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Samstag, 02 Januar, 2010
Schreiben heilt mich
Blogbeiträge zu schreiben, eine Mail beantworten, meine Tagebücher zu füllen - all das hilft mir, seelisch und körperlich gesünder zu werden. Warum? Ich reflektiere meine Handlungen, meine Gedanken und auch, was ich erlebt habe. Es hilft mir, mich selbst zu erkennen und klarer zu sehen. Ich werde auf destruktive Muster aufmerksam. Ich kann mir Frust von der Seele schreiben und dort liegt er dann nicht mehr.
Es ist ein wunderbares Heilmittel für mich.
Anja Kolberg
PS: Und die Zeichnungen wie ich gerade spüre auch...
Mittwoch, 08 Juli, 2009
Autoren-Interview mit Sabine Kornbichler zu "Das Richterspiel"
Anja Kolberg: Herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Roman!
Sabine
Kornbichler: Vielen Dank!
Anja Kolberg: Sie sagten vor der Veröffentlichung, dass Ihnen
dieser Roman viel bedeutet. Warum bedeutet er Ihnen viel?
Sabine
Kornbichler: Ich musste sehr viel dafür recherchieren und bin
dadurch immer tiefer in die extrem schwer verdauliche Thematik der
Kindesmisshandlung eingetaucht. Das war auch für mich als Autorin
belastend. Ich konnte nicht abends einfach meine Arbeitszimmertür
schließen und all das hinter mir lassen.
Anja Kolberg: Mit welcher Anfangsidee starteten Sie das Buch, die
Recherchen?
Sabine Kornbichler: Die Ursprungsidee war die
Frage, was eigentlich mit den Kindern geschieht, die wegen Misshandlung
und/oder Verwahrlosung aus ihren Familien genommen werden. Ich habe mich
gefragt, wie viel Verlass darauf ist, dass es ihnen dort, wo sie
hinkommen, tatsächlich besser geht. Aus dieser Fragestellung heraus habe
ich dann meine Geschichte entwickelt. In der Realität ist es jedoch zum
Glück so, dass die Kinder in den allermeisten Fällen in ihren
Pflegefamilien gut aufgehoben sind.
Anja Kolberg: Was war für "Das Richterspiel" Ihre größte
Herausforderung?
Sabine Kornbichler: Die größte
Herausforderung war eigentlich, genau zu verstehen, was in einem Kind
vorgeht, das in seinem Elternhaus misshandelt wird, welche Folgen diese
Misshandlungen für seine Entwicklung und sein späteres Leben haben. Was
es braucht, damit dieses Kind sich in seiner Pflegefamilie von der
Traumatisierung in kleinen Schritten erholen kann.
Anja Kolberg: Möchten Sie mit diesem Buch eine Botschaft
vermitteln? Wenn ja, welche?
Sabine Kornbichler: Keine
Botschaft, eher einen Wunsch: All seinen Mut zusammenzunehmen und
einzugreifen, wenn man die Notlage eines Kindes zu sehen glaubt – auch
auf die Gefahr hin, dass man sich irrt. Den Wunsch habe ich natürlich
auch an mich.
Anja Kolberg: Die Idee mit dem hilfsbedürftigen Kommissar, der
Marlene zur Recherche benötigt, gefällt mir. Planen Sie weitere Romane
mit diesem Team?
Sabine Kornbichler: Derzeit nicht, nein.
Anja Kolberg: Wenn Sie Ihrem Roman einen Wunsch wie eine gute Fee
mit auf den Weg geben sollten, was würden Sie wünschen?
Sabine
Kornbichler: Dass er die Menschen, die ihn lesen, berührt.
Anja Kolberg: Die Handlung findet im Winter statt und erinnert
mich an den strengen Winter 2008/2009. Haben Sie bewusst diese
Jahreszeit für den Roman gewählt oder war es die Jahreszeit, in der Sie
geschrieben haben? (Statt Sylvester hätte ja auch ein anderes Fest
stattfinden können.)
Sabine Kornbichler: Ich habe ihn im
Winter begonnen und in dem strengen Winter 08/09 beendet. Aber rein
gefühlsmäßig war und ist es für mich ein Roman, in dem Kälte eine Rolle
spielt.
Anja Kolberg: Wie oft haben Sie das Buch überarbeitet, bis es
seine Endfassung erlangt hat?
Sabine Kornbichler: Dreimal.
Anja Kolberg: Fertigen Sie vorher Lebensläufe der einzelnen
Personen an? Wie detailliert sind diese, gehen sie bis hin zum
Geburtsdatum, Hobbies etc.?
Sabine Kornbichler: Nein, so
detailliert mache ich das nicht, aber Lebensläufe brauchen die Figuren
schon, und ich mache mir natürlich vorher Gedanken über die Eigenheiten,
über die Charaktere der einzelnen Personen.
Anja Kolberg: Waren Ihnen die einzelnen Stationen des Buches vor
Beginn des Schreibens klar?
Sabine Kornbichler: Im Großen und
Ganzen ja. Natürlich ergibt sich trotzdem einiges noch beim Schreiben.
Anja Kolberg: Was bleibt im Schreibprozess dem Zufall überlassen?
Sabine
Kornbichler: Dem Zufall eigentlich gar nichts, aber der Phantasie
ganz viel.
Anja Kolberg: Wie lange dauerte es von der Idee für "Das
Richterspiel" bis zur Manuskriptabgabe?
Sabine Kornbichler:
Eineinhalb Jahre.
Anja Kolberg: Sie bringen in das Buch typische Verhaltensweisen
von Senioren ein, wie bestimmte Redensarten, die Einsamkeit, die
Einrichtung der Küche. Wie sammeln und sortieren Sie diese Informationen?
Sabine
Kornbichler: Wann immer ich die Gelegenheit bekomme, in ein mir
fremdes oder ungewohntes Leben Einblick zu bekommen, nutze ich die
Chance und sehe sehr genau hin. Dieser „Rechercheblick“ ist mir
vermutlich längst zur zweiten Natur geworden.
Anja Kolberg: Für "Das Richterspiel" gab es Fachwissen zu
recherchieren, zum Beispiel über Mordermittlungen der Kripo oder
Kindesmisshandlung und deren Auswirkungen auf die Opfer, die Eltern, die
Anforderungen von Pflegefamilien, die Einschätzungen einer Psychologin,
die einer Kindergärtnerin. Wie haben Sie dieses Wissen recherchiert?
Sabine
Kornbichler: Indem ich mir für jeden Bereich jemanden gesucht habe,
der mir kompetent Auskunft geben kann. Und dann habe ich natürlich jede
Menge Fachliteratur gelesen.
Anja Kolberg: Was hat Ihnen bei diesem Buch die meiste Freude
bereitet?
Sabine Kornbichler: Claussen – ich mag diesen Mann
einfach.
Anja Kolberg: Welche Frage möchten Sie in Zusammenhang mit Ihrem
neuen Buch gerne gefragt werden?
Sabine Kornbichler: Taucht
Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals wieder auf?
Anja Kolberg: Taucht Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals
wieder auf?
Sabine Kornbichler: Da bin ich ganz sicher.
Danke für Ihre Zeit und die Informationen!
Das Interview führte Anja Kolberg, www.frauen-coaching.de
Weiterführende Links:
Mittwoch, 13 Mai, 2009
Warum schreibe ich?
Es ist mir ein tiefes Bedürfnis. Auf die Frage, was ich mit auf eine
einsame Insel mitnehmen würde, würde ich antworten: Ein Tagebuch und
einen Stift. Ich kann nicht ohne.
Weihnachten 1982 schenkte meine Patentante mir mein erstes Tagebuch. Rot, mit einem goldenen Schloß. Seit dem fülle ich Seiten der Kladden, Bücher, Hefte. Mit zwölf schrieb ich Berichte über meinen Tagesablauf, zählte jedes einzelne Weihnachtsgeschenk auf, sogar was ich am Fernsehen gesehen hatte. Es folgten ersten Schwärmereien für Jungs, die ich allesamt diesen schweigsamen Seiten anvertraute. Seit dem schreibe ich. Nicht täglich, manchmal monatelang nicht. Oft dann, wenn es mir nicht gut geht. Aus der Zeit, wo ich meinen Mann kennen lernte und mich verliebte und wir schon nach einem halben Jahr zusammen zogen, gibt es so gut wie keinen Tagebucheintrag. :o) Davon bleibt also nur die schöne Erinnerung und viele Fotographien ...
Der Blog ist für mich eine Zwischenwelt: Niemals so privat wie mein Tagebuch, aber auch nicht so verbindlich wie ein Buch. Ich schreibe über das, was mich bewegt, was mich stört, was mich glücklich macht. Manches spontan, manches trage ich schon einige Tage in mir. Nicht immer weiß ich, was ich schreiben soll. Mir fehlt auch mal die Lust oder die Zeit. Viele der Einträge sind mir leicht gefallen und wenn meine rechte Hand auf der Maus über den Schreibtisch fliegt, wenn ich meinem Blogmädchen Lilo Leben einhauche, geht es mir besonders gut. Das ist Freude, Lust und Freiheit.
Natürlich gibt es eine Zensur. Nämlich mich selbst. Ich bin mir bewusst, dass fremde Menschen diese Zeilen hier lesen, einige Menschen kenne ich auch - das alles fühlt sich jedoch warm und gut an. Ich schreibe hier längst nicht alles, was mir auf dem Herzen liegt. Ein Seufzer durchbricht meinen Atemrhythmus. Doch mir fällt auf: Ich öffne mich immer etwas mehr und zeige damit auch meine Verletzlichkeit.
Mir liegt es fern, mich hier als Coach zu zeigen, der gute Tipps wie Dünger in ein Blumenbeet streut. Mir ist es wichtig, über mich selbst zu schreiben. Zu zeigen, dass ich nicht die perfekte, coole Frau bin, die alles im Griff hat. Das bin ich nicht. Ich bin unperfekt. Mache Fehler. Habe Ängste, Schmerzen und trage Unverarbeitetes in mir. Diese Seite von mir möchte ich zeigen und nicht die rein professionelle, sichere, standfeste. Gut, die kann ich auch sein. Die Frau, die sich ein Ziel steckt und es erstaunlicherweise oder vielleicht sogar wegen großer Zweifel, Ängste und Rückschlägen erreicht. Ich bin beides. Vor allem aber Mensch.
Diese Webseite präsentierte ursprünglich ausschließlich meine Selbstständigkeit. Ich mag auf anderen Webseiten von den Menschen, die dahinter stehen, mehr erfahren und so folgte ich auch meinem Wunsch, mehr und mehr Seiten von mir zu zeigen, um ein Blick auf den ganzen Menschen zu bekommen und nicht nur die glänzenden zu sehen. Hier offen zu schreiben, dabei hilft mir wahrscheinlich, dass ich Pause von Coaching und Training mache. Denn wenn gleichzeitig Werbung für meine Leistung machen würde: Es würde mir schwerer fallen, offen zu schreiben. Weil ich mein Geschriebenes ständig kontrollieren und hinterfragen würde. Mehr als ich das jetzt mache, wo ich nicht aktiv bin. Vielleicht habe ich das abgelegt, bis ich wieder anfange mit Coaching und Training. :o) Das wünsche ich mir.
Die Herausforderung für mich, über meine "schwachen" Seiten zu schreiben oder auch darüber zu sprechen? Menschen, die Schwächen zeigen, werden schnell von anderen mit Tipps und Ratschlägen überhäuft. Puh, das mag ich gar nicht. Warum nicht? Ich brauche sie nicht. Ich komme zurecht, kann und möchte mir selbst helfen, auch wenn ich leide, auch wenn ich Schmerzen habe oder gerade eine Hürde zu überwinden habe, die mich schlaucht. Wenn ich weine, bin ich ganz klar und sicher in mir, nicht hoffnungslos, sondern stark und gerade mitten in einem wichtigen Prozess. Ich weiß: Die Lösung für meine Probleme liegt in mir selbst. Und ich habe die Kraft und das Potenzial sie zu lösen.
Mir fällt es sehr schwer, jemandem, der leidet, keine gut gemeinten Tipps zu geben, sondern nur da zu sein und zuzuhören. Anzuerkennen und wertzuschätzen, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Puh, da habe ich richtig mit mir zu kämpfen und muss mich sehr auf meine innere Stimme konzentrieren, die mir rät, bei mir selbst zu bleiben und den anderen in seiner Selbstverantwortung zu lassen. Die Geduld und die Gewissheit zu haben, dass der Gesprächspartner Hilfe einfordert, wenn er sie braucht. Genau so wie ich es selbst auch haben möchte. Und falls er keine Hilfe braucht, damit klar zu kommen: "Ich werde gar nicht gebraucht, der andere kommt alleine klar." Womit ich wieder mit mir selbst konfrontiert bin. Denn anderen zu helfen, gibt ein gutes Gefühl, ist eine wunderbare Ablenkung, es gibt Stärke und manchmal auch Macht ("Wer viel macht, hat Macht." ... und gerne die Kontrollle.).
Wenn ich den Leidenden mit meinen Tipps "erlöse", geht es mir besser. Dann muss ich nicht mehr (hilflos) damit klar kommen, den anderen leiden zu sehen. Wenn jedoch keiner da ist, auf den ich meine Aufmerksamkeit konzentrieren kann, der meine Hilfe braucht, weil alle mit sich selbst klar kommen, landet die Aufmerksamkeit automatisch bei mir selbst.
Da liegt nämlich wirklich die Aufgabe meines Lebens: Ein Stück Land, das im Laufe der Jahr in einen Garten verwandelt wird. Eine Landschaft, die mir gefällt, in der ich mich ausprobiere, mich versorge.
Ein Garten, der Pflege braucht und Liebe und Geduld und Zeit. Und manchmal auch eine Gärtnerin, die die Dinge einfach laufen lässt und den Blick löst vom Absuchen des Erdreiches, wo wieder ein Unkraut gewachsen ist oder wachsen könnte ...
Jetzt lasse ich ein paar Tage mal laufen und verschwinde aufs Land...
Anja Kolberg
Dienstag, 12 Mai, 2009
Einfach Spaß...
... macht es mir zwischendurch ungewöhnliche Wörter oder seltsame Sätze zu kreieren. Situationen oder Zustände, die sich vielleicht wiedersprechen: Wolken, die hart sind oder Nebel, der klar ist... Beim Blättern in meinem Tagebuch fand ich gestern Abend einige Zeilen. Die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Riesenfloh. Samstagshaut. Zauberrealität. Rosenpause. Feindliebe. Engelshörner. Wolkenhart. Friedensgelbkariert. Suppentrocken. Tagmond. Sags stumm. Blaulecker. Dunstklar.
Leise knallte er die Türe. Frieden explodierte in der Kanone. Ein Niesen schaffte Stille. Ein Licht schenkte Dunkelheit. Ich fror vor innerer Wärme. Ein Flüstern durchbrach die Schallmauer. Der Weg war breit wie ein Feld. Die Blume segelte nach Ibizza. Ich spiegelte mich im Staub.
Und mein Lieblingssatz: Die Trockenheit tropfte von den Dächern.
Einen himmelblauen Tag wünscht
Anja Kolberg
Montag, 04 Mai, 2009
Was gefällt Ihnen?
"Warum machst du aus den Blogbeiträgen kein Buch?" Diese Idee lese und höre ich in den letzten Monaten immer öfter. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr frage ich mich: Welche Blogeinträge aus den vergangenen drei Jahren sollte ich dafür auswählen?
Wer könnte mir diese Frage besser beantworten als meine Leser und Leserinnen. Deswegen meine Bitte an Sie, schreiben Sie mir: Welches sind Ihre Lieblingseinträge im Blog? (Oder, falls das eher geht: Welche Einträge fallen Ihnen als erste ein?) Gleich, ob Sie mir einen Beitrag nennen, mehrere oder pro Halbjahr einen: Sie helfen mir weiter.
Eine Liste der Blogbeiträge vom ersten Halbjahr 2006 bis zu diesem Halbjahr finden Sie links unter "Blog - 2006 - 1. Halbjahr", darunter gehts weiter.
Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Herzliche Grüße aus Köln
Anja Kolberg
Dienstag, 03 Februar, 2009
Der Schatz im Monster
Erinnern Sie sich an meine Blogbeiträge Es
ist nicht da...es ist nicht da... und Was
passiert, wenn man das Monster küsst... ? Hier die Fortsetzung:
Jetzt kann ich erzählen, was das für eine Aufgabe war, von der ich geschrieben habe:
Mein Buch korrigieren. Ich hatte mir vorgenommen, das Buch nach einigen Monaten Reifezeit im Januar zu korrigieren. Das gab mir die Gelegenheit, den Tischkalender 2009 zu gestalten und anzubieten. Nach Neujahr sollte es losgehen. Aber was war? Nix. Mir fiel ständig eine neue Ausrede ein und fand immer wieder etwas, das noch wichtiger war.
Ich war traurig, sah mein Manuskript mittags im Esszimmer liegen und liegen und der Januar verstrich. Positiver Druck musste her. Am Freitag, den 23.1. habe ich - wohlweislich erst nach Feierabend, um Vorlauf zu haben - eine Mail an die Kontaktperson in meinem Lieblingsverlag geschickt. Ich habe von meinem Mansukript geschrieben und um die Info gebeten, wer aus dem Lektorat zu ständig wäre. Nach dem Absenden der Mail war mir richtig übel. Ich war total aufgeregt und habe mich allen ernstes gefragt, welcher Teufel mich denn da geritten hat. Es wurde ernst - jetzt gab es kein Ausweichen mehr. Ich war aber auch sehr froh, dass ich mir so einen positiven Stresspunkt gesetzt habe, um endlich in Bewegung zu kommen und mein Herzprojekt zur Nummer eins zu machen.
Insgeheim hatte ich gehofft, die Antwort käme im Laufe der Woche, um dann mit der Korrektur fertig zu sein. Pustekuchen! Schon Sonntag erhielt ich eine Antwort. (Yeah! und Oh!)
Gut, dass ich Samstag mit dem Korrigieren begonnen hatte, die Woche arbeitete ich konzentriert und mit viel Freude an meinem Manuskript ... Freitag Abend war ich fertig! (YEAH!!!) Samstag erstellte ich noch ein Konzept (eine Zusammenfassung für den Verlag mit Marketinginformationen) und am Nachmittag, als ich ein richtig gutes Gefühl hatte, weil einfach alles stimmte, habe ich die Mail an die Lektorin geschickt und bot mein Manuskript mit fünf Sätzen zum Inhalt an.
Ich kann kaum in Worte fassen, was das für ein Glücksgefühl war. Endlich habe ich meinen Roman fertig! Ich habe es wahrhaftig aus eigenem Antrieb geschafft! Jahrzehnte (!) träume ich schon davon, das zu tun. Wie oft habe ich gezweifelt und jetzt geschafft! Und das ohne einen Verlagsvertrag wie bei den Sachbüchern zuvor (was automatisch zu einem zeitlichen Druck führt, den ich aber ganz bewusst nicht haben wollte.)
Die Krönung: Am Montag Morgen hatte ich die Antwort der Lektorin im Eingangsfach. Inhalt klingt interessant, ich könne das Konzept und die ersten 30 Seiten vom Manuskript schicken!
Ich bin so glücklich und befreit! Unfassbar!
Ich habe alles in meiner Macht liegende getan, jetzt heißt es Geduld bewahren. Das werde ich auch noch schaffen.
Ich bin soooooo froh!
Das kann passieren, wenn man das Aufschiebemonster küsst.
Anja Kolberg
Thema: Blog - 2009, 1. Halbjahr, Blog - Mich selbst ändern, Blog - Schreiben
Donnerstag, 22 Januar, 2009
Beim Einschlafen...
... schreibe ich Blogbeiträge ohne Ende. Ich lasse dann den Tag Revue passieren, mir fallen Dinge auf und ich schreibe in Gedanken darüber. Allerdings ist es im Schlafzimmer dunkel und kein PC in der Nähe (und ich habe wenig Lust, das Licht anzumachen und per Hand etwas aufzuschreiben). So landen die Einfälle also nicht im Blog, sondern bleiben in meinem Kopf.
Zu Beginn meiner Selbstständigkeit hatte ich beim Einschlafen oft Ideen, was ich machen könnte. Es gab Zeiten, da war der Block auf meinem Nachttisch voll geschrieben. Was mit diesen Ideen passiert ist? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich erinnere mich auch an so manchen Gedanken, der nicht weiter wichtig war. Die Sachen, die wirklich wichtig waren, brauchte ich nicht aufzuschreiben, die fielen mir wieder ein.
Gestern Abend überlegte ich kurz, das Licht anzuknipsen und meine Gedanken aufzuschreiben. "Nein", sagte mein Inneres. "Brauchst du nicht. Was wirklich wichtig ist, fällt dir wieder ein." Also lasse ich den Gedanken los, ich könne etwas wichtiges vergessen. Lasse viele Blogbeiträge in meinem Kopf. Vielleicht reifen sie dort. Vielleicht landen sie auf dem Kompost und dienen so als Dünger für eine neue Geschichte.
Sie werden es hier erleben.
Einen schööööönen Tag
Anja Kolberg
PS: Wieder mal müde, es war Wind. Inzwischen schlafe ich aber auf der Liege im Wohnzimmer ziemlich gut.
Donnerstag, 13 November, 2008
Wirsing und Roman
Meine Mama hat früher gerne Eintöpfe gekocht, im Herbst gab es viel Kohl mit Kartoffeln - die habe ich geliebt und so kam es, dass ich auf einem Bauernhof in unserer Nähe (toller Streichelzoo - die Wollschweine! Süß!) einen Wirsing mit nach Hause nahm. Bei chefkoch.de habe ich nach einem leckeren Rezept geschaut und es ausprobiert. Gott, war das lecker! Am nächsten Tag schmeckte es noch besser! Für alle Kochlustigen hier das Rezept (ich habe Schmand genommen und ihn zum Schluß untergerührt). Zu Kohl fallen mir gleich Kohlrouladen ein. Die will ich in den nächsten Wochen unbedingt auch noch ausprobieren - so, dass sie nicht auseinanderbrechen... Müsste ich schaffen. :o) Ein Hoch auf die Herbstgenüsse!
Einen Roman will ich nicht über den Wirsing schreiben, sondern erzählen, wie es meinem im Moment geht. Mein Roman hält seit dem 9. September einen "Reifeschlaf" - ja wie ein Wein oder Käse ist er im Moment in einem Regal gelagert, um noch aromatischer zu werden. Ich habe ihn eingelagert, weil ich ihn noch Korrektur lesen muss. Warum? Nun, ich habe vorher keinen Entwurf der Geschichte gemacht, mir nicht überlegt, wann spielt der Roman, wie genau heißen die Figuren und wie schauen sie aus, sondern ich habe aus meinen Fingern fließen lassen, was mir einfiel. Auf alles andere hätte ich keine Lust gehabt, weil es für mich nur noch ein Abarbeiten gewesen wäre. In dem Fall Gift für meine Lust und meine Kreativität. Die Folge dieser Vorgehensweise: Ich muss schauen, ob keine der Figuren die Haarfarbe wechselt, auf einmal jünger oder älter ist oder gestern noch Frühling war und eine Woche später schon Schnee fällt. (Ist übertrieben, verdeutlicht aber, um was es geht.) Oder auch so Dinge wie: "Spricht ein Kind von zwei Jahren wirklich schon so?"
Und weil ich einerseits dafür einen gesunden Abstand brauche und andererseits Zeit brauchte, um den Kalender und die Weihnachtskarten zu gestalten, darf der Roman im Reiferegal liegen. Er bleibt dort, bis die Kalenderzeit vorbei ist und ich Ruhe finde, ihn herauszuholen oder ein inneres "Jetzt!" spüre. Dann werde ich ihn durchlesen und am Text feilen, vielleicht sogar so lassen wie es ist. Vielleicht stimmen die Figuren ja, ohne dass ich vorher einen Plan hatte...
Auch wenn es Anteile in mir gibt, die sagen: "Jetzt mach' schon weiter, du bist so weit, hör jetzt nicht auf." möchte ich doch auch innerlich eine Zustimmung spüren. Genau wie es mit dem Anfang des Schreibens war: Ich habe lange mit mir gehadert, warum es nicht los ging und irgendwann ging es los. Darauf möchte ich jetzt auch vertrauen.
Vielleicht geht es los, wenn im Januar blauer Himmel über der von Frost eingehüllten Landschaft liegt, die Christrosen blühen und Schneeflocken sanft vom Himmel fallen. Dazu passt das Bild aus dem Tischkalender 2009 - "Eine Freude für's Herz":
Der Text: "Eingehüllt in Stille breitet sich Ruhe in mir aus."
Diese Ruhe kann ich heute schon spüren. Ich freue mich auf die Weihnachtszeit und ebenso freue ich mich auf die klirrende Winterkälte im Januar! Dann ist eine gute Zeit, in den Vorratsraum zu schauen und etwas besonderes aus dem Regal zu holen, um davon zu kosten: Meinen Roman.
Anja Kolberg
Dienstag, 30 September, 2008
Zur Aufheiterung: Schöne & neue Worte
Huhu da draußen. Es nützt ja nix: Das Wetter hat sich wahrhaftig in den letzen Stunden nicht geändert. Ein bisschen ist meine Laune gestiegen, weil der UPS-Mann da war. Jetzt habe ich einen neuen Bildschirm. Yeah! Es war noch Garantie auf dem Alten. *Hüpf* Ich muss mir keinen neuen kaufen. *Hühüpf* Und ich muss jetzt nicht mehr hier warten. *Hüüüüühüpf*
Ich versuche mich mal wieder vom ätzenden Wetter mit einigen schönen Worten abzulenken, die mir in den letzten Tagen zugeschickt wurden und die ich durch Befragungen :o) erhalten habe. Ein Wetterbild gerade nach meinem Geschmack habe ich gleich dazu gemalt. Los geht's:
Angela schrieb: Lindgrün, Freude, Flügel, Geborgenheit, Beiboot, Wärme,
Mond, Schatzkiste, Oase, Klee
Gudrun nannte: LEBENDIGKEIT und Pura Vida (pralles Leben mit seinen Höhen und Tiefen)
Und hier ein paar Worte, die meine Phantasie anregen: Zauberspruch. Hexenküche. Zwergenspur. Zauberberg. See des Vergessens. Tal des Friedens. Limonadenbaum. Friedenspfeife. Mondzelt. Kräuterspirale. Duftnebel. Sternenstaub. Paradies. Regenbogen. Zimtsahne. Altes Bauernhaus. Bauerngarten. Schlossküche. Schlossturm. Wasserfallhöhle. Elfenkind.
Das bringt mich schon mal wieder auf bessere Gedanken. :o)
Anja Kolberg
Donnerstag, 25 September, 2008
...noch mehr schöne Worte
Meine Freundin Petra-Ute nannte mir eben ihre schönen Worte:
Wärme. Harmonie. Zweisamkeit. Seeligkeit. Sinnlich. Leise. Reise. Zauber. Ruhe. Lachen. Engel. Kraft. Weite. Mut. Glück. Freude. Zeit.
Sabine aus Aachen schrieb mir:
Stille. Glück. Humor. Frohsinn. Optimismus. Ehrlichkeit. Vertrauen. Liebe. Motivation. Wille. Mut. Kraft. Loslassen. Sonne. Lebendig. Glücksgefühl. Seelig. Kreativ. Inspiration. Zuhören. Danke. Anfang. Erlebnis. Abenteuer. Herzlichkeit. Empathie. Zusammensein. Begeisterung. Wertschätzung. Geniessen.
Schöne Worte
Ich bin gerade dabei, den neuen Kalender für 2009 zu gestalten. Hm, und
bei der Zusammenstellung der Texte dachte ich irgendwann: Was sind
eigentlich schöne Worte für mich mit einem hohen gefühlten Energiewert.
Anders gesagt, Worte, die mich anziehen, die sich gut anfühlen. Hier ist
meine Liste:
Glück. Zauber. Elfen. Garten. Baum. Spiel. Atmen. Freiheit. Fühlen. Natur. Geschenk. Herz. Wünsche. Weg. Demut. Himmel. Mut. Chance. Traum. Freude. Farbe. Moos. Fee. Schatz. Klee. Eichhörnchen. Stärke. Liebe. Weiblichkeit. Menschheit. Rose. Freunde. Familie. Wir. Ich. Oase. Sterne. Stille. Quelle. Ruhe. Aufmerksamkeit. Phantasie. Spaß. Meer.Gnade. Danke. Ganzheit. Verliebt sein. Engel. Honig. Vision. Wunder.
Welche Worte finden andere Menschen schön?
Ich rief meine Freundin Ariane an und fragte sie, was für sie schöne
Worte sind. Ihre Antwort auf mein Spiel:
Liebe. Frieden. bezaubernd. wundervoll. Leichtigkeit. Freude. blumig. berührend. musig. musisch. Gelassenheit. tanzend. herzlich. kuschelig. betörend. stimmungsvoll. faszinierend. Harmonie. Verspieltheit. Lachen. lichtvoll. grandios. schwingend. vollmundig. Gleichklang. Lavendelbüsche. Blumen. Zirpen. Vögel. Obst. Paradies. Kuss. liebkosen. Vertrauen. Vertrautheit. gefühlvoll. mondig. sonnig. geschmeidig. Zartheit. Verbundenheit. Wohlgefühl. farbenfroh. elegant. genussvoll. lebendig. Inspiration. anregend.
Uns machte das Spiel viel Spaß und Ariane hatte die Idee, dass ihr bestimmt noch andere Worte einfallen würden, wenn sie an einer Rose riechen würde, nach einer Massage, nach einem Saunagang... Hm, das war schön!
Was sind besonders schöne Worte für Sie? Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir.
Herzlich,
Anja Kolberg
Dienstag, 09 September, 2008
*Hüpf*hü*hüpf*
Hallo da draußen!
Ich könnte singen, tanzen und die Weltkugel sanft in den Arm nehmen und dann mit ihr durchs Universum hüpfen.
Warum?
Ich habe einen Meilenstein erreicht und gestern meine Geschichte zu Ende geschrieben!
Gestern morgen noch war ich etwas frustig, weil ich die letzten 14 Tage gar nichts geschrieben habe und dachte schon, den Faden verloren zu haben. Nachdem ich alle andere Arbeit gestern früh erledigt hatte, ich mein Tagebuch um Rat gefragt und darin Zuversicht gewonnen hatte, habe ich mich rangewagt. Die letzten Seiten gelesen und dann geschrieben, was mir durch die Finger floß. In einer Stunde waren die letzten fünf Seiten fertig geschrieben und das Ende da. Ich habe geheult wie eine Sirene. Weil eine der Hauptpersonen vor Glück geweint hat und ich gleich mit. Seufz!
Jetzt ist der Rohtext fertig. Der nächste Wegesabschnitt beschäftigt mich mit dem Korrekturlesen, dem Ausmerzen eventueller Unstimmigkeiten. Mir Feedback von Anderen holen und am Text feilen, wo es nötig ist.
.... und wenn ich damit gänzlich zufrieden bin, werde ich mein Manuskript an meinen Wunschverlag schicken.
Ich bin mal gespannt wieviel Zeit ich für diesen zweiten Meilenstein brauchen werde.
Aber jetzt bin ich erstmal glücklich und feiere die Erreichung meines Zwischenzieles! Boah ist das toll, ich hätte nicht gedacht, dass es so klappt, wie es geklappt hat.
*hüpf*
Anja Kolberg
Mittwoch, 27 August, 2008
Glücklich!
Den nachfolgenden Blogbeitrag "Glücklich
sein" habe ich heute vormittag mehrmals überarbeitet. Nach der
Erstveröffentlichung um 10:51 Uhr saß ich eigentlich schon im Eßzimmer
am Laptop und schrieb meine täglichen fünf Seiten. Doch der Text ließ
mir keine Ruhe, in mir arbeitete es weiter. Er war noch nicht richtig
rund für mich. Also bin ich mehrmals zurück hoch in mein Arbeitszimmer
und habe Bilder hinzugefügt, Text gestrichen, geändert. Ich muss ihn
veröffentlicht sehen, dann fallen mir Änderungen ein. Natürlich könnte
ich das alles vor der Erstveröffentlichung machen, aber ich kann es auf
diesem Weg am besten. (So manche Journalistin schlägt jetzt sicherlich
die Hände überm Kopf zusammen...) Aber auch bei Texten, die gedruckt und
nicht nachträglich geändert werden können, habe ich es so gemacht: Ich
habe den Text verschwenderisch oft ausgedruckt, weil er immer besser und
stimmiger wurde, ich aber den Text fertig "sehen" musste. Jetzt ist er
rund, der Text, wir haben 13:26 13:34 Uhr. :o)
Ich bin glücklich, dass ich mir die Zeit genommen habe, ihn so zu machen, wie er für mich stimmig ist. Auch wenn dafür einiges liegen blieb. Die Gedanken waren mir wichtig. Ich wollte sie unbedingt "zu Papier" bringen. Sie haben diese Priorität verdient. Jetzt bin ich froh!
Hüpf!
Anja Kolberg
Dienstag, 26 August, 2008
Briefe schreiben
Seit 1982 habe ich eine Brieffreundin in Bayern. Damals machten wir
Ferien auf dem Bauernhof. Mit der Tochter unserer Gastgeberfamilie
begann ich nach unserem Urlaub einen Briefwechsel. Letztes Jahr hatten
wir Silberjubiläum. :o)
Durch die Mails ist das wirkliche Schreiben von Briefen weniger geworden, aber da sie diese Woche Geburtstag hat, nahm ich eine von meinen Geburtstagskarten und fing an zu schreiben. Eigentlich wollte ich nur eine Karte schreiben, dann nahm ich ein Blatt dazu, dann ein weiteres, noch eines und noch eines... Da wir uns schon länger nicht mehr geschrieben hatten, schrieb ich ihr, was alles in den letzten Monaten in meinem Leben passiert ist. Erst dachte ich: 'Was gibt es schon groß zu berichten?' Und auf einmal hatte ich die Karte und zehn DINA4-Blätter nebst Rückseiten geschrieben. Meine Hand war ziemlich verkrampft. Wann schreibe ich schon mal so viel? Ich schreibe zwar Tagebuch, aber nicht so viel auf einmal. :o)
Wunderbar war meine Hochstimmung nach dem Schreiben des Briefes. Ich hatte die letzten Wochen und Monate Revue passieren lassen, meine Brieffreundin daran teilhaben lassen, denn auch wenn sie meinen Blog liest, gibt es ja immer eine offizielle Seite und dahinter sehr viel persönliches. Dieser Rückblick hat mir einige Erkenntnisse geschenkt, meine Entscheidungen haben sich gesetzt - es war als hätten sich all diese Situationen, Erkenntnisse, Entscheidungen, Begegnungen an einen Tisch gesetzt und miteinander gesprochen.
Wow, das hat soooo gut getan. Danach war ich richtig aufgedreht und zu meinem Mann habe ich gesagt: "Ich bin richtig glücklich. Ich fühle mich so stimmig in meinem Leben. Ich bin rundum zufrieden."
Herrlich, einfach herrlich!
Liebe Grüße
Anja Kolberg
PS: Wenn Sie auch einen Anfang finden möchten, ich fand der Geburtstag war ein wunderbarer Anlass dafür. Geburtstagskarten und Karten für Freundinnen und Freunde finden Sie im Kartenshop.
Donnerstag, 21 August, 2008
Ich bin im Fluss
Es läut wie geschmiert. Die Worte fließen aus mir heraus und füllen
Seite um Seite meines Romans. Vom gesetzten Ziel, fünf Seiten am Tag zu
schreiben, weiche ich oft ab und habe vorgestern 16 und gestern 13
Seiten geschrieben. Den Großteil dessen, was ich am Tag darauf von
meinem Geschreibenen lese, mag ich, den Rest kann ich ändern. Das tut
mir gut. Ich fühle mich verbunden mit der Geschichte. Ich mag sie. :o)
Ich baue gerade eine Zuversicht auf. Nämlich die, dass es an manchen Tagen schlecht laufen darf. Letzte Woche habe ich wegen meiner Schmerzen wenig oder gar nicht geschrieben und das habe ich diese Woche - ohne es bewusst zu wollen - wieder aufgeholt. Das Schreiben macht mir richtig Spaß und tut mir gut.
Seit einigen Wochen schaue ich mir die Webseiten von Schriftstellerinnen und Schriftstellern an. Das ist ungemein interessant, zu lesen, wie andere ihren Weg gefunden haben und auch wie sie arbeiten. Gestern habe ich mir die Seite von Tanja Kinkel angeschaut. Sie ist ein Jahr älter als ich und schreibt schon über zwanzig Jahre. Für einen Moment lies mich das traurig werden, weil ich dachte: Boah, was hat sie schon alles geschafft - sie ist mitten in ihrem Thema drin, hat ich weiß nicht wie viele Romane veröffentlicht, und ich? Aber dann wurde mir bewusst: Jeder hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Weg. Ich bin auf dem richtigen zum richtigen Zeitpunkt unterwegs. Meinem Weg. Meinem Rhythmus. Es ist nicht gut, mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin gut so wie und wo ich bin.
Und es ist ein schönes Gefühl, auf dem eigenen Weg zu sein. Lang gehegte Träume in Angriff zu nehmen.
Herzliche und erfüllte Grüße!
Anja Kolberg
PS: Interessant finde ich wie Autoren historischer Romane vorgehen. Am Anfang steht dort die Recherche - spannend. Zwei Autorinnen dieses Genres: Tanja Kinkel und Rebecca Galblé.
Montag, 18 August, 2008
Aufschreiben, Anja!
Kennen Sie das auch? In Ruhezeiten habe ich Ideen und wenn ich sie brauche, fallen sie mir nicht ein. Zum Beispiel fiel mir am Wochenende ein, über was ich heute schreiben möchte. Die Idee ist futsch! Ich dachte, sie fällt mir wieder ein. Tut sie aber nicht. Weg. Verschwunden unter den Themen des neuen Tages.
Dabei habe ich in einem meiner Bücher geschrieben: 'Nichts ist so schnell weg, wie eine gute Idee! Deswegen: Aufschreiben.' Super. Ich sollte mich daran halten. Etwas zu sagen und es konsequent zu tun sind eben zwei Paar Schuhe!
Nun könnte ich auch sagen: Was wirklich wichtig ist, fällt dir schon wieder ein, Anja. Sonst war es nicht wirklich wichtig. Ja, damit kann ich leben.
Hatten Sie ein schönes Wochenende? Meines war arbeitsreich und ... !Pling, mir fällt das Thema wieder ein, ich glaub's nicht! Es ging im die Schmutz-Toleranz. Ha, wer sagt's denn... So, jetzt habe ich es ja aufgeschrieben, das ist ein anderes Mal dran. Ja und neben dem Arbeiten gab es auch das große Ausruhen, Entspannen. Gestern waren meine Eltern zu Besuch, das war richtig schön. Es war genau das richtige Wetter, um draußen auf der Terrasse zu sitzen und zu klönen. Was leckeres zu Essen haben sie gleich mitgebracht: Döppekuchen. Hier ein Rezept, was dem, was mein Vater gekocht hat, ziemlich nahe kommt. Am besten schmeckt der Kartoffelkuchen am nächsten Tag gebraten, dazu selbstgebackenes Schwarzbrot (backen meine Eltern auch selbst) und Apfelkraut. Köstlich!
Als Nachtisch habe ich die Kaffeecreme gezaubert. Hm, was für Kaffeeliebhaber. Wenn Sie mögen, finde ich auf Chefkoch.de das Rezept, da habe ich es nämlich her.
Genug geschnackt, auf in den Tag!
Ich wünsche Ihnen einen guten!
Anja Kolberg
Montag, 04 August, 2008
Leere im Kopf
Ich sitze vorm Bildschirm und weiß nicht, was ich schreiben soll. Montags-Leere könnte ich es nennen. Heute fühle ich mich gelähmt, ob der Dinge, die ich tun müsste. Bäh, der Tag heute soll bitte schnell vorbei gehen oder aber die Gedanken, die mich gerade so lähmen. Ja, die Gedanken sollen davon ziehen.
Tschöööööhöööö!
Anja Kolberg
Donnerstag, 10 Juli, 2008
Disziplin
... ist gefragt, wenn man etwas erreichen will.
Ich habe mir geschworen, nicht noch einmal mit einem Verlagsvertrag zu schreiben, weil der zeitliche Druck zu hoch ist. Denn beim Schreiben meines zweiten Buches führte der Abgabedruck zu einer Migräne. Ich war regelrecht ausgenockt. Alles drehte sich nur noch ums Schreiben. Ich hatte keine Zeit mehr für irgendwas Schönes. Purer Streß.
Jetzt schreibe ich (ja, Sie lesen richtig, ich "tue es" wirklich) an einem Buch und ich merke, was ohne diesen zeitlichen Druckpunkt vor allem wichtig ist: Disziplin. Ich muss mir selbst in den Hintern treten, mich motivieren, um etwas zu schaffen, sonst macht mir ja keiner Druck.
Anja Kolberg
Freitag, 16 Mai, 2008
Wie ein Stiefkind...
... in einem Märchen behandle ich einen Anteil von mir. Welchen? Den der
Schreibenden. Sie bekommt alles, was sie braucht zum Überleben. Ihr geht
es gut, keine Frage. Sie schreibt Tagebuch, sie schreibt im Blog. Ihre
Grundbedürfnisse werden erfüllt. Aber sie will mehr.
Sie ist diejenige in meinem Team, die ganz wibbelig auf dem Stuhl sitzt, Block und Stift in der Hand, voller Energie. Sie will loslegen.
Und was mache ich, ihre Teamchefin? Ich missachte sie, schenke Coach und Trainerin Aufmerksamkeit, damit sie Lust haben, aufzustehen, konzentriere mich auf die Kreative, die weiter entwirft, auf die Fotografin, auf die Betriebswirtin, die alles managt. Aber die Schriftstellerin, die kann noch so laut brüllen. Ich überhöre sie.
Das ist eine Unverschämtheit von mir! Ungeheuerlich! Unmöglich!
Ich tue es aber.
Eben las ich in einer Mail des Autorenhausverlages von Schreibblockaden, vom Erfolgsdruck und dem Drang, schreiben zu müssen. Alles ist mir geläufig. Für mich gehört aber noch etwas dazu: Nämlich die fehlende Unterstützung, die fehlende Aufmerksamkeit von mir für mein Stiefkind. Unsere Kommunikation scheint gewaltig gestört. Liebe fließt nicht zwischen uns, sondern Leere. Das ist ganz und gar nicht gut. Ich habe mich erschrocken, als mir das bewusst wurde.
Was tun? Wie dafür eine Lösung finden? Denn es ist ja klar: Ich will mehr schreiben als nur im Blog und im Tagebuch und ich weiß, darum geht es auch. Es hilft mir im Moment aber kein "nicht reden, sondern einfach machen" weiter. Ich weiß, über das Thema schreibe ich nicht zum ersten Mal. Ein Zeichen, wie sehr es mich beschäftigt.
Zeit für einen inneren Dialog:
Anja: Hallo, Schriftstellerin. Wie geht es dir?
Schriftstellerin: Beschissen! Ich werde einfach nicht gehört! Dabei will ich unbedingt loslegen.
Anja: Wer hält dich auf?
Schriftstellerin: Na du!
Anja: Womit?
Schriftstellerin: Mit deinen ewigen Zweifeln. Mit deiner Angst, nicht gut genug zu sein. Mit deinem Anspruch, dass ich was richtig gutes bringen muss, damit es sich lohnt. Nicht, dass ich das nicht schaffen kann, aber es ist wie eine zähe Masse, die mich umgibt und mich nicht loslegen lässt.
Anja: Was wünschst du dir von mir?
Schriftstellerin: Unterstützung. Zuspruch. Eine lange Leine. Gib mir Freiheit. Lass mich einfach machen.
Anja: Wie stellst du dir das praktisch vor?
Schriftstellerin: In dem du mir eine feste Zeit am Tag gibst, in der I-C-H bestimme, was gemacht wird. So einfach ist das.
Anja: Aha. Und wann soll das sein? Eine bestimmte Uhrzeit?
Schriftstellerin: Natürlich, sonst gehe ich wieder im Alltag unter. Ich brauche und verlange unbedingt eine feste Zeit!
Anja: Wann möchtest du die haben?
Schriftstellerin: Morgens eine halbe Stunde bevor du mit Minu gehst. Bevor du den PC anmachst. Gib mir den Laptop und ein leeres Dokument. Und meine halbe Stunde.
Anja: O.k., das kann ich machen. Ist das alles?
Schriftstellerin: Nein. Noch was: Lass mich einfach machen. Zerpflücke nicht das, was ich mache. Lass es einfach so stehen. Stell keine Ansprüche an Vollständigkeit, an Sinn, daran, dass daraus etwas werden muss. Ich brauche meinen Freiraum. So wie die private Türe zu meinem eigenen Zimmer, die ich verschließen kann, wenn ich Ruhe vor deinem Druck und deiner Zensur haben will. Kapiert?
Anja: Ja, kapiert.
Anja: Woher willst du denn wissen, dass ich die Zeit auch wirklich jeden Tag einhalte?
Schriftstellerin: Sei dir sicher: Ich werde dir gewaltig auf den Keks gehen, wenn du nicht aktiv wirst. Wehe du brichst mit meinem Freiraum. Ich verlange ganz wenig, aber sei dir sicher: Du wirst reich beschenkt.
Anja: Gut, ich will es tun. Noch was?
Schriftstellerin: Ja. Du machst das alles richtig gut. Sei dir sicher, ich melde mich zum richtigen Zeitpunkt, so wie ich es jetzt getan habe. Ich habe mich zwar vorher schon immer bemerkbar gemacht, aber jetzt stimmt der Zeitpunkt. Jetzt will ich so richtig loslegen. Ärgere dich nicht, dass du mir nicht schon vorher mehr Aufmerksamkeit geschenkt hast. Das stimmt schon so wie es ist.
Anja: O.k., danke. Mir ist aber auch noch etwas wichtig.
Schriftstellerin: Ja, was denn?
Anja: Dass du es mir leicht machst, in dem du dich mehr durchsetzt. In dem du wirklich die Türe schließt und dann loslegst, dir den Raum nimmst, den du brauchst und du ihn so gestaltest, wie du möchtest.
Schriftstellerin: Kein Problem. :o)
Anja: Abgemacht?
Schriftstellerin: Abgemacht!
Schönes Wochenende
Anja Kolberg
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Innere Stimme, Blog - Schreiben
Donnerstag, 03 April, 2008
Konzentration!
Verflixt! Ich nehme mir bestimmte Sachen vor und tue sie nicht. Warum? Weil ich mich von 1000 scheinbar wichtigeren (dringenderen) und interessanteren Sachen ablenken lasse. Und jetzt gerade ärgere ich mich über mich selbst, dass ich mich nicht konzentriere.
Also beschwöre ich mich selbst: Konzentriere dich, Anja! Konzentriere dich auf einen einzigen Punkt, den du heute noch unbedingt fertig machen willst. Was ist das?
Die Umsatzsteuer? Ich sehe mich mit dem Kopf schütteln.
Den
Postershop? Wieder Kopfschütteln. (Obwohl ich daran schon einige Zeit
arbeite...)
Schreiben? Ganz heftiges inneres Nicken. "Endlich! Das
hat aber auch gedauert."
Zur Erklärung: Heute früh sagte mein Inneres auf die Kalenderfrage "Schreiben". Und was mache ich? Ich beschäftige mich fast schon wissenschaftlich mit dem Thema und recherchiere wie blöde, statt einfach anzufangen. Nein, blos erst mal ablenken vom Thema. Mit dem Ergebnis, dass wir jetzt fast 17 Uhr haben und ich weder den Postershop fertig habe, noch die Umsatzsteuer, noch mit dem Schreiben angefangen habe.
Ja, Sie haben ja Recht: Ich schreibe ja gerade. Hier im Blog. Aber ich meinte etwas anderes.
Schluss mit dem Jammern. Ich werde zu diesem Text jetzt keine Zeichnung mehr machen, das fordert wieder Zeit, obwohl mir was lustiges im Kopf dazu rumschwirrt. Ich werde jetzt das Schreibprogramm öffnen und mindestens 2 Seiten schreiben. Punkt.
*Knirsch*
Ich schaffe das!
Ihre Anja Kolberg
Mittwoch, 12 März, 2008
Blöde Ansprüche
Ich bin super darin, mir selbst ein Beinchen zu stellen. Zum Beispiel dann, wenn es darum geht, in einem Bereich weiterzukommen, der mir liegt und leicht fällt und bei dem ich innerlich spüre: Das ist mein Weg.
Wo das so ist? Beim Schreiben. Ich scheitere an meinen Ansprüchen. An dem Erwartungsdruck, den ich mir selbst aufbaue. Oder ich finde das, was ich mache, banal: 'Das kann doch jeder. Ich schreib' doch nur. Was ist daran besonderes?'
Oder ich bleibe vor der Angsthürde stecken. Ich habe Angst, dass jemand sagt: "Du meinst, du kannst das? Ist ja lächerlich! Ich kann das. Aber du? Biilde dir nichts ein."
Heute ist ein doofer Tag, an dem meine Ansprüche fühlbar groß sind und es mir wirklich was ausmacht, dass ich nicht das tue, nicht damit mein Geld verdiene, was sich innerlich richtig anfühlt. Bäääääh! Los, geht weg, ihr doofen Gedanken! Haut aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaab!
Anja Kolberg
Dienstag, 29 Januar, 2008
Neu aufgelegt!
Ab 40 reif für den Traumjob Ermutigungsbuch von Anja Kolberg
Selbstbewusstseinstraining
für Frauen, die es noch einmal wissen wollenDer Verlag: Jobwechsel oder Selbständigkeit, Wiedereinstieg nach dem Familienmanagement, Karriere machen oder doch mehr Muße haben? Ab 40 wird's erst richtig spannend! Denn gerade jetzt sind Frauen reif für den Traumjob: Sie verfügen über vielseitige berufliche Erfahrungen, wissen, was sie können, und spüren, was sie nicht mehr wollen. Was also steht dem Neustart im Wege?
Anja Kolberg: Ich kann mich noch gut erinnern wie ich 1999 auf der Buchmesse in Frankfurt mit der Lektorin des Kösel-Verlages in Kontakt kam. Ihr berichtete ich von meiner beruflichen Veränderungsberatung, meiner Freude an dieser Arbeit und dass die meisten Frauen, die zu mir kamen, über 40 waren. So entwickelte sich im Austausch die Idee für dieses Buch. Mir ist es ein wirkliches Anliegen, die Schwelle "40" aufzuheben. Dass es möglich ist, beweisen viele meiner wunderbaren Klientinnen und Klienten.
Dezember 2006 war das Buch dann ausverkauft. Die Nachricht im September 2007 vom Kösel-Verlag, dass die Lizenz an den mvg-Verlag verkauft wurde, war eine schöne Überraschung. Im Januar 2008 ist es im mvg-Verlag auf deren Wunsch unverändert neu erschienen. Unverändert bedeutet auch, dass die darin befindlichen Buch- und Linktipps vom Zeitpunkt des Buchschreibens stammen. Da das Buch nur noch knapp die Hälfte der ursprünglichen Ausgabe kostet, ist dies verzeihlich, auch weil Sie hier auf der Seite weitaus mehr und aktuelle Buch- und Linktipps finden. Im letzten Herbst habe ich das Buch noch einmal ganz bewusst gelesen und ich habe gespürt, es ist etwas Wundervolles: Ein Ermutigungsbuch für den eigenen Weg!
Eine Leserin: "Hallo Frau Kolberg, ich bin 45 Jahre alt und war 25 Jahre verheiratet. Meine Kinder sind 25 und 18 Jahre alt. Als ich letztes Jahr im Krankenhaus lag, habe ich Ihr Buch gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen und hat mich persönlich ein Stück weiter gebracht. Wegen der Trennung von "meinem" Mann bin ich durch ein tiefes Tal gegangen. Im September d. J. habe ich nun eine Ausbildung zur Arzthelferin begonnen. Ich gehe mit 17 - 22-jährigen Mädchen zusammen in eine völlig normale Berufsschule. Ob ich die Ausbildung wirklich schaffe, weiss ich noch nicht. Das Lernen ist nicht leicht mit 45 Jahren. Aber ich versuche es zumindest. Liebe Grüße sendet Gerlinde Tschugg"
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Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Schreiben, Buch: Beruf Orientierung, Frauencoaching-News
Montag, 21 Januar, 2008
Wochenanfang
Montag. Ich komme nicht so richtig in Schwung, obwohl ich schon recht aktiv war. Aber nicht so aktiv, wie mein Antreiber vorhatte. Zum Beispiel hatte ich heute früh eine Themenidee für einen Blogbeitrag, doch dann fühlte es sich doch nicht so gut an. Jetzt habe ich einfach angefangen und will am liebsten diesen Beitrag löschen... Himmel! "Anja, reiß dich zusammen" ruft da eine Stimme. "Wieso denn?" fragt die Rebellin in mir. Warum soll ich nicht zu dem stehen, wie es mir wirklich geht? Warum eine Maske aufsetzen, so tun als ob...
Mein Blick schweift ab auf den süßen Hasen, den ich mir auf dem Weihnachtsmarkt in Lechnich bei meiner Standpartnerin Petra-Ute gekauft habe: Dicker Bauch in Perlmut-Farben mit rosa Herzen darauf, eine weiße Schleife im Haar, Baumel-Beine mit scharfen Stiefeln und Federn am Schaft. Nicht zu vergessen die zwei Stoffröschen am Handgelenk und der bezaubernde lila Glitzerlipglos. So schön kitschig! Eine Spardose ist es. Megaschräg. Anders. Tut gut, sie anzusehen, dann bekomme ich direkt gute Laune.
Die nehme ich jetzt mit in meinen Nachmittag!
Anja Kolberg
Donnerstag, 04 Oktober, 2007
Herrlich verrückt
Meine momentane Lieblingsbeschäftigung am Abend: In meinen alten
Tagebüchern lesen. Aktuell habe ich eines aus dem Jahr 2004 zur Hand, im
Sommer waren wir mit Freunden eine Woche in Juist. Da war es schön. Oben
die Mohn-Ecard habe ich vor unserer Ferienwohnung geschossen.
Auf Juist habe ich das Buch "Der Weg des Künstlers"? teilweise durchgearbeitet und die Ergebnisse in mein Tagebuch geschrieben. Eine der Fragen bzw. Antworten fiel mir gestern besonders ins Auge: "Wenn es nicht so verrückt klänge, würde ich .... schreiben oder .... machen." Darauf habe ich geschrieben: "Wenn es nicht so verrückt länge, würde ich einen Liebesroman schreiben und Postkarten und Kalender machen."
Aber hallo! Diese Frage hatte ja eine große Wirkung auf mich, denn zwei der Dinge habe ich schon umgesetzt. Damals war das utopisch für mich. Ist das nicht herrlich? (Ich bin mir sicher: Den dritten Punkt schaffe ich auch noch!)
Was würden Sie auf diese verrückte Frage antworten? Ich habe sie mir gleich noch mal gestellt! Verrate aber nicht, was ich geantwortet habe. :o)
Schöööönen Tag!
Anja Kolberg
Freitag, 21 September, 2007
Schreiben
Ich schreibe für mein Leben gerne. Ohne was ich nicht auf eine einsame
Insel wollte? Ohne Blätter und Stifte. In der letzten Zeit erinnere ich
mich an immer mehr Situationen, in denen ich Kontakt mit dem Schreiben
hatte:
- Der Schulaufsatz in der vierten Klasse über einen Löwen, der aus dem Zirkus ausgebrochen ist. Die Geschichte war so gut, dass ich sie in der Klasse vorlesen durfte.
- Mein Engagement, die Schülerzeitung in der Realschule wieder aufleben zu lassen. Es gab davon glaube ich drei Ausgaben (in 1.5 Jahren?), ich weiß es nicht mehr genau. Der Titel: "Preach's out". Ich sehe uns noch in einem Klassenraum mit dem Hausmeister und zwei meiner Klassenkameradinnen aus unzähligen Haufen an Kopien die Hefte zusammen zu legen. Der Preis? Ich weiß es nicht mehr, waren es 50 Pfennig?
- Die Abschlusszeitung der 10. Klasse der Realschule. Was hat das einen Spaß gemacht: Reime über die Macken der einzelnen. Ein Bericht über unsere Lehrer. Die Berufswünsche der Absolventen. Die Zeitung ist uns wirklich gut gelungen.
- Die Teilnahme an einem Schreibwettbewerb, bei dem ein Text und ein Gedicht von mir in die engere Auswahl kamen und veröffentlicht wurden (ich war 13?).
- Mein jahrelanges Tagebuchschreiben seit dem ich 13 oder 14 bin: Angefangen vom täglichen Wetterbericht :o), dem geschauten TV-Programm, dem Bericht über Ausflüge und Kinofilme, Probleme mit Klassenkameradinnen und der ersten Liebe bis heute, wo ich viel experimenteller Tagebuch schreibe.
- Der verwirklichte Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich bin heute noch fasziniert, dass ich es geschafft habe, meinen Traum zu verwirklichen und nicht nur ein, sondern zwei Bücher geschrieben und veröffentlicht habe.
- Die Webseite und der Newsletter seit 1999, auf denen ich mich austoben konnte.
- Ich denke an die Zukunftsbriefe, die die Teilnehmerinnen und ich in den Berufsworkshops geschrieben und uns vorgelesen haben.
- Seit 1,5 Jahren beglückt dieser Blog hier die Schreiberseele in mir. Es tut mir so gut, zu schreiben, mich zu zeigen, mich zu öffnen, zu trauen ganz ich selbst zu sein und die Anja, die eine Maske aufsetzt, um so zu sein wie ich glaube sein zu müssen, von der echten, verletzlichen Anja zu trennen. Und wider Erwarten passiert mir nichts, wenn ich aus meiner Seele heraus schreibe und mich ganz zeige.
So viele gute Erfahrungen. Ich liebe Filme über Schriftstellerinnen und
Schriftsteller, sammle schon seit Jahren Zeitungsausschnitte über
Autoren mit ihren Erfahrungen. Ich sauge diese Informationen auf, weil
sie mir klar machen: Ja, es geht. Auch du kannst es schaffen, Anja.
("Natürlich!", sagt mein Inneres.) Diese ganzen Erinnerungen und Zufälle
verdichten sich in den letzten Wochen immer mehr. Eine interessante
Beobachtung, die mich fasziniert. Stetige Blogleser und Leserinnen
wissen ja, dass ich davon träume, einen Roman zu schreiben. Das soll
kein Traum bleiben, ich bin nur noch nicht so weit. ("Doch!" schreit
mein Inneres ganz laut.) Der nächste erste Schritt muss aber nicht
unbedingt ein Roman sein ("Doch" höre ich wieder.), der kommt noch, da
bin ich mir sicher, denn ein Thema fasziniert mich immer mehr. Was ich
mir zunächst immer mehr vorstellen kann, ist noch ein Sachbuch zu
schreiben. (In mir mault jemand.) Mal sehen, wann das Küken schlüpfen
möchte.
Es wäre wohl gut, wenn ich den Kritiker in mir mal beiseite stellen
würde. Denjenigen, der mir weiß machen will, dass ich immer noch nicht
gut genug dafür bin. Sie wundern sich? Das ist durchaus üblich unter
Schreiberlingen. Letzte Woche las ich in der Zeitung ein Zitat von
Thomas Mann, das ich mir direkt ausschneiden musste: "Ein Schriftsteller
ist ein Mensch, dem das Schreiben schwerer fällt als anderen Leuten."
Das baut mich auf, ich fühle mich verstanden und ernst genommen. Eines
ist aber klar: Ich will nicht zu den Menschen gehören, die nur sagen
"das will ich mal machen" und dann den Traum in der Vergessenskiste
parken. Ich will mir den Traum vom Roman erfüllen und ich bin mir der
Wirkung, es hier im Blog zu schreiben, durchaus bewusst. :o)
Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende - was das auch immer
für Sie bedeuten mag.
Herzlich,
Anja Kolberg
Montag, 17 September, 2007
Einfach: Unsinn
Sonntag Nachmittag auf der Terrasse. Ich hatte Lust zu schreiben. Aber was? Auf's Tagebuchschreiben keine Lust. Mir fällt eine Schreibübung ein: Mit einem "sinnlosen" Anfang beginnen und einfach weiter machen. Ein Anfang stand schnell auf dem Blatt: "Ihr Bart hing im Kakao...". Gedacht - getan. Was hat das einen Spaß gemacht. Wann habe ich das letzte Mal einen solchen Quatsch gemacht? Als Kind?
Mein Göttergatte musste sich meinen kreativen Erguss anhören, verdrehte die Augen und grinste. Kein Kommentar. Ich glaube er hatte Schiss, dass ich beleidigt bin. :o) Hier der Quatsch für sie:
Ihr Bart hing im Kakao, der sich lia verfärbte und die Flüssigkeit
verdampfte in nu. Der Himmel zog sich zu. Es blitzte, donnerte. Blumen
regnete es wie aus Eimern. Dann wieder schwebten sie wie
Flrüchstücksflocken hinab in den Himmel. Schwerlos zogen Elefanten
vorüber und erhitzten die Sonnenstrahlen. Lachend beugte sich ein Baum
hinab zum riesigen Floh. Der Zirkus war ausgebrochen und die Flammen
löschten die Flut aus Regenbogen, die gerade vorbeizogen auf
achtspännigen Pferdewagen - gelenkt von einer Toten im weißen Kleid mit
lachenden Augen. Ihr Juchzen zerschnitt den tristen Moment der 1000
Farben. Schwarze Socken zogen Kreise durch den Kochtopf aus brauner
Erde. Ameisen würzten das Mahl mit grünen Haaren des blauen Erdwolfes,
der mittags um 12 immer Knoblauch in der Sonne aß. Ein Kuckuck meldete
den hohen Besuch - der wichtigste Moment des Jahres: Ein Furz malte
bunte Ödnis in die Wand aus glasigem Stein. Tupfen aus kantigem Holz
perlten ab von der zähen Masse aus Klebstoff. Purer Dreck voller Leere
drückte den Knopf, um das Dunkle einzuschalten, das uns laut in den
Schlaf schüttelt. Nein - Schlaf? Ein Tanz zur Feier der Traurigkeit, die
verdampfte im süßen Essigduft des lilafarbenen Kakaos.
:o) War das schön!
Der Inhalt ist sinnlos - aber die Übung macht Sinn. Welchen? Spaß. Quatsch. Sinnlosigkeit. Entspannung. Den Kopf leer bekommen. Schreibblockaden lösen. In Schreibfluss kommen. Ideen finden. Inspiration zulassen. Mir fallen noch 100 Gründe ein.
Einen schönen Feierabend!
Anja Kolberg
Donnerstag, 09 August, 2007
Schöne Worte und Unworte
Mein persönliches Unwort des Jahres - nein der letzten Jahre ist "stylisch/stylish". Wenn ich es höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich verbinde damit affektiert sein, Scheinwelt, unecht sein. Nichts schönes. Puäh, was für abwertende Gedanken und Gefühle mir bei diesem Wort in den Sinn kommen. Da sind mir doch "schick", "sieht toll aus", "wow, klasse" 100 mal lieber als "stylisch". Ich kann das Wort kaum schreiben oder aussprechen geschweige denn hören, ohne negative Gefühle. Weg damit aus meinem Sinn!
Schöne Worte sind für mich Vodoo, Zauberglöckchen, grüne Hölle, Luftschloss - auch Lustschloss ist schön. Oder ganz einfach Popel. Schatztruhe. Das sind Worte, mit denen ich viele schöne Assoziationen verbinde. Schöne Szenen sehe ich - bewegte Bilder voller schöner Gefühle, Ideen und Erinnerungen.
Eigentlich ist das Wort "Unwort" an sich ja schon ein "Unwort". Kicher. Was für ein Tag!
Ich liebe diesen Nieselregen. Ja. Ich mag ihn. Er hat so etwas urgemütliches für mich und unterm Regenschirm hinterlässt er wundervolle Geräusche. Regenstimmung bringt für mich eine große Ruhe mit sich. Ich sehe, wie der Garten dankbar die Wassergabe aufnimmt, auftankt, sich wäscht und herausputzt für den nächsten Sonnentag!
Herzlich aus Köln
Anja Kolberg
P.S. Das Nieselregenbild ist eine E-Card.






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