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Montag, 30 Juni, 2014

Mich selbst nicht vergessen

Wenn große Projekte im Raum stehen, fällt es mir schwer, mich auf meine eigenen Vorhaben zu konzentrieren.

So war es im letzten Jahr bei der von meinem Mann übernommenen Betreuung, die auch von mir Aufmerksamkeit und Fürsorge forderte. So ist es seit Beginn unserer Renovierungsarbeiten Ende April. Jede freie und regentrockene Minute wird genutzt, um die Arbeiten fertig zu stellen und den Kopf für Neues frei zu haben.

Eigentlich nicht weiter tragisch, wenn es mich nicht stören würde. Was mich stört? Meine geplanten Vorhaben im Büro bleiben liegen. Sobald es um Routinearbeiten oder Bekanntes geht, ist das alles kein Problem. Weil ich aber auch Neues schaffen will, brauche ich Aufmerksamkeit, Ruhe, Zeit und die sind bei unserer Baustelle hinter dem Haus gebunden. Arg.

Ich habe von anderen gehört, denen es ähnlich geht. Kreative Arbeit, Neues erschaffen braucht Freiraum im Kopf, Zeit, die richtige Stimmung und Rahmenbedingungen. Gut ist: 90% der Arbeiten sind geschafft. Noch eine Wand streichen, kleine Stellen an den Holzbalken nachbessern, die Beschattung kürzer nähen. Wenn ich damit fertig bin, ist sicherlich auch mein Mann mit seinen Aufgaben durch. Hey, es handelt sich um höchstens noch eine Woche, Anja. Dann ist es geschafft, vielleicht noch Zeit, die Werkzeuge im Keller wegzuräumen.

Traurig war ich, weil ich nicht bei meinen Themen weiter kam und es nicht schaffte, morgens oder zwischendurch an meinem Schreibtisch weiter zu recherchieren. Anfangs ging das noch, doch als ich einige Tage raus war, fehlte mir der Pack-an, andere Themen drängten sich dazwischen. Ich hätte mir die Zeit nehmen können, doch ich wollte endlich den Kopf frei bekommen und den habe ich frei, wenn die Baustelle erledigt ist. Das ist ganz bald der Fall.

Annehmen, was ist. Die Dinge tun, die möglich sind und nicht verzweifeln, weil mir wichtiges vorübergehend liegen bleibt. Gut für mich sorgen, zum Beispiel mit der Renovierungsarbeit früher aufhören, um uns was Leckeres zu Kochen.

Auch das Renovieren geht vorbei. Ich vergesse mich und die mir wichtigen Themen während dessen nicht, ich setze Prioritäten. Anschließend ist wieder Zeit, meinen Themen Aufmerksamkeit und Schubkraft zu geben, auch meine Freundinnen zu treffen und meine Familie zu besuchen, die zu kurz kamen.

Alles hat seine Zeit. Auch wenn mir's manchmal nicht passt, wann es seine Zeit hat...

Himmel, freue ich mich auf den Abschluss der Arbeiten!

Ihre Anja Kolberg

Direktlink dieses Artikels, um darauf zu verweisen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2014/06/entry_6844.html
Ich erlaube nicht, dass meine Texte und Bilder kopiert und außerhalb dieser Webseite genutzt werden. Wenn Sie das machen möchten, schreiben Sie mir, um eine Vereinbarung zu treffen.

Sonntag, 29 Juni, 2014

In den monatlichen Impulsen schnuppern und mitmachen:
Zutrauen in schwierigen Zeiten.

Am Anfang jeden Monats verschicke ich an einen Kreis von E-Mail-Empfängerinnen und -Empfänger meine Impulse zum neuen Blatt der Tischkalender 2014 'Ich bin gut zu mir' und 'Kurze Meditationen'.

Für alle, die daran teilnehmen möchten, biete ich hier die Gelegenheit zum Schnuppern an und stelle meine Gedanken zum Juni-Kalenderblatt ins Netz - es geht darin um die Bewältung schwieriger Phasen in unserem Leben. Am Ende des Beitrags erfahren Sie, wie Sie mitmachen können.

Jetzt - viel Freude und gute Gedanken beim Lesen!

~ * ~ Schnupperauszug der Juni-Impulse ~ * ~

Tischkalender 2014 'Ich bin gut zu mir' - Monat Juni

Tischkalender 'Ich bin gut zu mir' Juni 2014

Foto: Knospen und Blüten der Himbeere.

Text: Schwere Zeiten durchstehe ich... ... einen Tag nach dem anderen. Zutrauen

Welch wunderschöne Blütenrispe. Zartes Rosa. Helles Grün. Langstielige Staubblätter umkreisen das Zentrum, aus dem die rote Frucht ensteht.

Himbeere: Die rote aus einzelnen Kügelchen geformte Frucht. Köstlich saftiger Geschmack. Auch Stacheln, die sich böse in die Haut bohren können. Bei Wikipedia las ich von ihrer Heilwirkung: Sie bietet besonders viel Vitamin C, Kalium und Fruchtsäuren, stärkt damit die Abwehrkräfte und fördert die Heilung von Wunden.

Als ich Bild zum Text intuitiv auswählte, wusste ich nichts von ihrer Heilwirkung. Jetzt fällt mir auf, wie gut beides zusammen passt: 'Schwere Zeiten durchstehe ich einen Tag nach dem anderen.' Nämlich mit Zartheit und Geduld. Mit der Zuversicht, auch Verletzungen durch Stacheln überwinden zu können. Spätestens beim Vernaschen der Frucht spüren wir: Es hat sich gelohnt. So wie sich auch bewältigte Hürden im Leben lohnen.

Die Himbeere begegnet uns im Juni, um uns zu stärken und uns zu sagen: Wir werden die hohen Gebirge, die dunklen Täler und die öden Wüsten unseres Leben durchstehen.

Unsere Aufgabe ist nicht, zu wissen, wie wir das schaffen sollen. Auch wenn unser Verstand die Bedienungsanleitung für unser Leben und schwere Zeiten gerne hätte. Die gibt es nicht. Weder für unser Leben, noch für das eines anderen Menschen, noch für Reichtum oder für Heilung, für Gerechtigkeit oder die Liebe.

Manchmal wäre das Wissen, was noch wie kommt, geballt auf einen Moment auch zu überfordernd oder zu neu und anders. Und manches ergibt sich erst durch einen vorherigen Schritt, ein Zufall ist noch nicht soweit, unser innerer Reifungsprozess braucht noch Zeit. Deswegen durchstehen wir schwere Zeiten einen Tag, einen Schritt nach dem anderen. So wie wir, unsere Seele, bereit dazu ist. Und der Weg entsteht so beim Gehen.

Unsere Aufgabe ist, während dessen so gut zu leben und zu lieben wie es uns eben möglich ist. Heute. Heute die machbaren Schritte gehen. Wenn es nur ein einziger ist. Stehenbleiben, traurig sein und hadern mit dem Schicksal oder sauer sein, wie ungerecht das Leben sein kann - auch das sind wichtige Phasen, die unsere Seele braucht.

Wir können so gut es geht, nett zu uns sein. Spüren, was wir jetzt in diesem Moment brauchen. Und uns das geben. Uns so lieb haben, so mitfühlend, großzügig und zuversichtlich zu uns selbst sein wie wir es anderen gegenüber sind. Am nächsten Tag sehen, wie es uns geht und dann weiter entscheiden. Nicht mehr tun als wir können.

Sicher ist: Alles wirkt in uns. Tag für Tag. Moment für Moment. Aufgabe für Aufgabe. Und auch vermeintlicher Stillstand für Stillstand.

Wir durchlaufen viele Wachstums- und Reifeprozesse im Leben: Krankheiten. Zwischenmenschliche Probleme. Umzüge. Trennungen. Abschiede. Sinnentleerte Zeiten. Veränderungen am Arbeitsplatz. Finanzielle Unsicherheiten. Die gefühlt hundertste Warteschleife. Rückschläge. Sackgassen. Hoffnungslose Täler und hilflose Zustände...

Auch wenn wir es selbst manchmal nicht glauben wollen oder können, wenn wir zweifeln und es hoffnungslos scheint. Wenn alles länger dauert, als wir eigentlich planten oder dachten, aushalten zu können: Wir werden diesen Weg meistern, in unserem Tempo, auf unsere Weise. Sogar viel mehr als das.

Nicht durch Willenskraft oder einen Wunschgedanken ist die Himbeere - plopp - plötzlich essreif. Es braucht viele Monate des Wachsens, Veränderns und Reifens, bis es soweit ist. Tag für Tag wächst und reift die Himbeere.

Tag für Tag wandeln wir auf unserem Lebensweg. Entdecken. Erkennen. Verarbeiten. Trauern. Warten. Sind wütend. Zweifelnd. Zornig. Leer. Verstehen. Akzeptieren. Reifen. Genießen. Überwinden.

Das Leben traut uns die Überwindung schwerer Zeiten zu, sonst wären sie nicht da. Sie helfen uns, zu wachsen, uns weiterzuentwickeln und von alten, nicht mehr stimmigen Zuständen zu lösen.

Wenn das Leben mir zutraut, dies zu schaffen, könnte ich es selbst auch tun.

~ * ~ Ende des Schnupperauszugs der Juni-Impulse ~ * ~

Machen Sie mit!

Wenn Sie Feuer gefangen haben und ebenfalls zum Kreis der EmpfängerInnen gehören möchten, können Sie jetzt die Teilnahme buchen. Für insgesamt 6 Euro erhalten Sie von Juli bis Dezember 2014 jeden Monat eine Mail mit meinen Impulsen zu beiden Kalendern. Die Zusendung endet automatisch mit der Dezember-Mail. Preis inklusive MwSt. Versandkosten fallen nicht an.

Schreiben Sie mir bei Interesse einfach in einer Mail Ihren Teilnahmewunsch und Ihre Adresse. Ich schicke Ihnen eine Rechnung zu. Nach Überweisung der Gebühr nehmen Sie sofort an den Impulsen Juli bis Dezember 2014 teil.

Sie möchten alle Themen des Jahres 2014 als Kraftquelle für sich nutzen? Für weitere 6 Euro schicke ich Ihnen auch die Impulse zu den bereits per Mail erschienenen Themen des ersten Halbjahres Januar bis Juni 2014 zu. Die Themen des ganzen Jahres sind:

Tischkalender 2014 "Ich bin gut zu mir":

  • Langsam machen & Zeit lassen
  • Ansprüche & Leichtigkeit
  • Möglichkeiten (Ich stelle mir die beste Lösung vor)
  • Annehmen, was ist
  • Selbstliebe
  • Zutrauen in schweren Zeiten
  • Müßiggang als Kraftquelle
  • Selbstmitgefühl
  • Die eigene Leistung würdigen
  • Handeln, als ob ichs schon kann
  • Geben ohne Erwartungen
  • Mich selbst verwöhnen.

Tischkalender 2014 "Kurze Mediationen": Er umfasst kleine und einfache Übungen, die der regelmäßigen Mediationspraxis Monat für Monat näher bringen. Texte, Bilder und Gedanken dazu sind ebenfalls Teil der Impuls-Mail. Sie zahlen dafür nichts extra.

Sie erwerben mit der Teilnahme an den Impulsen folgende Nutzungsrechte: Sie können die Impulse für den persönlichen Gebrauch auf Ihrem Computer bzw. sonstigem elektronischen Gerät abspeichern und ausdrucken. Wenn Sie darüber hinaus den Inhalt oder Teile verändern, kopieren und Dritten privat oder kommerziell zur Verfügung zu stellen möchten, können Sie mir gerne schreiben, um eine weitere Honorarvereinbarung zu treffen.

Lieferzeitpunkt: Der Impuls wird in der Regel in einem Zeitraum von drei Tagen vor bis drei Tagen nach dem Monatswechsel verschickt. Bei Abweichungen (z.B. wenn ich Urlaub habe) wird die E-Mail vorher verschickt bzw. bei evtl. Krankheit wird der Impuls sobald wie möglich verschickt.

Machen Sie mit und schreiben Sie mir Ihren Teilnahmewunsch und Adresse: Mail.

Ich freue mich darauf, Ihnen zu antworten und Sie mit meinen Impulsen zu begleiten.

Herzlich,

Ihre Anja Kolberg

Direktlink dieses Artikels, um darauf zu verweisen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2014/06/entry_6843.html
Ich erlaube nicht, dass meine Texte und Bilder kopiert und außerhalb dieser Webseite genutzt werden. Wenn Sie das machen möchten, schreiben Sie mir, um eine Vereinbarung zu treffen.

Mittwoch, 18 Juni, 2014

Wer hat an der Uhr gedreht?
Weiter im Renovierungsgarten

... Ist es wirklich schon so spät?

Ja. Ist es. 22 Tage sind vergangen, seit dem ich das letzte Mal hier schrieb. Mir kommt diese Zeit viel länger vor. So viel ist in Bewegung, dass ich kaum Schritt halten kann.

Ich sitze selten am Schreibtisch, weil ich weiterhin draußen im Garten bzw. auf der Terrasse und am Haus werkle. Seit unserer einjährigen Renovierung des Hauses 1997 ist dies das größte Projekt für meinen Mann und mich. Wir haben schon viel geschafft:

Die Gartenmauer ist verkleidet, gestrichen. Holzzäune gestrichen. Haussockel verputzt. Holz der Pergola geschliffen, gestrichen und aufgebaut inklusive vor Regen schützendem Dach. Steg neu geölt. Holzmöbel abgeschliffen und gestrichen. (Die Tischplatte gefällt uns besser als bei der Neuanschaffung. Jetzt kommt die Holzstruktur mehr heraus. Davon gleich ein Foto. Ein echter Gewinn.) Eine neue Treppe von der Küche in den Garten montiert. Ein Teil der Terrassensteine schon gesäubert und neu verfugt. Die Kellertreppe verkleidet und einmal gestrichen.

80% sind geschafft. Jetzt stehen noch weitere, aber kleinere Schritte und die übrigen Terrassensteine an. Fugenauskratzen macht zwar keinen Spaß. Auf der anderen Seite hab ich jedes Jahr einmal das Unkraut entfernt und das soll durch die neuen Fugen wegfallen. Gut, die alten waren kaum mehr gefüllt. Die Zeit und der Hochdruckreiniger haben so einiges ausgewaschen.

Was wir bisher geschafft haben, ist herrlich anzusehen. Ein Genuss fürs Auge, wobei ich das Alte auch gut sehen konnte. Ich habe mich auf das Schöne konzentriert. Ich habe richtig Farbe im Gesicht und an den Armen bekommen, ohne mich dafür in die Sonne legen zu müssen. Wenn ich meine Hände auf meine nackten Oberschenkel lege, ist der Farbunterschied enorm. Früher dachte ich immer: Ich werde ja kaum braun, da war diese Disziplin im Strandurlaub noch wichtig. Heute ist es mir wurscht und merke jetzt so nebenbei: Werde ja doch braun. :o)

Das ist positv bei all der körperlich sehr anstrengenden Arbeit. Ebenso, dass ich wahrhaftig 3 kg verloren habe. Körperliche Betätigung macht sich also auch auf der Waage bemerkbar. Außenstehende hatten mir das angesehen, doch ich sah nichts auf der Waage (stelle mich bei Bedarf so 1 - 4 mal im Jahr drauf - im Gegensatz zu früher, da wars täglich, morgens nach dem Bad). Heute früh zeigte es sich auch dort. Schön!

Ein schönes Gefühl auch, dass wir beide, mein Mann und ich, das alles alleine geschafft haben. Ohne Kräfte von außen. Es gibt mir als Frau wieder einmal das Gefühl, was ich leisten kann (und auch mal wie ein Mann anpacken). Ich traue mir auch mehr zu. Gut fürs Selbstbewusstsein. Und es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl für unsere Partnerschaft, was uns richtig gut tut. In Krisenzeiten ist es für mich ein Kraftanker, mich an diese Erlebnisse zurück zu besinnen und zu merken: Wir haben an einem Strang gezogen und das geschafft.

Haben Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner schon mal zusammen gearbeitet? Boah, zum Teil prallen da so unterschiedliche Welten aufeinander... Doch inzwischen können wir immer besser miteinander streiten. Nach 21 Jahren Ehe spielt es sich immer mehr ein, sich gegenseitig zu lassen, sich zu behaupten, auf den anderen einzugehen, Toleranz und Durchatmen üben ... Jeder Mensch hat so seine Lernaufgaben...

Jetzt habe ich endlich wieder geschrieben. *Hüpf* Ich weiß, einen angekündigten Beitrag über das auf mich selbst konzentrieren wollte ich noch schreiben. Der kommt noch. In diesem Moment freue ich mich, dass ich wieder gebloggt habe. Mir Zeit genommen habe, hier zu sitzen und meine Finger über die Tasten hüpfen zu lassen und Sie an meiner kleinen Welt teilhaben zu lassen.

Es hat richtig gut getan, mir die positiven Dinge und Errungenschaften anzuschauen und darüber zu berichten. :o) Das ist auch ein wichtiger Bestandteil des gesunden Lebens.

Alles Liebe aus Köln & schön, dass Sie da sind und mich lesen.

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 27 Mai, 2014

Rollenverteilung beim Handwerken...
Warum mache ich es nicht selbst?

Ich war/bin eine super Assistentin. Weil ich mitdenke, voraus schaue, gut zuarbeite, ganz bei der Sache (des anderen) bin - mit der Zeit alles Wichtige so verinnerliche, dass ich es eigentlich selbst tun könnte.

Das zeigt sich im praktischen Leben - zum Beispiel bei der Renovierungsarbeit, die jetzt draußen am Haus statt findet. Habe ja schon davon berichtet. Es zeigte sich auch in meinen Jobs, die ich früher hatte. Und auch letztes Jahr, als mein Mann die Betreuung für seinen verunfallten Chef übernahm, griff ich ihm unter die Arme: Hörte zu, überlegte mit, sortierte die Buchhaltung, verschaffte einen Überblick über die Lage, litt auch mit und machte Mut. Doch vor allen Dingen war es das Dasein, Zuhören, Rücken frei halten und Mittragen der schweren Last.

Alles schön und gut? Nein, eben nicht. Gut, manchmal geht es nicht anders (wie letztes Jahr, doch dabei ist das eigentliche Problem, dass ich mich selbst vergesse, darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten), aber grundsätzlich ärgere ich mich über mich selbst. Weil ich mich unterordne und meine Fähigkeiten zur Seite stelle. Brav die Werkzeuge angebe und vorbereite, statt es selbst zu tun. Nein, nur Assistentin sein macht auf Dauer keinen Spaß.

Letzte Woche hatte ich keinen Bock mehr. Es mussten mehrere Silikonfugen gezogen werden. Mein Mann bat mich, die schon mal mit Klebeband abzukleben. Als ich das tat, fasste ich mir an den Kopf: Warum eigentlich? Das Abkleben dauerte mir viel zu lang und der Rand ist so nachher doch unsauber. Ich kann das auch selbst, ohne Abkleben. Bei der Sanierung des Hauses 1996/1997 hatte ich auch Silikonfugen gezogen.

Also schnappte ich mir das Zubehör, die Silikonspritze (wie funktioniert die nochmal?), wechselte die Kartusche, nahm das Seifenspray, eine Klopapierrolle zum praktischen Aufnehmen des überflüssigen Acryls (gelernt von meinem Bruder, der das Tischlerhandwerk lernte), einen Abzieher und los. Hey, und es klappte. Es wurde richtig gut! Denn was ich (auch) richtig gut kann, ist genau arbeiten.

Zum Beispiel an Fuß- und Deckenleisten so genau vorbei streichen, dass man nicht abkleben muss. Dauert länger, ist aber sauberer und macht Spaß. Mein Mann hingegen ist gut bei groben und auch körperlich anstrengenden Arbeiten. Er kann ruckzuck was einreißen und schwere Arbeit wegmachen, dass ich immer wieder staune. Fürs Genaue fehlt ihm die Geduld. Deswegen streiche ich bei der Raumrenovierung auch immer die Kanten und mein Mann übernimmt mit der Rolle die großen Flächen. Ersteres dauert, was mich nervt, weil die großen Flächen in kürzerer Zeit nach viel mehr aussehen. Da mir aber wichtig ist, dass es ordentlich ist, übernehme ich die filigrane Arbeit. Klar, ich könnte auch die Flächen noch streichen, mache ich auch manchmal. Aber warum sollten wir es nicht zusammen machen und so ist die Arbeit insgesamt schneller fertig? Ruhm oder Schönheit? Ich entscheide mich für die Schönheit bzw. dafür, dass es 'schön' und ordentlich wird und nicht nur schnell fertig.

(Mein Gott, hat Sting eine attraktive Stimme! Hab mir eben nochmal dieses Video angeschaut. Er hat was. Stimme in jedem Fall. Und eine Art Verletzlichkeit? Tiefe? Was ist es? Ich kann es nicht ergründen, lasse mich jetzt von Stings Stimme begleiten. Herrlich... So weiter im Beitrag, das musste jetzt unbedingt eben reingeschoben werden.)

Mein Mann stutzte erst, als er am Telefon fragte, ob ich die Fuge schon abgeklebt hätte und statt dessen erfuhr, ich hatte sie selbst schon gezogen. Als er sie live sah, freute er sich, dass er die Arbeit nicht machen muss und dass es so gut geworden ist.

Also, warum diese Scheu, Anja? Du bist nicht mehr das Kind, das seinem Vater bei der handwerklichen Arbeit zuschaut und ihm dabei zur Hand geht. Du bist erwachsen. Du kannst es selbst. Warum diese Scheu? Hat es außer der Gewohnheit damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen? Ja, auch. Was ist es noch? Es ist die Angst, in Bereiche vorzudringen, in denen ich mich nicht so gut auskenne. Wo es viele gibt, die sich besser auskennen. Ich bin ja keine gelernte Handwerkerin, auch wenn ich dazu bestimmt das Zeug gehabt hätte.

Es war immer ein 'Mann' im Haus. Früher mein Vater. Heute mein Mann. Und ich kenne es so, dass die die handwerklichen Arbeiten übernehmen. Ich stelle mich da eine Stufe nach hinten und arbeite eher zu. Klassische Rollenverteilung! Schrei!

Will ich das? Nein! Tue es aber trotzdem und ärgere mich darüber. Nun, ich durchbreche ja das Muster. Mache Dinge selbst wie die Silikonfuge, weil ich sie mir zutraue und dieses genaue Arbeiten eher mein Ding ist. Meine Schwester erzählte mir, dass sie an ihrem Haus eine Wand verputzt hat. Wow! Ich war sprachlos. Wieso? meinte sie, steht doch auf der Packung drauf, wie es geht. Cool! Meine Schwester. In ihrem Haus gibt es keinen Mann. Da ist diese Selbstverständlichkeit der klassischen Rollenverteilung einfach nicht gegeben - und sie packt es an. Würde ich dann wahrscheinlich auch tun, wenn es so bei mir wäre. Ja, vielleicht ist es auch die Angst, der Mann kann es besser. Weil er Handwerker ist. Dabei sehe ich bei meinen Ideen und Handeln, dass ich auch geschickt bin, vorher gut überlege, auch manches versaue... aber so ist das eben, dann macht man es wieder gut und gut ist. So geht es den Männern ja auch.

Ein Problem: Ich glaube, andere können es besser als ich. Wenn ich dann genau beobachte, merke ich: Das stimmt nicht. Jeder hat bestimmte Vorlieben, kann das eine besser als das andere, aber keiner kann alles besser. Übung spielt eine große Rolle. Manchmal wohl auch so tun, als ob man es gut/besser kann, obwohl das nicht stimmt. (Weil es erwartet wird, man selbst es von sich erwartet oder weil man es glaubt). Durch Versuch und Irrtum, neu machen und verbessern - entwickelt sich dann eine Fähigkeit. Also, mehr Mut, Anja. Nicht nur streichen. :o)

Gut, auf der anderen Seite muss ich ehrlich bekennen: Ich hasse alle Arbeiten, die mit Kalk zu tun haben. Beton, Mörtel, Spieß... Nix für mich. Zu dreckig, wobei ich mich gut im Garten dreckig machen kann. Aber gegen Kalk bin ich 'allergisch'. Um diese Arbeiten mache ich gerne einen Bogen und bin froh, sie nicht machen zu müssen. Bohren gehört auch dazu. Ich hasse Bohrstaub. Wenn mein Mann hier in der Wohnung bohrt, stehe ich mit dem Staubsauger daneben, damit er sich möglichst wenig verteilt. Als in meiner Zollstocker Coachingwerkstatt ein Rohrbruch beim Nachbarn war, musste bei mir im Bad die Wand aufgeklopft werden. Das passierte, während ich nicht da war. Mein Vermieter hatte mich informiert und so gut es ging alles abgeklebt, damit es nicht staubte. Doch wer so was schon mal mitgemacht hat, weiß: Dieser feine weiße Kalkstaub ist überall. Wenn ich schon dran denke, bekomme ich Aggressionen und die Nackenhaare stellen sich auf. Homöopathen könnten daraus wahrscheinlich Schlüsse ziehen, warum ich so auf dieses Material reagiere...

Fazit: Es gibt handwerkliche Arbeiten, ....

... die mag ich und die mache ich auch ohne um Rat zu fragen oder mich unterzuordnen. Da bin ich Chef. Streichen zum Beispiel. Silikonfugen ziehen. :o)

... die mag ich nicht und bin froh, dass ich sie nicht machen muss. Bohren zum Beispiel, Wände aufklopfen.

... da traue ich mich noch nicht/selten/gar nicht ran, weil ich denke, die anderen (bei handwerklichen Arbeiten: Männer) können es besser. Wobei die auch falsch liegen können, es selbst ausprobieren müssen, nachfragen (was offenbahr für viele Männer so schwer ist... Ich hab null Probleme damit, mir im Baumarkt was erklären zu lassen - nach dem Weg zu fragen.).

Ich denke, wer Handwerker ist, kann alles handwerkliche. Als bekommen sie eine Allzweckwaffe in der Ausbildung, Gesellen- und Meisterzeit überreicht. Dabei ist das Quatsch. Die können doch auch nicht alles! Mein Mann hat draußen zum Beispiel auch das Elektrische gemacht. Er ist Schornsteinfeger. Ich würde das Elektrische nicht anpacken (mein Papa ist Elektriker), davor habe ich zu viel Respekt. Nun, mein Mann macht es einfach. Er kann ja auch viel. Aber - jetzt kommt der entscheidende Punkt: Das hat diesmal auch nicht auf anhieb geklappt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft die Sicherung rausgeflogen ist. Ich will ihm nicht unrecht tun: In der Regel klappt das. Hier war es ein besonderer neuer Schalter, der Mätzchen machte. Die Sicherung sprang raus. Na und? Er hat solange probiert, bis es klappte. Fertig. So einfach ist das. Beim nächsten dieser Schalter weiß er, was zu tun ist. Lernen durch Tun.

Das könnte ich mir mal hinter die Ohren schreiben, noch besser verinnerlichen: Andere können es nicht automatisch besser. Sie können es besser, weil sie sich trauen. Weil sie versuchen, üben, scheitern, dabei lernen und sich verbessern. Und so zum Meister werden. So geht es. Durch zögern, zaudern, alles auf anhieb perfekt machen wollen bleibt man/frau (ich!) nur stecken.

Mein Wunsch: Mehr Mut bei den Dingen, wo ich noch wenig praktische Erfahrung habe - in dem ich es einfach tue. Mut, Fehler zu machen. Mich weiter zu entwickeln. Besser werden. Nur so geht es. Keiner kommt als Profi auf die Welt!

Heute regnet es Bindfäden. Herrlich. Ich müsste Holz schleifen, bevor es den ersten Anstrich bekommt. Das soll vorher nicht nass werden. Also bleibt es im Keller: Pause! Zeit, nachzudenken, zu reflektieren, diesen Beitrag zu schreiben, neue E-Cards zu fertigen:

Neue Ecards

Im Garten blühen die Rosen wie schon Jahre nicht mehr. Auf dem Foto sehen Sie Leonardo Da Vinci, die letztes Jahr einen großen Trieb verlor. Ich befürchtete, sie schafft es nicht. Jetzt schauen Sie sich an, wie Sie es geschafft hat!

Auch die weiße Kletterrose steht voller Knöpfe. Auf dem Foto eine ihrer vielen Blütenrispen. Und das alles schon im Mai und nicht erst im Juni. Dieses Jahr ist wirklich anders als all die Jahre davor. Schon im April blühte eine Rose!

Fünf Pfingstrosen brachte mir meine 'heilige' Staude, die ich aus einem alten Bauerngarten geschenkt bekommen habe, als Geschenk. Die pinken Blüten haben mein Büro lange beduftet. Wenn ich hier rein kam: Hmmm, tief einatmen, wohlfühlen. Jetzt steht die rosafarbene Gertrude Jekyll auf meinem Schreibtisch mit einem Zweig Frauenmantel. Sieht schön aus, auch wenn sie nur stark duftet, wenn ich meine Nase in die weichen Rosenblüten halte. Die Pfingstrose konnte nur durch ihre Anwesenheit den ganzen Raum erfüllen!

Alles Liebe,

Ihre Anja Kolberg

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Freitag, 09 Mai, 2014

Was mir gerade gut tut

Endlich lässt die ewige Erkältung- und Schlappseinssphase nach. Sie hat mich mürbe gemacht. Jetzt gewinne ich spürbar an Kraft zurück. Woran das liegt?

Die körperliche Arbeit an der frischen Luft tut mir gut. Auch wenn ich darauf oft keine Lust habe, unterstütze ich meinen Mann, der sich vorgenommen hat, unsere Terrasse zu verschönern.

Dazu gehört, eine freistende Wand auf der Grenze zum Nachbarn zu verkleiden, zu spachteln, zu schleifen, zu streichen. Der Haussockel wird noch verputzt, die Treppe in den Keller verkleidet und zwei Holzelemente an der weiterführenden Gartenmauer müssten ausgetauscht werden. Praktisch, denn zwei Elemente sind durch die Verkleidung der Wand jetzt frei geworden.

Laaange Einkäufe - im Baumarkt, was nicht so ganz mein Fall ist. Beim ersten Einkauf waren wir drei Stunden dort, bis wir alles gefunden und uns durch x Auswahlsituationen (welcher Lack, welche Rolle, wo ist eine Holzspachtelmasse, die auch für außen geeignet ist...) durchgewuselt hatten - trotz Einkaufsliste und Fragen der Belegschaft. Ausgerechnet an dem Tag war es sehr sonnig und auf dem Parkplatz beim Einladen sehr heiß. Keine gute Kombination, die meine Stimmung steigert. Aber als dann endlich alles zu Hause im Keller verstaut war, ein gutes Gefühl.

Obwohl ich keine Lust hatte, zu helfen, tat ich es trotzdem. Bei uns zu Hause, also meiner Ursprungsfamilie, haben wir alle mit angepackt. Gleich, ob Mädchen oder Junge. Gut, mein Bruder mehr, aber jeder kann was zum Ergebnis beitragen. Mein Vater ist Elektriker und in meinem Elternhaus wurde viel umgebaut und renoviert. Wir haben geholfen. Und sei es, Werkzeug angereicht, etwas gehalten, aufgeräumt. Lust hat uns das damals glaube ich auch nicht gemacht? Nun, so freut sich mein Mann jetzt über meine Dienste als Assitentin. :o) Sein Gebiet: Sägen, Bohren, Schrauben, Planung, Kopf des großen Ganzen. Mein Gebiet: Assistentin, Ideengeberin, Mitplanerin, Arbeiten wie Spachteln, Schleifen, Aufräumen und wenn es dann ums Streichen z.B. der Wand oder der Holzelemente geht, bin ich in meinem Element. Dann träller ich 'Komm ein bisschen mit, nach Italien, komm ein bisschen mit ans blaue Meer...' Das Lied geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube Bernd Stelter spielte es in seinem Bühnenprogramm, das abends im WDR lief.

Abends gibt es wehe Füße, steife Knochen und Muskelkater. Und ein gutes Gefühl, weil ich sehen kann, was wir geschafft haben.

Anfangs war ich nörgelig, weil ich ja eigentlich in meinem Büro was machen wollte. Ich will endlich (...) vorwärts kommen. Doch die Realität sah durch meine Erkältung und Leistungstief nicht so aus. Nach einem Urlaub brauche ich Zeit, um wieder vollständig in den Alltag zu finden, so eine Beobachtung von mir. Es wäre anders, wenn ich gleich einer vorgegebenen Struktur nachgehen würde, wie einer Festanstellung. Da ich aber frei in meinem Büro zu Hause arbeite, ist das anders. Obwohl, mir fällt gerade ein, als wir dreieinhalb Wochen Schweden mit Freunden bereisten, Stockholm, Götakanal, Göteborg, das war glaube ich 1995. Damals war ich noch festangestellt und es ist mir auch schwer gefallen, wieder in Fluss zu kommen.

Auf jeden Fall merke ich, dass es mir durch die körperliche Arbeit besser geht. Ich nehme manches im Büro nicht mehr so wichtig und kann mich auf wesentliche Punkte konzentrieren, die ich dann hier erledige. Meine Stimmung ist gestiegen.

Bei der Erkältung haben Allergietabletten gegen die Heuschnupfensymptome geholfen. So konnte die Erkältung abheilen und mein Körper musste nicht zwei Baustellen bearbeiten.

Und was mir auch gut tut, sind die grünen Smoothies. Ich trinke sie seit letzter Woche Montag. Eine gefühlte Ewigkeit schon wollte ich sie morgens als Frühstücksersatz trinken. Ich dachte immer, es fehlt der Hochleistungsmixer und hatte mein erstes Experiment in Erinnerung. Der Smoothie schmeckte echt bitter. Urg. Vorletzte Woche lief mir zufällig ein Video eines jungen Mannes über den Weg, der die Smoothies nett erklärte, die Vorteile und dass man am Anfang auch mit dem normalen Pürierstab arbeiten kann. Wichtig sei, der Smoothie soll schmecken. Mischungsverhältnis 60% Obst, 40% grünes Blattgemüse. In den Topf die Hälfte Wasser geben. Pürieren, bis alles klitzeklein ist und genießen. In meinem ersten Smoothie hatte ich ein ganzes Paket frischen Babyspinat gepackt und nur eine Banane. Kein Wunder, dass der bitter und zum Abgewöhnen war. Jetzt schmecken mir die Smoothies, weil ich im richtigen Mischungsverhältnis Obst reingebe. Ich genieße die Energiebomben, die meinem Immunsystem gut tun.

Auch das ist derzeit ein Baustein zum Glück.

Die Regentage helfen nicht wirklich bei den Arbeiten draußen, besonders wenn man auf die Zeitfenster Wochenende und später Nachmittag angewiesen ist. Auf der anderen Seite verschaffen sie auch Ruhephasen, die wichtig sind. Eigentlich habe ich so Sachen am liebsten sehr schnell erledigt. Doch zumindest Trockenheit brauchen wir, um draußen zu arbeiten. So darf ich daran arbeiten, mich auch hier in Geduld zu üben und zu akzeptieren, dass das Projekt länger dauert, als ich eigentlich will. Es gibt noch einige Punkte, die wir hier an dem alten, aber 1996 unter der Kraft vieler sanierten Haus tun könnten. Wenn man bei uns die Treppe in die erste Etage hochgeht, kann man seitlich unter die Verkleidung der Flurdecke schauen. Ein Stück Vergangenheit begutachten. Eigentlich müsste dort eine Abdeckung hin. Auf der anderen Seite habe ich manchmal gedacht, so sieht man wie es hier früher war. Bei dem Kreativtempel Bösner hat man sogar einen ehemanligen Wasserschaden eingerahmt. Vielleicht sollten wir das hier auch so tun. :o) Im Garten haben wir in den letzten Jahren regelmäßig gearbeitet. Wir können dann aber auch gut jahrelang nix tun...

Eines ist sicher: Nach dem Projekt ist erst mal wieder viel nixtun und faulenzen in der Freizeit angesagt.

Auf meinem Schreibtisch stehen Maiglöckchen aus dem Garten. Die duften herrlich. Auf dem Tischkalender 'Ich bin gut zu mir' spielen sie im Mai eine tragende Rolle. Es geht um Selbstliebe und mich selbst dufte finden. In den monatlichen Mailimpulse habe ich dazu geschrieben. Ich liebe diese Arbeit!

Ganz herzliche Grüße und schöne Maitage

Anja Kolberg

PS: Weiter zum Renovieren berichte ich hier und hier und hier.

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Freitag, 25 April, 2014

Im Urlaub gelesen - Buchvorstellungen

Drei Bücher habe ich an der Nordsee gelesen. Eines leicht und fluffig, eines zum Dahinschmelzen und eines mit emotionalem Warnhinweis von mir. Zu Hause kam dann ein Geschenk hinzu, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Der Reihe nach - hier sind sie:


Gelesen von Ingrid Noll: Hab und Gier

Anja Kolberg: Gar nicht mehr weg wollte ich von Karla und ihren Weggefährten. So schnell war die Geschichte in typischem Ingrid Noll Stil verschlungen. Was diesen Stil ausmacht? Kurzweilige Erzählungen mit überraschenden Wendungen und Blicke in menschlich nachvollziehbare Abgründe. Es geht bei Ingrid Nolls Krimis nicht um Polizeiarbeit und Kommissare, also nicht darum, den Mörder ausfindig zu machen. Wir wissen ja eh längst, wer der Täter ist. Denn Ingrid Noll ist bei den Tätern, erzählt uns amüsant ihre Geschichten und lässt ganz nebenbei lästige Weggefährten das Zeitliche segnen.

Die Geschichte: Frisch berentet wundert sich Bibliothekarin Karla über die Einladung ihres ehemaligen Kollegen Wolfram. Der hat jüngst seine Frau verloren und auf deren Grabstein eine seltsame Inschrift hinterlassen. Was will er von ihr? Der Rentner unterbreitet ihr ein unmoralisches Angebot, so verlockend, dass Karla kaum Nein sagen kann. Es winkt eine Erbschaft, die sie gut brauchen kann. Ist sie bereit, dafür die Legalität hinter sich zu lassen, um Wolframs Wünsche umzusetzen? Eine junge Kollegin und deren undruchsichtiger Freund wollen helfen - nicht ohne Hintergedanken.

Schwups, war ich drin, ist dieser herrlich verrückten und amüsanten Geschichte. Zum Weglesen gut!

Ingrid Noll: Hab und Gier; Diogenes Verlag; Erschienen 2014; 256 Seiten; ISBN 978-3-257-06885-6



Hier finden Sie die Buchvorstellungen von


Geschenkt bekam ich 'Alle meine Wünsche' von Grégoire Delacourt:

Anja Kolberg: Das Buch liegt mit seinen 127 Seiten leicht in der Hand und lässt sich ebenso konsumieren. Einige Stunden Vergnügen, die so dahin schmelzen wie köstliches Eis. Ideal für einen Liegestuhl, einen Sitzplatz am Fenster der Bahn oder vorm Einschlafen im Bett. Macht froh. Es müsste mehr so kurze Bücher geben.

Die Geschichte: Jocelyne erzählt uns von ihren nicht gelebten Wünschen, von Verzicht und ihrem Leben als Besitzerin eines Kurzwarenladens. Ihr Ehemann - ja, er ist nicht das Beste in ihrem Leben, aber er ist da. Die Kinder sind aus dem Haus und sie beginnt einen Blog über ihre Arbeit zu schreiben. Dann ermutigen die Frisörzwillinge aus der Nachbarschaft sie, ein Lotterielos zu kaufen und das Leben nimmt eine Wendung...

Es war schön zu lesen, dass noch andere Menschen ungelebte Träume haben, wie die sich manchmal noch erfüllen und wie wenig wirklich wichtig im Leben ist. Das große Geld nur manchmal...

Grégoire Delacourt: Alle meine Wünsche; Heyne Verlag; Taschenbuch-Ausgabe - erschienen 3/2014; 127 Seiten; ISBN 978-3453410367

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Gelesen: Das Haus am Leuchtturm

Anja Kolberg: Ich hätte gerne mehr Zeit mit Libby, Isabella und ihren Gefährten verbracht. Einmal in die Geschichte hinein gefunden, konnte ich kaum mehr aufhören. Auf den letzten 20 Seiten überlegte ich, wie ich den Genuss in die Länge ziehen könnte: Langsamer lesen?

Kimberley Willkins schreibt herrlich. Wie in Der Wind der Erinnerung verwebt sie die Geschichten zweier Frauen miteinander:

Libby hat ihre große Liebe verloren. Marc Winerbourne war zwölf Jahre ihr Geliebter und Auftraggeber. Nach seinem Tod verlässt sie im Jahr 2011 Paris, um in ihre Heimat Australien zurück zu kehren. Dort wartet nicht nur das Haus am Leuchtturm, welches Marc ihr schenkte. Sondern auch ihre Schwester, zu der sie seit 20 Jahren keinen Kontakt hatte. Eine große Schuld, die sie als Jugendliche auf sich geladen hat, macht eine Versöhnung unmöglich. Und soll sie sich für ihre Familie oder für das große Geld, das unerwartet winkt, entscheiden?

Im Jahr 1901 besteigt Isabella Winterbourne ein Schiff in England - zusammen mit ihrem verhassten Ehemann, Sohn der berühmten Juweliersdynastie. Sie sollen der australischen Regierung ein kostbares Schmuckstück überreichen, das sie im Auftrag der Königin fertigten. Kurz vor dem Ziel geraten sie in einen Sturm. Isabella überlebt als einzige und landet an einem einsamen Strand. Wie soll sie weit ab der Zivilisation überleben? Eines will sie auf keinen Fall loslassen: Das Schmuckstück, das sie hinter sich her in einer schweren Kiste zieht. Doch es ist nicht der kostbare Regierungsstab... Vor vielen Monaten in England verlor sie ihren Sohn nach nur zwölf Tagen Leben und sie durfte nie um trauern. Wie kann sie zu ihrer Kraft zurückfinden? Ergibt sich die Chance für ein Neuanfang abseits der Fänge der schwierigen Familie, in die sie eingeheiratet hat?

Kimberley Wilkins schreibt von der Trauer um geliebte Menschen und wie beide Frauen ihren Weg nach diesem Umbruch zurück ins Leben finden. Besonders schwer ist es für die Mutter, die ihr Kind verloren hat. Isabella geht durch Schmerz, weil es ihr verboten ist, zu trauern. Wir dürfen sie auf ihrem ganz persönlichen Weg der Heilung begleiten, den ich beeindruckend authentisch geschildert fand. Auch Libby hat zu kämpfen, weil sie zwar der Trauer in Paris entflieht, aber der nächsten Herausforderung in ihrer Heimat gegenübersteht. Es geht bei beiden Geschichten um Vertrauen, um schwesterliche Verbindungen, das Überwinden von Schuld, Versöhnung, Neuanfang, den Wert der Familie und - natürlich um die Liebe. Lesenswert schön!

Kimberley Wilkins: Das Haus am Leuchtturm; Knaur Verlag; Erschienen 8/2013; 496 Seiten; ISBN 978-3-426-65290-9

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Gelesen: Tanz auf Glas

Die Geschichte:

Lucy liebt Mickey, der an einer bipolaren Störung leidet. Der kann sein Glück nicht fassen: Diese tolle Frau interessiert sich für ihn, trotz seiner Krankheit. Nun, Mickey liebt auch Lucy, die ihre Mutter wie auch weitere Verwandte früh an den Brustkrebs verlor. Beide erzählen uns zuerst ihre Liebesgeschichte. Geschrieben aus der Ich-Perspektive: Lucy als Erzählerin. Mickey über Tagebucheintragungen. Das lässt alles Geschehen sehr nah an uns heran treten.

Wir erfahren viel über die Krankheit Mickeys, seine Symptome, Medikamente. Wir erleben Klinikaufenthalte, Manie und Depression und wie die Auswirkungen auf sein Leben und das seines Umfeldes ist. Seine Ehefrau Lucy geht damit erstaunlich gelassen und stark um. Ihre Schwestern, mit denen Lucy stark verbunden ist, können es kaum fassen.

Das Ehepaar schwor sich vor zwölf Jahren aufgrund ihrer Krankheiten, keine Kinder zu bekommen. Doch dann passiert es: Lucy wird schwanger, trotz Sterilisation. Das wirft das Paar und die gesammte Familie in tiefe Auseinandersetzungen, besonders als Mickey seine Medikamente zur Stimmungsstabilisierung wieder unregelmäßig nimmt und Lucys Frauenärztin plötzlich eine dringende zusätzliche Gewebeuntersuchung ihrer Brust verordnet.

Ein gutes Buch. Trotzdem eine mir wichtige Warnung für alle zart besaiteten wie ich es bin: Die Geschichte ist sehr traurig. Ich kann mich nicht erinnern, bei einem Buch über einen so langen Zeitraum so gelitten und geweint zu haben. Achtung Spoileralarm (heißt, nicht weiterlesen, wenn Sie die Geschichte Schritt für Schritt entdecken wollen, denn ich verrate jetzt mehr über die Geschichte):

Wir beobachten das Sterben einer werdenden Mutter an Brustkrebs, die sich gegen eine Behandlung entschieden hat, um das Kind auf die Welt zu bringen. Dabei erleben wir hautnah, welchen Schmerz dies ihrem Mann, ihren beiden Schwestern, ihr selbst und letzten Endes auch uns, als Leserin bereitet. Ich hätte mir diesen Hinweis gewünscht, denn am Tag nachdem ich das Buch endlich ausgelesen hatte (ich las das Buch Gott sei dank im Urlaub) waren meine Augen so geschwollen vom Weinen, dass ich Ruhe brauchte und ziemlich mitgenommen war. Ich hätte mir diesen Hinweis gewünscht, auch wenn ich das Buch wegen des Hinweises vielleicht nicht gelesen hätte. Denn einmal angefangen, wollte ich auch wissen, wie es ausgeht, ich konnte es nicht zur Seite legen, obwohl ich ahnte, wie die Geschichte weiter geht.

Dennoch ist dieses Buch gut. Weil es voller Tiefe, Weisheit und detaillreicher authentischer Beschreibungen rund um das Thema bipolare Störung und Krebs ist. Weil wir viel zwischenmenschliche Wärme, ein Miteinander und Füreinander in der Familie und Nachbarschaft und Freunden erleben, die gut tut und Hoffnung selbst in ausweglosen Situationen macht. Die Autorin Ka Hancock erzählt so realistisch, als hätte sie die Geschichte hautnah erlebt. Bezogen auf die bipolare Störung (Typ 'fast cycling') mag das an ihrer Arbeit als Krankenschwester im psychiatrischen Bereich liegen. Interessant fand ich die beiden Perspektiven, wie der Betroffene selbst seine Krankheit erlebt, wie seine Frau damit umgeht, welche Hilfen sie sich im Alltag bauen und wie sehr seine Frau an ihn glaubt, mehr als er selbst oder ihre Familie.

Es lohnt sich auch zu lesen, weil es Mut macht, selbst abgrundtief schlimme Schicksalschläge zu überstehen. Nämlich Tag für Tag. Schritt für Schritt, als würde es nur ein heute geben. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben einer jungen Frau ist grausam. 'Tanz auf Glas' zeigt trotz allem Schmerz - oder gerade deswegen - wie kostbar das Leben ist und trotz der dunkelsten Aussichten, für die es keinen Ausweg gibt, im hier und jetzt zu leben und zu genießen, was geht.

Und noch ein Grund, es zu lesen sind wunderbare Sätze wie: 'Ich leide unter Leblosigkeit.' oder 'Für (...) wünsche ich mir, dass sie die verborgene Freude in einem unvollkommenen Leben entdeckt.'

Geschrieben von: Anja Kolberg

Ka Hancock: Tanz auf Glas; Knaur Verlag; Erschienen 9/2013; 528 Seiten; ISBN 978-3-426-65322-7

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Mittwoch, 16 April, 2014

Zurück. Vom weiten. Vom endlosen. Meer.

Hallo aus Köln,

ich melde mich zurück. Drei Wochen Urlaub an der Nordsee. Der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Mann seit vier Jahren. Hüpf!

Wir waren auf Römö. Südlichste Insel Dänemarks in der Nordsee und Schwesterninsel von Sylt.

Ein Ferienhaus mit Blick aufs Wattenmeer bewohnten wir, gleich ans Naturschutzgebiet grenzend. Das große Glück war der Ausblick. Zwar waren rechts und links Häuser auf gleicher Höhe, aber der Blick gerade aus ging ungehindert Richtung Natur. Vom Schlafzimmer. Eßzimmer. Küche. Wohnzimmer. Sogar vom Klo durch die tiefen Fenster der Dachschräge in der ersten Etage. :o) Marschland. Ebbe und Flut. Bei gutem Wetter weiter Blick bis aufs Festland und nach Sylt. Bei Seenebel kaum bis zum Schilf am Haus.

Während der Urlaubszeit habe ich meinen 44. Geburtstag gefeiert. Genau an dem Tag war strahlender Sonnenschein. Sogar am Nachmittag so warm, dass wir draußen auf der windgeschützten Terrasse die selbstgebackene Obsttorte und die Aussicht genießen konnten. Herrlich! Das war danach noch mal an zwei Tagen möglich, ansonsten war es dafür zu kalt, zu windig oder zu trüb. Klar, wir hatten Ende März und das im hohen Norden. Aber an dem Tag, da war es ein Traum.

Einen großen Rucksack hab ich mitgenommen. Voll mit Unterlagen, die ich mir angucken, durcharbeiten wollte. Hab ihn ungeöffnet mit einem Hauch schlechtem Gewissen wieder mitgebracht. Ich hätte doch so viel.... Ich hatte da doch soviel Zeit.... 'Wieso?', so mein Mann, 'der Urlaub ist doch zum Ausspannen da!' Seufz. Recht hat er. Auch diese interessanten Sachbücher, kein einziges angepackt. Es ging einfach nicht. :o)

Ich war einfach zufrieden damit, im halbrunden Erker des Esszimmers zu sitzen und raus zu schauen. Auf die vorbeifahrenden Schiffe.

Die Wolken. Die wechselnden Farben des Meeres und des Himmels. Den Tau am Morgen auf dem Rasen. Die kleinen Nebeltropfen auf den Wedeln des Schilfs. Das Meer in Wellen, ganz glatt mit spiegelnder Fläche.

Auf die vielen verschiedenen Vögel und bei gutem Wetter das Fenster ein wenig zu öffnen, um ihren Erzählungen zu lauschen.

Auf Gänse, die sich auf dem Marschland sammeln, um sich zu stärken und auszuruhen auf ihrer Reise gen Norden, wo sie brüten werden. Ein wunderbarer Moment, wenn der riesige Schwarm gesammelt in die Lüfte fliegt, dieses schwungvolle Geräusch ihrer Flügel, ihre eignen Töne, die Flugformationen, während sie nach dem nächsten Naschplatz Ausschau halten. Wenn sie auf die Küste zufliegen sieht ihre frontale Siluette aus, als blicken einen unzählige Augen an.

Ohren- und Halsschmerzen und eine kleine Unterkühlung hab ich mir geholt, als ich unvernünftiger weise 'nur mal eben' mit Lümmelklamotten auf die Terrasse am frühen Abend gehuscht bin, um ihren Start zu fotographieren.

Beim Warten - nur noch einen Moment, vielleicht fliegen sie jetzt - habe ich die Zeit vergessen und auch, mir eine Jacke anzuziehen. Eine Stunde bei kaltem Wind war einfach zu viel. Ich verstehe jetzt all die Naturfotographen und ihre Leidenschaft besser. Wie lange haben sie gewartet, um die besonderen Bilder einzufangen, die von mir so schnell konsumiert werden?

Die ersten Tage glitten langsam dahin. Schon um sieben Uhr waren wir mit Minu spazieren. Wir hatten zwar keinen Strand vor der Türe (ein winziger war im Naturschutzgebiet, das ab 1.4. wegen Schutz der Tiere nicht betreten werden sollte), dafür einen langen Deich, einen Holzsteg zum Hafen, Wege durch die Dünen. Die erste Woche waren wir mit ankommen beschäftigt und dem Entdecken alles Neuen.

Die sechsstündige Fahrt war schneller weg gesteckt, als bei der letzten Reise nach Dänemark, wo wir unserer Erinnerung nach fast zwölf Stunden bis zur nördlichen Spitze unterwegs waren.

Am Ende der ersten Woche ein erster Ausflug. Wir haben uns Ribbe angeschaut. Ein altes sehr gut erhaltenes Städtchen wie aus dem Bilderbuch entsprungen. In den gepflasterten Gassen läuft man nah an Esszimmern, Küchen und Wohnzimmern vorbei, kein Vorgarten. Ich habe nur herrlich alte Häuser gesehen, teils mit Fachwerk, winzige Gässchen, kleine anderthalbgeschossigige, rotgeklinkerten Häuschen mit weißen Sprossenfenstern und windschiefen Dächern aus roten Pfannen. Mal gelb, mal weiß, mal rot, mal himmelblau getünchte Außenwände.

Blicke in begrünte Hinterhöfe, einen Park mit See, einen kleinen Hafen wie gemalt, ein rauschender Fluss mitten durch das Städtchen, inklusive sich drehendem Mühlrad gleich neben den kleinen Geschäften.

Der Platz um die Kirche frisch gepflastert, rundherum die zweigeschossigen Häuser eines schöner als das andere, herrliche Portale mit schmucken Holztüren und Steintreppen.

Ribbe ist wirklich einen Besuch wert!

Auf dem Rückweg lockte Manö auf der Karte. Die kleine Insel nördlich von Römö sah putzig aus. Und man konnte hinauf fahren, zumindest laut meiner Landkarte. Viel zu spät erkannten wir, dass die Verbindung vom Festland zur Insel kein geteerter Damm wie der nach Römö ist, sondern eine sieben Kilometer lange, schmale Schotterpiste mit Steinen, Schlag- und Matschlöchern durch das Watt. Drehen fast unmöglich. Befahrbar nur bei Ebbe (habe ich hinter her erfahren). Als wir ankamen, ist uns ein Auto mit dänischem Kennzeichen sehr flott entgegen gekommen. Es gab dort also 'Leben' oder wir waren nicht die einzigen Verrückten, die sich auf den Weg dorthin gemacht hatten?

Ich wusste nichts von der Insel. Gab es also Bewohner? Nur wilde Natur? Auf dem Deich von Manö angekommen, war ich so durchgeschüttelt, dass ich am liebsten gleich zurück wollte. Sollten wir doch noch weiter fahren? Mutig voran. Erstaunt entdeckten wir Häuser und eine Windmühle auf der Insel. Sogar ein Ferienhaus in den Dünen.

Später las ich, dass sich die Bewohner gegen eine Teerstraße entschieden hatten. Weil sie ihre Ursprünlichlichkeit erhalten und möglichst unter sich bleiben wollten, nicht einem möglichen starken Touristenstrom erliegen. (Im Sommer fahren über den Römödamm zur größeren Schwesterninsel gut 10.000 Autos täglich.) So kamen über die Schotterpiste zwar Touristen auf die Insel, wie wir mit dem Auto oder mit Watttreckern transportiert, aber stark begrenzt.

Auf der Insel war noch Winter. Nix los. Gut so. Unser ehemals glänzendes Auto sah anschließend aus wie nach der Ralley Paris Dakar. Fand mein Mann nicht so toll und ich brauchte noch Zeit, um mich vom Durchschütteln zu erholen. So schoss ich kaum ein Foto und wir verließen die Insel rasch wieder. Zurück auf unserer Insel nach dem Besuch einer Waschanlage und bei einer Tasse heißem Tee war alles wieder gut und ich bereute, dort nicht länger geblieben zu sein.

So zogen die Tage dahin. Typischer Tagesablauf: Beim Aufwachen Blick in den Himmel: Wie ist das Wetter? Der Blick oben in den blauen Himmel war eine Rarität, die manchmal nur für eine Stunde blieb. Dann Spaziergang mit Minu. Zeitung im Dagli Brugsen kaufen. Frühstücken, lesen und aufs Wasser gucken. Da die Couch furchtbar durchgesessen war, nicht geeignet, darauf gemütlich zu liegen und zu lesen, freute sich mein Mann, mit dem Tablett-PC und seinen Adler Olsen Krimis wieder ins Bett zu gehen. Minu tapste ihm nach. Seeluft macht so müde. Ich schrieb meiner Familie von unserem Aufenthalt. Der von meinem Mann gewünschte WLan-Anschluss im Haus wurde mir so auch zu nutze.

Die ersten Tage war ich ausgefüllt nur mit diesen Beschäftigungen und dem Gucken aus dem Fenster, dem Beobachten der Natur. Wie auch an meinem Geburtstag. Es war windstill und warm. Ich konnte eines der Erkerfenster weit öffnen. Schreiben und rausgucken. Füße auf einem Stuhl abgelegt. Träumen. Da setzte sich ein Vögelchen auf die Spitze der nahen Heckenrose. Schaute sich um, erzählte etwas - und ich - ich hielt die Luft an. Konnte mein Glück kaum fassen. Was für ein Geschenk!

Am Nachmittag gab es dann wieder einen Spaziergang oder auch einen Ausflug zum Strand. Der ist auf Römö so breit und auch fest, dass man mit dem Auto bis zum Wasser fährt, bzw. das fast 'muss', weil der Weg von der Düne zum Wasser zu Fuß eine gefühlte Ewigkeit dauert.

Das erklärt auch die bekannten Drachenfestivals, die dort im Herbst stattfinden. Auch jetzt gab es einige, die sie steigen ließen.

Riesige Strandabschnitte sind am südlichen Sönderstrand für Strandsegler und Kitesurfer reserviert.

Als ich dort das erste Mal mit dem Auto oben auf der Düne stand, fühlte ich mich in der Wüste: Sand, soweit das Auge reicht. Ich konnte das Wasser nicht sehen. Der Strand im nächsten, recht beliebten Ort Lakolk auf der Insel ist geringfügig schmaler und belebter. Diese extrem breiten Strände sind charakteristisch für diese Insel.

Zurück im Ferienhaus dann schwarzer Tee mit Kandis. Fotos anschauen. Mich in einen der Schmöker fallen lassen. Das fiel mal leicht, mal dauerte es Tage. Wenn mich das Buch gepackt hatte, dauerte das Vergnügen nicht lange und es war ausgelesen. Drei Romane haben mich durch die Zeit begleitet. Die werde ich noch vorstellen. Erledigt: Hier die Buchvorstellung.

Für das Abendessen hatte ich zu Hause schon für gut 3/4 der Zeit einen Essensplan erarbeitet und alle Lebensmittel mitgebracht. Das war mir wichtig, weil ich erstens keine Lust hatte, im Urlaub jeden Tag zu überlegen, was wir denn kochen könnten. Ich hatte auch keine Lust, dort groß einzukaufen. All das kostbare Zeit. Je nach dem muss man dafür weit fahren. Wir hatten diesmal Glück, ein Supermarkt war per Fuß erreichbar und sogar geöffnet. Keine Selbstverständlichkeit wie wir aus früheren Aufenthalten in den Wintermonaten wissen. Drittens wusste ich nicht, was es an veganen Lebensmitteln (außer Obst, Gemüse natürlich) vor Ort zu kaufen gab. Das war der Hauptgrund für den Essensplan.

Vorher viel Arbeit. Nachher super praktisch. Für meinen Mann nutzen wir oft die Gelegenheit, im Hafen frischen Fisch zu kaufen. Ehrlich gesagt: Es ist nicht einfach für mich gewesen, den Fisch zu kaufen. Gerade der Räucherfisch sah lecker aus. Schwer, den Genusswunsch auszublenden. Ich habs aber geschafft. Und da ich meine Muffinformen dabei hatte und alle Zutaten dafür, gabs auch ab und an Kuchen. Lecker!

Am Abend dann deutsches Fernsehprogramm. Auf der Couch, die Rückenschmerzen macht und so tief war, dass wir am Anfang Schwung holen mussten, um dort wieder rauszukommen. :o) Übung macht die Meister, in der dritten Woche klappte es wunderbar.

Aber nur lesen, schreiben, spazieren gehen, die Natur beobachten, schlafen - das war mir zu wenig. Ich brauchte irgendwann Input. Für meinen Mann, der jeden Tag auf der Arbeit Kontakt zu vielen Menschen bei seinen Terminen hat (er ist Schornsteinfeger), der viel fährt - war es gerade auch nach dem anstrengenden Jahr 2013 wichtig, sich möglichst viel auszuruhen. Schlafen. Lesen. Faulenzen. Mal nicht die Verantwortung tragen, mal nicht ständig telefonieren müssen und abrufbar sein. Für mich war dieses Urlaubsprogramm teilweise gut, aber viel weniger als mein Mann das brauchte.

Also erinnerte ich mich daran, dass mein Mann nicht alles mitmachen muss, sondern es auch ok ist, wenn ich alleine losziehe. Jeder nach seinem Bedürfnis. Gesagt - getan. Ich habe mir einige Städtchen angeguckt. Sehenswert waren in der Gegend Ribbe im Norden des Festlands, die nette Einkaufsstraße in Tönder im Süden, auch Mögeltönder mit Schloss und sehr schöner Straße sowie Höjer an der Festlandküste.

Ich bin mit aller Ruhe an den Strand und habe Fotos gemacht und Tonaufnahmen.

Mit Mann und Hund sieht so ein Aufenthalt anders aus, insbesondere weil Minu mit Vorliebe Sand frisst, Muscheln oder man morgens beim Spaziergang eine tote Maus findet, in der sich herrlich wälzen lässt. Und obwohl sie an der Leine ist, hat Frauchen nicht aufgepasst, weil es ja so viel zu gucken gibt...

So konnte ich auf meinen eigenen Ausflügen tun, was mir wichtig war, mir alle Zeit der Welt nehmen und innerlich abhaken, was mich interessierte. Und mein Mann bekam auch das, was er brauchte.

Wir sind dafür jeden Spaziergang mit Minu - oben ein Selfie ;o) von ihr - zusammen gegangen. Das haben wir im Urlaub nicht immer gemacht, sondern einer morgens - einer abends - wie wir das zu Hause im Alltag handhaben. Zusammen zu gehen. Das war schön und eine gute Gemeinsamkeit. Da mussten also nicht noch Besichtigungen zusammen erfolgen. Wenn ich dann nach Hause kam, hatte ich was zu erzählen und mein Mann freute sich. Win-Win-Situation.

Seit dem Wochenende sind wir zurück. Ich dachte, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, ist alles klar. Alle offenen Fragen für mich beantwortet. Doch das kann ich derzeit nicht erkennen. Ich brauche Zeit. Zeit, mich wieder zu Hause einzugewöhnen. Es braucht eine Woche, bis alles wieder an seinem Platz ist. Die Wäsche gewaschen und gefaltet wieder im Schrank. Ich bin weniger leistungsfähig als ich möchte, spüre eine Erkältung im Anmarsch. Die Macht der Pollen ist über mich hergefallen, auch das will erst mal verdaut werden.

Die Seele macht weder zu Hause noch im Urlaub mal Pause. Das hatte ich gehofft. Eine Illusion. Denn natürlich fahren alle Anteile von mir mir. Beispiele: Ich habe zwar weniger an die Arbeit gedacht, aber ganz weg waren die Themen nicht, die zu Hause auf mich warten. Seufz. Hatte sie ja schließlich im Rucksack dabei. :o) Die plötzliche nasse Kälte, der dunkel verhangende Himmel und das trübe Licht machten am Ende der zweiten Woche auch nicht Halt vor meiner Stimmung. Puh! Wir kauften Kaminholz und machten den Ofen an. Das half. Und die Konzentration auf eines der mitgebrachten Bücher und ein Ausflug alleine an den Strand.

Ja. Da bin ich also wieder. Erholt. Gelassener? Ich versuch's.

Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in meinen Erwartungen ertränke. Mein Kopf hatte nämlich für mich schon geplant, dass ich am Montag gleich diesen Blogeintrag schreibe. Ging aber nicht. Meine Fenster sehen aus wie nach einem Schmutzangriff der Killerpollen. Auch die zu Putzen kriege ich im Moment nicht gebacken. Ich brauche mal wieder mehr Zeit, als mein Kopf das will. Mist!

Annehmen und loslassen. Das habe ich auf ein gelbes Blatt geschrieben und neben meinem Bildschirm an die Wand gehängt. Es ist jetzt so wie es ist. Jetzt bin ich erkältet und komme nicht so schnell in die Pötte wie mein emsiger Kopf das will. Die Fenster bleiben wohl schmutzig, den Osterbesuch - meine Eltern und Geschwister kommen - stört das ebenso wenig wie meinen Mann. Nur mich stört es und mit mir hab ich am meisten zu tun, deswegen strengt mich meine eigene Erwartung an.

Es ist eine Herausforderung, die Aufgaben, Ideen und Pläne in meinem Leben unter zu bringen. Ganz real. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Diesen Beitrag zu schreiben, war ein großer. Und einen Teil liegen zu lassen. Zu machen, was geht. Zu lassen, was nicht geht. Heute früh fühlte ich mich wie vom Lkw überfahren - ohne dass ich weiß wie das ist. Stelle es mir so vor. Die Atemwege gereizt, Husten, eine Schwere in den Knochen. Unlust. Wenn ich im Urlaub gewesen wäre, hätte ich mich einfach wieder hingelegt. Hier fällt es mir schwer.

Aber ich mache langsamer. Schaue auf das, was ich schon geschafft habe und das ist eine Menge: Sieben Maschinen Wäsche. Alle Koffer wieder im Schrank. Eingekauft. Alle Tüten geleert, Schuhe von Sand befreit, Minus lange Laufleine von Sand und Meerwasser. Im Fußraum des Autos ist noch Sandzeit. Ich sehe es als schöne Erinnerung, statt als eine Aufgabe, 'die ich auch noch nicht erledigt habe'. Ich habe die Umsatzsteuer fürs erste Quartal fertig. Im Garten ein wenig Unkraut gepflückt. Die Fotos auf den Rechner übertragen. Den Kassensturz für den Urlaub gemacht. Diesen Blogbeitrag geschrieben und überarbeitet. Fotos ausgewählt, verkleinert, in diesen Beitrag eingefügt. Hey, Anja, mach langsam. Das ist eine ganze Menge!

Herzlich von meinem Weg

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 11 März, 2014

Frühling am Wegesrand in Köln

Spaziergang mit unserem Hund. So frisch die Temperatur, dass es mich unter der dünneren Jacke friert. Der Duft von Frühling in der Luft. Sonnenstrahlen. Blauer Himmel.

Die Kamera ist dieses Mal mit auf dem Weg. Schnappschüsse vom Frühling am Wegesrand.

Eine riesige Zierkirsche mit tausenden verführerisch rosa Blüten. Ein Traum, dem nicht nur viele Hummeln erliegen. Auch ich stand einfach da und guckte und guckte in den Blütenhimmel, bis mein Nacken Erholung brauchte. :o)

Im Sonnenlicht beginnt die Narzisse zu leuchten. Das Beet zwischen Gehweg und Straße wird schon Jahre von dem Hausbesitzer gepflegt, dessen Haus direkt an den Gehweg angrenzt. Im Frühling blühen dort Krokusse und Narzissen. Im Sommer ist es ein riesiges Lavendelfeld. Ein Geschenk!

Überhaupt ein herrlicher Trend: Die Grünstreifen am Wegesrand werden von den Anwohnern mit Blumenzwiebeln bepflanzt. Es ist, als wären die Kölner Heinzelmännchen unterwegs.

Hier der Abschied einer Krokuswiese. Weiße und blaue Blüten in großen Scharen verwöhnten die Spaziergänger.

Mininarzissen auf der anderen Seite des Gehwegs. Es folgt ein Ginsterstrauch, in Knospen stehende Gruppen mit Osterglocken und Tulpen.

Wild wachsen diese Veilchen zwischen Buchen und Laub. Sie duften!

Es heißt, wenn die Forsythien blühen, ist der richtige Moment, die Rosen zu schneiden. Ich will meine Rosen dieses Jahr in Ruhe lassen und nicht stutzen, auch wenn es ihnen so richtig gut tun soll. Sie dürfen sich mal gehen lassen.

Die ersten Blätter zeigen sich an den Bäumen. Unglaublich, was innerhalb so kurzer Zeit passiert ist. Es heißt die Natur ist durch den milden Winter und die plötzliche Wärme drei Wochen voraus. Welch schöner Ausgleich zum überlangen Winter 2013. Ob sich alles im Leben so einfach ausgleicht?

 

Passend zum Märzblatt des Tischkalenders 'Kurze Meditationen' und meinen Schilderungen in den Monatlichen Mail-Impulsen: Die Magnolienblühte beginnt - welch Farbenrausch!

 

Diesen Traum dürfen wir hinterm Haus bewundern. Die Blutpflaume blüht. Inzwischen ist der rotblättrige Baum so hoch wie die Tannen und ein dreigeschossiges Haus. Innerhalb von wenigen Tagen blüht er wie noch nie zuvor.

Danke Petrus, danke Himmel für diese wunderschönen Frühlingsgefühle! Während des intensiven Betrachtens machen sie ganz viel Licht im Herz, in der Seele und den Gedanken.

Grüße von der Frühlingsinsel

Anja Kolberg

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Mittwoch, 05 März, 2014

Neues aus Südafrika - Der Fynbos Zyklus

Lisa Balz lebt in Südafrika und schildert seit dem ihre Erfahrungen und Erlebnisse als Deutsche, die dorthin im besten Alter ausgewandert ist. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht

Sie hat mir wieder geschrieben wie es aussieht in Sommerset West - im Süden der Welt. Die Praktikerin zeigt Kämpfergeist und zugleich die wunderbare Gabe, das Leben anzunehmen wie es ist - und das Beste daraus zu machen.

Danke schön, liebe Lisa für deine Offenheit und das Teilhaben lassen an der Schönheit, die dich umgibt. Ein Spiegel deiner selbst! Anja


Der Fynbos Zyklus

Es ist der 4. Maerz 2014 --- heute vor 12 Jahren bin ich in Kapstadt gelandet, ausgestattet mit leichtem Gepaeck – 20kg – und grossen Traeumen. Damals hatte ich keine festen Ideen, was ich denn so machen wollte und wie mein Leben wohl verlaufen wuerde/ koennte/ sollte.

In meinen wildesten Traeumen haette ich mir nicht vorstellen koennen, dass ich heute, nach all den vielen Jahren und der harten Arbeit, kein geregeltes Einkommen habe, meine finanziellen Reserven aufgebraucht sind und ich bis ueber beide Ohren bei Freunden in Schulden stecke. Ich hatte damals auch nicht den blassesten Schimmer, das ich hier zu Gott finden wuerde --- wofuer ich ausserordentlich dankbar bin!

Der Verkaufsjob ist im Dezember ausgelaufen und bis heute habe ich noch nichts Neues gefunden. Zu allem Ueberfluss musste der Motor meines Autos ersetzt werden, was ein herber Schlag war! R18 000, die ich nicht hatte! Als ich diesen Telefonanruf erhielt, war ich so verzweifelt, dass ich mir selber eine “pity-party” organisiert habe: Um 2 Uhr Nachmittags habe ich mich betrunken, bin in’s Bett und habe mir die Augen aus dem Kopf geheult. Natuerlich bin ich wieder aufgestanden, denn alles andere hilft ja nicht!

Diese Faehigkeit hat mir einen wunderschoenen Namen eingebracht: “Mrs. Perseverance” , Frau Beharrlichkeit! Was mich stark macht ist mein unerschuetterlicher Glaube an Gott! Er hat mich niemals verlassen und wird es auch jetzt nicht tun! Ausserdem hat er grosse Plaene fuer mich: 'Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch.' Jeremias 29: 11 – 12

Manchmal ist es halt Zeit “die Batterien wieder aufzuladen”! Das bese Mittel fuer mich ist “mein Paradies”! Ein altes Farmhouse, das Freunden von mir gehoert und von deren Familie inzwischen nur noch als Ferienhaus genutzt wird. Es liegt in den Cederbergen am Ende eines Tales, 400 km von Somerset West entfernt, wobei die letzten 60km Gravel Road sind.

In der Nacht und bei Sonnenaufgang, wenn der Wind noch schlaeft, ist es so still, dass das lauteste Geraeusch was ich hoere, mein eigenes atmen ist. Kein Handy-Empfang – kein Internet – NIX - HIMMLISCH! Dort habe ich gerade zwei Wochen verbracht! In diesen zwei Wochen sind 4 Autos vorbeigekommen! Ich erledige Handwerksarbeiten in diesem Haus, wobei meine Kreativitaet keine Grenzen kennt! Von Fensterkitt ersetzen zu Fussboeden und Waende streichen, Holzbetten reparieren, Wandrisse schliessen, Gardinen naehen – die Arbeit dort nimmt nie ein Ende, wofuer ich ausserordentlich dankbar bin! Was ich nicht mitnehme an Material, gibt es halt nicht.

Doch ich finde ALLES, wirklich ALLES was ich brauche waehrend meiner fruehmorgendlichen Wanderung in der Gegend. Sei es Bauholz, Scharniere, Hufnaegel, alte Tueren – und das an den unglaublichsten Plaetzen! Wenn es nicht Gott ist, der mir dieses Material vor die Fuesse legt, wer dann? Wandern bei Sonnenaufgang, stille Zeit mit Gott und handwerken --- da lebe ich wieder auf! Das gibt mir Kraft!

Mit dieser Kraft bin ich in mein neues Lebensjahr gegangen! Am Samstag bin ich 61 Jahre jung geworden. Ein Alter, in dem andere mit einem finanziellen Polster in den Ruhestand gehen. Wenn ich jedoch an Ruhestand denke, muss ich laecheln. Was ist RUHEstand? Das RUHEN kann ich mir nicht vorstellen, das finanzielle Polster schon….. Let’s see!

Der Teil des Western Cape, in dem ich lebe, ist das reichste der sechs floral kingdoms in der Welt. Die Artenvielfalt des Fynbos ist extrem hoch, mit ueber 9000 Arten in dieser Gegend, von denen rund 6200 Arten bedroht sind, die nirgendwo anders in der Welt wachsen. Das Phenomen mit Fynbos ist, dass er alle 12 Jahre brennen muss, um neue Samen, damit neues Leben, zu produzieren.

Meine 12 Jahre sind um, ich bin durch viele, viele Feuer gegangen, aber wie der biblische Daniel staerker daraus hervorgegangen. Das Feuer ist ueber mich hinweggefegt, aber ich bluehe auf, siehe das kleine Bild. Fynbos waechst meistens in etwas felsigen Gebieten. Gott ist mein Fels, von dem mich nichts und niemand hinwegfegt! Wenn der kleine Sproessling etwas mehr gewachsen ist, melde ich mich wieder.

Fruehherbstliche Gruesse aus Somerset West

© Lisa Balz

Weitere Infos: Fynbos Deutsch Wikipedia - Englischsprachige Seite Wikipedia über das Florale Königreich - Cape Floral Kingdom wurde 2004 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es ist die kleinste und artenreichste derartige Region der Erde. - Seite Lisa Balz

Freitag, 28 Februar, 2014

Danke schön!

Die Frauencoaching-Umfrage ist beendet. Danke für Ihre Teilnahme!

Per Zufallsgenerator wurden drei Gewinnerinnen aus den 108 TeilnehmerInnen ausgewählt. Gewonnen haben Silke aus Bremen, Silke aus Borken und Petra aus Köln. Die Überraschungspakete aus meinem Webshop sind gepackt und unterwegs. Herzlichen Glückwunsch!

E-Cards frisch gemacht

Ich habe durch Ihre Rückmeldungen viele wertvolle Eindrücke gewonnen, die ich nun verarbeite.

Eines habe ich bereits umgesetzt: Weil mir viele geschrieben haben, wie sehr sie die E-Cards mögen, habe ich 10 nagelneue E-Cards (elektronische Postkarten, die man mit Text an Empfänger verschicken kann) entworfen. 5 mal Frühling, 5 mal Geburtstag/Glückwünsche.

Besonders gefreut und auch sehr berührt haben mich die vielen persönlichen und liebevollen Zeilen zu allen Bereichen der Umfrage. Sei es zur persönlichen Situation, zum Newsletter, zum Blog, den Illustrationen, zum Kalender oder auch zu mir. Das war etwas ganz besonderes für mich. So viel Liebe für mich. Ich bekam so das Gefühl von einer sehr kraftvollen Gemeinschaft, die schon über viele Jahre gewachsen ist. So viele interessante Berufe, Leben, Menschen, Frauen (ein Mann nahm teil *drück*). Danke für Ihr Vertrauen. Ich fühle mich ganz doll lieb gehalten und gewertschätzt, so wie ich bin.

Die Rückmeldungen geben mir Schwung, so weiter zu machen. Mir war auch nicht klar, dass viele von Ihnen nur den Newsletter lesen und nur dann in den Blog gehen. Der Wunsch der meisten von Ihnen, so oft per Newsletter von mir zu lesen wie ich mag, ermutigt mich dazu, das vielleicht öfter zu tun. Ich hatte bisher den Glauben, ich könnte vielleicht stören und habe mich deswegen reduziert. Dass das Gegenteil der Fall ist, ich willkommen bin, ist ein wunderbares Gefühl.

Das sind nur einige der wertvollen Impulse, die ich durch die Umfrage sammeln konnte. Ich habe gerade erst mit der Auswertung angefangen.

Am liebsten hätte ich jeder und jedem von Ihnen ein Überraschungspaket als Dankeschön geschickt. Ich übe mich darin, Ihr Geschenk der Zeit an mich, diesen Fragebogen auszufüllen, anzunehmen. Das fällt mir schwer. (Ermuntert werde ich dazu durch die wundervolle Geschichte von Kurt Peipe, der lernt nicht nur zu geben, sondern vor allen Dingen auch anzunehmen. Erinnern Sie sich? Leider ist das Buch vergriffen. Er erfährt auf seinem Weg wie schwer es ihm fällt, Geschenke anzunehmen. Und er lernt wie wertvoll und wichtig genau dieses Nehmen ist und welch Glück es beim Schenkenden auslöst.)

Viele von Ihnen haben sich gewünscht, dass die monatlichen Impulse - meine Gedanken zum Monatswechsel zum jeweils aktuellen Kalenderblatt - weiter erhalten bleiben. Das freut mich sehr. Ab Januar 2014 werden sie an einen besonderen Kreis von InteressentInnen direkt per E-Mail direkt verschickt. Zwei Ausgaben sind schon erschienen, die März-Ausgabe ist gerade in Arbeit.

Möchten Sie die monatlichen Impulsen 2014 per Mail ebenfalls haben? Wenn Sie einen Tischkalender 2014 besitzen, ist die Teilnahme kostenfrei. Schreiben Sie mir eine Mail. Für alle anderen kostet die Teilnahme 12 Euro für ein Jahr. Wenn Sie das möchten, mailen Sie mir ebenfalls. (Das Abo der Monatlichen Impulse 2015 kann im Webshop erworben werden.)

Ganz herzliche Grüße aus Köln und bis bald

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 19 Februar, 2014

Unerwartetes Jubiläum

Lilo wundert sich

Merkwürdiger Werbebrief Anfang Januar in der Post. Großer Umschlag, fette Schrift, Kugelschreiber drin. Hm, ich drehe den Stift. Och, mit Aufschrift 'Anja Kolberg - Kreative Lösungen, 50858 Köln'. Nett, danke schön. Doch warum steht daneben die Zahl 15 mit Lorbeerkranz? Farbnummer vielleicht? Komisch. Ich lege den Stift mit dem ungelesenen Brief zur Seite.

Beim Aufräumen fällt mir beides in die Hände. Jetzt will ich's wissen: Was soll diese Zahl? Man gratuliert mir zum fünfzehnjährigen Betriebsjubiläum. Unfassbar. Daran habe ich gar nicht gedacht! Stimmt, 1999 meldete ich meine Selbstständigkeit beim Finanzamt an. Ich bin 2014 im fünfzehnten Jahr selbstständig. Unbegreiflich wie schnell die Zeit vergeht. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Monaten einen Rückblick? Ein wertvoller Schritt, mir alle Herrlichkeiten in meiner Schatzkiste bewusst zu machen.

Verglichen mit einem Menschenleben ist aus der Unternehmensidee ein Teenager geworden. Bei einem Menschen finden innerliche Umbauprozesse statt, es geht um das Loslösen von Altem und um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Darum geht es auch meinem Unternehmen in diesem Jahr: Überprüfung - Veränderung - Entwicklung. Was will ich wirklich? Was ist mir wichtig? Und was gar nicht mehr? Was brauche ich? Ja, die Fragen kenne ich aus meinem eigenen Berufsworkshop. :o) Da ich ihn laaaange nicht mehr angeboten habe, fehlt mir selbst die Teilnahme. Ich habe es immer genossen, bei ungeraden Teilnehmerzahlen selbst ab und an mitzumachen. Hach. War schon schön.

Wo geht es lang, Frauencoaching? Wo geht es lang, Anja Kolberg?

In fünfzehn Jahren bin ich fast 60. Kann das sein? Ja, bald werde ich 44 plus 15 macht 59 Jahre. Schluck. Das kommt mir so unwirklich vor. Es ist aber Realität, Anja. Auch du wirst alt. Ja, Mama, auch ich. Kicher. Und liebe Oma, ich baue auf deine wunderbaren Gene im Alter von fast 90 noch so fit und geistig lebendig zu sein und auf die robuste Gesundheit meines Papas. Mir macht die Zukunft also keine Angst.

Dennoch bringt diese Zahl 59 - die zurückliegende Zeit meiner Selbsständigkeit in meine Zukunft geworfen - noch mal eine zusätzliche, ernste Komponente in die Überlegungen. Dann wäre ich in einem Alter, in dem so mancher schon an die Rente denkt. Ehrlich gesagt kann ich mir das als Selbstständige nicht so richtig vorstellen.

Zum einen, weil ich eine Arbeit mache und auch künftig machen will, die ich liebe und die ich unabhängig von meinem Alter ausüben will. Zumindest Stand heute. Wäre ich noch in einem meiner alten Angestelltenjobs würde ich mir die Rente herbeisehnen, um endlich frei zu sein.

Zum anderen, weil ich einer Tätigkeit nachgehe, die auch mit 70 oder 80 - durchschnittliche Gesundheit vorausgesetzt - noch ausgeübt werden kann. Anders als das bei einem körperlich anstrengenden Beruf der Fall ist. Körperlich anstrengend ist meine Arbeit nicht, zumindest meistens nicht.

Meine Situation ist anders. Gut so. Zumindest meistens. Denn als Selbstständige fehlt mir doch das regelmäßig planbare Einkommen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bezahlte Krankentage und -versicherung sowie die gesicherte Vorsorge für die Rente. Trotzdem will ich nicht tauschen. Nein, kann ich mir gerade nicht vorstellen.

Klick zur Umfrage So genug geredet. Aus Anlass meines 15. Geburtstags - witzig, mir selbst vorzustellen, ich wäre dieser Teenager - habe ich eine Umfrage erstellt. Um zu erfahren, was Ihnen wichtig ist und wer meine Seite besucht. Die Leserinnen meines Newsletters wurden bereits am Montag zur Umfrage eingeladen und haben rege teilgenommen.

Nun möchte ich auch meinen Webseit-BesucherInnen, die keinen Newsletter empfangen, die Gelegenheit geben, mitzumachen. Ich weiß noch nicht, wie lange ich die Befragung online stehen lasse. Vielleicht nur einen oder zwei Tage, vielleicht eine Woche. Eine Verlosung gibt es auch. Wenn Sie Lust haben, machen Sie mit. Die Umfrage wurde am 27.2.14 geschlossen.

Herzliche Grüße

Anja Kolberg

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Dienstag, 18 Februar, 2014

Vorfrühling

So sah der Himmel Montag Nachmittag in Köln aus, teilweise ganz himmelblau - wolkenlos. Mich hat die Sonne nach vielen Regen- und Trübwettertagen zu einer Pause in den Stadtwald gelockt. Alleine eine Runde spazieren gehen. Ohne Hund. Wenn unsere Minu dabei ist, bin ich mit der Aufmerksamkeit bei ihr, denn sie findet immer etwas hochinteressantes.

Ich wollte bei mir sein, meine Gedanken ziehen lassen. Zur Ruhe kommen. Pausenzeit. Nur für mich.

Elf Grad zeigte das Thermometer im Auto an, als ich auf den Parkplatz am Stadion parkte. Viele genossen die kostbaren Sonnenstunden. Auf dem Weg durch den Wald begegneten mir einige aufgeregte Häschen (leider von aufgeregt schwanzwedelnden Hunden aufgescheucht). Ich blieb stehen und verjagte die Hunde. Mensch!

Konzentration auf den Weg. Matsche. Braune Matsche. Erste grüne Blättchen an Büschen. Holunder? Ja, eindeutig würzig duften seine Blätter. Baumläufer, Meisen und herrlich singende Rotkehlchen leisteten mir Gesellschaft. Himmellau über mir.

Auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf den Adenauer Weiher eine Bank in der Sonne. Mein Hausarzt hatte mir empfohlen, Vitamin D (Stimmungsaufheller in der dunklen Jahreszeit) über die Haut zu tanken, daran dachte ich. Am stärksten würde es über Sonnenlicht aufgenommen, das auf die Unterarme fällt (wenn ich mich richtig erinnere).

Also Ärmel hochgeschoben. Herrlich bei dieser Wärme. Lange dauerte die Windstille nicht an, brrr kalt. Gut, wieder warm eingepackt, weiter durch den Frühlingswald, immer der Sonne nach. Die Vögel zwitschern seit Sonntag hörbar - für mich einer der schönsten Frühlingsboten.

An einer Weggabelung inmitten Wiesen ein Baumkreis. Ich lehnte ich mich mit dem Rücken an einen der aufgewärmten Stämme, schloss die Augen und hielt mein Gesicht in das wärmende Licht. Naturmusik für die Ohren wie das Zwitschern der Vögel oder das Rascheln der trockenen Buchenblätter im Wind und den Duft von frischen Holunderblättern. Ein Genuss! Bin ich froh, dass mein inneren Schweinehund sich nicht querstellte, als ich mich entschloss, die dreckigen Schuhe anzuziehen, um eine Runde rauszugehen.

Ich hoffe, wir alle haben viel Gelegenheit, Frühlingsluft und Sonne in den nächsten Tagen zu tanken. Und sei es nur für einige Minuten. Es tut so gut! Und wenn es nicht geht - Dienstag Nachmittag trägt der Kölner Himmel ein helles Grau - erinnert die Beschreibung meiner kleinen Reise an das gute Gefühl und auch die Vögel schmettern unbeeindruckt vom Himmel ihr Lied vom nahenden Frühling.

Alles Liebe

Anja Kolberg

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Donnerstag, 13 Februar, 2014

Wonach schmeckt das neue Jahr?

Mehr als ein Zwölftel von 2014 ist passé. Wir hatten Zeit, vom Jahr zu kosten. Und - wonach schmeckt es?

Durch begleitete Coachingprozesse entdeckte ich ein Muster: Darin wie ein Veränderungsweg anfängt, zeigt sich ein Thema. Eine Aufgabe, an der ich arbeiten kann, um mich weiterzuentwickeln, den Verlauf gut zu schaffen.

Die Beobachtung kann ich auf ein Lebensjahr übertragen, ein Vorstellungsgespräch, den ersten Arbeitstag, eine Unternehmensidee, den Erstkontakt mit einem Menschen oder eben auf ein Jahr. Wie beginnt eine Beziehung, ein Prozess, ein Zyklus - und welches Thema zeigt sich darin?

Erkenne ich die Aufgabe, nehme ich das Ruder in die Hand. Das macht einen Unterschied, weil ich mich darauf einstellen kann. Ob ich klar sehe oder wegen Nebels umherirre. Ich stelle mich darauf ein, achte damit gut auf mich. Ich habe ein wertvolles Leitbild für meinen Weg.

Lust auf eine Übung, um für sich auf die Spur dieses Thema zu kommen? Dann machen Sie mit:

Welchen ersten Geschmack hat Ihr Jahr 2014 bisher?

Augen zu. Was fällt Ihnen als erstes ein? Ein, zwei Worte. Was nehmen Sie wahr? Munter drauf los. Wie fühlt sich das an? Beschreiben Sie es.

Echt. Nicht weiterlesen. Keine Hemmungen. Es gibt nur richtig. Nämlich Ihres!

Für mich schmeckt es - wenn ich spontan darüber nachdenke - nach Brause auf der Zunge: Prickelt. Süß. Sauer. Da bewegt sich was von alleine. Es knallt ein bisschen. Huch, spannend!

Was da für ein Thema für mich hintersteht? Ich vermute, gut auf eine Balance aufpassen. Zwischen Aktion und Ausruhen. Die erste Migräneattacke Anfang Januar nach vielen Jahren (ich berichtete) weist darauf hin. Ein Gleichgewicht finden. Einpendeln lassen.

Was hat das mit Brause zu tun? Nun: Wenn ich zuviel Brause in den Mund nehme, schäumt es wie verrückt und die Blasen laufen über. Zu wenig macht nicht richtig Spaß, es soll ja nach was schmecken.

Ein wichtiges Thema für mich in 2014: Gut auf mich aufpassen. Balance halten. Lernen das richtige Maß zu finden. Ich befinde mich in einer ähnlichen Energie wie zu Beginn meiner Selbstständigkeit. *hüpf* Damals war ich froh, endlich das zu tun, was ich tun wollte und nicht irgendwer anders mir sagte. Das machte soviel Spaß, sieben Tage die Woche habe ich gearbeitet und irgendwann zeigte mir mein Körper die rote Karte. Das will ich diesmal anders machen. Selbstfürsorge üben - und dabei meine Ziele im Auge behalten. Mein Thema!

Auf welches Thema - auf welche Lernaufgabe könnte Ihr bisheriger 2014-Geschmack hindeuten? Überlegen Sie, vielleicht mit Blatt und Papier oder in eine E-Mail an sich selbst. Ja, die Aufgabe ist ungewöhnlich. Das Gute daran: Wir kommen auf neue Ideen, nehmen einen anderen Blickwinkel ein, entdecken uns selbst. Spielen. Versuchen Sie's und folgen Sie Ihrem erstem Impuls. Ich vermute, dass Ihnen in den ersten Wochen des Jahres schon die ein oder andere Erkenntnis gekommen ist, was sich dieses Jahr so zeigen möchte.

Wenn's nicht auf Anhieb klappt: Kein Problem. Nehmen Sie den Gedanken eine zeitlang mit sich oder lassen ihn los. Und plopp - vielleicht wenn Sie gerade nicht daran denken, fällt es Ihnen auf: Das ist ein Punkt, den ich in diesem Jahr lernen will. Das ist eines meiner wichtigen Themen in diesem Jahr.

Viele Grüße von der Brauseinsel

Anja Kolberg

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Donnerstag, 23 Januar, 2014

Gesundheitswerte nach drei Jahren (fast) veganem Leben

Hallo aus Köln,

meine Krankenkasse bietet einen Gesundheits-Check-up alle zwei Jahre an. Ich komme frisch von der Besprechung meiner Ergebnisse beim Hausarzt. Beim Frühstück danach habe ich vor Freude gesungen. Bei der Untersuchung wird auch das Blut untersucht. Ich bestellte wegen meiner seit Anfang 2011 fast und seit Sommer 2013 konsequenten tierfreien Ernähung (Anfangsartikel hier) einen zusätzlichen Blutwert (Holo-Transcobalamin), anhand dessen geprüft werden kann, wie's um den B12-Spiegel steht. Das ist ja angeblich ein Sorgenkind der sich vegan Ernährenden. Zusätzliche Werte, die nicht von der Krankenkasse abgedeckt sind, kann man dazu bestellen. Die Ermittlung des Wertes kostet knapp 30 Euro. Das war es mir wert, wollte ich doch endlich mal wissen, wie es darum steht.

Ergebnis: Alles im grünen Bereich. Gute Blutwerte (kleines Blutbild), einen Cholesterinwert von 192 sehe er eher selten (die niedrigen Grenzwerte bis 200 stehen wohl in der Kritik), Blutzucker in Ordnung, Eisenspeicherwert ok (damit habe ich öfter Probleme) und der Holo-Wert (siehe oben) ist im unteren Normbereich, nicht zu niedrig, das könne auch der Wert eines Allesessers sein (die sind davor auch nicht gefeit, auch nicht vor einem niedrigen VitaminD-Wert, doch da hilft Wintersonne auf der Haut).

Ich hatte die zusätzliche Blutuntersuchung auch gemacht, weil einige Veganer Vitamin-B12-Tabletten prophylaktisch lutschen. Das will ich aber nicht, wenn es nicht sein muss. Und jetzt weiß ich auch: Ich muss es nicht. *hüpf* Ich kann mich mit meinen Werten so weiter ernähren wie bisher - ohne Probleme und ohne Zusatzstoffe einnehmen zu müssen!

Ach ja, die Ergebnisse vom Schilddrüsendoc sind heute - welch Zufall - auch eingetroffen. Seit über zehn Jahren habe ich eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Typ Hashimoto). Mein Facharzt war bei der jährlichen Kontrolluntersuchung letzte Woche sehr zufrieden mit meiner Schilddrüse, es musste keine zusätzliche Untersuchung gemacht werden und aufgrund der Blutwerte kann die Tablettendosis gesenkt werden. Jeah! Das sind doch alles gute Nachrichen!

Mein erstes Ziel auf meinem Weg habe ich erreicht: Ich lebe ohne tierische Lebensmittel - und das gut und wie ich jetzt weiß: Auch gesund und vielleicht sogar gesünder als vorher.

Mein Focus lag bislang auf dem Weglassen von allem tierischem: Erst den Wurstaufschnitt durch Käse ersetzt, dann das Fleisch beim warmen Essen weggelassen, nach und nach auch die Molkereiprodukte und vegane Alternativen getestet.

Ausnahmen habe ich am Anfang bei meinem Quarkherz gemacht, das ich morgens in der Bäckerei kaufte. Irgendwann aß mein Mann eine Tafel Milchschokolade und ich habe einen Yiep bekommen und davon mitgegessen. Das läutete die Ausnahmenphase ein für Schokolade (da ist in der Regel Milch drin), für alle möglichen andere Süßigkeiten (da sind oft andere tierische Produkte drin, Buttereinfett, Bienenwachs bei Gummibärchen, Molkeerzeugnis...), für Nachtisch, Kuchen, für Teilchen. Lediglich wenn ich selbst gebacken habe, dann ohne Ei, Milch, Butter.

Im Sommer dann - durch die Bekanntschaft mit Berta (von der es Neues gibt) - der Entschluss jetzt wirklich konsequent auch auf Kuchen, Süßigkeiten & Co zu verzichten, die nicht rein pflanzlich sind und bei Einladungen einen veganen Kuchen mitzubringen, was ganz einfach und super funktioniert.

Übrigens ist es nicht so, dass ich all das Tierische vom Geschmack her nicht mag, es ist manchmal schwer, das Essen meines Mannes zu sehen und zu riechen. Und meine Konsequenz ist mir auch so wichtig, weil ich Sorge habe, wenn ich wieder anfange Ausnahmen zu machen, überrollt mich mein Jahrzehnte lang trainierter Geschmack. Der hat eben (noch) eine stärkere Kraft als die neue Ernährung. Doch das wird sich auch ändern und festigen und das alte überschreiben.

Ich habe mich bislang in keinster Weise auf eine gesunde Ernährung konzentriert. Nicht, dass ich das unwichtig finde, aber ich hatte darauf bisher einfach keinen Bock und auch keine Zeit, keinen 'Speicher' in meinem Kopf frei. Ich war beschäftigt, es hinzubekommen, vegan zu leben - während mein Mann weiter alles isst, weder Soja noch andere Ersatzprodukte mag und für uns beide damit eine gute alltagstaugliche, finanzierbare, leckere, zeitlich machbare und einfach Lösung zu finden. Und dabei weiter zusammen zu bleiben. :o)

Das bedeutet einfache Gerichte zu kochen, ohne immer neue Rezepte auszuprobieren und ewig in der Küche zu stehen. Essen, das uns beiden schmecken und sich leicht ergänzen und abwandeln lässt, um möglichst selten zwei Gerichte zuzubereiten. Mit ganz einfachen Zutaten. Experimente kann ich immer noch machen. Erst mal ging es um einen praktikablen Alltag. Es gibt als Basis Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Gemüse in unterschiedlichen Varianten und beides verbindende Soßen. Dazu je nach dem Fleisch, Fisch, Käse, Eier für meinen Mann, wobei Fleisch und Fisch selten und für mich eine vegane Alternative.

Es gibt auch Fertigprodukte und Fastfood - weils auch mal schneller gehen muss: Zum Beispiel Fritten mit Gyros für meinen Mann und Sojaschnitzel für mich. Oder auch Miracoli, wo mein Mann den Streukäse alleine hat. Oder selbstgemachte Hotdogs mit Bio-Würstchen aus dem Glas für meinen Mann und für mich Frankfurter-Tofu-Würstchen von Alnatura. Am Wochenende gerne Pizza mit Fertigteig und jeder kann sich seinen Belag frei wählen... Die Pizza ist besonders praktisch, weil wir gleich für zwei Tage Essen haben.

Es ist eine Herausforderung, das Essen umzustellen - von 'alles geht' nach 'rein pflanzlich'. Ich hätte es nicht geschafft, wenn ich es auch noch möglichst gesund und ausgewogen hätte machen wollen. So eine Umstellung ist nicht mit einem Fingerschnipp gemacht. Die Veränderung will langsam und stetig geschehen, damit sie überhaupt im Alltag machbar ist. Zumindest ist das bei mir so. Vielleicht ist es als Single leichter oder wenn sich beide zu einer Umstellung gleichzeitig entschließen. Beides nicht meine Voraussetzungen und keine Alternative.

Durch die Untersuchungsergebniss weiß ich jetzt, dass ich alleine durchs Weglassen der tierischen Produkte gesund genug lebe (ohne dass das meine Motivation war), auch ohne jeden Tag einen Gemüsemarkt zu überfallen. Ich habe nebenbei einiges abgenommen seit 2011, wobei davon ein Teil durch die Schokophase wieder dahin geschmolzen ist. Ich esse an veganem Süßen und Salzigen, worauf ich Lust habe. Ich denke schon seit über 10 Jahren nicht mehr an Kalorien. Mir geht es nicht ums Abnehmen. Wenns passiert: Schön, aber davon hängt mein Wohlbefinden nicht ab.

Ich fühle mich durch meine pflanzliche Ernährung insgesamt besser, auch weil ich nicht mehr gegen mein inneres schlechtes Gewissen arbeite, sondern mich dafür entschieden habe mein Mitgefühl mit den Tieren ernst zu nehmen. Auch wenns anstrengend war. Ich nehme ganz nebenbei viele Stoffe nicht mehr auf, die den Tieren zugeführt werden.

Was habe ich früher Puten- und Hühnchenfleisch und Aufschnitt gegessen! Ich bin froh, dass ich nicht mehr deren Wachstumhormone und Medikamente aufnehme, nicht das Gensoja, das sie meisten Kühe in den Massentieranlagen futtern und auch nicht deren Stress, den sie durch die Haltung, die Trennung von ihrem Familienteam und durch die Umstände der Schlachtung in ihrem Fleisch, ihrer Milch speichern und weitergeben. Das ist aber 'nur' ein Zusatzbonus für mich.

Meiner Erfahrung nach braucht man eine starke Motivation, um eine solche Ernähungsumstellung durchzuziehen. Für manche ist es die Gesundheit, die Umwelt, die Zukunft der Kinder - und für andere gibt es derzeit keine Grund, keine Motivation überhaupt am Essen etwas zu ändern, was für mich auch ok ist. Für mich war und ist meine Motivation das Mitgefühl mit den Tieren.

Ich mache zwischen einem Huhn und unserer Hündin Minu keinen Unterschied. Ich weiß Minu hat Gefühle, empfindet Schmerz, ist auf ihr Familienteam (uns) fixiert, vermisst uns wenn wir nicht da sind, sie freut sich wenn wir spielen, sie hat Angst, sie gähnt, sie pupst, sie ist intelligent. All diese Gefühle, Verhaltensweisen, Eigenschaften die ich habe, die hat sie auch. Und die haben auch die Hühner, Puten, Gänse, Kälber, Rinder, Schweine... Ich sehe da keinen Unterschied, sondern sehe Gemeinsamkeiten. Ich würde niemals meinen Hund schlachten oder ihn mästen oder seine Milch trinken und ihm dafür seine Welpen wegnehmen (wenn sie welche hätte) oder mir aus ihrem Fell einen Kragen an die Jacke nähen oder aus ihrer Haut Schuhe anfertigen lassen. Das ist so abwegig. Warum sollte ich es dann mit einem anderen Tier machen, nur weil ich seinen Namen nicht kenne?

Apropos: Unsere Hündin Minu war vor 14 Tagen beim Tierarzt, weil sie Zahnstein hatte. Um langfristig keine Entzündungen entstehen zu lassen, wurde der entfernt. Und weil sie elf Jahre alt ist, wurde vorher ihr Blut geprüft. Sie hat auch tolle Werte! Mich macht das so richtig froh, weil wir das Futter von Minu 2011 auch umgestellt haben. Sie bekam schon immer Trockenfutter, wir haben nur die Marke gewechselt (Yarrah Bio Veganes Hundefutter). Mein Mann gibt ihr immer wieder mal Käse oder sie bekommt eine Portion Nudeln pur mit oder Kartoffeln, Reis, sie mag gerne rohe Möhren mitessen. Als Leckerchen habe ich von DM Hasenfutter (meist vegan) entdeckt, das unsere Hündin über alles liebt und verträgt. Es sind Frucht- und Gemüsesorten in runde bunte Kringel (sieht aus wie Frootloops) gepresst.

Auf jeden Fall hatte ich schon ein bisschen Sorge und war unsicher, ob ich mich und auch unsere Hündin gesund ernähre. Schließlich weiche ich mit meiner Ernährung von der Norm ab. Ich habe gehandelt, weggelassen, ohne mir sonderlich Fachliteratur reinzuziehen, ob das gesund ist. Ich habe nur auf mein Gefühl gehört. Fragen besorgter Menschen und die wirksame jahrzehntelange Informationsverbreitung der milliardenschweren Nahrungsmittelindustrie, was gesund ist und was nicht, tun ihr übriges zur Verunsicherung dazu.

Deswegen ist für mich es so wichtig und besonders zu erfahren: Alles im grünen Bereich. Ich bin gesund. Meine Blutwerte sind gut. Meine Schilddrüsenwerte sind im Rahmen meiner Erkrankung gut. Und die von Minu auch. :o)

Wie es auf meinem veganen Weg weitergehen könnte lesen Sie hier: Veganes Leben: Schwungvoll genießen.

Alles Liebe aus Köln

Anja Kolberg

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Veganes Leben: Schwungvoll genießen

Meine guten Gesundheitswerte geben mir richtig Schwung für einen nächsten Wegesabschnitt. Sorge und schlechtes Gewissen sind weggeputzt. Das ist ein so schönes Gefühl.

Auf eine ausgewogene Ernährung achten, das war der langristige Tipp meines Hausarztes in Bezug auf Vitamin B12-Tablettenalternativen, obwohl ich da nicht aktiv werden müsse, meine Ernährung wäre im Grunde ja sehr gesund und dahin würde in unserer Gesellschaft eindeutig der Trend gehen. Huch, bin ich mal durch mein auf meine Gefühle achten vorne an...

Dadurch dass sich eine Art Alltag das ganze Jahr über mit der veganen Ernährung eingestellt hat, wäre jetzt Raum meinen Focus stärker auf eine (noch) gesündere, ausgewogenere Ernährung zu richten. Ohne genaueres zu wissen, vor allem ohne es anstrengend werden zu lassen. Es gibt einiges, das ich gerne verbessern würde.

Ich bin nicht glücklich damit, dass ich zum Frühstück in der Regel Toast/ Brot/ Brötchen mit Marmelade/ Schokoaufstrich/ Spekulatiuscreme oder ein Stück selbstgebackenen Kuchen, Muffins esse. Ab und an und als Brücke war es ok. Aber immer? Ich suche Alternativen. Weil ich glaube, dass es mir gut tun würde, diese 'leeren' Lebensmittel wegzulassen und ich mich dann besser fühle.

Nur was? Ich bin überhaupt kein Müslityp. Die vegane Alternative zu Kuhmilch wäre z.B. Sojamilch oder Fruchtsaft. Doch innerlich sträubt sich alles gegen Müsli. Zu 'kalt' am morgen, denn dabei schmeckt mir kein Kaffee. Den brauche und will ich auch noch.

Da ich einen eher niedrigen Speichereisenwert habe, mache ich einmal im Jahr eine Eisenkur, nehme dann ca. drei Monate Eisentabletten. Langfristig ist mein Ziel, das nicht mehr zu brauchen, es macht mir kein Spaß, Tabletten zu nehmen. (Und ganz ehrlich: Am liebsten möchte ich langfristig auch keine Schilddrüsentabletten mehr nehmen. Ob die bislang vorhandene Unheilbarkeit von Hashimoto wohl durch mein eigenes Zutun zu knacken ist?) Zurück zum Eisen: Eine zeitlang habe ich morgens warmen Haferbrei gegessen, das war der Tipp einer Reformhausmitarbeiterin, als ich nach Alternativen für eisenhaltiges Essen und mein Frühstück suchte. Doch der Haferbrei spricht mich im Moment nicht wirklich an. Ich habe auch wenig Motivation, mich morgens an den Herd zu stellen, auch wenn ich mir die Zeit dafür nehmen könnte.

Grüne Smoothies sind ein sehr gesunder Trend, der wohl auch gut satt macht. Das ist im Grunde grünes Blattgemüse mit Wasser und einer süßen Frucht püriert. Fans trinken es morgens oder auch über den ganzen Tag verteilt. Ich habe mir im ersten veganen Sommer 2011 mal einen gemixt mit frischem Spinat, Wasser und Banane. Er hat mir nicht geschmeckt, deswegen habe ich das wieder gelassen, wenn grüne Smoothies auch nicht aus dem Auge verloren. Ich glaube, wenn ich mich damit intensiver beschäftige, finde ich auch Rezepte (habe schon laaange welche ausgedruckt), die gut schmecken. Nur ich muss es auch tun. Rezepte und Infos sammeln reicht nicht. Wenn ich nicht die Zutaten einkaufe und die Rezepte ausprobiere, wird das nix. Und weil es dafür noch nicht 'Klick' gemacht hat, ist der Zeitpunkt dafür wohl noch nicht gekommen.

Im Grund genommen fehlt mir noch die Einstellung: Essen ist ein Genuss und ich zelebriere es. Hatte ich die jemals? Ich glaube nicht oder höchstselten. Ich habe in der Regel keine Lust zu kochen, mache es aber oder mein Mann. Aber Freude? Spaß? Vergnügen? Nein, es ist eher eine täglich Aufgabe im Haushalt, die erledigt werden will.

Es wäre richtig schön, wenn ich meine Einstellung diesbezüglich ändern könnte. Ich erinnere mich an eine Collage, die ich vor einigen Jahren fertigte und darauf spielte der Essensgenuss eine Rolle. Auch die Zubereitung. Zeit dafür nehmen.

Ja, das wäre schön. Wenn das mehr Raum in meinem Leben bekommt. Essen als Genuss. Gerne Zeit mit diesen Genüssen und Gelüsten verbringen. Ich vermute, alles andere kommt dann automatisch.

Gestern war das der Fall: Da gab es bei uns Spaghetti mit selbstgemachtem Basilikumpesto und Honigtomaten. Die kleine Menge von ca. 20 kirschgroßen Tomaten (die auf dem Foto oben sind es nicht) kosteten zwar 2,50€, dafür schmeckte dieser kleine Luxus himmlisch wie frisch vom sonnenverwöhnten Strauch im eigenen Garten gepflückt. Den Topf Basilikum habe ich beim Einkaufen gesehen und schon an mein Lieblingsessen gedacht. Das Pesto geht so schnell: Basilikumblätter in ein Gefäß, eine Handvoll oder zwei Pinienkerne dazu (ich nehme 1 kleines rotes Tütchen von Aldi), Pfeffer, Salz drauf und ein Öl, dessen Geschmack ich mag. Pürieren. Fertig. Das über die frisch abgeschütten Nudeln geben, durchrühren, auf den Teller und obendrauf dann die Tomaten. Die schneide ich zuvor halb durch und rühre sie mit etwas Balsamicocreme in einer Schüssel um, dann schmecken sie mir noch besser, muss aber nicht sein.

Dieses Gericht koche ich gerne. Ich mag Farbe, Geschmack, Geruch. Alles. Ja, davon könnte mehr in mein Leben kommen. Mal sehen, was passiert. Ich werde mir jetzt hier nichts vornehmen, das erzeugt bei mir nur Druck, der nicht sein muss. Ich möchte beobachten, was sich entfalten will - und wenn nicht: Auch okay.

Alles Liebe,

Anja Kolberg

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Berta Füßchen: Sie lebt weiter...

Erinnern Sie sich an meine Geschichte über das Huhn, mit dem ich letzten Sommer zum Tierarzt gefahren bin und weswegen ich seit dem konsequent vegan lebe? Hier können Sie die Geschichte nachlesen: Berta Füßchen- Meine Ethik & die Folgen

Ich will Ihnen berichten wie es mit meiner bezaubernden Berta weitergegangen ist:

Berta wurde trotz ihrer Behinderung (das Hinken) von ihren Schwestern als das Huhn akzeptiert, das eben hinkt und nicht so schnell ist. Mein Onkel trug Berta sogar jeden Abend in den Hühnerstall, wenn sie nicht mehr laufen konnte. Ist das nicht rührend?

Eines Tages sah er einen großen Federberg im Hühnerpirk. Ein totes Huhn. Es war Berta, der Rücken war offen, Federn flogen rum. Ein Raubtier hatte sie getötet. Vermutlich ein Raubvogel, denn ein Fuchs würde seine Beute wohl mitnehmen. Sie war diejenige, die nicht so schnell fliehen konnte wie ihre Schwestern.

Ich bin traurig, dass sie nicht mehr lebt und ich bin froh, dass sie solange leben durfte. Ursprünglich wollte mein Onkel die Hühner vor dem Winter wohl schlachten. Weil ich nach dem Urlaub an ihnen so hing, hat er sie glaube ich erst mal behalten. Das fand ich so nett. Die Tiere haben dort (abgesehen davon, dass sie nicht frei entscheiden können, wo sie hinreisen möchten) den Himmel auf Erden. Wenn schon Tierhaltung, dann so wie bei meinem Onkel.

Das Berta jetzt dennoch nicht mehr lebt, weil zwar kein Mensch ihr Fleisch wollte, sondern ein Tier, ist Schicksal. Ein Happy End hat die Geschichte dennoch:

Beim Essen schaut meine Familie vom Tisch Richtung Garten. Sie beobachteten kurz nach ihrem Tod wie die Singvögel Bertas helle Federn in ihre Nistkästen transportierten und so für ein flauschiges Heim sorgten. In der Natur geht nichts verloren. Alles geht in einen neuen Prozess über.

Bertas wunderschönen Federkleid wird im Frühjahr flauschige Meisenbabies wärmen. Und ich werde mich immer an ihren wunderschönen Gesang erinnern. Glückliche Hühner singen eine beruhigende Melodie, die mich gleich entspannen lässt. Vielleicht werde ich daraus wirklich einmal eine CD machen.

Flauschige Grüße

Anja Kolberg

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Freitag, 17 Januar, 2014

Das richtige Maß finden

Manchmal gehen die Pferde mit mir durch. Dienstag und Mittwoch zum Beispiel: Erst habe ich bis halb zwei in der Nacht gelesen. Weil's so spannend war, vergaß ich die Zeit. Endlich im Bett quälten mich kalte Füße. Einschlafen unmöglich. Bis ich mich soweit hatte, aufzustehen, um dicke Socken anzuziehen, verging eine Weile. Ich weiß nicht, wie viel Uhr es war, bis ich eingeschlief.

Weil ich am nächsten Morgen keine Termine hatte, konnte ich den Schlaf ein wenig nachholen. Doch ein guter Nachtschlaf - vor Mitternacht angefangen - ist für mich durch nichts zu ersetzen und auch nicht durch länger schlafen auszugleichen. Am nächsten Tag bin ich angeschlagen. Das war schon als Kind so. Schlaf kann ich schlecht missen.

Mittags hatte ich einen Termin bei meiner neuen Zahnärztin im Bergischen. Das Keramik-Inlay im Backenzahn wurde eingesetzt. Alles klappte wie am Schnürchen. Ein kompetentes, junges und freundliches Team. Seit ich dort in Behandlung bin, habe ich keine schlechte Laune und Angst mehr vor einem Zahnarzttermin. Perfekt. Innerhalb von 40 Minuten war ich vor Ort und parkte den Wagen an der Praxis in Engelskirchen-Loope. Die Anfahrtszeit habe ich auch für einen Termin in Köln mit Parkplatzsuche. In einer großen Kölner Praxis, wo ich vorher war, fühlte ich mich nur wie eine Nummer. Bei meiner neuen Zahnärztin fühle ich mich als gern gesehener Mensch, den man kennt. Das kommt zu der fachlich guten Behandlung hinzu, bei der jeder Schritt erklärt wird und der klasse Zahnreinigung (besser als dort von der Mitarbeiterin gemacht, geht es nicht). Wie ich diese Praxis gefunden habe? Ich war unzufrieden und suchte einen neuen Zahnarzt. Meine Schwester, sie ist Zahntechnikermeisterin, von der ich künftig den Zahnersatz nur noch gemacht haben möchte, fragte ich, wer die besten und nettesten Zahnärzte sind, für die sie arbeitet. Darunter war Frau Höring. Ihre Praxis liegt nahe der A4-Abfahrt Overath. Das passte einfach alles.

Danach bin ich noch ins Lindlarer Labor zu meiner Schwester, um ihr am lebenden Objekt ihr Arbeitsergebnis zu demonstrieren. Und weil ich schon mal in meiner Heimat war, habe ich auch noch Abstecher zu meinen Eltern und anschließend zu meiner Oma und meinem Onkel gemacht. Das war schön. Doch auch wenn der Aufenthalt jeweils nur eine Stunde war, die Summe war in Kombination mit dem Schlafentzug zu viel für mich. Mein Körper hatte es mir schon vorher signalisiert, doch ich ignorierte es.

Als ich mich auf den Nachhauseweg machte, fing mein Kopf an zu pochen. Die Schmerzen wurden immer stärker.

Ich war heilfroh, als ich die Haustüre aufschließen konnte und zu Hause war. Nur noch ins Bett und den Schlaf nachholen, dachte ich mir. Es ging nicht. Ich zitterte, mir war übel, stechende Schmerzen im Kopf wie ich ewige Zeiten nicht mehr hatte, Zähneklappern, Gedankenkarrussell. Als ich dann noch brechen musste, war der Gipfel des Elendseins erreicht. Ich habe sonst nichts mit Migräne zu tun, aber das war eindeutig eine Attacke. Gut, dass mein Mann Migränetabletten zur Hand hat. Die halfen und ich schlief ein. Nach vier Stunden ging es mir wieder gut.

Erst dachte ich: Sowas hatte ich noch nie. Doch hatte ich: Als ich Anfang 2001 vor dem Abgabetermin meines zweiten Buches 'Ab 40 reif für den Traumjob' stand. Da hatte ich eine Migräneattacke. Nix ging mehr. Am nächsten Tag untersuchte ich meinen Arbeitsraum und entfernte alles, was meinen Blick mit unnötigen Informationen versorgte: Ich guckte zum Beispiel am Bildschirm vorbei auf ein Bücherregal, wo auch noch Zeugs drauf lag. Das Regal baute ich ab, so dass ich auf eine ruhige blaue Wand schaute. Auch der Schreibtisch wurde entrümpelt. Zusätzlich stellte ich mir eine kleinen Wecker. 3/4 Stunde Schreiben. 1/4 Stunde auf die Couch. Einfach Augen zu und liegen. Dieser Wechsel half mir, einen gesunden Rhythmus zu finden, die Kopfschmerzen kamen nicht wieder. Information des Körpers verstanden.

Das aktuelle Erlebnis in dieser Woche erinnert mich, wie wichtig es ist, das richtige Maß zu finden - zwischen Begeisterung, Freude, allem Vorwärtspreschen (die Lektüre Dienstag Abend war beruflicher Natur, ich spüre, es geht langsam wieder nach außen) und den Bedürfnissen meines Körpers und meiner Hochsensibilität. Zu viele Informationen aufgenommen in Kombination mit zu wenig Schlaf = nix gut für Anja. Merken! Also beim nächsten Mal früher mit dem Lesen aufhören. Wirklich Schluss machen um Mitternacht, es sei denn, ich kann wirklich ausschlafen und habe gar keine Termine am nächsten Tag.

Ich bin - wenn es auch am Mittwoch ätzend war - dankbar für meinen körperlichen Signalgeber. Er sagt mir, wenn ich zuviel mache. Mein Inneres hatte es mir ja gesagt und ich habe es ignoriert. Also wirklich auf mein Inneres hören, auch wenn mein Verstand und mein Aktionismus stärker sein kann. Mein Körper hat mir gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt.

Okay, ich hab's verstanden und werde es beim nächsten Mal beherzigen!

Ich will auf meine inneren Warnsignale rechtzeitig achten. Ich will für ausreichenden und frühzeitigen Schlaf sorgen. Ich will dass innere galoppierende schwarze Pferd zügeln lernen, damit ich lange etwas davon habe!

Alles Liebe von der lernenden
Anja Kolberg

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http://www.frauencoaching.de/archives/2014/01/entry_6824.html
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Donnerstag, 02 Januar, 2014

Die monatlichen Impulse 2014 sind erschienen.
Ab 2014 nur per Mail. Jetzt teilnehmen.

Ein frohes neues Jahr!

Ich hoffe, Sie hatten einen guten Start in das Jahr 2014. Falls nicht: Jeder Tag gibt uns erneut die Chance, ein gutes Jahr für uns zu gestalten, Wünsche zu benennen und unsere kleinen und großen Vorhaben Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, glücklich zu sein.

Die erste Ausgabe der Impulse 2014 mit meinen Gedanken zum Januarblatt meiner Tischkalender 'Ich bin gut zu mir' und 'Kurze Meditationen' ist soeben per Mail erschienen. Die Themen: Zur Ruhe kommen & mir Zeit nehmen.

Tischkalender Kurze Meditationen 2014 Tischkalender Ich bin gut zu mir

Meine Inspiration zum jeweils aktuellen Monatsblatt des Tischkalenders - die monatlichen Impulse - werden 2014 nicht mehr hier im Blog veröffentlicht, sondern zum Monatswechsel persönlich zugestellt: Zwölf Mails 'Impulse 2014' von Januar bis Dezember. Sie können sie für sich archivieren und ausdrucken. Hier die Rubrik mit den Impulsen der vorangegangenen Jahre.

Auch Sie können mitmachen. Drei Möglichkeiten:

1.) Für BesitzerInnen des Tischkalenders 2014 ist die Teilnahme dieses Jahr gratis. Schreiben Sie mir kurz eine Mail, dass Sie an den Impulsen 2014 teilnehmen möchten und teilen Sie mir als Nachweis mit, wie Sie den Kalender erhalten haben: Im Webshop gekauft. Als Geschenk erhalten von ... (Namen angeben). In Geschäft .... gekauft (Namen angeben). Ich trage Sie ein und Sie erhalten die aktuelle und die vergangenen Ausgaben 2014 zugestellt.

2.) Tischkalender kaufen: Wenn Sie noch einen Tischkalender 2014 kaufen, nehmen Sie auch kostenlos teil. Sie haben dann den Tischkalender, werden so an die stärkenden Inspirationen außerhalb der virtuellen Umgebung erinnert und erhalten die zwölf Impulse 2014 gratis dazu. (Update 28.2.14 Der Webshop ist geschlossen. Sie können mir gerne eine Mail mit Ihrem Bestellwunsch schicken. Ein Kalender kostet 10 Euro, zzgl. Versand 3.50 Euro in Deutschland. Zahlung Vorkasse.)

3.) Direkt buchen:Kaufen Sie die Teilnahme an den Impulsen 2014 für 1 Euro monatlich, buchbar für 12 Monate. Schreiben Sie mir Ihren Namen und Adresse in einer Mail. Ich schicke Ihnen eine Rechnung und nach der Überweisung nehmen Sie teil. Sie erhalten die aktuelle und die vergangenen Ausgaben 2014 zugestellt.

Wie wäre es, ein Jahr regelmäßig in einer virtuellen Oase einzukehren? Machen Sie mit. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen!

Anja Kolberg

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