Donnerstag, 02 September, 2010

Der Herbst hält Einzug

Herbstzeit bei den E-Cards, während ich mich hartnäckig weigere, Socken anzuziehen und morgens immer noch zum Hundespaziergang in die Sandalen schlüpfe. Ich glaube, wenn ich die Socken anziehe, ist mit dem Sommer endgültig Schluss. Wobei sich das Regenwetter durch mich auch nicht aufhalten ließ...

Hier einige Herbstimpressionen für die bunten Grüße per E-Post:

Klick zu den E-Cards

Viel Freude beim Verschicken,

Ihre Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: E-Cards

Mit Schattenseiten l(i)eben lernen

Mir fällt es sehr schwer, meine Schattenseiten zu akzeptieren. Das ist mir gestern klar geworden.

Lehne ich etwas ab, zeige ich eine Kante statt eine Rundung meines Selbst. An diesen Kanten kann man sich stoßen. Ich möchte am allerliebsten von allen gemocht werden und dass sich keiner an mir stößt oder verletzt. Die größte Wahrscheinlichkeit, das zu erreichen, ist, dass ich den Wünschen der Anderen entspreche, ihnen nicht widerspreche, keine Kritik übe ...

Was passiert, wenn ich das wirlich mache?

Ich handle zwangsläufig gegen mich selbst. Die nach außen gezeigte Rundung, nämlich dass sich keiner an mir stoßen kann, führt dazu, dass sich die Kante nach innen wölbt. An dieser Kante stoße ich mich dann. Ich verletze mich, wenn ich "Ja" sage, obwohl es nicht für mich stimmt und ich meine Grenzen damit verletze. Ich mache die berühmte Faust in der Tasche, bin unzufrieden, sammle Wut in mir an. Das ist ein ganz blödes Gefühl in der Magengegend, wie ein fester harter Ball, der drückt und schmerzt. Aus dem Gesichtspunkt der Psychosomatik sind solche unterdrückten Gefühle alles andere als gut für die Gesundheit.

Doch wie damit umgehen, wenn ich Angst habe, anzuecken?

Atmen. Zu meinen Sonnen- und meinen Schattenseiten stehen. Mich selbst versuchen zu verstehen, auch wenn mich sonst keiner versteht. Mir die gleichen Rechte zugestehen, die ich anderen zugestehen würde. Ich wünsche mir von anderen,

  • dass sie ehrlich ihre Meinung sagen
  • dass sie "Nein" sagen, wenn ich sie um etwas bitte, es für sie jedoch aus welchen Gründen auch immer nicht stimmt. Und sie dies auch noch dann sagen können, wenn sie bereits "Ja" sagten, sich diese Entscheidung aber verändert hat.

Mir selbst möchte ich diesen Raum auch geben. Es fällt mir schwer, weil ich etwas anderes gewohnt bin, doch ich will es lernen. Auf diesen Willen kommt es an.

Mit dem Wissen um meine Schattenseiten und indem ich sie akzeptiere und traue, sie zu zeigen, fällt der Schleier meiner (Selbst-)Täuschung. Nämlich, dass ich ein Mensch bin, den alle immer lieben und toll finden. Ein Mensch, auf den man nie wütend ist, ein Mensch, der nie verletzt und sich immer korrekt verhält. Der Schleier, auf dem steht: "Ich bin nur gut." und "Ich tue keiner Fliege etwas zuleide." und "Mit mir kann man alles machen."

Dieser Schleier - ungelüftet - ist von übler Wirkung wie schon oben beschrieben. Absolut ungesund fürs Ich, nicht wirklich authentisch und unehrlich zu anderen. Wie der Wolf, der einen Schafspelz trägt und darin fast umkommt, weil er sein wahres Ich verleugnet, nur damit andere sich vor ihm nicht fürchten.

Klar gibt es auch viele sanfte Schafe, die aus Schutz einen Wolfspelz überziehen, damit sie in Ruhe gelassen werden.

Was bin ich? Weder Schaf noch Wolf.

Ich möchte will die Anja Kolberg sein und zeigen, die ich bin, die ich fühle. Mal sanft - mal kratzbürstig, mal widerspenstig und zickig - mal liebevoll, mal traurig und wütend, mal authentisch und mal unecht, mal grüblerisch, mal pingelig - mal großzügig, mal offen und einladend - mal ablehend, mal lustig - mal missmutig, mal glücklich, mal flirtend - mal schüchtern, mal zweifelnd, manchmal großartig - manchmal unausstehlich, mal klein - mal groß, mal weinend, mal schreiend, mal beleidigt - mal beleidigend, mal verletzt - mal verletzend, mal bunt - mal grau, mal ermutigend - mal zerstörend, mal ängstlich - mal mutig, mal kommunikativ - mal still und leise, mal liebend - mal hassend, mal zuverlässig - mal im Stich lassend, mal intuitiv und mal kopfgesteuert, mal zärtlich und auch mal grob, mal boxend und mal streichelnd, mal stark und mal schwach, mal professionell - mal unerfahren, mal zuvorkommend und auch richtig frech. Mal mich selbst kritisierend - und hoffentlich immer öfter mich selbst liebend.

Der Schleier ist gelüftet. Darunter ist kein runder Ball, sondern ein Mensch mit Sonnen- und mit Schattenseiten. Eine Frau mit Rundungen und mit Ecken und Kanten.

Es ist nicht leicht für mich, damit umzugehen, dass sich an meinen Kanten andere stoßen könnten, denn ich will andere keinesfalls verletzen oder ihnen Leid zufügen. Doch das lässt sich nicht vermeiden, so gerne ich es auch wegzaubern möchte. Jeder - ich und auch die Menschen, mit denen ich in Kontakt bin - lernt, mit den Ecken und Kanten der anderen zu leben.

Ich würde lügen, zu behaupten, es ist ein Klacks für mich, wenn mir andere einen Korb geben oder Kritik an mir üben, mein Handeln in Frage stellen. Doch nur mit der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesem Thema lerne und erfahre ich, dass Kritik oder ein "Nein" keine Ablehnung meiner Person ist, sondern mein Gegenüber zu sich selbst, zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen steht. Spüren, geliebt zu werden, obwohl ich widerspreche, obwohl ich wütend bin, verletzend oder das Gegenteil von dem mache, was andere von mir erwarten.

Geliebt werden und dazu gehören, weil ich bin, wer und wie ich bin. Andere lieben, weil sie zu sich stehen und sich so zeigen wie sie sind, auch wenn das unbequem ist.

Atmen.

Ich traue mich immer mehr, ich selbst zu sein.

Anja Kolberg

Mittwoch, 01 September, 2010

Impuls für den September
Ich sage "Nein", wenn ich es fühle.

Tischkalender 2010 - vor Weihnachten gibt es den neuen Kalender 2011 hier zu kaufen  

Treffender könnte das September-Kalenderblatt für mich persönlich nicht sein. Ich spüre wie unendlich schwer es mir fällt, wirklich "Nein" zu sagen, wenn ich ein "Nein" fühle, es ist wie mich durch ein Nadelöhr zu zwängen. Überhaupt erst einmal zu erspüren, dass das knubblige Gefühl, das Unwohlsein, meine Reaktionen auf eine Frage, einen Befehl, eine Erwartung, eine Bitte ein innerliches "Nein" bedeutet. Wer viele Jahre oder Jahrzehnte den Erwartungen der Menschen in seinem Umfeld entsprochen hat, wer immer "Ja" sagte, auch wenn er es lieber nicht getan hätte, wer Angst hat vor den Reaktionen der Anderen auf ein "Nein", wer fürchten muss, deswegen nicht mehr geliebt zu werden, Ärger zu bekommen und weggestoßen oder gemieden zu werden, wer gegen langjährige Regeln verstößt, hat Erfahrungen gemacht, die diesen neuen Weg des "Nein" schwer machen.

Schwer heißt nicht, dass es nicht geht.

Schwer heißt für mich, mit dem leben zu können, was ein ausgesprochenes "Nein" auslösen kann. Doch ebenso schwer ist auch ein "Ja", dass sich wie ein "Nein" anfühlt und gegen die inneren Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle ausgesprochen wird. Der Ärger wird geschluckt und schlummert dort im Körper und sucht sich sein Ventil: Schlechte Laune. Kopfschmerzen. Traurig sein. Wut. Niedergeschlagenheit. Und Ersatzbefriedigungen: Essen. Kaufen. Rauchen. Trinken. Spielen...

Gesund ist das Gegenteil. Gesund ist es "Nein" zu sagen, wenn ich es fühle.

Ein "Nein" von einem Menschen, der immer "Ja" gesagt hat, kann beim Gegenüber Unverständnis auslösen. Die anderen werden vor den Kopf gestoßen, sind damit konfrontiert, dass es nicht mehr so bequem und einfach weitergeht wie bisher. Das ruft Gefühle beim Gegenüber hervor: Entsetzen. Wut. Beleidigt sein. Panik. Angst. Entrüstung. Ärger. Traurigkeit. Selbstzweifel...

Es sei denn, das Umfeld kann damit umgehen, dann ist das "Nein" akzeptiert und willkommen. Dann keimt Verständnis auf und das Gefühl, selbst "Nein" sagen zu dürfen. Wenn diese Kultur jedoch nicht existiert, gibt es eine Veränderung im oft lange bestehenden System und die ist für alle am System beteiligten (Familie, Freundeskreis, Kollegen...) bewusst oder unbewusst spürbar. Es verändert sich was am gewohnten Ablauf. Veränderung, die von außen und nicht von uns selbst kommt, ist oft schwer anzunehmen, besonders wenn sie lieb gewonnene Gewohnheiten, Bequemlichkeiten oder jahrelang bestehende Regeln in Familie, Freundes- oder Kollegenkreis berührt.

Mit all dem kann ich rechnen, wenn ich mich traue, ein "Nein" auszusprechen, das ich fühle, statt es wie gewohnt runterzuschlucken und zu nicken.

Zu sehen, dass es einem anderen nicht gut geht, weil er mit seinen Reaktionen auf mein "Nein" zu kämpfen hat - das ist Gefühlshorror für mich. Lieber soll es mir schlecht gehen, als dass es einem Menschen, den ich gerne habe, wegen meiner Ablehnung schlecht geht. Ich merke jedoch, dass ich nicht mehr gegen mich selbst handeln kann. Das bedeutet auch, mit all dem umgehen zu lernen, was mein neues Verhalten auslöst.

Einfach ist der Weg nicht. Deswegen kommt die Blüte der Echinacea zu Hilfe. Diese Gartenstaude ist eine Heilpflanze und stärk die körperlichen Abwehrkräfte, das Immunsystem. Auf der seelischen Ebene wirkt sie wie im Buch "Blütentherapie und Naturerfahrung" zu lesen ist, so: "Kernintegrität; Fähigkeit, sich zu sammeln und die Sammlung aufrecht zu erhalten, besonders bei ernsthafter Herausforderung; Würde bewahren."

Ich bin gerade sehr berührt, wie dies alles zusammen passt, denn als ich den Kalender im vergangenen Jahr entwarf, fügte meine Intuition Text und Bild zusammen. Jetzt erfahre ich in der Praxis wie die Herausforderung des "Nein" und die stärkende Wirkung der Echinacea, die auf dem Kalenderblatt für September abgebildet ist, zueinender passen. Ich schließe die Augen, halte mein Gesicht für einen Augenblick in die Morgensonne, die in mein Büro scheint und genieße diesen für mich besonderen Moment.

Ich interpretiere den Text so: Die Pflanze hilft mir dabei, zu mir zu stehen, die Gesamtheit meiner Gefühle wahrzunehmen und bei mir zu bleiben, auch wenn es schwer wird, wirklich zu mir zu stehen und mich zu verstehen, wenn es Gegenwind gibt. Ich bewahre mir meine Würde, meine Integrität mir selbst gegenüber.

Das "Nein" ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu mir selbst. Wirklich zu mir stehen, authentisch und gesund zu leben.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es mir von Mal zu Mal leichter fällt, zu mir zu stehen und "Nein" zu sagen und meinem damit konfrontierten Gegenüber die Freiheit zu lassen, dass er darauf reagieren darf, wie es für ihn stimmig ist - ob laut oder leise, traurig, beleidigt, wütend, strafend, drohend oder mit einem wohlwollenden Nicken akzeptierend.

Ich wünsche Ihnen und mir einen zauberhaften September

Ihre Anja Kolberg

Dienstag, 31 August, 2010

Frauencoaching als Startseite

Ihr Tag soll mit einem guten Gefühl starten?

Dann machen Sie www.Frauencoaching.de zu Ihrer Startseite in Ihrem Browser. Sobald Sie Ihren Browser öffnen, wird diese Seite hier aufgerufen und Sie sehen automatisch, ob und was es Neues gibt. Auf jeden Fall erwartet Sie jeden Morgen ein Zitat und ein freundliches Gesicht.

Klick = Frauencoaching wird Startseite  

Wie das geht? Sie können auf das obige Monitorbildchen klicken oder diesen Link und es öffnet sich ein Fenster, in dem gefragt wird, ob Sie diese Seite als Startseite wünschen. Sollte dieser Weg nicht funktionieren, können Sie im Menü Ihres Browsers unter Einstellungen oder Optionen die Startseite bestimmen. (Mozilla Firefox: Extras/Einstellungen/Allgemein)

Anja Kolberg

Freitag, 27 August, 2010

So schnell geht die Zeit vorbei

 

Ich weiß nicht warum, aber die Tage diese Woche sind mindestens doppelt so schnell vorbei gewesen wie die in der Woche zuvor. Komisch. Ist aber so.

Zwei Nächte hintereinander habe ich schlecht geschlafen. Die erste Nacht hatte mein Mann gegen vier Uhr Zahnschmerzen, die nächste Nacht konnte ich wegen dem verflixten Mond einfach nicht einschlafen, als es gegen halb drei dann ging, war der Wind da und Minu hielt mich auf Trapp. Schrei!!! Wahrscheinlich habe ich deswegen zwei Tage neben der Spur gelebt. Mit Schlafdefizit komme ich nicht gut klar... Schön war das Frühstück bei meiner Freundin Barbara am Mittwoch. Herrlich, so lange zusammen zu sitzen und ausgiebig zu quatschen! Unfassbar, dass ihre älteste Tochter schon neun Jahre alt ist. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, als sie als Baby auf meiner Brust/Bauch liegend einschlief. Ich habe in dem Moment eine tiefe Entspannung wie schon lange nicht mehr und einen tiefen Frieden empfunden. Das bleibt mir wohl ewig in Erinnerung.

Das Pflaumenkuchenessen am Wochenende war schön und die Kuchen wirklich jamijami-lecker. Sechs Kilo Pflaumen habe ich entsteint, vier davon verarbeitet. Obwohl ich keinen Entsteiner hatte, ging es ziemlich flott, oben und unten kreuzweise einritzen und dann an einer Seite aufschneiten. Ich habe einen Zwetschgendatschi gemacht (Rezept hinter dem Namen verlinkt), der Hefeteig ist sehr schön gegangen und lecker geworden. Nach meinem letzten Hefeteig war ich frustig. Ist ein paar Monate her. Drei Anläufe. Zweimal mit frischer Hefe, einmal mit Trockenhefe. Alle nicht gegangen... Es war zum Heulen. Diesmal habe ich ganz genau darauf geachtet, dass weder Milch noch Butter zu heiß sind. Das war wohl mein Fehler damals... Ja, der andere Kuchen war ein Knetteig mit Zimtstreuseln, ging schneller, war natürlich viiiiiel reichhaltiger, weil mehr Butter, auch lecker. (Habe für eine Platte die dreifache Menge vom Knetteig genommen.)

Wettermäßig hatten wir richtig Glück, nur ein paar Regentropfen, obwohl Unwetterwarnung war, blieben wir verschont. Jiepieh! Ich war zwar den ganzen Tag dank schwüler Luft durchgeschwitzt, aber besser noch als im Sommer wegen Regen drinnen sitzen müssen...

Das 1. Kölner Ballonfestival war ein tolles Erlebnis. Nicht weit von hier, auf den Jahnwiesen vor dem Stadion, war letztes Wochenende viel los. Neben dem Flugfeld auf den Jahnwiesen eine Flaniermeile mit Veranstaltungsbühne, jeder Menge kulinarischen Versorgungsmöglichkeiten, Kinderprogramm und auch die Möglichkeit, mit einem Ballon am Kran in die Luft zu gehen.

 

Aufgrund der Wetterverhältnisse konnte nur einer der ich glaube fünf geplanten Massenstarts der Ballone stattfinden. Wir hatten Glück und konnten den Start Samstag früh gegen 7 Uhr von uns aus sehen:

 

Samstag Abend konnten zwar einige Ballone starten, mussten aber weil sie Richtung Flughafen getrieben wurden, wieder landen. Die Enttäuschung war groß, als viele der bereits aufgeblasenen Ballonhüllen wieder eingepackt wurden. Dennoch war die Stimmung auf der Wiese toll. Wie ein schönes Sommerpicknick.

Abends gab es ein Feuerwerk und zuvor das Nightglow (Nachtglühen) der Ballone. Im Rhyhtmus der Musik zündeten sie ihr Feuer, wie eine Lichtorgel. Ein tolles Erlebnis!

 

Und heute? Ich gucke von meinem Schreibtisch auf eine neue Couch (ein richtig schön großes U mit vielen Kissen, 90 cm Tiefe und einem unempfindlichen grob gewebten Stoff in Grautönen. Diese Wohlfühllandschaft haben mein Mann und ich gestern abgeholt (klar, dass es beim Verpacken in die Wagen in Strömen geregnet hat...) und hier in meinem Büro geparkt. Natürlich muss dann auch noch frische Farbe fürs Wohnzimmer her, wir haben uns am Gelb/Rot satt gesehen. Wir haben uns in die neuen Trendfarben von Schöner Wohnen verliebt (Lounge, Stone, Perl). Das Streichen ist mein Wochenendprogramm, während mein Mann eine Holzwand hinter den Fernseher zur Abdeckung der Kabel montiert, die wir mit indirektem Licht hinterlegen wollen. Ich mag neu renovieren! Ich freue mich auf die frischen Farben, das Licht, die groooooße Couch, wo wir endlich mal wieder nebeneinander liegen können.. Herrlich!

Soviel für heute. Jetzt werde ich mit dem Ausräumen anfangen, Gardinen abhängen, die Farbe hochholen, die Leiter steht schon bereit.... Das wird ziemlich anstrengend - aber auch sehr schön!

Ganz liebe Grüße aus Köln & auch Ihnen ein schönes Wochenende

Anja Kolberg

Dienstag, 24 August, 2010

Ingrid Noll: Ehrenwort. Roman

Anja Kolberg: Willy Knobel ist komisch geworden, seit dem er nicht mehr von seiner Ehefrau versorgt wird. Für sein dringend benötigtes Taschengeld guckt Enkel Max nach Großmutters Tod bei Opa Willy nach dem Rechten. Bei einem der Aufträge geht in dem alten Haus etwas gehörig schief und Willy Knobel landet mit einem Bruch im Krankenhaus. Die Ärzte geben dem 90jährigen nicht mehr lange zu leben. Max kann seine Eltern Harald und Petra überzeugen, Opa bis zu seinem Sterben nicht in ein Heim, sondern in das verwaiste Zimmer seiner Schwester zu betten.

Da mit dem baldigen Ableben des Familienoberhauptes zu rechnen ist, stimmt der mit seinem Vater zerstrittene Harald zähneknirschend zu. Schließlich soll das Erbe nicht für die Pflege draufgehen. Wider Erwarten denkt Opa Willy nicht ans Sterben, die Puddingtherapie und Liebe von Enkel Max bewirken wahre Wunder. Im Haus wird es derweil turbolent: Hübsche und resolute Pflegerinnen geben sich die Klinke in die Hand, Opa und Enkel bekommen Frühlingsgefühle und der Greis fängt wieder an zu rauchen. Damit haben die Eltern noch mehr Gründe sich zu streiten und so überlegt jeder für sich, wie denn der Opa unter die Erde zu bekommen ist, damit endlich wieder Ruhe einkehrt und das Erbe fließen kann. Doch auch Max braucht Opas Geld, allerdings für ein dunkles Geheimnis, von dem keiner aus der Familie eine Ahnung hat.

Es wäre kein Ingrid Noll-Buch, wenn nicht Unfälle passieren würden, bei denen lästige Menschen einfach nebenbei entsorgt werden. Ingrid Noll spinnt fein die Fäden ihres Pageturners und gibt dabei einen realistischen Einblick in den familiären Pflegealltag. Die Autorin weiß wovon sie schreibt, schließlich hat sie ihre Mutter, die mit 106 Jahren starb, lange zu Hause gepflegt.

Ingrid Noll mordet wieder - und es ist herrlich vergnüglich zu lesen! So unterhaltsam kann morden sein. Diesen Stoff möchte ich nur zu gerne verfilmt sehen. Ingrid Noll zog mich schon mit der ersten Seite in ihren Bann. Nur äußerst ungerne legte ich "Ehrenwort" aus der Hand - nach zwei Tagen klappte ich die letzte Seite glücklich zu. Davon könnte ich noch viel viel mehr Bücher lesen, liebe Ingrid Noll! Danke für diesen herrlichen Zeitvertreib! Anja Kolberg



Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Schmöker

Freitag, 20 August, 2010

Spätsommer-Impressionen

Heute früh war der Spaziergang mit unserem Hund durch die Natur ein Wechsel zwischen kühl und warm. Kühl das Gefühl auf der Haut, wenn wir unter dem Schatten der Bäume unterwegs waren, warm wie eine streichelnde Hand war das Gefühl, wenn wir uns durch die sonnigen Abschnitte unseres Weges bewegten. Welch eine Wonne!

Gestern am späten Abend im Garten: Ein Blick auf die Köpfe der Echinazea. Was ist das? Es wimmelte darauf. Bienen fliegen doch nachts nicht mehr, oder? Was war es dann? Ein wenig Licht brachte die Aufklärung: Über zwanzig Ohrenpitscher. Wow! Übrigends heißen sie so, weil sie als Pulver gemahlen in der Antike zur Behandlung von Ohrenschmerzen eingesetzt wurden. Sie pitschen uns also nicht in die Ohren, sondern sind für uns lt. Wikipedia völlig ungefährlich. Ich wusste gar nicht, dass sooooo viele dieser Gattung in meinem Hochbeet leben. Ich hatte im Herbst schon mal umgedrehte, mit Stroh gefüllte Tontöpfe aufgehangen, weil sie darin gerne Unterschlupf finden. Der Nützling sorgt nämlich dafür, dass die Blattläuse nicht Überhand nehmen.

Unbekannt war mir bislang, dass sie nachts von der Echinazea kosten. Da die Pflanze als Immunstärker bekannt ist, bleibt die Frage: Haben sie vom Nektar der Blüte oder ihren Pflanzenteilen genascht, um sich den Magen voll zu schlagen oder war die ganze Gruppe krank und hat sich auf den Blüten ins Gruppensanatorium begeben? Hm...

Weil ich die Fenster nach Wochen Monaten endlich mal wieder geputzt habe, sehe ich jetzt noch einmal mehr, wie schön der Blumenkasten vor meinem Bürofenster ausschaut. Grün, lila, rosa und weiß sind die Farben meiner Wahl. Die Pflanzen: vanillefarbenes Wandelröschen, Lavendel, ein Herz aus Mühlenbeckie (die sich draußen super hält und nicht so schrecklich durstig ist wie drinnen - sie somit auch länger unter meinen Fittichen überlebt...), eine dickfleischige weiße Pflanze, deren Namen ich nicht kenne (unverschämt, hat sich nicht vorgestellt!, wollte aber bei mir wohnen...) und rechts und links ein dreifarbiger Sutera-Mix (Schneeflockenblume). Letzere gefällt mir besonders gut, blüht und rankt sie doch unermüdlich, kann volle Sonne ebenso wie die kurzzeitige Trockenheit im Blumenkasten ab.

Am Wochenende ist hier in der Nähe das Kölner Ballonfestival, mal sehen, ob ich schöne Eindrücke sammeln kann und wir haben die Familie meines Mannes zum Pflaumenkuchenessen eingeladen. Darauf freue ich mich schon sehr!

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaft schönes Spätsommer-Sonnenwochenende

Anja Kolberg

gut gekocht! Das Grundkochbuch**

Anja Kolberg: Wer dieses Kochbuch mit seinen 240 Seiten und 260 Abbildungen in die Hand nimmt, wird sich zunächst über die Haptik freuen: Der Einband ist flexibel, der Kochlöffel und Teile der Schrift sind hervorgehoben. Fühlt sich gut an, sieht gut aus und lässt sich problemlos aufklappen. Praktisch auch das Lesebändchen.

Es gibt zwar nicht zu jedem Gericht ein Foto, was ich wichtig finde, dafür jedoch viele ansprechende Fotos von den Kochprozessen. Der Focus dieses Buches liegt nämlich bei jedem Rezept auf den einzelnen Zubereitungsschritten und nicht auf der Präsentation des fertigen Gerichts. Die verschiedenen Rezept-Varianten werden nicht bildlich dargestellt.

Aufgeteilt ist das Grundkochbuch in diese Rubriken: Brühen, Suppen und Saucen. Eier. Fisch und Meeresfrüchte. Fleisch und Geflügel. Gemüse und Kartoffeln. Hülsenfrüchte. Reis und Getreide. Pasta, Pizza & Co. Süßes Finale. Menü- und Mengenlehre. Rund macht dies Buch die Warenkunde der einzelnen Rubriken über Einkauf, Sorten, Lagerung, Gartemperaturen, Zubereitungsarten und vieles mehr.

Eine Besonderheit, die mal mit mal ohne Bild(er) auftaucht: "Das ist wirklich wichtig". Hier wird erläutert, was zum Gelingen eines Rezepts wirklich wichtig ist, zum Beispiel wie man einen Fisch zerlegt, wie das perfekte Risotto gelingt, wie man Dicke Bohnen pult, Spargel richtig schält oder Garnelen zubereitet.

Die Spanne von den perfekt gebratenen Spiegeleiern, was schönes Anfangswissen ist - über Jakobsmuscheln auf Salatbett, die ich nicht in einem Grundkochbuch erwarten würde- und selbst gemachter Pizza Margherita, tolle Idee statt das PizzaTaxi zu rufen - bis hin zum gelungenen Sonntagsbraten, vielleicht für den ersten Besuch der Schwiegereltern? - ist riesig. Damit hätte ich nicht in einem Grundkochbuch gerechnet. Schlau ist, wer das Vorwort liest, denn darin steht, dass einen keine reine Sammlung von Grundrezepten erwartet, sondern die wichtigsten Rezepte der modernen Küche genauer vorgestellt werden, wozu unkomplizierte Gerichte für den Alltag - wie Schnitzel oder die schnelle Salatsoße - ebenso gehören wie die höhere Kunst des festlichen Essens mit selbstgemachter Sauce hollandaise oder etwa Crème caramel.

Fazit: Ich finde dieses Grundkochbuch wirklich gelungen. Nicht nur für Küchenneulinge, sondern auch für alte Hasen, die sich genau anschauen möchten, wie es geht - gut zu kochen. Dieses Buch unterscheidet sich von anderen Kochbüchern, die ich kenne, wirklich durch die vielen Hinweise der richtigen Zubereitung und nicht nur wie sonst die Darstellung des fertigen Gerichts und dem geschriebenen Rezept. Mein Wunsch für eine nächste Auflage: Das I-Tüpfelchen wären noch Hinweise, was bei einem Gericht schief gehen kann, was man nicht machen sollte, weil dann dies oder jenes passiert, um noch mehr vom Erfahrungswissen der Köchin zu profitieren und für das Abenteuer Küche gewappnet zu sein. Vielleicht in einem nächsten Buch? Ich freue mich auf hoffentlich noch mehr Bücher dieser Reihe, besonders eines über das Backen und wie Motivtorten gelingen...


Tipp: Meine Großmutter schenkte mir für die erste eigene Wohnung einen Wäschekorb voller Grundlebensmittel, zum Teil schon praktisch in Vorratsdosen verpackt und ein Grundkochbuch. Eine großartige Idee! Von den Schätzen dieses Geschenkes leben heute, fast 20 Jahre danach immer noch das viel genutzte Kochbuch, der Wäschekorb und die Vorratsdosen. Somit nicht nur sehr praktisch, sondern auch eine ewige Erinnerung.



Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Buch: Kochen, Backen & Co.

 

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