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Dienstag, 17 Oktober, 2017

Buchvorstellung: "Halali" von Ingrid Noll

Hurra, ein neuer Roman von Ingrid Noll. Der wollte mit nach Dänemark an die Nordsee fahren und dort verschlungen werden. Ein vergnüglicher Zeitvertreib waren die viel zu schnell verstreichenden Stunden mit ihm!

Ich habe schon sehr sehr lange keinen Roman mehr gelesen, weil ich mich nicht konzentrieren konnte und ich so schnell abgelenkt bin. Ein heftiger Sturm, gegen die Scheiben klatschender Regen, eine nach drinnen geholte bequeme Sonnenliege mit Decke und einer heißen Tasse Tee - und dieses wunderbare Buch schafften dann die Wende: Ruckzuck war das Buch durch. Ich mag Bücher, die nicht allzu dick sind, dieses hat 320 Seiten. Als ich es ausgelesen hatte, war ich traurig, dass die Geschichte zu Ende erzählt war, so gerne hätte ich mit Holda noch Zeit verbracht.

Die Geschichte: Ihrer Enkelin Laura erzählt die 82jährige Holda von ihren Erlebnissen als junge Frau in den frühen 50er Jahren. Als Kind aus der Eifel in die große Stadt Bonn gekommen findet sie eine Anstellung als Sekretärin im Innenministerium und privat ein winziges Zimmerchen zum Schlafen. Mit ihrer Kollegin Karin beobachtet sie Merkwürdiges und von Neugier getrieben geraten beide in Gefahr. Es wäre kein typischer Ingrid Noll Roman, wenn es nicht auch einem Mann an den Kragen geht.

Ein herrlicher Satz: "Wir schwiegen eine Weile und gruselten uns."

Ingrid Noll selbst beschreibt ihr Buch so treffend wie es besser nicht sein kann: "Kein üblicher Agentenroman, vielmehr eine Zeitreise und eine Geschichte über das Lebensgefühl junger Frauen in den fünfziger Jahren."

Meisterlich wie die Autorin regionale Begriffe, Arbeitsleben, Musik, Essen, Kleidung, Ausdrucksweise sowie Lebensart und gesellschaftlichen Regeln der Nachkriegsjahre mit einer spannenden Geschichte verknüpft. Ein unterhaltsamen Zeitgemälde! Danke, liebe Ingrid Noll, dass Sie schreiben! Bitte weiter so! Anja Kolberg

Autorin: Ingrid Noll
Titel: Halali
ISBN: 978-3-257-06996-9
Verlag: Diogenes

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Freitag, 22 September, 2017

Herzgold - Zeit bei meiner Familie

Ich möchte von vielen schönen Tagen berichten, die ich bei meiner Familie verbringen konnte. Nicht oft öffnen sich solche Zeitfenster, wo wir an den Ort und zu den Menschen zurück kehren können, wo wir Kind waren. Glücklich und unbeschwert.

Drei Teile sind daraus geworden:

Onkel und Tante nahmen eine Auszeit an der See. So war ich mit meiner anderen Tante in der Zeit bei meiner Oma. Sie ist 92 Jahre und wer meinen Blog schon gelesen hat, weiß wie wichtig sie mir ist. Ein wenig besorgt war ich vorher wegen der Pflege, die meine Großmutter inzwischen braucht, ob ich das wirklich schaffe, auch wenn ich nicht alleine war. Vor vier Jahren, als ich das letzte Mal bei ihr in Ferien war, ging es ihr noch richtig gut. Ich habe zwar gekocht, aber sie hat die Wäsche noch gemacht und war noch munter zu Fuß unterwegs. War ich früher diejenige, der sie eine Wärmflasche gemacht hat, wenn ich Bauchweh hatte, so habe ich das jetzt für sie gemacht.

Die 14 Tage bei meiner Großmutter sind im nu verflogen. Mit säckeweise Herzgold bin ich zurück gekommen. Unbezahlbar waren die gemeinsamen Stunden. Die Pflege meiner 92jährigen Oma fiel mir leichter als gedacht. Ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden. Wir waren ein tolles Team: Oma, meine Tante, unser Nachtwächter ;o) (Mann von meiner Tante) sowie zehn Hühner und ein Hahn. Wir haben uns gegenseitig gut getan.

Als Abendvertreib - Oma kann kein Fernsehen mehr gucken - habe ich 62 Fotoalben durchstöbert. Ich bin dabei auf Bilder gestoßen, die ich auch im Rahmen meiner Recherche für die Familienchronik noch nicht gesehen hatte - unter ihnen auch wunderschöne schwarz-weiße Fotographien wie diese drei:

  • Vermutlich zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende - ein Pferd mit Planwagen steht vor einem verschieferten zweistöckigen Bauernhaus. Daneben einige Männer in Arbeitskleidung, ein weiteres Pferd wird von einem Mann gehalten. Links im Bild zwei Frauen in langen schwarzen Kleidern mit langer weißer bzw. schwarzer gestärkter Schürze, zwischen ihnen ein Kleinkind.
  • Auf dem frisch abgeernteten Getreidefeld eine Brotzeit: Männer und Frauen in Arbeitskleidung sitzen auf einem Pferdewagen und davor auf dem Boden. Ein Mann steht in der Mitte des Bildes mit Pfeife im Mund, die Hand in die Hüfte gestemmt. Neben ihm liegt ein Mann auf mit Stroh bedeckten Boden, vor ihm eine große weiße Emaillekaffeekanne und ein Korb mit Essen. Im Hintergrund Wiesen, Hügel, Obstbäume, Wald.
  • Ein Liefer-Lkw mit Aufschrift "Butter Eier Import" steht ca. 1920 vor dem Fachwerkhaus, in dem mein Großvater aufgewachsen ist. Junge Männer und Frauen posieren um das Gefährt., sitzen auf dem Führerhaus, den Radständen und stehen daneben.

Alle drei Zeitdokumente sind so toll, ich würde sie mir glatt vergrößern und aufhängen. Immer leichter fällt es mir, die Kleinigkeiten auf den Fotos wahrzunehmen, das damalige Leben zu lesen. Was für ein spannendes "Stöbern in der Vergangenheit" wie Oma es so treffend benannte. Wann ergibt sich schon mal die Gelegenheit, so viele Alben in Ruhe durchzuschauen? Meine Großmutter kannte die meisten Fotos und obwohl sie nicht mehr gut sehen kann, konnte sie mir meist sagen, wer darauf zu sehen ist.

Was kann ich noch aus dem Füllhorn der Erlebnisse berichten? Ich fand ein altes Liederbuch, brachte es mit runter ins Wohnzimmer. Früher wurde viel in ihrer Familie gesungen, wenn sie abends zusammen saßen, erzählt meine Oma immer wieder. Ich las vor, welche Titel ich fand und Oma sagte fast jedes Mal: "Das kennen wir doch" und stimmte das Lied an. Die meisten Texte kannte sie noch und es war beeindruckend, wie sie die Melodie hält. Weder meine Tante noch ich konnten mithalten. Dieser Gesangsabend hat meiner Oma besonders gut gefallen.

Mehrmals hat sie das Schlaflied "Wer hat die schönsten Schäfchen" gesungen und - was mich ganz besonders freut - ich habe es auf Video aufgenommen. Oma hatten wir vom Rollstuhl in einen großen Ohrensessel umgesetzt, sie trägt ihr weißes Haar in einer ganz kurzen frechen Frisur, weil die Dauerwelle im dünnen Haar nicht mehr hält. Über ihre Beine hatten wir eine dunkelblaue Decke gelegt und über den lilafarbenen Pullover trägt sie wie immer eine wärmende, graue selbstgestrickte Stola.

Sie saß da wie die perfekte Märchenoma und ich war ganz beglückt, dann auch noch das Video mit dem Schlaflied aufnehmen zu können. Sie hat es extra nochmal in die Kamera gesungen, damit ich es meinen Cousinen und Cousins, ihren Urenkeln und meinen Tanten schicken kann. So haben wir alle eine wundervolle Erinnerung. Ich habe beim Filmen ganz still da gesessen, mir sind die Tränen die Wangen herunter gelaufen, so liebevoll und goldig war das. Ebenfalls aufgenommen habe ich ihr endlich Abendgebet, das sie immer für die Enkel betet. Bisher hatte ich es nur in Bruchstücken gehört und war nie schnell genug mit dem Video.

Können Sie nachempfinden, warum ich mich so reich beschenkt fühle? Bei Oma kann ich einfach sein. Ich bin - obwohl ich in die Rolle der Helfenden rutschte und 47 Jahre alt - einfach Enkelin und fühle mich grenzenlos wohl. Welche ein Geschenk! Ich bin dem Himmel so dankbar, dass ich diese Zeit mit ihr und auch meiner Tante erleben durfte. Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben. So viel gibt es zu erzählen. Im Kalenderentwurf für 2019, den ich nächsten Sommer machen werde, ist sicherlich ein Bild aus dem wundervollen Garten dabei. Seufz. So schön!

Wie das Kalenderblatt von September 2017 stimmt: "Herausforderungen machen mich stärker." Ich fühle mich jetzt sicherer, neuen Herausforderungen zu begegnen. Ich habe das Gefühl, ich kann Dinge leisten, die ich mir vorher nicht zutraute. Das alles noch als Zugabe. Was für ein Glücksfall!

Ich freue mich nun auf den am ersten Oktober beginnenden Verkauf der Kalender in meinem Webshop. Auf die neuen Titel können Sie sich schon freuen. Sie heißen: "Seelenglück" und "Auf dem Weg zu mir selbst." Wer die Kalender vorher kaufen möchte, findet sie schon bei Amazon. Einfach "Kalender Anja Kolberg 2018" eingeben und sie werden aufgerufen.

Herzliche Grüße von einer glücklichen

Anja Kolberg

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Der schöne Garten

Während meines Aufenthaltes bei meiner Familie habe ich auch die Zeit im wunderschönen Garten genossen. Seit den 50er Jahren, als meine Urgroßeltern ihn anlegten, ist er stetig gewachsen und hat sich verändert. Als mein Onkel und meine Tante das Haus von meinen Großeltern übernahmen haben die beiden weiter daran gearbeitet und daraus ein Schmuckstück gemacht, wo die Seele staunt und atmet. Ich sehe und spüre, dass sie Freude an der Arbeit im Garten haben. Der Gemüsegarten ist heute noch an der gleichen Stelle wie vor über 60 Jahren.

Für mich ist es ein besonderer Ort. Die Geräusche, die Düfte, die Stimmung, alles ist mir aus meiner Kindheit vertraut. Ich fühle mich dort wohl und kann einfach sein. Ein großes Glück.

Im ersten Artikel Herzgold - Zeit bei meiner Familie fanden Sie ja schon einige Blüten aus dem Garten - hier einige weitere Impressionen und vom Raum drumherum:

An den Garten grenzen viele Wiesen mit einigen Pferden. Weiteroberhalb beginnt der Wald.

Nebenan auf der Weide steht ein alter Apfelbaum.

Überall stehen Stauden, wie dieser Sonnenhut oben am Hühnerpirk.

Clematis rankt mit wildem Wein an einem Bogen empor.

Diese Aster hält sich gut und lange in der Vase und säht sich selbst aus. Ich habe Samen mit nach Hause genommen.

Am Himmel waren immer wieder Greifvögel zu sehen und vor allen Dingen zu hören. Ein toller Klang. So viel Himmel sehe ich in Köln selten. Die Vögel bei ihrem Flug zu beobachten, war toll.

Morgens lies ich die Hühner raus, gab ihnen Wasser und tagsüber manchmal Leckereien, auf die sie unruhig warteten. Sie machen so beruhigende Geräusche. Abends lies ich sie wieder in den Stall bzw. waren sie schon drinnen. Es gab Futter und frisches Wasser und ich sammelte die Eier ein.

Toll, die unterschiedlichen Farben. Beliebtes Spiel am Abend: Eierbingo. Wer errät wieviel Eier die Hühner gelegt haben. :-)

Drei Teiche hat mein Onkel in all den Jahrzehnten angelegt. In einem blühte diese herrliche Seerose.

Jede Morgen machte ich eine Kanne Tee - mit Quellwasser aus dem Wald und frischer Pfefferminze aus dem Garten. Auf der Wiese war frischer Breitwegerich, den ich so gegessen habe. Der schmeckt unglaublich gut. Mehr vom Gaumenschmaus erzähle ich hier: Naschen aus dem Landhausgarten.

Viel Freude!

Anja Kolberg

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Naschen aus dem Landhausgarten

Hier der dritte und letzte Teil des Berichts von meinem Landurlaub:

Ein großer Gemüsegarten verwöhnte unseren Magen. Hier Pflücksalat und Schnittlauch.

Frischer Mangold. Lecker! Daraus habe ich dieses Gericht gemacht:

Mangold in der Pfanne geschmort mit einer Tomate, Rosinen und gerösteten Mandelkernen. Dazu Reis.

Jeden Morgen naschte ich die frisch erblühten Kapuzinerkresse-Blüten. Süß, scharf, würzig.

Rote Beete. Die Blätter eignen sich - zusammen mit Banane bestens für einen grünen Smoothie. Allerdings wird der dann aufgrund der Mischung von rot und grün...

... braun wie Cappucchino. Oma und Tante probierten auch mal mutig davon. :-)

Aus der Knolle und Apfel entsteht ein köstlicher und gesunder Salat:

Soße: Olivenöl, Pfeffer, Salz, Zitrone, Agavensirup.

 

Leibspeise in den letzten Wochen: In der Pfanne kurz geschmortes Gemüse. Hier Paprika, Tomate, Zucchini, Zwiebel und Möhre. Am liebsten mag ich Zucchini, Tomate und Banane. Lecker!

 

Ein Teil vom Kräuterbeet. Der Löwenzahn ganz unten ist ein prima Nährstofflieferant und wegen seiner Bitterstoffe besonders gesund. Auch er kam in den Smoothie:

 

Hier habe ich Melone als Obst dazu genommen. Lecker!

 

Ganz schön grün und gesund und lecker!

 

In einem Heft fanden wir ein Rezept von Möhrenpesto. So frisches und tolles Grün wie im Garten werde ich in Köln nicht bekommen. Also ausprobiert.

 

Sieht toll aus, oder? Möhrengrün wurde mit gerösteten Mandeln, Öl, Pfeffer und Salz püriert.

Das waren einige Eindrücke von meiner wundervollen Zeit mit Oma, Tante, Onkel, Hühnern und Garten auf dem Land. Ich bin so dankbar und glücklich, dass ich diese Zeit erleben konnte. Für nix in der Welt ist sie aufzuwiegen. Das war meine Sternschnuppe in diesem Jahr.

Hier die anderen beiten Teile:

Mehr Land- und Gartenberichte gibt es in der Rubrik Blog - Garten & Natur 

Viel Freude beim Stöbern

Ihre Anja Kolberg

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Sonntag, 20 August, 2017

Einfach weiter gehen - den Sommer überstehen

Im Frühling war ich unsicher, ob ich es schaffen würde in den heißen Sommermonaten weiter möglichst täglich walken zu gehen. Das Problem: Wenn es zu warm ist, schmerzen meine Beine. Sie werden schwer und schwellen an. Dann habe ich überhaupt keine Lust, zu gehen. Bislang war ich mittags um den See gegangen, immer dann wenn ich gerade eine Pause von der Arbeit brauchte und Erholung vom Sitzen am Schreibtisch. Und mittags ist es nunmal besonders warm ...

Hier in Köln fühlt es sich die letzten Tage nach Frühherbst an, die Gänse am Weiher üben den Formationsflug gen Süden, der erste für mich typische herbstliche Morgentau benetzte die Wiese. Die noch kommenden heißen Tage sind also gezählt. Und wissen Sie was? Ich habs wahrhaftig geschafft und eine Lösung gefunden, im Sommer das Walken nicht aufzuhören. Das war nämlich meine Befürchtung: Wenn ich meinen Rhythmus unterbreche, wird die Hürde wieder anzufangen zu hoch und ich höre auf, meinem Körper durch die Walkingrunde Gutes zu tun.

Wie ich das geschafft habe, trotz Hitze weiter zu gehen? Ich bin morgens früh gegangen. Erst mit dem Hund eine Runde Gassi gegangen. (Ich nehme sie nicht mit zum Walken, weil sie die weite Strecke mit 14 Jahren nicht mehr schaffen würde und ich durch ihr intensives Schnüffeln, das eine gefühlte Ewigkeit dauern kann, auch null Spaß dran hätte.) Dann raus an den Weiher. Die Morgensonne ist selbst das große Stück ohne Schatten um sechs oder sieben Uhr noch erträglich und angenehm. Die waldigen Abschnitte eine herrliche Abkühlung. Ich bin so stolz auf mich, dass ich durchgehalten habe und eine Lösung entwickelt, die für mich praktikabel ist.

So viel Schönes und Interessantes erlebe ich jeden Tag, wenn ich draußen in der Natur bin: Kleine flauschige Küken von Gänsen und Enten betrachten. Kleine Gänschen die versuchen wie die Großen Grasshalmspitzen zu naschen und dabei in die Höhe hüpfen...

Schnecken mit unglaublich interessanten Gehäusen beim Kreuzen des Weges beobachten. Hunde beobachten - da geht mir das Herz auf - und mich kurz mit ihren zweibeinigen Begleitern austauschen, wenn es passt. Den Ruf des Greifvogels über den Bäumen hören. Anderen ein Kompliment für ihr hübsches Outfit machen und so Freude bereiten oder die gleichen Gesichter sehen und grüßen. Die Wolken am Himmel und die Schattenspiele der Sonne auf dem Weg beobachten:

Die Schwäne auf dem See zählen. Bei 50 habe ich aufgehört:

Walking bei Sommerregen geht auch. Er tut nicht weh, ich bin abwaschbar und es macht echt Spaß, dann draußen zu sein. Beim letzten Mal bin ich bis auf die Unterhose nass geworden. Ich sage Ihnen: Ich fühlte mich wie eine Abenteuerin. :-)

Und zu naschen gibt es auch einiges. Warum Superfoods und künstliche Nahrungsergängzungmittel übers Internet bestellen, wenn ich das natürlichste, frischste und beste direkt am Wegesrand pflücken und direkt verspeisen kann? Gerade habe ich schwarze Holunderbeeren direkt vom Baum probiert. (Holunderbeeren können zu Erbrechen, Magen-Darmbeschwerden führen. Deswegen vor dem Verzehr kochen, wenn viele gegessen werden. Mehr hier.) In den letzten Wochen habe ich zum Beispiel die Fruchtstände vom Spitzwegerich probiert, Kleeblüten, die intensiven Blüten der Schafsgarbe, mich an Brennesseln gepiekst und mich nicht davon abbringen lassen, deren Spitzen und Samen weiter zu pflücken und zu essen.

Besser kann es doch nicht sein, als meinen Körper mit Wildkräutern zu versorgen! Natürlich schaue ich, dass die mir bekannten Pflanzen weit ab der Straße stehen, in einer Höhe sind, wo sie nicht von Hunden angepinkelt worden sind oder dass keine Tiere mehr drauf rumkriechen. Der Geschmack der Wildkräuter ist oft sehr intensiv. Bitter vor allen Dingen - und gesund.

Mir fällt auf, wie viel mehr ich Düfte wahrnehme. Das hat nicht immer was positives. So ist es zum Teil eine echte Herausforderung weiter zu atmen, wenn an mir jemand vorbei joggt, der von einer riesigen Parfüm- oder Deowolke umgeben ist. Gut, dass das auf die meisten Menschen nicht zu trifft. Ebenso lässt sich der Zigarettenqualm noch wahrnehmen, selbst wenn kein Raucher mehr zu sehen ist, der ihn hinterlassen hat. Dafür freut sich meine Nase über den Duft der Blüten, an denen ich schnuppere.

Zum Beispiel die große Gruppe von "Großem Heinrich" der am Wegesrand unzählige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anzog.

Meinen Beinen geht es immer besser. Deswegen habe ich ja mit dem Walken nach gefühlten 16 Jahren wieder angefangen. Sie schmerzen weniger und das ist ein ganz großes Glück. Zudem habe ich auch gut abgenommen. Dazu werde ich in einem anderen Beitrag berichten.

In diesem Sinne: Bis bald!

Ihre Anja Kolberg

P.S.: Hier berichte ich über meine anderen Walkingerfahrungen und warum ich damit angefangen habe: Blog - Körper & Schmerzen. Einfach runterscrollen, sind von aktuell nach älter sortiert.

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Freitag, 18 August, 2017

Das Arbeitsleben ist bunt

Gerade sprach ich mit einer Supportmitarbeiterin. Zum Schluss fragte sie, ob sie noch etwas für mich tun kann. Ich sagte: "Ja, bitte das Wetter in Köln ändern. Heute regnet es ununterbrochen." "Oh, damit kann ich ihnen nicht dienen, hier in Irland regnet es auch den ganzen Tag." Ein wunderbares Gespräch über Irland entwickelte sich. Diese Frau aus Deutschland lebt und arbeitet seit sieben Jahren auf der Insel. Ist das nicht ein Traum? Ich wollte schon lange so gerne mal dorthin, wenn ich an die grüne Natur denke, geht mir das Herz auf. Sie gab mir Tipps für einen grünen Urlaub, einfach klasse.

Ist es nicht toll wie bunt die Arbeitswelt heutzutage ist?

Vor einiger Zeit hatte ich zufällig Kontakt mit einer ehemaligen Klientin. Ich rief eine Servicetelefonnummer an, schilderte mein Anliegen und auf einmal fragte mich die nette Dame am Telefon "Haben Sie Frauencoaching gemacht? Ich glaube ich kenne Sie." Ich war verdutzt, fragte nach dem Namen und zack erinnerte ich mich an meine Klientin. Wie toll war dieser Zufall!! Sie lebt und arbeitet heute auf Mallorca. Es war wie ein Sechser im Lotto, dass ich sie am Telefon hatte. Einmal weil sie eigentlich Pause gehabt hätte und zum anderen, weil in einem Callcenter ja nicht nur eine Person arbeitet, also an genau sie zu kommen, war wirklich etwas besonderes. Nach den vielen Jahren treffen wir uns so wieder! Ein besonderer Glücksmoment für uns beide, wir haben uns so gefreut.

Auch sie ist ein Beispiel dafür, dass Arbeiten heutzutage nicht mehr nur in Deutschland im "Nine-to-five-Job" (also täglichen Job von morgens neun bis abends fünf) möglich ist. Unsere Arbeitswelt ist viel bunter und vielseitiger geworden. Arbeiten statt im Büro in Stadt xy ist heute von zu Hause ("Homeoffice") aus möglich. Auch arbeiten im Ausland aus - zum Beispiel als "Freelancer" (wenn man zum Beispiel eine Dienstleistung anbietet wie Webseitengestaltung, was alles übers Internet abgewickelt werden kann) oder als Mitarbeiter eines deutschsprachigen Callcenters ist keine Seltenheit mehr. Das nur ein Bruchteil der beruflichen Lösungen, die heute möglich sind.

Viele Türen stehen uns heute offen, anders zu arbeiten, so wie es zu unseren Wünschen passt. Und das finde ich wunderbar. Ich spüre, wie sich mein Herz weit öffnet und die Flügel ausstreckt, Energie und Freude an diesen Möglichkeiten tankt!

Ich fände es wunderbar, eine zeitlang im Ausland zu leben und zu arbeiten. Das könnten einige Monate sein oder auch ein Jahr. Was mich daran reizt? Vor allen Dingen die Natur. Ich liebe die Urlaubszeit in Dänemark. Die Nähe zur Nordsee, Stürme, die am Himmel vorbei segelnden Möven, die salzige Luft, die Stille und Einsamkeit sind genau mein Ding. Die Vorstellung, dort länger als drei Wochen Urlaub zu sein und frei zu arbeiten, erfüllt mich mit Glück. Also zu schreiben oder Menschen übers Internet zu coachen, zu begleiten.

Spannend fände ich auch, eine längere Zeit in England zu leben, um besser Englisch sprechen und verstehen zu können. Warum? Weil ich spüre, dass ich hier eine Grenze habe, die mir den direkten und leichten Zugang zu viel Wissen blockiert. Zum Beispiel auf englischen Webseiten recherchieren, englische Fachliteratur zu lesen (ohne direkt abzubrechen, weil ich es so anstrengend finde) oder auch Videos, Vorträge usw. anzuschauen oder gar an Workshops auf Englisch teilzunehmen, ohne auf eine Übersetzung angewiesen zu sein. Die Ursprache ist eben immer noch etwas anderes als die deutsche Übersetzung.

Ich spreche und verstehe nicht so gut Englisch wie ich möchte. Ist einfach so. Ich hatte Schulenglisch, war glaube ich eine zwei, bis zur zehnten Klasse und dann im Abendstudium zur Betriebswirtin zwei Stunden pro Woche Fachenglisch. Auch wenn ich da eine eins hatte, sagt das nix über meine praktische Erfahrung aus. Beruflich habe ich kein Englisch gebraucht und wenn, dann war ich eher gehemmt, als frei fließend zu sprechen. Und das hätte ich gerne anders. Ich glaube, dafür wäre es gut, eine zeitlang in England zu leben und im Idealfall dort stark in Kontakt mit Menschen zu sein, um die Sprache zu üben und meine Hemmungen zu verlieren. Das wäre eine große Bereicherung für mich.

Soviel zu meinen Träumen. Sie mir bewusst zu machen und auszusprechen ist ein wichtiger Schritt.

Einen beschwingten Tag aus Köln

Anja Kolberg

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Freitag, 11 August, 2017

Hineingepresst & ausgebrochen

Hineingepresst in eine Form,
damit wir passen.
Hineingepresst in eine Form
ohne das Leben ganz zu atmen.
Hineingepresst,
um zu Funktionieren.
Hineingepresst in eine Form,
damit ihr uns aushalten könnt.

Hineingepresst.
Wo ist mein Atem
Wo ist mein Leben
Wo ist mein Ich

Hineingepresst in eure Form
nicht meine

Dringeblieben.
Nicht ausgebrochen.
Um dazu zu gehören.
Gemocht zu werden.

Unglücklich.
Unzufrieden.

Zeit die Form zu verlassen
Euch zu konfrontieren
mit meinem Ich
Euch zuzumuten,
mich auszuhalten
Und wenn nicht ihr,
dann andere die passen
zu meinem ganzen Ich.

Ich bin bereit für
eure Reaktionen
und auch die Freiheit
auszuhalten.

Bleib
halt still
sei ruhig
sei brav
hör auf
zu sein
wie du bist

Du bist zuviel
zuviel für mich
mehr als ich aushalten kann
Mehr als die Regeln geben

Geh in die Form
sei schön brav
dann muss ich auch nicht raus
aus meiner

Ich will nicht mehr
Teil dieser Form
noch irgend einer anderen sein
Mich zwängen
Mich zwingen
was ich nie war
was ich nicht bin
will leben
atmen
fließen
sein
raus mit meinen Gefühlen
raus mit meinen Gedanken
endlich ich
ganz und gar ich

Es ist Zeit

raus aus der Form
raus aus der Strenge
raus aus dem alten Leben

Wagen
zu leben

Wagen
zu sein

Ganz und gar ich

Rücksichtlos
Ich

Frei sein
ich selbst sein
ganz und gar
mich selbst leben
mich selbst lieben

Keine Fragen
Antworten.
Keine Zweifel
Sicherheit.
Keine Angst
Wut Energie Bewegung.
Ich
ganz ich
ohne Zweifel
Vertrauen.

Nicht zu viel für dich
nicht zu viel für mich
genau richtig!

Keine Kontrolle.

Ich.

Für das wilde Kind in uns allen. Raus aus der Form. Rein in die Freiheit.

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Mittwoch, 26 Juli, 2017

So sein wie ich bin.

Am liebsten hätte ich Gewissheit, wie mein Leben weiter verläuft. Sicherheit, für jede Situation mit einer perfekten Lösung gewappnet zu sein. Doch leider funktioniert das Leben nicht so. Zumindest meines nicht. Keine Kontrolle.

Die einzige Kontrolle, die ich habe, ist die über mich selbst. Für mein Wohlbefinden zu sorgen, so gut ich es kann. Auch das klappt nicht immer, meine Gedanken und meine Phantasie - was alles passieren könnte - gehen gerne mit mir durch - nicht in die positive Richtung. Dann wünsche ich mir die coole Gelassenheit derjenigen, die sich keine Gedanken machen.

Ich verarbeitete vor einiger Zeit ein Problem, das mich sehr beschäftigte, erzählte meinem Mann davon. Er guckte mich mit großen Augen an und meinte nur: 'Da denke ich schon lange nicht mehr drüber nach. Das habe ich längst abgehakt. Wenn du jetzt nicht mehr davon angefangen hättest, hätte ich nicht mehr dran gedacht.' Na prima! So einfach hätte ich es auch gerne. Mein Kopf funktioniert aber nicht so. Und damit muss ich wohl klar kommen, wohl auch weil das Problem mich mehr betraf als meinen Partner.

Mich akzeptieren - so wie ich bin. Mit all dem Grübeln, Reflektieren. Das hat ja auch sein Gutes, nämlich eine Tiefsinnigkeit, zu der mich meine Nachdenklichkeit führt. Eigentlich ist das spannend, gar nichts schlimmes dran zu finden, wenn ich es nicht als solches bewerte.

Ich kann nicht erwarten, dass andere Verständnis dafür haben, wie ich ticke. Dass andere sich meine Gedanken machen. Dass andere so funktionieren, wie ich das gerne hätte. Aber ich kann das tun. Verständnis für mich haben. Mich mit meinen Sorgen beschäftigen, mir gute Gedanken machen. Für mich da sein.

Ich bin für mein Wohlbefinden verantwortlich. Wenn ich liebevoll mit mir umgehe, tun das andere auch bzw. ich bin davon nicht mehr abhängig.

Wenn ich nicht mehr die Kontrolle über alles haben will, mir verzeihe schwach zu sein, Fehler zu machen, Ängste und Sorgen haben zu dürfen, können andere auch lockerer werden. Loslassen.

Einem anderen ganz nahe sein. Wagen, geliebt zu werden. Zulassen, dass jemand mein wahres Ich sieht mit all meiner Verletzlichkeit. Ohne Sicherheit, ob der andere mich liebt wie ich bin oder mein wahres Ich ablehnt.

Ich kann mich verstellen, in der Hoffnung, dem anderen dann zu gefallen. Aber will ich so leben? Nein, will ich nicht. Ich will geliebt werden, so wie ich bin. Das erfordert Mut. Mut, mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Offenheit, geliebt zu werden, so wie der andere es kann, nicht so wie ich es möchte.

Vor allen Dingen braucht es die Liebe von mir selbst zu mir - gleich wie ich bin.

Anja Kolberg

P.S. Diesen Text schrieb ich im November 2015. Heute fand ich ihn wieder. Ich hätte ihn gestern geschrieben haben können. Hier jetzt auch für Sie. Vielleicht finden Sie sich selbst darin wieder.

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