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Freitag, 30 Oktober, 2015

Fotographieren & Filmen mit dem Handy - neue Erfahrungen

Im Sommer übernahm ich das Smartphone meines Mannes. Noch mit Skepsis und etwas Ablehnung. Ich hatte ja schon eines, auch ein altes von ihm. Das hier war schneller, bessere Kamera, neueres Betriebssystem, das alte gab schon mal öfter den Geist auf.

Dieses moderne Zeugs ... ;o)

Nur wegen Whats app hab ich damit ja überhaupt geliebäugelt. (Das ist ein Kommunikationsprogramm, bei dem ich mit meinen Kontakten Nachrichten, Fotos, Videos, Tondateien sehr einfach austauschen und sogar aufnehmen kann.)

Meine Ablehnung halte ich aber nur so lange aufrecht, bis ich etwas so richtig zu schätzen weiß. Mein Mann ist da schon viel viel viel viel weiter ... und in dem Bereich so extrem gut sortiert und organisiert. Hab ich schon mal geschrieben, dass er seine Termine, neuen Kontakte oder Telefonnummeränderungen sofort in sein Handy einpflegt? Respekt. Auch die Kehrbezirksverwaltung läuft bei ihnen komplett digital und sicher, noch nie ist ein Termin dadurch gegangen. Das hat er richtig gut drauf. Er liebt die Technik. Und ich? Ich stehe nicht so auf neue Technik. Kontaktänderungen sofort in mein Handy einpflegen? Räusper. Termine trage ich immer noch in meinen Papierkalender ein. Dieses kleine digitale Dings, nä ... Ich trau dem Braten nicht so richtig. Da kann ich ganz gut was von meinem Mann lernen. Ich müsste ja nur ... Tja. Es gibt nichts gutes, außer ...

Erst diesen September im Urlaub habe ich das Handy mit seinen Funktionen so richtig lieben gelernt. Mich mit den Funktionen vertraut gemacht, ein wenig darin aufgeräumt und ausprobiert. Und ich bin begeistert! Videos und Fotos lassen sich sooo einfach damit machen. Das Smartphone passt immer in eine Jacken- oder Hosentasche und ist sooo herrlich leicht.

Kein Schmutz im Gehäuse, kein aufwändiges reinigen

Ich habe zwar auch bewusst Ausflüge mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera gemacht, aber die ist so viel schwerer und damit unpraktischer. Dann der Objektivwechsel, ich habe mir beim Wechseln - ich habe ein 90er und ein 17-50er Objektiv dabei - Schmutz auf dem Sensor im inneren der Kamera eingefangen. Die ist gerade auf dem Weg zum Canon-Service zum Reinigen, da man die Flecken auf einigen Fotos sehen kann. Knirsch. Zudem setzt sich die salzige Seeluft so schnell auf die Linse, (sieht dann alles verschmiert aus) dass ich sie ständig reinigen muss. Bei der Handylinse ist das nur ein Wisch, sie ist ja so winzig. :o)

So war ich viel öfter mit einer Kamera auf der Pirsch nach schönen Eindrücken. Alle Fotos des Dänemark-Berichts sind mit der Handy-Kamera aufgenommen. Für das Internet reicht die Qualität in der Größe also aus.

HDR - so einfach - so gut!

Auch HDR-Aufnahmen sind mit dem kleinen Ding möglich. (Bei HDR-Aufnahmen wird ein Motiv in drei Belichtungsstufen aufgenommen und dann zu einem Bild zusammen gefügt. So sind auch sonst dunkle Bereiches eines Fotos hell und sehr helle Bereiche sind nicht nur hell, sondern es ist sichtbar, was dort ist. Schön bei Aufnahmen des Himmels, wo viel mehr Wolken auftauchen. Die Bilder wirken lebendiger.)

Meine Spiegelreflex kann das leider nicht automatisch. Gut, sie ist schon ein paar Jahre alt, eine Canon 350D. Die neuen können das zum Teil schon. Ich kann das auch mit meiner 'großen' machen, doch dafür muss ich alles manuell einstellen, aufnehmen und später mit einer speziellen Software am PC die drei Bilder zu einem Bild zusammenfügen. Was ehrlich gesagt so viel Arbeit ist, dass ich daran schnell die Lust verloren habe.

Bitte rasant noch bessere Qualität!

Mein Wunsch ist jetzt, dass sich die Technik der Handykameras so rasant verbessert, dass ich damit qualitativ so herausragende Bilder machen kann wie mit einer Spiegelreflexkamera (am liebsten) mit Vollformat-Sensor - hier sind die Bilder auch bei Vergrößerungen in einer klasse Qualität, ich sehe auch noch Details. Wenn ich ein Handy-Bild vergrößere wird es schnell grob, pixelig und unscharf. Ich weiß: Mein Wunsch ist eine Utopie im Moment, doch mal sehen, was die Zukunft noch bringt. Für mich auf jeden Fall der Bereich der Fotographie, der für mich am attraktivsten ist. Eben weil das Handy so gute Aufnahmen macht, es so leicht zu transportieren ist und Fotos so leicht weiter geleitet werden können.

Schwer oder leicht?

Die Entscheidung bei einem Ausflug nur das leichte Handy in die Tasche zu stecken oder die im Verhältnis dazu schwere Spiegelreflex zu tragen und noch ein Objektiv dabei, die ist schnell getroffen ... Obwohl ich sooo schöne Handyfotos geschossen habe, wäre schön, wenn ich die auch für den Kalender nutzen könnte. Ich muss da noch ein paar Tests machen, die Fotos mal vergrößern, einige wollen wir uns an die Wand hängen. Ich veröffentliche hier ja nur einen winzigen Teil und ehrlich gesagt auch nicht die schönsten Bilder, die Motive möchte ich für den Kalender reservieren. :o)

Digitales Urlaubstagebuch

Das tägliche Selfie mit meinem Mann, zum Teil mit Minu und von mir selbst waren schöne Rituale und jetzt eine schöne Erinnerung wie ein Urlaubstagebuch. Schön zu sehen, wie ich von Tag zu Tag erholter und glücklicher aussehe. Oder auch alleine am Strand ein Stärkungsvideo für mich selbst aufnehmen. Aaaah!

Mein Mann hatte Spaß, jeden Tag ein Video mit seinem Handy zu drehen, es zu schneiden, zu vertonen und zu teilen. :o) Gut gefallen hat mir, die Fotos und Erlebnisse per Whatsapp gleich mit meiner Familie und Freunden teilen zu können und sie waren glatt mit im Urlaub.

Jaja, ist ja gut

Im Haus hatten wir W-Lan und obwohl ich bei der Recherche nach einem Haus erst die Augen verdrehte, weil mein Mann das freie Netz wie im letzten Urlaub unbedingt haben musste, war ich nachher recht froh, dass wir es hatten. Eben wegen dem Teilen von meinen Eindrücken. Obwohl: Ich würde auch ohne auskommen. Jetzt war es eine schöne Erfahrung und Bereicherung.

Schneller Tippen

Vor einigen Wochen habe ich mir eine App (für nicht Smartphone-Nutzer: Mini-Programme fürs Smartphone) installiert, die mich viel schneller auf der kleinen Tastatur schreiben lässt. Ich schreibe dort zwar nur mit dem Zeigefinger, aber ich bin so schnell, dass es wieder richtig Spaß macht. Was hab ich das vorher verteufelt, auf dem Miniding mit meinen Fingern die Tasten zu treffen ... Allerdings ist es sinnvoll, dafür mit 10 Fingern schreiben zu können. Den Zeigefinger setze ich nämlich nicht ab, sondern 'wische' (swipe = englisch für wischen) das Wort in einem Rutsch. Dafür ist es sinnvoll zu wissen, wo die Buchstaben auf der Tastatur liegen. Die App heißt 'Swype', es gibt eine kostenfreie Version und auch kostenpflichtige Erweiterungen. Es ist erstaunlich, wie das Programm aus dem Wischen über die Tastatur die Wörter findet. Klappt wunderbar. (Wenn Sie mal schauen wollen, den Namen Swype im Playstore in der Suche eingeben.)

Ach genau: Achtsamkeit.

Ja, ich hatte das Handy öfter dabei als jemals zuvor. Ja, ich habe viel viel mehr Fotos und Videos gemacht. In ruhigen Momenten habe ich das kritisch hinterfragt. Bin ich nur noch auf dem Tripp, schöne Bilder aufzunehmen? Ja, das auch. UND mir ist bewusst geworden, dass mir die Kamera (ob jetzt Handy oder Spiegelreflex oder Bridge oder was auch immer) hilft, die Umwelt genauer zu betrachten, die Schönheit bewusster wahrzunehmen. Ja, durch die Linse nehme ich alles intensiver wahr. So viel Zeit würde ich mir für manche Motive gar nicht nehmen. Und es gibt auch Zeiten, da war alles Aufnahmegerät in der Tasche oder im Ferienhaus und ich habe einfach geguckt, einen Fuß vor den anderen gesetzt, geatmet, meine Gedanken ziehen lassen und tolles Motiv tolles Motiv sein lassen, nicht leicht ... Wer fotographiert, kennt vielleicht die Situation, dass so tolle Motive genau dann auftauchen, wenn man keine Kamera dabei hat. ;o)

So, genug von der Technik. Draußen ist es schon hell, der Himmel im Osten ist schon gelb getüncht, gleich geht die Sonne auf und ich drehe jetzt mit unserer Appenzeller Sennenhündin unsere Morgenrunde ...

So, erledigt. Die gelb-orange-braunen Herbstblätter haben so viel Farbe und Fröhlichkeit auf den Gehweg gezaubert. Das schätze ich auch daran, einen Hund zu haben: Ich komme jeden Tag vor die Türe und beobachte die Veränderung der Natur, des Wetters und genieße es. Unsere Minu schnarcht jetzt auf der Couch. Mein Bauch ist vom Frühstück gefüllt. Ich habe einige Fotos für den Beitrag ergänzt und jetzt kommt die nächste Aufgabe an die Reihe.

Hier der Anfang meines Dänemark-Urlaubsberichtes: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise. 

Einen schönen Tag & ein schöööönes Wochenende

Anja Kolberg

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/10/entry_6952.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Montag, 26 Oktober, 2015

Veganes Essen im Urlaub in Dänemark

Im Ferienhaus in Dänemark versorgen wir uns selbst. Frühstück, Snacks, Abendessen. Mein Mann und ich wechseln uns beim Kochen ab. Es gibt einfache Kost.

Urlaubszeit ist kostbar für mich. Die will ich nicht mit Essen planen und Einkaufen verbringen, sondern möglichst viel Freizeit haben. Als ich mit der veganen Ernährung begann und mir sicher war, nicht am Ferienort suchen zu wollen, was es dort für mich veganes zu essen gibt, fing ich an, einen Essensplan zusammen zu stellen. Ich habe mir vorher zu Hause überlegt, was wir die 21 Tage an warmen Gerichten und zum Frühstück essen könnten. Essen, das wir beide mögen und je nach dem in veganer und normaler Variante (für meinen Mann) einfach zubereitet werden kann. Auch die Lebensmittel habe ich vorher weitestgehend eingekauft. Unser Wagen ist groß genug, die Lebensmittel mitzunehmen. Praktisch.

Klar, kann man in Dänemark auch einkaufen gehen. Allerdings hat die Erfahrung in den vielen Jahren vor Ort gezeigt, dass die kleinen Supermärkte vor Ort je nach Gegend und Saison manchmal geschlossen oder gar nicht vorhanden sind oder nur mit dem nötigsten ausgestattet, was zudem recht teuer ist. Mir ging es auf den Keks, einen Discounter oder größeren, gut ausgestatteten Supermarkt in der Nähe zu finden und die Zeit mit Einkaufen zu verplempern. Das ist mal ganz lustig durch einen dänischen Supermarkt zu schlendern und interessant, aber nicht für jeden Tag. Wenn schon Selbstversorger, dann so praktisch und bequem wie möglich.

Meinen Essensplan haben wir jetzt schon den zweiten Urlaub in Gebrauch. Die vorbereitende Arbeit hat sich gelohnt. Das Ziel habe ich erreicht: Nämlich möglichst viel Urlaubszeit zu genießen.

Es gibt natürlich nicht 21 unterschiedliche Gerichte. Manches gibt es dreimal im Urlaub, also einmal in jeder Woche. Ich habe auch so geplant, dass ich eine vegane Alternative für mich habe, wenn es für meinen Mann frischen Fisch gibt, den wir vor Ort meist im nächsten Hafen kaufen. Wenn das Haus eine Kühltruhe hat, ist auch das Einfrieren möglich. So haben wir schon mal die doppelte Menge gekocht (Wurstgullasch mit Reis, vegane und normale Variante) und dann zwei Portionen eingefroren. Das ist besonders praktisch, wenn man nach einem Ausflug nach Hause kommt und keinen Bock mehr hat, noch lange zu schnippeln und am Herd zu stehen. Aufwändiges Essen gibt es im Urlaub bei uns nicht. Mirakoli ist genaus so dabei wie süße Nudeln (also Nudeln mit eingemachten Pflaumen aus dem Glas, dazu Vanillesoße). Was wir auch oft zu Hause machen, nämlich frischen Salat mit Salz- oder Backofenkartoffeln, den gab es auch. Dieses Mal hatten wir Glück mit nahen, gut ausgestatteten Supermärkten, mit einem tollen und nicht teuren Obst- und Gemüseangebot. Hüpf!

Mein Plan hat prima funktioniert. Zum Ende des Urlaubs waren noch zwei Pakete Spaghetti mit Pesto übrig, ein paar vor Ort gekaufte Kartoffeln und Zwiebeln, aber das wars. Ich werde es das nächstes Mal auf jeden Fall wieder so machen. Lecker und einfach. Von mal zu mal wird die Liste besser.

Ich habe sogar zwei leckere vegane Brotaufstriche im Netto in Lemvig gefunden (Hummus und Artischockenpesto). Da ich für mich zu wenig Aufstrich eingeplant hatte, bin ich auf die Suche gegangen. Zwei Testkäufe waren nach Studium der dänischen Inhaltsliste und Übersetzungen zu Hause nicht vegan (Oliventapenade war mit Sardellen 'ansjos' und der Sojaaufstrich mit Ei 'heleagspulver').

Veganes Selbstversorgen ist mit Planung für mich auch im Urlaub gut umsetzbar. Herrlich!

Zu Hause freuen wir uns dann wieder auf die Gemüsekiste: Jede Woche abwechslungsreiche Rezepte und Gemüse und Obst. Diese Woche gab es ein Rezept mit Mangold, Rosinen, Zitrone, Chilli und Mandeln. Lecker! Mir ist in Dänemark aufgefallen, dass ich durch das regelmäßige Knabbern von Obst und Gemüse viel mehr Lust hatte, Frisches vor Ort zu kaufen. Das freut meinen Körper und unsere Gesundheit.

Hier der erste Bericht meiner Reise: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. 

Anja Kolberg

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Dienstag, 20 Oktober, 2015

Oh ja, ein Sturm!

Mein Wunsch, in unserem Urlaub in Dänemark einen Sturm zu erleben, weil ich dann die Natur und die Kraft der Gezeiten, des Meeres und des Windes noch mehr spüren kann, erfüllte sich in der ersten Woche. Immer wieder zogen dunkle Wolken auf. Es war kaum einzukalkulieren, ob wir bei einem Spaziergang trocken bleiben würden oder nicht. Kurz: Es regnete zwischen den Schauern. :o)

Und als es ganz arg ums Haus stürmte, sich die Halme des Strandhafers zur Erde bogen, sich alles im Wind bewegte, was nicht felsenfest war, da zog ich mir die Regenjacke über und stapfte kurzentschlossen die 150 Meter zum Strand. Ich wollte sehen, was auf der anderen Seite der Düne abgeht. Oben auf dem Hügel angekommen, war meine Hose schon von der linken Seite, aus der der Wind kam, nass. Die Regenjacke hielt dicht.

Über mir segelten die Möven die Dünespitze entlang. Ich spürte wie sie diese Bewegung im Sturm genossen. Kaum Anstrengung, treiben lassen.

Dann der Blick aufs Meer. Wow! Der Himmel von grauen und dunkelblauen Wolken überzogen. Das Meer dunkelblau bis vorne grünbraun, vom Strand getrennt durch einen breiten weißen Streifen Gicht. Diese Wellen. Das Wasser türmte sich hoch auf und krachte hinab. Boah! Das innere Kind in mir flippte aus vor Freude und Neugier und Teilhaben wollen. Runter ans Wasser. Genial. Es war so unglaublich laut.

Ich stellte mich mit meinem ganzen Körpergewicht gegen den Wind und wurde gehalten. Direkt in die Sturmrichtung zu schauen, nahm mir erst mal den Atem, so stark der Druck. Der nächste Regenguss kam herunter. Durch den Sturm flogen die Regentropfen waagerecht. Ich drehte mich so, dass wenigstens mein Gesicht das Wasser nicht direkt abbekam und fühlte, wie der Regen gegen meinen Rücken prasselte und langsam durch die Jacke drang. Die Jeans fühlte sich so schwer an, klebte an den Beinen. Wasser sammelte sich in meinen Schuhen. Mein Gesicht war auch nass, Wasser tropfte mir von der Nasespitze. Ich habe mich so lebendig gefühlt und habe laut gejuchzt und mich gefreut, "Ja, ich liebe es! Das ist so geil! LEBEN!" gerufen und Videobotschaften für liebe Menschen mit dem Handy aufgenommen, um sie teilhaben zu lassen, wie schön dieses Gefühl ist, dort jetzt am Meer im Sturm zu stehen, nass zu werden und diesen Moment zu genießen. Mit der Erde verbunden. Total da - bei mir. Bevor ich losgeschrieen habe, schaute ich mich mal kurz in alle Richtungen um.

Waren zu Beginn meines Ausflugs noch einige Menschen am Strand (Sogar zwei ganz mutige, die ins Wasser gingen. Ich habe davor und danach, selbst bei schönem Wetter keinen mehr gesehen, der das gemacht hat.), war bei dem argen Nass von oben keine Menschenseele außer mir mehr da. Die Wellen peitschten so hoch. Der Sand flog in Nebelschwaden über den Strand und klebte sich an meine Hose. Mir war kalt, ich war klatschnass, doch es war mir egal oder ich nahm es hin. Auf dem Video bin ich nur am Grinsen, lache, bin voller Energie. Ich werde schon wieder ganz kribbelig, wenn ich daran zurück denke. Danke Himmel, dass ich das erleben durfte.

Als ich nach einer Stunde zurück ins Haus bin, wo mein Mann inzwischen schon den Kaminofen beheizt hatte, war jeder Schritt doppelt so schwer. Meine Kleidung hatte so viel Regen aufgenommen. Selbst meine Unterhose war nass. :o) Es brauchte zwei Tage, bis Jacke, Hose und Schuhe wieder vollständig trocken waren.

Ich grinse, während ich das schreibe, weil ich mir gerade die Videos angeschaut habe und denke:

Nicht den Regen und den Sturm des Lebens meiden, Anja. Rein und das volle Leben spüren!

Welch stärkende und bereichernde Erfahrung.

Herzlich,

Ihre Anja Kolberg

PS: Hier mein erster Bericht aus dem Urlaub Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer.  

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Donnerstag, 15 Oktober, 2015

Minu und das Meer

Unsere fast dreizehnjährige Hündin mag das Meer wie wir. Sie liebt die verschiedenen Gerüche, die Nase tief ins Strandgut stecken, einen herzhaften Biss in den Sand, gucken, warum die kleinen Kröten so über die Düne hüpfen, die Gegend beobachten, den Boden Centimeter für Centimeter abschnüffeln ...

Der Wind lässt ihre Ohren lustig nach oben fliegen.

Sie findet zwischen den vielen Steinen auch für sie Essbares am Strand, was uns in helle Aufregung versetzt. Wir versuchen das Aufnehmen zwar zu vermeiden, aber das gelingt nicht immer, weil wir nicht schnell genug waren und abgelenkt von all dem, was es auch für uns zu gucken gibt.

Meiner Beobachtung nach muss sie einmal Fisch angenagt, (fangfrisch? Wie alt mag der gewesen sein?) Muscheln und Algen gefressen haben. Zum Glück hat sie keine Bauchschmerzen bekommen. Alles gut gegangen. Puh!

Sie macht inzwischen auch schon mal ein Päuschen, wenn ihre beiden Mitbewohner fotographieren.

Boah, Frauchen, ich bin echt müde vom Spaziergang und den vielen Schnüffelerlebnissen.

Im Häuschen hat sie sich wohl gefühlt. Der Wind und die Geräusche haben ihr entgegen früheren Erfahrungen zu Hause gar nix ausgemacht.

Ein Ritual, was wir alle drei lieben, wenn sie nass geworden ist: Minu wird dann ganz genüsslich und liebevoll abgetrocknet. Sie hat sogar einen Moment fürs Foto still gehalten. Ich schiebe das Handtuch dann ganz vorsichtig zurück, bis ihre Nasenspitze rausschaut und massiere ihren Kopf, dann kommt der Rücken dran, der Bauch und die Pfoten. Hach, das macht Spaß.

Teilweise war sie von den Gerüchen und Eindrücken am Strand so abgelenkt, dass sie gar nicht merkte, wie die Wellen den Strand hochrollten und die Schaumkronen ihre Füße hochstiegen. Unser Hund legte sich einen unvergleichlichen Meer-Fischgeruch zu. Hust. Sie hat ihn glaube ich geliebt. Wir weniger. Wir hatten die leise Vermutung, sie war ein wenig beleidigt, als wir sie am Donnerstag vor der Abreise duschten und allen Meeresgeruch entfernten. Danach roch sie wieder wie ein Hundebaby, war aber so kaputt, dass sie gleich einschlief. :o)

Unser "Hase" - einer der vielen Kosenamen unseren vierbeinigen Freundes - ist jetzt dreizehn. Nicht mehr alles geht so flott wie früher. Wir erleben an ihren Beinen, dass die Kraft nicht mehr so da ist, zum Beispiel zu Hause beim Treppensteigen. Auch so ist sie ruhiger geworden. Sie flippt nicht mehr bei jeder Hündin aus, die ihr begegnet und nicht passt. :o)

Ich hoffe inständig, dass wir noch mehr Urlaube mit ihr verbringen können bei guter Gesundheit. Wir sind schon einen schönen Weg miteinander gegangen und wollen ihn gerne noch weiter gehen. Mein Herz hätte gerne, dass sie mindestens noch 40 Jahre lebt. Ja, ich weiß, Utopie, aber das Herz hält daran so gerne fest.

Hier ein Bild von unserem Schatz, das ich soooo mag, weil sie so lustig schaut:

Ich weiß gar nicht, wie oft ich verzückt bin, weil sie soooo süß guckt, schnarcht, schläft ... Je mehr ich ihre zunehmenden Wehwehchen beobachte, desto intensiver versuche ich die Zeit mit ihr zu genießen. Jeden Moment auszukosten, sie zu streicheln, mir Zeit zu nehmen.

Unser Verhältnis war am Anfang wirklich nicht einfach, weil sie ein sehr aktiver, eigenwilliger, kribbeliger, dickköpfiger Hund ist, der sich gerne über andere Hunde aufregt, was mir sehr unangenehm ist, weil ich gerne freundlich mit allen bin. Ich musste einsehen, dass sie andere Hunde nicht mögen darf und ich nicht die einzige Hundemama mit diesen Problemen bin. Doch mit den Jahren sind wir beide lockerer und ruhiger geworden und heute möchte ich sie nicht mehr missen.

Grüße von der verliebten Mitbewohnerin eines süßen Fellfreundes

Anja Kolberg

PS: Hier der Anfang meiner Reise: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise. 

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Mittwoch, 14 Oktober, 2015

Sand an meinen Füßen

Bitte kein Sand in den Schuhen

Welche Schuhe nehme ich für den Strand mit? Die Frage beschäftigte mich vor Urlaubsbeginn. Offene Schuhe - ja, falls es schön ist, aber welche für den täglichen Spaziergang über den sandigen Strand?

Am allerliebsten wäre mir eine Lösung, wo ich keinen Sand in Schuhe und Socken bekomme. Das finde ich unangenehm. Und ich wollte keine guten Schuhe für den Strandspaziergang nehmen, die nachher schmutzig und stinkig von Wasser, Sand und Treibgut sind. (Wir hatten in den Wintermonaten mal Teer am Strand ...)

Gummistiefel sind nicht vorhanden. Im Winter habe ich warme Boots, die ich in den vorigen Urlauben nutzte, doch die wären jetzt zu warm. Letzten Endes entschloss ich mich für alte Turnschuhe, die nach dem Urlaub das zeitliche segnen konnten.

Erfahrung vor Ort: Wie das mit Turnschuhen so ist, sie haben Belüftungsstoff und der lässt Sand rein. Und wenn man tiefer in den Sand einsinkt, was auch immer vorkommt, sickern die Körner von oben rein. So hatte ich doch Sand in den Schuhen und ich hasste es anfangs. Arg!

Spannend, wie sich mein Befinden während der Zeit veränderte. Irgendwann habe ich die Situation akzeptiert. Zum Ende des Urlaubs war es einfach so, dass ich nach unserem Spaziergang die Schuhe und Socken vom mitgebrachten Sand leerte. Fertig.

Füße im Wasser

An vier Tagen war ich mit den Füßen im Wasser. Darauf habe ich ich sehr gefreut.

Ich liebe die Berührung der Wellen an meinen Beinen. Und auch den Sand an den nackten Füßen zu spüren. Mit beiden Beinen auf dem Boden. Das hat was.

Einen Tag war es herrlich warm, ich konnte ein T-Shirt anziehen. Das Wasser, erstaunlicherweise wärmer als gedacht, kühlte meine Beine, die immer stärker vom Wasser durchblutet wurden und schön warm waren. Wie gut tat dann die Erfrischung durch die nächste Welle.

Zwischendurch musste ich immer wieder mal Badeschuhe anziehen, weil Strandabschnitte mit spitzen Steinen kamen.

Als ich zwei Tage nach dem warmen Tag in der letzten Woche nochmal das Gefühl genießen wollte, war es schon wieder so abgekühlt, dass es kein Spaß mehr machte. Ich hatte das Gefühl, meine Zehen froren ab, dazu der kalte Wind. Brrr. In einem Strandabschnitt sackte ich dazu mehrere Male bis zu den Knien ein. Es hat sieben, acht beherzte Schritte gebraucht, bis ich raus war. Das war ein Schreck! Wie tückisch, von außen war das Stück nicht von festem Untergrund zu unterscheiden. Unter dem nassen Sand waren sehr feine Kiesel, die von viel Wasser umspült waren. Das sah fest aus, war es aber nicht.

Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war meine Lust auf den Strandspaziergang an der Wasserkante verflogen. Dieses Erlebnis machte mir den Abschied leichter und flößte mir Respekt vor den Gefahren des Meeres ein.

Dennoch bleibt in erster Linie das Glücksgefühl in meiner Erinnerung, wenn die Wellen meine Beine umspielen und mich abkühlen. Hach, herrlich!

Morgen ein weiterer Bericht vom Meer.

Anja Kolberg

Die bisherigen Berichte: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. und Der Wetterwechsel macht's und Minu und das Meer und Oh ja, ein Sturm und Veganes Essen im Urlaub in Dänemark und Fotographieren & Filmen mit dem Handy - neue Erfahrungen 

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Dienstag, 13 Oktober, 2015

Der Wetterwechsel macht's

Einer meiner Höhepunkte im Urlaub war das Wetter, das so wechselhaft war wie bei uns ein Aprilwetter. Es war jede Menge Raum um uns herum, um den Himmel immer beobachten zu können.

Nach einem heftigen Sturmtag, bei dem ich einen Ausflug an den Strand machte (Bericht folgt noch hier), blickte ich am nächsten Morgen aus dem Fenster und sah: Blauen Himmel, weiße Wölkchen! Über Nacht hatte sich das Wetter völlig gedreht.

Es stürmte unverändert. Von Köln kenne ich diesen schnellen, beständigen Wetterwechsel während des Jahres nicht. An einem Tag war es herrlich warm, sonnig und am nächsten Tag grauer Himmel.

Wir hatten wirklich jedes Wetter: Windstill - blauer Himmel - wolkenlos und warme Sonnenstrahlen - was eine Ahnung hinterlies, wie es dort wohl im Sommer sein mag.

Dichter Morgennebel, der sich mit den hereinbrechenden Sonnestrahlen langsam verzog, überall glitzernde Tropfen hinterließ und dann eine von Land neu aufkommende Nebelfront und zwischen den Häuser vorbeiziehende Nebelschwaden, die sich wieder auflösten und dann kurz darauf ein klarer, strahlender Tag.

Grauer Himmel, Nieselregen und eher düster. Dann die Sonne und Regenbogen. Blauer Himmel mit vielen Kondensstreifen und Wind. Blauer Himmel mit Wolken, die ganz zerzaust und durchsichtig aussehen, als hätte sie jemand mit dem Pinsel auseinander gestreift.

Unterschiedliche Stufen grau-dunkelgrau-dunkelblauer Wolken mit waagerechtem Regen und Sturm. Wind vom Meer, vom Land, von Nord, von Süd, kein Wind.

Tage, wo wir kaum weit schauen konnten und andere, wo wir sogar den Leuchtturm in Bovbjerg sehen konnten.

Plötzliche Wolkenbrüche (und das Haus noch ein ganzes Stück weg), wo wir uns fragten: Wo kam das jetzt her? Tage, wo es gar nicht aufhörte zu regnen und es drinnen durch den Kaminofen herrlich gemütlich war.

Das Spiel von Sonne, Wolken und Meer am Abend

Die Sonnenuntergänge waren ein weiterer Tageshöhepunkt für mich. Obwohl ich manchmal gerade gegessen und es in meinen bequemen Klamotten so gemütlich war, also eigentlich keine Lust mehr hatte, das Haus zu verlassen, zog mich das Farbenspiel am Himmel magisch an.

Rauf auf die Düne, natürlich Kamera dabei und einfangen, was mir die Natur für ein Gemälde schenkte.

Jeden Abend - es sei denn grauer dichter Himmel ohne jedes Sonnenlicht - zeigte sich anders: Lilafarbener Himmel und Wolken bis zu gelb-orange und blau-grau, herrlichen Spiegelungen des Himmels im Meer und im nassen Sand. Möven querten die Kulisse.

Wenn die Sonne untergegangen war und der Wind schon wieder eine andere Himmelsformation gezaubert, veränderte sich die Helligkeit. Das Meer nahm das Licht auf, spiegelte es und zauberte eine eigene Atmosphäre.

Wenn ich dann, weil es langsam wirklich sehr dunkel war, über die Düne Richtung des Ferienhausgebietes schaute, war es auf dieser Seite oft viel dunkler als auf der Meeresseite. Die Räume in den Häusern waren bereits von Lampen erhellt. Den schmalen Pfad von der Düne durch die hügelige, flach bewachsene Heidelandschaft, wo die Ferienhäuser lagen, fand ich aber trotz starker Dämmerung immer noch.

Wahrscheinlich findet dieser Wetterwechsel auch bei uns statt, vielleicht nicht so schnell und viel, weil am Meer einfach mehr Wind weht. Es wird wohl daran liegen, dass ich mir zu Hause nicht die Zeit nehme, den Himmel so zu beobachten und die Häuser und Bäume um mich herum nicht den Platz am Himmel lassen, um ihn genüsslich beobachten und bestaunen zu können. :o)

Morgen folgt der dritte Teil meines Meeres-Berichtes.

Hier der Anfang Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise..

Einen schönen Tag!

Anja Kolberg

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Montag, 12 Oktober, 2015

Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer.
Kommen Sie mit auf meine Reise.

Hallo, liebe Leserin, lieber Leser,

nach einer rund vierwöchigen Stille im Blog ein Lebenszeichen von mir. Die Pause hatte einen schönen Grund, nämlich eine Investition in unsere (Mann, Hund, ich) Gesundheit. Die Zeit vom 12. September bis 3. Oktober verbrachten wir an unserer geliebten dänischen Nordseeküste in einem kleinen Holzhaus in der Heidelandschaft gleich hinter der Düne.

Das Ferienhausgebiet dort nennt sich Vrist und liegt südlich des Limfjords. Acht Stunden dauerte die Fahrt von Köln dort hoch plus Pausen. Ganz schön lange, aber bei dreiwöchiger Erholung geht es.

Ich atme auf, während ich das hier schreibe, so sehr tut es mir gut, mit dieser Landschaft in Verbindung zu sein. Kommen Sie mit auf meine Reise ans Meer:

Dieser besondere erste Blick aufs Meer

Zunächst kommt die Anstrengung: Die Düne erklimmen. Anstrengend, weil der Sand die Düne hoch immer etwas nachgibt und ich zurück rutsche. Die Muskulatur wird trainiert.

Dann dieser besondere Moment, wenn ich ob angekommen bin und auf das Meer und den Horizont schaue.

In meinem Kopf läuft dann 'La Mer' von Charles Trenet. (Hier auf Youtube anhören.)

Himmel, ist das schön. Mir öffnet sich das Herz, der Brustkorb und Freude und das Gefühl von Freiheit durchströmt mich. Ich sehe die endlose Weite bis zum Horizont, die Bewegung des Wassers, die rasch wechselnden Farben des Himmels und der Wolken, höre das sanfte (wenn wenig Wind bis Windstille ist) bis laute Brechen der Wellen am Strand.

Der Wind bewegt meine Haare, meine Kleidung, berührt meine Haut. Ich bin augenblicklich mit Körper, Geist und Seele nur noch an einem Ort: Da. Ganz im hier und jetzt.

Wie lange stand ich die ersten Tage immer wieder an der Wasserkante schaute nur den Wellen zu: Wie sie entstehen, sich auftürmen, herunterstürzen, Schaumkronen bilden, Sand aufwirbeln. Himmel, ist das schön. Diese Naturgewalt beobachten können. Ich bräuchte für diesen Moment nichts anderes. Dann bin ich erfüllt und glücklich.

Strand & Düne

Eine Düne trennt und schützt das Land von Strand und Meer. Diese hier war nicht allzuhoch, relativ breit und herrlich grün.

Unser Ferienhausgebiet von der Düne aus:

Der Strand war wie so oft an der dänischen Nordseeküste breit und saisonbedingt nur spärlich besucht. Freitag Mittag und sonntags waren meine ich die meisten Menschen dort. Wie mag es dort wohl in der Hochsaison aussehen?

Konzentration auf das Wesentliche: Entspannung

In der ersten Woche zogen mich die Prospekte des Tourismusbüros an. Was gibt es hier zu gucken? Und wie herrlich dann die Gewissheit: Nicht viel, das uns interessiert und mit dem Auto unterwegs sein lassen würde. Wir müssen nichts anschauen, wo wir uns nachher ärgern könnten: Jetzt waren wir einmal da und haben das verpasst! Also ganz viel Freiraum, uns dahin treiben zu lassen, wo es uns hinzieht. Mich: Ans Meer. :o)

Jeder macht, was er will

Mein Mann und ich haben unterschiedliche Bedürfnisse, auch weil wir einen anderen Berufsalltag haben. Inzwischen hat sich ein Rhythmus eingespielt, der uns beiden gut tut. Wir machen Aktivitäten zusammen: Zum Beispiel jeden Morgen und Abend mit unserem Hund spazieren gehen.

Und jeder macht auch, was er will, unabhängig vom anderen: Nach dem Frühstück wollte mein Mann am liebsten chillen, lesen, entspannen. Ich möchte gerne was von der Gegend sehen, fotographieren, schreiben. Manche Ausflüge haben wir zusammen gemacht, zum Beispiel zum Limfjord (ich wollte so gerne Robben sehen, wir fanden statt dessen einen ganz süßen kleinen Leuchtturm), nach Lemvig, die Margaretenroute eine Strecke fahren oder zum Bovbjerg Fyr, dem herrlichen Leuchtturm auf der Klippe.

Eigentlich will ich möglichst alles mit meinem Mann machen, aber ich habe gelernt, dass es gut für uns beide ist, wenn jeder auch sein Ding macht. So habe ich mir zum Beispiel alleine Thyborøn angeschaut (gab so viel nicht zu gucken... wir waren vor Jahren schon mal da, ich wollte trotzdem nochmal in Ruhe gucken und kaufte für meinen Mann frischen Fisch im Hafen), fuhr die Strände die Küste runter und hielt dort an jedem öffentlichen Strandparkplatz an, um zu gucken, war in Lemvig bummeln und viele viele Male am Meer.

Eingewöhnung da und hier

Die Eingewöhnung vor Ort brauchte seine Zeit. Gelesen habe ich am Anfang nur mitgebrachte Zeitschriften (und Prospekte der Gegend ...), nur einen Roman und zwar den von Ingrid Noll, den ich noch vorstellen werde und ein Sachbuch habe ich angefangen zu lesen. Ich habe oft einfach da gesessen, geträumt, geschaut, gehört und nachgedacht.

Auch Tagebuch schreiben ging erst in der dritten Woche. Für einen produktiven Schreiburlaub bräuchte ich also drei Wochen plus. :o)) Schöne Erfahrung und interessantes Ziel für die Zukunft. :o)

So macht mein Kopf immer wieder Pläne und Körper und Seele überzeugen mich, was sie wirklich brauchen. Meine Müdigkeitsphasen wurden übrigens von Tag zu Tag weniger. In der letzten Woche kam nur eine auf der Rückreise. Welch ein Glück! Wieder ein Zeichen, welch heilsame Auswirkung Entspannung und Ruhe auf Körper und Seele haben!

Die Umgebung, in der wir in Köln wohnen, obwohl Stadtrandgebiet, ist soviel dichter als die Gegend, in der wir urlaubten. Als wir zurück waren, wollte ich am liebsten gleich wieder zurück in diese schöne Natur und Einsamkeit... Ich muss mich wirklich erst auch hier wieder eingewöhnen.

Drei Wochen schnell vorbei?

Ich habe mehrfach von Daheimgebliebenen gehört, dass für sie die Zeit unseres Urlaubs so schnell vorbei ging. Für uns vor Ort kann ich das nicht sagen. Es war intensiv und ging langsam voran. Hier wieder zu Hause geht die Zeit wirklich schneller vorwärts. Komisch.

Uns haben die drei Wochen so gut getan. Wir haben Energie und Kraft getankt und sehr viel nichts getan, was wir gut können, weil wir es täglich üben. :o) So habe ich die erhoffte Entspannung mit gebracht. Vorher war ich wirklich durch den Wind und so ausgelaugt, auch mein Mann brauchte diese Auszeit. Es hat so gut getan, für eine Zeit wirklich mal alles zu vergessen und in eine andere Welt einzutauchen.

Wir werden nicht das letzte Mal an einem unserer Lieblingsorte gewesen sein. Hier mehr Höhepunkte von der Zeit am Meer: (Ich werde sie in den nächsten Tagen Stück für Stück hier veröffentlichen.)

Ich freue mich jetzt auf die baldige Eröffnung des Shops, der Shop ist eröffnet :-) die neuen Kalender 2016 und den Kontakt mit Ihnen.

Einen zauberhaften Tag!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 16 April, 2014

Zurück. Vom weiten. Vom endlosen. Meer.

Hallo aus Köln,

ich melde mich zurück. Drei Wochen Urlaub an der Nordsee. Der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Mann seit vier Jahren. Hüpf!

Wir waren auf Römö. Südlichste Insel Dänemarks in der Nordsee und Schwesterninsel von Sylt.

Ein Ferienhaus mit Blick aufs Wattenmeer bewohnten wir, gleich ans Naturschutzgebiet grenzend. Das große Glück war der Ausblick. Zwar waren rechts und links Häuser auf gleicher Höhe, aber der Blick gerade aus ging ungehindert Richtung Natur. Vom Schlafzimmer. Eßzimmer. Küche. Wohnzimmer. Sogar vom Klo durch die tiefen Fenster der Dachschräge in der ersten Etage. :o) Marschland. Ebbe und Flut. Bei gutem Wetter weiter Blick bis aufs Festland und nach Sylt. Bei Seenebel kaum bis zum Schilf am Haus.

Während der Urlaubszeit habe ich meinen 44. Geburtstag gefeiert. Genau an dem Tag war strahlender Sonnenschein. Sogar am Nachmittag so warm, dass wir draußen auf der windgeschützten Terrasse die selbstgebackene Obsttorte und die Aussicht genießen konnten. Herrlich! Das war danach noch mal an zwei Tagen möglich, ansonsten war es dafür zu kalt, zu windig oder zu trüb. Klar, wir hatten Ende März und das im hohen Norden. Aber an dem Tag, da war es ein Traum.

Einen großen Rucksack hab ich mitgenommen. Voll mit Unterlagen, die ich mir angucken, durcharbeiten wollte. Hab ihn ungeöffnet mit einem Hauch schlechtem Gewissen wieder mitgebracht. Ich hätte doch so viel.... Ich hatte da doch soviel Zeit.... 'Wieso?', so mein Mann, 'der Urlaub ist doch zum Ausspannen da!' Seufz. Recht hat er. Auch diese interessanten Sachbücher, kein einziges angepackt. Es ging einfach nicht. :o)

Ich war einfach zufrieden damit, im halbrunden Erker des Esszimmers zu sitzen und raus zu schauen. Auf die vorbeifahrenden Schiffe.

Die Wolken. Die wechselnden Farben des Meeres und des Himmels. Den Tau am Morgen auf dem Rasen. Die kleinen Nebeltropfen auf den Wedeln des Schilfs. Das Meer in Wellen, ganz glatt mit spiegelnder Fläche.

Auf die vielen verschiedenen Vögel und bei gutem Wetter das Fenster ein wenig zu öffnen, um ihren Erzählungen zu lauschen.

Auf Gänse, die sich auf dem Marschland sammeln, um sich zu stärken und auszuruhen auf ihrer Reise gen Norden, wo sie brüten werden. Ein wunderbarer Moment, wenn der riesige Schwarm gesammelt in die Lüfte fliegt, dieses schwungvolle Geräusch ihrer Flügel, ihre eignen Töne, die Flugformationen, während sie nach dem nächsten Naschplatz Ausschau halten. Wenn sie auf die Küste zufliegen sieht ihre frontale Siluette aus, als blicken einen unzählige Augen an.

Ohren- und Halsschmerzen und eine kleine Unterkühlung hab ich mir geholt, als ich unvernünftiger weise 'nur mal eben' mit Lümmelklamotten auf die Terrasse am frühen Abend gehuscht bin, um ihren Start zu fotographieren.

Beim Warten - nur noch einen Moment, vielleicht fliegen sie jetzt - habe ich die Zeit vergessen und auch, mir eine Jacke anzuziehen. Eine Stunde bei kaltem Wind war einfach zu viel. Ich verstehe jetzt all die Naturfotographen und ihre Leidenschaft besser. Wie lange haben sie gewartet, um die besonderen Bilder einzufangen, die von mir so schnell konsumiert werden?

Die ersten Tage glitten langsam dahin. Schon um sieben Uhr waren wir mit Minu spazieren. Wir hatten zwar keinen Strand vor der Türe (ein winziger war im Naturschutzgebiet, das ab 1.4. wegen Schutz der Tiere nicht betreten werden sollte), dafür einen langen Deich, einen Holzsteg zum Hafen, Wege durch die Dünen. Die erste Woche waren wir mit ankommen beschäftigt und dem Entdecken alles Neuen.

Die sechsstündige Fahrt war schneller weg gesteckt, als bei der letzten Reise nach Dänemark, wo wir unserer Erinnerung nach fast zwölf Stunden bis zur nördlichen Spitze unterwegs waren.

Am Ende der ersten Woche ein erster Ausflug. Wir haben uns Ribbe angeschaut. Ein altes sehr gut erhaltenes Städtchen wie aus dem Bilderbuch entsprungen. In den gepflasterten Gassen läuft man nah an Esszimmern, Küchen und Wohnzimmern vorbei, kein Vorgarten. Ich habe nur herrlich alte Häuser gesehen, teils mit Fachwerk, winzige Gässchen, kleine anderthalbgeschossigige, rotgeklinkerten Häuschen mit weißen Sprossenfenstern und windschiefen Dächern aus roten Pfannen. Mal gelb, mal weiß, mal rot, mal himmelblau getünchte Außenwände.

Blicke in begrünte Hinterhöfe, einen Park mit See, einen kleinen Hafen wie gemalt, ein rauschender Fluss mitten durch das Städtchen, inklusive sich drehendem Mühlrad gleich neben den kleinen Geschäften.

Der Platz um die Kirche frisch gepflastert, rundherum die zweigeschossigen Häuser eines schöner als das andere, herrliche Portale mit schmucken Holztüren und Steintreppen.

Ribbe ist wirklich einen Besuch wert!

Auf dem Rückweg lockte Manö auf der Karte. Die kleine Insel nördlich von Römö sah putzig aus. Und man konnte hinauf fahren, zumindest laut meiner Landkarte. Viel zu spät erkannten wir, dass die Verbindung vom Festland zur Insel kein geteerter Damm wie der nach Römö ist, sondern eine sieben Kilometer lange, schmale Schotterpiste mit Steinen, Schlag- und Matschlöchern durch das Watt. Drehen fast unmöglich. Befahrbar nur bei Ebbe (habe ich hinter her erfahren). Als wir ankamen, ist uns ein Auto mit dänischem Kennzeichen sehr flott entgegen gekommen. Es gab dort also 'Leben' oder wir waren nicht die einzigen Verrückten, die sich auf den Weg dorthin gemacht hatten?

Ich wusste nichts von der Insel. Gab es also Bewohner? Nur wilde Natur? Auf dem Deich von Manö angekommen, war ich so durchgeschüttelt, dass ich am liebsten gleich zurück wollte. Sollten wir doch noch weiter fahren? Mutig voran. Erstaunt entdeckten wir Häuser und eine Windmühle auf der Insel. Sogar ein Ferienhaus in den Dünen.

Später las ich, dass sich die Bewohner gegen eine Teerstraße entschieden hatten. Weil sie ihre Ursprünlichlichkeit erhalten und möglichst unter sich bleiben wollten, nicht einem möglichen starken Touristenstrom erliegen. (Im Sommer fahren über den Römödamm zur größeren Schwesterninsel gut 10.000 Autos täglich.) So kamen über die Schotterpiste zwar Touristen auf die Insel, wie wir mit dem Auto oder mit Watttreckern transportiert, aber stark begrenzt.

Auf der Insel war noch Winter. Nix los. Gut so. Unser ehemals glänzendes Auto sah anschließend aus wie nach der Ralley Paris Dakar. Fand mein Mann nicht so toll und ich brauchte noch Zeit, um mich vom Durchschütteln zu erholen. So schoss ich kaum ein Foto und wir verließen die Insel rasch wieder. Zurück auf unserer Insel nach dem Besuch einer Waschanlage und bei einer Tasse heißem Tee war alles wieder gut und ich bereute, dort nicht länger geblieben zu sein.

So zogen die Tage dahin. Typischer Tagesablauf: Beim Aufwachen Blick in den Himmel: Wie ist das Wetter? Der Blick oben in den blauen Himmel war eine Rarität, die manchmal nur für eine Stunde blieb. Dann Spaziergang mit Minu. Zeitung im Dagli Brugsen kaufen. Frühstücken, lesen und aufs Wasser gucken. Da die Couch furchtbar durchgesessen war, nicht geeignet, darauf gemütlich zu liegen und zu lesen, freute sich mein Mann, mit dem Tablett-PC und seinen Adler Olsen Krimis wieder ins Bett zu gehen. Minu tapste ihm nach. Seeluft macht so müde. Ich schrieb meiner Familie von unserem Aufenthalt. Der von meinem Mann gewünschte WLan-Anschluss im Haus wurde mir so auch zu nutze.

Die ersten Tage war ich ausgefüllt nur mit diesen Beschäftigungen und dem Gucken aus dem Fenster, dem Beobachten der Natur. Wie auch an meinem Geburtstag. Es war windstill und warm. Ich konnte eines der Erkerfenster weit öffnen. Schreiben und rausgucken. Füße auf einem Stuhl abgelegt. Träumen. Da setzte sich ein Vögelchen auf die Spitze der nahen Heckenrose. Schaute sich um, erzählte etwas - und ich - ich hielt die Luft an. Konnte mein Glück kaum fassen. Was für ein Geschenk!

Am Nachmittag gab es dann wieder einen Spaziergang oder auch einen Ausflug zum Strand. Der ist auf Römö so breit und auch fest, dass man mit dem Auto bis zum Wasser fährt, bzw. das fast 'muss', weil der Weg von der Düne zum Wasser zu Fuß eine gefühlte Ewigkeit dauert.

Das erklärt auch die bekannten Drachenfestivals, die dort im Herbst stattfinden. Auch jetzt gab es einige, die sie steigen ließen.

Riesige Strandabschnitte sind am südlichen Sönderstrand für Strandsegler und Kitesurfer reserviert.

Als ich dort das erste Mal mit dem Auto oben auf der Düne stand, fühlte ich mich in der Wüste: Sand, soweit das Auge reicht. Ich konnte das Wasser nicht sehen. Der Strand im nächsten, recht beliebten Ort Lakolk auf der Insel ist geringfügig schmaler und belebter. Diese extrem breiten Strände sind charakteristisch für diese Insel.

Zurück im Ferienhaus dann schwarzer Tee mit Kandis. Fotos anschauen. Mich in einen der Schmöker fallen lassen. Das fiel mal leicht, mal dauerte es Tage. Wenn mich das Buch gepackt hatte, dauerte das Vergnügen nicht lange und es war ausgelesen. Drei Romane haben mich durch die Zeit begleitet. Die werde ich noch vorstellen. Erledigt: Hier die Buchvorstellung.

Für das Abendessen hatte ich zu Hause schon für gut 3/4 der Zeit einen Essensplan erarbeitet und alle Lebensmittel mitgebracht. Das war mir wichtig, weil ich erstens keine Lust hatte, im Urlaub jeden Tag zu überlegen, was wir denn kochen könnten. Ich hatte auch keine Lust, dort groß einzukaufen. All das kostbare Zeit. Je nach dem muss man dafür weit fahren. Wir hatten diesmal Glück, ein Supermarkt war per Fuß erreichbar und sogar geöffnet. Keine Selbstverständlichkeit wie wir aus früheren Aufenthalten in den Wintermonaten wissen. Drittens wusste ich nicht, was es an veganen Lebensmitteln (außer Obst, Gemüse natürlich) vor Ort zu kaufen gab. Das war der Hauptgrund für den Essensplan.

Vorher viel Arbeit. Nachher super praktisch. Für meinen Mann nutzen wir oft die Gelegenheit, im Hafen frischen Fisch zu kaufen. Ehrlich gesagt: Es ist nicht einfach für mich gewesen, den Fisch zu kaufen. Gerade der Räucherfisch sah lecker aus. Schwer, den Genusswunsch auszublenden. Ich habs aber geschafft. Und da ich meine Muffinformen dabei hatte und alle Zutaten dafür, gabs auch ab und an Kuchen. Lecker!

Am Abend dann deutsches Fernsehprogramm. Auf der Couch, die Rückenschmerzen macht und so tief war, dass wir am Anfang Schwung holen mussten, um dort wieder rauszukommen. :o) Übung macht die Meister, in der dritten Woche klappte es wunderbar.

Aber nur lesen, schreiben, spazieren gehen, die Natur beobachten, schlafen - das war mir zu wenig. Ich brauchte irgendwann Input. Für meinen Mann, der jeden Tag auf der Arbeit Kontakt zu vielen Menschen bei seinen Terminen hat (er ist Schornsteinfeger), der viel fährt - war es gerade auch nach dem anstrengenden Jahr 2013 wichtig, sich möglichst viel auszuruhen. Schlafen. Lesen. Faulenzen. Mal nicht die Verantwortung tragen, mal nicht ständig telefonieren müssen und abrufbar sein. Für mich war dieses Urlaubsprogramm teilweise gut, aber viel weniger als mein Mann das brauchte.

Also erinnerte ich mich daran, dass mein Mann nicht alles mitmachen muss, sondern es auch ok ist, wenn ich alleine losziehe. Jeder nach seinem Bedürfnis. Gesagt - getan. Ich habe mir einige Städtchen angeguckt. Sehenswert waren in der Gegend Ribbe im Norden des Festlands, die nette Einkaufsstraße in Tönder im Süden, auch Mögeltönder mit Schloss und sehr schöner Straße sowie Höjer an der Festlandküste.

Ich bin mit aller Ruhe an den Strand und habe Fotos gemacht und Tonaufnahmen.

Mit Mann und Hund sieht so ein Aufenthalt anders aus, insbesondere weil Minu mit Vorliebe Sand frisst, Muscheln oder man morgens beim Spaziergang eine tote Maus findet, in der sich herrlich wälzen lässt. Und obwohl sie an der Leine ist, hat Frauchen nicht aufgepasst, weil es ja so viel zu gucken gibt...

So konnte ich auf meinen eigenen Ausflügen tun, was mir wichtig war, mir alle Zeit der Welt nehmen und innerlich abhaken, was mich interessierte. Und mein Mann bekam auch das, was er brauchte.

Wir sind dafür jeden Spaziergang mit Minu - oben ein Selfie ;o) von ihr - zusammen gegangen. Das haben wir im Urlaub nicht immer gemacht, sondern einer morgens - einer abends - wie wir das zu Hause im Alltag handhaben. Zusammen zu gehen. Das war schön und eine gute Gemeinsamkeit. Da mussten also nicht noch Besichtigungen zusammen erfolgen. Wenn ich dann nach Hause kam, hatte ich was zu erzählen und mein Mann freute sich. Win-Win-Situation.

Seit dem Wochenende sind wir zurück. Ich dachte, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, ist alles klar. Alle offenen Fragen für mich beantwortet. Doch das kann ich derzeit nicht erkennen. Ich brauche Zeit. Zeit, mich wieder zu Hause einzugewöhnen. Es braucht eine Woche, bis alles wieder an seinem Platz ist. Die Wäsche gewaschen und gefaltet wieder im Schrank. Ich bin weniger leistungsfähig als ich möchte, spüre eine Erkältung im Anmarsch. Die Macht der Pollen ist über mich hergefallen, auch das will erst mal verdaut werden.

Die Seele macht weder zu Hause noch im Urlaub mal Pause. Das hatte ich gehofft. Eine Illusion. Denn natürlich fahren alle Anteile von mir mir. Beispiele: Ich habe zwar weniger an die Arbeit gedacht, aber ganz weg waren die Themen nicht, die zu Hause auf mich warten. Seufz. Hatte sie ja schließlich im Rucksack dabei. :o) Die plötzliche nasse Kälte, der dunkel verhangende Himmel und das trübe Licht machten am Ende der zweiten Woche auch nicht Halt vor meiner Stimmung. Puh! Wir kauften Kaminholz und machten den Ofen an. Das half. Und die Konzentration auf eines der mitgebrachten Bücher und ein Ausflug alleine an den Strand.

Ja. Da bin ich also wieder. Erholt. Gelassener? Ich versuch's.

Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in meinen Erwartungen ertränke. Mein Kopf hatte nämlich für mich schon geplant, dass ich am Montag gleich diesen Blogeintrag schreibe. Ging aber nicht. Meine Fenster sehen aus wie nach einem Schmutzangriff der Killerpollen. Auch die zu Putzen kriege ich im Moment nicht gebacken. Ich brauche mal wieder mehr Zeit, als mein Kopf das will. Mist!

Annehmen und loslassen. Das habe ich auf ein gelbes Blatt geschrieben und neben meinem Bildschirm an die Wand gehängt. Es ist jetzt so wie es ist. Jetzt bin ich erkältet und komme nicht so schnell in die Pötte wie mein emsiger Kopf das will. Die Fenster bleiben wohl schmutzig, den Osterbesuch - meine Eltern und Geschwister kommen - stört das ebenso wenig wie meinen Mann. Nur mich stört es und mit mir hab ich am meisten zu tun, deswegen strengt mich meine eigene Erwartung an.

Es ist eine Herausforderung, die Aufgaben, Ideen und Pläne in meinem Leben unter zu bringen. Ganz real. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Diesen Beitrag zu schreiben, war ein großer. Und einen Teil liegen zu lassen. Zu machen, was geht. Zu lassen, was nicht geht. Heute früh fühlte ich mich wie vom Lkw überfahren - ohne dass ich weiß wie das ist. Stelle es mir so vor. Die Atemwege gereizt, Husten, eine Schwere in den Knochen. Unlust. Wenn ich im Urlaub gewesen wäre, hätte ich mich einfach wieder hingelegt. Hier fällt es mir schwer.

Aber ich mache langsamer. Schaue auf das, was ich schon geschafft habe und das ist eine Menge: Sieben Maschinen Wäsche. Alle Koffer wieder im Schrank. Eingekauft. Alle Tüten geleert, Schuhe von Sand befreit, Minus lange Laufleine von Sand und Meerwasser. Im Fußraum des Autos ist noch Sandzeit. Ich sehe es als schöne Erinnerung, statt als eine Aufgabe, 'die ich auch noch nicht erledigt habe'. Ich habe die Umsatzsteuer fürs erste Quartal fertig. Im Garten ein wenig Unkraut gepflückt. Die Fotos auf den Rechner übertragen. Den Kassensturz für den Urlaub gemacht. Diesen Blogbeitrag geschrieben und überarbeitet. Fotos ausgewählt, verkleinert, in diesen Beitrag eingefügt. Hey, Anja, mach langsam. Das ist eine ganze Menge!

Herzlich von meinem Weg

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 11 September, 2013

Berta Füßchen- Meine Ethik & die Folgen (Teil 12)

Darf ich vorstellen? Das ist Füßchen. Berta Füßchen.

Erst war sie mir gar nicht aufgefallen. Sie ist eines von acht Hühnern, die ich morgens bei meinen Ferien im Bergischen [Ich bin ein Landkind] in ihren großen Auslauf lies. Sie futterten Salatblätter mit Freude, gackerten stolz, wenn sie ein Ei gelegt hatten und verschmähten erstaunlicherweise Raupen.

Ich genoss ihre beruhigenden Töne, wenn sie sich unterhielten, beobachtete sie beim Streiten, wer die besten Leckereien aus dem Garten oder der Küche ergatterte. Jeden Morgen begrüßte ich sie mit 'Guten Morgen, Mädels' und zog die Leine des kleinen Tores an der Hühnerstalltüre hoch, aus der sie sich blitzschnell und manchmal zu drei Hühnern gleichzeitig quetschten. Meine Kamera hat ihre Schnelligkeit bei der Vorfreude auf ihren Auslauf eingefangen. Speedy Gonzales ist nichts dagegen. :o)

Am Ende der ersten Woche fiel mir auf, eines von ihnen humpelte. Als ich meiner Oma davon berichtete, überlegte sie, es könne sich vielleicht im Stall oder beim Scharren draußen verletzt haben. Sie erzählte von großen Staubwannen, die die Hühner sich zwischen den Sträuchern angelegt hätten, in denen sie badeten. Vielleicht wäre es dabei passiert und es würde bestimmt wieder übergehen. Wir warteten also erst mal ab und wollten sie weiter beobachten.

Das Huhn war ansonsten fit, es pickte, stritt sich mit ihren Schwestern um die Küchenabfälle, ergatterte auch nur etwas für sich, was schnell humpelnden Fußes hinter einem Strauch in Sicherheit gebracht und dort verspeist wurde. Nur trat sie mit dem rechten Fuß lediglich auf den Zehenspitzen auf, nahm immer wieder eine Schonhaltung ein und hinkte. Wenn sie schneller lief, wankte sie hin und her wie ein Schiff in Seenot.

Als es auch nach einigen Tagen noch humpelte, überlegte ich, was ich tun könnte. Was konnte das wohl sein am Fuß? War etwas gebrochen? Ich befürchtete, mein Onkel würde bei seiner Rückkehr kurzen Prozess mit dem Tier machen. Es ist eben in der Nutztierhaltung nicht üblich, ein einzelnes Huhn zu behandeln wie wir das in unserer Kultur mit unseren Hunden oder Katzen machen, ihnen einen Namen zu geben und zu ihnen eine Beziehung aufzubauen.

Hier war die Situation anders und ich konnte etwas tun, nämlich auf jeden Fall verhindern, dass das Huhn wegen seiner Verletzung gleich im Kochtopf landete.

Ich hatte durch die Beobachtung längst eine Beziehung zu ihr aufgebaut, erkannte ihre Stimme aus denen der anderen heraus. Was tun? Mit Hühnern kenne ich mich nicht aus. Meine Mutter erinnerte sich an ein Buch über Hühnerhaltung, das sie bei meinem Onkel mal gesehen hatte. Ich suchte alles ab und fand es nicht. Da unsere Internetverbindung inzwischen von unseren Skype-Telefonaten und unserer anderen Nutzung ausgeschöpft war, bat ich meinen Mann von Köln aus nachzuschauen, was es sein könnte. Er fand zu den Symptomen etwas von einem möglichen Abszeß am Ballen, der bebildert von den Besitzern geöffnet wurde. Ob es das war? Als Oma und ich das Huhn hoch hoben, war der rechte Fuß heiß, der linke kalt. Hm. Bei den anderen Hühnern waren beide Füße kalt.

Ich traute mir nicht zu, den Fuß zu behandeln. Aber wer sollte das sonst tun und konnte es? Ich dachte über den Besuch bei einer Tierärztin nach, auch unter der Gefahr, dafür belächelt zu werden. Wenn meine Hündin etwas hat, dann gehe ich mit ihr auch zum Tierarzt, warum nicht auch mit dem Huhn, das so wunderschöne Töne singt und die so wunderbar in ihrer Gruppe miteinander umgehen? Jedes Tier hat Gefühle und spürt Schmerzen, warum soll ich sagen: Es ist doch nur ein 'Nutztier' und es ist eben so, dass sie geschlachtet werden? Nein, nein, nein, das will ich nicht akzeptieren.

Jedes Leben zählt! Ich bringe nach Möglichkeit auch Wespen mittels eines Glases und einer Pappscheibe nach draußen, statt sie zu töten. Ich hatte keine Ruhe, geschweige denn konnte ich noch länger zusehen wie das Tierchen humpelte, auch wenn sie ansonsten fröhlich schien und auch nicht von ihren Schwestern gemobbt wurde.

Der zuständige Landtierarzt, wo mein Onkel sonst hinfuhr, war mir zuweit weg. Im Branchenbuch fand ich eine Tierärztin in der Stadt. Würde sie das Huhn überhaupt behandeln? Ich erreichte dort nur den Anrufbeantworter, Sprechzeiten von 10 bis 12. Mir war wirklich schlecht. Warum, ich weiß es nicht. Vielleicht vor Aufregung, weil ich etwas tat, dass absolut unüblich war und aus Angst, ausgelacht und belächelt zu werden. Wenn ich das machen würde - wie sollte ich das Huhn in die Stadt transportieren? Meine Oma sagte, sie habe einige Kartons im Keller, worin ich das Huhn transportieren könnte. Hm, ich nahm mir die Nacht zum Überlegen, doch schon beim Einschlafen stand der Entschluss fest: Ich fahre mit dem Huhn zu der Tierärztin, gleich was diese oder andere sagen.

Im Keller fanden wir am nächsten Morgen einen stabilen passenden Karton, ich bohrte Luftlöcher in die Seiten und Oma legte noch zwei Handtücher in die Box ('damit sie sich schön hinein kuscheln kann') und ein Salatblatt als Proviant. Das Huhn lies sich leicht fangen und war schwups im Karton. Schnell den Deckel zu, eine Horrorvorstellung, es würde mir dort weglaufen. Doch der Karton hielt sicher und meine Mutter musste auch nicht mitfahren, um den Karton festzuhalten. Er passte genau vor den Vordersitz.

So fuhren Berta Füßchen, wie ich sie inzwischen getauft hatte und ich in die Stadt. Sie war ganz still. Ich hörte sie nur mal vorsichtig mit dem Schnabel gegen den Karton picken oder ein leises 'Uit Uit'. So süß! Bei der Tierärztin war ich die erste, die Praxis noch leer. Gott sei dank. Als ich den Karton auf dem Untersuchungstisch absetzte, sagte ich dass ich darin ein Huhn habe und wir deswegen die Fenster und Türen schließen müssten. Gesagt, getan. Dann sagte mir die Ärztin zuerst, dass sie das Huhn nicht behandeln dürfe, sobald die Eier gegessen werden oder irgendwann das Fleisch. Sie dürfe dem Tier keine Medikamente geben oder ähnliches, sie bräuchte das Bestandsbuch, wo die Hühner eingetragen sind... Das hatte mein Onkel bestimmt, aber wo? Ich wollte auf keinen Fall, dass das Tier Medikamente bekommt, wir hätten es ja nicht separieren können, um zu wissen, welches Ei von Berta ist. Als ich ihr sagte, dass ich das nicht wolle und die Geschichte erzählte, was ich im Internet als Möglichkeit gelesen hatte und ich mir das nicht zutraute, sagte sie, sie könne wohl mal gucken.

Die Helferin wurde dazu gerufen, doch Berta war ganz brav. Sie lies sich von mir hochnehmen und auf den Rücken drehen. Sie wehrte sich nicht, guckte blos, zwischendurch schloss sie die Augen, als würde sie entspannen.

Vor lauter Aufregung war ich mir auf einmal unsicher, ob es der rechte oder der linke Fuß war. Beide seien heiß und die Ballen geschwollen, so die Tierärztin. Gebrochen war der Fuß nicht, hm, an einen Abszeß glaubt sie auch nicht, vielleicht einen Gegenstand in den Ballen getreten? Was sie machen könnte, wäre Zugsalbe drauf und einen Verband drum. Und zur Sicherheit an beiden Füßen. Dann könnten wir das beobachten und sehen, ob nach einigen Tagen der Gegenstand raus ist. Ja, das passte.

Berta lies sich alles brav gefallen und innerhalb von wenigen Minuten saß sie wieder ganz still im Karton. Als ich bezahlen wollte, winkte die Tierärztin ab, sie hätte ja nicht viel gemacht. Doch so wollte ich das nicht, ich wollte für die Leistung der Tierärztin bezahlen. So sagte sie 5 Euro und ich war glücklich. Auf der Rückfahrt war ich richtig stolz auf mich, dass ich auf mein Gefühl gehört hatte und mich um das Tier gekümmert. Berta pickte gegen den Karton und manchmal sagte sie Uit uit. Hören Sie mal wie schön 'freie' Hühner singen, es ist ein beruhigendes Gedicht!

Meine Angst, von der Tierärztin belächelt oder gar ausgelacht zu werden, bestätigte sich nicht. Sie und ihre Helferin zeigten eher Mitgefühl für das Huhn und es bekam einige Streicheleinheiten. Nein, es käme nicht häufig vor, dass jemand mit einem Huhn in die Praxis kommt, antwortete mir die Tierärztin. Wenn die Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssten, würde oft von den Haltern entschieden, sie zu schlachten. Sie fände das auch traurig, aber daran könne sie nichts machen. Nun, vielleicht habe ich Bertra zumindest davor bewahrt. Ich fühlte mich gut, weil ich die Situation und mein Bedürfnis ernst genommen und mein Bestes getan hatte. Das fühlte sich so viel besser an, als zu verdrängen.

Zwei Tage später ludt ich Berta wieder morgens zu mir ins Auto und wir ließen den Verband abmachen. Wir hätten das auch machen können, doch ich dachte, die Tierärztin hat das bessere Licht und kann sagen, ob ein Gegenstand im Ballen war oder nicht. Denn sie humpelte immer noch. Kein Gegenstand drin. Der Fuß noch heiß. Klassische Situation für Antibiotika, so die Tierärztin. Mist! Es sieht nach einer Entzündung aus, die unterschiedliche Ursachen haben könne. Mist! Alle Gebete waren nicht erhört worden. Jetzt musste der Onkel nach seiner Rückkehr entscheiden. Ich konnte das Huhn ja schlecht mit nach Hause nehmen. Nein, so die Tierärztin, das wäre keine gute Idee, denn es sind Gruppentiere, ein Huhn alleine geht ein. Und es gibt einen riesigen Streit und Mobbing, wenn sie als einzelnes Tier in eine neue Gruppe kommt. Wenn, dann müsse man mindestens zwei Tiere zusammentun.

Die Tierärztin strich eine Salbe auf den Fuß, legte wieder einen Verband an. Das war alles, was sie tun konnte. Der Haustierarzt müsste jetzt mit dem Onkel weiter machen, die Ursache finden...

Die Zukunft des Huhnes musste ich erst mal verdrängen. Wie soll ich das lösen? Ich hatte eine Beziehung zu dem Tier aufgebaut, erkenne seine Stimme, kann es inzwischen äußerlich von den anderen unterscheiden und muss es nun loslassen und die Gefahr eingehen, dass es früher oder später geschlachtet wird. Puh, anstrengend gerade für mich als Hochsensible und so schmerzhaft.

Mensch, was für ein Mist! Warum hatte es nicht geholfen? Wieder zu Hause war die Schwester meines Vaters zu Besuch, die früher einen großen Bauernhof mit Kühen und vielen Hühnern hatte. Ich befürchtete, dass sie mich für meine Aktion belächelte, doch sie erzählte auf meine Frage nach Hausmittelchen, was sie früher mit den Kühen gemacht hatten bei Entzündungen. Also Mittel, die man nehmen durfte, ohne dass sie in die Milch übergingen.

Das brachte mich auf die Idee, nochmal bei der Tierärztin anzurufen, was sie dem Huhn auf den Fuß geschmiert hatte. Lebertran-Zinksalbe, so die Helferin. Ich überlegte, ob ich die vielleicht in der Apotheke besorgen könnte, vielleicht würde das ja doch helfen? Die Apothekerin war sehr nett, sie erklärte mir, wie die Salbe wirkt (entzündungshemmend, antibakteriell, heilend) und auf meine Frage, ob ich sie wohl für ein Huhn anwenden könne, dass sie auch bei Schwangeren, Stillenden und Babys angewandt wird, also auch nicht fruchtschädlich ist.

Das wäre doch die Lösung für das Huhn. So legte ich meinem Onkel Freitag die Salbe und das von der Tierärztin schon beim ersten Besuch geschenkte Verbandsmaterial hin und die Hoffnung, dass es noch einige Mal das Verband gewechselt bekommt, statt im Suppentopf zu landen. Meine Berta. Mein Füßchen. Als ich mich am Samstag von den Hühnern verabschiedete und sie filmte, liefen alle Hühner irgendwann in andere Richtungen, nur Berta blieb bei mir am Zaun. Uit Uit, das Füßchen schon etwas mehr aufsetzend. Tränen laufen. Hoffnung, dass es leben darf.

Die Tiere haben dort wirklich ein lebenswertes Leben, schöner könnten sie es nicht haben. Gut, doch, wenn sie nicht nach einem oder zwei Jahren geschlachtet werden, weil sie weniger Eier legen. Die Hühner, die die Eier für den Supermarkt legen, haben weder so viel Platz, noch so ein schönes und gesundes Fell (Berta ist die schönste unter ihnen, einen weißen Haarkranz und ein ganz doll fedriges weiches Daunenkissen am Po.), bei keinem der Hühner fehlten Federn, sie haben viel Auslauf, können ihrem natürlichen Sozialverhalten und Bedürfnissen fröhnen, sehen das Tageslicht und die Sonne und den Regen und sind nach meinem Gefühl glücklich. Zumindest für die kurze Zeit, die sie dort leben, denn eigentlich können Hühner bis zu 15 Jahre alt werden.

Und wenn sie geschlachtet werden, dann geht es schnell und mit Respekt. Sie werden weder zusammengefercht, noch beengt über weite Strecken ohne Wasser über Autobahnen zu Schlachthöfen transportiert, noch im Akkord geschlachtet oder kopfüber hängend an einem scharfen Messer vorbei wie es vielleicht ihren Schwestern in den Massenställen geht. Ich muss mir auch eingestehen, dass meine Familie ja nicht aufhören wird, Eier zu essen. Ich selbst esse ja bisher Waffeln und Pillekuchen, in denen unter anderem Eier sind. Es kann also nicht die Lösung sein, die Hühner abzuschaffen und künftig wieder Eier aus der Massentierhaltung zu kaufen, denen es viel schlechter geht. Dann haben diese Hühner hier in der kleinen Gruppe mit so viel Platz das bessere Leben und auch Lebensende.

Trotzdem habe ich mir am Sonntag Seiten von Gnadenhöfen angeschaut, wo die 'ausgedienten Nutztiere' ihren Lebensabend verbringen dürfen, ohne dass sie etwas leisten müssen, um weiterleben zu dürfen. So schöne Bilder durfte ich dort sehen, wie Hühner zusammen leben mit Schafen, mit Kühen, mit Schweinen, mit Kaninchen. Dort dürfen sie ihren Lebensabend verbringen. Das hat mir gefallen und mich gleichzeitig sehr berührt. Ich erlaube mir zu träumen von einer besseren Welt, auch wenn ich nicht weiß, wie das umzusetzen sein soll. (Wie ich mir die Traumzukunft von Berta & ihren Schwestern vorstelle? Sie dürfen leben, bis sie sterben, gleich ob sie Eier legen oder nicht.)

Jeder, der beschließt genauer hinzuschauen, wird Dinge entdecken, die schmerzhaft sind. Mit meinem Mitgefühl für andere Wesen ist das für mich eine sehr anstrengende Sache. Es tut furchtbar weh, führt aber auch dazu, dass ich nicht mehr verdränge, sondern handle. In dem ich kein Fleisch mehr esse, keinen Fisch, keinen Käse. Ich kaufe für mich keine Milch mehr und keine Eier, keinen Quark. Ich versuche, mich rein pflanzlich zu ernähren. Meine Ausnahmen waren gekaufter Kuchen, Teilchen, Pillekuchen und Waffeln, dazu Schokolade und Eis. Das war inkonsequent, wenn ich jetzt an Berta denke und es tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe, darauf zu verzichten. Mir schmeckt es einfach zu gut und als Gast wollte ich es auch einfach machen, zumindest Kuchen zu essen.

Nach der Geschichte mit Berta und ihren wunderbaren Lauten, die noch jetzt in meinem Ohr sind und ihrem drohenden Schicksal vor Augen, möchte ich das nochmal überdenken. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt. Es ist wie eine Sucht, von der loszukommen richtig schwer ist. Ja zu sagen und einem Genussdrang nachzugeben ist so viel leichter (zumindest kurzfristig gesehen) als ein 'nein' und der Verzicht.

So war es auch, als ich 2011 begann, auf Fleisch zu verzichten. Es war richtig schwer, diesem über Jahre antrainierten Essverhalten und Geschmackssinn Einhalt zu gebieten und etwas anders zu machen. Doch wer soll anfangen, etwas zu ändern, wenn nicht ich selbst? Wenn ich nicht selbst beginne, auf Kuchen und Süßes (mit Tierprodukten) zu verzichten und bei Besuch z.B. einen 'freien' Kuchen mitzubringen, kann ich dann hoffen, dass sich von alleine etwas ändert? Wohl kaum.

Eine Scheibe abschneiden kann ich mir von den jungen Leuten, so z.B. erzählt mir eine Großtante von ihrem Enkel, der sich vegetarisch ernährt und sich schon auf die Bratkartoffeln freute, die sie für ihn zubereitete. Als er erfuhr, dass sie mit Speck angebraten waren, sagte er: 'Oma, tut mir leid, die esse ich nicht.' und verzichtete. Wow, so konsequent und klar möchte ich auch werden.

Es ist nicht unmöglich und vielleicht ist mir Berta 'passiert', damit ich einen Schritt weiter gehe auf meinem Weg. Ich muss mir eingestehen, ich kann weder die Welt noch mich selbst an einem Tag ändern, so gerne ich das auch möchte. Einen Schritt nach dem anderen. Doch jeder Schritt weiter und auch jedes Beibehalten des bisher geschafften ist ein Erfolg. Ein Schritt ist das Schreiben dieses Beitrags und die darin investierte Zeit und Liebe.

Veränderung braucht eine starke Motivation. Bei mir war es das Mitgefühl mit den Tieren, das sich aus meiner Beobachtung unseres Hundes entwickelte. Ich sah ihre Gefühle, die den meinen glichen. Da waren Angst, Freude, Schmerzen - was ich auch fühlte. Wie alles angefangen hat mit meinem veganen Weg, lesen Sie in der Rubrik Blog - Tierschutz - ganz unten fangen die ersten Beiträge an.

Wussten Sie, dass Hühner Empathie empfinden und sehr intelligent sind? Hier ein toller Beitrag von [Quarks & Co-Beitrag über das Huhn].

Bewegte Grüße von einer, die auf dem Weg ist, auf ihr Herz und ihre Gefühle zu hören, auch wenn es manchmal echt schwer ist.

Anja Kolberg

PS: Neuigkeiten vom Land: Mein Onkel hat den Verband abgemacht, damit Luft drankommt. Das Huhn lebt, humpelt weniger und meine Oma passt auf sie auf. *drück*

PPS: 25.11.13 Seit dem Erlebnis mit Berta verzichte ich auf alle Speisen mit Milch, Butter, anderen Molkereiprodukten, Eiern, Honig - damit sind auch meine monatelangen Ausnahmen (Süßes vom Bäcker, Schokolade, Süßigkeiten, Kuchen...) vom Tisch. Danke Berta, für diesen Schritt nach vorne. Ich habe seit dem einige neue Rezepte ausprobiert. Kuchen, die echt lecker sind und nebenbei vegan. Blog - Vegane Rezepte

PPPS: 23.1.14 Nachricht von Bertas Ende mit kleinem Happy End

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Dienstag, 10 September, 2013

Ich bin ein Landkind

Vierzehn Tage verbrachte ich in meiner Heimat, einem kleinen Örtchen im Bergischen Land, in dem ich aufgewachsen bin. Mein Onkel und meine Tante fuhren in Urlaub, so zogen meine Mutter und ich bei meiner Großmutter ein. Zwei Wochen frische Luft, viel Grün, Zusammen sein und viel viel Abwechslung.

'Was ist heutzutage noch eine Woche?', fragte meine Großmutter, als wir feststellten wie schnell die erste Woche vergangen war, in der unsere Hündin Minu uns Gesellschaft leistete. Und auch die zweite Woche - wie ein Fingerschnippen vorbei. Es bleiben viele Eindrücke und schöne Erinnerungen und dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar, denn ich weiß: Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich meine Oma noch habe und meine Eltern und ich Zeit mit ihnen verbringen kann. Wurzeln sind etwas sehr kostbares.

Ich habe mich so wohl gefühlt und auch unsere Minu. Sie war wie ausgewechselt. So brav und ruhig und entspannt ist sie sonst zu Hause nicht. Auch ihr hat wohl der viele Platz und die Natur gut getan. (Und sie durfte wie der urlaubende Haushund meiner Tante aufs Sofa. Das hat Minu natürlich genossen ohne Ende.)

Als ich wieder zu Hause war, fiel mir auf, dass ich die ganze Zeit auf dem Land wirklich mit meiner Aufmerksamkeit dort war und obwohl ich Mails abgerufen hatte, war ich mit meinen Gedanken nicht bei der Arbeit oder den Aufgaben, die ich nach meiner Urlaubszeit im Büro zu erfüllen habe. Was für ein Geschenk!

Mein Onkel und meine Tante haben einen herrlichen und gleichzeitig riesigen Garten mit Rasenflächen, Teichen, vielen Blumenbeeten, einem großen Gemüsegarten, Gewächshaus, Hühnerpirk und vielen Sitzecken. Ich bin immer wieder überwältigt von all dem und als meine Mutter und ich hinterm Haus in der Morgensonne am Laptop saßen und in das prächtige Blumenbeet schauten, da war mir klar: Das würde ich wohl nicht so häufig tun, wenn ich dort leben würde. Denn dann würde ich all die Arbeit sehen, die dort anfällt - und sie auch tun. Und wir konnten sie einfach genießen.

Nun waren meine Aufgaben beim Haussitten leicht: Blumen tränken, die kein Regenwasser abbekommen und den frischen Salat, wenn es nicht regnet. Da wir nur wenige heiße Tage hatten, kein Problem. Die Tomaten im Gewächshaus wurden täglich geerntet und gegossen. Sie rochen nach Tomate und schmeckten auch danach. Besser als die Biotomaten im Supermarkt.

Wie so mein Tagesablauf war? Mein erster Gang führte mich in den Garten zum Hühnerstall, dort begrüßte ich mit 'Guten Morgen, Mädels' die acht braunen Hühner, zog an der Schnur für die kleine Türe und rasenden Fußes liefen meine gefiederten Freunde in den großen Auslauf mit vielen Büschen, Bäumen und Grünfläche. Es sieht so witzig aus, wenn die Hühner eine große Stechmücke entdecken, die über dem Gras herfliegt und alle versuchen sie zu fangen. Gibt es Tiere, die schönere Geräusche machen als Hühner? So etwas beruhigendes, ich habe ihre Stimmen auf Video aufgenommen, ich könnte glatt eine Entspannungs-CD davon machen. Zu den Hühnern habe ich eine besondere Beziehung aufgebaut und so einiges erlebt. Später mehr dazu.

Nachdem ich die Hühner noch etwas beobachtet hatte, bin ich durch den Rasen geschlurft, der voller Tau war und zog so meine Spuren. Wenn Mama und Oma noch nicht in der Küche waren, habe ich mich hinters Haus gesetzt und meine Dankesseiten geschrieben und was am Tag zuvor passiert war. Dann haben wir in der Küche vom Onkel oder meinem Vater selbstgebackenes Brot getoastet, dazu Salbeitee (lecker von Teekanne) getrunken und vor allen Dingen gequatscht.

Danach stand meist irgendetwas auf dem Plan: Zum Beispiel einen Wäschekorb an die Leine in den Garten tragen, wo meine Oma sie aufhängte. Mit 88 Jahren (!) ist sie noch so fit, dass sie meine Mutter und mich locker in die Tasche steckt. Überhaupt, was gibt es fitte Senioren! Eines abends um 9 Uhr schellte es an der Türe. Davor standen zwei Brüder meiner Großmutter (beide auch über 80) mit ihren Frauen, die zurück von einem Besuch bei einem anderen Bruder noch vorbei schauen wollten, wie es Oma geht und das neuste berichten. Sie waren viele Kilometer mit dem Auto gefahren, hatten sich am Ziel einige Stunden aufgehalten, zurück ins Bergische und dann noch fit und munter bei uns. Das sind Vorbilder! So fit will ich auch im Alter sein.

Meine Oma macht noch die gesamte Wäsche im Haus und sie ist glücklich, dass sie diese Aufgabe hat. Und obwohl sie nicht mehr richtig sehen kann und Schmerzen in den Händen, hat sie immer die Kartoffeln geschält und einen von den riesigen Schmelzkohlrabi oder einen Spitzkohl aus Onkels Garten klein geschnitten. Es war herrlich, direkt aus dem Garten frisches und gutes Gemüse zum Kochen zu haben. Mein Onkel hat darin Salat, Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Kohlrabi, Möhren, Bohnen, rote Beete (soooo lecker! Roh frisch gerieben mit einem Apfel als Salat, dazu nur etwas Öl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker), Feldsalat, Breitlauch, Schnittlauch, Petersilie ..., im Gewächshaus Tomaten, davor jede Menge Küchenkräuter, Kürbisse, Peperoni, Gurken. Puh!

Zurück zum Tagesablauf: Entweder haben Mama und ich dann am PC geübt oder es gab etwas für nachmittags vorzubereiten oder wir sind auch mal in die Stadt gefahren oder zu meinem Vater oder meine Oma hat mir gezeigt wie sie Socken strickt. Auch hier ist sie wieder unermüdlich. Obwohl sie als ehemalige Vielstrickerin schon lange keine mehr gestrickt hatte, testete sie so lange, bis sie es wieder raushatte mit der kniffligen Ferse. Dafür trennte sie wieder und wieder auf. Ich hätte längst die Lust verloren. Aber nicht meine Oma. Sie war nicht eher zufrieden, bis beide Socken fertig waren.

Ich weiß gar nicht mehr wie alle Vormittage vergingen. Dann war bald 11 oder 11 Uhr 30 und mittags wird dort im Haus immer warm gegessen. Ich habe die meiste Zeit gekocht und durfte vegane Küche präsentieren. Erst wollte ich nicht die 14 Tage kochen, aber dann hat mir das Lob so gut getan, dass ich Freude hatte, es zu tun. Was wir gegessen haben? Zweimal gab es Pillekuchen (konventionell mit Eierkuchenteig und klein geschnittenen Kartoffeln) - eine Gemeinschaftsarbeit von Oma und Mama. Dann hatten wir Spaghetti mit Basilikum-Pesto und frischen Tomaten, Spitzkohl mit Kartoffeln untereinander und dazu Gemüsefrikadellen (Alnatura, siehe Bild oben), Spaghetti mit Blumenkohl und gerösteten Zwiebeln, Kohlrabi mit Kartoffeln, Veganer Wurstgullasch mit Paprika, Tomaten dazu Reis, Brokkoli-Nudelauflauf mit Pinienkernen. Ich glaube das wars. Meist habe ich so gekocht, dass es für zwei Tage reichte, dann war es nicht so viel Arbeit.

Zu jedem Mittagessen: Natürlich Apfelkompott und gerne einen frischen Kopfsalat aus dem Garten. Auf dem Bild Kohlrabigemüse vom Vortag mit Salat und mit Bratkartoffeln (Mamas Werk).

Nach dem Mittagessen haben wir uns alle ausgeruht, an einem schönen Sonnentag habe ich mich einfach aufs große Trampolin gelegt und in den Himmel geschaut. Dabei durfte ich einen Greifvogel beim Ziehen seiner Runden beobachten. Nachmittags gab es fast jeden Tag Besuch. Oma hat zweimal Waffeln gebacken. Als dienstags die Zwillingsschwester meiner Mutter mit ihrem Mann und den beiden Teenager-Enkeln wieder weg war, sagte ich zu Mama und Oma: 'Was war das für ein erfüllter Tag!' Ich fühlte mich so glücklich, da war so viel Leben und Abwechslung. Richtig schön!

Am späten Nachmittag wurden die Tomaten getränkt, zwischendurch nochmal geschaukelt, die Hühner ins Bett gebracht und die Eier eingesammelt. Dann noch ein Abendbrot, wieder quatschen, fernseh schauen, stricken oder zu dritt Halma spielen. Unsere Spezialität. Mein Vater hat vor vielen Jahren wunderschöne Spielbretter aus Holz gemacht, wo Löcher im Boden sind, so dass die Püppchen mit einem Holzpinn am Fuß versehen, sicher stehen. Da verrutscht selbst im dicksten Püppchenstau in der Mitte nichts mehr.

Boah, jetzt habe ich viel geschrieben. Einen winzigen Bruchteil von dem, was ich erlebt habe. Mittags saßen wir zum Beispiel in der Küche und es klang, als schnaubt ein Pferd auf der Terrasse! Als wir gucken gingen, hatte der Nachbar seine Pferde auf die Weide neben den Garten gebracht und ihr Schnauben war so laut, dass es sich anhörte, als stehe es vor der Türe. :o)

Als ich Minu spät abends nochmal rausbrachte, war es bis auf die Beleuchtung am Haus stockdunkel. 'UhhhUhhh uuuuhuuuu' schallte es zu mir rüber. Wie in einem Film! Ein Käuzchen machte sich bemerkbar.

Über mir der Sternenhimmel. In Köln sehe ich durch das Streulicht kaum welche. Und hier: So viele Sterne! Ich erkannte gleich den kleinen Wagen und erinnerte mich an die Sternenhimmel, die ich als Kind immer gesehen hatte.

Was für ein Glück, das alles erleben zu dürfen. Morgen erzähle ich Ihnen die Geschichte von Berta Füßchen und mir.

Alles Liebe

Anja Kolberg

PS: Bild 1 und 4 sind neue E-Cards.

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Mittwoch, 28 Juli, 2010

Vergeht die Zeit auf dem Land schneller?

Ich habe das Gefühl, die Zeit während meines Landurlaubs ist doppelt so schnell vergangen wie sonst im Alltag hier zu Hause. Zu schön waren die abwechslungsreichen Tage in der Natur, wo ich aufgewachsen bin. Elf Hausnummern, ein Bauernhof (von ehemals dreien), Kühe, Pferde, Schafe, Hühner, Hunde, Menschen, Weiden, Nutzgärten, eine schmale Straße, Wald, Bäume, Scheunen, Blumen, Wind, Fliegen, Mücken, Vögel, Schmetterlinge, Schnecken, Himbeeren, Tomaten, Sonnenblumen, Strauchbohnen, Dicken Bohnen, Kräuter, Teiche...

Petrus hat toll mitgespielt, während der Anreisetag noch einem Subtropen-Aufenthalt glich, war es bereits an Tag 2 herrlich abgekühlt, aaaaaah, so lies sich prima schlafen. Ich konnte gar nicht genug sagen: "Haben wir ein super Wetter." Zweithäufigster Satz von mir war übrigens: "Haben wir es gut!" Immer wieder kam Besuch, mal mein Bruder, mal mein Papa (*drück*), mal Tanten und Onkel - einfach schön. Auch habe ich die Gelegenheit genutzt und meine Freundin in Wipperfürth zu einem Plausch am Marktplatz getroffen. "Lass uns darüber reden", war das Motto unseres Abends - eigentlich steht jedes unserer Treffen unter diesem Stern, stimmt's? :o) Frauen eben.

Überhaupt: Schlafen. Jeden Tag habe ich mich nach dem Mittagessen hingelegt und ein bis zwei Stündchen geschlafen. Was mir zu Hause nur seltenst gelingt, war im Bergischen ein Kinderspiel. Ob das an der frischen Landluft lag? Klimaänderung von Köln aufs Land? Wetterumschwung? Egal, ich habe die Ruhephasen genossen und die frische Landluft tief eingeatmet. Hmmmmmm, guuuut!

Wir haben lecker gekocht, federführend meine Oma - 85 Jahre und ich finde fit wie ein Turnschuh (ich hatte kaum eine Chance, die Hühner morgens rauszulassen oder den Pferde auf der Koppel nebenan Wasser zu geben, war schon alles fertig, wenn ich runter in die Küche kam) - und natürlich hat auch meine Mama in der Küche gezaubert. Was es gab? Natürlich mein Liiiiiieblingsessen: Pillekuchen mit frischem Salat aus dem Garten, dann Himmel und Äd mit Blutwurst (kölsches Gericht: Kartoffelpüree mit Apfelkompott und in der Pfanne knusprig gebratenen Blutwurstscheiben). Was noch? Mama hat eine Gemüsepfanne gemacht (Zucchini, Aubergine, Paprika, Tomaten, Kartoffeln klein schneiden in Auflaufform mit Kräutern der Provence, Pfeffer und Salz würzen, darüber Pflanzenöl, das in der Pfanne mit frischem Knoblauch erwärmt wurde - Lecker!

Fast noch besser schmeckte der Rest kalt am Abend als Salat.) Jamjam. Grübel, was gab's noch? Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Kassler. Reibekuchen. Und Omas leckere Küchlein aus übriggebliebenem Püree und einem Ei in der Pfanne knusprig gebraten, dazu frischen Salat, eine Erinnerung an meine Urgroßmutter, die das laut Oma immer so machte. Wie sie sehen: Wir sind nicht verhungert, ganz zu schweigen von dem leckeren Nachtisch, frischer Melone, selbstgemachtem Eis... :o)

Lecker auch die frisch gelegeten und jeden Abend eingesammelten Eier der Hühner, die in einem riesiggroßen Hühnerpirk unter Bäumen, Sträuchern und über eine Wiese laufen und picken. Den Unterschied zu den gekauften Bioeiern (!) schmeckte und sah ich nur zu gut.

Die Hühner haben Oma und mich ganz gut auf Trapp gehalten und mir viel Freude gemacht. Sie haben nämlich entdeckt, dass es neben diesem großen Gelände noch viel viel mehr zu entdecken gibt, zum Beispiel ein Gewächshaus, ein großes Beet mit Gemüse und frischem Salat, Sträucher, unter denen man scharren kann, einen Komposthaufen, wo es so viel leckeres zu schnabeln gibt. Ein paar Flügelschläge und sie waren draußen.

Besonders ausbüchsfreudig war dies schwarze Exemplar hier mit dem braunen Federkranz um den Hals. Wir haben es mehr als einmal im Garten gefunden. Lustig war am ersten Abend, dass wir gar nicht wussten, wie viele Hühner überhaupt da sein sollten. Als wir sie abends in den Stall trieben, wo sie sich auf der Stange aneinanderkuschelten (der Hahn mitten zwischen seinen Mädels) und am Körnertrog hin und herhüpften und durcheinanderliefen, hatten wir kaum eine Chance, sie zu zählen, erst kamen wir auf zwölf, dann auf dreizehn wieder auf zwölf. Jeweils plus Hahn und plus Berta, der hübschen weißen Gans.

Es half alles nichts: Wir mussten nachfragen, wie viele es denn nun sein sollten. Hatten wir eines zu viel? Eines zu wenig? Genau richtig? Dreizehn bestätigte uns mein Onkel am Telefon. Wenn wir ab und an am Zaun nachsahen und durchzählten, schauten wir bei fehlendem Federfieh auch schon mal im Stall nach, wo dann eines oder auch mal zwei sich entsetzt gackernd auf dem Nest sitzend gestört fühlten, was den Hahn auf den Plan rief. Der warf sich in die Brust, schmiss die Flügel nach hinten und rannte laut gackernd und krähend zum Stall, um seine Mädels zu beschützen. Er hörte nicht eher auf, bis ich mich entfernt hatte, zum Schluss stand er sogar ganz entsetzt oben auf dem Zaunpfosten. Eitler Gockel!

Es gibt kaum ein beruhigenderes und gemütlicheres Geräusch für mich, als die gackernden, gluckenden Hühner und der krähende Hahn. Toll, die hätte ich auch gerne im Garten.

Einen Spaß erster Güte entdeckten Mama und ich im Garten: Eine Schaukel. Mein Onkel hatte sie gebaut, sehr stabil, dass sogar ich mich darauf traute. So was sollte es öfter geben: Schaukeln für Erwachsene. Wenn man schlechte Laune hat, braucht man sich nur darauf zu setzen, hin und her zu schwingen und schwups zaubert sich ein Lächeln automatisch ins Gesicht. Auch ohne schlechte Laune wärmstens zu empfehlen. Ich will auch sowas!

Im Garten gab es wieder viel Neues zu entdecken, bezaubernde Vogelhäuschen, die mein Onkel mit viel Liebe von Hand fertigt, Metallkonstruktionen, alte Eisengegenstände vom stillgelegten Bauernhof einer Tante,

ein renoviertes Bauarbeiterhäuschen, von innen so hübsch dekoriert, dass eigentlich mal ein Redakteur einer Garten- und Wohnzeitschrift vorbeischauen müsste, besonders angetan hat mir darin das von meinem Onkel gefertigte Bärenbett und die von Oma genähten Kissenbezüge und Vorhänge, federführende Dekoration von meiner Patentante. Im Garten und im Haus steckt so viel Liebe, dass man dort nur glücklich sein und Kraft tanken kann.

Bei all den schönen Blumenbeeten, Sitzecken und Ideen träume ich dann rasch von einem größeren Garten, wo ich auch das ein oder andere verwirklichen könnte... Doch nicht vergessen darf ich dabei, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, das alles so schön zu halten.

Natürlich haben wir auch unserem Lieblingsspiel gefröhnt: Halma. Am letzten Abend sogar bis um halb eins nachts. Auch wenn Mama immer wieder rebellierte, sie könne nicht mehr, schafften wir es doch auf dreizehn Spiele. Rekord! Als jede viermal gewonnen hatte, musste noch ein Spiel zeigen, wer die Königin unter den drei Halma-Königinnen ist. Meine Oma und ich hatten gegen Mama keine Chance, trotz vom Onkel aufgesetzem Beerenlikörchen, das wir ihr schön gekühlt verabreichten, hielt sie durch und gewann das letzte Spiel.

Solche Tage bei meiner Familie sind ganz besondere Schätze für mich. Kostbare Erlebnisse, an die ich mich noch mit 90 gerne erinnern werde. Sie erfüllen mein Herz mit funkelnder Freude und Dankbarkeit.

Danke dafür und ganz liebe Grüße ins Bergische!

Anja Kolberg

Mittwoch, 09 Juni, 2010

Land-Freude

Gestern bin ich dem Alltag entflohen. Ziel: Bergisches Land. Meine Familie besuchen. Neue Eindrücke sammeln. Auf andere Gedanken kommen. Energie tanken.

Bei meinem Bruder habe ich einen gaaaaaanzen Haufen wunderschöner neuer Naturbilder angeschaut. Vor allen Dingen die Vögel hatten es mir angetan. Frisuren haben die! Genial das Bild einer Bachstelze, die wirklich wie ein General strammen Schrittes mit in den nacken geworfenem Haupt durchs Bild stolzierte. Oder ein Lämmchen und ein Böckchen, die ein wildes Kaninchen skeptisch beäugen und dann laut blöckend von ihrer mit gelben Blümchen durchzogenen satt-grünen Wiese jagen. Das Kaninchen in Großaufname, das sich wie ein Model für den Fotografen in Pose schmiss und seine unglaublich langen Wimpern zeigte. Es muss ein Mädchen gewesen sein. :o) Noch sooooo viele Fotographien mehr .... Bäume in den verschiedenen Jahreszeiten vor blau-weißen Himmellandschaften, neben Rapsfeldern, abendblauen Schneelandschaften. Singvögel beim Füttern und Nahrung sammeln. Greifvögel bei der Jagd. Wildgänse auf dem Wasser, beim Liebkosen, Streiten und Starten. Bei einem Bild hielt mich nichts mehr: "Niiiiiiiils Hooooolgerson - fliegt mit den Gänsen davoooooon." Lilo sah ich auf einem der Vögel Platz nehmen - hier ist das Ergebnis:

 

Danke, dass ich das Nutzungsrecht für das tolle Foto hier für den Blog bekommen habe!

Wie viel Geduld man aufbringen muss, sitzen, beobachten, warten, Stunden um Stunden - und dann das technische Verständnis und das "Auge", um die Natur so abzubilden. Hach, meine Seele konnte richtig genießen und Energie tanken. Zum krönenden Abschluss hat mein Bruder noch viele schöne Aufnahmen von mir gemacht. Rechts können Sie eines sehen und andere zum Beispiel unter meiner Vorstellung. Das hätte ich noch stundenlang machen können! ((((Danke schön!!!))))

Nachmittags ging es dann zu meinen Eltern und meiner Oma. Halma spielen. Diesmal war mir das Spielerglück nicht hold. Mama und Oma steckten die ersten Plätze ein. Der leckere Erdbeerkuchen, den ich im Gepäck hatte, tröstete gleich. (So leicht geglückt: Bisquitkuchenrezept. Auf den ausgekühlten Boden Sahnesteif gestreut, damit das Obst nicht den Boden mit seinem Saft durchweicht. Frische einheimische Erdbeeren obendrauf und den - sicherlich nicht supergesunden, dafür aber superduftenden Erdbeerguss oben drauf. Sehr lecker. Will ich nochmal machen.)

Im Garten von meiner Tante und meinem Onkel konnte ich die neuen Hühner bewundern - eines legt sogar grüne! Eier -, neu angelegte Funkienbeete, kräftige Tomatenpflanzen im Gewächshaus - so viele schöne Ecken und Beete. Die Zeit war viel zu schnell vorbei... Aber wenn alles klappt, werde ich dort bald wieder einige Tage verbringen. Das wäre zu schön. Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie ich in meiner Heimat Kraft tanke und an Blühkraft gewinne. :o)

Ihre

Anja Kolberg

PS: Noch mehr Berichte vom Landleben finden Sie hier:

Dienstag, 06 April, 2010

Da bin ich wieder!

Hallo und herzliche Grüße aus Köln. Nach vier Wochen Blogfasten bin ich frisch erholt zurück am Schreibtisch. Es ist mir schon schwer gefallen, nicht meinen spontanen Impulsen im Blog Raum zu geben, die letzten drei Wochen war es ein bischen leichter, weil ich gar keinen Internetanschluss hatte. Statt dessen das Meer vor der Türe. Über meinen 40. Geburtstag waren wir an die Nordseeküste Dänemarks gereist. Ein Ferienhaus nur zwei Meter vom Strand entfernt mit einer Woche Schnee bei Ankunft, dann wechselhaftem Wetter von Nebel bis strahlendem Sonnenschein, herrlicher Aussicht, Wellenrauschen, Windgeräuschen, über Düne und Meer ziehende Möwen, atemberaubendem Wolkenspielen, Sonnenuntergängen und Leuchtturmlicht bei Nacht. Das Foto stammt von unserer Terrasse.

Ich hätte meinen 40. Geburtstag nicht schöner feiern können. Vorher hatte ich mir überlegt, was mir wichtig ist - schließlich blickte mich ja beständig mein Kalenderblatt mit "Ich mache mich glücklich" an. Was also wollte ich an meinem 40. Geburtstag erleben, damit er nicht untergeht wie jeder andere Urlaubstag? Ich sah eine Torte mit Kerzen, die ich auspusten konnte, der Raum geschmückt, Geschenke. Also besorgten wir vor dem Urlaub fertigen Kuchenteig ("Tarte au Chocolate", sehr lecker), ich nahm eine Backform mit, wir kauften einen "Happy Birthday" Schriftzug, eine Biene-Maja-Wimpelkette, eine Sonnengirlande und 40 Kerzen. Ich wollte mir selbst was schenken, also suchte ich mir eine schöne Gartenzeitschrift aus, die ich als Geschenk verpackte, ebenso wie eine Schachtel Pralinen. Eine Flasche Sekt landete ebenfalls im Gepäck.

Als ich an meinem Geburtstag aufstand, hatte mein Mann schon das Wohnzimmer geschmückt, nach dem Spaziergang mit Minu gab es Sektfrühstück mit Lachs. Meine Mutter und meine Tante hatten sogar Briefe geschickt, am Nachmittag packte ich meine Gartenzeitschrift aus. Was für eine Wonne, denn dort gab es höchstens im nächsten Ort - eine - Zeitung in deutscher Sprache. Nach einem Mittagsschläfchen dann ein langer Spaziergang am Strand zu dritt und anschließend die Torte mit 40 Kerzen auspusten. Zum Abendessen kochte mein Mann den im Hafen gekauften Lachs mit einer leckeren Sektsoße und Bandnudeln. Rundherum gelungen! Es war ein ganz besonderer Tag wie ich es mir gewünscht hatte. Auch dass mein Mann den ganzen Tag frei hatte und wir den Tag so miteinander verbringen konnten ohne die üblichen Ablenkungen des Alltags, war auch etwas besonderes. So würde ich meinen 40. Geburtstag jederzeit wieder verbringen!

Im Urlaub habe ich einige wunderbare Bücher gelesen. Von Buch zu Buch wurde es noch besser. In den nächsten Tagen werde ich sie hier vorstellen. Die Fahrt zurück war dann eine Reise in den Frühling. Während es in Dänemarks Norden, wir waren an Noerlev Strand zwischen Hirtshals und Loenstrup, noch winterlich aussah, wurden die Wiesen, je näher wir auf Köln zufuhren, grüner und grüner. Ich konnte es gar nicht fassen. Zu Hause war Frühling und ich hatte zum Glück noch nicht viel vom Blühen der Zwiebelblumen in meinem Garten verpasst. Beim ersten Spaziergang mit Minu zu Hause fühlte ich mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Nur diesmal war nicht der Weihnachtsbaum geschmückt, sondern die Natur hatte sich selbst geschmückt: Die Forsythien blühten, Narzissen und Traubenhyazinthen waren erwacht, an den Bäumen die ersten grünen Blätter, am Wegesrand Felder mit lila Veilchen und gelben mir unbekannten Blüten. Was für ein Geschenk!

Zu Hause wartete das Osterfest auf uns, liebe Gratulationen, ein geschmückter Eingang mit einer 40 und Geschenken von meiner Blumenfreundin Petra. So viele Überraschungen. Wunderbar!

Die lange Rückreise steckt mir immer noch in den Knochen. So langsam sind wir wieder hier angekommen, doch es braucht noch Zeit. Die Waschmaschine macht gerade Überstunden und mir fehlt der endlose Blick aufs Meer, die Muscheln am Strand und die Konzentration auf die wesentlichen Dinge, die mich dort umgab. Hach, schön!

Anja Kolberg

Montag, 22 Juni, 2009

Das war schön!

Am Wochenende waren wir bei meiner Tante und meinem Onkel zum Grillen eingeladen. Wir haben das neu angelegte Rosenbeet und so viel anderes Schönes im Garten angeschaut, Fotos gemacht. Minu hat sich die Gänse und Hühner aus der Nähe nochmal angeschaut und wir alle haben dann lecker lecker mit Oma zusammen geschlemmt und noch lange gequatscht. Das war so gemütlich.

Eine gute Grundlage für eine neue Woche! :o)

 

Anja Kolberg

Mittwoch, 20 Mai, 2009

Landzeit

So schnell vergeht eine Woche. Die Zeit bei meiner Familie ist an mir vorbei gerast. Heute vermisse ich das traute gemeinsame Frühstück mit Oma und Mama in der Küche, der Blick aus dem Fenster auf die Wiese mit den Tieren der Nachbarn. Oder die Hühner und Gänse aus dem Stall zu lassen. Sie hatten sich schon an mich gewöhnt. Wenn ich den Weg zwischen Gemüsebeet und Teich hinauf zum Hühnerpirk ging, kamen die Hühner schon angelaufen. Wohl eher, weil sie wussten, ich hatte wieder was zum Fressen für sie.

Als ich sie eines abends - wir hatten Besuch und lange gequatscht - in den Hühnerstall scheuchen wollte, fand ich keines mehr draußen. Ich öffnete die Türe zum Stall und da saßen sie alle mit ihrem flauschigen Federkleid aneinandergereit auf der Stange. Das war ein so heimiges, kuschliges Bild. So fühle ich mich auch bei meiner Oma. Einfach wohl, angekuschelt und weltbest versorgt. Letzte Woche Donnerstag plagten mich wieder meine monatlichen Bauchschmerzen und Mama und Oma schickten mich aufs Sofa, wo ich mit einer Wärmflasche versorgt wurde und den ganzen Tag in den Garten geschaut habe, zwischendurch zum Essen gerufen wurde, dann wieder zurück aufs Sofa in Garten-Zeitschriften blättern, die Onkel und Tante am Sofa liegen hatten, dem Regen zugeschaut und letzten Endes bin ich dort einige Stunden eingeschlafen. Das hat so gut getan. Kein Mensch kann einen so gut in einer solchen Situation verstehen wie andere Frauen. Hm, gut!

Im Garten von Onkel und Tante gibt es so vieles zu fotographieren. Das hat mal wieder richtig viel Spaß gemacht. So viele Blumen und kleine schöne Dinge, die meine Fotographenseele strahlen ließen. Unter anderem hatte ich Spaß an einem Spiegel, in dem ich mich kurzerhand selbst abgelichtet habe. :o) Mal mit Kamera vor dem Auge und mal - ein geglücktes Experiment - mit zur Seite gezogener Kamera:

Ich habe herrlich geschlafen, die frische Landluft hat einfach was. Tiefes Durchatmen. Überhaupt diese grünen Wiesen, der frisch begrünte Wald, der blaue Himmel mit den weißen und grauen Wolken. Ich liebe das Bergische Land, seine Aussichten, das Grün. Das tut meiner Seele gut. Unsere Minu, die mich für einige Tage begleitete, hatte soooo viel zu schnüffeln und zu entdecken. Auch sie hat geschlafen wie auf Wolke sieben und von den Abenteuern draußen geträumt. :o)

Einige Abende haben wir mit Halma spielen verbracht. Besonders Spaß macht mir das Spiel zu dritt. Da wir alle drei das Spiel lieben: Ein perfekter abendlicher Zeitvertreib. Neu entdeckt haben wir Solitär, erst blieben sechs oder sieben Püppchen übrig, zum Schluss nur noch zwei. Als ich dann behauptete, die Lösung (eines bleibt in der Mitte übrig) ist bestimmt im Internet zu finden, konnten das meine Mitspielerinnen erst gar nicht glauben. Ich machte den PC meiner Großmutter an, wenige Minuter später saß ich wieder auf dem Sofa mit drei verschiedenen Lösungswegen. Ich hatte nur die erste von unzähligen Seiten mit Lösungen aufgerufen. Jetzt wissen wir wie's geht. Wenn auch das selber ausprobieren freudvoller ist. Um halb zwölf am letzten Abend rauchte uns der Kopf. Was für ein krönender Abschluss dieser wundervollen Woche!

Ich bin so froh, dass meine Oma noch für mich da ist, und meine Eltern. Und schön ist es auch, dass Onkel und Tante einige Tage in Urlaub fahren und sich so die Gelegenheit ergibt, meiner Oma einige Tage Gesellschaft zu leisten. Ich weiß, das sind Erinnerungen, von denen ich mein ganzes Leben lang zehren werde.

Und nach einer Woche Auszeit ist es auch wieder richtig schön zu Hause in Köln. :o)

Anja Kolberg

Mittwoch, 03 September, 2008

Schlangen bei uns?!

Meine Oma erzählte, dass sie ein paar Tage zuvor an einem der Teichbecken im Garten eine Schlange gesehen hat, die einen Fisch aus dem Wasser ziehen wollte. Sie wäre grün gewesen mit schwarzen Streifen. Puah, da hat's mich gegruselt. Mein Bruder, der sich gut in der Natur auskennt, erkannte anhand der Beschreibung, dass es eine Ringelnatter sein muss und die gar nicht sooo selten seien. Schlangen! im Bergischen. Hiiiiilfe! Meine Mutter erzählte daraufhin, dass die Bewohner am Ende des kleinen Wohnörtchens oft Schlangen sehen würden. Ich dachte echt, ich höre nicht richtig. Sonntag war ein Großonkel zu Besuch und der erzählte, dass er auch schon Ringelnattern gesehen hat und dass sie sich wie eine Kobra aufstellen, wenn sie in die Enge getrieben werden.

Mein Bruder und ich sind daraufhin mit einem Stock los und haben unter Blättern, Büschen und Steinen geschaut, ob wir eine Schlange finden. Wie früher: Ein Abenteuer! Ein bischen schumrig war mir schon. Gut, dass wir keine gefunden haben, sie hat so viele Orte, wo sie sich verstecken kann. Denn es gruselt mich noch immer, obwohl ich inzwischen weiß, dass ihr Gift für Menschen völlig ungefährlich ist.

Ich kann mich vage daran erinnern, dass wir früher mal gegenüber unserem Haus eine Schlange gesehen haben und tat das inzwischen als Alptraum ab. Hätte ich mal darüber gesprochen, dann hätte ich schon längst gewusst: Kein Traum!

Beschwörende Grüße!

Anja Kolberg

Dienstag, 02 September, 2008

Heimatbesuch

 

Warum gehen besondere Tage immer so rasch vorbei? Der Heimaturlaub ist schon beendet. Einen Tag war ich bei meinen Eltern. Ich habe seit ewigen Zeiten mal wieder bei ihnen übernachtet. Das war ungewohnt und richtig schön! Nochmal Kind sein.

Durch Wipperfürth, die älteste Stadt des Bergischen Landes, bin ich am Freitag spaziert. Ich bin dort zur Schule gegangen und habe meine Lehre dort gemacht. Mit dem Abstand wurde mir auf einmal bewußt, was das für ein schmuckes Städtchen ist. Die vielen verschieferten Häuser mit ihren weißen Fenstern, der historische Marktplatz, die Kirche aus Bruchstein. Mir hat's gut gefallen und Sehnsucht kam auf.

Das hier ist übrigens meine Grundschule in einem Ortsteil von Wipperfürth.

Anschließend ging's zu Oma. Die erste Nacht waren wir beide alleine und ich hatte 'n bischen Schiss. Eine Einbrecherfalle musste her: Mein Onkel hatte einen Baseballschläger, den habe ich griffbereit neben mich gelegt, so wollte ich die eventuellen Einbrecher begrüßen. :o) Dann bin ich nochmal aufgestanden und hab' meine Tasche mitten in die Zimmertüre gestellt. Der Plan: Der Einbrecher fällt im Dunklen über die Tasche und dann bekommt er eines mit dem Holzschläger übergebraten. Ich glaube, das hätte der nie wieder gemacht... Natürlich habe ich mein Equipment nicht gebraucht und wir hatten mächtig Spaß, als ich davon am nächsten Morgen erzählte. Ich erinnerte mich, dass ich schon früher mit einem meiner Cousins Einbrecherfallen gebaut habe, als wir draußen übernachtet haben. :o)

Der Garten war wieder traumhaft schön. Die Dahlien waren am Blühen, viele Rosen, Schmetterlingsflieder, rote Bohnenblüten, Sonnenhut, Kapuzinerkresse. Hm, herrlich. Ich bin zu ein paar E-Cards animiert worden. Einige der Bilder hier können Sie als E-Cards verschicken. (Versuchen Sie draufzuklicken. Wenn es eine E-Card ist, öffnet sie sich in einem neuen Fenster.)

Besonderen Besuch gab es am Samstag: Meine Tante, die ein paar Häuser weiter wohnt, hat einen neuen Hund: Charly. Der Berner Sennen-Mischling war gerade 8 Wochen alt und soooooooooooooo süß! Ich konnte gar nicht genug bekommen von dem kuschlig weichen und spitzzahnigen Vierbeiner.

Es tut mir immer wieder gut, nach Hause zu fahren. Während ich als Jugendliche nicht schnell genug dort weg konnte und was von der Welt erleben wollte, erwische ich mich jetzt immer öfter bei dem Gedanken, wie schön es wäre, wieder im Bergischen zu wohnen.

Mich umgeben dort die Menschen, mit denen ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin.

Auch wenn ich dort keine optimale Autobahnanbindung und nicht die Einkaufsmöglichkeiten habe, auch nicht die Parks, die Spazierwege, auch wenn ich für einen Kinobesuch ewig fahren müßte und der DSL-Anschluss noch einige Jahre auf sich Warten ließe.

Dafür hätte ich jede Menge Wiesen, Wälder, Kühe, Landluft und Menschen, die ich schon ewig kenne.

Das hat etwas sehr vertrautes. Zu Hause eben. Heimat.

Pures Glück und Erholung ist daher für mich die Gelegenheit, immer mal wieder für ein paar Tage dort zu verweilen. Das ist pures Glück und Erholung für mich. :o) *freu*

So, genug gequatscht. Ich bin froh, dass ich das Büro wieder auf Vordermann gebracht habe. Zum Schluss noch ein Gruß von Charly:

Anja Kolberg

Montag, 26 Mai, 2008

Durchatmen...

... ist bei der schwülen Luft hier in Köln am Montag Morgen ganz wichtig.

Ich habe ein intensives und schönes Wochenende hinter mir. Von Freitag bis Sonntag war ich bei meiner Familie auf dem Land. Das hat soooooo gut getan! Den Samstag Abend haben Mama, Oma und ich mit Halma Spielen und nebenbei Grand Prix schauen verbracht. Zwischendurch immer kleine "Werbeunterbrechungen", da ging nämlich die Schokobox auf ihre Runde. :o)

Am Sonntag dann der kröhnende Abschluss: Pillekuchen mit frischem Salat und Apfelkompott. Gott, schmeckt das gut. Meine Oma macht den Pillekuchen immer besonders fluffig. Hm. Lecker! Besonders mag ich nach dem Essen noch lange sitzen bleiben und quatschen.

Der Garten sah herrlich aus. Da ich Samstag eine Hochzeit fotographiert habe, waren all meine Speicherkarten gefüllt. Aber mit der kleinen leichten Kamera bin ich Sonntag vormittag durch den Garten gehüpft und habe die schönsten Momente eingefangen.

Wenn ich dem Wochenende eine Farbe geben sollte: Grün - dieses Maigrün, was ich soooo gerne mag und auch die Wände in meinem Büro schmückt mit ein bischen Himmelblau dazu. :o)

Jetzt bin ich damit beschäftigt, hier im Büro wieder alles auf Vordermann zu bringen und die Fotos zu sichten. Darauf freue ich mich.

Einen guten Start in Ihre Woche

Anja Kolberg

Montag, 18 Februar, 2008

Hallihallo - da bin ich wieder!

Frisch erholt und gestärkt bin ich zurück in Köln. Ich sitze vor Bildschirm und Tastatur und blicke auf die von der Sonne angestrahlten Frühlingsblumen in meinem Blumenkasten: Primeln in rot, weiß, orange und gelb. Weiße, gefüllte Narzissen und lila Krokusse. Farb- und Frühlingsgenuss pur!

Vor mir liegen 7 Muscheln, die mich direkt wieder an die Nordseeküste Dänemarks beamen, wo mein Mann, unser Hund und ich die letzten 14 Tage verbracht haben. Norwestjütland, Jammerbucht, Nr. Lyngby (zwischen Loekken und Loenstrup für alle, die sich auskennen).

Direkt an der 30 Meter hohen Steilküste (oben ein Bild von Loenstrup), die sich jedes Jahr einige Meter ins Land frisst.

Unser rotes quadratisches Holzhaus mit Veranda und großen Fenstern zum Meer war nur 25 Meter von der Klippe entfernt. Hier ein Bild von der ehemalig befahrbaren Straße:

Nicht die Frage "Ob", sondern "Wann wird das Haus der Naturgewalt zum Opfer fallen?" stellt sich ganz klar. Nebenan das Haus steht nur 2 Meter vom Abgrund entfernt, unzählige Häuser vor ihm sind schon im Meer verschwunden.

Auf der anderen Seite des Hauses liegt ein verlassener Friedhof (hier ein Bild von einem tollen Nebeltag), die Kirche wurde schon Jahre zuvor weiter ins Landesinnere verlegt. Ein spannender Küstenabschnitts Dänemarks und ein wunderschöner Meeresblick von unserem Haus aus. Ein Traum, ein wirklicher Traum! Ich bin jetzt für mein Leben versaut. Ich glaube, ich kann keinen Urlaub mehr ohne Meerblick vom Haus aus machen, sagt mein trotziges Ich. Zu schön war es.

Als wir das Haus bezogen haben und sich mein Mann nach der anstrengenden Fahrt (wir waren Samstag früh im Schneechaos mit gesperrter Autobahn, liegengebliebenen Lkws in Köln gestartet und in Dänemark von Hagel, Schnee und Sturm empfangen worden) erst mal auf's Ohr gelegt hatte, fing ich an, umzuräumen. Die Rattansitzgruppe vor dem Fenster war unglaublich unbequem und viel zu wuchtig für den kleinen Wohnraum, dazu war der hübsche weiße Eßtisch mit den vier weiß blauen Stühlen in der Ecke viel zu eng und auf's Meer schauen konnte man auch nicht. Platz für ein Sofa war nicht. Also: Umräumen, damit wir uns für die 14 Tage wohlfühlten. Als ich dann noch 1000 Teelichthalter, künstlichen Blumen, Katzenfiguren von der Fensterbank im Schrank verstaut hatte, bekam ich endlich Luft.

Jetzt konnten wir beim Frühstücken unseren Blick heben und auf's Meer hinaus schauen.

Wir kamen uns dabei zwar vor wie die zwei Herren von der Muppets-Show :o) - war aber einfach herrlich. Oben im Dach waren zwei Oberlichter eingelassen. Die Wände und Decken waren aus hellem Holz, Küche, Stühle und Tisch in weiß. Dieses Haus hatte ein atemberaubendes Licht. Im Liegen konnten wir den blauen Himmel über uns sehen, vorne an der Klippe schwebten Möwen vorbei, das Rauschen des Meeres. Ein Gedicht. Ein Traum mit Ende. Leider. Und Gott sei dank - zu Hause ist es ja auch schön und es ist wie das chinesische Sprichwort sagt: "Wenn der Blütenschimmer der Kirschbäume länger währte als ein paar Tage, wir würden ihn so innig nicht lieben."

Hatte ich geschrieben, dass ich eigentlich vorhatte, in Dänemark zu schreiben? Vor meinem inneren Auge sah ich mich am Tisch vor dem Fenster sitzen und schreiben (das schon, bevor ich wusste, wie das Haus genau innen aussah), deswegen hatte ich meinen Laptop eingepackt. Die Schriftstellerin in mir war völlig euphorisch, sie träumt ja schon ewig davon, endlich mit dem Roman starten zu können. Aber es ging nicht. Erst war ich zu müde, dann gab es einen Sturm (den wir oben auf der Klippe mit voller Wucht genießen konnten) und dann war dies und dann war das... Gelernt habe ich daraus, mir das nächste Mal keinen Druck zu machen. (Ob das klappen wird?) Der richtige Zeitpunkt für meinen Roman wird kommen. Da fliegt mir direkt der Gedanke zu, den ein Sportler vom Ironman Hawaii mitgebracht hatte. Sinngemäß steht dieser Spruch dort über dem Zieleinlauf "Du kannst alles schaffen, wenn du es willst. Du musst es aber auch tun!" Der Spruch gefällt mir und ist so wahr!

Wir haben im Urlaub wirklich von jeder Wettersituation etwas abbekommen: Sturm, hohe Wellen, Schaumkronen, strahlend blauer Himmel und glattes Meer, diesiges Wetter und bedekter Himmel, einen Tag lang Nebel, ich konnte das Meer nur hören und dann auch wunderschönes Sonnenwetter, herrlich warm, so dass ich draußen auf der Terrasse gelesen habe. Hm, das war schön! Wir haben endlich die Nordspitze Dänemarks besucht, wo Nord- und Ostsee zusammenfließen, dort war auch viel los, ansonsten: Wenige Touristen, einige Zeit waren wir das einzige bewohnte Haus in der Straße: Herrlich! In Hirtshals haben wir direkt am Hafen 2 kg frischen Fisch gekauft, eingefroren und dann eine Woche unterschiedlichen frischen Fisch genossen. Hm, lecker hat mein Mann gekocht! :o)

 

In der zweiten Urlaubswoche begann dann meine Fotolust zu wachsen und ich habe mit meinem neuen Stativ den Abendhimmel fotographiert, den über dem Meer untergehenden Mond (wow!) und den Sternenhimmel, Muscheln, Möwen, das Meer und den Himmel mit und ohne Wolken, einen alten herrlichen Stuhl vom Nachbarhaus... Das waren einmalig schöne und erholsame Erlebnisse. Meine Kreativität hat richtig gefunkt. Ich habe viel experimentiert, endlich mal HDR ausprobiert. Ich sage besser nicht, wie viele Fotos ich genau gemacht habe, aber es bewegt sich im 4stelligen Bereich. *huch* So manches Motiv wird Sie noch auf Kalender und Karten erfreuen.

 

Gelesen habe ich auch, aber ich hatte einige Bücher dabei, die mich richtig gequält haben. Zäh waren sie. Es ist wirklich eine Kunst, gute Bücher zu schreiben. Bücher, die sich nicht ziehen, die von der ersten (!) bis zur letzten Seite spannend sind. Solche, die ich nicht wieder aus der Hand legen will, bis ich sie zu Ende gelesen habe. Davon gibt es wenige! Eines, was mir dabei immer wieder einfällt, ist das Buch "Ende der Nacht" von Ingrid Strobl. Beim Lesen läuft ein Film ab. Es ist zwar vom Thema nicht das, was mich brennend interessiert, aber der Schreibstil, der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Immer noch eines meiner Favoriten. Ein Buch hatte ich dabei, das war nach zähem Anfang dann wirklich spannend. Da habe ich auch schon mal bis 3 Uhr nachts gelesen. :o) Ich werde Ihnen in den nächsten Tagen von den Büchern berichten: Welche waren zäh und welche waren gut.

Unsere Minu hat die Strandspaziergänge wie wir genossen: Möwen, Frisbee, der Blick in die Sonne, auf das Meer, die frische Luft. All das war Honig für unsere Seele und unseren Körper. Noch am Donnerstag sind wir 5 km in den nächsten Ort am Strand entlangspaziert. Eigentlich hätte ich gerne gehabt, dass uns dort der Eismann erwartet, leider war das nicht der Fall... *schnief* Dafür sind wir aber mit viel Lachen belohnt worden, weil Minu so viel Freude am Laufen hatte - endlich loslaufen, die Weite genießen, die Möwen wegjagen und in einen Fisch beißen, der den vielen Fischern wohl durch die Lappen gegangen war und nun am Strand lag und auf unseren Hund wartete... Yamyam... Die befürchteten Bauchschmerzen am Abend blieben aus, unserem Vierbeiner ging es blendend! Oben auf dem Foto reckt sie die Nase in die Luft: "Hm, Meer. Hm, Fischduft"

Auch im Februar ist Dänemark eine Reise wert. Die besondere Ruhe, die fehlenden Mücken, das wechselnde Wetter, das glatte Meer, die Einsamkeit am Strand, der blaue Himmel, der einmalige Blick beim Frühstück und Tagebuch schreiben aufs Meer - das werde ich vermissen!

Die über 10stündige Hinfahrt versüßt hat uns auf jeden Fall Hape Kerkeling mit seinem Hörbuch "Ich bin dann mal weg".

Die Stunden verflogen im nu, mein Mann und ich hatten daran beide viel Freude! Ein hörenswerter, lustiger, leichter und oft tiefsinniger Zeitvertreib.


Wie so oft, sind wir Freitag Abend schon wieder zurück gekehrt. So hatten wir Samstag Zeit, hier zu Hause wieder anzukommen, einzukaufen, die Post zu sichten. Und heute startet die neue Woche.

Ich freue mich darauf, hier im Blog wieder regelmäßig zu schreiben. Ich habe es vermisst, ich habe Sie vermisst! Übrigens habe ich durch meine Auszeit vom Bloggen alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte: Die Bilder sind zur Bildagentur geschickt worden. Yiepieh!

Genug geschnackt - auf geht's! Einen guten Start in die Woche,

Ihre Anja Kolberg

Montag, 08 Oktober, 2007

Bombig!

Hatten Sie auch ein soooooooo schöööööönes Wochenende?

Ich glaube, die Sonne hat überall geschienen. Hat das gut getan.

Was ich gemacht habe?

Am Samstaaaaag bin ich ins Bergische gefahren. Ich wollte in den Wald und dort Fotos von Pilzen machen. Ich hatte das Glück, dass mein Onkel und meine Tante meinen Hund Minu und mich begleitet haben. Das war schön! Besonders, weil die beiden sich dort so gut auskennen, wo ich mich alleine nicht hingetraut hätte.

Als ich im Örtchen noch gewohnt habe, bin ich dort auch mit unserem damaligen Hund viel spazieren gewesen. Es gibt einen Bach, der im Wald entspringt und sich dann durch eine Minischlucht vorbei an einer sehr schönen Mooslandschaft windet. Wir haben Kuhlen von Wildschweinen gesehen und herrliche Mooswiesen zwischen den Tannen und darauf gaaaaanz viele schöne Pilze. Meine Tante und ich haben gar kein Ende beim Fotographieren finden können.

Und mein Onkel, bekommt die goldene Geduldsmedaille, dass er sooo lange gewartet hat und uns hat machen lassen.

Was war das schön. Das ist ein Stück Heimat, das ich hier im Kölner Vorort doch sehr sehr sehr vermisse.

Klar gibt es hier den Stadtwald, aber so unberührte Natur nicht.

Ja und gestern, da haben wir trotz des schönen Wetters die Hälfte vom Tag im Bett verbracht. Hat das gut getan. Mein Mann wollte Formel 1 am Morgen sehen, herrlich, also blieb ich im Bett und habe in meinem neuen Roman gelesen. :o) Dann gemütlich frühstücken, Milchkaffee schlürfen, Zeitung lesen, ein bischen Tagebuch schreiben, im Garten sitzen, lesen, Apfel-Mandel-Muffins backen, hmm zu Espresso in der Sonne genießen und dann ins Bett und lesen und einnicken. Wow! Das war klasse. Wir haben uns richtig gut erholt.

Heute früh geht es wieder frisch an die Arbeit. Ich freue mich auf die Woche!

Herzlich aus dem noch leicht nebeligen Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 22 August, 2007

Zwei Regengeschichten

Um nach dem letzten Blogbeitrag Missverständnissen vorzubeugen: Ich liebe den Regen nicht bedingungslos. Ich find's auch nicht schön, pitschenass zu werden, aber das Nass hat auch seine schöne Seite. Zwei Geschichten. Eine von der Sonnenseite, eine von der Schattenseite des Regens. Die miese zuerst:

Vor einigen Jahren bin ich Anfang Dezember für 4 Tage nach Pisa geflogen. Alleine. Zeit für mich. Ich habe mich auf Cappuccino im Café gefreut, durch schöne Gassen zu flanieren, spazieren durch schöne Natur.

Die ernüchternde Realität: 9 Grad. Kalt. Dauerregen, der sich bis in die letzte Ritze setzte. Alles war klamm und feucht. Nur wenige Stunden regnete es nicht.

Ich hatte dauernasse Füße (klar, das falsche Schuhzeug dabei, weil nicht mit solchem Wetter gerechnet), der Zimmervermieter sah überhaupt nicht ein, die Heizung anzustellen, damit meine Kleidung trocknen konnte, und meine romantische Vorstellung, in einem Straßencafé in der Sonne zu sitzen, fiel auch ins Wasser. Das war ganz mies und ich wünschte mich nach Hause. Laune auf dem Nullpunkt.

Dann hatte ich die Nase voll - dachte jetzt nehme ich mir ein anderes Zimmer oder der Vermieter stellt endlich die Heizung an. Oh, das ging auf einmal. Unter der Bettdecke war es wahnsinnig gemütlich mit meinem Buch. Ich fand ein Internetcafé mit Verbindung zu meinem Göttergatten. Das war Erheiterung bei der Wetterent-täuschung. Und trotz Regen habe ich einige schöne Fotos gemacht. Zum Beispiel von den wundervollen Türen, die dort in jeder Gasse zu finden sind. Mit dem Bus bin ich in die Stadt Lucca gefahren und habe ganz köstliche Bruschetta in einem Eckcafé genossen. Nur eben nicht draußen...

Die schöne Seite: 1995. Dominikanische Republik. Wider den ängstlichen Verboten der Reiseführerin mieteten wir mit einem Pärchen zwei Geländemaschinen und machten uns auf eigene Faust auf, die Insel zu erkunden. Wir folgten dem Tipp des Vermieters und fanden einen einsamen, unendlich langen, von Palmen gesäumten Strand. Karibik-Feeling pur.

Getränke vergessen. Versucht, Kokosnüsse von den Bäumen zu holen und sie mit Steinen zu öffnen. Vater und Sohn kommen auf einem Pferd vorbei und beobachten uns. Der Vater schickt den Jungen lachend mit einem riesigen Messer zu uns und der Kleine öffnet mit einem geschickten Schlag die Pforte zu dem köstlichen Getränk. Hm.

Nach paradiesischen Stunden im Wasser und im angrenzenden kühlen Bachlauf verdunkelt sich der Himmel. Wir fahren zurück. Ein karibischer Monsterschauer fällt über uns herein.

Die rote Erde spritzt in die Höhe. Bis auf die Haut werden wir nass. Warme Nässe. Sie fühlt sich gut an. Ich fühle mich so lebendig wie lange nicht mehr. Hütten säumen die etwas befestigteren Wege. Menschen rufen uns, winken, wir sollen herein kommen. Trotz erster Skepsis halten wir an. Ein kleiner Laden. Wir drängen uns mit anderen unter das schützende Dach. Lachen. Blitzende Augen, weiße Zähne. Wir bekommen rot-weiß-gestreifte Tüten, um unsere Kameras neu einzupacken. Kaufen Getränke. Unterhalten uns mit Händen und Füßen. Es hört auf zu regnen. Wir fahren weiter und würden jederzeit wieder zu dieser Regentour aufbrechen.

Noch Wochen später denke ich an diesen Tag: Unsere ehemals weißen T-Shirts und hellen Socken, die Turnschuhe, alle tragen sie die braun-rote Farbe der nassen Erde, die sich eingewaschen hat in unsere Kleidung und auch nach einem Kochgang nicht mehr geht. Schöne Erinnerungen an einen karibischen Regentag!

Regenpfützengrüße

Anja Kolberg

Montag, 11 Juni, 2007

Das tat richtig gut!

Haaaaaallo aus Köln,

frisch erholt bin ich wieder zu Hause angekommen.

Die Tage im Bergischen bei meiner Familie waren einfach herrlich!

Wie voll kommt mir jetzt hier die Straße vor und wieviele Häuser hier stehen...

Bei meiner Oma blickt man rundherum auf Wiesen. Unten sehen Sie einen Ausschnitt vom 11-Häuser-Örtchen, wo ich aufgewachsen bin.

Direkt vorm Küchenfenster wiehern die Pferde. Geweckt wird man vom Krähen des Hahns und die Hühner gackern den ganzen Tag ein schönes Lied. Dieses Gurgeln hat etwas Beruhigendes.

Schöööön war das. Ruhe. Landleben. Entspannung pur.

Im Bergischen ist eine andere Luft, ein paar Grad kühler - leider keinen Deu weniger schwül... Es gibt schlimmeres, zum Beispiel wenn es nachts nicht abkühlt, doch das hat es dort... Hmmmm, gut habe ich geschlafen. Himmlische Träume hatte ich - sie reichen für viele Romane... :o)

Einen dicken Bauch haben meine Mama, meine Oma und ich uns an den frischen Erdbeeren im Garten angefuttert: Beim Pflücken, beim Saubermachen, zum Mittagessen, zwischendurch mit Schlagsahne, nachmittags auf dem Tortenboden. Falls ich jemals nicht zunehmen kann und muss (ist ja bei mir wirklich ;o) nicht der Fall), dann werde ich dort eine Zunehmkur machen. :o) Dank der Hühnerschar gab es genug Eier - die wichtigsten Zutaten für meine Lieblingsgerichte: Waffeln mit Kirschen und Sahne und natürlich mein heißgeliebter Pillekuchen (Kartoffelstückchen im Eierkuchenteig). Göttlich. Dazu ein frischer Salat aus dem Garten. Herz was brauchst du mehr?

Mein Fotographenherz kam auch auf seine Kosten. All die alten Schätze, die Blumen und zauberhaften Ecken im Garten, die Deko im Haus.... Einfach schön! Mein Onkel und meine Tante haben dafür einfach Talent!

Freitag war mein großer Besuchstag: Nach Wipperfürth zur Reifenreparatur und mit meinen Papa eine Tasse Kaffee trinken. Am Nachmittag Stipvisite mit frischen Erdbeeren bei meiner Schwester. Hm der Geruch von Kunststoff im Labor hat mich an früher erinnert, als meine Mama zu Hause noch Zahnklammern gebogen hat. Duft birgt Erinnerung. :o)

Zum Tagesabschluss habe ich mit meinem Bruder einige meiner Fotos besprochen und meine Kamera getestet.

Er konnte mir bei der Kameratechnik helfen und ich ihm bei seinen Texten. So war jeder mal mit den einströmenden Informationen überfordert. Gut, wenn man das wechselseitig spürt - und dann lässt sich herrlich ein Päuschen einlegen. :o)

Die beiden Bilder von mir in diesem Beitrag hat er übrigens gemacht.

Was wollte ich noch erzählen? Ach so, der Hahn! Der strotzte vor Energie: Während andere vielleicht nur morgens krähen, flog der mehrmals am Tag auf den Zaunpfahl und gab sein brünstiges Geschrei zum Besten. Und die Hühner? Schaarten sich mit verliebten Blick um den eitlen Gockel! Tssss...

Eine Halmarunde am Abend durfte nicht fehlen. Die besondere Herausforderung: Den Totalstau in der Brettmitte überstehen. Darin sind wir inzwischen geübt. Zum Schluss hatte jede mal gewonnen: Meine 83jährige Oma, meine 59jährige Mama und ich, das Küken in der Runde. Schön, als 37jährige nochmal Nesthäkchen sein zu dürfen. :o)

All die schöne Zeit geht viel zu schnell vorbei und doch freue ich mich immer wieder auf zu Hause. Schön, wenn mein Göttergatte mir am Telefon (natürlich nur auf Nachfragen, aber immerhin...) sagt, dass er mich vermisst. :o) Minu hat mich auch freudig begrüßt - ihr geht es wieder besser. Puh!

Übrigens: Letzte Woche Mittwoch war mein gefühlter "Freitag, der 13.". Obwohl ich nicht an schlechte Ohmen glaube, ist diese Bezeichnung doch ein Sinnbild für mich, wenn ganz viel schief läuft. Eben wie an diesem Mittwoch.

Mittags mussten wir ja unerwartet mit unserem Hund in die Klinik, tagsüber schlug mir das Wetter (schwülwarm) auf den Kreislauf, ich bekam Magen-Darm-Probleme. Als ich endlich losfahren wollte, meldete unsere Elektronik im Auto mit lautem Piepen: "Reifpanne hinten links". Schitt!!!

Morgens waren wir u.a. im Baumarkt gewesen und dort hatten wir uns wohl eine Schraube mitgebracht. Allerdings nicht für die Wand, sondern für den Reifen... Gedanken schossen mir durch den Kopf: "Was soll ich jetzt tun? Welche Werkstatt hat noch auf? Werde ich jetzt Freitag erst fahren können? Kann der Reifen platzen? Kann ich damit überhaupt noch fahren? Hoffentlich bleibe ich auf der Autobahn damit nicht stehen. Wie weit kann ich mit dem Reserverad fahren?" usw. usw. ...

Zwischendurch half mir - kurz vorm Hyperventilieren - ein "ganz ruhig Anja, atme erst mal tief durch". Ich habe Hilfe gefunden (ATU machte Gott sei dank erst um 20 Uhr zu), dort wurden meine Fragen beantwortet und ich beruhigt... Am Freitag erklärte mir der Mechaniker von Reifen Schwamborn in Wipperfürth dann alles, was ich noch zu Reifenpannen wissen wollte.

Mir ist aber auch klar geworden, wie oft ich mich auf männliche Hilfe verlasse, wenn was mit dem Auto nicht klappt. Immer war in meinem Leben ein Mann da, der mir half: Mein Papa, mein Bruder, mein Freund, dann die Jungs in der Werkstatt (habe bei einem KFZ-Händler gelernt), jetzt mein Mann. Könnte ich einen Reifen wechseln, wenn ich müsste? Hm. Ich glaube schon, würde dabei aber einige Streßsensoren in mir zum Platzen bringen... Vielleicht sollte ich mal einen Pannenkurs mitmachen? Als ich mit 19 mit dem Auto meiner Schwester unterwegs war, ruckelte es einmal wie verrückt. Ein junger Mann im Auto hinter mir half, als ich stehen blieb. Ich hatte den Schock nicht gezogen. Nette Pannenhilfe. :o) Also, was mache ich mir einen Kopf?

Noch was war mir am Ende meines "Freitag, den 13." deutlich: Ich kann all das Unangenehme, was mir in meinem Leben begegenet, nicht abwehren. Ich kann nur lernen, mit solchen Situationen besser umzugehen. Bei der nächsten Reifenpanne bin ich gaaaaaaaaaanz cool. Versprochen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und eine erfolgreiche Woche, in der Sie ganz leicht eine Lösung für das finden, was in Ihrem Leben so ansteht. Ich wünsche mir das auch.

Herzlich,

Anja Kolberg

P.S. Ich habe von einigen Fotos frische E-Cards gemacht. Viel Spaß beim Verschicken.

Mittwoch, 06 Juni, 2007

Ab auf's Land

Landurlaub im Bergischen ist angesagt. Ich bin mehr als urlaubsreif. Besuche mit meiner Mutter wieder für einige Tage meine Großmutter. Darauf freue ich mich. Sehr.

Mein Mann spielt derweil hier zu Hause Krankenschwester für unseren vierbeinigen Liebling. *oh*

Denn mit Minu waren wir beim Tierarzt. Nach dem Ballfangen im Garten blieb sie plötzlich stehen und humpelte auf uns zu. Mist! Sie hatte sich nichts in die Pfoten getreten, es musste etwas anderes sein. Tierklinik Stommeln. Gott sei dank das Wartezimmer leer. Nichts am Knie oder an der Pfote. Doch noch ein Röntgenbild. Sie war voller Panik, weil wir auf einmal nicht mehr da waren und sie dann auch noch auf den Rücken gedreht wurde... Ich hoffe, ich bekomme ihre Schreie irgendwann aus dem Ohr. Es war schrecklich. Ich hätte heulen können. Dann die frohe Botschaft: Röntgenbild brauchbar und mit den Knochen und der Hüfte ist alles o.k.. Die dicke Schwellung im Oberschenkel war auf dem Röntgenbild mehr als deutlich zusehen. Diagnose: Muskelfaserriss. Aua. Schmerzmittel. Ruhe. Herrchen und Frauchen atmen auf. Eine Träne habe ich auf dem Heimweg verdrückt. Was geht es mir ans Herz, wenn mein kleiner Engel leidet!

Jetzt wird alles wieder gut!

Ich wünsche Ihnen ein wundervolles Wochenende! Spätestens Dienstag bin ich wieder im Lande.

Anja Kolberg

Mittwoch, 02 Mai, 2007

Landluft

... tut mir richtig gut!

Der Ausflug zur Familie hat mir Kraft gegeben. Es hat gut getan, in Ruhe zu quatschen, zuzuhören, neues und altes zu sehen und zu erleben. Während nebenan die "Hofleute" Maifest gefeiert haben, machten Oma, Mama und ich uns einen gemütlichen Abend. Kennen Sie den Brauch, dass der Maibaum bis früh in den Morgen bewacht werden muss, sonst könnte er geklaut werden? Wenn das passiert, fällt das Fest zum Abschmücken des Maibaums Ende des Monats aus. Nun, wo ich aufgewachsen bin, fällt das Fest aus. Morgens war der Maibaum nicht mehr da...

Mein Onkel und meine Patentante hatten den Garten wieder herrlich zurecht gemacht. Die beiden ergänzen sich prima und haben immer wieder tolle Ideen. So machte mein Onkel aus alten Milchkannen herrliche Blumenkübel. Ein toller Hingucker!

So viel Plausch für heute - ich wünsche Ihnen eine richtig gute Woche!

Anja Kolberg

Montag, 19 Februar, 2007

Urlaub beendet

Schön war die Woche im Südlichen Schwarzwald bei Titisee-Neustadt. Ganz spontan haben wir uns entschlossen, eine Woche Pause zu machen. Da es karnevalsbedingt ruhig war, klappte das auch.

Herrlich! Es hat meinem Mann, unserem Hund Minu und mir richtig gut getan.

Ab unserer Ankunft am Samstag bis Donnerstag morgen hat wir extremen Dauerregen. Hm. Auch wenn wir nicht mit Schnee gerechnet hatten, so viel Regen war doch schon heftig. Wir hatten aber zweimal das Glück beim Spazierengehen trocken zu bleiben - wir sind ja schon mit kleinen Lichtblicken zufrieden. :o) Und beim Spazierengehen gab's einen Morgen sogar einen traumhaften Weitblick auf die Alpen. Toll! :o)

Dienstag sind wir trotz Schmuddelwetter zum Schauinsland, einem Berg in der Nähe von Freiburg gefahren. Bei uns vor der Türe: Regen und am Feldberg und am Schauinsland: Schnee! Meganebel! Wow! Damit hatten wir nicht gerechnet. Auch wenn wir keine Skihasen sind: Zum Anschauen war's schön. Wir konnten kaum weit sehen, dafür gab es gespenstisch tolle Nebenausblicke und Minu hatte einen Mordsspaß im Schnee. Sie hüpft dann wie wild herum und frisst Schnee für ihr Leben gern. Kein Wunder, ich liebe Eis ja auch... ;o)

Nach anfänglicher Traurigkeit über das miese Wetter wurde uns im Nachhinein klar: Das schlechte Wetter war gut, weil wir uns dadurch so richtig ausgeruht haben, viel geschlafen, rumgelümmelt... Und ab Donnerstag morgen: Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein. Wir sind nochmal zum Schauinsland gefahren: Der Schnee war innerhalb von zwei Tagen fast weg. Dafür gab's jetzt eine bombig weite Aussicht. Wow! Das hatten wir vorher durch den Nebel alles gar nicht gemerkt. Was für ein Geschenk!

In der Zeitung "Naturfoto" hatte ich einen Bericht über die schiefen Weidbuchen am Schauinsland gesehen. Die haben mich fasziniert und die Bäume wollte ich unbedingt fotographieren. So richtig fündig sind wir nicht geworden. Aber diese hier kommen denen schon sehr nahe: Genial. Mein Fotographenherz? Es strahlte!

Und dann sind wir noch zum Todtnauer Wasserfall spaziert. Sowieso floss von allen Bergen Wasser ins Tal, aber dieser Wasserfall übertraf alles. Mit 97 Metern ist er der höchste Naturwasserfall Deutschlands. Diese Naturgewalt - unbeschreiblich. Tränen liefen mir über die Wangen, so beeindruckt und berührt war ich von der Schönheit der Natur. Ich bin so dankbar, dass wir genau an diesem Tag da waren, als strahlend blauer Himmel war, die Sonne schien und die Wassermassen mit einer unbeschreiblichen Kraft ins Tal stürzten. Yipieh! Die Gönner des Todtnauer Wasserfalls hatten sich was tolles überlegt: ergonomische Holzliegen direkt am Wasserfall. Trotz Nässe habe ich mir eine Liege trockengeputzt und mich diesem atemberaubenden Schauspiel hingegeben: Sonne, blauer Himmel, Gischt, Regenbogen, kleinste Wassertröpfchen, ohrenbetäubendes Rauschen - Wow!

Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Sonnenbad und Kaffee und Kuchen auf unserem Südbalkon an der Ferienwohnung, den wir jetzt endlich genießen konnten.

Schön, dass heute, am Rosenmontag, noch ein "ruhiger" Tag ist, bevor es morgen wieder losgeht. (Übrigens waren wir sehr überrascht, wie viel Karnevalsaktivitäten im Schwarzwald waren!)

Einen schönen Karnevalstag!

Ihre Anja Kolberg

Donnerstag, 30 November, 2006

Kraft bei der Familie tanken

Mitten im Alltagstrubel habe ich mir eine Auszeit gegönnt:

Ein Besuch bei der Familie auf dem Land. Da sie nicht gleich um die Ecke wohnen, sondern ca. 65 km entfernt, besuchen wir uns alle 4-6 Wochen, meine Oma sehe ich seltener. Jetzt habe ich mir ganz bewusst Zeit dafür genommen: Hach herrlich, meine Oma drücken, mit ihr das köstliche Mittagessen meines Onkels genießen, die neusten Neuigkeiten hören, dann mit ihm und meiner Patentante deren schöne Adventsdekoration bestaunen. Mit Oma Mama und Papa besuchen, dabei ein bischen meinen Papa ärgern (wir zwei "kebbeln" uns ganz gerne), sein frisch gebackene Früchtebrot kosten (meine Eltern backen seit Jahren im Rahmen der Vollwerternährung ihr Brot selbst. Ein Gaumenschmaus erster Güte.) und natürlich dazu am Kaffeetisch klönen (quatschen). Und auf dem Nachhauseweg noch unverhofft bei meinem Bruderherz klingeln. Der kam gerade mit roten Wangen vom Fotographieren. Wir konnten direkt seine Werke am Computer betrachten. Die neuen Hunde- und Pferdebilder, die er mit seiner Airbrushpistole gezaubert hat, beeindrucken mich immer wieder. Schön, so viel Kreativität.

Zu Hause spürte ich so richtig, wie viel Kraft ich im Bergischen getankt habe. Das ist so etwas besonderes für mich. Schade, dass meine Familie nicht um die Ecke wohnt, aber immerhin ist sie auch nicht so weit weg. Ich muss mir nur die Zeit nehmen. Ich habe das Glück, dass meine Oma noch lebt, also will ich die Zeit, die mir mit ihr bleibt auch noch genießen. Mir Zeit dafür nehmen. Es gibt wichtigeres im Leben, als nur die Arbeit. Das Leben ist bunt und sooooooooo schön!

Oben auf dem Bild habe ich meine Familie übrigens gezeichnet. Ich bin mir sicher, dass sie beim Lesen raten werden, wer denn wer ist. (Für Insider ein Kinderspiel? Winkewinke ins Bergische.)

Herzliche Grüße

Anja Kolberg

Samstag, 30 September, 2006

Home... sweet home

Hallo, da bin ich wieder!

14 Tage Dänemark - das war eine schöne Zeit. Der erste Tag ging gaaaaanz langsam um, aber dann ging es ganz schnell. Da begreift man Einsteins Relativitätstheorie ganz leicht.

Wir haben es wirklich gut angetroffen. Das 4. Jahr waren wir an Dänemarks Nordseeküste und sind immer wieder von der Ruhe dort begeistert. Unser Hund hat auch Spaß, denn hier sind die Vierbeiner gerne gesehen. Das Häuschen war einfach klasse - letztes Jahr frisch renoviert und nur 150 Meter und eine ziemlich hohe Dühne vom Nordseestrand entfernt.

Ich schicke Ihnen eine große Brise frischer Meeresluft, blauen Himmel und an den Füßen kitzelnder Wellen. Erholsam war's! Wir haben viiiiiiiiiiiiiiiiiel geschlafen, gelesen, getrödelt, geträumt.... so wie es sich für einen Urlaub nach meinem Geschmack gehört. Besonders liebe ich die Ausflüge mit meiner Kamera an den Strand. Der ist sehr breit und unendlich lang. Stundenlang kann man mit den Füßen immer der Brandung entlang durch das Meerwasser schlürfen. Schön!

Urlaubserinnerungen tauchen auf, wenn ich die Fotos durchschaue: Sonne, blauer Himmel, segelnde Möwen, berauschende Sonnenuntergänge, Seesterne, im Wasser glitzernde Steine, Strandhafer, Stechmücken, Sandbilder, Wolken, Hafen-Atmosphäre & leckeren Fisch in Hivide Sande, Frisbee für unseren Vierbeiner, frischer Wind, ein Wirbel (was das auch immer war, es sah sehr interessant aus), auch mal ein paar Tage bedeckt (leider kein Sturm, ach dann ist es so herrlich gemütlich im Holzhäuschen und die Wellen erst am Strand...), nächstes Jahr vielleicht... :o)

Und nach 14 Tagen faulenzen, ja da habe ich mich auch wieder auf zu Hause gefreut!

Ganz in Ruhe sind wir bereits am Freitag abgereist, so haben wir heute schon wieder alles im Lot. Das mag ich, so kann ich mich auf's Wochenende freuen, bevor es nächste Woche wieder losgeht. Noch einige Punkte sind im Webshop zu klären, Informationen einzubauen, Mails zu sichten... Aber nicht zu viel, schließlich will ich den Urlaub schön ausklingen lassen. Also gehe ich gleich erst mal ein Nachmittagsschläfchen machen und das tolle Hörspiel zu Ende hören... :o)

Ihnen ein wunderschönes Wochenende - und Dienstag ist ja schon wieder Feiertag!

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Samstag, 05 August, 2006

"Ich wünscht' ich wär ein...

 ... und hätt' nicht viel zu tun. Ich legte jeden Tag ein Ei und manchmal auch mal 2!"

Dieses Lied ging mir ständig durch den Kopf, als ich am Hühnerpirk im Garten meines Onkels im Bergischen Land stand und mir das muntere Picken ansah. Ganz so leicht haben es die Hühner aber nicht. Denn es regiert ein König in ihrem Gehege: Hahn Don Alphonso. Unglaublich, was der sich so leistet: Sobald meine Oma die Hühner morgens aus dem Stall lässt, springt der eitle Gockel auf den nächstbesten Zaunpfahl und schreit laut ins Tal: "Ich bin der Größte!" "Ich bin der Schönste!" Nicht einmal oder zweimal, nein zehnmal schafft er locker und auch zwanzig Mal sind keine Seltenheit! Unverfrorener Kerl, direkt in mein Ohr, das noch in süßen Träumen schlummerte. :o) Ist ihm aber schnurzpiepenwurscht. Jeden Morgen das gleiche Spiel. Ich bin von seinem Selbstbewusstsein schon beeindruckt. Davon will ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Können Sie sich eine Henne vorstellen, die es ihm gleich tut?

Er hat noch mehr Spuren im Bergischen hinterlassen, der edle Grächzer. Acht goldige Küken scharren mit der Mutter um die Wette und tanzen ihr auf dem Rücken herum...

Schön war's im Urlaub bei der Familie. Viel gegessen (hm, Pillekuchen!), von meiner Oma und ihrer Cousine allerbesten kölschen Dialekt getankt, die Reikibehandlungen meiner Mutter genossen, mit meinen Eltern und mit Oma viel gelacht, Halma gespielt, Blumen fotographiert, genäht (meine Oma ist die beste Schnittmusterherstellerin und Ärmeleinnäherin der Welt), meine Schwester und meinen Bruder besucht oder einfach einen großen Haufen Nichts gemacht und in den schönen Garten geschaut und gequatscht. Herrlich gut hat das getan!

Gut, dass mein Hilferuf an Petrus Erfolg hatte! (Super, das probiere ich jetzt öfter.) Ich bin so froh, dass es jetzt kühler ist. Es war so eine sehr erholsame Woche mitten im Grünen. Dabei merke ich immer wieder wie gut mir die Natur und das Grün dort bekommt. Ganz anders, als es hier in der Stadt ist, obwohl wir schon in einem grünen Stadtteil Kölns wohnen.

Jetzt bin ich erfrischt und gestärkt zurück. Hier in Köln scheint gerade die Sonne bei angenehmen Temperaturen und nächste Woche singt Robbie Williams in ca. 800 Meter Luftlinie auf den Jahnwiesen. Mal sehen, was wir auf der Terrasse mitbekommen.

Ja und noch was Neues gibt es zu berichten: Die Postkartenkollektion habe ich zu 80% fertig! Yeah! Jetzt werden noch Feinheiten gemacht und Ende der Woche gehen die Karten ab in die Druckerei! Bin ich froh - zwischendurch bin ja fast verzweifelt, weil ich in der Hitze kaum vorwärts kam. Da hat mir so mancher Satz auf den Karten geholfen. Jetzt habe ich die ersten Vorabdrucke in der Hand und ich bin sooooo glücklich. Sie sind einfach toll geworden. Hier können Sie schon mal vorab spinxen:

Eine gute Woche, viel Erfolg bei all Ihren Vorhaben
und eine herrliche Entspannung allen, die frei haben

Anja Kolberg

Freitag, 28 Juli, 2006

Landurlaub

Für eine Woche tauche ich in meine Heimat ins Bergischen Land ein. Mit Oma, Mama und Hundedame Maffy eines von den 11 Häusern im Örtchen hüten. Ich freue mich sehr darauf. Mal wieder was anderes tun. Einen anderen Rhythmus leben. Meine Familie sehen. Schön.

Wie ich erfahren habe, gibt es kleine Küken in den abenteuerlichsten Farben und Zeichnungen. Ich bringe Ihnen auf jeden Fall ein Foto mit. Und meine neue Nähmaschine nehme ich auch mit, brauche für mein Vorhaben ein paar Tipps von meiner Oma. :o)

Am 7. August geht es mir voller Frische hier im Blog weiter.

Lassen Sie es sich gut gehen!

Anja Kolberg

Samstag, 17 Juni, 2006

Einfach mal an was anderes denken...

Kleine Auszeiten vom Alltag sind was herrliches...
Das habe ich bei meinem Ausflug zu meiner Familie auf's Land gemerkt. Mal an was völlig anderes denken.

Meine Oma lebt mit meiner Patentante und meinem Onkel in einem winzig kleinen Örtchen (11 Häuser) im Bergischen Land. In diesem Ort bin ich auch aufgewachsen. Wenn meine Tante und mein Onkel einige Tage Urlaub machen, kommt meine Mutter dorthin, damit meine Oma (fitte 81 Jahre jung, kölsches Herz, herrliche Kicher-Garantie, immer eine Lösung parat, schneidert die besten Karnevalskostüme und backt die besten Waffeln der Welt) nicht alleine ist. Und - ich glaube im letzten Jahr - habe ich gedacht: "Warum gönne ich mir nicht eine schööööne Mama-und-Oma-Zeit und fahre auch einige Tage dorthin?" Denn so oft sehen wir uns nicht. Schon gar nicht mehrere Tage am Stück. Das hat mir sooooo viel Spaß gemacht und so gut getan, dass ich das jetzt öfter mache. So auch jetzt über Fronleichnam.

Ich fühle mich dort wie in einer anderen Welt: Im traumhaft schönen Garten unzählige Fotomotive finden, selbst gemachten Erdbeerkuchen schlemmen oder Pillekuchen und frischen Salat aus dem Garten oder hmmm Reibekuchen mit Rübenkraut oder frische Waffeln ...

Wie Sie sehen: Wir drei - sorry vier - Frauen (Oma, Mama, die alte Hundedame Maffy und ich) haben es uns so richtig gut gehen lassen. Fotos von früher werden angeschaut, die Geschichten dazu erzählt, Halma gespielt ... nachts ist es dort zwischen all den Wiesen, Kühen und Pferden so still wie man es sich hier in Köln kaum vorstellen kann. Sie haben bestimmt schon eine Idee, wie man morgens geweckt wird. Richtig, der Hahn macht das oder eine gackernde Henne, die gerade ein Ei gelegt hat...

Und so kehre ich mit frischer Energie in den Alltag zurück und freue mich schon auf die nächste Mini-Auszeit im Sommer. :o)

Frische Power-Grüße!
Anja Kolberg



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