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Montag, 23 Mai, 2016

Die Kunst, Störendes nicht wahrzunehmen

Das könnte ich gerne: Einfach nicht wahrnehmen, was mich stört. Nur in mein inneres System reinlassen, was ich mag und mir gut tut. Statt dessen nehme ich besonders, was ich nicht mag wie unter einem Vergrößerungsglas wahr: Störendes wird lauter, extremer, deutlicher, vermehrt sich. Meine Wahrnehmung wird immer feiner, schneller. Arg!

Es liegt wohl an der selektiven Wahrnehmung: Kaum beschäftige ich mich intensiver mit einem Thema, sehe ich dazu immer mehr. Ähnlich wie das bekannte Beispiel des bestimmten Autotyps, den man kaufen möchte, ist auf einmal die Welt voll davon. Oder nach der Renovierungsphase sah ich auf einmal handwerkliche Verarbeitungsfeinheiten bei Holz, die ich vorher nie wahrgenommen hatte, einfach weil mein Blick dafür geschult worden ist.

Nun handelt es sich aber nicht um etwas, das ich gerne haben möchte, sondern um etwas, das mich nervt. Ich wünschte, ich könnte es ausschalten. Geht aber nicht. Wie schaffen das andere Menschen?

Konkret geht es bei mir um Geräusche, die jemand macht, den ich nicht mag. Wie soll ich die ausblenden? Es würde ja schon reichen, wenn jemand, den ich mag, Geräusche macht, die mich nerven. Beides kombiniert - nervige Menschen und deren nervige Geräusche - macht die Sache noch heikler.

Gut, Menschen, die an einer stark befahrernen Bahnstrecke wohnen, hören irgendwann die vorbeirasenden lauten Züge nicht mehr, selbst wenn das Geschirr im Schrank klappert und sich Besucher wundern, wie das denn sein kann. Es ist zu einem Alltagsgeräusch geworden, das nicht mehr wahrgenommen wird. Kann mir das gelingen? Oder gelingt es nur, wenn ich emotionslos dem Geräusch gegenüberstehe wie es vielleicht bei den Menschen, die an der Bahn wohnen, der Fall ist?

Ich habe es schon mit Ablenkung versucht, mit Kopfhörern und lauter Musik. Ich will mich aber nicht immer ablenken müssen und schon gar nicht mit Kopfhörern rumlaufen.

Im Grunde geht es nicht darum, etwas wegzumachen. Ich kann es ja nicht ändern, die Menschen nicht ändern. Es geht auch nicht darum, wegzulaufen oder dem aus dem Weg zu gehen. Es geht darum, trotzdem, was nervt, gut weiter zu leben. Also bedeutet es: In mir selbst die Ruhe zu finden, dass ich innerlich Frieden empfinde, unabhängig davon, was außerhalb meines Selbst geschieht.

Eine Königsdisziplin der Meditation oder inneren Einstellung, so scheint mir. Ich möchte das gerne können. Bin auf dem Weg, der Wunsch ist ja schon mal da.

Es gibt Menschen, die können Störendes einfach ausblenden. Mein Mann zum Beispiel. Er kann es einfach. Und ich? Quäle mich rum. Kann das nicht so einfach. Vielleicht hängt die Schwierigkeit auch mit meiner Hochsensibilität zusammen. Einer der Kernpunkte davon ist ja, dass ich viel mehr wahrnehme, als ich überhaupt aufnehmen kann und mich das schnell überfordert. Hm. Viele gute Gründe, weiter darüber nachzudenken und irgendwann eine praktikable Lösung zu finden.

Einen schönen Tag aus der Denkzentrale

Anja Kolberg

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Freitag, 20 Mai, 2016

Aufräumen und loslassen

Dieses Jahr lassen mich die Pollen nicht niesen, sondern husten. So stark, dass ich inzwischen Halsschmerzen hatte. So kam es, dass wir im Schlafzimmer ein Pollenschutzgitter anbrachten, damit ich nachts nicht mehr durchhuste, sondern durchschlafe. Das Gitter ist so dicht gewebt, es verdunkelt den Raum, was mir nicht gefällt. Also nur an eines der beiden Fenster angebracht.

Gleichzeitig hatte ich mir vorgenommen, das Schlafzimmer zu entstauben, das Bett frisch zu beziehen, dem Staub unter dem Bett nahe zu rücken und aufzuräumen. Es gibt eine Ecke in unserem Schlafzimmer, da stand mal ein Tisch, der inzwischen in meinem Büro eine Etage tiefer für mehr Arbeitsfläche sorgt. Zwei Regale voll mit Acrylfarbtöpfen, Pinseln, Büchern, Prospekten, Tüten, Nähutensilien, Schnittmustern und Stoffen dienten als Staubfänger und Ablagefläche für alles, wo ich gerade nicht wusste wohin damit. Der Tisch zum Malen und Nähen fehlte ja nun. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange ich schon nicht mehr gemalt habe. Jahre. Vom Nähen ganz zu schweigen (außer dringend nötigen Flickarbeiten). Dafür, dass ich mal Schneiderin und Modedesignerin werden wollte ... ist das recht wenig. Aber so ist das: Wenn ich mir nicht bewusst Zeit dafür nehme, verstauben die Hobbies. Und es braucht auch eine innere Einstellung, ein inneres Ja und die Lust, kreativ tätig zu werden.

Nachdem ich alles entstaubt hatte, fing ich an, auszumisten. Zerschlissene Jeanshosen, bestimmt fünf an der Zahl, aus dessen Stoff ich nochmal was anderes machen wollte, flogen ebenso raus wie Schnittmuster für etwas, das ich unbedingt mal nähen wollte, aber nie in die Tat umsetzte. Eine fast fertige schwarze Stoffhose, die ich vor Jahren mal in einem Nähkurs begonnen und nicht fertig gestellt hatte, behielt ich aber doch, nachdem ich sie fast schon gehimmelt hatte. Sie passte prima, vielleicht schaffe ich es ja doch noch? (Unwahrscheinlich...). Nette Figürchen, aus wichtigen Anlässen einst gekauft, staubten vor sich hin. Mit einem Dank für ihre Dienste lies ich sie los ... Ebenso wie viele Bücher. Langsam lüftete sich das Chaos. Ich spürte den Drang, diesen Platz im Schlafzimmer leer zu machen. Da ein hohes Regal noch in mein Büro passte und dort auch ursprünglich stand, wurde es dort aufgestellt - mitsamt Farbtöpfen, Aquarellkästen, Blöcken, Ölkreiden, Nähmaschine, Garn ... Nah bei dem freien Arbeitstisch. Zumindest ist jetzt eine Einladung da, diese Kreativität zu nutzen. Mal sehen, ob es Wirkung hat.

Bilder und Rahmen, die sich an den Rückseite des Kleiderschrankes geschmiegt hatten, landeten im kleinen Wäschezimmer nebenan. Vieles räumte ich dorthin, wo es hingehörte: Zum Beispiel in den Keller. Übrig blieb ein fast leeres Bücherregal mit einigen speziellen Büchern zum Nachdenken und ganz viel leerer Raum. Ich kann kaum in Worte beschreiben, wie gut mir das tut.

Diese Luft. Die Ruhe, die jetzt von dieser Ecke ausstrahlt. Auf der Fensterbank eine sitzende Frauenfigur, die vor vielen Jahren schuf, die Hände im Schoß, den Kopf leicht nach unten geneigt. Schlafend, meditierend, nachdenkend. Ich kann sie vom Bett aus sehen. Auch sie strahlt Ruhe aus. Weniger ist endeutig mehr! Es ist auch so ein befreiendes Gefühl, nicht mehr um alles herumputzen zu müssen, nicht so viel zum Abstauben zu haben. Herrlich!

Ich bin so glücklich, dass ich das Schlafzimmer endlich entrümpelt habe. Der Kleiderschrank müsste eigentlich auch noch, aber eines nach dem anderen ... Dafür hat mein Büro hat einen feuchten Wisch genossen. Da sind Schubladen geleert worden mit Ideen, was ich unbedingt mal machen wollte. Zum Beispiel sammelte ich für mich damals wertvolle Informationen, als ich 2011 mit meiner veganen Ernährung begann. Daraus könnte ich ja mal ein Buch machen. Jo, damals war es schwer, an vegane Lebensmittel zu kommen, heute finden sie sich in jedem Discounter. Eine Gelassenheit ist eingekehrt, auch zu den vielen Fragen rund um die Gesundheit ohne tierische Lebensmittel. Ich konnte den ganzen Packen einfach loslassen. Herrlich befreiend war das!

Ein schönes Gefühl, meine Malsachen jetzt so nah bei mir zu haben. Und auch die Nähsachen. Ich mag das bunte, auf das ich schaue, wenn ich meinen Raum betrete. In dem hohen Regal fanden auch die Ordner für die Familiengeschichte Platz. Langsam sortiert sich immer mehr von dem Chaos. Das gibt mir Ruhe. Die äußere Ruhe wirkt nach innen.

Das tut so gut!

Liebe Grüße aus Köln

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 04 Mai, 2016

Eine zweite Chance

Hallo da draußen in der Welt,

während ich diesen Text in meine Tastatur tippe, scheint Sonne auf den Bildschirm. Vogelgezwitscher dringt durch das offene Fenster und wechselt sich mit dem Geräusch vorbeifahrender Wagen ab. Unser Stadtteil wird um halb acht munter.

Wie oft habe ich über den Titel nachgedacht: Eine zweite Chance.

Mehr als ein Jahr lang hüpft er und das Thema, um das es geht, immer mal wieder durch meinen Kopf. Ich wollte ihn auch schon auf die Kalenderblätter bringen. Jetzt wird er erst mal zum Blogbeitrag. Um das geht es mir:

Eine zweite Chance zu bekommen und selbst zu geben. Kennen Sie die Situation, wenn Sie etwas gesagt haben und den Eindruck haben, das ist nicht so beim Gegenüber angekommen, wie Sie es gemeint haben? Das Gesicht wird verzogen, der Blick geht nach unten, es tritt Stille ein ... und das in einer Situation, wo es nicht ohne weiteres möglich ist, aufklärerisch tätig zu werden, also zu erklären, wie Sie das gemeint haben. Ich kenne solche Situationen. Und sie sind mir unangenehm. Ich weiß nicht, wie das, was ich sagte, bei meinem Gegenüber wirklich ankommt. Bilde ich mir nur ein, dass der andere es anders als ich es meinte aufgefasst hat? Warum habe ich es nicht gleich klar gestellt? Seufz.

Ich würde mir nicht rausnehmen, jemanden bewusst zu beleidigen oder zu kränken. Aber bei der Kommunikation gibt es ein Hindernis: Das, was ich sage kann sich von dem unterscheiden, was vom anderen aufgenommen wird. Also, wenn ich etwas nicht böse, beleidigend meine, kann es aber doch so beim anderen ankommen. Warum? Weil der andere seine Filter aktiv hat. Mit Filter meine ich persönliche Erfahrungen, Erlebnisse, Wertungen über sich selbst und andere, die dann wirken. Und die sorgen dafür, dass Worte eine Färbung bekommen, die so gar nicht gemeint war.

Diese Filter habe ich auch. Und durch die müssen Sätze von anderen auch durch. Es gibt Menschen, über dessen Äußerungen rege ich mich maßlos auf. Weil ich meine, sie wollen mir was. Dabei weiß ich das neutral betrachtet gar nicht. Ich vermute es. Weil ich einen wunden Punkt habe und sie haben sich vielleicht auf diesen wunden Punkt unbewusst bezogen. Sie kennen meine wunden Punkte ja gar nicht. Und was passiert? BÄM! Bin ich beleidigt, ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück. Wie kann derjenige blos so was sagen? Unverschämt! Ganze Arbeit haben meine inneren Bewertungen geleistet. Würde ich das alles beiseite lassen, die Filter, meine eigene Befindlichkeit - die ja nicht jeden Tag gleich stabil und gelassen ist, meine Interpretationen, der andere mag mich mich, dann sind da nur ein paar Worte. Ja, der Ton spielt auch eine Rolle, dennoch. Ich kann es neutral betrachten. Vielleicht ist es dann gar nicht so schlimm.

Umgekehrt als diejenige, die etwas sagt: Ich habe auch schon Tage gehabt, da war ich ganz mies drauf und wenn ich dann was sage, ist es sicherlich nicht so freundlich oder bedacht wie an Tagen, wo ich super drauf bin. Dann hätte ich garantiert etwas anderes gesagt. Das hat aber nichts mit dem Wert meines Gegenübers zu tun. Der bleibt gleich hoch. Nur meine Reaktion ist eine andere.

Und für solche Situationen wünsche ich mir zweite Chancen.

Eine zweite Chance für den Menschen, dem ich unterstelle, mir was zu wollen, weil er ja das oder das gesagt hat. Meint er es wirklich so wie ich vermute? Könnte es nicht auch anders sein? Könnte ich nicht auch - wenn ich mich traue - nachfragen, wie der andere das gemeint hat? Vielleicht werde ich über dessen Wertschätzung mir gegenüber erstaunt sein.

Eine zweite Chance für mich, wenn ich das Gefühl habe, meine Worte haben einen anderen Menschen getroffen, gepaart mit meinem Unvermögen, darauf einzugehen, weil ich selbst über dessen Reaktion erschrocken bin und mich schäme, vielleicht etwas "falsches" gesagt zu haben. Wie herrlich wäre der Glauben des anderen an mich, dass ich ihm nichts böses will, sondern es wirklich gut mit ihm meine.

Sie kennen vielleicht den Satz: "Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Nicht für das, was du daraus machst." Er hilft mir, nicht zu viel Verantwortung für das Wohlbefinden anderern Menschen zu übernehmen, wozu ich neige.

Was ich aber auch gelernt habe, ist die Möglichkeit, dass ich das, was für mich selbstverständlich ist, auch noch dazu sagen kann. Zum Beispiel dass mir die Meinung eines anderen wichtig ist und ich deswegen wissen möchte, was er von meinem Projekt hält. Oder dass ich wenn ich gewusst hätte, jemand ist im Besprechungsraum, dort niemals rein gegangen wäre. Für mich selbstverständlich. Würde ich nicht. Das weiß der andere aber in der Regel nicht, er kennt mich vielleicht gar nicht so gut und hat schon negative Erfahrungen gemacht. Deswegen ist es wichtig, für mich selbstverständliches zu erklären. Bis der andere mich wirklich kennt. Bis er mir vertraut und weiß, dass ich ihn wirklich mag.

Das ist etwas, das ich lernen möchte: Für mich selbstverständliches sagen. Weil ich mich so selbst erkläre und zwischen mir und meinem Gesprächspartner eine Brücke der Liebe und des Verständnis baue.

Einen Strich ziehen unter all den Mutmassungen über andere Menschen. Vermutete Abwertungen unseres Selbst. Neu anfangen. Eine zweite Chance geben. Die wünsche ich mir selbst und die möchte ich geben. Wer weiß wie viele Beziehungen gestiftet oder gekittet werden könnten, Freundschaften, kollegiales Miteinander, wenn wir wirklich vom anderen wüssten, was er/sie von uns hält? Und wir dann entdecken, dass der andere gar nicht denkt: "Ist die doof.", sondern uns heimlich bewundert, mag, interessant findet ....

Es gibt immer wieder Neues auf dieser Welt zu lernen. Jetzt habe ich meine monatelangen philosophischen Gedanken endlich mal zu Papier gebracht. *Hüpf*

Einen schönen Maitag!

Ihre Anja Kolberg

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Donnerstag, 21 April, 2016

Das Leben genießen. Jetzt.

Ich hab's getan. Gestern. Heute. Ohne schlechtes Gewissen. Mitten am Tag. Mitten in der Woche. Kein Sonntag. Kein Samstag. Kein Feiertag. Kein Feierabend. Obwohl es viel anderes zu tun gab. :-)

Was?

Mich mit dem Liegestuhl in die Sonne gelegt. Gestern noch mit Decke, weil der Wind so kalt war. Als ich mir das ultimativ Beste vorstellte, war das mit dem Liegestuhl unter unserem Kirschbaum zu liegen, der gerade voller rosa Pomponblüten steht. Und von dort nach oben in den Himmel schauen. Und das habe ich getan. Mir diesen Wunsch erfüllt! *Hüpf*

Die Blüten berühren. Sie sind unfassbar weich, zart und leicht kühl auf der Haut. Ihr Duft kaum wahrnehmbar.

Ich habe im Liegestuhl dazu eine Meditation auf dem Handy gehört. So muss sich der Himmel anfühlen. Ein Traum! Im Hintergrund wahrnehmbar das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Bachlaufes in unserem Garten.

Mir hat das so gut getan. Heute - wo es draußen noch wärmer ist, habe ich mich wieder raus in die Sonne gesetzt. Diesmal mit dem Liegestuhl an den Bachlauf, von wo aus ich auf die beiden Japanischen Zierkirschen schauen konnte. Ich weiß wie schnell die Blüte vorbei ist. Jedes Jahr ist das ein besonderes Highlight im Garten:

Weil es so lange kühl war, konnten sich die Blüten langsam entfalten und wir hatten so viel länger von der Blüte als in so manch anderem Frühling. Seufz. So schön!

Über mir der blaue Himmel:

Und in mir dieses Gefühl:

Tiefe Zufriedenheit und Liebe. Mit dem sein, was um mich ist. Zum Beispiel den kleinen Ahorn neben dem Stuhl näher betrachten, dessen Blätter schon ein ganz großes Stück gewachsen sind. Dieses Jahr habe ich das erste Mal bewusst entdeckt, dass kleine rote Blütendolden am Ahorn sind. Ob ich sie bisher übersah?

Es gibt Tage, da scheint die Sonne im Leben, obwohl nicht alles perfekt ist.

Diese Tage auszukosten, ist ein ganz großes Glück. Ich will nicht warten, bis irgendwann mal alles in Ordnung ist im Leben und dann mit dem Genießen anfangen. Es wird immer irgend etwas sein, dass gerade quer schießt. Ich will nicht bis zum Feierabend warten (wenn die Sonne weg ist) oder bis zum Wochenende (wenn es regnet) oder bis zu meiner Rente, bis ich mein Leben genießen kann.

Ich habe mir vorgenommen, mein Leben jetzt zu genießen. In kleinen genußvollen Stücken, immer dann wenn es geht. Die großen Genießerscheiben - ein Urlaub zum Beispiel - kann so schnell vorbei sein. Aber Alltag ist jeden Tag und den will ich reicher machen. Mich glücklicher fühlen. Mit dem Schwingen, was da ist. Auch wenn es mir mal nicht gut geht, schauen, was ich mir gutes tun kann.

Und an trüben Tagen kann ich mir dann diesen Blogbeitrag durchlesen und befinde mich wieder auf meinem Liegestuhl, fühle die Wärme der Sonne auf meinem Körper, höre die Geräusche der Umgebung, die Kinder auf dem nahen Schulhof, sehe die Kraft der wachsenden Natur und bin glücklich. Jetzt.

Ich wünsche Ihnen ebensolche zauberhaften Momente, voller Glück und Liebe!

Unser Leben findet heute statt. Jetzt, in diesem Moment. Mir gefällt das Thema so sehr und es tut mir so gut, dass ich überlege, es könnte ein wunderbarer Titel für den nächsten Kalender sein. :-)

Ihre Anja Kolberg

P.S.: Eines der Fotos ist eine neue E-Card. Hier anschauen und verschicken.

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Donnerstag, 31 Dezember, 2015

2015 - ein Rückblick

Schwups, in zehn Stunden - während ich beginne zu schreiben ist es 14 Uhr - ist 2015 vorbei. Ich glaube, ich gebe auf, mir zu wünschen, das neue Jahr möge besser werden als das alte. Es scheint keine Auswirkung zu haben. Besser wird wohl sein, mich darin zu üben, was auch immer kommen mag, mit Gelassenheit anzunehmen und das beste draus zu machen.

Was waren bewegende Momente in meinem Jahr? Was nehme ich daraus für mich mit?

Körperlich gesehen wohl die Phase von Mai bis Oktober, wo es mir gesundheitlich mies ging, immer wieder schon morgens müde, unkonzentriert, Watte im Kopf. Was ich daraus mitgenommen habe?

  • Es ist wichtig, nicht aufzugeben, nach einer Lösung zu suchen.
  • Manchmal geht es wirklich nicht anders, als annehmen was ist. Da kann mein Verstand noch so viel rebellieren. Es ist wie es ist und das hinnehmen - wie z.B. mich morgens schon wieder hinzulegen, nicht viel leisten zu können.
  • Die Hoffnung trotz allem im Auge behalten, dass es auch wieder anders werden wird.
  • Ich habe es dennoch geschafft, in dieser Zeit meine beiden Kalender für 2016 zu entwerfen. Diese können Sie hier anschauen und kaufen.

Ein Glückserlebnis innerer Führung oder innerem Vertrauen durfte ich im Dezember erleben. Meine geliebte Großmutter (sie ist 91) kam an einem Mittwoch Abend mit Rettungswagen ins Krankenhaus. Es sah in der Nacht alles andere als gut aus, mein Cousin hielt mich via Whatsapp zum Glück auf dem Laufenden. Ich war hier hin Köln, sie im Bergischen auf der Intensivstation. Verschiedenste Hindernisse hielten mich hier. Meine Familie hatte im Krankenhaus ein seelisches auf und ab mitgemacht, davon blieb ich verschont, wenn auch die Entfernung vom Geschehen nicht ohne war. Immer wenn mich meine Gefühle zu übermannen drohten, sagte ich halt und atmete durch. Irgendwie hatte ich die innere Gewissheit, ich werde sie noch sehen. Dieser Stimme zu vertrauen, war schwer.

Doch meine Großmutter erholte sich zum Wunder aller (auch der Ärzte). Ein Grund war, dass sie zu wenig getrunken hatte und eine Infusion half, so dass sich ihr Zustand stetig besserte. So konnte sie sogar am Donnerstag Nachmittag entlassen werden, wenn sie auch noch sehr schwach war.

Am Donnerstag Abend konnte ich dann ins Bergische fahren, da war sie schon wieder zu Hause in der Lieblingsumgebung und nicht mehr im Krankenhaus. Meine Dankbarkeit für diese Fügung, sie am Donnerstag abend zu Hause sehen zu können, friedlich in ihrem Bett liegend in schöner Atmosphäre, kann ich kaum in Worte fassen. "Danke, Oma, das du auf mich gewartet hast." war das erste, das ich ihr sagte. Mir laufen jetzt schon wieder die Tränen übers Gesicht. 'Ich tu was ich kann.' sagt sie immer wieder. Und sie hält sich wacker. Ich verbrachte eine schöne Zeit mit ihr.

Ich bin so dankbar! Auch, dass ich noch so manches fragen konnte, diese gemeinsame Stille genießen. Die Nacht schlief ich auch bei ihr im Raum, war froh auch einen Beitrag mit einer "Nachtschicht" leisten zu können, wenn ich auch auf meinem mitgebrachten Feldbett mehr als gut geschlafen hatte. Als ich mich Freitag nachmittag verabschiedete, war das mit der für mich so kostbaren inneren Gewissheit, es könnte das letzte Mal sein, wenn da auch sehr viel Hoffnung ist, dass wir uns noch öfter in die Augen sehen werden. Mögen ihr und unserer Familie noch viele schöne Stunden bei guter Gesundheit miteinander beschehrt werden und aller Schmerz und alles Leid einfach davon fliegen.

Was habe ich daraus mitgenommen?

  • Dinge passieren nicht ohne Grund. Was alles passierte, dass ich nicht gleich an dem Mittwoch Abend ins Bergische fahren konnte ... Seit einem Jahr geplant hatte ich endlich das Rosenkohlgericht mit der sehr alkoholhaltigen Rotwein-Sherry-Jus gemacht, so dass ich kein Auto mehr fahren konnte, auch mein Mann nicht. Ein Coachingtermin war zuvor auf den Donnerstag verlegt worden und ich wollte ihn nicht absagen, schwankte aber noch, weil ich nicht wusste, wie ernst es mit Oma ist. Als ich nachts erfuhr, dass meine Oma stabil war, entschloss ich mich, den Coachingtermin zu halten. Morgens konnte ich so noch mit Ruhe die Bestellungen verschicken, was mir Ruhe verschaffte, dann wirklich am Donnerstag ins Bergische zu fahren und dort über Nacht zu bleiben. Ich wollte in der Woche eigentlich einen Newsletter schreiben und ich hatte mich geärgert, warum er einfach nicht gelingen wollte. Mittwoch Abend wusste ich, warum, denn ich hätte nicht mit Ruhe ins Bergische fahren können, wenn ich wüsste, mein Büro wäre länger unbesetzt, während Bestellungen herein kommen. So schrieb ich den Newsletter am Samstag als ich zurück war. Das ging erstaunlich flott und auch der Erfolg zeigte, warum er nicht schon früher erscheinen konnte, ich hatte danach sehr viel zu tun.
    Ich möchte mir merken, solche Begebenheiten, Blockaden - die erst mal einem dringenden Wunsch (nämlich sofort zu meiner Oma ins Bergische zu fahren) im Wege stehen oder auch zunächst noch scheinbar grundlos geschehen - mit mehr Gelassenheit hinzunehmen oder sie anzunehmen, auch wenn ich zu dem jeweiligen Zeitpunkt nicht verstehe, warum. Rückblickend ist es mir klar: Nur durch diese Blockaden hatte ich eine wirklich ruhige und schöne Zeit mit meiner Großmutter, als sie schon wieder zu Hause war. Das hat mir sehr gut getan. Ich fühlte mich so geführt, geliebt, beschützt, dass ich so nicht dem Stress ausgesetzt war, sondern die Ruhe genießen konnte, dort zu sein. Danke, Himmel!
  • Wenn ich meiner inneren Stimme vertraue, bin ich gut beschützt
  • Das Leben meint es gut mit mir.
  • Es war ein Warnschuss, dass jetzt Zeit ist, Abschied zu nehmen, noch wichtige Gespräche zu führen, für mich, noch Fragen zu ihrer Geschichte zu stellen, die ich seit Jahren festhalte. Es war ein Weckruf für das Leben, dafür den Moment, den wir miteinander haben, zu genießen und dass wir nie wissen können, es ist das letzte Mal, dass wir uns sehen, hören, fühlen.

Eine große Belastung waren die Bauarbeiten im Nachbarhaus, weil sie mein Leben und mein Wohlbefinden sehr eingeschränkt haben. Ich brauche gute Bedingungen, um arbeiten zu können. Die waren einfach nicht gegeben, auch nicht, um mich zu erholen. Ich arbeite nunmal von zu Hause aus und bekam daher die ganze Palette an Auswirkungen der Bauarbeiten mit. Die Verschlechterung meines Befindens im Sommer führe ich auch auf den zusätzlichen Stress durch die Bauarbeiten zurück, denn zeitgleich wurde auch die Straße und die Bürgersteige vor dem Haus bis auf das Fundament generalsaniert. Insgesamt war seit Oktober 2014 Lärm von morgens bis abends von montags bis samstags, dazu sehr viel Schmutz, die Sorge vor Beschädigungen, Auseinandersetzungen mit nicht besonders rücksichtsvollen Bauarbeitern... Eine Rettung war der Urlaub in Dänemark im September/Oktober, der mich aus diesem Stressloch geholt hat. Was nehme ich daraus für mich mit?

  • Stress (Lärm, Dreck, Unfrieden, drohende Auseinandersetzungen, Streit) haben starke Auswirkungen auf mein Wohlbefinden. Deswegen ist es wichtig, dass ich gut für mich selbst sorge. Es ist sehr wichtig, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und dafür einzustehen. In Auszeiten und damit in unsere Gesundheit Geld zu investieren wie in den Urlaub.
  • Bauarbeiter wollen mir persönlich nix böses, wenn sie unachtsam arbeiten (z.B. nicht die Nachbarn vor Dreck schützen), die sind so. Es hat also nicht mit mir persönlich zu tun. Zuerst dachte ich das nämlich.
  • Auf Missstände hinweisen kann etwas bewirken. Es lohnt sich, vor allen Dingen für den eigenen inneren Frieden, den Mund aufzumachen.
  • Irgendwann geht auch das vorbei.

Ich habe sehr sehr viele schöne Momente erlebt:

  • Der Sturm am Strand in Dänemark.
  • Liebevolle Rückmeldungen meiner Kalenderkäuferinnen, Leserinnen, Coachingklientinnen.
  • Ein Eichhörnchen auf dem Terrassendach. Badende Singvögel im Bachlauf. Eine die Holzwand hoch kriechende Schnecke in Dänemark.
  • Trauzeugin zu sein!
  • Schlummermomente in der Hängematte, wo ich bei all dem Lärm am Sonntag endlich meine Ruhe fand.
  • Menschen lieb halten, die ich lieb habe und mich mit ihnen treffen. Meine Familie. Meine Freundinnen.
  • Meine Hündin auf die Stirn küssen und mich über sie freuen.
  • Die Interviews mit meiner Oma, mit ihrer Cousine und mit ihrem Bruder über die Zeit vor dem Krieg, während des Krieges und was danach geschah.
  • Ganz tolle Zufälle - wie den lange gesuchten Hof meiner Ururgroßeltern bei einem zufällig gemachten Foto entdecken. Nette Menschen im Netz treffen, die bei der Ahnenforschung helfen.
  • Das Erinnern besser verstehen, zum Beispiel dass wir dabei springen und nicht chronologisch vorgehen. So wie ich hier in diesem Beitrag auch springe und auch nicht nach Wichtigkeit vorgehe, sondern nach dem, was mir zuerst einfällt.
  • Die Karte an meiner bunten Bürowand hinter meinem Bildschirm: Ein kleines Mädchen in einem Kleidchen mit Flügeln von hinten. Darauf der Spruch: "What if I fall? Oh, but my darling, what if you fly?" (Was, wenn ich falle? Oh, mein Schatz, aber was falls du fliegst?) Die Möglichkeit zu fallen, zu scheitern, bannt mich mehr als die wunderbare Möglichkeit, dass ich wirklich fliegen (meine Träume verwirklichen) könnte.
  • Viele schöne und sehr bewegende Filme: Zum Beispiel 'Sarahs Schlüssel" oder 'Die Frau in Gold'.
  • Der Glücksmoment, wieder klar im Kopf zu sein und das Gefühl zurück zu erlangen, mich auf meinen Körper (und sein Funktionieren) verlassen zu können.

Unvollendet bleibt diese Liste zurück. Ein Ausschnitt aus meinem Leben in 2015. Nie wird ein Rückblick vollständig sein. Nie wird er alles erfassen, was wichtig war und kostbar. Was nehme ich daraus für mich mit? Das Leben ist schön!

Dankbar

  • Ich bin dankbar für alle Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen. Auch für alle Prüfungen und die Erkenntnisse, die ich daraus gewann. So ist auch Schmerz und Leid der Boden für weiteres Wachsen.
  • Ich bin dankbar, dass es mir wieder gut geht, den Wert von Gesundheit weiß ich so zu schätzen!
  • Ich bin dankbar für meine Familie, dass es ihnen gut geht, so gut es eben geht. Wir leben. Wir lieben.
  • Ich bin dankbar, dass Sie da sind, jetzt in diesem Moment und mich lesen. Danke für jede Rückmeldung. Auch wenn ich jede persönlich beantworte, so ist es mir doch ein Bedürfnis auf diesem Wege nochmal danke zu sagen. Bei Feedback zu meiner Arbeit, sei es meinen Kalendern, meinen Impulsen oder meinem Schreiben wird mir das Wirken meiner Arbeit von der anderen Seite her deutlich. Das ist sehr kostbar für mich und erfüllt mein Tun mit Sinn und gibt mir Kraft für nächste Schritte.

Morgen ist Neujahr. Ich werde die Impulse 2016 beginnen. Ich freue mich, das neue Jahr zu spüren. Einen Eindruck zu den Impulsen 2015 schrieb mir auf meinen Wunsch hin Sabrina Bowitz. Daran möchte ich Sie hier teilhaben lassen. Und vielleicht entspringt so auch in Ihnen der Wunsch, an den Impulsen - zwölf Mails, die ich im Laufe des Jahres zum Monatsbeginn verschicke - teilzunehmen. Sie können sie für einen Euro pro Monat im Shop buchen.

Übrigens war ich am Dienstag im Kölner Dom und habe Kerzen angezündet. Für meine Familie. Für mich. Für jeden, der ein Licht brauchen könnte. Hier ein Bild davon:

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein gutes und glückliches und gesundes Jahr 2016! Mögen Sie die Kraft haben und die Gelegenheit, Ihre Träume zu erfüllen!

Ihre Anja Kolberg

PS: Die Neujahrs-E-Cards sind online.

Sie möchten andere an diesem Artikel teilhaben lassen? Dann schicken Sie diesen Link:
http://www.anjakolberg.de/archives/2015/12/entry_6963.html
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Montag, 30 November, 2015

Puh! Geschafft - neuer Rechner läuft - mit Anleitung für Rechnerumzug

Vor einigen Jahren wurde ich am 31.12. am späten Nachmittag mit einem PC-Crash überrascht. Nix hatte diese Situation angekündigt. Kein komisches Geräusch, kein ewiges Hängenbleiben der Programme, kein Flackern. Nix ging mehr. Mein PC war mucksmäuschenstill. Jede Wiederbelebung ... erfolglos. Er startete nicht mehr.

Och nö. Die Datensicherung? Vom Vortag. Nicht allzuschlimm, aber einige Daten fehlten. Seitdem achte ich genauer auf meine Datensicherung. Zum Glück konnten die beiden im Rechner befindlichen Festplatten ausgebaut und mittels Adapter wieder zum Laufen gebracht werden. Ich kaufte externe Festplattengehäuse und hatte so zusätzliche Festplatten. Trotzdem folgte ein tagelanger Krampf, bis alles wieder lief ... Nicht nur die Daten mussten wieder hergestellt werden, auch die Programme auf dem neu gekauften Rechner aufgespielt. Seit dem spiegele ich meine Festplatte, auf der die Programme liegen, regelmäßig. Doch selbst das bringt nicht immer was, wie wir jetzt erlebt haben ...

Der Crash ist einige Jahre her und ich wollte ungern warten, bis es wieder kracht. Ich habe mir rechtzeitig einen neuen Rechner bestellt. Vor anderthalb Wochen traf er ein. Wir hatten einen Plan, wie der neue Rechner mit den Daten vom alten schnell laufen sollte. Wir, das sind mein Partner Guido, der mir immer bei technischen Sachen zum Glück zur Seite steht, weil er daran Freude hat und es gut kann - und ich, der das alles null Spaß macht und es sehr anstrengend findet. Die Idee war, die alte Festplatte auszubauen und am neuen Rechner anzuschließen. Das wäre schnell gegangen und bei einem identischen PC-Hersteller und bei gleichem Betriebssystem Windows 7 ein Versuch wert, ohne dass alle Programme neu aufgespielt werden müssten. Die Treiber hätten noch installiert werden müssen.

Soweit der Plan ...

Als der neue Rechner blau glänzend unter dem Schreibtisch stand und hochfuhr, schwand die Vorfreude dahin. Wir sahen, dass dort bereits Windows 10 installiert war. Mein alter Rechner hatte noch Windows 7 und es gab noch keine Updatefreigabe auf Windows 10. Mist! Unsere Idee - passé.

Es folgte eine unerwartete Nachtschicht ...

Also mussten wir in den sauren Apfel beißen und bei null anfangen. Das alles mitten in meiner 'Kalenderzeit', wo ich meinen PC täglich brauche. Hätte ich vorher gewusst, wie viel Arbeit auf uns zukommt, hätte ich wohl bis Januar gewartet. Mir wurde erst von Minute zu Minute klarer, was wir nun alles zu tun hatten, mein Partner wusste es schon vorher ... Alle Programme mussten auf dem neuen Rechner aufgespielt werden, das sind so 35 Stück. (Sie können nicht einfach kopiert werden.) Dafür die Registrierungsnummern rauskramen, die CDs mit der Software finden oder die Downloadverzeichnisse durchstöbern ...

Vor zwölf Uhr in der Nacht dann aufatmen: Meine wichtigsten Programme - vor allem Webshop und Outlook 2013 - liefen stabil auf dem neuen PC. Damit war ich am nächsten Tag für den Shop und die Bestellungen aktiv und es ging mir schon ein bisschen besser.

Yeah! Auch mein Drucker druckte! Es ist ein zwanzig Jahre (!) altes Schätzchen, welches ich meinem früheren Arbeitgeber abgekauft hatte, ein HP LaserJet 5M, der immer noch prima Dienste tut. Bei ihm ist immer fraglich, ob die Treiber (kleine Programme, die die Hardware miteinander verbinden) ans Laufen kommen. Wie gesagt: Er ist bestimmt 20 Jahre alt, das ist bei all den Betriebssystem-Neuerungen schon ein kleines Wunder. Es hat geklappt.

Am folgenden Tag hatte ich den ganzen Tag Termine. Am liebsten wäre mir gewesen, ich hätte im Büro bleiben und alles einrichten können. Doch es nützt ja nix. Als ich zurück war, liefen schon wieder 3/4 der Programme auf dem neuen Rechner. Ein PC-Engelchen war aktiv gewesen. :-) So ein Neustart lädt zum Aufräumen ein, einige Programme wurden nicht übernommen.

Nächster Schritt: Die Daten von der alten Festplatte C auf die neue Festplatte C übertragen ... Das kann schon mal was dauern ... Die Programme wieder einrichten, weil gut eingespielte Einstellungen natürlich nicht übernommen werden. Auch die Datensicherung wollte neu konfiguriert werden, die gekauften Schriften neu installiert.

Da einige Registrierungsschlüssel nicht mehr funktionierten oder die installierten Programme keine Updates mehr machten, war ich auch damit beschäftigt, Hersteller anzuschreiben oder Hotlines anzurufen ...

Sechs Tage nach dem Eintreffen des neuen Rechners lief alles wieder. Ein gutes Gefühl, wenn ein Programm nach dem anderen ausprobiert wird und es funktioniert wie beim alten Rechner, nur schneller. Das alles läuft ist keine Selbstverständlichkeit. Jetzt ist es geschafft!

Ich bin so froh, dass alles wieder stabil läuft, das Büro von x Kabeln, offenen Ordnern, to-do-Listen und CDs befreit ist. Der Schreibtisch ist aufgeräumt. Meine äußere Ordnung ist wieder hergestellt - und damit auch meine innere. Ruhe kehrt ein.

Herrlich, dieser Moment!

Wie geht so ein Rechnerumzug Schritt für Schritt?
Für (m)ein nächstes Mal hier die Anleitung für einen Rechnerumzug - to do Liste - wie ich/wir es machen würden:

Vorbereitung

  1. Bildschirmprints von den auf dem Rechner befindlichen Programmen machen (stehen unter Systemsteuerung). Die Bildschirmprints in einer Worddatei einfügen und ausdrucken.
  2. Die Programme aufschreiben/markieren, die auf dem Desktop stehen und ständig genutzt werden.
  3. Einen Papierordner anlegen, in dem von allen gekauften Programmen Rechnungskopien mit Registrierungsschlüsseln aufgezeichnet sind. Da diese Infos heute oft per Mail verschickt werden, auch davon einen Ausdruck machen. Wenn das Mailprogramm nicht mehr funktioniert, kommt man nämlich nicht mehr ran ... (Alternativ: Exceldatei mit Daten auf externer Festplatte anlegen.)
  4. Die meisten Programme werden heute nicht mehr auf CDs ausgeliefert, sondern zum Download bereit gestellt. Deswegen den Downloadordner mit den .exe Dateien in die Datensicherung (Ziel: Externe Festplatte) einbeziehen. Zwar kann man manche Programme neu aus dem Netz runter laden. Aber je nach Lizenz gibt es die dann nicht mehr und man darf eine neue kaufen, ein Upgrade bezahlen ...
  5. Vor dem Überspielen auf die neue Festplatte eine Datensicherung machen. Falls möglich auch die Platte spiegeln, wir nutzen Clonezilla. Der Vorteil einer Spiegelung über Clonezilla im Gegensatz zum Kopieren über einen Dateicommander: Alle Systemdateien werden bei Conezilla mitübertragen, da es auf DOS-Ebene läuft und damit das Problem umschifft. Bei dem Kopieren über den Dateicommander gibt es immer wieder eine Meldung, dass Dateien nicht übertragen werden können ...
  6. Im Idealfall läuft der alte Rechner noch und die Programmeinstellungen können so nachgeschaut und übernommen werden. Auch die Daten der Festplatte können über das Netzwerk oder ein Adapterkabel (siehe unten) übertragen werden. Wenn das nicht geht (weil die Festplatte oder der Computer defekt sind), muss man auf - hoffentlich aktuelle - Sicherungen zugreifen. Sind die nicht vorhanden, sind die nicht gesicherten Daten weg.

Los geht's

  1. Den neuen Rechner vorbereiten. Hochfahren lassen, Windows ist meist vorinstalliert. Dann kommt die Frage: "Soll WIndows installiert werden?" Ja und dann der Anleitung folgen.
  2. Internetverbindung über den neuen Rechner herstellen. Wenn kein W-Lan im Rechner ist, über einen W-Lan Stick herstellen.
  3. Browser installieren (Firefox) --> Wichtig, um die ganzen Programme runterzuladen.
  4. Druckertreiber neu installieren bzw. aus dem Internet laden.
  5. Dann ein Programm nach dem anderen installieren. (Liegt CD vor? Wie lautet Registrierungsschlüssel/Produktkey? Neuste Version aus Internet runterladen? Liegt dafür Lizenz vor? Oder befindet sich alte Version (*.exe) unter Downloads?)
  6. Daten von alter Festplatte C auf neue Festplatte C übertragen (z.B. von C:/User/Eigene Dateien) - z.B. mit Hilfe einer Netzwerkverbindung zwischen altem und neuem Rechner oder mit einem Adapterkabel (dafür muss die alte Festplatte ausgebaut werden). Ansonsten auf die Sicherungen zugreifen, die nicht auf C liegen sollten, sondern auf einer externen Festplatte. (Grund: Wenn die Festplatte C kaputt geht, sind die Ursprungsdaten und die Sicherung gleichzeitig weg. Damit war die Sicherung umsonst.)
  7. Programme austesten, Einstellungen prüfen, Datensicherung neu einrichten.

Fertig.

Tipp von meinem Mann: Mit diesem Adapter kann die aus dem alten Rechner ausgebaute Festplatte C an den neuen Rechner als externe Platte über USB angeschlossen werden. So kann überprüft werden, ob die Festplatte noch funktioniert und auch die Daten übertragen werden.

Was habe ich aus dem Rechnerumzug gelernt?

Ich bin froh, dass ich mir irgendwann einen Ordner mit Rechnungskopien der gekauften Softwarelizenzen inkl. Registrierungsschlüssel oder Produktkey angelegt hatte. Das hat es einfacher gemacht.

Praktisch war auch, dass der alte Rechner eine ganze Zeit lang parallel weiterlief, um einige Einstellungen kontrollieren zu können und die Daten von C über das Netzwerk auf den neuen Rechner zu übertragen. Auch um zu gucken, welche Programme sind da eigentlich alle drauf? Brauche ich die noch? Es gibt viele kostenfreie Programme, die ich nutze. Deswegen habe ich Bildschirmprints von der Liste der Programme gemacht, die unter der Systemsteuerung aufgeführt waren. Einfach ein gutes Gefühl, zu wissen: Das war drauf, ich habe nix vergessen, was mir nachher fehlt. Bei dem Absturz vor ein paar Jahren merkte ich bei manchen Programmen erst viel später, dass mir da doch irgendwas fehlte. Und dann taucht die Frage auf: Wie hieß das Programm nochmal, mit dem ich das immer gemacht hatte?

Ich nutze das kostenfreie Backup-Programm 'Personal Backup', mit dem ich zufrieden bin. Zusätzlich spiegele ich meine Festplatte C ein paar Mal im Jahr (mit Clonezilla). Meist dann, wenn ich neue Programme aufgespielt habe oder vor solchen Aktionen wie dem Rechnerkauf. Mit den unterschiedlichen Versionen von Windows konnten wir ja nicht rechnen ...

Möge dieser Rechner viele viele Jahre stabil laufen. :-) Danke an mein Herzblatt, für all die Tipps und seine Bereitschaft, sein Wissen hier mit uns zu teilen. Und natürlich für seinen zuversichtlichen Support, während ich manchmal dabei einfach die Nerven verliere ... :-)

Dadurch, dass ich all die Schritte hier mal aufgeschrieben und bei meinem PC-Engel genau hinterfragt habe, blicke ich in diesem Bereich jetzt etwas mehr durch. Gutes Gefühl. Das bedeutet Sicherheit.

Anja Kolberg

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Donnerstag, 30 Juli, 2015

Leben

 Ein Leben.

Ein Tag.

Wandel. Veränderung.

Stetig.

Die Seele bleibt. Atmet.

Lebt.

Ihr Leben.

Wo bin ich?

Was bleibt?

Vom Ich?

Im Wandel dieser Zeit.

Ich.

~ * ~

Das Leben wirkt.

In kleinen Schritten.

Atmet mich.

Liebt mich.

Ich vertraue auf das Gute.

Alles wird gut.

Alles ist gut - auch wenn ich das erst später entdecke:

Das Leben liebt mich.

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - Gedanken über ....

Montag, 15 Juni, 2015

Geistige Beweglichkeit. Trainingslager für Herzenswünsche.

Juni - Tischkalender Balsam für die Seele
'Wenn ich mich bewege, bewegt sich auch mein Umfeld.' lautet das Zitat auf meinem Tischkalender für Juni. In den monatlichen Impulsen per Mail habe ich dazu geschrieben: Ich kann der Anfang sein, wenn ich mir Bewegung in meinem Umfeld wünsche.
Dadurch (er)warte ich nicht länger, dass sich die bewegen, an denen ich mich störe. Meine Veränderung ist ein entscheidender Schritt Richtung innerer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Ich sorge gut für mein Wohlbefinden.

Eine Leserin meiner Impulse brachte mich in dem Zusammenhang auf den Gedanken der 'Geistigen Beweglichkeit'. Dieser Begriff gefällt mir sehr.

Erst meine geistige Beweglichkeit ermöglicht mir, mich zu verändern, Neues zu denken, anders zu denken, bestehende Grenzen zu erweitern.

Ich kann auch sagen, es ist die Jugendlichkeit meines Geistes. Und die kennt kein Alter, es ist eher eine Haltung oder Einstellung, die sich üben lässt. Eine Voraussetzung, um in Bewegung zu kommen.

Wenn ich mir nur noch die eingefahrene Richtung meines täglichen Denkens erlaube, bleibe ich in dieser Bahn hängen. Alles bleibt wie es ist. Auch das, was mir nicht gefällt. Erlaube ich mir andere Betrachtungswinkel, wirft das ein neues Licht auf meine Situation und da, wo vorher eine undurchdringliche Wand war, öffnet sich auf einmal eine Türe.

Kann ich mich von meinem bisherigen Verhalten und Denken lösen? Eine vielleicht eingetretene Starre durchzubrechen ist unbequem - aber nicht unmöglich!

Was viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte eingeübt wurde, hat eine starke Anziehungskraft, wiederholt zu werden - vergleichbar mit einem breiten Pfad durch den Urwald, der sicher stellt, dass ich ohne Schaden an mein Ziel komme. Wer hat da schon Lust, sich abseits des Pfades zu bewegen, sich schmutzig zu machen, hinzufallen, in Löcher zu treten, Zweige ins Gesicht zu bekommen?

Das mache ich nur, wenn ich einen trifftigen Grund habe. Deswegen ist Leidensdruck oft als Antrieb nötig: Der eingelaufene Weg muss unbequemer, gefährlicher, schrecklicher ... sein als die Herausforderung, einen neuen Weg durch das Gestrüpp zu finden. Dann bin ich bereit, die Strapazen auf mich zu nehmen. Der Leidensdruck ist Motor für meine Veränderung.

Veränderungen sind anstrengend. Also meiden wir die lieber.

Der Mensch an sich ist ja eher bequem. Nur so sind all die technischen Neuerungen und Entwicklungen und Optimierungen entstanden: Wir wollten es besser und bequemer und einfacher haben.

Durch diese unbequeme und unsichere Phase muss ich aber durch, wenn sich was in meinem Leben ändern soll. Es lohnt sich, weil dahinter eine Verbesserung meines Lebens, meines Wohlbefindens oder gar die Erfüllung meiner Herzenswünsche lockt!

Es gibt auch Situationen, in denen ich weiß, es muss sich was ändern. Ich weiß nur noch nicht was. Das Gute: Ich kann jetzt schon was für mich tun.

Es muss nicht erst hoher Leidensdruck her, bis ich mein Verhalten ändere. Denn je eingerosteter ich und mein Verhalten sind, desto höher muss der Leidensdruck sein, bis wir beide uns endlich bewegen. Ähnlich dem Druck, den ich auf eine seit 20 Jahren nicht bewegte Schraube ausüben muss, bis sie sich bewegt.

Ich kann im Alltag jetzt schon mit Lockerungsübungen beginnen, gleich ob es schon brennt. Einfach so. Spielerisch. Weil's Spaß macht. Mich auf neue Gedanken bringt. Meine geistige Beweglichkeit trainiert. Und es mir dann leichter fällt, mich zu bewegen und verändern, wenn es sein muss. Ich muss nicht mehr bis zur letzten Sekunde warten, bis nichts anderes mehr geht. Bis dahin ist in der Regel viel viel Zeit vergangen. Schmerzen. Tiefe Täler der Traurigkeit und Unzufriedenheit.

Ich kann die Übungen auch nutzen, um in Bewegung zu kommen, wenn es brennt, es schmerzt, sich aber nicht wirklich was tut oder ich nicht weiß wie ich anfangen soll ...

Neues Verhalten, geistige Beweglichkeit lässt sich üben. Nennen wir es unser persönliches Trainingslager für Herzenswünsche. Kingt klasse, oder? Wir machen uns fit für das, was da kommen mag. Einige Übungsideen gibt es jetzt dafür:

Im Workshop zur Beruflichen Veränderung habe ich diese Übung gemacht: Sitzplatzwechsel.

Wenn wir einmal einen guten Sitzplatz gefunden haben, bleiben wir gerne dort. Er vermittelt uns Sicherheit und Stabilität. Die Aufgabe an einem neuen Workshoptag war nun, den Platz zu wechseln. Beobachten, wie es mir mit dieser Veränderung geht, wie die Aussicht vom anderen Platz wirkt. Spannende Bewegungen innerlich und äußerlich.

Auch abseits vom Workshop kann ich das üben: Mich an einen anderen Platz am Esstisch setzen. Einen neuen Weg zur Arbeit gehen. Zu einer anderen Uhrzeit aufstehen. Mit der nicht dominanten Hand essen. Etwas neues lesen, schmecken, riechen. Etwas probieren, von dem ich immer sagte: 'Will ich nicht. Brauch ich nicht. Mag ich nicht.'

All das bewegt etwas in uns, unserem Kopf und löst eingefahrene Strukturen und Systeme. Wir bereiten uns auf Neues vor. Auf Veränderungen, die uns am Herzen liegen. Bewegungen, die uns gut tun und uns dahin bringen, wohin wir wollen. Ein geübter Muskel bewegt uns leichter als ein schlaffer, untrainierter.

So, dass schreibe ich mir jetzt mal als erstes selbst auf die Fahne: 'Walk your talk' - frei übersetzt: 'Setze selbst um, was du sagst.' Nicht nur schön reden, sondern auch selbst tun.

Ich mache heute (diesen Text schrieb ich am Mittwoch, den 10. Juni) was anders als sonst und mache um 9.11 Uhr meinen PC aus und fahre ins Bergische. Morgen lese ich diesen Beitrag Korrektur und stelle ihn ins Netz. Heute gönne ich mir eine neue Bewegung. (Das Korrektturlesen und Illustrieren hat ein paar Tage länger gedauert. Jetzt, Montag, den 15.6. ist es soweit und er geht online.)

Einen schönen Tag - mit klitzekleinen Veränderungen, die großes ins Rollen bringen.

Ihre Anja Kolberg

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Donnerstag, 26 März, 2015

Ein Tag wie ein Jahr oder ein ganzes Leben?

Dienstag war mein Geburtstag. 45 Jahre. Ich hatte keine Idee davon wie der Tag laufen sollte, vielleicht Zeit mit mir selbst verbringen, mich verwöhnen? Auf feiern hatte ich mitten in der Woche keine Lust und am Wochenende nachholen? Hm, passte diesmal irgendwie auch nicht. Ich lies es auf mich zukommen. Und dann merkte ich einen Tag zuvor, was ich wirklich gerne wollte: Mit meinem Mann in dem Restaurant in der Südstadt essen gehen, die veganes und normales Essen anbieten. Entweder abends oder am allerallerliebsten brunchen, weil auf dem Büffet mehr Auswahl ist. Ich erzählte meinem Mann davon und lies den Wunsch los, denn für den Brunch hätte er sich früher frei nehmen müssen, ob das gelang mussten wir dem Himmel überlassen.

Am Morgen war mein Mann dann wie immer früh zur Arbeit unterwegs, er hat mich rücksichtsvoll schlafen lassen. Ich war um sieben wach und fühlte leider keine gute Laune. Der Himmel war grau. Ich merkte, es war nicht gut, meinen Tag davon abhängig zu machen, ob mein Mann frei machen konnte oder nicht, manchmal klappt das, wenn sie an dem Tag wenig Termine haben. Aber durch das Warten, ob es vielleicht klappt, hatte ich mir die Möglichkeit genommen, mich davon unabhängig selbst auf den Weg zu machen und etwas zu unternehmen. Nun gut, hab ich was fürs nächste Jahr gelernt. Ich raffte mich auf, ging mit Minu unsere morgendliche Runde spazieren und nahm am Postfach Geburtstagsbriefe und ein größeren Karton entgegen. Herrlich! Meine Laune stieg.

Der Grüne Smoothie schmeckte bitter, das waren wohl diesmal nicht die richtigen Zutaten. Kein würdiger Geburtstagsfrühstücksdrink. :o) Dafür schmeckten die Briefe zauberhaft. Das Patenkind meines Mannes hatte mir mit ihrem Bruder etwas gemalt und auch den Umschlag verziert. Herrlich! Meine Schwester hatte mir eine bezaubernde Schmetterlingskette aus Kristall geschickt. So schön. Als ich die Briefe gelesen und mich bedankt hatte, fühlte sich das so warm an.

Und dann überkam mich doch Traurigkeit. Traurig ob der Lebendigkeit einer eigenen Familie, die ich in meinem Leben nicht habe. Manchmal überkommt mich das einfach. Klar, ich hatte Zeit zum Nachdenken und bereute, dass ich mir keine Gäste eingeladen hatte. Dann wäre ich abgelenkt gewesen. Aber es wäre nur ein Überdecken von dem gewesen, was sowieso da ist. Ich kann meine Traurigkeit gut aushalten und sie ist ok für mich. Ich forschte nach innen und fühlte Einsamkeit. All die Menschen, die an mich dachten, waren weit entfernt, ja mir wurde bewusst, wie kostbar persönlicher Kontakt sei es durchs Telefon oder sich sehen für mich ist. Viele Erkenntnisse.

Doch wer kann diese Einsamkeit füllen? Ist das nicht meine Aufgabe? So viel leichter ist es, diese Liebe und Aufmerksamkeit zu empfangen, statt sie mir selbst zu geben. Ein Trugschluss, eine eigene Familie sei das Heilmittel. Ich trau mich immer öfter, mich mit meinen Gefühlen zu zeigen, mit meiner Verletzlichkeit. Nicht um Trost zu erfahren, nicht um Hinweise zu bekommen, was ich tun könnte, damit es mir besser geht. Das will ich beides nicht und ich brauche es nicht. Ich bin sehr klar in diesen Gefühlen, (könnte sogar sagen, ich bin nah bei mir und das fühlt sich gut an) ich weiß sie gehen vorbei und weiß, was ich für mich tun kann. Sie brauchen sich keine Sorgen um mich machen. Ich will mich damit zeigen und damit mir selbst sagen: So ist es und das ist ok so. Auch das geht vorbei. Und es geht vielen anderen ähnlich. Ja, das ist es, was ich will: Ich will anderen durch mein mich hier öffnen zeigen, auch mir geht es manchmal nicht gut, auch ich habe schlechte Tage oder Momente, selbst an meinem Geburtstag. Und das ist ok so. Und geht auch wieder vorbei. Ich will nicht so tun, als sei alles ok, das ist für mich ein falsches Bild meiner Wirklichkeit. Wir haben schon genug unechtes in der Welt, ich will authentisch sein, bzw. ich übe es. Denn es gelingt mir nicht immer.

Meine Stimmung änderte sich schlagartig, als meine Eltern anriefen. Seit Wochen freue ich mich auf ihren Anruf. Natürlich telefonieren wir öfter. Aber zu meinem Geburtstag bekomme ich ein Ständchen von ihnen, das ist etwas besonderes für mich, auf das ich mich sehr freue. Und ich habe es diesmal auf mein Diktiergerät aufgenommen. *HÜPF* Was für ein schöner Moment. Danach meldete sich mein Bruder, hm, das tat gut. Er brachte mich auf die Idee, meinem Mann zu sagen, dass wir unser Essen auf den Abend verschieben und er sich nicht beeilen muss, dann wäre ich doch auch frei. Stimmt. Kaum hatten wir das ausgesprochen, stand mein Mann in der Türe. Mit einem wunderschönen Frühlingsstrauß. So schön! Es hatte wie durch ein Wunder geklappt!

Meine Laune stieg in ein herrliches stabiles Gleichgewicht hinein. Wir machten uns auf den Weg. Die Sonne schien. Herrlich. Fuhren in ein Parkhaus am frisch sanierten Rheinauhafen und gingen zu Fuß in die Südstadt, wo wir nur ein paar Schritte von der Severinstorburg entfernt im Ecco einen schönen Tisch am Fenster bekamen. Ich fühlte mich am Büffet wie im Himmel. Einfach alles von meiner veganen Seite nehmen können, ohne zu fragen oder nachzulesen, ob es vegan ist oder nicht. Mein Mann war gut mit Fleischgerichten versorgt. Beide zufrieden. Das Essen war schmackhaft, nicht außergewöhnlich gut, zu Hause können wir es ebenso. Auch ein schönes Gefühl, zu wissen wir machen es zu Hause auch gut. Dennoch ist es eben etwas besonderes, nicht selbst kochen zu müssen und eine so große Auswahl zu haben.

Besonders war aber auf jeden Fall das Nachtischbüffet für mich. X verschiedene Kuchensorten in Ministückchen geschnitten, so dass ich alles probieren konnte. Dann noch in kleinen Einweckgläschen verschiedene Puddings, lecker Milchreis und einen Pflaumen- und Apfelstrudel mit Vanillesoße. Schluck. So was leckeres. Das war wirklich besonders. Wir würden wieder hingehen.

Anschließend sind wir bei wärmendem Sonnenschein (mein Mann sogar im T-Shirt, brrrr, wäre mir zu kalt gewesen) zurück an den Rheinauhafen gegangen. Ich war da noch nie, so war es interessant, die neu entstandene Architektur, die Kranhäuser zu betrachten und mir ein Bild von diesem neu gestalteten Teil Kölns am Rhein zu machen. Besonders schön fand ich aber nicht die neuen Gebäude, die sind nicht so meine Welt, sondern die alten, zum Beispiel das Siebengebirge oder ein sehr schönes rot angestrichenes Gebäude mit einem Turm. Ich habe auf Youtube Bilder von Köln vor dem zweiten Weltkrieg gesehen. Welch ein Traum, so wunderschöne Gebäude schmückten Köln. Kaum noch etwas ist davon nach den Bombenangriffen stehen geblieben. Um so mehr freue ich mich, wenn ich das ein oder andere schön restaurierte Gebäude betrachten kann.

Am Nachmittag zu Hause lies ich es dann langsam angehen. Ein bisschen Büroarbeit. Mails beantworten und liebe Telefonate entgegen nehmen. Ein herrlich überraschender Besuch. Die Nachrichten vom Flugzeugabsturz erreichten mich durch meine Freundin, die sich erkundigte, ob mein geliebter Cousin bei Germanwings oder Lufthansa Flugbegleiter ist. Bei Lufthansa, aber beide Gesellschaften sind verbunden. Puh. Schwer, die Bilder und Gedanken auszublenden und mich auf Positives und Stärkendes zu konzentrieren.

Also ab in die Sonne. Ein paar Minuten den Vögeln lauschen, ein paar Sonnenstrahlen einfangen und diesen Moment Leben genießen. Nebenan ist das Haus letzten Sommer verkauft worden, es wurde im letzten halben Jahr innen saniert und jetzt ist die Außenfassade dran. Wir haben am Samstag unsere Pergola eingepackt, damit wir darunter durch den entstehenden Dreck nicht alles wieder mühsam neu grundreinigen müssen. Hier wird gerade laut geklopft, es gibt Erschütterungen. So verändert sich das Leben und die Umgebung. Auch wenn Menschen sterben wie unsere alte Nachbarin, das Leben verändert sich und geht weiter. Einfach so. Manchmal macht mich das sprachlos. Aber so ist das Leben. Um so wichtiger, die schönen Momente tiefer einzuatmen und wahrzunehmen.

Am Abend war ich Chefin über die Fernbedienung (wir wechseln uns ab) und ich habe den Film 'Den Himmel gibt's echt' ausgesucht. Er handelt von einem amerikanischen Kirchenprediger und seiner gläubigen Familie. Nachdem ihr Leben in der Gemeinde gezeigt wird, erleidet ihr vierjähriger Sohn einen Blinddarmdurchbruch. Sein Leben steht auf der Kippe, doch er überlebt. Anschließend erzählt der Junge seinen Eltern, er sei im Himmel gewesen, beschreibt Jesus, weiß dass er eine tote Schwester hat. Die starke kirchliche Prägung des Films fand ich befremdlich, doch die Geschichte dahinter rund um den Jungen, die hat mir gefallen und mich berührt.

Müde und erfüllt von diesem Tag bin ich ins Bett gefallen. Es ging mir gut. Ich überlegte, ob vielleicht der Geburtstag ein Sinnbild sein könnte für mein neues Lebensjahr, wenn nicht gar für mein Leben. Es waren traurige Momente dabei, Momente, wo ich mich einsam fühlte und dann die pure Lebendigkeit, Sonne, Genuss, Gemeinsamkeit, neues erleben. Ja, ein ganzes Leben. Ich lebe alle Seiten: Helle und dunkle. Leise und laute. Stille und lebendige. Alles das ist mein Leben. Es gelingt mir immer mehr, es so anzunehmen wie es ist. Mich anzunehmen wie ich bin und zu mir zu stehen.

Was für ein schönes Geschenk an mich selbst.

Auf das Leben!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 25 März, 2015

Frühe Leseliebe... meine Lieblingsbilderbücher...

In einem Karton im Keller fand ich meine drei Lieblingskinderbücher wieder:

'Mein Esel Benjamin'. Das Buch mit den schwarz-weiß Fotos erzählt die Geschichte von einem süßen Mädchen aus Griechenland. Sie folgt eines morgens ihrem Esel Benjamin - ebenfalls noch ein Baby- immer weiter, bis sie am Strand landet. Wird sie nach Hause finden? Wie? So süß. Diese herrlichen Kiesel auf dem Boden in ihrem Zuhause. Ich liebe das Buch immer noch, wenn ich es durchblättere.

'Mischa und die blaue Blume'. Mischa möchte seiner Cousine oder großen Schwester etwas zur Hochzeit schenken. Eifrig beginnt er zu basteln, verletzt sich dabei aber und ist traurig. Er hat nun kein Geschenk. Bis er eine wunderschöne blaue Blume auf dem Feld entdeckt, die er vor Wind und Regen beschützt und sie dann zum schönsten Hochzeitsgeschenk wird. Ich schmelze heute noch dahin. Die Zeichnungen gefallen mir auch sehr. Mir fällt erst jetzt auf, dass die Familie in Holzwagen mitten in der Natur lebt und feiert.

Natürlich auch 'Aschenbrödel' in Schreibschrift. Die Zeichnungen sind einfach zauberhaft. Die Figuren tragen spitze Hüte mit langen transparenten Tüchern an der Spitze. Die Fee auf dem Cover mit den feuerroten Haaren, dem herrlichen Kleid und den grünen Flügeln hab ich besonders geliebt!

Ein Buch fehlt, das ich ebenso mochte: Es handelt von einer kleinen Maus, die einen Apfel findet und sich so weit durchnagt, dass sie darin vor dem Regen geschützt ist. Da sie Hunger hat, dauert das allerdings nicht lange an, denn ein Loch im Dach lässt sie wieder nass werden. Die Fotos waren ebenfalls in Schwarz-Weiß. Ich weiß den Titel leider nicht mehr.

Ich glaube, die Bücher gibt es inzwischen wieder zu kaufen. Wahrhaftig: Mein Esel Benjamin ist inzwischen wieder erhältlich und sogar eine weitere Geschichte von Paulinchen, einem Schweinchen. Schön! Und da finde ich auch den Titel des Buches mit dem Apfel, inzwischen allerdings mit coloriertem Cover: Das Apfelmäuschen.

Seufz. Schön!

Anja Kolberg

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Dienstag, 17 März, 2015

Noch mehr Erinnerungen... berufliche Vorzeichen in der Schule...

Bei meinem Ausflug in den Keller fielen mir von der Realschule alte Schülerzeitungen in die Hände.

'Hot Sheet' hieß die Schülerzeitung, während der drei Ausgaben, an denen ich in der 10. Klasse beteiligt war. Wenn ich dem glauben darf, was ich las, war ich 'Chefredakteurin'. Dabei waren wir eine kleine Gruppe Mädels (ich glaub bei der ersten Ausgabe nur meine beste Freundin Dorothea und ich, nachher wurden es mehr), die probierte, woran sie Spaß hatte.

Unsere Aufgaben konzentrierten sich auf das Zusammenstellen von Witzen, Rätseln, Interviews mit Lehrern, Werbung einholen, den Kopiermarathon und das Zusammenlegen der einzelnen Seiten sowie den Verkauf. Ok, immerhin. Urheberrecht bzw. Nutzungsrechte berücksichtigen waren Fremdworte für uns. Wir durften frei machen, was wir wollten, zumindest meine ich das aus der Erinnerung, lediglich vor dem Kopieren mussten wir die Seiten einmal von einer Lehrerin abnehmen lassen.

Die Seiten wurden mit der Hand geschrieben oder mit der Schreibmaschine getippt, dazu einige Zeichnungen gemacht oder ausgeschnittene Buchstaben aus der Zeitung zu neuen Wörtern zusammen gesetzt.

In der zweiten Ausgabe hab ich mich beschwert, dass sich so wenige nur an der Schülerzeitung beteiligen... ob das der richtige Weg war?... ;o) Als wir den frisch gewählten Schülersprecher M.L. interviewten (was für ein Typ, blonde wehend lange Haare, schönes Gesicht, sportlich, Frauentyp), was von seinen Wahlversprechen denn schon umgesetzt sei (ich lach mich echt schlapp!), antwortete er mit flotten Politikersprüchen. Die Retourkutsche für unsere fiesen Fragen folgten gleich. Auf unsere Frage, wie er 'Hot Sheet' findet, meinte er: 'Ich finde sie besser als gar nichts...' Ich hab mich im Keller vor Lachen gekringelt, als ich das las. Ganz unrecht hatte er nicht, aber hey, erst mal besser machen, junger Mann! :o)

Ebenso fiel mir ein grünes 'Gewinner'Heft eines Schreibwettbewerbs zum Thema Zukunft in die Hände, an dem ich teilgenommen und auch mein Beitrag gedruckt wurde, wie ich mir meine Zukunft vorstelle. (Ist einiges von eingetroffen, anderes wartet noch heute auf Erfüllung...) Ebenso hatte ich auf einmal die Bierzeitung vor der Nase, eine Abschlusszeitung für unsere Klasse, an der ich mitgemacht habe. Was war ich da frech! Köstliche Erinnerungen!

Im 20 Jahresfeier-Heft meiner Schule (feierten sie, als ich die Schule verließ) fand ich dann einen Artikel über die Foto-AG und erinnert mich: Daran hab ich ja auch teilgenommen!

Ich hatte ganz vergessen, was ich auf der Realschule alles gemacht hab und dass ich mich damals schon mit den Dingen beschäftigt habe, die ich liebe: Schreiben und Fotographieren und Malen. Wenn es nach meiner Wunschliste gegangen wäre, hätte ich Fotografin, Mode-Designerin, Journalistin gelernt. Wie das Leben nunmal so spielt, lernte ich nichts von alldem, sondern schlug eine Büro'laufbahn' ein. Wie schön, dass alles zurück kommt und ich heute leben kann, was ich damals liebte. Ok, die Designerin braucht wohl noch einige Jahre! Bin ja auch erst Mitte 40!

Winkewinke aus Köln - bin ganz aufgeladen von schöner, quicklebendiger Erinnerungsenergie. Das tut so gut!

Anja Kolberg

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Samstag, 14 März, 2015

Schöne Erinnerungen!

Ab und an wird mir bewusst: Ich bin fast 45. So unterhielt ich mich beim Arzt im Wartezimmer mit einem Studenten. Er wolle noch ins Ausland gehen und seine Englischkenntnisse auffrischen. 'So günstig komme ich da nicht mehr hin', meinte er und ich bestätigte: 'Ja, nehmen Sie mit, was geht, so lange Sie ungebunden und jung sind. Später ist das nicht mehr so leicht.' ... so lange Sie jung sind... was rede ich denn da? War ich schon so alt, so zu sprechen? Fühlte ich mich alt? Nein, aber es lässt sich ja nicht leugnen, dass ich locker 20 Jahre älter war als der junge Sportstudent....

Jede Menge gelebte Jahre liegen hinter mir. Voll gefüllt. Besonders fällt mir das auf, wenn ich mir Fotos von früher anschaue.

'Damals' wurden die ja noch in einem Labor entwickelt. Ich hab mir irgendwann mal - ich wohnte noch zu Hause, ging in die Lehre und hatte Ferien - viel Arbeit gemacht und die schönsten Bilder meiner Jugendzeit in ein Album geklebt, ja richtig aus Papier, mit Transparentpapier zwischen den Seiten und Kommentaren neben den Fotos. Später gab es diese Einsteckalben. Heute mache ich nur noch selten Fotos nach, wenn dann mache ich gleich fertig gedruckte Fotoalben. Das macht so einen Spaß!

Zu meiner Kinderkommunionszeit gab es Klebealben. Da zog man eine Folie ab, drunter klebte alles wie wild, man positionierte die Bilder und legte die klebende Folie wieder auf. Die Alben, die ich davon hab, sind inzwischen fast kleberfrei, heißt, die Bilder fallen runter oder die Klebestreifen haben sich hässlich verfärbt. Allein der Kleber zeigt, wie die Zeit vergeht. :o))

Ursprünglich suchte ich die Fotos aus dem Schwedenurlaub mit unseren Freunden. Das war 1996, drei Wochen über die Sommersonnenwende. Wir sind erst nach Stockholm hoch, wo unser Freund den Marathon mitlief, dann runter an den Götakanal zu der Woche im Hausboot. Wir starteten im Osten bei Mem/Söderköping, passierten über 50 Schleusen, herrliche Flusslandschaften, Seen und den Vätternsee. Die Reise endete am Vänern See.

Diese Woche war so erlebnisreich wie fünf. Ich will lieber nicht erzählen, was wir alles mit de Boot angestellt haben oder es mit uns... Danach erholten wir uns eine Woche in einer kleinen Hütte am Vänern-See und machten auf der Rückreise Station in Göteborg und Malmö. Das war ein echt toller Urlaub!

Wir hatten im letzten Herbst an die Zeit zurück gedacht, was für ein Spaß das war und mein Mann hat einen Film ausgegraben, den wir gemacht haben. Huch, war ich schlank! Unvorstellbar, dass ich mich damals zu dick gefühlt habe!!! Nun, an diese schöne Zeit wollen wir uns bei einem Treffen mit unseren Freunden erinnern. Film und Fotos gucken und uns wahrscheinlich wieder kaputtlachen, denn jeder von uns vieren hat was im Urlaub angestellt...

Die Fotos wollten sich erst nicht finden. Im Wohnzimmerschrank durchblätterte ich viele Alben. Fehlanzeige.

Im Keller vielleicht? In den in Regalen verstauten Kartons guckten mich viele Fotolabor-Umschläge mit entwickelten Fotos und Negativen an. Ich hab bestimmt zwei Stunden gestöbert und mich erinnert. Kennen lernen & Hochzeit, Urlaube, Ausflüge, Familienfeste, Bilder von den Arbeitsstellen mit den Kollegen und Kolleginnen, eine Geschäftsreise, Geburtstage, Renovierungen. Herrlich! Ab 2002 gibt es nur noch Digitalfotos, die auf dem Rechner schlummern...

Ich frage mich gerade, wie das Fotoleben wohl in 20 Jahren aussieht.

Anja Kolberg

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Samstag, 21 Februar, 2015

Der neue Newsletter ist erschienen & Karnevalsrückblick

Am Freitag habe ich meinen Newsletter verschickt. Der erste in diesem Jahr und diesmal wieder mit einem Besuch bei meinem inneren Team. Das wurde intensiv, emotional, überraschend und endete mit einem Dialog mit meiner inneren Stimme und dem Aufruf, mir mehr Liebe und Energie zu schenken. Schön!

Mir ist im Newsletter ein Fehler unterlaufen, den ich gerne richtig stellen möchte. Das herrliche Zitat stammt nicht von Azmuto, wie ich es schrieb, sondern von der französischen Schriftstellerin Anaïs Nin. Ihr zu Ehren habe ich eine neue E-Card mit korrekter Urheber-Angabe gestaltet:

Zitat E-Card

Hier geht es zu den E-Cards und hier können Sie sich für den Newsletter anmelden.

Die Woche war bei uns - trotz Karneval - ruhig und angenehm. Es gibt so viel Ruhe in Köln an Karneval wie sonst nur zu den Sommerferien - wenn nicht gerade ein Umzug durch das Stadtviertel geht. :o) Das hatten wir bei uns in Junkersdorf am Dienstag. Er war so lang wie noch nie, viel mehr Wagen waren dabei. Wow!

Mein Lieblingskostüm war von einer der vielen Schul- und Kindergartengruppen gestaltet: Bücherwürmer. Die Jecken steckten in überdimensional großen Büchern (so groß wie der Oberkörper), wo ein grüner Wurm sich durchfraß. Dazu trugen sie runde schwarze Brillen wie die von Harry Potter. Das sah herrlich aus.

Karnevalsdienstag war der Himmel grau und ein fieskalter Wind war unterwegs. Mir war so kalt, dass ich nicht raus an die Straße gehen wollte. Die Kamellen sind mir eh nicht wichtig, aber die Kostüme schaue ich mir gerne an. Der Zug geht an unserer Haustüre vorbei. So blieben wir drinnen bei unserer Hündin (die fand das gut), öffneten die Fenster und wärmten unsere Beine an der Heizung. Herrliche Kombination.

Jetzt ist es so, dass die offenen Fenster die Menschen auf den Wagen und in den Gruppen dazu annimieren, diese Öffnungen zu treffen. Eine Tafel Schokolade verfehlte mich nur knapp - so hielt ich bei dem Kamellenregen Richtung unseres Fensters nur noch die Hände über den Kopf und lachte mich schlapp vor Freude! Minu hatte auch einen Heidenspaß, wenn sie schneller als wir beim Einsammeln war und ein Bonbon erwischte, natürlich mit schönem bunten Papierchen. Süß waren die Kinder, die zu uns rannten und uns Süßigkeiten ans Fenster reichten. Wir hatten eine Freude! Mein Mann machte Scherze 'Die Kinder denken bestimmt, gib den beiden armen alten Menschen auch was, die können nicht auf die Straße gehen.' :o)) Naja, graue Haare sind bei mir auf jeden Fall genug vorhanden. Aus Kindersicht bin ich bestimmt steinalt.

Auch die Nichten und Neffen meines Mannes hatten Freude. Die standen natürlich in der ersten Reihe und haben mit getanzt und gesammelt. Schön!

Ich wünsche Ihnen einen zauberhaften Tag!

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 04 Februar, 2015

Mein neues Datensicherungskonzept steht & läuft endlich! Yeah!

Es gibt so Aufgaben, die nerven. Sind aber wichtig. Wenn sie einmal gemacht sind, dann ist es ein gutes Gefühl und Ruhe kehrt ein. Dieses Jahr wird endlich aufgeräumt. Eine unangenehme Aufgabe nach der andern muss dran glauben. Also los:

Seit März letzten Jahres blinkte unten rechts am Bildschirm ein rotes Fähnchen im Windows-Wartungscenter auf, etwas mit der Windowssicherung stimme nicht. Ich habe es 10 Monate verdrängt. Ebenso lange lag ein Zettel in meinem Kalender, mir zu überlegen wie es mit der Datensicherung weitergeht. Grund: Zwei externen Festplatten, auf denen ich die Fotos lagerte und sicherte waren voll.

Da ich die wichtigen Daten im täglichen Einsatz (wie Webshop, Word- und Excel-Dokumente, Blog, Mails) regelmäßig sichere, konnte ich wohl so lange verdrängen. Aber das funktioniert nicht wirklich. Ordnung und Struktur sind mir wichtig und mich verlassen zu können, dass ich auch bei einem PC-Crash sicher auf meine Daten zugreifen kann. Dieses Gefühl: 'Was ist wenn...' quälte mich.

Was wäre, wenn die externe Festplatte mit den Fotos crasht? Gut, ich hatte eine Sicherung irgendwo im Schrank liegen, doch richtig sortiert und ordentlich war das nicht. Eine regelmäßige Sicherung fehlte auch. Was wäre, wenn mein PC wieder einen Totalausfall hat und ich alles neu aufspielen muss?

Am 31.12.2011 - merkwürdiges Datum - machte es mittags *Pling* und mein PC war aus. Nichts ging mehr. Kaputt. Einfach so. Eiin PC war zwar schnell gekauft und die alten Festplatten konnten dem Himmel sei dank mit Hilfe von externen Festplattengehäusen weiter genutzt werden, aber alle Windows-Systemeinstellungen, Programme, Treiber waren futsch. Kurz: Meine eingespielte Arbeitsoberfläche. Wer einmal all das wieder mühevoll einstellen, suchen und aufspielen musste, weiß wie nervig und aufwändig das ist. Als Konsequenz fertigte ich unregelmäßig eine Spiegelung meiner Festplatte C: an. Die dauert Stunden, aber so ist im Notfall alles vorhanden, als wäre der PC nicht kaputt gegangen. Auch die lag allerdings schon Monate zurück.

So ist seit vielen Monaten ein unsicheres Gefühl da und der Drang 'Ich muss da was tun'. Im Januar sollte diese unangenehme Aufgabe endlich erledigt werden, denn ich hasse es, wenn mir die Unsicherheit "Was ist, wenn mal der PC kaputt geht oder eine der alten Festplatten?" im Nacken sitzt. Eine neue externe Festplatte mit 3 Terrabyte Speicherplatz war schnell gekauft. Aber wie ich geschrieben habe: Mit kaufen ist es nicht getan.

In meinem Büro tobte durch den Crash ein ziemliches Kuddelmuddel aus 7 verschiedenen Festplatten, manche voll und manche leer. Dazu einen Haufen unterschiedlichster Daten, die auf verschiedenen Wegen gesichert (oder auch nicht gesichert) wurden.

'Högschte' Zeit, aufzuräumen. Mein Ziel: Die verlässliche Sicherheit, auf meine Daten kann ich auch bei Verlust jederzeit zugreifen. Dazu gehört die regelmäßige Spiegelung meiner Hauptarbeitsfestplatte C. Am liebsten automatisiert, damit ich mich nicht drum kümmern muss. Die sich ständig verändernden Daten ebenso regelmäßig und einfach gesichert. Dabei so wenig Festplatten wie nötig im Einsatz, damit alles möglichst einfach und strukturiert ist.

Damit die Dinge einfach werden, muss das komplizierte erst mal geklärt werden. Also erstmal einen Überblick verschaffen:

1) Ich erstellte eine Liste der vorhandenen Festplatten mit diesen Punkten:

  • Wo steht sie? im PC, extern
  • Wie heißt sie? Verzeichnis/Fabrikat/Name
  • Gesamtvolumen
  • belegter und freier Speicherplatz
  • Dateninhalt
  • Wo werden die Daten von dieser Festplatte gesichert, wann und mit welchem Programm

2) Im Gegenzug listete ich die Daten auf, die gesichert werden sollen:

  • Welche Daten: z.B. Mails, Webshop, Fotos, Druckdateien, Eigene Daten mit Excel- und Worddokumenten...
  • Wie groß ist die Datenmenge
  • Mit welchem Programm sichere ich sie? Manche Daten werden doppelt gesichert. Zum Beispiel gibt es in meinem Webshop ein integriertes Sicherungstool, das ich immer nutze, bevor ich das Programm schließe. Zusätzlich werden alle Daten meines Benutzerverzeichnisses (wo auch der Webshop liegt) unregelmäßig mit einem separaten Sicherungstool gesichert.
  • Wie lautet der Speicherort? Es macht wenig Sinn, die Daten auf dem gleichen Datenträger zu speichern, wo sie auch gelagert sind. Wird die Festplatte beschädigt, sind die Originaldaten und die Sicherung weg. Deswegen sind zur Sicherung externe Festplatten hilfreich.
  • Wann soll die Sicherung gemacht werden? Erinnere ich mich selbst daran, z.B. mit einer Terminserie in Outlook oder kann ich es im Programm einstellen, dass die Daten z.B. regelmäßig vorm Herunterfahren gesichert werden? Praktisch finde ich, wenn es möglichst automatisch abläuft.

Puh, das war ganz schön viel. Aber wie wollte ich das genau machen? Sollte ich die Festplatten zusammenlegen? Wo sollten die Daten am besten gesichert werden? Also fertigte ich mir zu den beiden Listen eine Zeichnung an. In Bildern verstehe ich die Dinge besser, als in Listen. Die Zeichnung half mir, endgültig Klarheit zu bekommen, wie und wo ich künftig meine Daten sichern will. War ein bischen wie Tetris spielen. :o)

Ich habe mich entschlossen, die alten Festplatten mit inzwischen zu kleinem Speichervolumen zu leeren und nur für Notfälle oder den Urlaub (als Datenspeicher für dort geschossene Fotos) zu behalten. Damit fallen drei externe Festplatten aus meiner Aufmerksamkeit raus. Praktisch. Das hatte zur Konsequenz, dass Daten überspielt werden mussten, was viele Stunden dauerte. Eine der großen Festplatten war stark fragmentiert (was sie langsamer macht) und die Defragmentierung dauerte mehrere Tage (!), was nebenbei laufen konnte, aber eben nervte.

Die Spiegelung von C hätte ich am liebsten automatisiert, um mich darum nicht groß kümmern zu müssen. Laut Microsoft soll das mit dem 'Systemabbild' automatisch funktionieren. Da ich bisher mit einem Programm manuell gearbeitet habe, was im DOS-Modus läuft (also aufwändig, umständlich), wollte ich das versuchen. Konsequenz: Austesten ob das überhaupt funktioniert. Denn genau daher stammte ja die eingangs erwähnte Fehlermeldung mit dem roten Fähnchen ('zu wenig Speichervolumen vorhanden'). Faktisch war die Fehlermeldung quatsch, da die Festplatte (sowohl C als auch der Zielspeicherort) nur zu 20% belegt waren. Nach ewigem Testen, Durchwühlen des Internets, Befragen der Microsoft-Community und Einsatz meines PC Engels (ich hätte es nicht alleine geschafft, so kompliziert war das), war diese Fehlermeldung weg. Yeah! Hüpf, einen Schritt weiter. Doch...

Bei der nächsten Testsicherung war eine neue Fehlermeldung da! SCHREIIIIII! Jezt hatte ich schon so lange getestet und endlich dachte ich, am Ziel zu sein und dann so was! ARG! Das war der Moment, wo ich am liebsten stundenlang mit einem großen Hammer auf meinen PC eingeschlagen hätte. Diese Vorstellung brachte mir zumindest kurzzeitig Erleicherung.

So viel Erleichterung und Kraft, um weiter nach der nächsten Lösung zu schauen. In der Microsoft Community gab es Hilfe zur neuen Fehlermeldung, was natürlich toll ist. Auf der anderen Seite: Himmel! Geht es nicht auch ohne Fehlermeldung?! Windows/Microsoft ist schon sehr lange am Markt, ist ein riesen internationaler Konzern mit so vielen Menschen. Wenn die es nicht schaffen, ihre Produkte fehlerfrei zu liefern... was mache ich mir Gedanken, wenn ich nicht fehlerfrei bin? Ich bin nur eine Person - mit externen Hilfeengeln. Eigentlich könnte ich mir gegenüber mal lockerer werden. Gut, zurück zum Thema.

Für die vermutliche Beseitigung der Fehlermeldung wusste ich einen Teil meiner Speicherstruktur auf C: umbauen, was sich wie ein großer Berg anfühlte. Warum? Ich musste Programme verschieben, testen ob die dann wieder einwandfrei funktionieren... Noch mehr Arbeit. Das war mir die Sache nicht wert.

Mal pragmatisch gedacht: Wie oft müsste ich die Platte spiegeln, wenn es nicht automatisch über das Systemabbild funktionierte? Es ging ja um die Windowsoberfläche mit allen Einstellungen. So oft ändert sich da nichts, es sei denn, ich spiele neue Programme auf. Kommt eher selten vor. Einmal im Quartal würde reichen.

Also Abkürzung. Das Problem mit dem automatisierten Windows-Systemabbild habe ich nach Tagen des Probierens aufgegeben und mich über die sinnlos verstrichene Zeit geärgert. Also hab ich wieder das alte Programm ausgegraben, mit dem es manuell auf der DOS-Ebene geht (das ist der schwarze Bildschirm mit der einfachen Schrift, sieht aus wie früher...) und die handschriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Das hab ich vor einigen Tagen für meine Festplatte C gemacht. Die Spiegelung steht, hat 3,5 Stunden gedauert. Yeah! Geht doch.

Im Terminkalender habe ich mir dann eine Serie eingerichtet, die mich daran erinnert, die Spiegelung einmal im Quartal zu machen und bei Bedarf, wenn ich neue Programme installiert oder Treiber aufgespielt habe. Ja, klingt einfacher als mich noch länger durch die befürchteten nächsten Fehlermeldungen von Windows zu quälen!

Problem Festplattenspiegelung endlich erledigt! HÜPF ganz doll!!!!

Bleiben noch die Daten, die sich täglich verändern. In meinem Sicherungsprogramm habe ich endlich eine automatische Routine eingestellt, die für mich praktikabel ist: Nach dem Hochfahren läuft sie durch. Lieber wäre mir abends und dass der Rechner danach automatisch herunter fährt, doch das geht mit meinem Programm nicht. Bei der täglichen Sicherung braucht das Programm 10 Minuten, darüber komme ich hinweg. Für alle, die es interessiert, das Programm heißt Personal Backup und finanziert sich durch das Engagement des Programmierers und Spenden.

Auch erledigt. Eine kleine Sache mache ich jetzt noch manuell. Die schmeiße ich künftig an, bevor ich mit unserer Minu spazieren oder in Pause gehe. Daran werde ich mich gewöhnen.

Fehlt nur noch in Outlook eine Erinnerung für das Freeware-Reinigungsprogramme CC-Cleaner einzurichten. Das entfernt Cookies und temporäre Dateien, die das Betriebssystem langsamer machen und repariert Einstellungen, die zu Fehlern führen. Ist wie einmal durchputzen. :o)

Die nächsten Werkzeuge sind nach Mail, Kalender und Kontakten in meinem Büro gewartet und geschärft! Starkes und befreiendes Gefühl!!!!!

Ordnung macht mich klar!

Viele Grüße von der Aufräumzentrale

Anja Kolberg

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Freitag, 23 Januar, 2015

Erstaunlich robust

Molger ist zwar nicht standhaft, dafür widerstandsfähig. Das ergab ein kleiner, zugegeben unfreiwilliger Härtetest.

Ich konnte es am Morgen nicht abwarten, die Regale vor der frisch gestrichenen Wand zu betrachten. Also ran an das Holz. Das erste Regal an die Wand links gestellt, genau Richtung Kellertreppe. Es kurz aus den Augen gelassen, um das zweite zu holen.

Gerade noch herrlich ruhig gestanden, polterte Molger los. Kippte Richtung Kellertreppe. Verwickelte sich bei seinem quirligen Purzelbaum (obwohl es 182 hoch ist, der Platz gering, meine ich, es hätte sich überschlagen) mit einer am Rand stehenden Plastikdose Flüssigbitumen - treffend auch Erdpech genannt. Genau, flüssiger Teer. Die Dose ging zu Bruch, verteilte sich in schwarzen, sämigen Klecksen über die Kellertreppe und über das birkenfarbige Regal. Sch....!

So schnell konnte ich nicht zur Rettung eilen, da war alles schon unten. Welch Krach! Welch unnötiger Dreck!

Ich sah mich schon die gebrochenen Einzelteile zusammensuchen und wieder gen Bocklemünd fahren, ein neues Regal kaufen. Doch Molger lebt und zeigt sich erstaunlich robust. Bis auf ein herausgefallenes (hoffe nicht, gebrochenes, hab mich noch nicht getraut zu gucken) metallernes Füßchen ist alles heil geblieben. Gut, Flecken vom Bitumen und einige Dötschen am Rand. Erstere lassen sich wegrubbeln. Letztere sind nur an einer Seite des Regals, super, dann drehen wir es einfach um. Hat ja zwei Seiten.

Erster Härtetest bestanden. Jetzt warte ich auf meinen Mann. Der möge beide Regale erstmal sicher miteinander verschrauben, dann fällt es über Eck stehend - hoffe ich zumindest - wohl nicht mehr so schnell die Treppe runter. Klar ist aber auch: Ohne zusätzliche Befestigung an der Wand geht nix! Und für einen Fallschutz für die Gläser an der Regalkante werde ich auch noch sorgen. Kein Bock auf Kirschen in Glassplitterpampe! Ganz zu schweigen von den roten Spritzern an der frisch gestrichenen Wand!

Beste Grüße von der Renovierungszentrale

Anja Kolberg

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Donnerstag, 22 Januar, 2015

Bürofrust in Energie umwandeln. Platz finden. Renovieren.

Seit über einer Woche warte ich auf eine mir wichtige Antwort. Montag beschloss ich, nachzuhaken, um endlich Klarheit zu haben. Keine Chance, die Kontaktperson hatte Termine. Ich war frustriert, weil ich geplant hatte, mit der Antwort weiter arbeiten zu können...

So richtig konnte ich mich für keine der anderen Arbeiten auf meinem Schreibtisch begeistern.

Nun haben wir im Haus ein kleines Renovierungsprojekt:

Ich geh am liebsten nur alle 14 Tage einkaufen. Folge: Unsere Küche hat aber zu wenig Stauraum für unsere Vorräte. Das artet dann so aus, dass Gläser und Dosen gefüllt mit Kirschen, Pflaumen, Saft, Senf, Aufstrichen, Pilzen & Co. im Esszimmer und auf der Arbeitsplatte lagern. Das sieht weder schön aus, noch ist es zweckmäßig. Den Platz auf der Arbeitsplatte brauchen wir eigentlich zur Essenszubereitung. Mir geht das hin- und hergeschiebe schon länger auf den Nerv. Ich mag es gerne ordentlich.

Wir könnten ein Regal im Keller aufstellen und dort die Vorräte lagern. Aber wir haben dort ab und an im Winter Mäuse zu Besuch und praktisch ist es auch nicht, erst mal die Treppe runter zu laufen, wenn ich ein Glas Spargel möchte. In der Küche: Kein Platz für zusätzliches Mobilar.

Was also tun?

Im Flur hinter der Türe zum Kellerabgang ist eine weniger als 1 qm 'große', fast quadratische Fläche. Dort stehen Staubsauger und Minus Futtertonne auf den Fliesen. An der Wand gegenüber der Flurtüre hängt das Bügelbrett. Dazwischen an der Wand - gegenüber der Treppe nach unten - hängt das Schuhregal. Der Platz ist ausgereizt.

Doch realistisch betrachtet: Die Schuhe nutzen wir kaum. Sportschuhe, Winterschuhe, Sommersandalen. Eigentlich könnte das Schuhregal in den Keller. Dann hätten wir Platz für ein sehr flaches Regal mit 18 cm Tiefe (dann beginnt die Türöffnung) und 87 cm Breite. Da ginge ja schon mal einiges rein. Zwar nicht die Masse wie bei einem 30 cm tiefen und 1 Meter breiten Vorratsregal, doch Bequemlichkeit (nicht in den Keller gehen müssen) ist unschlagbar. :o) Auf der Suche nach einem fertigen, passenden Regal blieben wir zunächst erfolglos. Wohl oder übel müssten wir also selbst was zaubern, was vor allen Dingen unten ohne Regalböden ist, damit dort weiter Staubsauger und Futterbox stehen bleiben können.

Bis ich bei IKEA zufällig in der Badabteilung ein Regal entdeckte, das nur 18 cm tief ist, aber auch nur 68 breit. Hm. Nicht wirklich viel Fläche.

Als ich Montag dann nochmal den Platz anschaute, wo das Regal hin soll, fiel mein Blick auf die rechts angrenzende Wand und das Bügelbrett. Es staubt ein, genau wie das Bügeleisen.

Ich bügle nicht. Mein Mann bügelt nicht. Ich bekomme beim Bügeln sehr schlechte Laune, weil es nie so glatt wurde wie ich wollte. Also haben wir es einer Freundin gleich getan, die sagte, sie würde ihre Wäsche glatt streicheln. :o) Dem Trockner sei dank, sind T-Shirts eh nicht mehr so zerknittert, als würden sie auf der Leine trocknen. Also falte ich sie direkt und ab in den Schrank damit. Ja, sie könnten glatter sein und ab und an gibt es Knicke an den Ärmeln. Doch das ist mir egal. Meinem Mann sowieso.

Wenn ich eine Bluse trage, dann leiste ich mir dafür eine Reinigung. Mein Mann trägt zur Arbeit schwarze T-Shirts und seinen Kehranzug. Die Maßanfertigung aus besonders schwerem Stoff und Leder wäscht er alle paar Wochen selbst. Jo, sonst haben wir nur T-Shirts, Jeans, Socken, Unterwäsche, Handtücher. Kurz: Wir bügeln nicht mehr.

Also warum das Bügelbrett nicht endlich in den Keller packen? Nur zum Spaß maß ich den dann frei werdenden Platz aus. 69 cm von der Ecke bis zum Handlauf der Kellertreppe. So ein Zufall! Da passte das Regal genau hin. Und als ich die andere Seite nochmal nachmaß, dachte ich, ich hab mich vertan: Zwei Regale passten über Eck genau auf die Fläche. 68 Breite plus 18 Tiefe des angrenzenden Regals = 86 cm. 87 cm war der Platz an der anderen Wand. Unfassbar!

Ich war so aufgeregt, konnte es gar nicht fassen, dass wir auf einmal eine Lösung hatten für unser Vorratsproblem. Und auch noch so passend und unwahrscheinlich! Wir mussten nicht selbst ein Regal basteln. Und das fertige sah auch noch schick aus.

Montag bin ich dann - als ich Frust schob, weil ich keine Antwort hatte - kurzerhand ins Möbelhaus gefahren, vorher noch beim Wertstoffcenter gleich nebenan vorbei und einige Sachen aus dem Keller entsorgt. Wieder was von dem Stapel weg, den wir schon seit dem Sommer zur Kippe bringen wollten. Gutes Gefühl. Die Regale hab ich gleich gefunden und bin mit den beiden Molger - so ihr Name - ohne Umwege übers Café oder Krimskramsabteilungen gleich zur Kasse (wieder an die falsche angestellt, wo es nicht vorwärts ging) und zum Auto.

Nächster Tag. Dienstag. Telefontermin. Ich bekam endlich meine Antwort und die knockte mich aus. Nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte, eigentlich hätte ich nun mit meiner Arbeit loslegen können. Aber es ging nicht. Ich schreibe hier nicht, um was es geht, das werde ich wenn der Fall wirklich abgeschlossen ist, nachholen. Mist. Blockade.

Als Bockadenhopser begann ich damit, mein Sicherungskonzept endlich zu aktualisieren. Eine meiner externen Festplatten ist voll, eine neue liegt schon hier. Das alte Sicherungsprogramm hab ich wieder runter geschmissen, es war furchtbar. Zeit, auch beim Thema Datensicherung aufzuräumen, denn wenn da alles stimmt, gibt mir das auch ein sicheres Gefühl.

Kaum hatte ich angefangen, aufzunehmen, welche Festplatten ich besitze und wie voll sie sind, kam mein Mann nach Hause. So richtig Bock hatte ich nicht an der Arbeit, die ich gerade am Schreibtisch mache. Also Frust und Blockade in praktische Energie umlenken. Ehe ich mich versah, fragte ich meinen Mann:

"Sollen wir die Regale aufbauen? Und vielleicht schon das Schuhregal abmontieren und im Keller aufhängen?" Ehe ich mich versah, hatte mein Mann das Schuhregal von der Wand gelöst und die Schuhe in die Waschküche geworfen. Auch das Bügelbrett war nicht mehr an der Wand. Im Abreißen ist er besonders super! ;o)

Da klaffte sie mich an: Die Wand. Weiß war sie mal. Jetzt tobte dort jede Menge Schmutz. Unter dem Schuhregal war eine später eingesetzte weiße Klappe zu Versorgungsleitungen, der Spieß rundherum dunkelgrau. Und die Holz-Abtrennung zum Flur war von hinten im oberen Bereich nie gestrichen worden. 3 Meter hoch ging es da gefühlt, bis die Treppenstufen zur erste Etage begannen. Über mir nur Dunkelheit und Spinnweben. Ich hab da noch nie hingeleuchtet glaube ich.

Mein Mann hatte in der Küche Molger Nr. 1 schon fast zusammen geschraubt. Er wollte nur mal probieren, ob es passt. Ja, passte. Mit Molger 2 - perfekt über Eck die schmale Fläche ausgefüllt. Wenn es nach meinem Göttergatten gegangen wäre, er hätte das Regal einfach gleich aufgestellt. Doch nicht mit mir.

Wenn schon, dann machen wir es jetzt auch 'richtig', ich meine schön. Wir hatten vom Terrasse renovieren noch weißen Putzgrund im Keller, mit dem sich herrlich eine Wand weiß streichen lässt und weiße Holzfarbe war auch noch übrig. Also hab ich mich rangemacht. Dübel entfernt, Staub abbekommen, Löcher zugeschmiert und am zugigen Kelleraufgang irgendwie eine Stehleiter aufgestellt und angefangen zu streichen. Alles war mir lieber, als oben im Büro wieder meiner Blockade zu begegnen. Und streichen ist eh mein Ding.

Da ich teilweise über Kopf arbeiten musste, sah mein Gesicht anschließend anders aus: Weiße Farbflecke. Richtig weiß wurde die Holzwand beim ersten Streichen nicht. Eher so eine interessante moderne Mischung, wo braun hindurch scheint. Aber jetzt sieht man endlich, was da oben ist, wenn man hochschaut. Gutes Gefühl. Ich werde die Holzwand nicht nochmal streichen, das reicht so. Auch die Steinwand sieht jetzt völlig anders aus. Fünf Stunden hab ich an dem kleinen Fleckchen insgesamt gestrichen. Die raue Holzverkleidung, die beiden Wände und die Unterseite der Holztreppenstufen zur ersten Etage über mir.

Kurzzeitig war ich sauer. Warum machte ich das eigentlich? Mir war kalt, ich hatte Farbe im Gesicht, mein Nacken schmerzte wegen der komischen Haltung in der Enge. Und mein Mann machte ein Nickerchen im Warmen.

Ich überlegte: Es war ja zu wenig Platz, um zu zweit zu arbeiten. Mein Mann hatte sich zwischendurch an mir (natürlich mit gutem, schwarzem FC-Shirt) während des Streichens vorbeigequetscht, weil er unbedingt Schrauben aus dem Keller holen musste, um die neuen, praktischen akkubetriebenen LED-Bewegungslampen im Flur zu montieren. Er wartete nicht, bis ich zur Seite ging, sondern drückte sich am frisch gestrichenen Türrahmen ein weißes Muster auf seinen Rücken. Danach hatte er Vorbeiquetschverbot und Minu, die ihr schwarzes Fell auch gerne so verschönert, ebenso. Und streichen war eh 'meine' Arbeit. Zudem: Anja, sei ehrlich, du wolltest es, nicht dein Mann, jetzt machst du es. Für dich. Für dein gutes Gefühl. Und dann machte mir das Streichen wieder Spaß. Und das ist es jetzt:

Ein so gutes Gefühl, mich dort nun umzuschauen. Es wurde hell an einer dunklen Stelle. Ich kann jetzt genau sehen, was oben ist. Weißes Holz. :o) Auch der Türrahmen ist zumindest von innen gestrichen. Er war mal weiß... Eigentlich müsste die Holzvertäfelung auch von außen gestrichen werden. 18 Jahre ist es her, dass wir das Haus renoviert haben, was beim genauen hinschauen auch sichtbar wird. Doch einen Schritt nach dem anderen. Irgendwann in der Zukunft, wenn mich mal wieder eine Blockade quält...

Abends versorgte mein Mann mich dann mit Glühwein. Ah, tat das gut. Doch die Nacht war unruhig. Mir schmerzten Rücken und die Ellbogen. Die Blase hatte ich mir auch erkältet. Arg. Trotz Fleecejacke hatte ich nicht gut für mich gesorgt. Aber das Gefühl, am nächsten Tag dort die beiden Regale aufzubauen, dass der Bereich jetzt so schön ausschaut und dann endlich einen Überblick über unsere Vorräte zu haben - macht das alles wett.

Ich bin so froh, meinen Bürofrust postiv umgewandelt zu haben: In Renovierungsenergie. Wieder eine der vielen Aufgaben abgearbeitet. Yeah!

Jetzt trocknet erst mal die Farbe. Dann kommt der nächste Schritt.

Liebe Grüße von einer stolzen

Anja Kolberg

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Montag, 19 Januar, 2015

Ach könnt' ich doch den Blockaden-Flickflack

Heute früh im Büro. Noch dunkel. Minu schläft auf der Couch. Göttergatte auf der Arbeit bzw. in der Frühstücksbude, wo sich morgens viele Handwerkskollegen vor Arbeitsantritt treffen.

Ich checke kurz die Mails, dann mache ich mich an die Aufgabe, die jeden Januar die letzten Jahre ansteht und die ich tagelang vor mir herschiebe: Die Meldung zur Verpackungsverordnung. Jeder gewerbliche Versender muss seinen jährlichen Verbrauch an Verpackungsmaterial lizenzieren lassen. Ich mache bei dem Dualen System Zentek mit. Meine Mengen an Papier, Pappe, Karton und Kunststoffe sind gering, dennoch muss ich die Daten erheben und melden.

Das bedeutet eine kleine Verpackungsmaterialinventur. Und darauf habe ich null Bock! Dabei habe ich mir eine praktische Tabelle mit allen Materialien angelegt, Gewicht pro Stück. Der Verbrauch wird nach Eintrag der Zukäufe und des aktuellen Bestandes automatisch errechnet. Die Sache dauert insgesamt mit Abschicken der Meldung maximal eine Stunde.

Und was mache ich? Seit Anfang des Jahres schiebe ich die Aufgabe vor mir her. Sie nervt mich. Täglich werde ich daran erinnert. Das kostet mich viel mehr Zeit und Kraft als die eine Stunde das Ding erledigen!

Heute habe ich die Aufgabe erledigt (einen Tag früher als letztes Jahr) :o) und denke wie jedes Jahr: Warum quäle ich mich nur so?

Ich wünschte, ich könnte einfach einen Flickflack über die Blockaden machen und schwups sind all die unerledigten Aufgaben, die hier rumliegen und mein schlechtes Gewissen füttern, erledigt. Weil ich meine Blockade so leicht überwunden habe.

Wobei: Flickflack konnte ich noch nie! Schon beim Rad bin ich immer kläglich im Sportunterricht gescheitert. Purzelbaum ging. Überhaupt schüttelt es mich, wenn ich an den Schulsport denke: Bodenturnen, Geräteturnen, Bockspringen - ganz zu schweigen von der Qual auf dem Sportplatz. Es entlockt mir ein gequältes Augenrollen, einen Aufstöhner und unangenehme Bauchgefühle. Sport in der Schule: Ich habs gehasst. Nur in Schwimmen, da war ich klasse und Mannschaftssport wie Völkerball oder Volleyball, das mochte ich. :o)

Also, warum erwarte ich von mir, Flickflack über die Blockaden zu machen? Weil die Vorstellung, dass ich das könnte, einfach herrlich befreiend und lustig ist. Und auch, dass so Blockaden einfach nicht mehr das sind, was sie sind: Verhinderer, die Dinge endlich anzupacken. Ob ich es 'Blockaden' oder 'den inneren Schweinehund' überwinden nenne: Es hat ja eine Ursache, warum ich die Dinge nicht mache. Die hier beschriebene Blockade steht exemplarisch für viele andere...

Ich könnte mein Inneres befragen, um heraus zu finden, warum ich die Aufgabe nicht gleich erledigte. Doch dazu habe ich hierbei keine Lust, denn ich weiß es auch so: Einfach keinen Bock. Eine Aufgabe, die so erquicklich ist wie Toilette putzen. Dinge, die keinen Spaß machen, aber getan werden müssen.

Das einzige, was daran gut ist: Das Gefühl, wenn die Aufgabe erledigt ist und ich sie durchstreichen oder abhaken kann. Herrlich!

Ja, ich wünsche mir, gar nicht erst tagelang zu warten oder bis kurz vor Abgabetermin, sondern wie der frühe Vogel den Wurm zu schnappen und zu vernaschen. Bevor mein schlechtes Gewissen um die Ecke guckt und mich ermahnt...

Vielleicht reicht ja ein kleiner Hopser über die Blockaden. Hopsen konnte ich früher schon und das schaffe ich heute auch noch. :o)

Oder gar nicht lange nachdenken, also ein 'Nö, keinen Bock' gar nicht erst produzieren, einfach an der Blockade vorbeigehen und die Aufgabe erledigen. Klingt herrlich leicht!

Einen zauberhaften, hopsenden und einfachen Tag

Ihre Anja Kolberg

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Donnerstag, 15 Januar, 2015

Telefon-Probleme...

Nach der Herausforderung mit Outlook ist vor der nächsten Herausforderung: Problem mit der Fritzbox/Internettelefonie. Die Fritzbox (für unser heimisches Netzwerk) haben wir schon einige Jahre. Alles stabil.

Im November 2014 haben wir uns die neuste Box angeschafft und sind parallel ans Glasfasernetz angeschlossen worden. Die Telefonie läuft seit dem übers Internet. Mein altes Bürotelefon war kaputt, so schaffte ich mir ein Fritz Fon an. Alles schön und gut, bis Netcologne die Leitungen auf die Internettelefonie umstellte. Seit dem gibt es Probleme. Das macht nicht wirklich Spaß.

Manche Anrufer haben beim ersten Versuch eine tote Leitung oder hören, die Nummer sei nicht vollständig. Andere kommen zwar durch, aber der Anrufbeantworter braucht sekundenlang, bis er anspringt. Solange hört der Anrufer eine stille Leitung....

Das nervt mich so sehr. Es kostet mich Energie. Ich will das alles stabil und sicher läuft und Anruferinnen mich erreichen. Doch der Fehler ist wohl nicht so leicht zu finden.

Grundsätzlich ist die Steuerung der Telefonanlage über die Fritzbox ja super: Da können Rufnummern blockiert werden, zum Beispiel von nervenden Callcentern, das Telefonbuch kann mit Google abgeglichen werden. Toll. Unterschliedliche Telefonbücher. Auch super. Anrufe auf dem Anrufbeantworter werden mir als Datei in den Maileingang zum Abhören geschickt. Auch toll. Nur das Anruf- und Anrufbeantworterproblem...

Also wenn Sie mich anrufen: Ich bin da, aber mein Telefon will nur manchmal nicht. Bitte dann eine Mail schicken oder es nochmal probieren und eine zeitlang in der stillen Leitung warten, bis der Anrufbeantworter anspringt.

Der Hersteller der Fritzbox AVM versucht zwar eine Lösung zu finden, stellt mir aber immer neue gefühlt unlösbare Fragen und Aufgaben für die Lokalisierung und Lösung des Fehlers. Das lähmt und nervt mich so sehr, dass ich wieder mal am liebsten alles aus dem Fenster werfen will.

Doch ruhig, Anja. Ruhig. Durchatmen. Bei Outlook wolltest du das auch ganz oft. Und jetzt ist es gelöst. Das Problem mit dem Anrufbeantworter wird auch noch zu seiner Lösung kommen.

Durchhalten!

Alles Liebe!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 14 Januar, 2015

Mein Kampf mit dem Mailprogramm Outlook. Eine abenteuerliche Wochenreise...

Seit einem Jahr schob ich ein Thema vor mir her, dass ich jetzt endlich angepackt habe: Mein Mailprogramm erneuern. Eine Woche habe ich insgesamt daran gearbeitet. Kein Wunder, dass ich für die Entscheidung, es umzusetzen, so lange gebraucht habe. Ich ahnte wohl schon, dass es nicht einfach werden würde...

Meine Ausgangssituation:

Seit Beginn meines Mailens ist Microsoft Outlook 2000 das Programm, mit dem ich maile. Alle Mailadressen, die ich mir im Laufe der Zeit anlegte, rief ich darüber ab. Ich habe es zu Beginn meiner Selbstständigkeit als Office-Paket für meinen Rechner mit Word, Excel, Access und Powerpoint gekauft.

Mit den Jahren sammelte sich ein großer Datenbestand an Mails an. Bis Ende 2013 hatten sich von 2004 an (damals musste ich wegen Kapazitätsproblemen schon mal Mails aussortieren) über 11.000 Mails alleine im Ordner der gesendeten Mails angesammelt. Hinzu kommen die Mails, die ich empfangen und in Ordnern abgelegt habe. Unwichtiges wird zwar gelöscht, aber für mich ist dieses Archiv wichtig. Ich mag es, nachzulesen, was ich geschrieben habe oder nutze die Suchfunktion, um zu schauen, was ich mit anderen Menschen besprochen habe.

Soweit so gut, hätte Outlook 2000, das ich seitdem Kauf nie updatete, mit dem Datenvolumen keine Probleme gehabt. Doch das Programm streikte die letzten Jahre immer mehr. Das führte in 2013 zu vielen Abstürzen.

Ich schaute Ende 2013 nach der neusten Version des Mailprogramms. Inzwischen nutze ich für Office-Programme nicht mehr mein 2000er Word und Excel, sondern die kostenfreien Lösungen von Libre Office. Nur beim Mailprogramm war ich wegen der bestehenden Mails nicht umgestiegen. Bei der Suche nach einem Outlook-Update blieb ich bei der neuen 365-Lizenzpolitik hängen: Mir gefiel nicht, das Programm jährlich neu kaufen zu müssen.

Also suchte ich nach alternativen Lösungen und installierte Thunderbird. Es dauerte, bis ich die bestehenden Mails mit Hilfe meines Computerengels (in Gestalt meines Mannes) von Outlook importiert hatte, doch es klappte. Das neue Programm lief stabil. Ich gewöhnte mich an die neue Oberfläche.

Eigentlich alles gut. Bis ich im Archiv entdeckte, dass Thunderbird einige alte Outlookmails nicht darstellt. Der Mailtext war einfach leer. Das Problem weitete sich aus. Erst versuchte ich, die Situation zu ignorieren, als wäre sie nicht da. Bis ich wirklich Mails brauchte und auf das alte Outlook zur Recherche zurück greifen musste. Keine Dauerlösung. Ich wusste nicht, ob bei einem Rechnerwechsel und neuem Betriebssystem das alte Outlook nochmal installiert werden könnte, also ich keinen sicheren Zugriff mehr auf mein Archiv hatte.

Anfang 2015 also der Entschluss: Es muss sich was ändern. Und wie ein Wunder hatte Microsoft inzwischen wieder lebenslange Lizenzen, die nicht jedes Jahr aktualisiert werden mussten. Vielleicht habe ich die letztes Jahr auch nicht gesehen. Jetzt war die Lösung da.

Seit dem lebt Outlook 2013 auf meinem Rechner. Das Programm zu installieren war ein Klacks. Den alten Datenbestand von Outlook 2000 hat Outlook 2013 gleich importiert. Doch das verursachte Probleme beim Anlegen der Mailadressen. Bis mein Mann durch viel rumprobieren rausfand, es musste ein neues Profil angelegt werden. Als endlich alle Mailadressen neu eingepflegt waren, war die Uhr ein paar Stunden vorgerückt. Ich war schon froh, dass das Mailen nun funktionierte.

Nächste Herausforderung: Ich hatte damit gerechnet, nur noch Thunderbird zu nutzen. Deswegen hatte ich inzwischen die alte Ordnerstruktur geändert, viele Mails gelöscht... Also blieb mir nichts anderes übrig, als die beiden Datenbanken miteinander zu vergleichen, um nur noch eine, stimmige Basis zu haben. Ich hatte Sorge, die alten Mails von Thunderbird zu übernehmen, weil ich dachte, damit die fehlerhaften Mails zu übernehmen.

Also erst die Outlook-Dateien (2000-2013) neu sortiert und aus dem importierten Ordner übernommen. Dann von Thunderbird die doppelten Mails (2000-2013) gelöscht und anschließend die neuen Mails aus 2014 importiert. Ich sage Ihnen, das war ein Gefühl, als ich Thunderbird endlich schließen konnte und nur noch einen Datenbestand hatte. Yeah!

Die neue Oberfläche in Outlook 2013 finde ich furchtbar sperrig und gewöhnungsbedürftig. Nichts ist mehr da, wo es mal war. Ich habe ein ganzes Fluchrepertoire abgeschossen in dieser Woche und alles am liebsten aus dem Fenster geschmissen...

Als nächstes machte ich mich an die Kontaktdatenbank. Auf meinem alten Handy hatte ich Telefonnummern auf der Sim-Karte gespeichert, die ich zum Teil nicht mehr nutzte. Beim Überspielen auf das Smartphone waren diese mit dem Bestand der alten Outlook-Adressen, die zur Sicherung Ende 2013 mit dem Kalender auf G-Mail übertragen worden waren, gemischt worden. Das Synchronisieren hatte zudem doppelte Datensätze verursacht. Ich hatte viele viele doppelte, dreifache Kontakt mit unterschiedlichen Telefonnummern... Schrei!

Meine Kontaktdaten hatte ich Jahre nicht mehr in Outlook gepflegt. Irgendwann hatte ich mir die Adressen ausgedruckt und dort alle Änderungen handschriftlich geführt oder in den Mails und im Netz nach den aktuellsten Kontaktdaten geforscht. Jetzt wollte ich auch dort endlich klar Schiff machen. Ziel: Eine Kontaktdatenbank, die regelmäßig automatisch synchronisiert wird zwischen dem Smartphone und Outlook auf meinem Rechner. Gleich ob ich die Kontakte in Outlook auf meinem PC, in GMail online oder im Handy ändere. Schöner Wunsch...

Herausforderung: Alte Kontakte und Telefonnummern identifizieren und löschen. Doppelte Kontakte löschen. Neue Daten einpflegen. Geburtstage einpflegen. Bei Outlook wurden die Felder, die mir wichtig waren (Geburtsdatum z.B.), nicht gleich angezeigt. Es war ein ewiges hin- und herklicken. Also entschied ich mich, die Daten in GMail online zu pflegen. Das klappte das ganz gut und so einfach. Bis alle Daten eingepflegt und aktualisiert hatte, dauerte es Stunden...

Nächster Schritt: Ein Synchronisationstool finden, dass die Daten zwischen Outlook und GMail/Smartphone abgleicht. Die Pflege eines Tools von Google war vor einiger Zeit eingestellt worden. Im Netz fanden wir nach langem Suchen ein Tool, das als Add-In in Outlook integriert wird und auf den ersten Blick funktionierte. Hüpf!

Bis ich herausfand, dass bei jedem Synchronisieren die Geburtsdaten der Kontakte um einen Tag verschoben worden waren. Mal in die eine, mal in die andere Richtung. So hatten sich manche Daten inzwischen um zwei oder drei Tage verschoben. Schrei! Ich wusste bei manchen gar nicht das Geburtsdatum im Kopf und hatte es mir auch nicht aufgeschrieben. Falls ich also jemandem in 2015 ein paar Tage zu früh oder zu spät gratuliere...

Bei den meisten konnte ich das Datum in alten Unterlagen finden oder wusste es. Zur Sicherheit schrieb ich nun das Datum noch ins Notizfeld, wo die Daten nicht einfach wie im Geburtstagsfeld geändert werden können. Ich habe ewig getestet, um herauszufinden, wo das Problem liegt. Die Outlook-Hotline von Microsoft hatte keine Lösung, im Netz fand ich Betroffene, aber keine Lösungen. Dann entdeckte ich noch, dass einige eingepflege Daten verschwunden waren. Wieder ein schöner Moment, um zu schreien...

Mir kam es so nach unternehmenspolitischen Entscheidungen vor, dass weder Microsoft noch Google ein Synchronsisationstool für Outlook und GMail anbietet. Wie konnte das sein, wo doch so viele Firmen mit den Office-Programmen arbeiten und die Kontakte und Kalender sicherlich auch unterwegs auf dem Smartphone brauchen. Eine Nacht drüber schlafen...

Mein Mann fand zwei kostenpflichtige Programme, die die Synchronisation anbieten. Die Testversion vom ersten klappte, aber dann stellte sich raus, dass dort auch das Datumsproblem herrschte. Arg. Bei der zweiten habe ich mit der Hotline gechattet. Das Programm kam zwar aus den USA, gab es aber mit deutscher Übersetzung. Weil Outlook schon so sperrig ist, war mir eine deutsche Version und deutsche Beschreibung ganz recht. Die Hotline meinte zwar, sie hätten auch das Datumsproblem mit dem Geburtstag, aber ich wollte den Test dennoch versuchen. Ich war schon soweit, die Geburtstage wie früher als Terminserie im Kalender einzurichten und das Geburtstagsfeld zu leeren. Es folgten viele Test, Datenneueingaben und....

Dadaaaaa!!!! Das neue Tool konnte es! Keine Datumsverschiebungen mehr bei den Geburtstagen! Hüpf! Endlich! Mir fiel zwar auf, das einige eingepflegte Daten verschwunden waren, andere nicht synchronisiert wurden. Ich vermute, das bei den alten Kontakten Fehler im Datensatz waren, vielleicht durch die Abstürze verursacht. So legte ich einige Kontakt neu an und es läuft bisher ohne Fehler. Ich bin froh, einen relativ kleinen Kontaktbestand zu haben. Was haben Firmen mit hunderten Kontakten für Arbeit am Hals, wenn die Synchronisation solche Fehler verursacht? Lieber nicht weiter drüber nachdenken.

Nochmal alle Daten prüfen. Ausdrucken. Abgleichen. Alles korrekt. Daten sichern. Puh! Die Synchronisation mit dem Handy klappt einwandfrei. HÜPF! Ich habe gleich einige neue Kontaktdaten für Notfälle angelegt, zum Beispiel die Telefonnummer und Versicherungsnummer der Autoversicherung, Telefonnummer der Karroseriewerkstatt, ADAC, Telefonnummer unseres Kfz-Meisters. Gutes Gefühl, das jetzt immer dabei zu haben.

Kontaktdatenbank erledigt!

Dann war da noch der Terminkalender. Darin hatte ich bisher nur wiederkehrende Termine wie Datensicherung eingepflegt, Erinnerungen für die Entwurmung und Impfungen unseres Hundes, Erinnerungen an wichtige Verwaltungsaufgaben im Büro oder eben die Geburtstage. Für alles andere nutze ich meinen A5-Papierterminplaner 'Carpe Diem' von Boesner auf dem Schreibtisch: Mein Notizbuch, Kritzelstation, Erinnerungsbuch.

Sollte ich künftig meine Termine nur elektronisch speichern? Nach dem Synchronisationsproblem mit der Geburtstagsverschiebung um einen Tag traue ich der Korrektheit der Daten nicht. Auch die Übersichtlichkeit auf dem Smartphone, wäre die wohl gut? So habe ich meinen Wochenkalender auf dem Schreibtisch. Klar und übersichtlich.

Früher (zu Unternehmensberatungszeiten also vor 2000) hatte ich mir einen mobilen Kalender gekauft. Ich hasste die Ansicht darauf, alles so klein und unübersichtlich, auch wenn die Synchronisation mit Outlook klappte. Irgendwie gefiel mir die elektronische Terminpflege schon damals nicht so richtig. Folge: Ich nahm wieder einen Papierkalender zur Hand. Da war es übersichtlich und keiner löschte einfach was raus. :o) Mir ist die Korrektheit von Daten sehr wichtig und ich brauche das Gefühl, dass ich mich verlassen kann.

Mein Göttergatte schwört auf die elektronische Terminpflege. In seiner Arbeit als Schornsteinfeger macht er die komplette Terminplanung über das Smartphone. Noch nie sei einer der wöchentlich ca. 60 Termine nicht korrekt angezeigt worden oder verschwunden. Zudem arbeiten sie zu zweit, kennen so untereinander die Termine, egal wo sie sich gerade aufhalten.

Na gut. Ich hab ja nicht so viel Termine, warum also elektronisch einpflegen? Hm. Auf der anderen Seite ist es schön, die Termine im Smartphone auch unterwegs bei mir zu haben, statt den sperrigen Papierkalender.

Das Kalender-App für die Terminplanung auf dem Handy hat auch bessere Ansichten als das olle Gerät, was ich vor gefühlten hundert Jahren genutzt habe. Ich versuchs einfach mal und schau dann weiter. Die schon vorhandenen Termine aus meinem Papierkalender habe ich dort jetzt eingetragen und die Synchronisation mit dem Handy klappt - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Pflege es eine zeitlang doppelt und so gewinne ich vielleicht die mir so wichtige Sicherheit für die Verlässlichkeit des Systems.

Damit ist auch der Kalender aktuell und alte und doppelte Terminserien sind inwischen auch gelöscht.

Alle drei Punkte abgeschlossen: Mails. Kontakte. Kalender. Synchronisation läuft automatisch im Hintergrund. Im Handy geänderte Daten sind damit ohne dass ich was tun muss auch in Outlook auf meinem PC. Super. Auch wenn so'n ganz kleines bisschen ein unsicheres Gefühl zurück bleibt, dass nochmal Daten verschwinden könnten. Ich habe meine Kontaktdatenbank ja ausgedruckt und meinen Papierkalender. ;o)

Zum Abschluss habe ich alle nicht funktionierenden Programm vom Rechner gelöscht. Die Synchronisationssoftware (Sync2 von 4Team) gekauft. Yeah! Eine Woche Arbeit war getan!

Ich bin vom gefühlten Mittelalter in der Jetztzeit angekommen. Hurra! Bin ich froh, dass ich meinen PC-Engel zur Seite hatte, der immer eine Lösung fand und der auch Spaß an der Informationstechnik hat - ich so gar nicht... Ich habe hunderte Male geflucht und geschimpft. Mein Mann blieb ruhig. Gute Kombination!

Und ich bin stolz, dass ich so konzentriert an dieser unangenehmen Aufgabe dran geblieben bin. Ich war mir sicher: Wenn ich die Arbeit einmal unterbreche, fange ich so schnell nicht wieder damit an.

Das Gefühl, auf eine stabile aufgeräumte Mail-, Kontakt- und Kalender-Datenbasis zuzugreifen, ist auch klasse. Es gibt mir Kraft! Ich fühle mich seitdem besser. Ja, aufgeräumt, geklärt. So, als hätte ich stumpfe Messer in der Schublade endlich geschärft.

Das nächste Problem (Telefonie) wird anschließend gelöst!

Alles Liebe von der Arbeitsinsel

Anja Kolberg

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Dienstag, 13 Januar, 2015

Das neue Jahr hat begonnen. So schmeckt es mir...

Ein gutes Jahr 2015 wünsche ich Ihnen!

Der Januar ist fast halb vorbei. Es war Zeit, vom Jahr 2015 ein wenig zu kosten. Wie schmeckt ihr neues Jahr?

Meines schmeckt nach einer guten Mischung: Gut für mich selbst zu sorgen und nach konzentrierter Arbeit.

Gut für mich gesorgt habe ich an Sylvester und so für mich damit das alte Jahr abgeschlossen und das neue begonnen.

Ich habe 24 Uhr an Sylvester verschlafen. Mein Mann und ich haben den Abend zu zweit bei Raclette verbracht. Dazu haben wir Prosecco getrunken. Alkohol macht mich müde. Als wir dann im Wohnzimmer bei bollerndem Kaminofen Fernseh schauten und auf Mitternacht warteten, vielen mir immer wieder die Augen zu.

Warum quälte ich mich und ging nicht ins Bett? So wichtig war mir das Feuerwerk nicht. Unser Hund bleibt bei der Knallerei ruhig, hat keine Angst, zudem war mein Mann wach, also kein Grund, wegen Minu aufzubleiben. Mein Mann wollte einfach fernseh schauen und für ihn war es ok, dass ich mich schlafen legte.

Was mir wichtig war, nämlich Neujahrswünsche mit ihm auszutauschen, das konnten wir auch am nächsten Morgen machen. Also verschlief ich das zweite mal glaube ich seit meiner Teeniezeit 24 Uhr an Sylvester. Wegen des Krachs beim Feuerwerk hatte ich Ohrstöpsel genommen. Ich wurde zwar wach, sah von meinem Bett aus kurz in den bunten Himmel und schlief dann wieder ein.

Am nächsten Morgen tauschten mein Mann und ich dann unsere Wünsche für das neue Jahr aus. Herrlich ausgeschlafen war ich. Gutes Gefühl, so gut für mich gesorgt zu haben.

Ich hatte mir vorgenommen, meinen Schreibtisch zu Beginn des Jahres aufzuräumen und lange liegen gebliebene Arbeiten abzuschließen oder endlich anzupacken. So habe ich einen Karton mit Kabeln endlich aufgerollt. Das war die kleinste, aber wohltuende Aufgabe. :o)

Wichtiger als das war aber die Beschäftigung mit meinem Mailprogramm [Mein Kampf mit dem Mailprogramm Outlook. Eine abenteuerliche Wochenreise...]. Über ein Jahr habe ich mir meine Lösung vom letzten Jahr angeschaut und jetzt endlich einen riesigen Berg bewältigt. Dazu mehr in meinem nächsten Blogbeitrag!

Alles Liebe aus Köln

Anja Kolberg

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Mittwoch, 31 Dezember, 2014

Rückblick 2014

2014 ist geschafft. Yeah! Es war nicht so schlimm wie die vergangenen Jahre, die immer schlimmer wurden als das voran gegangene, trotz bester Hoffnungen. Doch auch 2014 hatte es in sich: Schönes und Herausforderndes. Diese Punkte fallen mir gleich ein:

  • 15 Jahre Frauencoaching - überraschendes Jubiläum
  • Umfrage unter meinen Leserinnen
  • Der herrliche Urlaub auf Römö - drei Wochen Blick aufs Meer
  • Die Renovierung unsere Terrasse - Aufbau der Pergola - Erkenntnisse Mann/Frau in der Partnerschaft und Zusammenarbeit - Gutes Wir-Gefühl - Der Genuss der Überdachung...
  • Schlappsein meines Körpers wird immer intensiver und Ende des Jahres endlich besser
  • Grüne Smoothies helfen mir (und schmecken mir im Winter nicht so gut...)
  • schmerzhafte Überraschung unter 'intakter' Zahnfüllung inkl. Antibiotika, zwei Wurzelbehandlungen, Fortsetzung Anfang Januar
  • Spannende Erfahrungen im Kurs zur Gewaltfreien Kommunikation
  • und noch einige persönliche Dinge, die mich gestärkt und auch bewegt haben, die ich aber nicht öffentlich teilen möchte.

Wenn ich mir meinen Blog vom 1. Halbjahr und 2. Halbjahr 2014 durchscrolle, begegnen mir noch mehr Erlebnisse, an die ich gar nicht gedacht habe. Zum Beispiel meine guten Blutwerte Anfang des Jahres nach drei, inzwischen vier (fast) veganen Jahren. Viele gute Schmöker. Die Monatlichen Impulse nun per Mail. Ooooh ja, mein Hängematten-Gefühl. Der Verlust von Menschen. Größenwahn. Gedanken, was wirklich wichtig ist. Natürlich meine geliebten Tischkalender. Da ist so viel mehr...

Besonders, wenn ich daran denke, wie viel in meinem Leben passiert, das ich nicht poste, nicht mal in meinem Tagebuch festhalte. Kostbare Begegnungen mit Menschen. Auf professioneller Basis im Coaching, im Seminar, im Austausch per Mail oder am Telefon. Auf privater Ebene mit meiner Familie und mit Freundinnen und Freunden. Auf Feiern. Bei Einladungen. Im Cafe. Zu Hause. Am Telefon. Die kurzen Gespräche auf der Straße mit Nachbarn oder anderen Hunde'eltern'. Neue Familienmitglieder kommen und manche mussten leider gehen. Viele gute tiefsinnige Gespräche, die ich so liebe.

Die Natur beobachten und dabei die Luft anhalten: Eichhörnchen. Mäuschen. Ein Eisvogel an unserem Teich. Rotkehlchen. Weihnachtskarten. Spontane Anrufe. Geburtstagsständchen. Blumen. Blüten. Veränderungen, die einfach so passieren und mir so gut tun, weil sie mich von Ballast befreien, den ich nicht mehr tragen muss.

2014 war so viel Hoffnung da, die Dinge endlich anpacken zu können. All die Projekte, die mir wichtig sind. Meine Träume und Wünsche. Und mein Körper machte mir einen Strich durch die Rechnung. Das anzunehmen und damit meinen Frieden zu schließen, fällt mir immer mal wieder schwer. Ich bin dankbar, dass ich im Laufe des Jahres immer mehr lernte, gut zu mir selbst zu sein und mich zu verwöhnen und lieb mit mir zu sprechen. Ein guter Weg!

So viel liebevolles Feedback habe ich erfahren. Zu meinem Blog, Newsletter, E-Cards, Kalendern, Impulsen, Lieferungen. Über die Umfrage. Einfach so per Mail. Per E-Card. Per Brief.

Ich fühle durch all das Reichtum. Ich bin reich, weil ich mein Leben gestalten kann. Ich entscheide durch meine Gedanken über meine Gefühle. Ich darf mich dafür entscheiden, mein Leben zu leben, auch wenn es völlig anders ist als es der Norm entspricht. Ich darf mich entscheiden, ganz ich selbst zu sein und mich dafür zu lieben.

Ich darf diesen Reichtum zeigen und muss ihn nicht verstecken. Ich muss mich nicht verstecken. Ich kann mich stärken und schützen. Ich bin mir selbst eine gute Lebensbegleiterin.

Himmel, danke für 2014 - so herausfordernd es war, so schön und bereichernd war es auch!

Während ich das schreibe, springt neben dem Bildschirm die Knose eines weißen Rittersterns auf. Was für ein schönes Zeichen!

Liebevolle Wünsche und Grüße für ein gutes Jahr 2015

Anja Kolberg

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Donnerstag, 04 Dezember, 2014

Inne halten in hektischen Zeiten

Als ich das letzte Mal für unseren Haushalt einkaufte, war ich ganz erschlagen von der Fülle in den Geschäften, den vielen Menschen, der Hektik, den vollen Parkplätzen. Die Betriebsamkeit vor Weihnachten war in vollem Gange.

Dieses Jahr hat es wahrhaftig geklappt, dass ich die Geschenke schon eingekauft habe. Das macht mich ruhig und entspannt, mich darum jetzt nicht mehr kümmern zu müssen. Wahrscheinlich aus der Erinnerung wie anstrengend es letztes Jahr für mich war. Haben Sie schon alle Geschenke besorgt? Darf ich Ihnen etwas Arbeit abnehmen?

Wenn Sie noch ein tiefsinniges Geschenk suchen, mit dem Sie sich oder anderen langfristig Freude machen werden: Dann sind meine beiden Tischkalender genau richtig. Ich verschicke an Ihre Wunschlieferadresse (zum Beispiel an Ihren Arbeitsplatz oder direkt an Ihre Geschenkempfängerin) oder eine Packstation. (Klick zu meinem Webshop.) Sich selbst können Sie eine Freude mit dem Verwöhnpaket machen! Darin sind beide Tischkalender und die Impulse enthalten.

In meinen Dezember-Impulsen habe ich von der Übung geschrieben, die Augen zu schließen und dann bei mir zu sein. Dass ich dadurch einen Sinneskanal (Augen) ausblende und mich mehr auf mich selbst konzentrieren kann.

Das ist eine schöne Übung, um in hektischen Zeiten inne zu halten und eine kleine Seelenpause zu machen. Lust, es gemeinsam mit mir zu tun?

Ich schließe die Augen und atme durch.

Bin ganz bei mir.

Nehme wahr. Lenke die Aufmerksamkeit, auf meine Wahrnehmung.

.... auf das, was ich höre: 'ah der Verkehr auf der Straße' und höre auf das nächste Geräusch 'ah, der Computer', 'schreiende und lachende Kinder vor dem Haus'. So lange bis ich alles wahrgenommen habe.

... auf meinen Körper: Kälte auf meinen Armen. Das ist unangenehm. Ich hole eine Fleecejacke. Ah, besser. Hm, der Nacken ist verspannt. Ich setze mich aufrecht hin. Brust vor, Schultern zurück, Kopf gerade. Besser. Bewege meine Glieder etwas. Hm, seufze.

... auf meinen Atem: Wie tief atme ich? Kurz, fällt mir auf. Ich atme bewusst so tief ein und so lange aus wie es geht und richte mich dabei wieder auf, denn ich bin zuvor wieder etwas zusammen gesunken. Beobachte meinen Atem.

... spreche mit mir selbst: Guten Morgen, liebe Anja (setzen Sie Ihren Namen ein).
Wie geht es dir? Dann lausche ich dem, was da kommt. In meinem Fall: 'Gut.' (Ich habe heute früh schon im Bett mit mir gesprochen, deswegen wohl diese Antwort). Dann weiter:
Was brauchst du? Und dann lausche ich wieder der Antwort. Ich höre: 'Einen Spaziergang und was schaffen.' Was möchtest du schaffen? 'Eine von den Aufgaben auf meinem Tisch, die ich schon länger vor mir herschiebe.' Welche? Puh, da kommen ganz viele und ich kann mich nicht entscheiden. Muss ich auch nicht. Ich fange einfach mal mit dem Spaziergang mit unserer Minu an und schaue dann wie es aussieht, wenn ich zurück komme.

... wünsche mir einen guten Tag: Hallo Anja, hab einen schönen Tag.

Danke schön!

Ich übe mich darin, so mit mir zu sprechen wie mit einem Menschen, den ich sehr mag. Gefällt mir!

Alles Liebe und einen schönen Adventstag

Ihre Anja Kolberg

PS: Wenn Sie an den Impulsen 2015 teilnehmen möchten, Sie können sie im Webshop bestellen (Klick auf die Seite).

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Dienstag, 04 November, 2014

Was ist im Leben wirklich wichtig?

Familie & Freunde. Das Leben auskosten.

Montag war ein besonderer Tag: Meine Oma feierte ihren 90. Geburtstag.
Alles Liebe von hier, liebe Oma, wenn du das liest. :o)

Als ich morgens einen heliumgefüllten Ballon besorgen wollte, am liebsten mit der Zahl 90, schüttelte die Balloni-Mitarbeiterin den Kopf. Nein, die aufgedruckten Zahlen gehen nur bis 60. (Komisch, dabei werden die Menschen doch immer älter!) Kein Problem, wir schreiben was Sie wollen drauf. Das Ergebnis sah herrlich aus und ich bekam meine 90. Der junge Mann an der Kasse sagte: 'Oh, 90, das ist ja toll.' 'Ja, sagte ich, wissen Sie, was das Beste ist? Meine Oma ist auch noch fit dabei, die steckt mich mit ihrer Energie locker in die Tasche.' :o) 'Und wissen Sie, was das Allerbeste ist? Ich habe die Alt-Werd-Gene geerbt.'

Meine Urgroßtante wurde fast 100 Jahre alt, geistig fit. Sie konnte immer noch mit herrlicher Betonung Gedichte vortragen. Dieses Jahr lebten noch vier Geschwister meiner Oma, die sogar noch Auto fahren und sehr beweglich sind. Gute Aussichten! Danke, lieber Himmel. Ich nehme mir eine große Portion davon!

Ich hab' mich so gefreut, all die Gesichter von Großtanten, Großonkel, Großcousinen, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins, Partnerinnen und Partner, Großnichten und -neffen und natürlich meine Eltern, Geschwister und das strahlende Geburtstagskind zu sehen.

Meine Lieblingsbeschäftigung an so einem Tag: Drücken. Ich mag es, Menschen liebzuhalten. Ich brauche nicht viel Worte, um mich so mit den Menschen zu verbinden und zu zeigen: Du bist mir wichtig. Umarmungen können so viel transportieren: Wärme. Gefühl. Wertschätzung. Herzlichkeit. Befindlichkeit.

Meine Patentante hatte mit meinem Onkel ihr Wohnzimmer ausgeräumt, Tische und Stühle herbei geschafft, damit alle Platz fanden. Was für eine Meisterleistung. So konnte meine Oma zu Hause feiern (die drei leben unter einem Dach) und das war für alle natürlich ein besonderes Wohlgefühl. Als lebt in diesem Haus ein besonders guter Geist - neben und mit den liebevollen Menschen darin.

Ich lade an so einem Tag meine Energiereserven für Wochen, wenn nicht Monate auf. Meine Familie gibt mir Kraft. Einfach, weil sie da ist. Wie schön, dass ich meine Oma und meine ganze Familie hab!

Inmitten der Vorfreude auf die Geburtstagsfeier überraschte mich am Freitag die Nachricht, dass eine junge Frau, kaum älter als ich, im Koma lag. Ohne Vorzeichen erlitt sie letzten Donnerstag bei einem Friseurbesuch einen Schlaganfall mit Gehirnblutungen. Obwohl zufällig Rettungsassistentinnen im Salon waren, die direkt halfen und auch ein Arzt aus dem Haus gleich zur Stelle war, konnten sie nur bedingt helfen. 40 Minuten wurde sie reanimiert. Sie fiel ins Koma und am nächsten Abend wurde ihr Gehirntot festgestellt.

Ich mochte diese Frau sehr. Sie war von meiner Freundin Ariane eine gute Freundin. Ich kannte sie von gemeinsamen Aufstellungen, einer Weiterbildung und wir hatten einmal im Jahr netten Kontakt per Mail. Ich freute mich schon, sie eines Tages wieder zu sehen. Ein herzlicher, lebensbejahender, tiefsinniger und lieber Mensch. Und dann so plötzlich aus dem Leben gerissen. Wie kann das sein? Ich habe es immer noch nicht begriffen.

Ich finde, sterben gehört verboten. Keiner darf sterben. Meine Tante meinte, dann würde es langweilig und ja, dachte ich, es wäre ganz schön voll auf der Feier gestern gewesen, wenn keiner gestorben wäre. Wow! Wer alles da gewesen wäre.... Wenn ich mir das vorstelle. Toll!

Im Grunde genommen stirbt ja keiner. Die Seelen leben weiter. Nur ihre körperliche Hülle legen sie ab.

Bei älteren Menschen rechne ich eher mit dem Tod als bei jungen Menschen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Freitag sagte, 'Nein, nicht D......', als ich Kerzen für sie anzündete. Dieser Schock, dass Menschen gehen, mit denen ich nicht rechne. Wann rechnet man schon damit?

Dieses Jahr war so ein Erlebnis, als eine sehr liebe und gesundheitlich fitte Großtante unerwartet einige Monate vor ihrem schwer an Krebs erkrankten Mann starb. Keiner hatte damit gerechnet, alle hatten auf ihren Mann geschaut. Der Schock für die Familie war groß, selbst ich, die sie nur einmal im Jahr sah, war sehr betroffen. Mutter und Vater in einem Jahr verlieren, puh, da rollen mir die Tränen.

Als ich meinem Mann von dem plötzlichen Tod der Bekannten erzählte, nickte er nur und sagte: 'Ich erlebe das jeden Tag. Für mich ist es Normalität. Im Monat habe ich im Kehrbezirk (er ist Schornsteinfeger) Kontakt zu ca. 400 Menschen. Da begegnen mir Todesfälle in jeder Woche auf die ein oder andere Weise. Zuletzt wunderte er sich, dass er nachmittags einen Termin in einem Haus hatte, wo er Jahre zuvor vormittags auf eine junge Mutter traf. Ein Mann öffnete diesmal und auf das Erstaunen meines Mannes erzählte er, dass seine Frau innerhalb weniger Wochen im letzten Jahr verstorben war.

Mich nimmt sowas wirklich mit. Ich habe nicht so viel Kontakt zu Menschen, die Todesfälle um mich herum kann ich an einer Hand abzählen. Und die meisten davon waren Menschen, die schon mehr als sieben oder acht Jahrzehnte lebten. Nun ist es meist zu früh, (Gesundheit voraus gesetzt) gleich wieviel Jahre gelebt sind. Doch gerade bei jungen Menschen wird mir meine eigene Sterblichkeit und die gleichzeitige Ungewissheit deutlich. Keiner weiß, wann er hinaus befördert wird.

In mir lösen solche Schockereignisse Nachdenklichkeit aus. Was ist wirklich wichtig im Leben? Da rücken so viele Dinge in den Hintergrund, die viel Aufmerksamkeit von mir bekommen und in den Vordergrund, da rücken die Menschen. Familie. Freunde. Verbundenheit. Gemeinschaft. Und die Frage: Habe ich wenn ich heute sterben müsste, wirklich die Dinge gelebt, die mir am Herzen liegen? Was fehlt noch? Was müsste ich erleben, damit ich mit einem guten Gefühl sagen kann: 'Ja, ich kann gehen.'?

Was ist im Leben wirklich wichtig?

Dieser Gedanke wird mich die nächsten Tage und sicher noch länger begleiten.

Auf das Leben! Darauf diesen Tag zu genießen.

Schön, dass Sie da sind und mich lesen. Ich wünsche Ihnen und mir einen guten Tag, eine große Portion Leben, Gesundheit und Freude!

Ihre Anja Kolberg

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Freitag, 24 Oktober, 2014

Mut zum Größenwahn. Für Frauen.

Klick zur E-Card

Dieses herrliche Zitat schickte mir eine nette Studentin, mit der ich mich per Mail austausche. Es hat mir so gut gefallen, dass ich daraus eine E-Card erstellt habe. Beim Foto konnte ich mich zwischen einer leeren Wäscheleine mit einigen Klammern und diesem Bild einer im Wind über dem Meer segelnden Möwe erst nicht entscheiden. Dann fand ich die Wäscheleine zu klischeehaft.

Ich hoffe, die Karte gefällt Ihnen/dir - ebenso wie mich der Text direkt angesprochen hat.

Sind wir Frauen größenwahnsinnig? Eher nein. Wir spielen zwar in Politik, Unternehmen und Medien eine immer größere Rolle, aber von einem Größenwahn sind wir noch so weit entfernt wie mal auf dem Mond zu spazieren. (Nicht weil wir nicht zum Mond können, sondern es weder wollen, noch uns erlauben dass das für uns möglich ist. Ich spreche hier sicherlich nicht für alle Frauen, denn es gab schon Frauen im All. Nur noch nicht auf dem Mond.)

Größenwahn verstehe ich in dem Zitat weder als psychische Krankheit - sich also für jemand Berühmten zu halten, noch als den Eifer andere in ihren Leistungen zu übertreffen. Ich verstehe es als Idee, weg vom mich selbst klein machen hin zur wahrhaftigen Größe, zum Ausleben der inneren Möglichkeiten und zum Greifen nach den Sternen.

Unser Bereich ist traditionell die Familie, das Versorgen, gestalten, ordnen. Hier zeigt sich mein Größenwahn vielleicht ein wenig, wenn ich an meinen Anspruch denke, möglichst alles perfekt zu haben, keine Fehler zu machen. Ist überholt, habe ich abgelegt bzw. bin in manchen Bereichen noch dabei. Wer unangemeldet bei uns klingelt, darf sich über Staub auf den Möbeln, Hundewolle auf dem Boden, Flecken auf der Spüle und keine penible Ordnung freuen. Einzig an meinem schlechten Gewissen 'das geht doch nicht, wie sieht es hier aus, was bist du für eine 'Haus'frau?' muss ich arbeiten. Ich bin keine Hausfrau. :o)

Bei meiner Mama habe ich was anderes gelernt. Sie macht die Hausarbeit gerne, bügelt auch die Küchentücher. Jede Woche wurde zu Hause geputzt, es war und ist immer aufgeräumt. Ich hab' noch nie gerne geputzt oder gebügelt. Das Bügeleisen hängt eingestaubt über dem Bügelbrett am Kellerabgang. Ich falte die Wäsche nur ('streichle' sie glatt nach dem Vorbild einer Freundin) und falls mal eine Bluse oder ein Hemd dabei ist, gönne ich ihnen und mir einen Besuch in einer Reinigung.

Auch kochen gehört nicht zu meinen Favoriten. An letztem will ich arbeiten. Den Rest mache ich/wir, wenn Besuch angemeldet kommt :o) oder wenn es mir zu dreckig wird. Oder mein Mann, wenn es ihm zu schmutzig ist ... da er Schornsteinfeger ist und täglich mit Russ - also viel Dreck - konfrontiert wird, kommt das seeeehr selten vor. Was haben wir uns früher wegen diesem Thema gestritten. Unterschiedliche Ansprüche prallten aufeinander. In 22 Jahren Beziehung habe ich eine große Lockerheit von meinem Mann angenommen. Er nimmt es nicht genau. Und ich lies meine Ansprüche immer mehr los.

Es gibt keinen jede-Woche-wird-geputzt-Rhythmus mehr. Natürlich freuen wir uns beide, wenn es frisch geputzt ist. Das brauchen wir aber nicht, um uns wohl zu fühlen. Putzfrau wäre schön, ist aber nicht vorhanden. Noch nicht? :o) Solange muss ich damit leben, dass es 'knüsselig' (nicht so tippitoppi) bei uns ist. Ich gehe einfach nicht im Schrubben auf. Da liege ich lieber auf der Couch und lese. Es gibt wichtigeres für mich. Ich brauche eigentlich nur noch dazu stehen: Nein, bei uns kann man nicht vom Boden essen. Es sei denn, Sie wollen das und melden sich an. :o)

 

Dieser Spruch - jetzt passt das Wäscheleinen-Bild doch - hing bei uns zu Hause im Flur. Mir hat der Spruch immer schon gut gefallen und er entspannt so herrlich.

Zurück zum Größenwahn außerhalb des Haushalts. :o)

Der passt zu einem Blogartikel, den ich gestern begonnen habe:

Wo ist die Bremse?

Ich bin nicht die 'Ich geb Gas - ich will Spaß!'-Type, obwohl ich das reizvoll finde.

Als ich so 14/15 war, sind meine beiden Geschwister und ich rüber zu meinem Onkel gelaufen, um sein neues (relativ leichtes, kleines) Motorrad zu bewundern. Wir durften uns sogar draufsetzen und auf der Wiese einige Meter fahren. Meine Schwester und mein Bruder waren Feuer und Flamme, probierten aus, fuhren eine Runde.

Was mache ich, als ich auf dem Zweirad Platz nehme? "Wo ist die Bremse?" Nicht nach dem Gas oder der Kupplung frage ich. Nein, wo ist die Bremse.

Ich finde das fast sympthomatisch für viele andere Situationen in meinem Leben. Ich schaue zuerst: Wo sind die Grenzen? Wo die Fallstricke? Was darf ich, was darf ich nicht?

Statt einfach loszustiefeln und unbedarft zu gucken und zu probieren. Ich habe viel zu viel Angst, jemandem auf die Füße zu treten, ein Gesetz zu überschreiten, etwas falsch zu machen. Mannomann. Tiefes Seufzen. Beim Motorrad-Ausprobieren war mir das 'Ding' höchst suspekt. Ich dachte daran, was mir alles passieren könnte oder dem neuen Gerät, wenn ich einfach mal losdüse...

Auf der einen Seite ist es gut und wichtig, den 'rechten' Weg zu beschreiten. Auf der anderen Seite: Kann es der richtige Weg sein, wenn dadurch die Kreativität, der Unternehmergeist und die Lust aufs Neue ins Stocken gerät?

Für mich sind die Rechtstexte im Webshop so ein Ding. Rechtstexte machen mich müde. Am liebsten würde ich es mit einfachen Worten handhaben. Es gibt aber viele gesetzliche Regelungen, wo Texte vorgegeben sind. Also: Genau damit auseinander setzen und das strengt mich an. Weil ich es richtig machen will und ja nichts falsch machen.

Als Laie kann ich gar nicht alles überblicken, deswegen habe ich mir Hilfe vom Händlerbund geholt, worüber ich rechtssichere Texte bekomme, Beratung wie ich den Webshop so einrichte, die Produkte so beschreibe, dass an alles gedacht wird. In erster Linie ist das zum Schutz der Verbraucher (was ich sehr wichtig finde und wofür ich mich gerne ins Zeug lege) und in zweiter Linie zum Schutz vor Abmahnungen (deren mögliche Höhe macht mir Sorge und blockiert mich in meinem Schaffensprozess). Wäre schön, wenn der Gesetzgeber diesbezüglich auch die Unternehmerinnen schützen könnte.

Manchmal lähmen mich neue Regelungen (dieses Jahr gab es wieder große Veränderungen, weil auf EU-Ebene angepasst wurde) so sehr, dass ich gar keinen Bock mehr habe.

... und dann schaue ich mir die Kalender und Karten an, denke an meine Schaffensfreude, das Feedback meiner lieben Kundinnen und Kunden und weiß wieder, warum ich das gerne mache und gehe weiter auf meinem Weg. :o)

Im Bereich Gesetze/Verwaltungskram fehlt mir vielleicht ein wenig Größenwahn oder besser die Unbedarftheit und Lockerheit, weil ich zuerst schaue, was ich alles beachten muss, statt einfach zu machen und loszustiefeln. Da ich eine Eine-Frau-Unternehmung bin, ganz schön viel Aufwand für mich alleine. Trotz professioneller Dienstleister, die mich unterstützen.

Mit den Lebensjahren lernt man immer mehr Regeln kennen und was passieren kann und das bremst natürlich die Kreativität und Freude... Wie beim Motorradbeispiel aus meiner Jugendzeit: Ich schaue erst nach der Gefahrenabwehr, statt das Gas aufzudrehen und mich auf die Fahrt zu freuen. :o) Ein bisschen mehr Gas und weniger Bremse könnte nicht schaden.

Was ich mir wünsche und was auch glaube ich am besten zum obigen Größenwahn-Zitat und Bild passt, ist der Gedanke und Hinweis, doch mal weit zu schauen. Mein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und klein-klein zu denken, sondern größer, weiter nach oben zu schauen, wo die Möwe hinschauen kann. Wenn ich ein Ziel habe, das größer und konkreter ist als 'ich mache jetzt mal was', dann werde ich auch dorthin kommen. Wenn ich immer nur Nudeln mit Soße koche, gibt es immer nur Nudeln mit Soße.

Schaue ich mir aber ein interessantes, neues Rezept an, dann gewinne ich Lust, was Neues auszuprobieren und komme ganz woanders hin, wie die zauberhafte Ratte im Zeichentrickfilm Ratatouille, die davon träumt eines Tages Chefkoch im besten Pariser Restaurant zu sein. Ihre Reise ist einfach herrlich, ermutigend und belebend.

Also, wo ist mein Größenwahn? Wo ist meine kleine süße Ratte in mir, die große Träume hat?

Das gute, den Schatz, den wir Frauen in uns tragen: Wir können nicht nur Träume: Wir können auch die Umsetzung!

Wir können planen, ordnen, sauber arbeiten, vorausschauen, ans Team denken.

Was ist mein Traum, wenn ich ganz weit schaue wie die Möwe?

Dann verdiene ich mit dem Schreiben, mit meinen Texten, Bildern, Fotographien meinen Lebensunterhalt. Dann habe ich viele Bücher veröffentlicht, auch Seminare gegeben und Coachings. Schritte auf dieses Ziel hin habe ich schon unternommen. Und auch Erfolge erzielt, wie die beiden Sachbücher, die 2001 bei Kösel und mvg erschienen sind oder meine Kalender, mein Blog, meine Monatlichen Impulse, meine Workshops und vielen Coachings. In den letzten Jahren habe ich mich auf einen Bereich stärker konzentriert. Erfahrungen gesammelt. Mich weiter entwickelt. Mal sehen, wo und wie es genau weiter geht. Ich will mich heute nicht festlegen, weil es mich stresst. Deswegen habe ich auch nicht: Ich will Bestseller-Autorin sein geschrieben. Ach, warum eigentlich nicht?

Eine glückliche Anja Kolberg

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Donnerstag, 23 Oktober, 2014

Im Haus meines Herzens

Das Oktoberblatt meines Tischkalenders blickt mich an:

Tischkalender von Anja Kolberg

'Ich handle so, als ob ich's schon kann.' Mit diesem Satz versuche ich mich immer wieder zu verbinden, wenn ich aufgeregt werde, Sorgen oder Ängste entwickle. Zum Beispiel besuche ich am Wochenende eine Weiterbildung. Ich spüre jetzt schon Aufregung:

Werde ich Freitag einen Parkplatz finden oder ewig durch die Straßen kurven? Wird das am Samstag mit der Bahnanreise klappen? Werde ich mich wohl- und gut aufgehoben fühlen? Wird es das richtige für mich sein? Wie werde ich das mit dem Essen machen? Wird es mir zeitlich zuviel werden?

Meine Gedanken spielen Pingpong in meinem Kopf. Wie so oft.

Ich schaue auf das Kalenderblatt, dessen Herz so viel Liebe, Ruhe und Zuversicht ausstrahlt. Ich lese den Satz: 'Ich handle so, als ob ich's schon kann.'

Gelassen. Zuversichtlich. Ruhig. Entspannt. Locker. Frei. Sicher. Ganz bei mir.

Ich beruhige mich. Atme durch.

Ich habe alle Freiheiten der Welt. Den Sonntag kann ich im Bett verbringen und auf der Couch und mich regenerieren. Wenn ich keinen Parkplatz in der Nähe finde, laufe ich ein Stück. Auch wenn es dunkel ist, wird der Weg beleuchtet sein. Ich bin nicht alleine. Anderen geht es vielleicht ebenso wie mir. Das wird schon gut werden.

Ich werde trotzdem wieder aufgeregt. Gut, erwarte ich Wunder?

...

Ich habe mein Schreiben hier unterbrochen. Weil ich innerlich so aufgewühlt war. Ich hatte mir vorgenommen, heute endlich wieder einen Blogbeitrag zu schreiben. Fing mit dem an, was mich bewegte, beruhigte und die Aufregung kam zurück.

Frühstückspause machen. Ich habe die Angewohnheit entwickelt, erst ein wenig am Morgen zu arbeiten - dann ist noch alles ruhig und ich wenig abgelenkt - anschließend mit unserer Hündin Minu spazieren zu gehen und dann zu frühstücken. Heute morgen habe ich diese Routine durchbrochen. Gerade eben. Bin in die Küche. Den Wasserkocher angestellt. Mir Brote mit süchtig machender Spekulatiuscreme bestrichen. Gesehen, dass das aufgebrühte heiße Wasser in der Teetasse kalkig aussah und erst mal den Kocher mit einigen Spritzern Essigessenz entkalkt. Die Küche während dessen ein wenig aufgeräumt. Eine reife Banane geschält und mit auf den weißen Teller mit den bunten Blüten gelegt. Mit dem frischen Wasser die Teetasse erneut befüllt und noch eine Wärmflasche.

Die Stufen hinauf in mein Büro. Minu folgt mir. Stelle die Herrlichkeiten auf dem freien Bereich des vor dem Fenster stehenden alten Küchentisches ab. Wähle einen neuen Tee aus: 'Raum für Stille. Erleuchtung.' Auch wenn ich das Wort Erleuchtung nicht mag: Der Kräutertee ist lecker. Apfel und Zitrone. Englisch heißt er: 'Joyful Silence. Holding the Space.' Klingt viel besser. Und inspiriert mich.

Mit Ruhe esse ich meine Schnitten. Nippe am Tee. Spüre die Hitze der Wärmflasche auf meinem Bauch und später im Rücken. Schaue in die noch dunkle Welt vor meinem Fenster. Blättere durch eine Psychologie-Zeitschrift. Werde ruhiger und fühle Gelassenheit. Tiefes Seufzen.

Die Pause hat mich beruhigt. Atmen. Annehmen.

Die Aufregung kommt vielleicht zurück. Ok. Ich fühle mich vielleicht unwohl. Ok. Ich bin vielleicht vorher und nachher gestresst. Ok. Ich kann auch zu Hause bleiben. Ok. Ich kann auch etwas wagen und Neues entdecken. Mein gewohntes Umfeld verlassen, ist immer mit Aufregung verbunden. Gleich ob ich in Urlaub fahre oder ein Seminar besuche oder irgend etwas anderes Neues mache. Das ist Teil des Ganzen. Diese Gefühle müssen nicht da sein. Sie sind es aber. Und dürfen da sein.

Schmeckt der Tee wirklich nach Apfel und Zitrone? Hm, der Teebeutel duftet intensiv. Düfte können wunderbar entspannen, gerade wenn innerlich Aufregung tobt. Die Neurologin Dr. Claudia Croos-Müller hat wunderbare Bilderbüchlein heraus gebracht, mit Übungen, die bei Psychostress helfen.

Das Buch 'Nur Mut' habe ich hier und die Körperübungen haben mir vor meiner Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie geholfen. Zum Beispiel die Gleichgewichtsübung 'Auf einem Bein stehen'. Die Ärztin erklärt bei jeder Übung, warum sie gut ist, wie sie wirkt. Alles einfach, knapp geschrieben und herrlich illustriert mit den Schafen Oscar und Emiliy.

Ich habe im Warteraum vor der mündlichen Prüfung zwar nicht auf einem Bein balanciert, um mich zu beruhigen, die Übung aber für mich adaptiert und mir statt dessen den geraden Horizont am Meer vorgestellt. Das hat mir auch geholfen, ruhig und ausgeglichen zu sein.

Eine der 12 1/2 Übungen ist 'Duft atmen', was sofort beruhigend wirkt. Hmmmm. Riecht gut, der Tee. Alles zusammen heißer Tee, süße Schnitten, inne halten, Wärmflasche - das hat mich beruhigt. Und auch, meine Gedanken durch die Tastatur in diesen Text fließen zu lassen.

Schön. Ich kann die Welt nicht kontrollieren. Aber ich kann immer wieder in das Haus meines Herzens zurück kommen und nah bei mir sein. Mich immer wieder mit guten Gedanken verbinden, mit Gelassenheit und Zuversicht.

Das fühlt sich gut an.

Die Tischkalender 2015 können Sie in meinem Webshop Einfach anders anschauen und bestellen. Ebenso die Monatlichen Impulse - meine inspirative Jahresbegleitung per Mail.

Alles Liebe,

Ihre Anja Kolberg

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Freitag, 01 August, 2014

Danke Juli!

Ich bin froh, dass der Juli mit einem herrlich temperierten Sommertag endete. In Köln war es Donnerstag Vormittag angenehm kühl, der Himmel blau. Ein wenig habe ich sogar gefroren, als ich hinterm Haus im Schatten gearbeitet habe und mir warme Socken angezogen. Am Nachmittag kommt dort die Sonne hin - sie war nicht zu heiß. Perfekt.

Inzwischen schaffe ich es sogar, meine Hängematte öfter zu nutzen. Für mich ist das besonders, weil es mir im allgemeinen schwer fällt, mich auszuruhen. Schwer fiel besser gesagt. Denn dank diesem luftigen Stoffsegel in rot und gelb gelingt es mir besser! Gestern Nachmittag hab ich mich mit meinem Buch und den Notizzetteln hinein gelegt. Erst brauche ich eine zeitlang, dort anzukommen. Das Denken ist am Anfang wie ausgeschaltet. Meine Mutter hat am Sonntag die Hängematte ausprobiert und ja, sie hatte auch das glückliche Hängemattengesicht. Schön!

Nach einer Zeit in der Luft kann ich dann dort auch sanft hin und herschaukelnd lesen und schreiben. Hätte nicht gedacht, dass schreiben funktioniert. Tut es. :o)

Auf den Juli-Kalenderblättern steht "Müßiggang und Trödeln sind meine Kraftquellen für schwierige Zeiten." und auf dem Meditationskalender "Ich schöpfe Kraft aus der Stille." Ich freue mich sehr, dass ich das in meinen Alltag wirklich integrieren konnte und gleichzeitig liebevoll mit mir umgehen, weil ich so vieles nicht anfangen konnte, was mein Verstand plante... Statt dessen habe ich genossen, was ging und offensichtlich erst dran war: Still draußen sitzen, meine Morgenseiten schreiben. Die Amseln beim Baden beobachten. Die Libellen, die am Morgen ihre mit Tautropfen beschwerten Flügel trocknen lassen, bis sie wieder leicht sind und damit fliegen können. Mich über das Rotkehlchen freuen, das auf meinem Stuhl kurz landet, mich anschaut und weiter fliegt. Eine im Schlaf wuffende und grunzende Minu, die sich entspannt und wohl fühlt. In der Hängematte die Beine ausstrecken, die Füße in die Luft und in den Himmel träumen...

Nach all der Arbeit, die wir in den letzten Wochen seit Ende April investiert haben, ist das ein schönes Erlebnis. Genießen, was wir geschaffen haben. Und ich tue das in meiner eigenen Hängematte und mein Mann in seiner. Ich bin so froh, dass ich mir selbst eine gegönnt habe.

Ich wünsche Ihnen und mir uns noch viele schöne Sommertage, wo wir uns einfach wohlfühlen und es uns gut geht!

Jetzt mache ich mich ran an die Texte für die August-Impulse. Das Seerosen-Bild sieht anziehend aus, habe ich sie auch gerade im Teich wie weiße Sterne blühen! (Hier können Sie die Bilder des Tischkalenders 2014 'Ich bin gut zu mir' anschauen.) Sie duften übrigens ganz leicht, eine Blüte habe ich mir auf den Tisch in eine Wasserschale geholt.

Anja Kolberg

PS: Ich habe fünf neue E-Cards gestaltet. Viel Freude beim Verschicken.

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Dienstag, 15 Juli, 2014

Was steht im Zentrum meiner Aufmerksamkeit?

Wenn ich traurig bin, weil ich meine innersten Wünsche, Ziele, Bedürfnisse nicht erfülle - oder sie sich nicht erfüllen - hilft diese Frage:

Was steht im Zentrum meiner Aufmerksamkeit?

Steht dort das Ziel, das ich erreichen möchte? Stehe ich dort? Oder steht dort das Problem anderer Menschen, um das sich meine Aufmerksamkeit dreht? Steht dort das Wohlbefinden anderer? Steht dort ein Projekt, das gar nicht meines ist? Engagiere ich mich für etwas, das mir nicht am Herzen liegt?

Die Dinge rutschen, wenn ich sie mir nicht bewusst mache, einfach dorthin. Wenn in meinem Focus Themen stehen, die nicht meine sind, macht das auch die selbstloseste Helfernatur auf Dauer mürbe. Es macht unzufrieden, ist ungesund und tut weh, sich selbst zu vergessen.

Deswegen ist es wichtig, mal hinzuschauen, um was sich meine täglichen Gedanken drehen. Auf der Arbeit wird das natürlich die Arbeit sein, aber wofür setze ich sonst meine Energie ein? Aufmerksamkeit ist für mich Liebe. Und die will gut eingesetzt sein. Denn es gilt die Flugzeug-Notfall-Regel: Erst wenn wir uns selbst gesichert haben (Sauerstoffmaske auf), können wir anderen helfen (anderen beim Aufziehen der Maske helfen). Sonst reicht die eigene Kraft und Lebensfähigkeit nur noch für wenige Minuten.

Als ich mich das letzte Woche fragte, spürte ich, dass dort wieder einmal ein Thema stand, das nicht meines war. 80% meiner Aufmerksamkeit waren darauf focussiert und ich engagierte mich dafür, als sei es mein eigenes. Doch das ist es nicht, denn meine eigenen Themen, Projekte blieben liegen, weil dafür kein Raum, keine Kraft mehr war. Ich überlegte:

Was würde die souveräne Person in mir tun, die sehr gut für sich sorgt und ihre Herzensthemen verwirklicht?

Sie würde das Thema, welches nicht ihres ist, zur Seite schieben. Es mitlaufen lassen. Aber ins Zentrum der Aufmerksamkeit ihre Wünsche stellen und die Energie in deren Verwirklichung stecken. Darauf liegt bei ihr der Focus, darum drehen sich die meisten Gedanken und fließt Energie hin.

Ich neige dazu, andere Menschen und ihr Wohlbefinden, die Projekte anderer ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit zu stellen. Letzte Woche habe ich das überprüft und mein Thema wieder ins Zentrum gestellt. Zumindest gedanklich. Das hat gut getan. Es gibt weitere Schritte, die ich unternehmen kann, um das zu verstärken. Das steht noch an wie zum Beispiel mein Vorhaben schriftlich festzuhalten oder in Bildern. Automatismen sind stark - deswegen geht es darum, immer wieder hinzuschauen: Worauf konzentriere ich mich gerade? Nehme ich mich wichtig und meine Wünsche und Bedürfnisse oder habe ich wieder jemand anderes ins Zentrum meiner Gedanken, meiner Taten genommen? Also: Überprüfen - korrigieren - auf mich selbst konzentrieren.

Mein Verhalten zeigt, dass mir andere Menschen sehr wichtig sind und ihr Wohlbefinden. Es zeigt auch, dass ich mich gut für andere begeistern kann und in ihre Projekte viel Energie fließen lassen. Bis zu einem gewissen Grad ist das ok, doch wir sind nicht für andere Menschen auf der Welt. Wir sind für uns selbst hier. Um das zu tun, was wir für richtig halten, was uns bewegt.

Nein, das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit seelischer Gesundheit. Es schließt die anderen nicht aus, sondern setzt die Reihenfolge richtig. Gleich wie bei der Flugzeug-Notfall-Regel. Nur wenn es mir selbst gut geht, kann ich auch für andere da sein. Und manchmal bin ich dadurch dass ich etwas für mich tue, für andere da. Wenn es mir selbst gut geht, geht es meinem Umfeld automatisch auch besser.

Heute nehme ich mir vor, meine Herzenswünsche bewusst in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit zu stellen. Und ich werde einen Schritt nach vorne gehen und ihm so mehr Energie und Auftrieb geben.

Herzliche Grüße vom Weg zu einem selbstbestimmten Leben

Anja Kolberg

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Montag, 14 Juli, 2014

Was wir gemeinsam schaffen können

Wir sind Fußball-Weltmeister!

Was für ein Spiel. Spannend. Quälend. An den Nerven aller zehrend. Kräftemessen gleich guter Teams - ein würdiges Endspiel. Das kleine Quentchen mehr hat den Ausschlag gegeben. War es Glück? Kondition? Teamgeist? Wir werden es nicht erfahren, weil es zu den Geheimnissen des Lebens gehört. Auch nicht wie der Trainer der Nationalmannschaft und sein Betreuungs- und Beratungsteam es geschafft haben, ein so Früchte tragendes Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Jeder für jeden. Keiner ist besser. Keiner ist der Star. Die Mannschaft - alle miteinander sind ein ganzer Sternenhimmel.

Dieses Miteinander und Füreinander hat mich begeistert. Es hat mir gezeigt, was wir in Gemeinschaft leisten können. Selbst wenn wir angeschlagen ein Projekt beginnen, wenn fest geglaubte Stützen wegbrechen, wenn Verletzungen auftreten oder gar zwischendurch der Glaube an das erhoffte Ziel verschwindet, weil es einfach unerreichbar erscheint. Selbst dann.

Wir haben es geschafft. 'Ganz Deutschland ist Weltmeister', sagte Manuel Neuer. Wir alle haben unseren Beitrag dazu geleistet. Wie ein riesengroßes Puzzle, das ein Meisterwerk ergibt. Puzzlesteine sind die Spieler, ihre Fähigkeiten, Talente, körperliche Fitness, Physiotherapeuten, Trainer, Organisatoren im Hintergrund, die Familien, die Begleiter der Vergangenheit, wir die Fans und noch viele unbekannte Puzzlesteine mehr. Jeder und jede ist wichtig.

Sei es beim Fußball oder in unserem Alltag: In Teams auf der Arbeit oder in unseren Familien. Nicht nur die in der ersten Reihe für alle sichtbar sind, zählen, also die auf dem Spielfeld, beim Kunden oder die das Geld nach Hause bringen. Auch die im Verborgenen sind unverzichtbarer und wirksamer Bestandteil und sie sehen und spüren ihren Wert. Manche Dinge sind nur zu schaffen, weil es ein starkes Hintergrundteam gibt. Ohne ein stabiles Fundament hält kein Gebäude, keine Familie, kein Auftrag und gibt es keinen Weltmeistertitel. Das ist unser aller Alltag. Ja, jede und jeder von uns kann sagen: 'Durch mich gelingt ein Projekt. Durch mich gibt es ein stabiles Fundament.' Alle - ja auch die es sich nicht vorstellen können - tragen zu etwas großem Ganzen bei, es muss dafür nicht bewusst sein.

Als es zum Ende der zweiten Verlängerunshalbzeit ganz arg wurde, hoffnungslose Mienen auf beiden Seiten, da dachte ich nur, jetzt muss noch mal alles mobilisiert werden. Wer weiß, wann wir wieder diese Chance haben. Und ich begann mein Mantra: "Wir schaffen das. Wir schaffen das. Wir schaffen das..." und "Deutschland schießt ein Tor. Deutschland schießt ein Tor..." und dann - ich konnte es kaum glauben, fiel es wahrhaftig. Bei der letzten Chance von Messi Minuten vor Ende murmelte ich: "Wir sind eine Mauer. Mauer. Mauer." und er verfehlte das Tor. Es ist unerheblich, ob das, was ich tat, eine Wirkung auf das Spiel hatte (? wow, das wäre ein Wunder, kicher), aber mir hat es gut getan, weil ich mich auf das Gute, die Möglichkeiten konzentriert habe. Wenn ich schon keinen direkten Einfluss auf den Verlauf habe, kann ich wenigstens zuversichtliche Gedanken in die Zukunft werfen. Hoffen auf ein gutes Ende. Mental unterstützen und glauben.

Bastian Schweinsteiger, der verletzt wird, Rempler und Tritte einstecken muss wie kein anderer und wieder und wieder aufsteht und weiter macht. Er hat mich beeindruckt. Es zeigt mir, zu was wir in der Lage sind, wenn wir etwas wirklich wollen. Das Zitat fällt mir ein: "Wer ein warum zum Leben hat, erträgt fast jedes wie." (Friedich Nietzsche)

Der Geist der Nationalmannschaft, der Geist dieses Wunders steckt auch in uns. In jeder und in jedem. Wenn wir wissen, wofür wir uns einsetzen, wenn wir an einem Strang ziehen, Weggefährten haben, dann sind wir stark, dann stecken wir Niederlagen weg, stehen wir wieder auf und arbeiten so lange an dem Ziel, bis wir es erreicht haben.

Daran und an das Wir-Gefühl in unserem Land möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder vor einer Herausforderung stehe.

Eine gute und starke Woche!

Ihre Anja Kolberg

PS: Und nun - das Beste zum Schluss:


Einen Wunsch in die Zukunft habe ich auch: Der Frauen-Fussball erhält die gleiche Begeisterung und Aufmerksamkeit. Unsere Frauen wurden 2003 und 2007 Weltmeisterinnen. 2007 im Finale übrigens gegen Brasilien, im Turnier glänzten sie mit dem höchsten WM-Sieg aller Zeiten (11:0 gegen Argentinien), sie waren dort auch der erster WM-Teilnehmer ohne Gegentor während eines Turniers. Nebenbei sind die amtierende 8fache Europameisterinnen (!) und neben den USA das erfolgreichste Frauen-Fußballteam der Welt. (Da gibt es noch viel mehr zu berichten...)

Da bleibt mir glatt der Mund vor Staunen offen stehen. So viele Ressourcen, die mir gar nicht bewusst sind und die ich nicht genieße. Es wird Zeit, aus dem Vollen zu schöpfen und uns unsere Schönheit, Stärke, Können und Möglichkeiten bewusster zu machen. Wir sind noch viel mehr als dieser Weltmeistertitel. Es gibt jede Menge stille Ressourcen! Wow! Nicht nur beim Fußball, sondern auch in unzähligen anderen Bereichen unseres Lebens und Alltags und vor allen Dingen in uns selbst! *Hüpf*Jaaa!*

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Montag, 30 Juni, 2014

Mich selbst nicht vergessen

Wenn große Projekte im Raum stehen, fällt es mir schwer, mich auf meine eigenen Vorhaben zu konzentrieren.

So war es im letzten Jahr bei der von meinem Mann übernommenen Betreuung, die auch von mir Aufmerksamkeit und Fürsorge forderte. So ist es seit Beginn unserer Renovierungsarbeiten Ende April. Jede freie und regentrockene Minute wird genutzt, um die Arbeiten fertig zu stellen und den Kopf für Neues frei zu haben.

Eigentlich nicht weiter tragisch, wenn es mich nicht stören würde. Was mich stört? Meine geplanten Vorhaben im Büro bleiben liegen. Sobald es um Routinearbeiten oder Bekanntes geht, ist das alles kein Problem. Weil ich aber auch Neues schaffen will, brauche ich Aufmerksamkeit, Ruhe, Zeit und die sind bei unserer Baustelle hinter dem Haus gebunden. Arg.

Ich habe von anderen gehört, denen es ähnlich geht. Kreative Arbeit, Neues erschaffen braucht Freiraum im Kopf, Zeit, die richtige Stimmung und Rahmenbedingungen. Gut ist: 90% der Arbeiten sind geschafft. Noch eine Wand streichen, kleine Stellen an den Holzbalken nachbessern, die Beschattung kürzer nähen. Wenn ich damit fertig bin, ist sicherlich auch mein Mann mit seinen Aufgaben durch. Hey, es handelt sich um höchstens noch eine Woche, Anja. Dann ist es geschafft, vielleicht noch Zeit, die Werkzeuge im Keller wegzuräumen.

Traurig war ich, weil ich nicht bei meinen Themen weiter kam und es nicht schaffte, morgens oder zwischendurch an meinem Schreibtisch weiter zu recherchieren. Anfangs ging das noch, doch als ich einige Tage raus war, fehlte mir der Pack-an, andere Themen drängten sich dazwischen. Ich hätte mir die Zeit nehmen können, doch ich wollte endlich den Kopf frei bekommen und den habe ich frei, wenn die Baustelle erledigt ist. Das ist ganz bald der Fall.

Annehmen, was ist. Die Dinge tun, die möglich sind und nicht verzweifeln, weil mir wichtiges vorübergehend liegen bleibt. Gut für mich sorgen, zum Beispiel mit der Renovierungsarbeit früher aufhören, um uns was Leckeres zu Kochen.

Auch das Renovieren geht vorbei. Ich vergesse mich und die mir wichtigen Themen während dessen nicht, ich setze Prioritäten. Anschließend ist wieder Zeit, meinen Themen Aufmerksamkeit und Schubkraft zu geben, auch meine Freundinnen zu treffen und meine Familie zu besuchen, die zu kurz kamen.

Alles hat seine Zeit. Auch wenn mir's manchmal nicht passt, wann es seine Zeit hat...

Himmel, freue ich mich auf den Abschluss der Arbeiten!

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 18 Juni, 2014

Wer hat an der Uhr gedreht?
Weiter im Renovierungsgarten

... Ist es wirklich schon so spät?

Ja. Ist es. 22 Tage sind vergangen, seit dem ich das letzte Mal hier schrieb. Mir kommt diese Zeit viel länger vor. So viel ist in Bewegung, dass ich kaum Schritt halten kann.

Ich sitze selten am Schreibtisch, weil ich weiterhin draußen im Garten bzw. auf der Terrasse und am Haus werkle. Seit unserer einjährigen Renovierung des Hauses 1997 ist dies das größte Projekt für meinen Mann und mich. Wir haben schon viel geschafft:

Die Gartenmauer ist verkleidet, gestrichen. Holzzäune gestrichen. Haussockel verputzt. Holz der Pergola geschliffen, gestrichen und aufgebaut inklusive vor Regen schützendem Dach. Steg neu geölt. Holzmöbel abgeschliffen und gestrichen. (Die Tischplatte gefällt uns besser als bei der Neuanschaffung. Jetzt kommt die Holzstruktur mehr heraus. Davon gleich ein Foto. Ein echter Gewinn.) Eine neue Treppe von der Küche in den Garten montiert. Ein Teil der Terrassensteine schon gesäubert und neu verfugt. Die Kellertreppe verkleidet und einmal gestrichen.

80% sind geschafft. Jetzt stehen noch weitere, aber kleinere Schritte und die übrigen Terrassensteine an. Fugenauskratzen macht zwar keinen Spaß. Auf der anderen Seite hab ich jedes Jahr einmal das Unkraut entfernt und das soll durch die neuen Fugen wegfallen. Gut, die alten waren kaum mehr gefüllt. Die Zeit und der Hochdruckreiniger haben so einiges ausgewaschen.

Was wir bisher geschafft haben, ist herrlich anzusehen. Ein Genuss fürs Auge, wobei ich das Alte auch gut sehen konnte. Ich habe mich auf das Schöne konzentriert. Ich habe richtig Farbe im Gesicht und an den Armen bekommen, ohne mich dafür in die Sonne legen zu müssen. Wenn ich meine Hände auf meine nackten Oberschenkel lege, ist der Farbunterschied enorm. Früher dachte ich immer: Ich werde ja kaum braun, da war diese Disziplin im Strandurlaub noch wichtig. Heute ist es mir wurscht und merke jetzt so nebenbei: Werde ja doch braun. :o)

Das ist positv bei all der körperlich sehr anstrengenden Arbeit. Ebenso, dass ich wahrhaftig 3 kg verloren habe. Körperliche Betätigung macht sich also auch auf der Waage bemerkbar. Außenstehende hatten mir das angesehen, doch ich sah nichts auf der Waage (stelle mich bei Bedarf so 1 - 4 mal im Jahr drauf - im Gegensatz zu früher, da wars täglich, morgens nach dem Bad). Heute früh zeigte es sich auch dort. Schön!

Ein schönes Gefühl auch, dass wir beide, mein Mann und ich, das alles alleine geschafft haben. Ohne Kräfte von außen. Es gibt mir als Frau wieder einmal das Gefühl, was ich leisten kann (und auch mal wie ein Mann anpacken). Ich traue mir auch mehr zu. Gut fürs Selbstbewusstsein. Und es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl für unsere Partnerschaft, was uns richtig gut tut. In Krisenzeiten ist es für mich ein Kraftanker, mich an diese Erlebnisse zurück zu besinnen und zu merken: Wir haben an einem Strang gezogen und das geschafft.

Haben Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner schon mal zusammen gearbeitet? Boah, zum Teil prallen da so unterschiedliche Welten aufeinander... Doch inzwischen können wir immer besser miteinander streiten. Nach 21 Jahren Ehe spielt es sich immer mehr ein, sich gegenseitig zu lassen, sich zu behaupten, auf den anderen einzugehen, Toleranz und Durchatmen üben ... Jeder Mensch hat so seine Lernaufgaben...

Jetzt habe ich endlich wieder geschrieben. *Hüpf* Ich weiß, einen angekündigten Beitrag über das auf mich selbst konzentrieren wollte ich noch schreiben. Der kommt noch. In diesem Moment freue ich mich, dass ich wieder gebloggt habe. Mir Zeit genommen habe, hier zu sitzen und meine Finger über die Tasten hüpfen zu lassen und Sie an meiner kleinen Welt teilhaben zu lassen.

Es hat richtig gut getan, mir die positiven Dinge und Errungenschaften anzuschauen und darüber zu berichten. :o) Das ist auch ein wichtiger Bestandteil des gesunden Lebens.

Alles Liebe aus Köln & schön, dass Sie da sind und mich lesen.

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 27 Mai, 2014

Rollenverteilung beim Handwerken...
Warum mache ich es nicht selbst?

Ich war/bin eine super Assistentin. Weil ich mitdenke, voraus schaue, gut zuarbeite, ganz bei der Sache (des anderen) bin - mit der Zeit alles Wichtige so verinnerliche, dass ich es eigentlich selbst tun könnte.

Das zeigt sich im praktischen Leben - zum Beispiel bei der Renovierungsarbeit, die jetzt draußen am Haus statt findet. Habe ja schon davon berichtet. Es zeigte sich auch in meinen Jobs, die ich früher hatte. Und auch letztes Jahr, als mein Mann die Betreuung für seinen verunfallten Chef übernahm, griff ich ihm unter die Arme: Hörte zu, überlegte mit, sortierte die Buchhaltung, verschaffte einen Überblick über die Lage, litt auch mit und machte Mut. Doch vor allen Dingen war es das Dasein, Zuhören, Rücken frei halten und Mittragen der schweren Last.

Alles schön und gut? Nein, eben nicht. Gut, manchmal geht es nicht anders (wie letztes Jahr, doch dabei ist das eigentliche Problem, dass ich mich selbst vergesse, darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten), aber grundsätzlich ärgere ich mich über mich selbst. Weil ich mich unterordne und meine Fähigkeiten zur Seite stelle. Brav die Werkzeuge angebe und vorbereite, statt es selbst zu tun. Nein, nur Assistentin sein macht auf Dauer keinen Spaß.

Letzte Woche hatte ich keinen Bock mehr. Es mussten mehrere Silikonfugen gezogen werden. Mein Mann bat mich, die schon mal mit Klebeband abzukleben. Als ich das tat, fasste ich mir an den Kopf: Warum eigentlich? Das Abkleben dauerte mir viel zu lang und der Rand ist so nachher doch unsauber. Ich kann das auch selbst, ohne Abkleben. Bei der Sanierung des Hauses 1996/1997 hatte ich auch Silikonfugen gezogen.

Also schnappte ich mir das Zubehör, die Silikonspritze (wie funktioniert die nochmal?), wechselte die Kartusche, nahm das Seifenspray, eine Klopapierrolle zum praktischen Aufnehmen des überflüssigen Acryls (gelernt von meinem Bruder, der das Tischlerhandwerk lernte), einen Abzieher und los. Hey, und es klappte. Es wurde richtig gut! Denn was ich (auch) richtig gut kann, ist genau arbeiten.

Zum Beispiel an Fuß- und Deckenleisten so genau vorbei streichen, dass man nicht abkleben muss. Dauert länger, ist aber sauberer und macht Spaß. Mein Mann hingegen ist gut bei groben und auch körperlich anstrengenden Arbeiten. Er kann ruckzuck was einreißen und schwere Arbeit wegmachen, dass ich immer wieder staune. Fürs Genaue fehlt ihm die Geduld. Deswegen streiche ich bei der Raumrenovierung auch immer die Kanten und mein Mann übernimmt mit der Rolle die großen Flächen. Ersteres dauert, was mich nervt, weil die großen Flächen in kürzerer Zeit nach viel mehr aussehen. Da mir aber wichtig ist, dass es ordentlich ist, übernehme ich die filigrane Arbeit. Klar, ich könnte auch die Flächen noch streichen, mache ich auch manchmal. Aber warum sollten wir es nicht zusammen machen und so ist die Arbeit insgesamt schneller fertig? Ruhm oder Schönheit? Ich entscheide mich für die Schönheit bzw. dafür, dass es 'schön' und ordentlich wird und nicht nur schnell fertig.

(Mein Gott, hat Sting eine attraktive Stimme! Hab mir eben nochmal dieses Video angeschaut. Er hat was. Stimme in jedem Fall. Und eine Art Verletzlichkeit? Tiefe? Was ist es? Ich kann es nicht ergründen, lasse mich jetzt von Stings Stimme begleiten. Herrlich... So weiter im Beitrag, das musste jetzt unbedingt eben reingeschoben werden.)

Mein Mann stutzte erst, als er am Telefon fragte, ob ich die Fuge schon abgeklebt hätte und statt dessen erfuhr, ich hatte sie selbst schon gezogen. Als er sie live sah, freute er sich, dass er die Arbeit nicht machen muss und dass es so gut geworden ist.

Also, warum diese Scheu, Anja? Du bist nicht mehr das Kind, das seinem Vater bei der handwerklichen Arbeit zuschaut und ihm dabei zur Hand geht. Du bist erwachsen. Du kannst es selbst. Warum diese Scheu? Hat es außer der Gewohnheit damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen? Ja, auch. Was ist es noch? Es ist die Angst, in Bereiche vorzudringen, in denen ich mich nicht so gut auskenne. Wo es viele gibt, die sich besser auskennen. Ich bin ja keine gelernte Handwerkerin, auch wenn ich dazu bestimmt das Zeug gehabt hätte.

Es war immer ein 'Mann' im Haus. Früher mein Vater. Heute mein Mann. Und ich kenne es so, dass die die handwerklichen Arbeiten übernehmen. Ich stelle mich da eine Stufe nach hinten und arbeite eher zu. Klassische Rollenverteilung! Schrei!

Will ich das? Nein! Tue es aber trotzdem und ärgere mich darüber. Nun, ich durchbreche ja das Muster. Mache Dinge selbst wie die Silikonfuge, weil ich sie mir zutraue und dieses genaue Arbeiten eher mein Ding ist. Meine Schwester erzählte mir, dass sie an ihrem Haus eine Wand verputzt hat. Wow! Ich war sprachlos. Wieso? meinte sie, steht doch auf der Packung drauf, wie es geht. Cool! Meine Schwester. In ihrem Haus gibt es keinen Mann. Da ist diese Selbstverständlichkeit der klassischen Rollenverteilung einfach nicht gegeben - und sie packt es an. Würde ich dann wahrscheinlich auch tun, wenn es so bei mir wäre. Ja, vielleicht ist es auch die Angst, der Mann kann es besser. Weil er Handwerker ist. Dabei sehe ich bei meinen Ideen und Handeln, dass ich auch geschickt bin, vorher gut überlege, auch manches versaue... aber so ist das eben, dann macht man es wieder gut und gut ist. So geht es den Männern ja auch.

Ein Problem: Ich glaube, andere können es besser als ich. Wenn ich dann genau beobachte, merke ich: Das stimmt nicht. Jeder hat bestimmte Vorlieben, kann das eine besser als das andere, aber keiner kann alles besser. Übung spielt eine große Rolle. Manchmal wohl auch so tun, als ob man es gut/besser kann, obwohl das nicht stimmt. (Weil es erwartet wird, man selbst es von sich erwartet oder weil man es glaubt). Durch Versuch und Irrtum, neu machen und verbessern - entwickelt sich dann eine Fähigkeit. Also, mehr Mut, Anja. Nicht nur streichen. :o)

Gut, auf der anderen Seite muss ich ehrlich bekennen: Ich hasse alle Arbeiten, die mit Kalk zu tun haben. Beton, Mörtel, Spieß... Nix für mich. Zu dreckig, wobei ich mich gut im Garten dreckig machen kann. Aber gegen Kalk bin ich 'allergisch'. Um diese Arbeiten mache ich gerne einen Bogen und bin froh, sie nicht machen zu müssen. Bohren gehört auch dazu. Ich hasse Bohrstaub. Wenn mein Mann hier in der Wohnung bohrt, stehe ich mit dem Staubsauger daneben, damit er sich möglichst wenig verteilt. Als in meiner Zollstocker Coachingwerkstatt ein Rohrbruch beim Nachbarn war, musste bei mir im Bad die Wand aufgeklopft werden. Das passierte, während ich nicht da war. Mein Vermieter hatte mich informiert und so gut es ging alles abgeklebt, damit es nicht staubte. Doch wer so was schon mal mitgemacht hat, weiß: Dieser feine weiße Kalkstaub ist überall. Wenn ich schon dran denke, bekomme ich Aggressionen und die Nackenhaare stellen sich auf. Homöopathen könnten daraus wahrscheinlich Schlüsse ziehen, warum ich so auf dieses Material reagiere...

Fazit: Es gibt handwerkliche Arbeiten, ....

... die mag ich und die mache ich auch ohne um Rat zu fragen oder mich unterzuordnen. Da bin ich Chef. Streichen zum Beispiel. Silikonfugen ziehen. :o)

... die mag ich nicht und bin froh, dass ich sie nicht machen muss. Bohren zum Beispiel, Wände aufklopfen.

... da traue ich mich noch nicht/selten/gar nicht ran, weil ich denke, die anderen (bei handwerklichen Arbeiten: Männer) können es besser. Wobei die auch falsch liegen können, es selbst ausprobieren müssen, nachfragen (was offenbahr für viele Männer so schwer ist... Ich hab null Probleme damit, mir im Baumarkt was erklären zu lassen - nach dem Weg zu fragen.).

Ich denke, wer Handwerker ist, kann alles handwerkliche. Als bekommen sie eine Allzweckwaffe in der Ausbildung, Gesellen- und Meisterzeit überreicht. Dabei ist das Quatsch. Die können doch auch nicht alles! Mein Mann hat draußen zum Beispiel auch das Elektrische gemacht. Er ist Schornsteinfeger. Ich würde das Elektrische nicht anpacken (mein Papa ist Elektriker), davor habe ich zu viel Respekt. Nun, mein Mann macht es einfach. Er kann ja auch viel. Aber - jetzt kommt der entscheidende Punkt: Das hat diesmal auch nicht auf anhieb geklappt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft die Sicherung rausgeflogen ist. Ich will ihm nicht unrecht tun: In der Regel klappt das. Hier war es ein besonderer neuer Schalter, der Mätzchen machte. Die Sicherung sprang raus. Na und? Er hat solange probiert, bis es klappte. Fertig. So einfach ist das. Beim nächsten dieser Schalter weiß er, was zu tun ist. Lernen durch Tun.

Das könnte ich mir mal hinter die Ohren schreiben, noch besser verinnerlichen: Andere können es nicht automatisch besser. Sie können es besser, weil sie sich trauen. Weil sie versuchen, üben, scheitern, dabei lernen und sich verbessern. Und so zum Meister werden. So geht es. Durch zögern, zaudern, alles auf anhieb perfekt machen wollen bleibt man/frau (ich!) nur stecken.

Mein Wunsch: Mehr Mut bei den Dingen, wo ich noch wenig praktische Erfahrung habe - in dem ich es einfach tue. Mut, Fehler zu machen. Mich weiter zu entwickeln. Besser werden. Nur so geht es. Keiner kommt als Profi auf die Welt!

Heute regnet es Bindfäden. Herrlich. Ich müsste Holz schleifen, bevor es den ersten Anstrich bekommt. Das soll vorher nicht nass werden. Also bleibt es im Keller: Pause! Zeit, nachzudenken, zu reflektieren, diesen Beitrag zu schreiben, neue E-Cards zu fertigen:

Neue Ecards

Im Garten blühen die Rosen wie schon Jahre nicht mehr. Auf dem Foto sehen Sie Leonardo Da Vinci, die letztes Jahr einen großen Trieb verlor. Ich befürchtete, sie schafft es nicht. Jetzt schauen Sie sich an, wie Sie es geschafft hat!

Auch die weiße Kletterrose steht voller Knöpfe. Auf dem Foto eine ihrer vielen Blütenrispen. Und das alles schon im Mai und nicht erst im Juni. Dieses Jahr ist wirklich anders als all die Jahre davor. Schon im April blühte eine Rose!

Fünf Pfingstrosen brachte mir meine 'heilige' Staude, die ich aus einem alten Bauerngarten geschenkt bekommen habe, als Geschenk. Die pinken Blüten haben mein Büro lange beduftet. Wenn ich hier rein kam: Hmmm, tief einatmen, wohlfühlen. Jetzt steht die rosafarbene Gertrude Jekyll auf meinem Schreibtisch mit einem Zweig Frauenmantel. Sieht schön aus, auch wenn sie nur stark duftet, wenn ich meine Nase in die weichen Rosenblüten halte. Die Pfingstrose konnte nur durch ihre Anwesenheit den ganzen Raum erfüllen!

Alles Liebe,

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 19 Februar, 2014

Unerwartetes Jubiläum

Lilo wundert sich

Merkwürdiger Werbebrief Anfang Januar in der Post. Großer Umschlag, fette Schrift, Kugelschreiber drin. Hm, ich drehe den Stift. Och, mit Aufschrift 'Anja Kolberg - Kreative Lösungen, 50858 Köln'. Nett, danke schön. Doch warum steht daneben die Zahl 15 mit Lorbeerkranz? Farbnummer vielleicht? Komisch. Ich lege den Stift mit dem ungelesenen Brief zur Seite.

Beim Aufräumen fällt mir beides in die Hände. Jetzt will ich's wissen: Was soll diese Zahl? Man gratuliert mir zum fünfzehnjährigen Betriebsjubiläum. Unfassbar. Daran habe ich gar nicht gedacht! Stimmt, 1999 meldete ich meine Selbstständigkeit beim Finanzamt an. Ich bin 2014 im fünfzehnten Jahr selbstständig. Unbegreiflich wie schnell die Zeit vergeht. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Monaten einen Rückblick? Ein wertvoller Schritt, mir alle Herrlichkeiten in meiner Schatzkiste bewusst zu machen.

Verglichen mit einem Menschenleben ist aus der Unternehmensidee ein Teenager geworden. Bei einem Menschen finden innerliche Umbauprozesse statt, es geht um das Loslösen von Altem und um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Darum geht es auch meinem Unternehmen in diesem Jahr: Überprüfung - Veränderung - Entwicklung. Was will ich wirklich? Was ist mir wichtig? Und was gar nicht mehr? Was brauche ich? Ja, die Fragen kenne ich aus meinem eigenen Berufsworkshop. :o) Da ich ihn laaaange nicht mehr angeboten habe, fehlt mir selbst die Teilnahme. Ich habe es immer genossen, bei ungeraden Teilnehmerzahlen selbst ab und an mitzumachen. Hach. War schon schön.

Wo geht es lang, Frauencoaching? Wo geht es lang, Anja Kolberg?

In fünfzehn Jahren bin ich fast 60. Kann das sein? Ja, bald werde ich 44 plus 15 macht 59 Jahre. Schluck. Das kommt mir so unwirklich vor. Es ist aber Realität, Anja. Auch du wirst alt. Ja, Mama, auch ich. Kicher. Und liebe Oma, ich baue auf deine wunderbaren Gene im Alter von fast 90 noch so fit und geistig lebendig zu sein und auf die robuste Gesundheit meines Papas. Mir macht die Zukunft also keine Angst.

Dennoch bringt diese Zahl 59 - die zurückliegende Zeit meiner Selbsständigkeit in meine Zukunft geworfen - noch mal eine zusätzliche, ernste Komponente in die Überlegungen. Dann wäre ich in einem Alter, in dem so mancher schon an die Rente denkt. Ehrlich gesagt kann ich mir das als Selbstständige nicht so richtig vorstellen.

Zum einen, weil ich eine Arbeit mache und auch künftig machen will, die ich liebe und die ich unabhängig von meinem Alter ausüben will. Zumindest Stand heute. Wäre ich noch in einem meiner alten Angestelltenjobs würde ich mir die Rente herbeisehnen, um endlich frei zu sein.

Zum anderen, weil ich einer Tätigkeit nachgehe, die auch mit 70 oder 80 - durchschnittliche Gesundheit vorausgesetzt - noch ausgeübt werden kann. Anders als das bei einem körperlich anstrengenden Beruf der Fall ist. Körperlich anstrengend ist meine Arbeit nicht, zumindest meistens nicht.

Meine Situation ist anders. Gut so. Zumindest meistens. Denn als Selbstständige fehlt mir doch das regelmäßig planbare Einkommen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bezahlte Krankentage und -versicherung sowie die gesicherte Vorsorge für die Rente. Trotzdem will ich nicht tauschen. Nein, kann ich mir gerade nicht vorstellen.

Klick zur Umfrage So genug geredet. Aus Anlass meines 15. Geburtstags - witzig, mir selbst vorzustellen, ich wäre dieser Teenager - habe ich eine Umfrage erstellt. Um zu erfahren, was Ihnen wichtig ist und wer meine Seite besucht. Die Leserinnen meines Newsletters wurden bereits am Montag zur Umfrage eingeladen und haben rege teilgenommen.

Nun möchte ich auch meinen Webseit-BesucherInnen, die keinen Newsletter empfangen, die Gelegenheit geben, mitzumachen. Ich weiß noch nicht, wie lange ich die Befragung online stehen lasse. Vielleicht nur einen oder zwei Tage, vielleicht eine Woche. Eine Verlosung gibt es auch. Wenn Sie Lust haben, machen Sie mit. Die Umfrage wurde am 27.2.14 geschlossen.

Herzliche Grüße

Anja Kolberg

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Donnerstag, 13 Februar, 2014

Wonach schmeckt das neue Jahr?

Mehr als ein Zwölftel von 2014 ist passé. Wir hatten Zeit, vom Jahr zu kosten. Und - wonach schmeckt es?

Durch begleitete Coachingprozesse entdeckte ich ein Muster: Darin wie ein Veränderungsweg anfängt, zeigt sich ein Thema. Eine Aufgabe, an der ich arbeiten kann, um mich weiterzuentwickeln, den Verlauf gut zu schaffen.

Die Beobachtung kann ich auf ein Lebensjahr übertragen, ein Vorstellungsgespräch, den ersten Arbeitstag, eine Unternehmensidee, den Erstkontakt mit einem Menschen oder eben auf ein Jahr. Wie beginnt eine Beziehung, ein Prozess, ein Zyklus - und welches Thema zeigt sich darin?

Erkenne ich die Aufgabe, nehme ich das Ruder in die Hand. Das macht einen Unterschied, weil ich mich darauf einstellen kann. Ob ich klar sehe oder wegen Nebels umherirre. Ich stelle mich darauf ein, achte damit gut auf mich. Ich habe ein wertvolles Leitbild für meinen Weg.

Lust auf eine Übung, um für sich auf die Spur dieses Thema zu kommen? Dann machen Sie mit:

Welchen ersten Geschmack hat Ihr Jahr 2014 bisher?

Augen zu. Was fällt Ihnen als erstes ein? Ein, zwei Worte. Was nehmen Sie wahr? Munter drauf los. Wie fühlt sich das an? Beschreiben Sie es.

Echt. Nicht weiterlesen. Keine Hemmungen. Es gibt nur richtig. Nämlich Ihres!

Für mich schmeckt es - wenn ich spontan darüber nachdenke - nach Brause auf der Zunge: Prickelt. Süß. Sauer. Da bewegt sich was von alleine. Es knallt ein bisschen. Huch, spannend!

Was da für ein Thema für mich hintersteht? Ich vermute, gut auf eine Balance aufpassen. Zwischen Aktion und Ausruhen. Die erste Migräneattacke Anfang Januar nach vielen Jahren (ich berichtete) weist darauf hin. Ein Gleichgewicht finden. Einpendeln lassen.

Was hat das mit Brause zu tun? Nun: Wenn ich zuviel Brause in den Mund nehme, schäumt es wie verrückt und die Blasen laufen über. Zu wenig macht nicht richtig Spaß, es soll ja nach was schmecken.

Ein wichtiges Thema für mich in 2014: Gut auf mich aufpassen. Balance halten. Lernen das richtige Maß zu finden. Ich befinde mich in einer ähnlichen Energie wie zu Beginn meiner Selbstständigkeit. *hüpf* Damals war ich froh, endlich das zu tun, was ich tun wollte und nicht irgendwer anders mir sagte. Das machte soviel Spaß, sieben Tage die Woche habe ich gearbeitet und irgendwann zeigte mir mein Körper die rote Karte. Das will ich diesmal anders machen. Selbstfürsorge üben - und dabei meine Ziele im Auge behalten. Mein Thema!

Auf welches Thema - auf welche Lernaufgabe könnte Ihr bisheriger 2014-Geschmack hindeuten? Überlegen Sie, vielleicht mit Blatt und Papier oder in eine E-Mail an sich selbst. Ja, die Aufgabe ist ungewöhnlich. Das Gute daran: Wir kommen auf neue Ideen, nehmen einen anderen Blickwinkel ein, entdecken uns selbst. Spielen. Versuchen Sie's und folgen Sie Ihrem erstem Impuls. Ich vermute, dass Ihnen in den ersten Wochen des Jahres schon die ein oder andere Erkenntnis gekommen ist, was sich dieses Jahr so zeigen möchte.

Wenn's nicht auf Anhieb klappt: Kein Problem. Nehmen Sie den Gedanken eine zeitlang mit sich oder lassen ihn los. Und plopp - vielleicht wenn Sie gerade nicht daran denken, fällt es Ihnen auf: Das ist ein Punkt, den ich in diesem Jahr lernen will. Das ist eines meiner wichtigen Themen in diesem Jahr.

Viele Grüße von der Brauseinsel

Anja Kolberg

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Dienstag, 31 Dezember, 2013

2013 - lass dich mal drücken!

Ich bin dankbar, dass ich dich erleben durfte, liebes Jahr 2013. Du hast so heftig begonnen und klingst so gemütlich aus. Danke für diesen Ausgleich. Ich fand dich oft ziemlich doof und ungerecht, doch trotz allen Herausforderungen - oder gerade deswegen: Danke. Nur so konnte ich vieles lernen, begreifen und dadurch innerlich wachsen. Heute sehe ich das.

Wie geht es mir am letzten Tag in 2013? Gut. Ich bin so gelassen wie schon ewig nicht mehr an Sylvester. Mann, Hund und ich - wir feiern den Jahreswechsel gemütlich zu Hause. Ich habe nicht das Gefühl, noch irgendwas erledigen zu müssen. Gut, ich bereite die neuen Impulse 2014 vor, das ist Arbeit, was ich vielmehr meine, ist nichts mehr im Haushalt tun zu müssen. Nix mehr waschen, sauber machen, aufräumen. Obwohl da was zu tun wäre. Nö, heute nicht mehr. Ist übermorgen auch noch da, sofern sich nicht ein Rudel Heinzelmännchen über Nacht einnistet. Die Jahre vorher machte sich ein Gefühl fast wie ein Aberglaube breit: Nur wenns ordentlich ist, die Maschine Wäsche noch gewaschen (...) dann ist alles gut abgeschlossen oder erledigt und es wird ein gutes neues Jahr. Nö, Pustekuchen. Hat in den vorausgegangenen Jahren nicht geholfen. Weg damit.

Auch mit dem Essen: Gelassenheit macht sich breit. Den Feldsalat haben wir vergessen einzukaufen. Ist okay. Ich habe auch nicht das Bedürfnis, nach einem besonderen veganen Leckerbissen Ausschau halten zu müssen. Lecker, satt gepaart mit wenig Arbeit reicht. Es gibt Raclette. Für meinen Mann mit Hack und Käse zu den Kartoffeln, für mich mit Champignons, Birnen, Kräutermargarine, Oliven, getrockneten Tomaten... Reicht. Das neue Jahr wird nicht besser, wenn das Essen besonders opulent ist.

Einfach und gut. Ich finde eine gute Einstellung für das neue Jahr.

Wie waren die letzten 365 Tage für mich? Unerwartet. Eine Herausforderung, die mich an meine Grenzen und darüber hinaus geführt hat. Verändernd.

Was waren schöne Momente? Die vierzehn Tage mit Mama bei meiner Oma im Bergischen. Augenblicke, wo mein Mann und ich schwere Hürden bei unserer Herausforderung (ich schrieb davon im Newsletter) genommen haben, die oft kaum überwindbar erschienen. Ihre Rückmeldungen zu meinem Blog, meinen Kalendern und meinen Coachings. Viele Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die ich mag. Wenn unsere Hündin Minu 'menschelt', was sich für mich beim Rummosern zeigt, wenn sie etwas nicht darf, wenn sie während des Schlafens bellt und scheinbar läuft, wenn sie Quatsch macht und spielt, wenn sie pupst und rülpst und uns mit ihrem Welpenblick versucht zu hypnotisieren, um an unser Essen zu kommen. :o)

Gab es auch schwere Momente? Sicher. Viele. Ich übe, damit gelassener umzugehen, mir selbst Mut zuzusprechen und zu vertrauen, dass auch die vorbei gehen.

Gibt es etwas, das ich in 2013 zurück lassen möchte, vielleicht weil es zu schwer ist oder ich erkannt habe, es ist ein altes Muster, das ich ablegen möchte? Vor meinem inneren Auge läuft eine Liste an Punkten ab. Einer: Dinge für andere Menschen tragen, die nicht meine sind und die ich weder tragen muss, noch tragen soll, noch wenn ich ehrlich bin - tragen will. ... und die Versuchung, es mir beim nächsten Mal wieder - ungefragt, eigenmächtig und wie selbstverständlich - aufzuladen... Davon habe ich zwar schon einiges abgelegt, aber Reste sind noch immer da. Also: Merken, Anja. Nimm anderen ihre Aufgabe nicht weg. Trau ihnen zu, ihren eigenen Rucksack zu tragen.

Was brauche ich für 2014, um meine Träume und Wünsche zu verwirklichen? In erster Linie den Glauben an mich selbst. Denn ich brauche keine Feinde, ich bin mir selbst die beste Feindin, Zweiflerin, Entmutigerin. So hart das klingt, so fühlt es sich auch an. Wenn ich diese Verhaltensweise ablegen könnte (kommt auch mit auf die obige Liste), dann bin ich enorm weit. Wenn ich mir selbst dann noch mehr Mut mache, mir gut zurede, mir mehr zuhöre - so wie ich es für andere tue, dann verwirklichen sich meine Wünsche und Träume fast von alleine.

Wie kann ich das in mir selbst stärken? Hm. Ich überlege. Keine großen Vorhaben, Anja. Es muss klein sein und praktikabel, damit es wirkt. Wie wäre ein Termin, der jeden Tag automatisch in meinem Mailprogramm aufgeht und mich mit meiner positiven Affirmation versorgt? 'Ich erreiche meine Wünsche. Ich habe alles, was ich brauche. Es wird ganz einfach geschehen. Ich habe alle Zeit, die ich brauche, um wirklich bereit zu sein. Wie geht es mir heute?' Das habe ich mir gerade als neuen täglichen Termin gesetzt, versuchsweise als Arbeitsgrundlage. Beginn morgen, Neujahr.

Wer kann mich auf meinem Weg unterstützen? Ich sehe ganz viele Menschen, die mich umgeben und mir nahe sind und ich sehe auch den Blog hier, der wie ein äußeres Gewissen für mich ist und Sie meine Leserinnen und Leser. Das ist Stärkung, Erinnerung und Unterstützung zugleich.

Ich habe noch mehr Fragen auf meiner Liste stehen, doch jetzt ist es gut. Morgen ist auch noch ein Tag. Das reicht für heute. Das reicht für dieses Jahr.

Ganz herzliche Grüße aus 2013 und einen guten Start ins Jahr 2014

Anja Kolberg

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Freitag, 22 November, 2013

Glücksinflation & Glück in Dosen.

Wofür benutzte ich das Wort Glück?

  • Wenn ich etwas gewinne: So wie die Gartenrenovierung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. (März 2008)
  • Wenn ich gerade nochmal auf einer Autofahrt die Kurve statt den Graben bekomme: So wie bei einer Schneefahrt mit meiner Schwester als Beifahrein auf dem Weg zur Lehrstelle durch die kurvige bergische Landschaft. Es hatte frisch geschneit, die Fahrbahn war sehr rutschig und der Fiesta kam in einer Kurve trotz langsamen Vorwärtstasten ins Rutschen. Einige Zeit zuvor hatte mir einer der Mechaniker aus der Werkstatt, der mich morgens mit zur Arbeit genommen hatte, erzählt, wenn der Wagen ausbricht, muss ich gegenlenken. Keine Ahnung, warum er ausgerechnet mir das erzählte. Er war schließlich der Rennfahrer, der morgens seine Bestzeit toppen wollte, während ich mich krampfhaft festhielt. Dann kam der erste Schnee, eine rutschige Straße, ein ausbrechender Wagen und die Erkenntnis, warum ich diese Information erhalten hatte. Während wir beide kreischten, lenkte ich geistesgegenwärtig gegen, der Wagen fing sich vor dem Graben und wich nach dem zweiten Gegenlenken auch dem Seitenpfosten aus und fuhr dann schön den Berg weiter hoch. Auf der Straße. Yeah! Das nenne ich Glück und so fühlte es sich auch an, als sich meine Schwester und ich daraufhin vor Erleichterung kaputt lachten.
  • Wenn etwas Angst machendes gut ausgeht: Unsere Hündin Minu entwickelte einen hartnäckigen Knubbel an der Seite, an der Stelle wo sie den Inhalt einer Spritze nicht vertragen hatte. Der Knubbel ging einfach nicht weg. Die Ärztin empfahl, das Gewebe untersuchen zu lassen und wir hatten große Angst, dass darin schreckliches steckte. Ich stellte mir im Auto wartend auf das Ergebnis vor, dass wir erleichtert die Praxis verlassen, weil alles in Ordnung ist. Und so war es auch. Alles ok. Was für ein Glücksgefühl!
  • Wenn Gesundheit statt Krankheit diagnostiziert wird: "Ist das Leben schön!", das sagte ich dem Arzt nach meiner OP im Jahr 2000, bei der ein Brustkrebsverdacht ausgeschlossen werden sollte. Er hatte einen Schnellschnitt gemacht und mir die Diagnose 'alles ok' nach meinem Aufwachen mitgeteilt. Das war nach all den ängstlichen Wochen ein so schönes Gefühl!

Jedes Mal war etwas besonderes passiert. Unerwartet. Mit gutem Ausgang. Das ist Glück für mich.

Doch in den vergangenen Jahren habe ich das Gefühl, es kommt zu einer 'Glücksinflation'. Alle jagen dem Glück hinterher. Wollen es haben und behalten. Möglichst oft erleben. Auch ich. Könnte man es in Dosen kaufen, der Erfinder hätte ausgesorgt und könnte sich einen Platz weit vor Bill Gates auf der Liste der reichsten Erdenbürger sichern. Glück in Dosen.

Ich vermute, es geht dabei jedoch gar nicht mehr um dieses ganz besondere und seltene Erlebnis, sondern der Sehnsucht nach einem Dauergefühl der Zufriedenheit.

Wenn ich Glück habe, löst das einen Energieschub aus, ein Hochgefühl. So gut, dass ich mehr davon will. Aber wenn das Glücksgefühl zum Dauerbrenner wird, wo ist dann noch sein Reiz?

Macht Reichtum glücklich? Ich vermute nein, wenn ich mir die Geschichte des englischen Ehepaares anschaue, die den höchsten Gewinn auf der Insel einsteckten, auf der Reichstenrangliste Englands noch vor Eric Clapton sind, sich aber jetzt scheiden lassen. Vor dem Gewinn führten sie ein einfaches Leben und waren zufrieden. Nach dem Glücksgewinn sah das anders aus. Ein Trugschluss zu glauben: Wer reich ist, ist glücklich. Jeder hat seine Lebenspäckchen zu tragen.

Macht Gesundheit glücklich? Gesundheit ist kostbar. Doch so richtig zu schätzen weiß ich sie erst, wenn ich eine zeitlang krank war und wenn dann endlich wieder Gesundheit eintritt.

Macht Erfolg glücklich? Kurzfristig schon. Doch nach jedem Hoch kommt auch ein Tief. Wellenbewegungen des Lebens. Ich las von einer Sängerin, die von dem Druck erzählte, nach einem erfolgreichen Album das nächste rausbringen zu müssen. Bekannt ist auch der Druck, dem Autoren ausgesetzt sind, wenn ihr erstes Buch ein Bestseller war. Denn was stellt das für Erwartungen an das nächste Werk auf?

Glück ist ein seltenes und kurzes Gefühl. So wie auf einer riesengroßen Wiese unter Millionen Kleepflanzen ein Vierblättriges zu finden. Das ist etwas besonderes. Ein besonderes Gefühl. Wie lange hält ein Glücksgefühl tatsächlich an? Einige Sekunden? Minuten? Einen Tag?

Das Glücksgefühl, einen Partner gefunden zu haben, der stimmig ist. Das Glücksgefühl am Tag der Hochzeit. Das Glücksgefühl, eine Arbeitsstelle bekommen zu haben. Einen Auftrag. Ein Projekt beendet zu haben. Tolle Umsätze. All das ist flüchtig und weicht dem Alltag und seinen Herausforderungen. Zum Beispiel das Hoffen auf den nächsten Auftrag. Die Frage nach dem nächsten Buch. Der erste Streit. Die nächste Erkältung oder was auch immer.

Glück ist ein flüchtiges Gefühl. Und wenn es da ist, spielt sich in meinem Gefühlszentrum eine Orgie ab. Das Gefühl macht süchtig. Ich will es am liebsten immer wieder fühlen oder zumindest den Kick dann bekommen, wenn es gerade mal so grau ist wie heute früh hier am Kölner Himmel.

Wenn ich es verständlicherweise immer wieder haben will, immer wieder fühlen will, dann mache ich mich auch abhängig von diesem Gefühl. Ist mein Leben nur richtig gut, wenn ich glücklich bin? Ich will mich nicht vom Glücksgefühl abhängig machen und ihm auch nicht hinterherjagen, dem Glück, das im Außen passiert. Ich will das Glücksgefühl in mir selbst entstehen lassen. In dem ich mich unabhängig mache von dem Glück, das von außen auf mich zukommt und auf das ich keinen Einfluss habe.

Wie?

In dem ich eine Lampe anknipse, die die Dunkelheit des Kölner Himmels vertreibt. In dem ich mich warm einpacke und mit dem Hund an die frische Luft gehe und die Schönheit des Novembers draußen suchen gehe. In dem ich meinem Partner etwas nettes sage, einfach so, statt mich über die wieder nicht aufgehängte Klopapierrolle aufzuregen. In dem ich dankbar auf all das schaue, was ich schon geleistet und erreicht habe, auch die kleinen Dinge - statt auf das nächste Ziel zu schauen oder auf andere zu schielen, die scheinbar glücklicher sind als ich.

Mache ich mir all die Selbstverständlichkeiten in meinem Leben bewusst, die beständig da sind, dann spüre ich ein gutes Gefühl. Und das kann ich mir - unabhängig von äußerem Glück - immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn ich eine Portion gutes Gefühl brauche.

Ich möchte üben, mir mein Leben so schön wie möglich zu machen, unabhängig davon, ob ich gerade einen Erfolg oder einen Durchhänger habe, ein Hoch in der Partnerschaft oder eine Krise, ob ich gesund bin oder krank, ob ich viel Geld habe oder wenig. Für das, was wirklich wichtig ist, habe ich alles was ich brauche. Es ist in mir und in meinem Leben. Ich muss nur genau hinschauen.

In diesem Sinne gehe ich jetzt mal meine Glücksgefühls-Welt retten: Ich mache einen Spaziergang mit dem Hund. Kaufe mir zwei knackige Brötchen. Halte vielleicht einen kurzen Plausch mit Petra am Blumenladen. Drehe die Heizung auf. Koche Kaffee. Beschmiere mir die Brötchenhälften mit dem köstlichen veganen Spekulatius-Aufstrich von Rewe. Und freue mich, dass ich das machen kann.

Ein schönes Novemberwochenende wünscht

Anja Kolberg

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Montag, 14 Oktober, 2013

Vielleicht kommt das Leben ganz leise daher?

Bei Unzufriedenheit spüre ich den Drang, aktiv werden zu müssen. Etwa: "Ich muss mich jetzt endlich bewegen. Ich muss das Thema unbedingt klären. Wenn ich diesen Experten anspreche, dann ist mein Problem geklärt. Ich muss nur das Buch lesen, dann weiß ich weiter. Ich muss die Übung noch ausprobieren, dann habe ich die Lösung. Wenn ich das mache, dann passiert das endlich... usw."

Doch ich habe nicht die Kraft, den Antrieb, die Lust, die Zeit, das Geld .... diese von meinem Verstand vorgeschlagenen Dinge auf den Weg zu bringen. Irgendwelche Blockaden halten mich (aus gutem Grund) davon ab. Also verdränge ich, lebe den Alltag und komme irgendwann wieder an den Punkt der Unzufriedenheit. Und ärgere mich, nicht aktiv geworden zu sein, denn dann wäre das Problem ja längst gelöst... Das glaube ich dann zumindest diesen einen Moment lang.

Heute früh beim Spaziergang mit unserer Minu hing ich meinen Gedanken nach, hörte die Vögel singen, sah die bunten Farben der Blätter auf den Bäumen und auf den Steinplatten des Weges, berührte mit meinen Schuhen die heruntergefallenen Kastanien, schmiegte mich in die Winterjacke, die Wärme tat mir so gut. Dann kam mir dieser Gedanke in den Sinn:

"Was, wenn das Leben ganz leise daher kommt?"

Wenn Veränderungen nicht durch Aktivismus in Bewegung kommen - was ja durchaus eine Möglichkeit sein könnte (nur wäre es dann die richtige?) - sondern sie aus meiner inneren Stille heraus entspringen. Wenn Neues aus der Ruhe in mir entsteht. Aus dem ganz bei mir sein. Bei der Besinnung auf die einfachen Dinge. Den Alltag leben. Meine Aufgaben mit Liebe ausführen. In die Stille gehen. Meinen Körper spüren. Austausch mit meiner inneren Stimme. Leise sein in mir selbst und mich von dem Druck einer - wegen meiner Unzufriedenheit scheinbar so nötigen - Veränderung zu lösen. Wissend, ich kann sie nicht mit Aktionismus herbeiarbeiten, ich kann meine Lösung nicht durch die Lösung oder den Rat anderer herbeizaubern, nicht durch noch etwas versuchen und nochwas und nochwas und nochwas.

... sondern durch einfach da sein und leben. Mein Leben annehmen, wie es gerade ist. In Meditation, Entspannung, Fantasiereisen mein Inneres besuchen. Die Natur wahrnehmen und mich daran erfreuen. Mir bewusst machen, was mir niemals genommen werden kann: Meine Liebe für mich selbst. Die Liebe anderer Menschen, die ich fühlen durfte und darf. Die Natur, die Liebe und Schönheit der Tiere. Frisches Wasser. Regen. Früchte im Sommer und Herbst. Blumen. Wind. Feuer. Das Grün und das Bunte der Natur. Die Veränderung der Jahreszeiten. Das Lachen. Die Wärme der Sonne. Meinen Körper spüren...

Ich fühle Reichtum, wenn ich an all das denke. Und wenn ich durch all das auf einmal so nah bei mir selbst bin, dann fühle ich meinen inneren Goldschatz, die Wärme und Kraft meiner Seele. Sie wird immer da sein, denn das bin ich.

Und während ich mich auf all das konzentriere, das 'am Gras ziehen wollen' dabei vergesse und auch all die destruktiven Gedanken - die ja nur in meinem Kopf sind und keine echte Gefahr darstellen - ist das 'gute' Leben auf einmal spürbar. Es ist da und mit ihm und dem Genuss des Moments und seiner Fülle eine tiefe Zufriedenheit.

Ich brauche keine Veränderung unter Druck mehr. Weil ich glücklich bin. In mir selbst. Zufrieden. Angekommen. Im Hier. Im Jetzt. Voller Liebe für das was ist.

Tief durchatmen. Das klingt wunderbar. So leise und sanft. In Liebe und in Frieden mit mir selbst sein. Und dann öffnet sich eine Türe, die vielleicht viele Jahre, Monate, Tage und Stunden verschlossen war.

Alles Liebe

Ihre Anja Kolberg

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Montag, 08 Juli, 2013

Ein für mich perfekter Sommer-Montagmorgen

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Ein sonniges Hallo aus Köln!

Heute durfte ich den für mich perfekten Sommer-Montagmorgen erleben. Wie der aussah?

Es fing damit an, dass ich früh wach war und das ohne schlechte Laune. Denn je nach dem, was ich geträumt habe, ist die Stimmung nicht gerade toll. Heute morgen war sie gut und ich konnte mich sogar an ein paar Traumsequenzen erinnern.

Mein Körper war beim Aufwachen angenehm temperiert. Eine Sommernacht bei gekipptem Fenster, ohne zu schwitzen - so mag ich das. Vom Bett aus konnte ich Mauersegler beobachten, die scharf am Dach vorbei durch die Häuserschlucht segelten - so schnell, dass ich sie kaum mit dem Auge erfassen konnte. Nach der Flugshow machte ich meine Beine im Liegen lang, um meinen schmerzenden Lendenwirbelbereich zu entlasten und hörte Minus Tapsen, die auch schon um die Ecke bog, um mich zu begrüßen.

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Ich nutzte die frühe Wachzeit und ging direkt mit ihr Spazieren. Auf dem Weg begegneten mir viele Kinder mit Ranzen auf dem Fahrrad. Kein anderer Spaziergänger. Herrlich, wenn es noch so früh ist und ruhig. Ich mag es, wenn ein Sommertag kühl beginnt, ebenso endet und mich zwischendurch mit einem frischen Windstoß abkühlt.

So war es gestern, Sonntag, hier in Köln und auch der heutige Tag scheint so zu werden. Wenn es morgens schon unerträglich heiß ist (bei uns vorm Haus ist bei dem Wetter dann schnell Sahara-Klima, die Sonne scheint dort von morgens früh bis nachmittags hin) und die Luft nur warm ist, selbst der Wind wie vor einigen Wochen - puh, das ist nichts für mich.

Den Schlänker zur Post habe ich bei unserer Gassirunde heute ausgelassen, montags ist so gut wie nie was in meinem Postfach. Hm, ich erinnere mich an meine 'Schreiben-Sie-mir-Aktion', die ich vor einigen Jahren startete. Was war das eine Freude, morgens die Briefe von Ihnen vorzufinden! So ein persönlicher 'echter' Brief hat bei mir die Kraft, selbst schlechte Laune oder Sorgen schwups wegzupusten...

Nachdem ich zu Hause die Spülmaschine eingeräumt, Herd und Spüle sauber gemacht, Eistee für den Tag zubereitet und mir einen Kaffee aufgeschüttet habe, bin ich mit der Tasse, meinen veganen Muffins und meinem Dankebuch in den Garten, der morgens im Schatten liegt und noch herrlich kühl ist.

Zu dem Zeitpunkt waren noch keine Maschinen zu hören, denn irgendwo scheint eine Baustelle zu sein. Statt dessen lauschte ich dem Rauschen des Bachlaufs, dem aufgeregten kurzen und lauten Tschieppen sich scheinbar zankender Amseln - die ja auch wunderbar singen können, dann zuerst das Weinen eines Babys und nach einiger Zeit sein lautes Lachen. Ich liebe es, mir diese Zeit zu schreiben morgens zu nehmen, die Pflanzen und Tiere zu beobachten, in den blauen Himmel zu schauen und meine Dankesübung zu machen.

Dabei schreibe ich 10 Dinge auf, für die ich dankbar bin (Ich bin dankbar für..., weil...). Die Übung stammt aus dem Buch 'The Magic' von Rhonda Byrne. Diese Schreibaufgabe lenkt die Gedanken auf das Positive im Leben und schafft so - auf jeden Fall für die Zeit der Übung und oft auch darüber hinaus - eine gute Stimmung.

Anschließend lese ich mir die Punkte meist noch einmal durch und denke an die Menschen oder Situationen, die ich erwähnt habe und streue glitzerndes Puder über sie oder mich, je nach dem. Ich habe von dem Buch wirklich viel Gutes für mich mitnehmen können, vor allen Dingen viele gute Gefühle.

Nach der Übung habe ich mir heute noch den Luxus gegönnt, meine Schuhe abzustreifen und mit meinen nackten Füßen über den noch im Schatten liegenden Rasen zu gehen. Tautropfen an den Grashalmen kühlten meine Füße und zwischen den einzelnen kurzen Halmen konnte ich wahrhaftig winzige mit unzähligen Minitropfen überzogene Spinnweben entdecken, nicht größer als zwei Ein-Euro-Stücke. Was muss das für eine Minispinne sein!

Im Arthur Finday College in England, wo ich letztes Jahr eine Woche einen Kurs besuchte, machten wir einen Abend eine Gehmeditation. Die habe ich heute morgen wiederholt. Dabei geht man langsam und mit Bedacht einen Schritt vor, wiegt dann auf den anderen Fuß zurück, wiegt wieder vor und geht danach einen Schritt vor. Dann wird das Wiegen wiederholt. Ein solches Gehen erfordert hohe Konzentration auf sich selbst und ist deswegen eine prima Meditation. So bin ich heute früh über den Rasen gegangen. Das war ein herrliches Gefühl!

Zum Abschluss habe ich mich wieder in meinen Holzstuhl auf dem Steg gelegt und die nassen Füße trocknen lassen. Diese Abkühlung! Ich blickte hoch in den großen grünen Kirschlorber und die tiefrote Blutpflaume, die an der Grenze stehen. Ihre Farben zusammen vor dem blauen Himmel sehen herrlich aus. (Auf dem Foto fehlt eindeutig das intensive Blau des Himmels.)

Die Sonne stieg höher und ihr Licht fiel über die Hausdächer immer tiefer in den Garten. Ich konnte beobachten, wie die Pflanzen mehr und mehr angestrahlt wurden, und sie sich auf der Teichoberfläche spiegelten. Im Licht entdeckte ich hoch oben zwischen Blutpflaume und Kirschlorbeer ein großes Spinnennetz. Seine Fäden glänzten in der Sonne auf, je nach dem wie der Wind es bewegte. Mal sah es aus wie ein strahlender Stern, dessen Spitzen abwechselnd von der Mitte aus strahlten, mal konnte ich einen Kreis entdecken, der von der Mitte ausgehend immer größer wurde, wenn der Wind das Netz bewegte. Es sah da oben aus wie das Tor in eine andere Welt.

Dieser Gedanken und die Erinnerung an die Woche letzten Sommer im Arthur Findlay College bewegten mich. Dort bin ich nämlich jeden Morgen über das Gras des großen Parkrasens mit nackten Füßen gegangen - so war die Verbindung zu heute morgen gleich geschaffen. In Stansted gab es jeden Morgen vor Kursbeginn eine Meditation im großen Versammlungsraum, die mir so richtig gut getan hat. [Nach dem Absenden dieses Blog-Beitrags schaute ich nach, wann die German Week diesen Juli stattfindet. Und wahrhaftig: Genau diese Woche sind meine Freundinnen und Freunde dort vor Ort! Welch schöne und besondere Verbindung! Seufz. Und sie haben auch noch schönes Wetter, welch ein Traum. Winke winke an diesen herrlichen Platz zum Sein.]

Im Liegestuhl übte ich heute früh - statt meine Gedanken wild fließen zu lassen, meine Aufmerksamkeit zu lenken, auf alles was ich sah, die Blüten, wie zum Beispiel die neue Binse am Teichrand, deren höhe Blüte langsam von der Sonne erhellt wurde, auf die verschiedenen Geräusche. Und dann konnte ich meine Augen schließen und eine kleine Meditation machen. Was ich dort erlebte, das möchte ich Ihnen gerne hier erzählen.

Ich bin dem Himmel dankbar, dass ich einen so schönen, runden Morgen für mich erleben durfte. Davon werde ich noch oft zehren und ich weiß das wirklich zu schätzen, denn ein so schöner Morgen, das ist keine Selbstverständlichkeit für mich.

Einen duften Tag wünscht

Anja Kolberg

PS: Die Muffins habe ich auf der Rezeptbasis des Veganen Biskuitteiges zubereitet. Ich habe nur noch Rosinen bzw. Milka-Kakao, der laut Hersteller auch vegan ist, und Blockschokolade zugefügt.

PPS: Als ich nochmal runter in den Garten gegangen bin, um einige Aufnahmen für den Blog zu machen, da durfte ich wahrhaftig eine große Schnecke MIT großem Gehäuse beobachten. QUIETSCH vor Freude. Nein, ich habe dabei nicht an abgefressene Blätter gedacht, sondern nur tiefe Freude gefühlt, ein solch interessantes Tier aus der Nähe beobachten zu dürfen. Hüpf!

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Mittwoch, 03 Juli, 2013

Im Hier und Jetzt

Gerade sah ich die DVD 'Entdecke deine Bestimmung'. Es ist die Aufzeichnung eines Vortrags von Eckhart Tolle vom 7. März 2008 in Californien. Von diesem Autor habe ich bisher nichts gelesen oder angeschaut, doch diese DVD zog mich magisch an.

Dieser stille und darin so lustige und tiefsinnige Mensch hat mir richtig gut gefallen und neugierig auf mehr von ihm gemacht.

In seinem Vortrag sagte er diesen Satz: 'Du erkennst dich selbst und sich selbst erkennen, das ist Liebe.'

Ich sah den Bezug zum Lesen in meinem Blog ('Ich lese in mir selbst.'), das Anschauen meiner Videotagebücher und meinem daraus entstehenden Gefühl wie schön das ist, was ich lese und sehe. Ich fühlte Liebe. Was ich dabei nämlich wahrnahm hatte nichts mit den negativen und kritischen Selbstgesprächen über mich selbst zu tun, die sonst 'da oben' in meinem Kopf ablaufen. Was ich sah und las, das war - das bin - ich. Ich habe mich selbst erkannt und fühlte Liebe.

Ich freue mich sehr über dieses Verstehen und fühle mich damit tief beglückt. Danke schön, Eckhart Tolle!

Und auch eine Verbindung zum Juli-Kalenderblatt mit dem Lavendelbusch habe ich entdeckt: Eckhart Tolle spricht von der Erfüllung im Moment, im Jetzt zu sein und nicht mit den Gedanken in der Zukunft, bei dem, was noch zu tun ist. Im Juli-Text habe ich es damit ausgedrückt, jetzt für eine Pause zu sorgen, inne zu halten und nicht erst dann, wenn ich fertig mit meiner Aufgabe bin.

Ich denke auch an meine Freude im Garten, wenn ich die Tiere beobachte und welch tiefe Freude mir das beschert. Ich habe durch den Vortrag auf der DVD verstanden, warum das so ist: Weil ich mich im gegenwärtigen Moment aufhalte. Ich bin mir über diesen Moment bewusst und habe die ewig laufende Schallplatte an gleichen und oft destruktiven Gedanken in meinem Kopf angehalten. Weil ich in dem Moment die Natur beobachte, einen Vogel, eine Blume, den Himmel, die Wolken oder unseren Hund Minu wie sie schläft und dabei 'wuff' macht, wie sie ihren Platz vom Schatten in die pralle Sonne wechselt und einfach da ist. Diese Momente lassen mich ganz im Hier und Jetzt sein. Erfüllt. Glücklich. Da. Ohne die Gedanken an die Zukunft, was ich noch alles erleben will und tun muss und noch nicht da ist und ich noch brauche. Ohne die Gedanken an die Vergangenheit, meine Geschichte, meine seelischen Wunden, meine Glaubenssätze, meine Erfahrungen.

In diesen Momenten bin ich einfach da. Präsent. Bei mir. In der Natur. Bewusst im jetzigen Moment. Und das schenkt - so Tolle - Lebendigkeit und Zufriedenheit. Danke für dieses tiefere Verstehen. Das fühlt sich richtig gut an!

Anja Kolberg

PS: Und nochwas hat mir gefallen: Diese Idee, mich nicht in Gedanken vorher mit etwas zu beschäftigen (eine Sache in der Zukunft, vor der ich Angst habe z.B.), sondern in diesem Moment wo das Ungewisse wirklich da ist, es ganz wahrzunehmen und aus diesem Moment heraus aus der sich dann zeigenden Kreativität zu entwickeln. Ich mache mich nämlich vor bestimmten Sachen schnell vorher mit unzähligen Gedanken, Möglichkeiten... 'jeck' und diese Sichtweise, es auf mich zukommen zu lassen und dann zu handeln gefällt mir. (Natürlich ist mir das auch schon vorher bekannt gewesen, aber es hatte so etwas gelassenes, beruhigendes an sich.)

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Montag, 01 Juli, 2013

Ich lese in mir selbst

Hallo da draußen in der Welt,

eigentlich wollte ich heute die Juli-Kalenderblätter vorstellen, aber mich bewegt heute etwas anderes. Etwas, das ich Samstag und gestern Nacht tat: In mir selbst lesen.

Komischer Satz, er bringt es aber auf den Punkt. Samstag stieß ich beim Aufräumen meiner Festplatte auf einige Video-Tagebücher, die ich aufgenommen hatte. Neugierig klickte ich in die Aufnahmen, manche schon drei Jahre alt. Ich beobachtete mich selbst, hörte mir zu, fühlte mit mir, freute mich mit. Es hat so gut getan!

Gut getan besonders deswegen, weil ich selbst meine größte Kritikerin bin. Und die hat eine gewaltige Kraft und Macht und tut mir nicht wirklich gut. Eine gewisse Portion Selbstreflektion ist gut, um sich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Zuviel davon ist schädlich. Daher ist es prima für mich, wenn ich mich mit Wohlwollen und Liebe betrachte. Eine ganz tolle und lohnenswerte Aufgabe! Und am besten, wenn ich das aus mir selbst heraus gewinne, mich selbst schön, liebevoll, gut, in Ordnung finde und das nicht von Feedback, das von außen kommt, abhängig mache.

Wobei: Heute früh kam ich an einer Baustelle vorbei und da hat mir wirklich ein Bauarbeiter nachgepfiffen! Hey, wie toll ist das denn? Ein Teil von mir sagt, ich bilde mir das ein. Und der andere sagt: Ist doch wursch, selbst wenn ich mir das einbilden würde. Der Pfiff zauberte sofort ein Lächeln auf mein Gesicht und das macht einfach Spaß. Ich finde solche Komplimente einfach zauberhaft, zumal ich in keiner 'normalen' Kleidergröße stecke, 43 Jahre alt bin und viele graue Haare auf dem Kopf trage. Also nix Pin-Up-Girl. Deswegen um so schöner!

Zurück zur Selbstkritik: Ich habe in meiner Vorstellung berichtet, dass ich irgendwann angefangen habe, meine innere Schriftstellerin zu kritisieren. Das betrifft aber nicht nur das Schreiben, sondern viele andere Dinge, die ich mache. Auf dem Weg aus diesem Verhalten heraus bin ich schon viele gute Schritte gegangen. Zu einem riet mir meine innere Stimme gestern Abend: Lies was in deinem Blog. Und ich fing an, meine Selbstvorstellung zu lesen, die Vorstellungen meiner beiden Kalender für 2013, übers Schreiben ... und es hat so richtig gut getan und Spaß. Ich liebe es!

Dieses gesunde Gefühl kosten zu dürfen ist wie im Himmel sein oder im Paradies für mich. Es hat mir richtig gut getan, in mir selbst zu lesen. Es tut gut, liebevoll mit mir umzugehen, mich zu wertschätzen. Das setzt viele gute Energien frei. Himmlisch!

Die beiden neuen Kalenderblätter werde ich morgen vorstellen. Wenn Sie schon heute neugierig sind und Lust haben auf mehr von mir, dann möchte ich Ihnen das Stöbern auf meiner Seite ans Herz legen und die Vorstellung der Kalender 2013. Darin habe ich schon einiges zum Juli geschrieben und zu den anderen Seiten dieses Jahres.

Schön, dass Sie da sind!

Herzlich,

Anja Kolberg

PS: Erkenntnisse zu diesem Beitrag hatte ich hier in diesem Beitrag.

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Montag, 31 Dezember, 2012

Tschö 2012

In einigen Stunden ist es soweit und das alte Jahr geht. Ich bin froh darüber - wie meistens Sylvester. Ich fand das Jahr ganz schön hart, anstrengend, herausfordernd. Das Gegenteil von leicht, beschwingt und fröhlich - zumindest, wenn ich das Jahr insgesamt betrachte. Doch wenn ich genauer hinschaue, gab es in der Schwere auch immer etwas Gutes und ich kann hinter Herausforderungen einen Sinn entdecken. Das will ich jetzt mal probieren, damit das Jahr in guter Erinnerung bleibt.

Einige Themen, die mein 2012 prägten:

Die Entscheidung, die Überprüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie im Herbst 2012 zu absolvieren. Nach der Euphorie, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben, begannen die Probleme. Der für Januar avisierte Kurs wurde unverhofft auf März verschoben, so wurde die Zeit knapp. Mir begegneten bis zur Prüfung haufenweise Verunsicherungen, Herausforderungen, Durststrecken, Zweifel... Am Anfang wollte ich deswegen nicht nur einmal alles wieder hinwerfen. Das Gute: Ich habe trotzdem (im Blog stand nur ein Teil dessen, was war) an meinem Ziel festgehalten, mir zusätzliche Unterstützung geholt, kontinuierlich gelernt und mich durch die schwierige Konstellation intensiver mit dem Thema befasst als ich es sonst vielleicht getan hätte. Ich habe interessantes Wissen aufgenommen, Erkenntnisse gewonnen, neue Menschen kennen gelernt und Selbstvertrauen getankt.
Fazit: Wenn ich mich selbst darum kümmere, an Informationen zu kommen, entpuppen sich von anderen aufgepumpte Schreckgespenster als Luftblase. Ich gebe nicht so schnell auf, wenn es schwierig wird, sondern beiße mich durch und bleibe am Ball. Wenn ich etwas wirklich will, erreiche ich es auch. Ein wirklich guter Ratgeber ist meine innere Stimme!

Mein Aufenthalt in Stansted Hall, England im Arthur Findlay College Anfang Juli. Einen Blogeintrag dazu habe ich angefangen, doch nicht fertig gestellt. Die Zeit dort war so intensiv, dass ich schon am ersten Abend das Gefühl hatte, eine Woche sei vorbei. Sehr herausfordernd war meine Dozentin für mich, die Emotionen und vielen Eindrücke. Nachdem ich wieder zu Hause war, verschaffte sich mein Körper durch eine dicke Erkältung Ruhe. Vier Wochen konnte ich insgesamt nicht für die Prüfung lernen und ich hatte Sorge, dass mich das völlig aus dem Zeitplan schmiss.


Das Gute: Ich forderte auch meine Dozentin und sprach aus und fragte, was mir wichtig war, obwohl sie von meinen Fragen und Zweifeln genervt war. Ich habe nette Menschen kennen gelernt, neues Wissen aufgenommen, Zeit in der Natur mit Pferden, Kaninchen, Hörnchen, Schnecken, Staudenrabatten, alten Bäumen, wundervollen Duftrosen, beeindruckendem Gemäuer verbracht. Leckeres veganes Essen gekostet. Ein Zimmer für mich gehabt. Beeindruckende Dozentinnen und Dozenten kennen gelernt, an wunderschönen Meditationen teilgenommen, Erfahrungen und Beweise in Übungen gesammelt, ein bewegendes Sitting gehabt und berührendes Feedback und Informationen für mich erhalten.
Fazit: Es gibt Dinge, die sind so intensiv, dass ich lange brauche, um sie zu verarbeiten und ich finde es faszinierend, wie viel ich zwischen Himmel und Erde noch nicht weiß und wie spannend das ist...

Der Abriss und Aufbau des Reihenhauses neben unserem bedeutete für mich eine unübersehbare Belastung. Dreck & Lärm konnte ich am Anfang ganz gut wegstecken, doch trotz gutem Willen war es mit meiner Gelassenheit irgendwann vorbei. Das schlimmste Erlebnis für mich war der unangekündigte Aufbau des Dachstuhls am sehr frühen Morgen direkt neben unserem Schlafzimmer, als ich noch tief und fest und nichts ahnend schlief. Der plötzliche Krach, die starken Erschütterungen und vielen und lauten Stimmen der Handwerker fühlte sich an wie ein Überfall - mitten in meinem Schlafzimmer. An dem Tag war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Nicht nur das Haus, auch ich war erschüttert worden. Diese Beeinträchtigung war neben der Prüfungsvorbereitung das Anstrengendste für mich in diesem Jahr. Ich bin so froh, dass das geschafft ist.

Im Herbst 2011 bekamen wir neue Fenster. Immer wieder waren Kratzer auch auf den frisch eingebauten Ersatzscheiben oder wir entdecken Beschädigungen durch den Einbau. Etliche Mal hieß es warten auf Termine, neue Scheiben, die Monteure. Das war nicht nur anstrengend, sondern auch nervig. Ich bin froh, dass ich mich nach Lösungen erkundigt und trotz Widerstand erwirkt habe, dass die Schäden behoben wurden und letztendlich auch die durch den Einbau beschädigten Schieferplatten im Dachgeschoss ersetzt wurden. Im Juli war das Thema nach einem dreiviertel Jahr endlich abgeschlossen. Ich habe die Bequemlichkeit überwunden, gekämpft und wir sind mit dem Ergebnis jetzt in Frieden. Und... Minu hat weniger Probleme mit dem Wind, es ist viel wärmer und sieht schöner aus. Herrlich!

Im Februar entschloss ich mich zum Fasten. Keine einfache Zeit, weil ich schlechte Laune und Hunger hatte. Im nachhinein hat mir die Woche gut getan hat. Ich weiß aber nicht, ob ich das in der Konstellation (alleine zu Hause fasten, der Partner isst normal weiter) nochmal mache, die Bedingungen waren schon hart.

Ich ernähre mich übrigens immer noch hauptsächlich auf pflanzlicher Basis, lediglich bei diesen Dingen mache ich Ausnahmen: Kuchen. Teilchen. Eis. Schokolade. Süßigkeiten. Ausnahmen, weil darin Eier und Milchprodukte enthalten sind. (Mehr zum Hintergrund.) Dieses Jahr hat sich Normalität breit gemacht. Einfache vegane Gerichte habe ich inwischen eine Menge, die sich durch Fleisch- oder Käsealternativen für meinen Mann ergänzen lassen. Fotos habe ich davon auch gemacht. Mal sehen, ob es mir gelingt, einen neuen Beitrag dazu zu bloggen. Es tut mir nicht nur gut, weitmöglichst im Einklang mit meinem Mitgefühl für Tiere zu leben, ich bin auch - trotz der Ausnahmen - glücklich, dass ich weiter durchhalte, es fällt mir nicht immer leicht...

Während das Jahres ertappte ich mich immer wieder dabei, mich nicht entspannen zu wollen, zum Beispiel während dem Lernen - weil da doch das große unbedingt zu erreichende Ziel war und ich noch so viel dafür tun musste. Dabei waren die Pausen so wichtig, um das Wissen zu verarbeiten und neue Kraft & Lust zu schöpfen. Nicht erst wenn die Arbeit getan ist, ausruhen, auch schon vorher Pausen einlegen. Nicht erst leben, wenn ein Ziel erreicht ist, sondern während dessen vom Leben kosten! Ich hoffe, ich merke immer früher, wenn ich im ungesunden Muster stecke und verordne mir dann selbst eine Pause, bevor mein Körper einschreiten muss...

Büro: Die Veränderung der Wandfarbe von maigrün in rosa war eine gute Entscheidung. Es fühlt sich so viel leichter und beschwingter an. Mit der neuen Farbe bringe ich Selbstliebe in Verbindung. Zudem habe ich danach einiges im Büro und Lager losgelassen, das war auch wichtig. Mit Wehmut habe ich den Wandkalender aus dem Programm genommen. Die Entscheidung für einen zweiten Tischkalender fiel dagegen leichter. Ich bin froh, dass ich den Entwurf und die Druckdaten trotz der Prüfungsvorbereitung umsetzen konnte. Daran habe ich vorher öfters gezweifelt.

Auch die Webshopaktualisierung im Herbst, bevor er online ging, war nicht ohne. Davor hatte ich aufgrund meiner Erfahrungen aus den Vorjahren gehörigen Respekt: Bis jetzt gab es jedes Jahr neue rechtliche Anforderungen, die in die Shopsoftware eingebunden werden wollten, so auch dieses Jahr die sogenannte "Buttonlösung". Kein leichtes Spiel, da ich den Shop nur einmal im Jahr kurz vor der Saisoneröffnung anpacke, also während des Jahres Routine verloren geht und Wissen ebenso. Die Einspeisung neuer Anforderungen greift meist in die Programmierung ein, dafür kann viel Zeit dafür drauf gehen und sich aufgrund meiner Unwissenheit schnell Fehler einschleichen. Ergebnis: Der Shop läuft nicht mehr und der Fehler liegt irgendwo in den Tiefen versteckt. Das Gute: Ich habe aus den vergangenen Jahren gelernt und nicht so schnell alles hingeschmissen oder den Supprt angeschrieben oder meinen Mann zur Hilfe geholt, sondern versucht die Dinge selbst zu lösen. So kam es vor, dass ich abends spät - nach einem wegen Fehler im Shop durchsuchten Samstag - nicht alles hinschmiss, sondern auf mein Inneres hörte, nochmal in Ruhe überlegte und alle Schritte noch einmal (und damit zum xten Mal) überprüfte und dann wahrhaftig den Fehler selbst finden und beheben konnte! Das war ein Wow-Erlebnis für mich! Ich bin ja keine Programmiererin, sondern Autodidaktin. Ich bin erstaunt, dass ich meine Probleme größtenteils alleine und rechtzeitig trotz bevorstehender mündlicher Prüfung geschafft habe. Vor einigen Jahren war das undenkbar. :o)
Fazit: Durchhalten, kleine stetige Schritte und mir immer wieder Mut machen bringt mich zum Ziel.

Zufälle/Himmelsglück: Wenn unerwartete - schöne - Dinge passieren, mag ich das besonders. Zum Beispiel hat mir das Buch 'The Magic' von Rhonda Byrne gut getan, weil mir die Arbeit damit jeden Tag positive Stimmung bescherte und ich das Resonanzgesetz testete. Sogar mit Erfolg. Dazu eine Geschichte:

Ich lebe in einer Straße wo die Parkplätze wegen der nahen Geschäfte knapp sind. Eines Tages war unser Wagen vor der Tür zugestellt, nicht nur einige Minuten, sondern von morgens an. Gut, dass ich nicht weg musste, dennoch wollte ich das nicht so hinnehmen. Ich befestigte an der Windschutzscheibe den Hinweis, dass wir zugeparkt wurden und bat darum, das nächste Mal einen anderen Parkenplatz zu wählen. Ich gab auch meinen Namen und unsere Hausnummer an. Innerlich dankte ich dafür, dass sich der Autofahrer bei mir entschuldigt, indem er mir einen Zettel in den Briefkasten steckt. Nach Stunden entdeckte ich: Der Wagen ist endlich weg. Es juckte mich, in den Briefkasten zu schauen. Und was guckte da heraus? Mein Zettel, den ich am Wagen befestigt hatte. Auf der Rückseite die Entschuldigung des Fahrers mit der Angabe, wer er ist und wo er gewesen war! Das war bei allen Zetteln, die ich bisher an uns zuparkenden Autos befestigt hatte (Inhalt meistens ähnlich) noch nicht passiert und bescherte mir Gänsehaut. Obwohl es immer wieder Menschen gibt, die sich entschuldigen: Einmal hat ein sehr netter älterer Herr sogar geklingelt und sich entschuldigt, das fand ich sehr nett oder eine Mitarbeiterin der Bank hat mir eine Schachtel Süßigkeiten in den Briefkasten geworfen. So viel schönes und überraschendes! Doch in dem Beispiel, dass ich aufgeschrieben habe, war das besondere, dass ich mir den Zettel gewünscht habe... und ihn bekommen. Es funktioniert und es gab davon noch einige Beispiele mehr.

Es gab während des Jahres auch schöne Erlebnisse, wo ich auf mein Inneres hörte, statt auf meinen Verstand und dafür belohnt wurde wie oben mit dem Softwarefehler. Ein weiteres Beispiel war die Fahrt Anfang Oktober morgens zur schriftlichen Prüfung nach Düsseldorf. Es war so unübersichtlich und ich verpasste die Autobahnausfahrt. Mist! Ich kannte mich in der Gegend nicht aus, mehrspurige Straßen, X Schilder, viel Verkehr am Morgen. Ich nutze kein Navi und hatte mir nur einen Plan bis zur Ausfahrt und von dort einen Detailplan bis zum Prüfungsort ausgedruckt. Was tun? Ich nahm die nächste Ausfahrt, folgte meinem Gefühl und entschied mich nicht die Autobahn wieder zurück zur 'richtigen Ausfahrt' zu nehmen, sondern bog hier und da mal ab, fuhr gerade aus, war mehrmals unsicher und doch war ich auf einmal in der Nähe, wo die Prüfung abgehalten wurde! Ich konnte wieder auf meinen Plan schauen! Und in der Warteschlange zur Anmeldung erfuhr ich von einem Kommilitonen, dass im Tunnel zwischen den beiden Ausfahrten ein Auto gebrannt hat. Ich wäre also genau dort in den Stau gekommen, wenn ich zurück gefahren wäre...

Mein Kalender ist nun durchblättert. 2012 war voll und intensiv. Rückblickend waren 'Grenze' und 'Durchhalten' wichtige Themen. Es wäre toll, wenn 'Leichtigkeit' das Motto für 2013 ist! :o) Es liegt auch an mir, die Dinge mit Leichtigkeit zu nehmen.

Mir ist mal wieder klar geworden, wie wichtig es ist, dass ich mich selbst stütze, bestärke, mir Mut mache, mich bei der Hand nehme, mir gut zurede. Das nicht von außen erwarte, sondern es mir selbst erfülle. Insbesondere wenn mich andere von meinem Weg abbringen wollen, warum auch immer...

Mir selbst das schenken, was ich anderen gerne und leicht gebe (Aufmerksamkeit zum Beispiel), fällt mir schwer und ist auch ungewohnt. Damit Verhalten zur Gewohnheit wird, braucht es Übung. Ich übe es wieder und wieder und freue mich auf die Zeit in der Zukunft, wo es für mich zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Genau wie meine Hoffnung, in allem Negativen das Positive immer flotter zu entdecken und auf die darin liegenden Chancen meine Aufmerksamkeit zu lenken. Ebenso wie die Pausen, die mir mein Körper, das Leben oder meine blockierende Seele schenkt, mit Zuversicht anzunehmen und auch meine damit einhergehende Ungeduld und Unzufriedenheit (wie derzeit).

Ich bin dankbar für viele Begegnungen in diesem Jahr. Ein Medium aus Erftstadt, dass ich noch kennen lernen durfte, bevor sie diesen Frühsommer unerwartet verstarb. Mails und Briefe, die mich erreichten und ich schrieb. Dankeschön für meine Kalendersendungen, die mein Herz hüpfen ließen oder für den Blog und die E-Cards. Gespräche mit Freundinnen & Familie in der Natur, in Cafés, am Telefon, zu Hause... So viele weitere, die ich in meinem Herzen trage.

Auch die Begegnung mit mir selbst war wichtig, weil ich in meinem Inneren Kraft und Rat finde. Ich habe ein noch feinsinnigeres Gespür für mich selbst entwickelt, für das was mir wichtig ist und lerne jeden Tag etwas mehr, zu mir und zu meinen Bedürfnissen zu stehen und sie umzusetzen. Der Dialog mit meinem Inneren war und ist kostbar und die Techniken, wie ich mit mir selbst in Kontakt gehen kann, verfeinere und verbessere ich von Jahr zu Jahr. Das hilft mir sehr.

Wow, das ist ganz schön lang geworden. Erst dachte ich: Was soll ich schreiben? 2012 war so blöde. Doch wenn ich mich wirklich bemühe, finde ich viel Positives. Wenn der Beitrag auch ein wenig klingt wie eine Lobhuddelei, die ein innerer Anteil von mir am liebsten löschen möchte: Es tut mir gut, wo ich doch vieles erst mal in einem dunklen Licht sehe.

Es heißt noch lange nicht, was ich für andere mit Leichtigkeit schaffe (Mut machen, Stärken sehen und benennen, Annehmen, Hoffnung keimen lassen...) kann ich auch für mich selbst gut. Es entpuppt sich wohl als Lebensaufgabe für mich. Nicht umsonst beschäftige ich mich hier im Blog mit diesen Themen.

Im Newsletter des Milton Ericson Institut Hamburg las ich: "In einer Untersuchung über alte Menschen wurde gefragt, was diese bereuen. Es zeigte sich, dass man weniger bereute, was schief gegangen war, sondern was man gar nicht probiert hatte, was aber vielleicht lohnenswert gewesen wäre."

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und mir selbst von ganzem Herzen ein gutes 2013, das zu jeder Herausforderung gleichzeitig Hinweise zur Lösung aufzeigt, den Mut liefert, diese umzusetzen und die Zuversicht schenkt: Es wird gut werden, gleich was ich probiere.

Ihre Anja Kolberg

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Samstag, 04 August, 2012

Dankbarkeit

Zeit für andere Schwingungen. Die Tage der Erkältung sind gezählt. Ich glaube, es wurde im Laufe des Mittwochs besser. Da kapitulierte ich: 'Okay, ich kann es nicht ändern, also nehme ich mein momentanes Befinden so an wie es ist und mache das Beste aus der Situation. Es hat wohl einen Grund, dass es jetzt so ist.' Es hat mir sehr gut getan, mich hinzulegen, am Fenster rauszugucken, an meine Ohren nur Stille und die Geräusche der Natur zu lassen. Kein Film am Abend.

Donnerstag früh hatte ich das erste Mal das Gefühl, frei zu sein von dieser schmerzlichen Blockade im Kopf, die jegliche Konzentration verhinderte. Und es hält an... Ich bin soooo froh und dankbar dafür!

Heute ist Zeit für Dankbarkeit. Ich möchte mir der Fülle bewusster werden, die mich umgibt. Und was ich jetzt aufschreibe, ist nur ein klitzekleiner Bruchteil von dem, was ich an Fülle und Reichtum habe!

In diesem Moment bin ich dankbar für

  • meine Gesundheit, die es mir möglich macht, solche Erkältungen gut zu überstehen.
  • die Zeit, die ich hatte, meine Erklältung wirklich auszukurieren, weil es mir geholfen hat, mich um mich wirklich kümmern zu können.
  • meine Fettpölsterchen, die es meinem Körper leicht möglich machen, auch mal aus Appetitlosigkeit nichts zu essen. :o)
  • Sie, weil Sie mir, liebe Leserin und lieber Leser, meinem Schreiben, meinen Gedanken Aufmerksamkeit geben. Das ist ein wundervolles Gefühl. Danke!
  • meinen Mann, der mich immer unterstützt, wenn ich ein Problem mit dem PC habe. Diese Hilfe hat es mir 1999 ermöglicht, meine Internetseite ins Leben zu rufen. Danke schön!
  • meiner Hündin, die mich jeden Tag bei Wind und Wetter vor die Türe in die Natur bringt und mich mit ihren Ideen, ihrem Schnarchen, ihrem unschuldigen Welpenblick (den hat sie mit fast 10 Jahren immer noch drauf), mit ihrem gleichmäßigen Heben und Senken ihres Körpers, wenn sie schläft, ihrem Bellen im Schlaf, ihrem kuschligen Fell immer wieder berührt und beglückt. (Hm, im Gegensatz dazu kommt mein Mann hier gerade knapp weg. :o) Es gibt aber vieles, das in ein persönliches Gespräch und nicht ins Internet gehört.)
  • die Meinungsfreiheit, den Frieden, die Demokratie, das Bildungssystem und die gesundheitliche Versorgung in Deutschland, weil sie es mir möglich macht, so zu leben, wie ich lebe. Manchmal fallen mir diese Dinge gar nicht auf, weil sie so selbstverständlich in meinem Alltag sind. Durch Bücher vom Alltag von Frauen aus Entwicklungsländern wurde mir vor vielen Jahren bewusst, wie gut ich es habe - auch durch Berichte in den Medien, von Menschenrechtsorganisationen werde ich mir dessen täglich bewusster. Es ist wundervoll wie gut es mir geht. Ich bin so froh, dass ich frei bin und meine Meinung frei äußern kann, Zugang zu Wissen habe und zu ärztlicher Versorgung. Denn das ist noch nicht für alle Menschen auf dieser Welt selbstverständlich - mein inniger Wunsch ist, dass es für jeden Menschen auf diesem Planten (und jedes Tier) Realität ist. Ich freue mich über Organisationen wie Avaaz.org oder Peta.de die die Kraft haben, unsere Rufe nach Freiheit zu bündeln.

Heute ist ein schöner Tag: Sonne, Wolken, blauer Himmel, Wind, Ruhe, Freundlichkeit, Anstupser mit einer nassen Hundenase, ein Kuss von meinem Mann, ein langes und liebevolles Liebhalten einer Freundin, ein köstliches Eis, der Blick auf weiße, rosa, grüne, pinke Hortensien im Garten, ein köstliches Croissant und heißen Kaffee, Blumen für die Vase, Hilfe beim Basteln einer kleinen Ermutigungskarte durch meinen Mann, Zeit zum Lesen in einem guten Buch und Zeit zum Schreiben auf der Terrasse. Heute ist mir schon so viel Gutes begegnet. Das ist wunderbar!

Und dass mir das alles nach so einer furchtbar anstrengenden Zeit deutlich ist und ich gerade so viel schöne Energie fühle - das ist einfach toll! Ich bin nicht nur Regen und Sturm, ich bin auch Sonne und blauer Himmel. Schön, diese Kombination!

Hüpfende und dankbare Grüße!

Anja Kolberg

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Dienstag, 01 Mai, 2012

Warum müssen manche Menschen gehen?

Gerade lese ich das Buch "Die Kunst der Leichtigkeit. Das Vermächtnis von Bärbel Mohr". Darin beschreibt der Mann der im Oktober 2010 verstorbenen Erfinderin von 'Bestellungen beim Universum' wie sie sich kennen gelernt haben und zueinander fanden... Es passierte einfach. Wenn die Dinge sein sollen, passieren sie und manchmal gehört dazu nur, einem klitzekleinen Impuls zu folgen... Das gefällt mir und passt zu meinem Mai-Inspirationen des Tischkalenders.

Ich wusste bis vor einigen Wochen übrigens nicht, dass Bärbel Mohr tot ist und war entsetzt. Ich konnte mir das so gar nicht vorstellen und doch ist es wahr. Sie starb mit Mitte 40, Mutter von Zwillingen. Unfassbar. Mitten aus dem Leben gerissen. Die Frau, die sich mit so vielen alternativen Heilmethoden beschäftigte, gesund lebte, die mit dem Hoppen Zugang zum sich selbst Verzeihen gefunden hatte, die so viele Bücher veröffentlicht hatte, erfolgreich war. Müssen die Leute gehen, die viel Gutes erreicht haben, vielleicht weil sie 'auf die Welt gebracht haben', was ihre Aufgabe war und dann 'dürfen/müssen' sie gehen? Ich habe es nicht verstanden und will es auch nicht so sehen.

Manfred Mohr schreibt, er habe bis zum Schluss fest an ihre Heilung geglaubt und dass seine Frau aus dieser heftigen Erfahrung viel neues und wertvolles entwickeln kann. Doch es kam anders. Die Frau, der scheinbar so vieles so leicht viel, die so erfolgreich war, die Zugang zu so vielen Informationen und Heilwissen hatte, starb. Warum?

In dem Buch gibt ihr Mann eine Antwort, mit der ich etwas anfangen kann. Bärbel Mohr hatte dies schon in ihrem ersten Buch geschrieben: "Das was man kann, lebt man, und was man nicht kann, das lehrt man. Das heißt, ich bin auch nicht perfekt, und das Leben ist eine tägliche Übung für mich." Es zeigt, wenn man genauer hinschaut, dass sie sich gerade mit den Themen auseinander setzte, weil sie sie nicht konnte, weil sie zweifelte und den richtigen Weg suchte.

Kenne ich das nicht auch von mir selbst? Anderen helfen ist leicht. Mir selbst helfen ganz schön schwer. Bei anderen sehe ich eine Lösung, bei mir selbst muss ich ganz schön suchen und sehe manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht. Bärbel Mohr war eben auch ein Mensch. Das bringt mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Nämlich nicht glauben, andere haben ihr Leben im Griff, anderen fällt das Leben in die Hände und das Glück vor die Füße. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine Aufgabe zu meistern. Ich schaue immer nur von außen hin und von innen fühlt sich vieles eben anders an.

Ich beschäftige mich mit der inneren Stimme, sage die Lösung liegt im Menschen selbst. Aber wie oft spreche ich mit mir selbst? Wie oft horche ich wirklich in mich hinein, suche in mir selbst nach Lösungen? Und wie oft hole ich mir statt dessen lieber außen Rat und suche dort nach einer Lösung, wo ich meine gar nicht finden kann.

Das Schicksal von Bärbel Mohr ist für mich ein Hinweis, mich wirklich intensiv um mich selbst zu kümmern. Wieder und wieder in mich hineinhorchen:

  • Wie geht es mir?
  • Was brauche ich?
  • Was wünsche ich mir?
  • Was kann ich für mich tun?
  • Wo muss ich stopp sagen und wo ja und mehr?

Und dies nicht als leere Hülse zu sehen, sondern mit Leben zu füllen. Das ist Arbeit. Jeden Tag aufs Neue.

Wie die Küche, die jeden Tag durchs Kochen neu mit Leben gefüllt wird und wo jeden Tag der Spül gemacht werden will, wo Lebensmittel besorgt werden wollen, der Müll rausgebracht werden muss. Sonst fängt es irgendwann an zu stinken.

Nun sind Körper, Seele und Geist keine Küche. Aber sie brauchen eigentlich ähnlich viel Aufmerksamkeit. Doch wir haben meist verlernt, uns darum so intensiv zu kümmern wie um unsere Küche. Der Körper verzeiht lange Zeit eine ganze Menge, wenn ich über meine Bedürfnisse gehe. Doch selbst der stärkste Körper bricht irgendwann zusammen, wenn Körper, Seele und Geist nicht im Einklang und Ausgleich sind.

Ich habe das zum Ende meiner Angestelltenzeit, als ich das Studium abschloss und den Abgabetermin meiner beiden Bücher vor Auge hatte mit meinem Krebsverdacht erlebt. Ich habe überhaupt nicht mehr auf mich selbst gehört, mich kaum ausgeruht. Und zwei Jahre später zu Beginn meiner Selbstständigkeit machte mir der Job so viel Spaß, weil er so viel Sinn machte, dass ich mich schon wieder überforderte. Mein Körper schickte mir einen Bandscheibenvorfall plus Hexenschuss. Erst dann begann ich nachzudenken, in mich hinein zu horchen. Mein Körper lies mir keine andere Chance.

Sehr schmerzhafte Erfahrungen. Als sie da waren, fand ich sie alles andere als gerecht. Sie passierten einfach, waren so was von zeitlich ungünstig und doch waren sie da. Mein Körper zwang mich, über mich und mein Leben nachzudenken, eine Auszeit zu nehmen. Daraus entstand der Dialog mit meinem Körper, mit meiner inneren Stimme. Rückblickend eine so wertvolle Wende in meinem Leben.

Die Arbeit an mir selbst, für mich selbst, ist in meinen Augen eine der härtesten, aber auch lohnensten. Denn nicht nur ich selbst profitiere davon, sondern auch mein Umfeld, weil ich Frieden ausstrahle. Eine Energie, in deren Nähe sich jeder gerne aufhällt.

Bärbel Mohrs Schicksal ist wie eine Mahnung, mich wirklich um mich selbst zu kümmern. Für mich da zu sein. Meine Bedürfnisse, Wünsche und Träume aufzunehmen und mir zu erfüllen. Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen. Inneren Frieden herzustellen. Und das nicht nur denken, das nicht nur hier schreiben, sondern auch zu tun. Ich muss dafür nicht unzählige anstrengende Stunden unternehmen.

Wie ist es im Moment mit mir? Ist es nicht auch wieder so, dass ich viel zu pflichtbewusst bin? Ich lerne für eine Prüfung und hole kaum Luft, mache mich schnell verrückt.

Was kann ich heute für einen kleinen leichten Schritt für mich gehen? Ich werde mir jetzt mein Tagebuch nehmen und mich in den Garten setzen und einen Dialog mit mir selbst führen. Mein Inneres hüpft!

Einen zauberhaften Maitag wünscht

Ihre Anja Kolberg

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Montag, 23 April, 2012

Widerstandskraft

Resilienz Widerstandskraft

Hallo da draußen in der Welt,

ein Artikel über Resilienz (deutsch: Widerstandskraft) sprach mich sehr an und es ist ein Thema, das mich fasziniert.

Resilienz könnte man auch als seelisches Immunsystem beschreiben, das einen extreme Belastungen ohne seelischen Schaden durchstehen lässt. Nelson Mandela ist ein bekanntes Beispiel dafür. Ich fand schon immer faszinierend, wie er die Zeit in Einzelhaft so unbeschadet überstand. Hansjürgen Fenske, den ich kennen lernen durfte und mit dem ich mich austausche, überstand die grausame Zeit als unschuldig inhaftierter Jugendlicher in einem Gefangenenlager nach Ende des zweiten Weltkrieges, ohne bitter zu werden oder zu zerbrechen. Wie schaffen das diese Menschen nur?

Resilienz ist ein Begriff aus der Werkstoffkunde. Es umschreibt Stoffe, die sich auf äußeren Druck einer neuen Form leicht anpassen und auf nachlassen des Drucks in ihre ursprüngliche Form zurückgehen. Das finde ich sehr einleuchtend - und auf die Seele übertragen ein hilfreiches Verhalten.

Nun gehöre ich zu den Menschen, die dazu neigen nach Rückschlägen eher einzuknicken und die eher lange brauchen, bis sie sich von Kritik, Schicksalsschlägen oder Stress erholt haben, zumindest ist das mein subjektives Erleben. Vermutlich spielt meine Hochsensibilität dabei auch eine Rolle. Und weil ich widerstandsfähiger werden will, fasziniert mich das Thema Resilienz. Das Augustblatt des Tischkalenders ist ihr gewidmet.

Wissenschaftler versuchten rauszufinden, was Menschen ausmacht, die widerstandsfähiger sind als andere. Im besagten Artikel untersuchte man eine Gruppe Kinder. Die Widerstandsfähigen zeichneten folgende Eigenschaften aus:

  • das Gefühl: Ich kann mein Leben selbst beeinflussen, was ich tue zeigt Wirkung (statt erlernter Hilflosigkeit*, also der Erfahrung, wenn ich mich einsetze, erziele ich keine Wirkung.)
  • Ein gutes Selbstwertgefühl. (Dazu gehört auch, die Erfahrung zu machen, ich kann meine Probleme aus eigener Kraft oder mit geholter Hilfe lösen, statt sie z.B. von Erwachsenen weggenommen zu bekommen. Also Stärkung der eigenen Lösungsfähigkeit statt Überbehütung.)
  • Ein Mensch, der sie unterstützte, zum Beispiel ein Familienmitglied, Freunde oder eine andere Bezugsperson.
  • Ausgeprägte Sozialkompetenz: z.B. hohe Empathie, früh Verantwortung für andere z.B. Familienmitglieder übernehmen

Gute Nachricht: Widerstandskraft lässt sich lernen - ohne Altersbeschränkung. In einer Studie fand man raus, das alte Menschen eine höhere Resilienz aufwiesen. Die innere Stärke wächst also auch mit dem Alter: Juchu!!!

Unabhängig davon vermute ich auch, je mehr man 'durchgestanden' hat in seinem Leben, desto stärker fühlt man sich. Wer zum Beispiel die Wirrungen des Krieges überlebt und überstanden hat, wie die Generation meiner Großmutter, kann auf einen kraftvollen Reservetank zurückgreifen, indem er sich erinnert, was er schon alles geschafft hat. Wahrscheinlich haut einen dann ein kleiner Windhauch im jetzigen Leben weniger schnell um.

Ich will lernen, widerstandsfähiger zu sein und mich Schritt für Schritt aus meiner alten Haut heraus bewegen. Nun habe ich wie die meisten meiner Generation die Gnade erfahren, keinen Krieg erleben zu müssen, aber auch ich kann auf mein Leben zurück blicken und schauen, was ich schon alles 'überstanden' und durchgestanden habe. Ein schöner Gedanke: Kraft-Erinnerungen sammeln. Das mache ich jetzt mal. Hm, was fällt mir da ein?

Ihre Anja Kolberg

* Erlernte Hilflosigkeit ist ein Phänomen, das auch bei Tieren bekannt ist: Ein Elefantenbaby, das im Zirkus an einem viel zu starken Pfahl angebunden ist, versucht sich vielleicht noch loszureißen. Es gelingt ihm nicht. Ist der Elefant ausgewachsen, verfügt er längst über die Kraft sich zu befreien. Er probiert das aber gar nicht mehr, weil er als Jungtier gelernt hat, dass er keinen Erfolg hatte. So ist das bei uns Menschen auch: Wenn wir als Kind gelernt haben, unser Bemühen ist erfolglos, führt das als Erwachsener dazu, dass wir schon gar nicht mehr probieren etwas in Bewegung zu setzen. Das ist erlernte Hilflosigkeit. Das gute: Man kann dieses erlernte Verhalten ändern.

Genutzte Quellen: Artikel 'Die Stehauf-Männchen' - Blogbeitrag Hochsensibilität - Wikipedia: Resilienz - Beitrag über Hansjürgen Fenske (Buch: Wie ich meine Jugend überlebte, Lexikus-Verlag, ISBN 978-3940206381)- Dokumentation Fachtagung 'Was Kinder ... stark macht'

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Mittwoch, 21 März, 2012

Wie es ist, über 40 zu sein :o)

Eine neue Frühlings-Ecard

Guten Morgen aus Köln,

in einem Buch übers Lernen las ich gerade von einer Frau, die mit 35 Jahren nochmal studiert. Der Autor des Buches schreibt über sie: "Und welche Hoffnungen darf sich Evelyn in ihrem fortgeschrittenen Alter, mit 35 Jahren, noch machen?"

Ich musste losprusten. 35 Jahre = fortgeschrittenes Alter! Klar, wer Anfang zwanzig ist, findet 35 schon recht alt. Wer aber über 40 ist (ich werde am Samstag 42), denkt: 'Wow, 35 - das ist noch jung!' und wer Mitte 60 oder Mitte 80 ist, der denkt vielleicht: 'Die Sorgen der jungen Hüpfer!'

Es ist eine Frage des Blickwinkels. In den großen Schulferien, wie alt war ich da - vielleicht 10 Jahre - campte ich mit meinen Geschwistern bei uns im Wohnwagen, der auf einer Wiese oberhalb unseres Hauses stand. Von dort aus hörte ich sehr gut, wie eine Nachbarin unseren Hof (so nannten wir unser kleines Örtchen auch) jeden Morgen mit dem Wagen verließ, um in Wipperfürth zur Arbeit zu gehen. 'Boah, die ist 18. Ganz schön alt.', dachte ich damals. Als ich selbst 18 war, konnte ich diese Sicht kaum mehr nachvollziehen. Ich fand mich jung und genau im richtigen Alter. Nicht zu jung, nicht zu alt. So geht es mir auch heute: Ich bin im genau richtigen Alter. Ich will weder jünger noch älter sein. Es ist herrlich mit Anfang 40.

Mit 30 schrieb ich das Buch: 'Ab 40 reif für den Traumjob', für Frauen, die dann beruflich nochmal neu durchstarten wollen. Warum schreibt eine 30jährige für 40jährige, wurde ich von Journalisten immer wieder gefragt. Zum einen, weil die meisten meiner Kundinnen in dem Alter waren und mit Anfang 40 scheinbar eine gute Zeit ist, nochmal etwas Neues zu beginnen.

Doch vor allen, weil das Voruteil herrschte, wer 40 ist, ist alt und hat schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das sah ich anders und wollte Frauen Mut machen, nochmal etwas Neues zu wagen. Inzwischen hat sich meines Erachtens die allgemeine Sicht auf das Alter Berufstätiger gewandelt. Und ich denke: Warum nicht mit 50 oder 60 nochmal was Neues anfangen? Ob man zu alt für etwas ist, bestimmt auch jeder für sich sebst. Ich kann mir gut vorstellen, mit 60 nochmal was ganz neues zu machen. Vielleicht werde ich ja doch noch Mode-Designerin? Heute würde ich wohl eher ein Buch schreiben: 'Ab 60 reif für den Traumjob!' :o)

Ich interviewte vor zwölf Jahren Frauen, wie es mit 40 ist, was es ausmacht 40 zu sein, wie sie sich fühlen. Heute bin ich über 40 und denke: Nicht anders als mit 30 auch. Mit 42 bin ich dieselbe Person wie mit 30, habe die gleichen Gefühle. Anders haben mich die Erfahrungen gemacht, die ich inzwischen gesammelt habe, die Arbeit an mir selbst, die persönliche Weiterentwicklung. Aber im Grunde bin ich auch immer noch das Mädchen, das im Wohnwagen über die Wiesen schaut und denkt, dass es so viel anders sein muss, älter zu sein.

Wahrscheinlich werde ich das auch noch mit 90 denken. Solange, wie es noch Menschen gibt, die älter sind als ich. Und wenn ich das Alter dann erreicht habe, werde wieder feststellen, es gar nicht so viel anders und ich mit 90 innerlich immer noch dieselbe bin, wenn auch reicher an Wissen und Erfahrungen.

Als meine Eltern 40 waren und ich 20, da fand ich sie - sorry Mama und Papa - ziemlich alt. :o) Jetzt bin ich selbst über 40 und finde mich ziemlich jung. *Kicher* Meine Eltern sind jetzt über 60 und ich überlege, wie es wohl sein muss, in dem Alter zu sein, habe bestimmte Bilder davon. Eines Tages werde ich es selbst erleben und wahrscheinlich feststellen, dass es sich ganz normal anfühlt, überhaupt nicht alt, sondern so jung, wie ich mich innerlich fühle.

Und wenn ich über 80 bin wie meine liebe Oma *winke winke, Oma!*, dann werde ich denken: Was für ein geiles Leben war das! So viel erlebt und so viel habe ich noch vor!

Eine Frühlings-E-Card

Das Leben ist wunderbar! Bunt! Himmlisch schön. Und manchmal auch furchtbar traurig, anstrengend, gemein und ungerecht. Ich habe oft gedacht, wenn ich das oder das geschafft habe, dann geht es mir gut, dann bin ich glücklich. Ein Irrtum. Höhen und Tiefen kommen immer wieder, weil sie zum Leben dazu gehören. Die Frage ist, wie ich mit mir in dieser Zeit umgehe. Ich glaube, ich werde mit den Jahren immer besser lernen, liebevoll mit mir umzugehen, wenn es gerade mal schwer ist auf dem Lebensweg. Verständnis für mich haben, mir die Hand reichen, mir Mut machen und mir die Zeit lassen, die ich brauche, um durch dunkle Wälder zu gehen.

Ein bisschen davon habe ich schon geschafft: Im Unterricht Montag Abend war ich furchtbar müde. Ich konnte den Stoff kaum aufnehmen, mir fielen die Augen zu. Auch sonst war ich richtig schlapp. Statt mir zu sagen: 'Warum schaffst du das denn nicht? Warum bist du nicht leistungsfähig?' dachte ich mir diesmal: Kein Wunder, das ich nicht so gut drauf bin. Am Ende der Woche bekomme ich meine Periode und dann bin ich immer schlapper, mehr müde, gereizter und nicht so leistungsfähig. Diese Woche bin ich mal schlapp. Und das ist gut so. Was kann ich mir also Gutes tun, wie kann ich mich verwöhnen?

Wenn ich gelernt habe, richtig gut mit meiner monatlichen Hormonachterbahn umzugehen, komme ich wahrscheinlich in die Wechseljahre. :o))

Herzliche Grüße vom Lebensweg einer fast 42jährigen, die sich heute richtig wohl fühlt, trotz vieler Baustellen. Heute genieße ich, dass es mir gut geht.

Anja Kolberg

PS: Die herrlichen Tulpen sind ein Geschenk von meiner Blumenfreundin Petra. In ihrem Blumengeschäft hier im Kirchweg 131 in Junkersdorf wohnt der Frühling! Das erste und dritte Foto sind neue E-Cards für Sie.

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Freitag, 30 Dezember, 2011

Jahresrückblick 2011

Nur noch Stunden - und 2011 ist Geschichte. Gefühlt war dieses Jahr anstrengender als 2010 und das fand ich schon heftig. Ich neige dazu, eher auf das zu schauen, was nicht schön war, dabei hatte 2011 auch viele schöne Seiten. Und darauf möchte ich meinen Blick jetzt bewusst richten. An diese Erlebnisse denke ich besonders gerne zurück:

Der Rhein bei Zons, den ich diesen Sommer oft besuchte. Die vorbeiziehenden Schiffe. Füße ins kühle Wasser. Der Schatten des alten Baumes mit friedlichem Hornissennest. Sonne. Licht. Viele Menschen. Lesen. Schreiben. In die Luft gucken. Dösen. Die Zeit genießen. Bei mir sein. Gut für mich sorgen.

Das Blütenmeer aus lilafarbener Clematis an meinem Rosenbogen. Ein Augenschmaus.

Der Tagesausflug mit meinem Mann an die Belgische Nordseeküste. Durchatmen.

Viiiiiiiiele Rezepte ausprobieren. Wie diese vegane Biskuittorte mit Stachelbeeren und Mandarinchen. Lecker! [Rezept Boden] (Geht auch gut mit Erdbeeren, TK-Himbeeren....)

Die Entdeckung in einem meiner Lieblingscafés: Kaffee mit aufgeschäumter Sojamilch schmeckt richtig lecker! (Sie nutzen Sojamilch von Alpro Soja.)

Die Veränderung, immer mehr so zu leben und handeln wie es sich richtig anfühlt: Umstieg auf Naturstrom. Wechsel zur Ethik-Bank, einer ökologischen und sozialen Bank. Möglichst pflanzenbasiertes Essen seit Januar 2011 - zum Wohl sehr gefühlvoller Lebewesen, der Nutztiere.

Die Gestaltung meiner Kalender war ein Highlight für mich. Ich liiiiiiebe es, Bilder und Texte zu einer stimmigen Einheit zusammen zu fügen. Herzensarbeit. Ebenso denke ich an die liebevollen Mails, die ich aufgrund meiner Kalendersendungen und meiner Blogeinträge, meines Newsletters und meines Artikels über meine Hochsensibilität erhielt. Ich habe das Gefühl, je mehr ich mich traue, mich ganz und gar zu zeigen - mit all meiner Verletzlichkeit - desto mehr Herzen öffnen sich mir.

Ich bin dankbar für den schwärzesten Sommer meines Lebens. Weil ich dadurch viel lernen konnte. Über mich und über andere Menschen. Ich durfte mich selbst besser kennen lernen. Für mich ein schmerzhafter und wertvoller Wendepunkt. Im Dezember habe ich viele Entscheidungen getroffen. Innerhalb von kurzer Zeit löste sich ein Knoten, der sehr lange sehr fest war. Für mich ein Himmelsgeschenk. Ich schreibe jetzt in Rätseln. Das liegt daran, dass ich nicht schreiben will, für was ich mich entschieden habe. Ich werde im nächsten Jahr sicher hier im Blog darüber berichten.

In kleinen Schritten ging diese Veränderung von statten. Zum Beispiel, dass ich mich entschied, für eine Zeit weniger zu bloggen [Auszeit 2.0]. Ich wusste nicht, wohin mich das führt, nur dass es der richtige Schritt war. Es war ein Schritt ins Ungewisse, da nun etwas wegfiel, das mir Struktur gab. Chaos ist manchmal nötig, um etwas Neues entstehen zu lassen.

Was für ein besonderes Jahr. Dieser schneereiche Winter, der mir so einiges abverlangte, da mein Mann mit Beinbruch auf dem Sofa lag und Schneescheppen und alles drumherum auf meinen Schultern lastete. Danach musste ich erst mal wieder zu mir selbst zurück finden. Dann der Unfall im März, der mich so zum Nachdenken brachte. Das klingt erst mal nicht positiv. Doch rückblickend kann ich das lichtvolle hinter der dunklen und schäbigen Verpackung erkennen. All das bringt mich weiter auf meinem Weg. Ziel: Mich ganz lieben und leben. Das wird wundervoll!

Wandkalender 2012 - Januar

Ich blicke mit einem positiven und hoffnungsvollen Gefühl auf 2012.

Doch jetzt feiere ich erst noch eine Runde dieses so besondere Jahr 2011!

Einen wundervollen Sylvestertag und einen schönen Übergang ins neue Jahr wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Montag, 28 November, 2011

Reichtum

Postkarte 06016

'Wenn du deiner Herzensaufgabe folgst, wirst du reich sein wie nie zuvor!', lautet der Text auf einer meiner 40 gedruckten Postkarten.

Als ich sie jetzt nochmal bewusst anschaute, war meine erste Reaktion: 'Schön!'
Zweite Reaktion: 'Reich wie nie zuvor? Reich werden geht doch nur mit einer Aufgabe, die viel Geld einbringt. Bringt eine Herzensaufgabe immer viel Geld ein? Kann gar nicht sein. Was habe ich mir dabei gedacht?'
Dritte Reaktion: 'Was bedeutet 'reich sein' eigentlich?'

Reichtum bringe ich als erstes mit Geld in Überfluss und Besitztümern in Verbindung, also materiellem Reichtum.

Doch den habe ich mit dem Text nicht gemeint. Gemeint war innerer Reichtum, zum Beispiel:

  • Freude, Zufriedenheit
  • Spaß haben
  • Sinn spüren bei dem, was ich tue
  • anderen eine Freude machen
  • Zeit haben für die Dinge, die mir wichtig sind
  • gesund sein
  • Das Gefühl, wirklich alles zu haben, was man zum Leben braucht. Und damit meine ich nicht Auto, Haus, Gold, volles Konto, hohe Rentenansprüche usw., sondern das zu haben, was mich erfüllt, mir gut tut und was ich zum Leben brauche: Etwas zu essen, zu trinken, zum Schlafen, einen Platz wo ich mich wohlfühle, Schutz und Sicherheit fühle, in Verbindung sein mit Menschen, die ich liebe und die mich lieben oder mögen.

Zurück zum Ausgangssatz: 'Wenn du deiner Herzensaufgabe folgst, wirst du reich sein wie nie zuvor!'

Was ist das für eine Herzensaufgabe? Was ist meine Herzensaufgabe? Was die Ihre?

Wenn es nicht um Geld geht, ändert das meine Gedanken. Was mache ich nur wegen des Geldes? Was von den Dingen, für die ich Geld bekomme, macht mir wirklich Freude? Würde ich sie auch tun, wenn ich kein Geld dafür bekommen würde?

Geld ist wichtig ist, keine Frage. Obwohl es auch Menschen gibt, die das Gegenteil beweisen, zum Beispiel die Autorin Heidemarie Schwermer, die einen Großteil ihrer Rente verschenkt und sich lediglich eine Krankenversicherung davon gönnt. Ansonsten lebt sie z.B. als Haussitterin gegen Kost und Logis. Tolle Frau!

Wenn ich darüber länger nachdenke, spüre ich, dass es bei einer Herzensaufgabe gar nicht um riesig Großes gehen muss. Ich muss nicht die Welt neu erfinden, Berge versetzen. Eine Blogleserin schrieb mir mit großer Begeisterung von einer Holz-AG, die sie für Schülerinnen und Schüler anbietet, die allesamt mit Feuereifer mit der Laubsäge arbeiten, die Holzteile schleifen, anmalen. Alleine bei der Vorstellung spüre ich tiefe Freude. Hier geht es nicht um Geld. Hier geht es um eine andere Währung, die nicht für Geld zu kaufen ist: Freude.

Wir leben in einer Zeit, wo nicht nur Staaten überschuldet sind, weil sie jahrelang mehr Geld ausgegeben haben als da war. Konsumwünsche werden in meinen Augen mit so viel Werbung angeboten werden wie nie zuvor und inzwischen wird auch mit Geldgeschenken gelockt, wenn man auf Ratenzahlung kauft, also Schulden macht. Ein Kauf, der einen kurzen Kick bringt und doch keine dauerhafte Befriedigung. Es gab schon so einiges, von dem ich dachte, ich brauche es unbedingt, doch als ich es hatte, war der Reiz verflogen. Zum Beispiel ein Zeitschriftenabo, ein bestimmtes Buch. Wie viele Bücher habe ich hier, die ich noch nicht gelesen habe?

Wird das immer so weiter gehen wird oder findet ein Umdenken statt? Verzichten auf Annehmlichkeiten und Neuanschaffungen klingt erst mal wenig verlockend. Schulden abbauen und nicht mehr im Minus leben, sondern im 'Plus' klingt verlockend und erstrebenswert.

Reichtum fühlen durch eine Aufgabe, die mein Herz, die mich erfüllt. Welche Aufgabe würde mich so richtig froh machen, auch wenn ich dafür kein Geld bekommen würde?

Umdenken. Neue Wege einschlagen. Anders sein. Anders denken.

Gerade jetzt vor Weihnachten, wo es ums Geschenke 'kaufen/machen' geht. Da denke ich an ein Weihnachtsgeschenk für meinen Großvater. Das letzte, das ich für ihn machen durfte, doch das wusste ich damals nicht, denn ein paar Monate später starb er. Ich bastelte damals die ganzen Herbstferien zwei Puppen. Eine Großmutter und einen Großvater. Ich werde das Bild nie vergessen, wie mein Opa Weihnachten glücklich mit der Puppe auf dem Arm ging. Dieses Glück, das ich bei den Gedanken daran fühle, das schöne Gefühl, die beiden Puppen immer noch bei meiner Oma in der Vitrine sitzen zu sehen, das ist ein Reichtum, der unbezahlbar ist.

Mir fallen noch viel mehr solch kostbarer Momente ein. Sie machen mich glücklich!

Ich erinnere mich an die Robbe, die mich morgens früh an der Nordsee aufheiterte und den ganzen Tag zum Strahlen und Singen brachte. Das Eichhörnchen, das mir im Frühling vor die Kamera sprang. Das Rotkehlchen, welches im Winter ins Bild flog und wartete, bis ich mein Foto gemacht hatte. Die herrliche Briefaktion letztes Jahr hier im Blog, wo ich selbstgestrickte Socken, handgeschriebene Briefe und Karten, handgearbeiteten Weihnachtsschmuck und selbstgebrannte Mandeln erhielt. PURES GLÜCK!

Es gibt so viel Schönes auf dieser Welt. Reichtum, den man nur fühlen kann.

Anja Kolberg

[Link zur Webseite von Heidemarie Schmermer]

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Freitag, 07 Oktober, 2011

Vergleichen kann auch der Anfang von Glück sein

Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit, lautet ein bekanntes Zitat von Sören Aabye Kierkegaard. Das habe ich auch so erlebt und im Februar 2009 berichtet, wie schwer es sich für mich anfühlt, mich mit anderen zu vergleichen und im August 2009, dass dieser Blick immer nur eine Seite der Medaillie beleuchtet.

Vergleichen kann aber auch etwas positives auslösen und damit der Anfang von Glück und das Ende von Traurigkeit sein.

Wann das der Fall ist? Zwei Beispiele:

Beispiel 1
Ich habe diese Gedanken: 'Ich bin die einzige, die so fühlt.' 'Ich bin die einzige, die diese Probleme hat.' 'Keiner versteht mich.' Welch positives Erwachen, dann auf Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht wie mir. Das passierte zum Beispiel in meinen Berufsworkshops, wo sich Menschen trafen, die unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation waren. Auf einmal waren sie nicht mehr alleine mit ihren Gefühlen, Gedanken und Wünschen. Im gewohnten Umfeld passiert es schnell, die Einzige/der Einzige mit diesem Problem zu sein und auf Unverständnis zu treffen.

Im Vergleich mit Gleichgesinnten erfährt man: 'Hey, ich bin normal und ich bin nicht alleine.' und gewinnt an Kraft und Selbstbewusstsein. Menschen, die ein ähnliches Ziel oder Bedürfnisse haben trifft man in Internetforen, in Vereinen, in Kursen, auf Veranstaltungen. Vergleichen - mit den richtigen Menschen - wird hier zu einem beglückenden Gefühl.

Beispiel 2
Ich denke: 'Die anderen sind besser als ich. Was die können, kann ich niemals.'

Wer längere Zeit raus aus dem Berufsleben ist, entwickelt solche Gedanken schnell. Oder wenn ich längere Zeit etwas nicht gemacht habe (Sprache gesprochen, PC-Programme genutzt, längere Strecken mit dem Pkw gefahren...) oder wenn ich etwas neu lernen muss. Man verliert schnell das Gefühl, ob es ok ist, so wie es ist. Die Ansprüche an sich selbst gehen schnell in Illusionen über, wie viel man leisten muss, wie schnell man sein muss. Ideale werden entwickelt, die kein Mensch erfüllen kann.

Solche Illusionen lösen sich bei dem Vergleich mit der Realität auf. Dann wird das Vergleichen der Anfang von Glück. Ich höre auf zu glauben, ich bin nicht gut genug, ich schaffe das nicht und andere sind besser als ich. Jetzt weiß ich: 'Hey, was ich leiste, wie ich bin, was ich kann, ist gut und in Ordnung so.' Durch das Vergleichen mit der Realität wird das - zunächst negative - Selbstbild auf ein gesundes Niveau gebracht.

Wo hat man die Chance, sich zu vergleichen? In der Schule war früher durch die Notenvergabe klar, wo man stand. Das führte bei mir, zumindest in den Fächern, in denen ich gut stand, zu einem guten Selbstbewusstsein, aber auch zur Verunsicherung - zum Beispiel im Fach Sport, welches nicht meines war...

In meinem Abendstudium zur Betriebswirtin hatte ich das große Glück, einen guten Dozenten für Betriebswirtschaft und Rechnungswesen zu haben. Sein Feedback zu den einzelnen Klausuren hat mir wertvolles Selbstbewusstsein gegeben, von dem ich heute noch zehre. Es hat mir geholfen, mich einzuordnen, ein Gefühl für meine Leistung zu bekommen. Es fiel auf so dankbaren Boden, weil ich ein Mensch bin, der eher an sich zweifelt (auch wenn man mir das von außen nicht ansieht/anmerkt). Das Feedback war ein so wertvolles Geschenk für mich, dass ich meinem Dozenten und Klassenlehrer nach zehn Jahren nochmal schriftlich dafür dankte.

Jeder Mensch braucht positives Feedback, um sich einordnen zu können. Ob in der Kindheit, in der Schule, im Beruf, im Privatleben. Es hilft, ein gutes Gefühl für sich selbst zu bekommen. Vergleich ist hier kein 'ich bin besser/schlechter als andere', sondern ein 'ich bin ok, so wie ich bin' und ich habe einen Platz im Leben.

Ich wünsche jedem Menschen, genug Anerkennung und Feedback zu bekommen, um sich sicher und gewertschätzt zu fühlen.

Anja Kolberg

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Sonntag, 27 März, 2011

Anti-Atom-Demo in Köln. Ich war dabei. Meine erste Demo

Mit frisch gebackenen 41 Jahren war ich am Samstag, dem 26.3.11, auf meiner ersten Demo, der Anti-Atom-Demo in Köln.

 

Eigentlich hatte ich keine Zeit, da ich inmitten der Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am Sonntag steckte und traute mich auch nicht so recht, da ich dann alleine zu dieser Demo gehen würde. Dann packte es mich doch und zeitlich passte es auf einmal auch. Kamera gepackt und mit der Straßenbahn ins Kölner Zentrum. Der Umzug vom Neumarkt war schon durch die Innenstadt gegangen, ich stieß an der Deutzer Brücke dazu. Laut Zeitungsberichten nahmen in Köln 40.000 Menschen an der Demonstration teil.

Diese Eindrücke habe ich für Sie mitgebracht:

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss drei Schilder, die Kinder (mit)gemalt haben. Zwei Mädchen, ein Junge, sie waren geschätzte sechs, acht und zehn Jahre alt.

Das hat mir gefallen: Die friedliche Stimmung. Die selbstentworfenen Plakate, besonders die der Kinder. Die Musikgruppe, die Stimmung an und auf der Brücke machte. Für das einzustehen, was mir wichtig ist und zu spüren, ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.

Das hat mir nicht gefallen: Parteien und Poltiker, die in den Vordergrund drängen, am besten gleich in der ersten Reihe und an der Bühne mit großen Plakaten und Fahnen vertreten. Auf mich wirkt das wie reiner Stimmenfang.

Mir kommt es vor, dass Politiker und Parteien - jeder Coleur - eine Menge versprechen und wenn sie dann an der Regierung sind, handeln sie doch nicht und knicken ein... Für mich ist es sehr schwer, einen Politiker auszumachen, der wirklich hält, was er verspricht, der nicht käuflich ist und nach seiner Amtszeit dann kein nettes Pöstchen oder keinen schönen Auftrag aus der Wirtschaft annimmt...

Gibt es sie (noch), die ehrlichen Politiker, die nicht zu ihrem eigenen Vorteil handeln, sondern sich verantwortungsvoll FÜR das Wohl des Volkes einsetzen?

Anja Kolberg

PS: Wenn Sie nicht auf das Handeln der Politiker warten möchten: Auf http://www.stromwechseln-hilft.de können Sie zu einem reinen Naturstromanbieter wechseln - und der Atomenergie Adieu sagen. Ging ruckzuck bei uns - wir beziehen ab 1.5.2011 Naturstrom und investieren jährlich zehn Euro mehr. Die Initiatoren von Urgewald.de haben herausgefunden, welche Banken den AKWs Geld geben. Unsere Bank gehört dazu. Wir wollten sowieso die Bank wechseln, vor zwei Wochen ging es auf einmal wie von selbst: Jetzt wechseln wir zu einer Bank, die Investitionen in Rüstungsgeschäfte, AKWs, Firmen, die Kinderarbeit zulassen oder Tierversuche wegen Kosmetika durchführen oder Pflanzen und Samen gentechnisch verändern ablehnt. Das ist ein tolles Gefühl!!!

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Mittwoch, 16 März, 2011

Was du nicht willst, dass man...

Noch eines liegt mir auf der Seele:

Fünfzig Menschen arbeiteten gestern, am 15.3.2011 laut der japanischen Regierung noch im Atomkraftwerk, alle anderen seien wegen gesundheitsschädlicher Strahlenbelastung abgezogen worden.

In einem ZDF oder ARD Fernsehbericht erfuhr ich, dass alle 600 Hubschrauberpiloten, die 1986 über Tschernobyl Beton auf das beschädigte Kraftwerk abgeworfen hatten, kurz nach ihren Einsätzen wegen der hohen Strahlenbelastung starben. Soldaten waren zwangsbeordert worden, vor Ort Aufräumarbeiten zu erledigen, die sogannten 'Liquidatoren'. Die jungen Männer hatten keine Wahl, sie mussten, viele von ihnen starben nach ihrem Einsatz.

So viel anders scheint die Situation in Japan nicht: Dort setzen japanische Techniker ihre Gesundheit, ihr Leben ein. Laut japanischer Regierung wären sie alle freiwillig dort.

Wenn diese Aussage wahr ist, dann fällt mir zur Motivation der fünfzig Verbliebenen am beschädigten Atomkraftwerk ein: Diese Menschen übernehmen Verantwortung. Verantwortung für ihre Familien, ihre Freunde, ihre Natur, ihre Landsleute, für ihr Land. Sie wollen tun, was zu tun und möglich ist, um noch mehr zu verhindern. Sie laufen nicht weg und haben meine Hochachtung.

Ich vermute, dass unter ihnen kein einziger aus den Führungsetagen des Betreiberkonzerns ist oder einer der anderen, die damit ihr Geld gemacht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die sich nämlich und ihre Familie längst weit weg vom Reaktor in Sicherheit gebracht haben.

Diese Situation macht mich unglaublich wütend und ich glaube, sie ist auch auf Deutschland und andere Länder übertragbar: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politiker, die für weitere Atomkraftwerke und Laufzeitverlängerung ihre Stimme geben oder Vorstandsvorsitzende der betreibenden Energiekonzerne oder Manager der finanzierenden Banken in der unmittelbaren Nähe zu einem Atomkraftwerk wohnen UND dort vor Ort bleiben und anpacken, wenn es zu einem Strahlenaustritt kommen sollte. Sie alle werden ihre Familien und sich selbst in Sicherheit bringen. Wer ist es dann, der vor Ort bleibt und rettet, was zu retten ist? Wer muss damit leben, weil er dort sein Haus gebaut, seine Arbeit hat und nicht die finanziellen Möglichkeiten, alles aufzugeben?

In der ARD wurde gestern in einem Beitrag ein Strahlenmesser in Tschernobyl gezeigt, der die Arbeit dort mache, obwohl er sich um die gesundheitlichen Folgen sorge, aber er würde gut das Doppelte verdienen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Politker sich täglich dieser Strahlenbelastung aussetzen würde. Die kleinen Leute kann man mit Geld und den Versprechen auf ein vermeintlich besseres Leben locken. Die Oberschicht mit Sicherheit nicht.

Meine Gedanken sind immer wieder bei der japanischen Bevölkerung, die in den letzten Tagen so viel Leid ertragen mussten und durch den Atomunfall auch künftig noch erleben werden. Die Spätfolgen der Bevölkerung Tschernobyls zeigen das.

Ein Erdbeben der Richterskala 9.0 überstehen, das Haus mit all dem, was mir lieb ist, verlassen müssen, einen Tsunami überleben, Hab und Gut verlieren, mit der Ungewissheit leben zu müssen, wo geliebte Menschen sind und ob sie noch leben und dann noch die düstere Aussicht, dass vielleicht die Heimat nicht mehr bewohnbar ist, weil sie strahlenverseucht ist - dieses Leid übersteigt meine Vorstellungskräfte. Für viele Japaner ist es die Realität.

Seit gestern sehe ich immer wieder dieses Bild vor meinen Augen: Hände umhüllen schützend die japanische Flagge, stellvertretend für all die Menschen, die diese Situation durchleben müssen.

Ich fühle mit den betroffenen Menschen, soweit ich es überhaupt kann. Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sich ihre Hoffnungen erfüllen, sie Vermisste wiederfinden, ein Stück Alltag und Normalität zurück erlangen und sie und ihre Heimat und Natur Heilung, Schutz und Gnade erfahren.

Mein Appell an alle Politiker, Entscheider, Vorstände, Investoren: Stimmen Sie nur für die Dinge, dessen Folgen sie auch selbst - ganz persönlich - tragen und aushalten würden. Ich appeliere an Ihr Herz: Würden Sie wollen, dass Menschen, die Sie lieben bei einem Störfall in einem Atomkraftwerk arbeiten? Wollten Sie selbst nach einem Störfall in einer verseuchten Gegend leben? Wollen Sie das Ihren Kindern und Enkelkindern zumuten? Entscheiden Sie nicht, was Sie letzten Endes nicht ganz persönlich vor Ort ausbaden würden. Das gleiche gilt meiner Meinung nach übrigens auch für die Soldaten, die in den Krieg geschickt werden. Würden Sie selbst ganz persönlich mit an die Front gehen und ihre Entscheidung mit dem Leben oder Ihrer Gesundheit bezahlen? Entscheiden Sie nicht über das Leben und die seelische und körperliche Gesundheit anderer Menschen! Würden Sie Ihr Kind in den Krieg schicken? Ich bin mir sicher, Sie würden es schützen wollen, vor gesundheitlicher Gefahr.

Übernehmen Sie PERSÖNLICH Verantwortung. Für die Familien, deren Väter und Mütter in den beschädigten Atomkraftwerken ihren Dienst tun, obwohl sie bei einem Störfall einer Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Für die Soldaten, für die Feuerwehr, das THW und die anderen Hilfsdienste, die bei einem Störfall Menschen retten und sich damit selbst einer Gesundheitsschädigung aussetzen.

Fragen Sie sich: Wäre ich selbst unter den Helfern und würde mich dieser Gefahr aussetzen?

Wenn Sie diese Frage - ehrlich - mit "Nein" beantworten (und nicht "Ja sicher" medienwirksam schreien, sich aber im Ernstfall mit einem Erste-Klasse-Ticket aus dem Staub machen), dann stimmen Sie nicht für Dinge, die die Natur und die Menschen derart schädigen wie beispielsweise die Kernenergie es macht.

Setzten Sie sich dafür ein, dass die erstklassigen Ingenieure, Techniker und Erfinder dieser Welt zusammen neue nachhaltige, erneuerbare und verantwortungsvolle Techniken der Energiegewinnung entwickeln.

Sagen Sie NEIN! zu Profit und JA! zu wirklicher Verantwortung für die Menschen und unsere Erde.

Ich weiß, jeder Bürger kann selbst aus der Kernenergie aussteigen, kann Verantwortung dafür übernehmen, dass die eigene Bank sich nicht an Atomgeschäften beteiligt. Jeder kann Energie sparen und sich fragen, ob das eigene Konsumverhalten wirklich nötig ist. Doch unabhängig von dem Handeln jedes Einzelnen sind Sie meiner Meinung nach für die gegebenen Rahmenbedingungen verantwortlich. Viele haben gar nicht die Möglichkeit, die Bank oder den Energieanbieter zu wechseln oder sind damit überfordert. Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die unsere Erde auch in fünfzig und tausend Jahren noch lebenswert machen.

Geld und Profit kann man nicht essen, nicht atmen, nicht trinken. Es gibt Kostbares, das zerstörbar ist. Für immer.

Ich will kein Fukushima in Deutschland. Ich will dieses Szenario nirgendwo auf der Welt!!! Die Atomkraftwerke sollen abgestellt werden. Alle. Überall. So schnell wie möglich und nicht erst in Jahren. Ja, das bedeutet starke Konsequenzen für uns alle, die ich mir jetzt gar nicht vorstellen kann. Ich bin bereit, mir über diese Konsequenzen Gedanken zu machen und sie zu tragen. Ich bin nicht bereit, die Konsequenzen eines weiteren Atomunfalls irgendwo auf der Welt zu tragen!

Anja Kolberg

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Sonntag, 13 März, 2011

Wenn nicht jetzt - wann dann?

12. März 2011. Samstag Abend. Tagesthemen. 21.30 Uhr. Sigmar Gabriel, SPD und auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen, CDU weichen auf die Frage, welche Auswirkungen der Reaktorunfall in Japan auf die Deutsche Atompolitik haben, aus. Dafür wäre jetzt nicht der rechte Zeitpunkt. Röttgen windet sich im Interview mit Tagesthemen-Sprecherin Susanne Holst mühsam hin und her. Ich kann es kaum ertragen. Tags zuvor lehnte Westerwelle (FDP) eine momentane Diskussion ab.

Ich finde es verantwortungslos, jetzt nicht darüber zu reden und frage mich ernsthaft: WANN, WENN NICHT JETZT?

Wollen die Politiker uns beschwichten, in der Hoffnung, dass wir Bürger uns wieder beruhigen und alles seinen gewohnten Gang gehen kann?

Durch das Unglück in Japan wird uns schmerzhaft deutlich, wie gefährlich diese Energiegewinnung ist - und wie kostbar eine saubere Umwelt und unsere Unversehrtheit darin ist. Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt weggucken und so tun, als würde es uns nicht betreffen! Wer sind wir, wenn wir jetzt nicht Konsequenzen ziehen? Vielleicht hängt davon eines Tages unser Überleben ab, was wenn noch mehr Unfälle in Atomkraftwerken unsere gesamte Erde verstrahlen? Wir wollen uns doch nicht selbst auslöschen!

Ich will keine Atomkraftwerke und wenn für den Verzicht auf Atomstrom notwendig wäre, noch mehr Strom zu sparen: Ich bin bereit dazu.

Wenn es jetzt eine Bürgerbefragung geben würde, bin ich mir sicher, dass die meisten für einen sofortigen Atomausstieg wären. Ich lebe in NRW, wo es keine aktiven Atomkraftwerke gibt, doch wie mögen sich erst die Menschen fühlen, die in unmittelbarer Nähe zu einem Kraftwerk leben?

Das Beispiel in Japan zeigt auch, dass nicht nur das Land selbst betroffen ist, sondern auch angrenzende Länder, sogar andere Kontinente, die mit der verunreinigten Luft in Berührung kommen. Selbst wenn die verseuchte Luft auf das Meer hinausweht und sich im Wasser niederlässt, kommt dies mit den Fischen in Berührung und so in unser Essen.

Ein Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk mit austretender radioaktiver Strahlung würde also nicht nur unser Land betreffen, sondern auch unsere Nachbarn in Europa. Und umgekehrt. Es nützt nichts, wenn wir alleine die Atomkraftwerke abschaffen und unsere Nachbarn setzen weiter auf diese Stromgewinnung.

Wer weiß? Vielleicht bewirkt dieses schreckliche Unglück in Japan ein weltweites Umdenken!

Anja Kolberg

Nachtrag: Mich erreicht gerade die Online-Aktion "Abschalten" von Campact - Demokratie in Aktion, welche Frau Merkel aufruft, die AKWs sofort abzuschalten.

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Freitag, 31 Dezember, 2010

2010 geht

Heute verabschiedet sich ein ganzes Jahr. Zweitausendzehn. Eine besondere Zahl.

In diesem Jahr bin ich 40 geworden. Das war ein sehr schöner Geburtstag, weil wir während dieser Zeit an der Nordseeküste Dänemarks verbracht haben. Daran denke ich sehr gerne.

Was war noch schön in diesem Jahr? Erschrocken stelle ich fest, das mir spontan nichts (!) einfällt. 2010 war nicht einfach, keine Frage, es gab aber auch schöne Momente und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auch ein:

  • Die Urlaubszeit bei meiner Familie im Bergischen. Das war soooooo schön!

Gar nicht so leicht, was zu finden, ohne in den Kalender zu schauen, der schon bei meinen Tagebüchern im Keller verstaut ist oder meinen Blog zu durchforsten. Also muss ich meinen Kopf anstrengen. Was war da noch?

  • Die Fotoreise durch den Wald im Bergischen auf der Suche nach den Fliegenpilzen fällt mir ein.
  • Die Überraschung, als ich vom Urlaub nach Hause kam und unsere Eingangstüre war geschmückt.
  • Die herrlichen Tage draußen auf der Terrasse im Sommer. Lesend. Liegend. Die Mauersegler am Himmel betrachtend.
  • Die Aktion "Ich habe einen Wunsch an Sie" und die Briefe und Päckchen, die ich daraufhin von Ihnen erhielt.
  • Die Fotoaktion zu den beiden neuen Kalendern. Das Entwerfen, Dekorieren und Fotographieren der Herzmotive für den Wandkalender und des Steinhaufens für den Tischkalender.
  • Oh ja, natürlich: Der Nachmittag, den ich im Blumenladen meiner Freundin aushelfen durfte! Was war das für ein Spaß!
  • Die Vögel, die alle an unserem Teich und Bachlauf gebadet und getrunken haben und die ich dabei beobachten konnte. Was für eine stille Freude!
  • Der Moment in Dänemark am Strand, wo ich sauer war, mich an die Brandung Richtung Meer gestellt habe und dort lauthals alles in den Wind geschrien habe, was mich belastet hat. Das war so befreiend!
  • Mein Ausflug alleine ins Meerwasseraquarium nach Hirtshals während des Urlaubs.
  • Dieser tolle Ausblick vom Sofa aus, den wir im Ferienhaus hatten, dazu lesen, eine Tasse Tee, die neue schöne Kuscheldecke, der Kaminofen an. Ein Traum!
  • Zu beobachten, wie der Zierlauch sich in meinem Gartenreich wohl fühlt und das Beet bereichert. Überhaupt hat mir mein Garten viel Freude bereitet.
  • Die Idee des Hochbeetes umzusetzen und meine Freude während des ganzen Jahres daran.
  • Luna, der Junghund meines Onkels und meiner Tante hat mir sehr viel Freude gemacht. Ich muss nur an ihn denken und lächle schon. Natürlich hat mir unser Vierbeiner auch viel Freude bereitet, es war ein so schönes Gefühl, Minu mit Luna toben zu sehen. Es gab so viele Momente, wo ich Minu beim Schlafen und Entspannen beobachtet habe, es fühlt sich einfach gut an. Natürlich auch die Erleichterung, dass der Knubbel an Minus Bauch nichts bösartiges ist (Folgen einer Unverträglichkeit einer Antibiotikaspritze) und wieder weggeht.
  • Der Moment, als ich meinen Mann nach seiner Operation sprechen konnte und wusste, das alles gut gegangen war.
  • Dieses Gefühl, in einem guten Buch zu versinken und die Zeit dabei zu vergessen. Das ist mir in diesem Jahr bei Die Mondspielerin, Wolkenspiele, Endstation Nippes und Leopardenblut passiert.
  • Das Deutschlandgefühl während der WM und mein Jubel bei erzielten Toren unserer Mannschaft. Richtig klasse finde ich, dass die Frauen-WM 2011 in Deutschland stattfindet. Das wird ein Spaß!
  • Die Blumensträuße, die ich aus meinem kleinen Garten zusammengestellt habe.
  • Das Gefühl, anderen eine Freude gemacht zu haben, durch ein Überraschungsgeschenk, eine Spende oder Kalender

Das ist ganz schön viel, was ist 2010 schön war. Mir wird noch viel mehr einfallen, wenn ich genauer schauen würde. So arg warst du also doch nicht, 2010, der erste Blick zurück hat mich getäuscht. Der zweite zeigte deine wahre Schönheit. Ich könnte noch eine Liste der Dinge machen, die ich im Jahr gelernt habe oder die mir bewusst geworden sind. Doch jetzt reicht es erst einmal. Feierabend!

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Anja Kolberg

PS: Es ist mir zu einem liebgewonnenen Ritual geworden, an Sylvester meine Kleidgeschichte von 2007 zu lesen.

Donnerstag, 30 Dezember, 2010

Anziehungskraft

Gestern Abend las ich von der Anziehung. Dinge/Themen, die einen interessieren und wie magisch anziehen.

 

Was zieht mich magisch an? Hier meine spontane Liste:

  • Alles, was mit dem Garten zu tun hat, erfreut meine Seele. Das will ich sehen, fühlen, riechen...
  • Die Jahreszeiten und ihre Eigenarten
  • Die Psychologie: megaspannend!
  • Aufstellungen (am liebsten freie, ich mag die direktiven nach Hellinger nicht so sehr)
  • Kontakt zu Verstorbenen und deren Nachweise
  • Die innere Stimme
  • Interviews mit Autoren über deren Arbeitsalltag und Weg zum Schreiben

Die Liste könnte ich noch weiter fortführen, das ist es jedoch für den Moment.

Wenn mich etwas so sehr lockt, dann merke ich nicht, wie die Zeit vergeht, sie fliegt vorbei. So geht es mir auch, wenn ich mich in einem Gartencenter aufhalte, in einem Blumengeschäft oder in einem Handel für Künstlerbedarf. Himmlisch!

Natürlich auch, wenn ich auf's Meer schaue. Dort oben auf den Dünen an der Küste könnte ich stundenlang sitzen und schauen und schauen und schauen. In einem Urlaub war Sturm und ich konnte mich von dieser Kraft gar nicht mehr loseisen. Ich war durch und durch nass, dennoch: Diese Faszination der brechenden Wellen, der Wind, diese Urgewalt. Ein Traum!

 

Menschen ziehen mich magisch an. Die Gespräche mit ihnen, sowohl der kleine Plausch mit den Passanten beim Schneeschippen als auch die tiefsinnigen und langen Gespräche, die ich mit meinen Klientinnen und Klienten geführt habe und der persönliche Austausch mit meinen Freundinnen, meinem Bruder.

Ich liebe es, an Aufstellungen teilzunehmen, mich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, etwas über deren Arbeit und Arbeitsalltag und Erfahrungen zu lernen. Als ich 2002 an der zweiwöchigen Sommerakademie der Kunst-Hochschule Alfter teilnahm, war es ein Vergnügen für mich, immer neue Menschen in der Mensa beim Mittag- und Abendessen kennen zu lernen. Wärend der Raum sich leerte, saß ich noch immer mit meinem Gegenüber da. Die Zeit verflog im nu...

 

Hier ein Bild während meiner Fingermalerei. :o) Hm, die kühle glitschige Acrylfarbe auf meiner Hand, draußen brütende Sommerhitze. Dieses Gefühl mit der Hand über die raue Leinwand zu streichen. Gut - gut - richtig gut!

Ein bischen - ich muss es gestehen - zieht mich inzwischen auch das Jahr 2011 an. Es kitzelt mich. Der Januar mit seinem Ruf: "Ich trau mich was" entfaltet leise seine Wirkung...

Anja Kolberg

Dienstag, 22 Dezember, 2009

Mit dem Herzen sehen können

So viele Informationen über andere Menschen erreichen mein Inneres über meine Augen. Kleidung, Haare, Gesichtszüge, Zähne, Körperbau, Körpergröße, Alter, Narben, Wunden, Versehrtheit, Herkunft - all diese visuellen Reize haben Einfluss auf das Urteil, welches ich mir von meinem Gegenüber bilde. Doch dies alles - auch der Wert der Kleidung, wie viel oder wenig gepflegt jemand ist, ob und welchen Schmuck jemand trägt, welches Auto er/sie fährt, in welchem Haus jemand wohnt, gesellschaftlicher Stand, wie die Einrichtung ist - sagt nicht wirklich etwas über die Schönheit der Seele aus, die im Körper dieses Menschen wohnt.

Gestern Abend bei 'Bauer sucht Frau' störte es eine Teilnehmerin offensichtlich nicht, dass der Mann jedes Mal, wenn ich ihn sah, sehr schmutzige Fingernägel hatte. Mich würde das stören. Ihr gefiel der Mensch. Das brachte mich zum Nachdenken.

Welche Kraft ist nötig, den Menschen hinter der Äußerlichkeit zu entdecken und sich unabhängig davon in ihn zu verlieben? Oder im Alltag völlig unbefangen von den aufgebauten Kulissen auf andere zuzugehen.

Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder einmal schnell jemanden wegen Äußerlichkeiten beurteile. Ich möchte mich darin üben, mit dem Herzen zu sehen: Die Augen ausschalten und mich auf mein Herz konzentrieren und das, was es wahrnimmt. Damit habe ich die Chance, die Seele und damit die wirkliche Schönheit und Besonderheit eines Menschen kennen und schätzen zu lernen.

Anja Kolberg

Dienstag, 08 Dezember, 2009

Nass und grau...

... begrüßt mich der Himmel über Junkersdorf heute morgen. Bäh! Gut, dass es drinnen so kuschelig und gemütlich ist.

Ich kann ja verstehen, dass es für manche Verkäufer in der Vorweihnachtszeit nicht leicht ist: Stress, viele Leute, viele Fragen, nörgelnde Kunden, lange Schlangen, da kann man wirklich schlechte Laune bekommen. Gestern war ich in einem Geschäft für Künstlerbedarf. Der Herr an der Kasse war der König unter den Genervten: Kein Blickkontakt, gebückte Haltung (sie stehen dort hinter den Kassen), mürrische Antworten, Zeitlupenbewegungen, ein Gesicht wie - ich kann es nicht beschreiben... Bei der Wartezeit an der Kasse herrschte eine besch.... Stimmung und ich musste mir seine Art unweigerlich anschauen und anhören, es machte echt keinen Spaß.

Als ich an der Reihe war, nahm ich mir ein Herz. Okay, für die erste Nanosekunde wollte ich nicht mein Herz, sondern meine Wut auspacken und ihm sagen, dass es keinen Spaß macht, auf so einen griesgrämigen Kassierer zu warten. Doch dann überwog meine Vernunft. Keinen Bock, mich aus Strafe wieder hinten anstellen zu müssen... Also Wut wieder eingesteckt und das Herz ausgepackt. Ich guckte ihn freundlich an und fragte: "Kein guter Tag heute? Sie sehen so traurig aus." Er antwortete, dass es so ist wie jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft: Purer Stress. "Also sollte ich Sie im Moment nicht um Ihren Job beneiden?" Langsam taute er auf, erzählte was, lächelte. Als ich nach zwei Minuten ging, sagte er mir mit einem Lächeln auf den Lippen "Tschüß". Nach dem Gespräch ging es auch mir besser und ich konnte ihn verstehen. Am liebsten hätte ich ihn in Urlaub geschickt oder ihn gefragt, was er eigentlich machen möchte in seinem Leben. Denn wenn ich mich recht erinnere, schaut er immer so traurig und kraftlos aus. Es kann nicht sein, dass er diesen Job wirklich machen möchte. Was für eine Geschichte hat er wohl?

Manchmal steckt man im "falschen" Leben fest. Sei es beruflich oder privat. Woran man das merkt? An der eigenen Unzufriedenheit, an schlechter Laune, trüben Gedanken, körperlichen Symptomen, Traurigkeit... Je länger man schon mit dieser Situation lebt, desto unmöglicher mag es erscheinen, sie zu ändern. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist.

Wir selbst entscheiden das. Wir entscheiden unser Leben. Wir haben das Recht, die Bedingungen festzulegen, mit denen wir leben und arbeiten möchten. Wir haben die Aufgabe, gut zu uns zu sein und dazu gehört auch die Frage:

Wie sieht ein Leben aus, das wirklich lebenswert für mich ist?

Anja Kolberg

Donnerstag, 03 Dezember, 2009

Die Tücke der Illusion

Vorstellungen von der Zukunft sind was feines, wenn sie mich beflügeln, mich aktiv werden lassen und dann sogar noch eintreffen.

Die Grenze von der Vision zur Illusion ist fließend. Die Illusion: Ich glaube, es gibt bei der Verwirklichung keine Rückschläge und der Weg dorthin wird ganz leicht werden.

Wenn die Illusion dann ihre Schleier lüftet und unerwartete Schwierigkeiten auftauchen, ist der Energie- und Antriebsverlust groß. Ich zweifle an mir, will aufgeben, bin traurig. Nach Monaten des Gras darüber wachsens habe ich wieder neue Kraft gewonnen und es kann weiter gehen. Diese Falle kann ich umgehen, wenn ich mir keine Illusion darüber mache, dass alles superleicht ablaufen wird. Sondern die Schlaglöcher des Lebens mit einkalkuliere: Ja, es kann hart werden. Ja, ich kann Absagen bekommen. Ja, ich kann monatelang warten...

Dieser Blick auf die Realität macht die Vision nicht zunichte. Er hilft eher, mich noch stärker zu machen und für die Herausforderungen des Weges zu wappnen.

Hoffentlich erinnere ich mich das nächste Mal daran, wenn ich etwas vorhabe...

Einen schönen Adventstag!

Anja Kolberg

Donnerstag, 29 Oktober, 2009

Stell dir vor...

... du sitzt am Schreibtisch und blickst aus dem Fenster. Statt auf Häuser siehst du aufs Meer.

Das Meer, wenn es glatt ist und die Sonne scheint.

 

Das Meer, wenn ein unerbittlicher Sturm tobt.

Wenn Windböen gegen die Scheiben preschen und Salz und Sand mit sich bringen, so dass es eigentlich gar nicht möglich ist, klar hinauszuschauen, weil die Scheiben vom Sturm gezeichnet sind. Eine Zeit, in der man nur erahnen kann, was draußen wirklich vor sich geht.

 

Wenn sich das Unwetter gelegt hat und der Regen einen Teil von Salz und Sand von den Scheiben gewaschen hat, schenkt dir die Natur zum Tagesabschied ein wundervolles Farbenspiel.

 

Du bist so fasziniert, dass du beschließt, Feierabend zu machen und die Natur pur und ohne Fenster zu betrachten.

 

Das wäre ein Leben!

Fernab vom Meer - aber mit den Gedanken dort - schwelgt

Anja Kolberg

PS: Dabei geht mir das wundervolle Lied "La mer" von Charles Trénet nicht mehr aus dem Sinn...

Montag, 21 September, 2009

Eine zweite Chance

Wie schnell ist etwas gesagt, getan - unüberlegt, ohne Absicht zu verletzen. Wie schnell können solche Worte und Taten anders aufgenommen werden, als sie gemeint sind?

Das ging mir heute früh durch den Kopf. Und wie schnell speichere ich diese Erfahrung unter "negativ" oder "sind blöde Leute" oder "die mögen mich nicht" ab, ohne wirklich miteinander gesprochen und das, was mich stört oder verletzt hat, geklärt zu haben?

Wie viele Menschen habe ich schon durch Worte und meine Art verletzt, ohne es jemals zu wollen? Wie gut hätte ich es gefunden, wenn ich darauf angesprochen worden wäre und die Sache so aus der Welt geschafft worden wäre.

Wie oft traue ich mich selbst nicht, anzusprechen, was mir unangenehm aufgestoßen ist? Schlucke es runter, bleibe verletzt, statt dem anderen eine Chance zu geben? Damit auch mir und der Beziehung, die ich zu dem anderen Menschen habe? Ich gehe die Begegnungen in meinem Leben durch. Da fallen mir einige Menschen ein, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe, die unter "blöd" abgespeichert sind. Vielleicht haben Sie es damals gar nicht so gemeint, wie ich es aufgefasst habe? Hätte ich besser mit ihnen direkt gesprochen, statt mit anderen über sie? Ganz bestimmt.

Auf dem Feld kann ich noch einiges lernen. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, solche Themen anzusprechen: Locker, klar, direkt. Mein Nachbar kann das wirklich gut. Er spricht die Dinge direkt an, die ihn stören und wartet nicht, bis sie zu einem Pulverfass geworden sind. Das möchte ich lernen und auch können. Für Frieden in meinen Beziehungen und damit auch für den Frieden in mir.

Einen schönen Montag!

Anja Kolberg

Montag, 14 September, 2009

Andere lassen können

Wenn ich höre, dass es einem Menschen, den ich mag, nicht gut geht, kann ich das schwer ertragen. Ich mache mir Sorgen, überlege, was ich tun kann. Mir geht es nicht gut, weil ich denke, dem anderen geht es schlecht. Ich denke, ich müsste helfen. Wenn ich ehrlich bin: Dem anderen helfen, damit es auch mir selbst besser geht.

Was ich dabei übersehe: Dem anderen geht es vielleicht in seiner Situation besser, als ich mir das vorstelle. Warum? Zum Beispiel, weil er diese Situation schon lange kennt oder auch schon früher solche Situationen hatte und gelernt hat, damit zu leben. Oder weil er dieses Leid für sich im Moment braucht, um mit einer Situation besser umgehen zu können oder um innerlich weiter zu kommen. Und vor allen Dingen übersehe ich bei meinem Sorgen machen, dass ich dem anderen nicht seine Selbstverantwortung lasse. Es liegt in der Verantwortung des anderen, um Hilfe zu fragen. Es liegt in meiner Verantwortung, anderen nicht meine Hilfe, meine Sorgen aufzudrücken, nur weil ich es nicht mehr aushalten kann, den anderen so zu sehen wie er gerade ist. Es ist eine Herausforderung, anderen auch ihr Schicksal zu lassen.

Was ich dabei allzu schnell vergesse: Selbst wenn es mir schlecht geht, will ich keine Hilfe von anderen haben. Es geht mir dann vielleicht nicht gut, aber das ist okay und ich kann damit gut leben. Es ist gar nicht sooooo schlimm, wie der andere vielleicht meint. Und auch wenn ich mein seelisches Leid schwer tragen kann, so will ich auf keinen Fall, dass es ein anderer für mich trägt. Ich finde es unverschämt, wenn ein anderer mir nicht zutraut, mein eigenes Schicksal zu tragen. Leiden kann so heilsam, wertvoll und wichtig sein. Auch wenn ich darüber rede wie unzufrieden ich bin, wie traurig, dass es zum Beispiel nicht weiter geht oder ich bei bestimmten Themen immer noch nicht weiter bin: Ich will selbst meine Lösung finden. Ich brauche und will dann keine Tipps und Ratschläge von anderen. Ich will nur reden. Reden darüber wie es mir geht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und wenn ich spüre, ich komme nicht weiter, auch dann übernehme ich Verantwortung für mich und frage um Hilfe.

Ich hoffe, das fällt mir das nächste Mal ein, wenn ich jemand anderen leiden sehe und ihn retten will. Vielleicht erzähle ich dem anderen dann mal, wie es mir damit geht und erfahre so, dass es sich für den oder die Leidende gar nicht so schlimm anfühlt.

Winkewinke von der Denkerinsel

Anja Kolberg

Freitag, 04 September, 2009

Eigentlich müsste es ein Gesetz...

...geben, welches Filme ohne Happy End verbietet! Das habe ich beschlossen, nach dem ich den Film "Tristan und Isolde" zu Ende geschaut hatte. Uh, sind die Tränen geflossen. So ungerecht. So hart. So blöde, einfach blöde war das Ende. Mist! Dabei war der Film selbst ein Traum, zugegeben leider auch brutal, was wohl zu der damaligen Zeit gehörte.

Ich will Happy Ends! Ich finde, das echte Leben ist schon so verrückt und oftmals viel zu hart, dass man als Zuschauer ein gutes, ein hoffnungsvolles Ende von Filmen oder Geschichten verdient hat. Ja, ich brauche: "Und so lebten sie glücklich..." - gut, vielleicht nicht bis ans Lebensende, das wäre zuviel des Guten und ist zu fernab der Realität. Aber etwas Gutes soll es bitte schön am Ende geben.

Ich heule mir bei solch tragisch endenden Liebesgeschichten die Augen wund, ganz schlimm war es nach dem auch wunderbaren Film "Die Brücken am Fluss". Nach dem konnte ich noch zwei Tage weinen, weil ich es so ungerecht fand, dass die beiden Liebenden nicht zueinander gefunden haben. Ich habe mir gerade deswegen auch nicht "Titanic" angeschaut und mache es heute noch nicht. All diese Liebesgeschichten sind wohl deswegen so "groß", bleiben so lange in Erinnerung, weil sie tragisch enden.

Und wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich ein Gesetz beschließen, dass die Autoren und Geschichtenerfinder dazu verpflichtet, sich trotz aller Tragik, trotz allem Schmerz und Herausforderungen ein gutes Ende zu überlegen.

So soll es sein!

Anja Kolberg

Montag, 31 August, 2009

Jonglieren

Die letzte Woche raste an mir vorbei. Einige Appetithappen?

  • Ein nicht geplanter Zahnarztbesuch wegen einem Inlay, das sich wegen darunter liegender Karies durch den Biss in ein köstliches Frühstücksbrötchen gelöst hatte. Stationen: Spritze, Bohren, Füllung. Erleichtert sein.
  • Verkaufsabwicklungen bei Ebay, die Zeit beanspruchen: Mails, Zahlung abwarten, packen, messen, zu Hermes fahren. Glücklich über die freie Fläche sein.
  • Das Büro meines Mannes drei Tage renovieren: Ausräumen, Farbe kaufen, sorgfältig streichen, sauber machen, umräumen, einräumen, loslassen, umsortieren. Über Farbe und neue Ordnung freuen.
  • Den Termin zu einer Schwermetallausleitung bei einer ganzheitlich arbeitenden Zahnärztin vorbereiten. Endlich!
  • Die Fahrt ins Bergische und ein schöner Sonntag mit der Familie zu einem 70. Geburtstag. Hach schön ... und lecker.
  • Sturm am Donnerstag und Freitag mit einer - immer weniger, aber dennoch etwas - aufgeregten Minu. Yeah, es wird besser.
  • Meine Periode, die mir diesmal einen schönen Streich spielte: Am Freitag war ich so groggy, dass mir so vieles aus der Hand fiel, ich Sachen umgestoßen habe, alles, was ich sonst nicht habe. Und natürlich der übliche Schoki-Heißhunger und dank Schmerzmitteln nur leichten, aber konsequenten Bauchschmerzen. Auch hiermit gehe ich leichter um.
  • Schwüle Hitze, die mich einfach ausnockt. Einsehen, dass ich dann ein Schneckchen sein darf.

Nach so einer Woche brauche ich Zeit, bis ich wieder meinen eigenen Rhythmus gefunden habe und alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Obwohl ich mir Druck mache, was ich alles noch tun muss und noch nicht getan habe - da gibt es so einiges - nehme ich mir diese Zeit.

Ich genieße die kühler werdenden Nächte. So langsam spüre ich, dass es auf den Herbst zugeht. Hm, das tut mir gut.

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Mittwoch, 22 Juli, 2009

Frei vom Alter berufliche Wünsche verwirklichen

Wussten Sie eigentlich, dass Ingrid Noll (Krimicouch) erst als ihre 3 Kinder aus dem Haus waren - sie war Mitte 50 - begonnen hat, ihre ungewöhnlichen Kriminalromane zu schreiben? Oder dass sich die australische Autorin Patricia Shaw (erst mit 52 Jahren ganz den leidenschaftlichen Liebesromanen gewidmet hat, nachdem sie viele Jahre ein Archiv leitete? Lisa Balz begann mit Ende 40 in Südafrika einen komplett neuen Lebensabschnitt.

Manche Dinge im Leben brauchen einfach Zeit, zu reifen. Wie ein guter Wein. Erst nach Jahren wird uns bewusst, wie wichtig bestimmte Themen für uns sind und wir halten es mit dem bisherigen einfach nicht mehr aus. Dann ist genau der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen. Unabhängig von Ihrem Alter, denn das ist immer relativ. Wissen Sie, was wir in den Augen einer 90jährigen sind?

Ganz jünge Hüpfer, die so viel Leben noch vor sich haben.

Anja Kolberg

Donnerstag, 16 Juli, 2009

Die Kraft der Wünsche

Inmitten meines zweiten, tiefgreifenden Loslassprozesses dieses Jahr - die Hängeregistratur ist leeer!!! 4 riesige Schubladen mit je zwei Fächern - viel mir ein Blatt aus April 2002 in die Hände. Darauf habe ich notiert, zu welchen Bedingungen ich Coaching anbieten möchte: Arbeitszeiten, Wochentage, Honorar, Ort, Absagezeiten usw.

Und darunter habe ich mir notiert wie dieser Ort aussehen soll: Ich habe die Coachingwerkstatt klitzeklein so beschrieben wie ich sie mir erträumte: Ca. 50 qm, Köln, Parkplätze vor der Türe (in Köln ein Segen), eigene Toilette mit extra Waschbecken, kein lauter Straßenlärm, angenehme Gegend, Park fußläufig erreichbar, Öffentlicher Nahverkehr fussläufig erreichbar, ein bestimmter Mietpreis/qm sollte nicht überschritten werden, idealerweise zwei Räume, von der einer die Küche ist. Und dazu habe ich mir noch gedacht, nicht aufgeschrieben: Keine Courtage, netter Vermieter, Räume bereits renoviert, im Idealfall keine Südlage, damit es im Sommer nicht so heiß wird.

Zum 1. September bezog ich genau dieses Büro. Ich schüttle heute noch ungläubig den Kopf, dass das damals so geklappt hat. Ich hatte die Anzeigen im Kölner Stadt-Anzeiger gewälzt, las: 'Köln-Zollstock' und dachte damals: 'Wo liegt das denn? Soll ich mir das überhaupt anschauen?' Dann bin ich doch für einen Schlenker vorbei gefahren, 'nur mal von außen gucken' dachte ich. Als ich vorfuhr, kehrte gerade der Vermieter vor der Türe und sprach mich an, als ich mir den Umriss im Fenster ansah (der einzige, der das hatte, was mir total gefiel). Das Büro lag in einer ruhigen Seitenstraße in Köln-Zollstock, gleich neben dem kleinen Zollstock-Park, in der Straße waren in 90% der Fälle Parkplätze zu finden, eine Straße weiter fuhr die Straßenbahn. Neben einem großen ca. 25 qm Raum mit herrlich großen Schaufenster gen Norden, gab es einen weiteren Raum, in den ich einen kleinen Küchenblock setzen konnte und daneben ein WC (mit Waschbecken). Die Räume waren frisch renoviert, lediglich Teppichboden musste gelegt werden und Lamellenvorhänge angebracht. Das Büro wurde gleich vom Vermieter angeboten (keine Courtage) und der war einschließlich seiner Frau sehr nett.

Beim Auszug vier Jahre später habe ich mir übrigens gewünscht, dass der Nachmieter die Einrichtung übernimmt und ich dafür nicht streichen muss. Bingo!

Diese Macht liegt in Wünschen! Herrlich, oder?

Einen zauberhaften Tag, jetzt werde ich fotographieren gehen und dann weiter loslassen....

Anja Kolberg

Dienstag, 23 Juni, 2009

Grosses Glück ist es...

  • ... wenn man seine Talente erkennt und sie auch im Leben anwenden kann.
  • ... wenn man sich selbst keine Steine in den Weg legt oder sich legen lässt und wenn, dann die Kraft hat, sie selbst beiseite zu räumen oder drumherum zu gehen.
  • ... wenn man um seiner Selbst wegen geliebt wird, ohne etwas leisten zu müssen und ohne Erwartungen erfüllen zu müssen.
  • ... wenn man sich die Zeit nimmt für die Menschen, die einem am Herzen liegen.
  • ... wenn man Menschen findet, die aufrichtig an einem interessiert sind und zuhören, ohne zu urteilen.
  • ... wenn man den Blick auf das lenken kann, was man hat, statt auf das, was man nicht hat.
  • ... wenn man sich die Zeit gibt, die man braucht.
  • ... wenn man sich selbst eine gute Mutter ist.
  • ... wenn man sich selbst Fehler verzeihen kann.
  • ... nicht perfekt sein zu müssen.
  • ... sich die Belastungen der Vergangenheit bewusst zu machen und sich von ihnen zu lösen.
  • ... ALLE Gefühle zu lieben.
  • ... wenn man sich selbst so annehmen kann und liebt wie man ist.

Anja Kolberg

Montag, 06 April, 2009

Beziehung...

... ist immer wieder Arbeit an mir selbst.
... ist aufeinander zu gehen.
... ist gut für sich selbst sorgen.
... ist zu begreifen, dass ich für meinen Partner ein Spiegel bin, dessen Bild Gefühle und Reaktionen in meinem Partner auslöst.
... ist zu entdecken, dass mein Partner ein Spiegel für mich ist. Was mich an meinem Partner aufregt, hat in mit mir selbst zu tun.
... ist ein Abenteuer.
... ist die Kunst, im Wir das Ich zu stärken, statt es zu verlieren.
... ist ein Spiel, im Ich das Wir zu finden.
... macht Mut, immer wieder neu anzufangen.
... ist eine große Schatztruhe an Gefühlen, solchen die gut tun und solchen, die schmerzen.
... ist ein gemeinsamer Weg.
... stärkt die Fähigkeit, über den eigenen Schatten zu springen.
... ist das Zusammenstoßen zweier Kräfte, wie zwei Böcke, die im Kampf die Köpfe aneinander stoßen.
... ist der Wunsch nach Harmonie, der in Zwist ein Licht am Horizont ist.
... ist Zweisamkeit und Einsamkeit.
... ist ein Strauß an Erfahrungen.
... sind ewig verbindende Erfahrungen, Glücksgefühle, bestandene Prüfungen, gemeisterte Abenteuer.
... ist die Hand, die dir über ein Pfütze hilft.
... ist der Mensch, der mich zum Lachen bringt und aus einem Tief hinaus buchsiert.
... ist immer wieder eine Herausforderung.
... ist Streit.
... ist Versöhnung.
... ist Spaß.
... ist Lust.
... ist gemeinsames Lernen und Wachsen.
... ist eine Lebensform, in der ich lebe.
... ist Geben und Nehmen.
... ist Vertrauen.
... ist Liebe.
... kann heute eine Einöde sein und morgen ein Abenteuerspielplatz, ein Schlachtfeld, gestern eine Liebeshöhle, in vierzehn Tagen eine Wellnesslandschaft, eine Hüpfburg, ein Kaktus, die Hölle, der Himmel, der lähmende Biss einer Schlange, das Kitzeln von Gänseblümchen an nackten Füßen, der Flug einer Honigbiene, ein kühles Bier am Feierabend, ein starker Baum der jedem Sturm trotzt, ein Vulkan, eine Dschungelexpedition, ein stabiles Klettergerüst, eine sanfte Meeresbrise, ein heißer Tango, ein ewiges Tauziehen und Kräftemessen, eine Waage die mal zur einen, mal zur anderen Seite schwingt, ein dickes Zauberbuch, eine Tragödie, eine Komödie - oder alles auf einmal und noch viel mehr...

Anja Kolberg

Mittwoch, 04 März, 2009

Ein Geschenk sind gute Zuhörer

Menschen, die gut zuhören können - sie sind kostbar und selten. Was ein solcher Edelstein für mich ausmacht?

  1. Dieser Mensch hat ein wirkliches und ehrliches Interesse an meiner Person.
  2. Er nimmt sich Zeit, mir zuzuhören (und macht dabei nichts anderes), sondern blickt mir dabei in die Augen, schenkt mir seine ganze Aufmerksamkeit.
  3. Er stellt mir eine Frage, zum Beispiel: "Wie geht es dir?" und möchte die ehrliche Antwort hören.
  4. Durch Nachfragen macht diese Person deutlich: Ich höre zu. Ich will wirklich verstehen, was los ist und wie es dir geht. Nicht ich bin gerade wichtig, sondern du. Ich bin nicht besser als du. Ich habe nicht die Lösung, du hast die Lösung. Du bist die Expertin deines Lebens.
  5. Der Zuhörer oder die Zuhörerin lässt mich ausreden und auch eine Pause zu, wenn ich aufgehört habe zu sprechen.
  6. Ich höre als Reaktion keine Tipps, Beispiele oder Ratschläge. Der gute Zuhörer weiß: Wenn ich eine Lösung oder einen Rat will, frage ich.
  7. Dieser Mensch bewertet mich nicht mit solchen Reaktionen: Wie kannst du nur? Nu stell dich nicht so an! Sei doch froh... Weißt du wie viele andere damit leben? Anderen geht es noch schlechter. Was soll ich denn sagen? ...
  8. Für mich persönlich die Kirsche auf der Sahnehaube ist, wenn dieser Mensch mit mir fühlt und mir deutlich macht: Ich verstehe dich. Ich kann nachempfinden wie es dir geht.

Gut zuhören ist für mich ein Weg zur Meisterschaft menschlicher Kommunikation. Ob ich diese Punkte alle beherrsche? Manchmal schaffe ich es, nicht immer. Es ist ein Weg des beständigen Lernens für mich.

Meine häufigste Falle, in die ich tappe: Ich habe das Gefühl, dem Erzählenden durch Tipps und Lösungsideen helfen zu müssen. Das passiert zum Beispiel, wenn derjenige ohne Hoffnung ist, am Boden zerstört und in einer scheinbar ausweglosen Situation. Weil derjenige so hilflos, traurig wirkt, glaube ich, dass er mir das alles erzählt, weil er Hilfe von mir will. Das ist jedoch nicht der Fall wie ich von mir selbst weiß. Durch mein Verhalten übernehme ich für den Erzählenden Verantwortung, die nicht meine ist. Ich mache mir Sorgen, die ich mir nicht machen muss.

Mir fällt mein Verhalten immer eher auf und so trainiere ich dann bei mir selbst zu bleiben und dem anderen seine Verantwortung zu lassen. Denn ich weiß von mir selbst: Jammern tut herrlich gut und wer jammert, der will auf keinen Fall Hilfe, Tipps, Ratschläge! Der Erzählende, die Erzählende will sich "nur" ausheulen dürfen. Dadurch geht es meistens schon wieder viel viel besser. Wenn ich mich ausheulen möchte und mir fällt auf, dass der andere daraufhin einen Tipp nach dem anderen aus der Tasche zieht - die ich allesamt auf keinen Fall hören möchte - dann sage ich inzwischen: Ich möchte keine Tipps, ich möchte mich einfach nur ausheulen, mehr nicht. Du hilfst mir, wenn du mir nur zuhörst, dadurch geht es mir schon besser.

Denn wenn ich frei erzählen darf und keine Bewertung oder Ablehnung fürchten muss, dann höre ich mir dabei selbst zu: Ich entdecke auf diesem Weg die Lösungen, die in mir liegen. Und durch das wertfreie und interessierte Zuhören erfahre ich Heilung.

Für mich ist zuhören, den anderen verstehen und akzeptieren wie er ist und an seine innere Stärke zu glauben die große Kunst in Therapie und Coaching.

Anja Kolberg

Mittwoch, 25 Februar, 2009

Vergleichen ist das Ende des Glücks...

... und der Anfang der Unzufriedenheit", sagte Sören Aabye Kierkegaard.

  • Wenn ich beginne, meinen Körper mit schlankeren, strafferen, gesünderen Körpern zu messen..
  • Wenn ich meine Schönheit mit der anderer Frauen vergleiche...
  • Wenn ich meine Beziehung neben die romantischer Liebesfilme stelle...
  • Wenn ich in Wettbewerb trete mit anderen Berufstätigen, die erfolgreicher, schneller, besser, weiter sind...
  • Wenn mir bewusst wird, dass mich jüngere überholt haben, weil sie schon geschafft haben, wovon ich noch träume...

... dann verliere ich mich selbst. Ich bemerke nicht den Schleier der Verzerrung, der über den anderen Geschichten liegen kann, kenne nicht deren wirkliche Wahrheit, weiß nicht die ganze Geschichte, sehe nicht die Retuschierungen, sehe nicht deren andere reale Seite. Ich kenne immer nur einen Teil der Geschichte. Und in dem Fall den Teil, der so schön glänzt. Und der macht traurig.

Dadurch, dass es mir überhaupt bewusst wird, öffnet sich die Chance zu Handeln. Ich kann den Blick weg von den Anderen auf mich selbst lenken und meine Einzigartigkeit entdecken, beobachten, schätzen lernen. Mich selbst lieben. Und feststellen: Ich bin genau richtig so wie ich bin. Einfach eine dufte Type!

Anja Kolberg

Dienstag, 10 Februar, 2009

Wie verändern wir uns in Partnerschaften?

Ein Thema, über das ich nachdenke, weil das Wiedersehenstreffen mit der Jugengruppe naht. Wo ich Menschen treffe, zu denen ich seit meinen Umzug nach Köln, also nachdem ich meinen Partner kennen gelernt habe, keinen Kontakt mehr hatte. Wir uns aus den Augen verloren haben. Jugendfreundschaften. Menschen, die mich vor meiner Ehe gekannt haben.

War ich damals anders als heute? Ich glaube ja. Ich habe Lust auf einen Plausch mit meiner inneren Stimme.

Anja: Habe ich mich zu meinem Vorteil verändert?
Innere Stimme: Ja.
Anja: Was denn zum Beispiel?
Innere Stimme: Du hast einen enormen inneren Entwicklungsprozess hinter dir. Bist erwachsener geworden.
Anja: Habe ich mich auch zu meinem Nachteil verändert?
Innere Stimme: Ja.
Anja: Oh, das interssiert mich. Was hat sich zu meinem Nachteil verändert?
Innere Stimme: Dass du dich selbst ein Stück in der Partnerschaft vergisst. Du bist viel mit der Aufmerksamkeit bei deinem Partner, statt bei dir selbst.

Anja: Und das war vorher anders?
Innere Stimme: Ja, das war anders. Du hast viel mehr für dich selbst gesorgt. Darauf geachtet, dass es dir gut geht. Dich als eigenständige Persönlichkeit gezeigt.
Anja: Und heute bin ich eher ein 'wir'.
Innere Stimme: Ja.
Anja: Und dafür trage ich selbst die Verantwortung.
Innere Stimme: Ja natürlich. Dein Partner hat damit nichts zu tun. Du entscheidest, welchen Weg du innerhalb einer Partnerschaft gehst. Wie sehr du dein eigenes Ich lebst oder dich anpasst oder verschmelzt mit dem anderen oder dich hinter deinem Partner versteckst. Es gibt ganz viele Möglichkeiten. Lebst du deine Wünsche und Träume oder hast du sie aufgegeben, weil dein Partner sie nicht wichtig findet? Was willst du, was fühlt sich gut an? Lebst du eigene Hobbies? Eigene Freundschaften? Vertrittst du deine Meinung? Dein eigenes Ich zu leben ist auch innerhalb einer Gemeinschaft, einer Partnerschaft möglich. Es ist sogar sehr wichtig. Es hält die Partnerschaft und dich selbst lebendig.

Anja Kolberg

Donnerstag, 01 Januar, 2009

Frohes Neujahr!

Da liegt es vor uns: Nagelneu, unbeschrieben - voller Überraschungen: Das Jahr 2009!

Welche Geschenke, Prüfungen, Herausforderungen und Chancen auch immer in den kommenden 12 Monaten auf mich warten: Ich wünsche mir, sie zu erkennen und anzunehmen, wo es stimmt und abzulehnen, was nicht meines ist. Ich will mutig kämpfen, wo meine Kampfeskraft gefordert ist - geduldig ertragen, wenn es nötig ist - klug entscheiden, statt eine weitere Runde abzuwarten - aufstehen, wenn ich hingefallen bin und mich nicht grämen über den Sturz - und vielleicht das wichtigste: Mich feiern, würdigen, wenn ich einen Fortschritt auf meinem Weg erreicht habe oder auch nur den Versuch gewagt habe, etwas Neues zu tun.

Ich freue mich auf dich - 2009!

Alles erdenklich Gute für Ihren Weg in 2009
wünscht Ihnen von Herzen

Anja Kolberg

Freitag, 05 Dezember, 2008

Wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit?

Manchmal, wenn ich etwas betrachte, lenke ich meine Aufmerksamkeit oft auf das, was mir nicht gefällt. Dort bleibt meine Aufmerksamkeit hängen. Darüber rede ich, darüber denke ich nach. Das ist mir in den letzten Wochen oft aufgefallen. Ich bleibe hängen in der Konzentration auf das, was noch nicht fertig ist, was (noch) nicht meinen Vorstellungen entspricht. Ich sehe die Fehler, ich suche die Fehler, statt zu würdigen und zu wertschätzen, was gut ist. Und ich glaube, dass ich mir durch dieses Verhalten Kraft nehme. Mich schwäche. Und andere auch, wenn ich zum Beispiel betrachte, was andere gemacht haben (und ich hatte höhere Erwartungen und es ist weniger gemacht als ich erwartete).

Warum ist das so? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Es ist so.

Dadurch, dass es mir überhaupt bewusst wird, kann ich meinen Blick verändern. Meine Aufmerksamkeit in dem Moment umschwenken, wo es mir wieder einmal auffällt, worauf ich mich konzentriere.

Dann kann ich meinen Blick auf das lenken, was mir schon richtig gut gefällt. Auf das, was ich schon geschafft habe oder andere. Auf das, was ist. Und das wertschätzen und lieben lernen. Mich beruhigen. Den Druck rausnehmen und zu Gelassenheit kommen.

Daran denke ich beim nächsten Mal und versuche es einfach.

Ein schönes Adventswochenende!

Anja Kolberg

Mittwoch, 26 November, 2008

Leben ändern sich

Bevor ich einen neuen Newsletter verschicke, prüfe ich die zurück gekommenen Mails des letzten Newsletters. Diese Mail-Adressen, die nicht mehr existieren, lösche ich aus meiner Datenbank.

Während ich diese fast meditative, weil immer gleich bleibende Arbeit, machte, zogen meine Gedanken zu den Menschen und ihren Geschichten hinter den Adressen.

Menschen ändern ihr Leben. Nicht nur, wenn andere das wollen oder beeinflussen, sondern vor allen Dingen auch, wenn sie selbst das wollen UND wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Dann fließt das Leben wie von selbst weiter. Wie ein Fluss sich nicht mehr aufhalten lässt, wenn ein Damm gebrochen ist. Dann geht es auf in eine neue Richtung - zu neuen Stationen auf dem Lebensweg.

Leben ändern sich.

Anja Kolberg

Montag, 24 November, 2008

Vom Umgang mit einer Wirtschaftskrise

Ein Mann lebte in einer großen amerikanischen Stadt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Hot Dogs am Straßenrand.

Seine Ohren waren nicht besonders gut und deswegen hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht sehr gut und darum las er nie Zeitung. Aber er verkaufte gute Hot Dogs.

Er stellte ein Schild an der Straße auf, um mitzuteilen, wie gut sie waren. Er stand am Straßenrand und schrie: "Kauft Hot Dogs!" Und die Menschen kauften. Er erhöhte seine Fleisch- und Brotbestellungen und kaufte einen größeren Ofen, um seinen Verkauf bewerkstelligen zu können.

Dann brauchte er Hilfe und er fragte seinen Sohn, der an einer Universität studierte, ob er nach Hause kommen könne, um ihm zu helfen. Aber der Sohn sagte: "Vater, hast du nicht Radio gehört? Eine große Wirtschaftskrise ist da. Die internationale Situation ist schrecklich und die innerstaatliche noch schlimmer."

Daraufhin dachte der Vater: 'Mein Sohn war auf dem College. Er hört Radio und liest die Zeitung - er wird es ja wissen.' Also reduzierte er seine Bestellungen, nahm die Schilder von der Straße und pries auch nicht mehr die Hot Dogs an der Staße an. Sein Hot Dog Verkauf brach über Nacht zusammen. "Du hattest Recht, Sohn", sagte der Vater zu dem Jungen. "Wir sind wirklich in der Mitte einer großen Wirtschaftskrise."

(New York Times, 1992, Autor unbekannt)

Dienstag, 04 November, 2008

Mich achten und respektieren

 

Egal wie ich bin, gleich wie ich reagiere, was ich denke, fühle, mag oder nicht mag. Gleich wofür ich kämpfe, gleich, was mir persönlich wichtig ist:

Ich kann von keinem anderen erwarten, dass er mich versteht. Und selbst, wenn ich es gerne hätte, dass die anderen mich annehmen, so wie ich bin, liegt es doch nicht in meiner Macht. Ich habe keine Macht darüber, was andere von mir denken. Ich kann nicht bestimmen, dass sie mich mögen, gleich wie ich mich anstrenge. Ich kann und will das Denken und das Fühlen anderer nicht kontrollieren. Es geht mich nichts an!

Was in meiner Macht liegt, ist, mich selbst zu lieben und zu mögen. Mein Denken zu respektieren. Meine Gefühle anzunehmen. Meine Bedürfnisse und das, was mir wichtig ist, worauf ich Wert lege.

Ich kann mich verstehen. Ich kann zu mir stehen. Das ist der Anfang und meine Aufgabe.

Anja Kolberg

Mittwoch, 27 August, 2008

Glücklich sein

Gestern sah ich einen Bericht über einen Mann, dem riesengroße, kiloschwere Wucherungen u.a. an seinen Händen entfernt wurden (der Baummann). Ich betrachtete das Bild vorher und nachher und fand, dass seine Hände immer noch sehr deformiert aussahen, so sollte auch eine zweite Operation folgen.

Ich dachte: 'Oh, der arme Mann, was kann er mit den Händen, wie sie jetzt immer noch sind, schon machen?' Dann las ich den Text, der mich zum Nachdenken brachte. Der Patient nämlich war überglücklich, dass die großen Wucherungen endlich entfernt wurden und er jetzt mit seiner Familie in einer Wohnung leben könnte. Solche - für mich selbstverständliche - Dinge machen andere glücklich.

Wie oft wertschätze ich das Leben, das ich führen kann? Ich bin gesund (Periodenschmerzen mal ausgeschlossen), ich leide keine Dauerschmerzen. Ich habe ein Dach über dem Kopf, immer genügend zu essen. Meine heißgelebte Familie lebt bis auf meinen Opa und meine Uroma, die ich noch gekannt und geliebt habe. Wir haben ein Auto, ich kann jederzeit hinfahren, wohin ich will. Ich habe eine gute Ausbildung. Ich habe einen Partner, den ich liebe und auf den ich mich verlassen kann. Wir können uns einen Hund leisten. Wir leiden keine Not. Ich lebe in Frieden, bin beschützt, ich kann immer Hilfe finden, wenn ich welche brauche. Es ist für mich ein leichtes, andere Menschen zu umarmen, weil mein Körper das kann. Ich kann gehen, ohne eine Gehhilfe zu nutzen, ich kann hören (mein Mann meint zwar nicht). Ich kann meine Träume ausleben. Ich bin wirklich reich. Nicht an Geld, sondern reich an Beziehungen, Schutz, Frieden, körperlicher Unversehrtheit.

Was mache ich? Wertschätze zu selten, was ich habe und schaue stattdessen auf das, was ich noch haben will, was ich nicht haben kann und mache mich damit unglücklich. Wie viele Dinge, meine ich noch haben zu müssen, erleben zu müssen, um glücklich zu sein?

In solchen Momenten wie dem Bericht über den Baummann werde ich demütig und spüre meinen Reichtum. Ähnlich ist es bei Berichten von Frauen, die in Krisengebieten leben. Da spüre ich, wie viel ich habe. Wie gut ich es habe.

Haben Sie den Film "I am Legend" gesehen? Wir haben ihn nicht zu Ende geguckt. Er war nicht nur schrecklich beängstigend, ich fands auch total besch....., dass der treue Freund, ein Schäferhund, nachts grausam umkam. Es war aber dennoch gut, den Film zumindest bis zu einem Punkt zu schauen: Will Smith spielt in diesem Film den letzten Menschen, der eine Epidemie überlebt hat. Er lebt mit seinem Hund und einem Haufen Mutanten, die ihm ans Fell wollen, in New York. Der Wissenschaftler versucht die Krankheit zu heilen, die alle getötet und manche verändert hat. Er durchstöbert Wohnungen und Geschäfte nach Brauchbaren, denn New York ist menschenleer, kein Auto fährt, die Natur holt sich die Stadt zurück. Diese Bilder waren beeindruckend.

Zurück zum Punkt: Mittags hält sich der Wissenschaftler immer am Hafen auf, weil er diesen Platz als möglichen Treffpunkt mit noch Lebenden über alle möglichen Radiofrequenzen verbreitet. Zum Zeitvertreib spielt er dort Golf. Man sieht ihn, seinen Hund und New York. Bei dieser Szene sagte mein Mann: "Stell dir mal vor, du kannst alles haben. Er kann alles haben." Ich spielte die Vorstellung im Kopf durch und stellte fest: "So hat doch alles keinen Wert mehr. Er kann alles haben, aber was bringt es ihm? Es hätte für mich überhaupt keinen Reiz mehr. Gut, vielleicht am Anfang, aber dann? Er kann es doch mit keinem teilen. Er ist ganz alleine."

Diese Idee brachte mich ins Grübeln. Wollen wir die teuren Dinge haben, weil andere sie auch haben? Weil wir mithalten wollen? Kann ich nur glücklich sein, wenn ich das habe, was ich mir wünsche? Was, wenn ich der letzte Mensch auf der Welt wäre, welchen Wert hätten all die Reichtümer, schicke Wohnungen, Schmuck, Autos, Geld, dolle Klamotten, aller Luxus dann noch? Nichts, es wäre ohne jeglichen Reiz. Denn dann fehlt mir das, was mein Leben reizvoll macht: Die Beziehung und den Austausch mit anderen Menschen.

Wieviel brauche ich wirklich, um glücklich zu sein?

Wenn ich mit meiner momentanen Situation nicht zufrieden bin, wieso glaube ich, glücklich zu werden, wenn ich erst etwas bestimmtes habe oder bin?

In "Keinohrhasen" - einem bezaubernden Film mit schönen Bildern, lustigen Momenten und auch tiefsinnigen Gedanken unterhält sich Till Schweiger mit seiner Freundin über Mann-Frau-Beziehungen. Er beschwert sich über die Frauen, die von ihren Partnern erwarten, dass sie sie glücklich machen. Es ginge aber darum, dass man sich selbst glücklich macht. Denn das könne kein Mann schaffen. Das fand ich klasse.

Ich möchte lernen, mit mir selbst wie ich bin zufrieden zu sein, mich selbst glücklich zu machen und dafür keinen anderen Menschen verantwortlich machen. Ich will lernen damit aufzuhören, einem Ideal nachzujagen und Dingen, die ich unbedingt meine haben zu müssen, um glücklich und zufrieden zu sein.

Jetzt ist ein guter Moment und alles stimmt, denn ich habe alles, was ich brauche, um glücklich zu sein. Mich!

Anja Kolberg

Freitag, 25 Juli, 2008

Geben und Nehmen

Gestern erhielt ich vom Droemer Knaur Verlag ein wunderbares Buch, das ich allerdings erst in zwei Wochen vorstellen darf. Es ist selten, dass ich ein Buch bekomme und es mich so sehr reizt, dass ich sofort beginne, darin zu lesen. So war es bei "Ich werde da sein, wenn du stirbst" und auch bei dem Buch, von dem ich jetzt schreibe. Ich nehme, das was ich schon gelesen habe - die Hälfte ca. - zum Anlass, darüber zu schreiben, weil es mich sehr berührt hat: Geschenke annehmen.

Manchmal wollen uns Menschen etwas schenken und es fällt uns schwer, es anzunehmen. Vielleicht, weil wir nicht die Mittel haben, es finanziell gleichwertig zurück zu geben. Vielleicht weil wir so erzogen wurden, keine Geschenke anzunehmen. Vielleicht, weil wir uns schämen. Vielleicht, weil wir uns dann in der Schuld des Geschenken fühlen. Dieser Mann lehnte viele Geschenke ab und in diesem Moment wurden die Menschen, die ihm etwas schenken wollten, sehr traurig. Weil sie sich dadurch abgelehnt fühlten.

Das brachte ihn zum Nachdenken und ihm wurde bewusst, dass er die Geschenke gar nicht durch ein Gegengeschenk wieder gut machen musste. Das Geschenk anzunehmen war die Gegenleistung. Die Menschen freuten sich, ihm aus einer Not heraus helfen zu können, ihm einen Gefallen zu tun, einfach jemandem etwas Gutes zu tun. Und durch das Annehmen der Geschenke (es handelte sich um Essen und Unterkunft) gab er etwas zurück. Das war das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Mich hat das sehr berührt, weil es mir oft ebenso geht. Wenn jemand etwas für mich tun will, mir etwas schenkt, mache ich mir schon Gedanken darüber, wie ich es zurück geben kann. Statt mich wie Bolle darüber zu freuen, dass mir einfach jemand etwas schenken will, weil er es gut mit mir meint oder mir jemand etwas Gutes tun will.

Ich habe etwas gelernt.

Anja Kolberg

Mittwoch, 23 Juli, 2008

Begegnungen

Manchmal ergibt sich mit den Menschen, die mir begegnen, ein Gespräch. So heute früh ein älterer Herr mit Dackel. Was er mir erzählte, begleitet mich jetzt durch den Vormittag. Nämlich, dass es nicht sein Dackel sei, sondern der eines früheren Nachbarn, der inzwischen verstorben ist. Diesen Nachbarn hat er mehrere Jahre unterstützt, ein Buch über seine Kriegserfahrungen zu schreiben. Denn der war General und hatte in Russland im zweiten Weltkrieg so einiges erlebt. Eine Geschichte hat er mir erzählt. Und die begleitet mich jetzt.

Mir wird bewusst, wie sehr wir Menschen uns innen ähneln. Wir haben alle Ängste, Sorgen, wollen Frieden und Liebe. Wir alle trauern auf unsere Weise, zeigen Mitgefühl, Menschlichkeit und Herz. Kein noch so schlechter Mensch ist nur schlecht. Jeder hat auch seinen guten Kern.

Anja Kolberg

Mittwoch, 09 Juli, 2008

Der wirkliche Wert eines Coaches...

... ist für mich das aktive Zuhören.

Was das für mich bedeutet? Eine einführende Frage zu stellen, der dem Anderen die Gelegenheit gibt, über das zu sprechen, was ihn gerade bewegt. Und ihm dabei genau zuzuhören. Fragen stellen, wenn man etwas nicht versteht und Fragen zu stellen, die das Thema so deutlich machen, dass es dem Redenden hilft. Das bedeutet für mich aktives Zuhören.

Es geht für mich bei einem guten Coaching gar nicht um das Anwenden von Methoden, um das Finden von Lösungsansätzen, um das Erarbeiten von Schritten.

Nein, es geht "nur" ums Zuhören.

Und dadurch, dass der Mensch erzählen kann, was ihn bewegt, ohne Druck, ohne Bewertung, ohne Tipps und Ratschläge, ohne Unterbrechungen, mit der vollen Aufmerksamkeit seines Zuhörers, hört er sich selbst zu, findet er sich selbst. Und das ist für mich der goldene Weg im Coaching.

Zuhören ist der wirkliche Wert eines Coaches.

Für den Coach bedeutet das, seine Schweigekapazität zu erhöhen, sich mit Tipps und Ratschlägen zurück zu halten, mit Lösungen, die einem selbst einfallen, seine eigenen Themen zurück zu halten, die vielleicht genau in Resonanz mit denen des Redenden gehen. Kurz: Sich selbst zurück stellen und dem Redenden die ganze Aufmerksamkeit schenken.

Anja Kolberg

Dienstag, 08 Juli, 2008

Was bewegt uns, Neues zu tun?

Wenn wir wissen, dass die derzeitige berufliche oder private Situation nicht mehr gut für uns ist, heißt das noch lange nicht, dass wir uns etwas Neuem zuwenden. Warum? Wir kennen das Alte sehr gut, wissen inzwischen wie wir mit den Schwierigkeiten umgehen müssen. Wir wissen, was wir haben, auch wenn Teile davon schrecklich ist. Aber das Neue, das kennen wir nicht, da verbirgt sich viel Ungewissheit. Wer sagt denn, dass es wirklich besser werden wird?

Was muss also passieren, damit wir uns aus dem Alten, dem täglichen Trott hinaus bewegen und uns zum Beispiel bewerben, neue Menschen kennen lernen, ein neues Projekt anpacken, ein altes loslassen, einen neuen Weg einschlagen in Beruf oder Privatleben?

  • Manchmal hilft der Körper, denn er macht durch Warnsignale deutlich: Wenn du so weiter machst, klappe ich ganz zusammen.
  • Manchmal hilft die Seele: Wir haben einfach keine Kraft mehr, bestimmte Situationen noch ein weiteres mal zu durchleben. Der Leidensdruck wird unerträglich.
  • Manchmal helfen freche Bemerkungen: Uns sagt jemand, dass wir das nicht schaffen und das weckt den Ehrgeiz in uns.
  • Manchmal kommen starke Gefühle zur Hilfe: Wir sind z.B. wütend über jemand anderen und aus dieser Kraft heraus bewegen wir uns.
  • Manchmal hilft ein Schockerlebnis: Ein Unfall, eine Krankheit, ein Todesfall bringt uns über uns und unser Leben zum Nachdenken.
  • Manchmal hilft ein Termin: Zum Beispiel ein runder Geburtstag, an dem wir unser Leben betrachten und uns sagen "Das war noch nicht alles. Jetzt oder nie!"
  • Manchmal hilft der starke Wunsch, etwas Bestimmtes zu erreichen oder zu erleben. Das Neue zieht uns magisch an.
  • Vielleicht hören wir auf unser Herz, das uns sagt: Es ist Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen.
  • Das sind nur acht von unzähligen Auslösern, die es möglich machen, dass wir uns bewegen.

Der Weg zum Neuen ist alles andere als leicht. Wir müssen unsere über Jahre eingefahrenen Grenzen überwinden, Neues lernen. Wir erleben Rückschläge. Zeiten der Hoffnungslosigkeit, der Einsamkeit. Und immer wieder ein Funke der Zuversicht und des Vertrauens, dass dieser Weg ein guter ist, weil wir auf unser Herz hören und immer wieder spüren: Das habe ich gut gemacht.

Ich habe alle oben genannten Situationen selbst erlebt und auch im Coaching begleitet. Für mich hat es sich jedes Mal gelohnt, meine eingefahrenen Grenzen zu überwinden und Neues zu tun. Ich hatte die Gelegenheit zu wachsen, mich besser kennen zu lernen, ein Stück weiter zu kommen auf meinem Weg und es ist ein schönes Gefühl, zu wissen: Das hab' ich geschafft!

Anja Kolberg

Freitag, 04 Juli, 2008

Liebe Bundeskanzlerin Angela Merkel,

zunächst einmal: Ich respektiere Sie und finde Sie machen Ihren Job gut!

Was ich nicht gut finde, ist der Druck, der auf uns Verbrauchern liegt. Auf der einen Seite sollen wir die Wirtschaft ankurbeln, was Steuergelder in die Kassen des Deutschen Staates spült. Auf der anderen Seite sind die Lebenshaltungskosten so stark angestiegen, dass uns normalen Bürger die Luft zum Atmen fehlt. Oder das nötige Kleingeld im Portemonnaie.

Eigentlich müsste es doch möglich sein, mit einem ganz durchschnittlichen 40-Stunden-Job normal leben zu können. Normal leben können, heißt für mich: Eine Familie davon ernähren. Die Miete und Nebenkosten zahlen, einen Pkw unterhalten und sich ab und an mal etwas leisten können. Mit "etwas leisten können" meine ich nicht den Wochenendtrip nach Monte Carlo, Designerklamotten, ein neues Auto oder drei Wochen Karibik-Urlaub. Ich meine damit die kleinen Dinge des Lebens: Zum Beispiel einmal essen gehen im Monat. Sich etwas neues, qualitativ gutes und somit langlebiges zum Anziehen kaufen zu können (das nicht von einem Billigdiscounter in Dritte-Welt-Ländern gefertigt wurde). Mit den Kindern in den Zoo gehen und dort auch noch genug Geld in der Tasche zu haben, um den Kindern ein Eis kaufen zu können. Geliebten Menschen einen Strauß Blumen schenken können. Ein Buch kaufen oder auch mal ins Kino gehen. Die Bahnfahrt zur Oma bezahlen können. Sich gutes Essen leisten können. Mit gutes Essen meine ich Lebensmittel, die die Landschaft, Tiere und den Menschen schützen und ethisch korrekt erwirtschaftet wurden.

Das alles ist für den ganz normalen Durchschnittsdeutschen zum Luxus geworden. Ich weiß, aus der Sicht eines Menschen, den finanziell der Schuh nicht drückt, sind solche Gedanken schwer nachvollziehbar. Ich wünschte, die Politiker, die über viel und wenig Geld in unseren Taschen entscheiden, würden ein Jahr mit dem Geld eines arbeitssamen Durchschnittsdeutschen auskommen müssen. Ich glaube, dann würde sich viel ändern. Oder finden Sie es richtig, dass wir künftig zwei Jobs gleichzeitig brauchen, um leben zu können?

Wir sind nicht geizig, liebe Frau Dr. Merkel, wir würden gerne die Wirtschaft ankurbeln und den ein oder anderen Euro ausgeben, aber es ist nicht möglich, weil das Geld nicht da ist. Zumindest nicht in unserem Geldbeutel. Es geht für die Mehrwertsteuer drauf, für gestiegene Strom- und Gaspreise, für gestiegene Tankrechnungen, für steigende Gewinne der Aktiengesellschaften, für gestiegene Preise im Einzelhandel nach der Euro-Umstellung.

Ich fordere Sie auf, uns Bürger zu entlasten. Setzten Sie ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die den Deutschen Staat tragen, die die Steuern und auch die Politikerdiäten tragen!

Ein guter Anfang wäre die seit Jahren überfällige Aufhebung des Solidaritätszuschlags.

Mit freundlichen Grüßen von einer Durchschnittsdeutschen

Anja Kolberg

Montag, 30 Juni, 2008

Denken Frauen positiver als Männer?

Endspiel Fußball WM 2008: Trotz schlechter Vorzeichen machen drei Frauen unserer Runde dem Deutschen Team weiter Mut. Auch die 4jährige Nichte motiviert alle zum Daumendrücken. Die Männer glauben schon längst nicht mehr an den Sieg und verteilen "negative Schwingungen".

Heute morgen berichtet mir eine Freundin ähnliches.

Sind Frauen hoffnungsvoller? Glauben Sie eher an das positive als Männer?

Anja Kolberg

Montag, 23 Juni, 2008

Wofür sind Blockaden gut?

Kennen Sie das: Sie wissen, was Sie wollen. Sie kennen den Weg. Ziel und Weg machen Sinn. Der Verstand nickt. Das Herz nickt. Und dennoch gehen Sie nicht los. Es geht einfach nicht. Eine Blockade verhindert den nächsten Schritt.

Muss man sich dann einen Weg durch die Blockade brechen?

Oder einen Umweg finden, der doch zum Ziel führt?

Hilft eine Sitzblockade?

Ein Wutanfall?

Drüberklettern?

Auf all die oberen Fragen bekomme ich ein "nein" als Antwort. Ein "ja" bekomme ich auf einen Dialog mit meiner Inneren Stimme. Also los:

Anja: Warum bist du da, Blockade?

Blockade: Weil du mich gerufen hast.

Anja: (entrüstet) Ist ja ungeheuerlich! Wie kommst du darauf?

Blockade: Du willst nicht zum Ziel kommen.

Anja: Warum nicht?

Blockade: Weil du dann endlich ankommen würdest. Weil du nicht mehr die Aufmerksamkeit für dein Problem, deine Blockade hättest. Du wärst dann glücklich und im Fluss.

Anja: Das heißt, ich will gar nicht glücklich sein?

Blockade: Ja.

Anja: Warum nicht?

Blockade: Weil du gelernt hast, das manche Dinge schwer sind. Und du glaubst, jetzt muss alles schwer sein. Du glaubst einfach nicht mehr daran, dass etwas leicht gehen kann.

Anja: Und mein Weg kann leicht sein?

Blockade: Ja, leicht wie ein Schmetterling.

Anja: Das heißt, du könntest dich auflösen, verwandeln in einen Schmetterling?

Blockade: Ja, das könnte ich.

Am liebsten würde ich jetzt einfach weglaufen. Weglaufen vor der Lösung. Weglaufen vor dem, dass es so einfach sein kann. Die Blockade da stehen lassen und den Umweg gehen. Die Bestätigung finden, dass es immer so schwer weiter geht wie in den letzten Jahren. Aber die Möglichkeit des leichten Weges lässt mich einfach nicht los.

Anja: Was muss ich tun, damit du dich verwandelst?

Blockade: In dem du daran glaubst, dass der Weg leicht ist. Genau so leicht wie du es dir in deinen schönsten Träumen vorstellst. Der Weg ist so leicht, Anja.

Anja: Jaja.

Blockade: Siehst du. Genau da liegt das Problem. Du willst, dass es schwer ist. Arbeit muss schwer sein. Das glaubst du.

Anja: Das habe ich erfahren und das glaube ich, ja.

Blockade: Willst du denn überhaupt, das es anders wird?

Anja: Eigentlich schon.

Blockade: Eigentlich?

Anja: Ja, es fällt mir schwer, zu glauben, dass es einfach sein kann. Dass ich einfach diesen Weg gehe und gut ist. Dass mir keine Blockade mehr über den Weg läuft. Dass ich einfach mache. Dafür sind mir schon zu viele Steine in den Weg gerollt. Obwohl: War es der richtige Weg? Heute las ich in einem Interview mit einem Pfarrer, dass ihn das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut schon einige Jahre begleitet. Er meint, dass ja vielleicht einiges, was wir in unserem Leben und unserer Arbeit als Weizen angesehen haben, für Gott Unkraut sei. Und was wir als Unkraut angesehen haben, für Gott wertvoller Weizen. Dieser Gedanke gefällt mir. Vielleicht war es schwer, weil ich mich nicht mit den richtigen Dingen beschäftigt habe?

Blockade: Alles waren stimmige Puzzlesteine auf deinem Weg. Jedes Teil war wichtig. Sonst wärst du nicht die, die du bist.

Anja: Was soll ich also tun?

Blockade: Mach dir nicht so viele Gedanken. Löse nicht jedes Problem im voraus, das dir vielleicht begegnen könnte. Nehme irgendeinen Faden auf, den du jetzt findest und beginne, ihn aufzuwickeln.

Anja: Egal, ob ich weiß, ob es der richtige ist?

Blockade: Ja, jeder Faden ist der richtige, der dir begegnet.

Anja: Gut, das mache ich.

Samstag, 14 Juni, 2008

Was ich von den Franzosen lernen kann

Haben Sie Freitag Abend das EM-Spiel Frankreich gegen Holland gesehen? Wow, war das spannend. Die Holländer haben einen so engagierten, leichten, ja fröhlichen Fußball gespielt. Es war eine Freude, ihnen zuzuschauen. Da stimmte einfach alles.

Und die Franzosen? Trotz Rückstand haben sie bis zur letzten Minute gekämpft. Allen voran Franck Ribéry. Die Französische Mannschaft lies sich für mich auf ihn reduzieren. Gefühlt hatte er 80% der Ballkontakte. Was für ein Engagement. Wie hat es die Französische Mannschaft nur geschafft, diesen Kampfwillen zu behalten, trotz immer größer werdendem Rückstand? Die Partie endete nämlich 4:1 für Holland.

Und das ist es, was ich von den Franzosen lernen kann: Trotz stürmischer Zeiten und Rückschlägen nicht aufgeben, nicht einknicken, sondern an das Erreichen des Zieles glauben und weiterrudern.

Und ehrlich gesagt, gönne ich den Holländern mit diesem feurigen Spielgeist den EM-Titel. Wer mit so viel Freude und Leidenschaft spielt, hat es verdient. Und Franck Ribéry gehört die goldene Kampfesmedaille!

Das Spiel der Deutschen Mannschaft am Donnerstag war richtig schmerzhaft anzuschauen. Was ist da in den paar Tagen zwischen Montag und Donnerstag in der Mannschaft nur passiert? Das Zusammenspiel klappte überhaupt nicht mehr. Sie verloren die Bälle oft an die Gegner, spielten sich die Bälle nicht zu. Den Holländern ist es gefühlt vielleicht zwei Mal am Freitag passiert, dass sie so den Ball verloren haben. Davon können sich die Deutschen eine dicke Scheibe abschneiden. Was macht es aus, dass ein Team so wunderbar harmoniert und ein anderers gar nicht?

Liegt es an der Moral der Mannschaft? Liegt es am Teamgeist? Wählt der Trainer andere Worte? Wie wird ein Team mental eingeschworen, dass sie auch bei Rückschlägen weiterkämpfen (siehe Frankreich und Ribéry) oder so harmonieren (Holland), dass es Freude ist, zuzuschauen?

Beim 1. FC Köln war der Knoten der Mannschaft so richtig geplatzt, nachdem Torwart Mondragon alle zu sich zum Nudeln essen nach Hause eingeladen hat. Von da an klappte das Zusammenspiel, das Team hat den Aufstieg in die erste Liga geschafft.

Fußball kann auch Frauen Spaß machen. Während es mich früher in keinster Weise interessiert hat, sehe ich mir jetzt sogar - zur Freude meines Mannes - die Vorrunden-Spiele mit an. Von der Psychologie, die sich dahinter verbirgt, kann ich lernen und es ist ungemein spannend. Nein, vor 2 Jahren noch hätte ich mir das nicht träumen lassen!

Anja Kolberg

Donnerstag, 05 Juni, 2008

Liebe & Loslassen

Die Liebe geht seltsame Wege. Wenn ich in Beziehungen zu Lebenspartnern, zu Freunden, zur Familie zu viel Aufmerksamkeit investiere, zu viel für den anderen tue, kann das den anderen erdrücken. Ergebnis: Er wendet sich ab, um wieder Luft zu bekommen oder empfindet, was ich tue als Selbstverständlichkeit und wertschätzt meine Leistung nicht mehr.

Mache ich mich in Beziehungen rar - und das ist manchmal sehr schwer - dann werde ich wieder interessant für mein Gegenüber. Ich bin nicht immer verfügbar. Ich konzentriere mich nicht mehr auf ihn, auf sie, sondern auf mich selbst.

Und gänzlich mit mir selbst konfrontiert zu sein ist ganz schön hart, weil ich mich mit meinen eigenen Themen beschäftigen muss. Aber ein guter Weg zur Heilung meiner Selbst und meiner Beziehungen.

Mein Gegenüber bekommt wieder Luft, ich selbst Freiheit. Unsere Beziehung frischen Wind.

Für mein Buch "Ab 40 reif für den Traumjob" habe ich eine ehemalige Arbeitskollegin interviewt, die mit 40 - sie hatte bereits erfolgreich Karriere gemacht - für ihre neuste Ausbildung ein Praktikum in unserer Abteilung machte. Schon für frühere Ausbildungen hatte sie immer wieder für längere Zeit im Ausland gelebt und blieb dabei glücklich verheiratet. Als ich sie nach ihrem Rezept fragte, sagte sie, dass ihr Mann ihre stets freie Hand gelassen und ihr vertraut hätte. Es wäre wie bei einem Vogel im Käfig: Wer ihn stets eingesperrt hält, wird ihn beim ersten Türenöffnen verlieren. Kennt er jedoch die Freiheit, weil die Türe stets auf ist, kommt er zurück in seine sichere Behausung. (Zu dem Thema lesen Sie im Buch mehr ab Seite 85.)

Lieben und loslassen. Nicht festhalten. Dem anderen seine Freiheiten gönnen und dennoch eine Einheit bilden. Für beide Seiten Genuss und Herausforderung zugleich.

Ein Gebiet, das ich noch für mich erobern möchte. Denn auch wenn mir mein Partner freie Hand lassen will, muss ich selbst auch bereit sein, dieses Angebot anzunehmen und mich zu trauen, diesen Weg für mich zu gehen. Die Freiheit genießen und das Vertrauen.

Anja Kolberg

Dienstag, 29 April, 2008

Achtsamkeit

Gestern Abend haben wir einen Teil von "How to cook your life" gesehen. Ein Zenmönch und Koch vermittelt die Zen-Lehre über das Kochen. Doris Dorrie hat den Dokumentarfilm gemacht. Er war sehr schwer zu konsumieren: Die Schrift der Untertitel war winzig und viel zu schnell und auch oft auf hellem Untergrund (weiße Schrift). Ich bin nicht so gut in Englisch, dass ich alles ohne Untertitel verstehen konnte, so manches Wort ist mir nicht geläufig. Also war's sehr anstrengend. Ich werde ihn mir ganz in Ruhe mal anschauen, zwischendurch stoppen und lesen, um alles zu verstehen...

Gut daran war die inhaltliche Botschaft und das Interview mit Doris Dorrie: Die Aussage des Zen. Wenn du Karotten schnippelst - schnipple Karotten. Wenn du Kartoffeln kochst - koche Kartoffeln.

Also konzentriere dich auf das, was du gerade tust. Keine abschweifenden Gedanken. Nicht zwei Sachen auf einmal. Mit dem ganzen Körper, der ganzen Seele, dem Geist tun, was du tust.

Dieser Lehrsatz war mir vorher schon bekannt, aber er hat mich nochmal darauf aufmerksam gemacht, wie selten ich das tue: Mich auf eine Sache konzentrieren. Mit meiner ganzen Aufmerksamkeit. Als multi-tasking-fähige Frau und zudem ungeduldiger Widder eine schöne Aufgabe...

Den Gedanken nehme ich heute mit in meinen Tag. Ich will es versuchen.

Anja Kolberg

Donnerstag, 24 Januar, 2008

Um was geht es in 2008?

Seit Anfang des Jahres frage ich mich: "Um was geht es in 2008?" Wer sich mit der Numerologie beschäftigt, weiß dass Zahlen nicht nur eine mathematische Bedeutung haben, sondern auch eine kulturelle, religiöse, aus der Natur abgeleitete Bedeutung. Zum Beispiel die Beobachtung, dass nach sieben Jahren ein neuer Lebenszyklus beginnt oder in der Bibel die Dreifaltigkeit. Die 12 Sternkreiszeichen usw.

Ich interessiere mich für diese Materie und fand eine Expertin, die mir auf meine Frage eine Antwort bieten kann: Anna-Katharina Buse. Die Kölnerin ist Architektin und Feng Shui Expertin. Nicht nur spirituelles Feng Shui lehrt die Dipl.-Ingenieurin, sondern plant, gestaltet und baut auch seit vielen Jahren Räume, Wohnungen, Häuser, Gärten, Geschäfte nach den Grundsätzen des Feng Shui, das sie auf ein westliches Niveau bringt.

Mich faszinieren immer wieder ihre Aussagen über die Bedeutung von Zahlen, die Bedeutung des eigenen Geburtstages oder dem aktuellen Jahr. Ich konnte Sie für ein Interview gewinnen - hier ist es:

Anja Kolberg: 2008 - Welche Zeitqualität hat diese Jahreszahl für uns?

Anna-Katharina Buse: Man kann aus jeder Zahl eine Quersumme ermitteln, die immer kleiner werdend sich in den Ziffern 1-9 wieder finden läst. Daher sind die Zahlen Wesenarten und haben einen erzählenden Charakter, denn sie sind älter als die Buchstaben.

2008

Die 2 (Zwei) steht für Zweisamkeit, Entzweiung, die Polarität, in der sich der Mensch hier in der Welt erfährt: Tag und Nacht, schlafen und wachen, oben und unten, hell und dunkel, aktiv und passiv, einatmen und ausatmen, männlich und weiblich. Dieser ständige Wechsel der beiden Pole macht uns erlebnisfähig. Gerade in einer Beziehung wird es sehr deutlich: Über den Partner oder die Partnerin lernen wir uns selbst besser kennen. Wir sind aufgefordert, die Polarität zu akzeptieren und als Mittel zur Erkenntnis zu nutzen, d.h. die Frau darf ihre männlichen Anteile und der Mann seine weiblichen Anteile integrieren. Unser Gegenüber ist unser Spiegel.

Die O (Null) bedeutet die Vollkommenheit in der Vollkommenheit und dadurch löst es sich auf. Alle Zahlen erhalten durch die Beigabe der Null eine Verstärkung oder eine höhere Bestimmung.

Mit der 8 (Acht) wird sprachlich auch Achtsamkeit und Achtung ausgedrückt. Die Acht verbindet zwei Pole: Himmel (Gott) und Erde (Materie). In ihr liegt die Festigkeit und Stabilität der Ruhe miteinander. In der Qualität der Acht geht es um das Thema Macht und Ohnmacht, es gilt zu erkennen, dass man Täter und Opfer zugleich ist.

Wenn ich nun 2+0+0+8 addiere, ergibt sich die Zahl 10. Die Zehn steht für das höchste Maß an Vollkommenheit, das Göttliche, das Ideal.

Das Jahr 2008 wird ein einzigartiges Jahr, das das Potential jedes einzelnen Menschen voll herausfordert und zum Leuchten bringen wird. Es geht um die Qualität der EINZIGARTIGKEIT eines Jeden zu erkennen. Sich selbst als Größe, als göttliches Geschöpf wahrnehmen. Einssein mit sich selbst und dem göttlichen Prinzip. Die Qualität des eigenen Potenzials zum Ausdruck zu bringen.

Anja Kolberg: Kannst du ein praktisches Beispiel geben, was es beruflich für die Menschen bedeuten könnte und was privat?

Anna-Katharina Buse: Ja, das bedeutet, dass jeder Mensch gerade in diesem Jahr die Möglichkeit hat oder auch herausgefordert werden kann, sich auf seine innere Qualitäten zu besinnen. Sich mit allen Höhen und Tiefen, mit allen hellen und dunklen Seiten anzunehmen. Aber speziell nach seiner inneren Intuition zu handeln, seinem eigenen Gefühl zu vertrauen und seine eigene Größe erkennen oder wahrnehmen. Das kann im beruflichen wie auch privat sein. Beruflich kann es so sein, endlich den Mut zu haben sich von einem ungeliebten Arbeitsplatz zum Beispiel zu trennen oder aber auch von außen gelöst zu werden. Es hat die Aufgabe das suchen oder tun, was zu ihm stimmig ist. Nicht missverstehen, jetzt nicht alles über den Kopf zu schmeißen, sondern in sich zu gehen und schauen, worin liegt wirklich meine Freude hier im Leben, darin liegt auch das Potential. Nicht dem Negativen die Aufmerksamkeit geben, sondern das Positive oder das Potential zu nähren

Anja Kolberg: Wofür stand das Jahr 2007 und wofür wird das Jahr 2009 stehen? Wie bettet sich das Jahr 2008 dort hinein?

Anna-Katharina Buse: Das Jahr 2007 hat ja in seiner Quersumme die Neun. Das bedeutet, die Neun hat die Qualität des Abschlusses und gleichzeitig des Neuanfangs. Sie steht für das Ende und zugleich für etwas Neues, der Erfüllung und Auflösung. Das Jahr 2007 hatte die Qualität des Entwickeln von Verständnis und Toleranz gegenüber Sichtweisen und Vorurteilen anderer. Dieses zu verinnerlichen und es zu wandeln in eine andere Qualität der höheren Prinzipien der Liebe. Anders ausgedrückt, im Jahr 2007 hatten wir Chance unsere inneren Werte noch einmal zu prüfen, ob sie mit unserer Lebensphilosophie im Einklang stehen. Und all das, was zu unserer wirklichen Lebensphilosophie nicht passt, loszulassen. Das können Veränderungen in Beziehungen, Freundschaften, alte Muster, Gewohnheiten etc. sein. Und gleichzeitig zum Ende des Jahres ins Vertrauen zu gehen, das diese auch manchmal schmerzhaften Loslassprozesse etwas Neues bewirken, was dem Menschen dient und förderlich ist, um seine Einstellungen hinsichtlich seiner eigenen Fähigkeiten zu verwandeln.
Das Jahr 2009 wird diese Prozesse, des jetzt wieder neu beginnenden Erkennen der Einzigartigkeit noch mal unter dem Thema der 11 bzw. der 2 stellen. Das bedeutet wiederum, dass das Potential jedes einzelnen Menschen mit seinen Schatten und hellen Seiten noch deutlicher und sichtbarer wird. Es geht um das eigene Vertrauen und der Anbindung an das göttliche Prinzip.

Anja Kolberg: Du erwähnst zweimal das göttliche Prinzip. Was verstehst du darunter?

Anna-Katharina Buse: Für mich ist das göttliche Prinzip der Glaube an etwas, das größer ist als wir. Ich übersetze es immer mit diesem Beispiel für mich: Ich als Mensch schaue auf einen Ameisenhaufen und bestaune, wie emsig sie ihren Weg und Arbeit schaffen. Und so stelle ich mir etwas vor, was ich als göttliches Prinzip beschreibe, was über uns ist, außerhalb der für uns sichtbaren Welt und auf uns nieder schaut, wie wir hier emsig unser Dasein leben.

Danke für das Interview!


Mehr über Anna-Katharina Buse und ihre Angebote finden Sie auf ihrer Webseite www.wohlfuehlarchitektur.de.

Montag, 31 Dezember, 2007

2007 geht

Der letzte Tag im Jahr.
Komisches Gefühl.
Abschied.
Neubeginn?
Schon nach vorne schauen oder erst noch zurück?
Das alte Jahr hat einen Rückblick verdient.

Ich schaue es mir an. Das Jahr 2007.
Es war ein einfaches Kleid.
Aus starken Fasern, von guter Qualität und natürlicher Schönheit.
Einzigartig und ganz besonders.
Ein Kleid, das knittern durfte.
Grasflecken zeugen von schönen Stunden sinnlosen Nichtstuns.

Der Stoff ist an manchen Stellen sehr abgenutzt, so ganz einfach war es nicht, das Jahr 2007.
Weder für dich noch für mich.

Goldfäden durchziehen den starken Stoff.
Funkelnd erinnern sie an schöne Momente.
Lavendelduft kitzelt an der Nase.

Es knistert.
Kleine Erdgeister plumsen aus dem Stoff, klopfen sich den Staub von 365 Tagen aus den Kleidern. Husten laut. Nur langsam legt sich der Dreck und frei wird die Sicht auf ihre glänzenden, rotwangigen Gesichtchen. Ein Funkeln in ihren Augen. Sie können das Neue Jahr bereits sehen.

Da kommt auch schon ein Wasserstrahl und reinigt den Boden vom angesammelten Dreck.
"Blitzeblanke sauber", seufzt das Eichhörnchen, das vom Baumwipfel genüsslich auf einer Haselnuss kauend das Schauspiel beobachtet hat.
"Was geschieht jetzt mit dem Kleid?" zwitschert die Amsel vom Nebenast. "Hmpfmampf. Weiß nicht", kaut das Eichhörnchen.

Langsam wird es dunkel. Die Nacht hüllt den letzten Tag in Ruhe und Schweigen.
Kälte sorgt für klare Luft.
Der Mond wirft sein Licht auf 2007.
Es glänzt, das Jahr. Schaut glücklich und zufrieden drein.

Es ist kurz vor Mitternacht. "Danke", flüstert die Trägerin und streift das Kleid sanft von ihren Schultern. Behutsam und voller Respekt. "Danke, für all das, was ich mit dir erleben durfte. Danke, für den Schutz, den du mir gegeben hast. Danke für all die Erfahrungen, Begegnungen, Prüfungen, Wege, die wir gemeinsam gegangen sind. Ich werde noch oft an dich denken." Gefaltet wird es auf einem Bett aus Moos zur Ruhe gelegt.

"Siehst du es auch?" flüstert das Eichhörnchen seinem Freund, der Amsel, hinüber. "Ja. Wunderschön." Für einen Moment erscheint ein weites Feld aus niedergelegten Kleidern. Im Licht der Sterne erstrahlen sie und funkeln in warmen Licht. Nur für einen Moment zu sehen und schon wieder vergessen. Das Eichhörnchen vergisst einen Moment zu kauen, so schön war dieser Augenblick.

"Och schade, schon vorbei", seufzt der kleine Nager. "Schau mal", staunt sein gefiederter Freund. Eine weiße, kleine flauschige Feder schwebt sanft hinunter. Unzählige Funken sprühen jetzt in alle Richtungen. Bunt. Glitzernd. Strahlendes Licht. Es blendet beide für einen Moment. "Boah, hast du das gesehen?", nicht spürbar sprachlos schaut die Amsel zum Eichhörnchen. "Tolle Show", sagt es und reißt dann die Augen auf: "Guck mal, guck mal! Ein neues Kleid!" Strahlend weiß ist es. Ein kleiner Schauer rollt dem Eichhörnchen über den Rücken. "Boah, geil!" entfleucht es der Amsel. Unzählige Lichtreflexe erhellen die Nacht. Diese eine besondere Nacht der Geburt eines neues Jahres. Nur ein einziges Mal erlebt das Jahr diese Geburt.

Die Kirchenglocken läuten. "2008 ist da" haucht die Amsel erfürchtig. "Ist das schön" seufzt sein Freund ganz glücklich. Für einen Moment tauchen Bilder am Himmel auf. Fetzen voller Liebe, Licht, Hoffnung, Erbarmen und Freude leuchten auf. "Ooooooh ja" - "oooooooh ja" seufzen und jauchzen nun beide voller Vorfreude. Arm in Arm. In ihrem Baum. Schaukeln im Wind. Beobachten die sternenklare Nacht. Fühlen das Neue Jahr.

"Willkommen" flüstert nun auch die Trägerin, fühlt den Stoff des neuen Kleides, atmet seinen Duft, spürt die Kraft des Neuanfangs, spürt die Kraft der Geburt.

Anja Kolberg

Samstag, 22 Dezember, 2007

Stille

Eingehüllt in Stille.
Einen Moment für mich.
Da sein.
Mich spüren.
Ruhe breitet sich aus.

Der Liebe begegnen.
In einem Lächeln.
Einem Gruß.
Einem Sonnenstrahl.
Einem Lied.
Einer freundlichen Geste.

Frieden fühlen.
In mir und der Welt.

Ich wünsche Ihnen und den Menschen, die Sie lieben, von ganzem Herzen wunderschöne Weihnachtstage!

Ihre Anja Kolberg

Donnerstag, 20 Dezember, 2007

Der Geist der Weihnacht

... zeigt sich so langsam. Heute früh, als alle Weihnachtsmarktanstrengungen nicht mehr zu spüren waren und auch die Vorbereitungen für den Geburtstag meines Mannes von mir vielen - blickte ich aus dem Fenster.

Sah Nebel. Sah Frost. Fühlte Stille.

Ein Gefühl von Weihnachten kommt auf. Gerade jetzt scheint auch noch die Sonne in mein Zimmer. Ist das schön.

Herrliche Ruhe. Entspannung. Vorfreude. Tage in Gemeinsamkeit mit der Familie. Ausspannen. Genießen. Da sein.

Darauf freue ich mich. Das Leben ist schön!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 03 Dezember, 2007

Es wird Abend...

 

Es wird Abend.

Gemütlichkeit kehrt ein.

Ruhe vom täglichen Streß.

Durchatmen. Kraft tanken. Aufatmen.

Frieden finden in mir.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend

Anja Kolberg

Montag, 20 August, 2007

Inspiration...

... habe ich mir gewünscht. Gezogen habe ich aus dem Postkartenset die Karte mit der Möwe am Himmel:  

Text: "Du trägst alles in dir, um deinen Wunsch zu verwirklichen. Darum ist er in dein Leben getreten."

Die Karte stärkt mir den Rücken. Warum? Ich ertappe mich oft beim Grübeln: Habe ich alles, was ich brauche? Fehlt mir nicht noch die Ausbildung oder jene Erfahrung?

Die Ermutigung tut gut. Schöne Inspiration.

:o)

Anja Kolberg

Donnerstag, 28 Juni, 2007

Rechte, Macht, Erwartungen & Selbstverantwortung

Durch Zufall fand ich die Seite von streetwork.ch und dort vier wirklich wunderbare und sehr lesenswerte Texte über

Kompliment für diese tollen Texte!
Ich lese sie immer wieder gerne durch und erfahre durch sie eine Stärkung. Danke an das Team von Streetwork.ch Anja Kolberg

Donnerstag, 21 Juni, 2007

Ich bin reich!

Nicht auf dem Konto, wo vielleicht der erste Gedanke hingesprungen ist und siebenstellige Zahlen gesehen hat.

Ich bin reich an Liebe. Ich kann mich fallen lassen in ein Netz aus Liebe. Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich nicht so funktioniere wie ich meine, funktionieren zu müssen.

Ich bin reich an Blüten, wenn ich den Blick durch meinen Garten schweifen lasse.

Ich habe Zeit satt! Meine Uhren machen eine Auszeit. Ich schwimme im Zeitluxus!

Es gibt so viel mehr an Reichtum, der mich umgibt. Sicherheit. Glück. Kleine Dinge. Nahrung. Wasser. Wärme. Bildung. Fortbewegungsmöglichkeiten. Gesundheit.

Ich bin reich!

Anja Kolberg

Freitag, 18 Mai, 2007

... dann wird alles besser

Irgendwann ertappte ich mich bei dem Gedanken: "Wenn ich das erreicht habe, dann wird alles besser."

Wie komme ich auf die Idee, dass es mir dann gut geht? Es ist wichtig, dass ich schon heute glücklich bin und nicht erst, wenn ein bestimmter Zustand oder ein bestimmtes Ereignis eingetroffen ist.

Vielleicht kennen Sie einen dieser Gedanken:

  • Wenn ich einen Partner habe, dann ...
  • Wenn ich ein Kind habe, dann...
  • Wenn ich Single bin, dann...
  • Wenn ich endlich einen neuen Job habe, dann...
  • Wenn ich endlich eine Auszeit machen kann, dann...
  • Wenn ich meinen Traumjob gefunden habe, dann...
  • Wenn ich die Prüfung geschafft habe, dann...
  • Wenn wir das Haus fertig gebaut haben, dann...
  • Wenn ich in Kleidergröße 38 passe, dann...
  • Wenn ich wieder gesund bin, dann...

Ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass dann alles besser wird? Warum soll es denn nicht besser werden? "Alles" - vielleicht ist das der Knackpunkt. Wenn man einen Partner hat, muss man sich mit ihm zusammen raufen. Wenn man einen neuen Job hat, wer sagt, dass man dort genau so gut mit den Kollegen klar kommt? Wenn man seinen Traumjob gefunden hat, wer sagt, dass einem die Arbeit wirklich gefällt? Ist man bereit, auf Annehmlichkeiten zu verzichten, die man jetzt hat? Für alles Neue hat man einen Preis zu zahlen, etwas aufzugeben. Es wird nicht alles besser. Anders mit Sicherheit.

Aber wer weiß, wie lange es noch dauert, bis das Ziel erreicht ist?

Mir wurde klar: Heute ist der Tag zum Glücklich sein! Nicht morgen!

Was kann ich heute tun, damit es mir gut geht?

Das werde ich nicht hier am Computer finden, dessen bin ich mir sicher. Deswegen mache ich für heute Feierabend und suche mein Glück draußen in der Natur, im Garten, vielleicht mit der Nase an einer duftenden Pfingstrosenblüte.

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende

Anja Kolberg

Mittwoch, 07 März, 2007

Zuhören

"Menschen, die zuhören, schenken Heilung für die Seele." so lautet der Text einer meiner Postkarten.

Die habe ich mir als meine persönliche Tageskarte gezogen. Gleich zweimal ist sie mir heute schon begegnet. Zeit, darüber zu schreiben.

Aus meiner Erfahrung ist das Zuhören einer der wichtigsten Elemente im Coaching. Warum? Weil ich glaube, dass der Mensch selbst der beste Experte für seine Situation ist und er die Lösung in sich trägt. Weil er nicht noch einen Tipp von außen braucht und ich es nicht besser wissen kann und will. Und die Lösung ins uns braucht Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr zum Zuhören. Dann zeigt sie sich auch.

Ein anderer Aspekt des Zuhörens: Erkennen, ich bin nicht alleine. Gestern traf ich mich mit einer Kollegin in einem herrlichen Café in Köln-Sülz. So jedes viertel Jahr machen wir einen Termin aus. Und es hat mir so gut getan, von mir und dem zu erzählen, was in der letzten Zeit passiert ist und ihr hat es umgekehrt gut getan, dass ich ihr zugehört habe. Wir beide habe so einige Parallelen in unserem jetzigen Leben festgestellt und das war herrlich erleichternd. Menschen finden, die ähnliches durchleben, ähnlich fühlen, Verständnis haben. Nicht mehr alleine da stehen oder als buntes Schaf der Herde, immer ein bißchen außen vor, immer ein bißchen an sich selbst zweifelnd.

Unser Umfeld kann uns manchmal nicht mehr zuhören. Warum? Weil sie unsere Leidensgeschichte schon x-mal gehört haben und sie ihnen an den Ohren heraus kommt. Weil sie mit ihrem Latein am Ende sind. Weil sie mit uns leiden und es ihnen jedes Mal wieder wehtut, wenn wir immer noch in unserer Situation festhängen und es nicht weiter geht. Mir wurde das kürzlich bei meinem Bruder deutlich: Ihm ging es schlecht, also ging es mir auch schlecht. Als es ihm besser ging, ging es mir selbst auch besser. Endlich aufatmen, ich konnte mich wieder auf mich selbst konzentrieren. Musste mir keine Sorgen mehr machen. Das passiert einfach, egal wie geschult ich bin. Je näher mir der Mensch ist, dem es schlecht geht, desto mehr berührt es mich.

Es gibt aber auch Situationen, da will man leiden und (!) keine gutgemeinten Ratschläge hören. Da braucht man jemand, der einem "nur" zuhört. Doch dazu braucht man diese Information vom Anderen. Gut ist, wenn ich dann als "Leidende" meinem Gegenüber sage: "Ich brauche jemanden zum Zuhören. Bitte keine Tipps und Hilfestellungen. Ich weiß, die Zeit geht vorüber. Bitte nur zuhören und wenn du kannst, sag mir, dass du mich verstehst, sonst sag nichts." Und wenn ich als Zuhörende diese Information nicht habe und spüre, dass ich will dem anderen helfen will und mir x gute Lösungen einfallen, die der andere aber nicht hören will, kann ich ja fragen: "Was erwartest du von mir? Soll ich zuhören und sonst nichts sagen? Willst du einen Rat? Ich mache mir Gedanken, wenn ich höre, dass es dir schlecht geht. Du hilfst mir beim Zuhören, wenn du mir sagst: Jetzt leide ich, die Zeit geht vorüber und ich brauche jetzt nur ein offenes Ohr ...."

Die Seelenhygiene des Zuhörenden ist für mich auch noch ein wichtiger Aspekt. Was ich damit meine? Wenn ich etwas erzählen will, den anderen zu fragen, ob er Zeit hat, um mir zuzuhören. Und auch Interesse am Zuhörenden zeigen und die Bereitschaft, auch ihm zuzuhören. Es bedeutet für mich auch, "Stop" zu sagen, wenn ich als Zuhörende einfach nicht mehr zuhören kann. Sehr wichtig finde ich auch, dass ich als Erzählende ein Verständnis dafür entwickle, dass das, was ich erzähle, etwas mit dem Zuhörenden macht, es nicht spurlos an ihm vorüber geht. Ich spreche hier nicht von Erfolgserlebnissen oder lustigen Sachen, die ich erzähle, sondern von Unzufriedenheit, Veränderungsprozessen, von Angst, von Schmerz, von Sorgen, von Nöten, von Krankheit. Der Zuhörende trägt etwas mit mir, in dem er zuhört. Deswegen finde ich wichtig, das Umfeld in ernsten Situationen nicht zu sehr zu strapazieren, sondern auch die Verantwortung zu übernehmen und mir professionelle Zuhörer zu holen, die nicht von meinen Gefühlen und meiner Situation so betroffen sind wie vielleicht die Familie oder Freunde.

Gute Zuhörer? Menschen, die sich Zeit nehmen. Die fragen: "Wie geht es dir?" und diese Frage ehrlich meinen, weil sie wirkliches Interesse zeigen. Durch ihr Zuhören. Die mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit da sind und nicht gleichzeitig auf den Bildschirm schauen, durch die Gegend starren, am Handy rumfummeln, auf den Tisch blicken oder einem ins Wort fallen und von sich selbst erzählen. Menschen, die einen anschauen, einen bestätigen, einen ausreden lassen - anerkennen, dass man sein darf wie man ist. Durch zuhören dem anderen Achtung schenken. Dann kann die Seele durchatmen und macht sich auf den Weg der Heilung.

Es ist ein Glück und großes Geschenk, solche Menschen um sich zu haben. Das müssen nicht viele sein. Manchmal ist es auch ein Tier, das uns anschaut und in den Augen so viel Verständnis transportiert, dass man sich verstanden fühlt. Es kann auch die Natur sein, der Wald, ein Stein, eine Muschel, der Regen, ein Weg.

Ich bin froh, dass ich Menschen habe, die mir mit ihrem ganzen Herzen zuhören und danke meiner Mutter, dass sie mir diese Eigenschaft mit auf den Weg gegeben hat.

Anja Kolberg

Mittwoch, 24 Januar, 2007

Ach hätte ich nur...

Als junges Mädchen bekam ich ein Sarah-Kay-Adressbüchlein geschenkt. Ich war davon so verzaubert, dass ich kaum wagte, etwas reinzuschreiben. Nein, dafür war es doch viel zu schade. Ganz vorsichtig habe ich die Adressen mit Bleistift eingetragen, damit ich sie ja wieder wegradieren konnte. Natürlich habe ich für's Radieren nicht den Sarah-Kay-Radiergummi benutzt. Der hätte ja schmutzig werden können. Irgendwann war Sarah-Kay out und ich hatte das Adressbüchlein gar nicht so richtig in Besitz genommen.

Diese Beobachtung habe ich im Laufe der Jahre noch öfter gemacht. Zum Beispiel ein besonders wertvolles Tagebuch erst mal nicht benutzen. Es könnte ja zu unwichtig sein, was ich reinschreibe. Ich werde es später einweihen, wenn der richtige Moment gekommen ist. Wenn etwas ganz besonderes ist.

Kleine Beispiele von denen es auch große gibt.

Ist es auch so mit dem Leben? Lebe ich mein Leben auch nur ganz vorsichtig, weil ich Angst habe, es könnte schmutzig werden? Ich könnte es verbrauchen? Warte ich auf den richtigen, den perfekten Moment, um etwas zu tun, das ich mir wünsche? Kommt der perfekte Moment, in dem alles gelingt, alles stimmt und ich keine Fehler mache?

Stehe ich irgendwann am Ende meines Lebens und denke: Ach hätte ich nur?

Mittwoch, 13 Dezember, 2006

Ruhe

... in der Hektik des Alltags finden. Zwischen all den täglichen Aufgaben und zusätzlichen Vorbereitungen für die Feiertage. Ich habe den Eindruck, die Zeit läuft gerade doppelt so schnell. Himmel.

Vielleicht hilft die Konzentration auf das, was mir wichtig ist? Einen Moment der Ruhe. Der Stille. Durchatmen. Das Fenster öffnen und frische Luft in den Raum lassen. Und auch wenn damit Lautstärke in mein Zimmer gelangt, so ist es doch auch neue Luft.
Den Tag mit einem Gebet beginnen kommt mir in den Sinn. Beten? Ohne dass ein triftiger Grund vorliegt, außer dass ich Ruhe im Alltag suche? Wie lange habe ich schon nicht mehr gebetet? Meditation ist ja in, aber beten? Und das frage ich mich in dieser christlichen Zeit?! Was ist daran so schrecklich? Vielleicht ist es auch DIE Möglichkeit, einen Moment der Ruhe im Alltag zu finden.

Bin ich nicht diejenige, die die Stille in Kirchen und Klostern so liebt? Wenn kein Mensch außer mir dort drinnen ist? Abseits von Hektik, vom Alltag, vom Üblichen? Gut, ohne ein bewusstes Gebet, aber sicherlich mit einigen Stillen Gedanken über mich und was mich in meinem Leben im Moment umgibt.
 
Was bedeutet Gebet eigentlich? Wikipedia meint dazu "Das Gebet (das deutsche Wort war ursprünglich das Substantiv zu bitten) ... wird als die mit Worten und begleitenden Handlungen verbundene Anrede einer als Person vorgestellten Gottheit durch den Menschen definiert. Im Gebet wendet sich also der Mensch an eine Gottheit." Ein Austausch mit Gott also. Frei von Regeln wie ich zu beten habe. Wenn ich will. Mein Gespräch mit Gott.

Dabei werde ich sogleich an früher erinnert. Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen und jedes Wochenende war die Messe Pflichtprogramm. Ganz ehrlich: Das fand ich nicht wirklich spannend, alles war so statisch, lief immer gleich ab. Das wirklich spannende an den Messen war, das wir Mädchen es geschafft haben, den Pater zu überzeugen, dass nicht nur Jungen Messedienen können und dürfen, sondern auch wir. Das war wirklich nicht einfach, wir haben es mit großem Erfolg geschafft. :o) Und als wir unseren kleinen Beitrag leisten konnten, war es auch interessanter.

Beten habe ich immer mit Bitten in Verbindung gebracht, stelle ich gerade fest. So sind dann meine Dialoge, die ich innerlich führe oder auch in meinem Tagebuch, bei denen ich nicht nur Austausch mit meiner inneren Stimme halte, sondern auch mit Gott, Gebete. Schön ist das. Gut tut es, das zu wissen. Denn es ist kein Monolog, sondern ein Dialog. Leise. Sanft. Weise. Mit Ruhe. Fragen stelle ich, teile meine Sorgen mit, darf traurig sein oder dankbar. Schön!

Danke für diese kleine Auszeit aus der Hektik des Alltags

Anja Kolberg

Montag, 27 November, 2006

Wie wahr

In einer Broschüre der AGD (Allianz Deutscher Designer) fand ich dieses Zitat von John F. Kennedy:

"Einen Vorsprung im Leben hat,
wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden."

Wie oft im Leben schnüre ich den vermeindlich perfekten Plan und plane und plane und plane und komme dennoch nicht an? Weil der Plan nie ganz perfekt ist, ich nie alles, was ich will, hinein bekomme. Weil ich immer einen Abstrich machen muss. Perfekt zögern.

Wie oft im Leben mache ich mir keine Gedanken, gehe einfach los und erreiche innerhalb kürzester Zeit, was ich will? Ohne große Planungen, einfach durch mein Handeln. Keinen Kopf machen, sondern einfach machen.

Ich wünschte mir, ich könnte mein Planungshirn öfter in den Urlaub schicken und mein inneres Kind hervorzaubern, das nicht lange nachdenkt, sondern seiner Lust folgt. Schön!

Einen guten Start in die Woche!

Anja Kolberg

Donnerstag, 23 November, 2006

Ich glaube an die Liebe

 "... und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende!" - Schönes Märchen, das uns in Liebesgeschichten immer wieder aufgetischt wird. In Wahrheit wissen alle, die länger in einer Partnerschaft oder Ehe leben: Danach fangen die Herausforderungen in der Beziehung erst so richtig an. Denn sind die ersten heißen Gefühle und Wallungen passé, öffnet sich der Blick für die Macken des anderen und man selbst zeigt sich auch nicht mehr nur von der Sonnenseite. Wer wollte nicht schon mal seinen Partner in den Himmel schießen?

Wie meistert man die Probleme, die jede Beziehung erlebt? Was gehört dazu, um bis ins Alter in einer Partnerschaft glücklich zu sein? Leben alle alten Ehepaare wie Bruder und Schwester miteinander? Wie hält man die Liebe jung? Stimmen wirklich die unzähligen Statistiken, was das Liebesleben durchschnittlicher Paare angeht oder sind das alles nur Wunschträume? Wird beim nächsten Partner auf Dauer wirklich alles besser? Oder erlebt man immer eine schöne Anfangszeit und dann nach einigen Jahren Beziehung ein Trennungsrevival? Erwarten wir zuviel von einer Partnerschaft?

Warum ich mir gerade jetzt darüber Gedanken mache? In meiner Familie trennt sich ein Paar. Und ich glaube dennoch an deren Liebe. Vielleicht bin ich eine hoffnungslose Romantikerin. Vielleicht bin ich unmodern. Patchwork ist in und klingt interessant, es gibt wirklich viele schöne Geschichten von völlig neuen Lebensmodellen. Sind alte Werte wie die Ehe wirklich überholt?

Wenn sich ein Paar im Bekanntenkreis trennt, bewirkt dies meist auch ein Nachdenken der Paare in deren Umfeld über ihre eigene Beziehung. Zumindest kenne ich das von den Frauen so. Auch ich denke dann nach. Als sich vor einigen Jahren ein befreundetes Paar trennte, schüttelte mich das ziemlich stark, weil ich so unzufrieden war. Dieses Mal ist es anders. Ich fühle mich gefestigter. Schönes Gefühl der Ruhe. Hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe.

Ich glaube an die Liebe und die damit einhergehenden Herausforderungen. Seinen Partner sucht man sich nicht ohne Grund aus. Der andere hat etwas, das man haben möchte, sich wünscht und man selbst vielleicht nicht auslebt. Von meinem Partner konnte ich lernen, auch mal 5e gerade sein zu lassen. Mich nicht ständig zu überarbeiten und auch mal Pause zu machen. Ihm imponiert auf der anderen Seite, dass ich die Dinge anpacke und umsetze, die ich mir vornehme. Das heißt nicht, dass diese Lernaufgaben leicht sind. Oh nein, sie bringen mich an meine Grenzen. Für mich war das Buch "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" letztes Jahr ein wahrer Glücksfund. Zum einen, weil ich darin bestärkt wurde, dass ich mit meinem Partner genau die Partnerschaft führen kann, die ich führen möchte. Und dass die Unzufriedenheit, die ich spüre, mit mir selbst zu tun hat und der Partner sie projeziert. Die Erkenntnis hat mir gut getan. Genörgelt und kritisiert hatte ich lange genug. Eine Kundin, die das Buch auch gelesen hatte, nannte mir ein sehr schönes Zitat daraus "Trennung ist Aufschub von Heilung." Ja, auch das glaube ich. Beziehung ist harte Arbeit. Vor allem an sich selbst.

Vielleicht denke ich darüber irgendwann einmal anders. Jetzt bin ich so und dankbar dafür, dass ich einen Mann habe, der mich liebt - so wie ich bin. Seine Beständigkeit und Liebe ist eine Ressource in meinem Leben, die mir sehr viel Sicherheit, Stärke und Vertrauen schenkt. Und dafür bin ich dem Himmel dankbar! :o)

Und diese Ressource schenkt mir auch ungeheure Lernaufgaben, die ich nicht wirklich haben will, mich aber sicherlich auf meinem Weg weiterbringen. Wenn ich mehr Zärtlichkeit wünsche, kann ich mich ehrlich fragen: Und wann war ich zärtlich zu meinem Partner? Wenn ich das Gefühl habe, ich komme zu kurz: Wann habe ich mir Zeit für mich selbst genommen? Ich stelle immer wieder erstaunt fest, dass mein Partner mir alle Zeit der Welt und auch Freiheiten gibt, die ich mir wünsche. Ich muss es nur sagen. Und handeln. Und nicht denken: "Schade, dass mein Partner nicht dies oder das mit mir macht."

Eine Tarotkartenlegerin sagte mir: "Männer erahnen deine Träume nicht. Sie brauchen klare Ziele. Denen musst du genau sagen: Ich will zum Geburtstag genau das rote Kleid dort haben. Dann bekommt man auch, was man will." Hm. Bedeutet auch, dass ich sagen muss, was ich will. Der Schritt davor: Herausfinden, was ich überhaupt will. Und da gibt es ja viele Fragen: Will ich Karriere? Will ich ein Kind? Will ich beides? Gleichzeitig? Wo will ich leben? Zu welchen Kompromissen bin ich bereit? Es ist an mir, zu handeln und meine Partnerschaft so zu gestalten, dass sie für mich stimmt und ich darin zufrieden und glücklich in mir selbst bin. Dann kann ich auch mit dem anderen glücklich sein.

Auf die Liebe

Anja Kolberg

Montag, 06 November, 2006

Der Schleier von Illusionen

... kennen Sie das auch?

  • Sie gehen in einen Kinofilm, weil Sie schon so viel Gutes darüber gehört haben. Und sind maßlos enttäuscht.
  • Sie besuchen eine Veranstaltung, von der Sie sich ganz bestimmtes erhoffen und die Hoffnungen bleiben aus.

Der zu hohen Erwartung und den falschen Vorstellungen folgt die Ent-Täuschung. Das blöde an solchen Illusionen ist, dass einem der Blick für die Dinge verloren geht, die man wirklich geschenkt bekommt und für das, was man bereits erreicht hat.

Gerade auf dem Weg beruflicher Veränderungen können falsche Vorstellungen ein Projekt zum Kippen bringen. Ein Beispiel von mir: Als ich 1999 mein erstes Seminar gab, war meine Illusion: Ich schreibe es aus und schon sind die Anmeldungen da. Es war unglaublich schwer für mich, die folgende Enttäuschung zu verkraften und Energien zu mobilisieren, um Teilnehmer für mein Seminar zu gewinnen. Eine solche Illusion hat nichts mit der wirklichen Kraft des Projektes zu tun. Doch das fatale ist: Oft zweifelt man am Ziel und an sich selbst. Wichtig ist, in einem solchen Moment inne zu halten:

Waren meine Einschätzungen realistisch? Sind meine Erwartungen zu hoch? Glaube ich, es wird zu schnell klappen? Glaube ich, direkt bei der ersten Bewerbung werde ich Erfolg haben? Lohnt sich die Teilnahme an einer Veranstaltung nur, wenn ich Aufträge generiere? Was ist, wenn ich keinen einzigen bekomme? Was sind kleine Erfolge, die ich bereits erreicht habe? Wo habe ich meine Grenzen erweitert? Worauf kann ich stolz sein? Welche Schwierigkeiten können noch auf mich zukommen? Warum werde ich es dennoch schaffen? Durch was kann ich Druck aus der Situation nehmen, um entspannt und offen meinen Weg zu gehen?

Der Dialog der inneren Anteile Kopf & Herz kann einem Schutz vor Enttäuschungen geben und den Blick für die kleinen Erfolge öffnen.

Anja Kolberg

Montag, 30 Oktober, 2006

Schwarze Katze

Sind Sie abergläubisch? Laut Wikipedia sind es mehr als 51% der Deutschen.

Heute lief mir eine schwarze Katze von rechts nach links über die Straße. Da tauchte gleich die 13 vor meinem inneren Auge auf und ich hatte Lust, zum Thema mal im Netz zu recherchieren. Was alles unter Aberglauben fällt, erstaunt mich. Zum Beispiel das "toi-toi-toi" vor einem Auftritt oder auch das Glücksklee.  Gerade vor Prüfungen und schwierigen Aufgaben verschaffen einem Glücksbringer ein wenig mehr Ruhe und Vertrauen. Auch die Sternzeichen gehören für Planet Wissen zum Aberglauben im Alltag. Laut denen definiert heute die Wissenschaft (früher die Kirche) die Grenze zwischen Glauben und Aberglauben.

Na, wenn es um all die Dinge geht, die nicht wissenschaftlich belegbar sind, aber einfach Spaß machen oder gut tun... Zum Beispiel das für mich hochspannende Thema der Übersinnlichkeit! Oder auch so einfache Dinge wie Tarotkarten legen. Ich selbst nutze dafür aber keine richtigen Tarotkarten und halte mich auch nicht an ein Legesystem und lese die Bedeutung der Karten dann im Buch nach, sondern ich höre auf meine innere Stimme: Ich halte zum Beispiel mein Postkarten-Set in der Hand und stelle mir eine Frage. Dann klappe ich die Karten spontan auf. Die Karte, die sich dann zeigt, ziehe ich und lasse sie auf mich wirken: Was löst das Bild in mir aus, was der Text? Ich bekomme dadurch immer wieder Impulse und Hilfe für meinen Weg.

Einen Glücksbringer habe ich ja immer im Haus: Den Schornsteinfeger. Als wir zwei ganz frisch verliebt waren, habe ich ihn mal einen Tag beim Fegen begleitet. Das war schon ein tolles Gefühl, wie einen die Menschen angeschaut haben. :o) Mein Mann sagt, dass ihn immer wieder Menschen ansprechen, ob sie ihn mal anfassen dürfen. ;o) Das ist ein schöner Aberglaube!

Sie bekommen das Glück von mir Online: Viel Glück vom Schornsteinfeger!

Anja Kolberg

Donnerstag, 05 Oktober, 2006

Dankbarkeit

Schon seit einiger Zeit denke ich daran, über Dankbarkeit zu schreiben.

Im Urlaub habe ich ein Buch gelesen, das mir meine Oma mitgegeben hat: "Bis auf den Grund des Ozeans". Vielleicht kennen Sie es? Julia Tavalaro ist Anfang 30 als sie zwei Schlaganfälle aus ihrem Leben reißen: Nach stürmischen Jahren als Single wohnt sie endlich mit dem Mann, der sie liebt und mit ihrer kleinen Tochter in dem Haus, von dem sie immer träumte. Sie wacht eines Tages im Krankenhaus auf. Da sie als hirntot gilt, kommen das Pflegepersonal nicht auf die Idee, dass sie hören, sehen und fühlen kann. 6 Jahre lang erleidet sie Qualen bis eine Therapeutin merkt, dass sie mit ihren Augen sprechen kann. Eine bemerkenswerte Geschichte vom Lebensmut und Willen einer Frau. Unbedingt lesenswert!

Und nach solcher Lektüre und auch dank den Berichten über Frauenleben in der 3. Welt werde ich mir immer wieder und immer mehr bewusst, was ich alles habe, das für mich sonst selbstverständlich ist - für andere aber noch lange nicht. Damit schwenkt mein Blick, von dem, was ich nicht habe auf das, was ich alles habe. Und weg von dem, was ich noch nicht erreicht habe bzw. erreichen will - auf das, was ich bereits erreicht habe. Wenn ich mir das alles bewusst mache, fühle ich mich - unabhängig von meinem sonstigen Bewertungsszenarios meines Lebens - unendlich reich. Was das alles ist?

Ich kann sehen. Ich kann hören. Ich kann sprechen. Ich kann schreiben. Ich habe ein Dach über dem Kopf und zu jederzeit genügend Wasser, um zu trinken oder mich zu waschen. Mein Kühlschrank ist voll - ich habe immer genug zu essen. Ich kann gehen und laufen ohne die Hilfe eines anderen zu beanspruchen. Ich habe eine Familie, die mich liebt und die ich liebe. Meine Oma und meine Eltern und meine Geschwister leben. Wir leben in Freiheit und brauchen keine Angst zu haben, wegen des Glaubens oder unserer Meinung verfolgt zu werden. Ich habe eine schulische und berufliche Ausbildung genossen. Wann immer ich will, habe ich Zugriff auf noch mehr Wissen und kann noch mehr lernen. Ich habe immer Möglichkeiten zu schreiben, wann immer ich es will. Ich habe nur einmal im Monat Schmerzen. Ich kann jederzeit zu einem Arzt gehen, der mich versorgt. Ich kann reisen, wenn ich reisen will. Ich habe ein eigenes Arbeitszimmer und zu Hause genügend Platz für mich alleine. Ich habe einen Garten, den ich gestalten kann. Ich kann malen und habe genug Material dafür da. Ich kann über das Internet weltweit zu Menschen Kontakt aufnehmen. Ich kann in Urlaub fahren. Ich habe nette Schwiegereltern und Nachbarn, die während dessen auf das Haus acht geben. Ich lebe in einer gleichberechtigten Partnerschaft und Gesellschaft. Kein Mensch erteilt mir Befehle oder gibt mir Regeln vor, die ich beachten muss. Ich kann mich mit anderen Frauen treffen, wann immer ich will und frei draußen bewegen. Ich kann das lesen, was ich lesen möchte. Ich habe die Möglichkeit, das zu tun, was gut für mich ist und zu lassen, was nicht gut für mich ist. Ich kann meine Zeit relativ frei einteilen. Wenn ich etwas unbedingt brauche, habe ich das Geld, um es mir zu kaufen. Wenn ich etwas unbedingt haben möchte, habe ich die Möglichkeit, Geld zu sparen, bis ich es mir kaufen kann. Ich lebe in einem gemäßigten Klima, das mir gut tut. Wenn das nicht mehr so ist, hätte ich die Möglichkeit, hier weg zu gehen. Wenn alles schief geht, habe ich einen Staat, der für mich sorgt. Ich muss nicht unter einer Brücke oder am Straßenrand auf Pappe schlafen. Ich habe einen Pkw, mit dem ich fahren kann, wann und wohin immer ich will. Ich habe einen eigenen PC. Ich habe es mir möglich gemacht, meine Träume zu verwirklichen.

Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was wirklich ist und wofür ich dankbar bin. Ich bin unendlich reich und in Frieden mit mir und der Welt.

Danke, lieber Gott, dass ich das alles haben darf!

Anja Kolberg

Freitag, 18 August, 2006

Ich liebe diese Arbeit!

Ich komme gerade von dem Termin eines Anti-Karrierecoachings zurück. Spontan danach nahm ich Blatt und Wachsstifte in die Hand und malte dieses Bild:

Und ich bin dem Himmel und nicht zuletzt mir selbst dankbar, dass ich mich für meinen Weg entschieden habe, der es mir möglich macht, die Arbeit, die ich liebe, zu tun!

Ein himmlisches Wochenende!

Anja Kolberg

Dienstag, 15 August, 2006

Frühe Berufswünsche...

Haben Sie als Kind gemalt? Bestimmt! Und vielleicht hütet Ihre Mutter oder Oma oder Sie selbst ja auch eine Kladde mit Ihren gemalten Kunstwerken? Es macht herrlichen Spaß darin zu blättern!

Bei meinem Landurlaub haben sich meine Oma, meine Mutter und ich uns köstlich amüsiert. Hier sind einige Bilder von mir. Also, was ich scheinbar unbedingt mal werden wollte:

Prinzessin! Ich habe auch einen Prinzen gefunden, in Form eines Schornsteinfegers. :o) Und witzigerweise habe ich doch ein Haus, eine Frau und einen Schornsteinfeger gemalt! Genauso wie wir heute leben. Ist das nicht ein Ding? Ein Zeichen? ;o)

Die Nähmaschine spielte eine große Rolle. Hier ein gebasteltes Bild für meine Oma, die in unserer Familie immer genäht hat - was ich über alles geliebt habe! Sie wissen ja, ich wollte früher Schneiderin und vor allen Dingen Designerin werden. Wer weiß, vielleicht werde ich das ja noch mal?

Und zum Schluss ein Bild, über das ich wirklich staunen musste. Ich hatte nun wirklich kein Interesse Bäuerin zu werden, aber auf jeden Fall Lust am Landleben, wie dieses Bild hier zeigt.

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Donnerstag, 13 Juli, 2006

Was bleibt?

Die schwüle Hitze dieser Tage macht besonders den Menschen zu schaffen, die sowieso schon geschwächt sind. Vorige Woche starb eine Nachbarin. Noch nicht einmal 60 Jahre war sie. Gekämpft und doch verloren. Viel zu jung, um zu gehen.

Aber ab wann "lohnt" es sich, gelebt zu haben? Wann stimmt der Zeitpunkt, zu gehen? Wenn man noch viel vor hat, sind dann nicht auch 99 Jahre zu jung zum Sterben? Wird in meinem Leben eines Tages der Zeitpunkt kommen, wo ich sage: "Genug "er"lebt. Jetzt kann ich gehen"? Oder werde ich ewig leben wollen?

Was bleibt? Was bleibt, wenn ich gehe? Erinnerungen, Fotos von Familienfeiern, Tagebucheintragungen, gemalte Bilder. Ja, das. Aber was noch? Möchte ich, das mehr von mir bleibt?

Und das bringt mich zu der Frage: Warum bin ich hier? Spüre ich meine Aufgabe im Leben und - wenn ja: Traue ich mich wirklich, diese und somit mich selbst auch ganz und gar zu leben?

Eine denkende und fühlende

Anja Kolberg

Mittwoch, 05 Juli, 2006

Wir sind Weltmeister der Herzen!

Nach so spannenden Spielminuten im Halbfinale ein so trauriges Ende für die deutsche Mannschaft! Schade. Das Quentchen Glück, das zum Gewinn dazu gehört, flog zur italienischen Mannschaft.

Wer hätte es der deutschen Mannschaft nicht gegönnt! Jungs, ihr habt wunderbar gespielt und uns spannendere Unterhaltung geboten als die meisten Thriller. Und das will erst mal geschafft werden!! Danke!!

Wir können stolz darauf sein, was die deutsche Mannschaft geschafft hat, auf das Bild, das wir Deutschen von uns gezeigt haben, wie wir uns selbst neu kennen gelernt haben. Die Liebe für unser Land und die Liebe für die, die diese Welle in Bewegung gesetzt haben. Jetzt können wir alle darauf reiten oder untergehen.

Wie gehen wir Deutschen mit dem Thema Scheitern um? Machen wir aus einer Spielniederlage eine Tragödie, die uns herunterzieht oder machen wir aus einer Niederlage einen Sieg und versuchen das Positive daran zu sehen? Mir gefällt das letztere! Einen Sieg feiern kann jeder. Aber mit einer Niederlage umzugehen, das erfordert wirkliche Stärke. Und die tragen wir in unserem Herzen. Zeigen wir sie!

Ich habe Lust auf dieser Welle zu reiten und das zu genießen! Herrlich! Und eines ist die deutsche Mannschaft ganz gewiss: Weltmeister der Herzen!
Ein Titel, den uns keine Mannschaft der Welt nehmen kann!

Ich freue mich auf den nächsten Krimi am Samstag um Platz 3!

Anja Kolberg

Dienstag, 27 Juni, 2006

Fragen wir Frauen zu oft nach dem Weg?

Männer fragen nicht nach dem Weg. Die fahren einfach drauflos, finden ihn mal - durch Instinkt, durch Zufall, durch Ausprobieren, durch Wissen - mal nicht. In letzterem Falle machen sie sich nicht verrückt, sondern fahren wahrhaftig so lange durch die Gegend, bis sie den Weg gefunden haben. Wenn es sein muss: Stunden. Um ja nicht nach dem Weg zu fragen. (Funktioniert auch im Baumarkt.) ;o) Dabei ist es so einfach, wie die meisten Frauen zeigen: Anhalten. Fragen. Richtung erfahren. Weiterfahren. So einfach so gut.

Mit einer besonders interessanten Strategie versuchte ich mal als Jugendliche den Weg zu finden. Ich war das erste Mal mit meinem Freund und Pkw in der großen Stadt Köln. Wir wussten den Weg zurück zur Autobahn nicht und hatten die geniale Idee, einfach jemand hinterher zu fahren, der das gleiche Nummernschild hatte wie wir. Klingt doch gut, oder? Nicht so ganz. Der wollte nämlich nicht nach Hause Richtung Autobahn, sondern ganz woanders hin, wahrscheinlich seine Freundin besuchen. Das haben wir erst recht spät gemerkt und einen völlig neuen Teil Kölns weitab der Autobahn kennen gelernt...

Ich finde dazu, wie ich einen Weg zu einem bestimmten Ort finde, lassen sich Parallelen ziehen, wie ich bei der persönlichen Zielerreichung vorgehe. Versuche ich den Weg selbst zu finden, durch Try, Luck & Error (wie viele Männer, siehe oben) oder frage ich direkt nach dem Weg? Mache ich mir einen Plan, schaue mir ausführlich die Karten an und fahre dann los? Frage ich zu oft nach dem Weg, bin nachher ganz verwirrt und höre nur noch auf die anderen, statt mich zu besinnen, einen Blick auf meine Karte zu werfen oder mir zuzutrauen, dass ich den Weg schon finden werde? Gebe ich auf, wenn ich in einer Sackgasse gelandet bin oder drehe ich um, wohlwissend gleich finde ich den richtigen Weg?

Ich glaube, hier von den Männern etwas lernen zu können. Nämlich nicht immer gleich nach dem Weg zu fragen oder perfekt zu zögern - indem ich plane, plane, plane - statt mich einfach auf den Weg zu machen und es so zu tun, wie ich meine, es sei richtig. Einfach mein Ding zu machen und nicht so schnell aufzugeben. Fest mein Ziel im Sinn und losfahren. Nicht auf andere zu hören (hey, wer weiß, ob die sich wirklich auskennen und verstehen, wo ich hin will?), sondern auf mich selbst. Zu viele Menschen, die mir den Weg zeigen wollen, zeigen mir vielleicht auch ihren Weg oder bringen mich gar davon ab, in dem sie mich erstaunt fragen: "Was wollen Sie denn da? Da fährt doch schon lange keiner mehr hin. Das lohnt sich doch nicht. Ich habe da eine viel bessere Idee." ....

Ja, und die Männer, ganz klar, die können auch was von uns Frauen lernen: Sich nämlich, wenn man sich total verfahren hat, nicht noch weiter verfahren, sondern die Hilfe von anderen annehmen und nach dem Weg fragen ...

Ich freue mich auf eine Woche, in der ich immer meinen Weg finde, und falls ich nicht weiterkomme, nicht gleich vorschnell nach dem Weg frage, sondern es mit meinen Möglichkeiten einfach mal versuche und mir erlaube, mich zu verfahren!

Vielleicht entdecke ich dabei ja etwas Wundervolles, das viel besser ist...

Anja Kolberg

Dienstag, 13 Juni, 2006

Flagge zeigen

Die WM macht's möglich: Die vergessene Lust der Deutschen, Flagge zu zeigen. Farbe zu bekennen für das eigene Land. Bei Auslandsaufenthalten ist mir immer wieder aufgefallen, wie positiv andere Länder zu ihrer Fahne stehen. Als wir in Schweden auf dem Göta-Kanal unterwegs waren, hatte fast jedes Haus die blau-gelbe Flagge gehisst. In Dänemark das gleiche. Wie schön sind die Italienischen Farben, die sich meist in der Dekoration italienischer Restaurants wiederfinden. Ich denke an die Amerikaner, die mit einem unglaublich stolzen Gefühl ihre Hymne singen oder auf so vielen Dingen ihre Flagge präsentieren.

Nur wir selbst in unserem Land schämen uns irgendwie dafür. Warum? Ja, wir haben in der Vergangenheit riesengroße Fehler begangen, die unentschuldbar sind. Doch darf nach über 50 Jahren nicht auch mal wieder ein gesundes Gefühl für unser Land einkehren? Ich möchte gerne sagen: "Ich bin stolz, eine Deutsche zu sein. Ich liebe mein Land." Ganz natürlich, ohne schlechtes Gewissen oder Angst, dass ich einen Stempel aufgesetzt bekomme. Jedes Land hat seine Vergangenheit.

Was haben wir für ein schönes Land. Grün, bewaldet, weltoffen, ich fühle mich hier sicher, gut versorgt, geschätzt, nette Menschen leben hier. Ich genieße es, beim Italiener, Thailänder, Chinesen oder Türken essen zu gehen. Bei dem Gedanken an die griechischen Vorspeisen läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Wie viele nette Menschen habe ich auf meinen Auslandsreisen kennen gelernt, mit wie vielen bin ich hier in Deutschland in Kontakt gekommen. Ich denke gerade an den russischen Jungen, der mir mit dem Fahrrad hinten auf's Auto gefahren ist. Beule im Auto, Fahrrad kaputt. Darüber habe ich seine Familie kennen gelernt. Sie lebten auf 2 Zimmern mit 10 Personen. Was haben die mich herzlich empfangen, frisch Gebackenes stand auf dem Tisch, Tee wurde mir angeboten. Was war das eine nette Familie, denen es so leid tat, was geschehen war und der Junge so traurig, dass sein Rad krumm war. Als ich meinem Onkel davon erzählte, sagte er: "Warte mal, ich habe noch ein Rad im Keller." Frisch geputzt habe ich es dem Jungen überreicht. Das war eine Freude, die mich noch heute berührt.

Ich glaube, dass dies auch ein typisches Bild für uns Deutsche ist. Wir sind genau so herzliche und liebevolle Menschen wie es sie in jedem Land auf der Welt gibt. Ebenso wie es auch in jedem Land auf der Welt die Bösen gibt. Es ist die Frage, wem oder was wir unsere Aufmerksamkeit schenken möchten.

Haben Sie die Sendung "Die größten Erfingungen" zufällig letzten Sommer im ZDF gesehen? Ich war mehr als erstaunt, wie viele dieser Erfindungen aus unserem Land stammen oder wie viele Deutsche an deren Entstehung beteiligt waren. Ein paar Inspirationen? Der Buchdruck, das Auto, die Röntgenaufnahmen, der Dübel, das Antibiotikum, die Glühbirne... Was steckt für eine Kraft in uns Deutschen. Das ist uns doch nicht einfach abhanden gekommen, es liegt noch immer in uns. In jeder, in jedem von uns. Es ist Zeit, wieder unsere Kraft zu sehen und an sie zu glauben. An unsere Art, die Dinge zu machen. Ich will wertschätzen, was meine Ahnen aufgebaut haben. Ich will mein Land wertschätzen mit allen Vor- und Nachteilen und mit aller Brüderlichkeit und Herzlichkeit und all dem Guten, das in uns liegt und in allen Menschen auf dieser Welt.

In diesem Tagen, wo der Sport die Menschen vereint, haben wir alle die Chance, uns neu zu erleben und zu zeigen, dass die Welt zu Gast bei Freunden ist. Bei uns.

Anja Kolberg

Freitag, 19 Mai, 2006

Was in uns liegt...

Mein Lieblingszitat stammt von Henry David Thoreau:

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt,
sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.
Und wenn wir das, was in uns liegt,

nach außen in die Welt tragen,
geschehen Wunder.

Ist das nicht wunderbar? Diese Worte inspirieren mich immer wieder, an die leisen Ideen zu glauben, die in mir schlummern und sie mehr und mehr nach außen in die Welt zu tragen. Ja, ich will Wunder! Sie auch? Was liegt in Ihnen und will das Licht der Welt erblicken?

Sonnenpower aus dem sturmgeschüttelten Köln

Anja Kolberg, kurz vom 2. Berufsworkshoptag

Mittwoch, 17 Mai, 2006

Im Tun versinken

 Kennen Sie das auch? Sie sind mitten in einer Arbeit, die Sie so in ihren Bann zieht, dass Sie vergessen, zu trinken? Mir passiert das des öftern. Heute morgen habe ich mich wieder dabei ertappt: Ich habe den Berufsworkshop vorbereitet, der morgen beginnt. In Gedanken bin ich beim Workshop, den Teilnehmerinnen, im Raum, was ich noch besorgen will und in meiner Vorbereitung hier am Schreibtisch. Und ich spüre: "Ich habe Durst." Es dauert eine ganze Zeit, bis ich mich aus meinem Tun löse und mir hole, was ich brauche. Wo ich gerade dabei bin: Mein Wasserglas ist wieder leer. (...auf zum Wasserhahn).

So wird mir mal wieder bewusst, wie wichtig es ist, immer wieder inne zu halten und mich zu fragen: "Was brauche ich gerade wirklich?" Das sind bei mir meist keine großen, aufwändigen Dinge. Manchmal brauche ich etwas zu trinken oder einige Minuten durch den Garten streifen, aufstehen, eine Kuscheleinheit mit unserem Hund oder einen Kaffee mit meinem Partner oder eine wirkliche Pause (ja, auch mit Schlaf).

Gut, dass es mir heute wieder bewusst wird. Wasser ist frisch aufgefüllt, der Workshop vorbereitet. Jetzt noch ein paar Besorgungen und dann habe ich mir den Nachmittag freigenommen. Nicht arbeiten, sondern nur für mich da sein und mich treiben lassen!

Sonnengrüße aus dem Regenwasser tankenden Köln (der Garten freut sich)

Anja Kolberg

Mittwoch, 10 Mai, 2006

Jeder Mensch...

...hat das Recht, sich die Zeit zu nehmen, die er braucht!

Das ist ein inspirierender Gedanke, der mich heute durch den Tag begleiten möchte!


Sonne aus Köln für Sie!

Anja Kolberg

Dienstag, 02 Mai, 2006

Heute schon gelobt?

Kennen Sie das Gefühl unerwartet Anerkennung zu erhalten?

Sei es die Postkarte einer Freundin,
ein Dankeschön nach einem Abend bei Freunden,
ein anerkennendes Lob in einer Mail,
ein Kompliment über das neue Outfit,
ein Zettel mit "Ich hab dich lieb" für den Partner
oder...

Es tut sooooo gut! Anerkennung ist etwas wunderbares.

Wie oft leben wir durch den Tag und vergessen dankbar zu sein, für das, was wir haben? Den netten Partner zum Beispiel, der sich wiedermal in die Küche gestellt hat, um das Abendessen zu zaubern. Wie leicht ist es dann, zu kritisieren, statt grundsätzlich froh zu sein, dass einer die Arbeit macht? Und dafür Anerkennung und Lob zu geben?

Gerade denke ich an ein Erlebnis in einer Mailingliste: Das Organisationsteam bestand rein aus ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern. Ich habe davor großen Respekt und finde es nicht selbstverständlich, etwas kostenfrei zu erhalten. Als es eine zeitlang Umstellungsprobleme in der Liste gab, schrieb ich ans Orgateam und bedankte mich bei den trotz dieser Herausforderung Arbeitenden für das enorme Engagement. Ich war erstaunt über die Antwort: Ich war die einzige, die etwas Nettes geschrieben hatte. Alle anderen hatten nur Kritik geäußert. Was hilft Menschen in einer solchen Zeit wohl mehr? Kritik? Wohl kaum. Ich glaube, die meisten von uns sind doch selbst ihre größten Kritiker, da müssen nicht noch andere draufhauen. Nein, ich glaube, ein nettes Wort und liebevolle Anerkennung helfen in solchen Momenten. Sie geben den Mut und die Kraft, weiter zu machen.

Haben Sie heute schon Anerkennung erhalten? Ich finde toll, dass Sie diesen Text hier lesen und meine Webseite besuchen. Wie lange mögen Sie mich und meine Seite wohl schon begleiten? Danke für Ihre Treue! Was wäre eine Schreibende ohne ihre Leserinnen?

Ich fühle mich immer wie eine Schneekönigin für jedes Lob und jede Anerkennung, die ich erhalte. Oft drucke ich sie mir aus und lese sie mir in schwierigen Zeiten durch. Das ist eine Krafttankstelle für mich!

Ganz viel Sonne aus Köln

Anja Kolberg


Montag, 01 Mai, 2006

Was wäre wenn...

 

... ich heute nur das mache, worauf ich Lust habe?

... ich darauf höre, was ich wirklich brauche?

... statt schlechtem Gewissen wirklich auf der Couch liegen bleibe?

... ich heute bewusst nichts Sinnvolles tue?

... ich absolut uneffektiv bin?

... ich heute trödle?

Klingt richtig gut! Mache ich!




Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

DIE FRAU DAHINTER...

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