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Ach könnt' ich doch den Blockaden-Flickflack

Heute früh im Büro. Noch dunkel. Minu schläft auf der Couch. Göttergatte auf der Arbeit bzw. in der Frühstücksbude, wo sich morgens viele Handwerkskollegen vor Arbeitsantritt treffen.

Ich checke kurz die Mails, dann mache ich mich an die Aufgabe, die jeden Januar die letzten Jahre ansteht und die ich tagelang vor mir herschiebe: Die Meldung zur Verpackungsverordnung. Jeder gewerbliche Versender muss seinen jährlichen Verbrauch an Verpackungsmaterial lizenzieren lassen. Ich mache bei dem Dualen System Zentek mit. Meine Mengen an Papier, Pappe, Karton und Kunststoffe sind gering, dennoch muss ich die Daten erheben und melden.

Das bedeutet eine kleine Verpackungsmaterialinventur. Und darauf habe ich null Bock! Dabei habe ich mir eine praktische Tabelle mit allen Materialien angelegt, Gewicht pro Stück. Der Verbrauch wird nach Eintrag der Zukäufe und des aktuellen Bestandes automatisch errechnet. Die Sache dauert insgesamt mit Abschicken der Meldung maximal eine Stunde.

Und was mache ich? Seit Anfang des Jahres schiebe ich die Aufgabe vor mir her. Sie nervt mich. Täglich werde ich daran erinnert. Das kostet mich viel mehr Zeit und Kraft als die eine Stunde das Ding erledigen!

Heute habe ich die Aufgabe erledigt (einen Tag früher als letztes Jahr) :o) und denke wie jedes Jahr: Warum quäle ich mich nur so?

Ich wünschte, ich könnte einfach einen Flickflack über die Blockaden machen und schwups sind all die unerledigten Aufgaben, die hier rumliegen und mein schlechtes Gewissen füttern, erledigt. Weil ich meine Blockade so leicht überwunden habe.

Wobei: Flickflack konnte ich noch nie! Schon beim Rad bin ich immer kläglich im Sportunterricht gescheitert. Purzelbaum ging. Überhaupt schüttelt es mich, wenn ich an den Schulsport denke: Bodenturnen, Geräteturnen, Bockspringen - ganz zu schweigen von der Qual auf dem Sportplatz. Es entlockt mir ein gequältes Augenrollen, einen Aufstöhner und unangenehme Bauchgefühle. Sport in der Schule: Ich habs gehasst. Nur in Schwimmen, da war ich klasse und Mannschaftssport wie Völkerball oder Volleyball, das mochte ich. :o)

Also, warum erwarte ich von mir, Flickflack über die Blockaden zu machen? Weil die Vorstellung, dass ich das könnte, einfach herrlich befreiend und lustig ist. Und auch, dass so Blockaden einfach nicht mehr das sind, was sie sind: Verhinderer, die Dinge endlich anzupacken. Ob ich es 'Blockaden' oder 'den inneren Schweinehund' überwinden nenne: Es hat ja eine Ursache, warum ich die Dinge nicht mache. Die hier beschriebene Blockade steht exemplarisch für viele andere...

Ich könnte mein Inneres befragen, um heraus zu finden, warum ich die Aufgabe nicht gleich erledigte. Doch dazu habe ich hierbei keine Lust, denn ich weiß es auch so: Einfach keinen Bock. Eine Aufgabe, die so erquicklich ist wie Toilette putzen. Dinge, die keinen Spaß machen, aber getan werden müssen.

Das einzige, was daran gut ist: Das Gefühl, wenn die Aufgabe erledigt ist und ich sie durchstreichen oder abhaken kann. Herrlich!

Ja, ich wünsche mir, gar nicht erst tagelang zu warten oder bis kurz vor Abgabetermin, sondern wie der frühe Vogel den Wurm zu schnappen und zu vernaschen. Bevor mein schlechtes Gewissen um die Ecke guckt und mich ermahnt...

Vielleicht reicht ja ein kleiner Hopser über die Blockaden. Hopsen konnte ich früher schon und das schaffe ich heute auch noch. :o)

Oder gar nicht lange nachdenken, also ein 'Nö, keinen Bock' gar nicht erst produzieren, einfach an der Blockade vorbeigehen und die Aufgabe erledigen. Klingt herrlich leicht!

Einen zauberhaften, hopsenden und einfachen Tag

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 19 Januar, 2015
Thema: Blog - 2015, 1. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage, Blog - Selbstständigkeit
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