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Montag, 15 Juni, 2015

Geistige Beweglichkeit. Trainingslager für Herzenswünsche.

Juni - Tischkalender Balsam für die Seele
'Wenn ich mich bewege, bewegt sich auch mein Umfeld.' lautet das Zitat auf meinem Tischkalender für Juni. In den monatlichen Impulsen per Mail habe ich dazu geschrieben: Ich kann der Anfang sein, wenn ich mir Bewegung in meinem Umfeld wünsche.
Dadurch (er)warte ich nicht länger, dass sich die bewegen, an denen ich mich störe. Meine Veränderung ist ein entscheidender Schritt Richtung innerer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Ich sorge gut für mein Wohlbefinden.

Eine Leserin meiner Impulse brachte mich in dem Zusammenhang auf den Gedanken der 'Geistigen Beweglichkeit'. Dieser Begriff gefällt mir sehr.

Erst meine geistige Beweglichkeit ermöglicht mir, mich zu verändern, Neues zu denken, anders zu denken, bestehende Grenzen zu erweitern.

Ich kann auch sagen, es ist die Jugendlichkeit meines Geistes. Und die kennt kein Alter, es ist eher eine Haltung oder Einstellung, die sich üben lässt. Eine Voraussetzung, um in Bewegung zu kommen.

Wenn ich mir nur noch die eingefahrene Richtung meines täglichen Denkens erlaube, bleibe ich in dieser Bahn hängen. Alles bleibt wie es ist. Auch das, was mir nicht gefällt. Erlaube ich mir andere Betrachtungswinkel, wirft das ein neues Licht auf meine Situation und da, wo vorher eine undurchdringliche Wand war, öffnet sich auf einmal eine Türe.

Kann ich mich von meinem bisherigen Verhalten und Denken lösen? Eine vielleicht eingetretene Starre durchzubrechen ist unbequem - aber nicht unmöglich!

Was viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte eingeübt wurde, hat eine starke Anziehungskraft, wiederholt zu werden - vergleichbar mit einem breiten Pfad durch den Urwald, der sicher stellt, dass ich ohne Schaden an mein Ziel komme. Wer hat da schon Lust, sich abseits des Pfades zu bewegen, sich schmutzig zu machen, hinzufallen, in Löcher zu treten, Zweige ins Gesicht zu bekommen?

Das mache ich nur, wenn ich einen trifftigen Grund habe. Deswegen ist Leidensdruck oft als Antrieb nötig: Der eingelaufene Weg muss unbequemer, gefährlicher, schrecklicher ... sein als die Herausforderung, einen neuen Weg durch das Gestrüpp zu finden. Dann bin ich bereit, die Strapazen auf mich zu nehmen. Der Leidensdruck ist Motor für meine Veränderung.

Veränderungen sind anstrengend. Also meiden wir die lieber.

Der Mensch an sich ist ja eher bequem. Nur so sind all die technischen Neuerungen und Entwicklungen und Optimierungen entstanden: Wir wollten es besser und bequemer und einfacher haben.

Durch diese unbequeme und unsichere Phase muss ich aber durch, wenn sich was in meinem Leben ändern soll. Es lohnt sich, weil dahinter eine Verbesserung meines Lebens, meines Wohlbefindens oder gar die Erfüllung meiner Herzenswünsche lockt!

Es gibt auch Situationen, in denen ich weiß, es muss sich was ändern. Ich weiß nur noch nicht was. Das Gute: Ich kann jetzt schon was für mich tun.

Es muss nicht erst hoher Leidensdruck her, bis ich mein Verhalten ändere. Denn je eingerosteter ich und mein Verhalten sind, desto höher muss der Leidensdruck sein, bis wir beide uns endlich bewegen. Ähnlich dem Druck, den ich auf eine seit 20 Jahren nicht bewegte Schraube ausüben muss, bis sie sich bewegt.

Ich kann im Alltag jetzt schon mit Lockerungsübungen beginnen, gleich ob es schon brennt. Einfach so. Spielerisch. Weil's Spaß macht. Mich auf neue Gedanken bringt. Meine geistige Beweglichkeit trainiert. Und es mir dann leichter fällt, mich zu bewegen und verändern, wenn es sein muss. Ich muss nicht mehr bis zur letzten Sekunde warten, bis nichts anderes mehr geht. Bis dahin ist in der Regel viel viel Zeit vergangen. Schmerzen. Tiefe Täler der Traurigkeit und Unzufriedenheit.

Ich kann die Übungen auch nutzen, um in Bewegung zu kommen, wenn es brennt, es schmerzt, sich aber nicht wirklich was tut oder ich nicht weiß wie ich anfangen soll ...

Neues Verhalten, geistige Beweglichkeit lässt sich üben. Nennen wir es unser persönliches Trainingslager für Herzenswünsche. Kingt klasse, oder? Wir machen uns fit für das, was da kommen mag. Einige Übungsideen gibt es jetzt dafür:

Im Workshop zur Beruflichen Veränderung habe ich diese Übung gemacht: Sitzplatzwechsel.

Wenn wir einmal einen guten Sitzplatz gefunden haben, bleiben wir gerne dort. Er vermittelt uns Sicherheit und Stabilität. Die Aufgabe an einem neuen Workshoptag war nun, den Platz zu wechseln. Beobachten, wie es mir mit dieser Veränderung geht, wie die Aussicht vom anderen Platz wirkt. Spannende Bewegungen innerlich und äußerlich.

Auch abseits vom Workshop kann ich das üben: Mich an einen anderen Platz am Esstisch setzen. Einen neuen Weg zur Arbeit gehen. Zu einer anderen Uhrzeit aufstehen. Mit der nicht dominanten Hand essen. Etwas neues lesen, schmecken, riechen. Etwas probieren, von dem ich immer sagte: 'Will ich nicht. Brauch ich nicht. Mag ich nicht.'

All das bewegt etwas in uns, unserem Kopf und löst eingefahrene Strukturen und Systeme. Wir bereiten uns auf Neues vor. Auf Veränderungen, die uns am Herzen liegen. Bewegungen, die uns gut tun und uns dahin bringen, wohin wir wollen. Ein geübter Muskel bewegt uns leichter als ein schlaffer, untrainierter.

So, dass schreibe ich mir jetzt mal als erstes selbst auf die Fahne: 'Walk your talk' - frei übersetzt: 'Setze selbst um, was du sagst.' Nicht nur schön reden, sondern auch selbst tun.

Ich mache heute (diesen Text schrieb ich am Mittwoch, den 10. Juni) was anders als sonst und mache um 9.11 Uhr meinen PC aus und fahre ins Bergische. Morgen lese ich diesen Beitrag Korrektur und stelle ihn ins Netz. Heute gönne ich mir eine neue Bewegung. (Das Korrektturlesen und Illustrieren hat ein paar Tage länger gedauert. Jetzt, Montag, den 15.6. ist es soweit und er geht online.)

Einen schönen Tag - mit klitzekleinen Veränderungen, die großes ins Rollen bringen.

Ihre Anja Kolberg

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/06/entry_6932.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Samstag, 13 September, 2008

Mit der Natur arbeiten
Bericht von einem Herzensweg

Sabine Henrici stammt aus der Pfalz und lebt seit 27 Jahren in der Toskana. Dort bewirtschaftet sie ihr Weingut "Vigna Palatina", auf dem sie Biowein anbaut. Aktuell berichtet die Zeitschrift "GEO SAISON EXTRA - TOSKANA und UMBRIEN für Genießer 2008" auf Seite 78 und 79 über ihre Arbeit. Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Anlaß genug, mit ihr ein Interview zu führen. Kennen gelernt habe ich Sabine 2002, als sie an einem meiner Berufsworkshops teilnahm.

Anja Kolberg: Was hat dich nach Italien geführt?

Sabine Henrici: Die Liebe. Ich habe beim Weinbau- und Kellerwirtschafts-Studium meinen Mann kennengelernt, der hatte ein Weingut in Italien.

Anja Kolberg: Was gefällt dir an deinem Leben in Italien?

Sabine Henrici: Meine Familie. Meine 3 Kinder (jetzt 19, 21 und 26 Jahre) waren hier immer überall willkommen und ab 3 Jahren durch öffentliche Kindergärten und später teilweise Ganztagsschule optimal versorgt. So konnte ich die Kindererziehung gut mit meiner Arbeit verbinden. "La Mamma" - das ist hier ein Kompliment.

Anja Kolberg: Wann war der Startschuss für dein eigenes Weingut?

Sabine Henrici: 1993 kaufte ich den ersten eigenen Weinberg, 3 ha, eine sehr alte Anlage, die mein Mann damals aushauen wollte, weil sie aus dem Jahr 1956 stammt (mein Geburtsjahr) und seiner Ansicht nach zu wenig Ertrag ablieferte. Ich habe mir die erste Ernte "erbettelt" und es kam aus diesem Weinberg die beste Qualität, die man sich vorstellen konnte. Im Eichenfass gereift erhielt diese "Vigna Palatina" sogar eine Auszeichnung in Frankreich - das überzeugte. Im Jahr 1998 habe ich vom Ersparten ein stillgelegtes Weingut von einer Freundin gekauft und habe jetzt 8,5 ha.

Anja Kolberg: Gab es dabei Herausforderungen für dich? Welche?

Sabine Henrici: Den Behörden hier klarzumachen, dass ich ein neues eigenständiges Gut führen wollte. Viele Gesetze und Bestimmungen die Agrarwirtschaft betreffend stammen noch aus der Zeit des Faschismus, als Frauen hier noch kein Wahlrecht hatten. ;-))) Aber ich habe mir so sehr einen eigenen Keller gewünscht und es ist nicht so einfach, das auch umzusetzen, aber mit Geduld...

Anja Kolberg: Ist der Weinbau eine Männerwelt? Wenn ja, wie setzt du dich als Frau - in Italien - durch?

Sabine Henrici: Ich bin Zäh wie ein Gauchosattel. Ja, es ist eine Männerwelt, aber ich bin schon früh als Jugendliche hineingewachsen und hatte nie Probleme, akzeptiert zu werden. Ich bin gewohnt, korrekt und präzise zu arbeiten, das wird annerkannt. Ganz stolz bin ich auf meine Wahl in den Aufsichtsrat des Chianti-Konsorzios. In dieses Kontrollgremium wird man auf Empfehlung von Berufskollegen berufen. Ich bin die zweite Frau, die einzige nicht in Italien aufgewachsene und ;-)))) bei den Jüngsten.

Anja Kolberg: Du baust den Wein biologisch an. Was hat dich dazu bewogen?

Sabine Henrici: Mein Bestreben ist immer Qualität zu erzeugen, darum muss ich oft im Weinberg sein und viel Handarbeit machen. Da möchte ich nur Produkte verwenden, die für meine Gesundheit unschädlich sind. Außerdem halte ich es mit dem Indianerspruch: 'Du hast Dein Grund und Boden nicht von Deinen Vorfahren ererbt, sondern von Deinen Kindern geliehen.' Meine Düngemethoden sind gaaanz langfristig auf Strukturverbesserung des Mutterbodens angelegt (auch wieder so ein schöner Ausdruck). Das verbessert die Möglichkeit Wasser - die knappste Ressource - gut zu nutzen.

Anja Kolberg: Wie sieht ein typischer Tag im Leben einer Winzerin aus?

Sabine Henrici: Leider viel zu viel Schreibtischarbeit und dann viel Handarbeit im Weinberg, wenn es die Zeit erlaubt. Zum Traktor fahren habe ich einen Angestellten.

Anja Kolberg: Was liebst du an deiner Arbeit?

Sabine Henrici: Den direkten Kontakt mit der Natur. Welcher Beruf bietet dir sonst das Gefühl, dass du alles selbst in der Hand hast? Vom Rebschnitt "am trockenen Holz" bis zum Plopp des Korkens.

Anja Kolberg: Was war für dich ein besonderer Erfolg in den letzten Jahren?

Sabine Henrici: Meine 3 Kinder erwachsen, selbständig und liebevoll zu sehen - und meinen Keller gebaut zu haben.

Anja Kolberg: Hast du Wünsche/Ziele für die Zukunft? Magst du sie verraten?

Sabine Henrici: ;-)))) Ich glaube dazu bräuchte ich mal wieder ein Coaching von Anja ;-)))) - Ganz spontan: weniger arbeiten. Ich spüre, dass ich viel erreicht habe und würde gerne wieder mehr Zeit in Deutschland verbringen. Das Heimweh ist jetzt oft größer als früher.

Anja Kolberg: Welche Frage möchtest du gefragt werden?

Sabine Henrici: OOOCH, es reicht doch für heute, habe den ersten Erntetag hinter mir und festgestellt, dass ich große Mengeneinbußen haben werde, ca. ein Drittel weniger als in einem normalen Jahr. Ach, woher ich die Kraft nehme, so etwas dann durchzustehen? Ich habe gute Freunde die mich (er-) tragen, bin gesund und trinke jeden Tag ein Glas Rotwein. Morgen ist ein anderer Tag .... SALUTE !!!!

Anja Kolberg: Letzte Frage - Hat dir der Berufsworkshop damals auf deinem Weg geholfen? Wenn ja, wie?

Sabine Henrici: Auf Deinem Workshop habe ich vor allem 2 Dinge gelernt:

1. Mich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und die EIGENE Entscheidung zu treffen - unabhängig vom Umfeld. Du hast mir die Angst davor genommen. Das ist kein lockerer Spruch, sondern stimmt so. Ich habe das "weinerliche, selbstbemitleidende" ablegen können (auch langfristig, siehe Geo-Foto). Ich hatte ja fast Bedenken, nachdem ich mich angemeldet hatte, dass es zu "Frauenbewegt" - esoterisch wird, aber es waren wirklich sehr konkrete Tipps und Denkanstösse, die Du mir gegeben hast. Simpel, aber wirkungsvoll.

2. Ich habe in dieser speziellen Gruppe erfahren, dass ich mit meinen Problemen nicht allein da stehe und noch normal bin und richtig ticke. ;-))) Jede von uns 4eren, die wir als Rest dieser Erfahrung noch Kontakt halten, löst seine Aufgabe auf ihre Weise. Es ist schön zu sehen, dass wir 4 in unterschiedlichen "Maennerdomainen" mit Intelligenz und Diplomatie unseren Weg machen.

Liebe Sabine, danke für die Zeit und den Einblick in dein Leben als Winzerin in der Toskana. Weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit!

Den "Chianti 2005" von Sabine habe ich probiert. Lecker! Wenn Sie ihn auch mal probieren möchten, ich habe ihn in 'denn's Biomarkt' in der Dürener Straße in Köln-Lindenthal gekauft. Die Firma Dennree betreibt Biomärkte in ganz Deutschland. Eine Filialaufstellung finden Sie auf der Seite www.biomarkt.de. Fragen Sie nach dem "Chianti 2005 von Henrici". Falls sie ihn ncht im Sortiment haben: Nachfragen. Ich habe vorher angerufen, das hat super geklappt.

Anja Kolberg

PS: Gerade hat mir Sabine noch gemailt, dass der alte Weinberg immer noch steht ... und mit ihr alt werden darf. Er wird nächste Woche geernet. Das ist ein schönes Schlußbild!

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Samstag, 22 Dezember, 2007

Eine Auszeit wagen

Nach meiner jährlichen Mail an meine Kundinnen und Kunden, in der meine Erfahrungen mit meiner Auszeit Thema war, erreichte mich dieser Bericht vom Weg des Herzens einer Workshopteilnehmerin. Lesen Sie selbst, was Birgit über ihr Jahr der Auszeit zu berichten hat. Minuten voller Inspiration wünscht Anja Kolberg

Liebe Anja, ich habe mit großer Freude Deine Kundenmail gelesen. Welch Parallelen ich dort sehe!

Auch ich habe in diesem Jahr eine Auszeit gehabt. Sie wurde länger als geplant, und ich glaube, ich fange jetzt erneut erst wieder richtig an damit. Aber zurück zum Anfang. Mitte letzten Jahres erhielt ich die Kündigung meiner Firma. Dies war abgesprochen, doch der Zeitpunkt nicht. Da sich die Geschäftsführung nicht um die fristgerechte Zustellung des Schreibens gekümmert hatte, schaltete ich sicherheitshalber meinen Anwalt ein und dann stand fest: Ich werde zum 31.12.2006 ausscheiden.

In dieser Zeit ist viel passiert. So erklärte ich mich auch bereit, in einem Projekt als Freiberuflerin weiter mitzuarbeiten, was mir erstmal den Rücken freihalten sollte, rein finanziell betrachtet. Doch dann kam alles anders. Mein Chef verplante mich ohne Rücksprache bzgl. der mir zur Verfügung stehenden Kapazitäten und ohne Vereinbarung über irgendwelche Konditionen. Als ich ihm dann mitteilte, dass ich das nicht akzeptierte und sowieso zunächst mal eine Zeitlang gar nichts machen wolle, sind wir darüber in Streit geraten. Für ihn ist es unvorstellbar, nichts zu arbeiten. Er fühlte sich von mir im Stich gelassen, übersah dabei aber, dass er mich weiterhin wie eine Angestellte behandeln wollte (und selbst die hätten gewisse Rechte, aber lassen wir das mal außer acht). Es wäre kein guter Start in die Selbständigkeit und ein Widerspruch zum Wort an sich gewesen.

Ich war dann noch einmal einen Tag im Kundenprojekt, und schon kamen die kleinen Teufelchen: "Das hättest Du doch noch eine Weile so ausgehalten" oder "So schlimm war es doch nun doch nicht". Welch Selbstbetrug! Mir wurde dann auch klar, dass ich immer so funktioniert hatte. Aber nicht für mich, sondern für andere. So war ich dann im Januar tatsächlich arbeitslos. Da ich mich rechtzeitig um alles gekümmert hatte, erhielt ich mein ALG pünktlich Ende Januar. Ich hatte der Agentur mitgeteilt, dass ich plane, mich selbständig machen zu wollen. Einen Termin musste ich nicht mitteilen; ich ließ mir erstmal Zeit. Das sind nur die Rahmenbedingungen; ich erlebte eine sehr intensive, sehr freie Zeit, die mich energetisch sehr aufgeladen hat. Parallel zur Kündigung war ich nach der schon lange ausgesprochenen Trennung von meinem Ex das erste Mal in eine eigene Wohnung gezogen. Ich war nun wirklich frei! Man kann von meinen guten Zeiten in meinem Blog lesen (auch ich führe schon lange einen der-schoene-moment...).

Ich kann das, was Du von Deiner Auszeit erzählst, nur bestätigen. Da findet sich alles: Größtes Glück, Freiheitsgefühl, Luxus und Beschränkung, Sorgen und Ängste, Überschwang und viele Fragen, die ich mir selbst stellte, die mir aber auch von außen gestellt wurden und werden (die häufen sich derzeit mehr als zu Beginn). Bei mir kam indes recht früh ein ganz neuer Faktor ins Leben. Ende Februar kam ein Freund zu mir, der sich räumlich verändern wollte, und zog bei mir ein. Über viele Umwege wurde eine Beziehung daraus, die mir viel Kraft abverlangt. Denn alles ist anders, als ich es kannte, und nur Stück für Stück geht es vorwärts, was meine Auszeit nun auch in einem gewissen Maße beeinflusst.

Ich bin im September in die Selbständigkeit gegangen. Eine Zwang-Selbständigkeit, da ich sonst einige Fördermittel nicht in Anspruch hätte nehmen können. Meine Auszeit hält an, auch wenn ich offiziell nun zwei Firmen habe: eine für eine Art Coaching, die andere für Eventmanagement. Ich habe meinen Weg ein Stück weit verlassen, weil ich nicht nur genossen habe. Aber sicher war das auch wichtig, weil ich die Auszeit wohl genau deshalb hatte. Nun steht es mir offen, sie noch ein bisschen zu verlängern. Und genau das werde ich tun. Über meine Beziehung bin ich mir im Klaren. Es gibt noch viel zu tun, aber ich weiß, wo ich hin möchte.

Der Rest ist: Weiterschauen! Ich habe Ideen, aber ich bin noch nicht dort, wo ich sein möchte. Und wenn ich mir Dein Jahr anschaue, liebe Anja, ist es am besten, ganz befreit zu sein, um mehr zu wissen. Mein großer Vorteil ist ein finanzielles Polster, das es mir ermöglicht, noch eine Weile so leben zu können. Das ist das, was ich mir über viele Jahre erarbeitet habe - wohl genau für diese, "so eine" (Aus-)Zeit. Das können nicht viele nachvollziehen, aber mittlerweile habe ich da ein dickeres Fell.

Ich bleibe dran. Die Fragen und mittlerweile sogar Vorwürfe von der Außenwelt belasten mich sicher immer mal, aber ich weiß auch, dass in den Worten viel Neid steckt. Ich bin auf dem richtigen Weg. Schade, dass sich nicht alle mitfreuen können. Wo mich meine Auszeit hinführt, werde ich noch erfahren. Ich möchte nun erstmal zur Kreativität zurückfinden, wie Du es auch geschafft hast.

Gerne darfst Du meine Geschichte veröffentlichen. Deine Geschichte kam zu einer Zeit, in der ich sie gebraucht habe. Nichts ist ohne Sinn!

Alles Liebe und frohe Weihnachten! Auf ein wunderbares Jahr 2008!

Birgit

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Dienstag, 17 Juli, 2007

So einfach kann das Leben sein!

Schon öfter habe ich von ihr gehört: Anne Donath. Sie lebt ohne Elektrizität in einem Holzhaus und versorgt sich selbst. Jetzt ist mir ein Bericht von ihr über den Weg gelaufen.

Lust auf ein wenig Inspriation?

Artikel in "Die Zeit": "Die Frau, die einfach nur lebt".

Das Bild ist eine E-Card. Draufklicken und verschicken.

Herzlich,

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Montag, 18 Dezember, 2006

Herzenswege: Schmetterlinge im Bauch

Ich freue mich, das Katrin, Teilnehmerin des Intuitiven Berufsworkshops im Herbst 2005 von ihrem Weg hier berichtet.

Viel Freude beim Teilhaben

Anja Kolberg


Hallo Anja,

jetzt ist es gut ein Jahr her, daß ich in Deinem Workshop war, und es ist alles anders gekommen als ich dachte. Eigentlich bin ich ja mit dem Wunsch zu Dir gekommen, mich beruflich weiterzuentwickeln und zu verändern. Nur wußte ich damals vor lauter wilder bunter Ideen gar nicht, wohin ich eigentlich wollte. Alles in mir schrie nach Veränderung. Da war so eine Unzufriedenheit in mir, die ich irgendwie nicht ganz zuordnen konnte. Ich weiß noch, daß Du mich einmal gefragt hast, ob nicht vielleicht etwas ganz anderes der Grund ist für meine Unzufriedenheit. Und das war es dann auch. Es war nicht irgendein Job-Gedöns was ich ändern wollte, sondern ich war unzufrieden mit meiner damaligen Beziehung, sah keine Perspektive, war irgendwie nicht wirklich glücklich, aber wollte das alles wohl noch nicht so ganz wahr haben.

Im Februar, als ich bei den Olympischen Spielen gearbeitet habe, war es dann soweit. Ich habe meinen Traumprinzen gefunden. Klingt kitschig, ist aber so! Und erst als ich gemerkt habe, was für ein tolles Gefühl das ist, den Richtigen gefunden zu haben, habe ich realisiert, was ich eigentlich die ganzen Jahre vermißt habe!

Danach ging alles ganz schnell: Ich bin zu John (so heißt der Prinz) nach England gezogen. Es verändert sich gerade ALLES, und das ist richtig toll! Toll ist aber auch, mal wieder was aus meiner Heimat Köln zu hören.Eben habe ich Deine liebe Mail gelesen, in der Du deine neuen Kalender anbietest. Toll, Du sprühst ja vor Kreativität. Davon laß ich mich gerne anstecken! Und es ist schön mit dem Kalender ein Stückchen Heimat hier zu haben.Danach sehne ich mich manchmal, auch wenn es mir hier super gut gefällt, und ich denke, hier neben der Liebe meines Lebens auch den Weg meines Herzens gefunden zu haben, zumindest den Anfang davon. Fühlt sich an wie eine riesengroße Entdeckungsreise. Toll!! Fühle mich manchmal wie ein kleines Mädchen, das mit weitaufgerissenen Augen in die große Welt hinauswandert und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Voller großer Gefühle, Entdeckungen, Spannung, Mutproben, Freude am Lernen, Naturerlebnissen, Skurrilitäten, lustigen Begebenheiten, Herausforderungen, Dingen die plötzlich einfacher gehen, und einem riesengroßen Strahlen in meinem Herzen! Bisher dachte ich immer, ich hätte (zumindest jobtechnisch) schon die Welt bereist, aber da ist soviel mehr!!!

Zwischendurch wird allerdings alles mal von einem unsäglichen Papierkram- und Bürokratie-Berg überschüttet, (du glaubst gar nicht wie viele Versicherungen mich nach der Adressänderung angerufen haben, um mir(!) mitzuteilen, daß die 6-stellige Postleitzahl nicht in ihre Eingabemaske paßt - ja, und was soll ich da jetzt tun??), oder im englischen Regen ertränkt. Aber Regen in England ist irgendwie gar nicht so schlimm. Vielleicht weil er viel schneller wieder aufhört, als man manchmal denkt. Vielleicht weil man den Regen ja für typisch englisch hält, und somit gar nicht überrascht ist wenn er da ist. Vielleicht weil das englische Wetter die schönsten Regenbögen hervorzaubern kann. Vielleicht auch weil ich viel zu beschäftigt bin, mich über all die neuen Eindrücke zu freuen...

Letztens war ich bei einer kleinen Schmetterlingsfarm. Da habe ich ganz viel an dich und den Workshop (Herbst 2005) gedacht. Und ganz viele Fotos gemacht. Und eben hab ich von Monika gelesen. Und mich sehr gefreut. Wie schön, daß sie das wahr gemacht hat! Klingt konsequent. Bei mir ist irgendwie alles anders gekommen als ich dachte. Aber vielleicht war das ja das, was ich erst zulassen lernen mußte. Habe gelernt loszulassen, in den großen See des Lebens zu hüpfen, und mich daran zu freuen was mir da so entgegengeschwommen kommt, aber manchmal weiß ich noch nicht so genau in welche Richtung ich eigentlich schwimmen will, aber treiben lassen ist gerade ganz schön!

Puh, jetzt hab ich es endlich mal geschafft das alles aufzuschreiben. Ist so viel passiert. So viel Leben. So viel Freude. So viel Gefühle. So viel Auf und Ab. So viel!

Freue mich immer noch über dein zufriedenes Strahlen auf dem Foto hinterm Baum. Und hoffe daß deine Seele gerade ganz genauso strahlt. Du bist ein wundervoller Mensch!

Ganz liebe Grüße aus Chester (das liegt im Nord-Westen von England, in der Nähe von Manchester und Liverpool) Und ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein wundervolles neues Jahr 2007!!!!

Katrin

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Montag, 04 Dezember, 2006

Aus dem Herzen gesprochen...

... hat Stefanie Hentze mit ihrem Bericht über den Weg Ihrer Veränderung vielen von Ihnen. Das bestätigen Ihre Mails. Zum Beispiel schreibt BK: "Heute gefiel mir besonders der Beitrag von Stefanie Hentze ... "mit Gottvertrauen auf dem Sofa liegen", wie Recht sie hat!"

:o) Ganz nach meinem Geschmack! Ich wünsche Ihnen allen eine genussvolle Zeit auf dem Sofa. :o)

Herzlichst

Anja Kolberg

Dienstag, 28 November, 2006

Rituale, Zeremonien und der Weg dorthin

Eine Kundin berichtet einige Monate nach dem Anti-Karriere-Coaching wie es ihr auf Ihrem Herzensweg ergangen ist und ergeht. Sie beschreibt das Auf und Ab in Veränderungsprozessen sehr treffend:

Liebe Frau Kolberg,

schon seit ein paar Wochen nehme ich mir vor, Ihnen zu berichten, was sich in der Zwischenzeit ereignet hat - nun kam Ihr Newsletter als willkommener Anstoß. :-)

Sie erinnern sich, ich hatte Ende März den letzten von 3 Coaching-Terminen und war völlig beseelt von meiner Idee: Rituale und Zeremonien: entwickeln - gestalten - durchführen!

Das war wirklich erst Ende März ...?!? Seitdem hat sich schon einiges getan: Ich habe einen groben Aufbau meiner Website konzipiert und schreibe nun an den Texten. Lauter Rohfassungen zunächst, aber so bin ich gezwungen, mich mit allen Aspekten auseinanderzusetzen - vom Logo bis zur Preisgestaltung und den AGB. Vor kurzem habe ich meine Domain angemeldet (rituale-und-zeremonien.de) und hoffe nun, dass ich bis Jahresende zumindest eine "Ankündigungsseite" starten kann.

Einen Raum (für Workshops etc.) habe ich eventuell auch in Aussicht - und womöglich ist da noch eine Ecke und eine Steckdose für einen Schreibtisch frei? - Ich treffe demnächst den Bekannten, der sich ebenfalls (kreativ) selbständig gemacht hat und bei dem ich mir eine "Untermiete" gut vorstellen kann. Und ich habe in der Zwischenzeit immer wieder mit Menschen (auch fremden) über mein Vorhaben gesprochen. Ich denke dabei ganz oft an Ihre Ermunterung: "Wenn jemand nachfragt, hat er doch schon Interesse gezeigt - etwas besseres kann Ihnen doch gar nicht passieren!" Bislang sind die Reaktionen - nach dem ersten Staunen - durchweg positiv, wenn auch nicht unkritisch - was ja aber durchaus willkommen ist!

Mit der ersten "Krise" musste ich jedoch auch schon fertig werden: Die große, allumfassende Sinnfrage, die ich nicht beantworten konnte: "Wer, um alles in der Welt! soll mir Geld dafür bezahlen wollen, dass ich ihm eine Kerze anzünde und ein Segensbändchen ums Handgelenk schlinge?!?" Obwohl ich wusste, dass solche Sinn-Krisen auftauchen werden, hat es mich eiskalt erwischt. Ich war tagelang wie gelähmt und hatte das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen (... etwa doch noch 20 Jahre knechten??? Den Rest Lebenszeit verschwenden und dann ins viel zu enge Grab sinken ...??) Ich hab's dann einfach ausgehalten, so wie man Kopfschmerzen aushält, bei Föhn, hilft ja nix ...

Eines morgens saß ich dann am Tisch und mir fiel die Antwort zu: "Wer soll es denn sonst machen?!?" und mir sind Schlag auf Schlag lauter "Argumente" eingefallen, die mich vor allen anderen Menschen, die ich kenne, für diese Aufgabe befähigen (huch, wie sich das anhört ...!?); nun ist mein ansatzpunkt ein anderer: Ob es jemanden gibt, der mir dafür Geld bezahlt, werde ich nicht eher wissen, als bis ich es ausprobiert habe; aber wenn es jemanden gibt, der eine persönliche "weltanschauungsfreie" Geburtstags-, Hochzeits-, Abschieds-, Umzugs- .... Zeremonie feiern/erleben möchte, der könnte mich brauchen.

Und während ich also an meinen (sichtbaren) neuen "selbst-stehenden" Stand- und Spielbeinen arbeite, bewegen sich auch noch ganz andere (unsichtbare) Dinge. Überhaupt ist das, was "unter der Oberfläche" passiert, das eigentlich Spannende; und wie immer hängt ja alles mit allem zusammen; die ewig alten Fragen, Sie wissen schon ....

  • Wie gehe ich mit mir selber um? (liebevoll genug??)
  • Was lähmt mich?
  • Was hält mich am Boden fest?
  • Welche alten Muster sind immer noch am wirken?
  • Was ist das (für mich) beruhigende an einer unbefriedigenden Situation? etc.

Neulich ist mir klar geworden, dass ich es völlig in Ordnung finde, dass "Arbeit" etwas ist, wozu man sich zwingen muss; das ist aber eine "alte Haltung", die mich nicht zu "neuen Ufern" tragen wird! Zu Kreativität und Inspiration kann man sich nicht zwingen; ich muss also (konsequent!) das "Lustprinzip" zur Grundlage meiner neuen Arbeit machen - wie ungewohnt! und wie ungehörig sich das anfühlt! Und wie geht das dann konkret?!?

Und natürlich: wie unfassbar für den Antreiber in meinem Inneren Team! ("Du musst jetzt noch hier ...! und da ...! und dann gleich ....! und dann endlich online gehen! und endlich das logo ...! Wie lange willst du denn noch rumschlurfen?!") Mittlerweile glaube ich, der Antreiber muss immer so viel antreiben, weil der Zweifler (aus meinem Inneren Team) ihm dauernd auf den Fersen sitzt. Und leider schafft es dieser Antreiber immer wieder, mir ein schlechtes Gewissen zu bereiten, wenn ich seinem Tempo hinterher hinke - und ich hinke immer hinterher, weil sein Tempo mörderisch ist (- auf der Flucht vor den Zweifeln ....).

Vielleicht muss man Zweifel aber einfach zulassen und aushalten (wie Kopfschmerzen, bei Föhn ...), weil man sie sowieso nie vollständig entkräften kann. Zur Zeit habe ich wieder so einen "Durchhänger"; mir macht die Dunkelheit zu schaffen (wie jedes Jahr um diese Zeit), ich bin fast dauernd müde (mit 8 ü!). Ich kann mich nicht konzentrieren (schon gar nicht mehr am Abend!), mir fehlt der Schwung und der "Große Plan". Irgendwie fühle ich mich so wie mein Balkon aussieht: Die bunten Sommerblumen sind längst verwelkt und auf dem Kompost, die leeren Kübel aufgeräumt, die Bäume kahl ... und noch ist es nicht Zeit für Zweige und Lichterketten. (Immerhin ist mein Wunsch vom Anfang des Jahres in Erfüllung gegangen: Ich habe die Jahreszeiten so intensiv erlebt wie schon lange nicht mehr!)

Okay, sage ich mir, jetzt ist es eben so; und statt mit schlechtem Gewissen auf dem Sofa zu liegen, kann ich auch mit Gottvertrauen auf dem Sofa liegen. Eigentlich ist das Leben doch so etwas wie ein Panorama-Foto: Wenn der Blick an einer häßlichen Stelle hängen bleibt, muss man einfach den Zoom weiter aufmachen, die gesamte Landschaft betrachten und den Himmel darüber; und wenn ich mir mein Lebens-Panorama so anschaue, ist es eigentlich ganz schön (und) gelungen!

Als es ganz schlimm war und ich nachts aufgewacht bin und nicht wieder einschlafen konnte, habe ich mich an einen alten "Trick" erinnert: Früher habe ich dann immer im Kopf "Filme gedreht", mir eine Story ausgedacht, Schauspieler besetzt, Titel erfunden... Ich habe einen "Dokumentarfilm über mich" im Kopf gedreh: Ich habe mir vorgestellt, wie ich in einigen (etlichen?) Jahren mir mit meinen Ritualen und Zeremonien einen Ruf erworben habe, und wie ein Fernsehteam mich besucht und interviewt; dann erzähle ich (mir) nicht nur von meinem dann verwirklichten Leben, sondern auch von den Zweifeln und Unwägbarkeiten und den Dingen, die schief gegangen sind, und wie ich nachts im Bett gelegen habe, und wenn ich nicht wieder einschlafen konnte, Filme im kopf gedreht habe ...

Und noch eine kleine Geschichte am Rande: Zu der Collage, die ich damals bei Ihnen erstellt habe, gehörte auch der Satz: Den Augen Zeit geben, sich an das veränderte Licht zu gewöhnen. Einige Monate später war ich dann beim Optiker, um neue Kontaktlinsen zu bestellen. Da ich dort Neukundin war, bestand er darauf, die alten Werte zu überprüfen. Dabei stellte sich dann heraus, dass meine Augen um 0,5 Dioptrien besser geworden sind. Das reißt bei -8 Dioptrien nicht wirklich was raus ... aber immerhin kann ich sagen "Mein Blick hat sich geschärft" ;-))

Ich fühle mich ein bißchen wie ein "Wanderer zwischen den Welten", noch nicht ganz raus aus meinem "falschen" Leben, noch nicht ganz drin in meinem "richtigen" Leben, aber immerhin unterwegs! Mein großer Freund Goethe hat gesagt: "Ich glaube, auf dem richtigen Weg zu sein, da ich mich als einen Reisenden betrachte, der vielem entsagt, um vieles zu genießen." (und recht hat er!)

Ich wünsche Ihnen und allen Ihren Lieben eine schöne, sinnen-frohe Vorweihnachtszeit! Genießen Sie Plätzchen und Glühwein und Kerzenlicht und Glöckchenbimmeln und vergessen Sie nicht, am 21.12. eine besondere Kerze anzuzünden: Da kehrt die Sonne um und zu uns zurück!

Bis zum nächsten Mal
Viele herzliche Grüße
Stefanie Hentze

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Dienstag, 05 September, 2006

Zwei weitere Berichte vom Weg des Herzens

Martina Blumenroth erzählt von ihrem Weg des Herzens:

16. November 2005

Hallo Anja,

ich will berichten wie es mir seit dem Workshop im April 2005 ergangen ist: Ich war im Januar, nach sieben Jahren in meinem Job, gekündigt worden.

Damals kristallisierte sich in deinem Workshop heraus, dass ich in Brasilien in einem Slum Englisch unterrichten wollte. Warum auch immer. Eine verrückte Idee, denn ich war die letzten 17 Jahre Sekretärin in zwei internationalen Unternehmen gewesen und wusste und konnte auch nichts anderes.

Ab Mai war ich also arbeitslos und ich dachte von vorne herein, dass mir gar nichts Besseres passieren könne als eine Pause. Nach 20 Jahre Arbeit Zeit zum Ausschlafen, Nachdenken und für all die Dinge, die ich gerne mache. Und für meine Ausbildung als Englischlehrer. Ich hatte mir im Internet den Fernkurs eines Londoner College ausgesucht und den Kurs mit viel Lernen innerhalb von drei Monaten zu Ende gebracht. Mir kamen allerdings im Juli zwei Stellenangebote dazwischen und da wurde es etwas schwierig. Ich hätte bei beiden nur den Vertrag unterschreiben brauchen und wäre nicht mehr arbeitslos gewesen. In einer Stelle hatte ich mich immerhin gegen ca. 400 andere Bewerber durchgesetzt und es ist mir sehr schwer gefallen, die Stelle abzusagen. Mal ganz abgesehen von den Ängsten, die damit verbunden sind. Jeder gratulierte mir, dass ich wieder einen Job habe, denn das ist ja momentan ziemlich viel wert.

Aber es ging einfach nicht, denn es hätte mir meinen Fernkurs sehr erschwert und ich wollte ihn unbedingt zu Ende bringen. Anfang August war ich dann auch fertig damit, aber es war nur die Theorie gewesen. Ich hatte noch nie vor einer Klasse gestanden und unterrichtet. Ehrlich gesagt, hatte ich ziemlich Angst davor, denn ich konnte noch nie gut vor Gruppen sprechen.

Nun musste also die Praxis her. Das College in London hat mehrere Partnerschulen weltweit, die Unterrichtspraxiskurse für angehende Englischlehrer anbieten. Die allernächste Schule liegt auf Zypern und ich brauchte drei Wochen, um mich zu überwinden, den Kurs zu buchen.

Ohne Unterrichtspraxis wäre die Theorie umsonst gewesen. Na ja und sie hat ja viel Geld gekostet. Nun bin ich im September für eine Woche nach Nikosia geflogen, um erstmals zu unterrichten. Ich war nervös, aber die Leute waren alle sehr nett und ich hatte unheimlich viel Spaß. Ich hab eine Menge gelernt und das Unterrichten hat mir riesig Spaß gemacht. Ich wurde auch nicht als teacher trainee vorgestellt, sondern direkt als Lehrerin aus Deutschland. Jeder der Schüler hielt mich also für eine Lehrerin und das hat vieles erleichtert. Mein Motto in dieser Zeit: Fake it ‘til you make it.

Am Ende bekam ich mein Zertifikat, mit der Bestätigung, dass ich alle Levels unterrichten kann und ich bekam dauernd Komplimente für meinen Unterricht. Ich schwebte also auf Wolke 17, wo mich dann am Ende der Woche die Lufthansa aufgelesen hat.

Ich stieg also recht müde und seelig in den Flieger von Frankfurt (Zwischenlandung) nach Düsseldorf. Da setzte sich ein Mann neben mich, der auf selbiger Wolke dahergeschwebt kam, permanent am Lachen war und mich sofort ansprach. Die Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Freude in Person. Ich sagte ihm, dass ich müde bin und mich eigentlich nicht unterhalten wollte, war aber unterschwellig interessiert, was das wohl für einer ist. Er schrieb was in ein Buch und sagte mir, dass er jeden Tag da rein schreibt, was er für Wunder erlebt. Da wurde ich etwas wacher und wir kamen ins Gespräch. Ich dachte spontan, der ist Arzt. Ich fragte also, was er macht. Und was ist er? Professor für Rheumatologie in Düsseldorf am Uniklinikum. Jedenfalls berichtete er mir ganz begeistert, dass er auf einer Coachingakademie war und wie sehr ihn das begeistert hat und immer noch begeistert. Dann wollte er wissen, welche Wunder ich erlebt hatte und ich erzählte von der letzten Woche auf Zypern und dem teacher training, dass ich arbeitslos bin und eine Halbtagsstelle als Sekretärin und eine als Englischlehrer suche. Und dann kam der Hammer. Er bot mir sofort eine Stelle an. Ich fragte, als was denn? Als Sekretärin oder als Englischlehrer? Er meinte, weder noch. Als Projektmanagerin für eines seiner neuen Projekte. Gab mir seine Karte und ich sollte mich melden. Er meinte, was für ein Zufall, dass wir nebeneinander gesessen haben und ich sagte: Zufall? – Nein, meinte er, da glaube er auch nicht dran.

Seit dem 18. Oktober arbeite ich nun 30 Stunden in der Woche für das Rheumazentrum. Es ist genau die Stundenanzahl, die ich mir vorgestellt hatte, denn die Ausbildung als Englischlehrer wollte ich ja nicht umsonst gemacht haben.

So bin ich dann auch noch zur VHS gegangen, denn ich hatte auf deren Homepage gelesen, dass sie Fremdsprachenlehrkräfte suchen. Es hat auch da perfekt geklappt und am 25. Oktober hatte ich meine erste echte Stunde als Englischlehrerin bei der VHS in einer Klasse mit 13 Erwachsenen, die nun Business Englisch lernen wollen.

Es ist 100%ig alles so wie ich es mir gewünscht und erträumt habe. Meine weitere Planung sieht so aus, dass ich in den nächsten Jahren Erfahrung als Lehrer sammeln will und dann möchte ich wirklich für 3 – 5 Jahre in verschiedenen Ländern unterrichten, vielleicht tatsächlich auch eines Tages in einem Slum in Brasilien.

Meine innere Stimme hat mir Monate lang jeden Morgen, wenn ich im Internet vergeblich nach Stellen gesucht habe und ich manchmal wirklich Angst hatte, nicht das Richtige oder sogar gar nichts zu finden, gesagt, dass ich Vertrauen haben soll. Das ist auch das Wichtigste, was in den letzten sechs Monaten passiert ist. Ich habe meiner eigenen inneren Stimme absolut und bedingungslos vertraut und sie hat mir unmissverständlich den richtigen Weg gewiesen, auch wenn alles dagegen zu sprechen schien und es vermeintlich andere verlockende Angebote gab, die mich vom Weg hätten abbringen können.

Meine Stelle in der Uniklinik ist auf ein Jahr befristet und ich weiß natürlich nicht, ob sie verlängert wird, aber ich habe ein unerschütterliches Vertrauen gewonnen, dass sich alles richtig entwickeln wird.

Ich habe vor kurzem ein sehr schönes Zitat bei Henry David Thoreau gelesen und es trifft es einfach:

„I learned this at least by my experiment: That if one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours.“

Hier die Übersetzung: Das eine habe ich wenigstens bei meinem Experiment gelernt: Wenn jemand vertrauensvoll in die Richtung seiner Träume voran schreitet und danach strebt, das Leben, das er sich vorgestellt hat, zu leben, so wird er Erfolge haben, von denen er sich in gewöhnlichen Stunden nichts träumen ließ. Henry David Thoreau (aus dem Buch "Walden")

Ich kann jedem wirklich empfehlen: Setzt die Träume, die ihr habt in die Tat um. Es bringt eine Freude und Begeisterung in den Alltag.

Martina Blumenroth


12. Mai 2006 - Aus dem Alltag ausgebrochen - Reise in den Süden

Monika, Teilnehmerin vom Intuitiven Berufsworkshop im Herbst 2005, ist aus ihrem (Berufs-)Alltag ausgebrochen und hat sich auf den Weg Ihres Herzens gemacht. Der Weg, der jetzt für sie stimmt. Sie hat sich freundlicherweise für ein Mail-Interview - geführt zwischen Köln und Internet-Cafés unterwegs - zur Verfügung gestellt:

Hallo Monika, welches Ziel hast du und warum bist du unterwegs?
Mein Ziel ist Portugal, das heisst einen Platz fuer mich zu finden, an dem ich mich entfalten kann. Ich habe schon lange eine enorme Sehnsucht dorthin.

Wie viel Zeit hast du dir genommen?
Ich habe mir 3 Monate Zeit eingerauemt.

Wo befindest du dich gerade?
Im Moment befinde ich mich in Granada, Spanien.

Wie geht es dir?
Es geht mir so gut wie seit langem nicht mehr. Ich fuehle mich sehr unbefangen, ja man koennte sagen sehr frei.

Warum hast du am Berufsworkshop teilgenommen und was ist für dich dabei heraus gekommen?
Ich stand sozusagen an einer Wendeplatte, Sackgasse. Ich habe mich nicht mehr wohlgefuehlt - weder bei meiner Arbeit noch in den Beziehungen, die ich hatte. Ich brauchte dringend eine Orientierung und vor allem Unterstuetzung, denn ich konnte alleine keinen vernuenftigen Gedanken mehr fassen, ausser eben mich zu dem Workshop anzumelden! Fuer mich kam raus, das ich fuer mich sorgen moechte (was immer das genau ist), einen Schlussstrich ziehen moechte, mit Kindern arbeiten moechte und dass nicht wo ich bisher wohne, sondern im Sueden.

Was bist du von Beruf?
Ich bin Krankenschwester und Kinaesthetikbewegungslehrerin.

Wie ging es nach dem Workshop weiter?
Wie ging es weiter, schon so lange her! Ich hatte gekuendigt und ich dachte zuerst, ich mache mich selbststaendig als Bewegungslehrerin. Doch sehr bald wurde klar, das ich damit alleine nicht ueberleben kann. So denn entschied ich mich dann, eine Stelle im Pflegebereich zu suchen, die ich mir maximal vorstellen konnte. Mit meiner Erfahrung und Fachkompetenz - kein Problem. Ich wollte 24 Stunden Dienst bei einem querschnittsgelaehmten Mann machen. Da haette ich 10 Tage Volleinsatz und dann den Rest des Monats frei zur Verfuegung gehabt. Der Chef war wie ich es mir wuenschte und mein Einarbeitungstermin rueckte naeher und mir ging es immer schlechter: Schlafstoerungen, Panikattacken, tja bis ich mir eingestehen musste - das geht gar nicht mehr!! Pflegen, Sorgen, intensiv mich kuemmern! Burn out - ich!? Klar habe ich mich ueberfordert - es ist irgendwie vorbei - diese Krankenschwesternzeit. Fuer mein Gefuehl habe ich durch diese Erkenntnis enorm gesunde Anteile freigelegt. Da gibt es natuerlich andere Meinungen und es hat mich viel Kraft gekostet, bei meiner zu bleiben.

Wie hast du es geschafft, den "Absprung" zu schaffen?
Es gab eine Frau, die mich in meinen Empfindungen unterstuetzt hat. Ohne ihre natuerliche Sichtweise haette ich es schwerer gehabt. Ja und ein Telefoncoaching mit dir, Anja, hat mich dann bestaerkt, tatsaechlich zu tun, was tief in meinem Herzen loderte. (Ich wollte es ja selbst kaum wahr haben). Die Stimme war so zart - "darfst du das denn?"

Was motiviert(e) dich?
Die Freude, die ich empfunden habe bei der Vorstellung, mir diesen Bus zu kaufen und los zu fahren. Das war so ein gigantisches Gefuehl!!

Kannst du dich noch daran erinnern, was es für ein Moment war, in dem dir alles klar war, um zu gehen? Wo es kein halten mehr gab?
Der Moment, in dem mir klar war, dass es kein Halten mehr gibt, war als alles dagegen sprach zu gehen!! Ich wusste nicht, ob ich und wie ich das mit meinen Finanzen denn regeln soll. Meine Mutter sagte: "Geh doch naechstes Jahr" und ich hab sie angeschaut und gesagt: "Naechstes Jahr, was soll ich naechstes Jahr in Spanien? Ich will jetzt dorthin, ich gehe jetzt und zwar alleine. So wie ich das will." Nicht trotzig, sondern eher belustigt beschwingt, denn es ist tatsaechlich so, das die insgeheimen Wuensche Anderer blockieren. Und als ich das so wirklich klar hatte und fuer mein Gefuehl - ich hatte wirklich so ganz und gar nix mehr zu verlieren - was denn auch? Ja, da war's glasklar!! Auf zu neuen Ufern, die mich innerlich eh schon lange fast explodieren liessen... Ja, so war das und jetzt weine ich laengst ueberfaellige Traenen des Gluecks, der Trauer, des Abschiedes, ja ganz schoen viele Traenen. Doch die sind so wohltuend! Da loest sich so langsam der Kloss im Hals. So eine Reise ins Leben bringt was mit sich.

Was war bis jetzt der schönste Moment?
Das schoenste Gefuehl war, als ich gespuert habe, mein Herz befreit sich, es oeffnet sich so wirklich. Das ist noch nicht so lange her, ich bin nun doch schon einige Zeit unterwegs... Alles braucht seine Zeit wuerde ich sagen. Und als so vieles so nahtlos funktioniert hat: Geld, Auto kaufen, Zimmer untervermieten... Solange ich wusste, was ich wirklich will, ging es gut. Zweifeln hat Kraft gekostet - auch eine Erfahrung - auch diese ganzen Wiederstaende, die da noch kamen...

Was war der schwierigste?
Der schwierigste Moment war, mich von meinem Neffen zu trennen. Er ist mir so nah und das ist mir schwer gefallen. Ueberhaupt mich loszuloesen von dem Vertrauten. Ich wusste, dass ich mich veraendern wuerde und moechte sagen, ich hatte grossen Respekt davor oder vielleicht auch Angst vor diesen neuen Schritten ins - ja Unbekannte.

Gibt es auch traurige Situationen?
Traurige Situationen, ja gibt es. Und ich bin so traurig und ganz gluecklich, sie so intensiv zu empfinden. Das ist, was ich meine mit 'mein Herz oeffnet sich'. Ich empfinde um so viel intensiver, seit ich alleine unterwegs bin, ueberhaupt seit ich unterwegs bin. Traurig ist, das ich netten, herzlichen Menschen begegne und manchmal eine solche Verbundenheit auftaucht und ich mich doch wieder trennen muss, bzw. will - ich moechte ja meine Reise fortsetzen. Das macht mich traurig und froh. Und dass ich soviel weine: Es macht mich traurig, dass ich nicht weinen konnte, als es Zeit war - nun ich habe einiges nachzuholen. Erstaunlich!! An sich auch ganz schoen traurig.

Warum lohnt es sich, sich auf den Weg zu machen?
Es lohnt sich. Nun fuehle ich mich wieder lebendig. Ja das ist es: Ich fuehle mich wieder. Ich funktioniere nicht nur. Deshalb lohnt es sich, fuer mich zumindest.

Woher hast du die Kraft genommen, dich von deinem zu Hause zu lösen?
Die Kraft. Ich glaube an Entwicklung und die entsteht durch Bewegung, egal in welcher Weise und mir genuegte die koerperliche Erfahrung nicht mehr. Wie ich jetzt feststelle, wollte meine Seele diese Aenderung und mein Geist, der hat sich so oft gemeldet und ich aengstliches Wesen hab es ignoriert. Warum auch immer. Eine Motivation war auch, dass ich Freude und Zuversicht beim Workshop gespuert habe und dass es moeglich ist, seinen Traumen zu folgen. Je mehr ich zu Hause meine Collage betrachtet habe, um so mehr wollte ich nicht nur meine Collage betrachten, sondern weiter gehen. Ja und eine Workshopfreundin hat mich bestaerkt, nun endlich meinen ersten Schritt zu tun, so wie auf dem Workshop gesagt. Und das war sooooo gut!!

Weißt du schon, wie es weitergeht?
Ich weiss noch nicht wie es weitergeht. Das macht mich auch manches mal traurig, wenn ich daran denke, doch wieder Geld zu verdienen, was will ich denn tun/arbeiten? Ich weiss es wirklich nicht und ich versuche nicht daran zu denken, sondern, das, was mir begegnet, wahrzunehmen und im heute zu sein. Meinen Weg nach Portugal fortzusetzen, in meinem Tempo mit allem was dazugehoert: Zweifel, Freude, Lustlosigkeit, Einsamkeit, Neid, Lebendigkeit, wunderschoene Augenblicke, die ich festhalten moechte - vieles mehr.

Was würdest du Anderen raten, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du, bevor du dich auf den Weg gemacht hast?
Ich kann nur raten, einen Workshop zu besuchen. Fuer mich war das der Anfang. Immer wieder in sich, auf sich zu hoeren, die leise Stimme zu erforschen und sich mit Menschen austauschen, die offen fuer Veraenderungen sind. Das sind nicht so viele!! Deshalb am besten Jemanden, der erfahren hat, was so in einem lebt. Das heisst, jemand, der einen Workshop besucht hat oder der gelernt hat, auf sich zu hoeren und zu vertrauen.

Was bestaerkt dich in Momenten des Zweifels, deine Reise fortzusetzen?
Es ist mein Glaube und das Erleben hier auf der Reise. Dass Menschen in der Lage sind, sich zu unterstuetzen, zu kommunizieren - wenn sie wollen ohne Worte, mit wenig Worten und das laesst mich an Frieden glauben. Was ich mir sehr wuensche. Die Achtung und Menschlichkeit, den Respekt, den ich hier erlebe, laesst mich zuversichtlich sein und bestaerkt mich immer wieder. Vor allem, es geht wirklich immer wieder weiter, wenn ich die noetige Ruhe bzw. Gelassenheit bewahre!!

Tut mir gut, dir zu schreiben, Anja! Es tut auch gut nochmal zurueck zu gehen, soviel ist geschehen in der Zwischenzeit... ja, soooooo viel!! Danke schoen fuer deine Arbeit - ohne die waere ich - vielleicht anders hier gelandet? Wer weiss das? Es ist - wie es ist!!!

Danke dir, liebe Monika, für deine Zeit & viel viel Freude für alles wunderbare, was dir noch begegnen wird! Ich freue mich darauf, wieder von dir zu lesen!

Anja Kolberg

Montag, 15. Mai 2006

Liebe Anja,
ich habe doch tatsaechlich ein ruhiges Plaetzchen gefunden, um mal auszuruhen. Du wirst es kaum glauben, die Unruhe war noch lange da. Nicht mal jetzt konnte ich mich einfach so hingeben. Heute wird es mir gelingen! Manchmal nicht so einfach mit dem, was man wollte und wuenschte, umzugehen. Somit bleibe ich in Uebung (!!) darauf zu vertrauen. Vor 2 Tagen bin ich mit diesem "Hin- und Hergerissen-Gefuehl" von Granada losgefahren. Da hab ich mich gefragt: "Was will ich wirklich?" Nach dem, was ich an Erfahrung vom Workshop hatte, eine sehr wichtige Frage - vor allem sie bewusst zu stellen. Da wusste ich: Ich moechte mich ausruhen an einem schoenen Platz. Und mein Sog oder Zug Richtung Portugal wird immer kraeftiger und ich waere am liebsten sofort nach Lissabon gefahren. Diese Vorstellung, einfach dorthin zu fahren, hat mich so befluegelt, das ich gestrahlt habe vor Glueck in meinem Bus ... und prompt dachte: "Und was ist mit Flamenco und Andalusien?" Als ob ich alles haben muesste, was moeglich waere! Nun habe ich mich lehrreich mit einer Fahrt nach Jerez von diesem Gedanken geloest. Denn auf dem Weg zurueck wurde der Portugalruf lauter und ich habe mir eingestanden: Flamenco - zu einer anderen Zeit. Jetzt ist Ruhe und dann Portugal angesagt. Uhh, wenn ich dran denke, wird mir schon etwas flau im Bauch. Das sind vermutlich die Schmetterlingsfluegel*, die sich dort regen. Jetzt goenne ich mir noch Ruhe und vielleicht noch eine Runde Sevilla. Vielleicht ist dafuer auch eine andere Zeit gut. Anja, ich kann es einfach lassen und mich entscheiden!!! Juhu!!! Was fuer eine Erleichterung! Und was fuer ein Denken, was zu verpassen, verkehrt zu machen oder was? Komisch! Also nun das ist doch eine Nachricht und eine Erkenntniss fuer mich! Praechtig! Somit verabschiede ich mich mit einem beschwingten Gefuehl bei dir.
Bis bald.... Monika

* Anmerkung der Redaktion: Im Workshop wird die Verpuppung von der Raupe über den Kokon bis zum Schmetterling als Teil des Veränderungsprozesses beschrieben. Und ein Zeichen, dass sich die Flügel regen, ist wohl, dass sich Monika ziemlich nahe an ihrem Ziel befindet. Darum, um was es wirklich geht. Richtig schön! Gänsehautgefühl! Anja Kolberg

Dienstag, 16. Mai 2006

Liebe Anja,
heute lasse ich mich mal in Sevilla so treiben. Hier blueht es so herrlich. Das tut gut: Mal im Schatten sitzen und einen Cafe con leche geniessen. Was fuer ein Leben! Ich werde es geniessen!!

Loszulassen ist so gut, wenn's gelingt!! Ich hatte jetzt ganz unverhofft ein sehr angenehmes Telefongespraech. Ich war so ueberrascht ueber die Spontanitaet dieser Frau und ihre offene Art. Das hat so gut getan. Ich wollte einen Bekannten sprechen und hatte dann seine Freundin am Telefon. Sie sagte: "Ach bist du die Krankenschwester. Ah ja." und los gings. Sie ist selbst viel alleine gereist und hat so ihre Erfahrungrn gemacht und mir erzaehlt. Balsam fuer meine Seele!! Das zu den Menschen, die einen bestaerken koennen und das im richtigen Moment. Ich hatte es schon noetig!!

Es macht echt Freue, dir zu erzaehlen!!
Monika

24. Mai 2006

Liebe Anja,

von hier ein paar kraeftige Strahlen portugiesische Sonne und Ruhe. Ja - genau ich bin jetzt in Portugal und werde viel ruhiger! So eine Stille tritt ein und das macht mich froh. Ich fuehle mich so wohl hier. Kaum zu beschreiben, auch wenn ich die Sprache (noch ) nicht so verstehe. Ich fuehle mich ja wie zu Hause. Alle Schwermut faellt ab und diese innere Stille ist neu und sehr angenehm. Die Fahrt hier her nach Beja war so wohltuend. Berge, voll bewachsen mit Pinien, Oliven und anderen wunderbar riechenden Baeumen. Das Gruen saftig und so gut fuer meine Augen und meine Seele. Alles in und um mich lebt auf nach den Stadterlebnissen. Es gab viel zu sehen auf der Fahrt: Pferde, frei auf der Weide. Stiere, Kuehe - fast wie zu Hause. Eine Menge Ziegen und Schafe, weites Land. Ach, ja so wohltuend. Meine Pause hab ich in einem kleinen Ort an der Strasse eingelegt und was durfte ich erleben? Die Jugend des Ortes unterwegs zu Pferd!! Ruhig, nicht so aufgebracht aggressiv, sondern gemuetlich auf den Pferden unterwegs. Der eine oder ander Junge hatte noch ein Maedchen mit dabei, die vertrauensvoll und laessig seitlich auf dem pferd saß. Das es sowas noch gibt!! Es waren enorm viele Menschen in dieser Gegend zu Pferd unterwegs. Was fuer ein Anblick. Ziemlich ungewoehnlich fuer mich. Ja und dann die Kroenung des Tages!! Stoerche. Nistende Stoerche. Zuerst sah ich nur einen mir sehr gross erscheinenden mit einem riesigen Nest! Am liebsten haette ich mich dort niedergelassen, doch er hatte Junge im Nest und sah es nicht gerne, daas ich mich naeherte zum Foto machen. Das Junge musste sofort in Deckung gehen. Ich fuhr dann weiter und dann sah ich ein Nest am anderen und die vielen jungen Stoerche konnte ich beim Vorbeifahren auch sehen. Welch Anblick!! Wie lange habe ich schon keine Stoerche mehr gesehen?? Jahre!! Totale Begeisterung in mir!! Tja, was so eine Fahrt alles mit sich bringt. Langsam traue ich meinem Reisetempo, welches immer ruhiger und intuitiver wird.

Ich gruesse ganz herzlich aus Portugal

Monika

Donnerstag, der 25. Mai 2006

Liebe Anja,

ich bin in Lissabon!!! Yippiiii und ich kann es kaum glauben!! Aber es ist wirklich. Ich sehe es mit meinen Augen und fuehle es mit meinem Herzen. Jawohl. Etwas bange ist mir - bin jetzt ja im Land meiner Sehnsucht, versuche mich weiterhin dem "Fluss" hinzugeben. Faellt mir im Moment etwas schwerer. Solbald ich allerdings aufhoere nachzudenken - ist alles gut!!

An sich wollte ich ja noch ein bisschen warten mit dem Lissabonbesuch, doch auf einmal war ich auf der Autobahn nach Lissabon und nicht nach Sessimbra - na also. Werde bald mehr berrichten, bin noch so neu hier mit mir - schlafe sogar seit neuestem in die andere Richtung. Alles in Wandlung?

Kraeftige Sonnenstrahlen und herrlichen Blick aufs Meer von hier.........
welch Wohltat.....

Monika

7. Juni 2006

Hallo Anja,

ja es gibt Neuigkeiten. Ich lerne seit dieser Woche bei einer sehr netten deutschen Frau Portugiesisch. Somit verweile ich noch ein wenig hier am Meer und troedle, finde wieder zu meinem Bewegungsinterresse zurueck und habe mich mit einem sehr netten Paar aus England angefreundet. Es ist herrlich unkompliziert mit den Beiden und es macht grosse Freude, solche Menschen um sich zu haben. Wir waren am Wochenende in Lissabon auf einem Festival und ich konnte mal wieder (seit Jahren) open air Stimmung tanken. Anastacia mit ihrer gigantischen Stimme - die mit einem Satz, der die Herzenswuensche betraf, bei uns Dreien gleichzeitig die Gaensehaut aktivierte. Das war ein Wunder-Wunder-Moment. Und Sting nicht zu vergessen, den ich schon lange mal live erleben wollte - und das alles in Lissabon!!

Ja, es ist schoen, ein wenig Gesellschaft zu haben!! Nette Leute unterwegs - somit kann ich auch noch meine Englischkenntnisse auffrischen! Na, das wollte ich doch: Reisen, Sprachen lernen und ein Plaetzchen finden.

Ich werde immer mehr ich und verstehe so langsam, was es bedeutet, fuer sich zu sorgen. Das ist eine grosse Aufgabe!! Und uebrigens bin ich auch ganz schoen stolz auf mich und Hanna (das Auto, Anmerkung v.Anja), dass wir so weit gekommen sind!!

Tatsaechlich, meine Mama kann es so gar nicht glauben, dass alles so gut laeuft. Soviel zu - wie soll ich sagen - den Skeptikern und Neidern. Huch da werde ich ganz klein, wenn ich das schreibe - doch es ist so - und schon bekomme ich wieder normale Groesse.

Liebe Gruesse und lass dich von der derzeit ruhigeren Brandung in suesse Traume tragen.

Monika

Eine weitere Mail von Monika, aus Deutschland losgezogen, um in Portugal Neues in ihr Leben zu lassen. Unterwegs auf ihrem Herzensweg:

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Zunächst zum besseren Verständnis meine Mail an Monika:

13.06.06 - Liebe Monika,

was für gute Neuigkeiten und danke für die Brandungs-Inspiration. Träumen ist was feines! Zwischen deinen Zeilen lese ich FREIHEIT, FREIHEIT, FREIHEIT. Das ist wunderschön.

Unglaublich warme Grüße (warte auf ein Gewitter) aus der WM-Stadt Köln, Anja

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Jetzt Monikas Antwort:

13. Juni 2006 - Hallo Anja,

es kommt noch besser. Das mit der Freiheit stimmt absolut und es ist fantastisch wohin es mich treibt. Kaum zu glauben. Ich nehme mir eine bestimmte Strecke vor und denke doch etwas mehr Gruen und saftig waere gut fuer mich nach dem schoenen Sand und der Kueste und schon fahre ich irgendwie falsch, na letztlich richtig, denn traumhaftes Gruen umgibt mich, so eine Fahrt entlang des Flusses. Ueberall werden frische Kirschen und Pfirsiche sowie anderes Obst und Gemuese angeboten.

Sich so treiben zu lassen ist herrlich!! Ich geniesse es unendlich in meinem Bus zu sein und zu fahren. Im moment gibt es kaum was schoeneres. Nun bin ich in Porto gelandet und freue mich etwas Kuehle und Regen zu haben, das ist schoen. Porto ist ein Traum, so alt so herrlich prachtvoll!! Ich liebe Portugal!! Wenn Traeume wahr werden!! Nun lausche ich dem Portugiesischen Geplappere um mich und versuche zu verstehen, was ich schon kenne, und was mir noch sehr fremd ist, schreibe ich auf, um es mir von Katrin erklaeren zu lassen. Es gaebe so viel zu erzaehlen... Ich schreib es auf und vielleicht schreibe ich ein Buch? Wer weiss!! Liebe Gruesse von mir, ich bin seeeehr gluecklich!!! Monika

Ah anja , ich hab was vergessen. Immer wenn ich mich so gut fuehle, vergesse ich, das da ja auch andere Zeiten sind. Letzte Woche hatte ich einen extrem schlechten Tag mit Kopfschmerzen und Uebelkeit. Es war schwueles Wetter, das schon. Doch hatte ich das Gefuehl, das allein kann es nicht sein (mir war extrem uebel) und ich hab mich gefragt: Monika, was ist denn wirklich los? Und da hab ich bemerkt, das ich Heimweh habe, nach den Jungs und all den Menschen, die ich so liebe und als haetten sie es gewusst, hab ich eine Reihe unerwarteter E-Mails bekommen. Telepathie? Zum Heulen, vor Freude. Genau, das wollte ich doch noch los werden. Also bei aller Reise und Erlebnisfreude ... Ich hatte dann mit meiner Schwester telefoniert (denn schwaebisch habe ich auch vermisst!) und sie sagte: "Komm doch einfach zurueck."
Wir mussten beide so lachen, denn mein - "nein, soooo schlimm ist es auch nicht" - kam wie aus der Pistole geschossen...! Das hierzu. Nun beste Gruesse aus dem immer noch veregneten Porto!! Monika

Mensch Anja, werd gar nicht fertig dir zu schreiben, doch, ich bin in so einem gemuetlichen Internetshop und war eben auf deiner Seite. Was fuer ein Artikel!! Hab wieder mal 'ne Gaensehaut bekommen. Du sprichst mir aus der Seele. Ich hatte erst vor kurzem mit Andrew ueber diesen, ja gehemmten Vaterlandstolz gesprochen. Eben wegen der Vergangenheit. Es ist interressant, das so zeitgleich zu erleben und ich freue mich auch sehr an den Fahnen. Ueberall in Portugal wedeln sie, an jedem Auto, an jedem Haus. Wollte mir auch schon eine kaufen, weil ich es so toll finde. Doch ist es noch nicht so stimmig, fuehle ich mich sehr mit Portugal verbunden, selbst da keimen Hemmungen auf, alles alt? Soviel zu deinem Beitrag, vielen dank - bin immer wieder auf's Neue neugierig auf deine Beitraege!! Bis .. Monika

Montag, 3. Juli 2006

Hola Anja ,

viel Zeit vergangen, viel erlebt. Sowohl als das Hadern als auch meine Unruhe nehmen wieder zu. Im Moment dauert es laenger, bis ich mich zentrieren kann. Bin manchmal so ungeduldig und dann echt wuetend auf mich ... Da geht ja so gar nix mehr..... Ausatmen!!! Ich habe das Gefuehl an einem, meinem Ziel angekommen zu sein, in Lagos. Ich war kuerzlich schon hier mit meinen lieben Londoner Freunden, ich hab sie wieder getroffen, 'zufaellig' benuetze ich ab jetzt nicht mehr, es gibt nur begegnen und sehen.

Ich bin fuenf Pottwalen in Tarifa bei einer wal watchingtour begegnet. Es war ueber eine Schweizer Firma organisiert, die kann ich nur empfehlen, so viel lieb zu den Tieren!! Sie forschen ueber die Vorkommen und das Erhalten der Wale und Delfine in der Strasse von Gibraltar. Vor der Tour gibt es zuerst Informationen ueber die Tiere, wer einem da so begegnen kann und wie sie sich verhalten werden. Es war so ein riesen Glueck, dass so viele dieser Urtiere um das Boot waren, sehr ungewoehnlich und sehr ergreifend.

Ich habe mich so gefreut, dass ich nur noch 'muchas grachias' rufen konnte und viele Kuesse zu den Urfreunden rueberfliegen lies. Am liebsten waere ich mit abgetaucht! Welche Geschenke fuer mich auf meiner Reise!!

Nach meiner Schwabensehnsucht waren doch tatsaechlich Freunde von mir in Spanien, um ein Konzert zu geben. Sie waren in Cadiz und ich habe sie getroffen, wieder gefunden, wieder verloren und wieder gefunden. Das war was!!! Genauere Beschreibungen sprengen den Rahmen, doch mein Herz huepfte vor Glueck!!

Acht schwaebische Originale um mich, alles Maenner und ein gigantisches Konzert in mitten gut gelaunter Spanier, die nicht genug bekamen von der Livemusik, sooooooo schoen. Ein paar Naechte am Strand, ach das Leben ist so wunderbar!!

Schoen wars.

Und jetzt ~ ohne schlechtes Gewissen - immer noch Portugal geniessen. Fragezeichen. Kanns nicht finden. Ruhe bewahren wie gesagt, bin etwas nervoes im Moment und ungeduldig, auch wenn ich weiss, dass bedeutet langsam reinhoeren... ich versuche es!

Bis bald,
liebe Gruesse von einer etwas kribbeligen Monika

5. August 2006

Liebe Anja ,

nun wollte ich mal wieder von mir hören lassen. Ich bin zurück in Deutschland. Ich hatte eine Stillstandzeit in Portugal, die sehr wichtig für mich war. Ich hatte mich total abgeschottet, um mal nur auf mich zu hören. Das war sehr gut!!

In dieser Zeit habe ich verstanden, dass mir nichts passieren kann, dass ich zuversichtlich weitergehen oder fahren oder bleiben kann. Es war die schwierige Geburt meiner neuen Haut, die sich nach Wärme, Frieden, Licht und Gesellschaft sehnt. Ich habe mich gewandelt, vielleicht verwandelt und kann nicht genug bekommen vom: Mich um mich kümmern. Ich verstehe nun, dass ich ein Mensch bin, der viel Ruhe, Natur, Bewegung (welcher Art auch immer!!) und Musik benötigt.

Dinge, die ich vermisst habe, die ich mir nie hätte vorstellen können wie zum Beispiel: Mal wieder etwas vorgelesen zu bekommen von einem Freund. Moos riechen und berühren. Barfuss im Wald spazieren gehen ... Kostet alles nix und ist Balsam für die Seele und den Körper.

Die Zeit und das Vertrauen sind in der Zwischenzeit meine Begleiter und ich sehe freudig in die Zukunft, was auch immer mir begegnen wird.

Ich bin sooooo dankbar für alle, die mich in Gedanken, mit Worten und Taten auf meinem Weg begleitet und unterstützt haben!! Ein großartiges Geschenk. Vielen Dank. Ich habe zurück zu meiner Seele gefunden und entdeckt, dass da noch mehr in mir ist, das ich noch nicht kenne. Das ist kein Traum!!

Ich bin wieder mehr als je Ich.

Es ist wunderbar, auch noch neu und zart doch friedvoll schön.

Liebe Grüsse
Monika

Was für ein wunderbarer Erfolg! Willkommen zurück in Deutschland, Monika und DANKE, dass du uns an deiner Reise hast teilhaben lassen!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege

Ein Bericht vom Weg des Herzens

Bruni Quabach, die 2002 meine berufliche Veränderungsberatung in Anspruch genommen hat und heute mit www.ayurveda-massage-koeln.de selbstständig ist, berichtet von ihrem Weg der beruflichen Veränderung:

7. Oktober 2005

Liebe Frau Kolberg,

ich grüße Sie ganz herzlich!

Ich war vor 3 Jahren für ein Coaching bei Ihnen - nachdem mein damaliger Arbeitgeber seinen Standort in Köln aufgab und ich meinen Arbeitsplatz als Sekretärin/Assistentin verloren hatte. Der Coaching-Tag, Ihre Beratung und die gesetzten Impulse waren sehr wertvoll! Seitdem bin ich mit Ihnen über Ihren Newsletter und regelmäßige Besuche Ihrer Homepage verbunden… Ihre Bücher sind als Ratgeber und Unterstützung immer wieder zur Hand…

Und heute möchte ich Ihnen gerne erzählen, wie es auf meinem Weg weitergegangen ist. Eigentlich wollte ich damals ja Beratung und Unterstützung, um möglichst schnell wieder einen qualifizierten Job als Sekretärin zu bekommen… Aber im Laufe unseres gemeinsamen Tages hatten Sie die Idee, dass ich mir eine Auszeit gönnen könnte, d.h. erstmal gar nicht erwerbsmäßig arbeite. So unglaublich prickelnd sich das einerseits anfühlte, so völlig abwegig war es zunächst für mich, das Gewohnte aufzugeben.

Einerseits spürte ich große Lust in mir, mich beruflich neu zu orientieren, schließlich lagen schon nonstop 27 Berufsjahre als Sekretärin hinter mir… obendrein in einem Beruf, der nicht meine, sondern damals die Wahl meiner Eltern gewesen war… Anderseits war ich zweifelnd und ängstlich. Ich war unsicher, „in meinem Alter“ etwas Neues zu schaffen, zumindest vorübergehend die Sicherheiten eines festen Arbeitsplatzes aufzugeben usw. (Wie gut ich mich an Ihre erfrischendes Argument erinnere: dass genau die persönliche Reife und die Erfahrungen im „Reisegepäck“ erst notwendig und Voraussetzung sein können, um aufzubrechen…).

Nach und nach spürte ich, dass dies genau das Richtige war: mir erlauben innezuhalten, auf das „Unerhörte“ lauschen: Was will ich wirklich?, durchatmen, Mut und Kraft schöpfen - und neue Wege ausprobieren. Im 2. Halbjahr 2002 habe ich also gelernt, nicht zu arbeiten und nach einer Weile konnte ich meine Auszeit genießen… Da ich innerlich sowieso schon sehr in Bewegung war, folgte die äußere Bewegung und ich trainierte für den Köln-Marathon…

Mein Sohn wurde 2002 eingeschult und so war es wunderbar, endlich mehr Zeit mit ihm zu haben, ihn während der ersten Schulzeit zu „begleiten“. Herausgelöst aus dem Berufsalltag hatte ich Ruhe und Muße, in mich hineinzuspüren, welchen beruflichen Weg ich gehen möchte. Bald war zumindest die grobe Richtung klar: dass ich meinen jugendlichen Berufswunsch erfüllen und im medizinischen Bereich arbeiten möchte - dass ich weniger eine Funktion ausüben als vielmehr den Menschen in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen möchte.

So habe ich mich intensiv über die Möglichkeiten und Chancen einer Ausbildung zur Hebamme gekümmert und mich schließlich in der Hebammenschule einer renommierten Klinik beworben… Eine Voraussetzung dafür war ein 6-wöchiges Klinikpraktikum, wofür ich bald einen Platz fand. Ich wurde auf der Wöchnerinnenstation und der parallel angegliederten Privatstation eingesetzt. Es war eine tolle und wertvolle Erfahrung. Und ganz selbstverständlich wurde ich (mit knackigen 44 Jahren) als Praktikantin aufgenommen, über die Flure und durch die Klinik gescheucht. Vom ersten Moment an war ich in den Stationsalltag integriert und hatte Kontakt zu den Patientinnen und Patienten.

Leider erhielt ich während dieser Zeit die Absage für den Ausbildungsplatz in der Hebammenschule. Welch große Enttäuschung!!! Das Praktikum habe ich dann vorzeitig beendet, um meine Energien anderweitig zu fokussieren…. Den Berufswunsch Hebamme habe ich damit aufgegeben: einen der wenigen Ausbildungsplätze zu ergattern hätte bedeutet, bundesweit äußerst flexibel zu sein und obendrein eine jahrelange Wartezeit in Kauf zu nehmen, bis es irgendwo vielleicht klappt….

Im Mai 2003 begann ich die Ausbildung zur Heilpraktikerin an der Thalamus-Schule in Köln. Sie dauerte in der kompakten Vollzeit-Ausbildung ein Jahr. Es war eine spannende Zeit, ich war von Anfang an fasziniert vom „Geist der Medizin“, ich musste das Lernen lernen und der Status „Schülerin“ war fremd und aufregend. Für die Überprüfung beim Gesundheitsamt und damit meine Zulassung als Heilpraktikerin hatte ich mich für Oktober 2004 angemeldet, aber dann kamen private Erschütterungen und Turbulenzen: zwei Todesfälle in der Familie. Eine Zeit der Trauer und Leere… Obendrein stand ein Umzug an… und ich hatte die Zeit und die Verpflichtungen unterschätzt, die ich (liebend und gerne!) Mutter, Partnerin und nicht zuletzt Hausfrau bin….

Und die Erkenntnis folgte, dass das Leben eben anders ist und sich vieles nicht nach Plan hintereinander abwickeln lässt. Mir wurde einmal mehr bewusst, meinem eigenen Rhythmus folgen zu müssen (beim Marathonlauf hatte ich es doch auch erfahren!) und nicht andere und deren Tempo zum Maßstab zu nehmen, dass mein Weg Umwege und Kurven hat und deshalb vielleicht auch mehr Zeit beansprucht…

Als naturheilkundliche Fachrichtung wählte ich Ayurveda und machte 2004 mit großer Freude eine umfangreiche Ausbildung in Ayurvedischer Massage am renommierten Mahindra-Institut „The European Academy of Ayurveda“ in Birstein. Im November ergänze ich sie um eine Zusatzausbildung: Ayurveda-Massage in der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. Hierauf freue ich mich ganz besonders. Anfang 2005 erfüllte sich ein großer Herzenswunsch: in der Kölner Südstadt fand ich in einer Praxisgemeinschaft einen geeigneten Praxisraum. Das Gestalten und Einrichten des Ayurveda-Raums machte großen Spaß. Am 12. März war die stimmungsvolle Einweihung und seitdem biete ich dort ayurvedische Massagen an.

Meine Internet-Seite www.ayurveda-massage-koeln.de ist fertig und 2000 Flyer sind im Umlauf. Die emotionale, handwerkliche und technische Unterstützung des wunderbaren Mannes an meiner Seite waren mir bei all dem eine große Unterstützung. Die Ayurveda-Arbeit begeistert mich und wärmt mein Herz… allerdings füllt sie nur zu einem Teil die Haushaltskasse ;-))

Die Lücke fülle ich mit einer Teilzeitstelle in meinem „alten“ Beruf als Sekretärin und bin mit dieser Kombination sehr zufrieden. Die Stelle habe ich nach intensiver Jobsuche gefunden (puh, sehr mühsam und anstrengend in diesen rauen Zeiten !). Teilzeitstellen? Leider Mangelware! Deshalb habe ich mich ausschließlich auf Vollzeitstellen beworben. Und ich bekam sogar einige Vertragsangebote. So (finanziell) verlockend und inhaltlich anspruchsvoll sie auch waren: ich habe keines davon angenommen. Denn das das Engagement wäre wirklich fulltime gewesen und es wäre weder Zeit noch Kraft geblieben für meine eigentlichen Ziele und Wünsche…. Dennoch: eine sehr gute Erfahrung war, dass ich von relativ vielen Firmen zum Gespräch eingeladen wurde und man sich ganz bewusst auch eine erfahrene (bzw. an Jahren reife), qualifizierte Mitarbeiterin vorstellen konnte oder sogar explizit wünschte. Aber ich habe es geschafft! Das Universum hat meine Bestellung ausgeliefert und ich habe eine 25-Stunden-Stelle gefunden! Meine Arbeitszeit ist auf 4 Tage verteilt, so dass mir Zeit und Energie für die Dinge bleibt, die mir besonders am Herzen liegen. Mein Ziel ist, dass ich im nächsten Jahr froh meine Prüfung zur Heilpraktikerin schaffe und meine Ausbildung in Ayurvedischer Heilkunde beginnen kann.

Liebe Frau Kolberg, soweit für heute meine „Wegbeschreibung“. Aber vor allem noch einmal ein dickes Dankeschön an Sie! Ohne Ihre Kreativität und Unterstützung dabei, meine „Ja-Abers“ über Bord zu werfen, wäre vieles gar nicht erst in Bewegung gekommen.

Herzliche Grüße

Bruni Quabach

PS: Den Köln-Marathon habe ich übrigens geschafft und bin nach 5 Stunden 20 Minuten glücklich durchs Ziel gelaufen…

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Herzenswege


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