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Dienstag, 07 Februar, 2012

Zur Ruhe kommen. Loslassen.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die kalten Februartage sind weiterhin nach meinem Geschmack. Der strahlend blaue Himmel. Die klare Luft. Sonne. Herrlich. Die Kälte macht mir nicht wirklich etwas aus, auch nicht während der letzten sieben Tage.

Denn heute ist mein siebter Fastentag. Letzte Woche entschied ich mich spontan, zu starten. Schon lange hatte ich darüber nachgedacht, durch Fasten Altes in mir loszulassen, das sich in den letzten Jahren in mir angesammelt hatte. Entschlacken. Gesünder werden. Insbesondere die Magenschmerzen und die Schlaflosigkeit der letzten Monate bestärkten mich, diesen Schritt zu gehen.

Letzten Dienstag wurde mir wieder einmal deutlich, wie sehr mein körperliches und seelisches Wohlbefinden auch von meinen Gedanken gesteuert wird. Sie drehen sich wieder und wieder um Themen, die mich runter ziehen und ich kann sie nicht stoppen. Wie einfach wäre es, dachte ich, wenn ich den Kopf vom Körper vorüber gehend trennen könnte, was ja faktisch nicht geht. Wie sehr verstand ich in dem Moment Menschen, die ihre Gefühle und Gedanken durch was auch immer betäuben, um endlich zur Ruhe zu kommen. Das ist nicht mein Weg, doch war mir klar: Ich war innerlich aus meinem Gleichgewicht geraten und wollte eine besondere Auszeit für den Körper und die Seele nehmen.

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Frei werden für etwas Neues. Das bedeutet auch, mit Altem abzuschließen. Mein Weg ging diesmal über das Fasten. Ohne zu wissen: Was wird das Neue sein? Meine Devise: Ein Schritt nach dem anderen.

Ich faste nach Dr. Lützner (Buch: "Wie neugeboren durch Fasten", GU Ratgeber Gesundheit), das heißt während der Fastenzeit auf feste Nahrung zu verzichten und dem Körper Wasser, Tee, verdünnten frisch gepressten Obstsaft und selbst gekochte Gemüsebrühe zu geben. Es ist das dritte oder vierte Mal, dass ich die Selbstheilungskräfte meines Körpers auf diesem Weg unterstütze. Mindestens zweimal war auch der Aspekt des Abnehmens dabei, der war für mich dieses Mal völlig unwichtig, da ich durch meine vegane Ernährung schon so viel Gewicht verloren habe. Ich habe mich viel ausgeruht, war an der frischen Luft, habe Kreislaufkrisen mit einem Teelöffel Agavensirup umschifft, Tagebuch geschrieben, mich vor den wärmenden Ofen gesetzt. In den letzten Tagen hatte ich keine Lust, den PC anzuschalten, was ungewöhnlich für mich ist. Ich habe genau darauf geachtet, was mir zuviel ist und es gelassen.

Trotzdem, dass ich mich an die Vorgaben hielt, hatte ich Hunger. Eine große Herausforderung, dennoch durchzuhalten. Ich habe mir schon am ersten Tag gesagt: 'Wenn du nicht mehr kannst und willst, dann hörst du eben auf.' oder 'Morgen früh höre ich auf' und dann machte ich doch weiter. Morgens ging es mir gut, schwer waren und sind für mich die Abendstunden. Zudem faste ich nicht in einer Fastengruppe, was wohl leichter ist unter Gleichgesinnten und in einer Umgebung, in der es nicht nach Essen duftet, sondern zu Hause und mein Partner isst normal weiter.

Vorgenommen hatte ich mir insgeheim sieben Tage und ich bin stolz, dass ich sieben Tage durchgehalten habe. Ich habe das Gefühl, gerade während der Hungergefühle war mein Körper besonders stark mit sich selbst beschäftigt. Das Alte stellte sich quer, weil es nicht gehen wollte. So wie eine schlechte Angewohnheit, die schwer loszuwerden ist, die man aber loswerden möchte. Ja, zeitweise habe ich mich gefühlt wie in der Anfangssituation als ich auf Fleisch verzichtete. Da war eine regelrechte Gier danach. Während des Fastens zeigte sich die Gier nach Essen. Ich freue mich, dass ich stärker war als dieses starke Verlangen. Natürlich hätte ich auch sagen können: 'Ich gebe diesem starken Druck nach und esse jetzt wieder.' Doch es war mir ja wichtig, Schädliches loszulassen, auch wenn es sich quer stellt und es schwer ist. Eine gute Erfahrung, dass mein innerer Wunsch, frei zu werden, gewonnen hat!

Was genau sich durch das Fasten im Körper verändert hat, kann ich nicht genau sagen. Meine Haut fühlt sich besser an. Die Magenschmerzen sind nicht mehr aufgetaucht. Mal sehen, was sich noch anderes in den nächsten Tagen und Wochen zeigt.

Morgen früh ist also Fastenbrechen angesagt. Ich freue mich über meinen errungenen Sieg. Ich fühle mich gestärkt und bin sehr stolz auf mich. Das ist wundervoll!

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Heute feiere ich mich. Ich habe mir eine schöne Zeitschrift gegönnt und einen zauberhaften Blumenstrauß. Im Blumenladen meiner Freundin Petra-Ute Köllen-Chaverial hier im Kirchweg 131 habe ich ihn mir zusammen stellen lassen. Mein Inneres Kind hatte große Freude, einzelne Blüten auszuwählen, die Petra-Ute mir zu einem zauberhaften Strauß zusammen stellte.

Ganz herzliche und freudestrahlende Grüße

Ihre Anja Kolberg

PS: Von dem Strauß habe ich E-Cards gemacht. Einfach auf die Bilder klicken und Sie kommen dorthin.

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Mittwoch, 01 Juni, 2011

Von einengenden Grenzen befreien - Auszeit 2.0

Ein sonniges Hallo aus Köln und ein Lebenszeichen während meiner Blogauszeit - meinem Experiment in diesem Spätfrühling.

Ich nenne sie meine "Auszeit 2.0", denn eine Auszeit von Coaching und Workshops mache ich schon seit einigen Jahren, doch keine Sorge, die Blogpause wird nicht so lange anhalten. In jedem Jahr lasse ich etwas los (siehe Blog - Loslassen), nur diesmal nichts Materielles wie Akten, Möbel oder Bücher, sondern einen eingefahrenen Tagesablauf und alte Verhaltensweisen.

Wie es mir damit geht?

Mal gut, mal schlecht. Gut, weil ich liegen gebliebenes wegarbeiten konnte. Schlecht, weil auch diese Arbeit zu Ende geht und das fehlende bloggen auch bedeutet, mehr Zeit zu haben. In dieser "freien" Zeit bin ich mit mir selbst konfrontiert - mit meinen Gefühlen, Träumen, Gedanken, Sorgen, Ängsten, weil eben die übliche Ablenkung fehlt. Das ist schwerer als gedacht und nicht wirklich angenehm, weil mir bewusst wird, was nicht rund läuft in meinem Leben. Es gibt viele Möglichkeiten, davor innerlich wegzulaufen, statt sich damit auseinander zu setzen. Ich habe das oft durch Essen von Süßigkeiten gemacht. Auch wenn ich diesen Kreislauf schon oft unterbrochen habe, schaffe ich es noch nicht gänzlich. Denn es ist anstrengend, sich den wirklichen Bedürfnissen und Themen zu stellen, die in solch stillen Momenten zu Tage kommen. Ich verstehe deswegen nur zu gut, wenn Menschen vor diesen schmerzlichen Gefühlen weglaufen, in dem sie sich betäuben (zum Beispiel durch Drogen und Alkohol) oder ablenken (zum Beispiel durch Internet, TV, Shoppen, Arbeit, Essen...).

Hatte ich bestimmte Erwartungen an meine Auszeit 2.0? Ja, dass ich so anfange, ein Buch zu schreiben.

Erfüllen sich diese Erwartungen bis jetzt? Nein. In meinem Kopf schreibe ich fast unentwegt, aber nicht "im wahren Leben".

Ob ich das Blogschreiben vermisse? Ja, sehr! Auch das Illustrieren. Mir wird bewusst, wie kostbar diese Momente für mich sind.

Warum mache ich weiter mit meiner Auszeit? Weil es sich weiterhin richtig und wichtig anfühlt und diese Entscheidung immer noch im Einklang mit meinem Inneren ist. Auch wenn es schwer ist, will ich nicht gleich aufgeben. Es ist nicht leicht, alte Verhaltensmuster aufzugeben, neue Wege zu beschreiten, mit sich selbst konfrontiert zu sein, statt sich abzulenken.

Doch genau dem möchte ich mich stellen. Auch die Erwartung, mit dem Buchschreiben zu beginnen, lasse ich langsam los. Ich befreie mich von meinen Erwartungen, soweit es geht. Es kommt mir vor wie ein Reinigungsprozess. Lässt sich die Seele reinigen?

Ich lasse Vorstellungen los, wie etwas zu laufen hat. Die Erwartung an mich, zu funktionieren und etwas sinnvolles (= Geld einbringendes) zu tun. Die Erwartung, Dinge anzufangen (= Buch schreiben). Die Erwartung, etwas sinnvolles zu tun, wenn ich schon "nichts" tue (= Haus & Garten auf Vordermann bringen, unterwegs sein, "tolle" Dinge erleben, für andere da sein).

Vor allen Dingen lerne ich, mich zu lieben, obwohl es nicht so läuft wie ich mir das erhoffe oder wie ich es von mir erwarte. Das ist mir ganz ganz wichtig und deutlich geworden: Mich zu lieben wie ich bin. Auch wenn ich unzufrieden bin, viel viel langsamer vorwärts komme, als mein Verstand das alles geplant hat, keinen Idealvorstellungen entspreche, andere verletze und ich oft anders bin, als ich sein möchte...

Ich hatte keine Vorstellung davon, wie mein Experiment sich anfühlt. Gut, dass ich es nicht vorher wusste. Ich hätte viel unternommen, damit ich es nicht wage...

Vieles, was mir früher wie eine Utopie vorkam (vegan essen, selbstständig sein, eine Auszeit machen...) fühlt sich, wenn ich es einmal mache, einfach und normal an. Das gefällt mir. Ich hoffe, ich freunde mich immer mehr damit an, einfach da sein zu dürfen, ohne mich zu werten.

Es gibt viele Abenteuer zu erleben. Dafür muss ich nicht wie einst Abenteurer in Expeditionen durch die Urwälder Afrikas oder Südamerikas aufbrechen, es reichen die kleinen (großen) Abenteuer, denen ich mich im Alltag stellen kann.

Grüße von ganzem Herzen!

Anja Kolberg

PS: Jetzt mache ich erst mal Mittagspause und schreibe später noch meine Kalender-Impulse für den Juni.

PPS: Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich in der Rubrik "Mir gefällt..." rechts immer wieder neue Links einstelle, die mir zwischenzeitlich gefallen und auffallen. Das Lied "Marching on" von Faux Paz gesungen, macht mich einfach glücklich und geht mir nicht mehr aus dem Ohr, ebenso wie viele andere ihrer Lieder, zum Beispiel "I can change" oder "Falling slowly" oder ... :o)

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Montag, 09 Mai, 2011

Rosen, hüpfen & loslassen

Mein Arbeitszimmer duftet nach Rose. Genauer gesagt nach Gertrude Jekyll. Die ersten Knospen dieser stark duftenden (und pieksenden) Königin sind aufgegangen - da musste gleich eine für die Vase herhalten. Denn auch darin blühen sie hervorragend auf.

 

Mein Garten zeigt sich von seiner besten Seite: Alle Zierlauchkugeln sind lila erblüht, die Pfingstrosen bieten dazwischen pinke Farbtupfer, über dem Boden schweben weiße Tulpen, blaues Vergissmeinnicht taucht zwischendurch auf und vor den beiden Buchskugeln thront die lila Akelei. Im Hochbeet auf der Terrasse beginnt Getrude Jekyl mit rosa und lilafarbenen Tulpen und weißen Narzissen um die Wette zu blühen. Ein Traum! Nicht mehr lange, dann blüht der Rittersporn, auch die Blüten der Hortensien werden immer größer und auch die langen Ausläufer der Clematis sind über und über mit Knospen gefüllt. Was für eine Aussicht!

Diesen Sommer wird es hier wohl ungewollt Veränderungen geben, da das Nachbarhaus zu unserer Linken verkauft wurde und Umbaumaßnahmen anstehen. Diesen wird wohl auch der grüne Anbau zum Opfer fallen, der mir bisher den mir so kostbaren Schatten schenkte. Ich hoffe, ich werde trotz befürchtetem Dreck und Krach viele Gelegenheiten haben, draußen den Garten zu genießen.

 

Am Wochenende war ich im Bergischen bei meiner Familie, wo ich unter anderem in Genuss des riesigen Trampolins kam, welches einen Durchmesser von geschätzten vier Metern hat. Das war eine Freude: Hüpfen, springen, faxen machen. Man stellt sich drauf, hüpft und kann gar nicht anderes als GRINSEN! Mein Bruder und ich hatten Spaß beim gegenseitigen Fotographieren, Springen und "Stunts" machen. Plötzlich fühlten wir uns wieder wie Kinder!

Danach spielten wir mit einem Ball fangen. Erst dachte ich: Wie banal, aber wir haben einfach nicht mehr aufgehört, so viel Freude bereitete es uns. Meine Mutter spielte nachher auch mit. Was so ganz ganz einfache Dinge für einen Spaß machen können! Ball fangen. Ball werfen. Ball fangen. Ball werfen. Und dabei: Quatschen und einfach da sein! Es ist ewig (Jahrzehnte?) her, dass ich dies das letzte Mal so spielte...

Loslassen bedeutet: Nicht mehr festhalten.

Und es bedeutet auch: Mehr Zeit/Raum/Aufmerksamkeit für etwas anderes haben.

Das möchte ich gerne!

Ich möchte die nächste Zeit etwas kürzer treten, wozu - so die Idee - auch der Blog gehört. Ich kann mich nicht dazu entschließen, ganz konkret zu sagen, bis dann und dann mache ich "Urlaub". Denn es gibt keine konkreten Termine. Ich plane, hier für einige Wochen weniger (nichts?) zu schreiben. Ob es mir gelingt - ist eine andere Sache.

Denn dieses Loslassen bedeutet für mich auch: Die Kontrolle abgeben wie mein Leben laufen soll. Mich selbst nicht mehr durch diese Arbeit von den Dingen abzulenken, um die es jetzt wirklich geht. Diese Kontrolle will ich loslassen und so auf mich zukommen lassen, was kommt. Ohne einen konkreten Plan...

Schluck. Himmel, ich spüre gleich Fluchtgedanken: Lieber wieder ablenken und alles beim Alten lassen.

Mir ist in den letzten Wochen - insbesondere durch meinen Unfall - bewusst geworden, dass ich nicht alles in meinem Leben steuern kann und dass es gut für mich ist, die Kontrolle abzugeben. Auch wenn das konträr zu dem steht, was ich bisher (gelerntes Verhalten) getan habe. Ich fühle, es wichtig ist, für mich da zu sein, ohne mich durch das Schreiben von Blogbeiträgen, Mails usw. abzulenken. Das alles, obwohl ich großen Respekt vor dem habe, was dann kommt. Denn ich habe nicht gelernt, freihändig und ohne Ablenkung zu fahren. :o) Das will erst mal gelernt werden. Der Ablenkung wiederstehen ... mir selbst näher kommen... das wird eine Herausforderung... und kann (hoffentlich) auch richtig schön werden...

Warum ich das mache? Ich möchte weiterkommen auf meinem Weg. Mein Gefühl sagt mir: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dieses Jahr lasse ich also keine Dateien, Bücher, Möbel in meinem Büro los, sondern etwas anderes...

Lassen Sie sich überraschen, wie oft ich schreibe - und wann. Sie sind in der Zwischenzeit herzlich eingeladen, durch meine zahlreichen Blogbeiträge zu stöbern. Da gibt es viel zu entdecken!

Zum Abschluss noch ein herrliches Detailbild meines Garten von heute früh:

 

Bis bald!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 23 März, 2011

Was für eine Woche

Ich habe das Gefühl, jeden Tag passiert etwas Neues in meinem Leben. So schnell komme ich gar nicht mit. Manches wird von mir angstoßen, anderes passiert mir.

Montag war ich mit meinem Bruder, der Aufnamen von Mandarinenenten machen wollte, im Kölner Stadtwald. Angenehmes Wetter. Fotographieren. Quatschen. Gucken und in der Natur sitzen. Ein herrlicher Nachmittag.

Das Geschehen in Japan hat mich sehr sensibel werden lassen. So habe ich mich letzte Woche einen Nachmittag hingesetzt und recherchiert, welcher andere Stromanbieter für uns in Frage kommen könnte, der reinen Naturstrom anbietet und auch in neue Anlagen erneuerbare Energien investiert. Unser Strom- und Gasanbieter hat zwar grünen Strom im Sortiment, aber er wird, wenn ich ihn buche, deswegen nicht weniger Atomstrom produzieren, sondern ihn nur anderweitig verkaufen.

Klick zur Seite Atomausstieg selber machen

Auf der Seite Atomausstieg selber machen werden vier deutschlandweit agierende Ökostromanbieter vorgestellt, die sich seit über zehn Jahren für eine Energiewende und gegen Atomstrom einsetzen. Ich habe Preise verglichen, genau nachgefragt, was wir jetzt zahlen und bin wahrhaftig zu dem Ergebnis gekommen, dass es uns nur 10 Euro pro Jahr mehr kostet, wenn wir zu einem reinen Ökostromanbieter gehen. Über die Seite "Stromwechseln hilft" werden 20 Euro für ein gemeinnütziges Projekt, das Sie sich aussuchen können, gespendet. Auch hier handelt es sich um die vier selben Stromanbieter wie auf Atomausstieg-selber-machen. Tolle Idee!

Die Anmeldung beim neuen Anbieter ging ruckzuck, jetzt warten wir auf die Bearbeitung des Antrags. Dann sind wir aus der Atomenergie ausgestiegen und beziehen Strom aus erneuerbaren Energien! Ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt. *Hüpf* Ich hätte nie gedacht, dass es so leicht und schnell geht.

Es ist noch eine andere Sache in Bewegung gekommen, davon möchte ich aber erst schreiben, wenn sie unter Dach und Fach ist.

Seit Freitag Mittag steht unser Auto nicht mehr vor der Türe, sondern in der Werkstatt eines Karrosseriebauers, der die Front repariert. Mir ist körperlich nichts bei dem Unfall passiert. Seelisch habe ich einen dicken Schock davon getragen.

Was passierte? Ich stand an der Ampel, wollte links abbiegen. Die Ampel geht auf grün, ich fuhr langsam los und als ich die Gegenverkehrsfahrbahn überqueren möchte, kommt von rechts ein Auto angeschossen, das bei rot durchgefahren ist. Ich fuhr ihm in die Seite. Gott sei dank blieb auch der Fahrer körperlich unverletzt. Die beiden Pkw-Fahrer neben mir auf dem zweispurigen Abbieger fragten, ob ich unverletzt sei, die Frau rief die Polizei. Ich konnte nur sitzen bleiben und dachte: Das ist jetzt nicht passiert. Die Situation war so irreal. Ich bin dankbar, dass gleich Zeugen zu mir kamen, die bestätigten, dass ich bei grün gefahren bin und der Unfallverursacher bei rot durchgefahren war. Ich bat sie alle, am Unfallort zu warten, um die Aussage bei der Polizei zu machen. Als ich laut grübelte, ob wir die riesige Kreuzung mitten in der Kölner Innenstadt nicht frei machen sollten, beruhigten sie mich, dass wir genau so stehen bleiben sollten, bis der Unfall aufgenommen sei. Ich könnte eh nicht mehr fahren.

Es gab keine Diskussion zwischen uns beiden Fahrern. Der andere Autofahrer sagte gleich, dass er geträumt hatte und bei rot durchgefahren war. Er hätte einen sehr stressigen Tag gehabt. Um uns herum hupen und unzählige kleine und große Wagen und quetschen sich an uns vorbei. Zehn endlose Minuten, bis die Polizei kommt. Ich war wohl schrecklich weiß im Gesicht, wie die Zeugin mir sagte, als ich versuchte, auszusteigen, merkte ich schon bald, wie mir die Beine wegsackten. Also wieder hinsetzen. "Wenn Sie nach Hause kommen, trinken Sie erst mal einen Schnaps", sagte sie zu mir. Das heiterte mich auf. Der Unfallverursacher kam zu meinem Auto und entschuldigte sich.

Die Zeugenaussagen wurden aufgenommen, so konnte ein Teil der Kreuzung wieder frei gemacht und Abschleppwagen für uns bestellt werden. Inzwischen war mein Mann mit seinem Vater eingetroffen, die beiden gaben mir ein Stück Sicherheit. Dann wurden unsere die Daten aufgenommen und ich erhielt vom Unfallverursacher die Versicherungsdaten. Ich war kaum in der Lage, klar zu denken, suchte ständig irgend etwas in meinen Taschen. Ich hatte erst auf Hinweis eines Passanten die Warnblinkanlage angemacht und als ich das Warndreieck aus dem Kofferraum holen wollte, kam auch schon die Polizei. Ein Zeuge meinte, das Blaulicht würde sicherlich reichen.

Mit der Polizei warteten wir eine halbe Ewigkeit auf die Abschleppwagen, an ein Fahren war nicht zu denken, die Stoßstange war herunter geklappt, die Reifen nicht frei, ich konnte gerade ein Stückchen rückwärts fahren, damit der andere Pkw abgeschleppt werden konnte, so waren wir ineinander verkeilt. Endlich war auch mein gelber Engel da, ich wurde vorsorglich informiert, wenn ich nicht Mitglied sei, müsste er die Abschleppgebühr nach der Fahrt gleich kassieren, egal ob ich am Unfall schuld sei oder nicht. Mein Mann hatte die Adresse der Karrosseriewerkstatt dabei, in der wir letzten Jahr schon zweimal immer wegen eines nicht selbst verursachten Schadens waren. Ich fuhr mit dem Abschleppwagen mit und der Fahrer versorgte mich mit wichtigen Informationen. Die Abschleppgebühr - etwas über 100 Euro - müsse ich allerdings in bar bezahlen. Ich hatte so viel Bargeld nicht dabei und bat ihn, dass wir dann auf dem Weg an einem Geldautomaten halten müssten, doch er sah gleich eine andere Lösung: Die Werkstatt geht vielleicht in Vorleistung, so war es auch. Auf einen mir zustehenden Leihwagen verzichtete ich. Als die Werstatt bei der gegnerischen Versicherung anrief, war dort auch schon der Schaden gemeldet. In Ruhe schaute ich mir unser verletztes Auto an. Mein Schwiegervater nahm mich mit nach Hause, wo der Unfallverursacher schon auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hatte, dass er den Schaden gemeldet habe und er entschuldigte sich nochmal für die Unannehmlichkeiten. Sein Verhalten machte den Unfall für mich nur noch halb so schlimm.

Lange und heiß habe ich mich geduscht. Derweil kochte mein Mann Tee und brachte zwei Nussecken mit ins Wohnzimmer, das durch den Kaminofen muckelig warm war. Gott sei dank war noch ein Leihfilm da. "Verlobung auf Umwegen" verschaffte mir erst mal Ablenkung. Als ich abends ins Bett ging, kamen immer wieder Unfallsequenzen hoch, ich malte mir aus, was passiert wäre, wenn ich schneller gewesen wäre und er hätte mich in der Seite erwischt oder wenn unser Hund dabei gewesen wäre... Und warum war ich so unaktiv gewesen? Ich, die doch sonst so aktiv ist und sich kümmert? Die Gedanken ließen sich nicht stoppen. Tränen liefen unentwegt, ich konnte mich gar nicht beruhigen. Also wieder runter auf die Couch, Pastewka gucken. Das würde mich sicherlich ablenken und aufheitern. Irrtum. Das Gedankenkarussell ging weiter, die Tränen liefen. Dann fiel mir eine Augenbewegung ein, die rechte und linke Gehirnhälfte miteinander verbindet und die man nachts beim Träumen macht. Damit werden die Geschehnisse verarbeitet. Das Wissen wandte ich an und merkte, wie eine Last von meinen Schultern viel, ich tief einatmete und sehr müde wurde. Pastewka habe ich glatt verpasst, dafür habe ich bis morgens durchgeschlafen.

Jedes mal, wenn wieder Erlebnisse hochkommen, wende ich diese Augenbewegungen von links nach rechts an. Aber ein Bild bekomme ich nicht aus dem Kopf: Die freie Fahrbahn und auf einmal dieses Auto von rechts und dann der Zusammenstoß. Vielleicht bleibt dieses Bild auch in meinem Kopf. Es löst aber im Moment keine starken Gefühle mehr aus.

Am nächsten Tag. Die Frage nach dem Warum. Warum passiert mir das? Mein Bruder machte mich darauf aufmerksam, dass ich vielleicht etwas aus der Situation lernen sollte. Ja, aber was? Ich hatte loslassen müssen, weil ich so geschockt war. Und obwohl ich selbst nicht aktiv war, war so viel Hilfe da: Kurz nach dem Zusammenprall hielt ein Krankenwagen, der Fahrer erkundigte sich, ob wir Hilfe brauchen. Die Zeugen, die die Polizei riefen und bestätigten wie der Unfall zustande gekommen war. Der Unfallverursacher, der seine Schuld eingestand und mir damit die Last einer Auseinandersetzung nahm. Der Abschlepper, der so freundlich war. Der Polizist, der mir so viel Ruhe und Sicherheit gab. Die Werkstatt, die sich kümmerte. Mein Mann und sein Vater, die zu mir kamen. Mein Mann, der abends veganen Milchreis kochte und den Hund alleine versorgte. Da war so viel Hilfe und Menschen, die sich kümmerten, weil ich losließ. Ja, das habe ich durch diese Situation erfahren. Und das ist - bei all dem unangenehmen, was so ein Unfall mit sich bringt - ein gutes Gefühl.

Jetzt muss ich mal tief durchatmen.

Ich möchte noch andere Dinge schreiben, aber jetzt mache ich erst mal eine Pause. Es ist Zeit, mit unserem Hund spazieren zu gehen. Die Sonne scheint: Heute früh um halb fünf, als ich sie kurz in den Garten lies, sangen die Vögel ein wunderbares Konzert. Das Leben ist schön. Und bunt. Und lebenswert.

Ich bin beschützt.

Ganz herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Donnerstag, 28 Oktober, 2010

Immer was Neues im Weg!

Anderthalb Wochen war unser Auto für die Behebung des Blechschadens in der Karrosseriewerkstatt. Gestern konnten wir ihn endlich nach Hause holen, heute ist er wieder in einer anderen Werkstatt, weil bei der Inspektion etwas festgestellt wurde, das repariert werden muss... Und nächste Woche geht es noch mal in die Karroseriewerkstatt zurück, weil sie uns noch den Seitenhieb eines irgendwann mal neben uns Parkenden wegmachen wollen, woran ich vorher nicht gedacht habe... Bäh, es ist doch immer etwas anderes auf dem Weg, dabei dachte ich, es wäre jetzt endlich gut!

"Boah, bin ich froh, wenn der Wagen wieder in Ordnung ist!", da waren mein Mann und uns gestern auf dem Weg zur Werkstatt einig. Solche Aktionen und Termine sind wie gefühlte Baustellen auf dem Weg, die Energie und Aufmerksamkeit brauchen und binden.

Manche Baustellen sind auch schneller weg wie gedacht, so zum Beispiel, dass ich es innerhalb kürzester Zeit geschafft habe, mit dem Shop auf eine schnellere Plattform bei meinem Provider umzuziehen. Schwups - ohne Probleme - voller Erfolg. Erstaunlich wie schnell er jetzt geworden ist. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, hatte ich doch mit Problemen gerechnet.

Ich unterliege einer Illusion, wenn ich hoffe, dass irgendwann mal alle Baustellen geschlossen sind und keine mehr kommt. Es ist immer irgendwas. Die Frage ist also nicht, wie ich Baustellen vermeiden kann, denn die gehören offensichtlich zum Leben dazu, sie werden immer wieder auftreten. Die Frage ist eher, wie ich damit umgehe. Denn auch durch meine Gedanken "Ich bin froh, wenn die Baustelle endlich geschlossen ist." gehen sie ja nicht weg. Schade eigentlich...

Ich habe aber auch keinen Bock, mit ihr zu tanzen und zu sagen: "Och wie schön, dass du da bist. Es macht mir gar nichts aus. Ich mache das Beste draus." Nö, ich bin nicht froh. Es stresst mich.

Warum? Weil es nicht so läuft wie immer, der Alltag ist verändert, OHNE dass ich das wollte.

Wie kann ich damit umgehen, dass es immer wieder Baustellen gibt? Gar nicht.

Kann ich mich anders verhalten? Nein.

Anders denken? Nö. (Andere vielleicht schon, ich jetzt nicht.)

Was denn? Es ist einfach so, Anja. Hadere ruhig damit, ärgere dich, wenn es länger dauert oder gehe gelassen damit um. Das ist alles nicht entscheidend. Wichtig ist, dass du dich überhaupt damit auseinander setzt und dir bewusst wird, dass es dich stresst. Und das stressige Dinge auch wieder vorbei gehen und dann eine herrliche Freiheit und Entspannung eintritt... bis zur nächsten Baustelle.

So ist das Leben.

Okay!

Einen schönen Tag ... von einer, die mit Vorfreude darauf schaut, dass heute wieder der Teilabschnitt einer Baustelle geschlossen wird... und dann nächste Woche und ...

Anja Kolberg

PS: Wo ich mein "Sie ist weg"-Bild sehe, vielleicht ist das eine schöne Art für mich, mit Baustellen umzugehen, in dem ich ganz bewusst feiere, wenn sie weg sind. Das gefällt mir. :o)

Donnerstag, 04 Februar, 2010

Loslass-Nachwehen

Bis ich mich durchgerungen habe, etwas wirklich loszulassen, dauert es ... Jahre ... Monate ... Wochen ... Tage ... okay, manchmal bin ich auch spontan.

Wenn ich mich entschieden habe, dann soll es bitte schön schnell gehen. Im Herbst habe ich mich entschieden, meinen Schreibtisch zu verkaufen. Seit Anfang Januar ist er Gast bei einer Auktionsplattform, wird beachtet, aber nicht gekauft. Um meine Entscheidung zu unterstreichen, hatte ich ihn auch schon abmontiert. Doch er geht nicht. Hängt mein Herz noch zu sehr daran? Ich glaube nicht. Ich glaube, die Schwierigkeit ist für mich, dass ich bisher noch keine Vorstellung davon hatte, wie der Raum anschließend aussehen sollte. Gestern Nacht hatte ich einen Einfall, wie ich meinen Raum gestalten kann, dass ich darin Büroarbeit machen kann und vor allen Dingen Freiraum für Kreativität entsteht. Dafür müsste ich einen großen Schrank ausräumen, der hier noch steht und darin Bildschirm, Rechner, Drucker und Tastatur unterbringen. Das ginge, ist ziemlich unkonventionell... doch dafür müsste ich wieder loslassen... Vielleicht steht der Tisch auch noch hier, weil ich Angst vor dem Neuen habe und so immer wieder zurück zu dem klassischen könnte. Ist das so? Oh ja! Denn der 'neue' Raum hat nichts mit dem bisherigen klassischen Büroraum zu tun. Es wird eher ein Spielzimmer, ein Kreativzimmer, in dem ich auch Büroarbeit machen kann...

Oho, da werden meine Glaubenssätze, wie ein Büro auszusehen hat, damit 'man' darin ordentlich arbeiten kann, ganz schön durcheinander gewürfelt. Und dennoch merke ich: Es stimmt. Ich spüre Freude in mir aufsteigen, Lust am Umgestalten, auf eine neue Farbe...

Übrigens gibt es auch so eine 'Unart' vom Schicksal, nochmal nachzufragen, ob man es wirklich ernst meint mit seiner Entscheidung. Beispiel: Ich entschließe mich, eine Dienstleistung nicht mehr anzubieten, weil sie nicht mehr zu mir passt. Wochenlang kam keine Anfrage dazu rein. Kaum habe ich mich entschieden: Schwups, kommt eine Anfrage eines Menschen herein, der genau daran Interesse hat. Das Schicksal fragt so nach, ob man sich seiner Entscheidung wirklich sicher ist. Das ist mir in meiner Selbstständigkeit häufig begegnet. So war es auch im Sommer 2007, als ich mich entschied eine Pause vom Coaching zu machen. Immer wieder kamen Anfragen herein und ich wurde innerlich geschüttelt: Kannst du dir das Erlauben, diese Anfragen nicht anzunehmen? Bist du dir wirklich sicher mit deiner Auszeit? Nachdem ich in mich hinein gehört hatte, was ich wirklich will, sagte ich einige Male 'Nein' und stand zu meiner Meinung, was nicht ohne schlechtes Gewissen abging. Danach hörten die Anfragen auf und wenn noch etwas hereinkam, konnte ich damit leichter umgehen. Es ist wirklich eine große Herausforderung für mich, in solchen Momenten ganz zu mir und meinen Gefühlen zu stehen und mich nicht von Geld, Ansehen oder Mangelgefühlen beeinflussen zu lassen...

Liebe Grüße aus der Loslass- und Veränderungszentrale

Anja Kolberg

Dienstag, 19 Januar, 2010

Mal was Neues

Ich stehe, während ich diesen Beitrag schreibe. Am Billy-Regal, worauf provisorisch Bildschirm und Tastatur Platz genommen haben. Ergonomisch sicherlich nicht die beste Lösung, jetzt gerade aber die perfekte für mich und meine Situation.

Warum ich nicht mehr sitze? Ich habe meinen geliebten, riesig großen Winkelschreibtisch abgebaut. In der ersten Jahren meiner Selbständigkeit lies ich ihn mir von meinem Bruder, der gelernter Tischler ist, auf meine Bedürfnisse hin anfertigen. Buche, Multiplex, stabil und schön. Genügend Platz für meine Büroarbeit inklusive rundem Besprechungstisch. Da sich meine Arbeit in den letzten Jahren verändert hat, spürte ich, dass er nicht mehr zu mir passt. Doch mich davon zu trennen - leichter gesagt als getan. Samstag habe ich mich endlich getraut, ihn abzubauen, jetzt stehen die Einzelteile an der Wand, warten auf ihre nächste Heimat. Und ich spüre, wie gut ich mich hinter dem Tisch verstecken konnte, mich daran festhalten und meinem gleichen Trott folgen. Ich kann kaum in Worte fassen, was der veränderte Raum, ohne den Tisch, für Gefühle in mir ausgelöst hat. Ich wusste nur, dass es stimmt ihn loszulassen und nicht, was sich dann entwickeln wird...

Vorerst möchte ich den Raum in der Mitte leer lassen. Ich habe noch ein weiteres Billy-Regal geleert und will die Veränderung erst mal so lassen. Jederzeit könnte ich den alten Küchentisch von der Urgroßmutter meines Mannes hier herein stellen und hätte wieder einen Tisch. Oder einen neuen kaufen. Doch das will ich nicht. Es ist angenehm, im Stehen zu arbeiten. Anders. Komisch. Ungewohnt.

Genau dieses Ungewohnte, das sich komisch anfühlt und dennoch stimmig, will ich noch ein wenig aushalten, mich ausprobieren und erleben, was die neue Situation so alles in mir auslöst.

Viele Grüße von der Probier-Insel

Anja Kolberg

Freitag, 08 Januar, 2010

Nur das nehmen, was ich brauche

Letzte Woche wurde in einem Fernsehbericht über eine Naturgöttin berichtet, die einst auf die Erde gekommen war, um die Menschen daran zu erinnern, nur so viel aus der Natur zu nehmen, wie sie im Moment brauchten.

Dieser Gedanke hat mich beeindruckt.

Denke ich nicht oft, dass es nicht genug ist, was ich habe? Dass ich noch mehr brauche? Geld auf dem Sparbuch zur Sicherheit. Mehr für die Rente tun. Ich könnte noch diese oder jene Anschaffung machen, dann würde es mir besser gehen...

Dabei verliere ich den Blick darauf wie es mir wirklich geht: Habe ich heute genug zu essen? Mehr als genug, es reicht für Tage, was wir im Haus haben. Habe ich genug zu trinken? Auch davon habe ich genug. Ich muss keinen Durst leiden, auch die nächsten Tage nicht. Habe ich ein Dach über dem Kopf und ist es mir ausreichend warm? Ja, ich habe ein behagliches Zuhause und genug Heizvorräte im Keller für die nächsten Wochen.

Wie wäre es, wenn ich nur für heute damit zufrieden bin, was ich habe und nicht weiter danach Ausschau halte, was ich alles nicht habe?

Anja Kolberg

Donnerstag, 31 Dezember, 2009

Danke, dass du gehst!

Liebes Jahr 2009,

du warst wirklich nicht mein Liebling. Anstrengend warst du, schmerzhaft, lähmend, herausfordernd. Du hast mich an meine Grenzen geführt. Puh! Bin ich froh, dass du jetzt gehst. So gerne hätte ich dich schon mehrmals vor Wochen und Monaten gebeten zu gehen, doch das ging nicht. Du hattest genau vorgeschriebene Termine. Ich musste dich aushalten. Manchmal warst du echt eine Nummer zuviel für mich.

Nein, es war nicht alles schlecht mit dir. Das wäre unfair zu behaupten. Du hast mir auch viel gutes gebracht: Tiefe Erfahrungen, persönliche Weiterentwicklung, geschäftlichen Erfolg. Ich habe sehr viel über mich selbst und meine Geschichte gelernt. Du hast es geschafft, dass ich über mich hinaus gewachsen bin. Ich habe viele schöne Momente mit dir erlebt.

Und jetzt ist gut. Nichts mehr offen. Die schmutzige Wäsche bleibt heute ungewaschen liegen. Es ist mir egal, dass ich sie mit ins neue Jahr nehme. Heute wird auch nicht mehr gesaugt, die Fenster bleiben ungeputzt, die Wollflusen unseres Hundes werden auch noch morgen in den Ecken liegen. Die Kalk- und Zahnpastaspuren im Waschbecken möchte ich auch mit ins neue Jahr nehmen. Was das ist? Ich würde sagen eine neue Gelassenheit. Loslassen vom Perfekten. Frei sein für das, was mir Spaß macht, für das, was ich will und Abschied nehmen, von dem, was mir nicht gut tut, was mich unter Stress setzt, was ich nur mache, weil ich meine, es muss so sein, es gehört so. Keine Lust mehr darauf. Tschüß!

Danke, 2009, dass du das mit dir nimmst. Für mich bist du wie ein riesengroßes Schiff. Ein Tanker, ein Frachter. Kein Unglücksschiff, sondern ein sicherer Weg über das Meer des Lebens zu kommen. Es war gut, dass du da warst, denn im Sturm hast du mir Schutz geboten und mich einfach mitgenommen.

An 2010 will ich heute gar nicht denken. Nein, heute noch bleibe ich im hier und jetzt und feiere den Tag, an dem du gehst.

Deine Anja

Donnerstag, 08 Oktober, 2009

Eins nach dem anderen

Ich habe mir Genuss, Ruhe und Gelassenheit vorgenommen für die Kalendersaison 2009.

Was das bedeutet? Streßfreies Arbeiten. Pünktlich Feierabend. Tiefes Durchatmen. Gerade in der Vorbereitungsphase, in der ich mich gerade befinde, sind die Verlockungen groß, mal eben noch eine Stunde dranzuhängen. Daraus werden dann zwei oder drei und der gemütliche Abend auf der Couch kommt schnell aus dem Rhythmus.

Dieses Jahr möchte ich die Vorbereitung für mich zelebrieren und mir Zeit lassen. Heute früh zum Beispiel gab's nach dem Gassigang mit Minu erst einmal einen Weckmann von der Bächerei Hilgers, gleich zwei Geschäfte weiter eine Quasselstunde bei meiner Blumenfreundin Petra im Kirchweg 137 (da gibt es die Kalender ab morgen, Freitag und auch zwei Bilder, Einzelstücke, von mir zu kaufen) und dann noch im Zeitschriftenladen die Bild-Zeitung. Ich liebe kurze und knappe Informationen und ein Bildchen dazu. :o) Zu Hause habe ich mir dann den Weck mit einer heißen Tasse Kakao schmecken lassen und die Zeitung dazu gelesen. Herrlich.

Und erst dann weiter an den Schreibtisch, die Post öffnen - die Sache mit den Doppelkarten ist immer noch nicht durch, ich habe Geduld - und weiter am Shop arbeiten, Kalender in Folientüten zum Schutz einpacken, Newsletterabos pflegen ... huch - der letzte erschien im Dezember 2008... das ist auch okay...

Jetzt ist schon nach 18 Uhr und Feierabend. Mein Büro hat für heute geschlossen.

Runter in die Küche an den Herd. Heute gibt es Nudeln zur Gehacktessoße, die mein Mann gestern gezaubert hat. Er ist der Fleischexperte bei uns. :o)

Schönen Feierabend aus Köln - hm, herrlich frische Abendluft weht durch das offene Fenster - endlich kühler als gestern - so mag ich den Herbst

Anja Kolberg

Mittwoch, 30 September, 2009

So macht Entsorgen Spaß

Ich weiß auch nicht, was heute früh mit mir los war: Ab sechs Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Tsss, mein Mann konnte es kaum glauben, als ich plötzlich auftauchte. :o)

Den morgendlichen Schwung habe ich genutzt und endlich unseren Elektronikmüll zur Abfallentsorgungsstelle nach Köln-Ossendorf gebracht. Das ging so flott, hat richtig Spaß gemacht. Die Entsorgungsstelle ist leicht zu erreichen, man wird von netten Herren empfangen, die erklären, wo man alles entsorgen kann - und schwups, schon war der Wagen leer. Es ist so befreiend, einen Staubsauger fliegen zu sehen. :o) Das war ein guter Start in den Tag!

Letzte Woche hingegen war ich irgendwie ausgenockt durch meine Periodenschmerzen. Die kamen und gingen in Wellen. Ich war nicht krank, aber auch nicht fit. So ein difuses Bäh! Leistungsfähigkeit schwankte zwischen 10% und 70%, meist aber 40%. Ätzend! Ich mag es nicht, wenn ich nicht vorwärts komme. Deswegen freue ich mich um so mehr, dass ich diese Woche durchstarten kann. Dieses Wissen macht ein paar Tage ausgenockt sein wieder wett!

Liebe Grüße aus der Nieselregenzentrale in Köln (Mein Garten liebt diesen Regen und sieht dann zauberhaft aus!)

Anja Kolberg

Freitag, 21 August, 2009

Hürde genommen

 

Ich habe es endlich geschafft: Alle Fotodateien von 2004 bis heute sind durchgeschaut und sortiert. Über 166 GB Fotodateien habe ich dabei gelöscht. Ich bin so froh, dass ich diese Hürde genommen habe. Vor zwei Jahren habe ich schon mal Anlauf genommen, es aber einfach nicht durchgehalten, alles durchzuschauen und wirklich konsequent zu löschen. Ich bin stolz auf mich!

HÜPF!

Mir ist es auch gelungen, einige Dinge bei Ebay zu verkaufen, was ich mir auch schon ewig vorgenommen habe. Puh! Es tut so gut, um diese Dinge leichter zu sein.

 

Mehr Luft. Mehr Raum. Mehr Freiheit. Mehr ich!

Schönes Wochenende

Anja Kolberg

PS: Bin ich froh, dass es abgekühlt ist. Die Temperaturen + Schwüle sind nix für meinen Körper.

Montag, 10 August, 2009

Sechs neue E-Cards - dank Aufräumen

Nachdem ich mein "sichtbares" Büro ausgemistet habe, ist jetzt das "unsichtbare" Büro dran. Was das ist? Mein PC, genauer: Meine Festplatte. Zwei davon habe ich in meinem Computer und auf der zweiten lagern meine Fotos und kreativen Projekte. 230 Gigabyte bis zum Platzen gefüllt. Ich konnte keine neuen Fotos mehr abspeichern. Mein Mann lockte schon mit einer 1000 Gigabyte (!) externen Festplatte.

Ich hätte einfach so weiter machen können. Denn: Ich bin faul. Eigentlich wäre es gut, die doppelten Fotos zu löschen und die verwackelten und die Rohdaten, die sehr viel Platz einnehmen. (Ich kann auf meiner Kamera jpg aufnehmen wie jede Digitale Kamera und zusätzlich noch Rohdaten, deren Parameter ich in Bildbearbeitungsprogrammen noch nachträglich einstellen kann wie z.B. Belichtung, Schärfe.) Das habe ich aber nicht gemacht. Kein Bock, warum auch, war ja bisher genug Platz dafür da. Und wenn man erst mal angefangen hat zu schludern, macht es auch nicht viel Spaß, das nachzuholen. ... bis die Platte voll ist.

Ich habe mich nicht für den einfachen Weg entschieden, nämlich so weiter zu machen und die große Platte zu nehmen, sondern habe die momentane Loslass-Welle genutzt, um auch auf meiner Platte aufzuräumen... und zu löschen. Die Hälfte der Platte ist inzwischen leer! 115 GB Dateien habe ich bisher gelöscht und entschieden, was bleiben und was gehen darf.

Dabei sind auch einige Fotos für neue E-Cards angefallen. Hier sind drei neue Sommerkarten:

und drei Geburtstagskarten:

Viel Freude beim Verschicken!

Anja Kolberg

Mittwoch, 29 Juli, 2009

Die Kraft der Visionen

Nebeneffekt vom Loslassen: Ich schaue mir all die Unterlagen noch mal an, bevor ich entscheide, was bleibt und was nicht. So auch die Unterlagen der Berufsworkshops, die ich veranstaltet habe. Oft habe ich an den Übungen teilgenommen, mal im Stillen, mal als Mitglied der Gruppe. Die Ergebnisse habe ich behalten: Zeichnungen, Collagen, Visionsbriefe, Interviewbögen. Als ich die Visionsbriefe nochmal durchlas, fand ich viel, das sich in dem gewünschten Zeitraum verwirklicht hat:

Zum Beispiel stand in zwei Briefen, dass ich im Sommer 2008 an einem Roman schreibe. In mehreren Briefen kündigt sich die Auszeit an und viele kleine Wunder und Zufälle, die mir durch diese Zeit helfen. Und dass der Anfang schwierig ist, es aber immer leichter wird. Ich sage Ihnen, wenn mir das jemand vor 10 Jahren prophezeit hätte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Da ist vom Rosenbogen die Rede, der jetzt im Garten blüht und davon, dass ich morgens auf der Terrasse sitze, in einen schönen Garten schaue und Kaffee trinke. Auch das stimmt. Immer wieder habe ich auch von einem Kind geschrieben oder auch von zweien. Das ist nicht eingetroffen, dachte ich vorgestern, ich habe keine Kinder. Wobei, fiel mir darauf ein, dass das nicht stimmt. Es ist ein Kind in mein Leben getreten, das sehr wichtig für mich ist, das meine Unterstützung braucht, meine Liebe, meine Aufmerksamkeit, meinen Schutz: Mein Inneres Kind. Ja, ich bin Mama geworden, nur anders als ich das damals dachte.

Die Kraft der Visionen ist stark. Wundervoll. Unerwartet. Hoffnungsvoll. Weise und wahr.

Zaubergrüße von der Glücksinsel

Anja Kolberg

Freitag, 24 Juli, 2009

Selbst ist die Frau

Eben habe ich den Popeye in mir geweckt. Natürlich hat das ganze Papier loslassen eine Konsequenz: Regale, die vorher vollstanden, sind jetzt leer. *Hüpf* Und damit mehr Luft in meinem Büro Einzug hält, habe ich mich entschieden, eines meiner hohen Billy-Regale wegzugeben und das andere gegen zwei halb hohe, die im Schlafzimmer in meiner Malecke stehen, auszutauschen. Alle Billys hatte ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit als Büroeinrichtung gekauft. Die haben jetzt schon zwei Umzüge mitgemacht, mehrmals den Platz gewechselt und sind noch immer stabil. Und das für den Preis. Ein Lob auf den schwedischen Einrichter.

Tja, eigentlich hätte ich meinen Mann gefragt, ob er mir hilft die Regale eine Treppe rauf bzw. wieder herunter zu tragen. Der ist aber unterwegs und ich hatte keinen Bock zu warten. Stufe für Stufe habe ich das hohe Regal die Treppe hochgetragen. Anschließend lief mir der Schweiß zwar von der Stirn, aber ich hatte es geschafft!

Ich bin echt stolz auf mich und meine Muskeln. Was ich doch alles schaffen kann, wenn ich etwas will, keine Hilfe da ist und ich mich einfach mal ranmache. :o)

Grüße von der Popeye-Frau und ein schönes Wochenende!

Anja Kolberg

Donnerstag, 23 Juli, 2009

Loslassen und kein Ende in Sicht

Hihi, ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr nochmal einen zweiten Loslass-Marathon starte. Es tut mir soooo gut, auch wenn es teilweise schwer ist. Was ich losgelassen habe? Trainingsunterlagen, zwei bis drei Buchkonzepte, überholte Beratungsunterlagen, Projektideen, Zeitschriften, Kataloge, Dinge die ich noch hätte verkaufen können, die aber in erster Linie meine Energie gebunden haben ... Ich weiß gar nicht mehr, was es alles war. Ich habe es schon vergessen und die Papiertonne ist schon wieder voll und hier im Büro steht so viel, dass ich sie schon wieder voll machen könnte... Ja, ja, ja!

Wofür das Loslassen wichtig ist? Damit ich endlich all das Alte loslasse und frei für das Neue werde. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, was das Neue genau sein wird. Das ist noch nicht wichtig, ein Schritt nach dem anderen.

Warum ich mit dem Loslassen angefangen habe? Bei mir ging nichts mehr. Ich war festgefahren, unzufrieden, kam weder vor noch zurück. In einem Dialog mit meinem Inneren kam der Impuls, erst mal Altes loszulassen, damit ich weiter nach vorne gehen kann.

Ob ich einfach wahllos alles wegschmeiße? Nein, auf keinen Fall. Vorher frage ich mich immer: "Will ich das Loslassen?" Und dann sagt mein Herz "Ja" oder "Nein". Meistens sagt mein Herz: "Wenn du kannst, lass los."

Was mir beim Loslassen hilft? Es gibt so Dinge, daran hängt wirklich mein Herz, zum Beispiel Projekte, in die ich Zeit und Geld investiert habe. Ich merke aber, dass sie überholt sind oder nicht mehr stimmen und will sie loslassen. Dann sage ich still oder je nach dem auch laut: "Ich lasse mit Liebe und Achtung los." oder "Ich lasse los und vertraue darauf, dass ich alles, was ich brauche, in mir trage."

Das tut gut, beruhigt mich und hilft mir.

So, jetzt gehe ich zu meiner Blumenfreundin einen Moment schnacken (mein Göttergatte hat bei ihr gerade einen zauberhaft schööööönen Strauß zu unserem Hochzeitstag erstanden) und dann ist der nächste Ordner dran. Mein Ziel: Die beiden großen Regale kommen noch raus, dafür stelle ich zwei ins Büro, die nur halb so hoch sind = viel mehr Luft für mich.

Hüpf!

Anja

Freitag, 10 Juli, 2009

Noch eine Runde loslassen

 

Seit zwei Tagen ist es wieder an der Zeit, weitere Dinge in meinem (Berufs-)leben loszulassen. Vor allen Dingen: Papier. Der Inhalt meiner Hängeregistratur - ein großer Schrank mit vier Doppelfächern - wird Schritt für Schritt gehimmelt. Puh! Gerade habe ich eine Mappe mit Zeitungsausschnitten vor mir, die mir wirklich am Herzen liegen. So wichtig, dass ich darüber einen Blogeintrag mache, bevor ich sie ganz loslasse.

Es sind Berichte über Schriftsteller und wie sie ihren Weg gegangen sind. Mir machen sie Mut, weil sie das Leben als Schriftstellerin greifbarer und ein Stück normaler machen. Oder welche Schwierigkeiten heutige Bestseller-Autoren hatten, bis sie ihren Durchbruch erlebten. Die bekannteste Geschichte ist wohl die von Joanne K. Rowling, deren Harry Potter Bände von neun Verlagen abgelehnt wurden. (Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 12. November 2001). Seit 2001 sammle ich diese Ausschnitte schon. Ich werde sie mir jetzt nicht noch einmal alle durchlesen, nicht das herausfischen, was mich ermutigt, nicht weiter daran festhalten als wären diese Berichte der Schlüssel für meinen Weg, sondern darauf vertrauen, dass sich zum rechten Zeitpunkt alles fügt.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Thomas Mann, das mir besonders viel Mut macht: "Ein Schriftsteller ist ein Mensch, dem das Schreiben schwerer fällt, als allen anderen Menschen."

Anja Kolberg

Montag, 27 April, 2009

Der Frühjahrsputz geht weiter...

Nichts anderes ist es, was ich in meinem Büro seit letzter Woche mache: Ich putze. Zwar keine Böden und Fenster, das ist ja rasch in einem Raum gemacht. Nein, ich putze Ordner leer und Regale. Auch Zeitschriftensammlungen und Visitenkartenmappen mit uralten und nicht gepflegten Kontakten landen in der Tonne.

Ich blättere Ordner mit Unterlagen von Weiterbildungen durch, die ich besucht habe und die ich gar nicht mehr brauche. Ich entscheide mich zum Loslassen. Im Bücherregal finde ich Schinken, die ich unbedingt mal haben musste, in Wirklichkeit aber gar nicht genutzt habe. Seufz. Ein Fall für Amazon Marketplace oder für die Mülltonne. Ja, ich kann Bücher auch gut wegwerfen. Ich konnte das nicht immer, aber irgendwann hat es 'Klick' gemacht. Es geht nicht um Bücher, die eine Antiquität darstellen, nein, allesamt Bücher, die noch zu kaufen sind. Der Autor oder die Autorin wird sich freuen, wenn es neu gekauft wird. So unterstütze ich meine Gilde...

Potenzial, um meinem Frühjahrputz noch mehr zu fröhnen, ist vorhanden. Manches fällt mir schwer, loszulassen, obwohl ich es schon ewig nicht mehr angerührt habe oder nie wieder machen will. Zum Beispiel Bewerbungstraining, Vorträge zu Themen, die mich nicht mehr interessieren, Workshops, die ich nie wieder halten will. Mein Inneres sagt mir dann: "Anja, du brauchst es nicht mehr. Wenn du es kannst, dann lass es los." Dann fällt es mir leichter, auch wenn ich manches doch zurück ins Regal stelle.

Ich bin schon auf das Gesicht des Müllmannes gespannt, wenn er unsere Papiertonne von der Stelle bewegen will und nicht damit rechnet, dass sie x Mal so schwer ist wie sonst..

Je mehr ich loslasse, desto leichter fällt es mir, auch noch eine weitere Schublade in Angriff zu nehmen und dort den Staub der Vergangenheit wegzuwischen...

Ich freue mich, auf das, was kommt! Etwas ist ja schon gekommen, kaum dass ich umgestellt und einiges losgelassen habe, darüber muss ich aber erst noch einige Tage schlafen, bis ich im Blog davon berichte...

Anja Kolberg

Mittwoch, 22 April, 2009

Schritt für Schritt

Heute ist ein guter Tag, eine Pause einzulegen. Ich merke richtig, wie ich mich nach der Umräumaktion erst mal wieder in meinem Büro orientieren muss. Kicher, nein, es liegt nicht daran, dass es so riesig ist, sondern, dass ich die Möbel umgestellt habe.

Dickes Dankeschön an meinen Mann, der sooooo viel Geduld mit mir hatte. Ich konnte mir in Ruhe überlegen, wo die einzelnen Möbelstücke wirklich gut stehen, sie sind teilweise mehrfach umgestellt worden. Der Schreibtisch (ziemlich groß mit einem runden Besprechungsbereich) hat alle Himmelsrichtungen durch. Eine kleine Herausforderung war die Hängeregistratur, ein riesig schwerer Schrank. Insbesondere für diesen war ein passender Platz schwer zu finden, doch auch das hat mit der nötigen Zeit geklappt.

Ich weiß auch schon, was als nächstes losgelassen werden will. Mein Verstand weiß es, der Rest von mir braucht mindestens ein Jahr dafür, um diesen Gedanken zu verarbeiten. Schließlich hänge ich ja daran. Noch...

Heute will ich mich an mein neues Umfeld, an die Umstellung gewöhnen. Schön ist, dass ich jetzt wieder aus dem Fenster rausschaue, den Himmel sehen kann, hinter der gegenüberliegenden Häuserreihe die Bäume und meinen Blumenkasten, der dringend neues Innenleben braucht. Petra-Ute (schöner Blumenladen! Kirchweg 131 - Junkersdorf), ich kooooommme!

Auf dem Parkett stehen noch so manche Kartons herum, auch einige Billi-Regale brauchen einen anderen Platz. Ich blicke zudem auf eine frisch gestrichene grüne Wand, da muss ein Bild hin. Ich gucke auf so viel leeren Raum. HILFEE! Das ist vielleicht ein komisches Gefühl... Gestern war ich übrigens beim schwedischen Lieblingsmöbelhaus Am Butweilerhof im Kölner Norden. Puh, ist das riesig. Ich überlege, ob es größer ist als das in Köln-Godorf. Hm, meine Füße waren auf jeden Fall anschließend mehr als platt... und dass ohne Einkaufswagen, "nur" zum Gucken.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine neue Aufräumrunde. Mal sehen, wohin die Sachen kommen, die ich noch nicht wieder eingeräumt habe. Seufz.

Wo führen mich die gegangenen Minischritte hin? Sie haben auf jeden Fall eine große Wirkung, das merke ich jetzt schon.

Einen zauberhaften Tag - bitte mal mit weniger Pollen-Schnief-Zeit!

Anja Kolberg

Dienstag, 21 April, 2009

Moin moin!

Das Wetter hier in Köln ist herrlich, die Sonne scheint in mein Büro, die Vögel zwitschern. Wenn nur die Nase nicht laufen würde...

Gestern war ich ganz schön aktiv, der erste Teil meiner Loslass-Aktion ist geschafft. Das war nicht leicht für mich, weil ich etwas Kostbares losgelassen habe. Ich habe mir, wenn es ganz schwer war: "Ich lasse mit Liebe los.", gesagt. Das hat mir geholfen. Ich habe nicht alles vollständig losgelassen, sondern erst einmal in den Keller getragen, es nimmt jetzt weniger Aufmerksamkeit in meinem Büro ein. Ich habe darauf immer noch Zugriff, wenn ich es möchte. Da ich dafür aber ein Regal abgebaut habe, wird es nie wieder diesen Raum einnehmen wie bisher. Es muss dann schon einen anderen Zugang finden...

Ich weiß, ich bekomme dafür etwas anderes. Es ist wie das Setzen der Blumenzwiebeln im Herbst - im Frühling zeigt sich das Ergebnis, es sei denn, das Eichhörnchen nascht daran... Aber wenn nicht, kann man sein buntes Wunder erleben. Was ich losgelassen habe? Ein Projekt, dass nicht so gelaufen ist wie ich es mir gewünscht hatte. Ich habe damit Erfahrungen gesammelt, bin in die Tiefe gegangen und habe erkannt, dass der Weg, den es erfordert, um wirklich erfolgreich zu sein nicht meiner ist. Ich habe zwar Ideen, was ich damit noch machen könnte, ich habe es aber bislang nicht getan. Also lasse ich los und lasse mich überraschen, was kommt.

Bisher war jedes Loslassen gut für mich, es ist dafür immer etwas Neues und wichtiges in mein Leben getreten. Ist das spannend! Ich spüre jetzt schon eine neue Freiheit, Erleichterung, Luft.

Nicht nur in meinem Büro habe ich aufgeräumt und einige Regalreihen geleert, auch im Kleiderschrank habe ich Platz gemacht: All die Business-Klamotten sind in der Sammlung gelandet. Blazer und Anzüge, die ich doch nicht mehr anziehe oder in die ich nicht mehr reinpasse. Rausgewachsen! :o) Diesmal habe ich die Gedanken: "Das ist doch viel zu schade. Wer weiß, vielleicht passe ich da ja wieder rein? Das könnte ich bei Ebay reinsetzen..." außer acht gelassen und sie einfach in den Sack gepackt. Da passt der kölsche Spruch: "Wat fott is, is fott." (Was weg ist, ist weg.)

Heute ist Zeit fürs Möbel rücken, der Teil einer Wand muss neu gestrichen werden. Auch die Steuerunterlagen habe ich noch nicht fertig. Es gibt viel zu tun und darauf freue ich mich.

Doch zuvor drehe ich erst mal mit meiner vierbeinigen Freundin eine Runde und beobachte die Natur.

Anja Kolberg

Montag, 20 April, 2009

Zeit zum Loslassen

Ein sonniges Hallo aus Köln. Das Wetter am Montag Morgen ist herrlich: Blauer Himmel, Sonne, die Vögel zwitschern, es ist eine Mischung aus warm und angenehm kühl. Für mich perfekt!

Ich hatte ein völlig freies Wochenende mit Tun, worauf ich Lust habe und lassen, was nicht passt. Das hat mir so gut getan. Ein Geschenk, mal keine Termine zu haben, sondern sich nur treiben zu lassen. Den ganzen Sonntag Nachmittag habe ich auf der Terrasse verbracht, ab und zu mal an den Blumen gezupft oder am Unkraut und ansonsten den Anblick unseres immer grüner werdenden Gartens genossen. Zwischendurch habe ich uns Waffeln gebacken, einen Salat vorbereitet und am Abend haben wir gegrillt. Die Kirsche auf der Sonntagssahne waren am Abend zwei Lieblingsserien auf der Couch anzuschauen: "Navy CIS" und "The Mentalist".

Auf dem Foto sehen Sie das Ergebnis des im Herbst bepflanzten Kübels mit Tulpenzwiebeln. Den Kübel, den das Eichhörnchen verschonte. Das Eichhörnchen hat weise entschieden, ich habe an dem Bild sehr viel Freude!

Das Kalenderzitat: "Das Leben erwacht." passt so sehr in diesen Monat. Und der zweite Teil: "Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche.", ebenso sehr.

Es fällt mir schwer, mir die Zeit zu lassen, die ich brauche. Mein Verstand will, dass es schneller vorwärts geht auf meinem Lebensweg. Er sieht schon die nächsten Etappen, weiß wo der Weg lang geht, was zu tun ist.

Doch mein Körper, mein Herz, meine Seele sind noch nicht so weit, noch nicht bereit, den nächsten Wegabschnitt in Angriff zu nehmen. In den letzten Wochen habe ich es wie eine Lähmung empfunden. Sehr anstrengend, weil ich es schwer akzeptieren konnte, dass ich mehr Zeit brauche.

Der Blick auf den Kalender oder das Desktopmotiv für diesen Monat hat mich besänftigt.

Mir geht es eben wie den Rosen: Sie sind da. Die Blätter zeigen sich, bei manchen vielleicht auch schon Ansätze einer Knospe. Aber bis sie aufblühen, braucht es noch seine Zeit. Und es geht nicht schneller, wenn ich weiß, wie die Blüte aussieht. Höchstens die Vorfreude kann ich genießen.

Gestern spürte ich: "Ich muss in meinem Büro etwas ändern!" Es war mir schon länger bewusst, dass etwas nicht mehr stimmte, aber erst jetzt, weiß ich, was ich tun kann. Ich sehe den nächsten Schritt und spüre: "Ich kann ihn auch gehen."

Heute werde ich einige Sachen umräumen, ein Regal abbauen und den Schreibtisch umstellen. Damit geht es mir sehr gut, auch wenn die Vorstellung nicht leicht fällt, dass ich dabei etwas in der Vergangenheit sehr wertvolles loslassen werde.

Mein Inneres macht mir Mut und sagt: "Mach das, das wird dir gut tun!"

Auch wenn ich nicht weiß, welche Schritte konkret danach folgen, so gehe ich jetzt den ersten Schritt: Aufräumen und Loslassen. So weit können Körper, Seele und Geist gehen.

Anja Kolberg

Freitag, 19 Dezember, 2008

Loslassen

Mich von dem befreien, was ich nicht beeinflussen kann.

Geduld haben.

Vertrauen, dass die Dinge einfach geschehen.

Mich auf das konzentrieren, was mir wirklich gut tut.

Anja Kolberg

Freitag, 17 Oktober, 2008

Loslassen & Vorfreude

Aaaaaah, heute ist ein toller Herbst-Sonnentag hier in Köln. Hm, da liegt glaube ich ein zauberhaft schönes Wochenende vor uns. :o)

Nicht nur die Natur lässt Überflüssiges los, auch ich habe einiges losgelassen: Vor 14 Tagen haben wir den Keller aufgeräumt. Vor einer Woche war der Sperrmüll da und gestern habe ich Elektronikschrott und Sondermüll zum Kölner Abfallcenter nach Ossendorf gebracht. Es hat so einen Spaß gemacht, den alten Staubsauger in den riesigen Container zu schleudern. Uuuuuuuuuuund Tschüßßßßßßßßßßß! Hihi. Auch bei den alten Lacken und anderen Flüssigkeiten, die in den Sondermüll gehören, war es einfach ein gutes Gefühl. Der nette Mitarbeiter der Kölner Abfallbetriebe nahm wie selbstverständlich meinen Korb entgegen und ruckzuck war alles in große Container sortiert. Auf meine Frage, was damit geschehe, bekam ich eine freundliche Auskunft: "Die Behälter kommen nach Dormagen zu einer Sondermüllverbrennungsanlage." Perfekt - was will ich noch mehr!

Wenn loslassen doch immer so einfach wäre!

 

Ganz besonders freue ich mich auf einen Ausflug, den ich am Wochenende mit meiner Freundin Ariane unternehme. Wir fliegen nach München. Dort besuchen wir die Veranstaltung des Mediums Paul Meek. Sonntag geht's los und Montag Abend hat uns Köln wieder. Hm, ich freue mich auf neue Entdeckungen, Erkenntnisse, unendlich viele Plauderstunden mit Ariane darüber und ein bischen von der guten Alpenluft zu schnuppern, die ich in München spüren kann. Der nette Herr von den Münchner Verkehrsbetrieben sagte mir am Telefon, ob wir sicher sind, dass wir Montag wieder zurück fliegen wollen und nicht dableiben. Doch doch, das könne er aber nur verstehen, wenn er einmal in Köln gelebt hat. :o)

Ein zauberhaftes Wochenende!

Anja Kolberg

Montag, 06 Oktober, 2008

Ein reiches Wochenende!

Schöne und intensive Tage und Stunden liegen hinter mir. Das Wochenende war gut für mich. Neben Keller aufräumen und einiges für den Sperrmüll bereitstellen ist auch mein Arbeitszimmer ein bischen verändert worden. Ein neuer Schrank ist hinzu gekommen, unser Wohnzimmer dafür luftiger geworden. Hm, und die Wärme des Kaminofens hat gestern Nachmittag so gut getan. Dieses usselige Dauerregen-Einheitsgrau draußen am Himmel. Puh! Da ist es gut für mich, wenn's drinnen schön kuschelig und hell ist. Ich bin auch einen großen Schritt bei meinem Kalender weiter gekommen.

Am Freitag Abend habe ich als Stellvertreterin an einer Aufstellung teilgenommen und habe für mich so einiges mitnehmen können und gleich angewandt. Ich habe Jahre an keiner Aufstellung mehr teilgenommen, jetzt stimmte es für mich. Besonders stolz bin ich darauf, dass es mir gelungen ist, dabei gut für mich zu sorgen und nicht die anderen an die erste Stelle meiner Aufmerksamkeit zu stellen. Das mache ich sonst oft.

Lecker Kuchenessen gab es am Samstag Nachmittag bei der Schwägerin. So ein Familiennachmittag tut mir richtig gut. Ich mag Familie und fühle mich mit meiner und der meines Mannes reich beschenkt. :o)

Kennen Sie das Buch von Nicholas Sparks "Wie ein einziger Tag?" Ich kannte es nicht, aber den Film habe ich mir ausgeliehen. Mehr dazu unter den Film-Tipps.

Ich wünsche Ihnen und mir einen guten Einstieg in die Woche und dass alles erledigt werden kann, das auf Erledigung wartet!

Anja Kolberg

Freitag, 26 September, 2008

Wie die Kinder?!

Unser Haus liegt in der "Einflugschneise" der Grundschule in Junkersdorf. Die Geräuschkulisse zu Pausenzeiten ist enorm. Kinder können schreien, jauchzen, brüllen, rufen, lachen, umherhüpfen, fangen spielen, klettern, tuscheln, ärgern. Bewegung! Stimme! Ich! Wir!

Das fasziniert mich. Der Schulhof ist eine Quelle an Lebensfreude!

Klar sind diese Geräusche nicht gut zu ertragen, wenn man Kopfschmerzen hat oder total gestreßt und genervt ist. Aber ansonsten: Beeindruckend!

Ich habe mir vorgestellt im Grundschulgebäude wäre ein Seminarhaus für Erwachsene. Was würden Sie denken, wenn die genausso in den Pausen umhertoben würden wie die Kinder? Wenn sie herausschreien würden, was sie gerade in sich tragen und einfach hinaus in die Welt muss? Wenn sie fangen spielen würden? Hüpfekästchen? Seil springen? Auf dem Klettergerüst umherkraxeln? Irgendwie wäre es doch toll, oder? Alle Hemmungen über Bord schmeißen und einfach drauf los!

Diese Idee trage ich immer in mir, wenn ich wieder höre: Die Kinder haben Pause! Ein schöner Gedanke.

Anja Kolberg

Mittwoch, 17 September, 2008

Strudel

Diese Woche habe ich viele Termine. Viel mehr als sonst. Gerade heute spüre ich den Unterschied zu anderen Wochen, wo ich wenig oder keine Termine habe. Ein Termin bindet meine Aufmerksamkeit, gleich ob ich mich auf einen Termin freue oder nicht.

Ich bin froh, dass es mir diese Woche noch einmal so deutlich geworden ist: Ich bin am liebsten flexibel und frei. In einer Woche ohne Termine geht es mir besser.

Schönen Mittwoch!

Anja Kolberg

Dienstag, 19 August, 2008

Schmutz-Toleranz

Früher war meine Grenze, wann geputzt und gesaugt werden musste, ziemlich niedrig. Einmal die Woche war Pflicht, sonst fühlte ich mich nicht wohl:

 

Doch mit den Jahren ist etwas von der Coolness meines Mannes auf mich über gesprungen. Auch die ständig umherfliegenden Hundehaare tun ihr übriges dazu. Wir machen sauber, wenn wir es möchten oder wenn wir Besuch erwarten:

 

Inzwischen kann ich auch entspannen, wenn es nicht pickobello sauber ist. Es tut mir gut, nicht mehr diesem selbstaufgesetzten Diktat "Samstag wird sauber gemacht" aufzusitzen. Freiheit für uns und den Schmutz! Wenn jemand spontan vorbei kommt, merkt er vielleicht "Och, ist ja wie bei mir zu Hause, auch nicht immer alles pickobello" und das ist gemütlich und erleichternd zugleich.

Viele Grüße aus der Relax-Insel

Anja Kolberg

Donnerstag, 19 Juni, 2008

Ausmisten

In unregelmäßigen Abständen - meist, wenn sich Änderungen ankündigen - überkommt mich die Ausmist-Wut. Am Wochenende war es mal wieder so weit: Meine Hänge-Registratur - ein mächtiger Schrank mit 4 riesengroßen Schubladen musste dran glauben. Tasche für Tasche habe ich durchgeschaut und Papier in den Mülleimer geschmissen. Ideen, die ich mal hatte. Wünsche. Projekte. Infomaterial, welches ich für "irgendwann-mal-machen" gesammelt habe.

Bei manchem ist es mir leicht gefallen ("Was will ich denn noch damit? Warum habe ich DAS denn hier?")

Bei anderem war es höllisch schwer ("Soll ich das wirklich wegwerfen? Was, wenn ich es noch mal brauche?")

Unterm Strich habe ich eine gute Mischung gefunden und fast eine Schublade geleert. Strike! Tut das gut. Vielleicht mache ich noch weiter.

Für alle, die sich jetzt fragen, was denn das Ausmisten zu bedeuten hat: Ich weiß es selbst nicht. Was ich aber weiß ist, dass es Platz für Neues macht. Wann das kommt? Auch das weiß ich nicht.

Die grüne Farbe meines Arbeitszimmers steht ja für Loslassen, also kein Wunder, das sich was tut. :o)

Ich frage mich die ganze Zeit, was der Hahn da oben auf dem Misthaufen bedeutet. Hm, jubeliert er, dass ich ausmiste? (Sieht es bischen so aus, als singt er.) Beschwert er sich? (Glaube ich am wenigsten.) Fühlt er sich pudelwohl? (Ja, das scheint zu stimmen. Mein Stimmungshahn.)

Duftende Landgrüße

Anja Kolberg

Dienstag, 06 Mai, 2008

Der liebe Haushalt...

Juuuten Morjen [Guten Morgen]. Die Sonne meint es in diesen Tagen gut mit uns. Wow, was für ein Wetter. Bin froh, keinen Heuschnupfen zu haben, denn eines fliegt im Moment wie verrückt: Pollen. Wenn es dann kurz zwischendurch regnet, ist der Blick durch die Scheiben perfekt. Ich weigere mich aber, sie zu putzen, weil sie nach kurzer Zeit schon wieder so aussehen. Also lasse ich meine in mir irgendwo vorhandene Hausfrau ruhen und lasse es.

 

Kennen Sie eigentlich die Tipps berufstätiger Mütter auf meiner Webseite? Nein? Ich habe sie gesammelt, als ich 1999 mit frauencoaching.de begonnen habe. Mein erster Workshop richtete sich an Mütter, die nach der Kinderphase wieder in den Job einsteigen wollten. Dafür habe ich auf meiner Seite Tipps berufstätiger Mütter gesammelt, die mir berichtet haben, wie sie es schaffen, Haushalt, Familie und Job zu vereinbaren. Sie finden die Tipps unter "Link: Familie + Job".

Dort gibt es zwei Rubriken: "Haushalt im Griff" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" [Hier gibt es übrigens einen Schatz an mutmachenden Erfahrungen von Frauen, die nach dem Erziehungs"urlaub" wieder eingestiegen sind.]

Am allermeisten haben mir die Tipps gefallen, wo es darum ging, den Haushalt nicht so wichtig zu nehmen. Warum? Weil sie mir geholfen haben, von meinem Putzperfektionismus runter zu kommen. Das hat gut getan. Jetzt fallen mir schmutzige Fenster noch auf, aber ich mache mich deswegen nicht mehr sofort ran, sie zu putzen.

Anja Kolberg

Donnerstag, 21 Februar, 2008

Grün!

 

Mein Arbeitszimmer brauchte frischen Wind. Den habe ich ja von der See mitgebracht. :o) Gestern vormittag war es dann soweit: Büro ausräumen. Ab in den Baumarkt: Farbe kaufen. Mein Wunschgrün war schnell gemischt. Unser Wohnzimmer (das ja direkt an mein Büro anschließt) war das reinste Chaos. Puh! Das hat ganz schön an den Augen weh getan. Heute früh habe ich dann den zweiten Anstrich gemacht. Und eines ist ganz deutlich: Die Farbe ist grün!

Jedem, dem ich meine Auswahl zeigte, vergrößerte gleich seine Augen. Hihi und ich habe göttlichen Spaß daran! Mein Mann weigerte sich strikt, dass noch irgendein anderer Raum im Haus mit diesem wunderschönen Farbton gestrichen wird. :o) Ich liebe dieses Grün! Es ist einfach wunderwunderschön! Beim Streichen habe ich "Grün, grün, grün sind alle..." geträllert. Allerdings meine Version, den Originaltext kann ich nicht. Was fühle ich mich jetzt wohl. Der Schreibtisch ist auch gleich umgestellt worden.

Der PC ist frisch angeschlossen und jetzt musste ich doch kurz ausprobieren, ob er auch funktioniert. :o) Und eine Pause tut immer gut.

Jetzt muss ich aber weiter machen, im Wohnzimmer ist immer noch Chaos. Zwar weniger, aber ich will heute noch fertig werden. Heute Abend soll es ja wieder gemütlich sein.

Grüne und glückliche Grüße

Anja Kolberg

Donnerstag, 10 Januar, 2008

Besinnen auf ein persönliches Ritual

Täglich. Zur Konzentration. Zum Sammeln. Zum Starten. Zum innerlichen: JA, jetzt geht es (so) weiter. JA, jetzt startet mein Tag.

So kann ich auch einen Tag abschließen. Zum Beispiel mit Schreibtisch aufräumen. Ähm, bei mir herrscht auf dem Tisch gerade kreatives Chaos, in das ich morgen früh genau so wieder einsteigen möchte. :o) Aber zum Abschluss einige Zeilen in mein Tagebuch schreiben und mir zum Beispiel bewusst machen, was ich alles geschafft habe, so viel Platz ist immer.

Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Donnerstag, 03 Januar, 2008

Mein Herz...

... hat ganz eigene Vorstellungen von einer Jahresplanung. :o)

Welche? Es hat überhaupt keine Lust, eine Jahresplanung zu machen.

Konkreter Wortlaut? "So ein Quatsch! Warum soll ich mich unter Druck setzen? Was passiert, passiert. Was nicht passiert, passiert eben nicht."

Ja, ähem, so kann man es auch sagen. Nützt aber nix, dass mein Herz sich querstellt. Es gibt ja noch andere Anteile in mir, die wollen eine Planung, brauchen eine Konzentration. "Ich nicht!" höre ich beleidigt aus dem Hintergrund.

So ein inneres Team zu einem gemeinsamen, stimmig klingenden "JA!" zu bekommen, ist ganz schön schwer. Was dagegen meist wunderbar funktioniert ist ein "Nein!". Das kommt meist so laut und vehement. Wow!

Im Moment kommt ein "NEIN!" zu noch mehr am PC sitzen. Ich habe hier zwar noch etwas vor, aber das kann bis heute Nachmittag warten. Jetzt ist erst mal was anderes dran...

Anja Kolberg

Mittwoch, 20 Juni, 2007

Kann ich...

... anderen Mut machen, wenn ich selbst kraftlos bin? Helfen, eine Orientierung zu finden, wenn ich mich in der Wüste der Orientierungslosigkeit befinde? Zuhören, wenn ich selbst voller Fragen bin?

Ich glaube nicht. Wenn ich das spüre, dann ist der richtige Zeitpunkt, mich um mich selbst zu kümmern.

Kraftreserven auffüllen. Mut schöpfen. Das Leben wieder spüren und mich darin eingebettet wiederfinden.

Vielleicht eine Minute. Vielleicht eine Stunde. Vielleicht einen Tag. Vielleicht eine Woche. Vielleicht einen Monat. Vielleicht ein Jahr. Vielleicht für immer.

Und diese Leere neu entdecken. Altes liebgewinnen. Vor allem mich selbst. Spüren. Atmen. Leben. Mich befreien.

Und damit eintauchen in einen neuen Prozess: Mich frei machen von Grenzen. Von Ängsten. Mutig Schritte gehen und innehalten, wenn das Innere "nein" ruft. Lernen, wieder auf mich, statt auf die Umwelt zu hören. Mich mir selbst stellen. Bedingungslos. Lernen mich selbst anzunehmen. Mit meiner Unzufriedenheit. Meiner Orientierungslosigkeit. Meiner Angst. Meinem Wunsch, zur großen Masse dazu zu gehören und doch zu spüren, das nicht wirklich zu können und zu wollen. Bei mir bleiben. Zu mir halten. Zu mir stehen.

Ich selbst sein.

Mir vertrauen.

Die Reißleine ziehen und den Körper befreien aus dem täglichen Einerlei. Der Seele eine dampfende Tasse Tee anbieten. Den Füßen eine Wiese mit Gänseblümchen. Das ängstliche Herz in die Liebe betten, die mich umgibt. Und all meine Ungeduld sanft ertragen. Die Konsequenzen liebgewinnen als eine Chance, mich und das Leben neu kennen zu lernen.

Annehmen, was ist.
Annehmen, was nicht ist.

Bis ich wieder weiß, was ich will.

Ein schwerer Weg. Mein Weg.
Ein guter Weg. Mein Weg.
Ein leichter Weg. Mein Weg.
Ein Weg voller Liebe, Zeit, innerlichem Reichtum, partnerschaftlichem Glück, tiefem Seufzen, zufriedenem Grunzen und lautem Quiecken.

Pures Leben fernab der Autobahn.

Einfach sein.

Ich.

Mitten im Leben.

Anja Kolberg

Freitag, 04 Mai, 2007

Tag für Tag

Manchmal im Leben strömt viel auf mich ein:

Feierlichkeiten, Treffen, Verpflichtungen, Wünsche, Veränderungen, Entscheidungen, Ungewissheiten. Ich denke darüber schon heute nach und frage mich, wie ich das alles schaffen will.

Dann hilft nur eines:

1. Weg mit all den Gedanken.

2. Tag für Tag leben. Meinen Tag heute schaffen und mir nur die Gedanken machen, die dafür nötig sind.

Ein leichter Tag!

Anja Kolberg

Montag, 30 April, 2007

Eine Pause machen

Im Moment nehme ich keine neuen Coachingaufträge an. Ich spüre, dass ich nach 8 Jahren Coaching eine Auszeit brauche, in der ich neue Kraft tanken kann. Mein innerer Antreiber kommt damit nicht gut klar, aber meine anderen Anteile konnten ihm gut begreiflich machen, dass das jetzt wichtiger ist als alle wirtschaftlichen Gesichtspunkte.

Nicht leicht. Aber wirklich wichtig. Die Pause kann ganz kurz sein, aber auch länger. Das weiß ich heute noch nicht. Ich werde Sie hier in meinem Blog auf dem Laufenden halten.

Im September letzten Jahres habe ich für eine unbestimmte Zeit eine Workshoppause gegeben. Das tut mir so gut. Ganz langsam kommt auch die Lust wieder, eine Gruppe anzubieten - das ist ein tolles Gefühl.

Jetzt packe ich meine Kamera ein und fahre raus ins Bergische Land. Meine Mama, meinen Papa, meine Oma und Tante und Onkel besuchen. Kraft tanken in der Familie. Das ist herrlich. Meine Oma sagte eben am Telefon, dass dort gerade alles so herrlich blüht. Da habe ich wahrhaftig wieder Lust, zu fotographieren. Dazu hatte ich nämlich auch immer wieder mal gar keine Lust. Kreativität braucht die richtige Stimmung und Freiheit, dann kann sie sich entfalten und trägt wundervolle Früchte. :o) Und eine Fahrt zu meiner Familie ist immer eine Reise wert - egal ob dort die Blumen blühen oder nicht. Meine Familie ist etwas ganz besonders wichtiges für mich.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag - und wenn Sie feiern gehen: Einen tollen Tanz in den Mai

Anja Kolberg

Freitag, 13 April, 2007

Loslassen

Ich wünschte mir einen Impuls, der mir gut tut. Diese Karte habe ich gezogen:

 

"Ich lasse los, was mich belastet und bin frei für das, was mich glücklich macht."

Oh, das passt ganz wunderbar. Gerade habe ich mein Büro aufgeräumt und ganz viele Sachen weggeschmissen. Es war an der Zeit, vieles loszulassen, was nicht mehr stimmte. Collagen habe ich von den Wänden genommen, motivierende Sprüche. Jetzt ist die Wand rechts neben mir weiß und klar. Ich merke richtig wie gut das meinem Auge tut. Und der Schreibtisch -frisch poliert - blinkt und funkelt mich an. :o)

Die Karte passt gut zu der Verantwortung, die ich losgelassen habe (mein voriger Blogeintrag).

Sie erinnert mich auch an etwas, das ich - genauer mein Verstand - glaubt, unbedingt haben zu müssen. Mein Herz ist anderer Meinung bzw. wurde gar nicht gefragt. So ist die Karte auch noch mal ein Hinweis, genau hinzuschauen. Einen Dialog mit dem Verstand und meinem Herzen zu führen, um Einigkeit in mir zu finden.

Loslassen, was nicht wirklich Meines ist, um frei zu sein für das, was wirklich auf mich wartet. Ach wenn ich wohl noch Geduld brauchen werde, um das zu erreichen. Loslassen ist mein erster Schritt.

Diese Gedanken nehme ich mit in mein Wochenende. Leichte, beflügelte Gedanken - so frei und leicht wie der Vogel auf dem Bild über's Meer fliegt.

Liebevolle Grüße und ein schönes Wochenende

Anja Kolberg

Verantwortung zurück geben

Ich trage etwas. Zuviel und vor allen Dingen nicht meines. Es schadet mir, weil ich nicht bei mir selbst sein kann. Und es schadet demjenigen, dessen Verantwortung ich trage, weil er sich so nicht selbst helfen kann.

Es passiert immer wieder im Leben: In kleinen wie in großen Dingen. Das Gute: Ich erkenne immer früher, wenn das der Fall ist. Und: Ich kann die Verantwortung dann wieder zurück geben.

Zuletzt ist mir das bei einem Familienmitglied passiert. Ich machte mir Sorgen, habe geholfen, weil jemand in Not war. Weil ich es nicht mehr ertragen konnte, das Leid zu erleben. Weil es mir weh getan hat und ich mit diesem Schmerz schwer leben konnte. Es ist wichtig, füreinander da zu sein. Und es ist auch wichtig, rechtzeitig wieder loszulassen, damit derjenige wieder seinen eigenen Weg findet und geht. Auch wenn er stolpert, auch wenn er fällt. Ich möchte Vertrauen entwickeln: "Er wird SEINEN Weg finden. Lass die Hand los. Er braucht genau diese Erfahrung in seinem Leben und die darf ich nicht nehmen." Klingt leicht, ist es aber nicht.

Das Problem: Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit nicht mehr bei mir. Ich vernachlässige meine Bedürfnisse. Lasse mich selbst im Stich. "Ich brauche keine Hilfe. Ich komme gut klar." Und dabei brauche ich selbst von mir die Zuwendung.

Ich übernehme das Tragen eines Sacks, der nicht meiner ist. Weil ich dem anderen das Tragen nicht zutraue? Weil ich glaube, dass ich es besser kann? Weil ich glaube, dass es einer tun muss, sonst...?

Ich erinnere mich an eine Familienaufstellung, die ich gemacht habe: Wie leicht man als liebender Mensch in die Rolle der Verantwortung schlüpft. Will helfen, weil jemand in Not ist. Hat er wirklich um Hilfe gefragt? Oder liegt dieser Hilferuf schon lange zurück und ich fühle mich noch immer in der Verantwortung zu helfen? Der ehemals Hilfebedürftige kann schon längst wieder laufen und ich rufe im Hintergrund immer noch: "Pass auf, da kommt das nächste Schlagloch!" Das nervt. Wie soll man da wieder lernen, auf sich selbst zu achten?

Es war Zeit, den Sack zurück zu geben. Und in Gedanken sah ich mich den Sack vor der Hautüre abstellen, klingeln und weggehen. Die Tür wurde aufgemacht und da war jemand froh über die Lieferung. Hat erst mal den Sack aufgeräumt, einige Sachen weggeschmissen, andere in den eigenen Rucksack gepackt. Ja, so einfach war das.

Lieber Gott, bitte lass mich immer nur dann helfen, wenn der Andere um Hilfe fragt. Mein Gegenüber darf klagen und jammern, das ist für mich keine Aufforderung zu handeln. Ich möchte meinem Gegenüber seine Verantwortung lassen und ich glaube daran, dass er selbst weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist, um Hilfe zu fragen.

Bitte gib mir die Kraft, bei mir selbst zu bleiben und zu erkennen, dass ich diese Aufmerksamkeit brauche und sie verdiene.

Anja Kolberg

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Dienstag, 20 März, 2007

Locker bleiben

Gestern Abend um 18.30 Uhr. Ich war schon müde und dachte daran, den PC auszumachen. Doch ein Teil in mir überlegte, die eine oder andere Recherche noch zu machen, nachdem ich zuvor eine Entscheidung getroffen hatte. Und mein Inneres sagte: "Nein, mach Feierabend. Wenn es klappen soll, dann findest du es auch zu einer Zeit, in der du fit bist und nicht müde und den Feierabend verdient hast." Als Selbstständige kann ich ja arbeiten, wann ich will. Das hat Vorteile und birgt auch die Gefahr der Selbstausbeutung...

Da ich schon längst keine Lust mehr auf Selbstausbeutung habe, sondern immer mehr gut für mich sorge, hörte ich auf mein Inneres und machte den PC aus. Gut gemacht!

Heute früh wollte ich dann direkt loslegen und zog mir eine Karte als Impuls für den Tag.  Was zog ich? "Vertraue, dass sich alles Wichtige von alleine zeigt." Und auf dem Bild zeigt sich ein Schmetterling auf lila Zierlauch. Um dieses Bild zu schießen, musste ich schon ein bischen warten. Ich kann mich daran erinnern, dass ich auf der Terrasse mit gezückter Kamera gesessen habe, weil kurz zuvor der Schmetterling auf dem Lauch gesessen hatte und als ich dann näher kam, war er weggeflogen. Natürlich kam er nicht zurück.

Nachdem ich LOSGELASSEN hatte von dem angestrengten: "Ich will das jetzt unbedingt haben!" und ein paar Tage später etwas anderes im Garten fotographierte, setzte sich doch wahrhaftig der Schmetterling genauso hin wie ich es wollte. Bingo!

Was sagt mir das für den heutigen Tag? Locker bleiben und nicht verkrampfen. Mit Lust recherchieren, aber nicht mit Krampf, "ich muss jetzt unbedingt das und das finden". Hey, es kann auch mich finden. Ich will offen sein für das, was mir heute an meinem Tag begegnet und zuversichtlich, dass sich das Wichtige für mich von alleine zeigt.

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Freitag, 16 März, 2007

Achte auf deine Wünsche...

... sie könnten in Erfüllung gehen!

Ich glaube an die Kraft der Wünsche. Schon oft ist mir passiert, dass ich mir etwas vorgestellt habe und das hat dann auch genau so geklappt. Es ist mir auch schon passiert, dass ich mir in meiner Selbstständigkeit mehr Ruhe gewünscht habe, mehr Zeit für mich und ich wunderte mich dann auf einmal, dass immer weniger Aufträge herein kamen... Als ich mich auf meine Bedürfnisse besann, wurde mir klar: Dass, was ich wirklich wollte, war eingetroffen, ich wollte gar nicht mehr zu tun haben. Ich brauchte die Ruhe.

Als Karte des Tages habe ich eine Mohnknospe gezogen. Der Text: "Tief in deinem Inneren sprudelt eine Quelle an Inspiration, Weisheit und Kraft. Du selbst." Die Mohnknospe spiegelt diese Kraft sehr stark. Ich stelle mir gerade vor, wie die Blüte erst einmal leuchtet, wenn sie geöffnet ist!

Wie hilft mir die Karte durch meinen heutigen Tag? Es lohnt sich, auf mein Inneres zu hören. Dort wartet Heilung auf mich. Heilung, wieder ganz in mir selbst stimmig zu werden. Deswegen vertraue ich mir. Es hat einen tieferen Grund, dass ich bestimmte Dinge mache und andere einfach nicht machen kann. Einen Grund, den ich mit dem Verstand im Moment nicht greifen kann. So will ich mein Handeln und Nicht-Handeln annehmen, im Glauben daran, dass es einen großen Plan gibt, der Sinn macht. Vielleicht nicht heute, aber ganz bestimmt rückblickend in der Zukunft.

Der graue Himmel hilft mir, heute bei mir zu bleiben. Ich wünsche mir, dass ich heute das bekomme, was ich brauche.

Einen liebevollen Tag!

Ihre Anja Kolberg

Samstag, 27 Januar, 2007

Unglücklich auf einer Stelle festhängen

Auf meiner vorletzten Arbeitsstelle: Das Unternehmen war frisch gegründet mit großartigen Prognosen. Ich war die erste Mitarbeiterin, zuständig für den kaufmännischen Aufbau. Mein Chef managte den Vertrieb und führte die Einkaufsverhandlungen mit Frankreich. Das alles war sehr spannend.

Ich freute mich auf die erste Kollegin, prophezeit in den ersten sechs Monaten. Die kam auch - aber nicht wie versprochen für das Büro, sondern für den Außendienst.

Ich war unglücklich. Alleine. Keine Kommunikation. Und unterfordert. Denn irgendwann waren die Abläufe strukturiert, die Buchhaltung eingerichtet, die neue Software eingeführt und lauffähig... Weit und breit keine Kollegen im Büro in Sicht. Aber dafür vermeintlich rosige Aussichten (die aber erst mal gar nicht eintrafen) und gutes Gehalt. Wenn das Unternehmen dann mal richtig gewachsen war, malte ich mir aus, was hätte ich dort super Entwicklungsmöglichkeiten. Aber wie lange dauerte das noch: Vielleicht ein Jahr? Vielleicht zwei? Vielleicht aber auch drei? Ich war so zerrissen zwischen dem Verlockenden, was ich aber noch gar nicht hatte und dem, was war: Meinen Gefühlen. Meiner Unzufriedenheit.

Irgendwann entschloss ich mich, nochmal die Schulbank zu drücken: Ein Abendstudium zur staatlich geprüften Betriebswirtin. Ein halbes Jahr später nahm ich mir ein Beispiel an einer Studienkollegin: Die hatte die Arbeitszeit reduziert. Das deckte sich nicht mit den Vorstellungen meines Chefs. So schaffte ich endlich den Absprung. Ich schob alle "könnte" auf Seite und kündigte endlich. Ohne einen neuen Job. Eine unbeschreiblich große Herausforderung für mich. Zwar wäre ich durch meinen Mann abgesichert, falls alle Stricke reißen sollten, aber ich wollte weiterhin unabhängig sein und auf keinen Fall arbeitslos werden.

Drei Monate hatte ich Zeit, etwas Neues zu finden. Eine anstrengende Zeit. Vorstellungsgespräche. Mein Nachfolger (der witzigerweise am gleichen Tag geboren war wie ich! *huhu Frank*) wollte eingearbeitet werden... Ein Jahr hatten mein Mann und ich zudem ein Haus renoviert, der Umzug stand an. Mein Kraftelexier in der Zeit: Ein zweistündiges heißes Bad am Abend.

Bei den Stellenangeboten war so gar nichts dabei, was mich wirklich ansprach. In all der Bewegung, die um mich herum war, nahm ich mir einen Tag Urlaub und schrieb mir auf, was ich gerne für eine Arbeit haben wollte: 3 Tage einen anspruchsvollen Job in einer tollen Unternehmensberatung, die mich im Studium unterstützte, zu einem guten Gehalt. Wem ich davon erzählte, der sagte: "So was gibt's nicht. Das klappt doch nicht." Doch ich schnappte mir die gelben Seiten und telefonierte, bis die Leitung glühte. Am Nachmittag hatte ich viele Absagen erhalten, aber auch einige Adressen, die meinen Wünschen entsprachen und auch noch Bedarf hatten. :o)

Zwei Tage bevor ich meinen alten Arbeitsplatz verlies, unterschrieb ich den Arbeitsvertrag bei den Kienbaum Management Consultants in Düsseldorf. Und eine besondere, wertvolle, erfahrungsreiche und lehrreiche Zeit mit vielen netten Kolleginnen und Kollegen begann!

Ich war übrigens die erste, die dieses Zeitmodell - 3 Tage in der Woche - in unserem Bereich lebte. Als ich mich nach 4 Jahren im Jahr 2000 vollständig selbstständig machte und das Unternehmen dafür schweren Herzens verließ, hatte nicht nur eine Kollegin, sondern auch mein neuer Chef dieses Modell für sich gewählt. :o)

Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht: Wenn ich nicht weiterkomme, halte ich an etwas fest. Von dem ich mir etwas verspreche, aber nicht weiß, ob es das jemals erfüllen kann. Etwas, von dem ich glaube, es ist richtig für mich, ich hab's ja verstandesgemäß gut. Vermeintliche Sicherheit. Und wenn ich dann erkannte, welchen hohen Preis ich zahlte und ich nichts zu verlieren hatte, sondern nur gewinnen konnte, lies ich los. Ich schloss eine Türe und eine neue konnte sich öffnen.

Der Raum dahinter war immer eine Weiterentwicklung. Immer ein Ausgleich für das, was ich losgelassen hatte. Der Weg - nicht leicht. Und :o) lohnenswert. Wenn der Absprung auch länger dauerte, als ich im Grunde aushalten konnte, kam er doch irgendwann.

Es lohnt sich, zu wagen. Vertrauen in die eigenen Gefühle zu haben. Loszulassen, was nicht mehr stimmt. Neue Wege zu beschreiten. Voller Leben, Sinn und Unvernunft. :o)

Nicht immer einfach.
Aber einfach stimmig.

Anja Kolberg

Mittwoch, 24 Januar, 2007

Nicht nur reden...

.. über die Dinge, die ich tun möchte. Sondern sie auch tun. Das ist nicht leicht. Manchmal habe ich ganz viele Ideen, die ich gar nicht alle umsetzen kann. Ich will mich dann auch gar nicht zwischen ihnen entscheiden. Es ist einfach zu anstrengend. Viel zu anstrengend.

Aus Erfahrung weiß ich, es kommt der Tag, an dem ich besonders Lust habe, eine meiner Ideen näher anzuschauen. Und dann entwickelt sie sich mit Leichtigkeit. Einfach so.

Und das liebe ich!

Einen zauberhaften Tag voller Leichtigkeit!

Anja Kolberg

Samstag, 30 Dezember, 2006

Das alte Jahr geht...

 

Das alte Jahr geht - ein frisches Jahr kommt.

Wechsel. Abschied. Loslassen. Danke!

Feiern. Stationen. Herausforderungen. Ich.

Ausblick. Ungewissheit. Hoffnung. Ja!

Wünsche. Segen. Gnade. Liebe.

Sonnenlicht strahlt auf Ihren Weg des neuen Jahres: Grüne Landschaft. Schatten spendende Bäume. Sichere Sitzplätze. Erholsame Quellen. Kichernde Eichhörnchen. Schwebende Adler. Wärme. Liebe. Verbundenheit. Da sein. Ideen wie Samenkörner in die fruchtbare Erde geben. Vom Unkraut befreien. Wasser spenden. Für Schutz sorgen. Beim Wachsen beobachten. Duft. Gefühl. Berührung. Licht. Klang. Liebe. Nahrung. Ein Zuhause für die Seele. Entfaltung. Wachstum. Kraft. Chancen. Mut. Träumen. Leben. Zuspruch. Freiheit. Freude.

Das ist Ihr wunderbares Jahr 2007!

Anja Kolberg

Freitag, 29 Dezember, 2006

Platz schaffen für Neues - Die Veränderung willkommen heißen

Gibt es etwas, das ich in diesem Jahr noch loswerden möchte?

Ich kann mich an eine Aufräumaktion vor zwei Jahren erinnern, wo ich viele Steh- und Hängeordner in meinem Büro leergeräumt habe. Animiert hatte mich Anna-Katharina Buse, meine Feng-Shui-Beraterin mit dem Satz: "Was du noch in diesem Jahr loslassen kannst, lass los. Befrei dich davon." Ich erinnerte mich an das Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" und habe einfach angefangen, auszuräumen. So viele Ideen, Projekte, Vorhaben, die nicht mehr aktuell waren (aber noch mit alten Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen verbunden waren), lagerten in meinem Büro. Und mir war klar: Darauf hatte ich gar keine Lust mehr. Also warum nicht endlich zu mir stehen und dem, wo es wirklich hingeht? Warum noch länger an der Vergangenheit festhalten? Platz schaffen für Neues!

Leicht war es am Anfang nicht. Aber von Ordner zu Ordner wurde es besser. Wenn ich dachte: 'Aber das kann ich doch bestimmt noch mal gebrauchen.' rief ich mir in Erinnerung: "Was wirklich wichtig ist für meinen Weg, wird in mein Leben kommen." Das fühlte sich leicht an. Dann nochmal die Hürde am Papiercontainer. Schmeiße ich das wirklich alles weg? Leise murmelte ich bei jedem Packen wie ein Mantra vor mich hin: "Ich lasse los und vertraue, dass ich alles haben werde, was ich brauche. Ich lasse los und vertraue." Ja, selbst Bücher habe ich weggeschmissen. Manche Menschen hat das richtig erschreckt, wie kann man denn Bücher wegwerfen. Vielleicht ist das ein altes Gefühl von früher in uns, wo wertvolles Wissen verbrannt wurde und man mit dieser alten Erfahrung an seinem Buchbestand festhält. Aber was soll ich mit alten Schinken, die ich mir doch nicht mehr anschaue und mir die Schränke, meinen Raum, mein Leben verstopfen? Warum nicht Luft machen für etwas anderes, das ich auch nutze oder nur für eine angenehme Leere? Nachdem ich einmal ein Buch weggeschmissen hatte, ging es immer leichter. Es tut so gut, sich von Ballast zu befreien.

Nach dem Aufräumsturm war es zuerst erschreckend leer. Huch - werde ich wirklich genug haben? Was ist, wenn ich doch noch mal was brauche? Verflixt, warum glaube ich nicht einfach und vertraue, dass ich genug haben werde für das, was wichtig ist? Das Gefühl stellte sich nach den Gedanken mehr und mehr ein. Es war befreiend, weil ich wirklich Platz für etwas Neues geschaffen hatte. Obwohl ich nicht genau wusste, was das Neue sein sollte, es hat sich einfach richtig und gut angefühlt.

Ich spürte mit der vorüberziehenden Zeit des neuesn Jahres, wie ich mehr und mehr Lust am Fotographieren hatte und im Sommer war es dann soweit: Die erste Kalenderproduktion entstand. Das kann passieren, wenn ich etwas loslasse, um Neues in mein Leben zu lassen. :o) Eine guuuute Entscheidung. Und was danach so alles folgte...

Ja, heute, zwei Jahre später schaue ich mich in meinem Büro um und überlege, was ich wieder einmal loslassen könnte. Wovon kann ich mich befreien, was nicht mehr zu mir passt? Dazu gehört ja nicht nur Papier, Plastik, Computerdateien, Bilder, Bücher und Stifte, sondern auch Gedanken und überholte Wünsche.

Etwas wertvolles habe ich ja dieses Jahr bereits losgelassen: Die Coachingwerkstatt. Eine der besten Entscheidungen in meinem Jahr 2006! Ich fühle mich so befreit, so erleichtert, frei, flexibel. Es ist einfach toll. :o) Und was war ich unsicher, ob die Entscheidung denn die richtige ist. Prestige aufgeben, ja auch ein Stück Sicherheit und Wohlfühlraum. Mich für neue Räume zu öffnen, in denen ich Einzelgespräche anbiete. Mich mit der Workshoppause gegen meine innere Betriebswirtin zu entscheiden, die das gar nicht gut fand. Meinem Herz mit dem Gefühl zu folgen und daran zu glauben, dass es wider jede Vernunft stimmt. Und wie es stimmt! :o)

Ich habe so eine riesengroße Lust auf das neue Jahr, auf alles, was in mein Leben möchte, in unser Leben. In Gedanken sehe ich mich für das Neue einen schönen Platz am Fenster vorbereiten. Lege eine Decke auf den Stuhl, stelle ein schönes klares Glas Wasser dorthin und einige Kekse mit dicken Schokoladenstücken - ja und dann sehe ich mich in den Garten gehen und von der neuen Christrose eine wunderschöne weiße Blüte abschneiden, dich ich in einer Vase dazustelle. Ist das schön!

Und auch wenn ich und meine Familie einige Veränderungen in diesem Jahr hinnehmen mussten, die wir gar nicht haben wollten (z.B. Herzinfarkt meines Papas, Guidos Diabetes, unser heißgeliebter Wagen zeigt erste Macken, die Veränderung meiner Arbeit, Guidos Chef geht Ende des Jahres unerwartet in Frührente und mein Mann muss seit der Lehre das erste Mal einen neuen Job finden, die Trennung seines Bruders und dessen Frau), so haben wir doch inzwischen JA sagen können zu all der Achterbahnfahrt, all der neuen (Un)sicherheit.

Manchmal entwickeln wir daraus einen wunderbaren Humor, der uns nur noch mehr zusammen schweißt. Solche Herausforderungen machen uns stark. Ich erinnere mich an eine Zitat von meiner heißgeliebten Elisabeth Kübler-Ross, die sinngemäß sagte: 'Rückblickend waren es die schweren Zeiten in unserem Leben, an die wir uns ganz besonders erinnern und die uns wirklich in unserer Entwicklung weiter gebracht haben.'

Rückblickend waren es wirklich die zuerst sehr schmerzhaften und sehr schwer zu akzeptierenden Erlebnisse, die mich persönlich enorm weiter gebracht haben. Ich erinnere mich an meinen Brustkrebsverdacht im Jahr 2000, dank dem es mir gelang, mich von meiner mir sehr wichtigen letzten Arbeitsstelle zu trennen. Und es war der enorm schmerzhafte und langwierige Bandscheibenvorfall und der darauf folgende Hexenschuss, der es mir "ermöglichte" eine Pause von meinem fast grenzenlosen beruflichen Engagement zu machen und auf mich selbst zu hören. Das war die Geburtsstunde der Arbeit mit meiner inneren Stimme.

Und wenn all der Schmerz und die Wut verflogen ist, dann begreife ich meinen Körper als meinen Freund, der mir auf meinem Lebensweg weiterhilft. Und nachdem einige Zeit vorübergegangen ist, so wie dieses Jahr oder wie zwei Jahre und ich blicke zurück, dann begreife ich Menschen, die mich ärgern und durch ihre Taten und Äußerungen ungute Gefühle in mir hervorrufen, als Motoren meiner persönlichen Weiterentwicklung. Glauben Sie ja nicht, dass ich das sehe, wenn das Problem ganz frisch da ist. Oh nein. :o)

Bei all den Herausforderungen ist eines riesengroß: Die Lust auf das Leben - auf all das, was ich noch lernen darf - auf all die Menschen, die ich noch kennen lernen und auf ihrem Weg begleiten darf - auf all die Prüfungen, die ich noch meistern werde.

Ein ganz dicker Kuss für das Leben!

Genießen Sie die letzten Tage und Stunden dieses wunderbaren Jahres 2006

Anja Kolberg, die sich jetzt nach etwas umschaut, dass in diesem Jahr noch losgelassen werden darf. ;o)

Dienstag, 05 September, 2006

Hadern... Aufräumen... Ändern...

Hallo aus Köln,

heute ist so ein komischer Tag...

Ich warte auf die Postkarten, die einfach nicht kommen wollen. (ARG! Eine unglaubliche Herausforderung an meine kaum vorhandene Widder-Geduld.) Die Hoffnung, die Postkarten vor meinem Urlaub Ihnen noch anbieten zu können, habe ich aufgegeben. Der Himmel hat da scheinbar eine klare Strategie... Also geht es nach dem Urlaub Anfang Oktober mit dem Verkauf los.

Was mache ich so lange? Ich räume auf. Das hat ja auch sein Gutes. (Klar, an allem kann ich was Gutes finden...)

Was ich schon ewig machen wollte: Die Anja-Kolberg-Webseite mit der Frauencoaching-Webseite vereinen. Die Veränderungen haben Sie vielleicht schon bemerkt: Oben am geänderten Kopf dieser Webseite hier oder dass heute viele Beiträge über den Blog gelaufen sind, die auf der Anja-Kolberg-Webseite standen (Coaching... Innere Stimme...).

Vor einigen Jahren habe ich eine separate, "neutrale" Webseite angelegt, weil ich auch Männer für meine Dienstleistungen ansprechen wollte. Dieser Schritt war auch gut. Doch seit dem der Blog diesen März auf www.frauencoaching.de läuft, schlägt mein Herz mehr für diese Seite. Warum also nicht beides wieder vereinen?

Die Lösung beider Logos oben finde ich noch nicht optimal. Aber es ist ein Anfang und das ist das entscheidende. Ich will mich nicht mehr von verschiedenen Seiten zeigen. Die schreibende Anja, die Anja, die Coaching anbietet, die Anja, die mit einer seriös blauen Webseite (erinnert von der Farbe an meinen letzten Arbeitgeber) auftritt. Ich will reduzieren, mich konzentrieren und unterm Strich eines sein: Ich! :o)

Einen schöööönen Feierabend!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 04 September, 2006

Abschied und Neubeginn

Am Freitag um 17 Uhr endete mein 18. und letzter Berufsworkshop vor einer unbestimmt langen Pause. Was war das ein schöner Abschluss: Starke Frauen, wunderbare Wege, viele schöne Momente, Geschichten, Eindrücke, ganz viel Wärme und Liebe. Ja, das war das Sahnehäubchen zum Schluss. Ein ganz herzlicher Gruß an euch 4!

Für persönliche Coachings - persönlich oder per Telefon - zu beruflichen und privaten Themen stehe ich Ihnen weiter zur Seite.

Jetzt gebe ich mir endlich den Raum und die Freiheit, wonach ich mich schon länger sehne: Eine Workshop-Pause. Auch wenn das betriebswirtschaftlich gesehen keinen Sinn macht (denn jetzt beginnt die "Workshop-Hauptsaison") - die Betriebswirtin aus meinem inneren Team hatte damit ganz schön zu kämpfen. Aber die Trainerin in mir ist dankbar, dass sie ihre wohlverdiente Pause bekommt. Ich habe seit 1999 eine "Turbo-Entwicklung" durchgemacht, denn aus jedem einzelnen Berufsworkshop nahm ich etwas für meine eigene Entwicklung mit. Und wenn man sich vorstellt, was ein einzelner Berufsworkshop schon bewirken kann... :o)

Abschied nehmen heißt für mich auch Rückschau auf diese wertvolle Zeit halten:

Seit 1999 biete ich Workshops an, zu Beginn auch über externe Träger. Obwohl dies viel Geld einbrachte, war ich schon nach kurzer Zeit nicht mehr bereit, den Preis dafür zu bezahlen: Viel unterwegs zu sein. Immer wieder tauchte die Frage auf: "Warum bin ich eigentlich selbstständig?" Die Antwort: Weil ich so arbeiten will, dass es mir gut geht - also entschied ich mich für's Herz und gegen den lukrativen Geldbeutel und bot nur noch offene Workshops in Köln und Umgebung an. Mein erstes Seminar hieß 1999 "Traumjob trotz Familienpause".

Es gibt so viele schöne Beispiele von Frauen, die ich in den Workshops über die Jahre begleiten durfte und sich auf ihren Weg gemacht haben. Sie alle erfüllen mich mit ganz viel Wärme und Liebe. Schön!

Hauptthema der Workshops war immer die berufliche Veränderung - herausfinden: "Was will ich wirklich?" Und mit meiner eigenen Entwicklung änderten sich die Workshopinhalte und Bedingungen. Zunächst fanden sie am Wochenende statt. Mir fehlte jedoch das Wochenende und seine Zeit zum Ausruhen. Wider jede Vernunft ("Wer nimmt sich Urlaub für einen Workshop? Die finden doch alle am Wochenende statt, wenn man Zeit und sowieso frei hat!") bot ich ab 2002 meine Seminare nur noch während der Woche an. ("Entweder es klappt oder es soll einfach nicht sein.") Mir war wichtig, meine Bedürfnisse zu achten und mich nicht selbst auszubeuten. Mit Erfolg! Was mir gut tat (ein Wochenende zu haben), war auch gut für die Teilnehmerinnen.

In Königswinter fand der weiterentwickelte dreitägige "Kreative Berufsworkshop" zwei Jahre lang statt. Ganz besonders bleiben mir neben den tollen Teilnehmerinnen :o) und den unzählig vielen schönen Momenten die Abschlussübung - die Bergbesteigung - in Erinnerung. Tolle Natur im Wechsel der Jahreszeiten und die Parallele zum inneren Weg der Zielerreichung.

Ganz besonders war auch, dass durch die organisierte Übernachtung oft Teilnehmerinnen aus dem Ausland (Portugal, Österreich, Niederlande, Brasilien, Schweiz, Italien...) die Gruppe bereichert haben.

Mit der Zeit spürte mehr als deutlich, wie wichtig es für mich ist, abends zu Hause schlafen zu können, um in meinem kleinen Team (Partner & Hund) Energie tanken zu können. Gleichzeitig wurde der Wunsch, den Workshop inhaltlich zu verändern immer stärker. Ich wollte weg von den Bolles-Elementen der individuellen Berufsfindung, weil ich merkte, dass die Teilnehmerinnen dies zwar interessant fanden, aber es nicht das war, um was es wirklich ging...

Parallel veränderte sich "zufällig" meine Coachingwerkstatt in Zollstock: Der Schreibtisch "flog" ebenso heraus wie meine Bücherregale - es entstand viel Freiraum für eine neue Freiheit im Coaching und auch Platz für Workshops!

"Never change an winning team" sagte einmal ein Trainerkollege zu mir. Oha, mit dieser Prophezeihung im Ohr viel mir die Entscheidung nicht leicht. Ich nahm all meinen Mut zusammen, hörte auf meine Gefühle und Bedürfnisse und veränderte das Konzept so, dass mein Inneres hüpfte. Es waren nur noch die Elemente enthalten, die die innere Stimme bestärkten, die den Teilnehmerinnen am meisten Freude bereitet hatten und die zu einem stimmigen, leichten und intuitven Ergebnis führten. Der zweitägige "Intuitive Berufsworkshop" war geboren. Seit Sommer 2004 habe ich ich diese intutive Form der Berufsfindung im Workshop in Köln angeboten. Auch für die Teilnehmerinnen entstand mehr Freiraum, denn sei konnten seit dem selbst bestimmen, wo und wie sie übernachten wollten.

Viele neue Workshops zu anderen Themen entstanden und einer liegt mir besonders am Herzen: Der Workshop "Innere Stimme".

Im Frühjahr diesen Jahres kam mir ein Satz immer stärker ins Bewusstsein: "Ich mache diese Arbeit so lange, bis ich selbst das mache, was ich wirklich will." OHA! Dabei mache ich doch die Arbeit, die ich wirklich liebe! Einige Wochen später begleitete ich eine Klientin im Coaching, die voller Energie und Vorfreude von ihren Seminarideen erzählte. Und ich erkannte mich selbst, wie ich am Anfang meiner Workshopzeit stand. Erschrocken wurde mir bewusst, dass mir diese Lust - trotz aller Liebe zu meiner Arbeit - über die Jahre abhanden gekommen war.

Und durch die kreative und erfolgreiche Arbeit mit den Postkarten und dem Kalender ist mir deutlich geworden: Es gibt Arbeit, die gibt mir Energie und es gibt Arbeit, bei der ich Energie investiere - auch wenn die Arbeit stimmig ist. Der Wunsch nach einer Pause formierte sich. Pause, um Energiereserven aufzufüllen. Tun, was ich wirklich will. Lassen, was mir nicht wirklich gut tut. Auch wenn der Verstand rebelliert, aber das Herz und der Körper hüpfen.

Entscheidungen sind getroffen, zum 1.12. kommt der neue Mieter in meine heißgeliebten Räume in Zollstock, ein IT-Service. Völlig andere Energie, ein genau so netter Mensch. :o) Wie schon geschrieben: Ich will etwas Wertvolles loslassen, um Neues in mein Leben zu lassen.

Ich freue mich, noch bis Ende November in Zollstock meine Coachings anbieten zu können, danach dann in Köln-Nippes oder an dem Wunschort meiner Klientinnen und Klienten. Freiheit - Flexibilität - Luft. Yipieh!

"Abschied und Neubeginn" erblicke ich auf meiner Collage, die ich im November 2005 ebenso wie die Teilnehmerinnen im Berufsworkshop gemacht habe. Ja, ein Abschied mit einer Träne im Auge und mit dem Blick auf das Sahnehäubchen, das die Teilnehmerinnen des letzten Berufsworkshops am Donnerstag und Freitag als Schlusspunkt gesetzt haben.

Und ein Neubeginn lockt voller Lust, Freude und Energie: Kreative Arbeit & Coaching. Klingt nach einer guten Mischung!

Auf geht's!

Liebe Grüße!

Anja

Samstag, 12 August, 2006

Neues wagen!

Ein sonniges Hallo aus Köln!

Neues wagen - ja das will ich.
Etwas wagen, das ich noch nicht kenne.
Was Aufregung in mir auslöst, weil ich noch nicht weiß, was auf der anderen Seite auf mich wartet.
Was ich weiß: Die Richtung und der Weg stimmen.

Welche Richtung? Welcher Weg?

In den vergangenen Monaten spürte ich eine immer stärker werdende Sehnsucht nach Kreativität, Freiheit und Flexibilität. Ich wünsche mir mehr Zeit für meine kreativen Projekte und möchte mich noch stärker auf Einzel- und Telefoncoaching konzentrieren. Seit 7 Jahren biete ich auf der anderen Seite Workshops an - und brauche hier Zeit zum Luftholen.

Meine Coachingwerkstatt in Zollstock begleitet mich seit 2002. Die Ampeln standen immer auf grün, wenn ich dorthin fuhr. Jeder, der dort hineingeht, fühlt sich wohl. Der Raum ist wirklich so wunderbar, wie ich ihn mir damals bestellt habe, einschließlich netter Vermieter. :o) Und dennoch brauche ich mehr Freiheit. So habe ich mich entschieden, etwas Wertvolles aufzugeben, um Platz für Neues zu machen: Zum 31.12.2006 ist die Coachingwerkstatt gekündigt. Ich werde meine Coachings künftig dort mit Ihnen erleben, wo Sie gerne gecoacht werden möchten: Zum Beispiel im Park am Aachener Weiher, in Ihrem Büro, im Kölner Dom, am Rheinufer, am Telefon oder in einem herrlichen Seminarraum mit Blick aufs Grüne in Köln-Nippes oder auf den Kölner Fernsehturm. Freiheit. LebensRaum. Wagen, was mein Herz fühlt. Vertrauen.

So mache ich mich jetzt auf den Weg. Ich freue mich auf den letzten Intuitiven Berufsworkhop am 31.8./1.9.2006 vor meiner Workshoppause, auf die vor mir liegenden Coachings und all die wunderbaren kreativen Projekte, die noch in mir schlummern, auf Verwirklichung warten und jetzt den Platz zum Aufblühen geschenkt bekommen haben.

Von Herzen - eine veränderungswillige

Anja Kolberg

Samstag, 08 Juli, 2006

Aufräumen!

Das kühle Wetter bewirkt so manches, was Tage zuvor undenkbar war!

Meine Einkommenssteuer will ich schon seit Anfang des Jahres vorbereiten. Gestern packte mich der Ehrgeiz: Nicht nur die Umsatzsteuer wollte ich fertig machen, nein, gleich auch die Einkommenssteuer. Und was soll ich sagen: Ich habe es in weniger als 1.5 Stunden geschafft. Und wie lange haben mich die Gedanken gequält "Ich müsste eigentlich noch die EK-Steuer..." Ach, immer das gleiche Spiel...

Ja und da wir Montag den Sperrmüll bestellt haben, ist heute noch der Keller dran. Ausmisten ist angesagt. Da hat sich doch so manches in den letzten Jahren angesammelt. Meine Hömöopathin Selma Grönbeck - heute Singer sagte, eine typische Erscheinung nach dem homöopatischen Mittel, das ich genommen habe, wären Aufräumaktionen. Diesen Schwung kann ich jetzt gut brauchen.

So, jetzt aber ab in den Keller und Ihnen ein schönes Wochenende!

Anja Kolberg

Montag, 12 Juni, 2006

Loslassen

Warum ist das Thema "Loslassen" so schwer?

Das Neue klingt so verlockend. Leicht. Anders. Richtig. Stimmig. Es macht mir aber auch Angst. Weil es ungewohnt ist. Ich weiß nicht, was mich erwartet. Wird es wirklich besser? Bin ich dann wirklich zufrieden? Wird sich all der Aufwand lohnen? Wird es gut gehen oder werde ich Schiffbruch erleiden?

Das Alte ist mir vertraut. Ich kenne alle Vorzüge, aber auch alle Macken in- und auswändig. Das gibt mir Sicherheit. Ich habe gelernt, damit umzugehen, auch wenn es nicht das Optimale ist und ich einen hohen Preis bezahle. Es ist aber auch schwer und hindert mich, weiter zu kommen. Ich spüre mit immer stärkerer Macht: Das Alte geht zu Ende. Es stimmt nicht mehr.

Hin- und hergerissen zwischen den Möglichkeiten trete ich auf der Stelle. Was wäre, wenn ich wirklich loslasse und meinem Inneren vertraue, das mir zuflüstert: "Ja, das ist das Richtige für dich! Mach das!" Die Angst in meinem Inneren schreit laut "Nein!" Ach würde ich es doch einfach wagen, loslassen und nicht so perfekt planen. Neues wagen. Neue Wege beschreiten. Meinem Inneren vertrauen. Was für eine Herausforderung. Mal fällt sie mir leicht, mal schwer. Jetzt gerade so richtig schwer. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Es nützt nichts. Ich will hindurch durch diese offene Türe. Der Raum dahinter lockt mich so sehr und er stimmt auch so sehr! "Wer hält mich davon ab, hindurch zu gehen?" Ein Blick in die Runde meines inneren Teams. Oh - fast alle zeigen auf.

Ich führe einen aufschlussreichen und heftigen Austausch mit meinem Inneren Team. Danach schaue ich mir mein Bild oben an. Loslassen steht darauf. Und ich halte zwei Dinge fest. Ich kann die eine oder andere oder gar beide Seiten loslassen, wird mir auf einmal bewusst. Beides loslassen. Dann wäre ich wirklich frei. Ich glaube, ich habe nicht wirklich klar, was das Neue und was das Alte ist.

Ich schaue mir das Alte und das Neue noch einmal ganz genau an und wofür sie stehen. Und beide Seiten zeigen deutlich ihre Meinung. Puh! Ich bin richtig betroffen. Und ich spüre: Es ist Wahres daran. Mir wird immer deutlicher: Es ist wichtig, dass ich beides loslasse. Weil nichts von beidem wirklich stimmt!

Tut das gut! Ja, das ist der richtige Weg. Frei von beiden Lösungen mich weiter entwickeln. Ich habe nicht nur eine oder zwei Möglichkeiten, weiterzugehen. Nein, ich habe viele!

Ein Blick ins Innere Team. Was haltet ihr davon? Strahlende Gesichter rufen "JAAAAAAAA!"

Das reicht mir erst mal für heute. Auch wenn meine Gedanken schon weiterziehen. Morgen ist auch noch ein Tag!

Ein freies - wenn auch noch nicht klares - Hallo aus Köln

Anja Kolberg



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