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Der längste Tag - 2012 & das Leben

Gestern war der längste Tag im Jahr. Das wurde mir erst bewusst, als es bereits dunkel war und die Spätnachrichten dies meldeten. Sonst denke ich immer vorher daran. Dieses Jahr ist es untergegangen.

2012 - ein Jahr der Veränderungen. So nannte es eine Freundin von mir. Stimmt. 2012 bewegt sich so viel wie Jahre nicht in meinem Leben. Ich arbeite konzentriert auf ein Ziel zu, das nimmt Zeit ein. Ich lerne viel Neues, das neue Räume öffnet und ich lerne viel über mich selbst. Eine gute und intensive Zeit.

Das Haus neben unserem Haus wird seit Januar zum Teil abgerissen und wieder aufgebaut. Manchmal bedeutet das Baulärm von 7 Uhr morgens bis vier oder fünf Uhr am Abend. Ich bin so froh, wenn endlich Ruhe ich. Noch nie habe ich das Wochenende so gebraucht, um Stille zu tanken.

Da ich ein sehr geräuschempfindlicher Mensch bin, wusste ich nicht, wie ich mit dieser Belästigung umgehen soll, um trotzdem im Haus bleiben zu können. Ich habe meine Phantasie eingesetzt, das hat mir manchmal geholfen. Wie? Ich habe versucht, die Schlag-, Bohr- und anderen undefinierbaren Geräusche, die unser Haus durchhallen, umzudeuten in ein 'positives' Geräusch. Zum Beispiel habe ich mir vorgestellt, dass sie nicht nur 'krankes' am Haus nebenan entfernen, sondern dies imaginär gleichzeitig auch an meiner Seele oder meinem Körper passiert. Dass zum Beispiel alte Schlacken wie beim Heilfasten entfernt werden. Vielleicht eine Form der Selbsthypnose. :o)

Geklappt hat es auch oft nicht. Wenn mehrere Stunden am Tag und das mehrere Tage hintereinander einen Schlaghammer oder auch ein normaler Hammer die Zwischenwand zwischen zwei Häusern behandelt oder anderes Mauerwerk, der die Wände fibrieren lässt und so laut ist, dass man nicht mehr telefonieren kann... So viel konnte doch gar nicht an Schlacken bei mir abgebaut werden, da war dann auch meine Phantasie am Ende ...

Die bisher schlimmste Erfahrung war wie morgens um 7 Uhr unerwartet der Dachstuhl auf das Haus gesetzt wurde (wir schlafen auch unterm Dach). Ich war noch im Tiefschlaf und auf einmal ohrenbetäubender Lärm, es fühlte sich so an, als laufen auf einmal zehn Bauarbeiter durchs Schlafzimmer. An dem Tag war ich nicht mehr zu gebrauchen. Da spüre ich meine Hochsensibilität in vollem Umfang. Obwohl - es hätte auch jedem "normal" empfindenden etwas ausgemacht.

Ich freue mich auf jede stille Minute, jeden Feierabend, jedes Wochenende und jede ruhige Nacht. Und jede Sekunde, wo ich unseren Garten wirklich nutzen kann, ohne durch sehr unangenehme Gerüche oder zu extreme Geräusche daran gehindert zu werden.

Was für ein Jahr. Von 2010 habe ich behauptet, dass noch keines vorher so heftig war, es könne nur besser werden. 2011 wurde noch schlimmer und ich dachte mir, jetzt kann nichts mehr kommen und blickte hoffnungsvoll auf 2012. Und das - ist alles andere als einfach. Eine enorme Herausforderung.

Seufz. Vielleicht schreibe ich dann im Blog am wenigsten, wenn es in meinem Leben am heftigsten ist? Weil ich meine Gefühle nicht verbergen kann und nicht zeigen will. Weil ich einen Schutzraum brauche und Rückzugsort?

Der Monat Juni steht unter dem Motto: 'Ich erfülle mir meine Bedürfnisse.' Das habe ich geschafft oder schaffe ich immer besser. Wenn der Baulärm zu heftig war, bin ich raus in die Natur und habe meine Arbeit liegen gelassen. Oder ich habe mich aufs Sofa gelegt und einen Film angeschaut, obwohl erst Mittag war, aber es ging einfach nichts. Ich konnte mich nicht konzentrieren. Also Kapitulation und mir selbst etwas Gutes tun. Ich muss nicht erst körperlich krank sein, um mich tagsüber aufs Sofa zu legen. Das schlechte Gewissen klingelt immer weniger an. Ich weiß, wenn es mir gut geht, kann ich effektiv und konzentriert sehr viel schaffen und arbeiten. Um so wichtiger, mich selbst 'in Schutz' zu nehmen, wenn ich nicht so leistungsfähig bin.

Also weg vom 'Da musst du jetzt durch. Stell dich nicht so an.' hin zu 'Ich schaffe es im Moment nicht. Das ist ok. Was brauche ich wirklich?' Was für ein schönes Erlebnis, wenn ich dann am nächsten Tag bei guter Stimmung das liegengebliebende Pensum locker schaffe.

Ich achte mehr auf meine unterschiedlichen Rhythmen an Leistungsstärke und -schwäche und erlaube mir, meine Arbeit dem anzupassen. Großzügig und nachgiebig sein, wenn ich mich nicht konzentrieren kann (trotz Pausen) und darauf achten, wenn es mir gut geht, dass ich die Pausen nicht vergesse.

Ganz wichtig für mich: Mich genau so lieb zu haben, wenn ich mal nicht so fit bin und mich deswegen nicht abzuwerten. In unserer Gesellschaft wird Leistung belohnt. Das führt zu Stress und Krankheiten. Ich will das nicht mehr. Ich will mich annehmen wie ich bin - egal wie ich bin. Das gelingt mir - gerade wenn ich nicht so bin, wie ich es gerne hätte - nicht oft, aber immer häufiger. Und das ist wundervoll!

Ein neuer Tag beginnt. Neue Möglichkeiten, sehr lieb zu mir zu sein. Ich will sie ergreifen.

Von Herzen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 22 Juni, 2012
Thema: Blog - 2012, 1. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage

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