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Schätze aus dem Novembergarten

Aus dem Garten habe ich die letzten Schätze eingesammelt und in eine Porzellanschale gelegt. In der Mitte steht die herrliche, grüne Kerze, die ich von einem lieben Menschen geschenkt bekam.

Durchatmen. Jetzt geht es mir schon besser.

In der Schale liegen: Das Blatt des Frauenmantels, zwei Margaritenblüten, ein Hortensienball, die letzte Rosenknospe, das Blatt des Apfelbaums, eines vom Kirschbaum, eines von der Rispenhortensie und eines vom Ahornbaum. Die letzten Blüten des Männertreus, einige Heiderispen, das dunkelgrüne Blatt vom Storchschnabel und das gepunktete Blatt des Lungenkrauts. Da ist doch noch eine ganze Menge im Garten.

Die Rosenknospe wird sich wohl nicht mehr öffnen, zu wenig Sonnenstrahlen erreichen die Terrasse in dieser Jahreszeit. Mein Rosenstämmchen hatte noch eine Zweite, doch diese fiel vor ein paar Tagen einfach ab. Ich bin froh, dass ich die hier retten konnte.

Das Brennen der Kerze tut mir gut. In der Luft liegt Schwefel vom Anzünden des Streichholzes. Was für eine Freude ist dieser Teller auf meinem Schreibtisch.

Eine Tasse dampfenden Tee (Leber Galle Tee von Infirmarius, köstlich) habe ich dazu gestellt. Den aufsteigenden Dampfsäulen zuschauen. Das löst Ruhe in mir aus.

Der Garten schreit förmlich nach der Hand seiner Gärtnerin. Doch ich hatte die letzten Tage/Wochen entweder keine Lust oder es war zu nass draußen. Ich will am liebsten warten, bis die letzten Blätter vom Kirschbaum hinuntergesegelt sind und sie dann alle auf einmal aus dem Teich und Bachlauf fischen, den Rasen harken und ein letztes Mal mähen. Die frostempfindliche Prinzessinenblume und die Schmucklilie wollen ins sichere Haus geräumt werden und die übrigen Kübelpflanzen an die Hauswand gerückt. Die zwei neuen Clematis sind noch immer nicht gepflanzt, ebenso wie zwanzig Zwiebeln des Zierlauchs, die ich so sehr mag. Der Grill, die Holzbank und der Gartentisch wollen in den trockenen Keller. Puh!

Wahrscheinlich ist es so wie jedes Jahr: Vorher denke ich ewig darüber nach, wie viel Arbeit im Garten ansteht und wenn ich es dann endlich anpacke, ist es in einer oder zwei Stunden geschehen...

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 18 November, 2010
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr, Blog - Garten - Herbst
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