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Schreiben im Café

Besonders in den ersten Monaten des Jahres zieht es mich nach IKEA. Nein, nicht einkaufen. Wenn ich gut drauf bin, vielleicht einen Teilbereich anschauen, aber am liebsten: Gleich ins Café, schreiben und von dort gleich wieder raus. Wenn ich voller Energie bin, auch eine Runde Billy & seine Freunde anschauen.

Am 15. Januar war es mal wieder soweit: Ich brauchte einen Tapetenwechsel. Raum zum Schreiben.

 

Eigentlich überfordern mich die vielen visuellen Reize in dem schwedischen Möbelhaus, ganz zu schweigen von der Geräuschkulisse aus Stimmen, hinunterfallenden Tellern, quietschenden Einkaufswagen. Meine Hochsensibilität lässt grüßen.

Doch wenn ich die Abkürzung nehme und mich dem nicht aussetze, geht es eigentlich. Am Donnerstag allerdings konnte ich nicht wiederstehen. Wir suchen ein Vorratsregal, welches maximal 18 cm tief ist. Auch wenn es unwahrscheinlich zu finden ist, ich wollte mich mal umschauen. Ich fand nichts und als ich trotz Abkürzungen durch die ewig langen Bummelschleifen im Café angekam, war ich nur noch müde und platt.

Ich hoffte auf was Leckeres zu essen. Vegan sind Obstsalat, Fritten mit Ketchup und der grüne Salat (diese lieblosen Schälchen mit hart geraspelten Möhren und Salatblättern mochte ich noch nie). Also erstmal Obstsalat und dazu eine Tasse Tee.

Einen Sitzplatz möglichst in Fensternähe. Ah. Durchatmen. Leider war ich zur Mittagszeit dort. Das Restaurant wird von vielen umliegenden Unternehmen als Kantine genutzt. Viele Eltern mit ihren Kindern. Rentner. Ab und an konnte ich auch Freiberufler entdecken, die an ihren PCs schrieben.

Die Geräuschkulisse war enorm. Die Müdigkeit blieb. So konnte ich mir nicht vorstellen, eine Zeile zu schreiben. Noch einen Moment die Leute beobachten und in mich hineinspüren: Gleich wieder fahren? Nein, ich wollte noch etwas warten. Ich hatte noch mehr Hunger und holte mir die Portion Fritten, eine Apfelschorle. Ah, das tat gut. Ich wurde ruhiger.

Noch mehr zu Trinken und einen Kaffee. Jetzt entspannte ich. Die meisten Mittagsgäste waren gegangen. Die hinter der Trennwand schreienden Kinder hörte ich nicht mehr, das Scheppern des Geschirrs war weit entfernt und die am Nebentisch quatschende Arbeitsgruppe konnte ich auch ausblenden.

Ich holte mir mein Tagebuch heraus und begann zu schreiben. Erst wie ich mich fühlte, was ich brauchte. Das half, bei mir anzukommen. Zwischendurch guckten mich große Kinderaugen an. Ein blonder Junge und ein dunkelhaariges Mädchen quetschten sich durch den Spalt der Mauer, an die mein Tisch grenzte und spielten mit mir verstecken. Was für eine herrliche Abwechslung!

Ehe ich mich versah, hatte ich neun Seiten gefüllt. Dann sah ich mir noch meine mitgebrachten Unterlagen durch. Fasste sie in einem Mindmap zusammen. Lies meinen Blick immer wieder zu den Menschen um mich herum und auf den Parkplatz schweifen.

Herrlich, dieser Ort zum Schreiben!

Im Café geht mir das Tagebuchschreiben leichter von der Hand, auch bei uns im Garten, wo es mir jetzt zu kalt ist. Wenn es mir mal gelingt, in den Cafés meine Umwelt auszublenden, bin ich ganz bei mir und genieße den Schreibfluss.

Eine zeitlang bin ich nach Sülz ins Café Balthasar gefahren oder hab bei Boesner im hellen (aber extrem hallenden) Anbau geschrieben. Auch Möbelhäuser eigenen sich hervorragend, weil es außer zu den Hauptzeiten immer stille Plätzchen mit Versorgungsmöglichkeiten gibt. Wir sind hier im Kölner Stadtrandgebiet mit vielen Möglichkeiten versorgt. Sehr schön auch ein Besuch im Japanischen Garten in Leverkusen. Der befindet sich auf dem Verwaltungsgelände von Bayer und am Besucherzentrum befindet sich auch ein Café, wo es sich herrlich schreiben lässt.

Ich schreibe im Café allerdings nur Tagebuch. Ob ich mich mal traue und beim nächsten Mal mein kleines Netbook mitnehme und an meinem Buchplänen weiter arbeite?

Ein herrlicher Ausflug. Ich freue mich schon auf den nächsten!

Schreibende Grüße,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 21 Januar, 2015
Thema: Blog - 2015, 1. Halbjahr, Blog - Schreiben
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