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Mittwoch, 21 Januar, 2015

Schreiben im Café

Besonders in den ersten Monaten des Jahres zieht es mich nach IKEA. Nein, nicht einkaufen. Wenn ich gut drauf bin, vielleicht einen Teilbereich anschauen, aber am liebsten: Gleich ins Café, schreiben und von dort gleich wieder raus. Wenn ich voller Energie bin, auch eine Runde Billy & seine Freunde anschauen.

Am 15. Januar war es mal wieder soweit: Ich brauchte einen Tapetenwechsel. Raum zum Schreiben.

 

Eigentlich überfordern mich die vielen visuellen Reize in dem schwedischen Möbelhaus, ganz zu schweigen von der Geräuschkulisse aus Stimmen, hinunterfallenden Tellern, quietschenden Einkaufswagen. Meine Hochsensibilität lässt grüßen.

Doch wenn ich die Abkürzung nehme und mich dem nicht aussetze, geht es eigentlich. Am Donnerstag allerdings konnte ich nicht wiederstehen. Wir suchen ein Vorratsregal, welches maximal 18 cm tief ist. Auch wenn es unwahrscheinlich zu finden ist, ich wollte mich mal umschauen. Ich fand nichts und als ich trotz Abkürzungen durch die ewig langen Bummelschleifen im Café angekam, war ich nur noch müde und platt.

Ich hoffte auf was Leckeres zu essen. Vegan sind Obstsalat, Fritten mit Ketchup und der grüne Salat (diese lieblosen Schälchen mit hart geraspelten Möhren und Salatblättern mochte ich noch nie). Also erstmal Obstsalat und dazu eine Tasse Tee.

Einen Sitzplatz möglichst in Fensternähe. Ah. Durchatmen. Leider war ich zur Mittagszeit dort. Das Restaurant wird von vielen umliegenden Unternehmen als Kantine genutzt. Viele Eltern mit ihren Kindern. Rentner. Ab und an konnte ich auch Freiberufler entdecken, die an ihren PCs schrieben.

Die Geräuschkulisse war enorm. Die Müdigkeit blieb. So konnte ich mir nicht vorstellen, eine Zeile zu schreiben. Noch einen Moment die Leute beobachten und in mich hineinspüren: Gleich wieder fahren? Nein, ich wollte noch etwas warten. Ich hatte noch mehr Hunger und holte mir die Portion Fritten, eine Apfelschorle. Ah, das tat gut. Ich wurde ruhiger.

Noch mehr zu Trinken und einen Kaffee. Jetzt entspannte ich. Die meisten Mittagsgäste waren gegangen. Die hinter der Trennwand schreienden Kinder hörte ich nicht mehr, das Scheppern des Geschirrs war weit entfernt und die am Nebentisch quatschende Arbeitsgruppe konnte ich auch ausblenden.

Ich holte mir mein Tagebuch heraus und begann zu schreiben. Erst wie ich mich fühlte, was ich brauchte. Das half, bei mir anzukommen. Zwischendurch guckten mich große Kinderaugen an. Ein blonder Junge und ein dunkelhaariges Mädchen quetschten sich durch den Spalt der Mauer, an die mein Tisch grenzte und spielten mit mir verstecken. Was für eine herrliche Abwechslung!

Ehe ich mich versah, hatte ich neun Seiten gefüllt. Dann sah ich mir noch meine mitgebrachten Unterlagen durch. Fasste sie in einem Mindmap zusammen. Lies meinen Blick immer wieder zu den Menschen um mich herum und auf den Parkplatz schweifen.

Herrlich, dieser Ort zum Schreiben!

Im Café geht mir das Tagebuchschreiben leichter von der Hand, auch bei uns im Garten, wo es mir jetzt zu kalt ist. Wenn es mir mal gelingt, in den Cafés meine Umwelt auszublenden, bin ich ganz bei mir und genieße den Schreibfluss.

Eine zeitlang bin ich nach Sülz ins Café Balthasar gefahren oder hab bei Boesner im hellen (aber extrem hallenden) Anbau geschrieben. Auch Möbelhäuser eigenen sich hervorragend, weil es außer zu den Hauptzeiten immer stille Plätzchen mit Versorgungsmöglichkeiten gibt. Wir sind hier im Kölner Stadtrandgebiet mit vielen Möglichkeiten versorgt. Sehr schön auch ein Besuch im Japanischen Garten in Leverkusen. Der befindet sich auf dem Verwaltungsgelände von Bayer und am Besucherzentrum befindet sich auch ein Café, wo es sich herrlich schreiben lässt.

Ich schreibe im Café allerdings nur Tagebuch. Ob ich mich mal traue und beim nächsten Mal mein kleines Netbook mitnehme und an meinem Buchplänen weiter arbeite?

Ein herrlicher Ausflug. Ich freue mich schon auf den nächsten!

Schreibende Grüße,

Ihre Anja Kolberg

Sie können gerne auf diesen Artikel hinweisen, in dem Sie diesen Link teilen:
http://www.frauencoaching.de/archives/2015/01/entry_6887.html
Darüber hinaus erlaube ich die Nutzung außerhalb dieser Webseite nur mit meiner Genehmigung.

Dienstag, 05 Oktober, 2010

Einfach anfangen

Es gibt Tage, da habe ich x Ideen, was ich hier im Blog schreiben könnte und habe keine Zeit, sie alle umzusetzen. Und dann gibt es Tage, da ist da oben in meinem Kopf die große Leere. Es kommt mir vor, als schläft mein Schreibhirn, mein kreativer Anteil, gut - es ist ja auch noch relativ früh am Morgen. Ich sitze zwar hier und schreibe gerade, aber da sind keine Ideen über all die Themen da, die sonst so um mich herum fliegen. Hm.

Ich nehme meine Umgebung wahr, wie Minu vom Sofa springt und sich vor die Couch mit so herrlichen Wohlfühl-, Grummel-, Schmatzgeräuschen legt, dass mein Herz hüpft. Ich beobachte die Wolken am Himmel, die mit der Sonne spielen. Mal wie ein grauer Schleier davor, mal undurchdringlich dicht für die Strahlen der Sonne und dann scheint die Sonne durch den Wolkennebel hindurch bis auf meinen Schreibtisch, tanzt über die Tastatur.

Das Fenster ist geöffnet, es hat geregnet. Es ist wie ein lautes Zischen, wenn der Verkehr über die Straße rauscht. Wenn der Bus kommt, fibriert das Haus. Trotz der Geräuschkulisse kann ich Vögel hören und sehe auch immer wieder welche am Himmel.

Meinem Schreibtisch gegenüber ist mein Stehtisch inzwischen hochgeklappt. Mein Mann hat mir damals Scharniere angebracht, mit denen ich den Tisch, wenn er nicht gebraucht wird, herunter klappen kann. Jetzt liegen darauf die Briefe, die ich noch beantworten möchte und darunter steht das erste Verpackungsmaterial für die Kalender.

Über dem Tisch an meiner maigrünen Wand hängt eine Collage, die ich letztes Jahr gemacht habe. Sie ist so herrlich farbenfroh, viele Blumen, Tiere, Comics, eine Frau die Milchkaffee auf der Terrasse trinkt, Fotos von der Natur, eine Hängematte, Bilder von verschiedenen gemütlichen Sitz- und Schlafplätzen, Barbara Schöneberger ist auch drauf. Sie gefällt mir so gut, weil sie witzig ist, frech und ein bisschen mehr auf den Rippen hat. Die Worte Glück, Spielereien, Liebe, Zuhause, Charme und Träume treten hervor. Ein Bild von meinem Mann und unserer Minu habe ich dazu geklebt. Die Collage gefällt mir auch nach einem Jahr noch sehr. Dieses Jahr habe ich eine zweite gemacht, vom Stil her ist sie ähnlich: Viel Natur, Genuss, Gemütlichkeit. Das Thema der Collage war jeweils: "Was will ich wirklich?" Eines meiner persönlichen Hauptthemen und als solches auch eines der Hauptthemen im Coaching. Ich liebe die Collage als spielerische, Freude bringende und aussagekräftige Methode im Coaching. Die letzen Jahre habe ich sie nur für mich genutzt. Wer weiß, wann es wieder anders wird und ich mich auch mit dem Coaching wieder nach außen öffne?

Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt. Ein guter Zeitpunkt für einen Spaziergang mit unserem Hund.

Ich bin erstaunt, wie viel ich jetzt geschrieben habe, obwohl mein Kopf am Anfang leer war. "Einfach anfangen" kommt mir in den Sinn. Eine gute Idee!

Einen schönen Tag wünscht von Herzen

Anja Kolberg

Samstag, 02 Januar, 2010

Schreiben heilt mich

Blogbeiträge zu schreiben, eine Mail beantworten, meine Tagebücher zu füllen - all das hilft mir, seelisch und körperlich gesünder zu werden. Warum? Ich reflektiere meine Handlungen, meine Gedanken und auch, was ich erlebt habe. Es hilft mir, mich selbst zu erkennen und klarer zu sehen. Ich werde auf destruktive Muster aufmerksam. Ich kann mir Frust von der Seele schreiben und dort liegt er dann nicht mehr.

Es ist ein wunderbares Heilmittel für mich.

 

Anja Kolberg

PS: Und die Zeichnungen wie ich gerade spüre auch...

Mittwoch, 08 Juli, 2009

Autoren-Interview mit Sabine Kornbichler zu "Das Richterspiel"

Anja Kolberg: Herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Roman!
Sabine Kornbichler: Vielen Dank!

Anja Kolberg: Sie sagten vor der Veröffentlichung, dass Ihnen dieser Roman viel bedeutet. Warum bedeutet er Ihnen viel?
Sabine Kornbichler: Ich musste sehr viel dafür recherchieren und bin dadurch immer tiefer in die extrem schwer verdauliche Thematik der Kindesmisshandlung eingetaucht. Das war auch für mich als Autorin belastend. Ich konnte nicht abends einfach meine Arbeitszimmertür schließen und all das hinter mir lassen.

Anja Kolberg: Mit welcher Anfangsidee starteten Sie das Buch, die Recherchen?
Sabine Kornbichler: Die Ursprungsidee war die Frage, was eigentlich mit den Kindern geschieht, die wegen Misshandlung und/oder Verwahrlosung aus ihren Familien genommen werden. Ich habe mich gefragt, wie viel Verlass darauf ist, dass es ihnen dort, wo sie hinkommen, tatsächlich besser geht. Aus dieser Fragestellung heraus habe ich dann meine Geschichte entwickelt. In der Realität ist es jedoch zum Glück so, dass die Kinder in den allermeisten Fällen in ihren Pflegefamilien gut aufgehoben sind.

Anja Kolberg: Was war für "Das Richterspiel" Ihre größte Herausforderung?
Sabine Kornbichler: Die größte Herausforderung war eigentlich, genau zu verstehen, was in einem Kind vorgeht, das in seinem Elternhaus misshandelt wird, welche Folgen diese Misshandlungen für seine Entwicklung und sein späteres Leben haben. Was es braucht, damit dieses Kind sich in seiner Pflegefamilie von der Traumatisierung in kleinen Schritten erholen kann.

Anja Kolberg: Möchten Sie mit diesem Buch eine Botschaft vermitteln? Wenn ja, welche?
Sabine Kornbichler: Keine Botschaft, eher einen Wunsch: All seinen Mut zusammenzunehmen und einzugreifen, wenn man die Notlage eines Kindes zu sehen glaubt – auch auf die Gefahr hin, dass man sich irrt. Den Wunsch habe ich natürlich auch an mich.

Anja Kolberg: Die Idee mit dem hilfsbedürftigen Kommissar, der Marlene zur Recherche benötigt, gefällt mir. Planen Sie weitere Romane mit diesem Team?
Sabine Kornbichler: Derzeit nicht, nein.

Anja Kolberg: Wenn Sie Ihrem Roman einen Wunsch wie eine gute Fee mit auf den Weg geben sollten, was würden Sie wünschen?
Sabine Kornbichler: Dass er die Menschen, die ihn lesen, berührt.

Anja Kolberg: Die Handlung findet im Winter statt und erinnert mich an den strengen Winter 2008/2009. Haben Sie bewusst diese Jahreszeit für den Roman gewählt oder war es die Jahreszeit, in der Sie geschrieben haben? (Statt Sylvester hätte ja auch ein anderes Fest stattfinden können.)
Sabine Kornbichler: Ich habe ihn im Winter begonnen und in dem strengen Winter 08/09 beendet. Aber rein gefühlsmäßig war und ist es für mich ein Roman, in dem Kälte eine Rolle spielt.

Anja Kolberg: Wie oft haben Sie das Buch überarbeitet, bis es seine Endfassung erlangt hat?
Sabine Kornbichler: Dreimal.

Anja Kolberg: Fertigen Sie vorher Lebensläufe der einzelnen Personen an? Wie detailliert sind diese, gehen sie bis hin zum Geburtsdatum, Hobbies etc.?
Sabine Kornbichler: Nein, so detailliert mache ich das nicht, aber Lebensläufe brauchen die Figuren schon, und ich mache mir natürlich vorher Gedanken über die Eigenheiten, über die Charaktere der einzelnen Personen.

Anja Kolberg: Waren Ihnen die einzelnen Stationen des Buches vor Beginn des Schreibens klar?
Sabine Kornbichler: Im Großen und Ganzen ja. Natürlich ergibt sich trotzdem einiges noch beim Schreiben.

Anja Kolberg: Was bleibt im Schreibprozess dem Zufall überlassen?
Sabine Kornbichler: Dem Zufall eigentlich gar nichts, aber der Phantasie ganz viel.

Anja Kolberg: Wie lange dauerte es von der Idee für "Das Richterspiel" bis zur Manuskriptabgabe?
Sabine Kornbichler: Eineinhalb Jahre.

Anja Kolberg: Sie bringen in das Buch typische Verhaltensweisen von Senioren ein, wie bestimmte Redensarten, die Einsamkeit, die Einrichtung der Küche. Wie sammeln und sortieren Sie diese Informationen?
Sabine Kornbichler: Wann immer ich die Gelegenheit bekomme, in ein mir fremdes oder ungewohntes Leben Einblick zu bekommen, nutze ich die Chance und sehe sehr genau hin. Dieser „Rechercheblick“ ist mir vermutlich längst zur zweiten Natur geworden.

Anja Kolberg: Für "Das Richterspiel" gab es Fachwissen zu recherchieren, zum Beispiel über Mordermittlungen der Kripo oder Kindesmisshandlung und deren Auswirkungen auf die Opfer, die Eltern, die Anforderungen von Pflegefamilien, die Einschätzungen einer Psychologin, die einer Kindergärtnerin. Wie haben Sie dieses Wissen recherchiert?
Sabine Kornbichler: Indem ich mir für jeden Bereich jemanden gesucht habe, der mir kompetent Auskunft geben kann. Und dann habe ich natürlich jede Menge Fachliteratur gelesen.

Anja Kolberg: Was hat Ihnen bei diesem Buch die meiste Freude bereitet?
Sabine Kornbichler: Claussen – ich mag diesen Mann einfach.

Anja Kolberg: Welche Frage möchten Sie in Zusammenhang mit Ihrem neuen Buch gerne gefragt werden?
Sabine Kornbichler: Taucht Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals wieder auf?

Anja Kolberg: Taucht Twiggy, Marlenes verschwundene Katze, jemals wieder auf?
Sabine Kornbichler: Da bin ich ganz sicher.

Danke für Ihre Zeit und die Informationen!

Das Interview führte Anja Kolberg, www.frauen-coaching.de

Weiterführende Links:

Mittwoch, 13 Mai, 2009

Warum schreibe ich?

Es ist mir ein tiefes Bedürfnis. Auf die Frage, was ich mit auf eine einsame Insel mitnehmen würde, würde ich antworten: Ein Tagebuch und einen Stift. Ich kann nicht ohne.

Weihnachten 1982 schenkte meine Patentante mir mein erstes Tagebuch. Rot, mit einem goldenen Schloß. Seit dem fülle ich Seiten der Kladden, Bücher, Hefte. Mit zwölf schrieb ich Berichte über meinen Tagesablauf, zählte jedes einzelne Weihnachtsgeschenk auf, sogar was ich am Fernsehen gesehen hatte. Es folgten ersten Schwärmereien für Jungs, die ich allesamt diesen schweigsamen Seiten anvertraute. Seit dem schreibe ich. Nicht täglich, manchmal monatelang nicht. Oft dann, wenn es mir nicht gut geht. Aus der Zeit, wo ich meinen Mann kennen lernte und mich verliebte und wir schon nach einem halben Jahr zusammen zogen, gibt es so gut wie keinen Tagebucheintrag. :o) Davon bleibt also nur die schöne Erinnerung und viele Fotographien ...

Der Blog ist für mich eine Zwischenwelt: Niemals so privat wie mein Tagebuch, aber auch nicht so verbindlich wie ein Buch. Ich schreibe über das, was mich bewegt, was mich stört, was mich glücklich macht. Manches spontan, manches trage ich schon einige Tage in mir. Nicht immer weiß ich, was ich schreiben soll. Mir fehlt auch mal die Lust oder die Zeit. Viele der Einträge sind mir leicht gefallen und wenn meine rechte Hand auf der Maus über den Schreibtisch fliegt, wenn ich meinem Blogmädchen Lilo Leben einhauche, geht es mir besonders gut. Das ist Freude, Lust und Freiheit.

Natürlich gibt es eine Zensur. Nämlich mich selbst. Ich bin mir bewusst, dass fremde Menschen diese Zeilen hier lesen, einige Menschen kenne ich auch - das alles fühlt sich jedoch warm und gut an. Ich schreibe hier längst nicht alles, was mir auf dem Herzen liegt. Ein Seufzer durchbricht meinen Atemrhythmus. Doch mir fällt auf: Ich öffne mich immer etwas mehr und zeige damit auch meine Verletzlichkeit.

Mir liegt es fern, mich hier als Coach zu zeigen, der gute Tipps wie Dünger in ein Blumenbeet streut. Mir ist es wichtig, über mich selbst zu schreiben. Zu zeigen, dass ich nicht die perfekte, coole Frau bin, die alles im Griff hat. Das bin ich nicht. Ich bin unperfekt. Mache Fehler. Habe Ängste, Schmerzen und trage Unverarbeitetes in mir. Diese Seite von mir möchte ich zeigen und nicht die rein professionelle, sichere, standfeste. Gut, die kann ich auch sein. Die Frau, die sich ein Ziel steckt und es erstaunlicherweise oder vielleicht sogar wegen großer Zweifel, Ängste und Rückschlägen erreicht. Ich bin beides. Vor allem aber Mensch.

Minikartenset Nr. 2 - aus dem Webshop

Diese Webseite präsentierte ursprünglich ausschließlich meine Selbstständigkeit. Ich mag auf anderen Webseiten von den Menschen, die dahinter stehen, mehr erfahren und so folgte ich auch meinem Wunsch, mehr und mehr Seiten von mir zu zeigen, um ein Blick auf den ganzen Menschen zu bekommen und nicht nur die glänzenden zu sehen. Hier offen zu schreiben, dabei hilft mir wahrscheinlich, dass ich Pause von Coaching und Training mache. Denn wenn gleichzeitig Werbung für meine Leistung machen würde: Es würde mir schwerer fallen, offen zu schreiben. Weil ich mein Geschriebenes ständig kontrollieren und hinterfragen würde. Mehr als ich das jetzt mache, wo ich nicht aktiv bin. Vielleicht habe ich das abgelegt, bis ich wieder anfange mit Coaching und Training. :o) Das wünsche ich mir.

Die Herausforderung für mich, über meine "schwachen" Seiten zu schreiben oder auch darüber zu sprechen? Menschen, die Schwächen zeigen, werden schnell von anderen mit Tipps und Ratschlägen überhäuft. Puh, das mag ich gar nicht. Warum nicht? Ich brauche sie nicht. Ich komme zurecht, kann und möchte mir selbst helfen, auch wenn ich leide, auch wenn ich Schmerzen habe oder gerade eine Hürde zu überwinden habe, die mich schlaucht. Wenn ich weine, bin ich ganz klar und sicher in mir, nicht hoffnungslos, sondern stark und gerade mitten in einem wichtigen Prozess. Ich weiß: Die Lösung für meine Probleme liegt in mir selbst. Und ich habe die Kraft und das Potenzial sie zu lösen.

Postkarte 06002 - aus meinem Webshop

Mir fällt es sehr schwer, jemandem, der leidet, keine gut gemeinten Tipps zu geben, sondern nur da zu sein und zuzuhören. Anzuerkennen und wertzuschätzen, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Puh, da habe ich richtig mit mir zu kämpfen und muss mich sehr auf meine innere Stimme konzentrieren, die mir rät, bei mir selbst zu bleiben und den anderen in seiner Selbstverantwortung zu lassen. Die Geduld und die Gewissheit zu haben, dass der Gesprächspartner Hilfe einfordert, wenn er sie braucht. Genau so wie ich es selbst auch haben möchte. Und falls er keine Hilfe braucht, damit klar zu kommen: "Ich werde gar nicht gebraucht, der andere kommt alleine klar." Womit ich wieder mit mir selbst konfrontiert bin. Denn anderen zu helfen, gibt ein gutes Gefühl, ist eine wunderbare Ablenkung, es gibt Stärke und manchmal auch Macht ("Wer viel macht, hat Macht." ... und gerne die Kontrollle.).

Wenn ich den Leidenden mit meinen Tipps "erlöse", geht es mir besser. Dann muss ich nicht mehr (hilflos) damit klar kommen, den anderen leiden zu sehen. Wenn jedoch keiner da ist, auf den ich meine Aufmerksamkeit konzentrieren kann, der meine Hilfe braucht, weil alle mit sich selbst klar kommen, landet die Aufmerksamkeit automatisch bei mir selbst.

Da liegt nämlich wirklich die Aufgabe meines Lebens: Ein Stück Land, das im Laufe der Jahr in einen Garten verwandelt wird. Eine Landschaft, die mir gefällt, in der ich mich ausprobiere, mich versorge.

Postkarte 06023 aus meinem Webshop

Ein Garten, der Pflege braucht und Liebe und Geduld und Zeit. Und manchmal auch eine Gärtnerin, die die Dinge einfach laufen lässt und den Blick löst vom Absuchen des Erdreiches, wo wieder ein Unkraut gewachsen ist oder wachsen könnte ...

Jetzt lasse ich ein paar Tage mal laufen und verschwinde aufs Land...

Anja Kolberg

Dienstag, 12 Mai, 2009

Einfach Spaß...

... macht es mir zwischendurch ungewöhnliche Wörter oder seltsame Sätze zu kreieren. Situationen oder Zustände, die sich vielleicht wiedersprechen: Wolken, die hart sind oder Nebel, der klar ist... Beim Blättern in meinem Tagebuch fand ich gestern Abend einige Zeilen. Die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Riesenfloh. Samstagshaut. Zauberrealität. Rosenpause. Feindliebe. Engelshörner. Wolkenhart. Friedensgelbkariert. Suppentrocken. Tagmond. Sags stumm. Blaulecker. Dunstklar.

Leise knallte er die Türe. Frieden explodierte in der Kanone. Ein Niesen schaffte Stille. Ein Licht schenkte Dunkelheit. Ich fror vor innerer Wärme. Ein Flüstern durchbrach die Schallmauer. Der Weg war breit wie ein Feld. Die Blume segelte nach Ibizza. Ich spiegelte mich im Staub.

Und mein Lieblingssatz: Die Trockenheit tropfte von den Dächern.

Einen himmelblauen Tag wünscht

Anja Kolberg

Montag, 04 Mai, 2009

Was gefällt Ihnen?

"Warum machst du aus den Blogbeiträgen kein Buch?" Diese Idee lese und höre ich in den letzten Monaten immer öfter. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr frage ich mich: Welche Blogeinträge aus den vergangenen drei Jahren sollte ich dafür auswählen?

Wer könnte mir diese Frage besser beantworten als meine Leser und Leserinnen. Deswegen meine Bitte an Sie, schreiben Sie mir: Welches sind Ihre Lieblingseinträge im Blog? (Oder, falls das eher geht: Welche Einträge fallen Ihnen als erste ein?) Gleich, ob Sie mir einen Beitrag nennen, mehrere oder pro Halbjahr einen: Sie helfen mir weiter.

Eine Liste der Blogbeiträge vom ersten Halbjahr 2006 bis zu diesem Halbjahr finden Sie links unter "Blog - 2006 - 1. Halbjahr", darunter gehts weiter.

Ich freue mich auf Ihre Antwort!

Herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 03 Februar, 2009

Der Schatz im Monster

Erinnern Sie sich an meine Blogbeiträge Es ist nicht da...es ist nicht da... und Was passiert, wenn man das Monster küsst... ? Hier die Fortsetzung:

Jetzt kann ich erzählen, was das für eine Aufgabe war, von der ich geschrieben habe:

Mein Buch korrigieren. Ich hatte mir vorgenommen, das Buch nach einigen Monaten Reifezeit im Januar zu korrigieren. Das gab mir die Gelegenheit, den Tischkalender 2009 zu gestalten und anzubieten. Nach Neujahr sollte es losgehen. Aber was war? Nix. Mir fiel ständig eine neue Ausrede ein und fand immer wieder etwas, das noch wichtiger war.

Ich war traurig, sah mein Manuskript mittags im Esszimmer liegen und liegen und der Januar verstrich. Positiver Druck musste her. Am Freitag, den 23.1. habe ich - wohlweislich erst nach Feierabend, um Vorlauf zu haben - eine Mail an die Kontaktperson in meinem Lieblingsverlag geschickt. Ich habe von meinem Mansukript geschrieben und um die Info gebeten, wer aus dem Lektorat zu ständig wäre. Nach dem Absenden der Mail war mir richtig übel. Ich war total aufgeregt und habe mich allen ernstes gefragt, welcher Teufel mich denn da geritten hat. Es wurde ernst - jetzt gab es kein Ausweichen mehr. Ich war aber auch sehr froh, dass ich mir so einen positiven Stresspunkt gesetzt habe, um endlich in Bewegung zu kommen und mein Herzprojekt zur Nummer eins zu machen.

Insgeheim hatte ich gehofft, die Antwort käme im Laufe der Woche, um dann mit der Korrektur fertig zu sein. Pustekuchen! Schon Sonntag erhielt ich eine Antwort. (Yeah! und Oh!)

Gut, dass ich Samstag mit dem Korrigieren begonnen hatte, die Woche arbeitete ich konzentriert und mit viel Freude an meinem Manuskript ... Freitag Abend war ich fertig! (YEAH!!!) Samstag erstellte ich noch ein Konzept (eine Zusammenfassung für den Verlag mit Marketinginformationen) und am Nachmittag, als ich ein richtig gutes Gefühl hatte, weil einfach alles stimmte, habe ich die Mail an die Lektorin geschickt und bot mein Manuskript mit fünf Sätzen zum Inhalt an.

Ich kann kaum in Worte fassen, was das für ein Glücksgefühl war. Endlich habe ich meinen Roman fertig! Ich habe es wahrhaftig aus eigenem Antrieb geschafft! Jahrzehnte (!) träume ich schon davon, das zu tun. Wie oft habe ich gezweifelt und jetzt geschafft! Und das ohne einen Verlagsvertrag wie bei den Sachbüchern zuvor (was automatisch zu einem zeitlichen Druck führt, den ich aber ganz bewusst nicht haben wollte.)

Die Krönung: Am Montag Morgen hatte ich die Antwort der Lektorin im Eingangsfach. Inhalt klingt interessant, ich könne das Konzept und die ersten 30 Seiten vom Manuskript schicken!

Ich bin so glücklich und befreit! Unfassbar!

Ich habe alles in meiner Macht liegende getan, jetzt heißt es Geduld bewahren. Das werde ich auch noch schaffen.

Ich bin soooooo froh!

Das kann passieren, wenn man das Aufschiebemonster küsst.

Anja Kolberg

Donnerstag, 22 Januar, 2009

Beim Einschlafen...

... schreibe ich Blogbeiträge ohne Ende. Ich lasse dann den Tag Revue passieren, mir fallen Dinge auf und ich schreibe in Gedanken darüber. Allerdings ist es im Schlafzimmer dunkel und kein PC in der Nähe (und ich habe wenig Lust, das Licht anzumachen und per Hand etwas aufzuschreiben). So landen die Einfälle also nicht im Blog, sondern bleiben in meinem Kopf.

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit hatte ich beim Einschlafen oft Ideen, was ich machen könnte. Es gab Zeiten, da war der Block auf meinem Nachttisch voll geschrieben. Was mit diesen Ideen passiert ist? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich erinnere mich auch an so manchen Gedanken, der nicht weiter wichtig war. Die Sachen, die wirklich wichtig waren, brauchte ich nicht aufzuschreiben, die fielen mir wieder ein.

Gestern Abend überlegte ich kurz, das Licht anzuknipsen und meine Gedanken aufzuschreiben. "Nein", sagte mein Inneres. "Brauchst du nicht. Was wirklich wichtig ist, fällt dir wieder ein." Also lasse ich den Gedanken los, ich könne etwas wichtiges vergessen. Lasse viele Blogbeiträge in meinem Kopf. Vielleicht reifen sie dort. Vielleicht landen sie auf dem Kompost und dienen so als Dünger für eine neue Geschichte.

Sie werden es hier erleben.

Einen schööööönen Tag

Anja Kolberg

PS: Wieder mal müde, es war Wind. Inzwischen schlafe ich aber auf der Liege im Wohnzimmer ziemlich gut.

Donnerstag, 13 November, 2008

Wirsing und Roman

Meine Mama hat früher gerne Eintöpfe gekocht, im Herbst gab es viel Kohl mit Kartoffeln - die habe ich geliebt und so kam es, dass ich auf einem Bauernhof in unserer Nähe (toller Streichelzoo - die Wollschweine! Süß!) einen Wirsing mit nach Hause nahm. Bei chefkoch.de habe ich nach einem leckeren Rezept geschaut und es ausprobiert. Gott, war das lecker! Am nächsten Tag schmeckte es noch besser! Für alle Kochlustigen hier das Rezept (ich habe Schmand genommen und ihn zum Schluß untergerührt). Zu Kohl fallen mir gleich Kohlrouladen ein. Die will ich in den nächsten Wochen unbedingt auch noch ausprobieren - so, dass sie nicht auseinanderbrechen... Müsste ich schaffen. :o) Ein Hoch auf die Herbstgenüsse!

Einen Roman will ich nicht über den Wirsing schreiben, sondern erzählen, wie es meinem im Moment geht. Mein Roman hält seit dem 9. September einen "Reifeschlaf" - ja wie ein Wein oder Käse ist er im Moment in einem Regal gelagert, um noch aromatischer zu werden. Ich habe ihn eingelagert, weil ich ihn noch Korrektur lesen muss. Warum? Nun, ich habe vorher keinen Entwurf der Geschichte gemacht, mir nicht überlegt, wann spielt der Roman, wie genau heißen die Figuren und wie schauen sie aus, sondern ich habe aus meinen Fingern fließen lassen, was mir einfiel. Auf alles andere hätte ich keine Lust gehabt, weil es für mich nur noch ein Abarbeiten gewesen wäre. In dem Fall Gift für meine Lust und meine Kreativität. Die Folge dieser Vorgehensweise: Ich muss schauen, ob keine der Figuren die Haarfarbe wechselt, auf einmal jünger oder älter ist oder gestern noch Frühling war und eine Woche später schon Schnee fällt. (Ist übertrieben, verdeutlicht aber, um was es geht.) Oder auch so Dinge wie: "Spricht ein Kind von zwei Jahren wirklich schon so?"

Und weil ich einerseits dafür einen gesunden Abstand brauche und andererseits Zeit brauchte, um den Kalender und die Weihnachtskarten zu gestalten, darf der Roman im Reiferegal liegen. Er bleibt dort, bis die Kalenderzeit vorbei ist und ich Ruhe finde, ihn herauszuholen oder ein inneres "Jetzt!" spüre. Dann werde ich ihn durchlesen und am Text feilen, vielleicht sogar so lassen wie es ist. Vielleicht stimmen die Figuren ja, ohne dass ich vorher einen Plan hatte...

Auch wenn es Anteile in mir gibt, die sagen: "Jetzt mach' schon weiter, du bist so weit, hör jetzt nicht auf." möchte ich doch auch innerlich eine Zustimmung spüren. Genau wie es mit dem Anfang des Schreibens war: Ich habe lange mit mir gehadert, warum es nicht los ging und irgendwann ging es los. Darauf möchte ich jetzt auch vertrauen.

Vielleicht geht es los, wenn im Januar blauer Himmel über der von Frost eingehüllten Landschaft liegt, die Christrosen blühen und Schneeflocken sanft vom Himmel fallen. Dazu passt das Bild aus dem Tischkalender 2009 - "Eine Freude für's Herz".

Der Text: "Eingehüllt in Stille breitet sich Ruhe in mir aus."

Diese Ruhe kann ich heute schon spüren. Ich freue mich auf die Weihnachtszeit und ebenso freue ich mich auf die klirrende Winterkälte im Januar! Dann ist eine gute Zeit, in den Vorratsraum zu schauen und etwas besonderes aus dem Regal zu holen, um davon zu kosten: Meinen Roman.

Anja Kolberg

Dienstag, 30 September, 2008

Zur Aufheiterung: Schöne & neue Worte

Huhu da draußen. Es nützt ja nix: Das Wetter hat sich wahrhaftig in den letzen Stunden nicht geändert. Ein bisschen ist meine Laune gestiegen, weil der UPS-Mann da war. Jetzt habe ich einen neuen Bildschirm. Yeah! Es war noch Garantie auf dem Alten. *Hüpf* Ich muss mir keinen neuen kaufen. *Hühüpf* Und ich muss jetzt nicht mehr hier warten. *Hüüüüühüpf*

Ich versuche mich mal wieder vom ätzenden Wetter mit einigen schönen Worten abzulenken, die mir in den letzten Tagen zugeschickt wurden und die ich durch Befragungen :o) erhalten habe. Ein Wetterbild gerade nach meinem Geschmack habe ich gleich dazu gemalt. Los geht's:

Angela schrieb: Lindgrün, Freude, Flügel, Geborgenheit, Beiboot, Wärme, Mond, Schatzkiste, Oase, Klee

Gudrun nannte: LEBENDIGKEIT und Pura Vida (pralles Leben mit seinen Höhen und Tiefen)

Und hier ein paar Worte, die meine Phantasie anregen: Zauberspruch. Hexenküche. Zwergenspur. Zauberberg. See des Vergessens. Tal des Friedens. Limonadenbaum. Friedenspfeife. Mondzelt. Kräuterspirale. Duftnebel. Sternenstaub. Paradies. Regenbogen. Zimtsahne. Altes Bauernhaus. Bauerngarten. Schlossküche. Schlossturm. Wasserfallhöhle. Elfenkind.

Das bringt mich schon mal wieder auf bessere Gedanken. :o)

Anja Kolberg

Donnerstag, 25 September, 2008

...noch mehr schöne Worte


Meine Freundin Petra-Ute nannte mir eben ihre schönen Worte:

Wärme. Harmonie. Zweisamkeit. Seeligkeit. Sinnlich. Leise. Reise. Zauber. Ruhe. Lachen. Engel. Kraft. Weite. Mut. Glück. Freude. Zeit.


Sabine aus Aachen schrieb mir:

Stille. Glück. Humor. Frohsinn. Optimismus. Ehrlichkeit. Vertrauen. Liebe. Motivation. Wille. Mut. Kraft. Loslassen. Sonne. Lebendig. Glücksgefühl. Seelig. Kreativ. Inspiration. Zuhören. Danke. Anfang. Erlebnis. Abenteuer. Herzlichkeit. Empathie. Zusammensein. Begeisterung. Wertschätzung. Geniessen.



Schöne Worte

Ich bin gerade dabei, den neuen Kalender für 2009 zu gestalten. Hm, und bei der Zusammenstellung der Texte dachte ich irgendwann: Was sind eigentlich schöne Worte für mich mit einem hohen gefühlten Energiewert. Anders gesagt, Worte, die mich anziehen, die sich gut anfühlen. Hier ist meine Liste:

Glück. Zauber. Elfen. Garten. Baum. Spiel. Atmen. Freiheit. Fühlen. Natur. Geschenk. Herz. Wünsche. Weg. Demut. Himmel. Mut. Chance. Traum. Freude. Farbe. Moos. Fee. Schatz. Klee. Eichhörnchen. Stärke. Liebe. Weiblichkeit. Menschheit. Rose. Freunde. Familie. Wir. Ich. Oase. Sterne. Stille. Quelle. Ruhe. Aufmerksamkeit. Phantasie. Spaß. Meer.Gnade. Danke. Ganzheit. Verliebt sein. Engel. Honig. Vision. Wunder.

Welche Worte finden andere Menschen schön?

Ich rief meine Freundin Ariane an und fragte sie, was für sie schöne Worte sind. Ihre Antwort auf mein Spiel:

Liebe. Frieden. bezaubernd. wundervoll. Leichtigkeit. Freude. blumig. berührend. musig. musisch. Gelassenheit. tanzend. herzlich. kuschelig. betörend. stimmungsvoll. faszinierend. Harmonie. Verspieltheit. Lachen. lichtvoll. grandios. schwingend. vollmundig. Gleichklang. Lavendelbüsche. Blumen. Zirpen. Vögel. Obst. Paradies. Kuss. liebkosen. Vertrauen. Vertrautheit. gefühlvoll. mondig. sonnig. geschmeidig. Zartheit. Verbundenheit. Wohlgefühl. farbenfroh. elegant. genussvoll. lebendig. Inspiration. anregend.

Uns machte das Spiel viel Spaß und Ariane hatte die Idee, dass ihr bestimmt noch andere Worte einfallen würden, wenn sie an einer Rose riechen würde, nach einer Massage, nach einem Saunagang... Hm, das war schön!

Was sind besonders schöne Worte für Sie? Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir.

Herzlich,

Anja Kolberg

Dienstag, 09 September, 2008

*Hüpf*hü*hüpf*

Hallo da draußen!

Ich könnte singen, tanzen und die Weltkugel sanft in den Arm nehmen und dann mit ihr durchs Universum hüpfen.

Warum?

Ich habe einen Meilenstein erreicht und gestern meine Geschichte zu Ende geschrieben!

Gestern morgen noch war ich etwas frustig, weil ich die letzten 14 Tage gar nichts geschrieben habe und dachte schon, den Faden verloren zu haben. Nachdem ich alle andere Arbeit gestern früh erledigt hatte, ich mein Tagebuch um Rat gefragt und darin Zuversicht gewonnen hatte, habe ich mich rangewagt. Die letzten Seiten gelesen und dann geschrieben, was mir durch die Finger floß. In einer Stunde waren die letzten fünf Seiten fertig geschrieben und das Ende da. Ich habe geheult wie eine Sirene. Weil eine der Hauptpersonen vor Glück geweint hat und ich gleich mit. Seufz!

Jetzt ist der Rohtext fertig. Der nächste Wegesabschnitt beschäftigt mich mit dem Korrekturlesen, dem Ausmerzen eventueller Unstimmigkeiten. Mir Feedback von Anderen holen und am Text feilen, wo es nötig ist.

.... und wenn ich damit gänzlich zufrieden bin, werde ich mein Manuskript an meinen Wunschverlag schicken.

Ich bin mal gespannt wieviel Zeit ich für diesen zweiten Meilenstein brauchen werde.

Aber jetzt bin ich erstmal glücklich und feiere die Erreichung meines Zwischenzieles! Boah ist das toll, ich hätte nicht gedacht, dass es so klappt, wie es geklappt hat.

*hüpf*

Anja Kolberg

Mittwoch, 27 August, 2008

Glücklich!

Den nachfolgenden Blogbeitrag "Glücklich sein" habe ich heute vormittag mehrmals überarbeitet. Nach der Erstveröffentlichung um 10:51 Uhr saß ich eigentlich schon im Eßzimmer am Laptop und schrieb meine täglichen fünf Seiten. Doch der Text ließ mir keine Ruhe, in mir arbeitete es weiter. Er war noch nicht richtig rund für mich. Also bin ich mehrmals zurück hoch in mein Arbeitszimmer und habe Bilder hinzugefügt, Text gestrichen, geändert. Ich muss ihn veröffentlicht sehen, dann fallen mir Änderungen ein. Natürlich könnte ich das alles vor der Erstveröffentlichung machen, aber ich kann es auf diesem Weg am besten. (So manche Journalistin schlägt jetzt sicherlich die Hände überm Kopf zusammen...) Aber auch bei Texten, die gedruckt und nicht nachträglich geändert werden können, habe ich es so gemacht: Ich habe den Text verschwenderisch oft ausgedruckt, weil er immer besser und stimmiger wurde, ich aber den Text fertig "sehen" musste. Jetzt ist er rund, der Text, wir haben 13:26 13:34 Uhr. :o)

Ich bin glücklich, dass ich mir die Zeit genommen habe, ihn so zu machen, wie er für mich stimmig ist. Auch wenn dafür einiges liegen blieb. Die Gedanken waren mir wichtig. Ich wollte sie unbedingt "zu Papier" bringen. Sie haben diese Priorität verdient. Jetzt bin ich froh!

Hüpf!

Anja Kolberg

Dienstag, 26 August, 2008

Briefe schreiben

Seit 1982 habe ich eine Brieffreundin in Bayern. Damals machten ich mit meinen Eltern und Geschwistern Ferien auf dem Bauernhof. Mit der Tochter unserer Gastgeberfamilie begann ich nach unserem Urlaub einen Briefwechsel. Letztes Jahr hatten wir Silberjubiläum. :o)

Durch die Mails ist das wirkliche Schreiben von Briefen weniger geworden, aber da sie diese Woche Geburtstag hat, nahm ich eine von meinen Geburtstagskarten und fing an zu schreiben. Eigentlich wollte ich nur eine Karte schreiben, dann nahm ich ein Blatt dazu, dann ein weiteres, noch eines und noch eines... Da wir uns schon länger nicht mehr geschrieben hatten, schrieb ich ihr, was alles in den letzten Monaten in meinem Leben passiert ist. Erst dachte ich: 'Was gibt es schon groß zu berichten?' Und auf einmal hatte ich die Karte und zehn DINA4-Blätter nebst Rückseiten geschrieben. Meine Hand war ziemlich verkrampft. Wann schreibe ich schon mal so viel? Ich schreibe zwar Tagebuch, aber nicht so viel auf einmal. :o)

Wunderbar war meine Hochstimmung nach dem Schreiben des Briefes. Ich hatte die letzten Wochen und Monate Revue passieren lassen, meine Brieffreundin daran teilhaben lassen, denn auch wenn sie meinen Blog liest, gibt es ja immer eine offizielle Seite und dahinter sehr viel persönliches. Dieser Rückblick hat mir einige Erkenntnisse geschenkt, meine Entscheidungen haben sich gesetzt - es war als hätten sich all diese Situationen, Erkenntnisse, Entscheidungen, Begegnungen an einen Tisch gesetzt und miteinander gesprochen.

Wow, das hat soooo gut getan. Danach war ich richtig aufgedreht und zu meinem Mann habe ich gesagt: "Ich bin richtig glücklich. Ich fühle mich so stimmig in meinem Leben. Ich bin rundum zufrieden."

Herrlich, einfach herrlich!

Liebe Grüße

Anja Kolberg

PS: Wenn Sie auch einen Anfang finden möchten, ich fand der Geburtstag war ein wunderbarer Anlass dafür. Geburtstagskarten und Karten für Freundinnen und Freunde finden Sie im Kartenshop.

Donnerstag, 21 August, 2008

Ich bin im Fluss

Es läut wie geschmiert. Die Worte fließen aus mir heraus und füllen Seite um Seite meines Romans. Vom gesetzten Ziel, fünf Seiten am Tag zu schreiben, weiche ich oft ab und habe vorgestern 16 und gestern 13 Seiten geschrieben. Den Großteil dessen, was ich am Tag darauf von meinem Geschreibenen lese, mag ich, den Rest kann ich ändern. Das tut mir gut. Ich fühle mich verbunden mit der Geschichte. Ich mag sie. :o)

Ich baue gerade eine Zuversicht auf. Nämlich die, dass es an manchen Tagen schlecht laufen darf. Letzte Woche habe ich wegen meiner Schmerzen wenig oder gar nicht geschrieben und das habe ich diese Woche - ohne es bewusst zu wollen - wieder aufgeholt. Das Schreiben macht mir richtig Spaß und tut mir gut.

Seit einigen Wochen schaue ich mir die Webseiten von Schriftstellerinnen und Schriftstellern an. Das ist ungemein interessant, zu lesen, wie andere ihren Weg gefunden haben und auch wie sie arbeiten. Gestern habe ich mir die Seite von Tanja Kinkel angeschaut. Sie ist ein Jahr älter als ich und schreibt schon über zwanzig Jahre. Für einen Moment lies mich das traurig werden, weil ich dachte: Boah, was hat sie schon alles geschafft - sie ist mitten in ihrem Thema drin, hat ich weiß nicht wie viele Romane veröffentlicht, und ich? Aber dann wurde mir bewusst: Jeder hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Weg. Ich bin auf dem richtigen zum richtigen Zeitpunkt unterwegs. Meinem Weg. Meinem Rhythmus. Es ist nicht gut, mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin gut so wie und wo ich bin.

Und es ist ein schönes Gefühl, auf dem eigenen Weg zu sein. Lang gehegte Träume in Angriff zu nehmen.

Herzliche und erfüllte Grüße!

Anja Kolberg

PS: Interessant finde ich wie Autoren historischer Romane vorgehen. Am Anfang steht dort die Recherche - spannend. Zwei Autorinnen dieses Genres: Tanja Kinkel und Rebecca Galblé.

Montag, 18 August, 2008

Aufschreiben, Anja!

Kennen Sie das auch? In Ruhezeiten habe ich Ideen und wenn ich sie brauche, fallen sie mir nicht ein. Zum Beispiel fiel mir am Wochenende ein, über was ich heute schreiben möchte. Die Idee ist futsch! Ich dachte, sie fällt mir wieder ein. Tut sie aber nicht. Weg. Verschwunden unter den Themen des neuen Tages.

Dabei habe ich in einem meiner Bücher geschrieben: 'Nichts ist so schnell weg, wie eine gute Idee! Deswegen: Aufschreiben.' Super. Ich sollte mich daran halten. Etwas zu sagen und es konsequent zu tun sind eben zwei Paar Schuhe!

Nun könnte ich auch sagen: Was wirklich wichtig ist, fällt dir schon wieder ein, Anja. Sonst war es nicht wirklich wichtig. Ja, damit kann ich leben.

Hatten Sie ein schönes Wochenende? Meines war arbeitsreich und ... !Pling, mir fällt das Thema wieder ein, ich glaub's nicht! Es ging im die Schmutz-Toleranz. Ha, wer sagt's denn... So, jetzt habe ich es ja aufgeschrieben, das ist ein anderes Mal dran. Ja und neben dem Arbeiten gab es auch das große Ausruhen, Entspannen. Gestern waren meine Eltern zu Besuch, das war richtig schön. Es war genau das richtige Wetter, um draußen auf der Terrasse zu sitzen und zu klönen. Was leckeres zu Essen haben sie gleich mitgebracht: Döppekuchen. Hier ein Rezept, was dem, was mein Vater gekocht hat, ziemlich nahe kommt. Am besten schmeckt der Kartoffelkuchen am nächsten Tag gebraten, dazu selbstgebackenes Schwarzbrot (backen meine Eltern auch selbst) und Apfelkraut. Köstlich!

Als Nachtisch habe ich die Kaffeecreme gezaubert. Hm, was für Kaffeeliebhaber. Wenn Sie mögen, finde ich auf Chefkoch.de das Rezept, da habe ich es nämlich her.

Genug geschnackt, auf in den Tag!

Ich wünsche Ihnen einen guten!

Anja Kolberg

Montag, 04 August, 2008

Leere im Kopf

Ich sitze vorm Bildschirm und weiß nicht, was ich schreiben soll. Montags-Leere könnte ich es nennen. Heute fühle ich mich gelähmt, ob der Dinge, die ich tun müsste. Bäh, der Tag heute soll bitte schnell vorbei gehen oder aber die Gedanken, die mich gerade so lähmen. Ja, die Gedanken sollen davon ziehen.

Tschöööööhöööö!

Anja Kolberg

Donnerstag, 10 Juli, 2008

Disziplin

... ist gefragt, wenn man etwas erreichen will.

Ich habe mir geschworen, nicht noch einmal mit einem Verlagsvertrag zu schreiben, weil der zeitliche Druck zu hoch ist. Denn beim Schreiben meines zweiten Buches führte der Abgabedruck zu einer Migräne. Ich war regelrecht ausgenockt. Alles drehte sich nur noch ums Schreiben. Ich hatte keine Zeit mehr für irgendwas Schönes. Purer Streß.

Jetzt schreibe ich (ja, Sie lesen richtig, ich "tue es" wirklich) an einem Buch und ich merke, was ohne diesen zeitlichen Druckpunkt vor allem wichtig ist: Disziplin. Ich muss mir selbst in den Hintern treten, mich motivieren, um etwas zu schaffen, sonst macht mir ja keiner Druck.

Anja Kolberg

Freitag, 16 Mai, 2008

Wie ein Stiefkind...

... in einem Märchen behandle ich einen Anteil von mir. Welchen? Den der Schreibenden. Sie bekommt alles, was sie braucht zum Überleben. Ihr geht es gut, keine Frage. Sie schreibt Tagebuch, sie schreibt im Blog. Ihre Grundbedürfnisse werden erfüllt. Aber sie will mehr.

Sie ist diejenige in meinem Team, die ganz wibbelig auf dem Stuhl sitzt, Block und Stift in der Hand, voller Energie. Sie will loslegen.

Und was mache ich, ihre Teamchefin? Ich missachte sie, schenke Coach und Trainerin Aufmerksamkeit, damit sie Lust haben, aufzustehen, konzentriere mich auf die Kreative, die weiter entwirft, auf die Fotografin, auf die Betriebswirtin, die alles managt. Aber die Schriftstellerin, die kann noch so laut brüllen. Ich überhöre sie.

Das ist eine Unverschämtheit von mir! Ungeheuerlich! Unmöglich!

Ich tue es aber.

Eben las ich in einer Mail des Autorenhausverlages von Schreibblockaden, vom Erfolgsdruck und dem Drang, schreiben zu müssen. Alles ist mir geläufig. Für mich gehört aber noch etwas dazu: Nämlich die fehlende Unterstützung, die fehlende Aufmerksamkeit von mir für mein Stiefkind. Unsere Kommunikation scheint gewaltig gestört. Liebe fließt nicht zwischen uns, sondern Leere. Das ist ganz und gar nicht gut. Ich habe mich erschrocken, als mir das bewusst wurde.

Was tun? Wie dafür eine Lösung finden? Denn es ist ja klar: Ich will mehr schreiben als nur im Blog und im Tagebuch und ich weiß, darum geht es auch. Es hilft mir im Moment aber kein "nicht reden, sondern einfach machen" weiter. Ich weiß, über das Thema schreibe ich nicht zum ersten Mal. Ein Zeichen, wie sehr es mich beschäftigt.

Zeit für einen inneren Dialog:

Anja: Hallo, Schriftstellerin. Wie geht es dir?

Schriftstellerin: Beschissen! Ich werde einfach nicht gehört! Dabei will ich unbedingt loslegen.

Anja: Wer hält dich auf?

Schriftstellerin: Na du!

Anja: Womit?

Schriftstellerin: Mit deinen ewigen Zweifeln. Mit deiner Angst, nicht gut genug zu sein. Mit deinem Anspruch, dass ich was richtig gutes bringen muss, damit es sich lohnt. Nicht, dass ich das nicht schaffen kann, aber es ist wie eine zähe Masse, die mich umgibt und mich nicht loslegen lässt.

Anja: Was wünschst du dir von mir?

Schriftstellerin: Unterstützung. Zuspruch. Eine lange Leine. Gib mir Freiheit. Lass mich einfach machen.

Anja: Wie stellst du dir das praktisch vor?

Schriftstellerin: In dem du mir eine feste Zeit am Tag gibst, in der I-C-H bestimme, was gemacht wird. So einfach ist das.

Anja: Aha. Und wann soll das sein? Eine bestimmte Uhrzeit?

Schriftstellerin: Natürlich, sonst gehe ich wieder im Alltag unter. Ich brauche und verlange unbedingt eine feste Zeit!

Anja: Wann möchtest du die haben?

Schriftstellerin: Morgens eine halbe Stunde bevor du mit Minu gehst. Bevor du den PC anmachst. Gib mir den Laptop und ein leeres Dokument. Und meine halbe Stunde.

Anja: O.k., das kann ich machen. Ist das alles?

Schriftstellerin: Nein. Noch was: Lass mich einfach machen. Zerpflücke nicht das, was ich mache. Lass es einfach so stehen. Stell keine Ansprüche an Vollständigkeit, an Sinn, daran, dass daraus etwas werden muss. Ich brauche meinen Freiraum. So wie die private Türe zu meinem eigenen Zimmer, die ich verschließen kann, wenn ich Ruhe vor deinem Druck und deiner Zensur haben will. Kapiert?

Anja: Ja, kapiert.

Anja: Woher willst du denn wissen, dass ich die Zeit auch wirklich jeden Tag einhalte?

Schriftstellerin: Sei dir sicher: Ich werde dir gewaltig auf den Keks gehen, wenn du nicht aktiv wirst. Wehe du brichst mit meinem Freiraum. Ich verlange ganz wenig, aber sei dir sicher: Du wirst reich beschenkt.

Anja: Gut, ich will es tun. Noch was?

Schriftstellerin: Ja. Du machst das alles richtig gut. Sei dir sicher, ich melde mich zum richtigen Zeitpunkt, so wie ich es jetzt getan habe. Ich habe mich zwar vorher schon immer bemerkbar gemacht, aber jetzt stimmt der Zeitpunkt. Jetzt will ich so richtig loslegen. Ärgere dich nicht, dass du mir nicht schon vorher mehr Aufmerksamkeit geschenkt hast. Das stimmt schon so wie es ist.

Anja: O.k., danke. Mir ist aber auch noch etwas wichtig.

Schriftstellerin: Ja, was denn?

Anja: Dass du es mir leicht machst, in dem du dich mehr durchsetzt. In dem du wirklich die Türe schließt und dann loslegst, dir den Raum nimmst, den du brauchst und du ihn so gestaltest, wie du möchtest.

Schriftstellerin: Kein Problem. :o)

Anja: Abgemacht?

Schriftstellerin: Abgemacht!

Schönes Wochenende

Anja Kolberg

Donnerstag, 03 April, 2008

Konzentration!

Verflixt! Ich nehme mir bestimmte Sachen vor und tue sie nicht. Warum? Weil ich mich von 1000 scheinbar wichtigeren (dringenderen) und interessanteren Sachen ablenken lasse. Und jetzt gerade ärgere ich mich über mich selbst, dass ich mich nicht konzentriere.

Also beschwöre ich mich selbst: Konzentriere dich, Anja! Konzentriere dich auf einen einzigen Punkt, den du heute noch unbedingt fertig machen willst. Was ist das?

Die Umsatzsteuer? Ich sehe mich mit dem Kopf schütteln.
Den Postershop? Wieder Kopfschütteln. (Obwohl ich daran schon einige Zeit arbeite...)
Schreiben? Ganz heftiges inneres Nicken. "Endlich! Das hat aber auch gedauert."

Zur Erklärung: Heute früh sagte mein Inneres auf die Kalenderfrage "Schreiben". Und was mache ich? Ich beschäftige mich fast schon wissenschaftlich mit dem Thema und recherchiere wie blöde, statt einfach anzufangen. Nein, blos erst mal ablenken vom Thema. Mit dem Ergebnis, dass wir jetzt fast 17 Uhr haben und ich weder den Postershop fertig habe, noch die Umsatzsteuer, noch mit dem Schreiben angefangen habe.

Ja, Sie haben ja Recht: Ich schreibe ja gerade. Hier im Blog. Aber ich meinte etwas anderes.

Schluss mit dem Jammern. Ich werde zu diesem Text jetzt keine Zeichnung mehr machen, das fordert wieder Zeit, obwohl mir was lustiges im Kopf dazu rumschwirrt. Ich werde jetzt das Schreibprogramm öffnen und mindestens 2 Seiten schreiben. Punkt.

*Knirsch*

Ich schaffe das!

Ihre Anja Kolberg

Mittwoch, 12 März, 2008

Blöde Ansprüche

Ich bin super darin, mir selbst ein Beinchen zu stellen. Zum Beispiel dann, wenn es darum geht, in einem Bereich weiterzukommen, der mir liegt und leicht fällt und bei dem ich innerlich spüre: Das ist mein Weg.

Wo das so ist? Beim Schreiben. Ich scheitere an meinen Ansprüchen. An dem Erwartungsdruck, den ich mir selbst aufbaue. Oder ich finde das, was ich mache, banal: 'Das kann doch jeder. Ich schreib' doch nur. Was ist daran besonderes?'

Oder ich bleibe vor der Angsthürde stecken. Ich habe Angst, dass jemand sagt: "Du meinst, du kannst das? Ist ja lächerlich! Ich kann das. Aber du? Biilde dir nichts ein."

Heute ist ein doofer Tag, an dem meine Ansprüche fühlbar groß sind und es mir wirklich was ausmacht, dass ich nicht das tue, nicht damit mein Geld verdiene, was sich innerlich richtig anfühlt. Bäääääh! Los, geht weg, ihr doofen Gedanken! Haut aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaab!

Anja Kolberg

Dienstag, 29 Januar, 2008

Neu aufgelegt!
Ab 40 reif für den Traumjob Ermutigungsbuch von Anja Kolberg

Selbstbewusstseinstraining für Frauen, die es noch einmal wissen wollen

Der Verlag: Jobwechsel oder Selbständigkeit, Wiedereinstieg nach dem Familienmanagement, Karriere machen oder doch mehr Muße haben? Ab 40 wird's erst richtig spannend! Denn gerade jetzt sind Frauen reif für den Traumjob: Sie verfügen über vielseitige berufliche Erfahrungen, wissen, was sie können, und spüren, was sie nicht mehr wollen. Was also steht dem Neustart im Wege?

Anja Kolberg: Ich kann mich noch gut erinnern wie ich 1999 auf der Buchmesse in Frankfurt mit der Lektorin des Kösel-Verlages in Kontakt kam. Ihr berichtete ich von meiner beruflichen Veränderungsberatung, meiner Freude an dieser Arbeit und dass die meisten Frauen, die zu mir kamen, über 40 waren. So entwickelte sich im Austausch die Idee für dieses Buch. Mir ist es ein wirkliches Anliegen, die Schwelle "40" aufzuheben. Dass es möglich ist, beweisen viele meiner wunderbaren Klientinnen und Klienten.

Dezember 2006 war das Buch dann ausverkauft. Die Nachricht im September 2007 vom Kösel-Verlag, dass die Lizenz an den mvg-Verlag verkauft wurde, war eine schöne Überraschung. Im Januar 2008 ist es im mvg-Verlag auf deren Wunsch unverändert neu erschienen. Unverändert bedeutet auch, dass die darin befindlichen Buch- und Linktipps vom Zeitpunkt des Buchschreibens stammen. Da das Buch nur noch knapp die Hälfte der ursprünglichen Ausgabe kostet, ist dies verzeihlich, auch weil Sie hier auf der Seite weitaus mehr und aktuelle Buch- und Linktipps finden. Im letzten Herbst habe ich das Buch noch einmal ganz bewusst gelesen und ich habe gespürt, es ist etwas Wundervolles: Ein Ermutigungsbuch für den eigenen Weg!

Ich glaube, ich habe nie erwähnt, dass mein Buch 'Ab 40 reif für den Traumjob' von der Stiftung Warentest geprüft wurde. Das ist schon einige Jahre her (2009) und ich habe es eher durch Zufall erfahren. Doch es ist immer noch ein schönes Gefühl. Die Beurteilung: "Empfehlenswert, da informativ, lebensnah und leicht verständlich. Kurzweiliges Lesebuch. Schwerpunkte: Standortbestimmung, Jobsuche, Bewerbung und Existenzgründung. Inhalte zum Teil inaktuell. Sehr gute Checklisten und Literaturtipps." [Tabelle]

Eine Leserin: "Hallo Frau Kolberg, ich bin 45 Jahre alt und war 25 Jahre verheiratet. Meine Kinder sind 25 und 18 Jahre alt. Als ich letztes Jahr im Krankenhaus lag, habe ich Ihr Buch gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen und hat mich persönlich ein Stück weiter gebracht. Wegen der Trennung von "meinem" Mann bin ich durch ein tiefes Tal gegangen. Im September d. J. habe ich nun eine Ausbildung zur Arzthelferin begonnen. Ich gehe mit 17 - 22-jährigen Mädchen zusammen in eine völlig normale Berufsschule. Ob ich die Ausbildung wirklich schaffe, weiss ich noch nicht. Das Lernen ist nicht leicht mit 45 Jahren. Aber ich versuche es zumindest. Liebe Grüße sendet Gerlinde Tschugg"

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Montag, 21 Januar, 2008

Wochenanfang

Montag. Ich komme nicht so richtig in Schwung, obwohl ich schon recht aktiv war. Aber nicht so aktiv, wie mein Antreiber vorhatte. Zum Beispiel hatte ich heute früh eine Themenidee für einen Blogbeitrag, doch dann fühlte es sich doch nicht so gut an. Jetzt habe ich einfach angefangen und will am liebsten diesen Beitrag löschen... Himmel! "Anja, reiß dich zusammen" ruft da eine Stimme. "Wieso denn?" fragt die Rebellin in mir. Warum soll ich nicht zu dem stehen, wie es mir wirklich geht? Warum eine Maske aufsetzen, so tun als ob...

Mein Blick schweift ab auf den süßen Hasen, den ich mir auf dem Weihnachtsmarkt in Lechnich bei meiner Standpartnerin Petra-Ute gekauft habe: Dicker Bauch in Perlmut-Farben mit rosa Herzen darauf, eine weiße Schleife im Haar, Baumel-Beine mit scharfen Stiefeln und Federn am Schaft. Nicht zu vergessen die zwei Stoffröschen am Handgelenk und der bezaubernde lila Glitzerlipglos. So schön kitschig! Eine Spardose ist es. Megaschräg. Anders. Tut gut, sie anzusehen, dann bekomme ich direkt gute Laune.

Die nehme ich jetzt mit in meinen Nachmittag!

Anja Kolberg

Donnerstag, 04 Oktober, 2007

Herrlich verrückt

Meine momentane Lieblingsbeschäftigung am Abend: In meinen alten Tagebüchern lesen. Aktuell habe ich eines aus dem Jahr 2004 zur Hand, im Sommer waren wir mit Freunden eine Woche in Juist. Da war es schön. Oben die Mohn-Ecard habe ich vor unserer Ferienwohnung geschossen.

Auf Juist habe ich das Buch "Der Weg des Künstlers"? teilweise durchgearbeitet und die Ergebnisse in mein Tagebuch geschrieben. Eine der Fragen bzw. Antworten fiel mir gestern besonders ins Auge: "Wenn es nicht so verrückt klänge, würde ich .... schreiben oder .... machen." Darauf habe ich geschrieben: "Wenn es nicht so verrückt länge, würde ich einen Liebesroman schreiben und Postkarten und Kalender machen."

Aber hallo! Diese Frage hatte ja eine große Wirkung auf mich, denn zwei der Dinge habe ich schon umgesetzt. Damals war das utopisch für mich. Ist das nicht herrlich? (Ich bin mir sicher: Den dritten Punkt schaffe ich auch noch!)

Was würden Sie auf diese verrückte Frage antworten? Ich habe sie mir gleich noch mal gestellt! Verrate aber nicht, was ich geantwortet habe. :o)

Schöööönen Tag!

Anja Kolberg

Freitag, 21 September, 2007

Schreiben

Ich schreibe für mein Leben gerne. Ohne was ich nicht auf eine einsame Insel wollte? Ohne Blätter und Stifte. In der letzten Zeit erinnere ich mich an immer mehr Situationen, in denen ich Kontakt mit dem Schreiben hatte:

  • Der Schulaufsatz in der vierten Klasse über einen Löwen, der aus dem Zirkus ausgebrochen ist. Die Geschichte war so gut, dass ich sie in der Klasse vorlesen durfte.
  • Mein Engagement, die Schülerzeitung in der Realschule wieder aufleben zu lassen. Es gab davon glaube ich drei Ausgaben (in 1.5 Jahren?), ich weiß es nicht mehr genau. Der Titel: "Preach's out". Ich sehe uns noch in einem Klassenraum mit dem Hausmeister und zwei meiner Klassenkameradinnen aus unzähligen Haufen an Kopien die Hefte zusammen zu legen. Der Preis? Ich weiß es nicht mehr, waren es 50 Pfennig?
  • Die Abschlusszeitung der 10. Klasse der Realschule. Was hat das einen Spaß gemacht: Reime über die Macken der einzelnen. Ein Bericht über unsere Lehrer. Die Berufswünsche der Absolventen. Die Zeitung ist uns wirklich gut gelungen.
  • Die Teilnahme an einem Schreibwettbewerb, bei dem ein Text und ein Gedicht von mir in die engere Auswahl kamen und veröffentlicht wurden (ich war 13?).
  • Mein jahrelanges Tagebuchschreiben seit dem ich 13 oder 14 bin: Angefangen vom täglichen Wetterbericht :o), dem geschauten TV-Programm, dem Bericht über Ausflüge und Kinofilme, Probleme mit Klassenkameradinnen und der ersten Liebe bis heute, wo ich viel experimenteller Tagebuch schreibe.
  • Der verwirklichte Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich bin heute noch fasziniert, dass ich es geschafft habe, meinen Traum zu verwirklichen und nicht nur ein, sondern zwei Bücher geschrieben und veröffentlicht habe.
  • Die Webseite und der Newsletter seit 1999, auf denen ich mich austoben konnte.
  • Ich denke an die Zukunftsbriefe, die die Teilnehmerinnen und ich in den Berufsworkshops geschrieben und uns vorgelesen haben.
  • Seit Frühing 2006 beglückt dieser Blog hier die Schreiberseele in mir. Es tut mir so gut, zu schreiben, mich zu zeigen, mich zu öffnen, zu trauen ganz ich selbst zu sein und die Anja, die eine Maske aufsetzt, um so zu sein wie ich glaube sein zu müssen, von der echten, verletzlichen Anja zu trennen. Und wider Erwarten passiert mir nichts, wenn ich aus meiner Seele heraus schreibe und mich ganz zeige.

So viele gute Erfahrungen. Ich liebe Filme über Schriftstellerinnen und Schriftsteller, sammle schon seit Jahren Zeitungsausschnitte über Autoren mit ihren Erfahrungen. Ich sauge diese Informationen auf, weil sie mir klar machen: Ja, es geht. Auch du kannst es schaffen, Anja. ("Natürlich!", sagt mein Inneres.) Diese ganzen Erinnerungen und Zufälle verdichten sich in den letzten Wochen immer mehr. Eine interessante Beobachtung, die mich fasziniert. Stetige Blogleser und Leserinnen wissen ja, dass ich davon träume, einen Roman zu schreiben. Das soll kein Traum bleiben, ich bin nur noch nicht so weit. ("Doch!" schreit mein Inneres ganz laut.) Der nächste erste Schritt muss aber nicht unbedingt ein Roman sein ("Doch" höre ich wieder.), der kommt noch, da bin ich mir sicher, denn ein Thema fasziniert mich immer mehr. Was ich mir zunächst immer mehr vorstellen kann, ist noch ein Sachbuch zu schreiben. (In mir mault jemand.) Mal sehen, wann das Küken schlüpfen möchte.

Es wäre wohl gut, wenn ich den Kritiker in mir mal beiseite stellen würde. Denjenigen, der mir weiß machen will, dass ich immer noch nicht gut genug dafür bin. Sie wundern sich? Das ist durchaus üblich unter Schreiberlingen. Letzte Woche las ich in der Zeitung ein Zitat von Thomas Mann, das ich mir direkt ausschneiden musste: "Ein Schriftsteller ist ein Mensch, dem das Schreiben schwerer fällt als anderen Leuten." Das baut mich auf, ich fühle mich verstanden und ernst genommen. Eines ist aber klar: Ich will nicht zu den Menschen gehören, die nur sagen "das will ich mal machen" und dann den Traum in der Vergessenskiste parken. Ich will mir den Traum vom Roman erfüllen und ich bin mir der Wirkung, es hier im Blog zu schreiben, durchaus bewusst. :o)

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende

Herzlich,

Anja Kolberg

Montag, 17 September, 2007

Einfach: Unsinn

Sonntag Nachmittag auf der Terrasse. Ich hatte Lust zu schreiben. Aber was? Auf's Tagebuchschreiben keine Lust. Mir fällt eine Schreibübung ein: Mit einem "sinnlosen" Anfang beginnen und einfach weiter machen. Ein Anfang stand schnell auf dem Blatt: "Ihr Bart hing im Kakao...". Gedacht - getan. Was hat das einen Spaß gemacht. Wann habe ich das letzte Mal einen solchen Quatsch gemacht? Als Kind?

Mein Göttergatte musste sich meinen kreativen Erguss anhören, verdrehte die Augen und grinste. Kein Kommentar. Ich glaube er hatte Schiss, dass ich beleidigt bin. :o) Hier der Quatsch für sie:

Ihr Bart hing im Kakao, der sich lia verfärbte und die Flüssigkeit verdampfte in nu. Der Himmel zog sich zu. Es blitzte, donnerte. Blumen regnete es wie aus Eimern. Dann wieder schwebten sie wie Flrüchstücksflocken hinab in den Himmel. Schwerlos zogen Elefanten vorüber und erhitzten die Sonnenstrahlen. Lachend beugte sich ein Baum hinab zum riesigen Floh. Der Zirkus war ausgebrochen und die Flammen löschten die Flut aus Regenbogen, die gerade vorbeizogen auf achtspännigen Pferdewagen - gelenkt von einer Toten im weißen Kleid mit lachenden Augen. Ihr Juchzen zerschnitt den tristen Moment der 1000 Farben. Schwarze Socken zogen Kreise durch den Kochtopf aus brauner Erde. Ameisen würzten das Mahl mit grünen Haaren des blauen Erdwolfes, der mittags um 12 immer Knoblauch in der Sonne aß. Ein Kuckuck meldete den hohen Besuch - der wichtigste Moment des Jahres: Ein Furz malte bunte Ödnis in die Wand aus glasigem Stein. Tupfen aus kantigem Holz perlten ab von der zähen Masse aus Klebstoff. Purer Dreck voller Leere drückte den Knopf, um das Dunkle einzuschalten, das uns laut in den Schlaf schüttelt. Nein - Schlaf? Ein Tanz zur Feier der Traurigkeit, die verdampfte im süßen Essigduft des lilafarbenen Kakaos.

:o) War das schön!

Der Inhalt ist sinnlos - aber die Übung macht Sinn. Welchen? Spaß. Quatsch. Sinnlosigkeit. Entspannung. Den Kopf leer bekommen. Schreibblockaden lösen. In Schreibfluss kommen. Ideen finden. Inspiration zulassen. Mir fallen noch 100 Gründe ein.

Einen schönen Feierabend!

Anja Kolberg

Donnerstag, 09 August, 2007

Schöne Worte und Unworte

Mein persönliches Unwort des Jahres - nein der letzten Jahre ist "stylisch/stylish". Wenn ich es höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich verbinde damit affektiert sein, Scheinwelt, unecht sein. Nichts schönes. Puäh, was für abwertende Gedanken und Gefühle mir bei diesem Wort in den Sinn kommen. Da sind mir doch "schick", "sieht toll aus", "wow, klasse" 100 mal lieber als "stylisch". Ich kann das Wort kaum schreiben oder aussprechen geschweige denn hören, ohne negative Gefühle. Weg damit aus meinem Sinn!

Schöne Worte sind für mich Vodoo, Zauberglöckchen, grüne Hölle, Luftschloss - auch Lustschloss ist schön. Oder ganz einfach Popel. Schatztruhe. Das sind Worte, mit denen ich viele schöne Assoziationen verbinde. Schöne Szenen sehe ich - bewegte Bilder voller schöner Gefühle, Ideen und Erinnerungen.

Eigentlich ist das Wort "Unwort" an sich ja schon ein "Unwort". Kicher. Was für ein Tag!

Ich liebe diesen Nieselregen. Ja. Ich mag ihn. Er hat so etwas urgemütliches für mich und unterm Regenschirm hinterlässt er wundervolle Geräusche. Regenstimmung bringt für mich eine große Ruhe mit sich. Ich sehe, wie der Garten dankbar die Wassergabe aufnimmt, auftankt, sich wäscht und herausputzt für den nächsten Sonnentag!

Herzlich aus Köln

Anja Kolberg

Donnerstag, 14 Juni, 2007

Blümerant

... hat nichts mit Blumen zu tun, wie ich auf den ersten Blick meinte. "Blümerant" belegte im Wettbewerb der vom Aussterben bedrohten Wörter (ja, das gibt es) Platz 2 und es bedeutet "schwindelig". Es stammt laut http://www.etymologie.info vom "französischen Wort 'bleu mourant' = 'sterbendes Blau' (= 'mattblau') ab. In früher Zeiten (17.Jh.) wurde einem nicht 'schwarz vor Augen' sondern 'es wurde einem blau', eben 'blümerant zumute', in Anlehnung an das frz. 'bleumourant'". Schöne Erklärung. Schönes Wort.

Auf Platz 1 landete übrigens "Kleinod", das gleichbedeutend für einen persönlichen Schatz ist. Und dann lande ich doch bei meinen Blumen. :o) Denn als ein Kleinod empfinde ich die Zauberglöckchenpracht im Balkonkasten vor meinem Bürofenster. :o)

Mehr bedrohte Wörter finden Sie im Lexikon der bedrohten Wörter Band I und Band II.

Ein herrlicher Zeitvertreib für Menschen, die die Sprache lieben. Eine Aktion, die mir richtig gut gefällt!

Anja Kolberg

Montag, 26 März, 2007

Ein neues Jahr beginnt

Gut fühlt es sich an, das neue Lebensjahr. Gelassen war ich am am ersten Tag, hatte schöne Gespräche, Zeit für mich, Überraschungen in der Post und an der Haustüre, liebe Gäste und einen kuschligen Abend auf dem Sofa. So wie ich es mag. Ein guter Auftakt.

Während der stillen Zeit habe ich eine Karte gezogen, die für mein neues Lebensjahr gilt. Ich zog ein Karte, die ich besonders mag und die auch hier mit dem Schreiben im Blog zu tun hat:  Ein aufgeschlagenes Tagebuch mit dem Text: "Deine eigenen Worte sind wichtiger als jedes perfekte Gedicht eines großen Literaten." Sie ermuntern mich, mich zu zeigen, mich mit Liebe der Welt zu öffnen. Auch wenn ich schon zwei Bücher geschrieben habe, bin ich nicht ohne Zweifel. Ich glaube fast, die Zweifel werden mit jedem Buch größer, wahrscheinlich wachsen sie mit den Ansprüchen. Die Karte macht mir Mut, mich wieder mehr mit dem Thema Buch schreiben zu beschäftigen.

Schreiben Sie Tagebuch? Ich schreibe immer dann besonders intensiv, wenn es mir nicht gut geht. Besonders gerne schreibe ich in Cafés. Ich mag die lebendige Atmosphäre dort, sie beflügelt mich. Ich kann dann ganz in mich herein versinken und so tief, dass ich mich erschrecke, wenn die Kellnerin fragt, ob ich noch etwas trinken möchte. :o)

Es gibt so viele interessante Orte, an denen man schreiben kann. So schrieben Kalkofe, Pastewka und Welke das Drehbuch zu "Der Wixxer" in einem extra dafür angemieteten Hotelzimmer. Gute Idee! Ich träume ja davon, in einem Wohnmobil mit Mann und Hund durch Europa zu reisen und an besonders schönen Orten anzuhalten und dort einen Roman zu schreiben. Eine Illusion? Vielleicht, dann aber eine richtig schöne! Vielleicht ist es aber auch keine Illusion, sondern ein Bild von meiner Zukunft! Rosige Aussichten. Ich arbeite daran. :o)

Hier im Haus wird geklopft und gehämmert. Die Dachdecker sind da und reparieren die Dachrinne. Minu ist ganz aufgeregt. Ich kann sie verstehen, Dachdecker sehen immer so gut aus: Muskelbepackt, braun gebrannt, freundlich lächelnd - eben was für's Frauenherz - nicht nur am Montag. Da sind Minu und ich uns einig. :o)

Viele Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Montag, 06 November, 2006

Newsletter sind was feines :o)

Hallo aus Köln!

Hatten Sie ein schönes Wochenende? Meines gefiel mir richtig gut. Am Freitag hatte meine Oma Geburtstag und am Kaffeetisch saß die ganze Familie, meine Geschwister, Onkel, Tanten, Cousin. :o) Schön war der Besuch im Bergischen. Genau nach meinem Geschmack. Und dann noch die liebevollen Feedbacks auf den Newsletter, den Shop und meine Postkarten und Kalender, die seit dem bei mir eintreffen. Das tut einfach gut. :o) Danke!

Angelika schreibt mir aus Spanien auf meinen Artikel Schöne Grüße: "Liebe Anja, ich finde ihre Seiten so richtig klasse, ich lese sie gern. Gute Idee mit den Grüßen. Ich lebe und arbeite in Spanien im Touristenbereich. Klar da schreibe ich viele, viele E-Mails am Tag. Am Ende der Mail, als Abschied, schreibe ich gern:

Sonnenstrahlen aus Spanien
Sonnige Grüße aus Spanien

oder

Herzensgrüße

Oft schreiben mir die Gäste zurück, dass gerade der freundliche Gruß sie sehr angesprochen hat."

Das beste kommt von ihr zum Schluss: "Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und schicke tausend Sonnenstrahlen, die Sie und Ihre Familie begleiten."

Da spüre ich förmlich die Wärme Spaniens! Danke Angelika!

Am Newsletter gefällt mir besonders, dass ich dann intensiver mit den Menschen in Kontakt trete. Ich erhalte unverhofft Mails, wir tauschen uns aus, ich bekomme schöne Kinotipps: "Gern möchte ich Sie auf einen sehr guten Film aufmerksam machen: SNOWCAKE. Er ist in jeder Beziehung anrührend und macht sehr nachdenklich über das, was wir gemeinhin als "normal" bezeichnen. Dies nicht nur mit Blick auf die Protagonistin, sondern - für mich vor allem - auf die Nebenhandelnden!" - das schreibt mir Maria Regina. Das klingt richtig gut. Vor allen Dingen, wo ich auf den Film jetzt das zweite Mal aufmerksam werde. Ein Wink des Himmels?

Anja Kolberg

Montag, 30 Oktober, 2006

Schöne Grüße!

Es gibt ja soooooo viele Möglichkeiten, eine Mail enden zu lassen. Vom Standard "Mit freundlichen Grüßen" - der dem Briefstil entspricht - über ein ernstes "Mit hochachtungsvollen Grüßen" bis zum "Tschüß". Ich freue mich immer, wenn ich einen Gruß lese, den ich noch nicht kenne. Heute erreichte mich eine Mail, deren Gruß mir besonders gefiel: "Eine charmante Woche" wünschte mir eine neue Kundin für's Anti-Karrierecoaching. Wow, der gefällt mir gut!

Schreiben Sie mir Ihre favorisierten Mail-Abschiedsgrüße! (Aktion inzwischen abgelaufen) Ich werde Sie hier im Blog veröffentlichen. Wenn Sie mögen, schreiben Sie mir Ihren Namen, gerne möchte ich die Autorin dazu nennen - wenn Sie es möchten.

Feierabendgrüße aus Köln

Anja Kolberg

Freitag, 25 August, 2006

Ich schreibe...

... mich frei. Seit dem ich diesen Blogg hier im März eröffnet habe. Das tut mir unglaublich gut!

 

Mich frei schreiben, heißt, über meine Gefühle zu berichten, über das, was mich bewegt. Mich öffnen, mich zeigen. Und das ist nicht leicht. Ständig bin ich konfrontiert mit Gedanken wie "kann ich das schreiben?" oder "was werden die Anderen denken?" Es heißt, zu mir zu stehen und zu dem, wie ich bin. Die Angst, etwas nicht gut zu machen, verscheuchen und aus der Freude heraus zu malen und durch die Tasten ins Netz fließen zu lassen.

Schon immer habe ich davon geträumt, ein Buch zu schreiben. Als Uta Glaubitz mir 1999 sagte: "Das musst du sowieso machen", war ich wirklich happy. Geschrieben habe ich zwei Sachbücher, die mir wirklich am Herzen liegen. Doch das Schreiben war keine Leichtigkeit, so leicht wie es mir früher in der Schule gefallen ist, Geschichten aufzuschreiben, nein - es war mit viel Druck verbunden. Druck, die Erwartungen des Verlages zu erfüllen und zum Endtermin fertig zu werden. Mit meinen eigenen Erwartungen klar zu kommen. Ich habe beim "Ab 40 Buch" sogar eine Migräne bekommen (damit hatte ich noch nie etwas zuvor zu tun), weil ich mich so unter Druck gesetzt habe. Eine massive Schreibblockade.

Ich hätte am liebsten einen großen Hammer genommen... Geholfen hat mir damals eine Pause und dann der Gedanke der kleinen Schritte und dass es am nächsten Tag besser wird. Richtig gut bin ich dann geworden, als ich mich nur noch auf meine innere Stimme verlassen habe und aus dem Herzen heraus geschrieben habe. Dieses gute Gefühl begleitet mich noch heute.

Und wissen Sie, was mir beim Schreiben der beiden Sachbücher klar geworden ist? Was ich wirklich schreiben will, sind heiße Liebesromane!

Und ich habe erst mal wieder angefangen, selbst zu lesen. Früher war ich die Leseratte schlechthin. Hanni und Nanni, Tina und Tini, Gulla.... sogar heimlich, obwohl ich schon längst das Licht aushaben sollte... Dann kam die berufliche Zeit, mein erster Freund und für eines hatte ich keine Zeit mehr: Lesen. Dann kam die Selbstständigkeit und was habe ich gelesen? Sachbücher, Fachbücher - ach schrecklich! Bis ich in den letzten Jahren wieder angefangen habe, Unterhaltungsliteratur zu lesen. Durch das viele Lesen vieler Liebesschmöker wird mir immer klarer: Blos keine seichte Geschichte schreiben. Da muss noch mehr dazu. Und für dieses Mehr sammle ich Ideen. Und was mir auch immer klarer wird: Ich brauche Freiheit zum Schreiben. Luft, viel Luft. Da strample ich mich gerade richtig schön frei. Was mir auch gut tut, ist das Buch "Schreiben in Cafés", wo die Autorin ganz klar sagt: "Keine Ausreden - schreiben Sie! Egal, ob ein Raum da ist oder nicht. Schreiben Sie!" O.k., o.k., aber blos keinen neuen Druck aufbauen.

Jetzt reicht es mir erst einmal, dass ich mir in meinen Träumen schöne Dinge ausdenke und die Ideen festhalte.

Und dass ich mich ansonsten frei schreibe von meinen Ansprüchen und Erwartungen und mich traue, mich mehr und mehr zu zeigen und Ihnen hier davon zu erzählen, wer ich bin und was ich fühle.

Von Herzen

Anja Kolberg

Freitag, 12 Mai, 2006

Wirklich ich selbst sein

 

Es fällt mir manchmal so schwer, wirklich zu mir selbst zu stehen. Zu sagen, was ich denke. Zu schreiben, was ich fühle. Viel zu oft meldet sich mein Verstand und sagt mir: "Lass es lieber, wer weiß, was passiert?"

Woher kommt die Zuversicht, dass es richtig ist, sich zu öffnen und wirklich die Dinge umzusetzen, die ich wirklich gerne tun möchte? Wofür mein Herz schlägt? Dinge, die mein Verstand nicht versteht, aber mein Herz als richtig fühlt.

Schreiben. Ich will schreiben. Einen Roman voller Liebe. Und was mache ich? Ich denke über ein weiteres Sachbuch nach. Ja, das ist auch wichtig. Dabei habe ich doch nach meinen beiden Sachbüchern festgestellt, dass, was ich wirklich schreiben will ist ein Roman. Ein richtig schöner Liebesroman. Aber kann ich mir das leisten? "Hey, was sollen die anderen denken?", flüstert da jemand aus meinem inneren Team. Na toll, so eine Stimme kann ich jetzt gerade gebrauchen... Nützt aber nix - sie ist da und gehört genauso zu mir wie die Anteile, die mich schreibend auf der Terrasse oder im Café mit Laptop, Milchkaffee und Kirsch-Bananensaft sehen...

Urg! Ich versuche es anzuerkennen. Dass diese Zweifel, diese vielen vielen Ping-Pong-Gedanken einfach dazu gehören: Zu mir. Zum Prozess. Zum Leben. Zum Weg, mich ganz und gar zu leben. Ja, so ist es!

Einen wunderschönen Tag & ein bezauberndes Wochenende wünsche ich Ihnen, liebe Leserin da draußen am Bildschirm

Anja Kolberg




Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

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