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Samstag, 20 August, 2016

Erwartungen ... die andere Seite - vegan & normal essen in einer Partnerschaft...

Hallo,

in meinem Beitrag Bitte schütze mich vor meinen Erwartungen. Idealbild und Realität ging es um die Erwartungen an mich selbst. Nun möchte ich in Ergänzung darüber schreiben, welche Erwartungen ich noch in mir trage, die ich gerne loslassen möchte. Loslassen, weil sie mir und anderen das Leben schwer machen oder zumindest die Laune verderben.

Ich habe also nicht nur Ansprüche an mich selbst, sondern - ähnlich ausgeprägt - an das Leben, an Situationen, an andere Menschen, zum Beispiel an meinen Partner. Von einer Erwartung an ihn und meiner Erfahrung damit schreibe ich hier:

Unterschiedliche Esser in der Beziehung

Im Juni hatte ich eine vegane Lasagne gekocht. Mit frischem Spinat. Das war viel Arbeit. Tomatensoße zubereiten. Bechamelsoße kochen. Schmelz für oben drauf und den frischen Spinat verarbeiten. Der war in der Gemüsekiste. Als ich ihn verarbeitete, dachte ich noch: "Warum tue ich mir diese viele Arbeit an? Tiefkühl wäre doch auch gegangen!" Nun denn, jetzt war er da. Ich habe eine Mischung aus zwei Rezepten gemacht, damit es möglichst schmeckt, weil mein Mann keinen Tofu mag und aus dem anderen Rezept wollte ich das Topping haben. Gut. Nach einer Stunde Vorbereitung stand die Schale im Ofen.

Meine Erwartung: Mein Mann freut sich, dass ich keinen Tofu verwendete und auch kein Soja (war auch in einem Soßenrezept), was er ebenfalls nicht mag. Nun, ich esse kein Fleisch, deswegen keine Hackfleischsoße und kein Ersatz - es gibt ja Sojageschnetzeltes, weil da Soja drin ist.

Voller Stolz hob ich die Auflaufform aus dem Ofen. Mir war wirklich mit dem Schmelz eine braune Kruste gelungen. Und alle Zutaten hatten separat gut geschmeckt, also müsste alles zusammen ebenfalls gut schmecken.

Realität: Mein Mann wollte lieber Spinat mit Spiegelei und Kartoffeln, aber selbst nicht kochen. Ich war mit Kochen dran - wir wechseln uns ein über den anderen Tag ab, der Spinat musste gemacht werden. Ich wollte aber keinen Spinat mit Kartoffeln und schon gar nicht wie er es zubereitet haben wollte ("einfach mal mit dem Pürierstab durch den gekochten Spinat gehen, damit er klein ist").

Als ich die dampfende Auflaufform auf den Tisch stellte, fragte mein Göttergatte schon: "Was ist das denn da für eine braune Schicht da oben drauf?" Als ich sagte, dass es eine Art Mehlschwitze ist (die er eigentlich mag), rümpfte er schon die Nase. Er stocherte im Essen rum, schob es von links nach rechts. Kratzte die obere Schicht ab - nein, er mag auch keine Hefeflocken, die in diesem Schmelz (anders als in der klassischen Mehlschwitze) waren.

Und ich? Ich hatte eigentlich mit Freude am Tisch Platz genommen und diese Freude wurde mir durch das Verhalten meines Mannes madig gemacht. Der Abend war echt gelaufen für mich. Mann! (Die Lasagne hat mir super geschmeckt.)

Erkenntnis: Schütze mich vor meinen Erwartungen an andere. Zum Beispiel, dass mein Mann aufwändig zubereitetes veganes Essen zu schätzen weiß, wenn er in Wirklichkeit was anderes will. Oder dass ich gar Lob dafür bekomme, weil ich vieles nicht genutzt habe, dass er nicht mag. Oder dass das Leben so läuft wie ich es will.

. * .

Natürlich ist es als Fleischesser nicht einfach mit einer Partnerin zu leben, die Veganerin geworden ist. Als wir uns 1992 kennen lernten, war ich das ja noch nicht. Erst seit 2011. Und es ist für eine Partnerschaft eine Herausforderung - für beide Seiten - hier eine Lösung zu finden, mit der beide gut leben können. Solche Enttäuschungen wie mit der Lasagne gehören wohl dazu. Seufz. Leben. Mensch!

Also: Auf das Leben ohne Erwartungen. :-) ... und darauf, dass wir in den meisten Fällen etwas finden, das uns beiden gut schmeckt.

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 21 Juni, 2016

Alles Wechseljahresbeschwerden? Es geht mir endlich besser. *Hüpf*

Immer wieder berichtete ich in den letzten zwei Jahren von Konzentrationsschwierigkeiten, die mir das Arbeiten am PC schwer machten. Im Frühjahr hatten sie sich wieder an mich rangeschlichen, nachdem sie einige Monate ganz weg waren. Im März und April war es wieder so heftig, dass ich keine unbekannten, komplexen Sachverhalte verarbeiten konnte, zum Beispiel einen Text durcharbeiten oder irgend etwas Neues machen, bei dem ich mich stark konzentrieren musste. Routinierte Tätigkeiten konnte ich ganz gut bewältigen, aber alles neue war zuviel für mich. Ein Gefühl wie Watte im Kopf. Wenn ich mir Konzentration als klare Linie vorstelle, dann war das, was ich da oft spürte Krickelkrackel ... Dazu kam Vergesslichkeit wie das Brot in der Bäckerei kaufen, aber liegen lassen und zu Hause feststellen, dass etwas fehlt ...

Weder Hausarzt noch Endokrinologe hatten eine Erklärung. Das frustrierte mich sehr. Was sollte ich denn jetzt tun? Die Beschwerden waren ja doch da! Ich fühlte mich so alleine gelassen. Auch eine Zahnuntersuchung ergab keine Hinweise auf meine Beschwerden.

Mich auf die Leistungsfähigkeit meines Körpers endlich wieder verlassen können, das wünschte ich mir so sehr. Alles Wechseljahresbeschwerden? Meiner Frauenärztin klagte ich mittlerweile ziemlich verzweifelt mein Leid und zeigte ihr den letzten Blutbefund meiner anderen Ärzte. Daraufhin meinte sie, ich hätte einen Eisenmangel, auch wenn meine Ferritinwerte eigentlich im (allerdings unteren) Normbereich liegen. Sie hatte gerade eine Fortbildung zu dem Thema besucht, daher hatte sie den Blick dafür.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder Eisentabletten genommen, weil die Werte durch meine starke Periode eher im Keller waren. So hatte ich auch im Herbst auf Empfehlung des Endorkinologen u.a. Eisentabletten genommen und im Januar war die Packung zu Ende. Ich brauchte laut Arzt nach einem Check keine weiteren Tabletten nehmen, da alle Werte nach der Einnahme nun wieder im Normbereich waren und ich mich zu dem Zeitpunkt wieder konzentrieren konnte ...

Ich folgte dem Rat meiner Ärztin und versuchte es mit den Eisentabletten und was soll ich sagen? Die Konzentrationsprobleme schlichen sich nach einer Woche Anfang Mai davon. Ich konnte es erst gar nicht glauben, weil ich schon so oft Rückschläge erlebte und deswegen Angst hatte, das Glück bleibt nicht. Doch es ist heute noch so. Unfassbar und beglückend, das erleben zu dürfen. Meine Energie kam zurück, ich konnte wieder länger und vor allem dann, wenn ich wollte am PC konzentriert arbeiten.

Anfang Juni wurde ich auch von einer Neurologin durchgecheckt. Der Termin war schon im April für Juni vereinbart worden und ich hatte ihn trotz inzwischen wieder erlangter Konzentration stehen lassen, weil ich - aufgrund so vieler Rückschläge - Angst hatte, die Symptome kommen zurück und dann muss ich wieder so lange auf einen Termin warten, weil die Ursache dann ja woanders liegen musste. Und ich wollte eine Absicherung, dass wirklich alles ok ist. Die Neurologin fand zum Glück nichts körperliches und führte meine Beschwerden auf die Wechseljahre zurück ...

Bei der Frauenärztin war ich Freitag zur Kontrolle. Die Eisenwerte waren in der Zwischenzeit von 33 auf 47 gestiegen, doch immer noch recht niedrig. Ich zog die Option einer Eiseninfusion, bei das Eisen gleich dem Körper zur Verfügung steht (so habe ich es verstanden), als wenn es erst durch den Verdauungstrakt muss, wodurch einiges verloren geht. Nachdem ich am Freitag eine Eiseninfusion bekommen habe, war ich erst mal ziemlich müde. Hm. Doch am Sonntag ging es mir schon besser und gestern am Montag, habe ich so lange und konzentriert gearbeitet wie schon ewig nicht mehr, gefühlt seit Februar, da hatte ich auch so einen fitten Tag. (Vielleicht lag es daran, dass es zu Ende meiner Eisentherapie war und der Spiegel deswegen hoch?) Gestern habe ich endlich an einem wichtigen Herzensprojekt weiter gemacht. Das lag hier schon lange im Pausenmodus, weil ich dafür einfach keine Kraft und Antrieb hatte. Jetzt ging es so leicht. Unfassbar.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir mit dem Eisenmangel die Ursache damit gefunden haben. Schon so oft dachte ich: Das ist es jetzt! Und dann kamen die Beschwerden zurück. Ob das alles gerade nur Zufall ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall bin ich glücklich, dass ich jetzt gerade wieder fit im Kopf bin. Und Montag zusätzlich einen überdurchschnittlich guten Tag hatte. JUCHU! Meine Leistungsfähigkeit ist da. Ich will nicht von mir erwarten, jeden Tag so Höchstleistungen wie Montag erbringen zu können. Das, was ich vorher hatte, war schon richtig befriedigend.

Es gibt noch andere Wechseljahresbeschwerden, die noch verschwinden dürfen - zum Beispiel, dass ich auf vieles keine Lust habe oder eine scheinbar grundlose Weinerlichkeit am Morgen. An dem Thema arbeite ich weiter mit meiner Gynäkologin mit Hilfe der naturidentischen Progesterontherapie. Bei den Stimmungsschwankungen hat dies ganz gut geholfen. Mal sehen, ob dieses Thema auch noch gehen darf. Das wäre soooooo schön!

Was ich alles in den letzten zwei Jahren unternommen habe und rausgefunden habe, um wieder fitter zu sein: Vitamin-D3-Mangel, Progesteronmangel, jetzt Eisenmangel ... Ich nehme hochdosiertes VitaminD3, Magnesiumöl über die Haut, Selen, Progesteron, Eisen - ähm - ernähre mich gesund, gut ich könnte mich noch mehr bewegen ... und ach ja, die Schilddrüsentableten wegen meines Hashimotos nehme ich auch noch ein. Puh!

Mir wird durch meine Beschwerden klar, dass die Wechseljahre ein komplexer Umbauprozess für den Körper bedeuten, die Symptome schwanken, weil alles ein beständiges verändern ist. Ein sehr feines und sensibles System mit vielen vielen Rädchen, in dem gerade etwas Chaos ist. Und nicht nur der Körper ist eingebunden, auch Seele und Geist spielen eine Rolle bzw. sind betroffen.

Mich selbst mit diesen Veränderungen anzunehmen, das ist eine Herausforderung. Ich sehe darin auch eine Chance, nämlich altes loszulassen und Dinge zu verändern, die mir jetzt nicht mehr gut tun. Neues zu beginnen.

Ich bin auf dem Weg. Noch nicht angekommen, aber eine Hürde scheint jetzt gerade genommen zu sein. Das freut mich sehr!

Glücksgrüße aus Köln

Anja Kolberg

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Dienstag, 07 Juni, 2016

Mein kleines Himmelreich

Hallo da draußen in der Welt,

am Wochenende zwischen all den Regengüssen schnappte ich mir meine Kamera und fing einige Eindrücke meines Gartens ein. Mein kleines Himmelreich, das mich so glücklich macht. Ich kann dort stundenlang sitzen und einfach schauen. Pflanzen, Blattgrün, das Geräusch von Regen, die glänzenden Tropfen auf den Blättern, der Duft von Rosenblüten, die Vögelchen beim Baden beobachten, all das macht mich still und froh. Danke Himmel, dass ich das haben darf und mich daran erfreuen.

Hier einige der Bilder:

Die weiß umrandeten Blätter der Funkie. Früher fand ich Blattstauden doof. Heute finde ich sie wunderschön. Sie gestalten den Garten. Drei Stauden stehen davon in unserem Garten. Die ganz oben an der Terrasse ist bestimmt einen Meter im Durchmesser. Bisher hat noch keine Schnecke an den Blättern genagt. Eine Blüte wirds auch geben, auf hohen Stängeln helllilafarben.

Die erste Seerosenblüte lukt aus dem Wasser. Sie duften sogar. Nein ich habe mich dafür nicht ins Wasser begeben, um das raus zu finden. Irgendwann habe ich mir mal eine Blüte rausgefischt und in ein Glas auf den Tisch gestellt. Sooo schön!

Ebenfalls am Teich blüht gerade die Iris. Mehrere Stauden verteilen sich und sehen so schön aus. Ihr Duft ist ganz leicht und sehr sehr herb. Ich hatte von Iris mal ein ätherisches Öl und der Duft stimmte mit dem, den ich jetzt erschnupperte, überein. Das Regenwasser hat sich in der Blütenkrone gesammelt und zeigt die Dreiteilung.

Eine Gierschblüte lukt durch den Zaun. Ich dachte ja, ich hätte allen Giersch ausgemacht. Doch diese Pflanze ist wirklich voller Überlebenswillen. Welch eine Stärke. Ich habe noch immer nicht geschafft, von den frischen Blättern mal einen Smoothie zu machen oder sie in den Salat zu packen. Gesund soll das Unkräuterlein ja sein. Ich kämpfe nicht mehr gegen sie an. Wir versuchen, miteinander zu leben ... mal mehr sie - mal mehr ich.

Die Pfeifenwinde ist auch so ein besonderes Grün. Wunderschön sieht es aus, wenn sie sich emporschlängelt. Obwohl ich sie eigentlich nicht will, stört sie das nicht sonderlich, sie bleibt in meinem Garten. Zeit, das zu akzeptieren und von der Eigenart dieser Pflanze so einiges zu lernen ... Widerstandskraft, Überlebenswillen, Schönheit, Haftung, Grenzen überwinden können, hoch hinaus wachsen ...

Eine Weinbergschnecke kriecht davon. Kurz vorher hatte ich sie hinten im Beet abgesetzt. Ich hatte sie an unserer Haustüre entdeckt. Dort brennt vormittags die Sonne, kein guter Ort, gerade an den Scheiben, wo sie sich verkrochen hatte. Irgendwie war sie wohl falsch abgebogen. Hat sie nicht ein tolles Häuschen?

Vor einigen Wochen las ich das Buch "Das Geräusch einer Schnecke beim Essen", geschrieben von einer Journalistin, die durch eine Krankheit urplötzlich sehr lange ans Bett gefesselt war und sich kaum bewegen konnte. Im Pflegeheim liegend bekam sie Besuch von einer Freundin, welche ihr eine Schnecke in einem Blumentopf mitbrachte. Fortan beobachtete die Beschenkte die Schnecke. Ein schönes Buch, das mir gut getan hat, mit meiner Langsamkeit klar zu kommen. Für mich hätten weniger Beschreibungen über die Schneckenart im Buch sein können, ich habe sie großzügig überflogen. Doch was bleibt, ist ein Buch, das gut tut, wenns mal nicht so voran geht im Leben wie man sich das wünscht ...

 

Hier kriecht eine Schnecke davon, die ich nicht so mag. Nacktschnecken. Weil sie meine Funkien anknabbern oder die Margaritten abnagen und beschleimen. Manche Jahre nutze ich Schneckenkorn. Dann wieder nicht, weil ich an die mit den schönen Häuschen denke ... Schwierige Sache.

 

Ein lila Band, mit dem ich die Kletterrose Jasmina und die Clematis festbinde.

Diese Rose sieht sooo schön aus, wenn sie eine Knospe ist und am ersten Tag, wenn sie erblüht. Dann geht es fix, sie verblüht ruckzuck und lässt die Blätter fallen.

So gar nicht regenfest. Regenfest ist dagegen Leonardo da Vinci (nicht abgebildet, aber sicherlich in meiner Gartenrubrik schon oft gezeigt). Ihre pink-rosa Blüten halten wochenlang und werden immer heller. Jede Art hat so ihre starke Seite.

Die Triebe der Clematis finden auch an diesem Eisenstab halt, auf dem ein Vogel stizt und bei Wind, Regen, Schnee und Sonne herrlich vor sich hinrostet.

Süß, oder?

 

Ein bisschen Grünes zum Essen bzw. Kochen habe ich auch im Garten. Hier Schnittlauch mit seinen sehr scharfen Blüten, bevor ich ihn abgeschnitten habe, damit er nach der Blüte - die Stiehle sind holzig - frisch kommen kann.

 

Glitzernde Regentropfen perlen auf dem Frauenmantel ab.

 

Es wird dieses Jahr sogar wieder Äpfel geben. Da unzählige Säulenäpfel den schmalen hohen Stamm letztes Jahr krum gebogen haben, schnitt ich den Baum stark zurück. Unklar, ob es im Frühling Blüten geben würde. Doch, gab es und hier einer der wenigen Fruchtansätze.

 

Hier eine weitere Funkie mit blaugrün gefärbten Blättern.

 

Die Fruchtstände vom lilafarbenen Zierlauch lasse ich so lange es geht stehen. Sehen sie nicht toll aus? Im Hintergrund ein altes Gartengerät. Eine Mischung aus Schäufelchen und Harke.

 

Eine große Metallsonne zeigt auch spannende Rostbewegungen.

 

Die Hochstammrose stand einst vor dem Haus. Dort war es eindeutig zu heiß vor der Hauswand (bei zu wenig gießfreudiger Besitzerin ...). Jetzt habe ich sie hinters Haus gesetzt, vor einigen Wochen komplett zurück geschnitten und viele grüne Blätter zeigt sie inzwischen und Knospen ... und Blattläuse. Früher versetzte mich das in Panik, heute sehe ich die Marienkäferlarfen, die ja auch was zu Futtern haben wollen ...

 

Dieser hübsche Lampion hängt unter der Pergola über dem Tisch und erfreut mich sehr. Ein Geschenk einer Leserin. :-) Die sich jetzt freut, wenn sie das liest. :-)

 

Diese kleinen Gartenelfen waren einst Deko in meiner Coachingwerkstatt. Bei einer Aufräumaktion habe ich sie gefunden und jetzt erfreuen sie mich auf dem Gartentisch.

 

Die letzte Pfingstrose, vor weiterem Regen gerettet in einer Vase. Ihr Duft ist so unglaublich intensiv. Zwei Blüten standen in meinem Büro und bedufteten den ganzen Raum. Herrlich.

 

An den Stengeln in der Vase perlt Luft. Drin stehen prächtige Fruchtstände von verblühten Tulpen (leider kein Foto gemacht), Pflingstrosen, Alium, Iris und Funkienblätter.

 

Die Hängemattenzeit hat auch wieder begonnen. Herrlich so geschaukelt und getragen zu werden. Hier ein Bericht über mein Hängemattengefühl, welches sich immer wieder einstellt und nicht abnutzt. :-)

Mein Gartenrundgang endet an meinem Schreibtisch, wo ich gerade sitze und diesen Blogeintrag tippe. Vor mir steht dieser kleine Strauß, den ich mir aus dem Garten mitbrachte. Gertrude Jekyll, die fast so gut riecht wie Pfingstrosen, eine grüne Frauenmantelblüte, Lavendel und eine der weißen Rosenblüten vom Rosenbogen, die merkwürdig gelb ist. (Aus dem Foto habe ich eine neue E-Card gemacht.)

Wenn etwas in meinem Garten blüht und grünt, habe ich Freude daran, es mir ins Haus zu holen. Wie dieses kleine Sträußchen, das mir jetzt diese Woche Freude bereiten wird.

Ich glaube wir alle haben so etwas in unserem Leben, das uns gut tut und bei näherem Hinsehen noch schöner wird.

Einen grünen Tag aus Köln - lassen Sie es sich gut gehen

Anja Kolberg

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Freitag, 27 Mai, 2016

Bitte schütze mich vor meinen Erwartungen.
Idealbild und Realität

Ich habe welche. Erwartungen. An mich selbst. Wie ich sein sollte, damit ich gut bin, brav, geliebt, geschätzt, ein wertvoller Bestandteil dieser Gesellschaft. Ich trage ein Bild von mir in mir, wie ich aussehen sollte, charakterlich sein soll, mich verhalten sollte, was ich leisten sollte ...

Ein Problem tritt auf, wenn ich spüre: Ich entspreche diesem Bild nicht (mehr). Weil ich dicker bin, unbeweglicher, mich nicht so nett verhalte wie ich es von mir erwarte, nicht mehr so bin wie ich früher einmal war, nicht die Leistung bringe, die ich von mir erwarte, nicht so gesund bin wie andere, empfindsamer als andere, nicht beruflich so erfolgreich, keine Kinder bekomme, andere Ansichten habe ...

Also wenn Wunsch und Realität aufeinanderprallen und gar nicht zusammen passen. Dann gibt es einen inneren Kampf. Anstrengend ist das. Der Kampf zwischen dem Idealbild und der erschreckenden Tatsache der Realität. Der Vergleich. Der Druck, dem Idealbild genügen zu müssen, sonst bedroht mich etwas.

Was mich bedroht, ist die Angst, nicht mehr geliebt zu werden, weil - nun folgen veraltete Glaubenssätze - ich nur geliebt werde oder ok bin, wenn ich einem bestimmten Bild oder Muster entspreche. Und wenn ich dem Bild nicht mehr entspreche, kriecht die Panik in mir hoch, dass ich jetzt ins Fettnäpfchen getreten bin, nicht mehr 'dazu' gehöre, nicht mehr geschätzt und geliebt bin ... Die Liste lässt sich lange fortführen. Ich fühle mich mies.

Wie entsteht denn so ein inneres Bild, die Erwartung an uns selbst? Sie entstehen durch Vorbilder, durch Familie, durch Schule, durch Arbeitsstellen, durch andere Menschen mit denen ich Kontakt habe, durch Medien, im Grunde durch alles, was ich wahrnehme ... Wir erkennen: Wenn ich mich so oder so verhalte, dann bekomme ich gutes Feedback, gute Noten, heutzutage wohl Klicks oder Likes in sozialen Netzwerken. Dann werde ich geliebt. Und wollen wir das nicht: Geliebt werden? Also merken wir uns das und entwickeln ein Idealbild von uns wie wir gut mit uns und unserer Umwelt klar kommen.

Oder ein Kind wird geliebt und gut benotet, wenn es sich so verhält, dass Eltern oder auch Lehrer damit selbst gut umgehen können. Entspricht es nicht diesem Verhaltensmuster und kann das Umfeld damit nicht umgehen (also das Kind so annehmen wie es ist), drohen Sanktionen. Also lernt das Kind: Entspreche diesen Anforderungen - dann bist du ok. Wenn nicht, gibt es Stress, Liebesentzug, schlechte Noten ...

Dieses Bild, diese Gedanken trägt das Kind auch noch als Erwachsener in sich - in Form von Erwartungen, die wir an uns selbst stellen, in Form von Idealbildern.

Natürlich spielt dabei die individuelle innere psychische Stabilität und der Charakter eine Rolle, dem einen sind diese Erwartungen egal, sie ziehen ihr Ding durch, sind innerlich so stark, dass ihnen Gegenwind nichts ausmacht. Dazu gehöre ich leider nicht. Ich gehöre zu den Menschen, denen es innerlich Stress machte und macht, wenn ich erkannte und erkenne: Ich entspreche diesem Bild nicht bzw. nicht mehr und eventuell zusätzlich: Anderen geht es damit nicht gut, dass ich so bin. Dann kann es sein, dass ich in altes Verhalten flüchte und befürchte: Also bin ich nicht ok, also werde ich nicht geliebt. Für Kinder ist das existenziell. Als Erwachsener bin ich handlungsfähiger.

Ausweg aus dem inneren Stress und Chaos? Hm. Das geht bei mir nicht mit einem Fingerschnipp. Veränderung jahre- oder jahrezehntelang mit uns getragener Muster braucht Zeit. Das ist meine Erfahrung. Was mir hilft, ist überhaupt erstmal zu merken: Warum fühle ich mich gerade so gestresst, warum fühle ich mich wertlos ...? Und das zu erkennen lockert mich schon mal ein wenig auf, weil ich mich selbst verstehe.

Schmerzvolles Erkennen. Ich hatte das in der Woche vor Pfingsten. Ich lag mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett, fühlte mich so elend. Mein Körper hatte die letzten Wochen scheinbar immer 'hier' geschrien, wenn eine Krankheit vorüberflog. Erst eine leichte Grippe, die mich eine Woche ausknockte, dann Heuschnupfen, der mich nachts nicht schlafen lies und auch nicht mehr in meinem geliebten Garten, dann der Magen-Darm-Infekt. Alles so intensiv und belastend, dass ich keinen Bock mehr hatte. Es müsste doch mal endlich besser werden. Ich habe das Gefühl, die letzten Jahre kämpfe ich nur noch mit irgendwelchen Beeinträchtigungen meiner Gesundheit. Ich will endlich gesund sein und fit und "am Leben teilnehmen wie früher".

Zu spüren: Ich entspreche nicht mehr dem Bild der jungen, fitten, immer gesunden und aktiven Anja von früher, die gerne unterwegs ist, gerne feiert (dem Bild entspreche ich ja schon lange nicht mehr) oder etwas organisiert, die viel leistet so "wie sich das gehört" - mit einem Job von 8 bis 5 und geregeltem Einkommen. Das bin ich nicht (mehr). Und auch einem anderem typischen Bild entspreche ich nicht: Ich habe keine Kinder und statt dessen auch keine Karriere gemacht (zumindest nach meinen Maßstäben). Der gesamte Unterschied auf einmal wahrgenommen war heftig. Mir wurde bewusst was mir Stress machte: Ich bin nicht mehr die Anja von vor 20 Jahren. Ich entspreche nicht mehr meinen Erwartungen, erst Recht nicht einem Idealbild, das ich mit mir herum trage. Die Erkenntnis hat so weh getan. Ich fühlte mich wertlos, weil ich diesem Bild, das für Wert, für Liebe, für Anerkennung, für Dazugehören stand, nicht mehr entsprach. Weil ich nicht den Beitrag zum Leben leiste, den ich von mir erwarte. Puh, das war heftig. Gut, dass zu dem Zeitpunkt eine meiner besten Freundinnen anrief, mir zuhörte, mich ablenkte und aufmunterte. Das hat gut getan. Danach habe ich eine Runde heftigst geweint, fühlte mich erleichtert und bin dann eingeschlafen.

Ist es nicht das, was uns alle erwartet, wenn wir älter werden? Wir sind nicht mehr die, die wir mal waren. Die Haut ist nicht mehr so straff wie mit 30 Jahren. Die Haare grau und sie fallen nicht mehr so gut wie früher. Die Nerven sind dünner geworden. Wir sind nicht mehr so aktiv, nicht mehr so lustig, nicht mehr so fröhlich und unbeschwert. Der Körper ist nicht mehr so belastbar und steckt fehlenden Schlaf weniger weg. (Ganz klar: Es gibt viele Menschen, die diese Probleme nicht haben, ich gehöre jedoch zu den Menschen, die das haben.) Ist es das, womit auch meine Großmutter seit Jahren zu kämpfen hat, wenn sie sagt, dass sie schlechter sehen kann, schlechter greifen oder keine Gartenarbeit mehr machen kann? Ist es das, was mich auch mit fortschreitendem Alter erwartet? Klar kommen damit, dass ich etwas nicht mehr machen kann, dass ich einst liebte? Etwas nicht mehr entspreche, das ich einst war? Wäre es dann nicht klug, mich frühzeitig damit zu arrangieren, dass nichts so bleibt und sich das Leben ändert?

Wie will ich damit umgehen? Kämpfen, um dem alten Bild in jedem Falle weiter zu entsprechen? So tun, als ob alles wie früher ist? Bei beidem schüttelt es mich gewaltig.

Aber tat ich denn bisher nicht genau das? Nicht wahrhaben wollen, dass ich eben meinen Idealbildern von mir und meinem Leben, meinen Erwartungen an mich, nicht mehr entspreche. Den inneren Stress irgendwie aushalten und die Angst, nicht mehr geschätzt und geliebt zu sein, wenn mir die Kluft zwischen Ideal und Realität bewusst wird. Sondern ich mich anstrenge, dem Bild möglichst wieder zu entsprechen und es doch desillusioniert nicht zu schaffen. Puh! Die Traurigkeit unterdrücken und auch die Trauer, um das, was ich nicht mehr ist. Was ich in jungen Jahren, als ich fitter war, nicht wagte und vielleicht jetzt nicht mehr geht.

Das Leben wandelt sich. Ich habe mich gewandelt. Mein Körper, mein Geist, meine Seele, mein Umfeld, mein Leben. Meine Erfahrungen haben mich verändert und Spuren hinterlassen. Aber das alte Bild von mir wie ich sein sollte, die Erwartungen die ich an mich stelle, die sind noch die alten. Und es ist Zeit, hier aufzuräumen. So kann es nicht weiter gehen. Ich bin nicht mehr die Anja mit den Adleraugen. Nein, bei uns im Haus gibt es seit letztem Herbst auf jeder Etage mindestens eine Lesebrille. Mein Körper verändert sich, meine Psyche. Aber solange ich das innere Bild nicht anpasse, habe ich Stress, solange nehme ich mich nicht an wie ich wirklich bin.

Also heißt die Aufgabe: Mich lieben und annehmen wie ich bin. Das, was wir Kinder früher gebraucht hätten, wenn wir der Norm nicht entsprachen: Geliebt werden, gleich wie wir sind. Keinen Ärger bekommen, auch wenn wir widersprechen, unbequem sind, nicht funktionieren, sondern unseren inneren Impulsen folgen. Genau das ist heute meine Aufgabe: Mich bedingungslos lieben. Keine leichte. Aber eine sehr sehr wichtige und existenziell notwendige, um gesund zu leben.

Wie könnte mein inneres Bild denn aussehen? Sollte ich es ganz wegputzen? Geht das? Muss ich mir jedes einzelne Bild anschauen, wie ich denke (dachte), sein zu müssen und es überprüfen?

Überprüfende Fragen, die alte Idealbilder durchleuchten:

Bin ich nur eine "richtige Frau", bin ich nur dann wertvoll und gehöre dazu, wenn ich Kinder bekommen und großgezogen habe? Das unabhängig davon, ob ich keine Kinder bekommen wollte, nicht bekomme konnte oder nicht bekommen habe, ohne dass ein Grund bekannt ist. Vielleicht weil ich unentschlossen war, weil ich noch warten wollte, weil der Himmel oder der Körper nicht genickt haben, weil xyz ....

Bin ich nur dann ein anerkannter Teil der Gesellschaft, wenn ich einen bestimmten Betrag verdiene, wenn ich einen bestimmten Teil zum Haushaltsbudget beitragen kann, den ich von mir erwarte, wenn ich jedes Jahr einen Urlaub oder zwei machen kann, wenn ich mich ehrenamtlich engagiere, wenn ich genügend Steuern zahle, mit anderen mithalten kann und völlig unabhängig und autark von anderen leben kann? Bin ich nur dann wertvoll, wenn ich etwas leisten kann - und was ist wenn ich krank bin, wenn ich will, es aber nicht schaffe, sei es körperlich oder psychisch oder ohne erkennbaren Grund?

Bin ich nur dann ok, wenn ich immer nett zu anderen bin, freundlich, fair, wertschätzend kommuniziere, zuhöre, verständnisvoll und mitfühlend bin? Was ist wenn ich frech bin, mal nur an mich denke und keine Rücksicht nehme, eine andere Meinung habe, laut werde, beleidigend, wütend, keine Lust habe anderen Erwartungen zu entsprechen oder gar meinen eigenen?

Bin ich nur dann eine Frau, wenn ich schöne lange Haare habe, einen üppigen Busen, tolle Kurven, schlanke glatte unbehaarte Beine, hohe Schuhe trage und faltenfrei oder zumindest attraktiv und ansehnlich bin? Und was ist, wenn ich mich in bequemen Klamotten am wohlsten fühle, wenn es mir egal ist, ob ich dem neusten Trend entspreche und am liebsten kurze Haare trage oder mir völlig egal ist, wie ich aussehe?

Bin ich nur dann eine gute Selbständige, wenn ich immer etwas neues biete, Leistung bringe, Geld verdiene, meine Altersvorsorge ausreichend bedienen kann, eine gute Auftragslage habe und stets weiß wie es weiter geht? Und was ist, wenn Durststrecken kommen, wenn ich Pläne habe, sie aber nicht umsetzen kann, wenn ich nicht weiß, was ich will, wenn ich nicht vorwärts komme, sondern irgendwie festhänge und auf eine hohe Wand statt auf Wege und Möglichkeiten schaue?

Bin ich nur dann eine gute Angestellte, wenn ich den Anforderungen eines Arbeitgebers entspreche, wenn ich alles zur Kundenzufriedenheit erfülle, wenn ich eine tolle Kollegin und Teamplayerin bin? Und was, wenn ich das nicht mehr kann und nicht mehr will, wenn es mir die Luft zum Atmen abschneidet?

Eigentlich gibt es nur einem, dem ich entsprechen muss: Mir selbst. Und ich selbst bin ein Individuum, das sich ändert. Beständig. Mein Körper altert und verjüngt sich. Meine Zellen ändern sich. Meine Einstellungen wandeln sich. Ich mache Erfahrungen und verändere mein Verhalten. Erlebnisse hinterlassen Spuren und Narben. Was mir gestern nichts ausmachte, ist mir heute längst nicht mehr egal. Ich bin nicht mehr bereit, bestimmte Dinge zu tun, die für andere ok sind oder für mich mal ok waren.

Es ist an der Zeit, mich anzunehmen mit all den Veränderungen, die da in mir sind. Meine grauen Haare machen mir noch am wenigsten aus. Die Dellen an den Oberschenkeln schon mehr. Meinen Körperumfang ist je nach Stimmung und Tagesform ok oder gar nicht ok für mich. In bestimmter Gesellschaft, wo ich mich Blicken und Wertung ausgesetzt fühle, ist es schwerer als wenn ich mit "meinen Menschen" zusammen bin oder ganz alleine. Wenn ich ganz alleine bin und mit etwas schönem beschäftigt, dann bin ich ok. Meistens jedenfalls. Sobald ich in Dialog oder Vergleich mit anderen gehe, dann wird es schwer für mich. Ich wünschte, davon wäre ich unberührt, aber so ist es noch nicht. Doch ich habe den Wunsch, dass ich unabhängig - von den Erwartungen anderer und einem überholten Idealbild in mir - glücklich und zufrieden leben kann.

Mir fällt noch etwas ein: Führe ich nur dann eine gute Ehe, wenn ich immer wieder mit meinem Partner auf einen Nenner komme, wenn wir zusammen an einem Strang ziehen, wenn wir uns gegenseitig unterstützen, wenn wir uns körperlich immer noch anziehend finden wie im ersten Jahr? Und was ist, wenn das nicht der Fall ist, wenn mir der Partner auf den Keks geht und seine Ansichten (und umgekehrt), wenn der eine sein Ding macht ohne auf den Partner Rücksicht zu nehmen? Was dann?

Geht es nicht darum, seine eigene und heute stimmige Definition von Zufriedenheit und Glück zu finden, auch in der Partnerschaft? Zum Beispiel: Der Druck, der von Medien ausgeübt wird, zu Umfragen über das Sexualverhalten von langjährigen Paaren, dessen Fragen sowieso nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer gibt schon so etwas zu - ehrlich? Das Problem ist doch: Wer seine Beziehung damit vergleicht und feststellt: "Oh, dem entsprechen wir nicht.", der zweifelt vielleicht an seiner Beziehung, wird unglücklich und ein Schiff bekommt Schieflage, das gar nicht hätte sein müssen.

Beziehung, Ehe, Partnerschaft ist eben so, wie sie ist. Und wenn zwei damit einverstanden sind, ist es doch ok. Und wenn nicht, kann man drüber sprechen. Vielleicht lässt sich etwas ändern, vielleicht nicht. Und vielleicht lässt sich dennoch Frieden schließen mit der Situation in der Partnerschaft so wie sie ist, auch wenn oder gerade weil sie nicht dem gesellschaftlichen Ideal entspricht und auch nicht dem eigenen idealen Bild. Vielleicht gewinnt man dennoch etwas aus der Partnerschaft, für das es sich lohnt, zusammen zu bleiben. Ich glaube nicht, dass es in der nächsten Partnerschaft nach der gleichen Zeit auch noch unbeschwert wie zu Beginn ist. Zu jeder Beziehung gehört Arbeit. Sicher gibt es Ausnahmen wie auch bei Menschen, die immer Glück haben, denen scheinbar alles gelingt. Ich erlebe das (leider) nicht.

Ich glaube in der Partnerschaft geht es darum, den anderen so zu lieben oder lernen zu lieben wie er ist. So wie ich mir das schon als Kind gewünscht hätte. Das ist eine Herausforderung. Denn Ehe, Partnerschaft ist nicht das, was uns in Filmen oder Romanen gezeigt wird, die meist dort enden, wo es am schönsten ist - beim Zusammenkommen, bei der Hochzeit. Ehe ist Arbeit, den anderen respektieren, seine Veränderungen seit dem Kennenlernen annehmen - als alles noch rosarot war und wir uns bemühten, dem anderen zu gefallen. Mit den Enttäuschungen klar kommen. Ja, vielleicht gehen und eigene Wege gehen oder innerhalb der Partnerschaft üben, das eigene Ich mehr zu stärken, innerhalb der Partnerschaft einen eigenen Weg gehen und trotzdem zusammen sein.

Von einer Person können wir uns nicht trennen, nicht davon laufen: Vor uns selbst. Wir bleiben ein Leben lang zusammen. Mit uns selbst klar kommen, mit unseren Veränderungen, mit Enttäuschungen über unsere eigenen nicht erfüllten Erwartungen oder die von anderen, das ist Herausforderung und Aufgabe zugleich.

Mich selbst so lieben und annehmen wie ich bin. Wie ich jetzt bin. Nicht wie ich gerne hätte, dass ich bin oder wie ich mir erhoffe, dass andere mich dann mögen. Mich kennen lernen, wie ich jetzt bin, was ich bin und was nicht mehr. Was ich nicht mehr will, was ich nicht mehr kann, was ich nicht mehr möchte.

Von Erwartungen Abschied nehmen. Mich selbst neu kennen lernen wie einen Menschen, dem ich erstmals begegne. Mich schätzen, mir vertrauen lernen. Mich lieben - gleich wie ich bin oder weil ich bin wie ich bin. Das möchte ich üben. Jeden Tag aufs neue.

Ich bin nicht mehr die, die ich mit 20 war, auch nicht wie mit 30 oder 40. Ich entspreche vielen Erwartungen nicht oder nicht mehr, die an mich (unbewusst) gestellt werden und wurden. Auch nicht meinen eigenen Wünschen und Erwartungen. Ich brauche aber keine Angst mehr haben, nicht geliebt zu werden, wenn ich diesem Bild nicht (mehr) entspreche. Mir keinen Stress mehr machen, in tiefe Abgründe stürzen. Weil ich nah bei mir bin und mich liebe - weil ich bin und wie ich bin. Endlich nicht mehr einem gekünstelten Bild entspreche. Sondern mir selbst. Heute.

Und das macht mich frei. Unabhängig. Authentisch ich selbst sein.

Ich hoffe, diesen Text lese ich mir durch, wenn es mir gerade schlecht geht, weil ich entdecke: Ich bin nicht die, die bestimmten Erwartungen entspricht, die mir vermeintliche Sicherheit gaben oder geben könnten. Ich stehe mir selbst zur Seite und mag mich, auch wenn ich nicht zu bestimmten Gruppen dazu gehöre, auch wenn ich mal alleine da stehe. Ich bin bei mir. Es wird auf dieser Welt oder im Himmel immer eine Seele geben, die mich liebt. Und ich mich selbst. Besonders das letzte kann ich mir versprechen und immer wieder üben und darauf mit zunehmender Sicherheit vertrauen.

Danke für den Raum, meine Gedanken hier mit Ihnen und mit dir teilen zu können. Danke fürs Zuhören. Das war lang, aber es musste raus und hat mir geholfen, klarer zu sehen. Vielleicht kann ich ja jetzt besser mit meinen Augen sehen. ;o)

Ihre und deine

Anja Kolberg

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Montag, 23 Mai, 2016

Die Kunst, Störendes nicht wahrzunehmen

Das könnte ich gerne: Einfach nicht wahrnehmen, was mich stört. Nur in mein inneres System reinlassen, was ich mag und mir gut tut. Statt dessen nehme ich besonders, was ich nicht mag wie unter einem Vergrößerungsglas wahr: Störendes wird lauter, extremer, deutlicher, vermehrt sich. Meine Wahrnehmung wird immer feiner, schneller. Arg!

Es liegt wohl an der selektiven Wahrnehmung: Kaum beschäftige ich mich intensiver mit einem Thema, sehe ich dazu immer mehr. Ähnlich wie das bekannte Beispiel des bestimmten Autotyps, den man kaufen möchte, ist auf einmal die Welt voll davon. Oder nach der Renovierungsphase sah ich auf einmal handwerkliche Verarbeitungsfeinheiten bei Holz, die ich vorher nie wahrgenommen hatte, einfach weil mein Blick dafür geschult worden ist.

Nun handelt es sich aber nicht um etwas, das ich gerne haben möchte, sondern um etwas, das mich nervt. Ich wünschte, ich könnte es ausschalten. Geht aber nicht. Wie schaffen das andere Menschen?

Konkret geht es bei mir um Geräusche, die jemand macht, den ich nicht mag. Wie soll ich die ausblenden? Es würde ja schon reichen, wenn jemand, den ich mag, Geräusche macht, die mich nerven. Beides kombiniert - nervige Menschen und deren nervige Geräusche - macht die Sache noch heikler.

Gut, Menschen, die an einer stark befahrernen Bahnstrecke wohnen, hören irgendwann die vorbeirasenden lauten Züge nicht mehr, selbst wenn das Geschirr im Schrank klappert und sich Besucher wundern, wie das denn sein kann. Es ist zu einem Alltagsgeräusch geworden, das nicht mehr wahrgenommen wird. Kann mir das gelingen? Oder gelingt es nur, wenn ich emotionslos dem Geräusch gegenüberstehe wie es vielleicht bei den Menschen, die an der Bahn wohnen, der Fall ist?

Ich habe es schon mit Ablenkung versucht, mit Kopfhörern und lauter Musik. Ich will mich aber nicht immer ablenken müssen und schon gar nicht mit Kopfhörern rumlaufen.

Im Grunde geht es nicht darum, etwas wegzumachen. Ich kann es ja nicht ändern, die Menschen nicht ändern. Es geht auch nicht darum, wegzulaufen oder dem aus dem Weg zu gehen. Es geht darum, trotzdem, was nervt, gut weiter zu leben. Also bedeutet es: In mir selbst die Ruhe zu finden, dass ich innerlich Frieden empfinde, unabhängig davon, was außerhalb meines Selbst geschieht.

Eine Königsdisziplin der Meditation oder inneren Einstellung, so scheint mir. Ich möchte das gerne können. Bin auf dem Weg, der Wunsch ist ja schon mal da.

Es gibt Menschen, die können Störendes einfach ausblenden. Mein Mann zum Beispiel. Er kann es einfach. Und ich? Quäle mich rum. Kann das nicht so einfach. Vielleicht hängt die Schwierigkeit auch mit meiner Hochsensibilität zusammen. Einer der Kernpunkte davon ist ja, dass ich viel mehr wahrnehme, als ich überhaupt aufnehmen kann und mich das schnell überfordert. Hm. Viele gute Gründe, weiter darüber nachzudenken und irgendwann eine praktikable Lösung zu finden.

Einen schönen Tag aus der Denkzentrale

Anja Kolberg

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Freitag, 20 Mai, 2016

Aufräumen und loslassen

Dieses Jahr lassen mich die Pollen nicht niesen, sondern husten. So stark, dass ich inzwischen Halsschmerzen hatte. So kam es, dass wir im Schlafzimmer ein Pollenschutzgitter anbrachten, damit ich nachts nicht mehr durchhuste, sondern durchschlafe. Das Gitter ist so dicht gewebt, es verdunkelt den Raum, was mir nicht gefällt. Also nur an eines der beiden Fenster angebracht.

Gleichzeitig hatte ich mir vorgenommen, das Schlafzimmer zu entstauben, das Bett frisch zu beziehen, dem Staub unter dem Bett nahe zu rücken und aufzuräumen. Es gibt eine Ecke in unserem Schlafzimmer, da stand mal ein Tisch, der inzwischen in meinem Büro eine Etage tiefer für mehr Arbeitsfläche sorgt. Zwei Regale voll mit Acrylfarbtöpfen, Pinseln, Büchern, Prospekten, Tüten, Nähutensilien, Schnittmustern und Stoffen dienten als Staubfänger und Ablagefläche für alles, wo ich gerade nicht wusste wohin damit. Der Tisch zum Malen und Nähen fehlte ja nun. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange ich schon nicht mehr gemalt habe. Jahre. Vom Nähen ganz zu schweigen (außer dringend nötigen Flickarbeiten). Dafür, dass ich mal Schneiderin und Modedesignerin werden wollte ... ist das recht wenig. Aber so ist das: Wenn ich mir nicht bewusst Zeit dafür nehme, verstauben die Hobbies. Und es braucht auch eine innere Einstellung, ein inneres Ja und die Lust, kreativ tätig zu werden.

Nachdem ich alles entstaubt hatte, fing ich an, auszumisten. Zerschlissene Jeanshosen, bestimmt fünf an der Zahl, aus dessen Stoff ich nochmal was anderes machen wollte, flogen ebenso raus wie Schnittmuster für etwas, das ich unbedingt mal nähen wollte, aber nie in die Tat umsetzte. Eine fast fertige schwarze Stoffhose, die ich vor Jahren mal in einem Nähkurs begonnen und nicht fertig gestellt hatte, behielt ich aber doch, nachdem ich sie fast schon gehimmelt hatte. Sie passte prima, vielleicht schaffe ich es ja doch noch? (Unwahrscheinlich...). Nette Figürchen, aus wichtigen Anlässen einst gekauft, staubten vor sich hin. Mit einem Dank für ihre Dienste lies ich sie los ... Ebenso wie viele Bücher. Langsam lüftete sich das Chaos. Ich spürte den Drang, diesen Platz im Schlafzimmer leer zu machen. Da ein hohes Regal noch in mein Büro passte und dort auch ursprünglich stand, wurde es dort aufgestellt - mitsamt Farbtöpfen, Aquarellkästen, Blöcken, Ölkreiden, Nähmaschine, Garn ... Nah bei dem freien Arbeitstisch. Zumindest ist jetzt eine Einladung da, diese Kreativität zu nutzen. Mal sehen, ob es Wirkung hat.

Bilder und Rahmen, die sich an den Rückseite des Kleiderschrankes geschmiegt hatten, landeten im kleinen Wäschezimmer nebenan. Vieles räumte ich dorthin, wo es hingehörte: Zum Beispiel in den Keller. Übrig blieb ein fast leeres Bücherregal mit einigen speziellen Büchern zum Nachdenken und ganz viel leerer Raum. Ich kann kaum in Worte beschreiben, wie gut mir das tut.

Diese Luft. Die Ruhe, die jetzt von dieser Ecke ausstrahlt. Auf der Fensterbank eine sitzende Frauenfigur, die vor vielen Jahren schuf, die Hände im Schoß, den Kopf leicht nach unten geneigt. Schlafend, meditierend, nachdenkend. Ich kann sie vom Bett aus sehen. Auch sie strahlt Ruhe aus. Weniger ist endeutig mehr! Es ist auch so ein befreiendes Gefühl, nicht mehr um alles herumputzen zu müssen, nicht so viel zum Abstauben zu haben. Herrlich!

Ich bin so glücklich, dass ich das Schlafzimmer endlich entrümpelt habe. Der Kleiderschrank müsste eigentlich auch noch, aber eines nach dem anderen ... Dafür hat mein Büro hat einen feuchten Wisch genossen. Da sind Schubladen geleert worden mit Ideen, was ich unbedingt mal machen wollte. Zum Beispiel sammelte ich für mich damals wertvolle Informationen, als ich 2011 mit meiner veganen Ernährung begann. Daraus könnte ich ja mal ein Buch machen. Jo, damals war es schwer, an vegane Lebensmittel zu kommen, heute finden sie sich in jedem Discounter. Eine Gelassenheit ist eingekehrt, auch zu den vielen Fragen rund um die Gesundheit ohne tierische Lebensmittel. Ich konnte den ganzen Packen einfach loslassen. Herrlich befreiend war das!

Ein schönes Gefühl, meine Malsachen jetzt so nah bei mir zu haben. Und auch die Nähsachen. Ich mag das bunte, auf das ich schaue, wenn ich meinen Raum betrete. In dem hohen Regal fanden auch die Ordner für die Familiengeschichte Platz. Langsam sortiert sich immer mehr von dem Chaos. Das gibt mir Ruhe. Die äußere Ruhe wirkt nach innen.

Das tut so gut!

Liebe Grüße aus Köln

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 04 Mai, 2016

Eine zweite Chance

Hallo da draußen in der Welt,

während ich diesen Text in meine Tastatur tippe, scheint Sonne auf den Bildschirm. Vogelgezwitscher dringt durch das offene Fenster und wechselt sich mit dem Geräusch vorbeifahrender Wagen ab. Unser Stadtteil wird um halb acht munter.

Wie oft habe ich über den Titel nachgedacht: Eine zweite Chance.

Mehr als ein Jahr lang hüpft er und das Thema, um das es geht, immer mal wieder durch meinen Kopf. Ich wollte ihn auch schon auf die Kalenderblätter bringen. Jetzt wird er erst mal zum Blogbeitrag. Um das geht es mir:

Eine zweite Chance zu bekommen und selbst zu geben. Kennen Sie die Situation, wenn Sie etwas gesagt haben und den Eindruck haben, das ist nicht so beim Gegenüber angekommen, wie Sie es gemeint haben? Das Gesicht wird verzogen, der Blick geht nach unten, es tritt Stille ein ... und das in einer Situation, wo es nicht ohne weiteres möglich ist, aufklärerisch tätig zu werden, also zu erklären, wie Sie das gemeint haben. Ich kenne solche Situationen. Und sie sind mir unangenehm. Ich weiß nicht, wie das, was ich sagte, bei meinem Gegenüber wirklich ankommt. Bilde ich mir nur ein, dass der andere es anders als ich es meinte aufgefasst hat? Warum habe ich es nicht gleich klar gestellt? Seufz.

Ich würde mir nicht rausnehmen, jemanden bewusst zu beleidigen oder zu kränken. Aber bei der Kommunikation gibt es ein Hindernis: Das, was ich sage kann sich von dem unterscheiden, was vom anderen aufgenommen wird. Also, wenn ich etwas nicht böse, beleidigend meine, kann es aber doch so beim anderen ankommen. Warum? Weil der andere seine Filter aktiv hat. Mit Filter meine ich persönliche Erfahrungen, Erlebnisse, Wertungen über sich selbst und andere, die dann wirken. Und die sorgen dafür, dass Worte eine Färbung bekommen, die so gar nicht gemeint war.

Diese Filter habe ich auch. Und durch die müssen Sätze von anderen auch durch. Es gibt Menschen, über dessen Äußerungen rege ich mich maßlos auf. Weil ich meine, sie wollen mir was. Dabei weiß ich das neutral betrachtet gar nicht. Ich vermute es. Weil ich einen wunden Punkt habe und sie haben sich vielleicht auf diesen wunden Punkt unbewusst bezogen. Sie kennen meine wunden Punkte ja gar nicht. Und was passiert? BÄM! Bin ich beleidigt, ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück. Wie kann derjenige blos so was sagen? Unverschämt! Ganze Arbeit haben meine inneren Bewertungen geleistet. Würde ich das alles beiseite lassen, die Filter, meine eigene Befindlichkeit - die ja nicht jeden Tag gleich stabil und gelassen ist, meine Interpretationen, der andere mag mich mich, dann sind da nur ein paar Worte. Ja, der Ton spielt auch eine Rolle, dennoch. Ich kann es neutral betrachten. Vielleicht ist es dann gar nicht so schlimm.

Umgekehrt als diejenige, die etwas sagt: Ich habe auch schon Tage gehabt, da war ich ganz mies drauf und wenn ich dann was sage, ist es sicherlich nicht so freundlich oder bedacht wie an Tagen, wo ich super drauf bin. Dann hätte ich garantiert etwas anderes gesagt. Das hat aber nichts mit dem Wert meines Gegenübers zu tun. Der bleibt gleich hoch. Nur meine Reaktion ist eine andere.

Und für solche Situationen wünsche ich mir zweite Chancen.

Eine zweite Chance für den Menschen, dem ich unterstelle, mir was zu wollen, weil er ja das oder das gesagt hat. Meint er es wirklich so wie ich vermute? Könnte es nicht auch anders sein? Könnte ich nicht auch - wenn ich mich traue - nachfragen, wie der andere das gemeint hat? Vielleicht werde ich über dessen Wertschätzung mir gegenüber erstaunt sein.

Eine zweite Chance für mich, wenn ich das Gefühl habe, meine Worte haben einen anderen Menschen getroffen, gepaart mit meinem Unvermögen, darauf einzugehen, weil ich selbst über dessen Reaktion erschrocken bin und mich schäme, vielleicht etwas "falsches" gesagt zu haben. Wie herrlich wäre der Glauben des anderen an mich, dass ich ihm nichts böses will, sondern es wirklich gut mit ihm meine.

Sie kennen vielleicht den Satz: "Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Nicht für das, was du daraus machst." Er hilft mir, nicht zu viel Verantwortung für das Wohlbefinden anderern Menschen zu übernehmen, wozu ich neige.

Was ich aber auch gelernt habe, ist die Möglichkeit, dass ich das, was für mich selbstverständlich ist, auch noch dazu sagen kann. Zum Beispiel dass mir die Meinung eines anderen wichtig ist und ich deswegen wissen möchte, was er von meinem Projekt hält. Oder dass ich wenn ich gewusst hätte, jemand ist im Besprechungsraum, dort niemals rein gegangen wäre. Für mich selbstverständlich. Würde ich nicht. Das weiß der andere aber in der Regel nicht, er kennt mich vielleicht gar nicht so gut und hat schon negative Erfahrungen gemacht. Deswegen ist es wichtig, für mich selbstverständliches zu erklären. Bis der andere mich wirklich kennt. Bis er mir vertraut und weiß, dass ich ihn wirklich mag.

Das ist etwas, das ich lernen möchte: Für mich selbstverständliches sagen. Weil ich mich so selbst erkläre und zwischen mir und meinem Gesprächspartner eine Brücke der Liebe und des Verständnis baue.

Einen Strich ziehen unter all den Mutmassungen über andere Menschen. Vermutete Abwertungen unseres Selbst. Neu anfangen. Eine zweite Chance geben. Die wünsche ich mir selbst und die möchte ich geben. Wer weiß wie viele Beziehungen gestiftet oder gekittet werden könnten, Freundschaften, kollegiales Miteinander, wenn wir wirklich vom anderen wüssten, was er/sie von uns hält? Und wir dann entdecken, dass der andere gar nicht denkt: "Ist die doof.", sondern uns heimlich bewundert, mag, interessant findet ....

Es gibt immer wieder Neues auf dieser Welt zu lernen. Jetzt habe ich meine monatelangen philosophischen Gedanken endlich mal zu Papier gebracht. *Hüpf*

Einen schönen Maitag!

Ihre Anja Kolberg

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Donnerstag, 21 April, 2016

Das Leben genießen. Jetzt.

Ich hab's getan. Gestern. Heute. Ohne schlechtes Gewissen. Mitten am Tag. Mitten in der Woche. Kein Sonntag. Kein Samstag. Kein Feiertag. Kein Feierabend. Obwohl es viel anderes zu tun gab. :-)

Was?

Mich mit dem Liegestuhl in die Sonne gelegt. Gestern noch mit Decke, weil der Wind so kalt war. Als ich mir das ultimativ Beste vorstellte, war das mit dem Liegestuhl unter unserem Kirschbaum zu liegen, der gerade voller rosa Pomponblüten steht. Und von dort nach oben in den Himmel schauen. Und das habe ich getan. Mir diesen Wunsch erfüllt! *Hüpf*

Die Blüten berühren. Sie sind unfassbar weich, zart und leicht kühl auf der Haut. Ihr Duft kaum wahrnehmbar.

Ich habe im Liegestuhl dazu eine Meditation auf dem Handy gehört. So muss sich der Himmel anfühlen. Ein Traum! Im Hintergrund wahrnehmbar das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Bachlaufes in unserem Garten.

Mir hat das so gut getan. Heute - wo es draußen noch wärmer ist, habe ich mich wieder raus in die Sonne gesetzt. Diesmal mit dem Liegestuhl an den Bachlauf, von wo aus ich auf die beiden Japanischen Zierkirschen schauen konnte. Ich weiß wie schnell die Blüte vorbei ist. Jedes Jahr ist das ein besonderes Highlight im Garten:

Weil es so lange kühl war, konnten sich die Blüten langsam entfalten und wir hatten so viel länger von der Blüte als in so manch anderem Frühling. Seufz. So schön!

Über mir der blaue Himmel:

Und in mir dieses Gefühl:

Tiefe Zufriedenheit und Liebe. Mit dem sein, was um mich ist. Zum Beispiel den kleinen Ahorn neben dem Stuhl näher betrachten, dessen Blätter schon ein ganz großes Stück gewachsen sind. Dieses Jahr habe ich das erste Mal bewusst entdeckt, dass kleine rote Blütendolden am Ahorn sind. Ob ich sie bisher übersah?

Es gibt Tage, da scheint die Sonne im Leben, obwohl nicht alles perfekt ist.

Diese Tage auszukosten, ist ein ganz großes Glück. Ich will nicht warten, bis irgendwann mal alles in Ordnung ist im Leben und dann mit dem Genießen anfangen. Es wird immer irgend etwas sein, dass gerade quer schießt. Ich will nicht bis zum Feierabend warten (wenn die Sonne weg ist) oder bis zum Wochenende (wenn es regnet) oder bis zu meiner Rente, bis ich mein Leben genießen kann.

Ich habe mir vorgenommen, mein Leben jetzt zu genießen. In kleinen genußvollen Stücken, immer dann wenn es geht. Die großen Genießerscheiben - ein Urlaub zum Beispiel - kann so schnell vorbei sein. Aber Alltag ist jeden Tag und den will ich reicher machen. Mich glücklicher fühlen. Mit dem Schwingen, was da ist. Auch wenn es mir mal nicht gut geht, schauen, was ich mir gutes tun kann.

Und an trüben Tagen kann ich mir dann diesen Blogbeitrag durchlesen und befinde mich wieder auf meinem Liegestuhl, fühle die Wärme der Sonne auf meinem Körper, höre die Geräusche der Umgebung, die Kinder auf dem nahen Schulhof, sehe die Kraft der wachsenden Natur und bin glücklich. Jetzt.

Ich wünsche Ihnen ebensolche zauberhaften Momente, voller Glück und Liebe!

Unser Leben findet heute statt. Jetzt, in diesem Moment. Mir gefällt das Thema so sehr und es tut mir so gut, dass ich überlege, es könnte ein wunderbarer Titel für den nächsten Kalender sein. :-)

Ihre Anja Kolberg

P.S.: Eines der Fotos ist eine neue E-Card. Hier anschauen und verschicken.

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Mittwoch, 06 April, 2016

Ein sanfter Regentag & Frühling in der Natur

Gestern, Dienstag, hat es die meiste Zeit des Tages geregnet. Mal fester, oft feinster Nieselregen. Ich mag das. Es hat so etwas sanftes, ruhiges, liebevolles, wie die Dächer, Äste, Zäune, Gras und Pflaster vom Regen eingehüllt werden. Eine zärtliche Liebkosung.

Seit dem Wochenende hat die Natur einen Wachstumssprung gemacht. Die weinroten Blätter der Blutpflaume haben fast alle rosa Blüten abgelöst. Die ersten Mininarzissen im Beet sind verblüht. Geballte Lebenskraft zeigt sich in den Knospen der Zierkirsche:

In der Nebenstraße blüht wieder der alter Kirschbaum. Welch eine unfassbare Pracht, die mich so tief erfreut:

Zarte, weiche Blätter und herrliche Blütenstände. Bienen schwirren zwischen dem rosafarbenen Traum:

Die Clematis am Rosenbogen ist schon einige Zentimeter gewachsen. Auch der Ahorn im Garten zeigt erste Blattansätze an den Zweigen:

Die Rosen tragen schon viele Blätter:

Die ersten Vergißmeinnicht blühen im Garten, hier hat sich eines selbst im Rasen gepflanzt und die Sternmagnolie ist gerade ein weißer Lichtblick hinter dem Teich:

Ich bin so dankbar für dieses Wachsen und Gedeihen - jeden Frühling von neuem, daran teilhaben zu können. Die Natur fängt von vorne an. Mit Mut und Kraft und Lust auf das Leben.

Montag habe ich das erste Mal in diesem Jahr draußen gefrühstückt. Die Luft war noch recht kühl, doch mit einer wärmenden Jacke ging es gut. (Der Brötchenbelag auf dem Foto ist übrigens die köstliche vegane Nuss-Nougat-Creme Bionella von Rapunzel. Ich liebe sie!)

Das Plätschern des Bachlaufes genießen. Vögelchen beobachten. Moos bestaunen, das sich inzwischen auf den Steinen niedergelassen hat. (Mein ganz großer Reichtum!)

Ich bin so dankbar, dass du dich jedes Jahr wieder auf den Weg eines neuen Lebenszyklus machst, liebe Natur. Mir gibt es die Kraft, es dir gleich zu tun: Aufstehen, von neuem beginnen. Atmen. Schritte gehen.

Mir die Zeit nehmen, die ich brauche. Wachsen, dann wann es geht. Nicht wann der Kalender es will. Ich kann mich dran erinnern, dass die Blätter auch schon viel früher an den Sträuchern waren, die Blutpflaume nicht wochenlang blühte, wie dieses Jahr, sondern in wenigen Tagen verblüht war. Weil es schon so zeitig warm war. Jedes Jahr ist anders.

Auch jedes Menschenjahr ist anders. Die Themen und Aufgaben, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, wechseln, je nachdem wo wir uns auf unserem Lebensweg befinden. Wünsche und Pläne - wie Samenkörner kann ich sie in die Erde legen und wachsen lassen. Sehen wie daraus im ureigenen Wachstumszyklus dieser Pflanze - dieses Wunsches an das Leben - etwas Neues und Großes und Schönes entsteht.

Ich wünsche uns allen einen zauberhaften Frühling mit offenen Sinnen für all die Schätze, die uns die Welt bietet.

Während ich diese Zeilen tippe, strahlt die Sonne in mein Büro. Mein Kopf wirft einen Schatten auf die Wand. Die aus dem Garten mitgebrachten Osterglocken erstahlen in cremeweiß und apricot. Die Fotos in diesem Blogbeitrag habe ich heute früh in unserem Garten aufgenommen und beim Spaziergang mit unserer Minu. Heute früh schenkte uns der Himmel strahlend blauen Himmel in Köln. Welch eine Freude!

Ich hoffe, dass es mir gelingt wie die Natur es macht: Mit dem zu schwingen, was ist und sich nicht ändern lässt. Bei der Natur sind es die Witterungsbedigungen - wie z.B. die Temperaturen, im richtigen Maß Wasser und Sonne - die die Pflanzen und Tiere nicht beeinflussen können. Sie müssen sich dem anpassen.

So will ich es auch halten. Mich dem Anpassen, was mir das Leben gibt. Mitschwingen, annehmen und das Beste daraus machen. Und wenn die Bedingungen stimmen: Erblühen und wachsen und gedeihen. Einmal mehr in einem neuen Wachstumzyklus, der im Frühling beginnt.

Die Eindrücke aus der Natur: Klitzernde Wassertropfen auf den Grasbücheln im Licht der Morgensonne. Aufgesprungene Blattknospen der Kastanie. Forsythien. Zartgrüne Baumkrone einer Hängeweide und Blütendolden an einem Baum, dessen Namen ich nicht weiß.

Alles Liebe

Anja Kolberg

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Freitag, 25 März, 2016

Ein herrlicher Beginn eines neuen Lebensjahres

Mein gestriger Geburtstag hat sich als Glückstag entpuppt. Ich freue mich so sehr darüber, weil ich es auch schon anders erlebt habe oder er anders begann, wie im letzten Jahr, wo Tränen flossen...

Mein ursprünglicher Wunsch war, wieder mittags mit meinem Mann in der Kölner Südstadt brunchen gehen, weil ich mich auf die Auswahl dort so freue. Ob das zeitlich klappte, war zunächst unklar. Ich habe es einfach losgelassen. Und wie der Himmel es dann wollte, hatte mein Mann dann wahrhaftig rechtzeitig frei. Manchmal ist es ein Glück an Ostern Geburtstag zu haben. :o) Also auf in die Südstadt.

Wir fanden einen Parkplatz gleich in der Nähe und auch einen Tisch im gut besuchten Ecco nahe der Serverinsstraße. (Links zum Ende des Artikels.) Wir wählten das vegane und normale Brunchbüffet. Es ist für mich etwas besonderes, so mit meinem Mann, der kein Veganer ist, essen zu gehen, so dass jeder auf seine Kosten kommt.

Die Auswahl ist nicht extra groß, aber lecker. Besonders das vegane Kuchen- und Nachtischbüffet ist mein Highligt. Oah, sooooo lecker. Diesel kleinen Kuchenstücke, genau richtig, um zu probieren und die Cremes und der Milchreis und und und ... Für mich ist es königlich, aus so vielen veganen Speisen aussuchen zu können.

Ich war rundherum glücklich, als wir das Restaurant verließen. Und ich freute mich auf das, was noch kam: Vor ein paar Tagen sahen wir einen Bericht in der WDR-Lokalzeit, dass die Kölner Seilbahn wieder eröffnet hat.

Die seit 50 Jahren bestehende Institution hatte in neue Technik investiert. Klang gut. Das Kölnpanorama von dort zu sehen, muss herrlich sein. Ich hatte gesagt, dass ich noch nie mit der Gondel über den Rhein gefahren bin und das mal gerne machen möchte. Mein Mann hatte auch Lust und so sind wir dann nach dem Restaurantbesuch mit wohlig gefülltem Magen Richtung Flora/Zoo gefahren, wo wir nahe der Seilbahn unter der Zoobrücke geparkt haben.

Wir buchten eine Hin- und Rückfahrt. Es gibt Gondeln, die sehen wirklich herrlich aus. Wir sind mit der Maus gefahren. :-)

Es war einfach herrlich, Köln von oben zu sehen. Ich will das unbedingt nochmal machen.

Auf der anderen Rheinseite wollte ich gerne ein bisschen durch den Rheinpark gehen, bevor wir zurück fahren, weil man von dort den Dom so schön sehen kann. Für mich persönlich einer der schönsten freien Blicke auf den Dom.

Die Beete und Bäume im Park warteten geradezu auf die warme Frühlingssonne. Noch waren die Äste karg, dafür war der Dom durch die Baumwipfel besser zu entdecken.

Als wir aus der Seilbahn stiegen sahen wir ein Schild: "Kleinbahn". Gleich am Eingang der Claudiustherme war die Haltestelle. "Komm, das machen wir jetzt auch noch.", sagte ich und wir gingen schauen. Ja, da waren die schmalen Schienen auf dem Boden und nach zehn Minuten Wartezeit hörten wir die Geräusche.

Diese süße Bahn, die einmal um den Park herum fährt, hielt an. Sie wurde wie der Park auch zur Bundesgartenschau 1957 angelegt. Wir buchten beim Lokführer die Rundfahrt und setzten uns in die engen Waggons, die wohl eher für kleine Menschen gemacht sind. :-) Um so mehr Spaß hatten wir.

Wir fuhren an der Claudiustherme vorbei, am Rhein entlang und an einem großen Kinderspielplatz, konnten den Dom sehen und den Tanzbrunnen. Nach einer Vierteilstunde war die Rundfahrt beendet. Perfekt.

Ich wollte gerne ans Rheinufer, dessen Bett recht niedrig war wegen des wenigen Regens in der letzten Zeit. Zwischen den Rheinkieseln entdeckte ich sogar Muscheln.

Wir probierten einige Fotos mit dem Dom aus - zum Beispiel ihn zu küssen.

Anschließend sind wir über eine große Wiese zur Seilbahn zurück, die den Rheinpark mit Zoo und Kölner Flora auf der anderen Seite verbindet.

Welch ein gelungener Tag!

Am Morgen hatten mich unter anderem meine Eltern angerufen. Wie jedes Jahr sangen sie mir ein Ständchen am Telefon. Darauf freute ich mich schon sehr. Und es ist mir wieder gelungen, es aufzunehmen, was ich mir sehnlichst wünschte. So kann ich es auch noch hören, wenn ich 100 Jahre werde. Sie glauben gar nicht, was mir das bedeutet.

Und bei einer Tasse Tee und Kaffee, bevor wir in die Stadt losfuhren, da habe ich mir mit Ruhe meine Geburtstagspost angeschaut. Es ist so ein Geschenk für mich, diese zu bekommen, anzuschauen und zu lesen. Handgeschriebene Zeilen, etwas selbstgemaltes vom Patenkind meines Mannes und ihrem Bruder. So süß. Einen langen Brief meiner Brieffreundin aus Bayern, mit der ich mich seit 1982 schreibe, als wir bei ihren Eltern Ferien auf dem Bauernhof machten.

Wenn mein neues Lebensjahr so wird wie mein Geburtstag war, dann bin ich wirklich glücklich!

Alles Liebe aus Köln und schöne Ostertage

Anja Kolberg

PS: Hier die Links für einige oder mehrere schöne Stunden in Köln:

Ecco in der Kölner Südstadt, man kann auch gut bei den Kranhäusern/Rheinauhafen in der Tiefgarage parken, dort sind wir letztes Jahr spazieren gegangen und rund um das Lokal im Severinsviertel lässt sich gut bummeln gehen, zum Beispiel in der Severinsstraße oder auf der anderen Seite des Clodwigplatzes in der Merowingerstraße gibt es so niedliche kleine Läden. Hier finde ich, gibt es ein typisches Bild, wie ich mir ein belebtes und beliebtes Innenstadtviertel vorstelle. Dann die Kölner Seilbahn - die Kleinbahn - der Rheinpark mit dem Tanzbrunnen - dann die schöne Bad- und Saunalandschaft der Claudiustherme - und auf der anderen linken Rheinseite der herrliche Park um die Kölner Flora, wo es ein Gartenlokal zum Draußensitzen gibt, und neben dem Seilbahn-Parkplatz der Skulpturenpark. In Köln gibt es soooo viel zu entdecken.

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Montag, 21 März, 2016

Jeder Frühling ist ein neuer Anfang

E-Card

21. März. Trotz Heizung klimpern meine kalten Finger über die Tastatur. Montag in der Karwoche. Grauer Himmel. Noch nicht mal die Forsythien blühen, wenn auch schon vieles im Garten austreibt, wie die Rosen oder die Clematis am Rosenbogen.

Ich freue mich auf den Besuch, den wir für das Osterwochenende erwarten, auf meinen 46. Geburtstag und habe vom Wetterfrosch gehört, dass es am Wochenende etwas wärmer werden soll. Klingt nach einem herrlichen Osterwochenende. Endlich die Sonne genießen.

Zwar habe ich mich die letzten Wochen immer wieder mal kurz in die Sonne gesetzt, wenn sie hervorlukte, aber für mehr als eine kurze Zeit reichte es - außer vorletzten Sonntag - meist nicht. Brrrr, zu kalt. Ich sehne mich soooo sehr nach dem Frühling.

Mein Körper zeigt mir seit Anfang Februar zunehmend wieder seine müde Seite mit "Watte im Kopf"-Gefühl wie im letzten Jahr, wenn auch schwächer. Ich dachte, die Konzentrationsschwierigkeiten wären weg. Ist aber leider nicht so. Ich hoffe, es wird bald eine Ursache gefunden, damit ich etwas tun kann und besser weiß, damit umzugehen.

Bis dahin helfe ich mir wieder einigermaßen mit den homöopatischen Tropfen. Von November bis Januar brauchte ich sie gar nicht. Ich war einfach nur fit. Symptomfrei. Hm. Dieses sprunghafte Auftreten und Abhauen der Symptome ist schwer für mich. Bin schon ein bisschen traurig deswegen. Nun ja, Kopf hoch.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, mich wieder auf die Leistungsfähigkeit meines Körpers verlassen zu können. Das zu schätzen weiß ich erst, seit dem ich es anders kennen gelernt habe. Mit wie vielen Dingen ist es im Leben so...

Vor einigen Tagen sagte ich meinem Mann: "Oder ich muss lernen, damit zu leben." Aber ist das eine Option? Ich bin 45 Jahre. Nein, es ist keine Option. Ich will dauerhaft leistungsfähig sein. Klar, es gibt Menschen in meinem Alter, denen geht es viel schlechter - wie immer im Leben und ich bin dankbar, dass es mir so gut geht wie es mir geht.

Akzeptieren ist gut, um das Beste draus zu machen. Das tue ich auch. Wenn ich im Kopf fit bin und mich gut konzentrieren kann, arbeite ich am Schreibtisch - und mache weniger anspruchsvolle Aufgaben (Hausarbeit), wenn ich gerade einen Durchhänger habe oder ich ruhe mich aus. Letzteres ist natürlich eine sehr gute Nebenwirkung meines Durchhängers. Wenn ich den nicht hätte, würde ich sehr intensiv arbeiten, mich nicht so viel ausruhen.

Alles hat immer einen guten Grund. Wäre der nur schon zu Beginn klar... Er zeigt sich erfahrungsgemäß erst bei rückblickender Betrachtung solcher Downs... Wie oft habe ich im nachhinein gedacht: "Deswegen ist das in mein Leben getreten..."

 

Ansonsten beschäfigte ich mich wieder intensiv mit meiner Heimat- und Familiengeschichte. Führe Interviews, tippe sie ab. Sichte Fotos, beschrifte und archiviere. Eine sehr intensive Arbeit, denn all die Informationen wollen verarbeitet werden. (Also mein Kopf leistet trotz des Downs schon ganz schön viel. Ich muss ihn auch mal loben!!!)

Das macht mir Freude und ist spannend, weil immer mal wieder Rätsel gelöst werden, nach deren Lösung ich oft Monate suchte. Wie vor drei Wochen, als ich nach über einem Jahr durch Zufall Familiendaten meiner Ururgroßeltern und deren Kindern fand, die in Vaals an der holländischen Grenze aufwuchsen.

Und einen Tag später erhielt ich den Kontakt zu einem Urenkel der Schwester meines Urgroßvaters. Ich hatte eine gefühlte Ewigkeit nach einem Kontakt gesucht und weiß jetzt endlich wo das Wohnhaus der Schwester meines Urgroßvaters stand - wo er auch einige Jahre lebte und in der Nähe meine Urgroßmutter kennen lernte. Dieser Hof steht sogar heute noch und wird von den Nachfahren der Tante meiner Oma bewohnt. Diesen wiedergefundenen Familienzweig durfte ich jetzt besuchen und kennen lernen. Ich sah das erste Mal ein Bild von der Schwester meines Urgroßvaters und erfuhr Spannendes aus der damligen Zeit. Wie viele Geschenke! Ich habe so viele spannende Geschichten gehört. Manchmal glaube ich wirklich, der Himmel hilft mit, damit sich Menschen finden und meine Geschichte immer kompletter wird. Ich liiiiiiebe diese Detektivarbeit. Denn jedes gelöste Rätsel legt neue offen...

Soweit für heute. In diesem Beitrag sehen Sie einige Oster- und Frühlingsecards. Viel Freude beim Verschicken!

Schöne Ostertage mit allem, was Ihnen gut tut - und Gesundheit und Lebensfreude, das wünsche ich Ihnen von Herzen

Anja Kolberg

PS: Ich blogge seltener... Jeden Monatsanfang schreibe ich meine Monatlichen Impulse, die per Mail an einen begrenzten Empfängerkreis verschickt werden. Es sind inspirative Gedanken zu zwei Themen des Monats, die meinen Kalendern entspringen. Das Mailabo läuft von Januar bis Dezember 2016 - jeden Monat eine Mail, also insgesamt zwölf Stück. Sie können das Abo für insgesamt 12 Euro beziehen. Bereits erschienene Ausgaben von 2016 werden nachgeliefert. Hier können Sie Beispiele aus 2015 lesen: Juli und August. Der Umfang ist mal länger, mal kürzer, so wie es gerade passt. Wenn Sie teilnehmen möchte, schicken Sie mir einfach eine kurze Mail an ak@anjakolberg.de. Nach Zahlung erhalten Sie die Impulse bis einschließlich Dezember 2016 zugestellt. Danach endet das Abo automatisch.

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Freitag, 04 März, 2016

Winterzeit statt Frühlingsluft - Loslassen und Konzentrieren

Riesige Schneeflocken fielen in Köln heute Vormittag vom Himmel. Die Pfannen auf den Dächern sind immer noch nass und auch die Straße ist es. Das höre ich am Geräusch der am Büro vorbeifahrenden Wagen. Freitag Nachmittag. Bald ist Wochenende.

Nach von mir ersehnter Frühlingsluft sieht es so gar nicht aus. Zurück zum Winter. Der Himmel grau. Kalter Wind. Die Heizung bollert. Dampfender Tee wärmt die Hände.

Ok, dann mummel ich mich noch mal ein an diesem Wochenende. Einen Tag in der vergangenen Woche saß ich eine halbe Stunde hinterm Haus auf der Terrasse. Trotz Kälte, aber in der Sonne und mit vorheriger Bewegung gings. Von diesem Gefühl wie es bald im Frühling öfter sein wird, etwas abbekommen. Vögel zwitschern. Herrlich.

Wie oft passiert es mir, dass ich etwas vorhabe, etwas will und dann macht mir das Leben einen Strich durch die Rechnung. Wie jetzt. Ich will Frühling, 12 Grad, Sonne. Ich bekomme Schneeregen. Grauen Himmel.

Eines ist sicher: Das bleibt nicht so. Und auf die kommende Veränderung der Jahreszeit, da freue ich mich.

Vorzeichen sind da: Viele Gänseschwärme am Himmel. Die Mininarzissen blühen im Beet. Beim Spaziergang sah ich die lila Blüten der Veilchen und Krokusse. Überall strahlen Schneeglöckchen. Es bleibt immer länger und morgens wird es früher hell. Es juckt mich in den Fingern, aufzuräumen und loszulassen.

Als ich das Problem im Büro hatte, mich auf eine Sache zu konzentrieren, guckte ich auf die Wand hinter meinem Bildschirm.

Sie hing voller Karten, Texte, Bilder, Feedbacks, Inspirationen. Sie hatten mir lange gut getan und Kraft gegeben, aber jetzt passte es nicht mehr. Kein Wunder, dass es mir schwer viel mit dieser Ablenkung. Wie sollte da Ruhe in mir sein? Also aufgestanden und alles abgehängt. Zwei neue Zettel aufgehängt. Auf jedem steht etwas, auf das ich mich konzentrieren will.

Danach habe ich die Papiertonne bis oben hin mit Verlagsprospekten, Zeitschriften und Katalogen gemacht, die hier auch noch meine Aufmerksamkeit verstopften ... Ein herrliches Gefühl auf den frei gewordenen Platz zu schauen!

Seit dem geht es mit der Konzentration besser. Yeah!

Und auf ein weiteres gemütliches Wochenende im warmen Zuhause.

Anja Kolberg

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Sonntag, 14 Februar, 2016

Die Renovierung ist abgeschlossen! HÜPF!

Seit Donnerstag Abend hängen die neuen Gardinen in Küche und Esszimmer und ich habe als bewusste, letzte Handlung die Klappleiter in den Keller gestellt. Darauf hatte ich mich schon lange gefreut. Genauso wie auf den ersten Tulpenstrauß dieses Jahr auf dem Esszimmertisch. Ein Frühlingstraum!

 

Wie ich Ende Januar hier berichtete, spielten seit 2. Januar Presslufttacker, Kappsäge, Wasserwaage, Zollstock, Schleifer, Pinsel und Farbe die Hauptrollen in meinem Alltag und dem meines Mannes. Wir wollten unseren Traum von einem nordischen Landhausstil für zwei Räume verwirklichen. Die warmen Terracottafarben wichen einem klaren weiß und hellgrau. Es sieht sooo schön und anders aus. Passender zu unserem Kölner Altbau aus 1926. Ein Schrank fehlt noch im ehemaligen Türdurchbruch, das schwedische Möbelhaus hatte kein passendes Stück für die 80 cm breite Aussparung in der Mauer. Mit etwas Ruhe werden wir dafür auch noch das richtige Stück finden.

Die letzten vierzehn Tage - ja, auch über Karneval - haben wir uns auf den Zuschnitt und die Montage der vielen Abdeck-, Hohlkehl-, Eck- und Abschlussleisten konzentriert, die Rückwand der Nische zwischen Hochschrank und Unterschrank in der Küche verkleidet, eine neue Beleuchtung darüber aufgehangen und ein Ordnungssystem für Gewürze, Tablett, Küchenrolle ...

Aschermittwoch besserten wir die letzten Stellen mit weißem Lack und grauer Wandfarbe aus und bezogen am Donnerstag die 20 Jahre alten Holzstühle mit neuem Stoff. Es hat mir so einen Spaß gemacht, dabei mit dem Tacker zu arbeiten. Mein Mann hat sich einen Kompressor zu Weihnachten gewünscht und der hat uns bei der Renovierung gute Dienste geleistet. Damit hat mein Partner alle Holzbretter an der Wand befestigt und ich den Stoff auf den Stühlen. :-)

Ich hoffe, ich werde nicht mehr so schnell denken: "Machen wir mal eben." Beispiel: Ich dachte, das Beziehen der Stühle ist ruckizucki gemacht. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass die Polsterer Spaß daran hatten ganze Magazine der Klammern zu verschießen. Es hat so lange gedauert, bis die runter waren. Doch mit Geduld und Spucke haben wir auch das geschafft.

Ein neues Bild von einem meiner Fotos von den Dünen mit Blick auf die Nordsee in Dänemark haben wir uns zum krönenden Abschluss ebenso gegönnt wie neue Gardinen mit gesticktem Motiv und einer Spitzenborde. Wir fühlen uns rundherum wohl. Hier ein paar Bilder von der Verwandlung:

Vorher - Esszimmer:

Vorher - Küche:

Nachher - Esszimmer: Über der in beiden Räumen neu angebrachten weißen Holzvertäfelung haben wir uns für Grau entschieden. Im Esszimmer Vliestapete. In der Küche haben wir die vorhandene Raufaser überstrichen.

Blick vom Esszimmer in die Küche:

Blick auf die Küchenzeile: Wir sind froh, dass wir uns für die graue Seite der Nischenrückwand entschieden haben.

Und hier ein Blick auf die Stickerei der Gardine:

Wir sind stolz auf unsere Eigenleistung. Sechs Wochen hat die Verwandlung gedauert. Wenn ich jetzt im Wohnzimmer über dem Esszimmer sitze, habe ich das Gefühl, unter mir liegt ein Schatz. :-)

Jetzt habe ich endlich wieder den Kopf für mein Büro frei. Juchu! Ich neige in Phasen, wo ich auf ein anderes Projekt konzentriert bin, dazu, Papierstapel der nicht so dringenden Sachen zu bilden. Jetzt wird hier aufgeräumt.

Die erste Aktion nach dem Schreiben dieses Blogbeitrags ist die Räumung meines Lagers der Kalender 2016 und Minikarten-Sets. Die Preise werden purzeln. Die Aktion hat begonnen und geht bis 5. März 2016. Helfen Sie mit!

Zum Abschluss: So hat sich der Tulpenstrauß die letzten Tage entwickelt:

Herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

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Sonntag, 31 Januar, 2016

Ein Lebenszeichen aus Köln

Hallo ihr lieben Menschen da draußen in der Welt,

ich hoffe, Ihr Jahr 2016 hat schon seine gute Seite gezeigt. Ein gutes Jahr 2016 für Sie!

Mein 2016 zeigt sich ereignisreich, deswegen gibt es heute nach vielen Wochen erst ein Lebenszeichen von mir. Ich bin abgetaucht in eine andere Arbeitswelt: Seit 2. Januar renovieren mein Mann und ich Küche und Eßzimmer. Inzwischen weiß ich auch, warum wir das so lange vor uns herschoben: Es ist sehr viel Arbeit. :o)

Aus anfänglich gedachten maximal vierzehn Tagen sind nun schon vier Wochen geworden. Und wir sind noch nicht fertig, wenn auch ziemlich nah an der Ziellinie. Dabei haben wir bis auf sonntags und vier andere freie Tage jeden Tag einige Stunden an unserem Projekt gearbeitet.

Küche und Eßzimmer sind bei uns zwei Räume, die durch einem Thekenbereich verbunden sind. Die Buchenküche ist 1996 bei unserem Einzug neu montiert worden, nachdem wir mit unseren Familien das alte Stadthaus über ein Jahr saniert hatten. Sie bleibt also bestehen, ebenso wie der terrakottafarbene Fliesenboden in der Küche, das Buchenlaminat im Eßzimmer und die hell gekelkte Holzdecke. Der Rest an den Wänden wird verschönert. Die terracottafarbene Strukturvliestapete im Eßzimmer ist Vergangenheit, auch die dazu passenden orangfarbenen Wände in der Küche. Die waren seit 13 Jahren unsere Begleiter.

Hätten wir nur neu tapeziert und gestrichen, wären wir wohl längst fertig. Wir als Dänemarkfans träumten seit langem von einer Wandvertäfelung bis halbe Wandhöhe aus weißen Holzpanelen - ganz wie im nordischen Landhausstil. Und diesen Traum haben wir jetzt wahr werden lassen. Wenn man es selbst macht, gut machen möchte und nicht vom Schreiner fertigen lässt - braucht das seine Zeit.

Hier ein paar Impressionen von unserem Weg: Unser Altbau hat in der unteren Etage etwas schiefe Wände.

So hatte mein Mann im Eßzimmer einiges zu tun, damit die Unterkonstruktion wirklich gerade ist.

Derweil habe ich die Holzpanelen geschliffen, vorgestrichen und dann die hochgestellten Holzfasern wieder glatt geschliffen. Das habe ich bei uns dank der anfangs milden Temperaturen auf der Terrasse machen können und mich an dem Gesang der Vögel erfreut. Hätte ich sonst nicht gehört. Schön!

Der Altbau bringt auch kleine Schätze zu Tage. So zeigte sich unter der Tapete im Eßzimmer wieder an manchen Stellen - wo keine Rigipsplatten waren - traumhafte alte Farbschichten wie man sie wahrscheinlich in toskanischen Herrenhäusern finden würde. Leider nicht überall ... Ich hatte kurz überlegt, einen Rahmen um eine Stelle zu machen und es so zu lassen. Um die Schönheit des Alten zu zeigen.

Wie das so ist bei Renovierungen: Es kommt eines zum anderen. "Jetzt sind wir einmal dran. Jetzt machen wir es auch gut und schön." Der graue Heizungskörper sah nicht mehr zur jetzt weißen Wand aus und bekam zwei Farbanstriche. Dabei kosteten mich die winzig kleinen Lamellen so manchen Nerv, weil die wasserbasierte Farbe nicht gut hielt (trotz guter Untergrundvorbereitung) und jede Lamelle einzeln gestrichen werden wollte. Da merkte ich: Mein Körper ist nicht mehr dafür gemacht, ewig gebeugt auf dem Boden zu hocken, es sei denn, ich würde endlich mit Yoga ... ;o)

Die zwanzig Jahre alten Steckdosen waren vergilbt, also auch neu gekauft. Die Arbeitsplatte auf der Theke war durch die Holzvertäfelung zu klein, das Rolladenband schrieh nach einer Auswechslung ebenso wie der Rolladenmotor. Die Rolladenkästen wurden isoliert und zwei gesprungene Fliesen in der Küche ausgetauscht. Weil die Holzvertäfelung im Eßzimmer so schön aussah, beschlossen wir sie auch in der Küche zu machen. Nach vierzehn Tagen waren wir dann soweit, dass wir die Küche streichen und das Eßzimmer tapezieren konnten.

Bis wir mal die richtige Tapete gefunden hatten, war es ein langer Weg...

Wir wollten einen Grauton, weil der das Weiß der Holzvertäfelung so richtig schön zur Geltung bringt. Nicht zu hell, nicht zu dunkel, damit es nicht düster wirkt. Die Tapete sollte auch ohne Struktur oder Muster sein, damit es mit den senkrechten Panelen harmonierte. Und eine Vliestapete war uns auch wichtig, weil die sich soooo gut abziehen lässt. Nie wieder Raufaser! In der Küche musste um den Rolladenkasten ein Stück Raufaser ausgebessert werden und es war trotz einweichen - Milimeterarbeit mit dem Spachtel, bis sie wirklich runter war. Deswegen die Entscheidung für Vliestapete.

Und die zu finden nach unseren Vorstellungen war lange Sucharbeit. Es gibt zwar inzwischen weiße, überstreichbare Vliestapeten, doch die Muster gefielen uns nicht und wir wollten auch das Eßzimmer nicht streichen. Und eines Tages fand ich sie: Genau die richtige Tapete! Meisterflies heißt sie. Sie ist zwar von der Oberfläche recht empfindlich, aber sie sieht einfach umwerfend bei uns aus. Für die Küche ließen wir uns die gleiche Farbe im Baumarkt anfertigen und ich mischte sie dann ein paar Töne heller auf. Die Küche sollte wegen der doch dunkleren Küchenzeile einen helleren Ton haben.

Ich liiiebe streichen und fange dabei immer an zu singen - auch wenn es anstrengend war, zwei Tage auf der Leiter zu verbringen...

Stand heute: Die Arbeitsplatte auf der Theke ist passend zu unseren schiefen Wänden ideal eingepasst, geschliffen und zweimal gestrichen, sie braucht noch eine Behandlung, weil die Schnittkanten der Buchestäbchen den Lack schlucken. Das dürfte Montag geschafft sein. Dann sind in der Karnevalswoche die Abschlussleisten oben auf der Vertäfelung und die Eckleisten dran. Die Fußleisten sind bereits montiert.

Es sieht so schön aus.

Dann fehlt noch eine neue Nischenverkleidung für die Küche zwischen Hochschrank und Arbeitsplatte. Bisher hatten wir dort Tapete, die mit abwaschbarer Latexfarbe gestrichen war. Das wollten wir ändern. Die weiße Melaminplatte steht bereits fast fertig zugeschnitten bereit. Die Halogenstrahler unter den Hochschränken geben nach zwanzig Jahren endgültig ihren Geist auf und können nicht mehr repariert werden, weil die Verkabelung regelrecht einmontiert wurde. Also kommt noch eine neue LED-Lichtleiste unter die Hochschränke.

Der Bezug der Eßzimmerstühle ist an den Ecken abgescheuert. Wir haben beim Kauf damals Stoff mitgegeben bekommen. Vielleicht reicht der aus, um die Stühle neu zu beziehen. Mal sehen. Und dann geht es auf zu IKEA einen neuen Schrank für das Eßzimmer kaufen. Die grau-weißen Räume brauchen weiße Deko und einige Farbtupfer. Ich freue mich schon auf den Moment, wo das Chaos überall beseitigt, alles wieder eingeräumt ist und ich mir die ersten Frühlingstulpen auf den Tisch stelle. :-)

Unsere Minu ist uns auch beim Renovieren eine treue Begleiterin. Sie hat einen neuen Lieblingsplatz unter dem großen Eßtisch gefunden. Ihre eigene Freiluft-Hundehütte. Zwischendurch war immer mal Zeit zum Schmusen und Fotos zu machen. Ich liiiiiebe unseren dreizehnjährigen Schatz jeden Tag ein bisschen mehr.

Es macht mir Spaß handwerklich zu arbeiten. Weil ich die Ergebnisse sehen kann. Weil ich es mag, mit Farbe zu arbeiten. Weil ich es gerne schön mache. Weil es was ganz anderes ist, als am Schreibtisch zu sitzen. Ich habe bei meinem Vater - er ist Elektriker und hat damals hat Haus seiner Eltern umgebaut - als Kind geholfen, wenn auch 'nur' Handreicherin, aber immerhin. Ich habe so manches dabei gelernt, zum Beispiel voraus schauen. So helfe ich heute meinem Mann und traue mich immer mehr, selbst Dinge anzupacken.

Letzte Woche habe ich das erste Mal mit der Stichsäge gearbeitet. Cooles Gefühl. Zwar mit Hilfe meines Mannes, aber immerhin. Ich habe die Ruhe und Geduld, feine Sachen zu machen, mein Mann die Kraft und Fachkenntnis, um die großen Dinge zu bewegen. Was eine/einer nicht kann, kann die/der andere. Streichen ist eindeutig mein Metier. Nach 24 Jahren Zusammensein klappt die Teamarbeit immer besser und macht richtig Spaß! :-)

Mir ist wieder einmal aufgefallen - das war u.a. beim Pergolabau im Frühjahr 2014 auch so: Ich kann mich während solcher intensiven Projekte schwer auf etwas weiteres, neues konzentrieren. Im Büro habe ich so nur das nötigste gemacht. Mir war wichtiger, etwas auf der Baustelle vorzubereiten, was wir dann weiter machen konnten, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kam. Und wie oft war ich im Baumarkt, um die richtigen Leisten zu finden, die richtige Tapete, die richtige Lösung für die Reparatur der Fliesen ... Ein Stapel Quittungen thront auf meinem Schreibtisch. Ich bin im Baumarkt auf freundliche Mitarbeiter gestoßen, die so manchen Tipp geben konnten. (Also entgegen dem geläufigen Klischee.) Dort könnte ich jetzt glatt anfangen zu arbeiten, ;o) so gut kenne ich mich im Baumarkt inzwischen aus. Mein Bruder - er hat Tischler gelernt - meinte im Scherz, mein Mann und ich könnten uns mit Küchen- und Eßzimmerrenovierung selbstständig machen. Räusper. Für uns ist ok und macht auch wirklich Spaß, aber dann ist auch gut. :-)

Ich vermisse meine Kopfarbeit schon. Bald ist es wieder soweit. Wir wollen ja beide endlich fertig werden. So bleibt so manches liegen. Der Hausputz. Der Weihnachtsbaum. Noch nie stand er so lange wie in diesem Jahr. Es war aber auch so schön, müde auf der Couch zu liegen und dann in die Lichter zu schauen. Erstaunlicherweise hat die Nordmanntanne nicht genadelt. Die Zweige hingen nur schon fast auf dem Boden. Sieht noch richtig gut aus, besonders im Dunklen:

Am Samstag hat der Baum unser Wohnzimmer in Einzelstücken verlassen. Ganz schön hart und pieksig seine Zweige. Mein Mann lag mit Rücken danieder. Die Baustelle ruhte, da habe ich die Chance für einen Hausputz genutzt. Dem Baum bin ich für seine wochenlange Treue wirklich dankbar. Eine schöne Zeit.

So, genug für heute. Ich könnte noch weiter schreiben. Aber wir haben Sonntag. Eigentlich will ich sonntags nicht arbeiten. Heute ist es so. Büroarbeit ist dran. Schreiben. Das liebe ich. Und so habe ich endlich mal wieder gebloggt und Sie wissen, warum ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Viele Grüße aus der Renovierungszentrale von einer müden und glücklichen - morgen schreibe ich dann die Impulse für Februar!

Update 14.2.: Hier die Fortsetzung.

Anja Kolberg

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Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

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