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Samstag, 01 Oktober, 2011
Meine Träume verwirklichen - Oktober 2011 - Wandkalender Herzensangelegenheiten
Positive Affirmation: Ich verwirkliche meine Träume.
Fotographie: Ein von mir selbst gebundener Herbstkranz in Grün und Lilatönen, befestigt an einem Weidenkorb. Aufgenommen in der Abendsonne.
Ich liebe dieses Bild. Ich liebe diesen Text. Als ich dieses Blatt für die Druckerei fertigstellte, hatte ich Tränen in den Augen. Das ist immer und immer wieder mein Thema: An mich selbst und meine Träume und Wünsche glauben. Sie so ernst nehmen, dass ich sie verwirkliche. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
In der Kalendervorstellung letzten Herbst habe ich einiges zu diesem Kalenderblatt geschrieben, schauen Sie hier (bis Oktober runterscrollen).
Zusätzlich dazu möchte ich heute ganz besonders den Augenmerk darauf richten, mich selbst zu unterstützen. Anderen Mut machen, fällt mir leicht. So viel schwerer ist es für mich, mir selbst beizustehen und mir Mut zu machen. Die Kraft, die Energie und Liebe kommt dafür aus dem Inneren. Wenn ich mich selbst liebe, ist dies leichter möglich, als wenn ich das nicht tue.
Selbstliebe ist das Stichwort.
Liebvoll zu mir selbst sein. Wie eine gute Mutter/guter Vater zu meinem inneren Kind zu sein, das sie bedingungslos lieben. Denn das ist meine Aufgabe als Erwachsene, genau so zu mir zu sein.
Das möchte ich jetzt mal ausprobieren und mich hier öffnen. Zeit für einen kurzen Dialog zwischen meinen inneren Anteilen: Dem liebevollen Erwachsenen in mir und dem inneren Kind, das Träume hat.
Liebevoller Erwachsene: Welche Träume hast du?
Inneres Kind: Sag
ich dir nicht.
Liebevoller Erwachsene: Warum nicht?
Inneres Kind: Weil ich nicht
weiß, ob ich dir vertrauen kann.
Liebevoller Erwachsener: Du weißt nicht, ob du mir vertrauen kannst.
Warum? Habe ich dich schon mal verletzt?
Inneres Kind: (lacht bitter,
schaut dann auf den Boden) Nicht nur einmal.
Liebevoller Erwachsener: (betroffen) Oh, das tut mir leid. Das war nicht
meine Absicht. Entschuldige, wenn ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt
war, dass ich mich dir nicht widmen konnte wie du es gebraucht und
verdient hast.
Inneres Kind: Hmmm. (guckt noch immer traurig auf den
Boden)
Liebevoller Erwachsener: (Hockt sich hin, damit er dem inneren Kind auf
gleicher Höhe in die Augen schauen kann) Kannst du mir verzeihen?
Inneres
Kind: (verschränkt die Arme vor der Brust, schüttelt mit dem Kopf,
weicht dem Blick aus)
Liebevoller Erwachsener: War wohl ziemlich schlimm, was ich gemacht
habe, oder?
Inneres Kind: (hebt den Blick und nickt heftig)
Liebevoller Erwachsener: Was brauchst du denn von mir, damit es dir
besser geht?
Inneres Kind: Liebe. Verständnis. Da sein für mich.
(jetzt mit lauter und wütender Stimme) MEINE TRÄUME NICHT LÄCHERLICH
MACHEN, SONDERN MICH ERNST NEHMEN!
Liebevoller Erwachsener: Das habe ich nicht getan?
Inneres Kind: NEIN!
Liebevoller Erwachsener: (setzt sich jetzt im Schneidersitz auf den
Boden) Es tut mir leid, dass ich deine Träume lächerlich gemacht habe
und dich nicht ernst genommen habe. Es tut mir leid, dass ich so wenig
Verständnis für dich habe und nicht genug für dich da bin. Es tut mir
leid, dass ich dich nicht so liebe wie du bist und du es verdienst. Es
tut mir leid.
Inneres Kind: (guckt dem liebevollen Erwachsenen jetzt
genau in die Augen)
Liebevoller Erwachsener: Ist es ein bisschen besser?
Inneres Kind:
(zuckt lustlos mit den Schultern)
Liebevoller Erwachsener: Hilft es dir denn zu wissen, warum ich so
gehandelt habe?
Inneres Kind: (WÜTEND) NEIN! Dann geht es wieder nur
um dich. Wie immer. (sie wird leiser) Immer geht es nur um dich.
Liebevoller Erwachsener: (ist betroffen) Das war mir gar nicht bewusst.
Ich dachte, es würde dir helfen. Aber du hast Recht, dabei geht es um
mich. Die Aufmerksamkeit liegt bei mir und nicht bei dir. Du hast gar
nichts davon, wenn du weißt, warum ich so handle, oder?
Inneres
Kind: Nein. (leiser werdend, den Blick nun auf den Boden gerichtet)
Endlich begreifst du.
Liebevoller Erwachsener: Das hilft nur mir, um mein schlechtes Gewissen
zu beruhigen. (schlägt mir der Hand vor die Stirn) Jetzt begreife ich.
Es tut mir so unendlich leid. Du musst mir nicht verzeihen. Ich sehe
deinen großen Schmerz. Da ist bestimmt ganz viel Traurigkeit und Schmerz
und Resignation, oder?
Inneres Kind: (guckt auf den Boden und nickt)
Liebevoller Erwachsener: Wie kann ich das bloß wieder gut machen?
Inneres
Kind: (streckt die Schultern nach hinten, richtet sich regelrecht auf,
guckt hoch und grinst frech) In dem du mir meine Wünsche erfüllst!
(Ich habe gerade beim Schreiben einen solchen Spaß und eine große Freude, diese beiden Anteile von mir zu beobachten, ihre Gestik und Mimik, ihre Antworten. Reines Vergnügen!)
Liebevoller Erwachsener: (lächelt) Was sind denn deine Wünsche?
Inneres
Kind: Erzähle ich dir nicht.
Liebevoller Erwachsener: Aber wie soll ich sie dir denn erfüllen?
Inneres
Kind: In dem du auf mich hörst. Ich sende dir deutliche Signale, was ich
will. Überhöre mich nicht. Höre hin.
Liebevoller Erwachsener: Oh, das fällt mir bestimmt ganz schön schwer.
Inneres
Kind: Ist mir egal. Du wolltest wissen, wie du das wieder gut machen
kannst. Das ist meine Antwort.
Liebevoller Erwachsener: (grinst) Ok, ich werde achtsam sein und auf
deine Signale hören.
Inneres Kind: Versprochen?
Liebevoller Erwachsener: (wird etwas traurig, die Schultern schmerzen
und ziehen nach unten) Ich will dich nicht wieder enttäuschen und habe
Angst, dir das zu versprechen. Was, wenn ich es nicht halten kann, weil
ich Fehler mache?
Inneres Kind: Fehler sind mir wurscht! Dein Wille
zählt. Versprichst du mir, dass du auf meine Signale hörst und mir meine
Wünsche erfüllst?
Liebevoller Erwachsener: (windet sich) Aber ich kann doch nicht global
sagen, dass ich dir deine Wünsche alle erfülle. Was wenn du dir
wünschst, für eine zeitlang in ein anderes Land zu gehen oder dir etwas
wünschst, das ich mir nicht leisten kann?
Inneres Kind:
(entrüstet, stemmt die Hände in die Hüften) Ich wünsche mir nur Sachen,
die gehen. Ich sage nicht, dass ich mir Sachen wünsche, die einfach
sind. Für manche sind Veränderungen nötig, die dir schwer fallen. Aber
alle Wünsche gehören in dein, in unser Leben. Wenn du wirklich auf mich
hörst, wirst du den richtigen Weg gehen.
Liebevoller Erwachsener: Puh! (zieht die Augenbrauen nach oben) Das ist
ganz schön heftig für mich, macht mir auch ehrlich gesagt ein bisschen
Angst.
Inneres Kind: (lächelt, reicht dem liebevollen Erwachsenen die
Hand) Brauchst keine Angst haben. Wir sind doch zu zweit.
Kurz war der Dialog nicht, dafür mich sehr bewegend.
Gesegnete Oktobertage!
Anja Kolberg
PS: Der neue Wandkalender wird gerade gedruckt. Ich freue mich schon auf sein Eintreffen! Mehr dazu bald hier auf der Webseite.
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Dienstag, 11 Mai, 2010
Das Kind in mir zum Hüpfen bringen
Samstag Nachmittag habe ich spontan im Blumenladen ausgeholfen. Blumen von Blättern befreit, angeschnitten, in Wasser gesetzt, kleine Gestecke gemacht. Das hat mir ganz doll Freude gemacht. Nach drei Stunden stehen - völlig ungewohnte Körpersituation für mich - war ich erschöpft, Rücken und Füße schmerzten - doch vor allen Dingen glücklich. Als ich abends im Bett lag, konnte ich gar nicht einschlafen. Wälzte mich hin und her. Und her und hin. Und hin und her. Stundenlang. Ich war so aufgewühlt, konnte nicht zur Ruhe kommen. Als ich dann nach innen blickte und schaute, wie es meinem inneren Kind ging, wusste ich warum: Meine kleine hüpfte freudestrahlend über eine Wiese und lachte und jauchzte: "Das war so schön, so schön, so schöööööön! Juchuuuuu!", landete sie rücklings im hohen Gras, Arme und Beine ausgestreckt und den Himmel anlachend. Kichernd schlief sie ein.
Die ganze Nacht träumte ich vom Blumenladen, band Sträuße, lachte, guckte Blumen an, roch an ihnen... Pure Freude und Lebensenergie. Am nächsten Morgen war ich ziemlich kaputt - und immer noch glücklich. :o)
Was für ein Geschenk, was für eine Kraft, die ich da in mir gespürt habe. Ich will dieses Glücksgefühl noch oft spüren. Hüpfende Freude. Kinderlachen in mir.
Eine zufriedene und glückliche
Anja Kolberg
Freitag, 09 April, 2010
Erwachsen werden
Verantwortung für mein Wohlbefinden übernehmen.
Unabhängig werden.
Gut für mich selbst sorgen.
Mich selbst glücklich machen.
Meine Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen.
Mir Aufmerksamkeit schenken.
Mich achten, wertschätzen und mich lieb haben.
All das zusammen bildet eine gute Grundlage, um zufrieden zu leben. Ab meinem vierzigsten Lebensjahr möchte das tun: Liebevoll und erwachsen mit mir umgehen.
Anja Kolberg
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Mittwoch, 18 November, 2009
Mein inneres Kind...
... trägt Verletzungen. Manche der Wunden sind verheilt, andere Wunden wurden nicht gesehen, nicht gewertschätzt, nicht wahr genommen. Aber sie sind noch heute da.
Als Erwachsene trage ich nun die Verantwortung für mein Wohlbefinden. Ich habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, dass meine seelischen Wunden heilen und dass ich mich von dem befreie, was mich belastet. Wenn ich das möchte. Ich brauche dafür nicht das Schmerzhafte noch einmal zu durchleben. Was mich heilt, ist die Aufmerksamkeit, die ich meinem inneren Kind schenke.
Es geht nicht darum, mit Dartpfeilen auf Bilder der Menschen zu werfen, die für die Wunden verantwortlich sind oder sie gar auf mich selbst zu werfen.
Es geht um Liebe. Liebe und Verständnis. Manchmal tut es mir auch gut, hinzuschauen, was meine Traurigkeit ausgelöst hat. Zu spüren, was ich damals gebraucht hätte. Mein inneres Kind braucht Erklärungen. Dann begreift es, es kann weinen und die Traurigkeit verstehen.
Montag Nachmittag war ich traurig. Ich war traurig, ohne mir erklären zu können, wieso das so war. Trotz meines morgendlichen Wohlfühlprogrammes. Die Traurigkeit überkam mich einfach. Ich habe gelernt, dass die Traurigkeit da sein darf. Sie gehört zu mir. Und zu dem Prozess, in dem ich mich gerade befinde. Sie ist nicht schlechter als andere Gefühle und ich bin auch nicht schwächer, wenn ich meine Traurigkeit spüre und zeige. Als ich weinen durfte, traurig sein durfte, da ging es mir besser. Atemzug für Atemzug. Das war gut.
Ja, ich bin so. Ich bin auch mal traurig. Und meine Traurigkeit ist mein Freund. Warum? Weil sie mir etwas zeigen möchte, mich hinweisen möchte - zum Beispiel auf ein Erlebnis, dass ich zwar vergessen hatte, mich aber noch immer beeinträchtigte, weil es im Unbewussten wirkte. Das habe ich jetzt verstanden. Danke!
Und jetzt ist das Leben auch wieder schön!
Wie es meinem inneren Kind damit geht? So:
Von Herzen
Anja Kolberg
Montag, 27 Juli, 2009
Das ist Lycinda!
Darf ich vorstellen: Das ist Lycinda. Sie ist Anwältin.
Lycinda trägt ihr pechschwarzes Haar mit einem schnurgeraden Pony. Ihre Lieblingsfarbe ist lila, weil der so schön zu ihrem Namen Lycinda passt und sie liebt ihren Namen, der so zart wie ihre Hautfarbe ist: Rosafarben.
Heute trägt sie zu ihrem lilafarbenen Kleid ihre Froschschuhe. Die trägt
sie am liebsten, weil die beiden Frösche - sie hat ihnen aus
Vergesslichkeit immer noch keinen Namen gegeben und nennt sie solange
linker und rechter Frosch - immer so schöne Kommentare abgeben zu allem,
was sie sehen. Der rechte Frosch ist ein bischen frecher als der andere
und spricht meist aus, was ihm in den Kopf kommt, er hat auf alles eine
Antwort parat und ist die pure Vernunft. Der linke Frosch ist
zurückhaltender und wenn er spricht, dann über seine Gefühle.
In ihrer Lieblingstasche sitzt die Lieblingskatze von Lycinda: Sie ist
weiß und hört auf den Namen Ruby. Ruby hatte einen Unfall mit einem
Vogel vor drei Jahren. Alle Katzen sagten damals zu ihr: "Katzen fressen
Vögel. Du musst auch einen Vogel fressen, um eine richtige Katze zu
sein!" Also machte sie sich auf den Weg in einen Baum, um einen Vogel zu
fressen. Auf einem Ast sah sie einen Vogel, der so schön war, dass sie
sich in ihn verliebte. Die anderen Katzen riefen von unten: "Friss ihn,
friss ihn, mach schon, mach schon!", doch sie konnte ihm nichts zu leide
tun. "Zilp" rief der Vogel. "Oh ist das schön", flüsterte die kleine
Katze, "ist das schön." Sie konnte dieses wunderschöne Tier nicht
fressen und stieg wieder vom Baum hinab, wo sie von den anderen Katzen
übel beschimpft und ausgelacht wurde. "Da ist doch gar keine richtige
Katze", raunzten die anderen Katzen und "Mit der will ich nichts mehr zu
tun haben." "Schwächling." "Weichei." "Hosenkacker." "Vogelscheuche."
"Vogelliebhaberin!" "Körnerfresser!" Laut hallten ihr die Schimpfworte
ihrer falschen Freunde nach und Ruby beschloss von dem Moment an, nie
wieder so zu sein wie eine richtige Katze zu sein hat. Seit dem Miaut
sie nicht mehr, sondern sie ruft: "Zilp". Am gleichen Tag noch lief sie
Lycinda vor die Füße, die sich über diese Katze wunderte, die "Zilp"
rief. Lycinda fragte sie nach ihrer Geschichte und sie verliebte sich in
Ruby, die keine Katze mehr sein wollte. Fortan lebte Ruby bei Lycinda.
Die Anwältin fand, dass eine Katze, die so ungewöhnlich der Stimme ihres
Herzens gefolgt war, sehr gut zu ihr passte.
Auf Lycindas Nase sitzt eine große, sehr dicke Brille. Auch wenn sie
deswegen ein wenig anders ausschaut als andere und der Arzt ihr schon
viele Male Kontaktlinsen angeboten hat, will Lycinda ihre dicke,
lilafarbene Brille weiterhin tragen. "Ich kann damit ganz genau
hinschauen. Die Brillengläser sind wie ein Vergrößerungsglas für mich
und ich kann Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Und ich kann
die Brille ganz leicht absetzen und habe so einen herrlichen Weitblick
und eine Übersicht, wenn ich das haben möchte. Es ist so einfach. Und
außerdem will ich nicht aussehen wie jeder andere. Ich brauche meine
lilafarbene, dicke Brille. Ich finde mich schön mit ihr!" Seitdem hat
der Brillenverkäufer nichts mehr gesagt und auch der Augenarzt
akzeptiert ihre Liebe zu ihrer dicken Brille.
Lycinda hat immer Süßigkeiten dabei. Sie trägt immer - und ich meine
immer und jederzeit - auch im Bett, auf dem Klo, auf der Straße, bei
ihrer Arbeit - einen großen Loli, der lila-rosa Funken sprüht. Ja, Loli
mit einem "l" - er heißt Loli, nicht Lolli, denn es ist kein normaler
Lolli. Wenn sie die rechte Hand mal braucht, mit der sie ihn trägt, dann
lässt sie ihn los und Loli bleibt in der Luft stehen. Praktisch, oder?
Ob Loli gut schmeckt? Oh, er schmeckt köstlich, aber wenn man ihn
aufisst, kann er keine Süßigkeiten mehr machen. Lycinda braucht nur an
etwas Süßes zu denken und *Pling* ist sie da: Schokolade, Eis, Kaugummi,
Salzlakritze, Zuckerwatte, Nougat, Sahnebonbons, Liebesperlen, alles was
man sich wünschen kann. Loli kann aber nicht nur Süßigkeiten zaubern, er
kann Lycinda auch unsichtbar machen. Denn in ihrer Arbeit als Anwältin
ist sie meist unsichtbar für die anderen. Nur für ihre Klientin nicht.
Du vermutest richtig: Lycinda ist keine gewöhnliche Anwältin. Lycinda ist Fachanwältin für Innere Kinder. Jeder der Anwalt oder Anwältin für ein Inneres Kind wird, vertritt sein Leben lang nur einen Mandanten oder eine Mandantin: Das Innere Kind eines Menschen. Sie sorgt dafür, dass der meist erwachsene Mensch, in dem das Innere Kind wohnt, nicht einfach seine Bedürfnisse oder seine Gefühle übergeht. Sie interessiert sich nicht für die Gegenseite, hat nur Verständnis für den, den sie vertritt. Sie hilft ihrem Mandanten dabei, für sich einzustehen, sie ist Ermutigerin, Unterstützerin, Taschentuchreicherin, Schokoladenproduzentin, Liebhalterin. Sie wiegt das Innere Kind in den Schlaf, nimmt ihm die Angst, erklärt, was weder das Kind noch der Erwachsene versteht. Denn der Erwachsene, in dem das Innere Kind lebt, ist zwar groß und stark, aber viele Erinnerungen und Erfahrungen in ihm lassen ihn noch ein Kind sein, das Angst hat, das sich klein fühlt und unwichtig. Es braucht eine Anwältin, die es begleitet, bis das Innere Kind es irgendwann immer seltener braucht. Doch selbst wenn der Erwachsene schon 90 Jahre alt ist, haben die Anwälte eine Aufgabe: Nämlich den Erwachsenen daran erinnern, dass es da ein Inneres Kind gibt, das spielen möchte, das Quatsch machen möchte, das faul sein will und unvernünftig. Ja, du siehst: Es gibt für Lycinda und ihre Kolleginnen und Kollegen ein Leben lang Arbeit und eine Aufgabe.
Ob du auch so eine Anwältin für dein Inneres Kind hast oder einen
Anwalt? Natürlich! Jeder hat das. Allerdings schlafen die meisten
Anwälte lange lange Zeit im Verborgenen. Manchmal entdecken die
Erwachsenen ihr Inneres Kind und sprechen mit ihm, schenken ihm
Aufmerksamkeit, das klappt auch meist ganz gut. Aber immer dann, wenn es
schwer wird, wenn Hürden zu überwinden sind, dann braucht man die
Anwältin, die einem gut zuredet und die die Hand hält, während man durch
den dunklen Wald geht. Lycinda und ihre Kollegen sind auch da, wenn es
darum geht, dass der Erwachsene lernt, für sich einzustehen, sich selbst
etwas Gutes zu tun, sich okay zu finden und zu lieben, etwas das ihm
sehr sehr schwer fällt. Dann machen die Anwälte Mut.
Übrigens sind Anwälte fürs Innere Kind dem Kind NIE böse, sie haben IMMER Verständnis für das Kind, stehen ihm egal was ist zur Seite. Sie hören immer zu, haben immer Zeit, sind Weltmeister im Loben und Komplimente machen, können wunderbar trösten und lachen und zum Faulsein animieren. In 99.999% der Fälle lassen sie fünfe gerade sein und JEDE Ausrede gelten, warum man etwas nicht machen kann. Sie denken NIE an Karies, sondern immer nur an den leckeren Geschmack. Sie schimpfen nicht und lassen uns so lange Fernseh schauen wie wir möchten, weil sie wissen, dass wir einschlafen, wenn wir müde sind. ABER sobald sie merken, dass es uns nicht gut geht, beginnen sie sofort mit ihrer Arbeit: Brille auf und dann nehmen sie das Innere Kind in Augenschein, sprechen mit ihm, erklären, fragen, hören zu, schützen, pusten bei einem Aua. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, erklären, warum irgendwas jetzt nicht geht und dass manches im Leben auch wehtut, zum Beispiel wenn man gut für sich selbst sorgt, aber anderen dafür auf die Füße treten muss und das wehtut. Und dass es manchmal genau umgekehrt ist.
Das ist Lycinda. Ich kenne sie seit einigen Tagen. Seit dem ist sie da und hilft mir. Das ist so wunderbar!
Anja Kolberg
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Montag, 11 Mai, 2009
Dicke Tränen...
... groß wie Kieselsteine rollen von der Seele meines Inneren Kindes.
Legen sie frei. Waschen sie. Entfernen die Last, die auf ihr lag. Tage,
Wochen, Jahre, manches Jahrzehntelang.
Jeder Mensch hat Verluste, Schmerzen und Leid erlebt. Kleine und große. Unterschiedlicher Stärke. Und sei der Schmerz noch so sanft, der Verlust aus der Sicht anderer noch so gering, auf der Seele des Inneren Kindes zeigt sich die wirkliche Schwere, das wirkliche Ausmaß dieses Schmerzes für das Kind. Ganz zart ist die Hülle seiner Seele, groß und intensiv seine Gefühle.
Deswegen ist es so gut und so wichtig, hin zu schauen. Wahrzunehmen, was ist. Zu lieben. Anzuerkennen und zu respektieren. Die Tränen rollen zu lassen. Da sein zu dürfen und so sein zu dürfen. Mit all dem Schmerz, dem Verlust, dem Leid. Nur ein einziger Mensch kann fühlen und sehen wie es wirklich ist: Ich selbst. Ich darf weinen und hinschauen. Es ist nicht schlimm, zu weinen, sondern heilsam. Gleich ob eine oder hunderte Tropfen.
Das Schöne an diesem Prozess: Das Innere Kind fühlt sich gesehen, es bekommt Aufmerksamkeit und Liebe. Und so stark die Tränen auch fließen, so groß die Kiesel auch sein mögen: Wer Kinder hat weinen sehen, weiß wie schnell die Tränen wieder trocknen. Wie die Wolken sich nach einem Gewitter verziehen und die Sonne wieder scheint.
All das ist gut und in Ordnung, weil das Innere Kind die Aufmerksamkeit bekommt, die es sich schon immer wünschte und die, die es braucht. Die Aufmerksamkeit, die es braucht, um glücklich und frei zu sein.
Danach lässt sich viel leichter und befreiter leben. Das Leben bekommt tiefere Farben, neue Dimensionen. Es wird fülliger, lebendiger, wahrhaftiger.
Ein Stück vom Glück. Ein Büffet voller Leben und Lebenslust. Die Tiefe des Seins, die Tiefe der Gefühle, das wahre Leben.
Anja Kolberg
Mittwoch, 01 Oktober, 2008
Oktober-Zeit
Moin, moin! Das neue Kalenderblatt des Tischkalenders 2008 "Das Leben
genießen" zeigt die prachtvolle Seite des Herbstes: Strahlend blauer
Himmel, Sonnenschein, buntes Laub. Ich liebe Bäume, die sich in ihr
Herbstkleid geschmissen haben und dann noch von blaumen Himmel umrahmt
sind. Hm. Auf dem Bild schwingt sich mein Blogmädchen auf einer Schaukel
durch das Blätterzelt. Ich kann hören wie sie jauchzt und sich freut.
Der Text unter dem Bild: "Dem Kind in mir Wünsche erfüllen."
Welche Wünsche hat das Kind in mir? Hat es Appetit auf etwas bestimmtes? Möchte es etwas unternehmen? Lieb gehalten werden? Beschützt? Ernst genommen? Die beste Art, dies rauszufinden, ist es zu fragen. Wie das geht? So mache ich es: Ich führe einen Dialog mit meinem inneren Kind. Das kann ich in Gedanken machen oder auch schriftlich.
Wollen Sie wissen, welchen Wunsch mein inneres Kind jetzt hat? Ich frage es mal:
Anja: Hallo, inneres Kind, bist du da?
Inneres Kind: (zaghaft und leise) Ja.
Anja: Wie darf ich dich nennen?
Inneres Kind: Kleine Anja.
Anja: Kleine Anja, was wünschst du dir?
Kleine Anja: Das du ganz viel Licht machst, es ist so dunkel draußen.
Anja: (Habe die Schreibtischlampe angemacht.) So besser?
Kleine Anja: Ja.
Anja: Hast du noch einen Wunsch?
Kleine Anja: Ja.
Anja: Welchen?
Kleine Anja: Ich möchte zum Mond fliegen.
Anja: Oh, zum Mond fliegen. Das ist eine schöne Idee. (Wie sag' ich es nur?) Es ist nur ganz wenigen Menschen möglich, wirklich zum Mond zu fliegen. Sie müssen gut ausgebildet sein. Und für die Ausbildung muss man ein bestimmtes Alter haben, bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das braucht Zeit. Und so ein Flug zum Mond ist sehr teuer, deswegen waren bisher nur wenige Menschen dort. Wenn du wirklich zum Mond fliegen möchtest, dann kannst du das vielleicht als Erwachsene schaffen. Wir müssten uns mal schlau machen. Wir könnten an einem Tag der offenen Tür einmal zum Luft- und Raumfahrtszentrum nach Köln-Porz fahren. Dort gibt es Menschen, die dir mehr darüber erzählen könnten. Ist es so wichtig für dich?
Kleine Anja: (Schüttelt mit dem Kopf.) Nö.
Anja: Was möchtest du denn dann?
Kleine Anja: Ich möchte den Mond anschauen, gaaaaaanz groß.
Anja: Ganz schnell geht es, wenn wir uns im Internet Bilder anschauen. Wir könnten auch ein Buch zu dem Thema anschauen oder durch ein riiiiiiesen Vergrößerungsglas nachts hinauf zum Mond schauen.
Kleine Anja: Oh ja, oh ja, oh ja... Durch das Vergrößerungsglas zum Mond schauen.
Anja: Wir haben ein solches Vergrößerungsglas. Es ist seit Jahren nicht benutzt und verstaubt. Wir könnten es damit probieren, wenn wir abends den Mond sehen. Ist das was?
Kleine Anja: Ja! Und jetzt erst im Internet gucken.
Anja: Ok!
So, wir beide schauen uns jetzt im Internet einige Mondbilder an, bevor ich weiter arbeite. Ihnen einen schönen Tag und ich freue mich auf die nächsten Wünsche meines inneren Kindes!
Anja Kolberg
PS: Wir beide haben eine tolle Seite gefunden, die viele Fragen beantwortet hat. Kennen Sie noch die Bücher "Was ist was?" Die gibt es auch im Web.
Freitag, 21 Dezember, 2007
Es gibt da ein kleines Mädchen...
... in mir drin. Das ist nicht erwachsen. Das ist ängstlich und traurig. Und es will vor allen Dingen eines: Dass es all den Menschen, die ich lieb habe, gut geht und sie gesund bleiben. Dass sie bei mir bleiben und mich nicht alleine lassen. Und auch wenn ich weiß: Wer diese Welt verlässt, lebt in meinem Herzen weiter, so ist es doch ein ganz anderes Gefühl, ob ich den Menschen wirklich sehen und mit ihm sprechen, ihn drücken kann oder nicht.
Es gibt so Tage, da bricht Melancholie in mir aus. Gerade ist so ein Moment.
Ich habe Angst vor dem Tag, der im Leben jedes Menschen kommt: Wenn er liebe Menschen gehen lassen muss. Nein, in meinem Umfeld ist keiner krank. Ja, ich könnte mich darüber freuen und mich auf das Positive konzentrieren. Aber das Gefühl ist gerade nicht da. Im Moment ist das kleine Mädchen ganz groß, das die geliebten Menschen um sich herum braucht.
Besonders bewusst wird mir das gerade beim Schreiben von Weihnachtskarten, wo ich meinen geliebten Menschen schreibe, dass ich sie lieb habe. Dann wird mir bewusst, wie wertvoll sie für mein Leben, für mein Wohlbefinden sind.
Gut ist, dass die traurigen Phasen schnell wieder vorbei ziehen. Ich sehe den blauen Abendhimmel und spüre wie die Wolke sich langsam auflöst.
Liebe Grüße
Anja Kolberg
Mittwoch, 23 August, 2006
Wenn ich mein Kind wäre...
... dann würde ich mir jeden Morgen sagen:
Geh, wohin dein Herz gehen möchte,
folge deinen Gefühlen,
lese,
was dich fasziniert,
esse, wonach dir gelüstet,
arbeite das,
was dich anzieht.
Lehne ab, was du nicht magst,
steh auf und gehe,
wenn du dich unwohl fühlst.
Sag laut "Nein" - wenn du
Ungerechtigkeit verspürst.
Geh den Weg, der dir Freude bereitet,
wo du Liebe spürst und Raum
für Entwicklung
und du Kraft gewinnst.
Verlasse Weg und
Weggefährten,
wenn sie dir Energie nehmen.
Wer gut zu dir
ist, hört dir zu, gibt dir Energie,
erfüllt dich mit Freude und
Extase!
Hör nicht auf die, die sagen,
beim nächsten Mal wird
es nicht besser.
Doch es wird! Und du lernst dazu!
Lebe - liebe dich - du bist wunderbar und einzigartig!
Anja Kolberg



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