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Freitag, 30 Dezember, 2011
Jahresrückblick 2011
Nur noch Stunden - und 2011 ist Geschichte. Gefühlt war dieses Jahr anstrengender als 2010 und das fand ich schon heftig. Ich neige dazu, eher auf das zu schauen, was nicht schön war, dabei hatte 2011 auch viele schöne Seiten. Und darauf möchte ich meinen Blick jetzt bewusst richten. An diese Erlebnisse denke ich besonders gerne zurück:
Der Rhein bei Zons, den ich diesen Sommer oft besuchte. Die vorbeiziehenden Schiffe. Füße ins kühle Wasser. Der Schatten des alten Baumes mit friedlichem Hornissennest. Sonne. Licht. Viele Menschen. Lesen. Schreiben. In die Luft gucken. Dösen. Die Zeit genießen. Bei mir sein. Gut für mich sorgen.
Das Blütenmeer aus lilafarbener Clematis an meinem Rosenbogen. Ein Augenschmaus.
Der Tagesausflug mit meinem Mann an die Belgische Nordseeküste. Durchatmen.
Viiiiiiiiele Rezepte ausprobieren. Wie diese vegane Biskuittorte mit Stachelbeeren und Mandarinchen. Lecker! [Rezept Boden] (Geht auch gut mit Erdbeeren, TK-Himbeeren....)
Die Entdeckung in einem meiner Lieblingscafés: Kaffee mit aufgeschäumter Sojamilch schmeckt richtig lecker! (Sie nutzen Sojamilch von Alpro Soja.)
Die Veränderung, immer mehr so zu leben und handeln wie es sich richtig anfühlt: Umstieg auf Naturstrom. Wechsel zur Ethik-Bank, einer ökologischen und sozialen Bank. Möglichst pflanzenbasiertes Essen seit Januar 2011 - zum Wohl sehr gefühlvoller Lebewesen, der Nutztiere.
Die Gestaltung meiner Kalender war ein Highlight für mich. Ich liiiiiiebe es, Bilder und Texte zu einer stimmigen Einheit zusammen zu fügen. Herzensarbeit. Ebenso denke ich an die liebevollen Mails, die ich aufgrund meiner Kalendersendungen und meiner Blogeinträge, meines Newsletters und meines Artikels über meine Hochsensibilität erhielt. Ich habe das Gefühl, je mehr ich mich traue, mich ganz und gar zu zeigen - mit all meiner Verletzlichkeit - desto mehr Herzen öffnen sich mir.
Ich bin dankbar für den schwärzesten Sommer meines Lebens. Weil ich dadurch viel lernen konnte. Über mich und über andere Menschen. Ich durfte mich selbst besser kennen lernen. Für mich ein schmerzhafter und wertvoller Wendepunkt. Im Dezember habe ich viele Entscheidungen getroffen. Innerhalb von kurzer Zeit löste sich ein Knoten, der sehr lange sehr fest war. Für mich ein Himmelsgeschenk. Ich schreibe jetzt in Rätseln. Das liegt daran, dass ich nicht schreiben will, für was ich mich entschieden habe. Ich werde im nächsten Jahr sicher hier im Blog darüber berichten.
In kleinen Schritten ging diese Veränderung von statten. Zum Beispiel, dass ich mich entschied, für eine Zeit weniger zu bloggen [Auszeit 2.0]. Ich wusste nicht, wohin mich das führt, nur dass es der richtige Schritt war. Es war ein Schritt ins Ungewisse, da nun etwas wegfiel, das mir Struktur gab. Chaos ist manchmal nötig, um etwas Neues entstehen zu lassen.
Was für ein besonderes Jahr. Dieser schneereiche Winter, der mir so einiges abverlangte, da mein Mann mit Beinbruch auf dem Sofa lag und Schneescheppen und alles drumherum auf meinen Schultern lastete. Danach musste ich erst mal wieder zu mir selbst zurück finden. Dann der Unfall im März, der mich so zum Nachdenken brachte. Das klingt erst mal nicht positiv. Doch rückblickend kann ich das lichtvolle hinter der dunklen und schäbigen Verpackung erkennen. All das bringt mich weiter auf meinem Weg. Ziel: Mich ganz lieben und leben. Das wird wundervoll!
Ich blicke mit einem positiven und hoffnungsvollen Gefühl auf 2012.
Doch jetzt feiere ich erst noch eine Runde dieses so besondere Jahr 2011!
Einen wundervollen Sylvestertag und einen schönen Übergang ins neue Jahr wünscht Ihnen
Anja Kolberg
Montag, 28 November, 2011
Reichtum
'Wenn du deiner Herzensaufgabe folgst, wirst du reich sein wie nie zuvor!', lautet der Text auf einer meiner 40 gedruckten Postkarten.
Als ich sie jetzt nochmal bewusst anschaute, war meine erste Reaktion:
'Schön!'
Zweite Reaktion: 'Reich wie nie zuvor? Reich werden
geht doch nur mit einer Aufgabe, die viel Geld einbringt. Bringt eine
Herzensaufgabe immer viel Geld ein? Kann gar nicht sein. Was habe ich
mir dabei gedacht?'
Dritte Reaktion: 'Was bedeutet 'reich sein'
eigentlich?'
Reichtum bringe ich als erstes mit Geld in Überfluss und Besitztümern in Verbindung, also materiellem Reichtum.
Doch den habe ich mit dem Text nicht gemeint. Gemeint war innerer Reichtum, zum Beispiel:
- Freude, Zufriedenheit
- Spaß haben
- Sinn spüren bei dem, was ich tue
- anderen eine Freude machen
- Zeit haben für die Dinge, die mir wichtig sind
- gesund sein
- Das Gefühl, wirklich alles zu haben, was man zum Leben braucht. Und damit meine ich nicht Auto, Haus, Gold, volles Konto, hohe Rentenansprüche usw., sondern das zu haben, was mich erfüllt, mir gut tut und was ich zum Leben brauche: Etwas zu essen, zu trinken, zum Schlafen, einen Platz wo ich mich wohlfühle, Schutz und Sicherheit fühle, in Verbindung sein mit Menschen, die ich liebe und die mich lieben oder mögen.
Zurück zum Ausgangssatz: 'Wenn du deiner Herzensaufgabe folgst, wirst du reich sein wie nie zuvor!'
Was ist das für eine Herzensaufgabe? Was ist meine Herzensaufgabe? Was die Ihre?
Wenn es nicht um Geld geht, ändert das meine Gedanken. Was mache ich nur wegen des Geldes? Was von den Dingen, für die ich Geld bekomme, macht mir wirklich Freude? Würde ich sie auch tun, wenn ich kein Geld dafür bekommen würde?
Geld ist wichtig ist, keine Frage. Obwohl es auch Menschen gibt, die das Gegenteil beweisen, zum Beispiel die Autorin Heidemarie Schwermer, die einen Großteil ihrer Rente verschenkt und sich lediglich eine Krankenversicherung davon gönnt. Ansonsten lebt sie z.B. als Haussitterin gegen Kost und Logis. Tolle Frau!
Wenn ich darüber länger nachdenke, spüre ich, dass es bei einer Herzensaufgabe gar nicht um riesig Großes gehen muss. Ich muss nicht die Welt neu erfinden, Berge versetzen. Eine Blogleserin schrieb mir mit großer Begeisterung von einer Holz-AG, die sie für Schülerinnen und Schüler anbietet, die allesamt mit Feuereifer mit der Laubsäge arbeiten, die Holzteile schleifen, anmalen. Alleine bei der Vorstellung spüre ich tiefe Freude. Hier geht es nicht um Geld. Hier geht es um eine andere Währung, die nicht für Geld zu kaufen ist: Freude.
Wir leben in einer Zeit, wo nicht nur Staaten überschuldet sind, weil sie jahrelang mehr Geld ausgegeben haben als da war. Konsumwünsche werden in meinen Augen mit so viel Werbung angeboten werden wie nie zuvor und inzwischen wird auch mit Geldgeschenken gelockt, wenn man auf Ratenzahlung kauft, also Schulden macht. Ein Kauf, der einen kurzen Kick bringt und doch keine dauerhafte Befriedigung. Es gab schon so einiges, von dem ich dachte, ich brauche es unbedingt, doch als ich es hatte, war der Reiz verflogen. Zum Beispiel ein Zeitschriftenabo, ein bestimmtes Buch. Wie viele Bücher habe ich hier, die ich noch nicht gelesen habe?
Wird das immer so weiter gehen wird oder findet ein Umdenken statt? Verzichten auf Annehmlichkeiten und Neuanschaffungen klingt erst mal wenig verlockend. Schulden abbauen und nicht mehr im Minus leben, sondern im 'Plus' klingt verlockend und erstrebenswert.
Reichtum fühlen durch eine Aufgabe, die mein Herz, die mich erfüllt. Welche Aufgabe würde mich so richtig froh machen, auch wenn ich dafür kein Geld bekommen würde?
Umdenken. Neue Wege einschlagen. Anders sein. Anders denken.
Gerade jetzt vor Weihnachten, wo es ums Geschenke 'kaufen/machen' geht. Da denke ich an ein Weihnachtsgeschenk für meinen Großvater. Das letzte, das ich für ihn machen durfte, doch das wusste ich damals nicht, denn ein paar Monate später starb er. Ich bastelte damals die ganzen Herbstferien zwei Puppen. Eine Großmutter und einen Großvater. Ich werde das Bild nie vergessen, wie mein Opa Weihnachten glücklich mit der Puppe auf dem Arm ging. Dieses Glück, das ich bei den Gedanken daran fühle, das schöne Gefühl, die beiden Puppen immer noch bei meiner Oma in der Vitrine sitzen zu sehen, das ist ein Reichtum, der unbezahlbar ist.
Mir fallen noch viel mehr solch kostbarer Momente ein. Sie machen mich glücklich!
Ich erinnere mich an die Robbe, die mich morgens früh an der Nordsee aufheiterte und den ganzen Tag zum Strahlen und Singen brachte. Das Eichhörnchen, das mir im Frühling vor die Kamera sprang. Das Rotkehlchen, welches im Winter ins Bild flog und wartete, bis ich mein Foto gemacht hatte. Die herrliche Briefaktion letztes Jahr hier im Blog, wo ich selbstgestrickte Socken, handgeschriebene Briefe und Karten, handgearbeiteten Weihnachtsschmuck und selbstgebrannte Mandeln erhielt. PURES GLÜCK!
Es gibt so viel Schönes auf dieser Welt. Reichtum, den man nur fühlen kann.
Anja Kolberg
[Link zur Webseite von Heidemarie Schmermer]
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Freitag, 07 Oktober, 2011
Vergleichen kann auch der Anfang von Glück sein
Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit, lautet ein bekanntes Zitat von Sören Aabye Kierkegaard. Das habe ich auch so erlebt und im Februar 2009 berichtet, wie schwer es sich für mich anfühlt, mich mit anderen zu vergleichen und im August 2009, dass dieser Blick immer nur eine Seite der Medaillie beleuchtet.
Vergleichen kann aber auch etwas positives auslösen und damit der Anfang von Glück und das Ende von Traurigkeit sein.
Wann das der Fall ist? Zwei Beispiele:
Beispiel 1
Ich habe diese Gedanken: 'Ich bin die einzige, die
so fühlt.' 'Ich bin die einzige, die diese Probleme hat.' 'Keiner
versteht mich.' Welch positives Erwachen, dann auf Menschen zu treffen,
denen es ähnlich geht wie mir. Das passierte zum Beispiel in meinen
Berufsworkshops, wo sich Menschen trafen, die unzufrieden mit ihrer
beruflichen Situation waren. Auf einmal waren sie nicht mehr alleine mit
ihren Gefühlen, Gedanken und Wünschen. Im gewohnten Umfeld passiert es
schnell, die Einzige/der Einzige mit diesem Problem zu sein und auf
Unverständnis zu treffen.
Im Vergleich mit Gleichgesinnten erfährt man: 'Hey, ich bin normal und ich bin nicht alleine.' und gewinnt an Kraft und Selbstbewusstsein. Menschen, die ein ähnliches Ziel oder Bedürfnisse haben trifft man in Internetforen, in Vereinen, in Kursen, auf Veranstaltungen. Vergleichen - mit den richtigen Menschen - wird hier zu einem beglückenden Gefühl.
Beispiel 2
Ich denke: 'Die anderen sind besser als ich. Was
die können, kann ich niemals.'
Wer längere Zeit raus aus dem Berufsleben ist, entwickelt solche Gedanken schnell. Oder wenn ich längere Zeit etwas nicht gemacht habe (Sprache gesprochen, PC-Programme genutzt, längere Strecken mit dem Pkw gefahren...) oder wenn ich etwas neu lernen muss. Man verliert schnell das Gefühl, ob es ok ist, so wie es ist. Die Ansprüche an sich selbst gehen schnell in Illusionen über, wie viel man leisten muss, wie schnell man sein muss. Ideale werden entwickelt, die kein Mensch erfüllen kann.
Solche Illusionen lösen sich bei dem Vergleich mit der Realität auf. Dann wird das Vergleichen der Anfang von Glück. Ich höre auf zu glauben, ich bin nicht gut genug, ich schaffe das nicht und andere sind besser als ich. Jetzt weiß ich: 'Hey, was ich leiste, wie ich bin, was ich kann, ist gut und in Ordnung so.' Durch das Vergleichen mit der Realität wird das - zunächst negative - Selbstbild auf ein gesundes Niveau gebracht.
Wo hat man die Chance, sich zu vergleichen? In der Schule war früher durch die Notenvergabe klar, wo man stand. Das führte bei mir, zumindest in den Fächern, in denen ich gut stand, zu einem guten Selbstbewusstsein, aber auch zur Verunsicherung - zum Beispiel im Fach Sport, welches nicht meines war...
In meinem Abendstudium zur Betriebswirtin hatte ich das große Glück, einen guten Dozenten für Betriebswirtschaft und Rechnungswesen zu haben. Sein Feedback zu den einzelnen Klausuren hat mir wertvolles Selbstbewusstsein gegeben, von dem ich heute noch zehre. Es hat mir geholfen, mich einzuordnen, ein Gefühl für meine Leistung zu bekommen. Es fiel auf so dankbaren Boden, weil ich ein Mensch bin, der eher an sich zweifelt (auch wenn man mir das von außen nicht ansieht/anmerkt). Das Feedback war ein so wertvolles Geschenk für mich, dass ich meinem Dozenten und Klassenlehrer nach zehn Jahren nochmal schriftlich dafür dankte.
Jeder Mensch braucht positives Feedback, um sich einordnen zu können. Ob in der Kindheit, in der Schule, im Beruf, im Privatleben. Es hilft, ein gutes Gefühl für sich selbst zu bekommen. Vergleich ist hier kein 'ich bin besser/schlechter als andere', sondern ein 'ich bin ok, so wie ich bin' und ich habe einen Platz im Leben.
Ich wünsche jedem Menschen, genug Anerkennung und Feedback zu bekommen, um sich sicher und gewertschätzt zu fühlen.
Anja Kolberg
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Sonntag, 27 März, 2011
Anti-Atom-Demo in Köln. Ich war dabei. Meine erste Demo
Mit frisch gebackenen 41 Jahren war ich am Samstag, dem 26.3.11, auf
meiner ersten Demo, der Anti-Atom-Demo in Köln.
Eigentlich hatte ich keine Zeit, da ich inmitten der Vorbereitungen für meine Geburtstagsparty am Sonntag steckte und traute mich auch nicht so recht, da ich dann alleine zu dieser Demo gehen würde. Dann packte es mich doch und zeitlich passte es auf einmal auch. Kamera gepackt und mit der Straßenbahn ins Kölner Zentrum. Der Umzug vom Neumarkt war schon durch die Innenstadt gegangen, ich stieß an der Deutzer Brücke dazu. Laut Zeitungsberichten nahmen in Köln 40.000 Menschen an der Demonstration teil.
Diese Eindrücke habe ich für Sie mitgebracht:
Zum Schluss drei Schilder, die Kinder (mit)gemalt haben. Zwei Mädchen, ein Junge, sie waren geschätzte sechs, acht und zehn Jahre alt.
Das hat mir gefallen: Die friedliche Stimmung. Die selbstentworfenen Plakate, besonders die der Kinder. Die Musikgruppe, die Stimmung an und auf der Brücke machte. Für das einzustehen, was mir wichtig ist und zu spüren, ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.
Das hat mir nicht gefallen: Parteien und Poltiker, die in den Vordergrund drängen, am besten gleich in der ersten Reihe und an der Bühne mit großen Plakaten und Fahnen vertreten. Auf mich wirkt das wie reiner Stimmenfang.
Mir kommt es vor, dass Politiker und Parteien - jeder Coleur - eine Menge versprechen und wenn sie dann an der Regierung sind, handeln sie doch nicht und knicken ein... Für mich ist es sehr schwer, einen Politiker auszumachen, der wirklich hält, was er verspricht, der nicht käuflich ist und nach seiner Amtszeit dann kein nettes Pöstchen oder keinen schönen Auftrag aus der Wirtschaft annimmt...
Gibt es sie (noch), die ehrlichen Politiker, die nicht zu ihrem eigenen Vorteil handeln, sondern sich verantwortungsvoll FÜR das Wohl des Volkes einsetzen?
Anja Kolberg
PS: Wenn Sie nicht auf das Handeln der Politiker warten möchten: Auf http://www.stromwechseln-hilft.de können Sie zu einem reinen Naturstromanbieter wechseln - und der Atomenergie Adieu sagen. Ging ruckzuck bei uns - wir beziehen ab 1.5.2011 Naturstrom und investieren jährlich zehn Euro mehr. Die Initiatoren von Urgewald.de haben herausgefunden, welche Banken den AKWs Geld geben. Unsere Bank gehört dazu. Wir wollten sowieso die Bank wechseln, vor zwei Wochen ging es auf einmal wie von selbst: Jetzt wechseln wir zu einer Bank, die Investitionen in Rüstungsgeschäfte, AKWs, Firmen, die Kinderarbeit zulassen oder Tierversuche wegen Kosmetika durchführen oder Pflanzen und Samen gentechnisch verändern ablehnt. Das ist ein tolles Gefühl!!!
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Mittwoch, 16 März, 2011
Was du nicht willst, dass man...
Noch eines liegt mir auf der Seele:
Fünfzig Menschen arbeiteten gestern, am 15.3.2011 laut der japanischen Regierung noch im Atomkraftwerk, alle anderen seien wegen gesundheitsschädlicher Strahlenbelastung abgezogen worden.
In einem ZDF oder ARD Fernsehbericht erfuhr ich, dass alle 600 Hubschrauberpiloten, die 1986 über Tschernobyl Beton auf das beschädigte Kraftwerk abgeworfen hatten, kurz nach ihren Einsätzen wegen der hohen Strahlenbelastung starben. Soldaten waren zwangsbeordert worden, vor Ort Aufräumarbeiten zu erledigen, die sogannten 'Liquidatoren'. Die jungen Männer hatten keine Wahl, sie mussten, viele von ihnen starben nach ihrem Einsatz.
So viel anders scheint die Situation in Japan nicht: Dort setzen japanische Techniker ihre Gesundheit, ihr Leben ein. Laut japanischer Regierung wären sie alle freiwillig dort.
Wenn diese Aussage wahr ist, dann fällt mir zur Motivation der fünfzig Verbliebenen am beschädigten Atomkraftwerk ein: Diese Menschen übernehmen Verantwortung. Verantwortung für ihre Familien, ihre Freunde, ihre Natur, ihre Landsleute, für ihr Land. Sie wollen tun, was zu tun und möglich ist, um noch mehr zu verhindern. Sie laufen nicht weg und haben meine Hochachtung.
Ich vermute, dass unter ihnen kein einziger aus den Führungsetagen des Betreiberkonzerns ist oder einer der anderen, die damit ihr Geld gemacht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die sich nämlich und ihre Familie längst weit weg vom Reaktor in Sicherheit gebracht haben.
Diese Situation macht mich unglaublich wütend und ich glaube, sie ist auch auf Deutschland und andere Länder übertragbar: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politiker, die für weitere Atomkraftwerke und Laufzeitverlängerung ihre Stimme geben oder Vorstandsvorsitzende der betreibenden Energiekonzerne oder Manager der finanzierenden Banken in der unmittelbaren Nähe zu einem Atomkraftwerk wohnen UND dort vor Ort bleiben und anpacken, wenn es zu einem Strahlenaustritt kommen sollte. Sie alle werden ihre Familien und sich selbst in Sicherheit bringen. Wer ist es dann, der vor Ort bleibt und rettet, was zu retten ist? Wer muss damit leben, weil er dort sein Haus gebaut, seine Arbeit hat und nicht die finanziellen Möglichkeiten, alles aufzugeben?
In der ARD wurde gestern in einem Beitrag ein Strahlenmesser in Tschernobyl gezeigt, der die Arbeit dort mache, obwohl er sich um die gesundheitlichen Folgen sorge, aber er würde gut das Doppelte verdienen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Politker sich täglich dieser Strahlenbelastung aussetzen würde. Die kleinen Leute kann man mit Geld und den Versprechen auf ein vermeintlich besseres Leben locken. Die Oberschicht mit Sicherheit nicht.
Meine Gedanken sind immer wieder bei der japanischen Bevölkerung, die in den letzten Tagen so viel Leid ertragen mussten und durch den Atomunfall auch künftig noch erleben werden. Die Spätfolgen der Bevölkerung Tschernobyls zeigen das.
Ein Erdbeben der Richterskala 9.0 überstehen, das Haus mit all dem, was mir lieb ist, verlassen müssen, einen Tsunami überleben, Hab und Gut verlieren, mit der Ungewissheit leben zu müssen, wo geliebte Menschen sind und ob sie noch leben und dann noch die düstere Aussicht, dass vielleicht die Heimat nicht mehr bewohnbar ist, weil sie strahlenverseucht ist - dieses Leid übersteigt meine Vorstellungskräfte. Für viele Japaner ist es die Realität.
Seit gestern sehe ich immer wieder dieses Bild vor meinen Augen: Hände umhüllen schützend die japanische Flagge, stellvertretend für all die Menschen, die diese Situation durchleben müssen.
Ich fühle mit den betroffenen Menschen, soweit ich es überhaupt kann. Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sich ihre Hoffnungen erfüllen, sie Vermisste wiederfinden, ein Stück Alltag und Normalität zurück erlangen und sie und ihre Heimat und Natur Heilung, Schutz und Gnade erfahren.
Mein Appell an alle Politiker, Entscheider, Vorstände, Investoren: Stimmen Sie nur für die Dinge, dessen Folgen sie auch selbst - ganz persönlich - tragen und aushalten würden. Ich appeliere an Ihr Herz: Würden Sie wollen, dass Menschen, die Sie lieben bei einem Störfall in einem Atomkraftwerk arbeiten? Wollten Sie selbst nach einem Störfall in einer verseuchten Gegend leben? Wollen Sie das Ihren Kindern und Enkelkindern zumuten? Entscheiden Sie nicht, was Sie letzten Endes nicht ganz persönlich vor Ort ausbaden würden. Das gleiche gilt meiner Meinung nach übrigens auch für die Soldaten, die in den Krieg geschickt werden. Würden Sie selbst ganz persönlich mit an die Front gehen und ihre Entscheidung mit dem Leben oder Ihrer Gesundheit bezahlen? Entscheiden Sie nicht über das Leben und die seelische und körperliche Gesundheit anderer Menschen! Würden Sie Ihr Kind in den Krieg schicken? Ich bin mir sicher, Sie würden es schützen wollen, vor gesundheitlicher Gefahr.
Übernehmen Sie PERSÖNLICH Verantwortung. Für die Familien, deren Väter und Mütter in den beschädigten Atomkraftwerken ihren Dienst tun, obwohl sie bei einem Störfall einer Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Für die Soldaten, für die Feuerwehr, das THW und die anderen Hilfsdienste, die bei einem Störfall Menschen retten und sich damit selbst einer Gesundheitsschädigung aussetzen.
Fragen Sie sich: Wäre ich selbst unter den Helfern und würde mich dieser Gefahr aussetzen?
Wenn Sie diese Frage - ehrlich - mit "Nein" beantworten (und nicht "Ja sicher" medienwirksam schreien, sich aber im Ernstfall mit einem Erste-Klasse-Ticket aus dem Staub machen), dann stimmen Sie nicht für Dinge, die die Natur und die Menschen derart schädigen wie beispielsweise die Kernenergie es macht.
Setzten Sie sich dafür ein, dass die erstklassigen Ingenieure, Techniker und Erfinder dieser Welt zusammen neue nachhaltige, erneuerbare und verantwortungsvolle Techniken der Energiegewinnung entwickeln.
Sagen Sie NEIN! zu Profit und JA! zu wirklicher Verantwortung für die Menschen und unsere Erde.
Ich weiß, jeder Bürger kann selbst aus der Kernenergie aussteigen, kann Verantwortung dafür übernehmen, dass die eigene Bank sich nicht an Atomgeschäften beteiligt. Jeder kann Energie sparen und sich fragen, ob das eigene Konsumverhalten wirklich nötig ist. Doch unabhängig von dem Handeln jedes Einzelnen sind Sie meiner Meinung nach für die gegebenen Rahmenbedingungen verantwortlich. Viele haben gar nicht die Möglichkeit, die Bank oder den Energieanbieter zu wechseln oder sind damit überfordert. Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die unsere Erde auch in fünfzig und tausend Jahren noch lebenswert machen.
Geld und Profit kann man nicht essen, nicht atmen, nicht trinken. Es gibt Kostbares, das zerstörbar ist. Für immer.
Ich will kein Fukushima in Deutschland. Ich will dieses Szenario nirgendwo auf der Welt!!! Die Atomkraftwerke sollen abgestellt werden. Alle. Überall. So schnell wie möglich und nicht erst in Jahren. Ja, das bedeutet starke Konsequenzen für uns alle, die ich mir jetzt gar nicht vorstellen kann. Ich bin bereit, mir über diese Konsequenzen Gedanken zu machen und sie zu tragen. Ich bin nicht bereit, die Konsequenzen eines weiteren Atomunfalls irgendwo auf der Welt zu tragen!
Anja Kolberg
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Sonntag, 13 März, 2011
Wenn nicht jetzt - wann dann?
12. März 2011. Samstag Abend. Tagesthemen. 21.30 Uhr. Sigmar Gabriel,
SPD und auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen, CDU weichen auf die
Frage, welche Auswirkungen der Reaktorunfall in Japan auf die Deutsche
Atompolitik haben, aus. Dafür wäre jetzt nicht der rechte Zeitpunkt.
Röttgen windet sich im Interview mit Tagesthemen-Sprecherin Susanne
Holst mühsam hin und her. Ich kann es kaum ertragen. Tags zuvor lehnte
Westerwelle (FDP) eine momentane Diskussion ab.
Ich finde es verantwortungslos, jetzt nicht darüber zu reden und frage mich ernsthaft: WANN, WENN NICHT JETZT?
Wollen die Politiker uns beschwichten, in der Hoffnung, dass wir Bürger uns wieder beruhigen und alles seinen gewohnten Gang gehen kann?
Durch das Unglück in Japan wird uns schmerzhaft deutlich, wie gefährlich diese Energiegewinnung ist - und wie kostbar eine saubere Umwelt und unsere Unversehrtheit darin ist. Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt weggucken und so tun, als würde es uns nicht betreffen! Wer sind wir, wenn wir jetzt nicht Konsequenzen ziehen? Vielleicht hängt davon eines Tages unser Überleben ab, was wenn noch mehr Unfälle in Atomkraftwerken unsere gesamte Erde verstrahlen? Wir wollen uns doch nicht selbst auslöschen!
Ich will keine Atomkraftwerke und wenn für den Verzicht auf Atomstrom notwendig wäre, noch mehr Strom zu sparen: Ich bin bereit dazu.
Wenn es jetzt eine Bürgerbefragung geben würde, bin ich mir sicher, dass die meisten für einen sofortigen Atomausstieg wären. Ich lebe in NRW, wo es keine aktiven Atomkraftwerke gibt, doch wie mögen sich erst die Menschen fühlen, die in unmittelbarer Nähe zu einem Kraftwerk leben?
Das Beispiel in Japan zeigt auch, dass nicht nur das Land selbst betroffen ist, sondern auch angrenzende Länder, sogar andere Kontinente, die mit der verunreinigten Luft in Berührung kommen. Selbst wenn die verseuchte Luft auf das Meer hinausweht und sich im Wasser niederlässt, kommt dies mit den Fischen in Berührung und so in unser Essen.
Ein Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk mit austretender radioaktiver Strahlung würde also nicht nur unser Land betreffen, sondern auch unsere Nachbarn in Europa. Und umgekehrt. Es nützt nichts, wenn wir alleine die Atomkraftwerke abschaffen und unsere Nachbarn setzen weiter auf diese Stromgewinnung.
Wer weiß? Vielleicht bewirkt dieses schreckliche Unglück in Japan ein weltweites Umdenken!
Anja Kolberg
Nachtrag: Mich erreicht gerade die Online-Aktion "Abschalten" von Campact - Demokratie in Aktion, welche Frau Merkel aufruft, die AKWs sofort abzuschalten.
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Freitag, 31 Dezember, 2010
2010 geht
Heute verabschiedet sich ein ganzes Jahr. Zweitausendzehn. Eine besondere Zahl.
In diesem Jahr bin ich 40 geworden. Das war ein sehr schöner Geburtstag, weil wir während dieser Zeit an der Nordseeküste Dänemarks verbracht haben. Daran denke ich sehr gerne.
Was war noch schön in diesem Jahr? Erschrocken stelle ich fest, das mir spontan nichts (!) einfällt. 2010 war nicht einfach, keine Frage, es gab aber auch schöne Momente und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auch ein:
- Die Urlaubszeit bei meiner Familie im Bergischen. Das war soooooo schön!
Gar nicht so leicht, was zu finden, ohne in den Kalender zu schauen, der schon bei meinen Tagebüchern im Keller verstaut ist oder meinen Blog zu durchforsten. Also muss ich meinen Kopf anstrengen. Was war da noch?
- Die Fotoreise durch den Wald im Bergischen auf der Suche nach den Fliegenpilzen fällt mir ein.
- Die Überraschung, als ich vom Urlaub nach Hause kam und unsere Eingangstüre war geschmückt.
- Die herrlichen Tage draußen auf der Terrasse im Sommer. Lesend. Liegend. Die Mauersegler am Himmel betrachtend.
- Die Aktion "Ich habe einen Wunsch an Sie" und die Briefe und Päckchen, die ich daraufhin von Ihnen erhielt.
- Die Fotoaktion zu den beiden neuen Kalendern. Das Entwerfen, Dekorieren und Fotographieren der Herzmotive für den Wandkalender und des Steinhaufens für den Tischkalender.
- Oh ja, natürlich: Der Nachmittag, den ich im Blumenladen meiner Freundin aushelfen durfte! Was war das für ein Spaß!
- Die Vögel, die alle an unserem Teich und Bachlauf gebadet und getrunken haben und die ich dabei beobachten konnte. Was für eine stille Freude!
- Der Moment in Dänemark am Strand, wo ich sauer war, mich an die Brandung Richtung Meer gestellt habe und dort lauthals alles in den Wind geschrien habe, was mich belastet hat. Das war so befreiend!
- Mein Ausflug alleine ins Meerwasseraquarium nach Hirtshals während des Urlaubs.
- Dieser tolle Ausblick vom Sofa aus, den wir im Ferienhaus hatten, dazu lesen, eine Tasse Tee, die neue schöne Kuscheldecke, der Kaminofen an. Ein Traum!
- Zu beobachten, wie der Zierlauch sich in meinem Gartenreich wohl fühlt und das Beet bereichert. Überhaupt hat mir mein Garten viel Freude bereitet.
- Die Idee des Hochbeetes umzusetzen und meine Freude während des ganzen Jahres daran.
- Luna, der Junghund meines Onkels und meiner Tante hat mir sehr viel Freude gemacht. Ich muss nur an ihn denken und lächle schon. Natürlich hat mir unser Vierbeiner auch viel Freude bereitet, es war ein so schönes Gefühl, Minu mit Luna toben zu sehen. Es gab so viele Momente, wo ich Minu beim Schlafen und Entspannen beobachtet habe, es fühlt sich einfach gut an. Natürlich auch die Erleichterung, dass der Knubbel an Minus Bauch nichts bösartiges ist (Folgen einer Unverträglichkeit einer Antibiotikaspritze) und wieder weggeht.
- Der Moment, als ich meinen Mann nach seiner Operation sprechen konnte und wusste, das alles gut gegangen war.
- Dieses Gefühl, in einem guten Buch zu versinken und die Zeit dabei zu vergessen. Das ist mir in diesem Jahr bei Die Mondspielerin, Wolkenspiele, Endstation Nippes und Leopardenblut passiert.
- Das Deutschlandgefühl während der WM und mein Jubel bei erzielten Toren unserer Mannschaft. Richtig klasse finde ich, dass die Frauen-WM 2011 in Deutschland stattfindet. Das wird ein Spaß!
- Die Blumensträuße, die ich aus meinem kleinen Garten zusammengestellt habe.
- Das Gefühl, anderen eine Freude gemacht zu haben, durch ein Überraschungsgeschenk, eine Spende oder Kalender
Das ist ganz schön viel, was ist 2010 schön war. Mir wird noch viel mehr einfallen, wenn ich genauer schauen würde. So arg warst du also doch nicht, 2010, der erste Blick zurück hat mich getäuscht. Der zweite zeigte deine wahre Schönheit. Ich könnte noch eine Liste der Dinge machen, die ich im Jahr gelernt habe oder die mir bewusst geworden sind. Doch jetzt reicht es erst einmal. Feierabend!
Kommen Sie gut ins neue Jahr!
Anja Kolberg
PS: Es ist mir zu einem liebgewonnenen Ritual geworden, an Sylvester meine Kleidgeschichte von 2007 zu lesen.
Donnerstag, 30 Dezember, 2010
Anziehungskraft
Gestern Abend las ich von der Anziehung. Dinge/Themen, die einen
interessieren und wie magisch anziehen.
Was zieht mich magisch an? Hier meine spontane Liste:
- Alles, was mit dem Garten zu tun hat, erfreut meine Seele. Das will ich sehen, fühlen, riechen...
- Die Jahreszeiten und ihre Eigenarten
- Die Psychologie: megaspannend!
- Aufstellungen (am liebsten freie, ich mag die direktiven nach Hellinger nicht so sehr)
- Kontakt zu Verstorbenen und deren Nachweise
- Die innere Stimme
- Interviews mit Autoren über deren Arbeitsalltag und Weg zum Schreiben
Die Liste könnte ich noch weiter fortführen, das ist es jedoch für den Moment.
Wenn mich etwas so sehr lockt, dann merke ich nicht, wie die Zeit vergeht, sie fliegt vorbei. So geht es mir auch, wenn ich mich in einem Gartencenter aufhalte, in einem Blumengeschäft oder in einem Handel für Künstlerbedarf. Himmlisch!
Natürlich auch, wenn ich auf's Meer schaue. Dort oben auf den Dünen an der Küste könnte ich stundenlang sitzen und schauen und schauen und schauen. In einem Urlaub war Sturm und ich konnte mich von dieser Kraft gar nicht mehr loseisen. Ich war durch und durch nass, dennoch: Diese Faszination der brechenden Wellen, der Wind, diese Urgewalt. Ein Traum!
Menschen ziehen mich magisch an. Die Gespräche mit ihnen, sowohl der kleine Plausch mit den Passanten beim Schneeschippen als auch die tiefsinnigen und langen Gespräche, die ich mit meinen Klientinnen und Klienten geführt habe und der persönliche Austausch mit meinen Freundinnen, meinem Bruder.
Ich liebe es, an Aufstellungen teilzunehmen, mich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, etwas über deren Arbeit und Arbeitsalltag und Erfahrungen zu lernen. Als ich 2002 an der zweiwöchigen Sommerakademie der Kunst-Hochschule Alfter teilnahm, war es ein Vergnügen für mich, immer neue Menschen in der Mensa beim Mittag- und Abendessen kennen zu lernen. Wärend der Raum sich leerte, saß ich noch immer mit meinem Gegenüber da. Die Zeit verflog im nu...
Hier ein Bild während meiner Fingermalerei. :o) Hm, die kühle glitschige Acrylfarbe auf meiner Hand, draußen brütende Sommerhitze. Dieses Gefühl mit der Hand über die raue Leinwand zu streichen. Gut - gut - richtig gut!
Ein bischen - ich muss es gestehen - zieht mich inzwischen auch das Jahr 2011 an. Es kitzelt mich. Der Januar mit seinem Ruf: "Ich trau mich was" entfaltet leise seine Wirkung...
Anja Kolberg
Dienstag, 22 Dezember, 2009
Mit dem Herzen sehen können
So viele Informationen über andere Menschen erreichen mein Inneres über meine Augen. Kleidung, Haare, Gesichtszüge, Zähne, Körperbau, Körpergröße, Alter, Narben, Wunden, Versehrtheit, Herkunft - all diese visuellen Reize haben Einfluss auf das Urteil, welches ich mir von meinem Gegenüber bilde. Doch dies alles - auch der Wert der Kleidung, wie viel oder wenig gepflegt jemand ist, ob und welchen Schmuck jemand trägt, welches Auto er/sie fährt, in welchem Haus jemand wohnt, gesellschaftlicher Stand, wie die Einrichtung ist - sagt nicht wirklich etwas über die Schönheit der Seele aus, die im Körper dieses Menschen wohnt.
Gestern Abend bei 'Bauer sucht Frau' störte es eine Teilnehmerin offensichtlich nicht, dass der Mann jedes Mal, wenn ich ihn sah, sehr schmutzige Fingernägel hatte. Mich würde das stören. Ihr gefiel der Mensch. Das brachte mich zum Nachdenken.
Welche Kraft ist nötig, den Menschen hinter der Äußerlichkeit zu entdecken und sich unabhängig davon in ihn zu verlieben? Oder im Alltag völlig unbefangen von den aufgebauten Kulissen auf andere zuzugehen.
Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder einmal schnell jemanden wegen Äußerlichkeiten beurteile. Ich möchte mich darin üben, mit dem Herzen zu sehen: Die Augen ausschalten und mich auf mein Herz konzentrieren und das, was es wahrnimmt. Damit habe ich die Chance, die Seele und damit die wirkliche Schönheit und Besonderheit eines Menschen kennen und schätzen zu lernen.
Anja Kolberg
Dienstag, 08 Dezember, 2009
Nass und grau...
... begrüßt mich der Himmel über Junkersdorf heute morgen. Bäh! Gut,
dass es drinnen so kuschelig und gemütlich ist.
Ich kann ja verstehen, dass es für manche Verkäufer in der Vorweihnachtszeit nicht leicht ist: Stress, viele Leute, viele Fragen, nörgelnde Kunden, lange Schlangen, da kann man wirklich schlechte Laune bekommen. Gestern war ich in einem Geschäft für Künstlerbedarf. Der Herr an der Kasse war der König unter den Genervten: Kein Blickkontakt, gebückte Haltung (sie stehen dort hinter den Kassen), mürrische Antworten, Zeitlupenbewegungen, ein Gesicht wie - ich kann es nicht beschreiben... Bei der Wartezeit an der Kasse herrschte eine besch.... Stimmung und ich musste mir seine Art unweigerlich anschauen und anhören, es machte echt keinen Spaß.
Als ich an der Reihe war, nahm ich mir ein Herz. Okay, für die erste Nanosekunde wollte ich nicht mein Herz, sondern meine Wut auspacken und ihm sagen, dass es keinen Spaß macht, auf so einen griesgrämigen Kassierer zu warten. Doch dann überwog meine Vernunft. Keinen Bock, mich aus Strafe wieder hinten anstellen zu müssen... Also Wut wieder eingesteckt und das Herz ausgepackt. Ich guckte ihn freundlich an und fragte: "Kein guter Tag heute? Sie sehen so traurig aus." Er antwortete, dass es so ist wie jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft: Purer Stress. "Also sollte ich Sie im Moment nicht um Ihren Job beneiden?" Langsam taute er auf, erzählte was, lächelte. Als ich nach zwei Minuten ging, sagte er mir mit einem Lächeln auf den Lippen "Tschüß". Nach dem Gespräch ging es auch mir besser und ich konnte ihn verstehen. Am liebsten hätte ich ihn in Urlaub geschickt oder ihn gefragt, was er eigentlich machen möchte in seinem Leben. Denn wenn ich mich recht erinnere, schaut er immer so traurig und kraftlos aus. Es kann nicht sein, dass er diesen Job wirklich machen möchte. Was für eine Geschichte hat er wohl?
Manchmal steckt man im "falschen" Leben fest. Sei es beruflich oder privat. Woran man das merkt? An der eigenen Unzufriedenheit, an schlechter Laune, trüben Gedanken, körperlichen Symptomen, Traurigkeit... Je länger man schon mit dieser Situation lebt, desto unmöglicher mag es erscheinen, sie zu ändern. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist.
Wir selbst entscheiden das. Wir entscheiden unser Leben. Wir haben das Recht, die Bedingungen festzulegen, mit denen wir leben und arbeiten möchten. Wir haben die Aufgabe, gut zu uns zu sein und dazu gehört auch die Frage:
Wie sieht ein Leben aus, das wirklich lebenswert für mich ist?
Anja Kolberg
Donnerstag, 03 Dezember, 2009
Die Tücke der Illusion
Vorstellungen von der Zukunft sind was feines, wenn sie mich beflügeln,
mich aktiv werden lassen und dann sogar noch eintreffen.
Die Grenze von der Vision zur Illusion ist fließend. Die Illusion: Ich glaube, es gibt bei der Verwirklichung keine Rückschläge und der Weg dorthin wird ganz leicht werden.
Wenn die Illusion dann ihre Schleier lüftet und unerwartete Schwierigkeiten auftauchen, ist der Energie- und Antriebsverlust groß. Ich zweifle an mir, will aufgeben, bin traurig. Nach Monaten des Gras darüber wachsens habe ich wieder neue Kraft gewonnen und es kann weiter gehen. Diese Falle kann ich umgehen, wenn ich mir keine Illusion darüber mache, dass alles superleicht ablaufen wird. Sondern die Schlaglöcher des Lebens mit einkalkuliere: Ja, es kann hart werden. Ja, ich kann Absagen bekommen. Ja, ich kann monatelang warten...
Dieser Blick auf die Realität macht die Vision nicht zunichte. Er hilft eher, mich noch stärker zu machen und für die Herausforderungen des Weges zu wappnen.
Hoffentlich erinnere ich mich das nächste Mal daran, wenn ich etwas vorhabe...
Einen schönen Adventstag!
Anja Kolberg
Donnerstag, 29 Oktober, 2009
Stell dir vor...
... du sitzt am Schreibtisch und blickst aus dem Fenster. Statt auf Häuser siehst du aufs Meer.
Das Meer, wenn es glatt ist und die Sonne scheint.
Das Meer, wenn ein unerbittlicher Sturm tobt.
Wenn Windböen gegen die Scheiben preschen und Salz und Sand mit sich bringen, so dass es eigentlich gar nicht möglich ist, klar hinauszuschauen, weil die Scheiben vom Sturm gezeichnet sind. Eine Zeit, in der man nur erahnen kann, was draußen wirklich vor sich geht.
Wenn sich das Unwetter gelegt hat und der Regen einen Teil von Salz und Sand von den Scheiben gewaschen hat, schenkt dir die Natur zum Tagesabschied ein wundervolles Farbenspiel.
Du bist so fasziniert, dass du beschließt, Feierabend zu machen und die Natur pur und ohne Fenster zu betrachten.
Das wäre ein Leben!
Fernab vom Meer - aber mit den Gedanken dort - schwelgt
Anja Kolberg
PS: Dabei geht mir das wundervolle Lied "La mer" von Charles Trénet nicht mehr aus dem Sinn...
Montag, 21 September, 2009
Eine zweite Chance
Wie schnell ist etwas gesagt, getan - unüberlegt, ohne Absicht zu
verletzen. Wie schnell können solche Worte und Taten anders aufgenommen
werden, als sie gemeint sind?
Das ging mir heute früh durch den Kopf. Und wie schnell speichere ich diese Erfahrung unter "negativ" oder "sind blöde Leute" oder "die mögen mich nicht" ab, ohne wirklich miteinander gesprochen und das, was mich stört oder verletzt hat, geklärt zu haben?
Wie viele Menschen habe ich schon durch Worte und meine Art verletzt, ohne es jemals zu wollen? Wie gut hätte ich es gefunden, wenn ich darauf angesprochen worden wäre und die Sache so aus der Welt geschafft worden wäre.
Wie oft traue ich mich selbst nicht, anzusprechen, was mir unangenehm aufgestoßen ist? Schlucke es runter, bleibe verletzt, statt dem anderen eine Chance zu geben? Damit auch mir und der Beziehung, die ich zu dem anderen Menschen habe? Ich gehe die Begegnungen in meinem Leben durch. Da fallen mir einige Menschen ein, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe, die unter "blöd" abgespeichert sind. Vielleicht haben Sie es damals gar nicht so gemeint, wie ich es aufgefasst habe? Hätte ich besser mit ihnen direkt gesprochen, statt mit anderen über sie? Ganz bestimmt.
Auf dem Feld kann ich noch einiges lernen. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, solche Themen anzusprechen: Locker, klar, direkt. Mein Nachbar kann das wirklich gut. Er spricht die Dinge direkt an, die ihn stören und wartet nicht, bis sie zu einem Pulverfass geworden sind. Das möchte ich lernen und auch können. Für Frieden in meinen Beziehungen und damit auch für den Frieden in mir.
Einen schönen Montag!
Anja Kolberg
Montag, 14 September, 2009
Andere lassen können
Wenn ich höre, dass es einem Menschen, den ich mag, nicht gut geht, kann
ich das schwer ertragen. Ich mache mir Sorgen, überlege, was ich tun
kann. Mir geht es nicht gut, weil ich denke, dem anderen geht es
schlecht. Ich denke, ich müsste helfen. Wenn ich ehrlich bin: Dem
anderen helfen, damit es auch mir selbst besser geht.
Was ich dabei übersehe: Dem anderen geht es vielleicht in seiner Situation besser, als ich mir das vorstelle. Warum? Zum Beispiel, weil er diese Situation schon lange kennt oder auch schon früher solche Situationen hatte und gelernt hat, damit zu leben. Oder weil er dieses Leid für sich im Moment braucht, um mit einer Situation besser umgehen zu können oder um innerlich weiter zu kommen. Und vor allen Dingen übersehe ich bei meinem Sorgen machen, dass ich dem anderen nicht seine Selbstverantwortung lasse. Es liegt in der Verantwortung des anderen, um Hilfe zu fragen. Es liegt in meiner Verantwortung, anderen nicht meine Hilfe, meine Sorgen aufzudrücken, nur weil ich es nicht mehr aushalten kann, den anderen so zu sehen wie er gerade ist. Es ist eine Herausforderung, anderen auch ihr Schicksal zu lassen.
Was ich dabei allzu schnell vergesse: Selbst wenn es mir schlecht geht, will ich keine Hilfe von anderen haben. Es geht mir dann vielleicht nicht gut, aber das ist okay und ich kann damit gut leben. Es ist gar nicht sooooo schlimm, wie der andere vielleicht meint. Und auch wenn ich mein seelisches Leid schwer tragen kann, so will ich auf keinen Fall, dass es ein anderer für mich trägt. Ich finde es unverschämt, wenn ein anderer mir nicht zutraut, mein eigenes Schicksal zu tragen. Leiden kann so heilsam, wertvoll und wichtig sein. Auch wenn ich darüber rede wie unzufrieden ich bin, wie traurig, dass es zum Beispiel nicht weiter geht oder ich bei bestimmten Themen immer noch nicht weiter bin: Ich will selbst meine Lösung finden. Ich brauche und will dann keine Tipps und Ratschläge von anderen. Ich will nur reden. Reden darüber wie es mir geht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und wenn ich spüre, ich komme nicht weiter, auch dann übernehme ich Verantwortung für mich und frage um Hilfe.
Ich hoffe, das fällt mir das nächste Mal ein, wenn ich jemand anderen leiden sehe und ihn retten will. Vielleicht erzähle ich dem anderen dann mal, wie es mir damit geht und erfahre so, dass es sich für den oder die Leidende gar nicht so schlimm anfühlt.
Winkewinke von der Denkerinsel
Anja Kolberg
Freitag, 04 September, 2009
Eigentlich müsste es ein Gesetz...
...geben, welches Filme ohne Happy End verbietet! Das habe ich
beschlossen, nach dem ich den Film "Tristan und Isolde"
zu
Ende geschaut hatte. Uh, sind die Tränen geflossen. So ungerecht. So
hart. So blöde, einfach blöde war das Ende. Mist! Dabei war der Film
selbst ein Traum, zugegeben leider auch brutal, was wohl zu der
damaligen Zeit gehörte.
Ich will Happy Ends! Ich finde, das echte Leben ist schon so verrückt und oftmals viel zu hart, dass man als Zuschauer ein gutes, ein hoffnungsvolles Ende von Filmen oder Geschichten verdient hat. Ja, ich brauche: "Und so lebten sie glücklich..." - gut, vielleicht nicht bis ans Lebensende, das wäre zuviel des Guten und ist zu fernab der Realität. Aber etwas Gutes soll es bitte schön am Ende geben.
Ich heule mir bei solch tragisch endenden Liebesgeschichten die Augen wund, ganz schlimm war es nach dem auch wunderbaren Film "Die Brücken am Fluss". Nach dem konnte ich noch zwei Tage weinen, weil ich es so ungerecht fand, dass die beiden Liebenden nicht zueinander gefunden haben. Ich habe mir gerade deswegen auch nicht "Titanic" angeschaut und mache es heute noch nicht. All diese Liebesgeschichten sind wohl deswegen so "groß", bleiben so lange in Erinnerung, weil sie tragisch enden.
Und wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich ein Gesetz
beschließen, dass die Autoren und Geschichtenerfinder dazu verpflichtet,
sich trotz aller Tragik, trotz allem Schmerz und Herausforderungen ein
gutes Ende zu überlegen.
So soll es sein!
Anja Kolberg
Mittwoch, 22 Juli, 2009
Frei vom Alter berufliche Wünsche verwirklichen
Wussten Sie eigentlich, dass Ingrid
Noll (Krimicouch)
erst als ihre 3 Kinder aus dem Haus waren - sie war Mitte 50 - begonnen
hat, ihre ungewöhnlichen Kriminalromane zu schreiben? Oder dass sich die
australische Autorin Patricia
Shaw (erst mit 52 Jahren ganz den leidenschaftlichen Liebesromanen
gewidmet hat, nachdem sie viele Jahre ein Archiv leitete? Lisa
Balz begann mit Ende 40 in Südafrika einen komplett neuen
Lebensabschnitt.
Manche Dinge im Leben brauchen einfach Zeit, zu reifen. Wie ein guter Wein. Erst nach Jahren wird uns bewusst, wie wichtig bestimmte Themen für uns sind und wir halten es mit dem bisherigen einfach nicht mehr aus. Dann ist genau der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen. Unabhängig von Ihrem Alter, denn das ist immer relativ. Wissen Sie, was wir in den Augen einer 90jährigen sind?
Ganz jünge Hüpfer, die so viel Leben noch vor sich haben.
Anja Kolberg
Donnerstag, 16 Juli, 2009
Die Kraft der Wünsche
Inmitten meines zweiten, tiefgreifenden Loslassprozesses dieses Jahr -
die Hängeregistratur ist leeer!!! 4 riesige Schubladen mit je zwei
Fächern - viel mir ein Blatt aus April 2002 in die Hände. Darauf habe
ich notiert, zu welchen Bedingungen ich Coaching anbieten möchte:
Arbeitszeiten, Wochentage, Honorar, Ort, Absagezeiten usw.
Und darunter habe ich mir notiert wie dieser Ort aussehen soll: Ich habe die Coachingwerkstatt klitzeklein so beschrieben wie ich sie mir erträumte: Ca. 50 qm, Köln, Parkplätze vor der Türe (in Köln ein Segen), eigene Toilette mit extra Waschbecken, kein lauter Straßenlärm, angenehme Gegend, Park fußläufig erreichbar, Öffentlicher Nahverkehr fussläufig erreichbar, ein bestimmter Mietpreis/qm sollte nicht überschritten werden, idealerweise zwei Räume, von der einer die Küche ist. Und dazu habe ich mir noch gedacht, nicht aufgeschrieben: Keine Courtage, netter Vermieter, Räume bereits renoviert, im Idealfall keine Südlage, damit es im Sommer nicht so heiß wird.
Zum 1. September bezog ich genau dieses Büro. Ich schüttle heute noch ungläubig den Kopf, dass das damals so geklappt hat. Ich hatte die Anzeigen im Kölner Stadt-Anzeiger gewälzt, las: 'Köln-Zollstock' und dachte damals: 'Wo liegt das denn? Soll ich mir das überhaupt anschauen?' Dann bin ich doch für einen Schlenker vorbei gefahren, 'nur mal von außen gucken' dachte ich. Als ich vorfuhr, kehrte gerade der Vermieter vor der Türe und sprach mich an, als ich mir den Umriss im Fenster ansah (der einzige, der das hatte, was mir total gefiel). Das Büro lag in einer ruhigen Seitenstraße in Köln-Zollstock, gleich neben dem kleinen Zollstock-Park, in der Straße waren in 90% der Fälle Parkplätze zu finden, eine Straße weiter fuhr die Straßenbahn. Neben einem großen ca. 25 qm Raum mit herrlich großen Schaufenster gen Norden, gab es einen weiteren Raum, in den ich einen kleinen Küchenblock setzen konnte und daneben ein WC (mit Waschbecken). Die Räume waren frisch renoviert, lediglich Teppichboden musste gelegt werden und Lamellenvorhänge angebracht. Das Büro wurde gleich vom Vermieter angeboten (keine Courtage) und der war einschließlich seiner Frau sehr nett.
Beim Auszug vier Jahre später habe ich mir übrigens gewünscht, dass der Nachmieter die Einrichtung übernimmt und ich dafür nicht streichen muss. Bingo!
Diese Macht liegt in Wünschen! Herrlich, oder?
Einen zauberhaften Tag, jetzt werde ich fotographieren gehen und dann weiter loslassen....
Anja Kolberg
Dienstag, 23 Juni, 2009
Grosses Glück ist es...
- ... wenn man seine Talente erkennt und sie auch im Leben anwenden kann.
- ... wenn man sich selbst keine Steine in den Weg legt oder sich legen lässt und wenn, dann die Kraft hat, sie selbst beiseite zu räumen oder drumherum zu gehen.
- ... wenn man um seiner Selbst wegen geliebt wird, ohne etwas leisten zu müssen und ohne Erwartungen erfüllen zu müssen.
- ... wenn man sich die Zeit nimmt für die Menschen, die einem am Herzen liegen.
- ... wenn man Menschen findet, die aufrichtig an einem interessiert sind und zuhören, ohne zu urteilen.
- ... wenn man den Blick auf das lenken kann, was man hat, statt auf das, was man nicht hat.
- ... wenn man sich die Zeit gibt, die man braucht.
- ... wenn man sich selbst eine gute Mutter ist.
- ... wenn man sich selbst Fehler verzeihen kann.
- ... nicht perfekt sein zu müssen.
- ... sich die Belastungen der Vergangenheit bewusst zu machen und sich von ihnen zu lösen.
- ... ALLE Gefühle zu lieben.
- ... wenn man sich selbst so annehmen kann und liebt wie man ist.
Anja Kolberg
Montag, 06 April, 2009
Beziehung...
... ist immer wieder Arbeit an mir selbst.
... ist aufeinander zu
gehen.
... ist gut für sich selbst sorgen.
... ist zu
begreifen, dass ich für meinen Partner ein Spiegel bin, dessen Bild
Gefühle und Reaktionen in meinem Partner auslöst.
... ist
zu entdecken, dass mein Partner ein Spiegel für mich ist. Was mich an
meinem Partner aufregt, hat in mit mir selbst zu tun.
... ist ein
Abenteuer.
... ist die Kunst, im Wir das Ich zu stärken, statt es zu
verlieren.
... ist ein Spiel, im Ich das Wir zu finden.
... macht
Mut, immer wieder neu anzufangen.
... ist eine große Schatztruhe an
Gefühlen, solchen die gut tun und solchen, die schmerzen.
...
ist ein gemeinsamer Weg.
... stärkt die Fähigkeit, über den eigenen
Schatten zu springen.
... ist das Zusammenstoßen zweier Kräfte, wie
zwei Böcke, die im Kampf die Köpfe aneinander stoßen.
...
ist der Wunsch nach Harmonie, der in Zwist ein Licht am Horizont ist.
...
ist Zweisamkeit und Einsamkeit.
... ist ein Strauß an Erfahrungen.
...
sind ewig verbindende Erfahrungen, Glücksgefühle, bestandene Prüfungen,
gemeisterte Abenteuer.
... ist die Hand, die dir über ein Pfütze
hilft.
... ist der Mensch, der mich zum Lachen bringt und aus einem
Tief hinaus buchsiert.
... ist immer wieder eine Herausforderung.
...
ist Streit.
... ist Versöhnung.
... ist Spaß.
... ist
Lust.
... ist gemeinsames Lernen und Wachsen.
... ist eine
Lebensform, in der ich lebe.
... ist Geben und Nehmen.
... ist
Vertrauen.
... ist Liebe.
... kann heute eine Einöde sein und
morgen ein Abenteuerspielplatz, ein Schlachtfeld, gestern eine
Liebeshöhle, in vierzehn Tagen eine Wellnesslandschaft, eine Hüpfburg,
ein Kaktus, die Hölle, der Himmel, der lähmende Biss einer Schlange, das
Kitzeln von Gänseblümchen an nackten Füßen, der Flug einer Honigbiene,
ein kühles Bier am Feierabend, ein starker Baum der jedem Sturm trotzt,
ein Vulkan, eine Dschungelexpedition, ein stabiles Klettergerüst, eine
sanfte Meeresbrise, ein heißer Tango, ein ewiges Tauziehen und
Kräftemessen, eine Waage die mal zur einen, mal zur anderen Seite
schwingt, ein dickes Zauberbuch, eine Tragödie, eine Komödie - oder
alles auf einmal und noch viel mehr...
Anja Kolberg
Mittwoch, 04 März, 2009
Ein Geschenk sind gute Zuhörer
Menschen, die gut zuhören können - sie sind kostbar und selten. Was ein solcher Edelstein für mich ausmacht?
- Dieser Mensch hat ein wirkliches und ehrliches Interesse an meiner Person.
- Er nimmt sich Zeit, mir zuzuhören (und macht dabei nichts anderes), sondern blickt mir dabei in die Augen, schenkt mir seine ganze Aufmerksamkeit.
- Er stellt mir eine Frage, zum Beispiel: "Wie geht es dir?" und möchte die ehrliche Antwort hören.
- Durch Nachfragen macht diese Person deutlich: Ich höre zu. Ich will wirklich verstehen, was los ist und wie es dir geht. Nicht ich bin gerade wichtig, sondern du. Ich bin nicht besser als du. Ich habe nicht die Lösung, du hast die Lösung. Du bist die Expertin deines Lebens.
- Der Zuhörer oder die Zuhörerin lässt mich ausreden und auch eine Pause zu, wenn ich aufgehört habe zu sprechen.
- Ich höre als Reaktion keine Tipps, Beispiele oder Ratschläge. Der gute Zuhörer weiß: Wenn ich eine Lösung oder einen Rat will, frage ich.
- Dieser Mensch bewertet mich nicht mit solchen Reaktionen: Wie kannst du nur? Nu stell dich nicht so an! Sei doch froh... Weißt du wie viele andere damit leben? Anderen geht es noch schlechter. Was soll ich denn sagen? ...
- Für mich persönlich die Kirsche auf der Sahnehaube ist, wenn dieser Mensch mit mir fühlt und mir deutlich macht: Ich verstehe dich. Ich kann nachempfinden wie es dir geht.
Gut zuhören ist für mich ein Weg zur Meisterschaft menschlicher Kommunikation. Ob ich diese Punkte alle beherrsche? Manchmal schaffe ich es, nicht immer. Es ist ein Weg des beständigen Lernens für mich.
Meine häufigste Falle, in die ich tappe: Ich habe das Gefühl, dem Erzählenden durch Tipps und Lösungsideen helfen zu müssen. Das passiert zum Beispiel, wenn derjenige ohne Hoffnung ist, am Boden zerstört und in einer scheinbar ausweglosen Situation. Weil derjenige so hilflos, traurig wirkt, glaube ich, dass er mir das alles erzählt, weil er Hilfe von mir will. Das ist jedoch nicht der Fall wie ich von mir selbst weiß. Durch mein Verhalten übernehme ich für den Erzählenden Verantwortung, die nicht meine ist. Ich mache mir Sorgen, die ich mir nicht machen muss.
Mir fällt mein Verhalten immer eher auf und so trainiere ich dann bei mir selbst zu bleiben und dem anderen seine Verantwortung zu lassen. Denn ich weiß von mir selbst: Jammern tut herrlich gut und wer jammert, der will auf keinen Fall Hilfe, Tipps, Ratschläge! Der Erzählende, die Erzählende will sich "nur" ausheulen dürfen. Dadurch geht es meistens schon wieder viel viel besser. Wenn ich mich ausheulen möchte und mir fällt auf, dass der andere daraufhin einen Tipp nach dem anderen aus der Tasche zieht - die ich allesamt auf keinen Fall hören möchte - dann sage ich inzwischen: Ich möchte keine Tipps, ich möchte mich einfach nur ausheulen, mehr nicht. Du hilfst mir, wenn du mir nur zuhörst, dadurch geht es mir schon besser.
Denn wenn ich frei erzählen darf und keine Bewertung oder Ablehnung fürchten muss, dann höre ich mir dabei selbst zu: Ich entdecke auf diesem Weg die Lösungen, die in mir liegen. Und durch das wertfreie und interessierte Zuhören erfahre ich Heilung.
Für mich ist zuhören, den anderen verstehen und akzeptieren wie er ist und an seine innere Stärke zu glauben die große Kunst in Therapie und Coaching.
Anja Kolberg
Mittwoch, 25 Februar, 2009
Vergleichen ist das Ende des Glücks...
... und der Anfang der Unzufriedenheit", sagte Sören Aabye Kierkegaard.
- Wenn ich beginne, meinen Körper mit schlankeren, strafferen, gesünderen Körpern zu messen..
- Wenn ich meine Schönheit mit der anderer Frauen vergleiche...
- Wenn ich meine Beziehung neben die romantischer Liebesfilme stelle...
- Wenn ich in Wettbewerb trete mit anderen Berufstätigen, die erfolgreicher, schneller, besser, weiter sind...
- Wenn mir bewusst wird, dass mich jüngere überholt haben, weil sie schon geschafft haben, wovon ich noch träume...
... dann verliere ich mich selbst. Ich bemerke nicht den Schleier der Verzerrung, der über den anderen Geschichten liegen kann, kenne nicht deren wirkliche Wahrheit, weiß nicht die ganze Geschichte, sehe nicht die Retuschierungen, sehe nicht deren andere reale Seite. Ich kenne immer nur einen Teil der Geschichte. Und in dem Fall den Teil, der so schön glänzt. Und der macht traurig.
Dadurch, dass es mir überhaupt bewusst wird, öffnet sich die Chance zu Handeln. Ich kann den Blick weg von den Anderen auf mich selbst lenken und meine Einzigartigkeit entdecken, beobachten, schätzen lernen. Mich selbst lieben. Und feststellen: Ich bin genau richtig so wie ich bin. Einfach eine dufte Type!
Anja Kolberg
Dienstag, 10 Februar, 2009
Wie verändern wir uns in Partnerschaften?
Ein Thema, über das ich nachdenke, weil das Wiedersehenstreffen mit der Jugengruppe naht. Wo ich Menschen treffe, zu denen ich seit meinen Umzug nach Köln, also nachdem ich meinen Partner kennen gelernt habe, keinen Kontakt mehr hatte. Wir uns aus den Augen verloren haben. Jugendfreundschaften. Menschen, die mich vor meiner Ehe gekannt haben.
War ich damals anders als heute? Ich glaube ja. Ich habe Lust auf einen Plausch mit meiner inneren Stimme.
Anja: Habe ich mich zu meinem Vorteil verändert?
Innere Stimme:
Ja.
Anja: Was denn zum Beispiel?
Innere Stimme: Du hast einen
enormen inneren Entwicklungsprozess hinter dir. Bist erwachsener
geworden.
Anja: Habe ich mich auch zu meinem Nachteil verändert?
Innere
Stimme: Ja.
Anja: Oh, das interssiert mich. Was hat sich zu meinem
Nachteil verändert?
Innere Stimme: Dass du dich selbst ein Stück
in der Partnerschaft vergisst. Du bist viel mit der Aufmerksamkeit bei
deinem Partner, statt bei dir selbst.
Anja: Und das war vorher anders?
Innere Stimme: Ja, das war anders.
Du hast viel mehr für dich selbst gesorgt. Darauf geachtet, dass es dir
gut geht. Dich als eigenständige Persönlichkeit gezeigt.
Anja:
Und heute bin ich eher ein 'wir'.
Innere Stimme: Ja.
Anja: Und
dafür trage ich selbst die Verantwortung.
Innere Stimme: Ja
natürlich. Dein Partner hat damit nichts zu tun. Du entscheidest,
welchen Weg du innerhalb einer Partnerschaft gehst. Wie sehr du dein
eigenes Ich lebst oder dich anpasst oder verschmelzt mit dem anderen
oder dich hinter deinem Partner versteckst. Es gibt ganz viele
Möglichkeiten. Lebst du deine Wünsche und Träume oder hast du sie
aufgegeben, weil dein Partner sie nicht wichtig findet? Was willst du,
was fühlt sich gut an? Lebst du eigene Hobbies? Eigene Freundschaften?
Vertrittst du deine Meinung? Dein eigenes Ich zu leben ist auch
innerhalb einer Gemeinschaft, einer Partnerschaft möglich. Es ist sogar
sehr wichtig. Es hält die Partnerschaft und dich selbst lebendig.
Anja Kolberg
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Gedanken über ...., Blog - Innere Stimme
Donnerstag, 01 Januar, 2009
Frohes Neujahr!
Da liegt es vor uns: Nagelneu, unbeschrieben - voller Überraschungen: Das Jahr 2009!
Welche Geschenke, Prüfungen, Herausforderungen und Chancen auch immer in den kommenden 12 Monaten auf mich warten: Ich wünsche mir, sie zu erkennen und anzunehmen, wo es stimmt und abzulehnen, was nicht meines ist. Ich will mutig kämpfen, wo meine Kampfeskraft gefordert ist - geduldig ertragen, wenn es nötig ist - klug entscheiden, statt eine weitere Runde abzuwarten - aufstehen, wenn ich hingefallen bin und mich nicht grämen über den Sturz - und vielleicht das wichtigste: Mich feiern, würdigen, wenn ich einen Fortschritt auf meinem Weg erreicht habe oder auch nur den Versuch gewagt habe, etwas Neues zu tun.
Ich freue mich auf dich - 2009!
Alles erdenklich Gute für Ihren Weg in 2009
wünscht Ihnen von
Herzen
Anja Kolberg
Freitag, 05 Dezember, 2008
Wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit?
Manchmal, wenn ich etwas betrachte, lenke ich meine Aufmerksamkeit oft auf das, was mir nicht gefällt. Dort bleibt meine Aufmerksamkeit hängen. Darüber rede ich, darüber denke ich nach. Das ist mir in den letzten Wochen oft aufgefallen. Ich bleibe hängen in der Konzentration auf das, was noch nicht fertig ist, was (noch) nicht meinen Vorstellungen entspricht. Ich sehe die Fehler, ich suche die Fehler, statt zu würdigen und zu wertschätzen, was gut ist. Und ich glaube, dass ich mir durch dieses Verhalten Kraft nehme. Mich schwäche. Und andere auch, wenn ich zum Beispiel betrachte, was andere gemacht haben (und ich hatte höhere Erwartungen und es ist weniger gemacht als ich erwartete).
Warum ist das so? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Es ist so.
Dadurch, dass es mir überhaupt bewusst wird, kann ich meinen Blick verändern. Meine Aufmerksamkeit in dem Moment umschwenken, wo es mir wieder einmal auffällt, worauf ich mich konzentriere.
Dann kann ich meinen Blick auf das lenken, was mir schon richtig gut gefällt. Auf das, was ich schon geschafft habe oder andere. Auf das, was ist. Und das wertschätzen und lieben lernen. Mich beruhigen. Den Druck rausnehmen und zu Gelassenheit kommen.
Daran denke ich beim nächsten Mal und versuche es einfach.
Ein schönes Adventswochenende!
Anja Kolberg
Mittwoch, 26 November, 2008
Leben ändern sich
Bevor ich einen neuen Newsletter verschicke, prüfe ich die zurück gekommenen Mails des letzten Newsletters. Diese Mail-Adressen, die nicht mehr existieren, lösche ich aus meiner Datenbank.
Während ich diese fast meditative, weil immer gleich bleibende Arbeit, machte, zogen meine Gedanken zu den Menschen und ihren Geschichten hinter den Adressen.
Menschen ändern ihr Leben. Nicht nur, wenn andere das wollen oder beeinflussen, sondern vor allen Dingen auch, wenn sie selbst das wollen UND wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Dann fließt das Leben wie von selbst weiter. Wie ein Fluss sich nicht mehr aufhalten lässt, wenn ein Damm gebrochen ist. Dann geht es auf in eine neue Richtung - zu neuen Stationen auf dem Lebensweg.
Leben ändern sich.
Anja Kolberg
Montag, 24 November, 2008
Vom Umgang mit einer Wirtschaftskrise
Ein Mann lebte in einer großen amerikanischen Stadt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Hot Dogs am Straßenrand.
Seine Ohren waren nicht besonders gut und deswegen hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht sehr gut und darum las er nie Zeitung. Aber er verkaufte gute Hot Dogs.
Er stellte ein Schild an der Straße auf, um mitzuteilen, wie gut sie waren. Er stand am Straßenrand und schrie: "Kauft Hot Dogs!" Und die Menschen kauften. Er erhöhte seine Fleisch- und Brotbestellungen und kaufte einen größeren Ofen, um seinen Verkauf bewerkstelligen zu können.
Dann brauchte er Hilfe und er fragte seinen Sohn, der an einer Universität studierte, ob er nach Hause kommen könne, um ihm zu helfen. Aber der Sohn sagte: "Vater, hast du nicht Radio gehört? Eine große Wirtschaftskrise ist da. Die internationale Situation ist schrecklich und die innerstaatliche noch schlimmer."
Daraufhin dachte der Vater: 'Mein Sohn war auf dem College. Er hört Radio und liest die Zeitung - er wird es ja wissen.' Also reduzierte er seine Bestellungen, nahm die Schilder von der Straße und pries auch nicht mehr die Hot Dogs an der Staße an. Sein Hot Dog Verkauf brach über Nacht zusammen. "Du hattest Recht, Sohn", sagte der Vater zu dem Jungen. "Wir sind wirklich in der Mitte einer großen Wirtschaftskrise."
(New York Times, 1992, Autor unbekannt)
Dienstag, 04 November, 2008
Mich achten und respektieren
Egal wie ich bin, gleich wie ich reagiere, was ich denke, fühle, mag oder nicht mag. Gleich wofür ich kämpfe, gleich, was mir persönlich wichtig ist:
Ich kann von keinem anderen erwarten, dass er mich versteht. Und selbst, wenn ich es gerne hätte, dass die anderen mich annehmen, so wie ich bin, liegt es doch nicht in meiner Macht. Ich habe keine Macht darüber, was andere von mir denken. Ich kann nicht bestimmen, dass sie mich mögen, gleich wie ich mich anstrenge. Ich kann und will das Denken und das Fühlen anderer nicht kontrollieren. Es geht mich nichts an!
Was in meiner Macht liegt, ist, mich selbst zu lieben und zu mögen. Mein Denken zu respektieren. Meine Gefühle anzunehmen. Meine Bedürfnisse und das, was mir wichtig ist, worauf ich Wert lege.
Ich kann mich verstehen. Ich kann zu mir stehen. Das ist der Anfang und meine Aufgabe.
Anja Kolberg
Mittwoch, 27 August, 2008
Glücklich sein
Gestern sah ich einen Bericht über einen Mann, dem riesengroße,
kiloschwere Wucherungen u.a. an seinen Händen entfernt wurden (der
Baummann). Ich betrachtete das Bild vorher und nachher und fand, dass
seine Hände immer noch sehr deformiert aussahen, so sollte auch eine
zweite Operation folgen.
Ich dachte: 'Oh, der arme Mann, was kann er mit den Händen, wie sie jetzt immer noch sind, schon machen?' Dann las ich den Text, der mich zum Nachdenken brachte. Der Patient nämlich war überglücklich, dass die großen Wucherungen endlich entfernt wurden und er jetzt mit seiner Familie in einer Wohnung leben könnte. Solche - für mich selbstverständliche - Dinge machen andere glücklich.
Wie oft wertschätze ich das Leben, das ich führen kann? Ich bin gesund (Periodenschmerzen mal ausgeschlossen), ich leide keine Dauerschmerzen. Ich habe ein Dach über dem Kopf, immer genügend zu essen. Meine heißgelebte Familie lebt bis auf meinen Opa und meine Uroma, die ich noch gekannt und geliebt habe. Wir haben ein Auto, ich kann jederzeit hinfahren, wohin ich will. Ich habe eine gute Ausbildung. Ich habe einen Partner, den ich liebe und auf den ich mich verlassen kann. Wir können uns einen Hund leisten. Wir leiden keine Not. Ich lebe in Frieden, bin beschützt, ich kann immer Hilfe finden, wenn ich welche brauche. Es ist für mich ein leichtes, andere Menschen zu umarmen, weil mein Körper das kann. Ich kann gehen, ohne eine Gehhilfe zu nutzen, ich kann hören (mein Mann meint zwar nicht). Ich kann meine Träume ausleben. Ich bin wirklich reich. Nicht an Geld, sondern reich an Beziehungen, Schutz, Frieden, körperlicher Unversehrtheit.
Was mache ich? Wertschätze zu selten, was ich habe und schaue stattdessen auf das, was ich noch haben will, was ich nicht haben kann und mache mich damit unglücklich. Wie viele Dinge, meine ich noch haben zu müssen, erleben zu müssen, um glücklich zu sein?
In solchen Momenten wie dem Bericht über den Baummann werde ich demütig und spüre meinen Reichtum. Ähnlich ist es bei Berichten von Frauen, die in Krisengebieten leben. Da spüre ich, wie viel ich habe. Wie gut ich es habe.
Haben Sie den Film "I am Legend" gesehen? Wir haben ihn nicht zu Ende geguckt. Er war nicht nur schrecklich beängstigend, ich fands auch total besch....., dass der treue Freund, ein Schäferhund, nachts grausam umkam. Es war aber dennoch gut, den Film zumindest bis zu einem Punkt zu schauen: Will Smith spielt in diesem Film den letzten Menschen, der eine Epidemie überlebt hat. Er lebt mit seinem Hund und einem Haufen Mutanten, die ihm ans Fell wollen, in New York. Der Wissenschaftler versucht die Krankheit zu heilen, die alle getötet und manche verändert hat. Er durchstöbert Wohnungen und Geschäfte nach Brauchbaren, denn New York ist menschenleer, kein Auto fährt, die Natur holt sich die Stadt zurück. Diese Bilder waren beeindruckend.
Zurück zum Punkt: Mittags hält sich der Wissenschaftler immer am Hafen auf, weil er diesen Platz als möglichen Treffpunkt mit noch Lebenden über alle möglichen Radiofrequenzen verbreitet. Zum Zeitvertreib spielt er dort Golf. Man sieht ihn, seinen Hund und New York. Bei dieser Szene sagte mein Mann: "Stell dir mal vor, du kannst alles haben. Er kann alles haben." Ich spielte die Vorstellung im Kopf durch und stellte fest: "So hat doch alles keinen Wert mehr. Er kann alles haben, aber was bringt es ihm? Es hätte für mich überhaupt keinen Reiz mehr. Gut, vielleicht am Anfang, aber dann? Er kann es doch mit keinem teilen. Er ist ganz alleine."
Diese Idee brachte mich ins Grübeln. Wollen wir die teuren Dinge haben, weil andere sie auch haben? Weil wir mithalten wollen? Kann ich nur glücklich sein, wenn ich das habe, was ich mir wünsche? Was, wenn ich der letzte Mensch auf der Welt wäre, welchen Wert hätten all die Reichtümer, schicke Wohnungen, Schmuck, Autos, Geld, dolle Klamotten, aller Luxus dann noch? Nichts, es wäre ohne jeglichen Reiz. Denn dann fehlt mir das, was mein Leben reizvoll macht: Die Beziehung und den Austausch mit anderen Menschen.
Wieviel brauche ich wirklich, um glücklich zu sein?
Wenn ich mit meiner momentanen Situation nicht zufrieden bin, wieso glaube ich, glücklich zu werden, wenn ich erst etwas bestimmtes habe oder bin?
In "Keinohrhasen" - einem bezaubernden Film mit schönen Bildern, lustigen Momenten und auch tiefsinnigen Gedanken unterhält sich Till Schweiger mit seiner Freundin über Mann-Frau-Beziehungen. Er beschwert sich über die Frauen, die von ihren Partnern erwarten, dass sie sie glücklich machen. Es ginge aber darum, dass man sich selbst glücklich macht. Denn das könne kein Mann schaffen. Das fand ich klasse.
Ich möchte lernen, mit mir selbst wie ich bin zufrieden zu sein, mich selbst glücklich zu machen und dafür keinen anderen Menschen verantwortlich machen. Ich will lernen damit aufzuhören, einem Ideal nachzujagen und Dingen, die ich unbedingt meine haben zu müssen, um glücklich und zufrieden zu sein.
Jetzt ist ein guter Moment und alles stimmt, denn ich habe alles, was ich brauche, um glücklich zu sein. Mich!
Anja Kolberg
Freitag, 25 Juli, 2008
Geben und Nehmen
Gestern erhielt ich vom Droemer Knaur Verlag ein wunderbares Buch, das
ich allerdings erst in zwei Wochen vorstellen darf. Es ist selten, dass
ich ein Buch bekomme und es mich so sehr reizt, dass ich sofort beginne,
darin zu lesen. So war es bei "Ich
werde da sein, wenn du stirbst" und auch bei dem Buch, von dem ich
jetzt schreibe. Ich nehme, das was ich schon gelesen habe - die Hälfte
ca. - zum Anlass, darüber zu schreiben, weil es mich sehr berührt hat:
Geschenke annehmen.
Manchmal wollen uns Menschen etwas schenken und es fällt uns schwer, es anzunehmen. Vielleicht, weil wir nicht die Mittel haben, es finanziell gleichwertig zurück zu geben. Vielleicht weil wir so erzogen wurden, keine Geschenke anzunehmen. Vielleicht, weil wir uns schämen. Vielleicht, weil wir uns dann in der Schuld des Geschenken fühlen. Dieser Mann lehnte viele Geschenke ab und in diesem Moment wurden die Menschen, die ihm etwas schenken wollten, sehr traurig. Weil sie sich dadurch abgelehnt fühlten.
Das brachte ihn zum Nachdenken und ihm wurde bewusst, dass er die Geschenke gar nicht durch ein Gegengeschenk wieder gut machen musste. Das Geschenk anzunehmen war die Gegenleistung. Die Menschen freuten sich, ihm aus einer Not heraus helfen zu können, ihm einen Gefallen zu tun, einfach jemandem etwas Gutes zu tun. Und durch das Annehmen der Geschenke (es handelte sich um Essen und Unterkunft) gab er etwas zurück. Das war das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.
Mich hat das sehr berührt, weil es mir oft ebenso geht. Wenn jemand etwas für mich tun will, mir etwas schenkt, mache ich mir schon Gedanken darüber, wie ich es zurück geben kann. Statt mich wie Bolle darüber zu freuen, dass mir einfach jemand etwas schenken will, weil er es gut mit mir meint oder mir jemand etwas Gutes tun will.
Ich habe etwas gelernt.
Anja Kolberg
Mittwoch, 23 Juli, 2008
Begegnungen
Manchmal ergibt sich mit den Menschen, die mir begegnen, ein Gespräch. So heute früh ein älterer Herr mit Dackel. Was er mir erzählte, begleitet mich jetzt durch den Vormittag. Nämlich, dass es nicht sein Dackel sei, sondern der eines früheren Nachbarn, der inzwischen verstorben ist. Diesen Nachbarn hat er mehrere Jahre unterstützt, ein Buch über seine Kriegserfahrungen zu schreiben. Denn der war General und hatte in Russland im zweiten Weltkrieg so einiges erlebt. Eine Geschichte hat er mir erzählt. Und die begleitet mich jetzt.
Mir wird bewusst, wie sehr wir Menschen uns innen ähneln. Wir haben alle Ängste, Sorgen, wollen Frieden und Liebe. Wir alle trauern auf unsere Weise, zeigen Mitgefühl, Menschlichkeit und Herz. Kein noch so schlechter Mensch ist nur schlecht. Jeder hat auch seinen guten Kern.
Anja Kolberg
Mittwoch, 09 Juli, 2008
Der wirkliche Wert eines Coaches...
... ist für mich das aktive Zuhören.
Was das für mich bedeutet? Eine einführende Frage zu stellen, der dem Anderen die Gelegenheit gibt, über das zu sprechen, was ihn gerade bewegt. Und ihm dabei genau zuzuhören. Fragen stellen, wenn man etwas nicht versteht und Fragen zu stellen, die das Thema so deutlich machen, dass es dem Redenden hilft. Das bedeutet für mich aktives Zuhören.
Es geht für mich bei einem guten Coaching gar nicht um das Anwenden von Methoden, um das Finden von Lösungsansätzen, um das Erarbeiten von Schritten.
Nein, es geht "nur" ums Zuhören.
Und dadurch, dass der Mensch erzählen kann, was ihn bewegt, ohne Druck, ohne Bewertung, ohne Tipps und Ratschläge, ohne Unterbrechungen, mit der vollen Aufmerksamkeit seines Zuhörers, hört er sich selbst zu, findet er sich selbst. Und das ist für mich der goldene Weg im Coaching.
Zuhören ist der wirkliche Wert eines Coaches.
Für den Coach bedeutet das, seine Schweigekapazität zu erhöhen, sich mit Tipps und Ratschlägen zurück zu halten, mit Lösungen, die einem selbst einfallen, seine eigenen Themen zurück zu halten, die vielleicht genau in Resonanz mit denen des Redenden gehen. Kurz: Sich selbst zurück stellen und dem Redenden die ganze Aufmerksamkeit schenken.
Anja Kolberg
Dienstag, 08 Juli, 2008
Was bewegt uns, Neues zu tun?
Wenn wir wissen, dass die derzeitige berufliche oder private Situation
nicht mehr gut für uns ist, heißt das noch lange nicht, dass wir uns
etwas Neuem zuwenden. Warum? Wir kennen das Alte sehr gut, wissen
inzwischen wie wir mit den Schwierigkeiten umgehen müssen. Wir wissen,
was wir haben, auch wenn Teile davon schrecklich ist. Aber das Neue, das
kennen wir nicht, da verbirgt sich viel Ungewissheit. Wer sagt denn,
dass es wirklich besser werden wird?
Was muss also passieren, damit wir uns aus dem Alten, dem täglichen Trott hinaus bewegen und uns zum Beispiel bewerben, neue Menschen kennen lernen, ein neues Projekt anpacken, ein altes loslassen, einen neuen Weg einschlagen in Beruf oder Privatleben?
- Manchmal hilft der Körper, denn er macht durch Warnsignale deutlich: Wenn du so weiter machst, klappe ich ganz zusammen.
- Manchmal hilft die Seele: Wir haben einfach keine Kraft mehr, bestimmte Situationen noch ein weiteres mal zu durchleben. Der Leidensdruck wird unerträglich.
- Manchmal helfen freche Bemerkungen: Uns sagt jemand, dass wir das nicht schaffen und das weckt den Ehrgeiz in uns.
- Manchmal kommen starke Gefühle zur Hilfe: Wir sind z.B. wütend über jemand anderen und aus dieser Kraft heraus bewegen wir uns.
- Manchmal hilft ein Schockerlebnis: Ein Unfall, eine Krankheit, ein Todesfall bringt uns über uns und unser Leben zum Nachdenken.
- Manchmal hilft ein Termin: Zum Beispiel ein runder Geburtstag, an dem wir unser Leben betrachten und uns sagen "Das war noch nicht alles. Jetzt oder nie!"
- Manchmal hilft der starke Wunsch, etwas Bestimmtes zu erreichen oder zu erleben. Das Neue zieht uns magisch an.
- Vielleicht hören wir auf unser Herz, das uns sagt: Es ist Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen.
- Das sind nur acht von unzähligen Auslösern, die es möglich machen, dass wir uns bewegen.
Der Weg zum Neuen ist alles andere als leicht. Wir müssen unsere über Jahre eingefahrenen Grenzen überwinden, Neues lernen. Wir erleben Rückschläge. Zeiten der Hoffnungslosigkeit, der Einsamkeit. Und immer wieder ein Funke der Zuversicht und des Vertrauens, dass dieser Weg ein guter ist, weil wir auf unser Herz hören und immer wieder spüren: Das habe ich gut gemacht.
Ich habe alle oben genannten Situationen selbst erlebt und auch im Coaching begleitet. Für mich hat es sich jedes Mal gelohnt, meine eingefahrenen Grenzen zu überwinden und Neues zu tun. Ich hatte die Gelegenheit zu wachsen, mich besser kennen zu lernen, ein Stück weiter zu kommen auf meinem Weg und es ist ein schönes Gefühl, zu wissen: Das hab' ich geschafft!
Anja Kolberg
Freitag, 04 Juli, 2008
Liebe Bundeskanzlerin Angela Merkel,
zunächst einmal: Ich respektiere Sie und finde Sie machen Ihren Job gut!
Was ich nicht gut finde, ist der Druck, der auf uns Verbrauchern liegt. Auf der einen Seite sollen wir die Wirtschaft ankurbeln, was Steuergelder in die Kassen des Deutschen Staates spült. Auf der anderen Seite sind die Lebenshaltungskosten so stark angestiegen, dass uns normalen Bürger die Luft zum Atmen fehlt. Oder das nötige Kleingeld im Portemonnaie.
Eigentlich müsste es doch möglich sein, mit einem ganz durchschnittlichen 40-Stunden-Job normal leben zu können. Normal leben können, heißt für mich: Eine Familie davon ernähren. Die Miete und Nebenkosten zahlen, einen Pkw unterhalten und sich ab und an mal etwas leisten können. Mit "etwas leisten können" meine ich nicht den Wochenendtrip nach Monte Carlo, Designerklamotten, ein neues Auto oder drei Wochen Karibik-Urlaub. Ich meine damit die kleinen Dinge des Lebens: Zum Beispiel einmal essen gehen im Monat. Sich etwas neues, qualitativ gutes und somit langlebiges zum Anziehen kaufen zu können (das nicht von einem Billigdiscounter in Dritte-Welt-Ländern gefertigt wurde). Mit den Kindern in den Zoo gehen und dort auch noch genug Geld in der Tasche zu haben, um den Kindern ein Eis kaufen zu können. Geliebten Menschen einen Strauß Blumen schenken können. Ein Buch kaufen oder auch mal ins Kino gehen. Die Bahnfahrt zur Oma bezahlen können. Sich gutes Essen leisten können. Mit gutes Essen meine ich Lebensmittel, die die Landschaft, Tiere und den Menschen schützen und ethisch korrekt erwirtschaftet wurden.
Das alles ist für den ganz normalen Durchschnittsdeutschen zum Luxus geworden. Ich weiß, aus der Sicht eines Menschen, den finanziell der Schuh nicht drückt, sind solche Gedanken schwer nachvollziehbar. Ich wünschte, die Politiker, die über viel und wenig Geld in unseren Taschen entscheiden, würden ein Jahr mit dem Geld eines arbeitssamen Durchschnittsdeutschen auskommen müssen. Ich glaube, dann würde sich viel ändern. Oder finden Sie es richtig, dass wir künftig zwei Jobs gleichzeitig brauchen, um leben zu können?
Wir sind nicht geizig, liebe Frau Dr. Merkel, wir würden gerne die Wirtschaft ankurbeln und den ein oder anderen Euro ausgeben, aber es ist nicht möglich, weil das Geld nicht da ist. Zumindest nicht in unserem Geldbeutel. Es geht für die Mehrwertsteuer drauf, für gestiegene Strom- und Gaspreise, für gestiegene Tankrechnungen, für steigende Gewinne der Aktiengesellschaften, für gestiegene Preise im Einzelhandel nach der Euro-Umstellung.
Ich fordere Sie auf, uns Bürger zu entlasten. Setzten Sie ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die den Deutschen Staat tragen, die die Steuern und auch die Politikerdiäten tragen!
Ein guter Anfang wäre die seit Jahren überfällige Aufhebung des Solidaritätszuschlags.
Mit freundlichen Grüßen von einer Durchschnittsdeutschen
Anja Kolberg
Montag, 30 Juni, 2008
Denken Frauen positiver als Männer?
Endspiel Fußball WM 2008: Trotz schlechter Vorzeichen machen drei Frauen unserer Runde dem Deutschen Team weiter Mut. Auch die 4jährige Nichte motiviert alle zum Daumendrücken. Die Männer glauben schon längst nicht mehr an den Sieg und verteilen "negative Schwingungen".
Heute morgen berichtet mir eine Freundin ähnliches.
Sind Frauen hoffnungsvoller? Glauben Sie eher an das positive als Männer?
Anja Kolberg
Samstag, 14 Juni, 2008
Was ich von den Franzosen lernen kann
Haben Sie Freitag Abend das EM-Spiel Frankreich gegen Holland gesehen? Wow, war das spannend. Die Holländer haben einen so engagierten, leichten, ja fröhlichen Fußball gespielt. Es war eine Freude, ihnen zuzuschauen. Da stimmte einfach alles.
Und die Franzosen? Trotz Rückstand haben sie bis zur letzten Minute gekämpft. Allen voran Franck Ribéry. Die Französische Mannschaft lies sich für mich auf ihn reduzieren. Gefühlt hatte er 80% der Ballkontakte. Was für ein Engagement. Wie hat es die Französische Mannschaft nur geschafft, diesen Kampfwillen zu behalten, trotz immer größer werdendem Rückstand? Die Partie endete nämlich 4:1 für Holland.
Und das ist es, was ich von den Franzosen lernen kann: Trotz stürmischer Zeiten und Rückschlägen nicht aufgeben, nicht einknicken, sondern an das Erreichen des Zieles glauben und weiterrudern.
Und ehrlich gesagt, gönne ich den Holländern mit diesem feurigen Spielgeist den EM-Titel. Wer mit so viel Freude und Leidenschaft spielt, hat es verdient. Und Franck Ribéry gehört die goldene Kampfesmedaille!
Das Spiel der Deutschen Mannschaft am Donnerstag war richtig schmerzhaft anzuschauen. Was ist da in den paar Tagen zwischen Montag und Donnerstag in der Mannschaft nur passiert? Das Zusammenspiel klappte überhaupt nicht mehr. Sie verloren die Bälle oft an die Gegner, spielten sich die Bälle nicht zu. Den Holländern ist es gefühlt vielleicht zwei Mal am Freitag passiert, dass sie so den Ball verloren haben. Davon können sich die Deutschen eine dicke Scheibe abschneiden. Was macht es aus, dass ein Team so wunderbar harmoniert und ein anderers gar nicht?
Liegt es an der Moral der Mannschaft? Liegt es am Teamgeist? Wählt der Trainer andere Worte? Wie wird ein Team mental eingeschworen, dass sie auch bei Rückschlägen weiterkämpfen (siehe Frankreich und Ribéry) oder so harmonieren (Holland), dass es Freude ist, zuzuschauen?
Beim 1. FC Köln war der Knoten der Mannschaft so richtig geplatzt, nachdem Torwart Mondragon alle zu sich zum Nudeln essen nach Hause eingeladen hat. Von da an klappte das Zusammenspiel, das Team hat den Aufstieg in die erste Liga geschafft.
Fußball kann auch Frauen Spaß machen. Während es mich früher in keinster Weise interessiert hat, sehe ich mir jetzt sogar - zur Freude meines Mannes - die Vorrunden-Spiele mit an. Von der Psychologie, die sich dahinter verbirgt, kann ich lernen und es ist ungemein spannend. Nein, vor 2 Jahren noch hätte ich mir das nicht träumen lassen!
Anja Kolberg
Donnerstag, 05 Juni, 2008
Liebe & Loslassen
Die Liebe geht seltsame Wege. Wenn ich in Beziehungen zu Lebenspartnern,
zu Freunden, zur Familie zu viel Aufmerksamkeit investiere, zu viel für
den anderen tue, kann das den anderen erdrücken. Ergebnis: Er wendet
sich ab, um wieder Luft zu bekommen oder empfindet, was ich tue als
Selbstverständlichkeit und wertschätzt meine Leistung nicht mehr.
Mache ich mich in Beziehungen rar - und das ist manchmal sehr schwer - dann werde ich wieder interessant für mein Gegenüber. Ich bin nicht immer verfügbar. Ich konzentriere mich nicht mehr auf ihn, auf sie, sondern auf mich selbst.
Und gänzlich mit mir selbst konfrontiert zu sein ist ganz schön hart, weil ich mich mit meinen eigenen Themen beschäftigen muss. Aber ein guter Weg zur Heilung meiner Selbst und meiner Beziehungen.
Mein Gegenüber bekommt wieder Luft, ich selbst Freiheit. Unsere Beziehung frischen Wind.
Für mein Buch "Ab 40 reif für den Traumjob" habe ich eine ehemalige Arbeitskollegin interviewt, die mit 40 - sie hatte bereits erfolgreich Karriere gemacht - für ihre neuste Ausbildung ein Praktikum in unserer Abteilung machte. Schon für frühere Ausbildungen hatte sie immer wieder für längere Zeit im Ausland gelebt und blieb dabei glücklich verheiratet. Als ich sie nach ihrem Rezept fragte, sagte sie, dass ihr Mann ihre stets freie Hand gelassen und ihr vertraut hätte. Es wäre wie bei einem Vogel im Käfig: Wer ihn stets eingesperrt hält, wird ihn beim ersten Türenöffnen verlieren. Kennt er jedoch die Freiheit, weil die Türe stets auf ist, kommt er zurück in seine sichere Behausung. (Zu dem Thema lesen Sie im Buch mehr ab Seite 85.)
Lieben und loslassen. Nicht festhalten. Dem anderen seine Freiheiten gönnen und dennoch eine Einheit bilden. Für beide Seiten Genuss und Herausforderung zugleich.
Ein Gebiet, das ich noch für mich erobern möchte. Denn auch wenn mir mein Partner freie Hand lassen will, muss ich selbst auch bereit sein, dieses Angebot anzunehmen und mich zu trauen, diesen Weg für mich zu gehen. Die Freiheit genießen und das Vertrauen.
Anja Kolberg
Dienstag, 29 April, 2008
Achtsamkeit
Gestern Abend haben wir einen Teil von "How to cook your life" gesehen. Ein Zenmönch und Koch vermittelt die Zen-Lehre über das Kochen. Doris Dorrie hat den Dokumentarfilm gemacht. Er war sehr schwer zu konsumieren: Die Schrift der Untertitel war winzig und viel zu schnell und auch oft auf hellem Untergrund (weiße Schrift). Ich bin nicht so gut in Englisch, dass ich alles ohne Untertitel verstehen konnte, so manches Wort ist mir nicht geläufig. Also war's sehr anstrengend. Ich werde ihn mir ganz in Ruhe mal anschauen, zwischendurch stoppen und lesen, um alles zu verstehen...
Gut daran war die inhaltliche Botschaft und das Interview mit Doris Dorrie: Die Aussage des Zen. Wenn du Karotten schnippelst - schnipple Karotten. Wenn du Kartoffeln kochst - koche Kartoffeln.
Also konzentriere dich auf das, was du gerade tust. Keine abschweifenden Gedanken. Nicht zwei Sachen auf einmal. Mit dem ganzen Körper, der ganzen Seele, dem Geist tun, was du tust.
Dieser Lehrsatz war mir vorher schon bekannt, aber er hat mich nochmal darauf aufmerksam gemacht, wie selten ich das tue: Mich auf eine Sache konzentrieren. Mit meiner ganzen Aufmerksamkeit. Als multi-tasking-fähige Frau und zudem ungeduldiger Widder eine schöne Aufgabe...
Den Gedanken nehme ich heute mit in meinen Tag. Ich will es versuchen.
Anja Kolberg
Donnerstag, 24 Januar, 2008
Um was geht es in 2008?
Seit Anfang des Jahres frage ich mich: "Um was geht es in 2008?" Wer sich mit der Numerologie beschäftigt, weiß dass Zahlen nicht nur eine mathematische Bedeutung haben, sondern auch eine kulturelle, religiöse, aus der Natur abgeleitete Bedeutung. Zum Beispiel die Beobachtung, dass nach sieben Jahren ein neuer Lebenszyklus beginnt oder in der Bibel die Dreifaltigkeit. Die 12 Sternkreiszeichen usw.
Ich interessiere mich für diese Materie und fand eine Expertin, die mir auf meine Frage eine Antwort bieten kann: Anna-Katharina Buse. Die Kölnerin ist Architektin und Feng Shui Expertin. Nicht nur spirituelles Feng Shui lehrt die Dipl.-Ingenieurin, sondern plant, gestaltet und baut auch seit vielen Jahren Räume, Wohnungen, Häuser, Gärten, Geschäfte nach den Grundsätzen des Feng Shui, das sie auf ein westliches Niveau bringt.
Mich faszinieren immer wieder ihre Aussagen über die Bedeutung von Zahlen, die Bedeutung des eigenen Geburtstages oder dem aktuellen Jahr. Ich konnte Sie für ein Interview gewinnen - hier ist es:
Anja Kolberg: 2008 - Welche Zeitqualität hat diese Jahreszahl für uns?
Anna-Katharina Buse: Man kann aus jeder Zahl eine Quersumme ermitteln, die immer kleiner werdend sich in den Ziffern 1-9 wieder finden läst. Daher sind die Zahlen Wesenarten und haben einen erzählenden Charakter, denn sie sind älter als die Buchstaben.
2008
Die 2 (Zwei) steht für Zweisamkeit, Entzweiung, die Polarität, in der sich der Mensch hier in der Welt erfährt: Tag und Nacht, schlafen und wachen, oben und unten, hell und dunkel, aktiv und passiv, einatmen und ausatmen, männlich und weiblich. Dieser ständige Wechsel der beiden Pole macht uns erlebnisfähig. Gerade in einer Beziehung wird es sehr deutlich: Über den Partner oder die Partnerin lernen wir uns selbst besser kennen. Wir sind aufgefordert, die Polarität zu akzeptieren und als Mittel zur Erkenntnis zu nutzen, d.h. die Frau darf ihre männlichen Anteile und der Mann seine weiblichen Anteile integrieren. Unser Gegenüber ist unser Spiegel.
Die O (Null) bedeutet die Vollkommenheit in der Vollkommenheit und dadurch löst es sich auf. Alle Zahlen erhalten durch die Beigabe der Null eine Verstärkung oder eine höhere Bestimmung.
Mit der 8 (Acht) wird sprachlich auch Achtsamkeit und Achtung ausgedrückt. Die Acht verbindet zwei Pole: Himmel (Gott) und Erde (Materie). In ihr liegt die Festigkeit und Stabilität der Ruhe miteinander. In der Qualität der Acht geht es um das Thema Macht und Ohnmacht, es gilt zu erkennen, dass man Täter und Opfer zugleich ist.
Wenn ich nun 2+0+0+8 addiere, ergibt sich die Zahl 10. Die Zehn steht für das höchste Maß an Vollkommenheit, das Göttliche, das Ideal.
Das Jahr 2008 wird ein einzigartiges Jahr, das das
Potential jedes einzelnen Menschen voll herausfordert und zum
Leuchten bringen wird. Es geht um die Qualität der EINZIGARTIGKEIT
eines Jeden zu erkennen. Sich selbst als Größe, als göttliches Geschöpf
wahrnehmen. Einssein mit sich selbst und dem göttlichen Prinzip.
Die Qualität des eigenen Potenzials zum Ausdruck zu bringen.
Anja Kolberg: Kannst du ein praktisches Beispiel geben, was es beruflich für die Menschen bedeuten könnte und was privat?
Anna-Katharina Buse: Ja, das bedeutet, dass jeder Mensch gerade in diesem Jahr die Möglichkeit hat oder auch herausgefordert werden kann, sich auf seine innere Qualitäten zu besinnen. Sich mit allen Höhen und Tiefen, mit allen hellen und dunklen Seiten anzunehmen. Aber speziell nach seiner inneren Intuition zu handeln, seinem eigenen Gefühl zu vertrauen und seine eigene Größe erkennen oder wahrnehmen. Das kann im beruflichen wie auch privat sein. Beruflich kann es so sein, endlich den Mut zu haben sich von einem ungeliebten Arbeitsplatz zum Beispiel zu trennen oder aber auch von außen gelöst zu werden. Es hat die Aufgabe das suchen oder tun, was zu ihm stimmig ist. Nicht missverstehen, jetzt nicht alles über den Kopf zu schmeißen, sondern in sich zu gehen und schauen, worin liegt wirklich meine Freude hier im Leben, darin liegt auch das Potential. Nicht dem Negativen die Aufmerksamkeit geben, sondern das Positive oder das Potential zu nähren
Anja Kolberg: Wofür stand das Jahr 2007 und wofür wird das Jahr 2009 stehen? Wie bettet sich das Jahr 2008 dort hinein?
Anna-Katharina Buse: Das Jahr 2007 hat ja in seiner
Quersumme die Neun. Das bedeutet, die Neun hat die Qualität des
Abschlusses und gleichzeitig des Neuanfangs. Sie steht für das Ende und
zugleich für etwas Neues, der Erfüllung und Auflösung. Das Jahr 2007
hatte die Qualität des Entwickeln von Verständnis und Toleranz gegenüber
Sichtweisen und Vorurteilen anderer. Dieses zu verinnerlichen und es zu
wandeln in eine andere Qualität der höheren Prinzipien der Liebe. Anders
ausgedrückt, im Jahr 2007 hatten wir Chance unsere inneren Werte noch
einmal zu prüfen, ob sie mit unserer Lebensphilosophie im Einklang
stehen. Und all das, was zu unserer wirklichen Lebensphilosophie nicht
passt, loszulassen. Das können Veränderungen in Beziehungen,
Freundschaften, alte Muster, Gewohnheiten etc. sein. Und gleichzeitig
zum Ende des Jahres ins Vertrauen zu gehen, das diese auch manchmal
schmerzhaften Loslassprozesse etwas Neues bewirken, was dem Menschen
dient und förderlich ist, um seine Einstellungen hinsichtlich seiner
eigenen Fähigkeiten zu verwandeln.
Das Jahr 2009 wird
diese Prozesse, des jetzt wieder neu beginnenden Erkennen der
Einzigartigkeit noch mal unter dem Thema der 11 bzw. der 2 stellen. Das
bedeutet wiederum, dass das Potential jedes einzelnen Menschen mit
seinen Schatten und hellen Seiten noch deutlicher und sichtbarer wird.
Es geht um das eigene Vertrauen und der Anbindung an das göttliche
Prinzip.
Anja Kolberg: Du erwähnst zweimal das göttliche Prinzip. Was verstehst du darunter?
Anna-Katharina Buse: Für mich ist das göttliche Prinzip der Glaube an etwas, das größer ist als wir. Ich übersetze es immer mit diesem Beispiel für mich: Ich als Mensch schaue auf einen Ameisenhaufen und bestaune, wie emsig sie ihren Weg und Arbeit schaffen. Und so stelle ich mir etwas vor, was ich als göttliches Prinzip beschreibe, was über uns ist, außerhalb der für uns sichtbaren Welt und auf uns nieder schaut, wie wir hier emsig unser Dasein leben.
Danke für das Interview!
Mehr über Anna-Katharina Buse
und ihre Angebote finden Sie auf ihrer Webseite www.wohlfuehlarchitektur.de.
Montag, 31 Dezember, 2007
2007 geht
Der letzte Tag im Jahr.
Komisches Gefühl.
Abschied.
Neubeginn?
Schon
nach vorne schauen oder erst noch zurück?
Das alte Jahr hat
einen Rückblick verdient.
Ich schaue es mir an. Das Jahr 2007.
Es war ein einfaches Kleid.
Aus
starken Fasern, von guter Qualität und natürlicher Schönheit.
Einzigartig
und ganz besonders.
Ein Kleid, das knittern durfte.
Grasflecken
zeugen von schönen Stunden sinnlosen Nichtstuns.
Der Stoff ist an manchen Stellen sehr abgenutzt, so ganz einfach war es
nicht, das Jahr 2007.
Weder für dich noch für mich.
Goldfäden durchziehen den starken Stoff.
Funkelnd erinnern sie
an schöne Momente.
Lavendelduft kitzelt an der Nase.
Es knistert.
Kleine Erdgeister plumsen aus dem Stoff, klopfen sich
den Staub von 365 Tagen aus den Kleidern. Husten laut. Nur langsam legt
sich der Dreck und frei wird die Sicht auf ihre glänzenden, rotwangigen
Gesichtchen. Ein Funkeln in ihren Augen. Sie können das Neue Jahr
bereits sehen.
Da kommt auch schon ein Wasserstrahl und reinigt den Boden vom
angesammelten Dreck.
"Blitzeblanke sauber", seufzt das Eichhörnchen,
das vom Baumwipfel genüsslich auf einer Haselnuss kauend das Schauspiel
beobachtet hat.
"Was geschieht jetzt mit dem Kleid?" zwitschert die
Amsel vom Nebenast. "Hmpfmampf. Weiß nicht", kaut das Eichhörnchen.
Langsam wird es dunkel. Die Nacht hüllt den letzten Tag in Ruhe und
Schweigen.
Kälte sorgt für klare Luft.
Der Mond wirft
sein Licht auf 2007.
Es glänzt, das Jahr. Schaut glücklich und
zufrieden drein.
Es ist kurz vor Mitternacht. "Danke", flüstert die Trägerin und streift das Kleid sanft von ihren Schultern. Behutsam und voller Respekt. "Danke, für all das, was ich mit dir erleben durfte. Danke, für den Schutz, den du mir gegeben hast. Danke für all die Erfahrungen, Begegnungen, Prüfungen, Wege, die wir gemeinsam gegangen sind. Ich werde noch oft an dich denken." Gefaltet wird es auf einem Bett aus Moos zur Ruhe gelegt.
"Siehst du es auch?" flüstert das Eichhörnchen seinem Freund, der Amsel, hinüber. "Ja. Wunderschön." Für einen Moment erscheint ein weites Feld aus niedergelegten Kleidern. Im Licht der Sterne erstrahlen sie und funkeln in warmen Licht. Nur für einen Moment zu sehen und schon wieder vergessen. Das Eichhörnchen vergisst einen Moment zu kauen, so schön war dieser Augenblick.
"Och schade, schon vorbei", seufzt der kleine Nager. "Schau mal", staunt sein gefiederter Freund. Eine weiße, kleine flauschige Feder schwebt sanft hinunter. Unzählige Funken sprühen jetzt in alle Richtungen. Bunt. Glitzernd. Strahlendes Licht. Es blendet beide für einen Moment. "Boah, hast du das gesehen?", nicht spürbar sprachlos schaut die Amsel zum Eichhörnchen. "Tolle Show", sagt es und reißt dann die Augen auf: "Guck mal, guck mal! Ein neues Kleid!" Strahlend weiß ist es. Ein kleiner Schauer rollt dem Eichhörnchen über den Rücken. "Boah, geil!" entfleucht es der Amsel. Unzählige Lichtreflexe erhellen die Nacht. Diese eine besondere Nacht der Geburt eines neues Jahres. Nur ein einziges Mal erlebt das Jahr diese Geburt.
Die Kirchenglocken läuten. "2008 ist da" haucht die Amsel erfürchtig. "Ist das schön" seufzt sein Freund ganz glücklich. Für einen Moment tauchen Bilder am Himmel auf. Fetzen voller Liebe, Licht, Hoffnung, Erbarmen und Freude leuchten auf. "Ooooooh ja" - "oooooooh ja" seufzen und jauchzen nun beide voller Vorfreude. Arm in Arm. In ihrem Baum. Schaukeln im Wind. Beobachten die sternenklare Nacht. Fühlen das Neue Jahr.
"Willkommen" flüstert nun auch die Trägerin, fühlt den Stoff des neuen Kleides, atmet seinen Duft, spürt die Kraft des Neuanfangs, spürt die Kraft der Geburt.
Anja Kolberg
Samstag, 22 Dezember, 2007
Stille
Eingehüllt in Stille.
Einen Moment für mich.
Da sein.
Mich
spüren.
Ruhe breitet sich aus.
Der Liebe begegnen.
In einem Lächeln.
Einem Gruß.
Einem
Sonnenstrahl.
Einem Lied.
Einer freundlichen Geste.
Frieden fühlen.
In mir und der Welt.
Ich wünsche Ihnen und den Menschen, die Sie lieben, von ganzem Herzen wunderschöne Weihnachtstage!
Ihre Anja Kolberg
Donnerstag, 20 Dezember, 2007
Der Geist der Weihnacht
... zeigt sich so langsam. Heute früh, als alle Weihnachtsmarktanstrengungen nicht mehr zu spüren waren und auch die Vorbereitungen für den Geburtstag meines Mannes von mir vielen - blickte ich aus dem Fenster.
Sah Nebel. Sah Frost. Fühlte Stille.
Ein Gefühl von Weihnachten kommt auf. Gerade jetzt scheint auch noch die Sonne in mein Zimmer. Ist das schön.
Herrliche Ruhe. Entspannung. Vorfreude. Tage in Gemeinsamkeit mit der Familie. Ausspannen. Genießen. Da sein.
Darauf freue ich mich. Das Leben ist schön!
Ihre Anja Kolberg
Montag, 03 Dezember, 2007
Es wird Abend...
Es wird Abend.
Gemütlichkeit kehrt ein.
Ruhe vom täglichen Streß.
Durchatmen. Kraft tanken. Aufatmen.
Frieden finden in mir.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend
Anja Kolberg
Montag, 20 August, 2007
Inspiration...
... habe ich mir gewünscht. Gezogen habe ich aus dem Postkartenset
die Karte mit der Möwe am Himmel:
Text: "Du trägst alles in dir, um deinen Wunsch zu verwirklichen. Darum ist er in dein Leben getreten."
Die Karte stärkt mir den Rücken. Warum? Ich ertappe mich oft beim Grübeln: Habe ich alles, was ich brauche? Fehlt mir nicht noch die Ausbildung oder jene Erfahrung?
Die Ermutigung tut gut. Schöne Inspiration.
:o)
Anja Kolberg
Donnerstag, 28 Juni, 2007
Rechte, Macht, Erwartungen & Selbstverantwortung
Durch Zufall fand ich die Seite von streetwork.ch
und dort vier wirklich wunderbare und sehr lesenswerte Texte über
Donnerstag, 21 Juni, 2007
Ich bin reich!
Nicht auf dem Konto, wo vielleicht der erste Gedanke hingesprungen ist und siebenstellige Zahlen gesehen hat.
Ich bin reich an Liebe. Ich kann mich fallen lassen in ein Netz aus Liebe. Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich nicht so funktioniere wie ich meine, funktionieren zu müssen.
Ich bin reich an Blüten, wenn ich den Blick durch meinen Garten schweifen lasse.
Ich habe Zeit satt! Meine Uhren machen eine Auszeit. Ich schwimme im Zeitluxus!
Es gibt so viel mehr an Reichtum, der mich umgibt. Sicherheit. Glück. Kleine Dinge. Nahrung. Wasser. Wärme. Bildung. Fortbewegungsmöglichkeiten. Gesundheit.
Ich bin reich!
Anja Kolberg
Freitag, 18 Mai, 2007
... dann wird alles besser
Irgendwann ertappte ich mich bei dem Gedanken: "Wenn ich das erreicht
habe, dann wird alles besser."
Wie komme ich auf die Idee, dass es mir dann gut geht? Es ist wichtig, dass ich schon heute glücklich bin und nicht erst, wenn ein bestimmter Zustand oder ein bestimmtes Ereignis eingetroffen ist.
Vielleicht kennen Sie einen dieser Gedanken:
- Wenn ich einen Partner habe, dann ...
- Wenn ich ein Kind habe, dann...
- Wenn ich Single bin, dann...
- Wenn ich endlich einen neuen Job habe, dann...
- Wenn ich endlich eine Auszeit machen kann, dann...
- Wenn ich meinen Traumjob gefunden habe, dann...
- Wenn ich die Prüfung geschafft habe, dann...
- Wenn wir das Haus fertig gebaut haben, dann...
- Wenn ich in Kleidergröße 38 passe, dann...
- Wenn ich wieder gesund bin, dann...
Ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass dann alles besser wird? Warum
soll es denn nicht besser werden? "Alles" - vielleicht ist das der
Knackpunkt. Denn man einen Partner hat, muss man sich mit ihm zusammen
raufen. Wenn man einen neuen Job hat, wer sagt, dass man dort genau so
gut mit den Kollegen klar kommt? Wenn man seinen Traumjob gefunden hat,
wer sagt, dass einem die Arbeit wirklich gefällt? Ist man bereit, auf
Annehmlichkeiten zu verzichten, die man jetzt hat? Für alles Neue hat
man einen Preis zu zahlen, etwas aufzugeben. Es wird nicht alles besser.
Anders mit Sicherheit.
Aber wer weiß, wie lange es noch dauert, bis das Ziel erreicht ist?
Mir wurde klar: Heute ist der Tag zum Glücklich sein! Nicht morgen!
Was kann ich heute tun, damit es mir gut geht?
Das werde ich nicht hier am Computer finden, dessen bin ich mir sicher.
Deswegen mache ich für heute Feierabend und suche mein Glück draußen in
der Natur, im Garten, vielleicht mit der Nase an einer duftenden
Pfingstrosenblüte.
Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende
Anja Kolberg
Mittwoch, 07 März, 2007
Zuhören
"Menschen, die zuhören, schenken Heilung für die Seele." so lautet
der Text einer meiner Postkarten.
Die habe ich mir als meine persönliche Tageskarte gezogen. Gleich zweimal ist sie mir heute schon begegnet. Zeit, darüber zu schreiben.
Aus meiner Erfahrung ist das Zuhören einer der wichtigsten Elemente im Coaching. Warum? Weil ich glaube, dass der Mensch selbst der beste Experte für seine Situation ist und er die Lösung in sich trägt. Weil er nicht noch einen Tipp von außen braucht und ich es nicht besser wissen kann und will. Und die Lösung ins uns braucht Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr zum Zuhören. Dann zeigt sie sich auch.
Ein anderer Aspekt des Zuhörens: Erkennen, ich bin nicht alleine.
Gestern traf ich mich mit einer Kollegin in einem herrlichen Café in
Köln-Sülz. So jedes viertel Jahr machen wir einen Termin aus. Und es hat
mir so gut getan, von mir und dem zu erzählen, was in der letzten Zeit
passiert ist und ihr hat es umgekehrt gut getan, dass ich ihr zugehört
habe. Wir beide habe so einige Parallelen in unserem jetzigen Leben
festgestellt und das war herrlich erleichternd. Menschen finden, die
ähnliches durchleben, ähnlich fühlen, Verständnis haben. Nicht mehr
alleine da stehen oder als buntes Schaf der Herde, immer ein bißchen
außen vor, immer ein bißchen an sich selbst zweifelnd.
Unser Umfeld kann uns manchmal nicht mehr zuhören. Warum? Weil sie
unsere Leidensgeschichte schon x-mal gehört haben und sie ihnen an den
Ohren heraus kommt. Weil sie mit ihrem Latein am Ende sind. Weil sie mit
uns leiden und es ihnen jedes Mal wieder wehtut, wenn wir immer noch in
unserer Situation festhängen und es nicht weiter geht. Mir wurde das
kürzlich bei meinem Bruder deutlich: Ihm ging es schlecht, also ging es
mir auch schlecht. Als es ihm besser ging, ging es mir selbst auch
besser. Endlich aufatmen, ich konnte mich wieder auf mich selbst
konzentrieren. Musste mir keine Sorgen mehr machen. Das passiert
einfach, egal wie geschult ich bin. Je näher mir der Mensch ist, dem es
schlecht geht, desto mehr berührt es mich.
Es gibt aber auch Situationen, da will man leiden und (!) keine
gutgemeinten Ratschläge hören. Da braucht man jemand, der einem "nur"
zuhört.
Doch dazu braucht man diese Information vom Anderen. Gut ist, wenn ich
dann als "Leidende" meinem Gegenüber sage: "Ich brauche jemanden zum
Zuhören. Bitte keine Tipps und Hilfestellungen. Ich weiß, die Zeit geht
vorüber. Bitte nur zuhören und wenn du kannst, sag mir, dass du mich
verstehst, sonst sag nichts." Und wenn ich als Zuhörende diese
Information nicht habe und spüre, dass ich will dem anderen helfen will
und mir x gute Lösungen einfallen, die der andere aber nicht hören will,
kann ich ja fragen: "Was erwartest du von mir? Soll ich zuhören und
sonst nichts sagen? Willst du einen Rat? Ich mache mir Gedanken, wenn
ich höre, dass es dir schlecht geht. Du hilfst mir beim Zuhören, wenn du
mir sagst: Jetzt leide ich, die Zeit geht vorüber und ich brauche jetzt
nur ein offenes Ohr ...."
Die Seelenhygiene des Zuhörenden ist für mich auch noch ein wichtiger
Aspekt. Was ich damit meine? Wenn ich etwas erzählen will, den anderen
zu fragen, ob er Zeit hat, um mir zuzuhören. Und auch Interesse am
Zuhörenden zeigen und die Bereitschaft, auch ihm zuzuhören. Es bedeutet
für mich auch, "Stop" zu sagen, wenn ich als Zuhörende einfach nicht
mehr zuhören kann. Sehr wichtig finde ich auch, dass ich als Erzählende
ein Verständnis dafür entwickle, dass das, was ich erzähle, etwas mit
dem Zuhörenden macht, es nicht spurlos an ihm vorüber geht. Ich spreche
hier nicht von Erfolgserlebnissen oder lustigen Sachen, die ich erzähle,
sondern von Unzufriedenheit, Veränderungsprozessen, von Angst, von
Schmerz, von Sorgen, von Nöten, von Krankheit. Der Zuhörende trägt etwas
mit mir, in dem er zuhört. Deswegen finde ich wichtig, das Umfeld in
ernsten Situationen nicht zu sehr zu strapazieren, sondern auch die
Verantwortung zu übernehmen und mir professionelle Zuhörer zu holen, die
nicht von meinen Gefühlen und meiner Situation so betroffen sind wie
vielleicht die Familie oder Freunde.
Gute Zuhörer? Menschen, die sich Zeit nehmen. Die fragen: "Wie geht es
dir?" und diese Frage ehrlich meinen, weil sie wirkliches Interesse
zeigen. Durch ihr Zuhören. Die mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit da sind
und nicht gleichzeitig auf den Bildschirm schauen, durch die Gegend
starren, am Handy rumfummeln, auf den Tisch blicken oder einem ins Wort
fallen und von sich selbst erzählen. Menschen, die einen anschauen,
einen bestätigen, einen ausreden lassen - anerkennen, dass man sein darf
wie man ist. Durch zuhören dem anderen Achtung schenken. Dann kann die
Seele durchatmen und macht sich auf den Weg der Heilung.
Es ist ein Glück und großes Geschenk, solche Menschen um sich zu haben.
Das müssen nicht viele sein. Manchmal ist es auch ein Tier, das uns
anschaut und in den Augen so viel Verständnis transportiert, dass man
sich verstanden fühlt. Es kann auch die Natur sein, der Wald, ein Stein,
eine Muschel, der Regen, ein Weg.
Ich bin froh, dass ich Menschen habe, die mir mit ihrem ganzen Herzen zuhören und danke meiner Mutter, dass sie mir diese Eigenschaft mit auf den Weg gegeben hat.
Anja Kolberg
Mittwoch, 24 Januar, 2007
Ach hätte ich nur...
Als junges Mädchen bekam ich ein Sarah-Kay-Adressbüchlein geschenkt. Ich
war davon so verzaubert, dass ich kaum wagte, etwas reinzuschreiben.
Nein, dafür war es doch viel zu schade. Ganz vorsichtig habe ich die
Adressen mit Bleistift eingetragen, damit ich sie ja wieder wegradieren
konnte. Natürlich habe ich für's Radieren nicht den
Sarah-Kay-Radiergummi benutzt. Der hätte ja schmutzig werden können.
Irgendwann war Sarah-Kay out und ich hatte das Adressbüchlein gar nicht
so richtig in Besitz genommen.
Diese Beobachtung habe ich im Laufe der Jahre noch öfter gemacht. Zum Beispiel ein besonders wertvolles Tagebuch erst mal nicht benutzen. Es könnte ja zu unwichtig sein, was ich reinschreibe. Ich werde es später einweihen, wenn der richtige Moment gekommen ist. Wenn etwas ganz besonderes ist.
Kleine Beispiele von denen es auch große gibt.
Ist es auch so mit dem Leben? Lebe ich mein Leben auch nur ganz
vorsichtig, weil ich Angst habe, es könnte schmutzig werden? Ich könnte
es verbrauchen? Warte ich auf den richtigen, den perfekten Moment, um
etwas zu tun, das ich mir wünsche? Kommt der perfekte Moment, in dem
alles gelingt, alles stimmt und ich keine Fehler mache?
Stehe ich irgendwann am Ende meines Lebens und denke: Ach hätte ich nur?
Mittwoch, 13 Dezember, 2006
Ruhe
... in der Hektik des Alltags finden. Zwischen all den täglichen Aufgaben und zusätzlichen Vorbereitungen für die Feiertage. Ich habe den Eindruck, die Zeit läuft gerade doppelt so schnell. Himmel.
Dabei werde ich sogleich an früher erinnert. Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen und jedes Wochenende war die Messe Pflichtprogramm. Ganz ehrlich: Das fand ich nicht wirklich spannend, alles war so statisch, lief immer gleich ab. Das wirklich spannende an den Messen war, das wir Mädchen es geschafft haben, den Pater zu überzeugen, dass nicht nur Jungen Messedienen können und dürfen, sondern auch wir. Das war wirklich nicht einfach, wir haben es mit großem Erfolg geschafft. :o) Und als wir unseren kleinen Beitrag leisten konnten, war es auch interessanter.
Beten habe ich immer mit Bitten in Verbindung gebracht, stelle ich gerade fest. So sind dann meine Dialoge, die ich innerlich führe oder auch in meinem Tagebuch, bei denen ich nicht nur Austausch mit meiner inneren Stimme halte, sondern auch mit Gott, Gebete. Schön ist das. Gut tut es, das zu wissen. Denn es ist kein Monolog, sondern ein Dialog. Leise. Sanft. Weise. Mit Ruhe. Fragen stelle ich, teile meine Sorgen mit, darf traurig sein oder dankbar. Schön!
Danke für diese kleine Auszeit aus der Hektik des Alltags
Anja Kolberg
Montag, 27 November, 2006
Wie wahr
In einer Broschüre der AGD (Allianz Deutscher Designer) fand ich dieses Zitat von John F. Kennedy:
"Einen Vorsprung im Leben hat,
wer da anpackt,
wo die anderen
erst einmal reden."
Wie oft im Leben schnüre ich den vermeindlich perfekten Plan und plane
und plane und plane und komme dennoch nicht an? Weil der Plan nie ganz
perfekt ist, ich nie alles, was ich will, hinein bekomme. Weil ich immer
einen Abstrich machen muss. Perfekt zögern.
Wie oft im Leben mache ich mir keine Gedanken, gehe einfach los und erreiche innerhalb kürzester Zeit, was ich will? Ohne große Planungen, einfach durch mein Handeln. Keinen Kopf machen, sondern einfach machen.
Ich wünschte mir, ich könnte mein Planungshirn öfter in den Urlaub schicken und mein inneres Kind hervorzaubern, das nicht lange nachdenkt, sondern seiner Lust folgt. Schön!
Einen guten Start in die Woche!
Anja Kolberg
Donnerstag, 23 November, 2006
Ich glaube an die Liebe
"... und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende!" - Schönes
Märchen, das uns in Liebesgeschichten immer wieder aufgetischt wird. In
Wahrheit wissen alle, die länger in einer Partnerschaft oder Ehe leben:
Danach fangen die Herausforderungen in der Beziehung erst so richtig an.
Denn sind die ersten heißen Gefühle und Wallungen passé, öffnet sich der
Blick für die Macken des anderen und man selbst zeigt sich auch nicht
mehr nur von der Sonnenseite. Wer wollte nicht schon mal seinen Partner
in den Himmel schießen?
Wie meistert man die Probleme, die jede Beziehung erlebt? Was gehört
dazu, um bis ins Alter in einer Partnerschaft glücklich zu sein? Leben
alle alten Ehepaare wie Bruder und Schwester miteinander? Wie hält man
die Liebe jung? Stimmen wirklich die unzähligen Statistiken, was das
Liebesleben durchschnittlicher Paare angeht oder sind das alles nur
Wunschträume? Wird beim nächsten Partner auf Dauer wirklich alles
besser? Oder erlebt man immer eine schöne Anfangszeit und dann nach
einigen Jahren Beziehung ein Trennungsrevival? Erwarten wir zuviel von
einer Partnerschaft?
Warum ich mir gerade jetzt darüber Gedanken mache? In meiner Familie
trennt sich ein Paar. Und ich glaube dennoch an deren Liebe. Vielleicht
bin ich eine hoffnungslose Romantikerin. Vielleicht bin ich unmodern.
Patchwork ist in und klingt interessant, es gibt wirklich viele schöne
Geschichten von völlig neuen Lebensmodellen. Sind alte Werte wie die Ehe
wirklich überholt?
Wenn sich ein Paar im Bekanntenkreis trennt, bewirkt dies meist auch
ein Nachdenken der Paare in deren Umfeld über ihre eigene Beziehung.
Zumindest kenne ich das von den Frauen so. Auch ich denke dann nach. Als
sich vor einigen Jahren ein befreundetes Paar trennte, schüttelte mich
das ziemlich stark, weil ich so unzufrieden war. Dieses Mal ist es
anders. Ich fühle mich gefestigter. Schönes Gefühl der Ruhe. Hätte nicht
gedacht, dass ich das schaffe.
Ich glaube an die Liebe und die damit einhergehenden Herausforderungen.
Seinen Partner sucht man sich nicht ohne Grund aus. Der andere hat
etwas, das man haben möchte, sich wünscht und man selbst vielleicht
nicht auslebt. Von meinem Partner konnte ich lernen, auch mal 5e gerade
sein zu lassen. Mich nicht ständig zu überarbeiten und auch mal Pause zu
machen. Ihm imponiert auf der anderen Seite, dass ich die Dinge anpacke
und umsetze, die ich mir vornehme. Das heißt nicht, dass diese
Lernaufgaben leicht sind. Oh nein, sie bringen mich an meine Grenzen.
Für mich war das Buch "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du
heiratest" letztes Jahr ein wahrer Glücksfund. Zum einen, weil
ich darin bestärkt wurde, dass ich mit meinem Partner genau die
Partnerschaft führen kann, die ich führen möchte. Und dass die
Unzufriedenheit, die ich spüre, mit mir selbst zu tun hat und der
Partner sie projeziert. Die Erkenntnis hat mir gut getan. Genörgelt und
kritisiert hatte ich lange genug. Eine Kundin, die das Buch auch gelesen
hatte, nannte mir ein sehr schönes Zitat daraus "Trennung ist Aufschub
von Heilung." Ja, auch das glaube ich. Beziehung ist harte Arbeit. Vor
allem an sich selbst.
Vielleicht denke ich darüber irgendwann einmal anders. Jetzt bin ich
so und dankbar dafür, dass ich einen Mann habe, der mich liebt - so wie
ich bin. Seine Beständigkeit und Liebe ist eine Ressource in meinem
Leben, die mir sehr viel Sicherheit, Stärke und Vertrauen schenkt. Und
dafür bin ich dem Himmel dankbar! :o)
Und diese Ressource schenkt mir auch ungeheure Lernaufgaben, die ich
nicht wirklich haben will, mich aber sicherlich auf meinem Weg
weiterbringen. Wenn ich mehr Zärtlichkeit wünsche, kann ich mich ehrlich
fragen: Und wann war ich zärtlich zu meinem Partner? Wenn ich das Gefühl
habe, ich komme zu kurz: Wann habe ich mir Zeit für mich selbst
genommen? Ich stelle immer wieder erstaunt fest, dass mein Partner mir
alle Zeit der Welt und auch Freiheiten gibt, die ich mir wünsche. Ich
muss es nur sagen. Und handeln. Und nicht denken: "Schade, dass mein
Partner nicht dies oder das mit mir macht."
Eine Tarotkartenlegerin sagte mir: "Männer erahnen deine Träume nicht.
Sie brauchen klare Ziele. Denen musst du genau sagen: Ich will zum
Geburtstag genau das rote Kleid dort haben. Dann bekommt man auch, was
man will." Hm. Bedeutet auch, dass ich sagen muss, was ich will.
Der
Schritt davor: Herausfinden, was ich überhaupt will. Und da gibt es ja
viele Fragen: Will ich Karriere? Will ich ein Kind? Will ich beides?
Gleichzeitig? Wo will ich leben? Zu welchen Kompromissen bin ich bereit?
Es ist an mir, zu handeln und meine Partnerschaft so zu gestalten, dass
sie für mich stimmt und ich darin zufrieden und glücklich in mir selbst
bin. Dann kann ich auch mit dem anderen glücklich sein.
Auf die Liebe
Anja Kolberg
Montag, 06 November, 2006
Der Schleier von Illusionen
... kennen Sie das auch?
- Sie gehen in einen Kinofilm, weil Sie schon so viel Gutes darüber gehört haben. Und sind maßlos enttäuscht.
- Sie besuchen eine Veranstaltung, von der Sie sich ganz bestimmtes erhoffen und die Hoffnungen bleiben aus.
Der zu hohen Erwartung und den falschen Vorstellungen folgt die
Ent-Täuschung. Das blöde an solchen Illusionen ist, dass einem der Blick
für die Dinge verloren geht, die man wirklich geschenkt bekommt und für
das, was man bereits erreicht hat.
Gerade auf dem Weg beruflicher Veränderungen können falsche Vorstellungen ein Projekt zum Kippen bringen. Ein Beispiel von mir: Als ich 1999 mein erstes Seminar gab, war meine Illusion: Ich schreibe es aus und schon sind die Anmeldungen da. Es war unglaublich schwer für mich, die folgende Enttäuschung zu verkraften und Energien zu mobilisieren, um Teilnehmer für mein Seminar zu gewinnen. Eine solche Illusion hat nichts mit der wirklichen Kraft des Projektes zu tun. Doch das fatale ist: Oft zweifelt man am Ziel und an sich selbst. Wichtig ist, in einem solchen Moment inne zu halten:
Waren meine Einschätzungen realistisch? Sind meine Erwartungen zu hoch?
Glaube ich, es wird zu schnell klappen? Glaube ich, direkt bei der
ersten Bewerbung werde ich Erfolg haben? Lohnt sich die Teilnahme an
einer Veranstaltung nur, wenn ich Aufträge generiere? Was ist, wenn ich
keinen einzigen bekomme? Was sind kleine Erfolge, die ich bereits
erreicht habe? Wo habe ich meine Grenzen erweitert? Worauf kann ich
stolz sein? Welche Schwierigkeiten können noch auf mich zukommen? Warum
werde ich es dennoch schaffen? Durch was kann ich Druck aus der
Situation nehmen, um entspannt und offen meinen Weg zu gehen?
Der Dialog der inneren Anteile Kopf & Herz kann einem Schutz vor Enttäuschungen geben und den Blick für die kleinen Erfolge öffnen.
Anja Kolberg
Montag, 30 Oktober, 2006
Schwarze Katze
Sind Sie abergläubisch? Laut Wikipedia
sind es mehr als 51% der Deutschen.
Heute lief mir eine schwarze Katze von rechts nach links über die
Straße. Da tauchte gleich die 13 vor meinem inneren Auge auf und ich
hatte Lust, zum Thema mal im Netz zu recherchieren. Was alles unter
Aberglauben fällt, erstaunt mich. Zum Beispiel das "toi-toi-toi" vor
einem Auftritt oder auch das Glücksklee.
Gerade
vor Prüfungen und schwierigen Aufgaben verschaffen einem Glücksbringer
ein wenig mehr Ruhe und Vertrauen. Auch die Sternzeichen gehören für Planet
Wissen zum Aberglauben im Alltag. Laut denen definiert heute die
Wissenschaft (früher die Kirche) die Grenze zwischen Glauben und
Aberglauben.
Na, wenn es um all die Dinge geht, die nicht wissenschaftlich belegbar
sind, aber einfach Spaß machen oder gut tun... Zum Beispiel das für mich
hochspannende Thema der Übersinnlichkeit! Oder auch so einfache Dinge
wie Tarotkarten legen. Ich selbst nutze dafür aber keine richtigen
Tarotkarten und halte mich auch nicht an ein Legesystem und lese die
Bedeutung der Karten dann im Buch nach, sondern ich höre auf meine
innere Stimme: Ich halte zum Beispiel mein Postkarten-Set in der Hand
und stelle mir eine Frage. Dann klappe ich die Karten spontan auf. Die
Karte, die sich dann zeigt, ziehe ich und lasse sie auf mich wirken: Was
löst das Bild in mir aus, was der Text? Ich bekomme dadurch immer wieder
Impulse und Hilfe für meinen Weg.
Einen Glücksbringer habe ich ja immer im Haus: Den Schornsteinfeger. Als wir zwei ganz frisch verliebt waren, habe ich ihn mal einen Tag beim Fegen begleitet. Das war schon ein tolles Gefühl, wie einen die Menschen angeschaut haben. :o) Mein Mann sagt, dass ihn immer wieder Menschen ansprechen, ob sie ihn mal anfassen dürfen. ;o) Das ist ein schöner Aberglaube!
Sie bekommen das Glück von mir Online: Viel Glück vom Schornsteinfeger!
Anja Kolberg
Donnerstag, 05 Oktober, 2006
Dankbarkeit
Schon seit einiger Zeit denke ich daran, über Dankbarkeit zu schreiben.
Im Urlaub habe ich ein Buch gelesen, das mir meine Oma mitgegeben hat:
"Bis auf den Grund des Ozeans"
.
Vielleicht kennen Sie es? Julia Tavalaro ist Anfang 30 als sie zwei
Schlaganfälle aus ihrem Leben reißen: Nach stürmischen Jahren als Single
wohnt sie endlich mit dem Mann, der sie liebt und mit ihrer kleinen
Tochter in dem Haus, von dem sie immer träumte. Sie wacht eines Tages im
Krankenhaus auf. Da sie als hirntot gilt, kommen das Pflegepersonal
nicht auf die Idee, dass sie hören, sehen und fühlen kann. 6 Jahre lang
erleidet sie Qualen bis eine Therapeutin merkt, dass sie mit ihren Augen
sprechen kann. Eine bemerkenswerte Geschichte vom Lebensmut und Willen
einer Frau. Unbedingt lesenswert!
Und nach solcher Lektüre und auch dank den Berichten über Frauenleben in
der 3. Welt werde ich mir immer wieder und immer mehr bewusst, was ich
alles habe, das für mich sonst selbstverständlich ist - für andere aber
noch lange nicht. Damit schwenkt mein Blick, von dem, was ich nicht habe
auf das, was ich alles habe. Und weg von dem, was ich noch nicht
erreicht habe bzw. erreichen will - auf das, was ich bereits erreicht
habe. Wenn ich mir das alles bewusst mache, fühle ich mich - unabhängig
von meinem sonstigen Bewertungsszenarios meines Lebens - unendlich
reich. Was das alles ist?
Ich kann sehen. Ich kann hören. Ich kann sprechen. Ich kann schreiben.
Ich habe ein Dach über dem Kopf und zu jederzeit genügend Wasser, um zu
trinken oder mich zu waschen. Mein Kühlschrank ist voll - ich habe immer
genug zu essen. Ich kann gehen und laufen ohne die Hilfe eines anderen
zu beanspruchen. Ich habe eine Familie, die mich liebt und die ich
liebe. Meine Oma und meine Eltern und meine Geschwister leben. Wir leben
in Freiheit und brauchen keine Angst zu haben, wegen des Glaubens oder
unserer Meinung verfolgt zu werden. Ich habe eine schulische und
berufliche Ausbildung genossen. Wann immer ich will, habe ich Zugriff
auf noch mehr Wissen und kann noch mehr lernen. Ich habe immer
Möglichkeiten zu schreiben, wann immer ich es will. Ich habe nur einmal
im Monat Schmerzen. Ich kann jederzeit zu einem Arzt gehen, der mich
versorgt. Ich kann reisen, wenn ich reisen will. Ich habe ein eigenes
Arbeitszimmer und zu Hause genügend Platz für mich alleine. Ich habe
einen Garten, den ich gestalten kann. Ich kann malen und habe genug
Material dafür da. Ich kann über das Internet weltweit zu Menschen
Kontakt aufnehmen. Ich kann in Urlaub fahren. Ich habe nette
Schwiegereltern und Nachbarn, die
während
dessen auf das Haus acht geben. Ich lebe in einer gleichberechtigten
Partnerschaft und Gesellschaft. Kein Mensch erteilt mir Befehle oder
gibt mir Regeln vor, die ich beachten muss. Ich kann mich mit anderen
Frauen treffen, wann immer ich will und frei draußen bewegen. Ich kann
das lesen, was ich lesen möchte. Ich habe die Möglichkeit, das zu tun,
was gut für mich ist und zu lassen, was nicht gut für mich ist. Ich kann
meine Zeit relativ frei einteilen. Wenn ich etwas unbedingt brauche,
habe ich das Geld, um es mir zu kaufen. Wenn ich etwas unbedingt haben
möchte, habe ich die Möglichkeit, Geld zu sparen, bis ich es mir kaufen
kann. Ich lebe in einem gemäßigten Klima, das mir gut tut. Wenn das
nicht mehr so ist, hätte ich die Möglichkeit, hier weg zu gehen. Wenn
alles schief geht, habe ich einen Staat, der für mich sorgt. Ich muss
nicht unter einer Brücke oder am Straßenrand auf Pappe schlafen. Ich
habe einen Pkw, mit dem ich fahren kann, wann und wohin immer ich will.
Ich habe einen eigenen PC. Ich habe es mir möglich gemacht, meine Träume
zu verwirklichen.
Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was wirklich ist und wofür ich dankbar bin. Ich bin unendlich reich und in Frieden mit mir und der Welt.
Danke, lieber Gott, dass ich das alles haben darf!
Anja Kolberg
Freitag, 18 August, 2006
Ich liebe diese Arbeit!
Ich komme gerade von dem Termin eines Anti-Karrierecoachings zurück. Spontan danach nahm ich Blatt und Wachsstifte in die Hand und malte dieses Bild:
Und ich bin dem Himmel und nicht zuletzt mir selbst dankbar, dass ich mich für meinen Weg entschieden habe, der es mir möglich macht, die Arbeit, die ich liebe, zu tun!
Ein himmlisches Wochenende!
Anja Kolberg
Dienstag, 15 August, 2006
Frühe Berufswünsche...
Haben Sie als Kind gemalt? Bestimmt! Und vielleicht hütet Ihre Mutter oder Oma oder Sie selbst ja auch eine Kladde mit Ihren gemalten Kunstwerken? Es macht herrlichen Spaß darin zu blättern!
Bei meinem Landurlaub haben sich meine Oma, meine Mutter und ich uns köstlich amüsiert. Hier sind einige Bilder von mir. Also, was ich scheinbar unbedingt mal werden wollte:
Prinzessin! Ich habe auch einen Prinzen gefunden, in Form eines
Schornsteinfegers. :o) Und witzigerweise habe ich doch ein Haus, eine
Frau und einen Schornsteinfeger gemalt! Genauso wie wir heute leben. Ist
das nicht ein Ding? Ein Zeichen? ;o)
Die Nähmaschine spielte eine große Rolle. Hier ein gebasteltes Bild für
meine Oma, die in unserer Familie immer genäht hat - was ich über alles
geliebt habe! Sie wissen ja, ich wollte früher Schneiderin und vor allen
Dingen Designerin werden. Wer weiß, vielleicht werde ich das ja noch mal?
Und zum Schluss ein Bild, über das ich wirklich staunen musste. Ich hatte nun wirklich kein Interesse Bäuerin zu werden, aber auf jeden Fall Lust am Landleben, wie dieses Bild hier zeigt.
Liebe Grüße!
Anja Kolberg
Donnerstag, 13 Juli, 2006
Was bleibt?
Die schwüle Hitze dieser Tage macht besonders den Menschen zu schaffen,
die sowieso schon geschwächt sind. Vorige Woche starb eine Nachbarin.
Noch nicht einmal 60 Jahre war sie. Gekämpft und doch verloren. Viel zu
jung, um zu gehen.
Aber ab wann "lohnt" es sich, gelebt zu haben? Wann stimmt der Zeitpunkt, zu gehen? Wenn man noch viel vor hat, sind dann nicht auch 99 Jahre zu jung zum Sterben? Wird in meinem Leben eines Tages der Zeitpunkt kommen, wo ich sage: "Genug "er"lebt. Jetzt kann ich gehen"? Oder werde ich ewig leben wollen?
Was bleibt? Was bleibt, wenn ich gehe? Erinnerungen, Fotos von Familienfeiern, Tagebucheintragungen, gemalte Bilder. Ja, das. Aber was noch? Möchte ich, das mehr von mir bleibt?
Und das bringt mich zu der Frage: Warum bin ich hier? Spüre ich meine Aufgabe im Leben und - wenn ja: Traue ich mich wirklich, diese und somit mich selbst auch ganz und gar zu leben?
Eine denkende und fühlende
Anja Kolberg
Mittwoch, 05 Juli, 2006
Wir sind Weltmeister der Herzen!
Nach so spannenden Spielminuten im Halbfinale ein so trauriges Ende für
die deutsche Mannschaft! Schade. Das Quentchen Glück, das zum Gewinn
dazu gehört, flog zur italienischen Mannschaft.
Wer hätte es der deutschen Mannschaft nicht gegönnt! Jungs, ihr habt wunderbar gespielt und uns spannendere Unterhaltung geboten als die meisten Thriller. Und das will erst mal geschafft werden!! Danke!!
Wir können stolz darauf sein, was die deutsche Mannschaft geschafft hat, auf das Bild, das wir Deutschen von uns gezeigt haben, wie wir uns selbst neu kennen gelernt haben. Die Liebe für unser Land und die Liebe für die, die diese Welle in Bewegung gesetzt haben. Jetzt können wir alle darauf reiten oder untergehen.
Wie gehen wir Deutschen mit dem Thema Scheitern um? Machen wir aus einer Spielniederlage eine Tragödie, die uns herunterzieht oder machen wir aus einer Niederlage einen Sieg und versuchen das Positive daran zu sehen? Mir gefällt das letztere! Einen Sieg feiern kann jeder. Aber mit einer Niederlage umzugehen, das erfordert wirkliche Stärke. Und die tragen wir in unserem Herzen. Zeigen wir sie!
Ich habe Lust auf dieser Welle zu reiten und das zu genießen! Herrlich!
Und eines ist die deutsche Mannschaft ganz gewiss: Weltmeister der
Herzen!
Ein Titel, den uns keine Mannschaft der Welt nehmen kann!
Ich freue mich auf den nächsten Krimi am Samstag um Platz 3!
Anja Kolberg
Dienstag, 27 Juni, 2006
Fragen wir Frauen zu oft nach dem Weg?
Männer fragen nicht nach dem Weg. Die fahren einfach drauflos, finden
ihn mal - durch Instinkt, durch Zufall, durch Ausprobieren, durch Wissen
- mal nicht. In letzterem Falle machen sie sich nicht verrückt, sondern
fahren wahrhaftig so lange durch die Gegend, bis sie den Weg gefunden
haben. Wenn es sein muss: Stunden. Um ja nicht nach dem Weg zu fragen.
(Funktioniert auch im Baumarkt.) ;o) Dabei ist es so einfach, wie die
meisten Frauen zeigen: Anhalten. Fragen. Richtung erfahren.
Weiterfahren. So einfach so gut.
Mit einer besonders interessanten Strategie versuchte ich mal als Jugendliche den Weg zu finden. Ich war das erste Mal mit meinem Freund und Pkw in der großen Stadt Köln. Wir wussten den Weg zurück zur Autobahn nicht und hatten die geniale Idee, einfach jemand hinterher zu fahren, der das gleiche Nummernschild hatte wie wir. Klingt doch gut, oder? Nicht so ganz. Der wollte nämlich nicht nach Hause Richtung Autobahn, sondern ganz woanders hin, wahrscheinlich seine Freundin besuchen. Das haben wir erst recht spät gemerkt und einen völlig neuen Teil Kölns weitab der Autobahn kennen gelernt...
Ich finde dazu, wie ich einen Weg zu einem bestimmten Ort finde, lassen
sich Parallelen ziehen, wie ich bei der persönlichen Zielerreichung
vorgehe. Versuche ich den Weg selbst zu finden, durch Try, Luck & Error
(wie viele Männer, siehe oben) oder frage ich direkt nach dem Weg? Mache
ich mir einen Plan, schaue mir ausführlich die Karten an und fahre dann
los? Frage ich zu oft nach dem Weg, bin nachher ganz verwirrt und höre
nur noch auf die anderen, statt mich zu besinnen, einen Blick auf meine
Karte zu werfen oder mir zuzutrauen, dass ich den Weg schon finden
werde? Gebe ich auf, wenn ich in einer Sackgasse gelandet bin oder drehe
ich um, wohlwissend gleich finde ich den richtigen Weg?
Ich glaube, hier von den Männern etwas lernen zu können. Nämlich nicht
immer gleich nach dem Weg zu fragen oder perfekt zu zögern - indem ich
plane, plane, plane - statt mich einfach auf den Weg zu machen und es so
zu tun, wie ich meine, es sei richtig. Einfach mein Ding zu machen und
nicht so schnell aufzugeben. Fest mein Ziel im Sinn und losfahren. Nicht
auf andere zu hören (hey, wer weiß, ob die sich wirklich auskennen und
verstehen, wo ich hin will?), sondern auf mich selbst. Zu viele
Menschen, die mir den Weg zeigen wollen, zeigen mir vielleicht auch
ihren Weg oder bringen mich gar davon ab, in dem sie mich erstaunt
fragen: "Was wollen Sie denn da? Da fährt doch schon lange keiner mehr
hin. Das lohnt sich doch nicht. Ich habe da eine viel bessere Idee." ....
Ja, und die Männer, ganz klar, die können auch was von uns Frauen lernen: Sich nämlich, wenn man sich total verfahren hat, nicht noch weiter verfahren, sondern die Hilfe von anderen annehmen und nach dem Weg fragen ...
Ich freue mich auf eine Woche, in der ich immer meinen Weg finde, und falls ich nicht weiterkomme, nicht gleich vorschnell nach dem Weg frage, sondern es mit meinen Möglichkeiten einfach mal versuche und mir erlaube, mich zu verfahren!
Vielleicht entdecke ich dabei ja etwas Wundervolles, das viel besser ist...
Anja Kolberg
Dienstag, 13 Juni, 2006
Flagge zeigen
Die WM macht's möglich: Die vergessene Lust der Deutschen, Flagge zu
zeigen. Farbe zu bekennen für das eigene Land. Bei Auslandsaufenthalten
ist mir immer wieder aufgefallen, wie positiv andere Länder zu ihrer
Fahne stehen. Als wir in Schweden auf dem Göta-Kanal unterwegs waren,
hatte fast jedes Haus die blau-gelbe Flagge gehisst. In Dänemark das
gleiche. Wie schön sind die Italienischen Farben, die sich meist in der
Dekoration italienischer Restaurants wiederfinden. Ich denke an die
Amerikaner, die mit einem unglaublich stolzen Gefühl ihre Hymne singen
oder auf so vielen Dingen ihre Flagge präsentieren.
Nur wir selbst in unserem Land schämen uns irgendwie dafür. Warum? Ja, wir haben in der Vergangenheit riesengroße Fehler begangen, die unentschuldbar sind. Doch darf nach über 50 Jahren nicht auch mal wieder ein gesundes Gefühl für unser Land einkehren? Ich möchte gerne sagen: "Ich bin stolz, eine Deutsche zu sein. Ich liebe mein Land." Ganz natürlich, ohne schlechtes Gewissen oder Angst, dass ich einen Stempel aufgesetzt bekomme. Jedes Land hat seine Vergangenheit.
Was haben wir für ein schönes Land. Grün, bewaldet, weltoffen, ich fühle mich hier sicher, gut versorgt, geschätzt, nette Menschen leben hier. Ich genieße es, beim Italiener, Thailänder, Chinesen oder Türken essen zu gehen. Bei dem Gedanken an die griechischen Vorspeisen läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Wie viele nette Menschen habe ich auf meinen Auslandsreisen kennen gelernt, mit wie vielen bin ich hier in Deutschland in Kontakt gekommen. Ich denke gerade an den russischen Jungen, der mir mit dem Fahrrad hinten auf's Auto gefahren ist. Beule im Auto, Fahrrad kaputt. Darüber habe ich seine Familie kennen gelernt. Sie lebten auf 2 Zimmern mit 10 Personen. Was haben die mich herzlich empfangen, frisch Gebackenes stand auf dem Tisch, Tee wurde mir angeboten. Was war das eine nette Familie, denen es so leid tat, was geschehen war und der Junge so traurig, dass sein Rad krumm war. Als ich meinem Onkel davon erzählte, sagte er: "Warte mal, ich habe noch ein Rad im Keller." Frisch geputzt habe ich es dem Jungen überreicht. Das war eine Freude, die mich noch heute berührt.
Ich glaube, dass dies auch ein typisches Bild für uns Deutsche ist. Wir sind genau so herzliche und liebevolle Menschen wie es sie in jedem Land auf der Welt gibt. Ebenso wie es auch in jedem Land auf der Welt die Bösen gibt. Es ist die Frage, wem oder was wir unsere Aufmerksamkeit schenken möchten.
Haben Sie die Sendung "Die größten Erfingungen"
zufällig letzten Sommer im ZDF gesehen? Ich war mehr als erstaunt, wie
viele dieser Erfindungen aus unserem Land stammen oder wie viele
Deutsche an deren Entstehung beteiligt waren. Ein paar Inspirationen?
Der Buchdruck, das Auto, die Röntgenaufnahmen, der Dübel, das
Antibiotikum, die Glühbirne... Was steckt für eine Kraft in uns
Deutschen. Das ist uns doch nicht einfach abhanden gekommen, es liegt
noch immer in uns. In jeder, in jedem von uns. Es ist Zeit, wieder
unsere Kraft zu sehen und an sie zu glauben. An unsere Art, die Dinge zu
machen. Ich will wertschätzen, was meine Ahnen aufgebaut haben. Ich will
mein Land wertschätzen mit allen Vor- und Nachteilen und mit aller
Brüderlichkeit und Herzlichkeit und all dem Guten, das in uns liegt und
in allen Menschen auf dieser Welt.
In diesem Tagen, wo der Sport die Menschen vereint, haben wir alle die Chance, uns neu zu erleben und zu zeigen, dass die Welt zu Gast bei Freunden ist. Bei uns.
Anja Kolberg
Freitag, 19 Mai, 2006
Was in uns liegt...
Mein Lieblingszitat stammt von Henry David Thoreau:
Was vor uns liegt und was hinter uns liegt,
sind
Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.
Und wenn wir
das, was in uns liegt,
nach außen in die Welt tragen,
geschehen
Wunder.
Ist das nicht wunderbar? Diese Worte inspirieren mich immer wieder, an
die leisen Ideen zu glauben, die in mir schlummern und sie mehr und mehr
nach außen in die Welt zu tragen. Ja, ich will Wunder! Sie auch? Was
liegt in Ihnen und will das Licht der Welt erblicken?
Sonnenpower aus dem sturmgeschüttelten Köln
Anja Kolberg, kurz vom 2. Berufsworkshoptag
Mittwoch, 17 Mai, 2006
Im Tun versinken
Kennen Sie das auch? Sie sind mitten in einer Arbeit, die Sie so in
ihren Bann zieht, dass Sie vergessen, zu trinken? Mir passiert das des
öftern. Heute morgen habe ich mich wieder dabei ertappt: Ich habe den
Berufsworkshop vorbereitet, der morgen beginnt. In Gedanken bin ich beim
Workshop, den Teilnehmerinnen, im Raum, was ich noch besorgen will und
in meiner Vorbereitung hier am Schreibtisch. Und ich spüre: "Ich habe
Durst." Es dauert eine ganze Zeit, bis ich mich aus meinem Tun löse und
mir hole, was ich brauche. Wo ich gerade dabei bin: Mein Wasserglas ist
wieder leer. (...auf zum Wasserhahn).
So wird mir mal wieder bewusst, wie wichtig es ist, immer wieder inne zu halten und mich zu fragen: "Was brauche ich gerade wirklich?" Das sind bei mir meist keine großen, aufwändigen Dinge. Manchmal brauche ich etwas zu trinken oder einige Minuten durch den Garten streifen, aufstehen, eine Kuscheleinheit mit unserem Hund oder einen Kaffee mit meinem Partner oder eine wirkliche Pause (ja, auch mit Schlaf).
Gut, dass es mir heute wieder bewusst wird. Wasser ist frisch aufgefüllt, der Workshop vorbereitet. Jetzt noch ein paar Besorgungen und dann habe ich mir den Nachmittag freigenommen. Nicht arbeiten, sondern nur für mich da sein und mich treiben lassen!
Sonnengrüße aus dem Regenwasser tankenden Köln (der Garten freut sich)
Anja Kolberg
Mittwoch, 10 Mai, 2006
Jeder Mensch...
...hat das Recht, sich die Zeit zu nehmen, die er braucht!
Das ist ein inspirierender Gedanke, der mich heute durch den Tag begleiten möchte!
Sonne aus Köln für Sie!
Anja Kolberg
Dienstag, 02 Mai, 2006
Heute schon gelobt?
Kennen Sie das Gefühl unerwartet Anerkennung zu erhalten?
Sei es die Postkarte einer Freundin, ![]()
ein
Dankeschön nach einem Abend bei Freunden,
ein anerkennendes Lob
in einer Mail,
ein Kompliment über das neue Outfit,![]()
ein
Zettel mit "Ich hab dich lieb" für den Partner
oder...
Es tut sooooo gut! Anerkennung ist etwas wunderbares.
Wie oft leben wir durch den Tag und vergessen dankbar zu sein, für das,
was wir haben? Den netten Partner zum Beispiel, der sich wiedermal in
die Küche gestellt hat, um das Abendessen zu zaubern. Wie leicht ist es
dann, zu kritisieren, statt grundsätzlich froh zu sein, dass einer die
Arbeit macht? Und dafür Anerkennung und Lob zu geben?
Gerade denke ich an ein Erlebnis in einer Mailingliste: Das Organisationsteam bestand rein aus ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern. Ich habe davor großen Respekt und finde es nicht selbstverständlich, etwas kostenfrei zu erhalten. Als es eine zeitlang Umstellungsprobleme in der Liste gab, schrieb ich ans Orgateam und bedankte mich bei den trotz dieser Herausforderung Arbeitenden für das enorme Engagement. Ich war erstaunt über die Antwort: Ich war die einzige, die etwas Nettes geschrieben hatte. Alle anderen hatten nur Kritik geäußert. Was hilft Menschen in einer solchen Zeit wohl mehr? Kritik? Wohl kaum. Ich glaube, die meisten von uns sind doch selbst ihre größten Kritiker, da müssen nicht noch andere draufhauen. Nein, ich glaube, ein nettes Wort und liebevolle Anerkennung helfen in solchen Momenten. Sie geben den Mut und die Kraft, weiter zu machen.
Haben Sie heute schon Anerkennung erhalten? Ich finde toll, dass Sie
diesen Text hier lesen und meine Webseite besuchen. Wie lange mögen Sie
mich und meine Seite wohl schon begleiten? Danke für Ihre Treue! Was
wäre eine Schreibende ohne ihre Leserinnen?
Ich fühle mich immer wie eine Schneekönigin für jedes Lob und jede Anerkennung, die ich erhalte. Oft drucke ich sie mir aus und lese sie mir in schwierigen Zeiten durch. Das ist eine Krafttankstelle für mich!
Ganz viel Sonne aus Köln
Anja Kolberg
Montag, 01 Mai, 2006
Was wäre wenn...
... ich heute nur das mache, worauf ich Lust habe?
... ich darauf höre, was ich wirklich brauche?
... statt schlechtem Gewissen wirklich auf der Couch liegen bleibe?
... ich heute bewusst nichts Sinnvolles tue?
... ich absolut uneffektiv bin?
... ich heute trödle?
Klingt richtig gut! Mache ich!



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