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Warum müssen manche Menschen gehen?

Gerade lese ich das Buch "Die Kunst der Leichtigkeit. Das Vermächtnis von Bärbel Mohr". Darin beschreibt der Mann der im Oktober 2010 verstorbenen Erfinderin von 'Bestellungen beim Universum' wie sie sich kennen gelernt haben und zueinander fanden... Es passierte einfach. Wenn die Dinge sein sollen, passieren sie und manchmal gehört dazu nur, einem klitzekleinen Impuls zu folgen... Das gefällt mir und passt zu meinem Mai-Inspirationen des Tischkalenders.

Ich wusste bis vor einigen Wochen übrigens nicht, dass Bärbel Mohr tot ist und war entsetzt. Ich konnte mir das so gar nicht vorstellen und doch ist es wahr. Sie starb mit Mitte 40, Mutter von Zwillingen. Unfassbar. Mitten aus dem Leben gerissen. Die Frau, die sich mit so vielen alternativen Heilmethoden beschäftigte, gesund lebte, die mit dem Hoppen Zugang zum sich selbst Verzeihen gefunden hatte, die so viele Bücher veröffentlicht hatte, erfolgreich war. Müssen die Leute gehen, die viel Gutes erreicht haben, vielleicht weil sie 'auf die Welt gebracht haben', was ihre Aufgabe war und dann 'dürfen/müssen' sie gehen? Ich habe es nicht verstanden und will es auch nicht so sehen.

Manfred Mohr schreibt, er habe bis zum Schluss fest an ihre Heilung geglaubt und dass seine Frau aus dieser heftigen Erfahrung viel neues und wertvolles entwickeln kann. Doch es kam anders. Die Frau, der scheinbar so vieles so leicht viel, die so erfolgreich war, die Zugang zu so vielen Informationen und Heilwissen hatte, starb. Warum?

In dem Buch gibt ihr Mann eine Antwort, mit der ich etwas anfangen kann. Bärbel Mohr hatte dies schon in ihrem ersten Buch geschrieben: "Das was man kann, lebt man, und was man nicht kann, das lehrt man. Das heißt, ich bin auch nicht perfekt, und das Leben ist eine tägliche Übung für mich." Es zeigt, wenn man genauer hinschaut, dass sie sich gerade mit den Themen auseinander setzte, weil sie sie nicht konnte, weil sie zweifelte und den richtigen Weg suchte.

Kenne ich das nicht auch von mir selbst? Anderen helfen ist leicht. Mir selbst helfen ganz schön schwer. Bei anderen sehe ich eine Lösung, bei mir selbst muss ich ganz schön suchen und sehe manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht. Bärbel Mohr war eben auch ein Mensch. Das bringt mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Nämlich nicht glauben, andere haben ihr Leben im Griff, anderen fällt das Leben in die Hände und das Glück vor die Füße. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine Aufgabe zu meistern. Ich schaue immer nur von außen hin und von innen fühlt sich vieles eben anders an.

Ich beschäftige mich mit der inneren Stimme, sage die Lösung liegt im Menschen selbst. Aber wie oft spreche ich mit mir selbst? Wie oft horche ich wirklich in mich hinein, suche in mir selbst nach Lösungen? Und wie oft hole ich mir statt dessen lieber außen Rat und suche dort nach einer Lösung, wo ich meine gar nicht finden kann.

Das Schicksal von Bärbel Mohr ist für mich ein Hinweis, mich wirklich intensiv um mich selbst zu kümmern. Wieder und wieder in mich hineinhorchen:

  • Wie geht es mir?
  • Was brauche ich?
  • Was wünsche ich mir?
  • Was kann ich für mich tun?
  • Wo muss ich stopp sagen und wo ja und mehr?

Und dies nicht als leere Hülse zu sehen, sondern mit Leben zu füllen. Das ist Arbeit. Jeden Tag aufs Neue.

Wie die Küche, die jeden Tag durchs Kochen neu mit Leben gefüllt wird und wo jeden Tag der Spül gemacht werden will, wo Lebensmittel besorgt werden wollen, der Müll rausgebracht werden muss. Sonst fängt es irgendwann an zu stinken.

Nun sind Körper, Seele und Geist keine Küche. Aber sie brauchen eigentlich ähnlich viel Aufmerksamkeit. Doch wir haben meist verlernt, uns darum so intensiv zu kümmern wie um unsere Küche. Der Körper verzeiht lange Zeit eine ganze Menge, wenn ich über meine Bedürfnisse gehe. Doch selbst der stärkste Körper bricht irgendwann zusammen, wenn Körper, Seele und Geist nicht im Einklang und Ausgleich sind.

Ich habe das zum Ende meiner Angestelltenzeit, als ich das Studium abschloss und den Abgabetermin meiner beiden Bücher vor Auge hatte mit meinem Krebsverdacht erlebt. Ich habe überhaupt nicht mehr auf mich selbst gehört, mich kaum ausgeruht. Und zwei Jahre später zu Beginn meiner Selbstständigkeit machte mir der Job so viel Spaß, weil er so viel Sinn machte, dass ich mich schon wieder überforderte. Mein Körper schickte mir einen Bandscheibenvorfall plus Hexenschuss. Erst dann begann ich nachzudenken, in mich hinein zu horchen. Mein Körper lies mir keine andere Chance.

Sehr schmerzhafte Erfahrungen. Als sie da waren, fand ich sie alles andere als gerecht. Sie passierten einfach, waren so was von zeitlich ungünstig und doch waren sie da. Mein Körper zwang mich, über mich und mein Leben nachzudenken, eine Auszeit zu nehmen. Daraus entstand der Dialog mit meinem Körper, mit meiner inneren Stimme. Rückblickend eine so wertvolle Wende in meinem Leben.

Die Arbeit an mir selbst, für mich selbst, ist in meinen Augen eine der härtesten, aber auch lohnensten. Denn nicht nur ich selbst profitiere davon, sondern auch mein Umfeld, weil ich Frieden ausstrahle. Eine Energie, in deren Nähe sich jeder gerne aufhällt.

Bärbel Mohrs Schicksal ist wie eine Mahnung, mich wirklich um mich selbst zu kümmern. Für mich da zu sein. Meine Bedürfnisse, Wünsche und Träume aufzunehmen und mir zu erfüllen. Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen. Inneren Frieden herzustellen. Und das nicht nur denken, das nicht nur hier schreiben, sondern auch zu tun. Ich muss dafür nicht unzählige anstrengende Stunden unternehmen.

Wie ist es im Moment mit mir? Ist es nicht auch wieder so, dass ich viel zu pflichtbewusst bin? Ich lerne für eine Prüfung und hole kaum Luft, mache mich schnell verrückt.

Was kann ich heute für einen kleinen leichten Schritt für mich gehen? Ich werde mir jetzt mein Tagebuch nehmen und mich in den Garten setzen und einen Dialog mit mir selbst führen. Mein Inneres hüpft!

Einen zauberhaften Maitag wünscht

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 01 Mai, 2012
Thema: Blog - 2012, 1. Halbjahr, Blog - Körper & Schmerzen
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