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Wenn sich das Leben plötzlich ändert...

Dieses Jahr mehren sich Krankheits- und Todesfälle in meinem Umfeld. Plötzlich ändern sich Lebensentwürfe. Gewohntes und Liebgewonnenes muss verlassen werden.

Von der Bekannten, die unerwartet starb, berichtete ich. Ungefähr zeitgleich musste eine meiner besten Freundinnen wegen einer Komplikation nach einer OP notoperiert werden. Ihr Leben hing am seidenen Faden. Sie ist Gott sei dank auf dem Weg der Besserung. Ein geschätzter und sehr gemochter Großonkel und seine ebenso nette Frau starben in diesem Jahr. Ein weiterer Großonkel (ich mag sie alle!) kam mit einer überraschenden Krebsdiagnose im nicht therapierbaren Stadium nach Hause und wird - kurz zuvor noch fit - nun von seinen Töchtern und Frau im Krankenbett zu Hause gepflegt. Eine Cousine meiner Großmutter liegt ebenfalls im Krankenhaus, auch sie mag ich sehr mit ihrem unnachahmlichen urkölschen Dialekt, der sich wie ein Lied anhört.

Diese Ereignisse so gebündelt treiben mir die Tränen in die Augen. Ein Ergeignis alleine reicht doch schon. Jeder muss den Schock einer solch tiefgreifenden Lebensänderung erst mal verdauen. Sowohl die Betroffenen selbst als auch ihr nahes und weiteres Umfeld. Vielleicht müssen Lebensträume begraben, der gewohnte Alltag aufgegeben, Abschied genommen werden.

All das fällt ja schon schwer, wenn man sich selbst entschließt, etwas zu ändern. Wird man jedoch vom Schicksal von solchen Veränderungen überrumpelt, fehlt die vorbereitende Entscheidungsphase, die ja da ist, wenn man selbst am Leben etwas ändern will.

Den Schock verarbeiten. Das Leben neu sortieren. Sich an Änderungen gewöhnen. Trauerarbeit leisten, wenn die Dinge nun anders laufen als bisher, als gewollt und gehofft. Die Wut rauslassen, damit Platz für inneren Frieden entsteht, der sich ganz leise seinen Raum verschafft. Die Zuversicht, dass 'dennoch' oder wieder Lebensqualität möglich ist, Freude, Lachen, Zusammensein. Die Menschen um mich herum in anderen Rollen neu kennen lernen, überrascht sein, Miteinander erfahren und Verbundenheit.

Sich mit dem arrangieren, was ist. Mitgefühl erfahren. Seine Gefühle zeigen dürfen. Trotz allem Freude erfahren und lebenswerte Momente. Schritt für Schritt leben.

Anja Kolberg

PS: Keine Stunde, nachdem ich den Artikel veröffentlichte, habe ich erfahren, dass mein Großonkel gestorben ist. Ich bin sehr traurig. Ich werde sein spitzbübisches Grinsen, die funkelnden Augen, seine charmante und witzige Art und den herrlichen Bad Emser Dialekt vermissen.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 20 November, 2014
Thema: Blog - 2014, 2. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage
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