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Mittwoch, 04 November, 2015

Neuer Bericht aus Südafrika

Die in Deutschland geborene Lisa Balz lebt seit 2002 in Südafrika und schildert seit dem ihre Erfahrungen und Erlebnisse von ihrem neuen Leben im Süden der Welt. Sie finden alle Nachrichten von ihr in der Rubrik: Südafrika-Bericht. Hier ist der erste Bericht: Leben und arbeiten in Südafrika - Lisa Balz berichtet.

Danke, liebe Lisa, für deine Offenheit und deinen Mut, uns an deinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben zu lassen.
Anja Kolberg


Endgültiges Erwachen:

Liebe Freunde & Freundinnen, seit ein und einhalb Jahren habt ihr nichts mehr von mir gehoert. Warum? Ja – WARUM??? Ganz einfach ---- ich hatte nichts Gutes zu berichten! Wenn das denn der Fall ist, bleibe ich lieber stumm. Ich schaemte mich sogar, dass ich bisher nichts Vernueftiges erreicht hatte; 13 Jahre nachdem ich meiner Vision gefolgt war, immer noch nur so “herum-krebste”!

Geschaeftsmaessig gab es viele, viele Rueckschlaege, die ich alle nicht verstand. Warum diese Rueckschlage? Manche Projekte endeten mit einem haesslich Knall! Wie das Projekt im Januar diesen Jahres. Von Mitte Dezember 2014 bis Mitte Januar 2015 uebernahm ich die stellvertretende Leitung eines 15-Betten Gaestehauses, waehrend die Eigentuemer in Urlaub waren. Es gab nur eine Einarbeitungszeit von 3 Tagen. Die Anfangszeit war hart, aber das Personal hat mich unterstuetzt, wo es nur konnte. Wie immer hatte ich von Anfang an einen “guten Draht” zu den Mitarbeitern.

Die Gaeste waren sehr mit mir und meinem Service zufrieden. Alles lief soweit gut, bis die Eigentuemer nach Somerset West zurueckkehrten, immer noch im Urlaub waren, sich aber mehr und mehr in meine Arbeit einmischten! Sie fanden immer mehr Dinge, die sie an meiner Arbeit auszusetzen hatten. So begann ich denn, die Tage zu zaehlen. Ich wollte nicht weglaufen --- ein altes “Muster” das mein Vater uns vorgelebt hatte. 5 Tage vor dem Ende des vereinbarten Kontrakts bezichtigte sie mich ploetzlich einer Luege! Sie lehnte ein Gespraech darueber ab und akzeptierte auch die Zeugen nicht. Damit hatte ich genug! Das ging total gegen meine Ehre! Ich kuendigte den Kontrakt! Sonntags morgens um 10 Uhr!

Da beide Eigentuemer nicht zu einem Gespraech bereit waren, drehte ich mich um und verliess das Gelaende. Er passte mich jedoch ab und jagte mich dann mit seinem Auto mit 80km/Std ueber 3 km durch ein elegantes Wohngebiet. Auf diesen 3km gibt es 10 speed bumps. Jedesmal, wenn ich meine Geschwindigkeit vor diesen speed bumps reduzierte, hatte ich Angst, dass er mein Auto rammen wuerde. Wo konnte ich hinfahren? Die Polizei fiel mir nicht ein aber unsere Kirche! Wird er so dreist sein, mich bis in das Gotteshaus zu verfolgen???? So steuerte ich direkt auf unsere Kirche zu, fand einen Parkplatz gleich am Eingang und stuermte hinein. Gluecklicherweise war der Vorraum mit Menschen gefuellt. Erst dann und dort stellte sich das Zittern ein! Aber ich war ja von Freunden umgeben! Und er wagte es nicht, mich bis in das Heilige Haus Gottes zu verfolgen!

Zwei Tage spaeter hatte ich dann einen totalen Zusammenbruch! Kein einziger freier Tag in 3 ½ Wochen, viel Stress und so ein Ende! Eine Freundin nahm mich bei ihr auf und “paeppelte” mich in 2 Wochen wieder auf, psychisch und physisch.

Wieder einmal begann das grosse Fragespiel ---- WARUM??? Was ist los mit mir, dass ich immer wieder in solchen Situationen lande? Was mache ich falsch? Wenn ich erfolgreich sein will, muss ich was aendern – aber WAS?????

Innerhalb einer weniger Tage las ich das folgende Zitat: “Dein derzeitiges Lebensumfeld ist der Spiegel Deiner Gedankenwelt.” Kann das denn wahr sein???? Das waere ja schrecklich und erschreckend!!!!

Vor 4 Jahren bin ich aus meiner geliebten Wohnung ausgezogen, weil die Eigentumer Privatnutzung angemeldet hatten. Mein bester Freund bot mir damals seine moeblierte Einliegerwohnung mit 40 qm an. So lagerte ich meine Moebel halt ein. Dort sind sie nun seit 4 ½ Jahren und ich wechsle meine Adressen ziemlich oft. Neulich hat mir jemand dafuer einen neuen Titel verliehen: “Die erste Deutsche Nomadin”, die er jemals kennengelernt hat!

Etliche Wochen spaeter, als ich mal wieder ueber die grosse WARUM-Frage nachdachte, hatte ich ploetzlich eine Eingebung!

Ich hatte niemals gelernt, fuer mich selber aufzustehen! WOW – was fuer eine Erleuchtung!!!

Ploetzlich fand ich in jeder gescheiterten Geschaeftsbeziehung den Punkt, wo ich lieber den Mund gehalten habe, anstatt fuer mich selber aufzustehen! Welch eine Erleuchtung!!! Schmerzhaft aber befreiend! Unglaublich befreiend!

Am 6. Oktober, in den fruehen Morgenstunden, hatte ich dann noch eine weitere befreiende Erleuchtung! Lange, lange Zeit hatte ich mich mit der Frage herumgeschlagen: Wer bin ich? Wer ist diese Lisa Balz? Gott hat mich in seinem Ebenbild erschaffen – und er macht niemals Fehler! Wenn er keine Fehler macht, muss irgendetwas mit mir nicht in Ordung sein! Also muss ICH was aendern – aber WAS?

Die Antwort kam mit den ersten Sonnenstrahlen: Gott hat mich in seinem Ebenbild erschaffen – das ist wahr! Er hat diese schoene Lisa mit ihrem Selbstvertrauen und ihrem Witz erschaffen – aber – das grosse ABER! – meine Persoenlichkeit ist man-made, ist gepraegt von meinen Mitmenschen und meiner Umgebung!

Welch ein ueberaus befreiender Gedanke!!!!

Wenig spaeter eine weitere Erleuchtung: Michelangelo wurde eines Tages von einem Jungen gefragt, woher er denn gewusst haette, dass da ein Mann in dem Stein war. Sein Antwort: “ Ich habe es gefuehlt und nur den Stein drum herum weggeschlagen!”

Seitdem schlage ich die Steine meiner alten Persoenlichkeit ab und ziseliere die neue mit sehr viel Feingefuehl und Freude!

Ich bin FREI!

Die wunderbaren Erkenntnisse nehmen kein Ende! Seit einigen Monate erfahre ich gesundheitliche Probleme mit meinen Knien, meiner Schilddruese, einem staendigen Kratzen im Hals und zeitweiligem Tinnitus. In der vergangenen Woche entdeckte ich Louise Hay’s: “Heal yourself”. Gemaess ihrer Erkenntnis ist jede Krankheit ein Ausdruck unserer eigenen Gedanken! WOW!!!!

Die Kulmination all meiner Beschwerden ist ein Spiegelbild meiner alten Persoenlichkeit – habe mich unterdruecken lassen, meine Kreativitaet nicht ausgelebt, meiner inneren Stimme nicht gelauscht!

Akupunktur und Affirmationen helfen mir, die neue Persoenlichkeit zu stabilisieren!

Seit 4 Wochen bin ich mit einer unglaublichen Freude erfuellt und erfahre “die Leichtigkeit des Seins”! Diese Freude moechte ich am liebsten mit allen Menschen teilen!

So wie ich ich diesen Artikel schreibe, treffe ich noch eine andere Entscheidung:

Ich werde nie wieder mein Alter erwaehnen! So oft fragte ich mich, wie ich Gott’s Plaene fuer mein Leben denn in die mir noch verbliebenen Zeit packen kann. Mein Vater wurde 95 Jahre! Also habe ich noch massig Zeit und werde immer mehr nach dem Motto leben:

“Carpe Diem – nutze den Tag”

Watch this S-P-A-C-E!

1. November 2015

© Lisa Balz, Südafrika

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/11/entry_6956.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Mittwoch, 05 März, 2014

Neues aus Südafrika - Der Fynbos Zyklus

Lisa Balz lebt in Südafrika und schildert seit dem ihre Erfahrungen und Erlebnisse als Deutsche, die dorthin im besten Alter ausgewandert ist. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht

Sie hat mir wieder geschrieben wie es aussieht in Sommerset West - im Süden der Welt. Die Praktikerin zeigt Kämpfergeist und zugleich die wunderbare Gabe, das Leben anzunehmen wie es ist - und das Beste daraus zu machen.

Danke schön, liebe Lisa für deine Offenheit und das Teilhaben lassen an der Schönheit, die dich umgibt. Ein Spiegel deiner selbst! Anja


Der Fynbos Zyklus

Es ist der 4. Maerz 2014 --- heute vor 12 Jahren bin ich in Kapstadt gelandet, ausgestattet mit leichtem Gepaeck – 20kg – und grossen Traeumen. Damals hatte ich keine festen Ideen, was ich denn so machen wollte und wie mein Leben wohl verlaufen wuerde/ koennte/ sollte.

In meinen wildesten Traeumen haette ich mir nicht vorstellen koennen, dass ich heute, nach all den vielen Jahren und der harten Arbeit, kein geregeltes Einkommen habe, meine finanziellen Reserven aufgebraucht sind und ich bis ueber beide Ohren bei Freunden in Schulden stecke. Ich hatte damals auch nicht den blassesten Schimmer, das ich hier zu Gott finden wuerde --- wofuer ich ausserordentlich dankbar bin!

Der Verkaufsjob ist im Dezember ausgelaufen und bis heute habe ich noch nichts Neues gefunden. Zu allem Ueberfluss musste der Motor meines Autos ersetzt werden, was ein herber Schlag war! R18 000, die ich nicht hatte! Als ich diesen Telefonanruf erhielt, war ich so verzweifelt, dass ich mir selber eine “pity-party” organisiert habe: Um 2 Uhr Nachmittags habe ich mich betrunken, bin in’s Bett und habe mir die Augen aus dem Kopf geheult. Natuerlich bin ich wieder aufgestanden, denn alles andere hilft ja nicht!

Diese Faehigkeit hat mir einen wunderschoenen Namen eingebracht: “Mrs. Perseverance” , Frau Beharrlichkeit! Was mich stark macht ist mein unerschuetterlicher Glaube an Gott! Er hat mich niemals verlassen und wird es auch jetzt nicht tun! Ausserdem hat er grosse Plaene fuer mich: 'Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch.' Jeremias 29: 11 – 12

Manchmal ist es halt Zeit “die Batterien wieder aufzuladen”! Das bese Mittel fuer mich ist “mein Paradies”! Ein altes Farmhouse, das Freunden von mir gehoert und von deren Familie inzwischen nur noch als Ferienhaus genutzt wird. Es liegt in den Cederbergen am Ende eines Tales, 400 km von Somerset West entfernt, wobei die letzten 60km Gravel Road sind.

In der Nacht und bei Sonnenaufgang, wenn der Wind noch schlaeft, ist es so still, dass das lauteste Geraeusch was ich hoere, mein eigenes atmen ist. Kein Handy-Empfang – kein Internet – NIX - HIMMLISCH! Dort habe ich gerade zwei Wochen verbracht! In diesen zwei Wochen sind 4 Autos vorbeigekommen! Ich erledige Handwerksarbeiten in diesem Haus, wobei meine Kreativitaet keine Grenzen kennt! Von Fensterkitt ersetzen zu Fussboeden und Waende streichen, Holzbetten reparieren, Wandrisse schliessen, Gardinen naehen – die Arbeit dort nimmt nie ein Ende, wofuer ich ausserordentlich dankbar bin! Was ich nicht mitnehme an Material, gibt es halt nicht.

Doch ich finde ALLES, wirklich ALLES was ich brauche waehrend meiner fruehmorgendlichen Wanderung in der Gegend. Sei es Bauholz, Scharniere, Hufnaegel, alte Tueren – und das an den unglaublichsten Plaetzen! Wenn es nicht Gott ist, der mir dieses Material vor die Fuesse legt, wer dann? Wandern bei Sonnenaufgang, stille Zeit mit Gott und handwerken --- da lebe ich wieder auf! Das gibt mir Kraft!

Mit dieser Kraft bin ich in mein neues Lebensjahr gegangen! Am Samstag bin ich 61 Jahre jung geworden. Ein Alter, in dem andere mit einem finanziellen Polster in den Ruhestand gehen. Wenn ich jedoch an Ruhestand denke, muss ich laecheln. Was ist RUHEstand? Das RUHEN kann ich mir nicht vorstellen, das finanzielle Polster schon….. Let’s see!

Der Teil des Western Cape, in dem ich lebe, ist das reichste der sechs floral kingdoms in der Welt. Die Artenvielfalt des Fynbos ist extrem hoch, mit ueber 9000 Arten in dieser Gegend, von denen rund 6200 Arten bedroht sind, die nirgendwo anders in der Welt wachsen. Das Phenomen mit Fynbos ist, dass er alle 12 Jahre brennen muss, um neue Samen, damit neues Leben, zu produzieren.

Meine 12 Jahre sind um, ich bin durch viele, viele Feuer gegangen, aber wie der biblische Daniel staerker daraus hervorgegangen. Das Feuer ist ueber mich hinweggefegt, aber ich bluehe auf, siehe das kleine Bild. Fynbos waechst meistens in etwas felsigen Gebieten. Gott ist mein Fels, von dem mich nichts und niemand hinwegfegt! Wenn der kleine Sproessling etwas mehr gewachsen ist, melde ich mich wieder.

Fruehherbstliche Gruesse aus Somerset West

© Lisa Balz

Weitere Infos: Fynbos Deutsch Wikipedia - Englischsprachige Seite Wikipedia über das Florale Königreich - Cape Floral Kingdom wurde 2004 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es ist die kleinste und artenreichste derartige Region der Erde. - Seite Lisa Balz

Mittwoch, 05 Juni, 2013

Neues aus Südafrika: Eine neue Drehung im Tanz meines Lebens

Lisa Balz lebt in Südafrika und schildert seit dem immer wieder ihre Erfahrungen und Erlebnisse als Deutsche, die dorthin im besten Alter ausgewandert ist. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht.

Hier innerhalb ganz kurzer Zeit hier ein neuer Bericht von ihr. Der Sturm bringt Veränderung in Südafrika:


Liebe Leserinnen und Leser,

Anja hatte meinen Bericht noch nicht veroeffentlicht, da hatte der Lauf meines Lebens bereits eine andere Wendung genommen! Und was fuer eine Wendung!

Am Dienstag, dem 7. Mai habe ich meine Firma geschlosssen!

Kein Bedauern – keine Erleichterung – nur das ganz sanftes Schliessen einer Tuere, eines Abschnitts in meinem Leben.

Die Geschichte dahinter:

Im vorigen Artikel erwaehnte ich den Verkauefer, der fuer mich arbeiten sollte. Fuer den ersten Teil seiner bereits geleisteten Arbeit hat er vier Wochen auf sein Geld warten muessen. Diese Tatsache nahm er als Anlass, um mich am Montag, 6.5.13, vor ein Ultimatum zu stellen:

Vorauszahlung oder keine weitere Zusammenarbeit! Geld das ich nicht hatte!

Auf den Knien liegend betete ich um Gottes Eingebung und hoerte zweimal klar und deutlich: “Let him go!” Ihn gehenlassen??? Warum??? Er soll mir doch Arbeit beschaffen!!!! Seine Arbeit sollte doch der Grundstein fuer unser beider Erfolg sein!!!!

Waehrend ich noch auf den Knien lag und versuchte, dieses “Let him go” zu umspielen, kam der Anruf meiner Werkstatt, dass die Reparatur meines Autos R10 000 kosten wuerde.

R10 000, die ich ebenfalls nicht hatte. Damit war klar, dass ich den Verkaeufer NICHT halten konnte! Ohne Auto keine Mobilitaet - damit kein Geschaeft. Die Autoreparatur ging also vor! Das alles hat mir den Boden unter den Fuessen weggezogen und ich erlitt einen massiven Zusammenbruch! Was mir am meisten zusetzte, war, dass ich das WARUM nicht verstand!

Am Dienstag nahm ich an einem Halbtages-Seminar in Cape Town teil. Waehrend der ganzen Zeit waren meine Traenen mehr als einmal dabei ueberzulaufen!

Waehrend der halbstuendigen Heimfahrt hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Wenn Gott den Verkaeufer hat gehenlassen, dann hat er sicherlich andere Plaene fuer mich. Das war der Moment, indem ich mich Gott “ergeben oder hingegeben ” habe. Welch ein befreiender Moment!

Um es nochmals zu wiederholen: Kein Bedauern – keine Erleichterung – nur das ganz sanftes Schliessen einer Tuere, eines Abschnitts in meinem Leben.

Viele Male bin ich in den vergangenen zwei Jahren gefragt worden, ob ich nicht irgendetwas anderes machen wollte.

Meine Antwort war immer die gleiche: Erstens bin ich davon ueberzeugt, dass Gott mir mein “SPACE-Talent” nicht gegeben hat, damit ich es vergeude und Zweitens weiss ich nicht, WAS ich machen soll!

Auf einmal sind diese Punkte irrelevant! Unglaublich!!!!

Es ist dasselbe wie vor 12 Jahren! Als Anja mir in der Coaching Sitzung eine Auszeit von einem Jahr vorgeschlagen hat, rief ich lauthals und voller Ueberzeugung: “Das kann ich nicht! Dazu habe ich nicht genug Geld!”

Drei Tage spaeter hatte ich dann meine Vision, nach Suedafrika gehen zu muessen. Ploetzlich spielte Geld keine Rolle mehr!

Seiher offnete sich das Universum fuer mich! Mir sind inzwischen die verschiedensten Moeglichkeiten angeboten worden, nach denen ich noch nicht einmal gesucht hatte! Unglaublich!

Eine davon habe ich am 20. Mai in die Realitaet umgesetzt: Es gibt einen Deutschen hier in Somerset West, der deutsche Lebensmittel nach Suedafrika importiert – Sauerkraut, Rotkohl, Gurken, Senf, Maggi- & Nestleprodukte und vieles andere mehr. Seine Kunden sind Lebensmittel-Laeden und Delikatessen Shops.

Seit zwei Wochen bin ich nun als Vertreterin unterwegs! Ein Job, den ich NIE ausstehen konnte und den ich immer vermieden habe --- jetzt flog er mir zu durch Gottes eingreifene Hand!

Und ich bin gut! Das Schoenste and diesem Job ist, dass ich jeden, aber auch jeden missmutigen und schlechtgelaunten Menschen zum Laecheln bringen kann! Es ist die wahre Freude, wenn sich Gesichter entspannen und Menschen mit mir Lachen! Ich habe immer gewusst, dass ich gut im Umgang mit Menschen bin. Dass ich aber SO gut bin, wollte ich mir niemals eingestehen!

In meinem ganzen 60jaehrigen Leben habe ich mich niemals so sehr in mir ruhend gefuehlt! Ich bin frei, ruhend in Gottes Hand. Ich folge dem Druck seiner Hand in den Piroetten und Walzerschritten seines Tanzes mit mir.

Mit aufregender Neugierde erwarte ich seine weitere Plaene fuer meine Zukunft!

Somerset West, 2. Juni 2013

© Lisa Balz

Montag, 27 Mai, 2013

Neuer Bericht aus Südafrika: Am Scheideweg

Lisa Balz lebt seit vielen Jahren in Südafrika und schildert seit dem immer wieder ihre Eindrücke und Erfahrungen als selbstständige Deutsche. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht.

Hier ein neues Lebenszeichen von ihr. Stürmische Zeiten in Südafrika:


Mit Erstaunen stelle ich fest, dass fast auf den Tag zwei Jahre vergangen sind seit meinem letzten Bericht. Wenn ich durch vorherige Berichte lese, bin ich fassungslos, dass ich immer noch “nur so dahinkrieche”.

Eines hat sich allerdings geaendert: Ich bin am Ende meiner Kraefte und mein gesamtes Kapital ist aufgebraucht. Meine Schulden bei Freunden und Familie sind hoeher als der Wert meines Autos – meines einzigen “Vermoegens”.

Zusammenfassung der letzten Monate:
Es gibt drei Gruende, warum ich in der momentanen finanziellen Krise stecke. Fuer den ersten bin ich selbst verantwortlich, den zweiten kann ich mir nicht erklaeren, der Dritte ist ein sehr dramatischer.

Grund eins:

Im vergangenen April haben Leute fuer mich eine 2-monatige Marketing Kampagne gefahren ueber das professionelle business network LinkedIn. Die Formulierung des Textes hatte ich den Fachleuten (Marketing) ueberlassen. Um mehr auf der sicheren Seite zu stehen, hatte ich den Text von mehreren Leuten unabhaengig voneinander ueberpruefen lassen.
Das Ergebnis war gleich NULL. Keiner konnte mir den Misserfolg erklaeren. Kulanterweise hat mir die Marketing-Firma 50% der vereinbarten Summe zurueckgezahlt.
Das hat mich ziemlich negativ beeinflusst. Wie kann ich Firmen anschreiben, wenn ich nicht weiss, welche Botschaft ich aussende???? Wie kann ich etwas aendern, wenn ich nicht weiss, was zu aendern ist? Diesmal war es nicht nur eine Frage der Landessprache, mehr aber der Marketing-Sprache.

Die andere Geschichte ist, dass ich immer noch nicht vollkommen Englisch spreche. Speziell wenn ich unter Druck stehe - wie z. B. bei Verkaufsgespraechen am Telefon - fallen mir entsprechende Vokabeln nicht mehr ein und ich fange an zu stottern. Es ist, als ob ploetzlich das komplette englische Woerterbuch aus meinem Gedaechtnis verschwindet! Vakuum im Gehirn! Das wirft natuerlich kein gutes Licht auf mich und meinen Service – da greife ich dann eben nicht mehr zum Telefon. Ein Teufelskreis! Erst in den letzten 3 Wochen habe ich ernsthaft an dieser “Huerde”gearbeitet und habe aktive Aquise betrieben – mit mittelmaessigen Erfolg.

Grund zwei:

Viele, viele Male sind Projekte nicht zustanden gekommen aus Gruenden, die nicht von mir beeinflusst waren:

  • Entscheidungstraeger, mit denen ich verhandelt hatte, haben kurzfristig den Job gewechselt, die Nachfolger waren nicht interessiert an meinem Service.
  • Muendliche Zusagen vor Zeugen wurden ploetzlich nicht in schriftliche Kontrakte umgewandelt.
  • Projekte wurden gestartet und nach kurzer Zeit erst mal fuer Monate auf Eis gelegt.

Die Liste ist unendlich! Selbst enge Geschaeftsfreunde verstehen nicht, was da ablaeuft! Ein christlicher Freund und ich sind zu dem Schluss gekommen, dass Gott meinen Glauben an ihn und mein Vertrauen in ihn auf die Probe stellt. Ich weiss einfach, dass Gott mich niemals verlassen wird! Ich habe immer genug zu essen, immer gerade genug fuer Bezin und einen Platz zum Leben.

Der Grund drei:

Ich mache alles allein. Mein Service erfordert, dass ich zum Kunden gehe. Wenn ich unterwegs bin, kuemmert sich niemand um bestehende Kunden oder gewinnt neue! Waehrend ich fuer Stunden im Auto sitze und zukuenftige Kunden besuche, "schlaeft" mein Business! Darum habe ich mich entschlossen, als ersten Schritt einen Verkaeufer zu engagieren, der auf Kommissionsbasis fuer mich arbeitet. Er beginnt Anfang Mai mit seiner Akquise.

Vor 10 Tagen hat es allerdings einen weiteren grossen Rueckschlag gegeben, der mir den Boden unter den Fuessen entzogen hat! Wieder einmal aus Gruenden, die nicht von mir beeinflussbar waren, habe ich einen riesengrossen Auftrag verloren.

Das hat mir die letzten Kraefte geraubt!

Meine Schwester Ulla moechte mich nach Deutschland zurueckholen. Doch was soll ich in Deutschland?!?!

  • Freunde, Kirche, mein Umfeld verlassen?
  • Die Freundlichkeit und Waerme Suedafrika’s verlassen?
  • Mich mit meinen nun 60 Jahren in die Schlange der Arbeitssuchenden in Deutschland einreihen?
  • Wie kann ich denn in Deutschland erfolgreich sein, wenn ich es hier nicht schaffe?
  • Nach 11 Jahren Abwesenheit wieder von vorn zu beginnen, ohne finanziellen Rueckhalt und ohne Aussicht auf Einkommen --- dazu habe ich momentan schlicht und ergreifend keine Kraft mehr!

Was soll ich machen???

Wie geht es mit mir weiter???

Duch diese ganzen Berg- und Talfahrten hat mich eines aufrecht und am Leben erhalten: Mein gewachsener Glaube an Gott! Er hat mich niemals verlassen oder aufgegeben und er wird es auch jetzt nicht tun! So sicher, wie ich damals meiner Vision war, so sicher bin ich heute immer noch, dass Gott grosse Plaene fuer mich hat.

Jeremiah 29: 11 sagt es ganz klar: “Denn ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe. Pläne des Heils und nicht des Unheils; ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Das sage ich, der Herr.”

Ausserdem habe ich gute Freunde, die fuer mich da sind - zum Reden, zum Abschalten, zum Ermuntern und Auffangen. Die mich auch in meiner Hinwendung zu Gott bestaerken und mich ermuntern, mich auf ihn ganz zu verlassen.

Ich bin zwar momentan ausgebrannt, gebe aber die Hoffnung nicht auf!

Somerset West, 5. Mai 2013

© Lisa Balz

Montag, 09 Mai, 2011

Südafrika: Lektionen, die ich lernen durfte

Lisa Balz lebt seit zehn Jahren in Südafrika und berichtet seit dem über ihr Leben und ihre Erfahrungen dort. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht. Hier ein neues Lebenszeichen von ihr:


Somerset West, 8. Mai 2011

Lessons to learn – Lektionen, die ich lernen durfte

Es ist erst Anfang Mai, doch die letzten paar Monate waren turbulent!

Mit den zwei Verkaufs-Ladies in meinem Team, die im Januar “an Bord kamen”, fuehlte ich mich bereits super erfolgreich – von nun an geht’s bergauf! In diesem Uebermut kuendigte ich meine kleine Wohnung zum 31. Maerz 2011. Mehr als 7 Jahre auf 35 qm war genug! So wohl wie ich mich dort immer gefuehlt habe, so beengt kam es mir in den letzten Monaten vor. Ich war dabei, meine Fluegel auszubreiten, die Beengtheit zu sprengen!

Anfang Februar musste ich mir allerdings eingestehen, dass ich voreilig gehandelt hatte! Zu allererst stellte sich heraus, dass die beiden Damen alles andere als professionell waren. Waere ich nicht sooo erleichtert gewesen, die laestige Verkaufsarbeit abzugeben, haette ich die ersten Hinweise nicht so auf die leichte Schulter genommen! Da kam mein mangelnder Professionalismus durch – oh, oh, oh!!! Wenn die Gefuehle den Verstand ausser Kraft setzen………………..

Gott sei’s gedankt, konnte ich mich relativ einfach von ihnen trennen. Also – wieder selber an’s Telefon und verkaufen.

Meine Lektion daraus?????

Vor der naechsten wichtigen Entscheidung mich hinsetzen und eine Liste der FUER und WIDER’s aufzusetzen. Anschliessend jeden Punkt mit einer Zahl zwischen 1 und 10 bewerten. Diese Methode eleminiert Gefuhle und zeigt ueberraschend klare und sachliche Ergebnisse. Mit einem Grinsen muss ich zugestehen, dass ich diesen Tip schon vielfach weiterempfohlen habe – im entscheidenden Augenblick jedoch selber nicht praktizierte!

Der grosse Auftrag in der Lebensmittel verabeitenden Firma, der mein erstes Projekt in 2011 sein sollte, wurde aus Budgetgruenden verschoben. Waehrend ich mein Angebot praesentierte, wurde der Eigentuemerin und den anderen Entscheidungstraegern erst klar, dass die Firma zwar stark waechst, aber dass das gesamte Team keine klaren Zielvorstellungen hatte! Ich hatte gefragt, wo sie ihre Firma in einem, in 3 und in 5 Jahren sehen wuerden. Die meisten meiner Loesungen sind zwar mobil, doch warum heute gross investieren, wenn vielleicht in einem Jahr das Gebauede zu klein wird?! Ohne klare Zielvorstellungen gab es natuerlich auch kein demtentsprechendes Budget fuer Erweiterungsmassnahmen.

So wurde das Projekt auf Eis gelegt – schade fuer mich, doch zumindest hatte mein Einsatz geholfen, ihnen den Weg zu weisen! Zwei weitere, vielversprecehnde Auftraege wurden ebenfalls vertagt. Kein Einkommen in Aussicht! Eine Anfrage bei meinen Vermietern, ob ich vielleicht noch zwei Monate laenger bleiben koenne, wurde mit Bedauern abgelehnt. Meine kleine Wohnung sollte erweitert werden, alles war bereits organisiert!

Fuer einen kurzen Moment fuehlte ich mich deprimiert – doch wirklich nur sehr kurz! Dann nahm ich die Herausforderung an!

Zwei sehr, sehr klare Gruende hielten mich davon ab, eine groessere Wohnung zu nehmen. Zum einen mein finazieller Engpass, zum anderen das absolut sichere Gefuehl, dass ich nicht fuer immer hier in Somerset West bleiben werde, noch nicht einmal im Raume Kaptstadt!

Zu diesem Zeitpunkt lasen wir in unserer Bibel Studium Gruppe Genesis. Ploetzlich wurde mir die Aehnlichkeit meiner Situation mit Abrahm’s bewusst: Auch ich war einer Weisung in ein fremdes Land gefolgt! Vers 12 berichtet ueber Abraham, der in ein fremdes Land (Kanaan) geht und dort seine Zelte aufstellt. Mit gegebener Erlaubnis berichtete ich der Gruppe von meiner Vision, die mich ebenfalls in ein fremdes Land gefuehrt habe. Zur Zeit wisse ich allerding nicht, wo ich meine Zelte aufschlagen koenne. Sogleich bot mir Yvonne an, fuer 3 Monate ihr Haus mit ihr und ihrem Mann zu teilen!

God is at work!

Am ersten April-Wochenende zog ich hier mit nur einem Viertel meiner Sachen ein. Der Rest wurd erst einmal im Vorratslager verstaut. Die erwachsenen Soehne sind ausser Haus und ich werde wie ein Familienmitglied behandelt! Kueche und Wohnraum stehen mir offen. Meine Hilfestellung im Haushalt wird jedoch abgelehnt. Ich wuerde ja schliesslich arbeiten waehrend Yvonne Hausfrau sei. Ich bekomme frisches Obst gebracht und von Zeit zu Zeit ein gebratenes Haehnchen --- wie im Schlaraffenland!

Meine Lektion daraus?????

Ich weiss es: Grosszuegigkeit anzunehmen! Es ist sooo leicht zu geben! Mit einem Laecheln anderen Menschen etwas zu schenken, ist ein wunderbares Gefuehl! Wie oft habe ich selber gegeben! Doch am anderen Ende zu sitzen und anzunehmen --- nicht leicht! Selbst wenn es mit der groessten Selbstverstandlichkeit gegeben wird!!!!! Hat das nicht auch mit meinem Selbstbewusstsein zu tun? Bin ich es wert, dass ich so beschenkt werde???? Erst ganz leise, dann immer sicherer laesst meine innere Stimme ein JA zu. JA weil ich ein Kind Gottes bin! JA weil ich selber gerne gebe.

Ein Drittel meiner Zeit bei Yvonne ist bereits abgelaufen; Ende Juni ist D-Day. Wenn die Zeit da ist, wird Gott mir schon die richtige Loesung schicken – in welcher Form auch immer! Gott hat mir die Vision geschickt, der ich gefolgt bin. In all den Jahren hat er hat mich noch niemals haengen lassen und wird es auch diesmal nicht tun.

Diese Gewissheit ist so wunderbar klar und stark wie vor 10 Jahren.

Watch this S-P-A-C-E!

© Lisa Balz

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Freitag, 21 Januar, 2011

Neuer Bericht aus Südafrika: Jahresrückblick 2010

Lisa Balz lebt seit zehn Jahren in Südafrika und berichtet seit dem über ihr Leben und ihre Erfahrungen dort. Sie finden alle Berichte in der Rubrik: Südafrika-Bericht. Liebe Lisa, auch auf diesem Wege: Herzliche Glückwünsche zum Jubiläum! Ich bin mir auch sicher: Dieses Jubiläumsjahr wird ein wundervolles für dich werden!

Hier nun der Bericht der Südafrikanerin mit deutschen Wurzeln. Anja Kolberg


21. Januar 2011

Und wieder ist ein Jahr vorbeigezogen! Es ist unglaublich wie die Zeit verfliegt!

Heute frueh vor 10 Jahren hatte ich meine Vision! Diesem im Solar Plexus sitzenden Gefuehl folgte ich mit einer ungeahnten Zielstrebigkeit.

Alle durchwanderten Hoehen und Tiefen auf dieser langen Reise waren notwendig, um zu wachsen. Die Jahresringe an einem Baumstumpf erzaehlen von harten Wintern und guten Sommern. Mit jedem Jahr erneuert sich die Rinde.

Meine Jahresringe erzaehlen von einer harten Zeit, doch von nun an werden sie von mehr Sommern denn Wintern berichten. Meine Rinde hat sich oft geschaelt, mit jeder neuen Lage entdeckte ich ein unbekanntes ICH.

Finanziell bin ich schlechter dran als vor einem Jahr, doch spirituell bin ich einen grossen Schritt weiter.

Nagende Selbstzweifel bewogen mich, eine spezielle Trainingseinheit in mein Portfolio mit aufzunehmen. Wenn schon der fuer mich wichtigste Teil meines Businesses - Space Design – momentan nicht so gut laueft, warum dann nicht etwas artverwandtes mit aufnehmen?!?!

Wie immer steckte ich meine ganze Energie in dieses Training doch – der Markt dafuer war nicht gross genug.

Wie heisst es doch in “Monopoly”: Gehen Sie zurueck zum Anfang, gehen Sie nicht ueber die Schloss-Allee!

Ich hatte einen Umweg ueber die “Schloss-Allee” machen wollen, der sich dann jedoch als Sackgasse herausstellte. Einige kleine Auftraege zwischendurch hielten mich gerade ueber Wasser – das war aber auch schon alles.

Anfang November wurde ich dann gebeten, mir den sehr begrenzten Raum in einer Lebensmittel produzierenden Firma anzusehen und Vorschlaege zu erarbeiten, diesen Raum effizient zu nutzen. Waehrend meines Assessments beobachtete ich einen speziellen Arbeitsvorgang. Sehr schnell wurde mir klar, dass dieser einzelne Vorgang die gesamte Produktion massgeblich einschraenkte.

Nur einige wenige Minuten voller Konzentration brachten mir die Loesung dann im Bruchteil einer Sekunde! Ich war so begeistert von meiner eigenen Loesung, dass ich lauthals rief: “WOW!!!!” und dabei beide Arme in die Luft warf!

Eines hatte ich allerdings waehrend meiner kurzen Karriere gelernt: Diesmal plapperte ich die Loesung in meiner Begeisterung nicht gleich heraus!

Waehrend des Assessments wurde mir auch klar, dass das Inventur- und Bestellsystem dringend vereinfacht und aktualisiert werden sollte.

Mein Angebot wurde im Prinzip akzeptiert. Aufgrund der uebervollen Auftragsbuecher vor Weihnachten fand allerdings niemand die Zeit, sich um die Feinheiten des Angebotes zu kuemmern.

Das wird mein erster grosser Auftrag in einem SUPER Jahr 2011!

Eine andere, ausserordentlich wichtige Entscheidung moechte ich noch beschreiben, und zwar die Art, wie ich meine Gebuehren berechne. Wie kann ich Stundenloehne berechnen, wenn ich wertvolle Loesungen im Bruchteil von Sekunden finde????

Die beste aller Loesungen fand ich in dem Buch: “Getting started in Consulting” by Alan Weiss, und zwar die “value based fee” – die Gebuehr, die auf der Basis des jaehrlich eingesparten Geldes basiert; oder, anders ausgedrueckt, eines bestimmten Prozentsatzes des eingesparten Geldes.

In dem Fall der Lebensmittel produzierenden Firma erbat ich mir 50% der jaehrlichen Abfallkosten. Durch meinen Service kann dieser Abfall innerhalb von zwei Monaen von 100% auf 20% (Konservativ kalkuliert!!!) reduziert werden!

Um das Budget dieser Firma und mein eigenes auf solide Grundlage zu setzen, schlug ich einen Zeitraum der Zusammenarbeit von 5 Monaten vor. So kann die Firma deren Ausgaben und ich meine Einnahmen planen. Waehrend dieser Zeit stehe ich der Firma uneingeschraenkt telephonisch und via e-mail zur Verfuegung. Drei arbeitsintensive Wochen vor Ort legen die Basis fuer 4 Monate per online.

In meinem letzten Bericht schrieb ich ueber eine Teilzeit – Sekretaerin. Das hat aus verschiedenen Gruenden nicht hingehauen.

Zwei Wochen vor Weihnachten fand ich DIE ideale Firma, um mein Business nach vorne zu bringen. Diese Firma wird von zwei Frauen in meinem Alter gefuehrt. Sie betreiben Marketing in einem ungewoehnliche Weg:

Sie finden die Kunden, qualifizieren sie, finden den Entscheidungstraeger, informieren diesen ueber meinen Service und verabreden den ersten Besuchstermin.

Dinge, die ich nicht gerne tue und darum auch nicht erfolgreich bin; die aber deren starke Seite sind! Eine minimale monatliche Gebuehr plus 10% Kommission von jedem Auftrag laesst dieses Arrangement in eine win-win-situation umwandeln.

Meine Schwester Ulla macht sich viele, viele Sorgen um mein Wohlergehen! DANKE, Ulla!

Meinen momentanen Standpunkt kann ich nicht besser beschreiben als in einem Auszug aus Ulla’s und meinem gestrigen Briefwechsel:

ULLA:

Du hast die Zeit gebraucht, hast die Hilfe und Freundschaft bekommen, aber Du musst doch nach konkreten Möglichkeiten - und nicht Visionen - gesucht haben, aus diesem Loch wieder raus zu kommen!

Du hättest doch wissen müssen,

  • dass 30 Jahre im Angestelltenverhaeltnis einen nicht auf die Selbstaendigkeit vorbereiten?
  • dass man für die Selbstständigkeit Startkapital braucht, das möglichst man nicht stille Reserven anknabbert, die man sich für die Zukunft zurück gelegt hat, (also erst jobben, dann "fliegen").
  • dass man erst die Geheimnisse des Verkaufens lernen sollte bevor man sich selbstaendig macht?
  • ja, dass man vielleicht erstmal zu Lasten eines Arbeitgebers verkaufen lernt, bevor man das Risiko alleine trägt.
  • dass man nicht alles allein bewaeltigen kann?
  • dass ich sooo lange brauchen wuerde, bis “der penny dropped”?

Du bist ja offensichtlich nicht allein, aber mit Deinen Jobs schießt Du Dich regelmäßig ins Off. Fällt es Dir so schwer, für andere zu arbeiten, dass Du immer volles eigenes Risiko fährst?

Ich lerne auch täglich noch dazu. Ich weiß auch, dass ich anders gepolt bin. Deshalb gehe ich ja auch zu Fuß, statt im Space zu fliegen. Aber das bin eben ich... Ich hinterlasse gern Spuren, gehöre gern irgenwo dazu, aber ich bin gern auch fest eingebunden.

Meine Antwort:

Die Antwort auf alle Deine Bedenken: NEIN, das alles habe ich nicht gewusst!

Haette mir auch in meinen wildesten Traeumen nie vorstellen koennen, dass es sooo lange dauern wuerde, bis "der Penny dropped"! NIEMALS!

Ich habe mich allerdings auch vor meiner Abreise mit keinem dieser Punkte haarklein auseinandergesetzt weil ich ja nicht "geplant" gegangen bin. Wenn Du einer Vision folgst, verschieben sich die Prioritaeten.

Waehrend meiner Selbstaendigkeit habe ich versucht, mehrere Sachen in mein Portfolio mit aufzunahmen. Alle haetten sie wunderbar hineingepasst - aber - irgendwie haben diese Extras nie so richtig angeschlagen.

Ich habe auch nicht gewusst, dass Verkaufen mir soooo schwer fallen wuerde. Habe mir auch nur leise eingestanden, dass der Unwillen, zu Verkaufen, mit meinem Ego zu tun hat. ICH wollte doch NIE mit den windigen Verkauefern assoziiert werden, von denen ich reichlich vor meinem Schreibtisch hatte waehrend meiner Zeit als Einkaeuferin!

ICH doch NICHT!!!!

Mit dieser Geisteshaltung haette es auch nichts genuetzt, zunaechst als Angestellte zu arbeiten.

Dieses vergangene Jahr hat mich mehr und mehr Gottvertrauen gelehrt. Es gibt jetzt Tage, an denen ich morgens aufwache und so eins mit mir selber fuehle, wie noch niemals zuvor in meinem Leben! Fuer dieses Gefuehl gibt es einfach keine Worte.

Ich komme zu Gott mit leeren Haenden, aber er haelt mich sicher und geborgen in seinen!

Gott hat mich nicht nach SA geschickt, dass ich jetzt meine Sachen packe und zurueckgehe in eine noch unsichere Zukunft als die meinige hier.

Heute morgen vor 10 Jahren hatte ich meine Vision. Mein jetziges Gefuehl und Gottvertrauen ist genauso stark wie damals und nur auf ein einziges Ziel gerichtet:

ERFOLG!

Aber nicht nur persoenlichen Erfolg, auch um Gottes Kraft und Weisheit in die Welt zu tragen. Wie kann ich mich klein fuehlen, wenn Gott mit mir wandert?!

Liebe Freunde, ein neues und aufregendes Jahr liegt vor mir!

Mein Geschaeftsziel ist hoch angesetzt: In 5 Jahren will ich in Afrika bekannt sein als der “Red Adair of S-P-A-C-E”! In den Achtzigern war “Red Adair” der einzige Mann auf der Welt, der in der Lage war, Feuer auf Oelplattformen zu loeschen. Er hat mich schon immer fasziniert! Was “Red Adair” in Sachen Feuer war, werde ich in Sachen S-P-A-C-E sein!

Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens!

Sonnige Sommergruesse Gruesse aus einem sehr stuermischen Somerset West

Lisa Balz

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Donnerstag, 28 Januar, 2010

Pelikan aus der Asche
Neuigkeiten aus Südafrika

Es gab schon Nachfragen, ob es denn Neues aus Südafrika gibt. Jetzt ist es soweit, meine ehemalige Klientin Lisa Balz berichtet von ihrem Weg in Südafrika. Viel Freude beim Lesen! Anja Kolberg

PS: Alle Berichte finden Sie in der Rubrik: Südafrika-Bericht


Liebe Feunde,

in der Zwischenzeit wage ich meine Leser so zu nennen!

Heute ist der 21. Januar 2010. Es ist - auf den Tag genau – 9 Jahre her, dass ich meine Vision hatte! 3 Tage nach einem Coaching mit Anja! Anja stellte die richtigen Fragen. Ihre Fragen oeffneten mein Herz und meine Sinne fuer das grosse Abenteuer Suedafrika! Anja, dafuer bin ich Dir ewig dankbar!!!!!

Viel Zeit ist vergangen, seit ich den letzten Artikel veroeffentlich habe. Warum?

2009 war alles andere als ein erfolgreiches Jahr fuer mich. Es ist etwas anderes, Freunde wissen zu lassen, dass es mir nicht gut geht oder es im Internet zu veroeffentlichen! Meine Meinung dazu ist, dass Freunde vor Ort mir mit Rat und Tat zur Seite stehen koennen, doch was koennen Menschen in der weiten Welt fuer mich tun? Ist das zu klein gedacht???

Es waren zwei Dinge, die meinem Erfolg im Weg standen – die letzten Reste des seit langem ueberfluessigen Minderwertigkeitskomplexes und meiner Abneigung des “Verkaufens”. Waehrend ich selber Einkaeuferin war, konnte ich “windige” Verkauefer nicht ausstehen. Damit wollte ICH nicht gleichgesetzt werden!

ICH doch NICHT!!! ----- Verdraengungstaktik!

Dabei gibt es nur eine Formel fuer Erfolg: Selbstbewusstsein + Verkaufstalent = Erfolg. Wie las ich doch in einem Buch: ‘Haeufiger, als wir wissen, fuehrt der Pfad, der schneller bessere Ergebnisse bringt, um das Hindernis herum, das uns im Wege liegt --- unser eigenes Selbst!’

In Anerkennung dieser Wahrheit traf ich im September drei Entscheidungen:

  1. Ich verordnete mir selbst einige Sitzungen bei einem Hypnoteur, um auf einer tieferen Ebene die Wurzeln des Minderwertigkeitsgefuehls auszurotten.
  2. Ich belegte einen Kurs in Verkaufstechnik – welcher mir in vieler Hinsicht die Augen ueber mein eigenes Verhalten oeffnete! J
  3. Ich benoetigte eine Teilzeit-Sekretaerin, die die ersten Kundenkontakte herstellt und Termine fuer mich vereinbart. Waehrend ich unterwegs bin, passiert nichts – ausser dass ich im Auto sitze!

Mit dem neuen Wissen ausgestattet, war es zwar leichter, Kunden anzusprechen, doch auch hier in Suedafrika ist die Rezession zu spueren. Auftraege kommen nicht mehr so leicht rein. So duempelte ich haeufig hart an der Grenze des Ueberlebens entlang. Das Geld fuer meine festen Ausgaben kam immer irgendwie herein, doch Geld zum Leben lieh ich mir haeufig von Freunden – schreckliches Gefuehl!

Erst jetzt stellte ich mich der Wahrheit: Jemand koennte mir alles Geld in der Welt geben - es wuerde mir nicht wirklich helfen, solange ich mich nicht aendere!

Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Ich weiss nur, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll.

Da gab es drei grosse Auftraege, die meine ganze Kreativitaet und meinen vollen Einsatz gefordert haetten. Haette auch gutes Geld damit verdient. Doch – alle drei wurden nach langer Wartezeit entweder ganz abgesagt oder auf unbekannte Zeit verschoben.

Mitte Oktober fand ich die richtige Sekretaerin, Charmaine. Endlich bewegte sich was! Endlich gab es eine lange Liste von potentiellen Kunden, die von Charmaine erfolgreich bearbeitet wurde. Doch wieder tauchte ein Hindernis auf: Meine Zielgruppe ist der Verpflegungsbereich wie Restaurants, Coffee Shops, Food Factories. In diesem Bereich ist von November bis Februar Hochsaison. Die wenigsten waren bereit, mir in dieser hektischen Zeit einen Termin einzuraeumen. Als dann am 24. November der letzte grosse Auftrag auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, brach ich zusammen.

Zusammenbrueche waren nichts Neues fuer mich. Doch diesmal war es anders. Ich hatte das Gefuehl, dass etwas in mir zerbrach.

Ich hatte so viel und so hart gearbeitet durch all die Jahre, doch was hatte es mir gebracht? Wenig! Warum sollte ich ueberhaupt noch etwas tun? Da konnte ich gleich im Bett bleiben – was ich auch tat. Nur da zu liegen und zu wuenschen, dass die Welt vorbeiziehen wuerde. Bevor ich mich allerdings im Bett verkroch, schickte ich eine e-mail an einige gute Freunde mit der Meldung: “Ich gebe auf!” Eine Freundin kommandierte mich foermlich aus dem Bett heraus and zu ihr und ihrem Mann nach Hause. Chip und Alvin kuemmerten sich liebevoll um mich. Am naechsten Morgen hatten andere Freunde Counselling fuer mich organiert.

Ein Vorschlag war, dass ich mich zunaechst um mich selber kuemmern solle, nicht immer nur fuer andere da zu sein. Was ich denn von einem Urlaub hielte? Bei dem blossen Gedanken an Urlaub drehte sich mir der Magen um! Warum? Wenn ich nicht arbeite verdient ja niemand Geld fuer mich! Doch dann sickerte so langsam die Erkenntnis durch, dass die Geschaeftswelt in Suedafrika zwischen dem 15. Dezember und dem 15. Januar sowieso im “Sommerschlaf” ist.

So nahm ich das Angebot meiner Freundin Lesley an, 2 Wochen in deren Farmhause in der Karoo zu verbringen. Es ist ein sehr einfaches Haus auf dem Lande, am Ende eines Tales, allerdings hat es dort Strom und Wasser; 320 km von Somerset West entfernt, 90 km bis zu den naechsten Einkaufsmoeglichkeiten, 60 davon Schotterpiste!

Ich liebe dieses Haus wegen seiner Einsamkeit. Manchmal ist es dort so still, dass das lauteste Geraeusch das eigene Atmen ist! In einer Woche kommt dort vielleicht mal EIN Auto vorbei – sonst passiert nichts. Doch des Nachts unter freiem Himmel unter einem brillianten Sternenzelt zu schlafen – das hat was! Keine Angst vor Kriminalitaet – bis auf eine Nachbarsfamilie lebt dort ja kein anderer Mensch!

Meine Freundin Lesley hatte mich vor meiner Abreise gefragt, ob ich mir vorstellen koenne, anstehende Handwerksarbeiten in dem Haus zu erledigen. Mit der groessten Freunde sagt ich JA! Das Geraeusch einer Bohrmaschine ist Musik fuer mich! Drueck mir eine Saege in die Hand und ich bin gluecklich! Holzarbeiten hab ich schon immer geliebt!

Trotz meiner Niedergeschlagenheit plante ich meinen Aufenthalt sehr sorgfaeltig. Ich arbeitete einen detaillierten Speiseplan aus und kaufte grosszuegig ein. Meine wohlsortierte Handwerkskiste fand ihren Platz neben Lebensmitteln, Rucksack und Bettzeug in meinem kleinen Ford Ka.

Die ersten Tage sahen mich lesend, essend und nachdenkend – einfach nur ICH sein, einfach nur DA sein.

Doch langsam aber sicher erwachte meine alte Energie. Ich schleppte alte Dach- und Deckenbalken aus der Ruine eines 200 Jahre alten Hauses ueber ca 1 km, wusch das alte Holz im nahe gelegenen Fluss und baute daraus 3 Regale. Keiner der Balken war gerade! Welch eine Herausforderung, aus krummen Balken wasserwaagengerechte Regale zu bauen! Jedes dieser Regale ist ein eigenes, kleines Kunstwerk geworden!

Alles Material, was ich brauchte, fand ich auf der Farm - ausser Naegel und Schrauben. Stoebern in alten Ruinen und leerstehenden Viehstaellen brachte neben Holz auch alte Scharniere, zerfallene Fensterlaeden, Holz-Fensterrahmen und Hufnaegel zutage. Alles fand seinen Platz und seine Verwendung.

Tueren abschleifen und anstreichen; alte Fliesen im Bad entfernen und den Kleber mit Hammer und Meissel abschlagen; Linoleum verlegen; trockenen Kitt in Fensterrahmen ersetzen und neue Scheiben einsetzen; Gardinen per Hand ausbessern – Langeweile war ein Fremdwort!

Die umliegenden Berge lockten mich an machem Morgen bei Sonnenaufgang zu langen Wanderungen.

Die Kombination aus Wandern – Arbeiten – Lesen und Nachdenken war ideal fuer mich! Diese Zeit kam mir vor wie der Himmel auf Erden! Statt der geplanten 2 Wochen blieb ich 3 Wochen, Lebensmittel hatte ich genuegend.

Ich las nicht irgendetwas - ich las und studierte die Bibel und christliche Buecher, mit denen Alvin mich reichlich versorgt hatte. Welch ein Unterschied zu dem katholischem Glauben, in dem ich aufgewachsen bin! Was ich las war viel lebensnaher und praktisch anwendbar.

Nach drei Wochen in der selbst gewaehlten Einsamkeit fuehlte ich mich wie der Pelikan, der aus der Asche aufstieg!

Von nun an gebe ich mein Leben in Gottes Hand und ich weiss, dass er noch Grosses mit mir vorhat.

Vor dem Zusammenbruch haette ich folgendes Zitat angewandt: “Lohnt sich das?” fragt der Kopf. "Nein” sagt das Herz, “aber es tut gut.”

Heute sage ich, dass es sich lohnt UND dass es gut tut!

Heute sage ich, dass etwas in mir zerbrechen musste, um Gott die Moeglichkeit zu geben, hindurch zu scheinen.

© Lisa Balz, Südafrika

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Dienstag, 18 November, 2008

Über den Wolken

Ein neuer Bericht von Elisabeth Balz, einer Klientin von mir, die seit 2003 - nach 7 Monaten Auszeit dort - ganz in Südafrika lebt und arbeitet. Seit diesem Zeitpunkt berichtet sie von ihrem Weg. Der hat es in sich: Gute Nachrichten aus Südafrika! Anja Kolberg

1. Teil – Hinflug

Diesen Bericht schreibe ich im Flieger nach Deutschland – zum Urlauben! Wohlgemerkt „nach Deutschland“ und nicht „nach zuhause“! „Daheim“ fuehle ich mich in Suedafrika seit dem Tage meiner Ankunft!

Wie bereits in meinem letzten Bericht erwaehnt, hatte ich beschlossen, dass 2008 MEIN JAHR sein wird – und es ist so!

In der ersten Haelfte 2008 verdiente ich doppelt soviel wie im ganzen Jahr 2007. Und die Erfolgsstraehne haelt an.

Warum und Wieso?

Ich habe meine Einstellung zu mir selber geaendert. Nicht nur meine Kunden sahen meinen Service als Kostenfaktor an – ich musste mir eingestehen, dass ich es selber ebenfalls so sah. Mit dieser Einstellung konnte ich meinen Service nie verkaufen! Jetzt erkenne ich an und gestehe es mir selber zu, dass meine Arbeit Werte beim Kunden schafft. Mit dem Gesinnungswechsel verdoppelte ich gleichzeitig meinen Stundenlohn.

It works like a bomb!

Seit ich R600 per Stunde verlange, schauen mich die Leute ganz anders an. Der uralte Glaube „Was nichts ist kostet ist auch nichts“ trifft hier ueberdeutlich zutage – zumindest aus der Sicht der Kunden. Also lasse ich mir die Arbeit gut bezahlen und habe auch noch Spass dabei! Ohne Spass, ohne Gelaechter kann und mag ich nicht arbeiten.

Vor 6 Wochen erweiterte ich meinen Arbeitsbereich. Mein letzter Kunde erzaehlte mir, dass er meinen Namen an einen seiner Freunde weitergegeben habe. Dieser sei zwar nicht im Lebensmittelbereich, doch er benoetige unbedingt Strukturen in seinem Betrieb. „You are good at it. Go for it!“

Dieser Betrieb ist eine Schreinerei! Es werden dort Holz-Zaeune, Balkone und Gartenhaeuser hergestellt und – als Neuheit fuer diesen Betrieb - Privathaeuser auf gehobenem Niveau.

Nach einem ersten, sehr langem Gespraech mit dem Eigentuemer - einem bemerkenswerten jungen Mann von 24 Jahren - Internet Research und Gespraechen mit Freunden und Experten, beschloss ich, diese Herausforderung anzunehmen.

Ich kenne mich zwar nicht mit Holzsorten aus – lerne taeglich mehr dazu! – doch ich bin sehr gut in der Beurteilung von Arbeitsablaeufen, Produktionsplanungen, Zeitablaeufen, Personalplanung und –entwicklung. Der andere, wunderbare Aspekt ist, dass ich dort in meiner langen Lederhose und dicken Schuhen herumlaufen kann (es ist Winter hier) und manchmal sogar selber Hand anlege. War ja schon immer eine begeisterte Hobby-Handwerkerin!

Am Tag vor meiner Abreise sicherte ich mir die Erweiterung des bestehenden Kontraktes.

SUPER!!!

Seit geraumer Zeit ging mir die Frage im Kopf herum, wie ich zuviel Arbeit wuerde bewaeltigen koennen. Ich beobachtete mich bei meiner Arbeit mit Kunden und kam zu dem Entschluss, dass die Arbeit vor Ort nur von mir erledigt werden kann. Ich gebe mein Wissen und meine Erfahrtung weiter. Es gibt allerdings einen Teil meiner Aufgaben, der sehr, sehr zeitaufwendig fuer mich ist und den ich nicht gerne erledige: das Schreiben von Berichten und zwar in Englisch!

Mein gesprochenens Englisch ist bei weitem nicht perfekt, doch die Menschen hier akzeptieren Auslaender mit all ihren Sprachschwierigkeiten. Geschriebene Berichte sehe ich allerdings als meine Visitenkarte an. Schreibfehler und falsche Grammatik wirken nicht sehr professionell! Bis ich da manchmal die richtigen Woerter im Woerterbuch gefunden habe – das dauert!!!

Als ich diese Thema vor zwei Wochen mit meiner Feundin diskutierte, empfahl sie mir ihre Teilzeit-Sekretaerin! In Zukunft werde ich meine Berichte auf Band diktieren und bekomme sie per e-mail zugesandt. Diese Dame wird waehren meiner Abwesenheit auch Marketing fuer mich betreiben. Um fuer uns Zwei eine win-win- situation zu schaffen, bot ich ihr 5% Kommission von jedem Projekt an, zu dem sie mir den Weg ebnet.

Watch this SPACE!!!

Zu meinem grossen Vergnuegen ist mir ein Buch empfohlen worden, das zu keinem besseren Zeitpunkt in meine Haende gelangen konnte: Eckhard Tolle – A new Earth. Es geht um die Freude, das eigene Selbst zu entdecken, losgeloest vom EGO. (Dies ist meine freie Uebersetzung der englischen Beschreibung.) Mich selbst und mein EGO zu beobachten im Umgang mit meinen Mitmenschen – faszinierend!!! Werde damit gleich jetzt im Urlaub beginnen!

Noch 2700 km und 3 ½ Stunden bis Frankfurt – 8 ½ Stunden liegen bereits hinter uns. Wir befinden uns ueber Algerien. Schnurgerade ueber das Mittelmeer, Italien links liegenlassend, ueber die Schweiz --- da endlich ist Frankfurt!

Ich freue mich sehr darauf, nach 2 Jahren meine Mutter und meine Geschwister wiederzusehen! Trotz Skype sind persoenliche Gespraeche, begleited von gutem Rotwein, einfach etwas anderes!

Die zweite Haelfte meines Urlaubs wird mich zurueck meinen Wurzeln bringen! Ich werde wieder einmal Ballonfahren! Freunde luden mich zu einer Veranstaltung in der Steiermark ein, bei der ich selbst fuer mehr als 10 Jahre Stammgast war. Nach 7 Jahren „Abstinenz“ vom Ballonfahren muss ich zugeben, dass der „Ballonvirus“ mir doch immer noch so sehr im Blut liegt, dass ich eine Gelegenheit wie diese einfach nicht sausen lassen konnte..................

2. Teil – Rueckflug

Der Urlaub ist vorbei! Wie immer geht so eine Zeit viel zu schnell dahin............... Bin auf dem Weg heim nach Suedafrika, wieder einmal ueber den Wolken. Es ist diesmal ein Nachtflug und ich kann nicht schlafen. Wahrscheinlich bin ich zu nah am Vollmond; grins, grins, grins.

Dieser Urlaub verdient nur ein einziges Wort, um ihn gebuehrend zu beschreiben:

PERFEKT!

Das erste riesige Werbeplakat im Frankfurter Flughafen warb in Englisch fuer die Stadt Frankfurt. Der erste Mensch in Flughafen-Uniform, der mir auf meinem Weg zum Anschlussflug entgegenkam, war schwarz! Ich musste einfach lachen! Mit diesem Lachen sprach ich den schwarzen Herrn an. Ich sei gerade aus Sueafrika kommend gelandet. Das erste Werbeplaket sei in englischer Sprache gewesen, nun wuerde ich auf ihn treffen. „Koennen Sie mit bitte bestaetigen, dass ich Suedafrika ueberhaupt verlassen habe?!?!“ Wir beide standen dort, lauthals lachend inmitten einer verbluefft schauenden Menge. Er ist Suedafrikaner, seine Tochter studiert in Frankfurt und die Familie wird in 2 Jahren wieder zurueck in die Heimat gehen.

Diese Art der Begegnungen und der Gespraeche machen das Leben in Suedafrika so anziehend und liebenswert.

Wieweit sind sie in Deutschland noch moeglich?

Besuch bei meiner Familie

Am Tag vor meinem Abflug aus Kapstadt hatten meine Geschwister meine Mutter ins Krankenhaus gebracht mit dem Verdacht auf Herzinfarkt. Um es vorwegzunehmen – es war keiner!

Ich verbrachte drei Tage bei ihr und mit ihr im Krankenhaus. Gespraeche – Stillschweigen – einfach nur dasein!

Fuer mich ist diese Geschichte mal wieder einmal ein Beweis dafuer, dass es keine Zufaelle gibt! Wie haette ich am 9. Mai, als ich mein Flugticket nach Deutschland kaufte, wissen koennen, dass ich zu keiner perfekteren Zeit haette kommen koennen!

Nur fuer meine Mutter da zu sein, meine berufstaetigen Geschwister zu entlasten, meinen Teil zu ihrer Genesung beizutragen – WUNDERBAR!

Meine Mutter ist inzwischen wieder zuhause und es geht ihr von Tag zu Tag besser.

Bei einem „Geschwister-Essen“ wurden nicht nur ernste Themen angeschnitten, es wurde vor allem viel gelacht!

Ballonfahren

Welch wunderbares Gefuehl, so begeistert in den „alten“ Kreis der Ballonfreunde

wieder aufgenommen zu werden. Da ich ja unerwartet auftauchte, war das HALLO besonders gross. Die Bande zu „unseren Gottfrieds“ wurden neu geknuepft. Diese Familie lernten wir vor 15 Jahren bei einer Ballonlandung kennen. Menschen, die zuerst zum Zuschauen und Helfen kamen, wurden begeisterte Mifahrer und Freunde.

Auch hier – Haendeschuetteln, Umarmungen und ein Glas Wein zusammen sind netter als telefonieren ueber Skype!

Meine Ballonpilotenfreunde. Die Vorzeichen hatten sich veraendert: Frueher war ich die Pilotin und sie waren das Team – heute war ich ein Teil ihres Teams.

Das alles spielte keine Rolle denn das Wichtigste – unsere Freundschaft – war bestehen geblieben!

Sogar das Herbstwetter spielte mit - Ideal zum Ballonfahren! In nur einer Woche durften wir uns neunmal an den Himmel erheben! Dabei war jede Fahrt anders! Mal lugten die Huegelkuppen aus den Morgennebeln, begruesset von einem strahlenden Sonnenaufgang; ein anderesmal stiegen wir auf, sahen einige dunkle Regenwolken auf uns zukommen, die jedoch zu unserer Begruessung einen Regenbogen aufgemalt hatten. Mal schlichen wir langsam dahin, staunten ueber den Rauhreif, der sich als Spiegel getarnt im Schatten einzelner Baueme versteckte. Die warmen Strahlen der Morgensonne hatten den uebrigen Rauhreif auf den Wiesen bereits in fedrigen Dunst verwandelt, auf dem ein weiterer Regenbogen um den Schatten unseres Ballons zu bestaunen war. Mal ging es rasant dahin, doch sicher zur Mutter Erde zurueckgebracht durch den erfahrenen und sehr auf Sicherheit bedachten Piloten.

Ballonfahren und Freunde – da geht das Herz auf!

Nach zwei Tagen bei Freunden in Muenchen – davon einer im Englischen Garten bei weiss-blauem Himmel und Weissbier mit meiner Freundin – war es endgueltig Zeit zum Abschiednehmen!

Ich berste vor Energie und Lebenskraft und ich weiss einfach, dass ich grosse Projekte von nun an foermlich anziehen werde!

Ich werde hier auch irgendwann einmal wieder Ballonfahren. Doch nicht jetzt. Die Zeit ist noch nicht reif dafuer. Zuerst einmal konzentriere ich mich auf mein Geschaeft.

Gott hat mich nicht umsonst nach SA geschickt!

Anja, anlehnend an den Spuch von Novalis auf deiner Webseite sage ich nun:

„Ich durfte die Wolken schmecken, jetzt fange ich das Lachen der Schmetterlinge ein.“

Lisa Balz

Somerset West

27. Oktober 2008

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Dienstag, 15 April, 2008

"2008 hat mein Namensschild angehaengt"

Lisa Balz, eine meiner ersten Kundinnen lebt seit einigen Jahren in Südafrika.

Immer wieder berichtet sie von ihren Erfahrungen. Hier ihr neuster Bericht.

Ein Bild hat sie auch mitgeschickt: Gut schaut sie aus!

[Foto Frenske Otzen]






Freitag, 11. April 2008 – der Durchbruch ist geglueckt!

Heute habe ich einen Traum-Kontrakt unterschrieben! In den naechsten 6 Wochen werde ich mehr verdienen als im kompletten Jahr 2007! Es ist sooo grossartig, so wunderbar, dass ich kaum Worte dafuer finde!

Auf den Knien liegend habe ich Gott dafuer gedankt! Er hat wirklich Groesseres mit mir vor!

Was ist passiert zwischen meinem letzten Bericht im September 2007 und heute? Was hat die Wende herbeigefuehrt?

Es war die Entscheidung, mich zu oeffnen - und die Aktivitaeten, die ich anschliessend unternahm!

Ein grosses DANKE SCHOEN gebuehrt meiner Mentorin! Sie stellte mir in einer der Sitzungen die Frage, ob ich mir bewusst sei, dass ich meine Kunden verwirre!

Verwirrung auf meiner Seite!!!! Was soll das jetzt????

“Du kommst sehr kompetent und selbstbewusst daher. Jeder potentielle Kunde merkt gleich, dass Du weisst von was Du sprichst. Doch wenn Du Deinen Stundensatz sagst, fragt sich automatisch jeder gleich, was falsch sei mit Dir! Dein Stundensatz mit 300 Rand per Stunde ist viel zu niedrig angesetzt! Das Motto: ‘was nichts kostet ist nichts wert’ kommt hier ganz klar zum Ausdruck.”

Ooops!

“Aber ich kann doch nicht 1000 Rand per Stunde verlangen! Dann akzeptiert doch niemand meine Angebote!”

“Sag, dass Dein Stundensatz bei 1000 Rand/Stunde liegt und raeume einen ‘small business discount’ ein. Jeder potentielle Kunde spuert damit, dass Du Dich und deine Arbeit hoch einschaetzt. Das weiss er zu honorieren und Du bekommst den Job.”

Wie Recht sie hatte!

Zwei Tage nach diesem Gespraech wandte ich diese Taktik mit Erfolg an! Ich sah foermlich, dass mich meine Kunden ploetzlich ganz anders wahrnahmen und ich bekam den Kontrakt! Zwar blieb ich bei den im Angebot angegebenen 300 Rand/Stunde, doch dieser Stundensatz hatte ploetzlich einen anderen Wert bekommen!

Das war im Januar diesen Jahres! Seitdem glaube ich fest daran, dass

“2008 mein Namensschild angehaengt hat!”

Dieser Auftrag brachte mich ‘zurueck zu meinen Wurzeln’ – zu meiner Kantinen-Erfahrung. Meine Kunden waren dabei, ein “Sports Café” auf einem Universitaetsgelande zu eroeffnen. “Sports Café” bedeutete: 2 Raeume mit je 120 Sitzplaetzen; ein Gartenbereich mit 80 Plaetzen und sechs Selbstbedienungs-Grill-Bereichen; ein VIP-Room mit 40 Plaetzen und ein Sportstadium mit 5000 Plaetzen!

Da war ich so richtig in meinem Element! Von der Menuplanung (diese bestimmt die Art der Kuechen-Maschinen und Gerate), ueber Kuechenplanung und Konzepterstellung – dort konnte ich all meine Ideen spielen lassen! Durch praezise Planung sparte ich meinem Kunden mehr Geld ein, als mein Honorar darstellte!

Doch dieses Projekt lief nur bis Ende Maerz. Es war zwar relativ kurz, doch es trug wesentlich dazu bei, mein Vertrauen in meine eigenen Faehigkeiten wieder aufzubauen.

Mit dem wiedergewonnenen Selbstbewusstsein war es dann relativ einfach, Kunden zu werben. Anrufen – den Entscheidungstraeger finden - durch die Barriere des 'schon-wieder-jemand-der-etwas-verkaufen-will’ brechen – eine Einladung zum Kennenlerngespraech erhalten – den richtigen Preis nennen --- and I got the job!

Mein neuer Kunde ist eine Catering Firma, die drei Coffee Shops in einem der groessten Versicherungs-Unternehmen des Landes betreibt. Desweiteren bewirtschaften sie die Personalkantinen von KPMG - international bekannte Wirtschaftspruefungsgesellschaft; und Alan Gray – Investmentfirma mit exklusivem Ruf! Bei Alan Gray liegen Plaene vor, eine neue Kueche zu bauen. Again – my line of business!!!!!!! Diesmal faellt auch die Erstellung der Menus fuer 500 Angestellte in meinen Bereich – nichts leichter als das! War das doch Teil meiner Routine fuer 11 Jahre in Muenchen!

Die Eigentuemer und ich verstanden uns auf Anhieb! Es ist, als ob wir uns schon ewig kennen wuerden! Wir vertreten die gleichen Ideen und Prinzipien – eine wunderbare Harmonie! Das Alan-Gray-Projekt muss Ende Mai fertiggestellt sein. Ueber diesen Zeitraum laueft auch mein Kontrakt. Doch man bat mich bereits, von Juni an die Coffee Shops, die KPMG-Kantine und eine Food Factory “unter die Lupe zu nehmen”!

Es ist ein Traum! Alles fuegt sich wunderbar zusammen!

Die im September letzten Jahres angestrebte Zusammenarbeit mit dem Franchise-Unternehmen scheiterte an Ambitionen des regionalen Managers. Er sah mich damals mehr als eine Bedrohung fuer seine eigenen Plaene denn als Bereicherung fuer das Geschaeft an. Das ist nun “Schnee von gestern”!

Die Ebene des Verstaendnisses mit meinen neuen Kunden wird mich mit Sicherheit sehr viel weiter bringen als ich jemals bei dem Franchise-Unternehmen gekommen waere! Offenheit, Verstaendnis fuer einander und Interesse an gegenseitigem Wachstum stehen nicht sehr weit oben auf der Prioritaeten-Liste der Franchise-Kette.

Ich bin einen sehr, sehr weiten Weg gegangen! Doch es hat sich gelohnt, durchzuhalten! Und es ist wunderbar, mein eigenes Wachstum zu sehen.

Ohne den Schritt, Altbekanntes hinter mir zu lassen und ein neues Leben in einem unbekannten Land zu beginnen, dessen Sprache ich kaum beherrschte, waere ich heute nicht dort, wo ich bin.

Es fuehlt sich gut an!

Somerset West
11. April 2008

Lisa Balz Zur Webseite von Lisa Balz

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Montag, 24 September, 2007

Wendepunkt - Neues aus Südafrika

Lisa Balz, die mutige Münchnerin, die seit einigen Jahren in Südafrika lebt und arbeitet, hat mir und damit auch Ihnen einen neuen Bericht geschrieben. [Die anderen Berichte finden Sie unter "Südafrika-Bericht".] Ich freue mich sehr darüber. Mir fällt zu dem Bericht das Zitat von Karl Barth ein "Nicht aussteigen im Sturm, sondern weiterrudern!" Das Lisa Balz dies schafft, hat die starke Frau wieder einmal bewiesen! Hut ab! Winkewinke in den Süden unserer wunderschönen Erdkugel und weiterhin viel Freude und vor allen Dingen Erfolg auf dem Weg der Selbstständigkeit, liebe Lisa! Danke für den Beitrag! Anja Kolberg


Somerset West, 23. September 2007


Kurz nach der Veroeffentlichung meines letzten Berichts hier auf der Webseite wurde ich zu einem - zunaechst - vielversprechenden Geschaeftsbesuch nach Deutschland “eingeflogen”! Eine in Deutschland ansaessige Firma, die Grosskuechen plant, baut und einrichtet, wollte nach Suedafrika expandieren. Nachdem die Firmeninhaber sich bei einm Besuch hier in Kapstadt von meinen organisatorischen Faehigkeiten ueberzeugt hatten und auch der zwischenmenschliche Kontakt stimmte, wurde ich nach Deutschland eingeladen. Im gesamten Bundesgebiet – von Hamburg bis Muenchen – konnte ich mich in verschiedenen Objekten umsehen und von der ausserordentlich guten Qualitaet der Produkte ueberzeugen. Dieses Geschaeft in Suedafrika aufzubauen war genau nach meinem Sinn. Eine grosse Herausforderung – doch davor hatte ich mich ja noch nie bange gemacht! Doch trotz mehrfacher muendlicher Zusagen kam dieses Geschaeft nicht zustande. Der mir gegebene Grund war sooo offensichtlich nicht der wahre. Ich ahnte zwar den wahren Grund – doch was soll’s!


Einen Tag vor dem engueltigen NEIN nahm ich die Gedanken ueber das Suedafrika-Projekt mit auf meine morgendliche Joggingrunde. Ploetzlich ging mir durch den Kopf, dass ich auf diese Firma zum Aufbau meines Geschaeftes nicht angewiesen war! Ob die Firma mich angestellt haette oder nicht – ich haette die gesamte Arbeit in Suedafrika sowieso selber machen muessen! Wenn ich sowieso alles allein machen muss, warum muss ich dann als Angestellte arbeiten?! “Hey Jungs – ich brauche euch gar nicht!” Dieser Gedanke war so aufregend fuer mich, dass ich nicht auf den Weg achtete, und mich verlief! Mit einem tiefen Lachen erweiterte ich halt meine Joggingrunde. Diese Einstellung gab mir soviel Kraft, dass ich die ablehnende e-mail aus Deutschland gelassen lesen konnte.


Fuer mich war diese ganze Aktion ein reiner Gewinn: An den Geschaeftsbesuch hatte ich noch ein paar Tage Urlaub gehaengt um meine Familie und Freunde zu sehen. Das war ein unerwartetes Geschenk fuer mich!


Kurz nachdem ich wieder daheim in Suedafrika war, hatte ich die Eingebung zu einem landesweit auszubauenden Selbstversorgungskonzept, basierend auf der Idee, Frauen zu selbstaendigen Kleinunternehmern auszubilden. Diese Idee unterbreitete ich sogar der Buergermeisterin von Kapstadt, Helen Zille, die mir dafuer ihre Unterstuetzung zusagte! Dieses Projekt nahm mich so gefangen, ich investierte soviel Zeit, dass ich mein eigentliches Geschaeft vernachlaessigte und keine neuen Kunden warb. Fatal, fatal! Zugunsten meines Ueberlebens legte ich dieses Projekt zunaechst auf Eis.


Mehrere kleine Auftraege hielten mich finanziell noch nicht einmal “ueber Wasser”. Einen vielversprechenden grossen Auftrag musste ich leider nach 2 Wochen abbrechen, weil der Besitzer des Restaurantes sich schlichtweg weigerte, meine Rechnungen zu zahlen. Nach etlichen Telefonaten und Besuchen in seinem ausserordentlich stilvoll eingerichteten Restaurant und einer subtilen aber ueberaus wirksamen Drohung bekam ich dann endlich mein Geld. Dieses ganze Theater muss ich nicht unbedingt haben! Es war schon nervenaufreibend!


Wie im richtigen Leben taten sich auch noch andere Schwierigkeiten vor mir auf. Wie immer dachte ich, dass ich alles mit mir allein ausmachen muesste. Die Frage nach meinem Befinden beantwortete ich in der letzten Zeit sehr diplomatisch: “Mir geht es gut – die Umstaende koennten halt besser sein.” Doch mir ging es nicht gut!


Zwei mittlere Projekte, an denen ich arbeitete, wurden aufgeschoben. Der Grund: beide Firmen haben cash-flow Probleme. Fuer mich heisst die Formel: keine Arbeit = kein Einkommen. Das traf mich hart! Mein Geld ging zur Neige, meine Kreditkarte war bis zum Limit ueberzogen, ich konnte die dringend notwendige Autoreparatur nicht bezahlen, sass auf einem Haufen unbezahlter Rechnungen, bekomme hier keine Kredite, da ich weder Suedafrikanerin bin noch Eigentum besitze.


Um das Dilemma vollstaendig zu machen, schwimme ich gerade durch die Hitzewellen der Menopause…………..


Das alles zusammen fuehrte vor 6 Wochen zu einem totalen Zusammenbruch, der mich allerdings wachruettelte!


Ich gestand mir den wirklichen Beweggrund hinter der Behauptung ein, dass ich Familie und Freunde nicht mit schlechten Nachrichten ueber mein Wohlergehen beunruhigen wollte ----- ich wollte nicht bemitleided werden und wollte nicht als Verliererin dastehen. Das haette meinem Selbstwertgefuehl geschadet!


Meine erste – und vielleicht wichtigste - Entscheidung war, mich zu oeffnen und um Hilfe zu bitten. Freunden und Familie gegenueber nicht mehr vorzugeben, dass es mir gut geht. Ganz klar zu sagen: “Mir geht es schlecht! Kannst Du mir vielleicht Geld leihen, damit ich meine Miete zahlen kann?” Ich bot und biete meine Hilfe immer sehr grosszuegig an. Doch um Hilfe zu fragen………. das stand fuer mich auf einem voellig anderen Stern! Jetzt nicht mehr! Ploetzlich entdeckte ich den wahren Sinn des Wortes “Freundschaft”, den “Empfangsteil” der Freundschaft!


Ein warmes Gefuehl.


Die zweite Entscheidung bezog sich auf meine Selbstaendigkeit. Seit einigen Wochen verdichtete sich die Gewissheit in mir, dass ich irgendetwas in meinem Business nicht richtig machte. Sonst waere ich besser dran als ich bin! So entschloss ich mich, mir einen Business-Mentor zu suchen. Ich weiss einfach, dass ich in meinem beruflichen Bereich, in meinem Handwerk, excellent, brilliant bin, doch ich brauche jemanden, der sich die geschaeftliche Seite ansieht: Werbung, Kundenaquise, Kundengespraeche, das Festsetzen von Honoraren, etc.


Gerade wenn es um das Aushandeln von Honoraren geht, stolpere ich immer wieder ueber die letzten Reste meines tief verwurzelten Minderwertigkeits-komplexes. Im Kopf weiss ich schon lange, dass dieser Komplex lange ueberholt sein sollte. Doch anscheinend ist da ein Knoten zwischen meinem Kopf und dem Bauch. Solange dieser Knoten nicht geloest ist, werde ich nicht erfolgreich sein, werde ich mir selber immer wieder im Wege stehen. Ausserdem hatte die Erfolglosigkeit gewaltig an meinem Selbstbewusstsein geknabbert…………..


Zwei Tage nachdem ich diese Entscheidung getroffen hatte, bekam ich die Einladung zu einem Mentorship-Kurs, den die Industrie- und Handelskammer anbot! Dieser Kurs brachte so manches AHA-Erlebnis! Die Essenz daraus: die Basis fuer meine Selbstaendigkeit – dazu noch in einem fremden Land - war mehr auf Gottvertrauen denn auf Planung gegruendet!


Zum gleichen Zeitpunkt bekam ich den Auftrag fuer eine Traum-Beratungstaetigkeit! Jemand bat mich, sein soeben erworbenes Restaurant, das vom Vergaenger ziemlich heruntergewirtschaftet war, auf Vordermann zu bringen. Ein Job nach meinem Herzen! Systeme aller Art einzufuehren und vor allem das Personal zu trainieren. Es ist wunderbar fuer mich zu sehen, wie schnell das Personal meine Ideeen aufgreift und annimmt! Zu sehen, wie Menschen aufbluehen, denen vorher kaum jemand Beachtung geschenkt hat!


Diese Taetigkeit hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Das Restaurant ist Teil einer Franchise-Kette, die nicht nur ca 70 mal in Suedafrika zu finden ist sondern bereits auch in Australien und in China!
Watch this Space!

Zum Abschluss moechte ich noch einmal auf eine fruehere Bemerkung zurueckkommen – dass ich nicht als Verliererin angesehen werden wollte. In der vergangenen Woche zeigte mir eine Lady mein Verhalten in einem anderen Licht. Der Schritt in die Selbstaendigkeit, besonders nach den langen Jahren im Angestelltenverhaeltnis, sei zu vergleichen mit dem Erlernen des Radfahrens: man probiert es aus, faellt hin, steht auf; probiert es, faellt hin, steht auf und probiert so lange, bis das Rad momentum gewinnt und man den Weg entlangfaehrt! Zunaechst natuerlich in Schlangenlinie doch dann immer selbstbewusster geradeaus.


In den letzten Jahren sei ich mehrmals “hingefallen”, doch ich sei immer wieder aufgestanden. Das sei ja nun wahrlich keine Verlierereigenschaft!

Jetzt hat “mein Rad momentum aufgenommen” und ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Es scheint hell und klar!


Es ist wunderbar fuer mich, meine persoenliche Veraenderung zu beobachten. Der Durchbruch kam in dem Moment, als ich bereit war, um Hilfe zu bitten. Als ich mir zugestand, dass ich nicht immer alles allein bewaeltigen muss. Als ich bereit war mich zu oeffnen.


Das Gottvertrauen nimmt weiterhin einen wichtigen Platz ein. Ich weiss einfach, dass Gott groesseres mit mir vor hat. Mit einem Laecheln sage ich, dass ich es ihm mit besserer Planung und Aktionen von meiner Seite etwas leichter mache.

Es ist Fruehlingsanfang in Suedafrika und ich komme mir vor wie eine Raupe, die ihren beengenden Pelz abwirft und sich zu einem wunderschoenen Schmetterling entfaltet!

Alles, alles Liebe aus dem sonnigen, kalten Sueden

Lisa

© Foto von Lisa Balz: Frenske Otzen
Die Webseite von Lisa Balz

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Mittwoch, 22 November, 2006

News aus Südafrika: Ein lehrreiches Jahr

Lisa Balz hat uns einiges zu erzählen:

19.11.2006

Ein lehrreiches Jahr
Transformation

Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass bereits mehr als ein Jahr vergangen ist, seit ich meinen letzten Bericht veroeffentlichte. Wie heist es so schoen in Englisch: “Time flies.” Der letzte Bericht war das Interview, das Anja Kolberg damals mit mir in Muenchen gefuehrt hat. Seitdem hat sich vieles getan in meinem Leben; vor allem im persoenlichen Bereich. ---- Doch eines nach dem anderen!

Als ich im November letzten Jahres aus Deutschland zurueckkehrte, stellte ich zunaechst den Coffee Shop fertig. Vier Wochen lang agierte ich dort nach der Eroeffnung als Manageress. Diese Zeit machte mir wieder einmal klar, dass es viel zu langweilig fuer mich ist, einen Coffee Shop order ein Restaurant zu fuehren! Es fuehrt zu einer taeglichen Routine, die meiner Kreativitaet abtraeglich ist! Ich brauche einfach andere Kanaele fuer meine Energie!

Trotz vielfacher Bemuehungen bekam ich keinen einzigen Job – weder im Dezember noch im Januar und Februar und Maerz! Dabei neigten sich meine Geldreserven dem Ende zu! Ich glaube, dass ich nicht weiter beschreiben muss, welche Gedanken mich verfolgten! Was mache ich, wenn der Kuehlschrank leer bleibt? Was mache ich, wenn ich die Miete nicht mehr zahlen kann? Was mache ich, wenn……………….Wie gehe ich mit der Angst um, die mich aufzufressen droht?

Meine beste Therapie in dieser Zeit waren lange Strandspaziergaenge. Warm angezogen gegen den stuermischen Wind zu laufen hilft mir jedesmal, meinen Kopf zu klaeren. Die ersten Sonnenstrahlen liessen mich auch bald meine Schuhe ausziehen und den Sand unter den Fuss-Sohlen spueren. Da dachte ich auf einmal: “Gott, Du hast mich nicht nach Suedafrika gefuehrt, dass ich jetzt und hier aufgebe!” Ich tat einige Schritte in’s Wasser und stellte mir vor, dass die Angst aus meinem Koerper herausfloss und vom Ozean fortgetragen wurde!

Wirklich kraftvoll!!!

Nach langen, langen Kaempfen mit mir selber tat ich dann das, was ich mit Haenden und Fuessen ablehnte --- ich nahm wieder einen regelmaessigen Job an! Einen Halbtags-Job fuer drei Monate als Rezeptionistin, Einkaeuferin, Koechin, Kellnerin - eben als “Maedchen fuer Alles” in einem Vier-Sterne-Gaestehaus. Meine Ueberlegung dazu war, dass mir dieser Job die Basis des taeglichen Lebens sichern wuerde. Den verbleibenden halben Tag wuerde ich dann dazu nutzen, mein eigentliches Geschaeft aufzubauen.

Mit der Entscheidung, den inneren Widerstand sausen zu lassen, flossen mir auch andere Job’s zu! Auf einmal musste ich meine Tage sehr sorgfaeltig planen, um alles getan zu bekommen! Das war jedoch genau das, was ich wollte!!!! Unterwegs sein, kreativ sein, zufriedene Kunden zu sehen!

Fuer ein Restaurant schrieb ich penible Job Descriptions fuer jede einzelne Position. Fuer das Kuechenpersonal liest sich das dann z. B.: wie man eine Tomate schneidet fuer gegrillte Tomaten: “Schneide die Kappe mit dem Stielansatz ½ cm dick ab. Halbiere die Tomate horizontally, fuege die Haelften wieder zusammen und lege sie mit der Schnittflaeche nach unten auf ein 1/1 Blech.”
Fuer den Barmann z. B. eine detaillierte Zubereitung eines Cappuccinos oder das genaue opening and closing procedure der Bar. Fuer die Kellner z. B. den genauen Ablauf wie eine Rechnng produziert und praesentiert wird. Fuer Manager z. B. welche Aufgaben fuer welches Personal er zu ueberwachen hat und wann.
Diese detaillierten Aufgabenbeschreibungen werden jedem zukuenftigen Angestellten ausgehaendigt zum Studium. Nachdem der Angestellte dann zu erkennen gibt, dass er sich den geforderten Aufgaben gewachsen fuehlt, liest er die ganze “Aufgaben-Bibel” laut vor, wobei jede seiner Fragen im Detail beantwortet wird. Gibt es Sprachprobleme, wird ein Dolmetscher hinzugezogen. Dieses Gespraech wird auf Band aufgezeichnet – unter Einverstaendnis des Interviewten! Die detaillierte Aufgabenbeschreibung ist Teil des Arbeitsvertrages. Kommt es in der Zukunft zu Unklarheiten: “Das hast Du mir nie gesagt!” oder “Das habe ich aber sooo nicht verstanden!” – wird in der Aufgabenbeschreibung nachgesehen bzw das Band abgespielt.
Diese Arbeit ist sehr zeitaufwendig und kostet den Restaurateur damit zunaechst einmal Geld. Auf lange Sicht gesehen ist dieses Geld – einmal investiert – sehr gut angelegt, denn es vermeidet lange, teure Prozesse vor dem Arbeitsgericht!

Der nachfolgende Job machte mir sehr viel Spass! Ich wurde gefragt, den Herstellungsbereich einer Fruehlingsrollen- und Samoosa- produzierende Firma zu begutachten bezueglich Effizienz im Produktionsbereich, Qualitaetskontrolle und Hygiene. Bis dato hatte ich ja keine Ahnung, welch Aufwand sich hinter handgemachten Fruehlingsrollen und Samoosas verbirgt. Das lernte ich jedoch schnell. Fand auch ziemlich schnell heraus, wie man z. B. mit einfachen Mitteln mehr Platz im Produktionsbereich schaffen oder Ablaeufe vereinfachen konnte. An diesem Projekt arbeitete ich im April, zum Ausgang unseres Winters hier. Trotz rot gefrorener Nase und kalter Fuesse an manchem Tag machte es Spass, mich in eine neue Materie einzuarbeiten und zu sehen, dass 80% meiner Vorschlaege umgesetzt wurden.

Die naechste Aufgabe war, die Kosten fuer zerbrochenes Glas und Geschirr in einer Sushi Bar zu senken. Obwohl das Personal trainiert und immer wieder auf Sorgfalt beim Umgang mit dem besonderen Geschirr und Glas hingewiesen wurde, war die Porzellanrechnung am Ende eines Monats jedesmal erschreckend hoch. Es gab fuer das Personal weder einen Anreiz noch eine “Strafe” – warum sollten sie sich vorsehen? Ich fotografierte jedes einzelne Stueck Porzellan und Glas. Bearbeitete die Bilder am PC und fuegte Bezeichnung und Preis in jedes Bild ein, z. B.: Salad-Schale 58 Rand, Cocktail Glas 18 Rand. Diese Bilder wurden anschliessend auf 3 DIN-A-2- Boegen kopiert, die Boegen laminiert und and die Kuechenwand geklebt. Zerbricht jetzt jemand ein Teil aus Unachtsamkeit, muss er den angegebenen Wert zahlen. Dieses Geld wird am Ende jeden Monats einem wohltaetigen Verein gespendet. Nachdem die Bilder an der Wand hingen, ging der Bruch drastisch zurueck!

Fuer meinen Erlebnisbericht aus Suedafrika mag diese detaillierte Beschreibung ja sicherlich manchem als nicht ganz passend erscheinen. Ich wuensche mir jedoch, dass meine Arbeit Anregung fuer viele sein mag, wie man Aerger und Stress im Verpflegungsbereich reduzieren kann!

Mehrere andere kleine Jobs hielten mich “gut ueber Wasser”, aber mehr auch nicht!

Was mache ich nicht richtig? Warum habe ich nach fast zwei Jahren nicht mehr Auftraege? Ich bin inzwischen Mitglied der Industrie- und Handelskammer in Kapstadt, bin aktiv in zwei verschiedenen Netzwerk Gruppen – ich sitze nicht nur zuhause und warte auf Auftraege! Dieser draengenden Frage bin ich ziemlich lange ausgewichen! Warum? Ich haette mir gegenueber ja Fehler eingestehen muessen……………und Fehler einzugestehn ist fuer einen “harten Westfalen-Schaedel” nicht einfach!

Letzendlich stellte ich mich jedoch der Frage und wusste auch schnell die Antwort: Ich hatte nie gelernt, meinen Service richtig zu verkaufen! 30 Jahre im Angeselltenverhaeltnis hatten mich auf diese Situation nicht vorbereitet! Mit einem Grinsen muss ich eingestehn, dass ich mich ausserdem hinter meinem Gottvertrauen versteckt habe. Ich hatte gedacht, dass mir die Auftraege nur so zufliegen wuerden ohne grosse Anstrengungen meinerseits. Weit gefehlt!

Wieder einmal zu der fuer mich richtigen Zeit wurd mir die Loesung vom Universum praesentiert: Ich traf eine Lady, die Verkaufsseminare anbietet! Nach einigen wenigen Unterrichtsstunden bei ihr zeigen sich bereits die ersten Erfolge! Welch ein Unterschied, im Gespraech mit Kunden die “killer sales question” zu kennen! Jedem/r der/die sich aus einem Angestelltenvehaeltnis heraus selbstaendig macht rate ich ganz dringend, sich darueber klar zu werden, dass das beste Produkt, der beste Service, ect, nichts einbringt, wenn nicht verkauft wird – und zwar knallhart und von Anfang an!

Die zweite Sache, die ich mir eingestehen musste war, dass ich bei der Planung meines Budgets viel zuwenig Geld fuer Marketing eingeplant und absolute keine Marketing-Strategie hatte. Hier gilt unbedingt dasselbe Prinzip: Wie soll die Welt wissen dass jemand existiert, wenn kein Marketing betrieben oder keine Strategie angewandt wird!

Mit einem weiteren Grinsen muss ich eingestehen, dass es ziemliecher Haerte bedurfte um all diese Erkenntnisse in den “ollen Westfalenkopp” einzuhaemmern. Sanfte Hinweise haette ich wahrscheinlich noch nicht einmal wahrgenommen………….

Im Januar 2007 werden es bereits 5 Jahre, dass ich meine Vision hatte. Zu meiner Abschiedsfeier verschickte ich Einladungen mit dem Motto:

“Man muss weggehen um ankommen zu koennen”

In den Jahren hier in Suedafrika hab ich unzaehligen Menschen von meiner Vision erzaehlt. Und jedesmal – wirklich jedesmal! –fuehlte und fuehle ich das gleiche Erstaunen darueber, das ich dieses Wunder erleben darf! Der Abschlusssatz war bisher immer der Gleiche: “ Bis jetzt weiss ich nicht, warum ich nach Suedafrika musste. Doch wenn der Mann, der Job oder die Gelegenheit vor mir stehen, werde ich es wissen.”

Vor wenigen Wochen wurde mir ploetzlich klar – bei einem Strandspaziergang! - warum ich Deutschland verlassen und an’s andere Ende der Welt gehen musste ---

ICH BIN BEI MIR ANGEKOMMEN

Alles Liebe
Lisa

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Freitag, 27 Oktober, 2006

Das Business läuft!

Heute erreichte mich diese Mail aus Südafrika:


Liebe Feunde,

ein weiterer Schritt zu erfolgreichem Business ist getan:

www.lisabalz.com

meine EIGENE WEBSITE!

Gruesse von einer stolzen

Elisabeth


Herzlichen Glückwunsch!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Mittwoch, 08 März, 2006

Unternehmerinnen-Treffen

Im Oktober 2005 traf ich Lisa Balz und meine liebe Kollegin Ulrike Bergmann in München.

Bei einem Frühstück überzeugte uns die Wahl-Südafrikanerin mit ihrer Geschäftsidee: Lisa Balz unterstützt vorwiegend deutschsprachige Restaurant-, Hotel- und Cafebesitzer in Südafrika bei der Planung und Umgestaltung des Service- und Küchenbereiches, vertritt die Inhaber in Abwesenheitszeiten und schult das Servicepersonal. Und sie sprüht vor Energie.

Wenn Sie ihren Service in Anspruch nehmen möchten, hier die Mailadresse.

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht

Leben und arbeiten in Südafrika - Lisa Balz berichtet

Eine Münchnerin ändert ihr Leben mit 50 - Bericht einer Klientin von ihrem Weg

Anfang 2001 konsultierte mich Elisabeth Balz. Während der Einzelberatung entstanden mehrere Ideen für ihre Zukunft. Sie entschloss sich zur Kündigung ihrer Stelle und nahm eine Auszeit in Südafrika. Auf der Münchener Bücherschau 2001 berichtete sie anlässlich der Buchvorstellung von "Ab 40 reif für den Traumjob" von ihren Erfahrungen. Schon wenige Wochen während ihrer Auszeit in Südafrika wusste die Münchnerin, dass sie nirgendwo anders mehr leben wollte als dort. Sie verwirklichte ihren Traum vom Leben in Südafrika. Seit dem schreibt sie hier von ihrem Weg.

Nach unterschiedlichen Jobs hat die "Lucky Lady" - wie sie sich selbst nennt - ihren Traumjob gefunden. Sie schrieb mir: "Vielleicht springt ja etwas von meinem Glück auf andere Frauen über! Ich habe soviel davon, dass ich gerne etwas abgeben kann.

" Eine wundervolle Geschichte voller "Zufälle" im Leben einer Frau, die aufgebrochen ist, ihre Träume mit allen Konsequenzen zu leben. Und das macht wohl glücklich! :o)


Abgeschickt von Anja Kolberg am 02. Mai 2002
Ort: Deutschland, Köln

Liebe LeserInnen, eine meiner Kundinnen, Elisabeth, ist derzeit für ein halbes Jahr in Südafrika. Dort nimmt sie sich eine Auszeit, will dort arbeiten und leben. Sie berichtet Ihnen sporadisch über ihre Erfahrungen. Schreibt, was sie erlebt. Viel Freude beim Reinschnuppern.

Anja Kolberg


Abgeschickt von Elisabeth Balz am 07. Mai 2002
Ort: Suedafrika, Kapstadt

Ja, ich habe mir eine Auszeit gegoennt!

Nach einer schrecklichen Mobbing-Zeit, die mich an den Rand des Selbstmordes getrieben hat, habe ich mein Leben buchstaeblich auf den Kopf gestellt.

Im Nachhinein gesehen, war diese Mobbing-Zeit für mich “notwendig”, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit viel, viel Glueck habe ich aus dieser Geschichte herausgefunden. Danach durfte ich eine regelrechte Metamorphose durchlaufen! Das hieß für mich: Besinnen auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben! Der erste und wichtigste Schritt: Kuemmern um mich selbst!

Vom ersten Tag meiner Entscheidung an, mein Leben auf den Kopf zu stellen, bin ich jeden morgen zwischen 3 und 5 km gejoggt. Dafuer bin ich auch statt um 06:45 um 05:50 aufgestanden. Bis zu diesem Tag hat mich niemand für das Laufen begeistern koennen!

Dann war meine Seele dran: Was nuetzt mir die “sicherste” Arbeit, wenn sie mich krank macht! Mit Unterstuetzung von Anja Kolberg habe ich versucht, meinen Weg zu finden. Vier Tage nach unseren Gespraechen hatte ich dann die Vision, nach Kapstadt zu muessen.

Bin in der Frueh aufgewacht, habe die Augen aufgeschlagen und gewusst: Kapstadt!!

Dieser Vision war ich sooo sicher, dass ich nach etlichen Vorbereitungen ca. 1 Jahr spaeter meine Arbeitsstelle gekuendigt habe und zwei Tage nach meinem 49. Geburtstag Afrikas Erde betreten habe! Auf dem Flugfeld in Kapstadt habe ich erstmal einen Luftsprung gemacht!

Seit nunmehr 9 Wochen lasse ich mich buchstaeblich durch Zeit und Raum gleiten! Es ist ein Stueck ungeahnter Freiheit! Manchmal hindert mich nur die Schwerkraft am Entschweben!!

Ich reise mit winzigem Budget per Bus und uebernachte in “Backpackers” aehnlich einer Jugendherberge. Die letzten 5 Wochen war ich auf der Gardenroute von Kapstadt nach Port Elizabeth und retour unterwegs. Die touristischen Attraktionen habe ich kaum genutzt, doch viele, viele wunderbare Begegnungen gehabt und begeisternde Erlebnisse mit den Menschen hier gemacht.

Seit einigen Tagen bin ich wieder in Kapstadt. Jetzt beginnt der naechste Teil meines suedafrikanischen Abenteuers: die Jobsuche. Ich stelle keine großen Ansprueche, will nur arbeiten für “bed and breakfast” und ein kleines Taschengeld.

Es ist erstaunlich für mich, mit wie wenig ich auskomme, nachdem ich dem gesamten Konsumdenken ADÉ gesagt habe!


Mein erster Job in Südafrika

Abgeschickt von Elisabeth Balz am 26. Mai 2002
Ort: Suedafrika, Paarl

Seit 1 Woche arbeite ich mal wieder. Nach 10 Wochen Nichtstun ist mir dieser Einstieg in die Arbeit erstaunlich leicht gefallen! Wie findet man in einem fremden Land, dessen Sprache man dazu auch noch nicht 100% beherrscht, einen Job? Ich habe diesen Job auch nicht gefunden - er ist mir zugeflogen.

Hier die Geschichte dazu:

Vor ca. 6 Wochen war ich für 2 Tage in Plettenberg Bay. Bei einem ausgedehnten Stadtrundgang entdeckte ich in der Stadt in einer schmalen, engen Gasse hinter einem Gebaeudekomplex eine kleine Kueche, in der afrikanisches Essen angeboten wurde.

Leider war dieses kleine Lokal am Abend geschlossen, es gab aber auch keinen Hinweis auf die Oeffnungszeiten.

Mein Plan: Nach der Erkundung eines anderen Teiles der Stadt einen langen Strandspaziergang zu machen und dann halt zu Mittag das afrikanische Essen zu probieren.

An diesem Tag hatten wir allerdings herrlichen Sonnenschein, sodass ich mich von einem Strandlokal ueber den Duenen eher angezogen fuehlte als von dem afrikanischen Restaurant in dieser engen Gasse.

Ich war mit dem Essen fertig und hatte auch bereits bezahlt. Da setzt sich ein elegant gekleidetes Paerchen zu mir an den Tisch – Deutsche!

Nach den üblichen Fragen bzgl Urlaub usw habe ich auch denen von meinem Traum berichtet. Als ich dem Mann dann auf seine entsprechende Frage von meinem Beruf erzaehlt habe, grinste er nur. Was war - er ist der Besitzer eines exquisiten Weingutes mit einem komfortablen, antik eingerichteten Gaestehaus in Paarl und hat mir gleich zwei Jobs angeboten!

Die jetzt beginnende Winterzeit bedeutet fuer die Tourismus- und damit auch die Hotelbranche „out of season“. Waehrend dieser Zeit haben die Saisonkraefte, der 1-Sterne-Koch, die Hausdame und die Rezeptionistin, ihre Arbeit hier aufgegeben und sind nach Deutschland zurueckgekehrt. Ab und an kommt halt doch noch mal ein Gast. In diesen Situationen koche ich dann halt fuer die Gaeste und organisiere und ueberwache die Zimmerreinigung.

Ausserdem koche ich taeglich fuer den Besitzer und mich zu Mittag und zu Abend. Ich achte auf ihn, damit er sein Mittagessen vor lauter Arbeit nicht vergisst. Fuer uns beide ist es auch sehr angenehm, uns gegenseitig Gesellschaft beim Essen zu leisten. Moechten die Gaeste abends gemuetlich am Kamin sitzen, uebe ich mich dann auch noch in „small talk“!

Um jedes der 10 Gaestezimmer mal aus der Gastperspektive zu betrachten, werde ich in jedem dieser exquisit eingerichteten Suiten einige Tage schlafen.

Wir haben vereinbart, dass wir nach vier Wochen entscheiden, ob und wenn ja wie wir weiter zusammenarbeiten koennen.

Als Gegenpart bekomme ich Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld. Mehr will ich ja auch gar nicht!

Zu den Relationen: Bisher habe ich im Schnitt in den Jugendherbergen 6 Euro fuer eine Uebernachtung gezahlt - hier zahlen die Gaeste 100 Euro pro Nacht!

Schaun wir mal, wie sich das alles weiterentwickelt!

P.S.: Wen es interessiert, wo das Schicksal mich hingefuehrt hat, hier die homepage-adresse: www.palmiet.co.za


Rückschau nach acht Wochen in Paarl
Abgeschickt von Elisabeth Balz am 20 Juli, 2002

Ort: Suedafrika, Paarl

Seit 8 Wochen bin ich nun hier in Paarl, ohne eigene Wohnung, mittlerweile mit Miet-Auto, keine Belastungen, z. Zt. auch kaum Ausgaben - voellig happy und ohne Sorgen! Sonst vermisse ich auch nichts. Weder Deutschland, noch meine alte Arbeit, noch meine Wohnung, noch nicht einmal meinen eigenen Heissluft-Ballon – rein gar nichts!

Um es vorweg zu sagen:
Dieser Ausstieg ist das Beste, was ich mir hab goennen koennen! So zufrieden und gluecklich war ich noch nie in meinem ganzen Leben. Das Beste daran ist, dass dieses Glueck nicht von anderen abhaengt, sondern allein aus mir selber kommt.

Nun zu meiner Situation auf diesem wunderschoenen Weingut:
Ich bin keine Angestellte im ueblichen Sinne. Meine Position musste und konnte ich mir z. T. selbst bestimmen, obwohl das gar nicht so einfach war!!

Auf der einen Seite: Ich koche mal wieder! Lebe so richtig auf, wenn ich aus dem, was der Kuehlschrank hergibt, ein Diner zaubern kann. Meine erste Mahlzeit habe ich mit Herzklopfen zubereitet, da mir Fred, der Besitzer, vorher von seinen Anspruechen bzgl. Essen erzaehlt hatte. Er hat hier waehrend der Saison manchmal 3-Sterne-Koeche beschaeftigt! Irgendwann habe ich mir dann allerdings nur gedacht, er weiss, dass ich keine Sterne-Koechin bin. Und – mein Essen schmeckt ihm! Nach dem Diner erledige ich dann aber auch den gesamten Abwasch.

Auf der anderen Seite: Waehrend der gaeste-armen Saison ist Fred auch froh, mich zur Gesellschaft hier zu haben. Ich sorge dafuer, dass er sein Mittagessen nicht vergisst, wir speisen zu Abend an einer huebsch gedeckten Tafel bei Rotwein und Kerzenlicht und nach dem Abwasch bediene ich die Gaeste, manchmal setze ich mich auch dazu. Sind dann mal keine Gaeste hier, koche ich fuer ihn und mich in der Gaestekueche, trage alles hinueber in sein Privathaus, in dem er dann bereits den Tisch gedeckt hat, mit Kerzen und gedimmtem Licht. Nach dem Essen wasche ich das Geschirr ab, er setzt sich an den PC und ich anschliessend mit einem Buch neben den Kamin - wie ein altes Ehepaar! Einfach amuesant!

An dieses switchen „zwischen den Welten“ musste ich mich erst gewoehnen! Aber – auch das ist ein Teil meines suedafrikanischen Abenteuers! Je sicherer ich mich hier fuehlte, umso leichter fiel mir dieses Hin und Her!

Meine Arbeit hier ist sehr vielseitig. Von der Kocherei ueber leichte Buerotaetigkeiten, ueber kleinere Reparaturen im Hausbereich bis hin zur Neuorganisation des Waeschebereiches und der Flickerei der wunderschoenen Bettwaesche mit Weissstickerei. Wie gut, dass ich in der Schule beim Knopflochstich so gut aufgepasst habe! Auserdem fuehre ich die beiden Rottweiler zum taeglichen Abendrundgang aus und uebe mich in “housesitting” wenn Fred mal nicht da ist. Diese nicht sehr allzu anspruchsvollen Arbeiten haben nur einen Haken – sie lassen meinen Kopf einrosten! Dagegen muss ich jetzt unbedingt was tun!

Alles in allem fuehle ich mich hier aber rundherum wohl. Das kommt auch daher, dass ich bei allem aussen vor stehe! Habe weder an dem Weingut noch an Fred als Mann Interesse und werde spaetestens zu Beginn der kommenden Saison hier wieder verschwunden sein.

Warum: Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass dieses nicht meine Welt ist!!!

Wenn man dieses Weingut zum ersten Mal sieht, ist man tief beeindruckt. Auch alle Gaestezimmer sind von erlesener Ausstattung. Wird der Tisch gedeckt, egal zu welcher Gelegenheit, wird er immer mit frischen Blueten oder Bluetenblaettern dekoriert. Abends stehen auch immer Kerzen auf dem Tisch, auch wenn Fred und ich allein essen.

Jeder Gast wird individuell betreut - und genau das ist der Punkt!

Selbst jetzt, wo nur wenige Gaeste im Hause sind, wird soviel Aufhebens darum gemacht, dass selbst ich kaum ein Privatleben habe! Egal, ob das Essen, das ich fuer uns zwei gekocht habe, auf dem Tisch steht - sobald ein Gast auftaucht kuemmert er sich sofort um diesen. So warte ich halt, bis er zurueckkommt, wenn er ueberhaupt zurueck kommt! (Koennen Sie sich vorstellen, wie eine Weisswurst aussieht, die eine Stunde im heissen Wasser gelegen hat?)

Ausserdem ist diese Klientel auch nicht meine Welt, not really! Die vorherrschenden Themen: Geld, teure Autos und Superklasse-Restaurant’s und Weingueter - und das allabendlich!

Eines Abends erzaehlte ein Gast, dass er beim letzten Boersen-Crash in New York an einem Tag 980 000 Dollar verloren habe! Daraufhin kamen von den beiden anderen Gaesten aehnliche Geschichten, verbunden mit den Sorgen darum. Ich sass den Herrschaften voellig locker und losgeloest gegenueber und habe nur gedacht: Das ist nicht meine Welt! Ich habe kein Geld und mache mir ueberhaupt keine Sorgen um meine Zukunft.

Das ist ein unglaublich tolles Freiheitsgefuehl!!

Ich war immer davon ueberzeugt, dass das Richtige schon zur passenden Zeit kommen wuerde! Habe neulich ein Zitat von Mark Twain gelesen: “All you need in this life is ignorance and confidence, and success is sure.” Danach lebe ich ja nun schon ein Jahr ganz hervorragend!!

Ich weiss auch schon geraume Zeit, dass ich meine Zelte hier unten fuer immer aufschlagen werde! Wo? Das wird sich finden! Ende September oder im Oktober, komme ich zurueck nach Deutschland, loese meinen Haushalt auf, verkaufe Auto und meinen Ballon – sogar den!! – und fliege in mein neues Leben zurueck!

Gerade heute habe ich von einem guten Freund ein Zitat von Mark Twain per mail geschickt bekommen. Um vielen Frauen Mut zu ungewohnlichen Schritten zu machen, hier das Zitat: “Trenne Dich nie von Deinen Illusionen! Wenn Sie verschwunden sind, wirst Du weiter existieren, aber aufgehoert haben zu leben!”


Zurück und heim nach Südafrika
Abgeschickt von Elisabeth Balz am 22. November 2002

Ort: Deutschland, München

Liebe LeserInnen,

ich gehe für nach immer nach Südafrika!

Nach 8 Wochen in diesem Lande wußte ich bereits, daß ich dort hingehöre, daß dort mein neuer Lebensmittelpunkt liegt!!! Als ich meinen Flug zurück nach München gebucht hatte, kam mir der Gedanke, daß ich jetzt lediglich zurückfliege. Daheim bin ich bereits in Afrika.

Heute, fünf Tage vor meinem Flug nach Kapstadt habe ich endlich Zeit, mich zum Schreiben hinzusetzen. Die letzten 6 Wochen waren schon anstrengend. Eine nicht zu unterschätzende Sache war die Entscheidung, was nehme ich mit, was lasse ich hier. Ich gehe zwar, jedoch nicht nur mit einem Koffer. Etwas von meiner vertrauten Umgebung wollte ich schon mitnehmen. Dinge, die mein Leben ausmachen. Dazu gehörten zwei kleine Zweisitzer, ein 200-Jahre alter Eichenschrank, mein Bett, Bücher, Fotoalben und ganz wenig an speziellem Geschirr und einige wenige persönliche Sachen. Es durfte nicht mehr sein, als in ein Zimmer geht. Eine komplette Wohnung brauche ich nämlich nicht mehr, ich werde mir mit einer anderen Frau in Kapstadt eine Wohnung teilen.

Das ist ein Ergebnis dessen, daß ich 7 Monate lang nur mit einem Rucksack durch Südafrika gezogen bin!

Beim Ausräumen der Schränke wurde mir bewußt, wieviel Geld ich im Laufe der Jahre für Blendwerk ausgegeben habe! Eine weitere wichtige Erkenntnis!

Die Sachen, die ich nicht mitnehmen wollte, verkaufte ich im Zuge einer Haushaltsauflösung. Einen ganzen Rollcontainer voller Kartons mit Bekleidung und Bettwäsche hab ich im Frauenhaus abgegeben. (Wann hab ich diese Sachen eigentlich alle genutzt????)

Mit jedem Teil, das aus meiner Wohnung verschwand; mit jedem Karton, den ich aus meinem Auto lud, fühlte ich Befreiung in mir, hatte ich weniger Ballast.

Mein Auto ist verkauft und auch mein Heißluftballon. Daß ich meinen Ballon verkaufen kann, ist für mich großartig! 20 Jahre bin ich Ballon gefahren, 9 Jahre war ich überaus stolze Besitzerin eines eigenen Heißluftballones, über Jahre hinweg hab ich mich über meinen Ballon definiert - und nun kann ich ihn verkaufen!!!!!! Verkauft, bzw. verschenken konnte ich auch die im Laufe dieser Jahre angesammelten Ballonutensilien - 5 große Umzugskartons voll!

Ich kann endlich LOSLASSEN!

Die letzten Tage bin ich auf "Abschiedstournee" im Freundeskreis. Das ist schön, aber auch anstrengend. Schauen wir mal, wie viel "alte" Freunde meinen 50ten Geburtstag am 1.3.2003 mit mir in Kapstadt feiern?!

Wenn ich am Mittwoch, 27.11.2002 in der Früh in Kapstadt lande, werd ich von Freunden abgeholt. Womit ich mein Geld verdiene? Das weiß ich bis heute noch nicht so recht. Über eines allerdings gibt es immer noch diese stille Gewißheit: Es kommt alles so wie ich es brauche!


Ein neuer Abschnitt beginnt
Abgeschickt von Elisabeth Balz am 30. Januar 2003

Ort: Suedafrika, Hout Bay

Seit gut 8 Wochen lebe ich mein neues Leben!

7 Wochen lang teilte ich mir eine Wohnung mit Jenny und Priscilla in Mouille Point, nahe der "Victoria & Alfred - Waterfront" in Kapstadt. Mein Raum war mit ca. 9 qm der kleinste. Die schmalen Oberlichter zeigten auch nur zum Treppenhaus, so daß ich in der Früh nur sehen konnte, ob es hell oder dunkel war!

Jeden Morgen, wenn ich das Haus zu meiner Joggingrunde verließ und mein erster Blick auf den Ozean fiel, freute ich mich, daß ich den Schritt in dieses neue Leben gewagt hatte - und das jeden Morgen neu!

Die Zeit bisher verging wie im Flug mit Nichtstun, Relaxen, Leute kennenlernen und dem Erkunden der näheren Umgebung. In den letzten Wochen fühlte ich meine alten Energien wieder erwachen. Ich brauche eine Betätigung! So stand ich denn vor einigen Tagen bereits um 6:00 in der Früh auf und bin zum Lions Head gewandert. Doch das konnte nicht die einzige Betätigung sein.

Jetzt ist mir eine zugeflogen, seit einer Woche arbeite ich wieder!

Da bei mir alles mit Geschichten verbunden ist, hier nun die dazugehörende:

Vor 3 Wochen nahm Jenny mich mit zu einem Jazz-Brunch. Dort lernte ich "den" Großhändler in Sachen Hotel- und Gaststättenausstattung in Kapstadt kennen, einen Deutschen. Da sich mein ganzes Berufsleben um Verpflegung und Essen gedreht hat, ging uns der Gesprächsstoff nicht aus. Seiner Einladung zu einer Weinprobe in seinem Geschäft folgten Priscilla und ich gerne. Beim Stöbern zwischen den Regalreihen bemerkte ich voller Erstaunen, daß es in Südafrika, wie in Deutschland, kaum etwas gibt, was es nicht gibt!

Während der Weinprobe am 14.01. nannte er uns verschiedene Restaurants in Kapstadt, Sea Point, Greenpoint und Umgebung, die von Deutschen, Schweizern oder Österreichern geführt werden, u.a. auch die "Alpenstuben" in Hout Bay, 30 km von Kapstadt.

Mitte Februar 2001 hatte Jürgen Fliege, der talkende Fernsehpfarrer, mich in seine Talkshaw eingeladen. Das Thema dieser Sendung lautete: "Ich habe mein Leben auf den Kopf gestellt." Die Sendung wurde im März 2001 ausgestrahlt, als ich bereits in Südafrika war.

7 Monate war mein Telefonanschluß dann stillgelegt, 6 Wochen lebte ich wieder in der Wohnung, aber zwei Minuten vor dem Herausziehen des Steckers klingelt das Telefon.

Es meldete sich ein Mann mit Namen, der mich bei "Fliege" gesehen hatte. Er war so begeistert von mir und meinem Plan, daß er mir die Telefonnummer eines guten Freundes von ihm in Kapstadt gab, Oliver. Bei dem sollte ich mich melden, wenn ich irgendwelche Unterstützung brauchte. Dieser fremde Mensch am anderen Ende der Leitung wollte sicher gehen, daß mir in Kapstadt keine Fehler unterlaufen! Mitte Dezember wählte ich also die angegebene Telefonnummer. Oliver war aber bis "über beide Ohren" in Arbeit versunken. Er versprach mir damals, sich im neuen Jahr zu melden.

Am diesem Dienstagmorgen, 14.01.!, bekam ich morgens einen Anruf von ihm. Er war mit Freunden zum "Sundowner" verabredet und lud mich ebenfalls dazu ein. Zu einem "Sundowner" auf einem Parkplatz unterhalb des Devils Peak, mit Blick über Kapstadt und des in der Sonne gleissenden Ozeans - da konnte ich gar nicht nein sagen!

Ein Picknick war auf der Kühlerhaube eines Autos aufgebaut, der Rotwein wohltemperiert und ich wurde mit Sekt empfangen! Wer hatte dieses Picknick gerichtet? Der Besitzer der "Alpenstube" in Hout Bay, ein Österreicher namens Manfred! Erst in den letzten Minuten vor dem Aufbruch, die Sonne war schon vor Stunden hinter dem Lions Head verschwunden, kam ich kurz mit ihm ins Gespräch. Meine Bemerkung, wenn er jemand wisse, der Personal suche, ich suchte einen Job, quittierte er gleich mit einem Jobangebot!! Bei der Besichtigung der "Alpenstube" am Samstag bot mir dann Siggi, Manfreds Frau, dazu noch die z. Zt. nicht benutzte, voll möblierte Ferienwohnung in deren Haus an!

Das war mal wieder eines der für mich unfaßbaren Dinge, für die ich allerdings ausgesprochen dankbar bin!!!!

Am 5. Februar kommen meine Möbel an. Aus meiner heutigen Sicht gesehen hätte ich damals besser alles verkaufen sollen! Den 11 cbm großen Holzcontainer mit meinen Sachen empfinde ich inzwischen regelrecht als Ballast!! Doch in München hing mein Herz halt noch an diesen Dingen! Jetzt habe ich einen Unterstellplatz gefunden, in dem ich die Sachen erstmal bis Ende April lagern kann. Dann ist auch hier die Saison beendet, dann sehen wir weiter!

Seit einer Woche arbeite ich also wieder. Es macht Spaß! Diese Art von Arbeit gab es ja bisher noch nicht in meinem beruflichen Repertoire - Restaurantarbeit mit Abendschicht.

In der vergangenen Woche arbeitete ich hauptsächlich an der Theke. Solange Gäste da sind, gibt es Arbeit und Unterhaltung. Bleiben sie aus - wie am Donnerstag für 3 Stunden - wird es richtig langweilig. Dafür muss ich mir halt noch was einfallen lassen.

Ab der kommenden Woche entlaste ich den Manager: organisieren, kochen, servieren, Abrechnungen, Personal einteilen; also, so recht nach meinem Herzen!

Seit der Küchenchef vor 2 Monaten zurück nach Deutschland gegangen ist, fährt der Manager nämlich täglich Doppelschichten, sprich: von 10:00 bis 24:00 Uhr!!! Wir harmonieren gut miteinander. Er freut sich darauf, daß diese Stress-Zeit bald für ihn vorbei ist. Das glaube ich ihm aufs Wort!!!

Wieder arbeiten - mich engagieren - neue Ideen entwickeln: JA!! Doch Doppelschichten: NEIN!!

Ich verspüre so richtig Lust, mich dort zu integrieren. In meinem Kopf spuken bereits ziemlich viele neue Ideen!

Schauen wir mal, wie es in gut vier Wochen aussieht!?!?

01.03.03 --- welch eine Zahl! An diesem Tag setze ich den Schlußpunkt hinter 49 Jahre und 365 Tage. An diesem Tag vollende ich mein 50. Lebensjahr - und das in Afrika!!!!!!!!!!

Daß ich in meinem Alter diesen Schritt gewagt habe, fasziniert mich selber immer wieder aufs Neue!

Auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte ich die Vision, daß ich nach Kapstadt muß. Dieser Vision bin ich ohne "Wenn" und "Aber" gefolgt. Seit diesem Tag bin ich eine "Lucky Lady"!


Eine Leserin fragt Elisabeth nach dem Arbeitsvisum. Da die Antwort sicherlich viele interessiert, hier der Austausch:

hallo Mrs. Elisabeth

hab mit großen Augen und innigem Interesse Ihren Bericht über Süd-Afrika gelesen. Vor nicht langer Zeit durfte ich dort 1 Jahr leben ohne zu arbeiten. Gerne, gerne würde ich wieder dorthin zurückkehren, aber wie? Wie ist es möglich, dass Sie dort eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekamen? Wäre für jeden guten Rat und Tip äußerst dankbar. Wenn ich an Süd-Afrika denken, dann rede ich nicht von Fernweh, sondern von Heimweh. Es zieht mich sooo ungemein an und die Herausforderung für den Ottertrail würde ich auch gerne mal annehmen.

alles Gute und einen herzallerliebsten Gruß

von Irma

Hallo Irma,

danke fuer Ihre Antwort! Seit dem Moment, in dem ich meiner Vision kompromisslos folge, treffe ich immer die richtigen Menschen zu der fuer mich richtigen Zeit. So traf ich jemand, fuer dessen Firma ich Marketing machen sollte. Ueber ihn bekam ich ein business permit fuer 1 Jahr. Seit knapp zwei Wochen nun arbeite ich auf einem Weingut, das zur Arabella-Gruppe gehoert. Jetzt wird mein permit in ein work permit, ausgestellt auf diese Firma, umgewandelt. Jetzt hab ich doch glatt wieder einen Vertrag mit Urlaubs- und Rentenanspruch! grins. grins...

Als ich nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland wieder in Kapstadt landete, hatte ich das selbe Gefuehl des Heimkommens!

Herzliche Gruesse

Lisa


Südafrikazeit
Abgeschickt von Elisabeth Balz am 11 August, 2003

Ort: Suedafrika

Seit ich hier lebe, fliege ich irgendwie durch die Zeit. Viel ist geschehen seit Januar, dabei kommt es mir gar nicht soviel vor.

Drei Monate arbeitete ich als Managerin in einem kleinen österreichischen Restaurant. Nach kurzer Eingewöhnungsphase in die für mich ungewohnte Restaurantarbeit mit Wechselschicht, machte mir die Arbeit Spaß. Ich hatte so richtig Lust, meine Kreativität dort einzubringen und das Geschäft anzukurbeln. Leider lagen der Charakter des Eigentümers und meiner um Lichtjahre auseinander. Da ich nicht nach Südafrika gekommen war, um meinen Stress zu leben, beendete ich den Job lieber.

Die nun freie Zeit nutzte ich zunächst dazu, den "Ottertrail" zu gehen, eine der schönsten Wanderrouten SA entlang der Ostküste. Normalerweise muß man einen der wenigen, begehrten Plätze bis zu 18 Monaten im Voraus buchen - ich bekam mein Ticket innerhalb von 10 Tagen! Bin eben eine LUCKY LADY.

In 5 Tagen 42 km zu wandern hört sich zunächst nicht als sehr anstrengend an. Der Clou ist allerdings, daß man die komplette Ausstattung, von der Kleidung über die Verpflegung bis hin zum Toilettenpapier selber tragen muß. Mein Rucksack wog 18 kg! Eine neue Herausforderung, doch eine wunderbare Erfahrung! Nachdem wir den Strand von Nature´s Valley, dem Zielpunkt, erreicht hatten, ließ ich erst einmal mehrere Jubeljuchzer in den Himmel steigen! Ich fühlte soviel Energie in mir, daß ich dieselbe Tour gleich am nächsten Tag hätte noch einmal gehen können. Ich bin wirklich eine LUCKY LADY!

Über den "Ottertrail" hab ich einen separaten Bericht verfasst. Besteht Interesse daran, kann ich ihn gerne ebenfalls hier veröffentlichen.

In den darauf folgenden Monaten arbeitete ich zwar nicht, doch irgendwie war ich immer beschäftigt. Ich steckte voller Energie und wußte zeitweise nicht, wohin damit. Einen Teil der Energie ließ ich bei stundenlangen Wanderungen hinaus. Es wird wirklich Zeit, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, was in der jetzigen touristenarmen Zeit nicht so einfach ist.

Diese joblose Zeit hatte dann doch etwas Gutes: sie begünstigte ein Vorhaben, das ich aufgrund meiner finanziellen Lage lang, lang hin- und hergerechnet habe - vier Wochen Urlaub vom Urlaub und zwar in Deutschland. Der Anlass: mein Vater feierte seinen 90ten Geburtstag. Als mir der Gedanke in den Sinn kam, daß sowohl meine Eltern als auch ich mehr von einer gemeinsamen Geburtstagsfeier haben, als daß ich zu deren Beerdigung kommen muß, war die Entscheidung gefallen.

Am nächsten Tag kaufte ich das Ticket. Mein Aufenthalt in Deutschland kostete mich ungefähr 3 südafrikanische Monatsgehälter. Doch von irgendwoher wird das Geld schon wieder kommen!

Diese vier Wochen in Deutschland habe ich mit allen Sinnen genossen! Das Wiedersehen mit Familie und Freunden, endlich mal wieder radeln, den warmen Wind der Hitzewelle, die ich gerade erwischt hatte, um die Haut schmeicheln fühlen, um Mitternacht von der U-Bahn allein und ohne Sicherheitsbedenken heimzugehen, München im Lindenduft bei Tag und abends dann in den Biergarten --- all dieses und noch mehr nahm ich intensiver wahr als jemals zuvor in Deutschland. Doch nach gut zwei Wochen regte sich das Heimweh nach Afrika in mir. Es war nicht an etwas Bestimmtes gebunden sondern einfach das Gefühl, daß ich zurück nach Afrika muß!!! Dort ist jetzt mein Lebensmittelpunkt, meine Heimat!

Gleich nach meiner Rückkehr trat ich meinen neuen Job an, der mir ebenfalls zugeflogen ist. Seit zwei Wochen bin ich house- und dogsitterin. Ein seit 30 Jahren in Südafrika lebendes deutsches Ehepaar suchte für die Zeit, in der es Urlaub in Deutschland macht, jemanden, der auf das Haus und die Hunde aufpasst. Nun wohne ich in deren wunderschönem Haus, fahre mit dem Schäferhund und dem Dackel einmal pro Tag im hauseigenen Range Rover zum Strand und tröste die Hunde über die Abwesenheit ihrer Herrchen hinweg. Für diesen Service werde ich obendrein auch noch bezahlt! Es ist nicht viel, doch zum überleben reicht es.

Diesen Service kann ich auch problemlos anbieten, da ich immer noch keine eigene Wohnung habe. Irgendetwas in meinem tiefsten Innern hindert mich daran, eine eigene Wohnung zu beziehen. Die Dinge und persönlichen Sachen, die ich aus Deutschland in mein neues Leben mitgebracht habe, sind auf inzwischen drei Unterstellplätze in Kapstadt verteilt.

Es ist völlig faszinierend für mich!!

Seit nahezu 30 Jahren verdiente ich mein eigenes Geld. Niemals seit dieser Zeit besaß ich sowenig materielle Dinge wie heute, doch niemals in dieser Zeit fühlte ich mich so frei!

Niemals vorher hab ich allerdings auch mit soviel Gottvertrauen gelebt!!!!


Blaauwklippen - die Erste
Abgeschickt von Lisa Balz am 15. September 2003
Ort: Suedafrika, Stellenbosch

30.08.03

In den vergangenen Wochen verdiente ich mein schmales Brot mit house- and dogsitting. War ja schon ein wenig langweilig! Mein Bestreben, aus dieser "Ruhephase" herauszukommen, wuchs von Tag zu Tag.

"Plötzlich und unerwartet" ist diese Ruhe nun vorbei! Wieso? Als LUCKY LADY fiel mir der Traumjob meines Lebens zu.

Am 21.08. waren Freunde aus Deutschland zu Besuch in Kapstadt, die ich über das Ballonfahren kannte, Rolf, Jürgen und Daniel. Es war einer der wenigen sonnigen und warmen Wintertage. Diesen seltenen Genuß krönten wir noch mit einem köstlichen Fischessen auf dem Balkon von "Mariner´s Wharf" in Hout Bay. Nach drei Stunden trennte uns der vollgepackte Terminkalender meiner Freunde - leider!

Zwei Tage später ein Anruf von Rolf. Rufe bitte folgende Telefonnummer an. Diesem Freund von mir hab ich gestern von Dir erzählt. Er ist Generalmanager auf "Blaauwklippen", einem exklusiven Weingut in Stellenbosch. Das war Samstag vormittag.

Diesen Freund rief ich dann am Montag an. Das Gespräch entwickelte sich sehr gut.

Zu einem ersten "Abklopfen" verabredeten wir uns in Kapstadt im "Radisson"-Hotel.

Auf dem letzten Kilometer vor dem Hotel wußte ich plötzlich mit absoluter Gewißheit, daß dieses mein neuer Job sein wird!

Wir brauchten nicht lange, um eine Übereinstimmung unserer Einstellungen und Ideen festzustellen. Wir liegen absolut auf derselben Wellenlänge! Nach einer guten Stunde wußten wir, daß wir zusammenarbeiten werden. Für die "Ortsbesichtigung" vereinbarten wir gleich einen Termin für Freitag. Nach drei kalten, grauen Regentagen schien heute die Sonne wieder. "Blaauwklippen" bot sich mir in aller Pracht dar! An so einem Fleckchen Erde arbeiten zu dürfen ist ein Geschenk des Himmels!

Zunächst soll ein altes Gebäude, die ehemalige Hufschmiede, in eine Restauration umgebaut werden. In die Planung und Realisation bin ich involviert. Ansonsten weiß ich noch nicht so genau, was mein Job dort sein wird. Außerdem hab ich nicht den blassesten Schimmer über mein Gehalt - doch Montag fange ich an. Kreativ sein, planen, organisieren, mit Leuten umgehen - das ist genau das, was ich will! Am selben Tag fand ich auch eine vorübergehende Unterkunft, nur 2 km entfernt. Von der weiß ich auch nicht, was sie kostet --- doch alles ist soooooooooooooo genial!!!!!!!!!!!!!!!!

Zehn Tage zuvor wußte ich nicht, daß ein Weingut namens "Blaauwklippen" existiert, heute hab ich den Traumjob meines Lebens dort. Es wird ein "big challenge", eine große Herausforderung für mich werden. Doch niemals in meinem Leben war ich so sehr bei mir selbst wie heute. Ich fühle tiefen inneren Frieden und große Gelassenheit in mir, die mir meine Aufgabe leicht machen werden.

02.09.03

Seit gestern Abend weiß ich die Details. Die komplette Planung und Neugestaltung des neuen Restaurants liegen in meiner Hand. Das ist genau das, woran ich schon immer Spaß hatte. Dort kann ich all meine Kreativität und Energie einfließen lassen. Anschließend werde ich dort als Restaurantmanagerin arbeiten. Mit dem Gehalt bin ich gut zufrieden, die Kosten der Unterkunft übernimmt das Weingut - morgen früh beginnt für mich ein neuer Zeitabschnitt in Südafrika!

Jetzt bin ich angekommen, jetzt möchte ich mir meine eigene Wohnung nehmen, jetzt freue ich mich darauf, meine blauen Zweisitzer aus dem Unterstellplatz abzuholen und wieder in meinem von mir selbst entworfenen Bett zu schlafen!

Nur die Schwerkraft hindert mich am Entschweben, überschäumen vor Glück - welch ein Zustand!!!!! Alles kam wieder einmal zu der für mich richtigen Zeit! Wäre ich ein Jahr früher über diesen Job gestolpert, hätte ich ihm sicherlich noch nichts abgewinnen können. Zu dem Zeitpunkt war ich einfach noch nicht soweit.

Doch heute - I ´m finish for take off!

UND DAS MIT FÜNFZIG !!!!!!!!!!!!

15.09.03

Seit knapp zwei Wochen arbeite ich nun hier. Es kommt mir vor, als sei ich schon ewig hier - und nicht nur mir, sondern auch den Kollegen!

Am ersten Tag wußten zwar die meisten neuen Kollegen von mir, doch gab es zunächst weder einen Platz noch einen Schreibtisch für mich. Da diese Dinge heute für mich nicht mehr diese Statussymbol-Wichtigkeit besitzen, war auch bald ein kleines Eckchen für mich gefunden. Es ist ja sowieso nur für ca. 2 Monate, bis das neue Restaurant mit meinem eigenen Büro umgestaltet und gebaut ist.

Innerhalb weniger Stunden war ich in das Team integriert. Welch ein Super-Gefühl! Diese Freundlichkeit, Offenheit, Herzlichkeit - keiner meiner fünf beruflichen Neustarts in Deutschland wurde mir so leicht gemacht wie dieser hier.

Nachdem ich in der vergangenen Woche stattfindenen Aufsichtsratssitzung das Konzept vorgestellt, das Budget des neuen Restaurants vorgelegt und mich überzeugend präsentieren habe, geht es nun mit "Volldampf" in die konkrete Planung. Welch ein Vergnügen!!!!!


Blaauwklippen - die Zweite
Abgeschickt von Lisa Balz am 07. Dezember 2003

Ort: Suedafrika, Stellenbosch

(Da der Internetzugang hier auf den Lande sehr begrenzt ist, kam ich erst heute wieder in ein Internetcafé und sende somit diesen Bericht verspätet auf die Reise.)

Es ist der 27. November - ein spezieller Tag für mich, wie ein zweiter Geburtstag!

Heute vor einem Jahr landete ich in Kapstadt, nachdem ich in Deutschland alles aufgelöst hatte.

HEUTE IST DER TAG EINS IM JAHR ZWEI MEINES LEBENS IN SÜDAFRIKA!

Zu meiner Arbeit in Blaauwklippen kann ich immer nur wieder sagen: "Ich landete am richtigen Platz auf Erden für mich!" Im Ballonfahrer-Jargon nennen wir es eine "Punktlandung"!

Die Planungsarbeiten für "mein" Restaurant sind abgeschlossen, vom Büromaterial über Computer, Kücheneinrichtung, Geschirr, Besteck und Gläser, Spielgerät für Kinder, Sitzgarnituren für innen und aussen, ect. --- alles ist bestellt.

Alles lag in meiner Verantwortung. Genau das, was mir immer schon Spaß machte!

Das Restaurant mit je 100 Sitzplätzen innen und außen zu kreieren, die einem Weingut angepasste Servicebar zu gestalten, das Konzept weiter zu entwickeln und Marketing-Ideen zu kreieren und umzusetzen - das alles in einem fremden Land und einer total fremden Umgebung, in der ich bis vor drei Monaten niemand kannte. Dazu kommt immer wieder das Erstaunen über mich selbst, daß ich all diese Dinge mit meinem bei weitem nicht perfekten Englisch organisieren konnte.

Die Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Eröffnen werden wir allerdings erst Mitte Januar. Unseren ursprünglichen Plan, am 1.12.03 zu eröffnen, änderten wir aus praktischen Gesichtspunkten:

In Südafrika schließen 90% aller Firmen, allerdings 100% der Baugewerbefirmen mit wirklich allen Zulieferern seine Pforten vom 15. Dezember bis Mitte Januar. In dieser Zeit ist es weder möglich, irgend einen Handwerker geschweige denn Material zu bekommen! Alle Firmen haben ihre Kontrakte so ausgelegt, daß sie nur Aufträge bis zum 15.12. ausführen können. Wir hatten einfach Glück, daß wir noch dazwischen rutschen konnten.

Dazu eine höchst amüsante Geschichte: Aufgrund der o. gen. Situation hatte ich die Uniformen für die Kellner bereits im Oktober zu bestellen und mich auch auf Größen festzulegen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht entwarf ich das Szenario, daß ich vielleicht bei den kommenden Einstellungsgesprächen einem Kandidaten sagen muß: "Tut mir leid, daß ich Sie nicht einstellen kann. Sie verfügen zwar über die erforderlichen Qualifikationen, haben allerdings die falsche Körpergröße. Die Uniformen in Ihrer Größe sind bereits alle vergeben!"

In der Überbrückungszeit bis zur Eröffnung "meines" Restaurants füge ich mich jetzt in den normalen Betrieb des bestehenden Restaurants ein, außerdem trainiere ich das Servicepersonal. Ein Teil des Trainings besteht darin, daß ich ihnen einige Grundbegriffe in Deutsch beibringe (Guten Morgen, wie geht es Ihnen? Hat es Ihnen geschmeckt?....), dafür lehren sie mich Afrikaans. Viele deutschsprachige Touristen sind angenehm überrascht, wenn sie von einem schwarzen Kellner in Deutsch begrüßt werden. Dieses kleine "Tüpfelchen auf dem i" setzt ja in vielen Fällen den Maßstab, an den Gäste sich gern erinnern.

Ich empfinde es immer wieder als Glück, hier arbeiten zu dürfen. An einem Montag morgen mit Glücksgefühlen im Bauch und laut singend zur Arbeit zu fahren - in meinem früheren Leben kannte ich das nicht! Zwischendurch brülle ich im Auto ganz laut heraus: "Ich bin ich Afrikaaaaaa!!!!" Nach all dieser Zeit spüre ich immer noch wieder ein Erstaunen darüber, daß ich tatsächlich in Afrika bin!

Meine Wohnung

Seit dem 1. November lebe ich wieder in meinen "eigenen" vier Wänden. Ich fand ein 2-Zimmer-Cottage auf einer kleinen privaten Weinfarm bei Stellenbosch. Nach 1 1/2 Jahren Herumzigeunern hatte ich gedacht, ich würde mich darauf freuen, wieder in meinen eigenen Möbeln leben zu können, die ja hier in Kapstadt eingelagert waren.

Dem war aber nicht so! Erst jetzt beginne ich so langsam, diese Wohnung als mein Zuhause anzunehmen. Heute Nachmittag hab ich mir einen Teppich für den Wohnraum gekauft, am Wochenende werde ich Bilder und Gardinen aufhängen.

Mit dieser Wohnung bin ich wieder angebunden, gibt es wieder Ballast für mich - Miete zahlen, putzen, Kühlschrank und Waschmaschine kaufen, etc..... Jetzt kann ich nicht mehr so einfach meinen Koffer nehmen und woanders hingehen! Es ist faszinierend, wie schnell man sich an eine ungebundene, wenn auch sehr einfache Lebensweise gewöhnen kann!

Die vergangenen 18 Monate haben mich viel gelehrt, vor allem, mit Wenigem auszukommen und mich immer wieder in neue Umgebungen einzufügen und einzufinden. Dafür bin ich wirklich dankbar!

Jetzt darf ich mich wieder zur arbeitenden Bevölkerung zählen mit gültigem Arbeitsvertrag mit Urlaubs-, Rentenanspruch und Krankenversicherung - grins, grins, grins....!


Ground Zero
Abgeschickt von Lisa Balz am 10. September 2004

Ort: Suedafrika

Lange liess ich nichts mehr von mir hoeren. Jetzt hab ich gerade Zeit und einen PC zum Schreiben zur Verfuegung gestellt bekommen. Beides nutze ich schnell aus.

Mit grossem Erfolg eroeffneten wir “mein” Restaurant am 28. Februar 2004 in Blaauwklippen. Das Schaltjahr machte mir “einen Strich dadurch” – sonst haetten wir in meinen Geburtstag am 1. Maerz hieneingefeiert!

Meine Aufgabe war es nun, als Manageress dieses Restaurant zu fuehren und bekannt zu machen. Im Maerz beginnt in Suedafrika die Herbstsaison, was sich im rapiden Rueckgang der Touristenzahlen bemerkbar machte. So auch in unserem Restaurant. Wir standen herum und warteten auf Gaeste! Langsam aber sehr sicher wurde mir dieser Job zu langweilig! Wo sollte ich hin mit all meiner Energie?

So verliess ich denn Ende April Blaauwklippen.

Als es fuer mich feststand, dass ich Blaauwklippen verlassen wuerde, stellte sich mir die Kostenfrage. Was kann ich tun, um meine Kosten hier in Suedafrika so niedrig wie moeglich zu halten und ohne meine Ersparnisse in Deutschland antasten zu muessen? Da ich auf jeden Fall am 7. Juni 2004 mein Rueckflugticket nach Deutschland einloesen wollte, lohnte es sich nicht, fuer 4 Wochen nach einem neuen Job Ausschau zu halten.

Der groesste Kostenblock war die Miete. Wie in Deutschland auch machte sie 30% meines Gehaltes aus. Keine Arbeit – kein Einkommen – aber hohe Mietkosten!

Da entschloss ich mich kurzerhand, mein Cottage zu kuendigen und wieder als housesitterin zu arbeiten. Als ich das im Kollegenkreis erzaehlte meinte Louisa ploetzlich: “Du musst nicht als houssitterin gehen! Ich habe ein zweites Schlafzimmer, das ich nur als Rumpelkammer nutze. Ich werde aufraeumen und Du ziehst bei mir ein. Du kannst bei mir wohnen bleiben so lange Du magst.” Was ich dann auch tat! Ich kuendigte mein Cottage, lagerte die Moebel bei einer Firma ein und zog mit einem Minimum an Sachen bei Louisa ein.

LUCKY LADY

Ende April besuchte ich Freunde von mir, Alison und Steven, in deren kleinem Restaurant, das sie sich vor einem Jahr gekauft hatten. Eigentlich wollte ich dort nur einen Kaffee trinken. Mehr aus Spass heraus fragte ich Alison, ob sie nicht einen Job fuer mich haette, da ich bald ohne Arbeit sein wuerde. Sie wusste, was ich in Blaauwklippen geleistet hatte. Nachdenklich schaute sie mich an, ueberlegte einen Moment, dann sprachen wir mit Steven --- und ich hatte eine herausfordernde Arbeit, die von vornherein auf die Zeit bis zu meinem Abfluges begrenzt war!

Alison und Steven wollten ihr Restaurant umgestalten. Vor allem die Kueche benoetigte eine gruendliche Renovierung. Mit dieser Aufgabe war ich mal wieder bei meinem Lieblingsthema angelangt! In etlichen Gespraechen arbeiteten wir ein Konzept heraus. Dieses nahm ich dann als Grundlage fuer die Kuechenplanung.

Waehrend dieser Zeit nahm ein Gedanke bei mir immer mehr Raum ein – warum mache ich mich eigentlich nicht mit dem selbstaendig, was ich am besten kann und was mir am meisten Spass macht? Warum nutze ich nicht meine in Blaauwklippen geknuepften Kontakte zu Architekten, Bauunternehmern, Kuecheneinrichtern, Softwareanbietern, ect. und berate kleine Betriebe?

Eines war mir naemlich inzwischen aufgefallen: In Suedafrika gibt es viele Leute, die sich ein kleines Restaurant, ein Café oder ein Gaestehause kaufen, ohne grosse Ahnung von Kueche oder vom Verpflegungsbereich zu haben. Sind dann Aenderungen erforderlich, ist “guter Rat teuer”! Damit der Rat nicht zu teuer wird – call me!

DIE ENTSCHEIDUNG WAR GEFALLEN!

Nachdem diese Entscheidung gefallen war, traf ich auf Leute, die mir bei diesem Schritt in die Selbstaendigkeit nach meiner Rueckkehr von Deutschland behilflich sein werden. (Diese Leute lernte ich erst jetzt kennen! Es gibt eben keine Zufaelle!)

Einige Tage spaeter sprach mich eine junge Frau an, die um eine Beratung fuer ihr Café bat!

Sie kommt aus dem Marketingbereich und hatte sich mit dem Kauf dieses Cafés einen Traum erfuellt. Nach drei Monaten stellte sie dann allerdings fest, dass das, was sie da gekauft hatte, nicht das war, was sie gedacht hat, dass sie gekauft hat!!

Kompliziert? Nein! Das Café erwirtschaftete mit dem bestehenden Konzept nicht den erforderlichen Umsatz. Also – ein neues Konzept und eine Umgestaltung waren notwendig. Zur Umgestaltung hatte sie sich von Inneneinrichtern einen Plan zeichnen lassen, der auch die Kueche umfasste. Diesen Plan gab sie mir in die Hand. Ich schaute mir den den Plane an, stutzte, schaute nochmals hin – es fehlte der Herd in der Kueche! Mit Enthusiasmus und Akribie stuerzte ich mich in diese Arbeit!

Am Abflugtag hatte ich ein letztes Gespraech mit ihr. Auf einmal kam von ihr ein erleichterter Seufzer: “Jetzt bin ich erleichtert! Sie haben mir sehr geholfen! Ich werde Sie unbedingt weiterempfehlen!”

Meine Firma hat noch keinen Namen, es fehlt noch ein schriftliches Konzept, doch die ersten beiden Auftraege schloss ich erfolgreich ab!

Ein zweites “Standbein” meiner Firma hatte sich in der Zwischenzeit herauskristallisiert: Wenn die Besitzer eben dieser kleinen Einrichtungen mal fuer einige Tage in Urlaub gehen wollen, werde ich fuer sie im Tagesgeschaeft einspringen. Nach wenigen Tagen Einarbeitung ueberblicke ich ein Restaurant, ein Café oder ein Gaestehaus in seiner taeglichen Routine. Speziellen Fragen kann ich dem Eigentuemer immer noch per Handy stellen. Bei Umfragen stellte sich dieser Part als Marktluecke heraus. Also – gehn’n wir’s an!!!

Urlaub in Deutschland!

Lindenduft in Muenchen – Radl fahren ohne Ende – mit Freunde zusammensitzen – Biergarten!! – meine Eltern wiedersehen (mein Vater ist 91, meine Mutter 79 Jahre alt!) - Geschwister besuchen – um Mitternacht unbehelligt 20 Min von der U-Bahn nach Hause gehen koennen --- ich genoss es mit allen Sinnen!

Am Ende der ersten Woche rief ich einen Freund in Muenchen an, um mich mit ihm auf ein Weissbier zu verabreden. Als er hoerte, dass ich in Muenchen sei, wurde er ganz aufgeregt! “Bist Du in Deutschland? Du bist hier in Muenchen??? Kann ich Dich um einen riesengrossen Gefallen bitten??? Kannst Du nicht meine Firma reorganisieren????” Am naechsten Tag schaute ich mir seinen “Saftladen” an.

Mike stellt naemlich in seiner Firma aus frischen Fruechten frisch gepresste Saefte her und verarbeitet frische Fruechte zu Obstsalat. Arbeitsablaufe gehoerten neu gestaltet, Hygieneschulungen der Mitarbeiter neu organisiert, die Ablaeufe des Bestellwesen dokumentiert, ect, ect…

Dieser Auftrag kam genau zur richtigen Zeit! Haette ich meine Firma in Suedafrika bereits gegruendet, haette ich mich um diese kuemmern muessen. Ausserdem ist das hier verdiente Geld genau der Betrag, den ich fuer meine Selbstaendigkeit benoetige!

LUCKY LADY

So stornierte ich kurzerhand meinen Rueckflug und sagte “JA”, doch nur unter einer Bedingung: Der Auftrag duerfe mich nicht laenger als 2 Monate beschaeftigen. Mein Gefuehl sage mir, dass ich nach Suedafrika zurueckmuesse!

Eine neue Herausforderung fuer mich!

Die Arbeit war anstrengend, ich lernte allerdings auch viel. Dieser Job war die perfekte Lehrstunde fuer mein eigenes Geschaeft --- jeder Cent wirklich hart erarbeitet!

Doch Mike war mit meiner Arbeit zufrieden!

Mitte August schickte ich Louisa eine e-mail mit den Daten meiner Ankunft am Flughafen Kapstadt. Sie hatte sich angeboten, mich dort abzuholen. 1 Woche vor meiner Abreise erreichte mich eine weitere e-mail von ihr mit dem Betreff: Unterkunft

Als ich dieses Wort sah, ahnte ich bereits, um was es ging!

Sie sei bereits vor zwei Monaten in ein kleines Appartment umgezogen und koenne mich nun nicht mehr bei sich aufnehmen! Meine Sachen habe sie bei Bekannten in deren Garage abgestellt! Ja hervorragend!!!! Und das kurz vor meiner Rueckreise!!

Louisa organisierte dann zumindest die Unterkunft fuer eine Nacht bei diesen gemeinsamen Bekannten.

Seit dem 5. September bin ich zurueck in Suedafrika, bin ich wieder zuhause!

Mit 51 Jahren starte ich bei “Ground Zero”! Ohne Job, dafuer mit dem Aufbau meiner eigenen Firma beschaeftigt und ohne Wohnung! Doch es gibt etwas, das es mir leicht macht, bei “Ground Zero” zu starten: Das sind die vielen Freunde und Bekannten, die ich im vergangenen Jahr gewonnen habe.

Von der materiellen Seite starte ich wirklich wieder bei “Ground Zero”, doch die immaterielle Seite zaehlt weit mehr!!!!!


New Beginnings
Abgeschickt von Lisa Balz am 09. Januar 2005

Ort: Suedafrika

Das Neue Jahr ist einige Tage alt und ich bin in Schreiblaune! Bevor wieder zuviel Zeit verstreicht, “hacke” ich meine in meinen Laptop!

Nachdem ich aus Deutschland zurueck war, beantragte ich hier gleich ein “business permit” fuer meine Selbstaendigkeit. Das fuer 3 Jahre ausgestellte “work permit” verlor seine Gueltigkeit mit dem Antrag auf die Selbstaendigkeit. Jeder Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber oder in die Selbstaendigkeit muss neu beantragt und vor allem teuer bezahlt werden. Man kauft sich praktisch in Suedafrika ein! Solange die Auftraege hereinkommen, bin ich damit zufrieden.

Hier ein Resumee ueber die ersten drei Monate meines beruflichen Abenteuers – meiner Selbstaendigkeit in Sued-Afrika:

Den Oktober ueber trainierte ich Kuechenmitarbeiter und Kellner in einem kleinen Restaurant in Stellenbosch. Die junge Eigentuemerin hatte ich vor meiner Reise nach Deutschland bei der Konzeptfindung fuer ihr Restaurant beraten. Nach meiner Rueckkehr nach Suedafrika wollte ich natuerlich das Ergebnis sehen. Es war wirklich gut geworden! Sie war so froh, mich zu sehen und fragte mich gleich, ob ich nicht ihre Kuechen-Mitarbeiter und Kellner trainieren koenne – was ich dann auch tat.

So stand ich denn mal wieder in der Kueche, denn ich trainiere die Mitarbeiter in Restaurants, Café’s, Bistros. Die Eigentuemer muessen keinen Transport zu ausserhalb gelegenen Schulungsorten zahlen und auch nicht fuer Ersatz sorgen. Es war eine Freunde fuer mich, zu sehen, wieviel diese sechs jungen Leute innerhalb dieser kurzen Zeit doch dazu gelernt hatten, zumal ich nur immer entweder mittags oder abends dort war. Dass sie selbstbewusster geworden waren, drueckte sich sogar in deren Koerperhaltung aus!

Gerade diese Zeit in dem Restaurant bestaetigte die Entscheidung, mein eigenes Geschaeft zu gruenden. Warum? Am Ende des Tages kann ich ein Restaurant verlassen, ohne mich noch um Buchfuehrung, Einkauf, ect. oder den nie enden wollenden Stress mit den Mitarbeitern kuemmern zu muessen!!!!!!!

Am Ende meines letzten Tages in Stellenbosch besuchte ich ein Restaurant in Somerset West, das zwei Wochen vorher von einem Deutschen uebernommen worden war. Der engagierte mich gleich als Vollzeitkraft. Eigentlich sollte ich nur hinter der Theke arbeiten. Dazu bin aber einfach nicht in der Lage – dazu muesste man mich schon hinter der Theke festschrauben - zumal wenn ich sehe, wieviel Arbeit rundherum zu tun ist!!! Zwei Tage spaeter entschied der einzige Koch, nicht mehr zur Abendschicht zu erscheinen. Er schickte seine Freundin mit der muendlichen Kuendigung vorbei.

Seitdem war ich mal wieder “Maedchen fuer Alles”: Barlady, Koechin, Buchhalterin, Kellnerin, Marketingmanager, Organisatorin, ect.

Es machte mir Spass, den Eigentuemer in die Geheimnisse des Restaurantwesens einzuarbeiten – er ist Maschienenbau-Ingeneur. Was mir absolute nicht zusagte waren die Arbeitszeiten: von 10:00 – 15.00 und dann von 18.00 bis zum Ende, was manchmal bis Mitternacht und darueber hinaus geht. Dabei gab es nur einen freien Tag in der Woche. Diese Zeiten liessen natuerlich keinen Platz mehr fuer das private Leben. Dieser Job lief nur bis Ende November.

Nach weiteren 3 faulen Wochen (die mir schwer fielen, da ich zuviel Energie zum Herumsitzen habe!) arbeite ich z. Zt. in einem Weinshop, der einem Restaurant angegliedert ist. Ich sprang fuer den Verkauefer in diesem Weinshop ein, der einfach nicht mehr zur Arbeit erschien – und das 2 Wochen vor Weihnachten!

Es ist ja schon ein Unterschied, den eigenen Job zu koennen und zu beherrschen oder ihn als meinen Service zu verkaufen. Momentan gehe ich gerade "Klinkenputzen". Es dauert halt eine Weile, bis mein Service bekannt wird. Doch das ist ja in jedem neuen Geschaeft der Fall.

Bei allem Glueck, was ich habe, seit ich meinen Traum lebe, gab es fuer mich in 2004 zwei negative Erlebnisse, die mir doch zugesetzt haben.

Das erste war der Ueberfall auf mein Cottage Ende April. Es wurde alles mitgenommen, was auch nur den geringsten Wert hatte. Von meinem Wanderrucksack angefangen ueber Wanderjacke, Akkuschrauber, meiner speziellen Armbanduhr, ect, ect, ect….bis zum Laptop! Der war zwar bereits 10 Jahre alt, doch ich konnte darauf schreiben! Das Schlimmste fuer mich daran war, dass alle Daten verschwunden waren!!!

Die zweite Geschichte widerfuhr mir dann im November --- Jemand betrog mich um eine Menge Geld! Das schwerste an dieser Geschichte war fuer mich, mir selbst einzugestehen, dass ich ein Trottel war, weil ich jemandem vertraute! Ich musste mir ein neues Auto kaufen, da die Reparaturen an dem alten ueberhand nahmen. Jemand, den ich schon eine ganze Weile kannte, bot sich an, mir beim Autokauf zu helfen. Als er schliesslich das fur mich passende gefunden hatte, gab ich ihm das Geld dafuer. Obwohl er fuer den Betrag unterschrieben hatte, wanderte er damit in's Spiel-Casino und verspielte das Geld --- 5.000 Euro - mein Geschaeftskapital! Inzwischen erstattete ich zwar Anzeige gegen ihn, doch das Geld werde ich wohl abschreiben muessen. Dass mich das umgehauen hat, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Jetzt werde ich halt die Aermel etwas hoeher aufkrempeln muessen, damit ich die Butter auf dem Brot behalten kann.

Liebe LeserInnen, ich wuensche jeder/m Einzelnen von Ihnen den Mut, den eigenen Traum zu leben! Es ist unglaublich bereichernd! Das Leben bekommt einen ganz eigenen, neuen Sinn. Die Tiefs gehoeren halt dazu. (Sie mussten vielleicht nicht immer gleich so hart sein!?) Sie haben mich jedoch meine Lektionen gelehrt.

Also AUF! Das Jahr ist noch neu doch das Leben ist so kurz. Es ist schade um jeden verschenkten Tag.


Interview mit Lisa Balz

Immer wieder werde ich auf den Weg der Münchner Hauswirtschafterin angesprochen und wie sie denn das eine oder andere geschafft hat. So entstand die Idee, Ihre Fragen zu sammeln und damit ein gebündeltes Interview mit Lisa Balz zu führen. Ich freue mich sehr, dass ich Lisa Balz für diese Idee begeistern konnte. So können die Antworten allen als Informations- und Inspirationsquelle dienen. Jetzt viel Spaß beim Lesen des Interviews! Ihre Anja Kolberg

Abgeschickt von Lisa Balz am 18. August 2005
Ort: Suedafrika

Die Entscheidung "Ich gehe nach Südafrika."

Frage: Wie hat Ihr Umfeld (Familie/Freunde) auf Ihre Entscheidung, nach Südafrika zu gehen, reagiert?

Die Reaktionen waren so unterschiedlich wie die Menschen, denen ich von meinem Entschluss erzaehlte. Von voellig enthusiastisch --- “Klasse! Go for it! Folge Deinem Traum!” --- bis hin zu --- “Verantwortungslos!!! Dieser Schritt in Deinem Alter! Du wirst scheitern! Wenn Du scheiterst findest Du hier in Deutschland niemals mehr einen Job! Denk an Deine Altersversicherung!”

Die ersten Male fuehlte ich mich bei den negativen Reaktionen angegriffen. Dann machte ich mir allerdings klar, dass jeder aus seinem eigenen Erleben heraus seine/ihre “guten” Ratschlaege erteilt. Mit dieser Erkenntnis konnte ich dann leben und die negativen Argumente objektiv betrachten.

Frage: Wie lange zuvor haben Sie sich mit diesem Gedanken getragen? Was hat den Ausschlag für Ihre Entscheidung gegeben?

Beide Fragen kann ich in einem beantworten. Zu Beginn meiner beruflichen Karriere, mit 21 Jahren, wollte ich schon mal in’s Ausland; war aber zu dieser Zeit nicht mutig genug, diesen Wunsch konsequent zu verfolgen.

In meinem “Suedafrika-Fall” nahm mir jemand anderer die Entscheidung ab: Gott!

Am 21.Januar 2001 wachte ich gegen 6:30Uhr in meinem Bett in Muenchen auf, schlug die Augen auf und wusste – KAPSTADT! Dabei hatte ich mich nie fuer Kapstadt interessiert, kein Buch gelesen, keinen Film gesehen – nichts! Von dieser Sekunde an war es klar, dass ich gehen musste! Ich hatte gar keine andere Wahl!

Dann nahm ich mir jedoch noch ein Jahr Zeit, um mein berufliches und persoenliches Leben zu sortieren und den Ausstieg vorzubereiten. Am 3.3.2002 bestieg ich endlich den Flieger nach Kapstadt mit 20 kg in meinem Rucksack. Diese 20 kg reichten fuer

7 Monate in Afrika! Seitdem weiss ich was ich alles NICHT mehr brauche!

Der Weg nach Südafrika

Frage: Welche Formalien waren wichtig, damit Sie in Südafrika arbeiten durften?

Es gibt zwei verschiedene Genehmigungen - hier “permits” genannt.

Das erste permit ist ein “work permit”, das die Firma beantragen muss, die jemanden einstellen will. Den angestrebten Job bekommt man allerdings nur, wenn die Firma eine Stellenanzeige geschaltet und mit den Kandidaten, die sich darauf gemeldet haben, ein Interview gefuehrt hat. Sowohl die Stellenanzeige im Original als auch Interviewberichte der Kandidaten muessen beim “Department of Home Affairs” vorgelegt werden. Erst wenn nachweisslich kein “Nicht-Weisser” die noetigen Qualifikationen erbringt, bekommt man den Job. Das “work permit” ist an die jeweilige Firma gebunden. Will man die Stelle wechseln, muss bei der neuen Firma der selbe Prozess wieder durchlaufen werden. Das “work permit” hat mich 15.000 Rand gekostet, incl der Agentin, die mir den Weg durch den mir unbekannten “Buerokraten-Dschungel” abgenommen hat. Trotz des “work permits” muss eine Aufenthaltsgenehmigung jaehrlich erneuert werden.

Das zweite permit ist das “business permit”.

Es kann entweder von einer Nicht-Suedafrikanischen Firma beantragt werden, die einen als Mitarbeiter in Suedafrika haben moechte oder man stellt selber den Antrag, wenn man ein eigenes Geschaeft betreiben will. Das “business permit” ist gueltig fuer zwei Jahre und umfasst ebenso eine voruebergehende Aufenthaltsgenehmigung fuer zwei Jahre. Die Kosten fuer ein “business permit” belaufen sich nochmals auf ca. 12.000 Rand, incl der Agentin.

Von September 2003 bis April 2004 arbeitete ich als Angestellte auf dem Weingut “Blaauklippen” bei Stellenbosch – dort zahlte ich fuer das “work permit”. Als ich dann im September 2004 mein eigenes Unternehmen gruendete, musste ich den vollen “business permit”-Betrag zahlen --- kein Pfenning aus dem Antrag davor wurde verrechnet!!!

Wenn Sie diese Betraege bei dem heute gueltigen Wechselkurs in EURO umrechnen, 1 EURO = 8 Rand, erscheint das sicherlich nicht soviel. Wenn man jedoch sein eigenes Geschaeft startet und in den ersten Monaten nur ca 3.000 Rand oder sogar keinerlei Einkommen hat, sieht die Sache schon anders aus.

Frage: Was war auf Ihrem Weg nach Südafrika zu gehen, leichter als gedacht?

Es gab nichts, absolut nichts, was leichter war als gedacht! WARUM???

Ich kam ohne jegliche Erwartung nach Suedafrika; dafuer mit einem immensen Gottvertrauen! Das hat sich gelohnt! Es war leicht fuer mich!

Frage: Wo haben Sie für Ihren Weg Unterstützung gefunden?

Die groesste persoenliche Unterstuetzung finde ich bei zwei gaenzlich verschiedenen Freundinnen. Wir drei sind in einem Alter und wirklich seelenverwandt.

Berufiche Unterstuetzung finde ich in einem “business network”, dem ich seit ca 2 Jahren angehoere. Dieses Netzwerk ist unglaublich vital! Es gibt, glaube ich, kaum einen Beruf, der nicht in diesem Netzwerk vertreten ist. Von Tupperware-Vertretern ueber Handwerker, Tanzlehrer, Professoren, Doktoren, Buchhaltern, Rechtsanwaelten, Sekretaerinnen - eben die ganze Bandbreite des Geschaeftslebens! Der Hauptgedanke bei den Treffen ist nicht: “Was ist drin fuer mich?!” sondern vielmehr: “Was kann ich fuer den Anderen tun?!” Visitenkarten werden verteilt und kommen als Empfehlung zurueck; besonders wenn man regelmaessiger Gast ist und die Anderen sich an einen erinnern. Durch dieses Netzwerk fand ich all die relevanten Leute, die mir halfen, mein business auf die Beine zu stellen.

Frage: Gab es auch Enttäuschungen?

Natuerlich gab und gibt es Enttaeuschungen! Gerade in dieser Woche ist wieder mal ein Auftrag geplatzt, der mir mein Einkommen fuer August sichern sollte. Das “beruhigende” daran ist, dass es nicht an mir lag!

Up and down

Frage: Haben Sie nie den Mut verloren? Woher nehmen Sie Ihre Kraft, wenn es gerade schwer ist?

Beinahe haette ich den Mut verloren! In den vergangenen 3 Monaten hatte ich zwei grosse und einen kleineren Zusammenbruch. Trotz intensiven Marketings, unzaehligen Network-Meetings und vielen anderen Aktivitaeten meinerseits bleiben die Auftraege aus oder fest geglaubte Auftraege platzten (siehe oben). Dazu gehen meine Geldreserven dem Ende zu. Der schrecklichste Gedanke fuer mich ist, irgendwann einmal vor einem total leeren Kuehlschrank zu stehen und keine Vorraeten zu haben!!!

Wo ich dann die Kraft zum Weitermachen finde? In einem absoluten Gottvertrauen!

Ich spuere einfach, dass Gott mir nicht denWeg nach Suedafrika gewiesen hat, damit ich hier aufgebe!

Misserfolge im Leben haengen ja haeufig damit zusammen, dass wir immer unseren alten, anerzogenen oder erlernten Verhaltensmustern folgen. Um meinen eigenen auf die Spur zu kommen – unddamit den teufelskreis des Nichterfolges zu durchbrechen - durchlaufe ich gerade einen Coaching-Kurs. Es ist wirklich erstaunlich – manchmal allerdings auch schmerzhaft - zu entdecken, dass man fuer manche ueble Situation selbst verantwortlich ist! Seit ich mir meines eigenen Verhaltens bewusst bin und des oefteren sage: “Halt! Stop! Nicht wieder so wie ueblich!” – geht manches etwas leichter.

Südafrika und die "alte" Heimat

Frage: Vermissen Sie Europa? Was beeindruckt Sie in Südafrika am stärksten?

Nein, ich vermisse Deutschland ganz und gar nicht!

Im letzten Sommer verbrachte ich 3 Monate in Muenchen. Diese Zeit dort lebte ich ganz bewusst. Ja - man kann um Mitternacht noch U-Bahn fahren und unbelaestigt zu fuss heim gehen. Ja - man kann stundenlang Rad fahren, ohne Uebles wittern zu muessen. Ja – man kann allein stundenlang am Ufer des Ostpark-Sees in Muenchen traeumen, lesen, Musik hoeren, ohne dass man ueberfallen wird. Nein – so ungezwungen kann man hier in Suedafrika nicht leben!

Im Gegensatz zu Deutschland sind die Menschen hier allerdings wesentlich freundlicher und ausgesprochen hilfsbereit!

Wenn ich in Deutschland jemanden auf der Strasse anspreche um nach dem Weg zu fragen, verschliessen sich im ersten Moment die Gesichter, bevor man Ausunft bekommt. Hier gehen die Leute gleich mit und bringen einen zur richtigen Strassenecke!

In Deutschland bekam ich immer mehr dass Gefuehl, dass die Leute gegenueber ihren Mitmenschen mit einer abweisenden Geste sagen: “Komm mir bloss nicht zu nah, sonst muss ich Dir vielleicht helfen!”

Hier wird gegruesst, wenn man sich beim Wandern begegnet, beim morgendlichen Strandlauf; hier laechelt man anderen Menschen zu waehrend man durch die Laeden geht. Laechelte ich Fremde in Muenchen in der U-Bahn an oder in einem Einkaufs-Center bekam ich haeufig das “Warnsignal-Gesicht” zu sehen: “Hilfe, die will vielleicht etwas von mir!”

Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier macht es jedem Fremden leicht, hier Fuss zu fassen.

Vielleicht liegt das ja auch an dem vielen Sonnenschein hier?!?!?!

Way back?

Frage: Haben Sie sich Gedanken gemacht, wie Ihre Situation aussieht, sollte sie sich irgendwann entschliessen, zurückzukommen?

Darauf gibt es nur eine Antwort:

Ich habe nicht vor, jemals wieder in Deutschland zu leben. Suedafrika ist meine neue Heimat!

Tipps

Der mir am wichtigsten erscheinende Tipp ist der, unbedingt die Sprache des jeweiligen Landes zu lernen! Solange man sich in dem jeweiligen Land nur zum urlauben aufhaelt, kommt man schon irgendwie durch. Geht es jedoch um business, sieht die Sache komplett anders aus!

Besonders wenn ich muede oder in einer stressigen Situation bin, vermisse ich oft die richtige Grammatik. Waehrend ich im Geiste nach der Grammatik forsche, entfaellt mir das Vokabular und ich fange an zu stottern! Welch furchtbare Situation! Solche Situationen hinterlassen natuerlich keinen professionellen Eindruck

Ich unterhalte mich gerne und lerne gerne neue Menschen kennen. Kennen Sie das Gefuehl, in einer Gruppe zu sitzen und aufgrund des fehlenden Vokabulars nicht in der Lage zu sein, sich am Gespraech beteiligen zu koennen?????????????

Alles in allem kann ich nur immer wieder sagen: “Nehmt das Leben in die eigenen und dazu das Herz in beide Haende und geht den Schritt in’s Ungewisse (Es muss ja nicht immer gleich das Ausland sein!).

Nur durch soche Herausforderungen wachsen wir – auch manchmal ueber uns hinaus.

Es ist ein unglaublich gutes, starkes Gefuehl!”

Ein Kompliment, das mir jemand neulich machte, klingt soooo gut, dass es mir inzwischen zum Leitsatz geworden ist. Wenn ich ihn aufsage, strecke ich die Schultern, hebe den Kopf und schreite einfach absolut selbstbewusst daher:

“Here she comes - this beautiful, gorgeous, good looking, successful Lady!”

DANKE, Lisa Balz, für dieses Interview!

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Südafrika-Bericht


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