei, dass sich die Welt verändert. Das empfinde ich besser als zu resignieren. Viele Menschen, die alle ein bisschen tun, haben Erfolg! Hier nur einige Beispiele:

  • Britische Bevölkerung wehren sich erfolgreich gegen den Bau einer Tierfabrik mit über 3700 Kühen - Meldung EU-Umweltbüro vom 17.2.2011 - Meldung Guardian, England
  • Erfolg für Umweltaktivist/innen: Japanisches Industrieschiff bricht illegale Walfangsaison vorzeitig ab Bericht Focus - Bericht Sea Sheherd
  • Weltweit größter Teehersteller stoppt vor Beginn einer neuen PETA-Kampagne alle Tierversuche für Tee: Bericht PETA
  • "100 Millionen Menschen könnten zusätzlich ernährt werden, wenn die Industrieländer ihren Fleischverbrauch um nur 10% reduzieren würden. - An einem Tag, an dem wir uns vegetarisch ernähren, sparen wir bis zu 90 Badewannen voll Wasser. - Durch eine Reduktion des Fleischkonsums könnten der Klimawandel entscheidend begrenzt und die durch ihn verursachten Kosten um weltweit 20 Milliarden US-Dollar verringert werden. " Bericht Halbzeitvegetarier

Jeder einzelne von uns hat also Macht. Deswegen beteilige ich mich weiterhin an Protestaktionen der Umweltverbände, Tierschutzorganisationen und schreibe Unternehmen an, um Änderungen anzustupsen. Heute zum Beispiel Hersteller von Mode in Übergrößen, damit auch sie künftig Kleidung nach GOTS-Standards produzieren und anbieten. Diese Standards sorgen für eine sozialverträgliche und umweltschonende Kleidungsproduktion.

Mir macht das so richtig Spaß! Ist ein bisschen wie Robin Hood spielen.

Es ist etwas in Bewegung. Ursprung dessen sind auch die vielen Verbraucher, die beim Einkauf genauer nachfragen, die Produkte aus der Massentierhaltung links liegen lassen oder sich mehr und mehr informieren. Die Zeitschrift Schrot & Korn, welche in vielen Bioläden kostenlos ausliegt und hier im Internet gelesen werden kann, finde ich sehr informativ (im Internet mit Bioladen-Suche).

In der Küche haben wir diese Woche Französische Zwiebelsuppe gekocht. Lecker! Mein Mann hat sich Käse in seine Suppentasse gerieben, ich habe dazu Brot mit Brotaufstrich gegessen. Die Suppe schmeckt auch am zweiten Tag noch toll. Einfach + vegan. Geschmeckt hat auch die Reis-Möhrensuppe (ca. 100 gr Reis und 300 gr geriebene Möhren mit 1,5 Liter Gemüsebrühe gar kochen, mit Gewürzen abschmecken).

Nun noch ein Lied, das mich nicht mehr loslässt: "Küss mich. Halt mich. Lieb mich." von Ella Endlich. Die Deutsche Version des wunderschönen Liedes aus dem Märchenfilm "Drei Nüsse für Aschenbrödel". Vorsicht: Suchtgefahr!

Trällernde Grüße aus Köln

Anja Kolberg

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Dienstag, 01 März, 2011

Frühlingsmonat März

Meterologisch ist heute, am 1. März Frühlingsanfang, astrologisch erst zur Tag- und Nachtgleiche am 21. März. Die Forsythien stehen in den Startlöchern, morgens begleiten mich die Vögel mit ihrem wundervollen Gezwitscher und heute strahlt dazu die Sonne vor einem blauen Himmel. Mit Hilfe einiger frisch gekaufter Zwiebelblumen habe ich in der Früh meinen Blumenkasten von Winter auf Frühling umgestellt. Aufbruchstimmung. Herrlich!

Die Kalenderblätter Februar wandern in ihren verdienten Ruhestand. Die Märzblätter sind an der Reihe:

Märzblatt Tischkalender 2011

Auf dem Tischkalender 2011: Ich trau mich was lautet das neue Thema: "Ich genieße meine weiche Seite." Eine lilafarbene Küchenschelle zeigt mit goldgelben Staubgefäßen ihre ganze Schönheit.

Meine weiche Seite. Was spricht dieser Satz heute in mir an? Mir fällt mein gestriger Blogbeitrag "Wenn's gerade nicht vorwärts geht" ein, in dem es darum ging, Vertrauen zu haben, dass sich das Richtige zum rechten Zeitpunkt entwickelt. Nicht mit meinem Willen Dinge beeinflussen, sondern sie auf mich zukommen lassen. Das ist eine weichere Art, vorzugehen. Sanft und liebevoll mit mir selbst umgehen.

Als weitere Assoziation fällt mir meine Haut ein. Nicht überall ist sie so weich wie an meinem Bauch, ganz kuschelig fühlt sie sich dort an. So erinnert mich das Märzblatt auch daran, diese weiche Seite an mir zu genießen, statt daran zu denken wie es anders ("besser") sein könnte. Mich lieben und genießen wie ich bin.

Tischkalender: Ich trau mich was

Nun zum Wandkalender:

Wandkalender 2011

Ich liiiiiiiebe das Märzbild vom Wandkalender Herzensangelegenheiten 2011 mit dem Zitat: "Ich gestalte mein Leben wie es mir gefällt." Dieser Satz löst Freude, Kraft und Lust auf Neues in mir aus. Ich könnte vor Vergnügen quietschen. :o)

Warum? Weil es mich erinnert: Ich habe mein Leben in der Hand. Ich gestalte es und bestimme, was mir wichtig ist und was nicht. Ich kann mich für etwas Neues entscheiden, etwas anders machen, neue Türen öffnen. Diese Energie passt für mich in die Aufbruchstimmung des Frühlings.

Ausführlicher habe ich das Märzblatt und den Kalender insgesamt im Herbst vorgestellt: "Wandkalender 2011: Herzensangelegenheiten". Wenn Sie mögen, schauen Sie rein.

Wandkalender 2011

Mich packt die Lust, raus in den Garten zu gehen. Die schützenden Tannenzweige nahm ich heute früh schon von meinen Pflanzkästen. Wenn die Forsythien blühen, ist die richtige Zeit für den Rosenschnitt und dafür, im Garten aufzuräumen. Darauf habe ich bei diesem herrlichen Wetter so richtig Lust!

Einen schönen Tag wünscht

Anja Kolberg

Montag, 28 Februar, 2011

Wenn's gerade nicht vorwärts geht

Ich möchte einen Blogbeitrag schreiben, kann das Thema aber nicht richtig greifen. Ich möchte ein neues Projekt in Angriff nehmen, doch auch hier spüre ich eine Blockade. Ein waberndes undurchsichtiges Etwas hält mich davon ab. Es fühlt sich unangenehm an. Mein Kopf hat die Aufgaben längst erledigt. Doch meine Seele, mein Körper packen es nicht.

Der richtige Zeitpunkt.

Wenn er gekommen ist, bricht es aus mir heraus wie aus einem Vulkan. Dann schreibe ich wie in Trance einen Artikel runter. Erledige Aufgaben in kürzester Zeit, die ewig auf meiner Unerledigt-Liste standen.

Der richtige Zeitpunkt lässt sich nicht herbeizaubern.

Warum eigentlich nicht? Doofes Ding. Warum ist der richtige Zeitpunkt nicht genau dann da, wann ich es will? Vielleicht liegt da das Problem? Das ich gar nicht will? Nein, ich will ja. Woran liegt es dann?

Tischkalender Februar 2011

Heute ist der 28., der letzte Tag im Monat Februar. Heute noch lächelt mich der Buddha vom Februar-Kalenderblatt mit seiner liebevollen Ruhe an und sagt mir: "Ich höre mir zu."

Wie wär es mit einem Dialog mit meinem Inneren? "Jaaaaa!" Mein inneres Kind springt freudestrahlend in die Höh'. Also los:

Verstand: Warum packst du die Dinge, die du tun willst nicht endlich an? Warum machst du es dir mit manchen Dingen so schwer?

Inneres: ...... (keine Antwort)

Verstand: Hallo? Ist da niemand?

Inneres: ..... (keine Antwort)

Verstand: Unfassbar! Hallo! Da muss doch jemand sein! Hallo! Unverschämtheit, mich hier so stehen zu lassen! Hallloooo???!!!

Inneres: ..... (keine Antwort)

Verstand: Na super! (kreuzt schmollend die Arme vor der Brust) Das habe ich mir anders vorgestellt.

Stimme: (leise) Ich mir auch.

Verstand: (guckt interessiert auf und spricht jetzt auch sanft und leise) Hallo, wer bist du?

Stimme: Ich.

Verstand: (bohrend) Wer ist ich?

Stimme: Na 'Ich' eben. Lass mich in Ruhe, sei nicht so fordernd.

Verstand: Entschuldige. Wollte dir nicht zu Nahe treten, nur wissen wer du bist. Wenn du es eben nicht weißt, dann...

Stimme: (wütend) Hallo? Hast du mir nicht zugehört? Ich bin Ich. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Verstand: Na gut. Ich dachte, du hättest einen Namen.

Stimme: Ich ist ein Name. Es ist MEIN Name. Ich sage ja auch nichts über deinen Namen.

Verstand: Du kennst ihn doch gar nicht.

Stimme: Wie heißt du denn?

Verstand: Ich bin der Otto.

Stimme: Hallo Otto.

Verstand: Ich bin sauer.

Stimme: Aha.

Verstand: Alles geht mir zu langsam.

Stimme: Aha.

Verstand: Immer muss ich warten, warten, warten und es geht nicht vorwärts. Dabei musst du doch nur...

Stimme: Halt. Wieso sagst du "du musst doch nur". Wieso ich?

Verstand: Na du bist doch das Ich, oder?

Stimme: (Seufzt. Leicht wütend. Atmet tief ein und aus. ) Ich bin ein Teil von Anja. Genau wie du.

Verstand: Aha. Na, dann sag ich eben, dass 'Anja' doch nur den besagten Artikel schreiben muss oder nur eine bestimmte Mail schreiben oder einen bestimmten Anruf machen und schon geht es weiter. Was macht sie? Nichts von dem.

Stimme: Sie macht andere Sachen, die wichtig sind.

Verstand: (höhnisch) Ach ja? Was denn bitte schön?

Stimme: Sie bearbeitet Bestellungen, kümmert sich um das Essen, räumt auf, beantwortet Mails, macht die Buchhaltung, m...

Verstand: Jaja, schon gut. Sie liegt nicht rum und tut nichts.

Stimme: Selbst das wäre auch wichtig. Sich ausruhen. Entspannen. Zu sich selbst kommen. Nachdenken.

Verstand: Jaaaaha, schon gut. Trotzdem komme ich in den Dingen, die mir wichtig sind, nicht vorwärts.

Stimme: Richtig, sie sind DIR wichtig. Aber nicht allen Anteilen von Anja. Und so lange da kein grünes Licht kommt, geht es auch in DEINEN Projekten nicht vorwärts.

Verstand: Na toll! Aber es ist doch so wichtig, was ich will. Es geht um ihre berufliche Zukunft. Ideen. Projekte. Geld. Money. Du verstehst?

Stimme: Ich verstehe, was dir wichtig ist. Es gibt aber auch Anteile von Anja, denen sind andere Dinge wichtig.

Verstand: (stemmt die Hände in die Hüften) So, was denn zum Beispiel?

Stimme: Sich innerlich ordnen. Den Shop erst abschließen. Mit der Ernährungsumstellung einen Rhythmus finden. Zu sich kommen. Ausmisten.

Verstand: Schon wieder ausmisten?

Stimme: Es gibt immer etwas Neues, das losgelassen werden möchte. Dinge, die sich wieder angesammelt haben oder inzwischen überflüssig geworden sind.

Verstand: (genervt) Aha. Das mit der Ernährung kann ich ja noch verstehen. Aber "sich innerlich ordnen" - was soll das denn, bitte schön?

Stimme: In den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert und es hat sich einiges geändert. Anja hat zum Beispiel für mehr als 10 Wochen komplett alles alleine gemacht, was sie sich sonst geteilt hat. Sie hat viel Neues erfahren, zum Beispiel was die Ernährung angeht. Das, aber auch was daraus folgte, wollte im Alltag seinen Platz finden. Sie setzt sich mit immer mehr Dingen kritisch auseinander. Das verändert Menschen.

Verstand: Zum positiven?

Stimme: Ich finde schon, dass es wichtig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dazu gehört, sich mit der entsprechenden Materie auseinander zu setzen. Menschen, die eine eigene Meinung haben und sie vertreten, sind wichtig. Oder findest du es nur gut, das zu tun, was alle tun, weil es schon immer so war und bequem ist?

Verstand: (hebt die Hände hoch) Natürlich nicht. Aber es ist so anstrengend, genauer hinzugucken und auch, dass sich so vieles ändert.

Stimme: Und um das alles zu verarbeiten, dafür braucht man Zeit. Anja braucht dafür Zeit.

Verstand: (nickt) Das verstehe ich.

Stimme: (lächelt) Das freut mich.

Verstand: Aber was ist denn jetzt mit meinen Wünschen und Projekten? Die sind doch wichtig. Und was, wenn es zu spät ist, wenn andere schon machen, was ich machen will? Was, wenn...

Stimme: (sagt ganz ruhig) Atmen, Anja, Atmen.

Verstand: (Atmet tief ein und aus.)

Stimme: Alles kommt zum rechten Zeitpunkt. Sei dir sicher. Wenn es nicht klappen sollte, war es nicht das richtige für Anja. Das richtige kommt, ganz von alleine.

Verstand: Du hast gut reden.

Stimme: Ich vertraue. Ich fühle es. Alles ist so wie es jetzt ist, richtig. Alles hat einen Sinn, auch wenn du ihn heute noch nicht erkennst.

Verstand: Aha.

Stimme: Du glaubst mir nicht?

Verstand: Weiß nicht. Ich habe Angst, dass ich nicht genug habe.

Stimme: Genug von was?

Verstand: Genug zum Leben. Genug Liebe. Genug Geld. Genug was weiß ich was.

Stimme: Vertraue mir. Es wird genug da sein. Das allerwichtigste ist, dass du dir das gibst, was du brauchst.

Verstand: Geld?

Stimme: Nein, Liebe.

Verstand: Woher willst du wissen, dass Liebe wichtiger ist als Geld?

Stimme: Ohne Liebe ist Geld nichts. Weißt du wie grausam sich Leben ohne Liebe anfühlt?

Verstand: Pah. Ohne Geld ist das Leben nichts.

Stimme: Woher willst du das wissen? Erinnerst du dich nicht an den Obdachlosen, den Anja in der Fußgängerzone angesprochen hat? Der hatte bestimmt sehr wenig Geld. Sah der wirklich traurig aus?

Verstand: Nein, er wirkte fröhlich und zufrieden.

Stimme: Und wie war das Gefühl als du die Webseite von Gulliver, dem Projekt für Kölner Obdachlose, angeschaut hast?

Verstand: Ich fand's richtig schön, was die machen und wieviel Hilfe da ist, wenn jemand sie braucht.

Stimme: Ja. Fühlst du jetzt Vertrauen?

Verstand: Ich weiß nicht. Auf jeden Fall fühle ich Zuversicht. Ich habe ja so viel zum Leben. Ich werde nie unter einer Brücke schlafen müssen.

Stimme: Das stimmt. Glaubst du immer noch "Ohne Geld ist das Leben nichts."?

Verstand: Nein, das glaube ich nicht mehr, wenn ich daran denke, wie Menschen leben, die kein Geld haben. Wie kamen wir nochmal darauf?

Stimme: Ich habe gesagt, dass 'Ohne Liebe Geld nichts ist.' und dass es das allerwichtigste ist, dass du dir das gibst, was du brauchst. Liebe.

Verstand: Ja, ich erinnere mich. Wie soll ich mir Liebe geben?

Stimme: In dem du zum Beispiel darauf vertraust, dass sich alles für dich entwickeln wird. Dir läuft nichts weg. Auch wenn du das Gefühl hast. Du bist in Sicherheit. Keiner nimmt dir etwas weg. Alles ist da, was du brauchst. Alles. Alles ist gut, so wie es jetzt ist.

Verstand: (Atmet tief ein und meint leise:) Ich bin auf einmal so müde.

Stimme: Feierabend?

Verstand: Ja. Feierabend!

Wandkalender 2011

Jetzt habe ich zwar nicht den Beitrag geschrieben, den ich wollte, dafür einen anderen, der mit rasender Geschwindigkeit aus meinen Fingern floss.

Von Herzen,

Anja Kolberg

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Freitag, 25 Februar, 2011

Meine Krücken
Meine Ethik & die Folgen - Teil 4

Ich finde durch die Beschäftigung mit der veganen Lebensweise Interesse und Freude daran, mich gesünder zu ernähren. Ich tausche mich mit Gleichgesinnten aus, lese viel und erfahre mehr über die Auswirkungen bestimmter Lebensmittel. Vieles davon wusste ich schon lange, aber heute interessiert es mich und vernetzt sich dazu mit meiner Motivation. Ich öffne mich zunehmend dafür, diese Informationen zu verarbeiten und daraus Konsequenzen zu ziehen. Natürlich weiterhin Schrittchen für Schrittchen. Denn:

Es ist für mich nicht möglich, meine Ernährung auf rein pflanzlich und gesund umzustellen. Ich brauche Krücken, die mich bildlich gesprochen auf die andere Seite der Ernährung bringen.

Gehhilfen sind nicht ideal. Optimal wäre vielleicht, alleine zu laufen, aber das schaffe ich nicht und die Krücken machen die Sache merklich einfacher und in vielen Fällen (siehe Beinbruch) ein Vorwärtskommen überhaupt erst möglich.

So ist es auch bei mir. Ich brauche kleine Helfer, die mich auf die andere Seite begleiten, auch wenn sie manchen vielleicht aufschreien lassen - bei dem Gedanken muss ich schmunzeln - oder wider Ernährungsregeln sind. :o) Die waren und sind mir aber wurscht.

Was diese Krücken für mich sind? Zucker. Weißmehl. Süße Backwaren aus der Bäckerei (definitiv nicht vegan). Am Abend Chips.

Nicht ideal, aber sehr hilfreich. Sie machen mir das Leben leichter und helfen mir, die andere Seite zu erreichen. Und das ist himmlisch!

Vor vierzehn Tagen begann ich, statt Kaffee mit Milch und Zucker, stark gesüßten Espresso zu trinken, um von meinem Schuss Milch auch noch weg zu kommen. Das ging, ich vermisste die Milch nicht. Allerdings frage ich mich zwischendurch immer wieder mal: Was trinke ich da eigentlich für eine schwarze Brühe?

Bis Anfang zwanzig schmeckte mir Kaffee gar nicht, dann war ich mit meiner Chefin auf der Ambiente in Frankfurt und an den Ständen wurde von unseren Lieferanten Kaffee ausgeschenkt, ich wollte erst ablehnen, dann meinte meine Chefin, ich solle ihn mal mit ganz viel Zucker probieren, so hätte sie sich auch an Kaffee gewöhnt. So fand ich Gefallen an dem Getränk... Zuletzt wie so viele Kaffeeliebhaber habe ich ihn sehr oft und meist mit aufgeschäumter Milch getrunken, in unserer Küche steht ein großer Milchaufschäumer und ein Kaffeevollautomat.

Das schwarze Wasser habe ich oft nur halb ausgetrunken. Ist mir beim Kaffee mit Milch nicht passiert.

Möchten Sie ein paar Blicke in unsere Kochtöpfe werfen?

Besonders lecker fand ich Nudeln mit selbstgemachtem Pesto - ein Gedicht! Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Die Nudeln dufteten so intensiv nach Basilikum. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Das will ich noch ganz oft machen. (Basilikum von einem ganzen Topf ernten, Öl, Salz, Pfeffer und Pinienkerne - ich habe zwei Beutel genommen - nach Geschmack dazu, purieren und unter die gekochten Nudeln geben.) Schmeckte auch ohne Parmesan.

Bohneneintopf. Den hatte ich selbst noch nie gemacht. Im Biosupermarkt lächelte mich auf der Suche nach neuen Sprossen, die Tüte "Bunte Hülsenfrüchte" an. Inhalt: Rote Nierenbohnen. Schwarze Bohnen. Weiße Bohnen. Mungobohnen. Braune Linsen. Grüne Linsen. Kichererbsen und Gelbe Orientlinsen. Auf der Rückseite las ich eine einfache Anleitung für die Zubereitung, man brauchte Lauch und Möhren, die ich noch zu Hause hatte. Ich habe die Hülsenfrüchte nach Verpackungsanleitung zubereitet, Möhren, Sellerie, Lauch und Kartoffeln hinzu gegeben, mit Gemüsebrühe gewürzt. Lecker! Nach einer Stunde war das Gericht fertig. (Ich hatte die Mischung nicht 12 Stunden wie angegeben, sondern nur 4 eingeweicht, hat auch so funktioniert.) Meinem Mann hat's auch ohne Fleischeinlage geschmeckt, er hat sich lediglich noch etwas Essig untergemischt. (Natürlich wäre ihm Speck und Wurst dazu lieber gewesen. Ich find's klasse, dass er sich so auf seine Art beteiligt.) Dazu gab's Brot mit verschiedenen Aufstrichen. Lecker. Der Eintopf reichte für zwei Tage, ein tolles Wintergericht.

Einen Abend habe ich meinem Mann Bio-Würstchen für Hot-Dogs erwärmt und mir den leckeren Rote-Beete-Salat gemacht, dazu habe ich Brot mit Brotaufstrich gegessen.

Besonders lecker ist der Brotaufstrich 'Cremisso Basilikum-Tomate' von Tartex (im 180 gr Glas), wenn dann noch frische Tomaten oben drauf kommen, kann ich gar nicht mehr aufhören, so lecker schmeckt das. Gut schmeckt mir auch "Rote Beete-Meerrettich-Streich" von Zwergenwiese. Diese beiden zusammen auf einer Scheibe Brot sieht toll: Orange und pink! (Das erste Foto ist nichts geworden, ich musste nochmal knipsen, da hatte ich aber eine Schnitte schon verputzt.) Meinem Mann schmeckte Zwiebelschmelz von Zwergenwiese als Alternative zu Griebenschmalz.

Als Nachtisch gab es mehrmals in unterschiedlicher Zusammenstellung Obstsalat. Besonders die Melone: Lecker. (Auch so eine Krücke: Das Obst ist weder saisonal noch regional. Es wird von irgendwoher importiert, ist gespritzt... Egal. Jetzt ist es erstmal lecker und eine herrliche Alternative zu Vollmilchschoki oder altbekanntem Nachtisch wie Vanillepudding, Quarkspeise...)

Eine Herausforderung sind die Ruccola-Keimsprossen (im Gegensatz zu den unkomplizierten Mungobohnen-Mischungen). Ruccola ist definitiv nicht für mein Keimglas geeignet, da sie nach dem Einweichen eine glitschige Hülle bilden und das Sieb verstopfen. Ein Wässern ist so, ohne die winzigen Samen zu verlieren, kaum möglich. Heute habe ich mir ein anderes Keimgerät gekauft, es sind drei übereinander liegende Siebe mit einer Abtropfmöglichkeit. Darauf liegen die Sprossen nebeneinander und nicht mehr übereinander. Hoffentlich klappt es, denn die Idee, Ruccola-Sprossen zu essen, finde ich verlockend!

Wenn's schnell gehen soll oder ich keine Lust habe, lange in der Küche zu stehen, mache ich Backofenkartoffeln (einfach rohe Kartoffeln in Würfel oder Spalten schneiden, gerne auch mit Schale und mit einem Öl-Pfeffer-Salz-Gemisch vermengen, auf ein Backblech bei 200-250 Grad goldbraun backen, ob sie gar sind, teste ich immer mit einem Piekser, dauert ca. 20-30 Minuten) oder Backofenfritten (aus der Tüte) mit dem Soja-Schnitzel (das mir immer noch gut schmeckt, aber kein Bio-Soja ist) und meinem Mann ein paniertes Bio-Schweineschnitzel (habe ich in Denns Biosupermarkt im Kühlfach entdeckt). Alternativ Nudeln mit Tomatensoße aus dem Glas oder mit Ketchup.

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 23 Februar, 2011

Eine zweite Chance - für mich selbst

Mir gefällt über die Sendung "Fashion & Fame" (Pro7) einen Einblick in den Entwurfsprozess der Modewelt zu bekommen, da Schneiderin und Designerin zu meinen ersten Berufswünschen gehörten.

Besonders beeindruckt hat mich folgende Situation: In jeder Sendung müssen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Designaufgabe bewältigen, zum Beispiel eine Jacke, ein Kleid ... für die angestrebte Zielgruppe entwerfen. Alle Entwürfe werden zum Schluss der Jury präsentiert, die entscheidet, welches Design gewinnt oder auch welches durchfällt. Eine Teilnehmerin, die zweimal scheiterte, davon einmal sogar ihren Entwurf als schlechtesten verbrennen musste, war bei einer nächsten Runde die Siegerin mit ihrem Entwurf. Und eine Teilnehmerin, deren Entwürfe u.a. mit "Thema verfehlt" bewertet wurden und niemals eine Entscheidungsrunde gewonnen hatte, kam ins Finale.

Das macht mir bewusst: Selbst wenn ich schon x Mal gescheitert bin, gibt mir das Leben die Chance, es eben beim nächsten Mal zu schaffen. Es gibt kein nur schlecht und für immer ausgeschieden, wenn mir etwas misslungen ist.

Deswegen das Signal an die größte Kritikerin in meinem Leben - nämlich mich selbst: Ich habe eine zweite Chance verdient.

Denn selbst wenn mir andere diese Chance geben würden, heißt dass noch lange nicht, dass ich sie auch wahrnehme, weil ich dazu neige, mich selbst nach einer Niederlage klitzeklein zu machen. Darüber verliert dann auch der Begabteste die Lust und Luft.

Anja Kolberg

Samstag, 19 Februar, 2011

Ich mache mir eine Freude

Zum Valentinstag gönnte ich meinem Mann und mir fünf französische Tulpen, die ich im Geschäft meiner Blumenfreundin Petra-Ute schon oft bewundert hatte. Zusammen mit den Birkenzweige und dem Zweig der Quitte gibt der Strauß vor unserer grauen Wand einen Augenschmaus ab. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen.

Das besondere an diesen Tulpen ist ihre Länge und die Größe ihrer Blüten. Wie alle Tulpen wachsen auch diese in der Vase weiter. So verändert sich der Strauß von Tag zu Tag.

 

So sieht der Strauß am Ende der Woche aus. Er wird immer schöner. Jetzt kommt der Zweig oben besonders zur Geltung.

Ich blicke auf eine schöne und lebendige Woche zurück. Besuche bei Freundinnen. Neue Geschmackseerlebnisse. Viel neues sehen. Anregende Gespräche. Ganz früh aufstehen, um endlich die neuen Personalausweise zu beantragen. Besuche in Kölns Zentrum (während mein Mann fast zwei Stunden auf dem Zahnarztstuhl saß, schlenderte ich jetzt schon zum dritten Mal durch die Schildergasse und Hohe Straße. Mein erster Gang ist immer der nächste Buchladen. Ich liebe die Atmosphäre dort.)

Heute steht für mich ein Besuch bei meiner Familie im Bergischen an. Meine Eltern besuchen und meine Großmutter, Tante und Onkel, Luna knuddeln und dann eine Karnevalsparty besuchen. Die Jugend feiert! :o) Gut, inzwischen gehören wir alle nicht mehr zu der Jugend, aber wir sind die ehemaligen (katholischen) Jugendgruppen. Dort werde ich all die Menschen sehen, mit denen ich in meiner Heimat aufgewachsen bin. Schön!

Mein Kostüm ist auch schon fertig: Ein roter Cowboyhut mit weißen Flauschfedern am Rand. Vorne ein silberner Dom mit rot blinkenden Lichtern (innen ist eine Batterie), dazu ein rotes Cordhemd, hinten habe ich einen weißen Dom aufgenäht, vorne ein kleines weißes Herz auf der rechten Seite, auf dem steht: "Köln ist eine schöne Stadt, aber...", auf der linken Seite ein viiiiel größeres Herz, auf das ich mit bunten Farben geschrieben habe: "Mein Herz schlägt für meine Heimat, mein Bergisches Land."

Gibt es etwas Schöneres, als ein solches Wochenende vor sich zu haben?

Anja Kolberg

Mittwoch, 16 Februar, 2011

Glücklich sein & gut für mich sorgen
Meine Ethik & die Folgen - Teil 3

Seit einigen Tagen fühle ich mich fröhlicher und beschwingter. Da ist Leichtigkeit, ein Gefühl von Befreiung, als hätte ich eine Schwere abgestreift, die Jahre in mir zu Hause war. Das ist toooooooohooooll! *Grins-über-beide-Backen*

Dienstag früh war ich zum ersten Mal seit meiner Entscheidung, mich möglichst pflanzlich zu ernähren, eingeladen. Eine gemeinsame Freundin hatte Babsi und mich zum Frühstück eingeladen. Eigentlich waren wir Anfang Dezember zur Hausbesichtigung verabredet, doch der Termin fiel wegen des Beinbruchs meines Mannes ins Wasser. Jetzt kann ich endlich wieder Termine machen, mein Mann kann sich immer besser bewegen.

Vom Frühstückstisch hätte ich mir Brot und Marmelade genommen, ich hatte nicht mit dem gerechnet, was uns erwartete: Neben Wurst- und Käseaufschnitt hatte sie bedacht, dass ich mich anders ernähren möchte. So haben wir drei nach Herzenslust verschiedene vegane Streichpasten, köstlichen Chocoladen-Zartbitter-Aufstrich (Rapunzel), selbstgemachten Obst- und Rote-Beete-Salat - welchen ich unbedingt auch machen muss, ich hätte ihn leeressen können - und noch viele Leckereien mehr gestestet. Eine tolle Idee. Liebe Steffi, das war ein traumhafter Vormittag und ein tolles Ambiente. Was für ein schönes Zuhause und für ein Glücksgefühl für mich, ich habe mich so wohl gefühlt, danke nochmal über diesen Weg!

Ich habe gemerkt: Es gibt so viele Möglichkeiten, pflanzlich zu genießen. Einen Moment ist es mir schwer gefallen, keinen Lachs zu essen oder keine Mozarella-Kugeln, dann habe ich die köstlichen Alternativen gesehen und es war gut. Zum Beispiel den Rote-Beete-Salat, deren Rezept Steffi mir und Ihnen verrät: 5 Knollen rote Beete, Enden abschneiden und kochen, bis sie weich sind, dauert mindestens eine Stunde. Zum Schutz vor ihren hervorragenden Färbeeigenschaften Einmalhandschuhe überstreifen und rote Beete unter kaltem Wasser abschrecken, dabei deren Haut abstreifen. Rote-Beete in Würfel schneiden. Soße aus Zwiebeln, Essig, Öl, Senf, Zucker, Pfeffer & Salz machen. Fertisch! Danke für das Rezept, Steffi!

Am Wochenende habe ich vegane Nussecken gebacken. Köstlich! Heute habe ich die letzten verputzt, sie halten sich prima - ohne in eine Dose gefüllt zu werden.

Die Nussecken sind ein schönes Mitbringsel, das habe ich gestern Nachmittag ausprobiert. Da war ich bei einer weiteren Freundin zur Wohnungsbesichtigung ans Rheinufer nach Mülheim eingeladen. Seufz! Ein Traum, ein Ort zum Sein, liebe Anna-Katharina. Ich sehne mich dem Sommer entgegen und sehe mich auf deiner Terrasse sitzen, schreiben und genießen. Der Austausch mit dir hat mir so gut getan.

Der Dienstag war mein Energie-Aufladetag - dank der Zeit, die ich mit Menschen verbracht habe, dir mir am Herzen liegen. Es ist ein Geschenk für mich, Menschen zu kennen, mit denen ich über die Themen sprechen kann, die meine Seele bewegen und bei denen ich mich angenommen fühle wie ich bin.

Mit meiner Blumen-Freundin Petra-Ute kann ich mich auch wunderbar über Rezepte austauschen. Hier eines von ihr, welches zum Beispiel zu Kartoffeln, Nudeln oder Reis schmeckt: Zwiebeln und Pilze in der Pfanne anbraten, Pusta-Salat inkl. süß-saurem Einmachwasser (nach Bedarf) in die Pfanne geben, mit Tomatenmark binden. Geht ruckizucki & ist lecker! Danke, liebe Petra-Ute.

Vegane Ernährung ist auf einmal so einfach! Es macht mir Spaß mich über darüber auszutauschen, wie viele leckere pflanzliche Rezepte es gibt. Mir läuft das Wasser bei dem Gedanken im Mund zusammen.

Eine prima Erleichterung fürs Einkaufen ist die Liste auf Rezeptefuchs.de von veganen Lebensmitteln, die es bei normalen Supermärkten zu kaufen gibt, inklusive Abbildung und Angabe Inhaltsstoffe, Preis, EAN-Code usw. Da sind auch Minzschoko-Produkte bei. Juchuuuuu!!!! Als ich in der Suchfunktion 'Schokolade' eingab, warf er 6 Seiten mit Produkten raus. Alleine das macht mich glücklich! Hüpfihüpf!

Wallnüsse, Paranüsse, Haselnüsse, Cashewkerne, Honig-Frühstückspops von Alnatura (zum Wegfuttern) - so sieht ab und an unser Snack beim TV aus.

Montag Abend habe ich für meinen Mann Gullasch warm gemacht, den Petra-Ute Guido geschenkt hatte. Das roch verlockend, das Wasser lief mir im Munde zusammen und mein Inneres sagte: "Nun iss schon, mach kein Dogma draus!" Als ich es mir erlaubt hatte: "Okay, dann esse ich davon mit." - war der Appetit darauf verflogen. Ich stelle mich nicht unter Druck, ewig auf tierisches zu verzichten. Sowas mag mein Inneres nicht. Im Moment möchte ich einfach nichts tierisches essen, deswegen nehme ich meine Bedürfnisse ernst.

Ebenso nehme ich die Bedürfnisse meines Mannes ernst, tierische Produkte essen zu wollen. Es ist mir wichtig, ihm das zu lassen, was ihm schmeckt und wichtig ist. Ich fühle mich unwohl, wenn mich jemand missionieren will, daher mache ich das auch nicht bei ihm, obwohl es für mich bequemer wäre, wenn wir gemeinsam diesen Weg gehen würden. Der freie Wille ist ein hohes Gut für mich.

Gut für mich sorgen, heißt für mich auch, mich zu schützen vor Themen, die mir nicht gut tun. Nur, wenn ich selbst wirklich dafür aufgeschlossen bin, etwas aufzunehmen, dann ist der richtige Zeitpunkt. Ich habe jahrelang die Themen weggeklickt, wenn es um Ernährung ging oder Umwelt oder Tierhaltung. Es tauchte in meinem Bewusstsein als Information auf und ich habe es weggeschoben. Nicht wichtig. Zuviel. Will ich nicht. Ganz wichtiger Selbstschutz. Inzwischen bin ich dafür aufgeschlossen und mehr und mehr verändert sich mein Leben.

Ein Schritt weiter auf dem Weg: LEBEN WIE ICH ES WILL!

Anja Kolberg

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Buchvorstellung: "Anständig essen. Ein Selbstversuch" von Karen Duve

Anständig essen. Ein Selbstversuch Als Karen ihre geliebte und günstige Hähnchenpfanne in den Einkaufswagen packt, schreit ihre Freundin empört auf, wie sie dieses Qualfleisch kaufen könne. Die Diskussion führt zu einem Selbstversuch der Autorin. Sie wollte wissen, was es mit Massentierhaltung und alternativen Ernährungsformen wirklich auf sich hatte. Der Plan: Die ersten zwei Monate nur Biolebensmittel konsumieren, dann zwei Monate vegetarisch - ohne Fleischverzehr - leben, folgend von zwei veganen, rein pflanzlichen Monaten und zum Schluss acht Wochen als Frutarierin leben, welche sich von Früchten, Nüssen, Gemüse ernähren, bei denen die Pflanze anschließend weiterlebt.

Während sie schrittweise ihr Leben umstellt und stetig konsequenter lebt, zum Beispiel auf Leder verzichtet, besucht sie Menschen, die Wege abseits der Massentierhaltung gefunden haben. Ein Gnadenhof für Tiere ist darunter, geführt von einem ehemaligen Demeter-Landwirt, der mit der bisherigen Tierhaltung nicht mehr weiterleben konnte. Die Tierbefreier begleitet sie auf einer nächtlichen Tour in eine Bio-Hühneranlage. Sie versucht einen Schlachthof zu besuchen, diskutiert mit ihren Freunden auf einer sommerlichen Grillparty und dokumentiert Klimaveränderungen und beleuchtet gesundheitliche Folgen des Konsums. Mit der Frage "Wie weit geht Tierliebe und wo hört sie auf?" wird sie konfrontiert, als im Sommer ihre Pferde von Insekten befallen werden. Zum Ende ihres Versuches entscheidet sie, wie sie sich künftig ernähren möchte.

Meine Meinung: Ein unterhaltsamer Zeitvertreib, binnen weniger Tage gelesen, der mich an mancher Stelle schmunzeln lies, mich auch traurig und nachdenklich machte. Da ich selbst aus ethischen Gründen seit einigen Wochen meine Ernährung umstelle, fand ich es angenehm, mich oft in ihren Gedanken wiederzufinden. Dankbar bin ich als ehemaliger Schoko-Junkie für den Hinweis auf eine vegane Markenschokolade. :o) Es macht Spaß, Karen Duve durch ihr Jahr zu begleiten, trotz all der schmerzhaften Tatsachen, die dazu gehören wie den Blick hinter die Kulissen der Massentierhaltung. Ein Buch, das unterhaltsam aufweckt. Empfehlenswert! Anja Kolberg

Autorin: Karen Duve - Titel: Anständig essen - Verlag: Galiani Berlin - Preis: 19,95 Euro - erschienen 2011

Hier finden Sie Ihren Buchhändler vor Ort. Einfach "Buchhandlung" und Ihre Postleitzahl oder Ort angeben.

Samstag, 12 Februar, 2011

Halbzeit-Veganerin
Meine Ethik & die Folgen - Teil 2

Es ist mir wurscht, dass Kühe pupsen und diese Gase nicht gut für die Umwelt sind. "Was raus muss, muss raus", sagt meine Oma immer. Ich denke bisher nicht groß darüber nach, was Zucker, Weißmehl oder Kaffee für meine Gesundheit bedeuten. Doch je mehr ich mich über Massentierhaltung informiere, desto bewusster werden mir dessen Konsequenzen für die Umwelt, für die Menschen und meine Gesundheit. Mein Wissen vernetzt sich, neue Themen kommen hinzu. Wissen verändert mich.

Ich verstehe allmählich, dass unser enormer Fleischkonsum den Menschen in Entwicklungsländern das Essen wegnimmt. Warum? Die Besitzer der Fleischfabriken brauchen Futter für die Tiere, welches zum Teil aus Entwicklungsländern importiert wird, statt dort den Einheimischen als Nahrung zur Verfügung zu stehen. Dafür wird dort - um Platz für den Anbau zu haben - u.a. der Regenwald gerodet und große Monokulturen z.B. an Sojapflanzen, Palmpflanzen (für Palmöl) angelegt. Der Spiegel berichtete darüber 1987 (!): "Das Vieh der Reichen frißt das Brot der Armen".

Aus 10 kg (andere Quellen schreiben 5 kg) Getreide wird 1 kg Rindfleisch gewonnen. Das klingt erst mal nicht bemerkenswert, blicke ich auf die Gesamtzahlen, wird mir schwindelig: 2009 gab es alleine in der EU 88,9 Millionen Rinder, weltweit waren es 977,3 Millionen (Quelle: Überblick Rindfleisch 15.2.2010. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Freistaat Sachsen). Bei diesen Zahlen handelt es sich "nur" um die Rinder, es gibt noch Geflügel, Schweine, Schafe... (Weitere Quellen: vebu.de - sowie Ökologische Folgen des Fleischkonsums und 12 Fragen & Antworten zum Thema Fleisch).

Wir sind ein Tier-liebendes Land, unsere Haustiere sind wie Familienmitglieder für uns. Das Herz geht uns über, wenn wir kleine Küken, Ferkelchen oder Lämmer sehen. Gleichzeitig essen wir Spanferkel, Osterlamm oder lassen zu, dass die Hälfte aller Küken geschreddert oder vergast werden (Video - macht mich wütend). Warum passiert das? Wer glaubt, Tiere leiden nicht, wenn sie geschlachtet werden, kann sich anschauen, was Paul McCartney in seinem Film Wände aus Glas dazu zeigt und sagt: "Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier."

Wenn jeder von uns wüsste, was das Tier erlebt hat, dessen Schnitzel ich auf dem Teller habe oder was das Huhn durchleben musste, dessen Nugget ich gerade aus der Fastfoodtüte hole: Wir würden kein Fleisch mehr essen. Ich bin mir sicher. Wir sind keine schlechten Menschen. Wir sind mitfühlende Wesen, die nicht wollen, dass es anderen schlecht geht oder sie für uns leiden müssen.

Das Problem ist wohl eher, dass wir nicht wissen, was sich in den Tierfabriken abspielt, auf den Transportwegen und in den Schlachthäusern. Was ich mir in den letzten Wochen an Fotos, Videos (vieles musste ich stoppen) und Berichten angeschaut und durchgelesen habe, ist so Lebewesen verachtend, dass ich kein Fleisch mehr essen kann, auch keines aus der Biohaltung. Auch wenn die Tiere dort bessere Lebensbedingungen haben, als in der Massentierhaltung, müssen sie auch dort ihr Leben im Schlachthaus lassen, weil wir ihr Fleisch wollen. Ich kaufe für mich persönlich keine Eier mehr (es könnte sein, dass ich beim Pillekuchen meiner Oma schwach werde...) und versuche darauf zu achten, Lebensmittel zu kaufen, in denen keine Eier (meist aus Legebatterien) gelandet sind. Bei Backwaren will es mir noch nicht gelingen.

Auch die Milch wird mir immer mehr zuwider auch wenn ich es noch nicht gänzlich schaffe, sie aus meiner Ernährung zu streichen. Ich will nicht, dass die Kühe einmal im Jahr zwangsgeschwängert werden, nur damit ich Milchkaffee trinken kann. Nein, verflixt nochmal nein! Ich wusste wirklich nicht, dass Kühe ein Kälbchen bekommen müssen, um Milch zu geben, obwohl es logisch ist. Sie sind Säugetiere. Jede Mutter - auch ich ohne ein Kind - kann fühlen, wie grausig es sein mag, wenn einem das Kind weggenommen wird. Für die Milchkühe ist dies ein jährlich wiederkehrende Realität. Das alles passiert, damit ich in meiner Bequemlichkeit und gewohnten Geschmackswelt bleiben kann und riesige Konzerne weiterhin Geld scheffeln? Ich will das nicht mehr. Ich habe wirklich gedacht, Kühe geben einfach Milch, weil es deren Natur ist und ich dachte, alle Kühe dürfen raus auf die Wiese und dort grasen (und pupsen). Nein, ich wusste nicht - oder wollte nicht wissen, dass es heutzutage riesige Milchfabriken gibt, in denen möglichst viele Kühe leben und kaum ihren natürlichen Bedürfnissen Raum geben können, geschweige den Himmel und die Wiese sehen. Ich würde durchdrehen, wenn ich eingesperrt und von anderen bestimmt würde.

Das alles scheint heute nötig, damit die Milch in Massen produziert werden kann, um preiswert im Supermarktregal feil geboten zu werden. Warum zeigt kein Hersteller bei der Milch- und Joghurtwerbung wie die Tiere real leben? Mit den grünen Wiesen und den Heile-Welt-Bildern fühle ich mich mehr als veräppelt und hinters Licht geführt. Ich spüre wie Wut in mir hochsteigt. Ich hoffe, dass ich es mit der Zeit schaffe, auf die Kaffeemilch zu verzichten.

Doch mein Motto bleibt: Einen Schritt nach dem anderen. Es bleibt mir wichtig, mich in der Umstellung meiner Ernährung nicht zu überfordern, sondern mit langsamen und liebevollen Schritten vorwärts zu gehen. So wie es mir möglich ist, deswegen gehört die Kaffeemilch noch dazu.

Es ist mir wichtig, zu schreiben, dass ich keine Landwirte verteufle. Ich bin in einem Dörfchen aufgewachsen, in dem es zu meiner Kinderzeit drei Bauernhöfe mit je ca. 30 Kühen gab, einen direkt neben unserem Haus, der einzige, der heute noch existiert. Auch meine Familie hatte als ich Teenager war einen Jungbullen, der im Sommer auf der Wiese war und im Winter im Stall stand. Die Eltern meines Vaters hatten früher Landwirtschaft, meine Tante hatte früher einen Bauernhof, ich kenne viele Landwirte persönlich.

Das sind alles Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben und liebevoll mit ihren Tieren umgehen. Die Kühe sahen außer im Winter, wo sie im warmen Stall lebten, die Sonne und konnten auf der Weide grasen. Das sind andere Zustände als die in den riesig großen Betrieben.

Es ändert sich vieles in unserer Gesellschaft. Was früher noch alltäglich war, ist heute undenkbar. So wurden früher die Hofhunde an Ketten gehalten, mehr als ein halbes Jahrhundert später ist das nicht mehr vorstellbar, längst dürfen sie mit aufs Sofa und wir regen uns über die Kettenhunde in anderen Ländern auf. Früher machte man sich keine Gedanken darüber, das war einfach so.

Genauso ist es heute mit dem enormen Fleischkonsum. Man macht sich keine Gedanken darüber. Es ist so, unser normales tägliches Leben. Ich glaube, dass sich auch das mit den Jahrzehnten ändern wird. Die Zeiten verändern uns alle. Wir werden sensibler - für die Gefühle der Tiere und für uns selbst auch.

Das einzig Gute an all den traurigen Tatsachen ist: Jetzt weiß ich es und ich kann handeln! Ich kann mir Alternativen suchen, anders essen, anders einkaufen, mich weiter informieren.

Es macht mir Spaß, mich mit meiner Ernährung auseinander zu setzen. Mir ist immer noch egal, dass die Kühe pupsen, mir ist aber längst nicht mehr egal, wie die Tiere gehalten werden und welche Auswirkung die Massentierhaltung hat. Doch selbst dort machen meine Gedanken nicht stopp. Als nächstes steht Waschpulver auf meiner Einkaufsliste. Diesmal werde ich nicht wahllos ins Regal greifen, sondern mal schauen, was es für grüne Alternativen gibt, für die der Regenwald nicht abgeholzt wird. Was für ein Glück, dass es das Internet gibt!

Meine Einkäufe dauern länger, weil ich genauer hinschaue: Was steht an Inhaltsstoffen auf der Verpackung? Auf den Inhaltsangaben im Bioladen las ich zum Beispiel "Palmöl". War Palmöl nicht ein Grund, warum die grüne Lunge der Erde zerstört wird? Gibt es da Unterschiede? Welche? Durch Zufall stieß ich auf diesen Artikel von Alnatura und ihr konsequentes Nachforschen zum Thema Bio-Palmöl. Dies zeigt, wie umfassend so ein Thema ist, welcher Verbraucher blickt da noch durch?

Insgesamt wäre es konsequenter, wenn ich mich von dem ernähren würde, was bei uns saisonal zu kaufen ist. Vielleicht werde ich wie meine Eltern und Generationen zuvor im Spätsommer Obst einkochen, Gemüse sauer einlegen oder selbst Brot backen. Als meine Mutter an MS erkrankte, stellten wir unsere Ernährung auf Vollwertkost um und ernährten uns zwei Jahre fleischlos. Mein Papa machte Brotaufstrich und Ketchup selbst, wir haben Sellerieschnitzel gegessen, es wurde Obst gedörrt. Bis heute backt mein Papa das Brot selbst. Das ist vielleicht lecker!

Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema in den letzten Wochen kann ich jetzt selbst und bewusst entscheiden: Ich will das. Ich bin längst nicht mehr in der Situation, dass ich muss, weil wir mit der ganzen Familie die Ernährung umgestellt haben. Heute bin ich aus mir heraus motiviert - und ich will. Das ist ein himmlischer und starker Unterschied.

Um Obst und Gemüse einzumachen bräuchte ich Land, Zeit und eine dicke Portion Lust. Ein eigener Gemüse- und Obstgarten, oh ja, das ist Arbeit. Ich erinnere mich an früher. Wir hatten sogar ein oder zwei Jahre einen eigenen Kartoffelacker. In einer Zeitschrift las ich, dass man 100 m² Garten braucht, um eine vierköpfige Familie von Frühling bis Herbst mit Gemüse und Obst zu versorgen und 250 m², wenn es für ein ganzes Jahr reichen soll. Wer in der Stadt oder in Stadtrandgebieten hat das schon? Ganz zu schweigen von dem Equipment, dem Einkocher, den Weck-Gläsern, die man zum Einkochen braucht. Das ist alles zu besorgen, wenn ich will und das Wissen wie es geht ist ist noch in den Generationen unserer Eltern und Großeltern vorhanden.

Als ich klein war, kam meine Großtante in der Apfelzeit zum Einmachen zu uns. Dann wurden Wäschebütten voller Äpfel im Akkord geschält, gekocht, passiert, in ausgekochte Einmachgläser gefüllt und im Einkocher versenkt. Anschließend wurden die Gläser mit Küchenhandtüchern abgedeckt und nach dem Abkühlen im Keller oder Vorratsraum gelagert. Ich sehe die Regale mit eingekochten Birnen, Stachelbeeren, Pflaumen, Kirschen, Kürbis, Bohnen und Apfelmus in Gläsern vor mir. Hm, köstlich! Keine Frage: Auch ein Haufen Arbeit, der mir als Kind keinen Spaß gemacht hat, weil ich helfen "musste". Heute würde das anders aussehen, weil ich mich frei und bewusst dafür entscheiden würde - oder auch dagegen.

Eine Straße weiter verrotten im Herbst/Winter die Äpfel am Apfelbaum. Auch meine Eltern erzählten mir, dass sie mehrere Eimer Äpfel geschenkt bekommen haben. Keiner wollte die Äpfel haben. "Zu viel Arbeit." "Was ist da schon dran?" Auch ich habe einen Eimer mitgenommen und ein paar Tüten Apfelkompott eingefroren. Wer macht heute noch ein? Karen Duve schreibt in ihrem Buch "Anständig essen", dass sie bei den Preisen eingelegter Früchte im Bioladen darüber nachdenkt, selbst einzukochen. So führt der höhere Preis von Lebensmitteln im Bioladen zum Nutzen der Ressourcen vor Ort. Dinge, die weggeschmissen werden, finden wieder Beachtung. Nicht umsonst bringen immer mehr Verlage Bücher über den eigenen Gemüsegarten raus. Die Nachfrage ist da, mehr Menschen haben Lust auf das eigene Grün. Und in den Städten erlebt der Schrebergarten eine Renaissance.

Neben dem Einmachen, dem Besuch im Supermarkt, auf dem Markt, im Bioladen oder in einem Hofladen gibt es noch andere Möglichkeiten, regelmäßig frisches Gemüse - eine der Ernährungsalternativen für mich - zu bekommen. So überlegen wir, ob wir die Gemüsetüte bestellen wie wir das vor einigen Jahren mal machten. Darin gab es oft Gemüse aus der Region mit Namen, die wir noch nie gehört hatten und super schmeckte: Postelein-Salat zum Beispiel. Einzig der wiederkehrende Hokaido-Kürbis hat uns zur Absage getrieben. Aber es gibt ja viele solcher Angebote. Wenn ich will, werde ich eine Alternative finden.

Der Begriff "Halbzeit-Vegetarier" gefällt meinem Mann. Er möchte nicht auf Fleisch, Wurst und Käse verzichten, ist damit einverstanden, weniger zu konsumieren. Die Idee: Zwei halbe Vegetarier sind ein Ganzer. Auf der Suche nach Biofleisch für ihn fragte ich letzte Woche an der Fleischtheke bei Globus nach. Auskunft: Haben sie nicht, auch nicht absehbar. In den Biosupermärkten wurde ich fündig. Preischeck: Das Bio-Hackfleisch kostet mehr als das dreifache des "normalen" aus dem Supermarkt. Das hat zur Konsequenz, dass ich weniger davon einkaufe, die Menge unseres vorhandenen Geldes bleibt die Gleiche. Das Biofleisch schmeckt meinem Mann besser und der Wert der Lebensmittel nimmt zu. Es ist wieder etwas besonderes, ein Stück Fleisch auf dem Tisch zu haben. In unserer Kindheit gab es nur einmal oder zweimal in der Woche Fleisch zu essen. Warum da nicht wieder hinkommen?

Minu braucht neues Hundefutter. Warum nicht mal schauen, ob es für sie eine tierfreie Alternative gibt? Bei meinen Recherchen stieß ich auf eine erschreckende Information: Im Labor werden an Hunden Versuche für die Hundefutterindustrie durchgeführt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Kann das sein? Minu würde die Versuche an ihren Freunden verhindern, wenn sie könnte! Ich habe eine tierfreundliche Alternative für sie gefunden: Yarrah Bio Vegetarisches Hundefutter, welches als Alleinfutter geeignet ist. Wie ich gelesen habe, ist es gesundheitlich okay, obwohl keine tierischen Stoffe enthalten sind. Es ist teurer als ihr bisheriges Futter (3,33 €/kg statt 2,60€/kg), doch wir haben beschlossen: Das ist es uns wert. Das allerallerbeste ist aber: Sie mag es und verträgt es! Die Umstellung ist kein Problem, die Verdauung klappt prima - was bei einer Futterumstellung keine Selbstverständlichkeit ist. *Hüpf*

Ein Schrittchen nach dem anderen!

Die Frage: "Was isst du jetzt eigentlich?" höre ich immer wieder. Also, wovon werde ich satt?

Aufs Brot schmiere ich inzwischen neben der Marmelade verschiedene Brotaufstriche. Der Brotaufstrich "Sonnen-Tomate" von Zwergenwiese roch erst was komisch, jetzt habe ich mich an den Geschmack gewöhnt. Ganz lecker fand ich 'Tartex Pâté Steinpilz & Cranberry'. Mit 1.99€ ein ganz schöner Happen, dafür schmiere ich mir weniger aufs Brot. Ich wundere mich über meine Einstellung zum Preisgefüge, aber auch hier gewinnen wie die Lebensmittel dadurch an Wert. Mir wird so schnell nichts mehr schlecht. Ich überlege genau, was ich kaufe und brauche und was nicht. Ich kaufe weniger und bewusster ein.

Zum Abendessen gab es diese Leckereien: Reis mit Pilzen (frische Champignons mit Zwiebeln anbraten, würzen mit Salz, Pfeffer, Curry - dazu gibt's Reis). Gemüsesuppe mit Laugenbretzel. Feldsalat mit Radieschen und Kartoffeln. Als Nachtisch Apple-Crumble (Äpfel klein schneiden und mit Streuseln aus Margarine, Mehl, Zucker, Zimt überbacken). Backofenfritten mit Ketchup. Nudeln mit Zimt und Zucker. Wirsing mit Kartoffeln. Grünkohl mit Kartoffeln. Weißkohl mit Soja-Schnitzel (von LeGusto, Aldi-Süd). Letzteres hat so echt nach Fleisch geschmeckt, dass ich zweimal nachgeguckt habe, ob es pflanzlich ist. Davon habe ich mir erneut welche gekauft. Ausprobiert habe ich auch Falafel von Garden Gourmet (weiß nicht mehr wo ich sie gekauft habe). Diese Kichererbensbällchen waren ganz lecker, nur zu stark gewürzt. Meinem Mann haben sie gar nicht geschmeckt und uns beiden sind sie den ganzen Abend aufgestoßen. Ich würde eher mal probieren, welche selbst zu machen.

Beim Blick in die Vorratsschublade wurde ich traurig, als ich die Packung Milchreis sah, da ich keine Milch mehr nehmen möchte .... Doch auch dafür fand sich eine Lösung: Ein Rezept, in dem die Kuhmilch durch Kokosmilch ersetzt wird. Den leichten Kokosgeschmack fand ich gut, es schmeckte lecker - auch meinem Göttergatten, der ein eingeschworener Milchreisfreak ist!

Besonders gerne mag ich Sprossen. Immer wieder mal habe ich sie im Supermarkt fertig gekauft, bis ich mir im Reformhaus ein eigenes Keimglas und Samen gekauft habe. Seit dem ich die Streichpasten wiederentdeckt habe, brauche ich kaum Butter/Margarine mehr aufs Brot. Ein Gaumenschmaus ist die selbstgezogene Sprossenmischung oben drauf. Oh, da gibt es leckere und pikante Sorten, z.B. rote Beete, Senf, Radieschen...

Diese Bio-Einkaufsquellen habe ich in Köln besucht: Alnatura-Supermarkt Bayenthal (dort fand ich es angenehm, schön hell, umfassendes Angebot, tolle Gemüse- und Obsttheke) - Denn's Biosupermarkt (einen Parkplatz auf der Dürener Straße finden ist eine Herausforderung, die Preise waren wie überall in dem Sektor) - Reformhaus: Preise gefühlt noch höher, aber dort gibt es viele Sachen, die ich woanders nicht gefunden habe, zum Beispiel Ei-Ersatz. Allerdings meinte die Verkäuferin, dass ich davon eher enttäuscht sein werde. Ich habe es noch nicht gekauft, dafür gaaaaaanz leckeres Brot.

Im Kühlschrank warten noch Soja-Drink (als Milchersatz), Soja-Sahne und Soja-Schnetzel als Hack-Alternative auf ihre Geschmacksprobe. Kommt mir vor wie eine Dschungelprüfung. Vielleicht brauche ich noch ein bisschen Zeit. Denn die Zeit ändert mich ... und meinen Geschmack. Ein Beispiel waren die Schoko Reiswaffeln Zartbitter von dennree. Erst dachte ich "Bäh - nie wieder". Die angebrochene Packung lies ich liegen. Gerade habe ich sie nochmal probiert und sie schmeckten mir! Erstaunlich. Sollte ich dem geräucherten Tofu noch mal eine Chance geben? Anfang zwanzig mochte ich keinen Kaffee, heute ist er ein Genuss für mich. Der Geschmack ändert sich und was mir zuerst nicht schmeckte, schmeckt auf einmal! Hm.

Schade, dass Lactose Milchzucker ist, ich hatte Minz-Zartbitter-Stäbchen gefunden, die sonst pflanzlich waren. Hoffentlich finde ich eine rein pflanzliche Alternative, die schmeckten richtig gut... Es gibt jede Menge Leckereien, die rein pflanzlich sind: Viele Chipssorten zum Beispiel, Salzstangen, Studentenfutter, 85%Schokolade (puh, trocken) und natürlich Obst!

Ich liebe und schätze die Macht, die ich als Verbraucherin habe, immer mehr. Und ich nutze sie.

Wissen macht Spaß! Hingucken tut weh, weckt aber Kräfte in mir, die die Hilfslosigkeit, die ich bisher gespürt habe, vertreiben. Ich bin froh, dass ich meinen Blog habe, denn für das Schreiben eines Beitrags beschäftige ich mich nochmals intensiver mit dem Thema. Dieser ist über mehrere Tage entstanden, daher gab es einige Tage nichts neues im Blog.

Es macht mir Spaß, endlich zu handeln und mich aktiv für mein seelisches Wohlbefinden, mein körperliches und das meiner Tierfreunde einzusetzen. Ob das ewig anhält, kann ich nicht wissen. Das ist nicht wichtig, es zählt der Moment für mich.

Ja, in diesem Moment bin ich glücklich. Das sage ich, obwohl ich viele grausige Bilder gesehen habe, die mich tief getroffen haben. Das sage ich, obwohl ich noch Schwierigkeiten mit dem Verzicht auf Milchprodukte habe, aber ich merke, dass es von Woche zu Woche besser wird. Ich bin glücklich, weil ich mich nicht mehr machtlos fühle, sondern als eine machtvolle Verbraucherin. Ein tolles Gefühl.

Ich fühle mich befreiter, endlich hingeguckt zu haben auf das, was ich jahrelang verdrängt habe. Diese Verdrängung war glaube ich anstrengend und es ist ein leichtes Gefühl, mehr und mehr nach meiner Ethik zu handeln.

Wenn Sie aktiv werden möchten, hier drei Petitionen/Mailprotestaufrufe, an denen Sie sich beteiligen können: Petition gegen Langzeittransporte von Tieren (auf Deutschlandflagge klicken) - Aktion stoppt Tierversuche für Kosmetika - Tierschutzpaket darf keine Mogelpackung werden

Beschwingte Grüße von einer Halbzeit-Veganerin (Veganer ernähren sich rein pflanzlich, während Vegetarier Milchprodukte, Eier und Fisch essen)

Anja Kolberg

PS: Es gibt Neuigkeiten aus Irland (bitte bis ganz zum Ende des Artikels scrollen).

Es ist nicht erlaubt, diesen Artikel ohne meine Genehmigung zu kopieren und an anderer Stelle weiter zu verwenden. Wenn Sie diesen Artikel verlinken möchten, geben Sie diese URL an: http://www.anjakolberg.de/archives/2011/02/entry_6648.html

Hier lesen Sie die Vorgeschichte zu meinem Artikel:

Montag, 07 Februar, 2011

Ein traumhafter Start - dank Frühlingsstimmung

Sonnenstrahlen. Blauer Himmel. Frische angenehme Luft. Trockene Gehwege. Der Ruf der Kohlmeise in den Bäumen über unserem Hund Minu und mir beim morgendlichen Spaziergang. Zwischen den braunen Blättern und der Erde auf dem Boden luken erste grüne Spitzen hervor. Frühlingsstimmung kommt auf.

Kann eine Woche, kann ein Tag besser beginnen als mit diesen wunderbaren Sinneseindrücken? Ein Traum!

Oh, ich wünsche Ihnen, dass es bei Ihnen genau so schön ist wie bei uns. Es schwingt ein Aufbruchsgefühl mit, ein beschwingtes Gefühl, dass ich alles schaffen kann, was ich mir vornehme. Und das ist wunderbar!

Für Frühlingsstimmung sorgen auch diese Dinge:

Die Quittenzweige (Cydonia obduga) schaffen Frühlingsatmosphäre in unserem Wohnzimmer. Immer mehr rosafarbene Blüten und auch erste hellgrüne Blättchen treten hervor. Es ist toll, die Natur so beim Wachsen beobachten zu können. Die Kirschzweige fand ich bei der Blumenhändlerin meines Vertrauens. :o)

Für den passenden Duft sorgen die Blüten der Tazette, einer Narzissenart. Wenn ich meine Nase in ihre Köpfe halte, oh, dann fühle ich mich wie mitten in einem Feld voller Frühlingsblumen. Himmlisch!

Das Wetter lockt mich zu einem Gartenrundgang. Mal sehen, was sich dort schon bewegt. Zunächst schwappt lautes Kinderlachen, ihr Rufen und Schreien zu mir mir herüber: In der Schule ist Pause und auf dem Pausenhof ist toll was los. Die Kinder genießen die trockenen und warmen Stunden. Ich mag diese Lebendigkeit, die von dort zu uns hinüber kommt, sehr!

Mal sehen, gibt es schon etwas Grünes in meinem Garten?

Die Kletterhortenise ist über und über mit dicken Knospen gespickt.

Die Christrose steckt in ihrer Hauptblühzeit.

Dieses Exemplar möchte noch eingepflanzt werden, ich bekam sie und einige Schwestern just letzte Woche von meiner Blumenfreundin Petra geschenkt. *freu*

Die Schneeglöckchen stehen in den Startlöchern.

Die Bauernhortensie zeigt auch schon jede Menge Knospen. Damit hatte ich noch gar nicht gerechnet.

Ein Blick in das 'Nest' des Storchschnabels. Die neuen Blätter sprießen bereits...

Viele Wegweiser Richtung Frühling. Genau das, was ein Frühlingskind wie ich braucht, um glücklich zu sein!

Anja Kolberg

Dienstag, 01 Februar, 2011

Februar 2011 - Kalenderimpulse

"Ich trau mich was", das war der Leitspruch für Januar 2011 auf dem Tischkalender. Ich habe mich getraut, auf mich selbst zu hören und mein Leben zu ändern. Dies betrifft die Ernährung. Kleine erste Schritte. Doch es gibt noch viel mehr, was mir mein Inneres sagen möchte. Im Februar 2011 lächelt ein Buddha mit geschlossenen Augen auf dem Tischkalender:

Tischkalender 2011 - Klick zum Shop

Neben ihm steht: "Ich höre mir zu." Die Augen schließen und mich auf mich selbst konzentrieren. Mir lauschen. Wie geht es mir? Was brauche ich? Was wünsche ich mir? Was denke, was fühle ich zu Themen, die mich bewegen?

Ich werde auf Sehnsüchte aufmerksam und kann mir überlegen, wie ich sie verwirklichen kann. Zum Beispiel: Wie schaffe ich es, einen Verlag zu finden, der mich fordert und fördert, der meinen Ideen gegenüber aufgeschlossen ist? Wie kann ich meine Bedürfnisse befriedigen, die bislang kaum Aufmerksamkeit bekommen?

Die Welt in uns ist riesengroß. Ein Abenteuerland. Und mehr als eine Reise wert. Die Lösung für all die Fragen, die uns bewegen, liegt in uns. Um an die Antworten zu gelangen, muss ich nur eines tun: Mich selbst fragen und dann auf die Antwort hören.

Sie können den Tischkalender 2011 "Ich trau mich was" im Shop im Detail anschauen und kaufen.

Klick zum Wandkalender

Die Ranke der Pfeifenwinde habe ich im Garten oft verflucht, weil sie unermüdlich alles überwuchert. Bis ich letzten Sommer ihre wunderbaren Seiten kennenlernte. Zum Beispiel, dass ihre Blätter wie Herzen aussehen und sie auch im Strauß immer weiter rankt, dies herrlich ausschaut und für mich ein Zeichen unbändiger Lebenskraft ist. Im Wandkalender 2011 "Herzensangelegenheiten" erinnert sie mich im Februar an meine eigene Lebenskraft.

Mit dem Satz: "Ich habe Zeit für mich.", lockt sie mich, mir auch unter den anstrengensten Umständen Zeit für mich selbst zu nehmen, für die Dinge, die mir wichtig sind und mir am Herzen liegen. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel ich im Alltag schaffen kann, wie gut gelaunt und ausgeglichen ich bin, wenn ich selbst gut versorgt bin und mir Auszeiten für meine Herzenswünsche nehme.

Den Wandkalender 2011 "Herzensangelegenheiten" können Sie sich hier im Detail anschauen und bestellen.

Einen zauberhaften Februar wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Montag, 31 Januar, 2011

Essen möglichst ohne tierische Produkte
Meine Ethik & die Folgen - Teil 1

23.1.2011 - erste Überlegungen

Nachdem ich mir alles von der Seele geschrieben hatte, begann die Praxis: Was sind Essensalternativen, wenn ich mich ohne Fleisch, Eier und Milchprodukte - also vegan - ernähren möchte? Neben Sojaprodukten, Tofu & Co. greifen Veganer vorwiegend zu Hülsenfrüchten, Getreideprodukten, Obst und Gemüse. Ich mache mir eine Einkaufsliste von Produkten, die angeblich gut schmecken sollen und im Supermarkt zu finden sind.

Online lässt sich vieles an Lebensmittel bestellen, das scheint ein großer Markt zu sein. Ich will aber erst mal sehen, was ich vor Ort bekommen kann.

Mein Mann meint, ich sei radikal, weil ich keine tierischen Produkte mehr essen will. Erst bin ich entsetzt, doch dann denke ich: Er hat Recht. Ich bin radikal. Ich habe Bilder gesehen und Geschichten gelesen, die es für mich im Moment nicht möglich machen, zur Tagesordnung überzugehen und weiter zu essen wie vorher. Ich will im Moment auch keinen Wurst-Aufschnitt, Käse, Milch, Butter, Eier für mich persönlich neu kaufen, selbst wenn darauf Bio steht. Versuche meinen eigenen Weg durch den Dschungel zu finden. Mit meinen eigenen Regeln, denn wirklich konsequent bin ich nicht: Letzte Woche gab es zum Tortellinisalat ein Schnitzel aus der Tiefkühltruhe. Ich nehme die immer noch vorrätige Discountermilch in den Kaffee (weil in großen Mengen noch bei uns vorrätig) und schmiere Butter und Frischkäse aufs Brot. Es ist mein Misch-Masch-Weg. Mein Mann wird weiterhin sein Fleisch essen und Wurst und ..., allerdings nur noch mit dem Bio-Siegel, um den Tieren bessere Haltungsbedigungen zu ermöglichen. Es entscheidet jeder für sich.

Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehe, wenn ich eingeladen bin und es Fleisch gibt. Am Buffet kann ich mir aussuchen, was ich will, aber wenn am Tisch das Essen ausgegeben wird? Diesen Gedanken schiebe ich jetzt erst mal weg. Eins nach dem anderen, denn für mich ist wichtig, langfristig etwas zu ändern. Ob ich bei einer Einladung dann das Fleisch essen könnte oder ich mich unwohl dabei fühle? Gegen meinen Willen will ich nichts essen, auch wenn mein verändertes Eßverhalten verständlicherweise erst einmal für die anderen komisch sein wird.

Vielleicht bin ich in ein paar Wochen genau in meinem alten Muster. Hoffentlich erinnere ich mich dann an das, was ich gesehen habe und denke um.


24.1.2011 - Es wird konkreter - der erste Einkauf

Ich habe Foodwatch angeschrieben und gefragt, ob sie wegen der irreführenden Heile-Welt-Bilder auf den Eier- und Milchverpackungen eine Kampagne starten könnten.

Im riesigen Globus-Supermarkt habe ich mich mit meiner Einkaufsliste nach alternativen Produkten umgeschaut. Es ist kein Problem Bio-Milch, Bio-Käse, Bio-Butter oder Bio-Joghurt zu finden, ganz anders sieht das bei Bio-Wurstaufschnitt für meinen Mann aus. Ganze neun (!) verschiedene Wurstpackungen finde ich im Regal zwischen hundert anderen Sorten, die nicht Bio sind. Unfassbar, dass das Angebot so begrenzt ist! Der verpackte Inhalt (80gr) ist geringer als bei den anderen Packungen, der Preis natürlich höher als bei der No-Name-Massenware. Bei Aldi habe ich schon mehr Auswahl an Bio-Wurst gesehen. Da ich selbst keine Wurst essen will, greife ich zu Bärlauch-Brotaufstrich von Alnatura und wo ich schon mal im Regal bin, auch zur Getreidemischung für Gemüseburger und Bio-Mayonnaise. Wenn schon Mayo, dann wenigstens mit Eiern von einigermaßen gut gehaltenen Hühnern... Im Bioregal gibt es dann auch Gläser mit haltbarer Biowurst, nehme für meinen Mann Leberwurst im Glas mit. Scheibenkäse haben wir noch genügend im Kühlschrank, hier brauche ich erst mal nicht nach Ersatz zu suchen.

Im Kühlregal finde ich eine Soja-Ecke und nehme Bio-Margerine Alsan-Bio mit, einen Tetrapack Soja-Drink, der wie Milch aussieht und Soja "Joghurt" mit Frucht. Bin sehr skeptisch.

Was soll ich abends kochen? Auf meiner Suche finde ich Nudeln ohne Ei (100% Hartweizengries, sind hell wie "normale" Eiernudeln) und Pesto ohne Parmesan. Das ist schon mal eine Mahlzeit. Dann greife ich im China-Regal zu Grüner-Curry-Chilli-Soße, auf der ein Rezept steht, hole dafür Mais in der Dose (es gibt kaum eine ohne Zucker, habe ich nie drauf geachtet), frischen Basilikum und Chillischoten. Ich werde das Gericht teilen, mein Mann bekommt dazu noch vorhandenes Hühnchenfleisch und ich hole mir geräucherten Tofu dazu. Himmel, lass es bitte schmecken.

Für Minu fehlen noch Leckerchen. Ich finde in diesem Supermarkt keine Hundekekse ohne Fleisch oder tierische Fette und denke nicht darüber nach, was letzteres sein könnte... Ich habe nämlich gelesen, dass sich hinter 'tierische Fette' Fischabfälle verstecken lassen. Nicht drüber nachdenken, Anja. Greife zu Minus geliebten Kaustangen, natürlich tierisch. Ist mir jetzt egal. Bleibe bei meiner Strategie: Einen Schritt nach dem anderen.

Bin stolz über die ersten Schritte. Es wird kein Spaziergang, das ist mir inzwischen klar. Es kann aber einer werden. :o) Bin guter Dinge!

Finde auf der Seite Donnerstag ist Veggie-Tag eine umfangreiche Rezeptsammlung.

Erster veganer Produkttest:

alpro soya 4 x 125gr "Joghurt" (Joghurt steht nicht drauf, Verpackung sieht aber so aus) Geschmacksrichtung Kirsch/Heidelbeere. Sieht aus wie Fruchtjoghurt. Riecht aber anders, obwohl der Fruchtgeruch im Vordergrund steht. Mein Mann probiert Heidelbeere, ich Kirsch.
Mein Fazit: Anfang und Ende schmeckt fruchtig, aber die Mitte nach einem Hauch von Sägespänen, fast muffig. Habe aber noch nie Soja bewusst gegessen, vielleicht ist das der typische Sojageschmack? Es geht, aber nur, weil ich weiß, dass dafür keine Kuh auf ihr Kälbchen verzichten muss. Note 3.
Fazit meines Mannes: Eßbar, schmeckte aber nach Tannennadelholz. Note 3. (Update nach 1 Woche: Ich habe ich die andere Hälfte des Viererpacks gegessen, mein Mann weigerte sich ;o). Ich bin völlig erstaunt: Das Sojaprodukt hat mir geschmeckt wie Joghurt, ich habe kein Muff mehr geschmeckt. Ich bin baff! Ändert sich der Geschmackssinn so schnell?)


31.1.2011 - eine Woche später

(Update Beinbruch meines Mannes: Schrauben sind raus. Alles gut gelaufen. ABER es wird noch Wochen dauern, bis er das Bein wieder normal belasten kann. Gut, dass wir das nicht von Anfang an wussten. Durchatmen. Weitergehen.)

Mich beschleicht das Gefühl, das ich besser drauf bin, seit dem ich kein Fleisch mehr esse. Ich bin weniger niedergeschlagen und traurig. Ich überlege - in Bezug auf die Eiskristallexperimente des japanischen Wissenschaftlers Masaru Emoto - ob sich die Gefühle/das Befinden der Tiere auf deren Fleisch übertragen können?

Das waren meine Lösungen bisher für's Abend essen: Das chinesische Curry-Gericht (s.o.) mit geräuchertem Tofu (ist mir ewig lange aufgestoßen, lieber nicht mehr) und Reis. Mehrmals Nudeln/Schupfnudeln (da waren bestimmt Eier drin) mit Zimt und Zucker. Kartoffeln mit Grünkohl untereinander (Stich Butter war am Kartoffelpüree, ich will meinen Mann nicht vergraulen...). Nudeln mit sehr leckerer Soße aus Zwiebeln, Maronen - und Milch. Spinat mit Kartoffeln - und einem Bio-Eierkuchen.

Auf meinem Frühstücksbrötchen landete meist Marmelade, Honig, Rübenkraut, auch mal Nutella oder noch vorhandener Frischkäse. Die Alsan-Bio-Margarine ist nicht vergleichbar mit Butter, aber es geht. Ranzig geschmeckt hat der Alnatura Bioaufstrich Bärlauch. Den hole ich mich nicht nochmal. Seit Samstag habe ich einen neuen Lieblingsbrotaufstrich, der so köstlich ist, das ich gar nicht genug davon bekommen kann und ihn mir heute Abend unter den Kartoffelpüree (mit Milch und Butter) gemisch habe: Vita Verde Tapenade aus schwarzen Oliven, pikant gewürzt mit Chili, Knoblauch und Kräutern. Der Inhaber von Vita Verde kennt die griechischen Bauern persönlich, gibt ihnen laut Bioladenbesitzer direkt das Geld - fairer Handel in Bestform! Schmeckt alleine deswegen doppelt.

Der Bio-Wurstaufschnitt von Alnatura hat meinem Mann nur zum Teil geschmeckt. Die Sommer-Salami war ein Reinfall (Minu hat sich gefreut), die feine Schinkenwurst soll ich unbedingt wieder mitbringen. Aldi Süd hat ein großes Bio-Wurstsortiment, es hat meinem Mann geschmeckt, was ich mitgebracht habe. Bio-Fleisch gibt es dort bis auf Hackfleisch nicht. Bei Lidl habe ich keinen Bio-Wurstaufschnitt oder Biofleisch gefunden, dafür leckere Bio Reiswaffeln Zartbitter für mich. :o) Damit bin ich bei meinem Lieblingsthema: Schokolade. Milchschokolade war bislang ja meine Lieblingssüßigkeit, jetzt übe ich mich in Zartbitter-Schokolade, da hier meist keine oder kaum Milch ("kann Spuren von Milch enthalten") drin ist. Die Nasch-Alternative am Abend: Bio-Bananen (schmecken viel besser als die normalen) und jede Menge Studentenfutter, Paranüsse, Walnüsse, Haselnüsse... Die Auswahl ist groß. Auch Erdnüsse gesalzen oder Salzstangen. Natürlich kein 100% Ersatz für die heißgeliebte Milchschokolade - aber besser als nix. Es gibt 'ne Menge Alternativen, ich bin erstaunt.

Die nächsten Tage werde ich einen Biosupermarkt aufsuchen und dort nach Neuigkeiten stöbern. Bisher fällt es mir am schwersten auf Milchprodukte und Eier zu verzichten, wirklich gelungen ist es mir nicht. Stolz bin ich, dass ich schon auf vieles verzichte: Käse, statt zweimal wöchentlich "schönen" Milchkaffee (mit ganz viel aufgeschäumter Milch) gibt es wie jeden Wochentag Kaffee nur mit einem Schuss Milch. Das geht auch. Ich bin auf dem Weg und habe ja schon einige köstliche Alternativen entdeckt. Ich glaube inzwischen: Ein leckeres Leben ohne tierische Produkte - und vor allen Dingen ohne Verzicht - ist möglich.

Das Essen ist teurer, dafür merke ich schon jetzt, dass ich bewusster einkaufe und esse. Mir wird der Wert der Lebensmittel deutlicher und das ist ein schönes Gefühl.

Vier Linktipps, für alle, die sich mehr mit dem Thema beschäftigen möchten: Auf der Seite Meine-Landwirtschaft können Sie abstimmen, wie Sie die 100€ verteilen würden, die der EU-Bürger im Durschschnitt jährlich für die gemeinsame Agrarpolitik zahlt. Auf der Seite des Vegetarierbund Deutschland sind die Folgen des Fleischkonsums von der Zerstörung des Regenwaldes bis zum Hunger in der dritten Welt auf einem Blatt übersichtlich dargestellt. Wenn Sie aktiv werden wollen: Der Deutschlandfunk berichtet über Bauern, die sich gegen Hühnermastbetriebe wehren, die Zulieferer für europas größten Hühnerschlachthof in Wietze bei Celle werden sollen. Auf der Seite von Peta e.V. können Sie online gegen den Megaschlachthof protestieren.

Am 27.1. Donnerstag habe ich auf der Suche nach einer heilen Hühnerwelt das Buch "Hühner halten - artgerecht und natürlich" vom Kosmos-Verlag durchgeblättert. Darin laß ich, dass die ursprünglichen Wildhühner nur einmal im Jahr Eier legten, nämlich um Nachwuchs zu bekommen. Im Buch fand ich keine Anleitung, was mit den männlichen Küken gemacht wird, falls eine der Hennen ihre Eier ausbrüten darf, wohl aber dass die Legeleistung der Hühner nach einigen Jahren nachlässt. Über die Lebenserwartung der Hühner stand dort, dass man darüber keine Aussage machen könne, da sich wohl niemand ein Huhn hält, das keine Eier mehr legt!

Ich war entsetzt und berichtete meiner Blumenfreundin Petra davon. Sie erzählte mir von ihrem Lieblingsblumenlieferanten, dessen Hühner keine Eier legen müssen, dafür ein zauberhaft schönes Hühnerhaus besitzen und dreimal täglich besucht werden. Sein Huhn Erna sei mit jetzt mit zwölf Jahren gestorben und ihr Lebensgefährte, Hahn Otto, wachte neben ihr.

Ist die Geschichte nicht einfach schön? Das Bild hat mich sehr berührt, wie ein altes Ehepaar und es zeigt das Gefühlsleben der Tiere, welches unser eigenem scheinbar sehr nahe kommt.

Von dem gekauften Sojadrink habe ich bisher nicht probiert, ich scheue mich. Habe auf dieser Seite über vegetarische Alternativen zu Fleisch, Wurst und Fisch gelesen und werde das mal mit in den Supermarkt nehmen. Bei diesen Dingen bin ich immer noch skeptisch, es kommt mir so künstlich vor, auch wenn Tofu laut vebu.de seit über 2000 Jahren ein wichtiger Bestandteil der ostasiatischen Küche ist.

Anja Kolberg

PS: Den Ursprung zu diesem Artikel lesen Sie hier und den nachfolgenden Artikel hier.

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Mittwoch, 26 Januar, 2011

Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben

Dieser Artikel ist über Wochen entstanden. Er bedeutet mir viel. Ich habe weiterführende Links bewusst unter dem Artikel und nicht darin platziert, da einige Bilder enthalten sind, die meine Seele stark berührt haben und so jeder zum Schluss entscheiden kann, was er sich anschauen möchte.

Etwas bewegt sich in mir, seit ich über die Situation der Pferde in Irland erfahren habe und mich damit beschäftige. Zu sehen, wie es diesen Tieren geht, berührt mich sehr. Ich möchte den Iren keinen Vorwurf machen, ich glaube, sie wissen sich nicht anders zu helfen. Was seit ewigen Zeiten so war, kann anders werden wie auch das Beispiel der deutschen Organisation Equiwent e.V. rund um einen deutschen Hufschmied zeigt, die Pferden in Rumänien und damit auch ihren Besitzern helfen, z.B. in dem sie diese schulen, besser mit ihren Tieren umzugehen.

Viel Leid passiert, ohne dass ich selbst groß darüber nachdenke, weil es schon immer so gemacht wurde oder ich gar nicht weiß, welche Konsequenzen mein Handeln hat.

Ein Beispiel: Ich möchte ja gerne mal nach Wien und habe die romantische Vorstellung, dort mit einer Pferdekutsche die Stadt zu erkunden. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass dies für die Pferde Stress ist, weil sie z.B. von Autos angehupt werden, die Autogase einatmen. Nachdem ich das weiß, würde ich niemals mehr auf die Idee kommen, mich in eine Pferdekutsche zu setzen!

Auf dem Weg, herauszufinden, wer in Irland aktiv ist, dem ich vertrauen kann, wandelte ich immer weiter auf den Pfaden des Tierschutzes, fand dabei auch Organisationen und Menschen, die sich für die Hunde dort engagieren. Zwangsläufig wurde ich bei meiner langen Internetrecherche auch auf schwarze Schafe aufmerksam, die angeblich systematisch Hunde aus Krisengebieten importieren, um sie gewinnbringend weiter zu vermitteln, Worte wie Tierschutzmafia begegneten mir. Stunden beschäftigte ich mich mit lesen und dann saß ich da, völlig desillusioniert, traurig, erschöpft von den Bildern und Geschichten. Ich wollte doch nur den Pferden in Irland helfen, dabei eine verlässliche Information zu bekommen, einen Verein zu finden, der dort so arbeitet wie ich mir das wünsche: Es war eine zeitraubende und energiezehrende Sache. Das war vor drei Wochen und ich musste das alles erst einmal verdauen, bis ich die nächste Recherche startete.

Dabei fand ich auch Organisationen, deren Einsatz ich sehr bewundere. Zum Beispiel die Seite der Animals Angels, die sich europaweit für die Tiere auf Tiertransporten und das Schicksal von "Milch"kühen einsetzen. Zuerst dachte ich: "Warum das denn? Die Kühe haben es doch gut!" und dachte an grasende Kühe, ihr Muhen, die köstliche Milch. Meine Illusion zerplatzte. Auf der Seite der Animals Angels erfuhr ich, dass Kühe, um regelmäßig Milch geben zu können, einmal im Jahr ein Kälbchen bekommen müssen. Das wusste ich gar nicht. Dieses Kälbchen wird ihnen nach der Geburt weggenommen, damit ich als Verbraucherin statt dessen die Milch bekomme. Die Kuh ruft noch Tage nach ihrem Nachwuchs. Ist mir das bewusst, wenn ich Milch im Supermarkt kaufe, auf dessen Packung einige "glückliche" Kühe auf der Wiese grasen? Nein. Weiß ich als Verbraucherin, dass viele der Milchkühe nie eine Wiese oder den blauen Himmel sehen und statt dessen zu Hunderten in Tierfabriken leben, weil das wirtschaftlicher ist? Nein. Auf der Seite der Animals Angels erfuhr ich noch mehr über die Situation der Milchkühe und Tiere auf Transporten. Starke Nerven waren gefragt. Wenn ich jetzt wieder darüber schreibe, merke ich wie mir die Tränen über die Wange laufen. Gestern sah ich in einem Prospekt einen Bildband über Kühe, unter dem stand, dass Kühe zu den sanftesten Lebewesen gehören, die es gibt.

Kein Platz für das einzelne Tierschicksal in der „Nutztierhaltung“, das zeigt auch der heimliche Besuch der Autorin Karen Duve mit den Tierschützern von Die Tierfreunde e.V. auf einer Biohühner-Farm. Ich war erschrocken über die Zustände dort. Ein Huhn hing kopfüber durch die Gitter, es hatte sich mit dem Fuß verfangen. Die Beobachter befreiten das Huhn und nahmen es mit, es hatte sich das Bein gebrochen. Seine Geschichte hat ein gutes Ende: Beim Tierarzt wurde das Bein gegipst, heute lebt das Huhn Rudi putzmunter bei der Autorin. Den Artgenossen geht es laut deren Berichten nicht so gut. Mir war nicht bewusst, dass ca. die Hälfte der Küken getötet werden, weil sie keine Eier legen (die männlichen eben) oder Hühner nur ca. ein Jahr leben, weil sie dann nach ihrem Legemarathon völlig ausgelaugt sind. Nach einem Jahr müssen die Ställe desinfiziert werden und die Hühner werden als Suppenhühner „endverwertet“. Ich hatte mich bewusst vor einem Jahr entschieden, nur noch Bio-Eier zu kaufen, weil die Hühner dort mehr Auslauf haben als bei den anderen Haltungsformen.

Die Filme und Bilder von Die-Tierfreunde haben mich aus meinen heile-Welt-Gedanken geholt. Es wird wohl nicht immer kontrolliert, ob der Auslauf den Tieren stets zur Verfügung steht, in der Zwischenzeit wartet der enge Stall. Klar, auch in dieser Branche gibt es Menschen, die gut zu ihren Tieren sind. Aber woher will ich das als Verbraucherin wissen?

Auch Bio geht auf auf Kosten der Tiere, denn langfristig lassen sie dabei ihr Leben. Ich glaube, keiner von diesen Tieren würde sich diese Situation freiwillig aussuchen.

Ich kann das Leben der Biohühner in keinster Weise mit der glücklichen Situation vergleichen, in der die Hühner im Garten meines Onkels leben, mit ihren so beruhigenden Stimmen, ihren flauschigen Federn und ihrem Gackern, während sie zwischen den Sträuchern nach Naschereien suchen.

Auf meinem Rechercheweg begenete mir wieder eine Geschichte, die mir das Leid der Tiere verdeutlicht hat und am eigenen Körper spürbar werden lies. Ich hatte sie vor einem Jahr schon mal "angelesen" und wollte und konnte dann nicht weiter darüber nachdenken, weil ich damals nicht die Konsequenzen wollte, die das bis zum Ende darüber nachdenken haben würde.

Die Geschichte in meinen Worten: Wenn es Superwesen geben würde, die stärker wären als wir Menschen, die unser Fleisch mögen, unsere Haut, unsere Milch, unser Haar, unsere Kinder. Wesen, die die Möglichkeit hätten, uns ohne weiteres einzufangen, in Käfigen in kleinen Gruppen zu halten und nach belieben zu mästen, die - wenn der richtige Zeitpunkt ist - uns aus den engen Käfigen befreien, um uns dann stundenlang ohne Wasser und Nahrung über heiße Autobahnen zu transportieren mit dem Ziel, uns in Schlachthäusern zusammen zu treiben und zu töten. Letzteres gelinge nicht immer auf anhieb, so dass wir manchmal noch mitbekommen, was dann geschieht. Manche von uns landen in Versuchslaboren, wo getestet wird, ob Kosmetika Entzündungen bei den Superwesen hervorrufen könnten oder uns werden Krankheiten angezüchtet, damit sie die Wirksamkeit ihrer Medikamente testen können. Diese Vorstellung ist grausam und dreht mir den Magen um.

Für mich ist das keine Wirklichkeit, für die Tiere ist das alltägliche Realität. Nur weil ich glaube, sie bekommen das nicht mit, ach für die ist das nicht schlimm, das war schon immer so, heißt das nicht, dass sie nicht die gleichen Gefühle haben wie ich sie in ihrer Situation hätte. Was nehme ich mir als Mensch heraus, über die Wesen zu bestimmen, die ich in Käfige, Ställe, Transportboxen zwingen kann? Wie unterscheide ich mich von diesem Superwesen?? Hier begann meine Ethik und mein Mitgefühl.

Denn die Wahrheit wurde mir immer deutlicher: Ich als Konsumentin entscheide über das Schicksal der Tiere. Mit jeder Packung Fleischwurst, jedem Schnitzel, Hähnchenfilet, jeder Packung Billigmilch, jeder Scheibe Käse, welche ich kaufe, fälle ich ein Urteil über ein Tier. Das ist so, auch wenn es mir nicht bewusst ist und ich es sehr leicht ausblenden kann. Und nicht nur das, ich entscheide mit dem Preis auch darüber, wie die Tiere gehalten werden. Je billiger der Preis, desto unwürdiger die Lebensumstände, mit denen die Tiere leben müssen. Eine unbewusst und schnell getroffene Entscheidung für wenige Minuten Genuss.

Ich entscheide mit dem Kauf von Milchprodukten, dass die Kühe so leben, wie sie leben. Ich entscheide, dass sie von ihren Kälbchen getrennt werden, dass sie so hochgezüchtet werden, dass sie fast nicht mehr stehen können, Hüftschäden haben von ihren riesigen Eutern. Manche Kühe geben in ihrem Lebensjahrzehnt bis zu 100.000 Liter Milch!

Wissen Sie, was das grausigste an der ganzen Geschichte ist?

Es schmeckt mir, mein bisheriges Eßverhalten. Richtig gut sogar. Ich liebe Joghurt, Käse, Butter, Leberwurst, Hähnchenbrustaufschnitt. Ich liebe Eierkuchen, Gebäck, Kuchen. Ich liebe Hühnerfleisch. Ich mag ab und an Currywurst und einen Cheeseburger essen.

Die Vorstellung, auf tierische Produkte zu verzichten, um den Tieren ihr Leid zu ersparen, fällt mir sehr sehr schwer. So leicht lassen sich die Bilder und Gedanken wegwischen, nicht umsonst sind die riesigen Stallungen hinter Mauern verborgen und nicht auf den Verpackungen abgebildet. Ich soll sie als Konsument nicht sehen, statt dessen lachen mich auf den Verkaufsverpackungen Bildern von wenigen Hühnern auf Strohboden oder pickend auf der Wiese an. Damit wird mir eine heile Welt vorgegaukelt, die weit entfernt von der Realität ist.

Will ich die Wahrheit überhaupt hören? Will ich die Wahrheit sehen? Ich muss Tiere ja nicht töten. Müsste ich in einem Schlachthaus arbeiten, wäre ich innerlich tot, ohne Gefühle. Aber so: Ich gehe in einen Supermarkt, in dem die Wurst, das Fleisch, der Käse appetitlich verpackt in großen Mengen liegt. Ein Lebensmittel wie Brot oder Möhren. Was interessieren mich beim Kauf die Tiere und ihr Leiden?

Was für eine Zwickmühle: Auf der einen Seite meine Ethik, mein Wunsch, den Tieren kein Leid zuzufügen, ihnen Massentierhaltung zu ersparen und auf der anderen Seite mein Genusswunsch nach tierischen Produkten.

Nachdem ich einige Tage Abstand von meinen Recherchen genommen hatte, kochte ich sonntags Rinderrouladen. Ich hatte das Fleisch vor Weihnachten gekauft und eingefroren. Mein Mann liebt die Rouladen und ist sonst derjenige, der das Fleisch zubereitet, ich mag das Zubereiten von rotem rohen Fleisch nicht. Da mein Mann aber im Moment nicht kochen kann, gab ich mich Sonntag vor zwei Wochen an die Arbeit, die Rouladen zuzubereiten und beobachtete, wie meine Stimmung sank. Das rote Fleisch, das Blut, der Geruch. Ich biss die Zähne zusammen, mein Mann saß am Esszimmer, füllte und rollte die Rouladen, das war eine Hilfe. Ich briet sie an, stand unter Hochspannung, kurz vorm Explodieren. Nachdem sie vor sich hin köchelten, bekam ich einen Putzflash, wusch die Arbeitsplatte bis in den letzten Winkel mit heißem Wasser ab, den Boden und obwohl ich kein Putzfreak bin, räumte ich die gesamte Besteckschublade aus, um sie sauber zu machen. Ich weinte und wusste nicht, warum, wusste, es ist irgendetwas gehörig falsch und ich musste mich abreagieren.

Dann der krasse Wandel: Das angebratene Fleisch roch herrlich, ich bekam Appetit und aß die Rouladen. Zwar fühlte ich mich nicht so unbefangen wie wenn mein Mann sie zubereitet hat und ich den Rohzustand nicht erlebe, aber es schmeckte mir. Nach dem Essen stellte ich mich lange unter die heiße Dusche und dann brachen die Tränen aus mir heraus. Ich fühlte mich schrecklich und erinnerte mich.

Als ich klein war, hielt mein Vater Schafe. Jeden Frühling wuchs die Herde um kleine Lämmchen und wir Kinder hatten Freude an diesen Tieren. Es kam auch vor, dass ein Muttertier ein Schäfchen nicht annahm. So war es auch mit einem auf wackeligen Beinen stehenden Schäfchen mit schwarzem Kopf und schwarzen Füßchen. Mein Vater legte es auf ein Strohbett unter die Rotlichtlampe und wir gaben ihm die Flasche. Wir hatten Glück, es überlebte und wir tauften es Morle. Morle wurde immer kräftiger, das Böckchen reagierte, wenn wir es riefen, es war uns ans Herz gewachsen. Ich weiß nicht mehr genau wie es sich verhielt, aber eines Tages war Morle nicht mehr da. Wie andere Schafe der Herde hatte es das Schicksal, geschlachtet zu werden. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich damals reagiert habe, ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich das Fleisch nicht essen wollte, was auf meinem Teller war. Ich hasse heute noch Schafsfleisch!

Vor einem Jahr tauchte dieses Schäfchen in einer Phantasiereise auf und mir wurde der Verlust, den ich als Kind erlitten hatte, wieder bewusst. Mehr als eine Stunde konnte ich mich kaum beruhigen, auch jetzt laufen wieder die Tränen und an jenem Sonntag wurde ich wieder daran erinnert. Mein Freund war tot.

Keiner der Erwachsenen hatte wohl damals damit gerechnet, wie es ist, wenn wir Kinder, ich besonders, zu einem Schaf eine besondere Beziehung aufbauen. Seit der Zeit gibt es eine Wunde, die schmerzt, wenn ich Tiere leiden sehe.

Auch durch Minu, unseren Hund, der seit 2003 bei uns lebt, ist dieses Gefühl intensiviert worden. Wir erleben Minu, wie sie Freude hat, schläft, schnarcht, rülpst, Angst hat, ausgelassen ist und auch, wenn sie Schmerzen oder Streß hat. Wir erleben ein Wesen, das in vielen Dingen gleich fühlt wie wir. Und mein Mann und ich leiden, wenn es unserem Familienmitglied nicht gut geht. Es ist eine Verbindung da, an ihren Augen und ihrer Mimik kann ich so viel ablesen. Bin ich froh, dass wir in einem Land leben, in dem kein Hundefleisch gegessen wird.

Letzten Sonntag beim Blick auf unseren Frühstückstisch sahen mein Mann und ich uns das erste Mal an, wieviele der Dinge, die wir essen, von Tieren stammen: Wurst, Käse, Butter, die Milch im Kaffee, die Eier in der Remoulade. In so vielen Lebensmitteln sind tierische Produkte enthalten, inklusive Gummibärchen und Schokolade. Übrig blieben auf dem Tisch übrigens nur Brötchen, Marmelade und Rübenkraut.

Wieviele Fleischprodukte habe ich schon entsorgt, weil ihr Verfallsdatum überschritten war oder ich zu viel zubereitet hatte? Bei einem Preis von nicht mal einem Euro für eine Packung Fleischwurst ist das kein großer finanzieller Verlust. Für das Tier sah das anders aus. Für diese Scheibe Wurst ist es gestorben.

Auf der Seite der Tierschutzorganisation Peta e.V. entdeckte ich vor einem Jahr die Broschüre Veggie Starter Kit, bei der es ums vegetarische Essen geht. Doch ich schaffte es nicht, die Inhalte in meinen Alltag zu integrieren. Mein Schweinehund, meine Gewohnheit und mein über Jahrzehnte antrainierter Geschmackssinn waren stärker als ich.

Schaffe ich es wirklich, mich meiner Ethik entsprechend zu ernähren? Ich glaube, es braucht lange, um mich umzustellen, um Ersatz für gewohnte Gerichte zu finden, für den gewohnten Aufschnitt aufs Brot. Ob es tatsächlich so ist, weiß ich nicht. Es erinnert mich an den Anfang einer Diät mit x Rezepten: Mühsam ist er. Einkaufszettel schreiben. Die richtigen Lebensmittel im richtigen Laden finden. Zubereiten.

Mein Problem: Ich mag (bisher?) kein Tofu und auch die Streichpasten als Brotaufstrich mag ich nicht besonders. Mein Geschmackssinn ist an bestimmte Lebensmittel gewöhnt. Das Einkaufen im Supermarkt funktioniert wie im Schlaf. Eine Packung Wurst ist schnell gekauft, geöffnet und mit Butter auf ein Brötchen geschmiert. Dagegen einen Salat zubereiten, dauert länger.

Wie lange dauert es, bis sich mein über Jahrzehnte antrainierter Geschmackssinn verändert? Wie lange dauert es, geschmackliche attraktive Alternativen zu finden? Wie lange dauert es, bis ich weiß wo ich was einkaufen kann, was mir/uns schmeckt?

Wird es mir gelingen, Leckeres zu finden, das mich wirklich befriedigt? Oder ist es wie ein Sucht und ich komme von dem gewohnten Geschmack nicht los wie schon vor einem Jahr, wische mein schlechtes Gewissen einfach weg?

Mein Mann hat als ersten Schritt vorgeschlagen, bei tierischen Produkten nur noch Bio-Produkte zu kaufen, um so wenigstens etwas bessere Lebensbedingungen für die Tiere zu gewährleisten. Auch wenn diese Produkte teurer sind und es bedeutet, dass wir insgesamt weniger davon kaufen können. Wenn ich alleine leben würde, wäre ich wohl radikaler, würde versuchen, ganz auf die tierischen Lebensmittel zu verzichten, aber ob mir das wirklich gelingen würde, weiß ich natürlich auch nicht. Gesagt oder geschrieben ist sowas leicht.

Meine Motivation ist nicht meine Gesundheit. Meine Motivation ist einzig mein Mitgefühl, ich möchte nicht für das Leid der Tiere verantwortlich sein. Mich grausen die Bilder, die ich gesehen habe, die Geschichten, die ich gelesen habe. Mein Bruder, der als Fotograf für eine Tageszeitung arbeitet, sagte, es müsste jeder, der Fleisch ist, mal in ein Schlachthaus gehen, danach würde kaum einer noch Fleisch essen...

So gilt es einen Kompromiss zu finden. Ob er uns gelingt? Ich hoffe es. Im Moment ist der Kühlschrank noch voll, in der Kühltruhe ist noch Fleisch und Milch haben wir noch genügend - vom Discounter - im Vorrat. Ich will sie aufbrauchen, fände es grausam, sie zu entsorgen. Was, wenn diese Lebensmittel aufgebraucht sind? Wird es mir gelingen, entsprechend meiner Ethik zu leben? Oder werde ich meiner Gewohnheit erliegen und die Gedanken an das Schicksal der Tiere ausblenden wie ich es schon so oft gemacht habe?

Zeitweise hatte ich überlegt, hier im Blog ein Projekt ins Leben zu rufen, wie es ist Vegetarierin zu werden. Doch ich habe mich dafür entschieden, mich nicht so unter Druck zu setzen, ich habe auch Angst, zu scheitern.

Ich brauche Zeit, mich umzustellen. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass es mir gelingt, Schritt für Schritt weniger tierische Produkte zu konsumieren. Denn es bedeutet aus heutiger Sicht Verzicht. Verzicht von gewohntem Einkaufsverhalten, von gewohntem Genuss, was für mich auch Lebensqualität bedeutet.

Ich wünsche mir, einen Ausgleich zu finden, der nicht auf Kosten Anderer geht.

Ich als Verbraucherin habe mehr Macht als ich mir vorstellen kann. Ich entscheide beim Einkauf. Was auf Dauer in den Regalen liegen bleibt, wird nicht mehr nachbestellt.

Ich habe die Macht, das Leben der Tiere entscheidend zu verändern.

Die Macht der Verbraucher ist in ihrer Gesamtheit gigantisch. Und das finde ich ein tolles Gefühl, eine schöne Sicht auf die Zukunft, wenn ich es schaffe, mich für das zu entscheiden, was mein Herz wirklich will.

In der letzten Woche habe ich beobachtet, wie die zunehmende Beschäftigung mit dem Thema dafür sorgt, dass meine Sensibilität zunimmt. Immer mehr erfahre ich. Ich arbeite mich tiefer in die Materie ein, es fällt mir bei meinen Recherchen auf und wird mir bewusst. Wie können Fernsehköche, die doch Vorbildfunktion haben weiterhin Stopfleber nutzen, Bettwarenanbieter Daunen aus Lebendrupf anbieten und Supermärkte das Fleisch dieser Gänse? Warum wird für die Palmölgewinnung, welches für Biossprit genutzt werden soll, Regenwald zerstört?

Mir fällt eine Fernsehreihe auf ZDF-Neo ein, die über die Situation der Textilindustrie Indiens berichtet, in dem junge Engländer dort vor Ort jede Station von der Baumwollgewinnung bis zur Fertigung als Arbeiter durchlaufen. Danach veränderte sich ihr Einkaufsverhalten in der Heimat stark und auch ich als Zuschauerin kam ans Nachdenken. Abfall wurde in den Slums einfach hinter einer Mauer entsorgt, Kinder arbeiteten in der Textilfabrik. Ich unterstütze diese Zustände, wenn ich billige Kleidung haben möchte.

Ich bin als Verbraucherin mit diesen weitreichenden Konsequenzen überfordert und wünsche mir Hilfe, zum Beispiel durch ein Ethik-Siegel, welches gewährleistet, dass dieses Produkt weder die Lebensgrundlage von Einheimischen zerstört, noch schädliche Umweltkonsequenzen hat oder Tieren Leid zu fügt. Ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen seinen Lieferanten faire Preise zahlt, den Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen bietet und die Umwelt schützt.

Ich konsumiere nicht nur Produkte, die in Deutschland produziert werden, mein Konsumverhalten betrifft Produktionsstätten in der ganzen Welt.

Auch bei den Lebensmitteln wird mir klar: Selbst wenn jeder nur noch Biofleisch und Biomilch kauft, werden diese Lebensmittel nicht in der gleichen Menge zur Verfügung stehen wie bei der bisherigen Massentierhaltung.

Egal wie ich es drehe und wende:

Wenn ich meiner Ethik konsequent folge, verändert sich mein Einkaufs- und Konsumverhalten. Bio-Essen, Öko-Kleidung, Öko-Bettdecken sind teuer. Ich werde weniger einkaufen, weil ich für die gleiche Menge Geld nicht mehr die gleiche Menge an Ware gekommen werde. Ich glaube nicht, dass dieser Verzicht für mich bedeutet, unglücklicher zu leben. Diese Entscheidung lässt mich bewusster leben und aktiver werden. Ich schaue genauer hin, frage nach, packe künftig nicht mehr wie mechanisch Produkte in meinen Einkaufswagen.

Erste Prüfungen.

Inzwischen habe ich die ersten Erfahrungen mit meinem Wunsch, fleischlos zu essen, gesammelt.

Ich habe versucht, den Wurstaufschnitt und den Scheibenkäse wegzulassen. Es hat geklappt. Statt dessen habe ich mangels Alternativen Marmelade, Honig, Rübenkraut und Nutella aufs Brot geschmiert, die Butter blieb, ebenso wie der Frischkäse und wie die Milch für den Kaffee.

Ich hatte einen Abend vor, einen Tortellinisalat zuzubereiten. Normalerweise gehört da gekochter Schinken rein. Soll ich den wirklich weglassen? Wird mir nicht etwas fehlen? Ich spürte regelrecht Gier auf den gekochten Schinken. Dennoch habe ich es geschafft, ihn wegzulassen. Und der Salat hat wahrhaftig auch so geschmeckt.

Freitag Abend hatte ich keine Lust zu kochen und wir beschlossen etwas beim Bringdienst zu bestellen. Wie gewohnt freute ich mich schon auf mein Hühnchen mit Reis, Gemüse und Erdnuss-Soße. Halt, fiel mir ein, dann esse ich ja Fleisch. Mist! Ich spürte regelrechte Sehnsucht nach genau diesem Essen! Dann handle ich aber gegen meinen Wunsch, kein Fleisch mehr zu essen. Mist! Mist! Mist! Das war so schwer! Ich schaute auf der Speisekarte nach fleischlosen Alternativen und fand eine vegetarische Pizza - natürlich mit Käse, aber ich will ja spielerisch schrittchenweise voran kommen und kein Dogma aufstellen. Die Pizza schmeckte im Vergleich zu meinem Ursprungswunsch nicht so gut, war aber ein Ersatz, der mich satt machte.

Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe, einige Male auf tierische Produkte zu verzichten! Das "alte" Essen schmeckt mir bisher immer noch besser, aber das neue, das spüre ich schon jetzt, macht mich glücklich. Ich merke, dass ich das Fleisch oder den Aufschnitt nicht essen will, weil ich mehr weiß als vorher.

Heute, am Sonntag, den 23.1.11 habe ich mich erneut durchs Internet gewühlt, um mehr über vegetarisches Essen heraus zu finden. Das hat mir Sicherheit gegeben. Ich fühle mich beschwingt und froh, ein kleines bischen weiter auf dem Weg. Ob ich ankomme? Ich weiß es nicht, einen Versuch ist es allemale wert.

Anja Kolberg

PS: Mit diesem Artikel ist etwas ins Rollen gekommen. Alle weiteren Berichte lesen hier in der Kategorie: Blog - Tierschutz.

Hier die Links aus dem Bericht. Bitte beachten Sie, dass ich für die Inhalte der verlinkten Seiten keine Haftung übernehme, dafür sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Mein Bericht über die Pferde in Irland - Equiwent e.V. - Pferdekutschen in Berlin - Animals Angels e.V. - Die Tierfreunde e.V. - Bericht über Karen Duve und das Huhn Rudi - Meine Entscheidung Bioeier zu kaufen - Filme von Die Tierfreunde e.V. - Peta e.V. - Broschüre Veggie Starter Kit - Palmöl/Regenwald - ZDF neo: Blut, Schweiß & T-Shirts - Lebendrupf - Die vegetarische Initiative - Das V-Heft vegetarisch essen - Vegetarierbund - Go Veggie - Peta-Kids - Peta-Broschüre mit Geschichte Superwesen (pdf-Dokument) -

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Montag, 24 Januar, 2011

Ich übe mich in Gelassenheit

Die Verlängerungswoche, die mein Mann und ich bekommen haben, ist fast vorbei. Die Schrauben sind nämlich noch drin und nicht wie geplant letzte Woche entfernt worden. Ursache war ein Missverständnis bei der Terminvergabe. Jetzt wissen wir auf jeden Fall, dass es wieder eine OP mit Vollnarkose ist, die ambulant gemacht wird.

Mit der Info über die Verlängerungswoche musste ich erst mal klar kommen. Schwups, waren die Pläne durchkreuzt.

So übe ich mich in Geduld und Gelassenheit. Gelassen zu sein fällt mir nicht leicht und Geduld ist schon gar nicht die Stärke eines Widders. Ich merke zum x-ten mal, dass ich das Leben nicht planen kann. Ich mache mir damit nur meine Stimmung kaputt, wenn es nicht so kommt, wie ich mir das vorgestellt habe. Letzten Endes ist es eine Frage wie ich die Dinge, die in mein Leben treten, bewerte.

Bezogen auf mein Beispiel mit der Verlängerungswoche kann ich sagen: 'So ein Mist, jetzt bleibt noch eine Woche länger alles an mir hängen, ich bin es echt leid.' Jch kann aber auch sagen: 'Okay, ist blöd gelaufen. Dann dauert es eben noch eine Woche. Machen wir das beste daraus. Ich denke nicht weiter über meine Aufgaben nach, ob ich darauf Lust habe oder nicht, sondern tue sie einfach.' Im ersten Fall geht meine Stimmung runter, im zweiten Fall hat sie eine Tendenz nach oben. Ich bestimme, ob ich mich demotiviere oder bei Laune halte.

Himmel, wünsch' ich mir, künftig gelassener zu sein, um mit mehr Leichtigkeit und Freude meines Weges zu gehen.

Solch eine Verlängerung begegnet mir nicht das erste Mal. Besonders fällt mir mein Roman ein und die Hürden, die mir auf dem Weg begegnet sind. Hürden, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich so unerwartet aus der Bahn geworfen haben, dass ich schon seit langem Abstand von meinem Projekt brauche.

Gewappnet sein für den Weg, mit Schlaglöchern rechnen, mit Hürden, Umwegen und Verlängerungen. Nicht aufgeben, sondern weitermachen, wenn ich hinfalle - und so auch mit schwierigen Umständen mein Ziel erreichen. Das wünsche ich mir!

Anja Kolberg

PS: Ein herrlicher Lichtblick der letzten Woche war Post von einer Blog-Leserin, die mir eine wunderschöne Karte schickte! Danke!

Montag, 17 Januar, 2011

Was macht mich froh?

Ein Rückblick auf die vergangenen Tage...

Meine Stimmung stieg gleich um einige Punkte, als ich letzten Mittwoch kurzerhand mit meiner Familie vereinbarte, sie freitags zu besuchen. Der Tapetenwechsel hat mir so gut getan und dabei meine Eltern, meine Großmutter, Onkel, Tante und Cousin zu sehen, zu umarmen und mit ihnen zu quatschen, war die Kirsche auf der Sahne. :o)

Mein Onkel hatte einen köstlichen Kuchen mit Haselnüssen aus dem eigenen Garten gebacken und in seiner Werkstatt wunderschöne Herzen aus Holz gefertigt. Davon werde ich bei einem meiner nächsten Besuche Fotos machen. Meine Tante musste nicht arbeiten, so war es ein Spaß, dass wir Frauen das erste Mal zu viert - abwechselnd - Halma spielen konnten. Und bei meinen Eltern konnte ich vom Brot naschen, dass mein Vater am Morgen selbst gebacken hatte. Oh lecker, mit Butter und Marmelade... YamYam!

Mit meiner Oma war ich kurz auf dem Friedhof, Lämpchen anzünden. Da ich eine große Packung gekauft hatte und sie sonst nicht brauche, hatten wir beide Spaß, bei vielen Verwandten Lichter anzuzünden. Bei meinem Opa habe ich eine herrliche Christrose aus meinem Garten aufs Grab gepfanzt, in ihrem Zentrum wartet ein ganzes Nest aus unzähligen weißen Blütenknöpfen auf den richtigen Zeitpunkt, ihr schönes Antlitz zu zeigen. Meine Oma erzählte bei der Gelegenheit, dass meinem Opa Blumen immer sehr wichtig waren und er sich darüber sicher sehr freuen würde. Das ihm Blumen so wichtig waren, daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Um so schöner nun das Gefühl wie er sich anlässlich seines 106. Geburtstages über die aufblühenden Christrosen freuen wird. :o) Jedes Mal, wenn ich an diese Blumen denke, fühle ich mich blendend.

Sonntag Nachmittag rauchte mir der Kopf. Ich hatte mich ab mittags - endlich - mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung beschäftigt. Schon seit September lag hier das Erweiterungsangebot für Zahnerhalt meiner Versicherung rum und nervte mich beim Anblick... Ich finde das Verarbeiten dieser vielen Informationen - wann zahlt die Kasse, wann nicht, was ist nötig, was nicht, wieviel muss ich bezahlen, wieviel will ich bezahlen, wie wirtschaftlich ist das usw. usw.) schrecklich anstrengend und bin heilfroh, dass ich eine Seite gefunden habe, die verschiedene Versicherungen vergleicht und dabei nicht Zahnersatz, sondern auch Zahnerhalt berücksichtigt. Obwohl ich alles immer wieder zur Seite legte und mir die Haare zu Berge standen, weil so vieles nicht gleich klar war, blieb ich am Ball. Strike! Heute sind nur noch wenige Fragen offen, dann endlich kann ich dieses Thema abschließen. Warum mich das froh macht? Nun die Aussicht, etwas das mich lange "gequält" hat, endlich weg ist. Juchu!

Noch eine anderes Loslassen steht an: Mittwoch bekommt mein Mann die Stellschrauben ambulant entfernt. Sechs Wochen ist seine Operation dann schon her. Wie die Zeit vergeht... Laut Internetberichten soll das Entfernen ca. 1/2 Stunde dauern, dann kann er wieder nach Hause (gehen?). Bisher durfte er sein linkes Bein nicht belasten. Die Konsequenz war, dass er die meiste Zeit lag und ich für das Drumherum sorgte. Für keine der beiden Seiten leicht... Ein Hoffnungsschimmer für uns beide ist, dass wir Mittwoch wieder einen großen Meilenstein passieren und er dann hoffentlich Schritt für Schritt sein Bein wieder belasten kann. Wir sind auf dem Weg zurück zur Normalität. Ein unfassbar tolles Gefühl.

Am Wochenende habe ich mir einen neuen Strauß Tulpen gegönnt. Schon bei deren Anblick erhellt sich meine Stimmung. Heute war ich in einem Pflanzencenter Kraft tanken. Es reicht mir schon, mich dort aufzuhalten, durch die Reihen zu schlendern, die Blumen und Pflanzen zu betrachten und schon geht mir das Herz auf. :o)

Ich wünsche mir für diese Woche noch so einige Herzöffner für mich, das liegt in meiner Hand. Mal sehen, was ich mir Gutes tun kann. Übrigens war Mittwoch wirklich Wunderbares in der Post: Ein Geschenk von meiner Oma und am nächsten Tag ein Brief von einer Blog-Leserin. *HÜPF!*

Es gibt so viele Dinge, die mich froh machen können wie zum Beispiel die Fotographien in diesem Beitrag. Ich habe sie - vor einem Jahr ungefähr war das - mit einer Lichtquelle in der Dunkelheit gezeichnet während mein Mann auf den Auslöser drückte. Heute habe ich sie am PC bearbeitet. Zwar ein bischen düster, aber schön finde ich Licht im Dunklen = Hoffnung in schwierigen Zeiten.

Anja Kolberg

PS: Das Energieloch ist noch nicht wirklich weg, doch ich spüre wie es sich langsam schließt. :o) Hüpf!

Mittwoch, 12 Januar, 2011

Heute mal ohne Schwung

Guten Morgen da draußen in der Welt!

Heute fühle ich mich nicht gut. Bin müde, obwohl ich lange genug geschlafen habe. Ich habe eine dunkle Wolke vor und über meinem Kopf. Draußen ist es so düster. So wirkt auch das Wetter nicht wirklich stimmungsaufhellend. Mein Mund weist heute früh eindeutig Angela Merkel Züge auf. Obwohl ich mich schon bewegt habe, um hier an den Schreibtisch zu kommen und schon einiges getan habe, fühlt sich mein Körper an, als schläft er noch. Mein Geist ist wach, aber auch nur so wach, wie er sein muss. Er signalisiert mir deutlich: Ich habe keine Lust!

Vielleicht ändert sich das, wenn ich mal draußen mit dem Hund meine Runde an der frischen Luft gemacht habe, was Schönes (*Daumen-drück*) im Postfach gefunden habe oder ich eine schööööne heiße Tasse Kaffee getrunken und etwas gegessen habe.

Vielleicht. Vielleicht bleibt dieser Dämmerzustand auch den ganzen Tag? Nein. Schüttel mit dem Kopf. Nein.

Im Moment befinde ich mich zwischen zwei Projekten. Oben sehen Sie meine Einsatzkurve in meinem derzeitigen Projekt: Den Kalendern. Ich befinde mich gerade hinter der pinken Phase, also auf dem Weg zu mehr Ruhe, weniger benötigter Zeit. Die meisten Kalender verkaufe ich in der Adventszeit und vor Weihnachten. Da ist meine volle Aufmerksamkeit und Zeit gefragt, damit bin ich gut beschäftigt. Doch genau in dieser Phase kam noch der Schnee dazu und der Beinbruch meines Mannes, der seit dem liegen muss.

Das bedeutete: Alles hing auf einmal an mir. Ich bin stolz, dass ich das alles geschafft habe, sogar einen Weihnachtsbaum habe ich noch gekauft und aufgestellt. Dabei blieb aber auch etwas auf der Strecke: Ich selbst. Dafür war kaum Zeit und diese Situation hat mir eine ganze Gefühlspalette beschehrt...

Das war vor Weihnachten. Inzwischen hat sich hier zu Hause alles eingespielt, das gibt mir Ruhe. Der Schnee ist weg, das schenkt mir Zeit. Und das Kalendergeschäft ist nicht mehr so intensiv wie noch vor Weihnachten. Und plötzlich stehe ich da, in meinen Knochen noch immer die Energie, die zuvor gebraucht wurde, jetzt aber nicht mehr so gebraucht wird:

Ich habe mich an die Belastung gewöhnt. Und spüre jetzt ein Energieloch, mit dem ich erst mal nicht richtig was anzufangen weiß. Ich kann mir auf einmal auch meine heutige Müdigkeit erklären. Mein Körper holt nach, was er in den letzten Wochen geleistet hat. Wie nach einem langen Marathonlauf muss ich erst mal auslaufen und langsam wieder runter kommen, die Energiereserven auffüllen. Kein Wunder, dass ich mich so schlapp fühle!

Zeit, umzudenken, umzupacken. Die Aufgaben des Tages passen inzwischen alle gut in meinen Rucksack hinein.

Und jetzt mache ich mich auf, das abzuholen, was zurückbleiben musste in dieser extremen Zeit: Ich selbst!

Jetzt weiß ich, wofür es sich lohnt, den Tag schön zu machen: Für mich selbst! So lange musste ich hintenanstehen und Lasten tragen, die mir zu viel waren. Es ist Zeit, wieder mehr auf mich zu achten, zu schauen, was ich will, was mir gut tut.

Ich liebe dieses Bild. Vereint mit meinem Inneren. Gemeinsam gehen. Was mag wohl alles in diesem wundervollen blauen Ich sein? Ich sehe uns schon immer breiter grinsen, schneller laufend, lachend, die Arme hochgerissen, auf einer Wiese hopsend und ins Gras plumsend. Ausgelassen. Fröhlich. Jauchzend.

Meine Wundertüte Ich & Ich.

Anja Kolberg

PS: Eines ist sicher: Jetzt bin ich hellwach! :o)

Samstag, 08 Januar, 2011

Ich mache mir eine Freude

Klick zu den E-Cards

Weihnachts- und Sylvestertrubel ade. Anfang Januar. Samstag. Wochenende. Der Schnee ist fast weggeschmolzen. Welch schöneren Stimmungsaufheller gibt es jetzt zu Brötchen, Kaffee und Zeitung auf dem Frühstückstisch als einen Strauß Tulpen mit Heidelbeere?

Diesen herrlichen Frühlingsgruß habe ich mir heute im Geschäft meiner Blumenfreundin Petra gekauft. Auf meinen Schreibtisch steht ein Mooskörbchen, in dem eine lilafarbene Hyazinthe einen köstlichen Duft verströmt.

Diese Frühlingsblumen sind Hüpfer für mein Herz, ihr Duft bringt mich auf andere Gedanken. Herrlich! Das Januarblatt des Wandkalenders hat mich erinnert, mir eine Freude zu machen. Den Wandkalender und auch den Tischkalender können Sie im Webshop noch kaufen.

Ein klitzekleines bisschen muss der Garten noch trocknen, dann husch husch die Zwiebeln ins Beet. Ich weiß, eigentlich schon (zu?) spät. Doch ich will mein Glück versuchen.

Ich habe aus dem Bild oben eine E-Card gemacht und einige Frühlingskarten ins Netz gestellt.

Mein Glückstipp für gute Laune: Ab in den Blumenladen und einen Arm voll Blüten mit nach Hause nehmen.

Anja Kolberg

Donnerstag, 06 Januar, 2011

Schwung holen

Köln steht kurz vor der Schneeschmelze. Das klingt wie "nach der Eiszeit". Aber ehrlich: Ein bischen ist es so ja auch. Ich sehne mich nach dem Moment, wo der Gartenboden frostfrei ist und ich die Blumenzwiebeln in die Erde bringen kann. Ich hörte, dass man sie auch in die Gefriertruhe legen kann, damit sie den benötigten Frost abbekommen, falls sie noch nicht ins Beet können oder die Zwiebeln draußen lagern, damit sie die Kälte abbekommen. Im Hinblick auf das gefräßige Eichhörnchen und unsere Mausefamilie hinterm Haus - hm... Ich warte bis zum Wochenende, dann muss ich mich nicht durch den Keller zu Töpfen kämpfen, in denen sie draußen nagersicher gelagert werden können. Also Tauwetter: Bei mir bist du willkommen.

Mein geliebter Gartentisch hat einigen Schaden genommen, weil wir ihn nicht rechtzeitig vor dem Frost, dem Schnee und dem Beinbruch meines Mannes in den Keller gebracht haben. Gut, dass mein lieber Schwiegervater mir geholfen hat, ihn vor Sylvester in trockene und frostfreie Räume zu bringen. Im Frühjahr muss der Holztisch unbedingt abgeschliffen werden, beim Schneerunterkratzen... ich will lieber nicht länger an die Kratzer und Streifen und das Abgehobelte denken... Lieber Tisch, ich werde dich im Frühling so richtig schön aufmöbeln und dir alles geben, was du brauchst, damit du wieder in Sonne und Regen stehen kannst und es dir gut geht! Versprochen.

Ich freue mich sehr über Rückmeldungen zu meinem Engagement für die Pferde in Irland. Das gibt mir immer wieder die Kraft, ein Schrittchen weiter zu gehen, obwohl mir so oft die Energie dafür abhanden gekommen ist. Da wird mir bewusst wie ermüdend es ist, keine Antworten zu kommen und was es für ein machtvolles Gefühl ist, zu spenden, denn das kann ich in jedem Falle tun. Updates finden Sie bisher noch am Ende des Irland-Artikels, ab sofort gibt es für die Pferde in Irland eine eigene Blog-Kategorie, die heißt "Blog - Tierschutz", dann stehen die News immer zu oberst. :o) Was ich noch tun kann, ist bei der nächsten Europawahl noch genauer darauf schauen, wer sich für die Themen einsetzt, die mir wichtig sind. Im Europaparlament wird so viel mehr entschieden, was für uns wichtig ist, das wird mir immer deutlicher. Denn nur wenn Gesetze da sind, die die Tiere schützen und auch die Menschen sensibilisiert werden, ist langfristig keine Hilfe mehr nötig.

Anja Kolberg

Montag, 03 Januar, 2011

Januar 2011 - Frohes neues Jahr!

Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2011!

Hat das neue Jahr gut für Sie begonnen? Falls nicht, es kann sich jeden Moment ändern und besser werden!

Meine Kalender werden Sie durch ein gutes Jahr begleiten, Ihnen Mut machen, Sie in Ihrer Individualität bestärken, Ihnen Impulse geben und Sie locken, Ihrem Herz zu folgen. Hier die ersten beiden Kalenderblätter:

Kalender im Detail anschauen

Tischkalender 2011: Monat Januar

Das Foto zeigt Dänemarks Nordseeküste im Winter. Im "Land des Lichts" herrscht eine besondere Stimmung. Der Himmel reißt über dem Meer auf und bringt Licht ins Dunkel.

Der Text lautet: "Ich trau mich was." In mir lösen diese Worte Aufbruchstimmung aus, ganz so wie das Bild sie spiegelt. Ich fühle Lust und Kraft, etwas zu probieren, zu testen, etwas zu wagen. Was das genau ist, weiß ich heute noch nicht. Ich lasse die Stimmung auf mich wirken.

Sie können sich die einzelnen Kalenderblätter im Webshop anschauen und ihn dort kaufen oder auch als Geschenk direkt an den Geschenkempfänger verschicken. Es fallen pro Empfänger nur die Versandkosten an. Ebenso gibt es die Tischkalendermotive als Desktopbilder für Ihren PC. Klick zum Shop.

Wandkalender im Detail anschauen

Wandkalender Herzensangelegenheiten 2011: Monat Januar

Das Foto: Ein Filzherz im Schnee auf einem Holzdeck.

Der Text: "Ich mache mir eine Freude." Was könnte das in den nächsten vier Wochen sein? Für mich ist es eine Freude, mir Blumen zu kaufen. Vielleicht Frühlingsblüher für den Blumenkasten vor meinem Büro? Mir eine Wohnzeitschrift kaufen, in der ich neue Ideen finde? Meine Familie besuchen? Einfach mal so bummeln gehen? Es macht mir richtig Freude, mir zu überlegen, wie ich mir eine machen könnte! Diesen Monat überrasche ich mich selbst!

Auch den Wandkalender können Sie für 2011 noch im Webshop im Detail anschauen und kaufen.

Ich wünsche Ihnen wunderbare Monate im neuen Jahr: Unzählige Glückliche Momente. Das Erleben von Sinn in dem, was Sie tun. Freiheit. Großzügigkeit. Einen ganzen Haufen Spaß. Das fröhliche Hüpfen Ihres inneren Kindes.

Schön, dass Sie da sind. Ich freue mich auf das Jahr mit Ihnen!

Anja Kolberg



Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

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