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Herzgold - Zeit bei meiner Familie

Ich möchte von vielen schönen Tagen berichten, die ich bei meiner Familie verbringen konnte. Nicht oft öffnen sich solche Zeitfenster, wo wir an den Ort und zu den Menschen zurück kehren können, wo wir Kind waren. Glücklich und unbeschwert.

Zwei Teile sind daraus geworden:

Onkel und Tante nahmen eine Auszeit an der See. So war ich mit meiner anderen Tante in der Zeit bei meiner Oma. Sie ist 92 Jahre und wer meinen Blog schon gelesen hat, weiß wie wichtig sie mir ist. Ein wenig besorgt war ich vorher wegen der Pflege, die meine Großmutter inzwischen braucht, ob ich das wirklich schaffe, auch wenn ich nicht alleine war. Vor vier Jahren, als ich das letzte Mal bei ihr in Ferien war, ging es ihr noch richtig gut. Ich habe zwar gekocht, aber sie hat die Wäsche noch gemacht und war noch munter zu Fuß unterwegs. War ich früher diejenige, der sie eine Wärmflasche gemacht hat, wenn ich Bauchweh hatte, so habe ich das jetzt für sie gemacht.

Die 14 Tage bei meiner Großmutter sind im nu verflogen. Mit säckeweise Herzgold bin ich zurück gekommen. Unbezahlbar waren die gemeinsamen Stunden. Die Pflege meiner 92jährigen Oma fiel mir leichter als gedacht. Ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden. Wir waren ein tolles Team: Oma, meine Tante, unser Nachtwächter ;o) (Mann von meiner Tante) sowie zehn Hühner und ein Hahn. Wir haben uns gegenseitig gut getan.

Als Abendvertreib - Oma kann kein Fernsehen mehr gucken - habe ich 62 Fotoalben durchstöbert. Ich bin dabei auf Bilder gestoßen, die ich auch im Rahmen meiner Recherche für die Familienchronik noch nicht gesehen hatte - unter ihnen auch wunderschöne schwarz-weiße Fotographien wie diese drei:

  • Vermutlich zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende - ein Pferd mit Planwagen steht vor einem verschieferten zweistöckigen Bauernhaus. Daneben einige Männer in Arbeitskleidung, ein weiteres Pferd wird von einem Mann gehalten. Links im Bild zwei Frauen in langen schwarzen Kleidern mit langer weißer bzw. schwarzer gestärkter Schürze, zwischen ihnen ein Kleinkind.
  • Auf dem frisch abgeernteten Getreidefeld eine Brotzeit: Männer und Frauen in Arbeitskleidung sitzen auf einem Pferdewagen und davor auf dem Boden. Ein Mann steht in der Mitte des Bildes mit Pfeife im Mund, die Hand in die Hüfte gestemmt. Neben ihm liegt ein Mann auf mit Stroh bedeckten Boden, vor ihm eine große weiße Emaillekaffeekanne und ein Korb mit Essen. Im Hintergrund Wiesen, Hügel, Obstbäume, Wald.
  • Ein Liefer-Lkw mit Aufschrift "Butter Eier Import" steht ca. 1920 vor dem Fachwerkhaus, in dem mein Großvater aufgewachsen ist. Junge Männer und Frauen posieren um das Gefährt., sitzen auf dem Führerhaus, den Radständen und stehen daneben.

Alle drei Zeitdokumente sind so toll, ich würde sie mir glatt vergrößern und aufhängen. Immer leichter fällt es mir, die Kleinigkeiten auf den Fotos wahrzunehmen, das damalige Leben zu lesen. Was für ein spannendes "Stöbern in der Vergangenheit" wie Oma es so treffend benannte. Wann ergibt sich schon mal die Gelegenheit, so viele Alben in Ruhe durchzuschauen? Meine Großmutter kannte die meisten Fotos und obwohl sie nicht mehr gut sehen kann, konnte sie mir meist sagen, wer darauf zu sehen ist.

Was kann ich noch aus dem Füllhorn der Erlebnisse berichten? Ich fand ein altes Liederbuch, brachte es mit runter ins Wohnzimmer. Früher wurde viel in ihrer Familie gesungen, wenn sie abends zusammen saßen, erzählt meine Oma immer wieder. Ich las vor, welche Titel ich fand und Oma sagte fast jedes Mal: "Das kennen wir doch" und stimmte das Lied an. Die meisten Texte kannte sie noch und es war beeindruckend, wie sie die Melodie hält. Weder meine Tante noch ich konnten mithalten. Dieser Gesangsabend hat meiner Oma besonders gut gefallen.

Mehrmals hat sie das Schlaflied "Wer hat die schönsten Schäfchen" gesungen und - was mich ganz besonders freut - ich habe es auf Video aufgenommen. Oma hatten wir vom Rollstuhl in einen großen Ohrensessel umgesetzt, sie trägt ihr weißes Haar in einer ganz kurzen frechen Frisur, weil die Dauerwelle im dünnen Haar nicht mehr hält. Über ihre Beine hatten wir eine dunkelblaue Decke gelegt und über den lilafarbenen Pullover trägt sie wie immer eine wärmende, graue selbstgestrickte Stola.

Sie saß da wie die perfekte Märchenoma und ich war ganz beglückt, dann auch noch das Video mit dem Schlaflied aufnehmen zu können. Sie hat es extra nochmal in die Kamera gesungen, damit ich es meinen Cousinen und Cousins, ihren Urenkeln und meinen Tanten schicken kann. So haben wir alle eine wundervolle Erinnerung. Ich habe beim Filmen ganz still da gesessen, mir sind die Tränen die Wangen herunter gelaufen, so liebevoll und goldig war das. Ebenfalls aufgenommen habe ich ihr endlich Abendgebet, das sie immer für die Enkel betet. Bisher hatte ich es nur in Bruchstücken gehört und war nie schnell genug mit dem Video.

Können Sie nachempfinden, warum ich mich so reich beschenkt fühle? Bei Oma kann ich einfach sein. Ich bin - obwohl ich in die Rolle der Helfenden rutschte und 47 Jahre alt - einfach Enkelin und fühle mich grenzenlos wohl. Welche ein Geschenk! Ich bin dem Himmel so dankbar, dass ich diese Zeit mit ihr und auch meiner Tante erleben durfte. Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben. So viel gibt es zu erzählen. Im Kalenderentwurf für 2019, den ich nächsten Sommer machen werde, ist sicherlich ein Bild aus dem wundervollen Garten dabei. Seufz. So schön!

Wie das Kalenderblatt von September 2017 stimmt: "Herausforderungen machen mich stärker." Ich fühle mich jetzt sicherer, neuen Herausforderungen zu begegnen. Ich habe das Gefühl, ich kann Dinge leisten, die ich mir vorher nicht zutraute. Das alles noch als Zugabe. Was für ein Glücksfall!

Ich freue mich nun auf den am ersten Oktober beginnenden Verkauf der Kalender in meinem Webshop. Auf die neuen Titel können Sie sich schon freuen. Sie heißen: "Seelenglück" und "Auf dem Weg zu mir selbst." Wer die Kalender vorher kaufen möchte, findet sie schon bei Amazon. Einfach "Kalender Anja Kolberg 2018" eingeben und sie werden aufgerufen. Hier der zweite Artikel:

Herzliche Grüße von einer glücklichen

Anja Kolberg

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Erwartungen ... die andere Seite - vegan & normal essen in einer Partnerschaft...

Hallo,

in meinem Beitrag Bitte schütze mich vor meinen Erwartungen. Idealbild und Realität ging es um die Erwartungen an mich selbst. Nun möchte ich in Ergänzung darüber schreiben, welche Erwartungen ich noch in mir trage, die ich gerne loslassen möchte. Loslassen, weil sie mir und anderen das Leben schwer machen oder zumindest die Laune verderben.

Ich habe also nicht nur Ansprüche an mich selbst, sondern - ähnlich ausgeprägt - an das Leben, an Situationen, an andere Menschen, zum Beispiel an meinen Partner. Von einer Erwartung an ihn und meiner Erfahrung damit schreibe ich hier:

Unterschiedliche Esser in der Beziehung

Im Juni hatte ich eine vegane Lasagne gekocht. Mit frischem Spinat. Das war viel Arbeit. Tomatensoße zubereiten. Bechamelsoße kochen. Schmelz für oben drauf und den frischen Spinat verarbeiten. Der war in der Gemüsekiste. Als ich ihn verarbeitete, dachte ich noch: "Warum tue ich mir diese viele Arbeit an? Tiefkühl wäre doch auch gegangen!" Nun denn, jetzt war er da. Ich habe eine Mischung aus zwei Rezepten gemacht, damit es möglichst schmeckt, weil mein Mann keinen Tofu mag und aus dem anderen Rezept wollte ich das Topping haben. Gut. Nach einer Stunde Vorbereitung stand die Schale im Ofen.

Meine Erwartung: Mein Mann freut sich, dass ich keinen Tofu verwendete und auch kein Soja (war auch in einem Soßenrezept), was er ebenfalls nicht mag. Nun, ich esse kein Fleisch, deswegen keine Hackfleischsoße und kein Ersatz - es gibt ja Sojageschnetzeltes, weil da Soja drin ist.

Voller Stolz hob ich die Auflaufform aus dem Ofen. Mir war wirklich mit dem Schmelz eine braune Kruste gelungen. Und alle Zutaten hatten separat gut geschmeckt, also müsste alles zusammen ebenfalls gut schmecken.

Realität: Mein Mann wollte lieber Spinat mit Spiegelei und Kartoffeln, aber selbst nicht kochen. Ich war mit Kochen dran - wir wechseln uns ein über den anderen Tag ab, der Spinat musste gemacht werden. Ich wollte aber keinen Spinat mit Kartoffeln und schon gar nicht wie er es zubereitet haben wollte ("einfach mal mit dem Pürierstab durch den gekochten Spinat gehen, damit er klein ist").

Als ich die dampfende Auflaufform auf den Tisch stellte, fragte mein Göttergatte schon: "Was ist das denn da für eine braune Schicht da oben drauf?" Als ich sagte, dass es eine Art Mehlschwitze ist (die er eigentlich mag), rümpfte er schon die Nase. Er stocherte im Essen rum, schob es von links nach rechts. Kratzte die obere Schicht ab - nein, er mag auch keine Hefeflocken, die in diesem Schmelz (anders als in der klassischen Mehlschwitze) waren.

Und ich? Ich hatte eigentlich mit Freude am Tisch Platz genommen und diese Freude wurde mir durch das Verhalten meines Mannes madig gemacht. Der Abend war echt gelaufen für mich. Mann! (Die Lasagne hat mir super geschmeckt.)

Erkenntnis: Schütze mich vor meinen Erwartungen an andere. Zum Beispiel, dass mein Mann aufwändig zubereitetes veganes Essen zu schätzen weiß, wenn er in Wirklichkeit was anderes will. Oder dass ich gar Lob dafür bekomme, weil ich vieles nicht genutzt habe, dass er nicht mag. Oder dass das Leben so läuft wie ich es will.

. * .

Natürlich ist es als Fleischesser nicht einfach mit einer Partnerin zu leben, die Veganerin geworden ist. Als wir uns 1992 kennen lernten, war ich das ja noch nicht. Erst seit 2011. Und es ist für eine Partnerschaft eine Herausforderung - für beide Seiten - hier eine Lösung zu finden, mit der beide gut leben können. Solche Enttäuschungen wie mit der Lasagne gehören wohl dazu. Seufz. Leben. Mensch!

Also: Auf das Leben ohne Erwartungen. :-) ... und darauf, dass wir in den meisten Fällen etwas finden, das uns beiden gut schmeckt.

Hier lesen Sie mehr von meinem Weg, Veganerin zu werden und hier gibt es Blog - Vegane Rezepte.

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 20 August, 2016
Thema: Blog - 2016, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Vegan werden und leben

Weihnachtsstimmung: Liebe. Hoffnung. Singen.

Hallo, ihr lieben Menschen da draußen in der Welt!

Die letzten Wochen war es ruhig hier im Blog. In meinem Leben war so viel los. Nicht nur in meinem Webshop mit dem Verkauf von Kalendern, Karten und Impulsen. Auch privat. Meiner Oma ging es gesundheitlich nicht gut und treue LeserInnen wissen, was Oma für eine Wichtigkeit für mich hat. Ich hoffe, sie kommt wieder zu Kräften und erholt sich wieder. Im Blog habe ich immer wieder von meinen Besuchen bei meiner Familie im Bergischen berichtet. Oma spielte dabei immer eine wichtige Rolle.

Seit ungefähr 2006 nehme ich ihre Geschichte auf Band auf, nachdem ich ihr oft zugehört hatte und meinte, das wäre so wichtig und müsste eigentlich festgehalten werden. Das habe ich in die Tat umgesetzt und nehme seit dem immer wieder Gespräche mit ihr über ihre Vergangenheit auf. Ich habe zwar schon viel erfahren, viel recherchiert und abgetippt, doch hoffe ich, weitere Puzzlesteine hinzufügen zu können. Mal sehen, was der Himmel uns noch an Zeit schenkt. Ich hoffe noch viele Stunden bei guter Gesundheit, in denen ihr kölsches Herz vor Freude schlägt.

Durch die Erzählungen meiner Oma bin ich auch auf das Singen in den Familien aufmerksam geworden. Das war damals so üblich: Man saß zusammen am Tisch und sang Volkslieder. Einer der Brüder spielte Akkordeon, ihr Vater die Zitter. Eine schöne Tradition, die auch in Köln mit ihren Mitsingkonzerten (z.B. über den Verein Loss mer singe oder Björn Heuser ... es gibt noch viel mehr) wieder Aufwind erhält.

So kam es auch, dass ich am 4. Advent Lust hatte, zum ersten 'Loss mer Weihnachtsleeder singe' ins Kölner Stadion mit meinem Mann und seiner Schwester mit Familie zu gehen. Dort wurde nach dem Berliner Vorbild gemeinsam mit 32 Chören, vielen Kölner Musikern und Künstlern und 32.000 Menschen 21 Weihnachtslieder angestimmt. Es war ein Erlebnis. Ich glaube, hier hat eine Tradition ihren Anfang gefunden. Es waren sehr viele Familien mit Kindern da, auch viele ältere Menschen, es durften Kekse mitgebracht werden, der Glühwein vor Ort schmeckte köstlich. Die Karten waren mit 5 Euro wirklich eine Einladung, teilzunehmen.

Als es dunkel wurde, begann das Konzert mit einer wunderschönen Lichtshow und einem instrumentalen, von einer Kapelle live gespieltem Medley. Da liefen bei mir schon die ersten Tränen, die Lichter im Stadion und von all den Menschen rundum auf den Tribünen. Wir saßen auf der Nordtribüne, gegenüber auf der Südtribüne standen die Chöre um die Bühne mit den Musikern.

Den Auftakt machten die Wise Guys, eine Kölner A-capella-Band mit einem meiner Lieblingsweihnachtslieder: 'Es ist ein Ros entsprungen'. Ihr Auftrag war ein Geschenk für meine Ohren. Auch Wolfgang Niedecken, (Sänger von BAP), der "Happy Christmas (War ist over)" war eines meiner Highlights und auch das kölsche, mir noch unbekannte Lied von Peter Brings mit seiner herrlich rauchigen Stimme 'Plastik Stään' war wirklich berührend. Wir konnten alle mitsingen, entweder dank der Texthefte auf dem Schoß oder durch die Anzeigetafeln im Stadion, wo alle Zeilen aufgeführt waren.

Nach "Stille Nacht" war das Konzert zu Ende und ich erfüllt mit so vielen guten Gefühlen wie es besser nicht hätte sein können. Ich bin mir sicher, es wird nicht das letzte Adventssingen im Stadion sein, an dem wir teilgenommen haben, so gut hat es uns gefallen. Die Planungen für 2016 haben schon begonnen.

Für alle, die mehr sehen möchten: Hier ein Bericht des Kölner Stadtanzeigers. und hier Wolfgang Niedecken auf Youtube. und hier Halleluja. Schön, nicht wahr?

Das Mitsingen ging sogar in der Bahn noch weiter, wie dieses Video beweist. Singen löst Frieden aus. Mögen alle Menschen auf dieser Welt zusammen singen und spüren wie schön Frieden und Freude sein kann. Das wünsche ich uns allen.

Klick zu den E-Cards

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein schönes Weihnachtsfest mit allem, was Ihnen gut tut und Gelassenheit und Vertrauen für das, was sich nicht ändern lässt.

Ihre Anja Kolberg

PS: Die Weihnachts-E-Cards sind seit einigen Tagen online. Viel Freude beim Verschicken und Empfangen.
PPS: Im Webshop gibt es Tischkalender für 2016 mit den Titeln 'Alles wird gut' und 'Ich schaffe das'.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 22 Dezember, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Was ist im Leben wirklich wichtig?

Familie & Freunde. Das Leben auskosten.

Montag war ein besonderer Tag: Meine Oma feierte ihren 90. Geburtstag.
Alles Liebe von hier, liebe Oma, wenn du das liest. :o)

Als ich morgens einen heliumgefüllten Ballon besorgen wollte, am liebsten mit der Zahl 90, schüttelte die Balloni-Mitarbeiterin den Kopf. Nein, die aufgedruckten Zahlen gehen nur bis 60. (Komisch, dabei werden die Menschen doch immer älter!) Kein Problem, wir schreiben was Sie wollen drauf. Das Ergebnis sah herrlich aus und ich bekam meine 90. Der junge Mann an der Kasse sagte: 'Oh, 90, das ist ja toll.' 'Ja, sagte ich, wissen Sie, was das Beste ist? Meine Oma ist auch noch fit dabei, die steckt mich mit ihrer Energie locker in die Tasche.' :o) 'Und wissen Sie, was das Allerbeste ist? Ich habe die Alt-Werd-Gene geerbt.'

Meine Urgroßtante wurde fast 100 Jahre alt, geistig fit. Sie konnte immer noch mit herrlicher Betonung Gedichte vortragen. Dieses Jahr lebten noch vier Geschwister meiner Oma, die sogar noch Auto fahren und sehr beweglich sind. Gute Aussichten! Danke, lieber Himmel. Ich nehme mir eine große Portion davon!

Ich hab' mich so gefreut, all die Gesichter von Großtanten, Großonkel, Großcousinen, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins, Partnerinnen und Partner, Großnichten und -neffen und natürlich meine Eltern, Geschwister und das strahlende Geburtstagskind zu sehen.

Meine Lieblingsbeschäftigung an so einem Tag: Drücken. Ich mag es, Menschen liebzuhalten. Ich brauche nicht viel Worte, um mich so mit den Menschen zu verbinden und zu zeigen: Du bist mir wichtig. Umarmungen können so viel transportieren: Wärme. Gefühl. Wertschätzung. Herzlichkeit. Befindlichkeit.

Meine Patentante hatte mit meinem Onkel ihr Wohnzimmer ausgeräumt, Tische und Stühle herbei geschafft, damit alle Platz fanden. Was für eine Meisterleistung. So konnte meine Oma zu Hause feiern (die drei leben unter einem Dach) und das war für alle natürlich ein besonderes Wohlgefühl. Als lebt in diesem Haus ein besonders guter Geist - neben und mit den liebevollen Menschen darin.

Ich lade an so einem Tag meine Energiereserven für Wochen, wenn nicht Monate auf. Meine Familie gibt mir Kraft. Einfach, weil sie da ist. Wie schön, dass ich meine Oma und meine ganze Familie hab!

Inmitten der Vorfreude auf die Geburtstagsfeier überraschte mich am Freitag die Nachricht, dass eine junge Frau, kaum älter als ich, im Koma lag. Ohne Vorzeichen erlitt sie letzten Donnerstag bei einem Friseurbesuch einen Schlaganfall mit Gehirnblutungen. Obwohl zufällig Rettungsassistentinnen im Salon waren, die direkt halfen und auch ein Arzt aus dem Haus gleich zur Stelle war, konnten sie nur bedingt helfen. 40 Minuten wurde sie reanimiert. Sie fiel ins Koma und am nächsten Abend wurde ihr Gehirntot festgestellt.

Ich mochte diese Frau sehr. Sie war von meiner Freundin Ariane eine gute Freundin. Ich kannte sie von gemeinsamen Aufstellungen, einer Weiterbildung und wir hatten einmal im Jahr netten Kontakt per Mail. Ich freute mich schon, sie eines Tages wieder zu sehen. Ein herzlicher, lebensbejahender, tiefsinniger und lieber Mensch. Und dann so plötzlich aus dem Leben gerissen. Wie kann das sein? Ich habe es immer noch nicht begriffen.

Ich finde, sterben gehört verboten. Keiner darf sterben. Meine Tante meinte, dann würde es langweilig und ja, dachte ich, es wäre ganz schön voll auf der Feier gestern gewesen, wenn keiner gestorben wäre. Wow! Wer alles da gewesen wäre.... Wenn ich mir das vorstelle. Toll!

Im Grunde genommen stirbt ja keiner. Die Seelen leben weiter. Nur ihre körperliche Hülle legen sie ab.

Bei älteren Menschen rechne ich eher mit dem Tod als bei jungen Menschen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Freitag sagte, 'Nein, nicht D......', als ich Kerzen für sie anzündete. Dieser Schock, dass Menschen gehen, mit denen ich nicht rechne. Wann rechnet man schon damit?

Dieses Jahr war so ein Erlebnis, als eine sehr liebe und gesundheitlich fitte Großtante unerwartet einige Monate vor ihrem schwer an Krebs erkrankten Mann starb. Keiner hatte damit gerechnet, alle hatten auf ihren Mann geschaut. Der Schock für die Familie war groß, selbst ich, die sie nur einmal im Jahr sah, war sehr betroffen. Mutter und Vater in einem Jahr verlieren, puh, da rollen mir die Tränen.

Als ich meinem Mann von dem plötzlichen Tod der Bekannten erzählte, nickte er nur und sagte: 'Ich erlebe das jeden Tag. Für mich ist es Normalität. Im Monat habe ich im Kehrbezirk (er ist Schornsteinfeger) Kontakt zu ca. 400 Menschen. Da begegnen mir Todesfälle in jeder Woche auf die ein oder andere Weise. Zuletzt wunderte er sich, dass er nachmittags einen Termin in einem Haus hatte, wo er Jahre zuvor vormittags auf eine junge Mutter traf. Ein Mann öffnete diesmal und auf das Erstaunen meines Mannes erzählte er, dass seine Frau innerhalb weniger Wochen im letzten Jahr verstorben war.

Mich nimmt sowas wirklich mit. Ich habe nicht so viel Kontakt zu Menschen, die Todesfälle um mich herum kann ich an einer Hand abzählen. Und die meisten davon waren Menschen, die schon mehr als sieben oder acht Jahrzehnte lebten. Nun ist es meist zu früh, (Gesundheit voraus gesetzt) gleich wieviel Jahre gelebt sind. Doch gerade bei jungen Menschen wird mir meine eigene Sterblichkeit und die gleichzeitige Ungewissheit deutlich. Keiner weiß, wann er hinaus befördert wird.

In mir lösen solche Schockereignisse Nachdenklichkeit aus. Was ist wirklich wichtig im Leben? Da rücken so viele Dinge in den Hintergrund, die viel Aufmerksamkeit von mir bekommen und in den Vordergrund, da rücken die Menschen. Familie. Freunde. Verbundenheit. Gemeinschaft. Und die Frage: Habe ich wenn ich heute sterben müsste, wirklich die Dinge gelebt, die mir am Herzen liegen? Was fehlt noch? Was müsste ich erleben, damit ich mit einem guten Gefühl sagen kann: 'Ja, ich kann gehen.'?

Was ist im Leben wirklich wichtig?

Dieser Gedanke wird mich die nächsten Tage und sicher noch länger begleiten.

Auf das Leben! Darauf diesen Tag zu genießen.

Schön, dass Sie da sind und mich lesen. Ich wünsche Ihnen und mir einen guten Tag, eine große Portion Leben, Gesundheit und Freude!

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 04 November, 2014
Thema: Blog - 2014, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Was wir gemeinsam schaffen können

Wir sind Fußball-Weltmeister!

Was für ein Spiel. Spannend. Quälend. An den Nerven aller zehrend. Kräftemessen gleich guter Teams - ein würdiges Endspiel. Das kleine Quentchen mehr hat den Ausschlag gegeben. War es Glück? Kondition? Teamgeist? Wir werden es nicht erfahren, weil es zu den Geheimnissen des Lebens gehört. Auch nicht wie der Trainer der Nationalmannschaft und sein Betreuungs- und Beratungsteam es geschafft haben, ein so Früchte tragendes Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Jeder für jeden. Keiner ist besser. Keiner ist der Star. Die Mannschaft - alle miteinander sind ein ganzer Sternenhimmel.

Dieses Miteinander und Füreinander hat mich begeistert. Es hat mir gezeigt, was wir in Gemeinschaft leisten können. Selbst wenn wir angeschlagen ein Projekt beginnen, wenn fest geglaubte Stützen wegbrechen, wenn Verletzungen auftreten oder gar zwischendurch der Glaube an das erhoffte Ziel verschwindet, weil es einfach unerreichbar erscheint. Selbst dann.

Wir haben es geschafft. 'Ganz Deutschland ist Weltmeister', sagte Manuel Neuer. Wir alle haben unseren Beitrag dazu geleistet. Wie ein riesengroßes Puzzle, das ein Meisterwerk ergibt. Puzzlesteine sind die Spieler, ihre Fähigkeiten, Talente, körperliche Fitness, Physiotherapeuten, Trainer, Organisatoren im Hintergrund, die Familien, die Begleiter der Vergangenheit, wir die Fans und noch viele unbekannte Puzzlesteine mehr. Jeder und jede ist wichtig.

Sei es beim Fußball oder in unserem Alltag: In Teams auf der Arbeit oder in unseren Familien. Nicht nur die in der ersten Reihe für alle sichtbar sind, zählen, also die auf dem Spielfeld, beim Kunden oder die das Geld nach Hause bringen. Auch die im Verborgenen sind unverzichtbarer und wirksamer Bestandteil und sie sehen und spüren ihren Wert. Manche Dinge sind nur zu schaffen, weil es ein starkes Hintergrundteam gibt. Ohne ein stabiles Fundament hält kein Gebäude, keine Familie, kein Auftrag und gibt es keinen Weltmeistertitel. Das ist unser aller Alltag. Ja, jede und jeder von uns kann sagen: 'Durch mich gelingt ein Projekt. Durch mich gibt es ein stabiles Fundament.' Alle - ja auch die es sich nicht vorstellen können - tragen zu etwas großem Ganzen bei, es muss dafür nicht bewusst sein.

Als es zum Ende der zweiten Verlängerunshalbzeit ganz arg wurde, hoffnungslose Mienen auf beiden Seiten, da dachte ich nur, jetzt muss noch mal alles mobilisiert werden. Wer weiß, wann wir wieder diese Chance haben. Und ich begann mein Mantra: "Wir schaffen das. Wir schaffen das. Wir schaffen das..." und "Deutschland schießt ein Tor. Deutschland schießt ein Tor..." und dann - ich konnte es kaum glauben, fiel es wahrhaftig. Bei der letzten Chance von Messi Minuten vor Ende murmelte ich: "Wir sind eine Mauer. Mauer. Mauer." und er verfehlte das Tor. Es ist unerheblich, ob das, was ich tat, eine Wirkung auf das Spiel hatte (? wow, das wäre ein Wunder, kicher), aber mir hat es gut getan, weil ich mich auf das Gute, die Möglichkeiten konzentriert habe. Wenn ich schon keinen direkten Einfluss auf den Verlauf habe, kann ich wenigstens zuversichtliche Gedanken in die Zukunft werfen. Hoffen auf ein gutes Ende. Mental unterstützen und glauben.

Bastian Schweinsteiger, der verletzt wird, Rempler und Tritte einstecken muss wie kein anderer und wieder und wieder aufsteht und weiter macht. Er hat mich beeindruckt. Es zeigt mir, zu was wir in der Lage sind, wenn wir etwas wirklich wollen. Das Zitat fällt mir ein: "Wer ein warum zum Leben hat, erträgt fast jedes wie." (Friedich Nietzsche)

Der Geist der Nationalmannschaft, der Geist dieses Wunders steckt auch in uns. In jeder und in jedem. Wenn wir wissen, wofür wir uns einsetzen, wenn wir an einem Strang ziehen, Weggefährten haben, dann sind wir stark, dann stecken wir Niederlagen weg, stehen wir wieder auf und arbeiten so lange an dem Ziel, bis wir es erreicht haben.

Daran und an das Wir-Gefühl in unserem Land möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder vor einer Herausforderung stehe.

Eine gute und starke Woche!

Ihre Anja Kolberg

PS: Und nun - das Beste zum Schluss:


Einen Wunsch in die Zukunft habe ich auch: Der Frauen-Fussball erhält die gleiche Begeisterung und Aufmerksamkeit. Unsere Frauen wurden 2003 und 2007 Weltmeisterinnen. 2007 im Finale übrigens gegen Brasilien, im Turnier glänzten sie mit dem höchsten WM-Sieg aller Zeiten (11:0 gegen Argentinien), sie waren dort auch der erster WM-Teilnehmer ohne Gegentor während eines Turniers. Nebenbei sind die amtierende 8fache Europameisterinnen (!) und neben den USA das erfolgreichste Frauen-Fußballteam der Welt. (Da gibt es noch viel mehr zu berichten...)

Da bleibt mir glatt der Mund vor Staunen offen stehen. So viele Ressourcen, die mir gar nicht bewusst sind und die ich nicht genieße. Es wird Zeit, aus dem Vollen zu schöpfen und uns unsere Schönheit, Stärke, Können und Möglichkeiten bewusster zu machen. Wir sind noch viel mehr als dieser Weltmeistertitel. Es gibt jede Menge stille Ressourcen! Wow! Nicht nur beim Fußball, sondern auch in unzähligen anderen Bereichen unseres Lebens und Alltags und vor allen Dingen in uns selbst! *Hüpf*Jaaa!*

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 14 Juli, 2014
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Wer hat an der Uhr gedreht?
Weiter im Renovierungsgarten

... Ist es wirklich schon so spät?

Ja. Ist es. 22 Tage sind vergangen, seit dem ich das letzte Mal hier schrieb. Mir kommt diese Zeit viel länger vor. So viel ist in Bewegung, dass ich kaum Schritt halten kann.

Ich sitze selten am Schreibtisch, weil ich weiterhin draußen im Garten bzw. auf der Terrasse und am Haus werkle. Seit unserer einjährigen Renovierung des Hauses 1997 ist dies das größte Projekt für meinen Mann und mich. Wir haben schon viel geschafft:

Die Gartenmauer ist verkleidet, gestrichen. Holzzäune gestrichen. Haussockel verputzt. Holz der Pergola geschliffen, gestrichen und aufgebaut inklusive vor Regen schützendem Dach. Steg neu geölt. Holzmöbel abgeschliffen und gestrichen. (Die Tischplatte gefällt uns besser als bei der Neuanschaffung. Jetzt kommt die Holzstruktur mehr heraus. Davon gleich ein Foto. Ein echter Gewinn.) Eine neue Treppe von der Küche in den Garten montiert. Ein Teil der Terrassensteine schon gesäubert und neu verfugt. Die Kellertreppe verkleidet und einmal gestrichen.

80% sind geschafft. Jetzt stehen noch weitere, aber kleinere Schritte und die übrigen Terrassensteine an. Fugenauskratzen macht zwar keinen Spaß. Auf der anderen Seite hab ich jedes Jahr einmal das Unkraut entfernt und das soll durch die neuen Fugen wegfallen. Gut, die alten waren kaum mehr gefüllt. Die Zeit und der Hochdruckreiniger haben so einiges ausgewaschen.

Was wir bisher geschafft haben, ist herrlich anzusehen. Ein Genuss fürs Auge, wobei ich das Alte auch gut sehen konnte. Ich habe mich auf das Schöne konzentriert. Ich habe richtig Farbe im Gesicht und an den Armen bekommen, ohne mich dafür in die Sonne legen zu müssen. Wenn ich meine Hände auf meine nackten Oberschenkel lege, ist der Farbunterschied enorm. Früher dachte ich immer: Ich werde ja kaum braun, da war diese Disziplin im Strandurlaub noch wichtig. Heute ist es mir wurscht und merke jetzt so nebenbei: Werde ja doch braun. :o)

Das ist positv bei all der körperlich sehr anstrengenden Arbeit. Ebenso, dass ich wahrhaftig 3 kg verloren habe. Körperliche Betätigung macht sich also auch auf der Waage bemerkbar. Außenstehende hatten mir das angesehen, doch ich sah nichts auf der Waage (stelle mich bei Bedarf so 1 - 4 mal im Jahr drauf - im Gegensatz zu früher, da wars täglich, morgens nach dem Bad). Heute früh zeigte es sich auch dort. Schön!

Ein schönes Gefühl auch, dass wir beide, mein Mann und ich, das alles alleine geschafft haben. Ohne Kräfte von außen. Es gibt mir als Frau wieder einmal das Gefühl, was ich leisten kann (und auch mal wie ein Mann anpacken). Ich traue mir auch mehr zu. Gut fürs Selbstbewusstsein. Und es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl für unsere Partnerschaft, was uns richtig gut tut. In Krisenzeiten ist es für mich ein Kraftanker, mich an diese Erlebnisse zurück zu besinnen und zu merken: Wir haben an einem Strang gezogen und das geschafft.

Haben Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner schon mal zusammen gearbeitet? Boah, zum Teil prallen da so unterschiedliche Welten aufeinander... Doch inzwischen können wir immer besser miteinander streiten. Nach 21 Jahren Ehe spielt es sich immer mehr ein, sich gegenseitig zu lassen, sich zu behaupten, auf den anderen einzugehen, Toleranz und Durchatmen üben ... Jeder Mensch hat so seine Lernaufgaben...

Jetzt habe ich endlich wieder geschrieben. *Hüpf* Ich weiß, einen angekündigten Beitrag über das auf mich selbst konzentrieren wollte ich noch schreiben. Der kommt noch. In diesem Moment freue ich mich, dass ich wieder gebloggt habe. Mir Zeit genommen habe, hier zu sitzen und meine Finger über die Tasten hüpfen zu lassen und Sie an meiner kleinen Welt teilhaben zu lassen.

Es hat richtig gut getan, mir die positiven Dinge und Errungenschaften anzuschauen und darüber zu berichten. :o) Das ist auch ein wichtiger Bestandteil des gesunden Lebens.

Alles Liebe aus Köln & schön, dass Sie da sind und mich lesen.

Ihre Anja Kolberg

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Ich erlaube nicht, dass meine Texte und Bilder kopiert und außerhalb dieser Webseite genutzt werden. Wenn Sie das machen möchten, schreiben Sie mir, um eine Vereinbarung zu treffen.

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 18 Juni, 2014
Thema: Blog - 2014, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Renovierung

Rollenverteilung beim Handwerken...
Warum mache ich es nicht selbst?

Ich war/bin eine super Assistentin. Weil ich mitdenke, voraus schaue, gut zuarbeite, ganz bei der Sache (des anderen) bin - mit der Zeit alles Wichtige so verinnerliche, dass ich es eigentlich selbst tun könnte.

Das zeigt sich im praktischen Leben - zum Beispiel bei der Renovierungsarbeit, die jetzt draußen am Haus statt findet. Habe ja schon davon berichtet. Es zeigte sich auch in meinen Jobs, die ich früher hatte. Und auch letztes Jahr, als mein Mann die Betreuung für seinen verunfallten Chef übernahm, griff ich ihm unter die Arme: Hörte zu, überlegte mit, sortierte die Buchhaltung, verschaffte einen Überblick über die Lage, litt auch mit und machte Mut. Doch vor allen Dingen war es das Dasein, Zuhören, Rücken frei halten und Mittragen der schweren Last.

Alles schön und gut? Nein, eben nicht. Gut, manchmal geht es nicht anders (wie letztes Jahr, doch dabei ist das eigentliche Problem, dass ich mich selbst vergesse, darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten), aber grundsätzlich ärgere ich mich über mich selbst. Weil ich mich unterordne und meine Fähigkeiten zur Seite stelle. Brav die Werkzeuge angebe und vorbereite, statt es selbst zu tun. Nein, nur Assistentin sein macht auf Dauer keinen Spaß.

Letzte Woche hatte ich keinen Bock mehr. Es mussten mehrere Silikonfugen gezogen werden. Mein Mann bat mich, die schon mal mit Klebeband abzukleben. Als ich das tat, fasste ich mir an den Kopf: Warum eigentlich? Das Abkleben dauerte mir viel zu lang und der Rand ist so nachher doch unsauber. Ich kann das auch selbst, ohne Abkleben. Bei der Sanierung des Hauses 1996/1997 hatte ich auch Silikonfugen gezogen.

Also schnappte ich mir das Zubehör, die Silikonspritze (wie funktioniert die nochmal?), wechselte die Kartusche, nahm das Seifenspray, eine Klopapierrolle zum praktischen Aufnehmen des überflüssigen Acryls (gelernt von meinem Bruder, der das Tischlerhandwerk lernte), einen Abzieher und los. Hey, und es klappte. Es wurde richtig gut! Denn was ich (auch) richtig gut kann, ist genau arbeiten.

Zum Beispiel an Fuß- und Deckenleisten so genau vorbei streichen, dass man nicht abkleben muss. Dauert länger, ist aber sauberer und macht Spaß. Mein Mann hingegen ist gut bei groben und auch körperlich anstrengenden Arbeiten. Er kann ruckzuck was einreißen und schwere Arbeit wegmachen, dass ich immer wieder staune. Fürs Genaue fehlt ihm die Geduld. Deswegen streiche ich bei der Raumrenovierung auch immer die Kanten und mein Mann übernimmt mit der Rolle die großen Flächen. Ersteres dauert, was mich nervt, weil die großen Flächen in kürzerer Zeit nach viel mehr aussehen. Da mir aber wichtig ist, dass es ordentlich ist, übernehme ich die filigrane Arbeit. Klar, ich könnte auch die Flächen noch streichen, mache ich auch manchmal. Aber warum sollten wir es nicht zusammen machen und so ist die Arbeit insgesamt schneller fertig? Ruhm oder Schönheit? Ich entscheide mich für die Schönheit bzw. dafür, dass es 'schön' und ordentlich wird und nicht nur schnell fertig.

(Mein Gott, hat Sting eine attraktive Stimme! Hab mir eben nochmal dieses Video angeschaut. Er hat was. Stimme in jedem Fall. Und eine Art Verletzlichkeit? Tiefe? Was ist es? Ich kann es nicht ergründen, lasse mich jetzt von Stings Stimme begleiten. Herrlich... So weiter im Beitrag, das musste jetzt unbedingt eben reingeschoben werden.)

Mein Mann stutzte erst, als er am Telefon fragte, ob ich die Fuge schon abgeklebt hätte und statt dessen erfuhr, ich hatte sie selbst schon gezogen. Als er sie live sah, freute er sich, dass er die Arbeit nicht machen muss und dass es so gut geworden ist.

Also, warum diese Scheu, Anja? Du bist nicht mehr das Kind, das seinem Vater bei der handwerklichen Arbeit zuschaut und ihm dabei zur Hand geht. Du bist erwachsen. Du kannst es selbst. Warum diese Scheu? Hat es außer der Gewohnheit damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen? Ja, auch. Was ist es noch? Es ist die Angst, in Bereiche vorzudringen, in denen ich mich nicht so gut auskenne. Wo es viele gibt, die sich besser auskennen. Ich bin ja keine gelernte Handwerkerin, auch wenn ich dazu bestimmt das Zeug gehabt hätte.

Es war immer ein 'Mann' im Haus. Früher mein Vater. Heute mein Mann. Und ich kenne es so, dass die die handwerklichen Arbeiten übernehmen. Ich stelle mich da eine Stufe nach hinten und arbeite eher zu. Klassische Rollenverteilung! Schrei!

Will ich das? Nein! Tue es aber trotzdem und ärgere mich darüber. Nun, ich durchbreche ja das Muster. Mache Dinge selbst wie die Silikonfuge, weil ich sie mir zutraue und dieses genaue Arbeiten eher mein Ding ist. Meine Schwester erzählte mir, dass sie an ihrem Haus eine Wand verputzt hat. Wow! Ich war sprachlos. Wieso? meinte sie, steht doch auf der Packung drauf, wie es geht. Cool! Meine Schwester. In ihrem Haus gibt es keinen Mann. Da ist diese Selbstverständlichkeit der klassischen Rollenverteilung einfach nicht gegeben - und sie packt es an. Würde ich dann wahrscheinlich auch tun, wenn es so bei mir wäre. Ja, vielleicht ist es auch die Angst, der Mann kann es besser. Weil er Handwerker ist. Dabei sehe ich bei meinen Ideen und Handeln, dass ich auch geschickt bin, vorher gut überlege, auch manches versaue... aber so ist das eben, dann macht man es wieder gut und gut ist. So geht es den Männern ja auch.

Ein Problem: Ich glaube, andere können es besser als ich. Wenn ich dann genau beobachte, merke ich: Das stimmt nicht. Jeder hat bestimmte Vorlieben, kann das eine besser als das andere, aber keiner kann alles besser. Übung spielt eine große Rolle. Manchmal wohl auch so tun, als ob man es gut/besser kann, obwohl das nicht stimmt. (Weil es erwartet wird, man selbst es von sich erwartet oder weil man es glaubt). Durch Versuch und Irrtum, neu machen und verbessern - entwickelt sich dann eine Fähigkeit. Also, mehr Mut, Anja. Nicht nur streichen. :o)

Gut, auf der anderen Seite muss ich ehrlich bekennen: Ich hasse alle Arbeiten, die mit Kalk zu tun haben. Beton, Mörtel, Spieß... Nix für mich. Zu dreckig, wobei ich mich gut im Garten dreckig machen kann. Aber gegen Kalk bin ich 'allergisch'. Um diese Arbeiten mache ich gerne einen Bogen und bin froh, sie nicht machen zu müssen. Bohren gehört auch dazu. Ich hasse Bohrstaub. Wenn mein Mann hier in der Wohnung bohrt, stehe ich mit dem Staubsauger daneben, damit er sich möglichst wenig verteilt. Als in meiner Zollstocker Coachingwerkstatt ein Rohrbruch beim Nachbarn war, musste bei mir im Bad die Wand aufgeklopft werden. Das passierte, während ich nicht da war. Mein Vermieter hatte mich informiert und so gut es ging alles abgeklebt, damit es nicht staubte. Doch wer so was schon mal mitgemacht hat, weiß: Dieser feine weiße Kalkstaub ist überall. Wenn ich schon dran denke, bekomme ich Aggressionen und die Nackenhaare stellen sich auf. Homöopathen könnten daraus wahrscheinlich Schlüsse ziehen, warum ich so auf dieses Material reagiere...

Fazit: Es gibt handwerkliche Arbeiten, ....

... die mag ich und die mache ich auch ohne um Rat zu fragen oder mich unterzuordnen. Da bin ich Chef. Streichen zum Beispiel. Silikonfugen ziehen. :o)

... die mag ich nicht und bin froh, dass ich sie nicht machen muss. Bohren zum Beispiel, Wände aufklopfen.

... da traue ich mich noch nicht/selten/gar nicht ran, weil ich denke, die anderen (bei handwerklichen Arbeiten: Männer) können es besser. Wobei die auch falsch liegen können, es selbst ausprobieren müssen, nachfragen (was offenbahr für viele Männer so schwer ist... Ich hab null Probleme damit, mir im Baumarkt was erklären zu lassen - nach dem Weg zu fragen.).

Ich denke, wer Handwerker ist, kann alles handwerkliche. Als bekommen sie eine Allzweckwaffe in der Ausbildung, Gesellen- und Meisterzeit überreicht. Dabei ist das Quatsch. Die können doch auch nicht alles! Mein Mann hat draußen zum Beispiel auch das Elektrische gemacht. Er ist Schornsteinfeger. Ich würde das Elektrische nicht anpacken (mein Papa ist Elektriker), davor habe ich zu viel Respekt. Nun, mein Mann macht es einfach. Er kann ja auch viel. Aber - jetzt kommt der entscheidende Punkt: Das hat diesmal auch nicht auf anhieb geklappt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft die Sicherung rausgeflogen ist. Ich will ihm nicht unrecht tun: In der Regel klappt das. Hier war es ein besonderer neuer Schalter, der Mätzchen machte. Die Sicherung sprang raus. Na und? Er hat solange probiert, bis es klappte. Fertig. So einfach ist das. Beim nächsten dieser Schalter weiß er, was zu tun ist. Lernen durch Tun.

Das könnte ich mir mal hinter die Ohren schreiben, noch besser verinnerlichen: Andere können es nicht automatisch besser. Sie können es besser, weil sie sich trauen. Weil sie versuchen, üben, scheitern, dabei lernen und sich verbessern. Und so zum Meister werden. So geht es. Durch zögern, zaudern, alles auf anhieb perfekt machen wollen bleibt man/frau (ich!) nur stecken.

Mein Wunsch: Mehr Mut bei den Dingen, wo ich noch wenig praktische Erfahrung habe - in dem ich es einfach tue. Mut, Fehler zu machen. Mich weiter zu entwickeln. Besser werden. Nur so geht es. Keiner kommt als Profi auf die Welt!

Heute regnet es Bindfäden. Herrlich. Ich müsste Holz schleifen, bevor es den ersten Anstrich bekommt. Das soll vorher nicht nass werden. Also bleibt es im Keller: Pause! Zeit, nachzudenken, zu reflektieren, diesen Beitrag zu schreiben, neue E-Cards zu fertigen:

Neue Ecards

Im Garten blühen die Rosen wie schon Jahre nicht mehr. Auf dem Foto sehen Sie Leonardo Da Vinci, die letztes Jahr einen großen Trieb verlor. Ich befürchtete, sie schafft es nicht. Jetzt schauen Sie sich an, wie Sie es geschafft hat!

Auch die weiße Kletterrose steht voller Knöpfe. Auf dem Foto eine ihrer vielen Blütenrispen. Und das alles schon im Mai und nicht erst im Juni. Dieses Jahr ist wirklich anders als all die Jahre davor. Schon im April blühte eine Rose!

Fünf Pfingstrosen brachte mir meine 'heilige' Staude, die ich aus einem alten Bauerngarten geschenkt bekommen habe, als Geschenk. Die pinken Blüten haben mein Büro lange beduftet. Wenn ich hier rein kam: Hmmm, tief einatmen, wohlfühlen. Jetzt steht die rosafarbene Gertrude Jekyll auf meinem Schreibtisch mit einem Zweig Frauenmantel. Sieht schön aus, auch wenn sie nur stark duftet, wenn ich meine Nase in die weichen Rosenblüten halte. Die Pfingstrose konnte nur durch ihre Anwesenheit den ganzen Raum erfüllen!

Alles Liebe,

Ihre Anja Kolberg

Direktlink dieses Artikels, um darauf zu verweisen: https://www.frauencoaching.de/archives/2014/05/entry_6840.html Ich erlaube nicht, dass meine Texte und Bilder kopiert und außerhalb dieser Webseite genutzt werden. Wenn Sie das machen möchten, schreiben Sie mir, um eine Vereinbarung zu treffen.

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 27 Mai, 2014
Thema: Blog - 2014, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Renovierung

Das Leben ist schön

Seufz. Das Leben kann so schön sein. Gestern durften wir mit meiner Patentante und einem großen Kreis aus Familie und Nachbarn ihren 60. Geburtstag feiern. Ich liebe es, ins Bergische zu fahren, Menschen wiederzusehen, die ich viel zu selten sehe, sie drücken, hören, was es Neues gibt. Schön. Davon wünsche ich mir viel viel mehr. Nach Hause kommen ist einfach schön!

Es gibt Phasen, da kommen die Dinge zu kurz, die kostbar sind. Vielleicht ist das wichtig, um herauszufinden, was mir wirklich viel Freude macht und wirklich wichtig ist, wovon ich mehr haben möchte? Menschen zum Beispiel, die mir am Herzen liegen, die mir Aufmerksamkeit schenken und sich für mich interessieren.

Ich liebe es, morgens mit unserem Hund spazieren zu gehen, anschließend beim Bäcker Brötchen und Zeitung zu kaufen und mein Croissant (oder die kleinen Quarkbällchen, göttlich) und dann auf der Terrasse unter unserem Stoffpavilion die Zeitung zu lesen, Tagebuch zu schreiben, aus einem wunderschönen henkellosen Becher der dänischen Firma GreenGate meinen Kaffee zu trinken, in unseren Garten zu schauen. Ein Traum. Ich kann kaum in Worte fassen wie viel Energie und Kraft mir dieser Ort gibt. Welch ein Geschenk, dass das Wetter all die letzten Wochen so mitspielte und ich dort aufgrund vieler stimmiger Randbedingungen dort sitzen konnte. Danke!

Letzte Woche hatte ich am Abend das große Glück eine Kohlmeise beim Baden zu beobachten. Dann tanzt und hüpft mein inneres Kind und ich fühlte so viel Dankbarkeit, diesen scheuen Vogel aus der Nähe beobachten zu dürfen. Es dauerte nicht lange, da landete am Teich eine Amsel, um dort ein Bad zu nehmen und ihr folgte ein kleiner Schwarm Vögel, die mal badeten, dann wieder auf dem Zaun oder im Baum Platz nahmen. Mir liefen Tränen die Wangen herab, so berührt hat mich dieses Geschenk der Natur. War das schön!

Es gibt so viel Schönes - gerade in der Natur zu beobachten, das mich glücklich macht. Auf unserer Terrasse hat sich Mohn zwischen die Fugen der Steine gesetzt. Zwei Stengel waren verblüht und da sie an der Treppe standen, waren sie durch uns wohl ein wenig nach unten gebeugt worden, so dass ihre inzwischen blütenlosen Samenkapseln nur noch einige Zentimenter über dem Boden schwebten. Auf unserer Terrasse lebt eine Mausfamilie, manchmal wenn ich still dort sitze, kann ich sie am Abend flitzen sehen. Ich mag diese Tiere, seit dem wir mal eine retteten [Maus(e)tod?]. Nun fiel mir eines morgens auf, dass die beiden Samenkapseln des Mohns spurlos verschwunden waren. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie die Mausfamilie auf der Terrasse ein Erntefest gefeiert hatte und die Kapseln entweder gleich gefuttert oder sie in ihr Winternest geschleppt hatten...

Das sind die Geschenke der Natur, die ich meine und die mich - einfach - glücklich machen. Dafür brauche ich einige Momente des Innehaltens. Durchatmen, da sein und mit allen Sinnen wahrnehmen, was um mich herum so passiert.

Ich bin glücklich, endlich wieder gebloggt zu haben. Ich vermisse das und weiß, es wird auch wieder mehr werden. Alles hat seine Zeit...

Ich werde öfter gefragt, ob ich noch auf meinem Weg zur veganen Ernährung bin. Ja, bin ich. Ich habe in den letzten Monaten so viele Fotos von meinen Tellern gemacht, dessen köstliche Auflage ich anschließend verspeiste. Die wollte ich schon lange mal bloggen und wie es mir geht. Mal sehen, ob es mir dieses Jahr noch gelingt. Auf jeden Fall esse ich weiterhin kein Fleisch, kein Fisch, keinen Käse, keine Eier, keine Milchprodukte. Es gibt aber - immer noch - Ausnahmen, die ich mir erlaube: Eis, Kuchen, Teilchen, Croissants, Schokolade (oder die oben erwähnten Quarkbällchen).

Mal sehen, wie sich das entwickelt. Wenn Sie wissen wollen, warum ich mich auf diesem Weg befinde, können Sie es hier nachlesen: Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben 

Viele Grüße

Ihre Anja Kolberg

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Ich erlaube nicht, dass meine Texte und Bilder ohne meine Erlaubnis kopiert und außerhalb dieser Webseite genutzt werden. Wenn Sie das möchten, schreiben Sie mir.

Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 01 September, 2012
Thema: Blog - 2012, 2. Halbjahr, Blog - Achtsamkeit, Blog - Beziehungen

Familie & mehr, was ich liebe

Gestern war ein schöööööööööööner Tag. Warum? Besuch bei meiner Familie, meine Oma hatte Geburtstag. Jede Menge Menschen drücken, die ich gerne habe, ich brauch gar nicht so viel zu quatschen, mir reicht schon die Energie des Familienverbundes. Gleich ob die Ursprungsfamilie meiner Mutter oder die meines Vaters, oder meine eigene, also meine Eltern und Geschwister oder die Familie meines Mannes: Familie tut mir einfach gut! Luna ist inzwischen ganz schön gewachsen und so süß und zum Knuddeln, dass ich sie am liebsten eingepackt und mitgenommen hätte... (Der Wirbelwind hat eine Tube Holzkleber zwischen die Zähne bekommen. Ergebnis: Interessante helle Stellen im Fell, die wohl irgendwann auch wieder gehen...)

Früher wurde in den Familien - mangels Fernsehen oder Radio - viel gesungen. So auch in der Familie meiner Oma oder bei meinem Vater war es auch so. Schade, dass diese Tradition schon fast ausgestorben ist. Die Onkels und Tanten sangen gestern im Kanon "Der Dom zu Köln", wobei ich den richtigen Text nicht behalten habe, aber wichtig ist nur: Es hat sich richtig toll angehört!

Ich bin stolz auf mich, dass ich den Wandkalender und den Tischkalender ausführlich vorgestellt habe. Das war eine sehr intensive Arbeit für mich. So lange Blogbeiträge schreibe ich selten. Mehrere Tage habe ich daran gearbeitet. Jetzt freue ich mich über das Ergebnis. Ich höre von verschiedenen Seiten, dass es Ihnen gefällt, dass ich mehr zu den Kalenderblättern erzählt habe. Ich habe das Gefühl, dass die Impulse, die ich jetzt aufgeschrieben habe, sich noch mal von dem unterscheiden werden, was ich dann in dem jeweiligen Monat dazu zu empfinde. Ich freue mich darauf!

Das nächste große Ziel ist den neuen Newsletter rauszubringen. Das werde ich auch noch schaffen!

Dankbar bin ich, dass die Kalender bei Ihnen so gut ankommen, denn sie sind meine Haupteinnahmequelle, die es mir überhaupt möglich macht, hier diesen Blog zu schreiben.

Sonntag Abend lief eine Sendung auf RTL, die mir gut gefallen und gut getan hat: Das Medium. Die kritische Berichterstattung, die ich darüber gelesen habe, macht mich traurig. Ich hatte das Gefühl, dass die Angehörigen sehr gut betreut worden sind und sie eine Erleichterung erfahren habe. Mir gefällt Kim-Anne Jannes sehr und ihre Arbeit, die sie dort geleistet hat. Von solchen Sendungen kann ich nicht genug bekommen. Ich liebe die Beweise, dass die Seele nach dem Tod des Körpers weiterlebt und der Kontakt zu Menschen, die gestorben sind, möglich ist. Für mich ist das ein großer Trost und Gewissheit zugleich. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin, wenn ich eines Tages sterben werde, ich werde aufgefangen von den Menschen, die ich kannte und die vor mir gegangen sind. Da oben warten schon mein Opa, meine Uroma, die Mutter meines Vaters, unser Hund Britta und ganz sicher auch Morle, mein süßes Schaf, das ich als Kind mit der Flasche aufziehen durfte und mir heute noch am Herzen liegt.

Jetzt mache ich hier im Büro Feierabend und gönne mir eine warme Winterjacke, da freue ich mich auch schon lange drauf.

Einen schönen Nachmittag wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 04 November, 2010
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Medialität

Land-Freude

Gestern bin ich dem Alltag entflohen. Ziel: Bergisches Land. Meine Familie besuchen. Neue Eindrücke sammeln. Auf andere Gedanken kommen. Energie tanken.

Bei meinem Bruder habe ich einen gaaaaaanzen Haufen wunderschöner neuer Naturbilder angeschaut. Vor allen Dingen die Vögel hatten es mir angetan. Frisuren haben die! Genial das Bild einer Bachstelze, die wirklich wie ein General strammen Schrittes mit in den nacken geworfenem Haupt durchs Bild stolzierte. Oder ein Lämmchen und ein Böckchen, die ein wildes Kaninchen skeptisch beäugen und dann laut blöckend von ihrer mit gelben Blümchen durchzogenen satt-grünen Wiese jagen. Das Kaninchen in Großaufname, das sich wie ein Model für den Fotografen in Pose schmiss und seine unglaublich langen Wimpern zeigte. Es muss ein Mädchen gewesen sein. :o) Noch sooooo viele Fotographien mehr .... Bäume in den verschiedenen Jahreszeiten vor blau-weißen Himmellandschaften, neben Rapsfeldern, abendblauen Schneelandschaften. Singvögel beim Füttern und Nahrung sammeln. Greifvögel bei der Jagd. Wildgänse auf dem Wasser, beim Liebkosen, Streiten und Starten. Bei einem Bild hielt mich nichts mehr: "Niiiiiiiils Hooooolgerson - fliegt mit den Gänsen davoooooon." Lilo sah ich auf einem der Vögel Platz nehmen - hier ist das Ergebnis:

 

Danke, dass ich das Nutzungsrecht für das tolle Foto hier für den Blog bekommen habe!

Wie viel Geduld man aufbringen muss, sitzen, beobachten, warten, Stunden um Stunden - und dann das technische Verständnis und das "Auge", um die Natur so abzubilden. Hach, meine Seele konnte richtig genießen und Energie tanken. Zum krönenden Abschluss hat mein Bruder noch viele schöne Aufnahmen von mir gemacht. Rechts können Sie eines sehen und andere zum Beispiel unter meiner Vorstellung. Das hätte ich noch stundenlang machen können! ((((Danke schön!!!))))

Nachmittags ging es dann zu meinen Eltern und meiner Oma. Halma spielen. Diesmal war mir das Spielerglück nicht hold. Mama und Oma steckten die ersten Plätze ein. Der leckere Erdbeerkuchen, den ich im Gepäck hatte, tröstete gleich. (So leicht geglückt: Bisquitkuchenrezept. Auf den ausgekühlten Boden Sahnesteif gestreut, damit das Obst nicht den Boden mit seinem Saft durchweicht. Frische einheimische Erdbeeren obendrauf und den - sicherlich nicht supergesunden, dafür aber superduftenden Erdbeerguss oben drauf. Sehr lecker. Will ich nochmal machen.)

Im Garten von meiner Tante und meinem Onkel konnte ich die neuen Hühner bewundern - eines legt sogar grüne! Eier -, neu angelegte Funkienbeete, kräftige Tomatenpflanzen im Gewächshaus - so viele schöne Ecken und Beete. Die Zeit war viel zu schnell vorbei... Aber wenn alles klappt, werde ich dort bald wieder einige Tage verbringen. Das wäre zu schön. Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie ich in meiner Heimat Kraft tanke und an Blühkraft gewinne. :o)

Ihre

Anja Kolberg

PS: Noch mehr Berichte vom Landleben finden Sie hier:

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 09 Juni, 2010
Thema: Blog - 2010, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Landleben & Urlaub

Mit dem Herzen sehen können

So viele Informationen über andere Menschen erreichen mein Inneres über meine Augen. Kleidung, Haare, Gesichtszüge, Zähne, Körperbau, Körpergröße, Alter, Narben, Wunden, Versehrtheit, Herkunft - all diese visuellen Reize haben Einfluss auf das Urteil, welches ich mir von meinem Gegenüber bilde. Doch dies alles - auch der Wert der Kleidung, wie viel oder wenig gepflegt jemand ist, ob und welchen Schmuck jemand trägt, welches Auto er/sie fährt, in welchem Haus jemand wohnt, gesellschaftlicher Stand, wie die Einrichtung ist - sagt nicht wirklich etwas über die Schönheit der Seele aus, die im Körper dieses Menschen wohnt.

Gestern Abend bei 'Bauer sucht Frau' störte es eine Teilnehmerin offensichtlich nicht, dass der Mann jedes Mal, wenn ich ihn sah, sehr schmutzige Fingernägel hatte. Mich würde das stören. Ihr gefiel der Mensch. Das brachte mich zum Nachdenken.

Welche Kraft ist nötig, den Menschen hinter der Äußerlichkeit zu entdecken und sich unabhängig davon in ihn zu verlieben? Oder im Alltag völlig unbefangen von den aufgebauten Kulissen auf andere zuzugehen.

Daran möchte ich mich erinnern, wenn ich wieder einmal schnell jemanden wegen Äußerlichkeiten beurteile. Ich möchte mich darin üben, mit dem Herzen zu sehen: Die Augen ausschalten und mich auf mein Herz konzentrieren und das, was es wahrnimmt. Damit habe ich die Chance, die Seele und damit die wirkliche Schönheit und Besonderheit eines Menschen kennen und schätzen zu lernen.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 22 Dezember, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Knusper, knusper knäuschen...

... wer knuspert an meinem Häuschen?

 

Das wird sich wohl die Hexe dieser stattlichen Behausung die nächsten Tage fragen.

 

Bauherren dieses Meisterwerkes: Marie und Lea, die bezaubernden Töchter meiner Freundin. Gehilfen: Meine Freundin Babsi und ich.

Was hat der gemeinsame Nachmittag mir eine Freude bereitet. Die Lebkuchenplatten waren vorbereitet, wird durften uns mit dem Zuckerguss beim Aufbauen und Dekorieren austoben. Das war genau richtig für ein paar schöne gemeinsame Stunden. Meine Freundin hatte zur Stärkung vorher einen einladenden Adventstisch gedeckt: Kerzen brannten, Kaffee duftete....

Ich bin begeistert von unserem Hexenhäuschen. Die beiden Kinder haben so viel Phantasie und Ideen für das Dekorieren - so schön kunterbunt könnte ich das niemals mit so viel Leichtigkeit machen.

Abends bin ich aufgefüllt mit ganz viel Freude nach Hause gefahren.

Die glückliche Gehilfin

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 14 Dezember, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Die Zeit rast plötzlich & Geschenkvorfreude

Je näher es auf Weihnachten zugeht, desto schneller geht die Zeit voran. So kommt es mir auf jeden Fall vor - und ich freue mich auf das Fest - und den Jahreswechsel.
Dieses Jahr mache ich mit meiner Familie Wichteln. Das große Geschenkeverteilen haben wir schon lange eingestellt, weil es einfach nur noch in Streß für uns alle war und uns ein bischen der Sinn von Weihnachten verloren ging. Mit unseren Familien Zeit verbringen, das war wichtig. Nach ein paar Jahren Abstinenz wollen wir es jetzt mal mit dem Wichteln probieren. Maximal 5 Euro darf es kosten.
Es soll nur eine Kleinigkeit sein, ein aneinander denken. Und es tut einfach gut, etwas geschenkt zu bekommen. Da keiner weiß, wer das Geschenk erhält (wir werden es auslosen oder auswürfeln), ist der Druck weg, etwas zu finden, was dem anderen gefällt. Notfalls werden wir untereinander die Geschenke tauschen. Wo ich mich noch mehr drauf freue, ist das Trash-Wichteln. Jeder bringt etwas mit, das er quitt werden möchte. Ich freue mich schon darauf, zu rätseln, was in den Päckchen ist!
Ich glaube, das wird Spaß machen.
So werden wir also nicht nur mit Essen den Heilig Abend verbringen, sondern auch mit zwei Geschenkerunden.
Nur noch zwei Stündchen, dann werde ich mit den Engeln Plätzchen backen. Ich bin bei meiner Freundin und ihren süßen Töchtern eingeladen. Dieses Jahr erfüllen wir einen Wunsch von mir: Ein Lebkuchenhexenhäuschen bauen. Ich hab's noch nie gemacht. Die Lebkuchen sind schon fertig. Drücken Sie mir die Daumen, dass es wirklich hält...
Ein zauberhaftes Wochenende wünsche Ihnen Ihre
Anja Kolberg
Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 11 Dezember, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Eine zweite Chance

Wie schnell ist etwas gesagt, getan - unüberlegt, ohne Absicht zu verletzen. Wie schnell können solche Worte und Taten anders aufgenommen werden, als sie gemeint sind?

Das ging mir heute früh durch den Kopf. Und wie schnell speichere ich diese Erfahrung unter "negativ" oder "sind blöde Leute" oder "die mögen mich nicht" ab, ohne wirklich miteinander gesprochen und das, was mich stört oder verletzt hat, geklärt zu haben?

Wie viele Menschen habe ich schon durch Worte und meine Art verletzt, ohne es jemals zu wollen? Wie gut hätte ich es gefunden, wenn ich darauf angesprochen worden wäre und die Sache so aus der Welt geschafft worden wäre.

Wie oft traue ich mich selbst nicht, anzusprechen, was mir unangenehm aufgestoßen ist? Schlucke es runter, bleibe verletzt, statt dem anderen eine Chance zu geben? Damit auch mir und der Beziehung, die ich zu dem anderen Menschen habe? Ich gehe die Begegnungen in meinem Leben durch. Da fallen mir einige Menschen ein, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe, die unter "blöd" abgespeichert sind. Vielleicht haben Sie es damals gar nicht so gemeint, wie ich es aufgefasst habe? Hätte ich besser mit ihnen direkt gesprochen, statt mit anderen über sie? Ganz bestimmt.

Auf dem Feld kann ich noch einiges lernen. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, solche Themen anzusprechen: Locker, klar, direkt. Mein Nachbar kann das wirklich gut. Er spricht die Dinge direkt an, die ihn stören und wartet nicht, bis sie zu einem Pulverfass geworden sind. Das möchte ich lernen und auch können. Für Frieden in meinen Beziehungen und damit auch für den Frieden in mir.

Einen schönen Montag!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 21 September, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Andere lassen können

Wenn ich höre, dass es einem Menschen, den ich mag, nicht gut geht, kann ich das schwer ertragen. Ich mache mir Sorgen, überlege, was ich tun kann. Mir geht es nicht gut, weil ich denke, dem anderen geht es schlecht. Ich denke, ich müsste helfen. Wenn ich ehrlich bin: Dem anderen helfen, damit es auch mir selbst besser geht.

Was ich dabei übersehe: Dem anderen geht es vielleicht in seiner Situation besser, als ich mir das vorstelle. Warum? Zum Beispiel, weil er diese Situation schon lange kennt oder auch schon früher solche Situationen hatte und gelernt hat, damit zu leben. Oder weil er dieses Leid für sich im Moment braucht, um mit einer Situation besser umgehen zu können oder um innerlich weiter zu kommen. Und vor allen Dingen übersehe ich bei meinem Sorgen machen, dass ich dem anderen nicht seine Selbstverantwortung lasse. Es liegt in der Verantwortung des anderen, um Hilfe zu fragen. Es liegt in meiner Verantwortung, anderen nicht meine Hilfe, meine Sorgen aufzudrücken, nur weil ich es nicht mehr aushalten kann, den anderen so zu sehen wie er gerade ist. Es ist eine Herausforderung, anderen auch ihr Schicksal zu lassen.

Was ich dabei allzu schnell vergesse: Selbst wenn es mir schlecht geht, will ich keine Hilfe von anderen haben. Es geht mir dann vielleicht nicht gut, aber das ist okay und ich kann damit gut leben. Es ist gar nicht sooooo schlimm, wie der andere vielleicht meint. Und auch wenn ich mein seelisches Leid schwer tragen kann, so will ich auf keinen Fall, dass es ein anderer für mich trägt. Ich finde es unverschämt, wenn ein anderer mir nicht zutraut, mein eigenes Schicksal zu tragen. Leiden kann so heilsam, wertvoll und wichtig sein. Auch wenn ich darüber rede wie unzufrieden ich bin, wie traurig, dass es zum Beispiel nicht weiter geht oder ich bei bestimmten Themen immer noch nicht weiter bin: Ich will selbst meine Lösung finden. Ich brauche und will dann keine Tipps und Ratschläge von anderen. Ich will nur reden. Reden darüber wie es mir geht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und wenn ich spüre, ich komme nicht weiter, auch dann übernehme ich Verantwortung für mich und frage um Hilfe.

Ich hoffe, das fällt mir das nächste Mal ein, wenn ich jemand anderen leiden sehe und ihn retten will. Vielleicht erzähle ich dem anderen dann mal, wie es mir damit geht und erfahre so, dass es sich für den oder die Leidende gar nicht so schlimm anfühlt.

Winkewinke von der Denkerinsel

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 14 September, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Eigentlich müsste es ein Gesetz...

...geben, welches Filme ohne Happy End verbietet! Das habe ich beschlossen, nach dem ich den Film Tristan und Isolde zu Ende geschaut hatte. Uh, sind die Tränen geflossen. So ungerecht. So hart. So blöde, einfach blöde war das Ende. Mist! Dabei war der Film selbst ein Traum, zugegeben leider auch brutal, was wohl zu der damaligen Zeit gehörte. Ich will Happy Ends! Ich finde, das echte Leben ist schon so verrückt und oftmals viel zu hart, dass man als Zuschauer ein gutes, ein hoffnungsvolles Ende von Filmen oder Geschichten verdient hat. Ja, ich brauche: "Und so lebten sie glücklich..." - gut, vielleicht nicht bis ans Lebensende, das wäre zuviel des Guten und ist zu fernab der Realität. Aber etwas Gutes soll es bitte schön am Ende geben. Ich heule mir bei solch tragisch endenden Liebesgeschichten die Augen wund, ganz schlimm war es nach dem auch wunderbaren Film "Die Brücken am Fluss". Nach dem konnte ich noch zwei Tage weinen, weil ich es so ungerecht fand, dass die beiden Liebenden nicht zueinander gefunden haben. Ich habe mir gerade deswegen auch nicht "Titanic" angeschaut und mache es heute noch nicht. All diese Liebesgeschichten sind wohl deswegen so "groß", bleiben so lange in Erinnerung, weil sie tragisch enden. Und wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich ein Gesetz beschließen, dass die Autoren und Geschichtenerfinder dazu verpflichtet, sich trotz aller Tragik, trotz allem Schmerz und Herausforderungen ein gutes Ende zu überlegen. So soll es sein! Anja Kolberg
Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 04 September, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Tausend Schutzengel...

... begleiteten meinen Mann gestern auf dem Weg zur Arbeit. Jemand nahm ihm die Vorfahrt, es kam zum Zusammenprall. Beide Autos sind wohl nicht mehr zu benutzen. Ich war heilfroh, als ich meinen Mann nach einigen Stunden Durchchecken im Krankenhaus mit Prellungen und kleineren Wunden mit nach Hause nehmen konnte. Es hätte auch anders ausgehen können, alle sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Ich bin noch immer beeindruckt, wie schnell und unvorbereitet einen das Schicksal treffen kann.

Nach dem Schreck am Montag morgen kann es nur eine besonders glückliche Woche werden. Wir haben hier zu Hause ein Krankenlager aufgebaut, Minu hat auch das Schwesternhäubchen angezogen und umsorgt ihr Herrchen mit zusätzlichen Kuscheleinheiten. Da wird man ganz schnell wieder gesund.

Glückliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 09 Juni, 2009
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Beziehung...

... ist immer wieder Arbeit an mir selbst.
... ist aufeinander zu gehen.
... ist gut für sich selbst sorgen.
... ist zu begreifen, dass ich für meinen Partner ein Spiegel bin, dessen Bild Gefühle und Reaktionen in meinem Partner auslöst.
... ist zu entdecken, dass mein Partner ein Spiegel für mich ist. Was mich an meinem Partner aufregt, hat in mit mir selbst zu tun.
... ist ein Abenteuer.
... ist die Kunst, im Wir das Ich zu stärken, statt es zu verlieren.
... ist ein Spiel, im Ich das Wir zu finden.
... macht Mut, immer wieder neu anzufangen.
... ist eine große Schatztruhe an Gefühlen, solchen die gut tun und solchen, die schmerzen.
... ist ein gemeinsamer Weg.
... stärkt die Fähigkeit, über den eigenen Schatten zu springen.
... ist das Zusammenstoßen zweier Kräfte, wie zwei Böcke, die im Kampf die Köpfe aneinander stoßen.
... ist der Wunsch nach Harmonie, der in Zwist ein Licht am Horizont ist.
... ist Zweisamkeit und Einsamkeit.
... ist ein Strauß an Erfahrungen.
... sind ewig verbindende Erfahrungen, Glücksgefühle, bestandene Prüfungen, gemeisterte Abenteuer.
... ist die Hand, die dir über ein Pfütze hilft.
... ist der Mensch, der mich zum Lachen bringt und aus einem Tief hinaus buchsiert.
... ist immer wieder eine Herausforderung.
... ist Streit.
... ist Versöhnung.
... ist Spaß.
... ist Lust.
... ist gemeinsames Lernen und Wachsen.
... ist eine Lebensform, in der ich lebe.
... ist Geben und Nehmen.
... ist Vertrauen.
... ist Liebe.
... kann heute eine Einöde sein und morgen ein Abenteuerspielplatz, ein Schlachtfeld, gestern eine Liebeshöhle, in vierzehn Tagen eine Wellnesslandschaft, eine Hüpfburg, ein Kaktus, die Hölle, der Himmel, der lähmende Biss einer Schlange, das Kitzeln von Gänseblümchen an nackten Füßen, der Flug einer Honigbiene, ein kühles Bier am Feierabend, ein starker Baum der jedem Sturm trotzt, ein Vulkan, eine Dschungelexpedition, ein stabiles Klettergerüst, eine sanfte Meeresbrise, ein heißer Tango, ein ewiges Tauziehen und Kräftemessen, eine Waage die mal zur einen, mal zur anderen Seite schwingt, ein dickes Zauberbuch, eine Tragödie, eine Komödie - oder alles auf einmal und noch viel mehr...

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 06 April, 2009
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Lieblingsartikel

Ein Geschenk sind gute Zuhörer

Menschen, die gut zuhören können - sie sind kostbar und selten. Was ein solcher Edelstein für mich ausmacht?

  1. Dieser Mensch hat ein wirkliches und ehrliches Interesse an meiner Person.
  2. Er nimmt sich Zeit, mir zuzuhören (und macht dabei nichts anderes), sondern blickt mir dabei in die Augen, schenkt mir seine ganze Aufmerksamkeit.
  3. Er stellt mir eine Frage, zum Beispiel: "Wie geht es dir?" und möchte die ehrliche Antwort hören.
  4. Durch Nachfragen macht diese Person deutlich: Ich höre zu. Ich will wirklich verstehen, was los ist und wie es dir geht. Nicht ich bin gerade wichtig, sondern du. Ich bin nicht besser als du. Ich habe nicht die Lösung, du hast die Lösung. Du bist die Expertin deines Lebens.
  5. Der Zuhörer oder die Zuhörerin lässt mich ausreden und auch eine Pause zu, wenn ich aufgehört habe zu sprechen.
  6. Ich höre als Reaktion keine Tipps, Beispiele oder Ratschläge. Der gute Zuhörer weiß: Wenn ich eine Lösung oder einen Rat will, frage ich.
  7. Dieser Mensch bewertet mich nicht mit solchen Reaktionen: Wie kannst du nur? Nu stell dich nicht so an! Sei doch froh... Weißt du wie viele andere damit leben? Anderen geht es noch schlechter. Was soll ich denn sagen? ...
  8. Für mich persönlich die Kirsche auf der Sahnehaube ist, wenn dieser Mensch mit mir fühlt und mir deutlich macht: Ich verstehe dich. Ich kann nachempfinden wie es dir geht.

Gut zuhören ist für mich ein Weg zur Meisterschaft menschlicher Kommunikation. Ob ich diese Punkte alle beherrsche? Manchmal schaffe ich es, nicht immer. Es ist ein Weg des beständigen Lernens für mich.

Meine häufigste Falle, in die ich tappe: Ich habe das Gefühl, dem Erzählenden durch Tipps und Lösungsideen helfen zu müssen. Das passiert zum Beispiel, wenn derjenige ohne Hoffnung ist, am Boden zerstört und in einer scheinbar ausweglosen Situation. Weil derjenige so hilflos, traurig wirkt, glaube ich, dass er mir das alles erzählt, weil er Hilfe von mir will. Das ist jedoch nicht der Fall wie ich von mir selbst weiß. Durch mein Verhalten übernehme ich für den Erzählenden Verantwortung, die nicht meine ist. Ich mache mir Sorgen, die ich mir nicht machen muss.

Mir fällt mein Verhalten immer eher auf und so trainiere ich dann bei mir selbst zu bleiben und dem anderen seine Verantwortung zu lassen. Denn ich weiß von mir selbst: Jammern tut herrlich gut und wer jammert, der will auf keinen Fall Hilfe, Tipps, Ratschläge! Der Erzählende, die Erzählende will sich "nur" ausheulen dürfen. Dadurch geht es meistens schon wieder viel viel besser. Wenn ich mich ausheulen möchte und mir fällt auf, dass der andere daraufhin einen Tipp nach dem anderen aus der Tasche zieht - die ich allesamt auf keinen Fall hören möchte - dann sage ich inzwischen: Ich möchte keine Tipps, ich möchte mich einfach nur ausheulen, mehr nicht. Du hilfst mir, wenn du mir nur zuhörst, dadurch geht es mir schon besser.

Denn wenn ich frei erzählen darf und keine Bewertung oder Ablehnung fürchten muss, dann höre ich mir dabei selbst zu: Ich entdecke auf diesem Weg die Lösungen, die in mir liegen. Und durch das wertfreie und interessierte Zuhören erfahre ich Heilung.

Für mich ist zuhören, den anderen verstehen und akzeptieren wie er ist und an seine innere Stärke zu glauben die große Kunst in Therapie und Coaching.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 04 März, 2009
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Wie verändern wir uns in Partnerschaften?

Ein Thema, über das ich nachdenke, weil das Wiedersehenstreffen mit der Jugengruppe naht. Wo ich Menschen treffe, zu denen ich seit meinen Umzug nach Köln, also nachdem ich meinen Partner kennen gelernt habe, keinen Kontakt mehr hatte. Wir uns aus den Augen verloren haben. Jugendfreundschaften. Menschen, die mich vor meiner Ehe gekannt haben.

War ich damals anders als heute? Ich glaube ja. Ich habe Lust auf einen Plausch mit meiner inneren Stimme.

Anja: Habe ich mich zu meinem Vorteil verändert?
Innere Stimme: Ja.
Anja: Was denn zum Beispiel?
Innere Stimme: Du hast einen enormen inneren Entwicklungsprozess hinter dir. Bist erwachsener geworden.
Anja: Habe ich mich auch zu meinem Nachteil verändert?
Innere Stimme: Ja.
Anja: Oh, das interssiert mich. Was hat sich zu meinem Nachteil verändert?
Innere Stimme: Dass du dich selbst ein Stück in der Partnerschaft vergisst. Du bist viel mit der Aufmerksamkeit bei deinem Partner, statt bei dir selbst.

Anja: Und das war vorher anders?
Innere Stimme: Ja, das war anders. Du hast viel mehr für dich selbst gesorgt. Darauf geachtet, dass es dir gut geht. Dich als eigenständige Persönlichkeit gezeigt.
Anja: Und heute bin ich eher ein 'wir'.
Innere Stimme: Ja.
Anja: Und dafür trage ich selbst die Verantwortung.
Innere Stimme: Ja natürlich. Dein Partner hat damit nichts zu tun. Du entscheidest, welchen Weg du innerhalb einer Partnerschaft gehst. Wie sehr du dein eigenes Ich lebst oder dich anpasst oder verschmelzt mit dem anderen oder dich hinter deinem Partner versteckst. Es gibt ganz viele Möglichkeiten. Lebst du deine Wünsche und Träume oder hast du sie aufgegeben, weil dein Partner sie nicht wichtig findet? Was willst du, was fühlt sich gut an? Lebst du eigene Hobbies? Eigene Freundschaften? Vertrittst du deine Meinung? Dein eigenes Ich zu leben ist auch innerhalb einer Gemeinschaft, einer Partnerschaft möglich. Es ist sogar sehr wichtig. Es hält die Partnerschaft und dich selbst lebendig.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 10 Februar, 2009
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen, Blog - Innere Stimme

Leben ändern sich

Bevor ich einen neuen Newsletter verschicke, prüfe ich die zurück gekommenen Mails des letzten Newsletters. Diese Mail-Adressen, die nicht mehr existieren, lösche ich aus meiner Datenbank.

Während ich diese fast meditative, weil immer gleich bleibende Arbeit, machte, zogen meine Gedanken zu den Menschen und ihren Geschichten hinter den Adressen.

Menschen ändern ihr Leben. Nicht nur, wenn andere das wollen oder beeinflussen, sondern vor allen Dingen auch, wenn sie selbst das wollen UND wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Dann fließt das Leben wie von selbst weiter. Wie ein Fluss sich nicht mehr aufhalten lässt, wenn ein Damm gebrochen ist. Dann geht es auf in eine neue Richtung - zu neuen Stationen auf dem Lebensweg.

Leben ändern sich.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 26 November, 2008
Thema: Blog - 2008, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Geben und Nehmen

Gestern erhielt ich vom Droemer Knaur Verlag ein wunderbares Buch, das ich allerdings erst in zwei Wochen vorstellen darf. Es ist selten, dass ich ein Buch bekomme und es mich so sehr reizt, dass ich sofort beginne, darin zu lesen. So war es bei "Ich werde da sein, wenn du stirbst" und auch bei dem Buch, von dem ich jetzt schreibe. Ich nehme, das was ich schon gelesen habe - die Hälfte ca. - zum Anlass, darüber zu schreiben, weil es mich sehr berührt hat: Geschenke annehmen.

Manchmal wollen uns Menschen etwas schenken und es fällt uns schwer, es anzunehmen. Vielleicht, weil wir nicht die Mittel haben, es finanziell gleichwertig zurück zu geben. Vielleicht weil wir so erzogen wurden, keine Geschenke anzunehmen. Vielleicht, weil wir uns schämen. Vielleicht, weil wir uns dann in der Schuld des Geschenken fühlen. Dieser Mann lehnte viele Geschenke ab und in diesem Moment wurden die Menschen, die ihm etwas schenken wollten, sehr traurig. Weil sie sich dadurch abgelehnt fühlten.

Das brachte ihn zum Nachdenken und ihm wurde bewusst, dass er die Geschenke gar nicht durch ein Gegengeschenk wieder gut machen musste. Das Geschenk anzunehmen war die Gegenleistung. Die Menschen freuten sich, ihm aus einer Not heraus helfen zu können, ihm einen Gefallen zu tun, einfach jemandem etwas Gutes zu tun. Und durch das Annehmen der Geschenke (es handelte sich um Essen und Unterkunft) gab er etwas zurück. Das war das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Mich hat das sehr berührt, weil es mir oft ebenso geht. Wenn jemand etwas für mich tun will, mir etwas schenkt, mache ich mir schon Gedanken darüber, wie ich es zurück geben kann. Statt mich wie Bolle darüber zu freuen, dass mir einfach jemand etwas schenken will, weil er es gut mit mir meint oder mir jemand etwas Gutes tun will.

Ich habe etwas gelernt.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 25 Juli, 2008
Thema: Blog - 2008, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Begegnungen

Manchmal ergibt sich mit den Menschen, die mir begegnen, ein Gespräch. So heute früh ein älterer Herr mit Dackel. Was er mir erzählte, begleitet mich jetzt durch den Vormittag. Nämlich, dass es nicht sein Dackel sei, sondern der eines früheren Nachbarn, der inzwischen verstorben ist. Diesen Nachbarn hat er mehrere Jahre unterstützt, ein Buch über seine Kriegserfahrungen zu schreiben. Denn der war General und hatte in Russland im zweiten Weltkrieg so einiges erlebt. Eine Geschichte hat er mir erzählt. Und die begleitet mich jetzt.

Mir wird bewusst, wie sehr wir Menschen uns innen ähneln. Wir haben alle Ängste, Sorgen, wollen Frieden und Liebe. Wir alle trauern auf unsere Weise, zeigen Mitgefühl, Menschlichkeit und Herz. Kein noch so schlechter Mensch ist nur schlecht. Jeder hat auch seinen guten Kern.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 23 Juli, 2008
Thema: Blog - 2008, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Liebe & Loslassen

Die Liebe geht seltsame Wege. Wenn ich in Beziehungen zu Lebenspartnern, zu Freunden, zur Familie zu viel Aufmerksamkeit investiere, zu viel für den anderen tue, kann das den anderen erdrücken. Ergebnis: Er wendet sich ab, um wieder Luft zu bekommen oder empfindet, was ich tue als Selbstverständlichkeit und wertschätzt meine Leistung nicht mehr.

Mache ich mich in Beziehungen rar - und das ist manchmal sehr schwer - dann werde ich wieder interessant für mein Gegenüber. Ich bin nicht immer verfügbar. Ich konzentriere mich nicht mehr auf ihn, auf sie, sondern auf mich selbst.

Und gänzlich mit mir selbst konfrontiert zu sein ist ganz schön hart, weil ich mich mit meinen eigenen Themen beschäftigen muss. Aber ein guter Weg zur Heilung meiner Selbst und meiner Beziehungen.

Mein Gegenüber bekommt wieder Luft, ich selbst Freiheit. Unsere Beziehung frischen Wind.

Für mein Buch "Ab 40 reif für den Traumjob" habe ich eine ehemalige Arbeitskollegin interviewt, die mit 40 - sie hatte bereits erfolgreich Karriere gemacht - für ihre neuste Ausbildung ein Praktikum in unserer Abteilung machte. Schon für frühere Ausbildungen hatte sie immer wieder für längere Zeit im Ausland gelebt und blieb dabei glücklich verheiratet. Als ich sie nach ihrem Rezept fragte, sagte sie, dass ihr Mann ihre stets freie Hand gelassen und ihr vertraut hätte. Es wäre wie bei einem Vogel im Käfig: Wer ihn stets eingesperrt hält, wird ihn beim ersten Türenöffnen verlieren. Kennt er jedoch die Freiheit, weil die Türe stets auf ist, kommt er zurück in seine sichere Behausung. (Zu dem Thema lesen Sie im Buch mehr ab Seite 85.)

Lieben und loslassen. Nicht festhalten. Dem anderen seine Freiheiten gönnen und dennoch eine Einheit bilden. Für beide Seiten Genuss und Herausforderung zugleich.

Ein Gebiet, das ich noch für mich erobern möchte. Denn auch wenn mir mein Partner freie Hand lassen will, muss ich selbst auch bereit sein, dieses Angebot anzunehmen und mich zu trauen, diesen Weg für mich zu gehen. Die Freiheit genießen und das Vertrauen.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 05 Juni, 2008
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Meine Schwester

Wir sehen uns selten. Und wenn, dann tut es einfach gut. Warum?

Ich kann sagen, was ich will und habe keine Angst, ich werde für meine Gedanken verurteilt.

Ich weiß: Egal was ich tue, egal was ich anhabe, egal wie ich aussehe oder mein Umfeld, egal welche Entscheidungen ich treffe, egal wie ich bin - es ist o.k. für meine Schwester. Das ist ein großes Geschenk. Vertrauen. Glück. Entspannung. Und es ist schön zu wissen, dass es ihr umgekehrt genauso geht.

Wir verstehen uns ohne Worte. So vieles ist klar und selbstverständlich. Es tut gut, so eine große Schwester zu haben. Halt im Leben.

Drück dich!

Anja

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 28 April, 2008
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

April April - der macht...

... was er will. Mein Rückschluss: Ich mache auch, was ich will. Zumindest fange ich mal diesen Monat damit an.

Letzte Woche war ich völlig zu Unrecht auf meinen Göttergatten sauer. Er wollte 'ne Pizza bestellen und ich nicht. Ihm zu Gefallen habe ich zugestimmt, was zur Folge hatte, dass ich ziemlich angesäuert war. Die Pizza schmeckte mir nicht wirklich... Als er wissen wollte, was los ist und ich es ihm sagte, konnte er nicht verstehen, warum ich denn nicht für das, was ich wollte, gekämpft hätte. So wichtig wäre ihm das mit der Pizza gar nicht gewesen, es wäre für ihn auch o.k. gewesen, wenn wir irgendetwas gekocht hätten. Er forderte mich eindringlich dazu auf, das nächste Mal für das zu kämpfen, was ich haben will.

Das gefällt mir. Und nehme es mir als Motto für diesen Monat: Kämpfen für das, was ich haben will. Nein, damit meine ich nicht das Essensthema am Abend. Es gibt so manches, wo ich nicht wirklich tue, was ich will. Weil ich - wahrscheinlich ohne dass es sein muss - Rücksicht auf andere nehme. Ich will diesen Monat versuchen, nur bei mir zu bleiben. Auch wenn ich Gegenwind spüre. Auch wenn ich die einzige bin, die das will. Auch wenn es Umstände macht. Auch wenn ich damit rechnen muss, dass jemand sauer auf mich ist... Nicht für mein Gegenüber denken, wie es ihm/ihr damit gehen könnte. Jedem sein eigenes lassen. Jeder achtet auf sich selbst. Und ich achte auf mich und stehe für mich ein.

"Einfach" (was für ein un/passendes Wort, denn spontan finde ich es Null einfach, aber ich kann es mir ja "Einfach-Denken") machen, was ich will!

Und der Monat April und das Kalenderblatt des Tischkalenders 2008 helfen mir dabei:

Denn darauf steht: "Was braucht deine Seele heute, um froh zu sein?" Jeden Morgen, stelle ich gerade fest, werde ich so an mein Motto für diesen Monat erinnert. Was brauche ICH, mein Innerstes heute, um froh zu sein? Das gefällt mir. Ich freue mich wie sehr das Kalenderblatt zu meinem heutigen Blogbeitrag passt. Es hat sich einfach entwickelt! Schön!!!

Wobei ich anmerken möchte und das werde ich diesen Monat auch so handhaben: Eigentlich war das Kalenderblatt dafür gedacht, jeden Morgen in mich hineinzuhorchen, was ich brauche. Was sind meine Bedürfnisse? Mich fragen. Und die Antwort lautet heute auf diese Frage: Fotographieren! Das macht meine Seele heute froh! O.k., das werde ich tun, habe ich schon länger nicht mehr einfach so gemacht...

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 01 April, 2008
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Schneeparty!

Weiße Grüße aus Köln!

 

Gestern hat es wahrhaftig geschneit. Und dass hier in Köln. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass an meinem Geburtstag schon mal Schnee gelegen hat. Vielleicht fehlt es mir aber auch an Erinnerungsvermögen, mit 38 sollte das zwar noch nicht anfangen, aber...

Auch heute früh liegt Frischgeschneites in unserem Garten. Minu hat daran eine wahre Freude. Mit ihrer Schnauze geht sie wie ein Schneeschieber über den Boden, um dann genußvoll in den großen Haufen vor ihr zu beißen. Überhaupt ist sie im Schnee ausgelassen, hüpft, springt und freut sich unbändig. Gleich gehen wir wieder unsere Runde. Bin gespannt, was sie macht.

Die Geburtstagsparty konnte aufgrund des Wetters nicht im Garten stattfinden, aber meine Nichte Jule konnte im Garten Eier suchen - da hatte sie große Freude dran. Vor lauter Aufregung merkte sie gar nicht, dass ihr Vater am anderen Ende des Gartens wieder anfing, die Eier zu verstecken, die sie gerade gesammelt hatte... Für einen Tag noch mal Kind sein - das wär's!

Der Nachmittag war herrlich. Erst hatte ich die Befürchtung, dass meine Familie nicht aus dem Bergischen kommen konnte, weil es da ja immer x mal mehr schneit. Das Radrennen "Rund um Köln", das auch durch das Bergische führt, ist schließlich abgesagt worden. Doch die Straßen waren frei, sie konnten kommen.

Das war mal wieder ein richtig schönes Geburtstagsfest so ganz nach meinem Geschmack. 15 Menschen beglückten mich. Das hat so richtig gut getan. Ich revanchierte mich mit Brownies (göttlich lecker - es musste was schokoladiges sein), Blaubeermuffins, einer göttlich leckeren Himbeerplatte (Rezept steht nicht im Netz) und Schnittchen für alle nicht süßen. Meine Mama brachte noch eine Käse-Sahne-Torte mit. Hm... genau nach meinem Geschmack!

So wild kann der Tisch dann bei mir aussehen...

Der Nachmittag war viel zu schnell vorbei. Ich hatte wieder mal das Gefühl nicht so viel Zeit für jeden einzelnen Gast zu haben wie ich haben wollte. Es war trotzdem schön...

Diese Woche freue ich mich auf einige Einladungen mit Freundinnen, die ich auf die ganze Woche verteilt habe, um genügend Zeit zu quatschen zu haben. Seit gestern Abend nieße ich. Bitte keine Erkältung!

Grüße von der Schneeburg

Anja Kolberg

PS: Ich musste einfach noch ein paar Schnee-Ecards wieder ins Netz stellen. Wer hätte das gedacht? War letztes Jahr Ostern nicht Sommerwetter?

 

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 25 März, 2008
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Gute Laune

Ich habe mir das Lied "Bin heute abend bei dir" von Roger Cicero bei Musicload gekauft. Das macht richtig gute Laune.

Gestern war ein herrlicher Tag: Ich war im Bergischen bei meiner Familie. Erst bei Onkel und Tante die gemütliche Weihnachtsdeko bewundern. Da juckt es mich in den Fingern, hier auch was zu machen. Meine Oma hatte ihr Wohnzimmer verändert - sah toll aus - (ich liebe Umstellen ja auch, mein Mann hat sich schon mal gewundert, dass nach seinem Sonntagsmittagsschlaf mein Arbeitszimmer komplett anders gestellt war). Auch bei meiner Oma war schon weihnachtlich dekoriert. In der Küche roch es nach frischem Harz: Aus gaaaanz vielen unterschiedlichen Grünsträuchern und Nadelhölzern aus dem Garten und sogar kleinen Minitannen hat Franz frische Kränze gebunden. Und ich habe davon einen geschenkt bekommen. Sieht der schön aus. Und ein selbstgemachtes Holzherz von Franz habe ich ergattert. Das werde ich sicherlich für Karten fotographieren, so gut gefällt es mir! Meine Oma hat mir noch Windlichter und ein Nähbuch eingepackt. Ich liiiiiiiebe Geschenke!

Anschließend bin ich mit Oma zu meinen Eltern gefahren. Mama, Oma und ich waren zum Halma spielen verabredet. Das habe ich mir schon lange vorgenommen und jetzt endlich umgesetzt und freue mich dementsprechend schon lange drauf. Gewonnen habe ich nur einmal. Meine Mutter dafür zweimal und meine Oma mindestens dreimal. :o) Da brauche ich wohl noch einige Übungsstunden bei den beiden. Zum Abschluss habe ich die neue Wohnung meiner Freundin und Trauzeugin Martina bewundert. Ich bin ein bischen neidisch - sie blickt runderhum ins Grüne.

Heute ging es schon ganz früh aus dem Bett: Der Wagen musste in die Werkstatt. Und jetzt bleibt er da bis morgen. Ohne Wagen ist komisch. Hier auf meinem Schreibtisch herrscht das Chaos, so viel ist zu tun. Ich mache x Sachen auf einmal. Am Abend aber, das ist das Wichtigste, ist alles wieder aufgeräumt (hoffe ich doch). :o) Und mit so einem Tag Kraft tanken wie gestern geht alles ein bischen leichter von der Hand.

Gute Laune macht auch die Erinnerung an letzten Sonntag, da habe ich meinem Hobby gefröhnt und Fotos gemacht und die bearbeite ich gerade: Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

Genießen Sie den Tag!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 29 November, 2007
Thema: Blog - 2007, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Kunterbunter Herbst

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin Ariane zum Spazieren gehen im Siebengebirge getroffen.

Nur wenige Schritte in den Wald und schon plätscherte ein Bachlauf, Sonnenstrahlen fielen durch die bunten Wipfel der Bäume bis auf den Weg. Hat das gut getan. Die Kraftreserven in der Natur auffüllen.

Da wir beide unsere Kamera dabei hatten, fand natürlich auch eine gegenseitige Fotosession statt.

Was hatten wir für einen Spaß und haben uns kringelig gelacht!

Auf dem Weg zurück haben wir uns bei einem Biobäcker ein Teilchen geholt und dann gemütlich zu Hause verspeist. Gibt es was besseres, als nach dem Spaziergang die Schuhe auszuziehen, sich gemütlich hinzusetzen, eine leckere Tasse Kaffee zu trinken, etwas leckeres dazu zu essen und dann noch mit der Freundin quatschen zu können?

Das war herrlich!

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaft schönes Herbst-Wochenende!

Anja Kolberg

P.S. Ich habe Ihnen vom Spaziergang auch etwas mitgebracht: 2 neue E-Cards. Auf die Bilder klicken und verschicken!

Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 19 Oktober, 2007
Thema: Blog - 2007, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Gute-Laune-Tag

Hallo da draußen an den Bildschirmen!

Wie Sie sehen, hatte ich gestern Nachmittag schon wieder gute Laune. Nicht zuletzt dank des schönen Wetters, den traumhaften Rheinauen in Bonn und dank meiner Freundin Ariane, mit der ich viiiiiiiiiiiiiiel Spaß und gute Gespräche hatte. Tut einfach gut, so ein Freundinnen-Nachmittag. :o)

Den Frühling konnten wir so richtig fühlen, sehen, hören, riechen....

Mit Ariane habe ich schon tolle Ausflüge unternommen. Wir interessieren uns beide für Übersinnliches und sind beide sehr kritisch, es tut

einfach gut, sich nach und während einer Veranstaltung auszutauschen. Eine meiner schönsten Erfahrungen war die mediale Ausbildungswoche in Stanstead, England am Arthur Findlay College. Wie wir dorthin gekommen sind, erzähle ich wahrscheinlich in den nächsten Wochen, denn dann werde ich ein ganz besonderes Buch vorstellen, was dabei eine große Rolle spielt.

So, jetzt ziehe ich noch die Karte des Tages:

Die habe ich mir gewünscht!! Hah - das klappt ja wunderbar. Der Text: "Höre nie auf zu träumen. Träume sind Landschaften deiner Möglichkeiten!" Es ist eine meiner Lieblingskarten - die Farben sprechen mich sehr an und die Karte erinnert mich daran, dass ich mich jederzeit aufmachen kann zu Neuem, zu einem Traum, der mir jetzt entspricht. Und dass ich unendlich viele Möglichkeiten auf dieser Welt habe. Toll! Was für ein schöner Tag!

Herzensgrüße aus Köln

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 13 März, 2007
Thema: Blog - 2007, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Zuhören

"Menschen, die zuhören, schenken Heilung für die Seele." so lautet der Text einer meiner Postkarten.

Die habe ich mir als meine persönliche Tageskarte gezogen. Gleich zweimal ist sie mir heute schon begegnet. Zeit, darüber zu schreiben.

Aus meiner Erfahrung ist das Zuhören einer der wichtigsten Elemente im Coaching. Warum? Weil ich glaube, dass der Mensch selbst der beste Experte für seine Situation ist und er die Lösung in sich trägt. Weil er nicht noch einen Tipp von außen braucht und ich es nicht besser wissen kann und will. Und die Lösung ins uns braucht Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr zum Zuhören. Dann zeigt sie sich auch.

Ein anderer Aspekt des Zuhörens: Erkennen, ich bin nicht alleine. Gestern traf ich mich mit einer Kollegin in einem herrlichen Café in Köln-Sülz. So jedes viertel Jahr machen wir einen Termin aus. Und es hat mir so gut getan, von mir und dem zu erzählen, was in der letzten Zeit passiert ist und ihr hat es umgekehrt gut getan, dass ich ihr zugehört habe. Wir beide habe so einige Parallelen in unserem jetzigen Leben festgestellt und das war herrlich erleichternd. Menschen finden, die ähnliches durchleben, ähnlich fühlen, Verständnis haben. Nicht mehr alleine da stehen oder als buntes Schaf der Herde, immer ein bißchen außen vor, immer ein bißchen an sich selbst zweifelnd.

Unser Umfeld kann uns manchmal nicht mehr zuhören. Warum? Weil sie unsere Leidensgeschichte schon x-mal gehört haben und sie ihnen an den Ohren heraus kommt. Weil sie mit ihrem Latein am Ende sind. Weil sie mit uns leiden und es ihnen jedes Mal wieder wehtut, wenn wir immer noch in unserer Situation festhängen und es nicht weiter geht. Mir wurde das kürzlich bei meinem Bruder deutlich: Ihm ging es schlecht, also ging es mir auch schlecht. Als es ihm besser ging, ging es mir selbst auch besser. Endlich aufatmen, ich konnte mich wieder auf mich selbst konzentrieren. Musste mir keine Sorgen mehr machen. Das passiert einfach, egal wie geschult ich bin. Je näher mir der Mensch ist, dem es schlecht geht, desto mehr berührt es mich.

Es gibt aber auch Situationen, da will man leiden und (!) keine gutgemeinten Ratschläge hören. Da braucht man jemand, der einem "nur" zuhört. Doch dazu braucht man diese Information vom Anderen. Gut ist, wenn ich dann als "Leidende" meinem Gegenüber sage: "Ich brauche jemanden zum Zuhören. Bitte keine Tipps und Hilfestellungen. Ich weiß, die Zeit geht vorüber. Bitte nur zuhören und wenn du kannst, sag mir, dass du mich verstehst, sonst sag nichts." Und wenn ich als Zuhörende diese Information nicht habe und spüre, dass ich will dem anderen helfen will und mir x gute Lösungen einfallen, die der andere aber nicht hören will, kann ich ja fragen: "Was erwartest du von mir? Soll ich zuhören und sonst nichts sagen? Willst du einen Rat? Ich mache mir Gedanken, wenn ich höre, dass es dir schlecht geht. Du hilfst mir beim Zuhören, wenn du mir sagst: Jetzt leide ich, die Zeit geht vorüber und ich brauche jetzt nur ein offenes Ohr ...."

Die Seelenhygiene des Zuhörenden ist für mich auch noch ein wichtiger Aspekt. Was ich damit meine? Wenn ich etwas erzählen will, den anderen zu fragen, ob er Zeit hat, um mir zuzuhören. Und auch Interesse am Zuhörenden zeigen und die Bereitschaft, auch ihm zuzuhören. Es bedeutet für mich auch, "Stop" zu sagen, wenn ich als Zuhörende einfach nicht mehr zuhören kann. Sehr wichtig finde ich auch, dass ich als Erzählende ein Verständnis dafür entwickle, dass das, was ich erzähle, etwas mit dem Zuhörenden macht, es nicht spurlos an ihm vorüber geht. Ich spreche hier nicht von Erfolgserlebnissen oder lustigen Sachen, die ich erzähle, sondern von Unzufriedenheit, Veränderungsprozessen, von Angst, von Schmerz, von Sorgen, von Nöten, von Krankheit. Der Zuhörende trägt etwas mit mir, in dem er zuhört. Deswegen finde ich wichtig, das Umfeld in ernsten Situationen nicht zu sehr zu strapazieren, sondern auch die Verantwortung zu übernehmen und mir professionelle Zuhörer zu holen, die nicht von meinen Gefühlen und meiner Situation so betroffen sind wie vielleicht die Familie oder Freunde.

Gute Zuhörer? Menschen, die sich Zeit nehmen. Die fragen: "Wie geht es dir?" und diese Frage ehrlich meinen, weil sie wirkliches Interesse zeigen. Durch ihr Zuhören. Die mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit da sind und nicht gleichzeitig auf den Bildschirm schauen, durch die Gegend starren, am Handy rumfummeln, auf den Tisch blicken oder einem ins Wort fallen und von sich selbst erzählen. Menschen, die einen anschauen, einen bestätigen, einen ausreden lassen - anerkennen, dass man sein darf wie man ist. Durch zuhören dem anderen Achtung schenken. Dann kann die Seele durchatmen und macht sich auf den Weg der Heilung.

Es ist ein Glück und großes Geschenk, solche Menschen um sich zu haben. Das müssen nicht viele sein. Manchmal ist es auch ein Tier, das uns anschaut und in den Augen so viel Verständnis transportiert, dass man sich verstanden fühlt. Es kann auch die Natur sein, der Wald, ein Stein, eine Muschel, der Regen, ein Weg.

Ich bin froh, dass ich Menschen habe, die mir mit ihrem ganzen Herzen zuhören und danke meiner Mutter, dass sie mir diese Eigenschaft mit auf den Weg gegeben hat.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 07 März, 2007
Thema: Blog - 2007, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Ich hab's getan :o)

Gestern in der Siegburger Fußgängerzone. Nach dem Gang über den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Zusammen mit meiner Freundin Ariane. WAS?

Mit einem Schild "Gratis Umarmung" wollte ich den Selbstversuch starten. Ein bischen schissig war ich schon, muss ich zugeben. 'Himmel, bist du verrückt?' waren Gedanken, die mir beim Schreiben des Plakates durch den Kopf gingen. 'Ach, erst mal schreiben', dachte ich mir. 'Ich muss die Zettel ja nicht auspacken.' Gedacht, getan. Natürlich habe ich Ariane direkt gesagt, dass ich die Zettel vorbereitet hatte, als wir uns um 16.00 Uhr trafen. Tage zuvor hatten wir über einen Blogbeitrag über die Free-Hug-Initiative gesprochen und meine Freundin meinte auf meinen Wunsch, dass ich das mal so gerne ausprobieren wolle, direkt: "Ich mache mit!"

Erst mal brauchte ich dann doch eine gehörige Portion Mut. "Na, pack das Schild mal aus." "Lass uns erst so 'ne Runde über den Weihnachtsmarkt gehen." "O.k., komm jetzt." "Ich traue mich nicht." "Mensch Anja, du machst mich mit nervös. Komm, wir machen das jetzt." Endlich habe ich aufgehört zu denken und die Schilder ausgepackt. Ein guter Schritt. :o)

Da standen wir und grinsten. Als erstes sagte eine Dame mit Hund, die uns beobachtet hatte: "Das ist ja eine tolle Idee. Das finde ich ja toll.

Ach, das ist ja bestimmt schön." - woraufhin ich sagte: "Vielleicht möchten Sie ja den Anfang machen?" Und so kam es dann. Hm, schön weich. Tat gut. Dann sagte ein älterer Herr: "Das kenne ich, das kommt aus Australien." "Ja, möchten Sie denn mitmachen und eine Umarmung haben?" "Ja, warum nicht?" :o) Breites Grinsen. Seine Frau: "Jetzt wollen Sie doch bestimmt was für ihren Klingelbeutel haben, oder?" "Nein, auf keinen Fall. Das ist gratis. Echt. Einfach so. Möchten Sie auch eine haben?" Da war das Eis gebrochen, nachdem sie ungläubig schaute.

Die meisten Menschen haben gegrinst und sich gefreut, gesagt "das ist ja eine schöne Idee", viele haben nachgefragt, ob wir Junggesellinnenabschied feiern (nein, schon längst passiert) und warum wir das überhaupt machen.

Wir haben von der Initiative erzählt, eine Frau machte sogar mit und nahm das Schild für einige Zeit. :o) Was ist das schön, wenn jemand kommt und sagt: "Oh ja, ich will eine Umarmung." Davon gab es einige: Junge, alte, Männer, Frauen, dicke, dünne, kleine, große.

Es gab aber auch Frauen, die ihre Männer fest im Griff hatten und raunten: "Du drückst die nicht." :o) Ein älterer Herr sagte: "Aber sie wollen bestimmt keinen alten Knacker drücken." "Und ob", da hatte die Seniorengruppe vielleicht einen Spaß!

Kleine Jungs waren dabei, Mädels, die fragten, wo denn bitte schön die Jungs zum Drücken sind. Viele sagten: "Davon habe ich im Radio gehört."

Mich interessiert wie die Reaktionen in einer anderen Stadt sind. Ariane meinte: "In Köln werden wir sicherlich überrannt". Vielleicht trauen wir uns ja noch einmal, mal sehen... Es war einfach eine gute Erfahrung - ich bekam das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht. Arianes Fotos zeigen einen schönen Blick über unseren Selbstversuch.

Winkewinke aus Köln

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 19 Dezember, 2006
Thema: Blog - 2006, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Ich glaube an die Liebe

 "... und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende!" - Schönes Märchen, das uns in Liebesgeschichten immer wieder aufgetischt wird. In Wahrheit wissen alle, die länger in einer Partnerschaft oder Ehe leben: Danach fangen die Herausforderungen in der Beziehung erst so richtig an. Denn sind die ersten heißen Gefühle und Wallungen passé, öffnet sich der Blick für die Macken des anderen und man selbst zeigt sich auch nicht mehr nur von der Sonnenseite. Wer wollte nicht schon mal seinen Partner in den Himmel schießen?

Wie meistert man die Probleme, die jede Beziehung erlebt? Was gehört dazu, um bis ins Alter in einer Partnerschaft glücklich zu sein? Leben alle alten Ehepaare wie Bruder und Schwester miteinander? Wie hält man die Liebe jung? Stimmen wirklich die unzähligen Statistiken, was das Liebesleben durchschnittlicher Paare angeht oder sind das alles nur Wunschträume? Wird beim nächsten Partner auf Dauer wirklich alles besser? Oder erlebt man immer eine schöne Anfangszeit und dann nach einigen Jahren Beziehung ein Trennungsrevival? Erwarten wir zuviel von einer Partnerschaft?

Warum ich mir gerade jetzt darüber Gedanken mache? In meiner Familie trennt sich ein Paar. Und ich glaube dennoch an deren Liebe. Vielleicht bin ich eine hoffnungslose Romantikerin. Vielleicht bin ich unmodern. Patchwork ist in und klingt interessant, es gibt wirklich viele schöne Geschichten von völlig neuen Lebensmodellen. Sind alte Werte wie die Ehe wirklich überholt?

Wenn sich ein Paar im Bekanntenkreis trennt, bewirkt dies meist auch ein Nachdenken der Paare in deren Umfeld über ihre eigene Beziehung. Zumindest kenne ich das von den Frauen so. Auch ich denke dann nach. Als sich vor einigen Jahren ein befreundetes Paar trennte, schüttelte mich das ziemlich stark, weil ich so unzufrieden war. Dieses Mal ist es anders. Ich fühle mich gefestigter. Schönes Gefühl der Ruhe. Hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe.

Ich glaube an die Liebe und die damit einhergehenden Herausforderungen. Seinen Partner sucht man sich nicht ohne Grund aus. Der andere hat etwas, das man haben möchte, sich wünscht und man selbst vielleicht nicht auslebt. Von meinem Partner konnte ich lernen, auch mal 5e gerade sein zu lassen. Mich nicht ständig zu überarbeiten und auch mal Pause zu machen. Ihm imponiert auf der anderen Seite, dass ich die Dinge anpacke und umsetze, die ich mir vornehme. Das heißt nicht, dass diese Lernaufgaben leicht sind. Oh nein, sie bringen mich an meine Grenzen. Für mich war das Buch "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" letztes Jahr ein wahrer Glücksfund. Zum einen, weil ich darin bestärkt wurde, dass ich mit meinem Partner genau die Partnerschaft führen kann, die ich führen möchte. Und dass die Unzufriedenheit, die ich spüre, mit mir selbst zu tun hat und der Partner sie projeziert. Die Erkenntnis hat mir gut getan. Genörgelt und kritisiert hatte ich lange genug. Eine Kundin, die das Buch auch gelesen hatte, nannte mir ein sehr schönes Zitat daraus "Trennung ist Aufschub von Heilung." Ja, auch das glaube ich. Beziehung ist harte Arbeit. Vor allem an sich selbst.

Vielleicht denke ich darüber irgendwann einmal anders. Jetzt bin ich so und dankbar dafür, dass ich einen Mann habe, der mich liebt - so wie ich bin. Seine Beständigkeit und Liebe ist eine Ressource in meinem Leben, die mir sehr viel Sicherheit, Stärke und Vertrauen schenkt. Und dafür bin ich dem Himmel dankbar! :o)

Und diese Ressource schenkt mir auch ungeheure Lernaufgaben, die ich nicht wirklich haben will, mich aber sicherlich auf meinem Weg weiterbringen. Wenn ich mehr Zärtlichkeit wünsche, kann ich mich ehrlich fragen: Und wann war ich zärtlich zu meinem Partner? Wenn ich das Gefühl habe, ich komme zu kurz: Wann habe ich mir Zeit für mich selbst genommen? Ich stelle immer wieder erstaunt fest, dass mein Partner mir alle Zeit der Welt und auch Freiheiten gibt, die ich mir wünsche. Ich muss es nur sagen. Und handeln. Und nicht denken: "Schade, dass mein Partner nicht dies oder das mit mir macht."

Eine Tarotkartenlegerin sagte mir: "Männer erahnen deine Träume nicht. Sie brauchen klare Ziele. Denen musst du genau sagen: Ich will zum Geburtstag genau das rote Kleid dort haben. Dann bekommt man auch, was man will." Hm. Bedeutet auch, dass ich sagen muss, was ich will. Der Schritt davor: Herausfinden, was ich überhaupt will. Und da gibt es ja viele Fragen: Will ich Karriere? Will ich ein Kind? Will ich beides? Gleichzeitig? Wo will ich leben? Zu welchen Kompromissen bin ich bereit? Es ist an mir, zu handeln und meine Partnerschaft so zu gestalten, dass sie für mich stimmt und ich darin zufrieden und glücklich in mir selbst bin. Dann kann ich auch mit dem anderen glücklich sein.

Auf die Liebe

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 23 November, 2006
Thema: Blog - 2006, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Wir sind Weltmeister der Herzen!

Nach so spannenden Spielminuten im Halbfinale ein so trauriges Ende für die deutsche Mannschaft! Schade. Das Quentchen Glück, das zum Gewinn dazu gehört, flog zur italienischen Mannschaft.

Wer hätte es der deutschen Mannschaft nicht gegönnt! Jungs, ihr habt wunderbar gespielt und uns spannendere Unterhaltung geboten als die meisten Thriller. Und das will erst mal geschafft werden!! Danke!!

Wir können stolz darauf sein, was die deutsche Mannschaft geschafft hat, auf das Bild, das wir Deutschen von uns gezeigt haben, wie wir uns selbst neu kennen gelernt haben. Die Liebe für unser Land und die Liebe für die, die diese Welle in Bewegung gesetzt haben. Jetzt können wir alle darauf reiten oder untergehen.

Wie gehen wir Deutschen mit dem Thema Scheitern um? Machen wir aus einer Spielniederlage eine Tragödie, die uns herunterzieht oder machen wir aus einer Niederlage einen Sieg und versuchen das Positive daran zu sehen? Mir gefällt das letztere! Einen Sieg feiern kann jeder. Aber mit einer Niederlage umzugehen, das erfordert wirkliche Stärke. Und die tragen wir in unserem Herzen. Zeigen wir sie!

Ich habe Lust auf dieser Welle zu reiten und das zu genießen! Herrlich! Und eines ist die deutsche Mannschaft ganz gewiss: Weltmeister der Herzen!
Ein Titel, den uns keine Mannschaft der Welt nehmen kann!

Ich freue mich auf den nächsten Krimi am Samstag um Platz 3!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 05 Juli, 2006
Thema: Blog - 2006, 2. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Fragen wir Frauen zu oft nach dem Weg?

Männer fragen nicht nach dem Weg. Die fahren einfach drauflos, finden ihn mal - durch Instinkt, durch Zufall, durch Ausprobieren, durch Wissen - mal nicht. In letzterem Falle machen sie sich nicht verrückt, sondern fahren wahrhaftig so lange durch die Gegend, bis sie den Weg gefunden haben. Wenn es sein muss: Stunden. Um ja nicht nach dem Weg zu fragen. (Funktioniert auch im Baumarkt.) ;o) Dabei ist es so einfach, wie die meisten Frauen zeigen: Anhalten. Fragen. Richtung erfahren. Weiterfahren. So einfach so gut.

Mit einer besonders interessanten Strategie versuchte ich mal als Jugendliche den Weg zu finden. Ich war das erste Mal mit meinem Freund und Pkw in der großen Stadt Köln. Wir wussten den Weg zurück zur Autobahn nicht und hatten die geniale Idee, einfach jemand hinterher zu fahren, der das gleiche Nummernschild hatte wie wir. Klingt doch gut, oder? Nicht so ganz. Der wollte nämlich nicht nach Hause Richtung Autobahn, sondern ganz woanders hin, wahrscheinlich seine Freundin besuchen. Das haben wir erst recht spät gemerkt und einen völlig neuen Teil Kölns weitab der Autobahn kennen gelernt...

Ich finde dazu, wie ich einen Weg zu einem bestimmten Ort finde, lassen sich Parallelen ziehen, wie ich bei der persönlichen Zielerreichung vorgehe. Versuche ich den Weg selbst zu finden, durch Try, Luck & Error (wie viele Männer, siehe oben) oder frage ich direkt nach dem Weg? Mache ich mir einen Plan, schaue mir ausführlich die Karten an und fahre dann los? Frage ich zu oft nach dem Weg, bin nachher ganz verwirrt und höre nur noch auf die anderen, statt mich zu besinnen, einen Blick auf meine Karte zu werfen oder mir zuzutrauen, dass ich den Weg schon finden werde? Gebe ich auf, wenn ich in einer Sackgasse gelandet bin oder drehe ich um, wohlwissend gleich finde ich den richtigen Weg?

Ich glaube, hier von den Männern etwas lernen zu können. Nämlich nicht immer gleich nach dem Weg zu fragen oder perfekt zu zögern - indem ich plane, plane, plane - statt mich einfach auf den Weg zu machen und es so zu tun, wie ich meine, es sei richtig. Einfach mein Ding zu machen und nicht so schnell aufzugeben. Fest mein Ziel im Sinn und losfahren. Nicht auf andere zu hören (hey, wer weiß, ob die sich wirklich auskennen und verstehen, wo ich hin will?), sondern auf mich selbst. Zu viele Menschen, die mir den Weg zeigen wollen, zeigen mir vielleicht auch ihren Weg oder bringen mich gar davon ab, in dem sie mich erstaunt fragen: "Was wollen Sie denn da? Da fährt doch schon lange keiner mehr hin. Das lohnt sich doch nicht. Ich habe da eine viel bessere Idee." ....

Ja, und die Männer, ganz klar, die können auch was von uns Frauen lernen: Sich nämlich, wenn man sich total verfahren hat, nicht noch weiter verfahren, sondern die Hilfe von anderen annehmen und nach dem Weg fragen ...

Ich freue mich auf eine Woche, in der ich immer meinen Weg finde, und falls ich nicht weiterkomme, nicht gleich vorschnell nach dem Weg frage, sondern es mit meinen Möglichkeiten einfach mal versuche und mir erlaube, mich zu verfahren!

Vielleicht entdecke ich dabei ja etwas Wundervolles, das viel besser ist...

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 27 Juni, 2006
Thema: Blog - 2006, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Flagge zeigen

Die WM macht's möglich: Die vergessene Lust der Deutschen, Flagge zu zeigen. Farbe zu bekennen für das eigene Land. Bei Auslandsaufenthalten ist mir immer wieder aufgefallen, wie positiv andere Länder zu ihrer Fahne stehen. Als wir in Schweden auf dem Göta-Kanal unterwegs waren, hatte fast jedes Haus die blau-gelbe Flagge gehisst. In Dänemark das gleiche. Wie schön sind die Italienischen Farben, die sich meist in der Dekoration italienischer Restaurants wiederfinden. Ich denke an die Amerikaner, die mit einem unglaublich stolzen Gefühl ihre Hymne singen oder auf so vielen Dingen ihre Flagge präsentieren.

Nur wir selbst in unserem Land schämen uns irgendwie dafür. Warum? Ja, wir haben in der Vergangenheit riesengroße Fehler begangen, die unentschuldbar sind. Doch darf nach über 50 Jahren nicht auch mal wieder ein gesundes Gefühl für unser Land einkehren? Ich möchte gerne sagen: "Ich bin stolz, eine Deutsche zu sein. Ich liebe mein Land." Ganz natürlich, ohne schlechtes Gewissen oder Angst, dass ich einen Stempel aufgesetzt bekomme. Jedes Land hat seine Vergangenheit.

Was haben wir für ein schönes Land. Grün, bewaldet, weltoffen, ich fühle mich hier sicher, gut versorgt, geschätzt, nette Menschen leben hier. Ich genieße es, beim Italiener, Thailänder, Chinesen oder Türken essen zu gehen. Bei dem Gedanken an die griechischen Vorspeisen läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Wie viele nette Menschen habe ich auf meinen Auslandsreisen kennen gelernt, mit wie vielen bin ich hier in Deutschland in Kontakt gekommen. Ich denke gerade an den russischen Jungen, der mir mit dem Fahrrad hinten auf's Auto gefahren ist. Beule im Auto, Fahrrad kaputt. Darüber habe ich seine Familie kennen gelernt. Sie lebten auf 2 Zimmern mit 10 Personen. Was haben die mich herzlich empfangen, frisch Gebackenes stand auf dem Tisch, Tee wurde mir angeboten. Was war das eine nette Familie, denen es so leid tat, was geschehen war und der Junge so traurig, dass sein Rad krumm war. Als ich meinem Onkel davon erzählte, sagte er: "Warte mal, ich habe noch ein Rad im Keller." Frisch geputzt habe ich es dem Jungen überreicht. Das war eine Freude, die mich noch heute berührt.

Ich glaube, dass dies auch ein typisches Bild für uns Deutsche ist. Wir sind genau so herzliche und liebevolle Menschen wie es sie in jedem Land auf der Welt gibt. Ebenso wie es auch in jedem Land auf der Welt die Bösen gibt. Es ist die Frage, wem oder was wir unsere Aufmerksamkeit schenken möchten.

Haben Sie die Sendung "Die größten Erfingungen" zufällig letzten Sommer im ZDF gesehen? Ich war mehr als erstaunt, wie viele dieser Erfindungen aus unserem Land stammen oder wie viele Deutsche an deren Entstehung beteiligt waren. Ein paar Inspirationen? Der Buchdruck, das Auto, die Röntgenaufnahmen, der Dübel, das Antibiotikum, die Glühbirne... Was steckt für eine Kraft in uns Deutschen. Das ist uns doch nicht einfach abhanden gekommen, es liegt noch immer in uns. In jeder, in jedem von uns. Es ist Zeit, wieder unsere Kraft zu sehen und an sie zu glauben. An unsere Art, die Dinge zu machen. Ich will wertschätzen, was meine Ahnen aufgebaut haben. Ich will mein Land wertschätzen mit allen Vor- und Nachteilen und mit aller Brüderlichkeit und Herzlichkeit und all dem Guten, das in uns liegt und in allen Menschen auf dieser Welt.

In diesem Tagen, wo der Sport die Menschen vereint, haben wir alle die Chance, uns neu zu erleben und zu zeigen, dass die Welt zu Gast bei Freunden ist. Bei uns.

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 13 Juni, 2006
Thema: Blog - 2006, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen

Heute schon gelobt?

Kennen Sie das Gefühl unerwartet Anerkennung zu erhalten?

Sei es die Postkarte einer Freundin,
ein Dankeschön nach einem Abend bei Freunden,
ein anerkennendes Lob in einer Mail,
ein Kompliment über das neue Outfit,
ein Zettel mit "Ich hab dich lieb" für den Partner
oder...

Es tut sooooo gut! Anerkennung ist etwas wunderbares.

Wie oft leben wir durch den Tag und vergessen dankbar zu sein, für das, was wir haben? Den netten Partner zum Beispiel, der sich wiedermal in die Küche gestellt hat, um das Abendessen zu zaubern. Wie leicht ist es dann, zu kritisieren, statt grundsätzlich froh zu sein, dass einer die Arbeit macht? Und dafür Anerkennung und Lob zu geben?

Gerade denke ich an ein Erlebnis in einer Mailingliste: Das Organisationsteam bestand rein aus ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern. Ich habe davor großen Respekt und finde es nicht selbstverständlich, etwas kostenfrei zu erhalten. Als es eine zeitlang Umstellungsprobleme in der Liste gab, schrieb ich ans Orgateam und bedankte mich bei den trotz dieser Herausforderung Arbeitenden für das enorme Engagement. Ich war erstaunt über die Antwort: Ich war die einzige, die etwas Nettes geschrieben hatte. Alle anderen hatten nur Kritik geäußert. Was hilft Menschen in einer solchen Zeit wohl mehr? Kritik? Wohl kaum. Ich glaube, die meisten von uns sind doch selbst ihre größten Kritiker, da müssen nicht noch andere draufhauen. Nein, ich glaube, ein nettes Wort und liebevolle Anerkennung helfen in solchen Momenten. Sie geben den Mut und die Kraft, weiter zu machen.

Haben Sie heute schon Anerkennung erhalten? Ich finde toll, dass Sie diesen Text hier lesen und meine Webseite besuchen. Wie lange mögen Sie mich und meine Seite wohl schon begleiten? Danke für Ihre Treue! Was wäre eine Schreibende ohne ihre Leserinnen?

Ich fühle mich immer wie eine Schneekönigin für jedes Lob und jede Anerkennung, die ich erhalte. Oft drucke ich sie mir aus und lese sie mir in schwierigen Zeiten durch. Das ist eine Krafttankstelle für mich!

Ganz viel Sonne aus Köln

Anja Kolberg


Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 02 Mai, 2006
Thema: Blog - 2006, 1. Halbjahr, Blog - Beziehungen


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