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Donnerstag, 23 April, 2009
Ein Herzensweg: Rituale und Zeremonien
Vor einigen Jahren besuchte mich Stefanie Hentze in Köln und erzählte mir von ihrer Geschäftsidee: Rituale und Zeremonien für Privat- und Geschäftsleute. Das Konzept nahm über die Jahre mehr und mehr Gestalt an, inzwischen hat die Münchnerin den Grundstein für ihre Selbstständigkeit gelegt. Lassen Sie sich auf ihrer Webseite einladen von ihren Ideen, Begleitungen und Workshops.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Stefanie Hentze! Rundherum gelungen. Viel Erfolg und viel Freude bei den Ritualen und Zeremonien dieser Welt!
Anja Kolberg
Samstag, 13 September, 2008
Mit der Natur arbeiten
Bericht von einem Herzensweg
Sabine Henrici stammt aus der Pfalz und lebt seit 27 Jahren in der Toskana. Dort bewirtschaftet sie ihr Weingut "Vigna Palatina", auf dem sie Biowein anbaut. Aktuell berichtet die Zeitschrift "GEO SAISON EXTRA - TOSKANA und UMBRIEN für Genießer 2008" auf Seite 78 und 79 über ihre Arbeit. Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Anlaß genug, mit ihr ein Interview zu führen. Kennen gelernt habe ich Sabine 2002, als sie an einem meiner Berufsworkshops teilnahm.
Anja Kolberg: Was hat dich nach Italien geführt?
Sabine Henrici: Die Liebe. Ich habe beim Weinbau- und Kellerwirtschafts-Studium meinen Mann kennengelernt, der hatte ein Weingut in Italien.
Anja Kolberg: Was gefällt dir an deinem Leben in Italien?
Sabine Henrici: Meine Familie. Meine 3 Kinder (jetzt 19, 21 und 26 Jahre) waren hier immer überall willkommen und ab 3 Jahren durch öffentliche Kindergärten und später teilweise Ganztagsschule optimal versorgt. So konnte ich die Kindererziehung gut mit meiner Arbeit verbinden. "La Mamma" - das ist hier ein Kompliment.
Anja Kolberg: Wann war der Startschuss für dein eigenes Weingut?
Sabine Henrici: 1993 kaufte ich den ersten eigenen Weinberg, 3 ha, eine sehr alte Anlage, die mein Mann damals aushauen wollte, weil sie aus dem Jahr 1956 stammt (mein Geburtsjahr) und seiner Ansicht nach zu wenig Ertrag ablieferte. Ich habe mir die erste Ernte "erbettelt" und es kam aus diesem Weinberg die beste Qualität, die man sich vorstellen konnte. Im Eichenfass gereift erhielt diese "Vigna Palatina" sogar eine Auszeichnung in Frankreich - das überzeugte. Im Jahr 1998 habe ich vom Ersparten ein stillgelegtes Weingut von einer Freundin gekauft und habe jetzt 8,5 ha.
Anja Kolberg: Gab es dabei Herausforderungen für dich? Welche?
Sabine Henrici: Den Behörden hier klarzumachen, dass ich ein neues eigenständiges Gut führen wollte. Viele Gesetze und Bestimmungen die Agrarwirtschaft betreffend stammen noch aus der Zeit des Faschismus, als Frauen hier noch kein Wahlrecht hatten. ;-))) Aber ich habe mir so sehr einen eigenen Keller gewünscht und es ist nicht so einfach, das auch umzusetzen, aber mit Geduld...
Anja Kolberg: Ist der Weinbau eine Männerwelt? Wenn ja, wie setzt du dich als Frau - in Italien - durch?
Sabine Henrici: Ich bin Zäh wie ein Gauchosattel. Ja, es ist eine Männerwelt, aber ich bin schon früh als Jugendliche hineingewachsen und hatte nie Probleme, akzeptiert zu werden. Ich bin gewohnt, korrekt und präzise zu arbeiten, das wird annerkannt. Ganz stolz bin ich auf meine Wahl in den Aufsichtsrat des Chianti-Konsorzios. In dieses Kontrollgremium wird man auf Empfehlung von Berufskollegen berufen. Ich bin die zweite Frau, die einzige nicht in Italien aufgewachsene und ;-)))) bei den Jüngsten.
Anja Kolberg: Du baust den Wein biologisch an. Was hat dich dazu bewogen?
Sabine Henrici: Mein Bestreben ist immer Qualität zu erzeugen, darum muss ich oft im Weinberg sein und viel Handarbeit machen. Da möchte ich nur Produkte verwenden, die für meine Gesundheit unschädlich sind. Außerdem halte ich es mit dem Indianerspruch: 'Du hast Dein Grund und Boden nicht von Deinen Vorfahren ererbt, sondern von Deinen Kindern geliehen.' Meine Düngemethoden sind gaaanz langfristig auf Strukturverbesserung des Mutterbodens angelegt (auch wieder so ein schöner Ausdruck). Das verbessert die Möglichkeit Wasser - die knappste Ressource - gut zu nutzen.
Anja Kolberg: Wie sieht ein typischer Tag im Leben einer Winzerin aus?
Sabine Henrici: Leider viel zu viel Schreibtischarbeit und dann viel Handarbeit im Weinberg, wenn es die Zeit erlaubt. Zum Traktor fahren habe ich einen Angestellten.
Anja Kolberg: Was liebst du an deiner Arbeit?
Sabine Henrici: Den direkten Kontakt mit der Natur. Welcher Beruf bietet dir sonst das Gefühl, dass du alles selbst in der Hand hast? Vom Rebschnitt "am trockenen Holz" bis zum Plopp des Korkens.
Anja Kolberg: Was war für dich ein besonderer Erfolg in den letzten Jahren?
Sabine Henrici: Meine 3 Kinder erwachsen, selbständig und liebevoll zu sehen - und meinen Keller gebaut zu haben.
Anja Kolberg: Hast du Wünsche/Ziele für die Zukunft? Magst du sie verraten?
Sabine Henrici: ;-)))) Ich glaube dazu bräuchte ich mal wieder ein Coaching von Anja ;-)))) - Ganz spontan: weniger arbeiten. Ich spüre, dass ich viel erreicht habe und würde gerne wieder mehr Zeit in Deutschland verbringen. Das Heimweh ist jetzt oft größer als früher.
Anja Kolberg: Welche Frage möchtest du gefragt werden?
Sabine Henrici: OOOCH, es reicht doch für heute, habe den ersten Erntetag hinter mir und festgestellt, dass ich große Mengeneinbußen haben werde, ca. ein Drittel weniger als in einem normalen Jahr. Ach, woher ich die Kraft nehme, so etwas dann durchzustehen? Ich habe gute Freunde die mich (er-) tragen, bin gesund und trinke jeden Tag ein Glas Rotwein. Morgen ist ein anderer Tag .... SALUTE !!!!
Anja Kolberg: Letzte Frage - Hat dir der Berufsworkshop damals auf deinem Weg geholfen? Wenn ja, wie?
Sabine Henrici: Auf Deinem Workshop habe ich vor allem 2 Dinge gelernt:
1. Mich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und die EIGENE Entscheidung zu treffen - unabhängig vom Umfeld. Du hast mir die Angst davor genommen. Das ist kein lockerer Spruch, sondern stimmt so. Ich habe das "weinerliche, selbstbemitleidende" ablegen können (auch langfristig, siehe Geo-Foto). Ich hatte ja fast Bedenken, nachdem ich mich angemeldet hatte, dass es zu "Frauenbewegt" - esoterisch wird, aber es waren wirklich sehr konkrete Tipps und Denkanstösse, die Du mir gegeben hast. Simpel, aber wirkungsvoll.
2. Ich habe in dieser speziellen Gruppe erfahren, dass ich mit meinen Problemen nicht allein da stehe und noch normal bin und richtig ticke. ;-))) Jede von uns 4eren, die wir als Rest dieser Erfahrung noch Kontakt halten, löst seine Aufgabe auf ihre Weise. Es ist schön zu sehen, dass wir 4 in unterschiedlichen "Maennerdomainen" mit Intelligenz und Diplomatie unseren Weg machen.
Liebe Sabine, danke für die Zeit und den Einblick in dein Leben als Winzerin in der Toskana. Weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit!
Den "Chianti 2005" von Sabine habe ich probiert. Lecker! Wenn Sie ihn auch mal probieren möchten, ich habe ihn in 'denn's Biomarkt' in der Dürener Straße in Köln-Lindenthal gekauft. Die Firma Dennree betreibt Biomärkte in ganz Deutschland. Eine Filialaufstellung finden Sie auf der Seite www.biomarkt.de. Fragen Sie nach dem "Chianti 2005 von Henrici". Falls sie ihn ncht im Sortiment haben: Nachfragen. Ich habe vorher angerufen, das hat super geklappt.
Anja Kolberg
PS: Gerade hat mir Sabine noch gemailt, dass der alte Weinberg immer noch steht ... und mit ihr alt werden darf. Er wird nächste Woche geernet. Das ist ein schönes Schlußbild!
Samstag, 22 Dezember, 2007
Eine Auszeit wagen
Auch ich habe in diesem Jahr eine Auszeit gehabt. Sie wurde länger
als geplant, und ich glaube, ich fange jetzt erneut erst wieder richtig
an damit. Aber zurück zum Anfang. Mitte letzten Jahres erhielt ich die
Kündigung meiner Firma. Dies war abgesprochen, doch der Zeitpunkt nicht.
Da sich die Geschäftsführung nicht um die fristgerechte Zustellung des
Schreibens gekümmert hatte, schaltete ich sicherheitshalber meinen
Anwalt ein und dann stand fest: Ich werde zum 31.12.2006 ausscheiden.
Ich war dann noch einmal einen Tag im Kundenprojekt, und schon kamen
die kleinen Teufelchen: "Das hättest Du doch noch eine Weile so
ausgehalten" oder "So schlimm war es doch nun doch nicht". Welch
Selbstbetrug! Mir wurde dann auch klar, dass ich immer so funktioniert
hatte. Aber nicht für mich, sondern für andere. So war ich dann im
Januar tatsächlich arbeitslos. Da ich mich rechtzeitig um alles
gekümmert hatte, erhielt ich mein ALG pünktlich Ende Januar. Ich hatte
der Agentur mitgeteilt, dass ich plane, mich selbständig machen zu
wollen. Einen Termin musste ich nicht mitteilen; ich ließ mir erstmal
Zeit. Das sind nur die Rahmenbedingungen; ich erlebte eine sehr
intensive, sehr freie Zeit, die mich energetisch sehr aufgeladen hat.
Parallel zur Kündigung war ich nach der schon lange ausgesprochenen
Trennung von meinem Ex das erste Mal in eine eigene Wohnung gezogen. Ich
war nun wirklich frei! Man kann von meinen guten Zeiten in meinem Blog
lesen (auch ich führe schon lange einen der-schoene-moment...).
Ich bin im September in die Selbständigkeit gegangen. Eine
Zwang-Selbständigkeit, da ich sonst einige Fördermittel nicht in
Anspruch hätte nehmen können. Meine Auszeit hält an, auch wenn ich
offiziell nun zwei Firmen habe: eine für eine Art Coaching, die andere
für Eventmanagement. Ich habe meinen Weg ein Stück weit verlassen, weil
ich nicht nur genossen habe. Aber sicher war das auch wichtig, weil ich
die Auszeit wohl genau deshalb hatte. Nun steht es mir offen, sie noch
ein bisschen zu verlängern. Und genau das werde ich tun. Über meine
Beziehung bin ich mir im Klaren. Es gibt noch viel zu tun, aber ich
weiß, wo ich hin möchte.
Der Rest ist: Weiterschauen! Ich habe Ideen, aber ich bin noch nicht dort, wo ich sein möchte. Und wenn ich mir Dein Jahr anschaue, liebe Anja, ist es am besten, ganz befreit zu sein, um mehr zu wissen. Mein großer Vorteil ist ein finanzielles Polster, das es mir ermöglicht, noch eine Weile so leben zu können. Das ist das, was ich mir über viele Jahre erarbeitet habe - wohl genau für diese, "so eine" (Aus-)Zeit. Das können nicht viele nachvollziehen, aber mittlerweile habe ich da ein dickeres Fell.
Ich bleibe dran. Die Fragen und mittlerweile sogar Vorwürfe von der
Außenwelt belasten mich sicher immer mal, aber ich weiß auch, dass in
den Worten viel Neid steckt. Ich bin auf dem richtigen Weg. Schade, dass
sich nicht alle mitfreuen können. Wo mich meine Auszeit hinführt, werde
ich noch erfahren. Ich möchte nun erstmal zur Kreativität zurückfinden,
wie Du es auch geschafft hast.
Gerne darfst Du meine Geschichte veröffentlichen. Deine Geschichte kam zu einer Zeit, in der ich sie gebraucht habe. Nichts ist ohne Sinn!
Alles Liebe und frohe Weihnachten! Auf ein wunderbares Jahr 2008!
Birgit
Dienstag, 17 Juli, 2007
So einfach kann das Leben sein!
Schon öfter habe ich von ihr gehört: Anne Donath. Sie lebt ohne Elektrizität in einem Holzhaus und versorgt sich selbst. Jetzt ist mir ein Bericht von ihr über den Weg gelaufen.
Lust auf ein wenig Inspriation?
- Artikel in "Die Zeit": "Die Frau, die einfach nur lebt".
- Beitrag von 3-Sat mit Video: "Abschied von der Welt der Knöpfchendrücker"
Das Bild ist eine E-Card. Draufklicken und verschicken.
Herzlich,
Anja Kolberg
Montag, 18 Dezember, 2006
Herzenswege: Schmetterlinge im Bauch
Ich freue mich, das Katrin, Teilnehmerin des Intuitiven Berufsworkshops im Herbst 2005 von ihrem Weg hier berichtet.
Viel Freude beim Teilhaben
Anja Kolberg
Hallo Anja,
jetzt ist es gut ein Jahr her, daß ich in Deinem Workshop war, und es ist alles anders gekommen als ich dachte. Eigentlich bin ich ja mit dem Wunsch zu Dir gekommen, mich beruflich weiterzuentwickeln und zu verändern. Nur wußte ich damals vor lauter wilder bunter Ideen gar nicht, wohin ich eigentlich wollte. Alles in mir schrie nach Veränderung. Da war so eine Unzufriedenheit in mir, die ich irgendwie nicht ganz zuordnen konnte. Ich weiß noch, daß Du mich einmal gefragt hast, ob nicht vielleicht etwas ganz anderes der Grund ist für meine Unzufriedenheit. Und das war es dann auch. Es war nicht irgendein Job-Gedöns was ich ändern wollte, sondern ich war unzufrieden mit meiner damaligen Beziehung, sah keine Perspektive, war irgendwie nicht wirklich glücklich, aber wollte das alles wohl noch nicht so ganz wahr haben.
Im Februar, als ich bei den Olympischen Spielen gearbeitet habe, war es
dann soweit. Ich habe meinen Traumprinzen gefunden. Klingt kitschig, ist
aber so! Und erst als ich gemerkt habe, was für ein tolles Gefühl das
ist, den Richtigen gefunden zu haben, habe ich realisiert, was ich
eigentlich die ganzen Jahre vermißt habe!
Danach ging alles ganz schnell: Ich bin zu John (so heißt der Prinz)
nach England gezogen. Es verändert sich gerade ALLES, und das ist
richtig toll! Toll ist aber auch, mal wieder was aus meiner Heimat Köln
zu hören.Eben habe ich Deine liebe Mail gelesen, in der Du deine neuen
Kalender anbietest. Toll, Du sprühst ja vor Kreativität. Davon laß ich
mich gerne anstecken!
Und
es ist schön mit dem Kalender ein Stückchen Heimat hier zu haben.Danach
sehne ich mich manchmal, auch wenn es mir hier super gut gefällt, und
ich denke, hier neben der Liebe meines Lebens auch den Weg meines
Herzens gefunden zu haben, zumindest den Anfang davon. Fühlt sich an wie
eine riesengroße Entdeckungsreise. Toll!! Fühle mich manchmal wie ein
kleines Mädchen, das mit weitaufgerissenen Augen in die große Welt
hinauswandert und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Voller großer
Gefühle, Entdeckungen, Spannung, Mutproben, Freude am Lernen,
Naturerlebnissen, Skurrilitäten, lustigen Begebenheiten,
Herausforderungen, Dingen die plötzlich einfacher gehen, und einem
riesengroßen Strahlen in meinem Herzen! Bisher dachte ich immer, ich
hätte (zumindest jobtechnisch) schon die Welt bereist, aber da ist
soviel mehr!!!
Zwischendurch wird allerdings alles mal von einem unsäglichen
Papierkram- und Bürokratie-Berg überschüttet, (du glaubst gar nicht wie
viele Versicherungen mich nach der Adressänderung angerufen haben, um
mir(!) mitzuteilen, daß die 6-stellige Postleitzahl nicht in ihre
Eingabemaske paßt - ja, und was soll ich da jetzt tun??), oder im
englischen Regen ertränkt. Aber Regen in England ist irgendwie gar nicht
so schlimm. Vielleicht weil er viel schneller wieder aufhört, als man
manchmal denkt. Vielleicht weil man den Regen ja für typisch englisch
hält, und somit gar nicht überrascht ist wenn er da ist. Vielleicht weil
das englische Wetter die schönsten Regenbögen hervorzaubern kann.
Vielleicht auch weil ich viel zu beschäftigt bin, mich über all die
neuen Eindrücke zu freuen...
Letztens war ich bei einer kleinen Schmetterlingsfarm. Da habe ich ganz
viel an dich und den Workshop (Herbst 2005) gedacht. Und ganz viele
Fotos gemacht. Und eben hab ich von Monika gelesen. Und mich sehr
gefreut. Wie schön, daß sie das wahr gemacht hat! Klingt konsequent. Bei
mir ist irgendwie alles anders gekommen als ich dachte. Aber vielleicht
war das ja das, was ich erst zulassen lernen mußte. Habe gelernt
loszulassen, in den großen See des Lebens zu hüpfen, und mich daran zu
freuen was mir da so entgegengeschwommen kommt, aber manchmal weiß ich
noch nicht so genau in welche Richtung ich eigentlich schwimmen will,
aber treiben lassen ist gerade ganz schön!
Puh, jetzt hab ich es endlich mal geschafft das alles aufzuschreiben. Ist so viel passiert. So viel Leben. So viel Freude. So viel Gefühle. So viel Auf und Ab. So viel!
Freue mich immer noch über dein zufriedenes Strahlen auf dem Foto hinterm Baum. Und hoffe daß deine Seele gerade ganz genauso strahlt. Du bist ein wundervoller Mensch!
Ganz liebe Grüße aus Chester (das liegt im Nord-Westen von England, in
der Nähe von Manchester und Liverpool) Und ein frohes und gesegnetes
Weihnachtsfest und einen guten Start in ein wundervolles neues Jahr
2007!!!!
Katrin
Montag, 04 Dezember, 2006
Aus dem Herzen gesprochen...
... hat Stefanie Hentze mit ihrem Bericht
über den Weg Ihrer Veränderung vielen von Ihnen. Das
bestätigen Ihre Mails. Zum Beispiel schreibt BK: "Heute gefiel mir
besonders der Beitrag von Stefanie Hentze ... "mit Gottvertrauen auf dem
Sofa liegen", wie Recht sie hat!"
:o) Ganz nach meinem Geschmack! Ich wünsche Ihnen allen eine genussvolle Zeit auf dem Sofa. :o)
Herzlichst
Anja Kolberg
Dienstag, 28 November, 2006
Rituale, Zeremonien und der Weg dorthin
Eine Kundin berichtet einige Monate nach dem Anti-Karriere-Coaching wie es ihr auf Ihrem Herzensweg ergangen ist und ergeht. Sie beschreibt das Auf und Ab in Veränderungsprozessen sehr treffend:
Liebe Frau Kolberg,
schon seit ein paar Wochen nehme ich mir vor, Ihnen zu berichten, was sich in der Zwischenzeit ereignet hat - nun kam Ihr Newsletter als willkommener Anstoß. :-)
Sie erinnern sich, ich hatte Ende März den letzten von 3 Coaching-Terminen und war völlig beseelt von meiner Idee: Rituale und Zeremonien: entwickeln - gestalten - durchführen!
Das war wirklich erst Ende März ...?!? Seitdem hat sich schon
einiges getan: Ich habe einen groben Aufbau meiner Website konzipiert
und schreibe nun an den Texten. Lauter Rohfassungen zunächst, aber so
bin ich gezwungen, mich mit allen Aspekten auseinanderzusetzen - vom
Logo bis zur Preisgestaltung und den AGB. Vor kurzem habe ich meine
Domain angemeldet (rituale-und-zeremonien.de) und hoffe nun, dass ich
bis Jahresende zumindest eine "Ankündigungsseite" starten kann.
Einen Raum (für Workshops etc.) habe ich eventuell auch in Aussicht
- und womöglich ist da noch eine Ecke und eine Steckdose für einen
Schreibtisch frei? - Ich treffe demnächst den Bekannten, der sich
ebenfalls (kreativ) selbständig gemacht hat und bei dem ich mir eine
"Untermiete" gut vorstellen kann. Und ich habe in der Zwischenzeit immer
wieder mit Menschen (auch fremden) über mein Vorhaben gesprochen. Ich
denke dabei ganz oft an Ihre Ermunterung: "Wenn jemand nachfragt, hat er
doch schon Interesse gezeigt - etwas besseres kann Ihnen doch gar nicht
passieren!" Bislang sind die Reaktionen - nach dem ersten Staunen -
durchweg positiv, wenn auch nicht unkritisch - was ja aber durchaus
willkommen ist!
Mit der ersten "Krise" musste ich jedoch auch schon fertig werden:
Die große, allumfassende Sinnfrage, die ich nicht beantworten konnte:
"Wer, um alles in der Welt! soll mir Geld dafür bezahlen wollen, dass
ich ihm eine Kerze anzünde und ein Segensbändchen ums Handgelenk
schlinge?!?" Obwohl ich wusste, dass solche Sinn-Krisen auftauchen
werden, hat es mich eiskalt erwischt. Ich war tagelang wie gelähmt und
hatte das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen (... etwa doch noch 20 Jahre
knechten??? Den Rest Lebenszeit verschwenden und dann ins viel zu enge
Grab sinken ...??) Ich hab's dann einfach ausgehalten, so wie man
Kopfschmerzen aushält, bei Föhn, hilft ja nix ...
Eines morgens saß ich dann am Tisch und mir fiel die Antwort zu:
"Wer soll es denn sonst machen?!?" und mir sind Schlag auf Schlag lauter
"Argumente" eingefallen, die mich vor allen anderen Menschen, die ich
kenne, für diese Aufgabe befähigen (huch, wie sich das anhört ...!?);
nun ist mein ansatzpunkt ein anderer: Ob es jemanden gibt, der mir dafür
Geld bezahlt, werde ich nicht eher wissen, als bis ich es ausprobiert
habe; aber wenn es jemanden gibt, der eine persönliche
"weltanschauungsfreie" Geburtstags-, Hochzeits-, Abschieds-, Umzugs-
.... Zeremonie feiern/erleben möchte, der könnte mich brauchen.
Und während ich also an meinen (sichtbaren) neuen "selbst-stehenden"
Stand- und Spielbeinen arbeite, bewegen sich auch noch ganz andere
(unsichtbare) Dinge. Überhaupt ist das, was "unter der Oberfläche"
passiert, das eigentlich Spannende; und wie immer hängt ja alles mit
allem zusammen; die ewig alten Fragen, Sie wissen schon ....
- Wie gehe ich mit mir selber um? (liebevoll genug??)
- Was lähmt mich?
- Was hält mich am Boden fest?
- Welche alten Muster sind immer noch am wirken?
- Was ist das (für mich) beruhigende an einer unbefriedigenden Situation? etc.
Neulich ist mir klar geworden, dass ich es völlig in Ordnung finde,
dass "Arbeit" etwas ist, wozu man sich zwingen muss; das ist aber eine
"alte Haltung", die mich nicht zu "neuen Ufern" tragen wird! Zu
Kreativität und Inspiration kann man sich nicht zwingen; ich muss also
(konsequent!) das "Lustprinzip" zur Grundlage meiner neuen Arbeit machen
- wie ungewohnt! und wie ungehörig sich das anfühlt! Und wie geht das
dann konkret?!?
Und natürlich: wie unfassbar für den Antreiber in meinem Inneren
Team! ("Du musst jetzt noch hier ...! und da ...! und dann gleich ....!
und dann endlich online gehen! und endlich das logo ...! Wie lange
willst du denn noch rumschlurfen?!") Mittlerweile glaube ich, der
Antreiber muss immer so viel antreiben, weil der Zweifler (aus meinem
Inneren Team) ihm dauernd auf den Fersen sitzt. Und leider schafft es
dieser Antreiber immer wieder, mir ein schlechtes Gewissen zu bereiten,
wenn ich seinem Tempo hinterher hinke - und ich hinke immer hinterher,
weil sein Tempo mörderisch ist (- auf der Flucht vor den Zweifeln ....).
Vielleicht muss man Zweifel aber einfach zulassen und aushalten (wie
Kopfschmerzen, bei Föhn ...), weil man sie sowieso nie vollständig
entkräften kann. Zur Zeit habe ich wieder so einen "Durchhänger"; mir
macht die Dunkelheit zu schaffen (wie jedes Jahr um diese Zeit), ich bin
fast dauernd müde (mit 8 ü!). Ich kann mich nicht konzentrieren (schon
gar nicht mehr am Abend!), mir fehlt der Schwung und der "Große Plan".
Irgendwie fühle ich mich so wie mein Balkon aussieht: Die bunten
Sommerblumen sind längst verwelkt und auf dem Kompost, die leeren Kübel
aufgeräumt, die Bäume kahl ... und noch ist es nicht Zeit für Zweige und
Lichterketten. (Immerhin ist mein Wunsch vom Anfang des Jahres in
Erfüllung gegangen: Ich habe die Jahreszeiten so intensiv erlebt wie
schon lange nicht mehr!)
Okay, sage ich mir, jetzt ist es eben so; und statt mit schlechtem
Gewissen auf dem Sofa zu liegen, kann ich auch mit Gottvertrauen auf dem
Sofa liegen. Eigentlich ist das Leben doch so etwas wie ein
Panorama-Foto: Wenn der Blick an einer häßlichen Stelle hängen bleibt,
muss man einfach den Zoom weiter aufmachen, die gesamte Landschaft
betrachten und den Himmel darüber; und wenn ich mir mein Lebens-Panorama
so anschaue, ist es eigentlich ganz schön (und) gelungen!
Als es ganz schlimm war und ich nachts aufgewacht bin und nicht
wieder einschlafen konnte, habe ich mich an einen alten "Trick"
erinnert: Früher habe ich dann immer im Kopf "Filme gedreht", mir eine
Story ausgedacht, Schauspieler besetzt, Titel erfunden... Ich habe einen
"Dokumentarfilm über mich" im Kopf gedreh: Ich habe mir vorgestellt, wie
ich in einigen (etlichen?) Jahren mir mit meinen Ritualen und Zeremonien
einen Ruf erworben habe, und wie ein Fernsehteam mich besucht und
interviewt; dann erzähle ich (mir) nicht nur von meinem dann
verwirklichten Leben, sondern auch von den Zweifeln und Unwägbarkeiten
und den Dingen, die schief gegangen sind, und wie ich nachts im Bett
gelegen habe, und wenn ich nicht wieder einschlafen konnte, Filme im
kopf gedreht habe ...
Und noch eine kleine Geschichte am Rande: Zu der Collage, die ich
damals bei Ihnen erstellt habe, gehörte auch der Satz: Den Augen Zeit
geben, sich an das veränderte Licht zu gewöhnen. Einige Monate später
war ich dann beim Optiker, um neue Kontaktlinsen zu bestellen. Da ich
dort Neukundin war, bestand er darauf, die alten Werte zu überprüfen.
Dabei stellte sich dann heraus, dass meine Augen um 0,5 Dioptrien besser
geworden sind. Das reißt bei -8 Dioptrien nicht wirklich was raus ...
aber immerhin kann ich sagen "Mein Blick hat sich geschärft" ;-))
Ich fühle mich ein bißchen wie ein "Wanderer zwischen den Welten",
noch nicht ganz raus aus meinem "falschen" Leben, noch nicht ganz drin
in meinem "richtigen" Leben, aber immerhin unterwegs! Mein großer Freund
Goethe hat gesagt: "Ich glaube, auf dem richtigen Weg zu sein, da ich
mich als einen Reisenden betrachte, der vielem entsagt, um vieles zu
genießen." (und recht hat er!)
Ich wünsche Ihnen und allen Ihren Lieben eine schöne, sinnen-frohe
Vorweihnachtszeit! Genießen Sie Plätzchen und Glühwein und Kerzenlicht
und Glöckchenbimmeln und vergessen Sie nicht, am 21.12. eine besondere
Kerze anzuzünden: Da kehrt die Sonne um und zu uns zurück!
Bis zum nächsten Mal
Viele herzliche Grüße
Stefanie
Hentze
Dienstag, 05 September, 2006
Ein Haufen Zufälle...
Martina Blumenroth erzählt von ihrem Weg des Herzens:
16. November 2005
Hallo Anja,
ich will berichten wie es mir seit dem Workshop im April 2005 ergangen ist: Ich war im Januar, nach sieben Jahren in meinem Job, gekündigt worden.
Damals kristallisierte sich in deinem Workshop heraus, dass ich in
Brasilien in einem Slum Englisch unterrichten wollte. Warum auch immer.
Eine verrückte Idee, denn ich war die letzten 17 Jahre Sekretärin in
zwei internationalen Unternehmen gewesen und wusste und konnte auch
nichts anderes.
Ab Mai war ich also arbeitslos und ich dachte von vorne herein, dass mir gar nichts Besseres passieren könne als eine Pause. Nach 20 Jahre Arbeit Zeit zum Ausschlafen, Nachdenken und für all die Dinge, die ich gerne mache. Und für meine Ausbildung als Englischlehrer. Ich hatte mir im Internet den Fernkurs eines Londoner College ausgesucht und den Kurs mit viel Lernen innerhalb von drei Monaten zu Ende gebracht. Mir kamen allerdings im Juli zwei Stellenangebote dazwischen und da wurde es etwas schwierig. Ich hätte bei beiden nur den Vertrag unterschreiben brauchen und wäre nicht mehr arbeitslos gewesen. In einer Stelle hatte ich mich immerhin gegen ca. 400 andere Bewerber durchgesetzt und es ist mir sehr schwer gefallen, die Stelle abzusagen. Mal ganz abgesehen von den Ängsten, die damit verbunden sind. Jeder gratulierte mir, dass ich wieder einen Job habe, denn das ist ja momentan ziemlich viel wert.
Aber es ging einfach nicht, denn es hätte mir meinen Fernkurs sehr erschwert und ich wollte ihn unbedingt zu Ende bringen. Anfang August war ich dann auch fertig damit, aber es war nur die Theorie gewesen. Ich hatte noch nie vor einer Klasse gestanden und unterrichtet. Ehrlich gesagt, hatte ich ziemlich Angst davor, denn ich konnte noch nie gut vor Gruppen sprechen.
Nun musste also die Praxis her. Das College in London hat mehrere Partnerschulen weltweit, die Unterrichtspraxiskurse für angehende Englischlehrer anbieten. Die allernächste Schule liegt auf Zypern und ich brauchte drei Wochen, um mich zu überwinden, den Kurs zu buchen.
Ohne Unterrichtspraxis wäre die Theorie umsonst gewesen. Na ja und sie hat ja viel Geld gekostet. Nun bin ich im September für eine Woche nach Nikosia geflogen, um erstmals zu unterrichten. Ich war nervös, aber die Leute waren alle sehr nett und ich hatte unheimlich viel Spaß. Ich hab eine Menge gelernt und das Unterrichten hat mir riesig Spaß gemacht. Ich wurde auch nicht als teacher trainee vorgestellt, sondern direkt als Lehrerin aus Deutschland. Jeder der Schüler hielt mich also für eine Lehrerin und das hat vieles erleichtert. Mein Motto in dieser Zeit: Fake it ‘til you make it.
Am Ende bekam ich mein Zertifikat, mit der Bestätigung, dass ich alle Levels unterrichten kann und ich bekam dauernd Komplimente für meinen Unterricht. Ich schwebte also auf Wolke 17, wo mich dann am Ende der Woche die Lufthansa aufgelesen hat.
Ich stieg also recht müde und seelig in den Flieger von Frankfurt
(Zwischenlandung) nach Düsseldorf. Da setzte sich ein Mann neben mich,
der auf selbiger Wolke dahergeschwebt kam, permanent am Lachen war und
mich sofort ansprach. Die Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Freude
in Person. Ich sagte ihm, dass ich müde bin und mich eigentlich nicht
unterhalten wollte, war aber unterschwellig interessiert, was das wohl
für einer ist. Er schrieb was in ein Buch und sagte mir, dass er jeden
Tag da rein schreibt, was er für Wunder erlebt. Da wurde ich etwas
wacher und wir kamen ins Gespräch. Ich dachte spontan, der ist Arzt. Ich
fragte also, was er macht. Und was ist er? Professor für Rheumatologie
in Düsseldorf am Uniklinikum. Jedenfalls berichtete er mir ganz
begeistert, dass er auf einer Coachingakademie war und wie sehr ihn das
begeistert hat und immer noch begeistert. Dann wollte er wissen, welche
Wunder ich erlebt hatte und ich erzählte von der letzten Woche auf
Zypern und dem teacher training, dass ich arbeitslos bin und eine
Halbtagsstelle als Sekretärin und eine als Englischlehrer suche. Und
dann kam der Hammer. Er bot mir sofort eine Stelle an. Ich fragte, als
was denn? Als Sekretärin oder als Englischlehrer? Er meinte, weder noch.
Als Projektmanagerin für eines seiner neuen Projekte. Gab mir seine
Karte und ich sollte mich melden. Er meinte, was für ein Zufall, dass
wir nebeneinander gesessen haben und ich sagte: Zufall? – Nein, meinte
er, da glaube er auch nicht dran.
Seit dem 18. Oktober arbeite ich nun 30 Stunden in der Woche für das Rheumazentrum. Es ist genau die Stundenanzahl, die ich mir vorgestellt hatte, denn die Ausbildung als Englischlehrer wollte ich ja nicht umsonst gemacht haben.
So bin ich dann auch noch zur VHS gegangen, denn ich hatte auf deren Homepage gelesen, dass sie Fremdsprachenlehrkräfte suchen. Es hat auch da perfekt geklappt und am 25. Oktober hatte ich meine erste echte Stunde als Englischlehrerin bei der VHS in einer Klasse mit 13 Erwachsenen, die nun Business Englisch lernen wollen.
Es ist 100%ig alles so wie ich es mir gewünscht und erträumt habe. Meine weitere Planung sieht so aus, dass ich in den nächsten Jahren Erfahrung als Lehrer sammeln will und dann möchte ich wirklich für 3 – 5 Jahre in verschiedenen Ländern unterrichten, vielleicht tatsächlich auch eines Tages in einem Slum in Brasilien.
Meine innere Stimme hat mir Monate lang jeden Morgen, wenn ich im
Internet vergeblich nach Stellen gesucht habe und ich manchmal wirklich
Angst hatte, nicht das Richtige oder sogar gar nichts zu finden, gesagt,
dass ich Vertrauen haben soll. Das ist auch das Wichtigste, was in den
letzten sechs Monaten passiert ist. Ich habe meiner eigenen inneren
Stimme absolut und bedingungslos vertraut und sie hat mir
unmissverständlich den richtigen Weg gewiesen, auch wenn alles dagegen
zu sprechen schien und es vermeintlich andere verlockende Angebote gab,
die mich vom Weg hätten abbringen können.
Meine Stelle in der Uniklinik ist auf ein Jahr befristet und ich weiß natürlich nicht, ob sie verlängert wird, aber ich habe ein unerschütterliches Vertrauen gewonnen, dass sich alles richtig entwickeln wird.
Ich habe vor kurzem ein sehr schönes Zitat bei Henry David Thoreau gelesen und es trifft es einfach:
„I learned this at least by my experiment: That if one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours.“
Hier die Übersetzung: Das eine habe ich wenigstens bei meinem Experiment gelernt: Wenn jemand vertrauensvoll in die Richtung seiner Träume voran schreitet und danach strebt, das Leben, das er sich vorgestellt hat, zu leben, so wird er Erfolge haben, von denen er sich in gewöhnlichen Stunden nichts träumen ließ. Henry David Thoreau (aus dem Buch "Walden")
Ich kann jedem wirklich empfehlen: Setzt die Träume, die ihr habt in die Tat um. Es bringt eine Freude und Begeisterung in den Alltag.
Martina Blumenroth
Ein Bericht vom Weg des Herzens
Bruni Quabach, die 2002 meine berufliche Veränderungsberatung in Anspruch genommen hat und heute mit www.ayurveda-massage-koeln.de selbstständig ist, berichtet von ihrem Weg der beruflichen Veränderung:
7. Oktober 2005
Liebe Frau Kolberg,
ich grüße Sie ganz herzlich!
Ich war vor 3 Jahren für ein Coaching bei Ihnen - nachdem mein damaliger Arbeitgeber seinen Standort in Köln aufgab und ich meinen Arbeitsplatz als Sekretärin/Assistentin verloren hatte. Der Coaching-Tag, Ihre Beratung und die gesetzten Impulse waren sehr wertvoll! Seitdem bin ich mit Ihnen über Ihren Newsletter und regelmäßige Besuche Ihrer Homepage verbunden… Ihre Bücher sind als Ratgeber und Unterstützung immer wieder zur Hand…
Und heute möchte ich Ihnen gerne erzählen, wie es auf meinem Weg weitergegangen ist. Eigentlich wollte ich damals ja Beratung und Unterstützung, um möglichst schnell wieder einen qualifizierten Job als Sekretärin zu bekommen… Aber im Laufe unseres gemeinsamen Tages hatten Sie die Idee, dass ich mir eine Auszeit gönnen könnte, d.h. erstmal gar nicht erwerbsmäßig arbeite. So unglaublich prickelnd sich das einerseits anfühlte, so völlig abwegig war es zunächst für mich, das Gewohnte aufzugeben.
Einerseits spürte ich große Lust in mir, mich beruflich neu zu
orientieren, schließlich lagen schon nonstop 27 Berufsjahre als
Sekretärin hinter mir… obendrein in einem Beruf, der nicht meine,
sondern damals die Wahl meiner Eltern gewesen war… Anderseits war ich
zweifelnd und ängstlich. Ich war unsicher, „in meinem Alter“ etwas Neues
zu schaffen, zumindest vorübergehend die Sicherheiten eines festen
Arbeitsplatzes aufzugeben usw. (Wie gut ich mich an Ihre erfrischendes
Argument erinnere: dass genau die persönliche Reife und die Erfahrungen
im „Reisegepäck“ erst notwendig und Voraussetzung sein können, um
aufzubrechen…).
Nach und nach spürte ich, dass dies genau das Richtige war: mir erlauben innezuhalten, auf das „Unerhörte“ lauschen: Was will ich wirklich?, durchatmen, Mut und Kraft schöpfen - und neue Wege ausprobieren. Im 2. Halbjahr 2002 habe ich also gelernt, nicht zu arbeiten und nach einer Weile konnte ich meine Auszeit genießen… Da ich innerlich sowieso schon sehr in Bewegung war, folgte die äußere Bewegung und ich trainierte für den Köln-Marathon…
Mein Sohn wurde 2002 eingeschult und so war es wunderbar, endlich mehr Zeit mit ihm zu haben, ihn während der ersten Schulzeit zu „begleiten“. Herausgelöst aus dem Berufsalltag hatte ich Ruhe und Muße, in mich hineinzuspüren, welchen beruflichen Weg ich gehen möchte. Bald war zumindest die grobe Richtung klar: dass ich meinen jugendlichen Berufswunsch erfüllen und im medizinischen Bereich arbeiten möchte - dass ich weniger eine Funktion ausüben als vielmehr den Menschen in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen möchte.
So habe ich mich intensiv über die Möglichkeiten und Chancen einer Ausbildung zur Hebamme gekümmert und mich schließlich in der Hebammenschule einer renommierten Klinik beworben… Eine Voraussetzung dafür war ein 6-wöchiges Klinikpraktikum, wofür ich bald einen Platz fand. Ich wurde auf der Wöchnerinnenstation und der parallel angegliederten Privatstation eingesetzt. Es war eine tolle und wertvolle Erfahrung. Und ganz selbstverständlich wurde ich (mit knackigen 44 Jahren) als Praktikantin aufgenommen, über die Flure und durch die Klinik gescheucht. Vom ersten Moment an war ich in den Stationsalltag integriert und hatte Kontakt zu den Patientinnen und Patienten.
Leider erhielt ich während dieser Zeit die Absage für den Ausbildungsplatz in der Hebammenschule. Welch große Enttäuschung!!! Das Praktikum habe ich dann vorzeitig beendet, um meine Energien anderweitig zu fokussieren…. Den Berufswunsch Hebamme habe ich damit aufgegeben: einen der wenigen Ausbildungsplätze zu ergattern hätte bedeutet, bundesweit äußerst flexibel zu sein und obendrein eine jahrelange Wartezeit in Kauf zu nehmen, bis es irgendwo vielleicht klappt….
Im Mai 2003 begann ich die Ausbildung zur Heilpraktikerin an der
Thalamus-Schule in Köln. Sie dauerte in der kompakten
Vollzeit-Ausbildung ein Jahr. Es war eine spannende Zeit, ich war von
Anfang an fasziniert vom „Geist der Medizin“, ich musste das Lernen
lernen und der Status „Schülerin“ war fremd und aufregend. Für die
Überprüfung beim Gesundheitsamt und damit meine Zulassung als
Heilpraktikerin hatte ich mich für Oktober 2004 angemeldet, aber dann
kamen private Erschütterungen und Turbulenzen: zwei Todesfälle in der
Familie. Eine Zeit der Trauer und Leere… Obendrein stand ein Umzug an…
und ich hatte die Zeit und die Verpflichtungen unterschätzt, die ich
(liebend und gerne!) Mutter, Partnerin und nicht zuletzt Hausfrau bin….
Und die Erkenntnis folgte, dass das Leben eben anders ist und sich vieles nicht nach Plan hintereinander abwickeln lässt. Mir wurde einmal mehr bewusst, meinem eigenen Rhythmus folgen zu müssen (beim Marathonlauf hatte ich es doch auch erfahren!) und nicht andere und deren Tempo zum Maßstab zu nehmen, dass mein Weg Umwege und Kurven hat und deshalb vielleicht auch mehr Zeit beansprucht…
Als naturheilkundliche Fachrichtung wählte ich Ayurveda und machte 2004 mit großer Freude eine umfangreiche Ausbildung in Ayurvedischer Massage am renommierten Mahindra-Institut „The European Academy of Ayurveda“ in Birstein. Im November ergänze ich sie um eine Zusatzausbildung: Ayurveda-Massage in der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. Hierauf freue ich mich ganz besonders. Anfang 2005 erfüllte sich ein großer Herzenswunsch: in der Kölner Südstadt fand ich in einer Praxisgemeinschaft einen geeigneten Praxisraum. Das Gestalten und Einrichten des Ayurveda-Raums machte großen Spaß. Am 12. März war die stimmungsvolle Einweihung und seitdem biete ich dort ayurvedische Massagen an.
Meine Internet-Seite www.ayurveda-massage-koeln.de ist fertig und 2000 Flyer sind im Umlauf. Die emotionale, handwerkliche und technische Unterstützung des wunderbaren Mannes an meiner Seite waren mir bei all dem eine große Unterstützung. Die Ayurveda-Arbeit begeistert mich und wärmt mein Herz… allerdings füllt sie nur zu einem Teil die Haushaltskasse ;-))
Die Lücke fülle ich mit einer Teilzeitstelle in meinem „alten“ Beruf als
Sekretärin und bin mit dieser Kombination sehr zufrieden. Die Stelle
habe ich nach intensiver Jobsuche gefunden (puh, sehr mühsam und
anstrengend in diesen rauen Zeiten !). Teilzeitstellen? Leider
Mangelware! Deshalb habe ich mich ausschließlich auf Vollzeitstellen
beworben. Und ich bekam sogar einige Vertragsangebote. So (finanziell)
verlockend und inhaltlich anspruchsvoll sie auch waren: ich habe keines
davon angenommen. Denn das das Engagement wäre wirklich fulltime gewesen
und es wäre weder Zeit noch Kraft geblieben für meine eigentlichen Ziele
und Wünsche…. Dennoch: eine sehr gute Erfahrung war, dass ich von
relativ vielen Firmen zum Gespräch eingeladen wurde und man sich ganz
bewusst auch eine erfahrene (bzw. an Jahren reife), qualifizierte
Mitarbeiterin vorstellen konnte oder sogar explizit wünschte. Aber ich
habe es geschafft! Das Universum hat meine Bestellung ausgeliefert und
ich habe eine 25-Stunden-Stelle gefunden! Meine Arbeitszeit ist auf 4
Tage verteilt, so dass mir Zeit und Energie für die Dinge bleibt, die
mir besonders am Herzen liegen. Mein Ziel ist, dass ich im nächsten
Jahr froh meine Prüfung zur Heilpraktikerin schaffe und meine Ausbildung
in Ayurvedischer Heilkunde beginnen kann.
Liebe Frau Kolberg, soweit für heute meine „Wegbeschreibung“. Aber vor
allem noch einmal ein dickes Dankeschön an Sie! Ohne Ihre Kreativität
und Unterstützung dabei, meine „Ja-Abers“ über Bord zu werfen, wäre
vieles gar nicht erst in Bewegung gekommen.
Herzliche Grüße
Bruni Quabach
PS: Den Köln-Marathon habe ich übrigens geschafft und bin nach 5 Stunden 20 Minuten glücklich durchs Ziel gelaufen…




Das Samenkorn für diese Webseite pflanzte ich 1999. Aus dem zarten Spross wurde ein kräftiger Baum.