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Montag, 08 März, 2010

Sternendiebe. Mein Leben in Afrika ***

Anja Kolberg: Nicole schreibt in Tansania an ihrer Diplom-Arbeit über die dortige Textilindustrie, als Juma sie anspricht, ein Straßenjunge. Die beiden freunden sich an, Nicole will mehr über sein Leben und die Bedingungen erfahren, mit denen er lebt. Juma fasst mehr und mehr Vertrauen zu ihr und erzählt ihr seine Lebensgeschichte. Er ist schwer von Tuberkulose gezeichnet, lebt in Angst vor der Polizei, die immer wieder Säuberungsaktionen durchführen oder vor der Lynchjustiz der Passanten, die Diebe erwartet, wenn sie erwischt werden. Nicole beschließt ihm zu helfen und auf dem Weg verlieben sie sich ineinander. Eines Tages fasst sie den Entschluss, ihn zu heiraten, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch bis dahin gilt es viele Abenteuer zu bestehen und unerschütterlich an Suma zu glauben, denn auch Drogen bestimmen seinen Alltag.

An nur einem Tag habe ich das Buch der mutigen jungen Frau verschlungen, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, bis nachts um eins die letzte Seite Gewissheit über den Ausgang der Geschichte brachte. Das Buch macht Lust auf Afrika, auf das einfache Leben und weckt Hoffnung für die Macht der Einzelnen, im Leben Anderer Entscheidendes verändern zu können.
Liebe Nicole Mtawa, ich bewundere Ihren Mut, Ihre innere Stärke, Ihr Durchhaltevermögen und Ihren Glauben an diese Liebe, obwohl sie dabei so viele Rückschläge erlebt haben. Ihr Leben scheint für Sie das Glück auf Erden zu sein. Sie verdienen meinen Respekt für Ihren Willen, Kindern in armen Regionen mit einfachen Mitteln zu einem lebenswerteren Leben zu verhelfen und damit auch nicht nach einem Erfolg aufzuhören, sondern das nächste Ziel zu suchen und weiter zu machen. Was für ein ergreifendes Buch! Ich wünsche mir, noch mehr von Ihnen zu lesen. Vielleicht haben Sie Lust auf ein weiteres Buch? Oder einen Blog?
Und auch einige Worte an Ihren Ehemann Juma: Lieber Juma, was für schöne Worte, die Sie ihrer Frau diktiert haben: 'auf der Station des Herzens bei Dada Nicky'.
Alles erdenklich Gute für Ihre Projekte, Nicole und Juma! Anja Kolberg



Weitere Informationen:

Schönes Zitat der Autorin: „In Deutschland denkt man zu sicher. Das tötet die Träume.“

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Mittwoch, 08 April, 2009

Buch: Und dann kam Daisy***

Anja Kolberg: Autorin Peggy Orenstein ist Journalistin, glücklich verheiratet und sie liebt ihren Job. Das Thema Kinder hat sie bis Mitte Dreißig weit von sich geschoben, es passte einfach nicht in ihr Leben, sie war unentschlossen, zweifelt, ob sie wirklich Kinder möchte. Ihr geht es gut, bis sie mit ihrem Mann beschließt, ein Kind zu bekommen, obwohl ganz sicher ist sie sich immer noch nicht. Da erhält sie die Diagnose Brustkrebs und darf aufgrund der Behandlung für eine lange Zeit nicht schwanger werden. Als sie grünes Licht bekommt und nach einiger Zeit des Probierens immer noch nicht schwanger ist, steigt sie ein in den Kinderwunschzug, in dem sie Höhen, vor allem aber schmerzhafte Tiefen erlebt: Das laute Ticken der biologischen Uhr, Sex nach Temperaturkurve, Hormoneinnahmen, künstliche Befruchtung, Fehlgeburten, alternative Methoden, Adoption. Und all diese Bemühungen laufen ins Leere. Sie vertraut ihrem Körper nicht mehr, sondern hört auf all die Experten, die sie konsultiert. Sie setzt ihre Ehe aufs Spiel, verliert sich selbst und muss mit Anfang Vierzig letzten Endes aufgeben. Doch der Titel des Buches schenkt Hoffnung.
Ich bin tief beeindruckt, wie offen und ehrlich Peggy Orenstein über ihre Erfahrungen, Gedanken, Schmerzen und Empfindungen schreibt. Sie hat scheinbar wirklich jede ausweglose Situation erlebt und schenkt so viel Hoffnung. Ich habe mich in Ihren Gedanken Kind ja - nein - wieder erkannt. Es hat so gut getan, aus erster Quelle von den Erfahrungen von dem - ja ich nenne es einfach mal so - Wirtschaftszweig Kinderwunsch zu erfahren, dass ich geschockt bin, abgeschreckt und ganz ruhig. Danke, liebe Peggy Orenstein, dass Sie mich mit auf Ihre Reise genommen haben. Ein Buch, dass sehr leicht zu lesen ist und ich in einem weg gelesen habe. Anja Kolberg


Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Mittwoch, 07 Januar, 2009

Buch: Die Frau, die im Mondlicht aß***

Ess-Störungen überwinden durch die Weisheit uralter Märchen und Mythen

Anja Kolberg: Die Psychologin Anita Johnston hat sich auf Ess-Störungen bei Frauen spezialisiert und auf Hawaii ein Therapiezentrum mitbegründet.

Sie entdeckte in ihrer Arbeit eine Diskrepanz zwischen ihrer Sicht auf ihre Klientinnen, die sie als sehr kreativ, intelligent und begabt erlebte und der Sicht, die die Klientinnen auf sich selbst hatten: Nämlich das genaue Gegenteil. Diese Frauen suchten in den Gesprächen nach dem 'Warum' ihrer nicht stimmigen Beziehung zu ihrem Körper und ihrer Nahrungsaufnahme. Doch ihre Geschichten waren so unterschiedlich wie sie nur sein konnten, bis auf die Gemeinsamkeit, dass sich alle wie eine Außenseiterin fühlten. Warum? Weil sie Dinge wahrnahmen, die andere in der Familie, im Umfeld nicht spürten, eine 'Hypersensibilität für emotionale Zwischentöne'. Sie kamen sich nicht richtig vor. Im Essen und der Kontrolle dessen fanden sie ein ein Ventil.

Die Autorin nutzt alte Märchen und Mythen, die schon Jahrhunderte Einsatz fanden, um Frauen den Weg zu ihrer inneren Wahrheit zu zeigen. Die Märchen sind kurz gehalten. Die anschließende Erklärung und Beschreibung einfühlsam.

Ich habe mich an vielen Stellen - und manchmal das erste Mal überhaupt - verstanden gefühlt. Besonders gefallen hat mir der Text über die weibliche Kraft, der zeigt welche Herausforderungen wir Frauen in einer rational und männlich geprägten Welt zu bestehen haben und dass dort auch die Wurzel für das Gefühl liegt, nicht richtig zu sein. Erschreckend, dass die meisten 13jährigen Mädchen nicht mit ihrem Körper zufrieden sind. Wenn ich selbst an meine Teenagerjahre zurück denke, war das sicherlich ähnlich. Dieses Buch wäre eine tolle Lektüre für den Schulunterricht. Ich wünschte mir von Herzen, jede könnte die wunderbare Schönheit sehen, die in ihr liegt und die sie ist. Vielleicht legt dieses Buch dafür einen Grundstein?

Mir hat das Buch gut gefallen!


Mittwoch, 03 Dezember, 2008

Alpsommer - Mein neues Leben als Hirtin**

Anja Kolberg: Ute Braun verbringt seit über 20 Jahren ihren Sommer als Hirtin in den Schweizer Bergen.
In diesem Buch berichtet sie vom Genuss des einfachen und arbeitsreichen Lebens auf der Alm: Die Versorgung der Kühe und Ziegen (und manchmal auch die Suche nach ihnen), ihre eigene Verpflegung und Pflege ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität, die Einzigartigkeit und Ruhe der Natur, das Leben im Rhhythmus mit ihr und die Herausforderungen, die damit einhergehen.
Ein inspirierender Ausflug, der Fernweg macht, aber auch abschreckt, weil die Heilpraktikerin keine Schnörkel an das Leben auf der Alm macht. Anja Kolberg


Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Montag, 19 Mai, 2008

Ich habe abgeschworen**

Anja Kolberg: Mina Ahadi ist Ex-Muslima. Sie wurde im Iran geboren und musste ihr Medizinstudium nach der islamischen Revolution 1979 abbrechen, da sie als linke Oppositionelle verfolgt wurde. Ihr Mann wurde hingerichtet, Mina Ahadi gelang die Flucht.

2007 gründet sie den Zentralrat der Ex-Muslime und wird seit ihrer Abkehr vom Islam von Fundamentalisten mit dem Tode bedroht. In ihrem mutigen Buch erzählt sie nicht nur ihre Geschichte, insbesondere klärt sie auf, warum sie gegen den Islam und für die Religionsfreiheit kämpft.

Dieses Buch gibt einen spannenden Einblick in die Kultur des Islam. Zusammen mit Sina Vogt, der Mina Ahadi ihre Geschichte erzählt hat, zeigt sie auf, warum die Integration der Muslime in Deutschland wichtiger ist als das Fördern einer Parallelgesellschaft. Der Atheistin ist wichtig, dass wir nicht zum Spielball der Mächtigen werden, die unsere Unwissenheit für sich nutzen.

Das gelingt Sina Vogt und Mina Ahadi vortrefflich! Ein wichtiges und zugleich unterhaltsames Buch. Es wäre wünschenswert, dass es auch diejenigen lesen würden, die an politischen Entscheidungen zum Islam in Deutschland wie beispielsweise dem Moscheebau in Köln, beteiligt sind.




Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Mittwoch, 31 Oktober, 2007

Sterneköchinnen**

Anja Kolberg: Die 16 besten kochenden Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verraten jeweils ein Menü mit ihren fünf liebsten Rezepten.
Doch das ist nicht alles: Sie erzählen von ihrem Weg in die Sterneküche, vom Arbeitsalltag, wie und ob darin Familie einen Platz hat, sie berichten von Herausforderungen und ihren Vorlieben.

Mutmachend sind die Erfahrungen der gestandenen Frauen: Nicht immer ist eine Kochlehre der Weg in die Sterneküche. Denn unter den 16 Frauen haben es 6 ohne den klassischen Weg geschafft.
Vorsicht: Ihnen wird beim Anschauen der Menüs das Wasser im Munde zusammen laufen, so gut sind die Fotographien gelungen. Hochwertiger Bildband, 271 Seiten.


Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben, Buch: Kochen

Montag, 24 September, 2007

Befreit**

Anja Kolberg: Mende Nazer lebte als Kind mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in den Nubabergen/Sudan. Arabische Milizen überfielen die Gemeinschaft, mordeten und verkauften die damals 10jährige als Sklavin an reiche Araber. Eine Odyssee führte sie nach London, wo ihr die Flucht gelang. Der Journalist Damien Lewis halft ihr und schrieb mit ihr das Buch "Sklavin", die Vorgeschichte zu diesem Buch.

Einige Jahre sind vergangen. Mendes Asylantrag ist trotz Schwierigkeiten angenommen worden, sie hat inzwischen einen englischen Pass und berichtet in der ganzen Welt über das Schicksal der Nuba. Doch sie will nur an einen Ort: Das Heimatdorf ihrer Familie. Ihre Eltern und Geschwister in den Arm schließen. Da im Sudan trotz Friedensvereinbarung Kämpfe herrschen, ist dies kein leichtes Unterfangen, zudem ist Mende inzwischen auch in ihrem Land bekannt und nicht jeder heißt willkommen, dass sie über die Missstände dort berichtet hat. Obwohl viele von einer Reise in die Nubaberge abraten, wagt Mende mit Hilfe von Damien und einem Filmteam diesen Schritt ins Ungewisse. Die Familienzusammenführung gelingt, aber viel Ruhe hat die Familie nicht. Aber das ist alles, was sich der Flüchtling wünscht: Frieden und ein wenig Alltag mit ihrer Familie.

Besonders lebendig machen die vielen Reisefotos das Buch. Viele Geschichten machen betroffen, wie hart das Schicksal ganze Völkergruppen trifft. Denn die gleichen Geschichten vom Völkermord an den Nuba hört Mende bei ihrem Besuch in einem Flüchtlingsdorf von dem Volk aus Dafur, einer anderen Region im Sudan. Mende ist zwischen den Welten hin- und hergerissen. Wo soll sie leben? Kann Sie Ihrem Volk noch mehr helfen?
Lesenswert und ergreifend! Anja Kolberg


Sieht die Welt weg? Da liege ich Bett und lese das zweite Buch von Mende Nazer. Aus dieser sicheren Warte heraus kommt mir das alles so weit weg vor. Doch ein Blick ins Internet macht die Aktualität und Wirklichkeit auf grausame Weise deutlich und plötzlich ist das Schicksal dieser Menschen ganz nah:
Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Montag, 21 Mai, 2007

Aber mein Herz bleibt in Afrika ***

Anja Kolberg: Für die Weltgesundheitsorganisation begleitet Claudia Tabbert in Südafrika eine Studie über Tuberkulose-Medikamente. In diesem Buch beschreibt sie ihr gefährliches Leben und ihre Arbeit in Pretoria - indem die Apartheit zwar offiziell aufgehoben ist, aber durch die weiße Bevölkerung hoch gehalten wird.

In einem der vielen von ihr betreuten Krankenhäuser erobert Tillis, ein vierjähriger Junge ihr Herz. Seine Mutter will nichts von ihm wissen, sein Vater trinkt und er wünscht sich so sehr ein wenig Aufmerksamkeit. Claudia verspricht ihm, sich um ihn zu kümmern. Als Tillis gesund ist, wird er ohne Claudias Wissen entlassen. Vergeblich sucht sie in den Townships nach ihm - und er wartet wochenlang an einer Straße auf sie. So gerne will sie ihm helfen, will ihn aber auch nicht aus seiner Kultur und Familie heraus reißen. Ein schier erfolgloser Kampf gegen ein völlig überfordertes Sozialsystem folgt, bis ihr der Himmel zu Hilfe kommt.


Eine wunderschöne Geschichte, so lebendig geschrieben, dass ich das Buch bis zur letzten Seite nur ungern aus der Hand gelegt habe. In zwei Tagen habe ich es verschlungen. Die Autorin Claudia Tabbert zeigt, dass man nicht die ganze Welt retten muss, sondern auch im kleinen für einen Menschen Wunder bewirken kann. Die Kinder berühren das Herz von Claudia Tabbert - und sie berührt mit diesem Buch das Herz der Leser und Leserinnen!
3 Sterne - höchste Punktzahl


Für Interessierte:
Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Freitag, 22 Dezember, 2006

Ruf des Dschungels

Anja Kolberg: In der Fortsetzung ihres ersten Buches "Dschungelkind" berichtet Sabine Kuegler von ihrer Rückkehr nach West-Papua, wo sie mit ihren Eltern, Missionare und Sprachforscher, im Dschungel im Volk der Fayu aufgewachsen ist. Die Ureinwohner von West-Papua gehören zu den ältesten Völkern dieser Erde. Sie trifft ihre alten Freunde und findet auf dieser Reise sich selbst und ihre große Liebe: Die Menschen und den Dschungel.

Sie berichtet auch über die grausame Unterdrückung des Volkes und Ausbeutung des Landes durch die indonesische Regierung. Das Land ist reich an Bodenschätzen und Holz - wirtschaftliche Interessen bedrohen die Natur und die Einwohner. Zum Beispiel hält ein amerikanisches Unternehmern dort die weltgrößte Goldmine und belastet die Umwelt schwer. Sabine Kuegler hört die Stimmen ihrer Landsleute und schreibt über deren Schrei nach Freiheit. Dazu gehört eine große Portion Mut und vor allen Dingen Liebe, denn nur zu viele Landsleute haben auf dem Weg, darüber zu berichten ihr Leben gelassen, sind inhaftiert oder des Landes verwiesen worden. Um ihrem Volk eine Stimme zu geben, geht Sabine Kuegler ein Risiko ein, denn sollte sich die politische Situation sich nicht bessern, wird sie vielleicht nie wieder in das Land ihres Herzens einreisen dürfen.

Ein mutiges Buch, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat! (Für mich der beste Absatz: Seite 320, Absatz 4: "Aus diesem Flüstern..." - wunderbare Worte!)

Naturvoelker.org

Organisation: Free West Papua (englisch)

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Donnerstag, 27 Juli, 2006

**Ein Leben ohne Lügen! Die Tagebücher der Dagmar B.

Anja Kolberg: Ein neues Buch für meine Rubrik "Frauenleben". Dagmar B. hat das Down-Syndrom - in den 50er Jahren geboren - dachte damals ein Lehrer, ein Mensch mit dem Down-Syndrom könne niemals Lesen und Schreiben lernen. Zum Erstaunen aller brachte sich Dagmar das Lesen und Schreiben selbst bei!

In 17 Tagebüchern schenkt sie dem Leser Einblick in ihr kurzes Leben, in ihre Gefühlswelt und ihre Sicht auf die Dinge. Ich bin mir sicher, dass sich viele, die Tagebuch als Jugendliche geschrieben haben, sich an einigen Stellen wiedererkennen werden. Besonders zum Nachdenken gebracht hat mich der Satz der Herausgeberin Petra Fohrmann "behindert - wie wir diese Menschen nennen".

Lesenswert - hoffnungsvoll - liebenswert - ehrlich!


Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

Dienstag, 07 März, 2006

***Rapa Nui - Eine Liebe auf der Osterinsel

T I P P !

Die Kölnerin Stephanie Pauly begibt sich Anfang 40 auf eine einjährige Auszeit, die sie um die Welt führen soll. Nicht aufhalten lassen will sich die Lehrerin, viel reisen und sehen. Auf ihrer ersten Station, der Osterinsel, lernt sie den Einheimischen Karlo kennen. Der studierte Künstler lebt einsam, ohne Wasser und Strom in einer selbst gebastelten Behausung an der Anakena-Bucht. Karlo hat für sich eine Frau bei seinen Göttern bestellt und Stephanie ist es für ihn. Der Hühne wünscht sich, dass sie bei ihm bleibt und seine Frau wird. Hin und her gerissen lässt Stephanie sich ein auf ein neues, karges Leben und schiebt ihre Weiterreise auf, um dann eines Tages den Entschluss zu fassen, ganz bei ihm zu bleiben und die Zelte in Köln nebst ihrer Krankenversicherung abzubrechen. In diesem Buch berichtet sie von ihrem (steinigen) Weg, der sie reicher leben lässt, als sie jemals in ihrem bisherigen Leben gelebt hat. Sie berichtet offen von ihren Ängsten und Gefühlen und nimmt die Leserin mit auf ihre Reise.

Immer wieder nimmt sie Bezug auf das Gedicht von Hermann Hesse:
Ich wünsche mir nicht
In mein früheres Leben zurückzuspringen.
Aber ich wünsche mir Einmal, wenn die Stunde kommt
Und es notwendig sein wird,
Mich auch losmachen und springen zu können,
Bloß nicht zurück ins
Geringere Sondern vorwärts und ins Höhere.

Anja Kolberg: Ein wundervolles Werk, das Mut macht, seiner Bestimmung zu folgen, auch wenn der Weg noch so steinig ist. Stephanie Pauly regt ganz nebenbei dazu an, über das eigene Leben und den Überfluss, in dem wir leben, nachzudenken. Die Autorin zeigt, wie reich ein Leben sein kann, das ganz einfach ist. "Ich bin ein- nicht ausgestiegen", so empfindet die Kölnerin ihre neues Leben auf der Osterinsel. Eine auch spirituelle, wahre Geschichte mit Tiefgang!

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

***Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen



Die Leserin begleitet Shirin-Gol, ein Bauernmädchen aus Afghanistan, durch ihr Leben und ihren Alltag, die geprägt sind von der Sinnlosigkeit und brutalen Grausamkeit des Krieges. Als Mädchen, junge Frau und später als Mutter ist sie mit ihrer Familie beständig auf der Flucht und wünscht sich so sehr, endlich anzukommen und ihr Leben zu leben. So will Shirin-Gol zum Beispiel Ärztin werden, doch Frauen in Afghanistan ist es verboten zu lernen...

Anja Kolberg: Ich hätte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand gelegt, so fesselnd ist die Geschichte. Die iranische Filmemacherin Siba Shakib gibt mit ihrem Werk einen Einblick in die Stellung der Frau in der afghanischen Gesellschaft und schafft bei der Leserin ein Bewusstsein dafür, wie gut es uns Frauen in der westlichen Welt geht und wie "reich wir sind": Zu lernen, zu arbeiten, Geld zu verdienen, die eigene Meinung zu äußern, laut zu lachen, zu tanzen, zu singen, einen Mann zu wählen, der uns gefällt - alles Dinge, die für die Frauen in Afghanistan Widerstand bedeuten und wenn überhaupt nur im Verborgenen geschehen. Das Buch ist leicht zu lesen und die wunderbaren Wortspiele der Autorin verbinden uns mit dem Gefühlsleben und den Gedanken der Shirin-Gol. Ich bin erschüttert über das Leid, welches die Menschen dort ertragen und dankbar, dass Siba Shakib auch die positiven Momente in diesem schweren Leben aufzeigt: Die Liebe zu ihren Kindern, die gelebte Freundschaft und dass - auch wenn man gar nichts mehr hat - immer ein "Engel" da ist, der hilft. Dies und die immer wiederkehrende Frage nach dem "Warum" des Krieges, den Blick auf die andere Seite (Wie geht es den Müttern von russischen Soldaten, wenn sie ihre Söhne verlieren?) macht die Geschichte trotz aller beschriebenen Grausamkeiten leichter. Ich wünsche den Menschen in Afghanistan von ganzem Herzen: Frieden, Freiheit, Bildung, Arbeit und dass sie zu ihrer eigenen Kraft und der ursprünglichen Schönheit ihres Landes zurück finden!

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

***Das Sterntaler-Experiment

Mein Leben ohne Geld

Der Verlag: Heidemarie Schwermer löste sich seit 1996 aus ihren bestehenden Strukturen, um das Wertesystem zu überdenken und alternative Formen des Miteinanders zu finden: In Dortmund gründete sie die Gib-und-Nimm-Zentrale, einen der ersten Tauschringe in Deutschland. Zwei Jahre später verschenkte sie ihre Möbel, kündigte ihre Wohnung und Krankenversicherung und gab ihre Praxis als Psychotherapeutin auf. Die Lehrerin lebt seit 1996 ohne Geld. Sie lebt vom Tausch ihrer Arbeit gegen das, was sie braucht. Es funktioniert und sie ist zufriedener und glücklicher als zuvor. Vielleicht haben Sie schon von ihr über Funk und Fernsehen gehört. In Ihrem Buch schreibt sie über ihr Leben, ihren Weg in einen neuen Umgang mit dem Geld, ihre Ideale und Visionen. Heidemarie Schwermer beschönigt nichts, denn sie schreibt über die Höhen und Tiefen ihres Weges. Sie will Mut machen, dass fröhliches und glückliches Leben fernab von Kommerz und Konsumrausch möglich ist und auf die Missstände in unserer Gesellschaft hinweisen.

Anja Kolberg: Mich hat dieses Buch gefesselt. Sehr empfehlenswert. Eine meiner Kundinnen hat sich dem Beispiel angenommen, ihre Wohnung in München aufgelöst und lebt seit dem in Südafrika.

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben

**Mögen deine Hände niemals schmerzen

Iran. Eine verbotene Liebe

Iranische Freunde wecken das Interesse auf den Iran und seine Kultur bei einer jungen Deutschen. Bepackt mit den Adressen der Familien ihrer Freunde, Tipps und dem geforderten "Outfit" der Frauen dort bereist sie alleine das Land.

Anja Kolberg: Eine spannende Reisegeschichte. Immer wieder schaut man vorne auf der Landkarte nach, wo sie gerade ist. Sie erhält Einblick in das Familienleben, die stille Freiheit und das Leben der Frauen in diesem Land, die Kulturschätze aber auch den Druck und die freiheitsraubenden Regeln der Sittenwächter.

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Frauenleben


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