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Freitag, 31 Dezember, 2010

2010 geht

Heute verabschiedet sich ein ganzes Jahr. Zweitausendzehn. Eine besondere Zahl.

In diesem Jahr bin ich 40 geworden. Das war ein sehr schöner Geburtstag, weil wir während dieser Zeit an der Nordseeküste Dänemarks verbracht haben. Daran denke ich sehr gerne.

Was war noch schön in diesem Jahr? Erschrocken stelle ich fest, das mir spontan nichts (!) einfällt. 2010 war nicht einfach, keine Frage, es gab aber auch schöne Momente und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auch ein:

  • Die Urlaubszeit bei meiner Familie im Bergischen. Das war soooooo schön!

Gar nicht so leicht, was zu finden, ohne in den Kalender zu schauen, der schon bei meinen Tagebüchern im Keller verstaut ist oder meinen Blog zu durchforsten. Also muss ich meinen Kopf anstrengen. Was war da noch?

  • Die Fotoreise durch den Wald im Bergischen auf der Suche nach den Fliegenpilzen fällt mir ein.
  • Die Überraschung, als ich vom Urlaub nach Hause kam und unsere Eingangstüre war geschmückt.
  • Die herrlichen Tage draußen auf der Terrasse im Sommer. Lesend. Liegend. Die Mauersegler am Himmel betrachtend.
  • Die Aktion "Ich habe einen Wunsch an Sie" und die Briefe und Päckchen, die ich daraufhin von Ihnen erhielt.
  • Die Fotoaktion zu den beiden neuen Kalendern. Das Entwerfen, Dekorieren und Fotographieren der Herzmotive für den Wandkalender und des Steinhaufens für den Tischkalender.
  • Oh ja, natürlich: Der Nachmittag, den ich im Blumenladen meiner Freundin aushelfen durfte! Was war das für ein Spaß!
  • Die Vögel, die alle an unserem Teich und Bachlauf gebadet und getrunken haben und die ich dabei beobachten konnte. Was für eine stille Freude!
  • Der Moment in Dänemark am Strand, wo ich sauer war, mich an die Brandung Richtung Meer gestellt habe und dort lauthals alles in den Wind geschrien habe, was mich belastet hat. Das war so befreiend!
  • Mein Ausflug alleine ins Meerwasseraquarium nach Hirtshals während des Urlaubs.
  • Dieser tolle Ausblick vom Sofa aus, den wir im Ferienhaus hatten, dazu lesen, eine Tasse Tee, die neue schöne Kuscheldecke, der Kaminofen an. Ein Traum!
  • Zu beobachten, wie der Zierlauch sich in meinem Gartenreich wohl fühlt und das Beet bereichert. Überhaupt hat mir mein Garten viel Freude bereitet.
  • Die Idee des Hochbeetes umzusetzen und meine Freude während des ganzen Jahres daran.
  • Luna, der Junghund meines Onkels und meiner Tante hat mir sehr viel Freude gemacht. Ich muss nur an ihn denken und lächle schon. Natürlich hat mir unser Vierbeiner auch viel Freude bereitet, es war ein so schönes Gefühl, Minu mit Luna toben zu sehen. Es gab so viele Momente, wo ich Minu beim Schlafen und Entspannen beobachtet habe, es fühlt sich einfach gut an. Natürlich auch die Erleichterung, dass der Knubbel an Minus Bauch nichts bösartiges ist (Folgen einer Unverträglichkeit einer Antibiotikaspritze) und wieder weggeht.
  • Der Moment, als ich meinen Mann nach seiner Operation sprechen konnte und wusste, das alles gut gegangen war.
  • Dieses Gefühl, in einem guten Buch zu versinken und die Zeit dabei zu vergessen. Das ist mir in diesem Jahr bei Die Mondspielerin, Wolkenspiele, Endstation Nippes und Leopardenblut passiert.
  • Das Deutschlandgefühl während der WM und mein Jubel bei erzielten Toren unserer Mannschaft. Richtig klasse finde ich, dass die Frauen-WM 2011 in Deutschland stattfindet. Das wird ein Spaß!
  • Die Blumensträuße, die ich aus meinem kleinen Garten zusammengestellt habe.
  • Das Gefühl, anderen eine Freude gemacht zu haben, durch ein Überraschungsgeschenk, eine Spende oder Kalender

Das ist ganz schön viel, was ist 2010 schön war. Mir wird noch viel mehr einfallen, wenn ich genauer schauen würde. So arg warst du also doch nicht, 2010, der erste Blick zurück hat mich getäuscht. Der zweite zeigte deine wahre Schönheit. Ich könnte noch eine Liste der Dinge machen, die ich im Jahr gelernt habe oder die mir bewusst geworden sind. Doch jetzt reicht es erst einmal. Feierabend!

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Anja Kolberg

PS: Es ist mir zu einem liebgewonnenen Ritual geworden, an Sylvester meine Kleidgeschichte von 2007 zu lesen.

Donnerstag, 30 Dezember, 2010

Anziehungskraft

Gestern Abend las ich von der Anziehung. Dinge/Themen, die einen interessieren und wie magisch anziehen.

 

Was zieht mich magisch an? Hier meine spontane Liste:

  • Alles, was mit dem Garten zu tun hat, erfreut meine Seele. Das will ich sehen, fühlen, riechen...
  • Die Jahreszeiten und ihre Eigenarten
  • Die Psychologie: megaspannend!
  • Aufstellungen (am liebsten freie, ich mag die direktiven nach Hellinger nicht so sehr)
  • Kontakt zu Verstorbenen und deren Nachweise
  • Die innere Stimme
  • Interviews mit Autoren über deren Arbeitsalltag und Weg zum Schreiben

Die Liste könnte ich noch weiter fortführen, das ist es jedoch für den Moment.

Wenn mich etwas so sehr lockt, dann merke ich nicht, wie die Zeit vergeht, sie fliegt vorbei. So geht es mir auch, wenn ich mich in einem Gartencenter aufhalte, in einem Blumengeschäft oder in einem Handel für Künstlerbedarf. Himmlisch!

Natürlich auch, wenn ich auf's Meer schaue. Dort oben auf den Dünen an der Küste könnte ich stundenlang sitzen und schauen und schauen und schauen. In einem Urlaub war Sturm und ich konnte mich von dieser Kraft gar nicht mehr loseisen. Ich war durch und durch nass, dennoch: Diese Faszination der brechenden Wellen, der Wind, diese Urgewalt. Ein Traum!

 

Menschen ziehen mich magisch an. Die Gespräche mit ihnen, sowohl der kleine Plausch mit den Passanten beim Schneeschippen als auch die tiefsinnigen und langen Gespräche, die ich mit meinen Klientinnen und Klienten geführt habe und der persönliche Austausch mit meinen Freundinnen, meinem Bruder.

Ich liebe es, an Aufstellungen teilzunehmen, mich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, etwas über deren Arbeit und Arbeitsalltag und Erfahrungen zu lernen. Als ich 2002 an der zweiwöchigen Sommerakademie der Kunst-Hochschule Alfter teilnahm, war es ein Vergnügen für mich, immer neue Menschen in der Mensa beim Mittag- und Abendessen kennen zu lernen. Wärend der Raum sich leerte, saß ich noch immer mit meinem Gegenüber da. Die Zeit verflog im nu...

 

Hier ein Bild während meiner Fingermalerei. :o) Hm, die kühle glitschige Acrylfarbe auf meiner Hand, draußen brütende Sommerhitze. Dieses Gefühl mit der Hand über die raue Leinwand zu streichen. Gut - gut - richtig gut!

Ein bischen - ich muss es gestehen - zieht mich inzwischen auch das Jahr 2011 an. Es kitzelt mich. Der Januar mit seinem Ruf: "Ich trau mich was" entfaltet leise seine Wirkung...

Anja Kolberg

Mittwoch, 29 Dezember, 2010

Die Zeit dazwischen

Zwischen den Jahren existiert eine andere Zeit als sonst im Jahr. Es ist ruhiger auf der Straße. Stiller im Haus. Auch in mir?

So richtig? Nein. Es ist eine Mischung aus Ruhe und Aufregung. Warum Aufregung?

Weil ich nicht weiß, was mich im nächsten Jahr erwartet. 2010 hatte so einige Prüfungen für mich. Ich wünsche mir so sehr, dass 2011 besser wird. Ich hoffe auf ein Jahr, das sich bei mir unterhakt und mich weiter bringt und mir Mut und Kraft gibt. Heute habe ich überhaupt keine Lust, zurück auf 2010 zu blicken. Viel zu anstrengend. Nach vorne gucken? Auch keine Lust.

Einfach hier sein und das tun, was ansteht. Ja, das passt.

Ich bin heilfroh, dass es hier in Köln taut und ich nicht mehr die zusätzliche Arbeit am Morgen habe oder es so unsicher mit dem Fahren ist. Es liegt immer noch Schnee, aber er verändert sich. Im Garten liegt er so hoch, dass unser Hund Schwierigkeiten hat, dadurch zu laufen. Beim Räumen des Bürgersteigs am Montag morgen war ich mir nicht sicher, ob es besser ist, den Schnee liegen zu lassen. Solange er festgetreten und nicht angetaut ist, lässt sich bestens Drüberlaufen, angetaut wie er war, eine kleine Rutschpartie. Aber ist es besser, ihn wegzuschaufeln und dem Fußgänger vermeintliche Sicherheit zu suggerieren? Mir war es ja genau so gegangen: Ah, ein geräumter Bürgersteig, da kann ich flotter gehen und schon lag ich da. Auf dem Boden war eine dünne Schicht Eis, die ich nicht sehen konnte... Ich habe mich dennoch für's Wegräumen entschieden, der Untergrund war zu rutschig geworden. Mein Gott, was ich mir für Gedanken machen muss, aber wie ich aus vielen kurzen Gesprächen mit Passanten weiß, geht es vielen genau so... Das schöne am Schneeschippen vor dem Haus sind für mich die körperliche Bewegung und der Plausch mit den Passanten. Das macht mir wirklich Freude!

Diese Woche haben "wir" (wir, weil ich meinen Mann fahre und warte, bis er fertig ist und ich ihm helfe, die Gipsschale an den Fuß zu wickeln) nur noch einen Termin manuelle Lymphdrainage, nächste Woche noch einen, dann sind wir fertig. Danach fangen die Zahnarzttermine an, denn gestern morgen machte sich eine Krone selbstständig. Seufz. Bin ich froh, wenn das alles vorüber ist. Obwohl: In den letzten Wochen war mein Tag bestimmt von so vielen Dingen, die ich nicht beeinflussen konnte. Wie wird es im Februar wohl sein, wenn mein Mann voraussichtlich wieder arbeiten gehen kann? Kommt dann ein Loch?

Auf meinem Schreibtisch stehen drei Frühlingsblumen in einer hohen grünen Vase: Eine rote Papageientulpe, eine gelbe und eine rote Ranunkel. Ein herrlicher Lichtblick.

Klick zum neuen Kalender

Das Kalenderblatt "Ich vertraue mir und gehe meinen Weg" wird nur noch wenige Tage hier stehen, dann wartet schon das neue Januarblatt. Mir zu vertrauen und meinen Weg gehen, bedeutet, dass ich in Kontakt mit mir selbst bin, denn nur dann weiß ich, was ich will, was mein Weg ist, meine Gedanken, Ideen, Entscheidungen, Bedürfnisse. Dieser Zugang war doch arg in den letzten Wochen verschüttet, kaum Zeit mit mir selbst, in erster Linie war funktionieren gefragt. Das macht mich traurig, doch so war es nun mal. Was ich wohl deutlich gespürt habe, war, wenn es mir wirklich viel zuviel war und ich eine Miniauszeit für mich brauchte. Da denke ich an den Winterspaziergang durch den Schnee oder auch die Auszeit alleine am Frühstückstisch mit einer Zeitschrift. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen dem, was an Aufgaben auf mich wartet und dem, was ich für mich brauche.

Kennen Sie schon dieses herrliche Video von einem Chor mitten in einem Einkaufscenter? Es hat mich zu Tränen gerührt.

Mein Mann meinte, als wir den Gips für ein Fußbad abgemacht hatten und sein Bein einige Stunden frische Luft schnappte, dass sich sein Bein nun viel verletzlicher anfühlte als mit dem Gips. Ich mag solche Aussagen sehr, weil ich es liebe, diese Impulse auf andere Lebenssituationen zu übertragen. Je mehr Schutz etwas bekommt, desto verletzlicher ist es auch? Je mehr ich etwas beschütze, desto weniger selbstbewusst oder robust wird es? Je mehr ich zu Hause bleibe, desto ängstlicher werde ich, desto weniger traue ich mir zu? Ich habe in den vergangenen Wochen gespürt, wo ich so sehr gefordert wurde, dass mir dies auch gut getan hat. Es hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Ein Beispiel: Wenn sonst Schnee lag und ich wusste, mein Mann ist unterwegs, machte mir das oft Sorgen. Jetzt, wo ich mich selbst dadurch kämpfen muss, weiß ich, dass es geht und gar nicht so schlimm ist wie ich es mir zu Hause ersinne...

Auf in den neuen Tag! Ich wünsche ein paar gute letzte Tage im Jahr 2010!

Anja Kolberg

PS: Haben Sie schon den neuen Kalender? Hier können Sie ihn kaufen.

Freitag, 24 Dezember, 2010

Stille Nacht

 

Licht erhellt die Nacht.
Flocken schweben vom Wind getragen herab.

Stille. Die Stille eines besonderen Abends.
Heilig Abend.

Frieden finden.
Zur Ruhe kommen.
Wärme fühlen.

Da sein.
Genießen.
Schweigen.
Lauschen.

Eins sein mit der Stille und dem Frieden.

Zeit für mich haben. Ausatmen.
Stille einatmen.

Es ist Weihnachten!

Anja Kolberg

Weiße Weihnacht!

Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen frohe Weihnachtstage!

Nachdem es von Dienstag Mittag bis Mittwoch Abend in Köln taute, begann Donnerstag vormittag die Schlitterpartie mit überfrierender Nässe, später Schneeregen. Eine Eislandschaft. Während des Spaziergangs mit Minu rutsche auch ich aus und landete unsanft auf dem Boden. Nichts passiert, nur ein Schrecken und die Kleidung etwas schmutzig. Puh!

Seit Donnerstag Nachmittag schneit es und schneit und schneit und schneit, dazu Schneeverwehnungen. Bestimmt 15 Zentimeter sind frisch gefallen. Unten ein Bild von unserem Garten heute früh. Weiße Weihnacht!

Ganz oben auf dem ersten Bild sehen Sie einen ganzen Schwarm Meisen an meiner Futterstelle, diesmal hatte ich die Kamera parat und daneben ein Herz, das Minu in den Schnee gehoppelt hat. :o) Ich habe aus dem Bild oben eine neue E-Card für Sie gemacht.

Da wir einen Haufen gute Nachrichten beim Arzt bekommen haben (Fäden sind gezogen, Heilungsverlauf klasse, er muss erst wieder Mitte Januar zum Schrauben entfernen zum Arzt), bekam ich einen Energie-Kick, so dass ich Mittwoch Abend noch einkaufen fuhr, einen Weihnachtsbaum kaufte, obwohl ich noch am Morgen das Gefühl hatte, ich schaffe es dieses Jahr einfach nicht. Jubel! Ich bin so stolz auf mich!

Gestern früh holte ich den bestellten Teppich für unser im August renoviertes Wohnzimmer im Möbelhaus ab, schleppte ihn ins Wohnzimmer hoch schaffte es mit meinem Mann - wie wissen wir selbst nicht mehr - ihn unter die Couch zu bekommen. Vorher hatte ich den Weihnachtsbaum aufgestellt und 60 kg Holz- und Kohlebrickets ins Wohnzimmer vom Keller hochgeholt. Was ist Weihnachten alles zu tun!

Ich bin überglücklich, was ich alles geschafft habe. Was gute Nachrichten doch bewirken können. Auch meinem Mann ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass alles so gut verläuft. Heute gönne ich mir mal, das Schneeschippen sein zu lassen, ich muss kein Auto freibuddeln, mit Minu war ich schon draußen, wir müssen mal nicht zum Physiotherapeuten, alle Pakete sind gepackt und zur Post gebracht. Herrlich! Es ist so schön, endlich frei zu haben. Zeit für das, was mir am Herzen liegt, worauf ich Lust habe. Zum Beispiel hier zu Schreiben.

Heute Abend machen mein Mann und ich Raclette. Seit wir es bei Freunden in Papenburg kennen gelernt haben, immer mit Hack, das in den Pfännchen gegart und mit Käse überbacken wird, dazu Pellkartoffeln, die oben auf dem Grill in einer Butterpfanne bruzeln. Yam Yam! Dazu vielleicht einen Glühwein, gefüllte Peperoni, Oliven, Kräuterbaguette und Ananas, Zwiebeln. Herrlich gemütlich. Hoffentlich kann mein Göttergatte so lange sitzen. Mit den Krücken die Treppen runter, das ist schon abenteuerlich, aber er schafft es. Da zahlt sich aus, dass er dank seines Jobs so gut in Form ist. :O))

Mein Mann meinte, als ich gestern Abend die letzten Geschenke einpackte: "Du hast so viele Geschenke und Päckchen gepackt. Du bekommst bestimmt bald den ersten Elfenflügel verliehen." "Ja, aber mit einem Flügel kann ich doch nicht fliegen. Dann fliege ich immer im Kreis." "Ja, so wie ich mit meinem Bein immer im Kreis laufe." "Wenn wir uns an die Hände fassen, dann müssten wir gemeinsam vorwärts kommen, oder? Dann müsste ich sehen, dass ich..." - wir beendeten beide den Satz: "Den rechten Flügel bekomme!" :o)

Wir haben beide einiges in den letzten Wochen durchgemacht: Der Schreck, der Schmerz, die Sorge. Für meinen Mann, sich in Geduld zu üben und immer wieder um Hilfe zu fragen und für mich, die doppelte Last auf den Schultern zu tragen.

Wir haben es geschafft. Und das fühlt sich himmlisch an.

Was kann es für ein schöneres Gefühl zu Weihnachten geben?

Frohe Weihnachten für Sie aus dem zugeschneiten Köln, mit einem schlafenden Hund auf der Couch, dem knisternden Kaminofen, einem eingekuschelten und schnarchenden Mann und einer fröhlichen

Anja Kolberg

PS: Auch aus dem animierten Bild habe ich eine E-Card gemacht. Ich hoffe, es klappt mit dem Verschicken.

  

Dienstag, 21 Dezember, 2010

Schneeflöckchen, Weißröckchen...

Die weiße Pracht hat Köln fest im Griff. Jeden Morgen der Blick aus dem Fenster: Hat's in der Nacht wieder geschneit? Bisher gab es in den letzten Tagen keinen, an dem die Antwort "Nein" lautete. Also rein in die Schneestiefel und raus an die Schneefront. Den Bürgersteig freischaufeln. Langsam weiß ich nicht mehr, wohin mit dem Schnee.

Hier ein Bild aus unserer Straße, das ich Sonntag Nachmittag aufgenommen habe. Danach hat es nochmal bestimmt 10 Zentimeter geschneit.

 

Da hier die Straßen ja nicht richtig geräumt werden, ist es für die Autos eine ziemliche Rutschpartie.

Die Herausforderung für die parkenden Autos: Aus dem aufgehäuften Schnee am Fahrbahnrand wieder auf die Fahrbahn kommen. Zwei Autos habe ich, als ich unterwegs war, schon angeschoben. Wer unterwegs ist und so stecken bleibt, dem bleibt nur eines: Um Hilfe bitten. Schaufel. Anschieben. So entstehen auch nette Kontakte. Auch beim Schneeschippen vor der Türe ergibt sich immer ein Plausch mit der Nachbarschaft oder mit Passanten. Eine der schönen Seiten, neben gestählten Oberarmen und einer rosigen Gesichtshaut. :o)

Der kleine Ahorn am Bachlauf Sonntag Mittag. Inzwischen sind seine Zweige nicht mehr zu erkennen. Zu sehen ist nur noch ein großer weißer Hügel.

Minu wollte es sich nicht nehmen lassen, mal über den Teich zu laufen. Noch ist er ja gefroren. Als Welpe, da war sie noch nicht bei uns, ist sie mal in einen gefrorenen Teich gefallen. Eigentlich sollte sie daraus gelernt haben. Aber nach acht Jahren ist ja so einiges vergessen...

Das Schneetreiben am Sonntag Nachmittag in unserem Garten von oben. Herrlich schaut es aus. Im Fenster spiegelt sich das Feuer in unserem Kaminofen.

Eines von meinen aufgehängten Vogelfutter-Säckchen im Kirschbaum. Ich freue mich, dass die Vögel sie annehmen. Erst dachte ich, sie nehmen davon keine Notiz und dann sahen mein Mann und ich gleich fünf Meisen am Rosenbogen, wo auch ein Säckchen mit Nüssen hing. Was für eine Freude!

Ich wünschte, ich könnte von meinem Arbeitsfenster aus auf ein Vogelhäuschen blicken und ihrem Treiben zuschauen. Das wäre ein Traum.

Heute ist ein Tag, wo mein Mann und ich nicht raus müssen. Kein Arztbesuch. Keine Fahrt zur manuellen Lymphdrainage. Gleich nur zu Fuß die Pakete zur Post bringen. Das tut so gut!

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie heil und glücklich dort ankommen, wo Sie hinmöchten, sei es zur Arbeit, zu Terminen, nach Hause oder wo sonst Sie immer hinmüssen. Und wenn Sie steckenbleiben sollten, immer ein paar freundliche Worte, ein lächelndes Gesicht und helfende Hände in Ihrer Nähe.

Von Herzen

Anja Kolberg

Montag, 20 Dezember, 2010

Wenn Tiere nur Ware sind - Pferde in Irland

* Die neusten Informationen - der Beitrag wird immer wieder ergänzt - finden Sie am Ende des Artikels. Dies gewährleistet, dass das Thema "Pferde in Irland" in einem Beitrag zusammen bleibt, was mir wichtig ist.*

Wenn Sie diesen Artikel verlinken wollen, geben Sie diese URL an: http://www.anjakolberg.de/archives/2010/12/entry_6615.html

Dieser Bericht blieb nicht ohne Folgen - meine Ethik bekam Aufmerksamkeit, in dem ich mir an meine eigene Nase gefasst habe. Eine wundervolle Entwicklung - für das Wohl aller Tiere und Menschen!

Irland war mein Traumland. Dort wollte ich unbedingt mal hinreisen, so viel positives und schönes verbinde ich damit. Jetzt zu erfahren, wie die Menschen dort mit den Tieren umgehen, erschüttert mich.

Am 23. November 2010 las und sah ich in den Medien voller Bestürzung vom Leid der ausgesetzten Pferde in Irland. Einst Statussymbole, jetzt zu teuer und überflüssig. Vielleicht haben Sie auch die abgemagerten Pferde gesehen, die verzweifelt nach Futter umherirren, viele von ihnen verletzt. Ich war und bin fassungslos. Hier ist einer von den vielen Beiträgen im Netz. Es mangelt den Tieren an Futter, Wasser und tierärztlicher Versorgung.

Die Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf. Warum stehen in den Medienberichten nicht gleichzeitig seriöse Spendenkonten, damit ich nicht nur betroffen bin, sondern auch etwas tun kann? Bisher habe ich von keinem (1xZeitung, 1xTV) darauf eine Antwort. Ich kann und will etwas tun. Ich komme mit dem Anblick dieses Leids nicht klar. Und noch weniger mit dem Gefühl, nichts zu tun. Also habe ich überlegt, was ich tun kann.

Gestern Abend - ich kam nicht zur Ruhe - schrieb ich die Bundestierärztekammer an, ob es ähnlich Ärzte ohne Grenzen eine Organisation für Tierärzte gibt. Eine Antwort kam promt: Tierärzte ohne Grenzen gibt es. Ich habe sie inzwischen angeschrieben, ob sie - sie sind vorwiegend in Afrika aktiv - auch in Irland aktiv werden könnten. (Update 29.11.: Nein, sie sind nur in Afrika für Menschen aktiv, die von der Nutztierhaltung leben, können in Irland leider nicht helfen.)

Eine andere Idee ist, ob vielleicht Tierarzt-Studenten mit ihren Professoren und Ausbildern statt in der Uni in Deutschland in Irland vor Ort lehren und lernen und den leidenden Pferden so gleichzeitig helfen und Praxiserfahrung sammeln. Die nette Ansprechpartnerin der Bundestierärztekammer wollte diese Idee an eine passende Stelle weiterleiten.

Auf den Seiten der mir bekannten größeren Tierschutzvereine fand ich bisher nichts über das Tierleid in Irland. Vom Tierschutzverein 4 Pfoten, den ich angeschrieben habe, bekam ich die Antwort, dass sie dort wegen der geringen Personaldecke vor Ort nicht aktiv werden können, die Situation jedoch beobachten. Sie gaben mir u.a. die Adresse des Vereins Irische Hunde in Not. Dort las ich, dass das Leid nicht nur die Pferde betrifft, sondern auch Hunde, die dort über alle Maßen gezüchtet und wenn sie "überflüssig" sind, getötet werden. Ich kann das nicht fassen und es übertrifft meine Vorstellungskraft. Mir steigen die Tränen in die Augen. Wie kann man Tiere so quälen?

Ich hoffe, ich bekomme eine seriöse Adresse heraus, die die Pferde mit Wasser, Futter und tierärztlicher Hilfe versorgen und an die ich spenden kann. Ich will keinen unterstützen, der die Pferde tötet, denn so wird sich wohl auch geholfen. (Ganz zum Ende des Artikels finden Sie 3 Adressen, an die ich inzwischen gespendet habe.)

Was nützt alle persönliche und direkte Hilfe, wenn keine guten gesetzlichen Rahmenbedingungen für Tierschutz gibt? Denn daran mangelt es wohl, so wie ich das verstanden habe. Also habe ich Bundeskanzlerin Merkel angeschrieben und auch die Fraktion der Grünen, die ja am ehesten für den Tierschutz eintreten, um sie zu bitten - falls das überhaupt geht - wenn wir Deutsche Geld an Irland geben müssen, dies mit Auflagen zu tun, zum Beispiel für den Tierschutz. Im Europäischen Parlament habe ich auch einen Vertreter angeschrieben, es werden weitere folgen.

Ich habe keine Ahnung, ob das hilft oder wirkt. Ich versuche es einfach.

Durchatmen. Es tut mir schon gut, dass ich aktiv geworden bin und mein Seelenleid so ernst nehme - und das der Tiere damit auch.

Anja Kolberg


Update 30.11.2010: Gefühlt bin ich nicht wirklich weiter gekommen, obwohl ich einige Mails geschrieben habe. Das macht mich traurig. Das Thema lässt mich aber nicht los und so bleibe ich am Ball. In Irland gibt es offensichtlich zwei größere Tierschutzorganisationen, die http://www.dspca.ie und http://www.ispca.ie. Beide habe ich mit meinen bescheidenen Englischkenntnissen angeschrieben, was sie für die Pferde tun und was ich tun kann, ebenso bat ich um Auskunft, ob sie die Tiere vorm Schlachter und dem Erschießen schützen. Auch wenn ich selbst etwas spende, so hat das doch finanzielle Grenzen. Wieviel kann ich bewegen? Ich habe mir überlegt, größere Organisationen anzuschreiben, die mit Pferden zu tun haben, ob sie aktiv werden könnten, zum Beispiel den CHIO in Aachen. Dadurch könnte mehr Geld zusammen kommen und in dem Fall wird wohl viel auch viel helfen. Tierärzte ohne Grenzen, soviel weiß ich inzwischen, gehören der Entwicklungshilfe an und kümmern sich in Afrika ausschließlich um Einwohner, die von der Nutztierhaltung leben. Wenn Sie Ideen haben, melden Sie sich gerne.


Update 8.12.2010: Der CHIO in Aachen hat geantwortet: "Wie Ihnen geht uns das Schicksal der irischen Pferde sehr nahe. Leider sind aber auch uns Grenzen gesetzt. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass uns viele Anfragen wie die Ihre erreichen. In manchen geht es um gequälte Tiere, in anderen um vielefältige soziale Engagements mit der Bitte, diese zu unterstützen. Leider sind auch unsere Mittel limitiert, und wir haben vor vielen Jahren beschlossen, unsere ganze Kraft auf das Therapeutische Reiten zu fokussieren. Durch dieses konzentrierte Engagement haben wir in der Vergangenheit mit vielen zehntausend Euro helfen können. Ich hoffe auf Ihr Verständnis, dass wir dieses Vorgehen auch zukünftig beibehalten werden, um wirklich und nachhaltig Dinge verändern zu können."

Das kann ich gut nachvollziehen, auch wenn es den Irischen Pferden nicht hilft.

Ich fühle mich ein wenig desillusioniert. Von einer ehemaligen Klientin, die seit Jahren auf Irland lebt, habe ich den Tipp für eine seriöse Hilfsorganisation für irishe Pferde bekommen: Irish Horse Welfare Trust http://www.ihwt.ie.


Update 20.12.2010:

Inzwischen gibt es zwei Antworten aus der Politik (eine aus dem Bundestag, eine aus dem Europäischen Parlament) auf meine Bitte, im Hinblick auf die Situation der Tiere in Irland für tierschützende Rahmenbedingungen zu sorgen und die EU-Rettungszahlungen an Irland evtl. an Tierschutzbedingungen zu knüpfen:

  • Die Antwort der tierschutzpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Undinde Kurth, vom 13.12.2010 in Auszügen: "Zahlreiche Tierschutzorganisationen und Tierschützer bemühen sich, Futter und Pflege für die Tiere aufzubringen und auch Tierschutzinspektoren sind im Einsatz. Doch leider kann aufgrund der sehr hohen Anzahl an ausgesetzten Pferden nicht allen Tieren geholfen werden. Viele verletzte oder zu sehr abgemagerte Tiere werden daher getötet. (...) Was den Umgang mit Pferden angeht, ist ein Umdenken in Irland dringend notwendig. Bereits vor der Finanzkrise war das Landschaftsbild in Irland durch ausgesetzte Pferde geprägt, die Zucht von Pferden war kaum reglementiert und die Nachverfolgung der ehemaligen Besitzer nicht möglich, da die Pferde nicht gekennzeichnet werden mussten. Dies wird sich in Zukunft ändern. Seit dem 1. Juli 2009 müssen EU-weit alle nach diesem Datum geborenen Fohlen per Mikrochip gekennzeichnet und in einem Equidenpass registriert werden. Das ist ein großer Fortschritt! Durch die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung wird es in Zukunft möglich sein, ausgesetzte Tiere wieder ihren ehemaligen Besitzern zuordnen und das ungebremste Aussetzen der Tiere zu verhindern. (...) Außerdem setzen wir Grünen uns für die Schaffung eines europäischen Tierschutzgesetzes ein, um den Stellenwert der Tiere als Mitgeschöpfe zu stärken. Die EU-Kommission erarbeitet derzeit einen Entwurf für ein entsprechendes EU-Tierschutzgesetz, das voraussichtlich 2012 vorgestellt werden soll. Die Bindung der EU-Finanzhilfen an Auflagen zu Tierschutz ist rechtlich leider - noch - nicht möglich. Ich hoffe, dass sich das bald ändert."
  • Die Antwort von Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, Europäisches Parlament, vom 9.12.2010 in Auszügen: "Ich verstehe Ihre Sorge und Ihre Empörung über die Lage der irischen Pferde. Das Schicksal dieser ausgesetzten Tiere ist natürlich sehr bedauerlich, besonders zu dieser Jahreszeit, doch leider hat es wenig mit der EU-Finanzhilfe an Irland zu tun. Es kann keine Verbindung zwischen beidem hergestellt werden, auch nicht durch eine Klausel im EU-Rettungspaket für Irland. Nichtsdestotrotz haben Sie Recht, sich für diese Angelegenheit einzusetzen und ich möchte Ihnen dabei behilflich sein. Da ich jedoch nicht im landwirtschaftlichen Bereich tätig bin, habe ich Ihr Schreiben an meine Kollegin Frau Britta Reimers, MdEP, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, weitergeleitet, sowie an unsere irischen liberalen Kollegen. Ich hoffe, dass für das Problem schnell eine Lösung gefunden wird, sei es auf nationaler oder auf europäischer Ebene, und dass Sie bald eine befriedigende Antwort erhalten werden." (Stand 5.1.2011: Bisher keine Antwort.)

Die Tierschutzorganisation Peta schrieb auf meine Anfrage, ob sie in Irland für die ausgesetzten Pferde aktiv sind, dass ihnen leider Grenzen gesetzt sind und sie dort nicht aktiv sind. Sie wiesen auf www.worldanimal.net hin, einem weltweiten Netzwerk von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen. Wie man den Tieren in Irland und in anderen Ländern, in denen heimatlose Tiere leiden, unter anderem helfen kann, nannten sie:

  • Immer wieder an Behörden und auch Tourismusorganisationen herantreten und diese auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und sie auffordern nachhaltige Methoden, die human für die Tiere sind, einzusetzen. [Anmerkung Anja Kolberg: Ich habe diese Übersicht gefunden und tourismireland.com angeschrieben, die vor allen Dingen darauf hinwiesen, dass weder den Iren noch den Pferden geholfen ist, wenn die Urlauber jetzt wegblieben.]
  • Lokale Tierschützer unterstützen (oftmals haben sich ausländische Tierschutzorganisationen aus Deutschland organisiert) und benötigen dringend Hilfe. Adressen finden Sie unter www.worldanimal.net.
  • Freunde und Verwandte von dem Schicksal der Tiere erzählen und diese bitten sich auch zu engagieren.
  • Leserbriefe an Zeitungen und Magazine schreiben und diese bitten das „Thema“ publik zu machen. [Anmerkung Anja Kolberg: Eine Leserin schrieb mir, dass St. Georg eine Pferdezeitschrift ist, die sich auch um Tierschutz kümmert. Hier der Link. Ich habe sie inzwischen angeschrieben, ob Sie über die Pferde in Irland berichten könnten und zu Spenden aufrufen. Ich habe noch keine Antwort erhalten.]
  • Unsere Aktionen und Petitionen unterstützen.
  • Im Urlaub selbst: Tiere die Hilfe benötigen zum Arzt bringen oder lokale Tierschutzgruppen informieren (Adressen finden Sie unter www.worldanimal.net), Tiermissbrauch nicht hinnehmen sondern „einschreiten“.

Was tue ich? Auf der Seite von Irish Horse Welfare Trust gibt es eine Übersicht, was die Hilfen für ein Pferd kosten. Was da für Beträge zusammen kommen... Ich habe für drei Hilfsorganisationen, die in Irland für die Pferde aktiv sind, gespendet. Zum einen für Dublin SPCA, die Irländische Tierschutzorganisation ISPCA und den Irish Horse Welfare Trust.

Mir war es ja wichtig, dass die Pferde nicht getötet werden, doch ich habe gemerkt, dass ich kaum Einwirkmöglichkeiten habe. Ich bin mir sicher, dass die Tierschutzorganisationen im Sinne der Tiere entscheiden und wenn es der bessere Weg für das Tier ist, es zu erlösen, dann nehme ich das so an.

Eine Leserin wies auf www.betterplace.org hin, darum habe ich mich jedoch noch nicht kümmern können.

Auch wenn ich teilweise das Gefühl habe, gegen Windmühlen zu kämpfen, gibt es mir doch ein gutes Gefühl, mich überhaupt zu engagieren. Ich glaube, weil ich so viel für dieses Land empfinde, obwohl ich noch nie einen Fuß auf seinen Boden gesetzt habe, setze ich mich so ein. Und weil ich Tiere liebe. Seit dem wir Minu haben, bin ich viel empfindsamer für das Leid von Tieren geworden. Ich fühle mit ihnen. Auch das ist ein Grund, warum ich aktiv werde. Ich fühle deren Leid und das schmerzt sehr.

Also, was gibt es in einer solchen Situation besseres, als in meiner freien Zeit etwas FÜR etwas zu tun, das ich liebe?

Anja Kolberg


Update 5.1.2011: Seit dem ich gespendet habe, geht es mir besser. Ich fühle mich zuversichtlicher. Auch wenn ich keine Unsummen spenden kann, so bin ich doch sicher, dass ganz viele kleine Spenden eine große Hilfe sind! Natürlich kann ich nicht 100% wissen, ob die Hilfen wirklich genau so genutzt werden wie ich mir das wünsche. Deswegen bleibe ich weiter am Ball, um das heraus zu finden.
Ich habe über einen Link auf der Seite der Zeitschrift St. Georg den Verein Equiwent e.V. gefunden, der sich für leidende Pferde in Rumänien einsetzt und freue mich sehr über diesen Glücksfund.

Update 23.1.2011: Ich habe einen österreichischen Bericht gefunden, der behauptet, es handle sich nicht um 20.000 Pferde, sondern weniger, die ausgesetzt sind.
Selbst wenn dem so ist: Für mich ändert dies nichts an der Situation, dass es in Irland Pferde gibt, die Not leiden und ich ein gutes Gefühl habe, die Tierschutzorganisationen vor Ort zu unterstützen. Selbst wenn es beispielsweise nur einhundert Pferde wären, die dort ausgesetzt worden sind, bedeutet es für einhundert Tiere kein Futter zu finden, kein Wasser, kein Schutz und keine tierärztliche Versorgung.
In Bezug auf die Hilfe gibt es Stimmen, die sagen, man solle die Tiere auf der Insel lassen, ein Transport wäre zu stressig, andere meinen, dass so wenigstens einige Pferde ein schönes Leben erwartet.
Es gibt so viele Meinungen, Stimmen, Informationen. Wenn selbst große Medien Informationen ungeprüft übernehmen: Was ist dann die Wahrheit? Was ist die Wirklichkeit? Gibt es die? (Eine Stellungnahme lesen Sie am 12.2.2011 von der Dublin SPCA.)
Mir ist durch viele Recherchen zum Thema Tierschutz bewusst geworden, dass es auch in dieser Branche schwarze Schafe gibt, auch Tierschutzaktivistin Sonja Zietlow fiel auf eine vermeintliche Tierschützerin herein.
Trotz all der grauen und dunklen Bereiche werde ich mich eher noch bestärkt engagieren. Die Entwicklung beschreibe ich im Bericht: Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben.
Anja Kolberg

Update 26.1.2011:
Ich habe Corinna Schumacher (CS-Ranch) angemailt und um Hilfe für die Pferde in Irland gebeten. Antwort: Sie engagieren sich bereits für Hilfsprojekte, die sie selbst nach reiflicher Überlegung ausgesucht haben und möchten ihr Engagement kanalisieren, damit auch eine Nachhaltigkeit gewährleistet werden kann. Ich freue mich, dass ich überhaupt eine Antwort bekommen habe, was keine Selbstverständlichkeit ist und kann deren Entscheidung gut nachvollziehen. Eine Frage war es wert.

Update 25.2.2011: Diese Woche erreichte mich ein Dankes- und Informationsschreiben der Tierschutzorganisation Dublin SPCA, über die ich mich sehr gefreut habe:
Die irische Tierschutzorganisation geht in dem Brief sowohl auf den Transport der Pferde ins Ausland ein (einige Leserinnen hatten mich auf diese Möglichkeit angesprochen) und erklären auch, welche Herausforderungen warten, um zu verhindern, dass ein solches Problem wie das jetzt seit vier Jahren andauernde nochmals auftritt. Durch diesen Brief ist mir klargeworden, wie komplex dieses Thema ist, warum ein Transport schwierig wird und welche umfassende Arbeit die Organsiation leistet. Lesen Sie selbst.

(Der Brief erreichte mich in Englisch, ich habe ihn mit Hilfe von Online-Übersetzern und meinen rudimentären Englisch-Kenntnissen übersetzt (da hilft auch 'ne 1 in Englisch auf dem Abschlusszeugnies des Studiums nix, wenn die Sprache ungenutzt schlummert und nie wirklich praktisch genutzt wurde...). Ich denke, das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Bitte entschuldigen Sie dennoch Holprigkeiten und Übersetzungsfehler.)

Liebe Anja, vielen Dank für Ihre Spende für den Dubliner Tierschutzverein.

Die Dublin SPCA hilft allen kranken und verletzten Tieren, sowohl Haustieren als auch wild lebenden Tieren, die zu uns kommen durch Unfälle, Grausamkeit, Vernachlässigung und Aussetzung. Jedes Jahr kostet es 1,8 Millionen Euro unser Tierzentrum, mit dem wir tausenden von Tieren helfen, zu unterhalten. Wir erhalten weniger als 5% von der Regierung. Der Rest kommt von der Großzügigkeit und Freundlichkeit der Menschen wie Dir.

Die Pferdekrise ist die schlimmste, die wir je gesehen haben. Wir füttern so vielen Pferde wie wir können in den Feldern rund um Dublin, wo wir wissen, dass sie ohne Futter, Wasser und Schutz verwaist sind. Jedes Pferd, das wir aufnehmen und vermitteln, kostet uns durchschnittlich 3.500 €. Im Jahr 2010 spendeten wir mehr als 400.000 € für die Rettung der Pferde und kein Ende ist in Sicht. In den vergangenen drei Jahren haben wir mit dem Ministerium für Landwirtschaft und lokalen Behörden diskutiert, um dieses Problem zu beenden.

Der Zusammenbruch der Wirtschaft hat katastrophale Folgen für Pferde in ganz Irland gebracht. Rücksichtslose Zucht während der 'Celtic-Tiger'-Jahre war die Ursache, warum Irland mit unerwünschten Pferden überschwemmt wurde, hinzu kommen die steigenden Kosten für Futter und den abnehmenden Wert des Pferdes. Märkte wie die in Smithfield (Dublin City Centre) ermöglichen es jedem, Pferde für gerade mal 8 € zu kaufen, unabhängig von persönlichen Ressourcen oder Wissen in der Pferdepflege. Smithfield Market ist nicht lizenziert, unreguliert und völlig ungeeignet für Pferde und das Dubliner SPCA ruft die Regierung zum sofortigen Schließen von Märkten wie Smithfield und ähnlichen auf.

Die Gesetzgebung ist klar: jedes Pferde muss einen Reisepass und Mikrochip haben, der Rechenschaftspflicht und die Rückverfolgbarkeit möglich macht. Aber es gibt keine Durchsetzung dieser Rechtsvorschriften und als Folge werden Pferde vernachlässigt, verlassen und erleiden einen schrecklichen Tod.

Machen wir uns klar: Die Pferdekrise in Irland ist in ihrem 4. Jahr und es ist ein komplexes Problem, das mehrere Lösungen erfordert, und es ist nicht einfach eine Frage der Futters für die Pferde. Manche Pferde sind aufgrund von Ort, Landschaft oder der Nähe von kriminellem Verhalten und Banden rund um diese Bereiche nicht erreichbar.

Viele Leute haben uns geschrieben und angefragt, diese Pferde in ein neues Zuhause auf der ganzen Welt zu transportieren. Wir untersuchen die Möglichkeit der Beförderung von Pferden, jedoch ist der Transport von Pferden aufwendig und schwierig, so viele der Pferde, die wir aufnehmen, sind unterernährt, krank oder verletzt und nicht in der Lage, aus gesundheitlichen Gründen transportiert zu werden. Die meisten Pferde sind nicht gechipt, noch haben sie Pässe, damit wir die Geschichte des Pferdes nicht überprüfen können, und somit kann es zu Verzögerungen kommen und Quarantäne erforderlich sein, um EU-Vorschriften für Pferdetransporter zu erfüllen. Wir untersuchen es als Option.

Die Dublin SPCA ist der Arbeit mit Behörden verpflichtet, dieses Problem zu lösen, aber es erfordert Personal, Lobbyarbeit, Interessenvertretung, die Aufmerksamkeit der Medien, Fahrzeuge und Futter. Ebenso wichtig wie die Rettung so vieler Pferde wie wir können, ist die Notwendigkeit, zu verhindern, dass dieses Problem jemals wieder entsteht. Das erfordert erhebliche Ressourcen in der Arbeit mit der Regierung, um zugewiesene Gesetze durchzusetzen und neue Rechtsvorschriften, die Zuchteinschränkungen beinhalten, zu erlassen. Wir fordern die 100%ige Rückverfolgbarkeit aller Pferde im Land, der Zucht und aller Verkäufe innerhalb des Landes.

Die Dublin SPCA arbeitet mit dem Landwirtschaftsministerium, Umweltministerium, lokalen Behörden, anderen Tierschutzorganisationen und Marktführern in der Branche zusammen, um die Schlüsselprobleme anzugehen, die zur Pferdekrise in diesem Land geführt haben. Dazu gehören die mangelnde Durchsetzung von Rechtsvorschriften, die Verbreitung der städtischen Pferde und massive Züchtung.

Die Dublin SPCA ist mit diesen Partnern zusammen, um dies zu sichern:
  1. Schließung von nicht lizenzierten, unregulierten Pferdemärkten wie Smithfield
  2. Einrichten eines Straferlass-Programms (multi-agency), wo die Eigentümer, die sich ihre Pferde nicht mehr leisten können und nicht vermittelt werden können, ihre Tiere abgeben können (Voraussetzungen sind zu bestimmen)
  3. Vermittlungsprogramm für gepfändete oder aufgegebene Pferde (mit den erforderlichen Gebühren für Veterinär, Genehmigung und Pass)
  4. Die Erweiterung der Ausbildung der verantwortlichen Pferdeeigentümer wie in den Dublin SPCA Bildungsprogrammen
  5. Die Schaffung einer zentralen Datenbank für Mikrochips. Alle Pferde, die nicht gechipt sind oder lizenziert, müssen von örtlichen Behörden oder ermächtigten Beamten beschlagnahmt werden.

Wir haben gerade unseren 170. Jahrestag gefeiert und es ist das unglaublichste Jahr in unserer Geschichte, weil wir das bedeutendste Unternehmen für den Tierschutz in Irland enthüllen: Die Eröffnung der neuen Dublin SPCA Tierklinik, dem Tierpensionszentrum und Hundeparks, von denen 100% der Gewinne direkt zurück in die Dublin SPCA fließen, um unsere jährlichen Betriebskosten zu unterstützen. Sie können mehr über dieses Projekt in unserem Newsletter erfahren. Ich habe auch ein Blatt mit unserer Bankverbindung beigelegt, sollten Sie Ihren Freunden mitteilen, unsere Arbeit zu unterstützen.

Im Namen von tausenden Tieren, die in unserer Obhut sind: DANKE! Um mehr zu erfahren, besuchen Sie bitte www.dspca.ie, wo Sie sich registrieren können, um regelmäßig E-Mail Updates zu erhalten. Wir laden Sie auch zu ein, unser Fan auf Facebook unter www.facebook.com/dspca zu werden.

Mit freundlichen Grüßen Lori Davis, Leitung Mittelbeschaffung, DSPCA Dublin (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Lori Davis)

Update 17.2.2011: Ich habe mit Dirk Kontakt aufgenommen, einem Deutschen, der den "Blog for Ireland" betreibt und seit 2007 in Dublin lebt und arbeitet. Ihn habe ich gebeten, mir seine Sicht auf das Pferdeproblem in Irland zu schildern, um einen anderen Blickwinkel auf die Problematik zu bekommen und ihn gefragt, ob er einverstanden ist, wenn ich dies auszugsweise hier veröffentliche, damit Sie auch daran teilhaben können. Es ist ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich um seine persönliche Sicht und Beobachtung handelt, welche nicht mit harten Fakten belegt werden können:

Hallo Anja, das Thema der ausgesetzten Pferde fand tatsächlich in den ausländischen Medien mehr Beachtung als hier in Irland selbst. Das liegt daran, dass Pferde hier wie Gebrauchsgegenstände betrachtet werden, mit denen man Handel treibt. (...)

Hinzu kommt, dass die meisten Iren, insbesondere der Unterschicht, derzeit andere Probleme haben, als sich ordentlich um ihre Pferde zu kümmern, so hart das klingt. Die meisten Pferde haben keinen Chip, und weder Verkäufer noch Käufer müssen sich registrieren. Da ist es kein Wunder, wenn Pferde einfach ausgesetzt und sich selbst überlassen werden. Den Handel mit Pferden hatte ich in einem Beitrag über den Pferdemarkt in Smithfield gestreift.
Siehe hier: http://blog-for-ireland.blogspot.com/2007/08/der-smithfield-pferdemarkt.html

Wirklich ausgesetzte Pferde habe ich noch keine gesehen. In den Randbezirken von Dublin sieht man aber viele streunernde Pferde, die auf gewöhnlichen Grünflächen in Wohngebieten grasen. Diese Pferde sind aber keineswegs ausgesetzt. Meist gehören sie Kindern und Jugendlichen, die sie für ein Taschengeld kauften und anstelle eines Fahrrads halten.

(...) Das Thema zeigt, wie rückständig Irland in vielen Dingen noch ist, trotz Aufschwung. Hier treffen Tradition und Anforderungen an einen modernen EU-Staat aufeinander. Pferde spielen seit Jahrhunderten eine große Rolle in Irland. Deswegen genießen sie aber noch lange nicht die Aufmerksamkeit, die man erwarten würde. Da helfen auch EU-Gesetze nichts. Weder Tierschutzverbände noch Polizei haben die Kapazitäten, die geforderten Richtlinien durchzusetzen.

Deine Spendenbereitschaft ist begüßenswert. (...) Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen ist zweifelhaft. Wenn Du einem Iren sein Pferd finanzierst, wird er es Dir danken, indem er sich ein zweites zulegt - und beide irgendwann gewinnbringend verkauft. Danach wiederholt sich das Spielchen von vorne. (Anmerkung Anja Kolberg dazu: Der oben abgedruckte Brief der Organisation DSPCA Dublin zeigt, dass nicht nur kurzfristig gedacht wird, sondern langfristig gehandelt, in dem das Problem grundsätzlich angegangen wird. In dem Sinne empfinde ich es als langfristig.)

(...) Als in Irland lebender Deutscher gewöhnt man sich schnell an derartige Umstände. Es bleibt einem nichts anderes übrig. Zu Deiner Beruhigung kann ich aber sagen, dass es auch positive Beispiele gibt. Die Eltern meiner irischen Lebensgefährtin halten sich ebenfalls ein Pferd. Sie leben auf dem Land, haben drei große Koppeln, das Pferd ist gechipt und registriert. Den Menschen der Unterschicht kann man auch keinen Vorwurf machen. In Irland gibt es nach wie vor große Armut. Die Menschen sorgen sich eher um ihr Überleben, als um das ihrer Pferde, so hart das klingt.

Viele Grüße aus Dublin, Dirk

Danke, Dirk für deine persönliche Einschätzung und die Erlaubnis, deine Meinung auszugsweise zu posten! Anja

Update 10.3.2011 Habe einen TV-Beitrag vom WDR (30.01.2011) gefunden, in dem über das Problem der Pferde in Irland berichtet wird. Ebenso über den Irischen Springreiter Denis Lynch, der seit Anfang 2011 in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden insgesamt 100.000 € an Spenden sammelte und Anfang März 2011 an die ISPCA überreichte. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des in Deutschland lebenden Springreit-Champions. Die Informationen stehen dort erst in Englisch, wenn Sie weiter runter scrollen, kommt die deutsche Übersetzung - unter dem Menüpunkt Spendenaktion oder Irische Pferde. Dort finden Sie auch eine Spendenadresse.

Samstag, 18 Dezember, 2010

Durchatmen.

Aus der Versenkung melde ich mich endlich wieder!

Die letzte Woche ging vorbei wie ein Fingerschnippen. Sonntag Abend letzte Woche hatte ich das Gefühl, so langsam einen Rhythmus gefunden zu haben, mit dem ich Haushalt, Hund und die Besuche und Besorgungen für meinen Mann im Krankenhaus gut bewältigen kann. In der Nacht auf Montag konnte ich mal wieder nicht einschlafen, weil ich Angst hatte (trotz meiner Mutparolen im Blogbeitrag). Also habe ich gut für mich gesorgt und gerne - und auch ohne Wind - bei Minu im Wohnzimmer geschlafen. Es war ein schönes Gefühl, so beschützt zu sein. Wir hatten beide unseren Spaß daran. :o)

 

Montag weckte mich das Läuten des Telefons. "Du kannst mich um zehn Uhr abholen. Ich werde heute entlassen." Das war eine Überraschung, ich war ziemlich überrumpelt und gleichzeitg froh, dass mein Mann wieder nach Hause konnte.

Seit diesem Moment versuche ich, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Denn mein Mann durfte zwar nach Hause, aber nur unter der Auflage, dass er liegen bleibt. Zum Glück haben wir Bad und das große Sofa auf einer Etage. Mit seinen Krücken darf er gerade mal ins Bad, den Fuß jedoch weiterhin nicht aufsetzen. Seufz. Die Konsequenzen habe ich diese Woche erlebt. Mir wurde deutlich der Unterschied bewusst, ob ich mir die Arbeit mit einem Menschen teile oder alles alleine machen muss. Zusammen mit dem Schnee in Köln war das eine ganz schöne Packung.

Heute Nachmittag taucht endlich das Gefühl auf, dass ich so langsam wieder einen neuen Rhythmus finde. Mehrmals in den letzten 14 Tagen hatte ich das Gefühl, über ein gesundes Limit hinaus belastet zu sein.

Für meinen Mann ist es auch eine Herausforderung, denn ihm fällt es nicht leicht, weiter liegen zu bleiben. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Insgesamt sechs Wochen bleibt der Gips, dann kommen die Stellschrauben raus. Der Bruch war wohl insgesamt schlimmer als gedacht. Wir sind heilfroh, dass weiterhin alles gut verheilt.

Eine herrliche Überraschung war für mich diese Woche, richtige Post zu bekommen. Ich empfinde es wirklich so, als würde jemand ein Licht im Dunklen anzünden, das nicht nur mein Gesicht erhellt, sondern mir auch Wärme spendet. Briefe lesen, Karten und Gedichte. Das liebe ich. Jede einzelne Zeile, auch in Ihren Mails, schenkt mir Energie. Im Paket waren neben Blumensamen und anderen schönen Dingen auch selbst gebrannte Mandeln (siehe E-Card oben). Himmlisch!

Klick zum Shop

Ich hatte so ein Glück heute früh: Ich stellte mir vor, ich gehe zur Post und da ist entgegen den letzten Tagen keine lange Schlange. Ich kann viele frische Briefmarken für die nächsten Aufträge im Shop kaufen. Ganz leicht. Und wissen Sie was: So war es auch. Juchu! Juchu! Juchu! Ich hatte wirklich den richtigen Moment abgepasst, denn als ich die Post verließ, standen mindestens zehn Menschen in der Schlange! Jetzt habe ich genügend Porto bis zum neuen Jahr. :o)

Hier im Büro lichten sich so langsam die Reihen, viele Kartons sind geleert. Die nächsten Kalender sind bereits in Schutzfolie verpackt und neue Geschenkkartons mit Postkarten bestückt. Die Bestellungen vergangene Woche bearbeiten, das war meine Krafttankstelle. Diese Arbeit hat mir so unglaublich gut getan und mich durch die Woche getragen. Mein Rettungsanker. Mein Glück.

Gut, dass ich die Möglichkeit hatte, darin Energie zu tanken.

Im Laufe vom heutigen Samstag vormittag spürte ich, wie immer mehr Anspannung von meinen Schultern fiel, weil ich mein Gleichgewicht endlich so langsam zurück gewann. Ich fragte meinen Mann heute Mittag, ob er ein Stück Kuchen mag und so machte mich auf den Weg, welchen zu besorgen. Dabei packte ich, obwohl ich erst nicht wollte, meine kleine Kamera ein. Auf dem Weg betrachtete ich, was der Schnee für schöne Motive gezaubert hatte. Denn wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, nehme ich mir wirklich Zeit, genau hin zu schauen.

Herrlich, dieser Spaziergang durch den Schnee. Nur ich. Das hat mir so gut getan.

 

Blauer Himmel. Sonnenschein. Schnee. Knirschende Geräusche unter den Füßen. Angenehme Kälte im Gesicht. Viele schöne Kleinigkeiten, die mir Freude machten, so zum Beispiel dieser Schnee-Apfel-Baum:

 

Auf den Äpfeln, die noch am Baum hingen, dicke Schneehüte. Die Vögel hatten daran ihren Spaß und Gaumenschmaus.

Nach dem Spaziergang mit mir alleine und meiner Kamera geht es mir viel viel besser. Noch mehr Anspannung ist abgefallen. Ich habe gespürt wie wichtig es ist, mir selbst eine Freude zu machen. Da passt heute schon das Kalenderblatt des Wandkalenders für Januar:

Ich mache mir eine Freude. Wandkalender Januar 2011.

Ich habe in den letzten 14 Tagen so viel gelernt. Wenn jemand krank war, habe ich immer auf den Kranken geschaut und mich hauptsächlich dafür interessiert, wie es ihm geht, nicht darüber nachgedacht, was dies für sein Umfeld, für die Angehörigen bedeutet. Nun habe ich ein Gespür dafür bekommen, was dies auch für die Angehörigenfür eine Umstellung und auch Belastung ist. Eine neue Erfahrung.

Ich freue mich sehr auf die kommenden Tage, die letzten Tage vor Weihnachten. So langsam entwickelt sich Weihnachtsstimmung und diese herrliche Jahresendstimmung.

Zum Irland-Thema gibt es ein paar neue Erkenntnisse. Jetzt, wo ich mich in der neuen Situation eingefunden habe, wird es mir wohl gelingen, all die liegen gebliebenen Dinge abzuarbeiten und die neuen Nachrichten Anfang der Woche zu posten.

Ich habe die Weihnachts-E-Cards ins Netz gestellt. Viel Freude beim Versenden!

Anja Kolberg

Samstag, 11 Dezember, 2010

Licht im Dezember

 

Drei Kerzen erhellen den Tisch. Advent. Das Tablett mit den vier Kerzen ist endlich geschmückt, die Weihnachtstischdecke ausgepackt.

Die letzten acht Tage waren vor allen Dingen geprägt von Besuchen im Krankenhaus, Besorgungen, Wäsche waschen, Minu alleine ausführen, selbst mit der Umstellung klar kommen... Windnächte (es waren bisher drei) alleine mit Minu durchstehen... Boah, war ich müde, lief ziemlich an meinem Limit. Heute geht es schon besser. Erfreulich ist, dass es meinem Mann von Tag zu Tag besser geht, die Heilung trotz der Diabetes gut voranschreitet. Ab Montag darf er endlich aufstehen. Heiß ersehnt von einem Menschen, der sich täglich viel bewegt...

Stolz bin ich auf mich, dass ich diesmal gut mit meiner Angst, nachts alleine zu sein, umgehe. Klar, habe ich Minu zur Seite. Dennoch konnte ich vorher immer schlecht einschlafen, wenn mein Mann mal mehrere Tage unterwegs war, hatte immer wieder Angst. Jetzt habe ich den Satz: "Ich habe Angst, hier kommt einer rein" mit 'The Work' verwandelt in: "Hier kommt keiner rein!" Ich spürte wie dieser Satz in mir die Idee formte, dass ich mich wehren kann.

Auf einmal erinnerte ich mich an eine Klöpperei, die ich als Kind mit meinem gleichaltrigen Nachbarsjungen hatte. Er hatte immer eine große Klappe und ich ließ mir nichts von ihm gefallen: Also wurde ein Streit auch schon mal körperlich ausgetragen. Eine Situation, die ich nie vergessen werde: Ich besiegte meinen Nachbarsfreund! Er lag unter mir auf der Wiese und konnte sich nicht mehr wehren! Das war enorm stärkend für mein Selbstbewusstsein. Ich wünschte ein solches Erlebnis jedem Mädchen in seinem Leben, denn es ist ein unglaublich gutes Gefühl, zu wissen, dass ich auch körperlich stärker sein kann als ein Junge. Klar, nur wenige Jahre später war er stärker als ich und ich wehrte mich mit meinen Worten. Dennoch: Diese Klöpperei mit diesem Ergebnis ist einer meiner Schätze. Und lieber S., ich werde dir dafür ewig dankbar sein. :o)

Also: Wenn es einer wagen sollte, dann wird er ein richtiges Bergisches Landmädel mal kennen lernen! Ich merke, wie ich dabei meinen Rücken gerade mache, den Kopf hebe, die Brust rausstrecke und einen richtig bösen Gesichtsausdruck bekomme: "Wehe dir!" Seit dem schlafe ich gut.

Ich bin so froh, wenn dieses Jahr endlich vorbei ist. 2009 fand ich schon heftig, 2010 war gefühlt minimal besser, aber so wirklich? Ich schüttle mit dem Kopf. Tiefes Durchatmen: Es kann nur besser werden.

Im Garten ist der Schnee vollständig weggetaut, lediglich der Teich zeigt noch eine dicke Eisschicht, auf der die Blätter wie eine herrliche Garnierung ausschauen:

 

Lieber Petrus, bitte warte mal eine Woche mit dem nächsten Schnee- und Frostschub und lass es draußen ein wenig trocknen. Dann kann ich nämlich meinen Kaufrausch an Blumenzwiebeln endlich abarbeiten...

 

210 Zwiebeln sind es insgesamt. Zwanzig Zierlauchkugeln warten bereits im Gartenboden auf den Frühling. Für mehr von ihnen war in der voraussichtlichen Höhe leider kein Platz - vielleicht werde ich nächstes Frühjahr mehr Stellen entdecken, wo ich eine meiner Lieblingspflanzen doch noch platzieren kann. Im Ausverkauf habe ich mir diese Begleitblumen für die Allium Purple Sensation gegönnt: Weiße und lilafarbene Tulpen und weiße Narzissen. Ich hoffe, sie blühen wirklich einigermaßen zur gleichen Zeit, dann sieht es bestimmt ganz toll aus.

Und für meine beiden großen Blumenkübel auf der Terrasse habe ich die Mischungen rechts besorgt: Der große Karton für meinen Blumen-"Sandkasten" und die weiß-rosa-Mischung für den Terracottakübel, der noch leer ist.. wenn bis Mai nicht wieder das Eichhörnchen alle ausbuddelt und vernascht, habe ich richtig dolll was zu gucken... Ich muss dran denken, den Kübel dieses Mal mit Reisig abzudecken.

Das Beste an der ganzen Garten-Vorbereitung ist für mich eines: Die Vorfreude auf den Frühling und meine Gedanken wie das Ergebnis wohl aussehen mag! Das ist wie ein lichtvoller Frühlingsgruß im Dezember.

Einen schönen 3. Advent

Anja Kolberg

Donnerstag, 09 Dezember, 2010

Juchu!

 

Es ist alles gut gelaufen!

Um elf sollte mein Mann operiert werden... warten... kurz nach vierzehn Uhr hielt ich es nicht mehr aus und rief auf Station an. Der Pfleger: "Hallo Frau Kolberg, ich habe Ihren Mann gerade aus dem Aufwachraum geholt. Wir haben gerade von Ihnen gesprochen. Wollen Sie mit ihm sprechen?" Ich hört es im Haus klingeln, mein Mann versuchte mich parallel anzurufen. Was für eine Gedankenübertragung.

Die Stimme noch ein wenig belegt, war mein Mann schon wieder guter Dinge. Puh, war ich erleichtert!!!

So fuhr ich durch den Schnee fluchs ins Krankenhaus. Noch ein bisschen blass um die Nase, aber sonst: Alles bestens. OP gut verlaufen. Kaum Schmerzen. Keine Übelkeit. Schon wieder riesen Hunger. :o)

Die Zimmernachbarn allesamt nett, resolute und freundliche Krankenschwestern, nette Ärzte und Ärztinnen. Die schneebedeckten alten Bäume vor dem Fenster. Gutes Essen. Genug zu lesen, zu hören, zu sehen. Eine Frau, die ihn mit allem versorgt, was er braucht. :o)

Alles in allem: Gute Bedingungen, um gesund zu werden.

Jetzt, wo die OP gut gelaufen ist, bin ich frohen Mutes. Das wird gut verheilen, ich habe es im Gefühl. Mein Mann ebenso. Dank seines Jobs ist er ziemlich fit, an Krücken zu gehen ist für ihn kein Problem. Ich mit meinen schwachen Oberarmmuskeln hätte da wohl ganz schön Muskelkater... :o)

Minu hat derweil gut aufgepasst, das macht sie auch nachts. Ist mir eine treue Begleiterin. Ein schönes Gefühl. Und ich gewöhne mich daran, eine zeitlang alleine zu sein. Das wird mir auch gelingen... wenn ich auch merke, wie anders und ungewohnt es ist.

Eine glückliche, erleichterte und zuversichtliche

Anja Kolberg

Mittwoch, 08 Dezember, 2010

Rutschige Tage

Während ich diese Zeilen schreibe, wird mein Mann operiert. Innerlich bin ich ein wenig zittrig. Ich versuche mich abzulenken. Habe Kerzen angezündet, den selbstgemachten Engel daneben gestellt. Das tut mir gut.

Wir haben eine Achterbahnfahrt der Gefühle hinter uns. Mein Mann bracht sich am Wochenende das Bein, rutschte im Dunklen draußen auf dem glatten Untergrund aus, knickte (trotz hoher Stiefel) um. Der Knöchel war stark geschwollen. Jede klitzekleinste Berührung und Bewegung schmerzte höllisch. Das war schlimmer als bei seinem Bänderriss vor 20 Jahren. Notaufnahme. Röntgen. Wadenbein gebrochen. Gips. Erst mal wieder nach Hause. Hochlegen. Schwellung wegbekommen. Er kam kaum die Treppe ins Wohnzimmer hoch...

Dank der Schmerzmittel war es für ihn dann einigermaßen erträglich. Ich setzte mein Schwesternhäubchen auf. :O) Unser Glück ist das große Sofa, wo er gut schlafen kann, die Treppen weiter hoch bis ins Schlafzimmer: Undenkbar. Montag dann wieder zur Vorstellung in die Unfallchirugie. Auch der Knöchel ist in Mitleidenschaft gezogen - Dienstag früh ins Krankenhaus, Mittwoch OP, in der die Knochen mit Platten und Schrauben versehen werden.

Die Ärzte und Pfleger im Krankenhaus (hauptsächlich wirklich Männer, mit denen wir zu tun hatten), sind allesamt sehr nett. Das ist ein gutes Gefühl. Sein Zimmer geht zum Park hinaus, er blickt direkt auf die schneebedeckten Bäume.

Es war so viel zu tun, die letzten Tage: Tasche packen. Jogginghosen besorgen, die am Fuß einen Reißverschluss haben. So viele Kleinigkeiten. Am Wochenende habe ich noch überlegt, was ich kochen könnte und dafür einkaufen muss - darüber brauche ich mir jetzt keine Gedanken mehr zu machen. Das sind so kleine Veränderungen, die sich komisch anfühlen. Minu findet's reichlich komisch, dass Herrchen nicht da ist und achtet sehr wachsam auf jedes Autotürenschlagen vor der Haustüre...

Ich hoffe, das ich bald angerufen werde und alles ist gut gegangen. Warten ist anstrengend. Bescheid wissen und handeln fällt mir leichter.

Hoffnungsvolle Grüße aus Köln

Anja Kolberg

PS: Zu Irland gibt es ein Update, ich habe es direkt unter den Artikel geschrieben, damit alles an einem Ort zusammen bleibt.

Freitag, 03 Dezember, 2010

Adventstage: Die Stille herbeizaubern

In diesen Tagen erlebe ich eine Mischung aus Stille - dank des Schnees - und glückbringenden Momenten - dank den Weihnachtsbestellungen in meinem Shop.

In Nachbars Garten entdeckte ich ein herrliches Bild: Lavendelblüten im Schnee!

 

Das hat mich fasziniert!

Ich liebe die Mails von Ihnen, wenn Sie Päckchen erhalten haben und mir Ihre Freude mitteilen. Ich liebe die Ruhe, die die weiße Pracht mir schenkt, alles geht dann ein wenig leiser vonstatten.

Wenn Sie in Weihnachtsstimmung kommen möchten, empfehle ich den Film "Wunder einer Winternacht", ein sehr schönes Märchen, das mich sehr berührt hat und wieder mit dem wirklichen Sinn Weihnachtens in Verbindung bringt. Und irgendwie - ja irgendwie könnte diese Geschichte doch auch stimmen...

Kulinarischer Adventskalender

Lust auf Naschereien macht der kulinarische Adventskalender "Bald ist Weihnachten" aus dem Kosmos-Verlag. 88 Rezepte für Köstlichkeiten von Schokotarte mit Marzipansauce *Schluck* über Karamelcreme mit Zimt gewürzt *YamYam*, Knusperschmalz mit Zwiebeln und Äpfeln *was für meinen Mann*, Schokolollis mit Chili *Eindeutig für mich*, Bratäpfel süß oder salzig - *oh die abends auf der Couch zu einem guten Film* bis hin zum Weihnachtsmenü finden sich schön bebildert in diesem gut in der Hand liegenden Koch- und Backbuch. Herrliche Idee!

Ich hätte jetzt gerne jemanden, der mich nach Strich und Faden verwöhnt, mir all die Köstlichkeiten Tag für Tag, Keks für Keks und Pralinchen für Pralinchen zubereitet und mich davon kosten lässt! Das wäre ein Vergnügen! Ich liebe selbstgebackene Kekse - überhaupt schmeckt alles viel viel besser, wenn es mit Liebe zubereitet wurde. Pizza mit handgeknetetem Hefeteig schmeckt anders als die Fertige aus der Tiefkühltruhe! Himmlische Zeiten waren das noch, als ich an dem Tisch meiner Eltern als Kind saß und mich um das Kochen und Einkaufen nicht kümmern musste, sondern als Kind essen und genießen!

Da weiß ich die Arbeit der Väter und Mütter, Omis und Opis wieder einmal zu schätzen. Dazu gehört Liebe, Hingabe und Zeit. Das vermisse ich! Ich hätte wirklich gerne jemanden, der mich hier zu Hause betüttelt, verwöhnt, bekocht und sich um den Haushalt kümmert. So ein richtig großer Generationenhaushalt. Dann ist irgend jemand immer da, mit dem man quatschen kann, spielen, ärgern, einen Ausflug machen, was auch immer...

Was ich Ihnen an Freude machen kann, sind vielleicht neue E-Cards, die ich in meiner Werkstatt zubereitet habe?

Klick zu den E-Cards

Viel Freude beim Verschicken und ein herrliches Adventswochenende

Ihre Anja Kolberg

Mittwoch, 01 Dezember, 2010

Dezember 2010: Mir vertrauen

Klick zum Shop für den neuen Kalender  

31 Tage hält das Jahr 2010 noch bereit. Hier das letzte Kalenderblatt im Tischkalender 2010 "Ich mache mich glücklich" .

Das Foto zeigt eine Abendstimmung, in der Sonne und Wolken zeigen, was sie können: Einen wunderschönen Sonnenuntergang im Winter zaubern. Aufgenommen in der Nähe des Braunkohletagebau-Aussichtspunktes zwischen Frechen und Kerpen-Horrem.

Text: "Ich vertraue mir und gehe meinen Weg." Da atme ich erst mal tief durch. Die Aufgabe ist keine leichte für mich: "Mir selbst vertrauen." Wenn ich als Kind gelernt habe, auf meine Eltern zu hören und später auf Lehrer in der Schule, als Jugendliche auf meinen Ausbilder, dann auf den Arbeitsstellen auf meinen Chef... Wo war dann die Wende, wo ich lernte, auf mich selbst zu hören und mir selbst - statt anderen Menschen - zu vertrauen? Wo lernte ich im Leben, mit meinen Zweifeln umzugehen? Wo, nicht dem Wort der anderen mehr Wert zu geben, als meinen eigenen? Wo war die Schulklasse, die das Fach "Ich gebe meinen Gefühlen Raum und vertraue ihnen" unterrichtet?

Für solche Themen gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Lehrzeit, die jeder Mensch automatisch durchläuft. Nur das Leben kann uns darin unterrichten. Ich kann mich selbst immer wieder daran erinnern, dass es meine Aufgabe ist, mir zu vertrauen und meinen Weg zu gehen.

Was mir auf meinem Weg begegnen und mich davon abbringen kann? Zweifel: "Tue ich wirklich das richtige, wenn ich auf mein Herz höre, wo ich das doch nie gelernt habe?" Angst: "Was, wenn es doch der falsche Weg ist?" Einsamkeit: "Aber alle die ich kenne, gehen einen anderen Weg. Ich will nicht alleine gehen!"

Das Kalenderblatt für den Dezember erinnert mich, mir selbst zu vertrauen und meinen Weg zu gehen. Es ist mein Weg, also bin ich die Einzige, die auf diesem Weg unterwegs ist. Weil keiner genau so fühlt und denkt wie ich, weil keiner eine 100% identische Geschichte hat und gleiche Erfahrungen gemacht hat. Jeder geht seinen Weg. Selbst wenn ich mich von den Stimmen der Anderen, der Meinung der Gesellschaft wie man/frau zu sein hat, von meinem "Wunschweg" abbringen lasse, so gehört auch das zu meinem Weg, auch wenn es vielleicht ein Umweg ist.

Ich möchte mich diesen Monat daran erinnern, auf mein Herz zu hören und meinem Inneren zu vertrauen, dass ich auf dem richtigen Weg unterwegs bin, immer dann, wenn ich im Einklang mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen lebe.

Mein Verstand erreicht manche Länder nicht, in denen meine Seele zu Hause ist. Und doch hat meine Seele einen Plan. Ich vertraue ihr (und damit mir selbst) und gehe meinen Weg.

Wenn Sie den neuen Tischkalender "Ich trau mich was" für das Jahr 2011 möchten, können Sie ihn hier im Webshop bestellen.

Anja Kolberg

Dienstag, 30 November, 2010

Grüße aus Schneeflockenhausen

Ist das kein herrlicher Ausblick von meinem Schreibtisch?

 

Minischneeflöckchen für Minischneeflöckchen - gestern Abend und scheinbar die ganze Nacht hindurch hat Petrus Köln ein 1a-Schneekleid gezaubert. :o)

Hier einige Impressionen aus meinem Garten:

 

Die Margarite bekam ein warmes Mäntelchen und hübsche Hütchen.

 

Die Kopfbedeckungen der Echinazea sind auch nicht zu verachten.

 

Diese Holzdeko sieht mit Schnee viel schöner aus.

 

Die Zweige der Schneerose. :o)

 

Auch im weißen Outfit ist der Teich bezaubernd schön: Die Strukturen und Formen treten hervor.

 

Buddha versteckt sich im Schnee.

 

Sieht der kleine Ahorn mit dem Kleid nicht genauso schön aus wie mit Blättern?

 

YamYam, lecker ein Schneeeis für Minu!

 

Unter der Decke leuchtet das Pink der Erika.

 

So viele schöne Seiten hat der Wintereinbruch in Köln!

Ich hoffe, Sie sind heil durch den Berufsverkehr gekommen, haben trockene Füße und warme Hände. Hier fallen weiter kleine weiße Pünktchen vom Himmel und der Wind weht sie teilweise von Bäumen und Dächern.

In der Irland-Sache bin ich gefühlt nicht wirklich weiter gekommen, obwohl ich einige Mails geschrieben habe. Das macht mich traurig. Das Thema lässt mich aber nicht los und so bleibe ich am Ball. In Irland gibt es offensichtlich zwei größere Tierschutzorganisationen, die http://www.dspca.ie und http://www.ispca.ie. Beide habe ich mit meinen bescheidenen Englischkenntnissen angeschrieben, was sie für die Pferde tun und was ich tun kann, ebenso bat ich um Auskunft, ob sie die Tiere vorm Schlachter und dem Erschießen schützen. Auch wenn ich selbst etwas spende, so hat das doch finanzielle Grenzen. Wieviel kann ich bewegen? Ich habe mir überlegt, größere Organisationen anzuschreiben, die mit Pferden zu tun haben, ob sie aktiv werden könnten, zum Beispiel den CHIO in Aachen. Dadurch könnte mehr Geld zusammen kommen und in dem Fall wird wohl viel auch viel helfen. Tierärzte ohne Grenzen, soviel weiß ich inzwischen, gehören der Entwicklungshilfe an und kümmern sich in Afrika ausschließlich um Einwohner, die von der Nutztierhaltung leben. Wenn Sie Ideen haben, melden Sie sich gerne.

Einen zauberhaft schönen Tag!

Anja Kolberg

Donnerstag, 25 November, 2010

Der Blumenkasten im Advent

Sommerblumen im November Die Sommerblumen sind inzwischen in einen Blumenkübel umgezogen, wo sie immer noch herrliche Blüten produzieren. Beim Nachbarn blüht sogar noch der Lavendel. Bei der angekündigten Kälte hält dieser Anblick vielleicht nicht mehr lange.

Was mache ich mit meinem Blumenkasten vor dem Büro? Leer lassen? Auf keinen Fall! Ich brauche einen schönen Ausblick vom Schreibtisch aus. Tannenzweige in die Erde stecken? Nö, ich will mehr Abwechslung. Mehrere Wochen habe ich überlegt, was ich machen kann, dann besorgte ich mir bei meiner Blumenfreundin Petra (in ihrem Geschäft im Kirchweg 131, in Junkersdorf hat sie sehr schöne Adventsgestecke gezaubert) folgende Utensilien:

Dicker Tannenzapfen, kleiner Kranz aus Zweigen, zwei kleine Pflanzen mit roten Früchten (Rote Teppichbeere - Gaultheria procumbens), einige schöne Laubbaum-Zweige und das allerallerschönste für mich: Zwei dicke handgroße Mooshügel. Aus meinen Blumenkübeln fischte ich dann noch ein Eisenherz und eine Mühlenbeckie sowie ein Mühlenbeckienherz, das ich auch bei Petra gekauft hatte. In meinem Fundus gab's noch ein bischen andere Deko, so sieht der Winter-Blumenkasten fertig aus:

 

Um den Blumenkasten habe ich wieder meine Lichtergirlande mit künstlichen Tannenzweigen gelegt, damit es auch am Abend schön ausschaut. Hm, tut das gut!

Hier einige Details:

Und so ist meine Teilaussicht vom Schreibtisch:

 

Das tut so gut!

Die Gartenarbeit habe ich auch gestemmt: Blätter vom Rasen geharkt, puh, das Gras war so lang, es wollte noch ein letztes Mal für dieses Jahr geschnitten werden. Dann wurde in den Beeten aufgeräumt wo es nötig war, Blattreste der Stauden entfernt (wollte es gerne aufgeräumt, obwohl alles stehen lassen gerade für Frost und Schnee sehr schöne Bilder ergeben kann), Blätter aus dem Teich und Bachlauf gefischt (wir haben ein Leck am Bachlauf, deswegen ist er trocken gelegt, da war das Fischen glücklicherweise nicht so kalt für die Finger).

Hier ein paar Eindrücke aus meinem Novembergarten:

Das Blütennest der Christrose. Ich habe viele Blätter abgeschnitten, damit die Staude Kraft für die Blüten hat, die bald kommen werden.

Die letzten Blätter des schönen Ahorns (Acer palmatum 'Sango kaku') mit seinen feuerroten Zweigen.

Die letzten herrlich verfärbten Blätter unserer Zierkirsche.

Die Rispen des Chinaschilfes. Wie schön sie aussehen, wenn darauf Frost oder Schneepuder liegt! Darauf freue ich mich schon.

Dieses Geschenk erfreute mich ganz besonders: Die Mohnblume hat es wahrhaftig geschafft, ohne Sonne, ohne Wärme auf unserer schattigen Terrasse eine letzte Blüte zu "gebähren". Mir fällt kein besseres Wort ein. Ist sie nicht wunderschön?

Nach der Gartenarbeit hatte ich gehörig Rücken, Knie und die Beine zitterten mir vor Anspannung, aber vor allen Dingen war ich glücklich, dass ich die Arbeit endlich gemacht habe, die ich Wochen vor mir hergeschoben habe. Strike!

Dabei ist mir auch klar geworden: Es gibt keinen optimalen Zeitpunkt, etwas zu tun. Die letzten Wochen war immer blödes Wetter und wenn es mal trocken war, hatte ich was vor oder es passte gerade nicht. Am Dienstag war es erst trocken und dann fing es nach einer halben Stunde an zu regnen, ich hatte gerade den Rasen fertig gemäht und war heilfroh endlich draußen zu sein und die Gartenarbeit angepackt zu haben. Wieder rein? Abbrechen? Nein! Also habe ich im Regen weitergearbeitet. Die Fleecejacke wurde schwerer, der Boden rutschiger, das Wasser lief mir über die Kopfhaut. Es hat Spaß gemacht! Ich fühlte mich so mit der Natur verbunden. Ein tolles Gefühl.

Es gibt keinen optimalen Zeitpunkt, die Dinge zu tun. Immer stimmt irgend etwas gerade nicht. Wenn ich die Dinge tue, dann ist der richtige Zeitpunkt. Und der kommt nicht einfach so daher, wenn ich nicht aktiv werde.

... hoffentlich denke ich das nächste Mal daran, wenn ich wieder hadere und zögere und warten will. Da gibt es so vieles in meinem Leben, wo dies der Fall ist!

Anja Kolberg

Dienstag, 23 November, 2010

Newsletter ist raus

Ich habe es endlich geschafft! Der erste Newsletter in diesem Jahr ist verschickt. Darin die Geschichte eines blauen Blümchens, das mir geholfen hat, in einer traurigen Situation wieder froh zu werden.

Wenn Sie den Newsletter auch erhalten möchten, können Sie sich hier dafür anmelden. Wenn Sie ihn nur mal anschauen möchten, hier finden Sie eine Browserdarstellung.

Ich freue mich sehr, dass Ihnen meine Kalender und meine anderen Produkte so gut gefallen. Jede Rückmeldung ist eine Streicheleinheit für meine Seele.

Mein größter Wunsch: Mit vor Freude roten Wangen verschicke ich Mitte Januar meine letzten Kalender. Wie letztes Jahr sind alle restlos ausverkauft.

Jetzt hüpfe ich mal in meine Gartenklamotten, um dort endlich aufzuräumen und die Zwiebeln zu pflanzen, es soll ja kaaaalt werden...

Einen schönen Tag!

Anja Kolberg

Freitag, 19 November, 2010

Was hat Selbstliebe mit Drops, einem Brunnen und der Küche zu tun?

Wie praktisch wären bunte Drops mit Wirkung einer sofortigen und umfassenden Selbstliebe. Ich würde sie sofort nehmen. Denn alleine der Wunsch, mich selbst zu lieben, löst noch keinen Erfolg aus. Gut zu mir selbst sein ist Arbeit. Tägliche Arbeit, die wie das Aufräumen der Küche nicht wegfällt.

Wie würde sich Selbstliebe denn anfühlen? Hm, mal überlegen. Warm. Weich. Kuschlig. Wie eine Streichelmassage. Duftend wie Lavendel und Pfefferminze und Rose. Ein Lied, das in meine Ohren wie ein Wiegenlied klingt. Eine Landschaft, die Hügel mit Gras überzogen, kräftige Eichen auf ihren Gipfeln, blühende Kirschbäume, ein Bienenstock, ein kleiner Bär räkelt sich auf dem Rücken zwischen Grashalmen und Gänseblümchen, guckt in die Luft, leckt sich die Reste des Honigs von der Schnauze und den Pfoten. Stille. Er pupst, kichert und schläft mit einem Lächeln ein.

Ich selbst sein und mich so zu mögen und akzeptieren wie ich bin. So wünsche ich mir Selbstliebe.

Wenn ich mich selbst nicht liebe, können mir andere tausend Mal sagen, wie wertvoll ich bin. Solange ich es selbst nicht fühle und glaube: Keine Chance. Dann ist es wie ein Brunnen, der ein Leck hat. Solange ich mich selbst kritisiere und klein mache, versiegt das Wasser im Brunnen.

Wie bleibt das Wasser im Brunnen? Mal sehen, ob ich in mir selbst auf meine Frage Antwort finde. Die Antworten meiner inneren Stimme habe ich in Anführungszeichen gesetzt.

Wie schaffe ich es, dass das Wasser im Brunnen bleibt? "In dem du es jeden Tag schöpfst."

Wie meinst du das? "In dem du nicht darauf wartest, dass dir einer das Wasser aus dem Brunnen bringt, sondern in dem du dir selbst Wasser aus dem Brunnen holst."

Wie meinst du das genau? "Sag dir selbst etwas Nettes. Warte nicht auf ein Kompliment von Anderen. Lobe dich selbst. Jeden Tag, so oft du willst. Sag, dass du heute schön aussiehst oder was immer du möchtest. Es geht nicht um Selbstverliebtheit im negativen Sinne, sondern darum, dich selbst zu mögen in einer gesunden Weise."

Seufz. Das klingt anstrengend. "Sind denn all die abwertenden, kritisierenden Gedanken nicht anstrengend?"

Doch, schon. Aber wieso bleibt das Wasser im Brunnen und versiegt nicht, wenn ich es schöpfe? "Weil dann Leben in den Brunnen kommt. Stell dir einen Schwamm vor, der das Wasser aufsaugt. Abwertungen saugen das Wasser auf. Liebe vermehrt es."

Und damit ich es nicht wieder im Alltag versickern lasse, nehme ich mir jetzt einen großen Schluck aus meinem Brunnen. Oh, das ist gar nicht so einfach. Ich merke, dass ich am liebsten weglaufen möchte... Mich ablenken. Stopp! So nicht. Konzentration. Sag dir was Nettes, Anja!

Also, ich finde die Blumenschale ganz bezaubernd. Ich finde klasse, dass ich mich in den letzten Tagen so viel ausgeruht habe. Ohne schlechtes Gewissen. Ich mag meine lockigen Haare und meine blauen Augen. Ich bin stolz, dass ich zwei Kalender auf den Weg gebracht habe und neue Doppelkarten und sie mir so gut gelungen sind. Und die Aufkleber finde ich auch klasse.

... ich höre Sätze wie "Jetzt übertreib aber mal nicht.", "Jetzt ist aber gut.".

Übertreibe ich? "Nein."

Woher kommen dann die Sätze? "Das ist deine Gewohnheit, Anja. Du bist es gewohnt, dich zu kritisieren und klein zu machen. Und die Gewohnheit meldet sich mit solchen Sätzen."

Das finde ich doof. "Ja, ich weiß."

Können die nicht einfach stoppen? "Ja können sie. Dann, wenn du dich wirklich selbst ganz akzeptierst wie du bist."

Das kann ja noch ewig dauern. "Möglich. Es kann aber auch schneller gehen als du denkst."

Ja? Wie denn? "Wenn du täglich dir täglich was Nettes sagst, deine negativen Selbstgespräche regelmäßig stoppst. Wenn du dran bleibst. Erinnerst du dich an das Bild vom Küche aufräumen?"

Ja. Wieso? "Was passiert, wenn du dort nach dem Kochen nicht mehr aufräumst?"

Dann sieht's dort nicht so dolle aus. "Fühlst du dich dann dort wohl?"

Nö, nicht wirklich. "Was musst du also tun, damit du dich dort wohlfühlst?"

Jeden Tag die Spüle und den Herd aufräumen, Spülmaschine ein- und ausräumen. "Genau. Ist die Arbeit anstrengend?"

Nein, ich habe darauf oft keinen Bock. Aber wirklich anstrengend ist sie nicht. "So ist es auch mit deinen Selbstgesprächen. Selbstliebe ist tägliche Arbeit."

Der Vergleich leuchtet mir aber ein. Es wird nicht leichter, wenn ich denke, die Heinzelmännchen kommen und erledigen die Arbeit bzw. darauf zu warten, dass mir jemand etwas Nettes sagt oder mir zeigt, dass er mich gerne hat. Ich selbst muss meinen inneren Schweinehund überwinden und etwas für mich tun.

Auch wenn mir manchmal ein Drops mit Zauberkraft lieber wäre...

Anja Kolberg

Donnerstag, 18 November, 2010

Schätze aus dem Novembergarten

Aus dem Garten habe ich die letzten Schätze eingesammelt und in eine Porzellanschale gelegt. In der Mitte steht die herrliche, grüne Kerze, die ich von einem lieben Menschen geschenkt bekam.

Durchatmen. Jetzt geht es mir schon besser.

In der Schale liegen: Das Blatt des Frauenmantels, zwei Margaritenblüten, ein Hortensienball, die letzte Rosenknospe, das Blatt des Apfelbaums, eines vom Kirschbaum, eines von der Rispenhortensie und eines vom Ahornbaum. Die letzten Blüten des Männertreus, einige Heiderispen, das dunkelgrüne Blatt vom Storchschnabel und das gepunktete Blatt des Lungenkrauts. Da ist doch noch eine ganze Menge im Garten.

Die Rosenknospe wird sich wohl nicht mehr öffnen, zu wenig Sonnenstrahlen erreichen die Terrasse in dieser Jahreszeit. Mein Rosenstämmchen hatte noch eine Zweite, doch diese fiel vor ein paar Tagen einfach ab. Ich bin froh, dass ich die hier retten konnte.

Das Brennen der Kerze tut mir gut. In der Luft liegt Schwefel vom Anzünden des Streichholzes. Was für eine Freude ist dieser Teller auf meinem Schreibtisch.

Eine Tasse dampfenden Tee (Leber Galle Tee von Infirmarius, köstlich) habe ich dazu gestellt. Den aufsteigenden Dampfsäulen zuschauen. Das löst Ruhe in mir aus.

Der Garten schreit förmlich nach der Hand seiner Gärtnerin. Doch ich hatte die letzten Tage/Wochen entweder keine Lust oder es war zu nass draußen. Ich will am liebsten warten, bis die letzten Blätter vom Kirschbaum hinuntergesegelt sind und sie dann alle auf einmal aus dem Teich und Bachlauf fischen, den Rasen harken und ein letztes Mal mähen. Die frostempfindliche Prinzessinenblume und die Schmucklilie wollen ins sichere Haus geräumt werden und die übrigen Kübelpflanzen an die Hauswand gerückt. Die zwei neuen Clematis sind noch immer nicht gepflanzt, ebenso wie zwanzig Zwiebeln des Zierlauchs, die ich so sehr mag. Der Grill, die Holzbank und der Gartentisch wollen in den trockenen Keller. Puh!

Wahrscheinlich ist es so wie jedes Jahr: Vorher denke ich ewig darüber nach, wie viel Arbeit im Garten ansteht und wenn ich es dann endlich anpacke, ist es in einer oder zwei Stunden geschehen...

Anja Kolberg

Donnerstag, 11 November, 2010

Glücksgefühle + Motivationsgedanken

Kennen Sie das Lied "Somewhere over the Rainbow" gesungen vom Hawaianer Israel Kamakawiwo? Es ist derzeit bei uns in den Charts, obwohl der Musiker bereit 1997 starb. Wenn Sie die Daten in eine Suchmaschine eingeben, werden Sie die Musik sicher anhören können. So viel Gefühl in der Stimme - er rührt mich zu Tränen. Was für ein schönes Lied!

Gestern Nachmittag startete mein November-Wohlfühlprogramm: Kaminofen. Heiß geduscht. Meine gestreifte Kuscheldecke, die ich aus Dänemark mitgebracht habe. Lümmelklamotten. Handgestrickte Socken. Eine dampfende Tasse Tee. Drei Kerzen. Blumenstrauß. Der Jane Austen Film "Sinn und Sinnlichkeit" mit Emma Thompson, Kate Winslet und Hugh Grant. Seufz. So was grandioses. Ich habe den Film so genossen. So viel Leidenschaft, schöne Landschaftsaufnahmen, tolle Schauspieler, so viel Gefühl... Himmlisch und genau mein Ding! Obwohl ich den Film schon zweimal gesehen habe, konnte ich jetzt so richtig darin schwelgen, mitfiebern und vor Freude zum Schluss mitweinen. Es gibt nicht viele Filme, die ich mir mehrmals anschauen kann, doch dieser gehört dazu und "Drei Nüsse für Aschenbrödel". Seufz! Der freie Nachmittag hat mir soooo gut getan. Heute geht es mir viel besser, ich bin viel besser gelaunt, ich fühle mich kraftvoller. Wozu kleine Auszeiten doch gut sind und wirklich das zu tun, worauf ich Lust habe - nämlich diesen Film in Kuschelstimmung zu sehen - ohne schlechtes Gewissen.

Ich bin glücklich, dass ich hier zu Hause arbeiten kann. Ich bin glücklich, dass ich meine Ideen verwirklicht habe und zwei Kalender daraus entstanden sind und Weihnachtskarten. Mich erfüllt es, die Beiträge im Blog zu schreiben, wenn ich deswegen auch weniger Tagebuch schreibe. Dennoch landet nur ein winzig kleiner Teil dessen, was mich bewegt, im Netz. Da ist so viel mehr, was zu privat ist und so viel mehr, das ich nicht berühre. Noch nicht.

Gestern schrieb ich über die Energie, die von außen kommt und mich fröhlich stimmt, wie zum Beispiel Sonnenlicht, Briefe, Mails, ein Lächeln. Ich finde es eine Herausforderung, dauerhaft Energie für etwas aus mir heraus zu gewinnen, ohne einen Termin zu haben. Was ist nötig, um Projekte, die mir am Herzen liegen, wirklich umzusetzen? Im Idealfall mache ich es einfach, weil es mir Freude bereitet. Doch was, wenn diese Arbeit nicht nur aus Freude besteht, sondern auch anstrengend ist? Für das Schreiben meiner beiden Sachbücher zum Beispiel war am Anfang das Feuer und die Idee und dennoch brauchte ich die Verträge mit den Verlagen und die Abgabetermine, um meine Projekte wirklich zu Ende zu führen. Bei den Kalendern ist es ebenso. Ich weiß, dass sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein müssen und dann ziehe ich es auch durch.

Vielleicht funktioniere ich einfach so? Ich brauche feste Verträge, ich brauche Abgabetermine, um den Weg bis zu Ende zu gehen. Schon gaaaanz lange trage ich den Wunsch in mir, aus einigen Blogbeiträgen ein Buch zu machen. Ich schaffe es einfach nicht, ein Konzept zu schreiben und an Verlage heran zu treten. Seufz!

Wird der Tag kommen, wo ich das kann? Ja, er wird!

Himmelsgrüße aus Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 10 November, 2010

Notfallprogramm gegen Novemberblues

Mitten im Spaziergang startete mein Erste-Hilfe-Programm:

Petrus hatte ein Einsehen: Der Regen hörte auf. Meine Laune stieg um einen halben Punkt. Vorher war sie auf meiner Stimmungsskala von 1 (puh) - 10 (juchu) auf einer 1,5 - dank trockenem Spaziergang bei einer 2.

Am Postfach dann - ein einziger Brief. Aber der war soooooooo schön!

 

Der Brief einer Blogleserin auf meine Wunschaktion. Oh, was für eine gelungene Überraschung. Ich konnte nicht bis zu Hause warten, habe ihn gleich in der Post verschlungen. Hm, inklusive Ringelblume aus dem Garten, die sogar noch duftete. Danach war meine Launometer auf einer 7, gestiegen um 5 Punkte!

Auf meinem Spaziergang entdeckte ich an einer Buche auf meiner Augenhöhe viele Wassertropfen, die an klitzekleinen Ästchen hingen. Das sah zauberhaft aus. Machte glatt einen Punkt aus!

Dann ab in die Bäckerei. Leider gab es "mein" Lieblingsherz nicht. Schnief. Launometer geht einen Punkt runter. Als Ersatzbefriedigung gab's eine Apfeltasche. Einen halben Punkt hoch, weil sie so gut aussah.

Dann zwei Läden weiter rein in Petras Blumenladen. Auf meine Frage, ob Sie etwas Blühendes hat, das gegen meinen Novemberblues hilft, zauberte sie mir diesen schönen Blumenstrauß:

 

Oben drauf gab's noch ein süßes Daumenkino, oh, das war eine Freude! Machte glatt 5 Punkte auf meinem Launometer nach oben! Da blinkte es gleich vor Freude, denn die 10 war überschritten!

 

Zur Sicherheit habe ich mich noch mit einer Tafel meiner Lieblingsschokoladensorte Trauben-Nuss eingedeckt, die ich zu Hause gleich mal probiert habe.

 

Ja, die kann mir helfen, wenn der Blues wieder an mir hochkriecht.

 

Ah, wenn ich das graue Wesen da so sehe, tut's mir glatt leid. Vielleicht möchte es mir gar nix böses? Ist mir jetzt aber egal, keine Lust auf einen Plausch. Nein, wirklich nicht. Neihein! Nein. Nein. Nein. Nein, ich will nicht. Oh Manno! Das graue Dings hört nicht auf zu nerven. Also gut. Lass uns reden.

Ich: Also, was willst du?
Novemberblues (kurz Noblu - ist mir auf die Dauer zu lang): Sag ich dir nicht. So nicht. Wenn du mich so böse anguckst, sag ich dir gar nichts. Da wird dir auch die Schokolade nichts helfen, hast du verstanden???!

Ich (ziemlich genervt): Dann eben nicht. Tschö!
Noblu: Wie du willst. Wirst ja schon sehen, was du davon hast.

Ich (langsam wütend): Weißt du was, du kannst mich mal gerne haben.
Noblu: Du mich immer zweimal mehr.

Ich: Du nervst.
Noblu: Danke gleichfalls.

Ich (merke, dass es so nicht weitergeht. Atme tief ein und aus.): Okay Nervensäge. Lass uns Frieden schließen.
Noblu: Nö, so nicht!

Ich (verdrehe die Augen im Kopf. Nochmal. Stöhne genervt. Atme nochmal tief durch. Denke nach.): Du gehtst mir auf den Keks.
Noblu: Da kann ich doch nicht für!

Ich (stemme die Hände in die Hüften): Natürlich! Wer denn sonst!
Noblu: Na du selbst!

Ich: Ja, aber weil DU da bist, habe ich keine gute Stimmung.
Noblu: Ja, mag sein, aber für die schlechte Stimmung bist du selbst verantwortlich, nicht ich.

Ich: Na toll! So einfach möchte ich es mir auch mal machen! (Äffe seine Worte anschließend genervt nach.)
Noblu (Stemmt jetzt seine Ärmchen in die Hüften. Wird größer.): Pass mal auf!

Ich: Nein, pass du mal auf! So geht es nicht weiter. Wegen dir haben ganz viele Menschen schlechte Laune. Nicht nur ich. Ganz viele Menschen leider unter dir! Du bist schuld! Nicht wir!
Noblu: Du begreifst es einfach nicht, oder? Hast du nicht zugehört, was ich dir gesagt habe? Du bist für deine Laune verantwortlich, nicht ich.

Ich (seufze so genervt wie es eben geht, lenke mich mit Lesen von E-Mails ab, um einen klaren Kopf zu bekommen.): So. Jetzt aber. Was möchtest du mir sagen?
Noblu: Dass du für deine Stimmung verantwortlich bist. Es gibt Menschen, die nehmen zwar auch die Dunkelheit dieser Zeit wahr, aber sie sorgen dafür, dass es ihnen gut geht. In dieser dunklen Zeit sorgen sie ganz besonders für sich selbst. Eben weil die Sonne nicht scheint und gute Laune verbreitet. Weil der bunte Sommergarten mit seinen Düften nicht für Aufhellung sorgt. Sie schauen ganz genau hin, was ihre Stimmung verbessern könnte, probieren aus, so lange bis es ihnen besser geht.

Ich: Also so wie ich es eben gemacht habe?
Noblu: Ja, genau so. Ich bin dafür da, damit du lernst, noch besser für dich zu sorgen. Ob jetzt die Umstellung der hellen auf die dunkle Jahreszeit dir zu schaffen macht, ob in deinem Umfeld irgend etwas ist, dass dir Sorgen bereitet oder irgendwelche Nachrichten dich traurig machen: Du bist für deine Stimmung verantwortlich. Wenn die Bedingungen - so wie ich sie dir mit Dunkelheit und Regen biete - nicht gut für dich sind, dann ist das ein klarer Auftrag für dich, aus deinem gewohnten Alltag auszubrechen und dein Handeln so zu verändern, dass es dir gut geht. Dass kann ein Ritual sein wie eine heiße Tasse Tee bei Kerzenschein, lange und heiß Duschen, den Kaminofen schon vormittags anmachen, damit sich eine kuschlige Wärme ausbreitet, ein Strauß Blumen, der Besuch bei Menschen, die du magst, telefonieren, was schönes Essen, ja auch Schokolade, wenn du das magst, dass kann ein Duft sein, der dir gut tut wie die Sanddorn-Handcreme, die du eben genutzt hast, das kann Musik sein... Was auch immer. Wichtig ist, dass du registrierst: "Die Bedingungen tun meiner Stimmung im Moment nicht gut. Ich muss was für mich tun."

Ich: Okay, das habe ich verstanden. Eigentlich bräuchte ich im Dezember keinen Adventskalender, weil es da so viel schönes gibt. Ich bräuchte einen Novemberkalender, um mit Freude durch die dunkle Zeit zu gehen.
Noblu: Dann merk dir das für's nächste Jahr, dass du das brauchst. Mach dir eine Notiz in deinem Kalender.

Ich: Habe ich gemacht. Eben habe ich gelesen, dass heute der Todestag von Robert Enke ist.
Noblu: Ja. Es geht vielen Menschen in "meiner" Zeit nicht gut. Ich gehöre zum Leben dazu. Die dunkle Jahreszeit gehört zum Leben dazu. Wenn die Sonne scheint, die Blumen blühen, die Kräuter duften, die Vögel zwitschern, dann strömt so viel Positives auf die Menschen ein, was gute Stimmung macht. Da ist so viel Energie, die von außen kommt, dass die Menschen selbst gar nichts tun müssen, um gute Laune zu entwickeln. Die dunkle Jahreszeit - und ich gehöre zum ersten Monat, wo es dunkler ist und nasser, wo die bunten Blätter verschwinden, sich die Stauden im Garten zurück ziehen - ist auch Teil des Lebens. Jetzt gilt es, in sich selbst ein Feuer zu entfachen. Die Menschen sind auf sich selbst zurück geworfen, weil eben keine oder kaum Energie von außen kommt. Selbst, wenn eine Bestellung oder ein Brief eine solche Energie von außen für dich darstellt, ist es nicht gut, dich von ihr abhängig zu machen, Anja.

Ich: Wie meinst du das?
Noblu: Kommt etwas = gute Laune. Kommt nichts = gleich schlechte Laune.

Ich: Verstehe. Und was willst du mir damit sagen?
Noblu: Dass du gut für dich sorgen sollst, unabhängig davon, was von außen kommt. Wenn etwas von außen kommt, ist das gut. Wenn nicht, dann darf das nicht dazu führen, dass es dir schlecht geht. Dann bist du selbst gefordert. Dann gilt es, gut für dich selbst zu sorgen und zu gucken, was dir gut tun könnte. Zum Beispiel die Blumen heute früh oder die anderen Sachen, die wir schon aufgezählt haben.

Ich (seufze): Verstehe. Da kann ich jetzt erst mal drüber nachdenken.
Noblu: Ok.

Das hat gut mir gut getan. Hier noch zwei Bilder von meinem Frühstückstisch:

Rund um die Kerzen habe ich vor zwei Wochen Hortensienbälle aus dem Garten gelegt. Sie sind so weggetrocknet.

Auf meinem Liiiiiiiieblingsteller die Apfeltasche, daneber der Brief, eine Tasse Kaffee, das Daumenkino und darüber Blumen, Blumen, Blumen. Das hat mir gut getan!

Heute will ich liebevoller mit mir umgehen als gestern. Da hatte ich nämlich ein schlechtes Gewissen, weil ich den Rechner "so früh" ausgemacht habe. Ich denke heute ganz stark an Lycinda, die würde mir nämlich folgendes sagen:

Alles ist gut, mein Kind. Du bist in Sicherheit. Alles wird glücklich verlaufen. Guck ganz genau, was in jedem Moment gut für dich ist. Mach dir keine Sorgen. Alles wird gut. Wenn dir danach ist, mach den PC aus. Dir wird dadurch nichts weglaufen, du wirst dadurch keinen Schaden nehmen und dein Geschäft auch nicht. Das allerallerwichtigste ist, dass du gut für dich sorgst. Wenn dir danach ist: Mach den Ofen an und schmeiß einen Film in den DVD Spieler. Warum hast du dir einen deiner geliebten Jane Austen Filme gekauft, wenn du sie doch nicht guckst? Das macht doch keinen Sinn. Du willst darauf warten, bis du wieder krank bist und dann gucken? Nein nein, so lange darfst du nicht warten. Siehst du denn nicht, dass deine Seele diese Auszeiten braucht? Sie dürstet in dieser Zeit nach Streicheleinheiten, nach Ausnahmen, nach dem totalen Verwöhnprogramm. Kontrolliere die Bankeingänge, packe die Pakete, bringe sie zur Post und dann mach Feierabend. Der Newsletter kann warten, auch wenn er schon so lange auf deiner Liste steht. Ja, geh dich heiß duschen mit dem besonders gut nach Kampfer duftenden Duschgel, kuschle dich zu Minu auf die Couch und lass fünfe gerade sein! Das ist die Kunst zu leben, mein Kind!

Ich: Das klingt gut. Seufz. Ich will sehen, was ich umsetzten kann. Denn es gibt Anteile in mir, die kommen damit gar nicht klar.
Lycinda: So? Wer denn?

Ich: Meine innere Betriebswirtin.
Lycinda: So? Warum denn?

Ich: Sie sagt, dass ich mindestens bis fünf Uhr arbeiten muss. Sie sagt, dass ich nicht einfach Pause machen darf. Sie sagt, ich muss noch so viel tun und darf mich jetzt nicht hängen lassen. Sie sagt, ich muss mich ganz doll anstrengen, damit genügend Geld herein kommt.

Lycinda (rückt ihre Brille gerade): So? Woher will sie das denn wissen? Es kann doch genau so gut sein, dass es viiiiiiel besser fließt, wenn du gut für dich sorgst, wenn du langsamer machst und viele Pausen, wenn du viel frei machst und es dir gut gehen lässt.

Ich: Das kann ich gar nicht glauben.
Lycinda: Weißt du denn ganz genau, dass es so ist, wie deine innere Betriebswirtin glaubt?

Ich: Nein.
Lycinda: Siehst du, du folgst ihr aber.

Ich: Ja, weil ich es so gelernt habe. So ist man nun mal als fleissige Deutsche.
Lycinda: Das mag sein, aber weißt du denn, ob du damit wirklich mehr Erfolg hast?

Ich: Nein.
Lycinda: Weißt du denn, ob du damit mehr verdienen wirst?

Ich: Nein.
Lycinda: Siehst du. Wie wäre es denn, wenn du mir glaubst und dir so richtig die Wünsche erfüllst, die du schon lange hast, zum Beispiel gleich Feierabend zu machen und mit dem Film "Sinn und Sinnlichkeit" einen Nachmittag mit Hugh Grant auf der Couch zu verbringen, dabei die Wärme des Kaminofens zu spüren, den Duft auf deiner Haut, das Schnarchen von Minu?

Ich: Seufz. Das klingt so schöööön!

Lycinda: Und, willst du es probieren?

Ich: Ja ich will!

Lycinda freut sich so sehr, dass sie in die Luft springt und dabei ihre Füße aneinander schlägt.

Einen schönen Nachmittag sagt mit einem Lächeln auf dem Gesicht

Anja Kolberg

Puh - Novemberblues!

Alle Jahre wieder...

Es ist kurz nach neun Uhr in der Früh und draußen ist es grau-dunkel. Es regnet Bindfäden. Heute ist nichts besonderes geplant, da muss ich mich schon bemühen, damit der Tag noch schön wird. Vielleicht ist ja was Schönes in der Post? Mein leckeres Frühstücksherz von der alten Bäckerei bei uns in der Straße und eine Tasse Kaffee wird wohl auch etwas helfen, aber so richtig? Hm, weiß nicht. Vielleicht helfen ganz viele Bestellungen? Ja, die würden was bewirken.

Gestern habe ich früh Schluß gemacht, gegen drei Uhr war der PC am Nachmittag aus. Pakete zur Post gebracht, Eier gekauft und Hefeteig für eine Pflaumenplatte gemacht. Die Früchte warteten in der Truhe auf ihre Erlösung. Irgendwo musste meine Energie hin. So was von lustlos...

Ich spüre, dass der Haupttrubel in mir, wie die Organisation des Webshops und all die Besorgungen, die damit zusammenhingen abgearbeitet sind. Alles hat sich eingespielt. Und ich falle in ein Loch wie bei allen großen Projekten, wo die extreme Anspannung abflacht, das Wetter gibt sein übriges dazu...

Mist!

Eigentlich warten noch jede Menge Newsletter-Abonennten darauf, in die Verteilerliste eingepflegt zu werden, der Newsletter will auch geschrieben werden. Doch es geht nicht. Irgendwie steht eine unsichtbare Mauer zwischen mir und den anstehenden Aufgaben. Ja, da ist noch mehr: Der Entsorgungsvertrag für die Teilnahme am Dualen System, an dem ich gesetzlich verpflichtet bin, teilzunehmen, will geprüft werden und die neuen Verpackungsmengen gemeldet. Darauf habe ich Null Bock!

Uh, da freue ich mich, morgen nach meiner Freundin Ariane zu fahren und sie nach ewigen Monaten persönlich wieder zu sehen und ihre süße ein Jahr junge Tochter. Eine schöne Abwechslung. Morgen habe ich garantiert keinen Novemberblues.

Letztes Jahr habe ich mir Blumen aus dem Garten reingeholt, doch da ist nicht wirklich noch was schönes. Inzwischen habe ich auch den Blumenkasten vor dem Bürofenster geleert, obwohl die Sommerblumen immer noch blühten. Ich konnte sie nicht mehr sehen.

So, jetzt schnappe ich mir mal Minu und wir zwei drehen durch den November-Regen eine Runde. Vielleicht hebt sich dadurch ja schon meine Stimmung. Und sonst lese ich mir durch, was ich letztes Jahr alles angestellt habe, um an Fröhlichkeit und Stimmung zu gewinnen:

Witzigerweise habe ich diese Beiträge und die E-Cards darin am 10. und 11. November vor einem Jahr geschrieben. Es scheint die dunkelste Zeit des Monats zu sein, bzw. hatte ich mich vielleicht danach an die Zeit gewöhnt oder ihr etwas Gutes abgewonnen. Kann nicht sein. :o)

Einen schönen Tag - ich versuche das Beste draus zu machen - und mich zu verwöhnen, damit ich gute Laune bekomme!

Anja Kolberg

Montag, 08 November, 2010

"Bärenkräfte" haben die Eichhörnchen

Freitag haben mein Mann und ich die Eichhörnchen in uns ausgelebt und Holz und Briketts für einen warmen Winter gebunkert. 1400 kg wolllten in den Keller transportiert werden. Noch nicht mal eine Stunde haben wir gebraucht. Doch anschließend... zittertem dem einen Eichhörnchen, das sonst meist auf einem Bürostuhl sitzt, statt auf Dächer zu klettern ganz schön die Arme. Jetzt fühlt es sich wie Arnoldine Schwarzenegger. :o)

Mittags wollte ich bloggen, aber ich musste mich zusammen nehmen. Wegen meiner überlasteten Arme konnte ich nur das nötigste machen. Gott sei dank hatte ich "keinen Rücken", weil ich im Keller stand und die Pakete nicht herunter reichen musste... Ja, ich bin stolz auf mich, weil ich mit anpacke. Ich habe zufällig am Wochenende gelesen, dass Frauen gesetzlich nur 10 kg auf der Arbeit heben dürfen. Ha! Die Holzbriketts wogen 20 kg das Paket. Ein Mädel vom Land eben. :o)

Meinen Sie, ich weiß noch, was ich schreiben wollte? Aaaaah, jetzt. Letzen Donnerstag war ich doch einkaufen, Jacke gefunden, die hatte ich mir im Katalog bereits ausgesucht. Richtig erschreckend fand ich, wie voll es war. Ich war im "Hürth Park", der liegt südwestlich von Köln, ein netter Einkaufspark, nicht überdacht. Das mag ich, weil dort viel frische Luft reinkommt. Jedoch fand ich erst nach langer Zeit einen Parkplatz. Es war wochentags - ein Nachmittag. Keine Vorweihnachtszeit, wo einfach viele Leute unterwegs sind. Hat es mit der Winterzeit zu tun? Mit Anfang November? Einige Tage zuvor war ich schon mal kurz dort, Fleecejacken kaufen. Da war es auch so voll. Ich begreife es einfach nicht. Wieso war es so extrem voll, warum waren so viele Leute unterwegs?

Die Zeitumstellung macht mir am Abend so'n bisschen zu schaffen. Plötzlich ist der Abend so lang. Im Sommer gehe ich in den Garten, setze mich raus. Das ist in der dunklen Jahreszeit nicht möglich - klar es ist möglich, ich will es aber nicht. Macht ja keinen Spaß. Ich brauche eine zeitlang, mich an die frühe Dunkelheit zu gewöhnen. Ich fänd's ja besser, die Sommerzeit würde es gar nicht mehr geben, dann müsste ich mich nicht abrupt auf dunkel umstellen, der Übergang wäre natürlicher. Irgendwann war doch die Möglichkeit, dass sich Europa auf die Abschaffung einigt. Ich habe das Gefühl, alle leiden darunter, aber es ist nicht so "wichtig", dass es geändert wird. Ob es eine Petitionsmöglichkeit beim europäischen Parlament dafür gibt?

Innerhalb einer Woche haben hier viele Bäume das meiste Laub verloren. Unfassbar, wie schnell das ging. Und wie schön bunt jetzt die Wege sind. Überhaupt fällt mir dieses Jahr auf wie wunderschön die Laubfärbung ist und sie hielt kaum zwei Wochen bis dass die Blätter fielen. Einen Ahorn habe ich gesehen, so hoch wie ein anderthalbstöckiges Einfamilienhaus, der aussah wie eine Feuerfackel. Oben Rot, dann dunkles Orange, immer heller werdend gelb bis unten einige grüne Blätter noch waren. So etwas habe ich noch nie gesehen. Traumhaft. Was ist der Herbst schön!

Anja Kolberg

Donnerstag, 04 November, 2010

Familie & mehr, was ich liebe

Gestern war ein schöööööööööööner Tag. Warum? Besuch bei meiner Familie, meine Oma hatte Geburtstag. Jede Menge Menschen drücken, die ich gerne habe, ich brauch gar nicht so viel zu quatschen, mir reicht schon die Energie des Familienverbundes. Gleich ob die Ursprungsfamilie meiner Mutter oder die meines Vaters, oder meine eigene, also meine Eltern und Geschwister oder die Familie meines Mannes: Familie tut mir einfach gut! Luna ist inzwischen ganz schön gewachsen und so süß und zum Knuddeln, dass ich sie am liebsten eingepackt und mitgenommen hätte... (Der Wirbelwind hat eine Tube Holzkleber zwischen die Zähne bekommen. Ergebnis: Interessante helle Stellen im Fell, die wohl irgendwann auch wieder gehen...)

Früher wurde in den Familien - mangels Fernsehen oder Radio - viel gesungen. So auch in der Familie meiner Oma oder bei meinem Vater war es auch so. Schade, dass diese Tradition schon fast ausgestorben ist. Die Onkels und Tanten sangen gestern im Kanon "Der Dom zu Köln", wobei ich den richtigen Text nicht behalten habe, aber wichtig ist nur: Es hat sich richtig toll angehört!

Ich bin stolz auf mich, dass ich den Wandkalender und den Tischkalender ausführlich vorgestellt habe. Das war eine sehr intensive Arbeit für mich. So lange Blogbeiträge schreibe ich selten. Mehrere Tage habe ich daran gearbeitet. Jetzt freue ich mich über das Ergebnis. Ich höre von verschiedenen Seiten, dass es Ihnen gefällt, dass ich mehr zu den Kalenderblättern erzählt habe. Ich habe das Gefühl, dass die Impulse, die ich jetzt aufgeschrieben habe, sich noch mal von dem unterscheiden werden, was ich dann in dem jeweiligen Monat dazu zu empfinde. Ich freue mich darauf!

Das nächste große Ziel ist den neuen Newsletter rauszubringen. Das werde ich auch noch schaffen!

Dankbar bin ich, dass die Kalender bei Ihnen so gut ankommen, denn sie sind meine Haupteinnahmequelle, die es mir überhaupt möglich macht, hier diesen Blog zu schreiben.

Sonntag Abend lief eine Sendung auf RTL, die mir gut gefallen und gut getan hat: Das Medium. Die kritische Berichterstattung, die ich darüber gelesen habe, macht mich traurig. Ich hatte das Gefühl, dass die Angehörigen sehr gut betreut worden sind und sie eine Erleichterung erfahren habe. Mir gefällt Kim-Anne Jannes sehr und ihre Arbeit, die sie dort geleistet hat. Von solchen Sendungen kann ich nicht genug bekommen. Ich liebe die Beweise, dass die Seele nach dem Tod des Körpers weiterlebt und der Kontakt zu Menschen, die gestorben sind, möglich ist. Für mich ist das ein großer Trost und Gewissheit zugleich. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin, wenn ich eines Tages sterben werde, ich werde aufgefangen von den Menschen, die ich kannte und die vor mir gegangen sind. Da oben warten schon mein Opa, meine Uroma, die Mutter meines Vaters, unser Hund Britta und ganz sicher auch Morle, mein süßes Schaf, das ich als Kind mit der Flasche aufziehen durfte und mir heute noch am Herzen liegt.

Jetzt mache ich hier im Büro Feierabend und gönne mir eine warme Winterjacke, da freue ich mich auch schon lange drauf.

Einen schönen Nachmittag wünscht Ihnen

Anja Kolberg

Mittwoch, 03 November, 2010

Wandkalender 2011: Herzensangelegenheiten

Wandkalender 2011 - Klick zum Shop Hier stelle ich Ihnen meinen ersten Wandkalender ausführlich vor. Was waren meine Impulse bei der Konzeption?

Wohlwissend, bei jeder Betrachterin und jedem Betrachter lösen die Bilder und Texte eigene Gedanken und Gefühle - bezogen auf das eigene Leben - aus.

Der Titel "Herzensangelegenheiten" fiel mir spontan ein, als ich mit den ersten Planungen für den Wandkalender begann und schon hatte ich Bilder von Herzen vor meinem Auge. Ich wollte Texte, die mich ermutigen, meinen Weg zu gehen, die mich aber auch herausfordern - zusammenfügen mit Bildern, die mich zuversichtlich stimmen, das Thema des Monats anzugehen.

Januar
Klick zum Wandkalender im WebshopFoto: Ein Filzherz im Schnee auf unserem Holzdeck.

Text: "Ich mache mir eine Freude."

Ich mache anderen gerne eine Freude. Aber mir selbst? Da komme ich ins Überlegen. Das soll ich wirklich tun?

Was könnte das sein? Blumen auf dem Schreibtisch oder im Eßzimmer? Ein neuer Schmöker? Einen Ausflug machen in den Japanischen Garten zum Fotographieren? Die Vögel am Futterhäuschen bei einer Tasse Tee in Ruhe beobachten? Der Besuch bei einer Freundin?

Der Januar erinnert mich daran, dass ich mein Herz zum Hüpfen zu bringen kann.

Februar
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Als ich meine Augen für das Thema "Herz" öffnete, war ich erstaunt, wie viele Herzmotive die Natur bietet. Hier die Pfeifenwinde in meinem Garten auf einem großen Rheinkiesel.

Text: "Ich habe Zeit für mich." Für Menschen, die mir wichtig sind, nehme ich mir Zeit, aber wann nehme ich Zeit für mich selbst, für meine eigenen Belange? Bestimmt 15 Jahre ist es her, dass ich an einem Zeitmanagement-Seminar teilnahm. Der Trainer dort empfahl, "Termine mit sich selbst" in den Kalender einzutragen, um im Alltagstrubel wirklich Freiraum für sich selbst zu finden. Vielleicht nehme ich mich wie ein Kind an der Hand und gehe bummeln? Ins Kino? Setze mich ins Café und schreibe Tagebuch? Mache eine Collage und stelle mir Fragen, wie ich mein Leben in diesem Jahr gestalten möchte?

März
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein durchscheinendes, pergamentartiges blaues Papier zu einem Herz geformt und vor dem Himmel fotographiert.

Text: "Ich gestalte mein Leben wie es mir gefällt." Ich liebe diesen Text. Dabei habe ich nicht daran gedacht, die Welt zu verändern oder meine völlig auf den Kopf zu stellen und jetzt alles anders zu machen oder wie Pipi Langstrumpf ein völlig unabhängiges Leben zu führen. (Obwohl: Warum nicht, wenn es jemand so möchte?)

Es geht mir vielmehr darum, im Rahmen meiner Möglichkeiten gezielt zu schauen, was ich anders gestalten kann, so dass mir mein Leben (wieder) gefällt. Selbst wenn ein Mensch in einer Beziehung lebt, die seit Jahrzehnten besteht und man meint, es war schon immer so und es kann gar nicht anders sein: Es ist möglich, das Leben zu verändern. Man meint, dass es nicht geht. Oft aus gutem Grund:

Mir fällt dazu die erlernte Hilflosigkeit ein. Ein Beispiel aus dem Zirkus: Wie kann es sein, dass riesige kraftstrotzende Elefanten an klitzekleinen Pflöcken befestigt sind, die sie mit Leichtigkeit ausreißen könnten? Nun, als kleiner Elefant haben sie das probiert, es aber nicht geschafft, weil damals die Pflöcke wirklich fester waren als ihre Kraft. Irgendwann haben sie aufgegeben, sie haben gelernt, dass es keinen Erfolg bringt, sich befreien zu wollen. Dabei haben sie vergessen, dass sich inzwischen viel verändert hat, sie sind viel stärker und größer geworden, sie probieren es nur nicht mehr und glauben nicht mehr daran, dass es möglich ist, sich zu befreien.

So kann es auch uns Menschen gehen. Über die Jahre und Jahrzehnte, oft Generationen hat sich in Beziehungen (sei es innerhalb einer Partnerschaft, in Freundschaften, in der Familie oder im beruflichen Umfeld) ein bestimmtes Verhalten etabliert. Manches davon stört uns (inzwischen), doch weil es schon ewig so war, glauben wir nicht, dass es noch anders werden kann. Da wundert man sich dann, dass eine neue Mitarbeiterin durchsetzt, woran andere gar nicht mehr geglaubt haben. Oder die neue Freundin schafft beim Ex-Partner eine Verhaltensänderung, die einen zum Staunen bringt. Anteil, dass wir es nicht schafften, mag die erlernte Hilflosigkeit haben.

Manchmal passiert es auch, dass ich nur meine, andere haben etwas gegen meine Pläne. In Wirklichkeit habe ich gar nicht mit den betreffenden Personen darüber gesprochen, ob mein Vorurteil stimmt oder irgendwann haben wir uns mal gehörig missverstanden und ein falscher Eindruck bleibt zurück. Es ist wie der Witz mit dem älteren Ehepaar und den Brötchenhälften, wo jeder die Seite nimmt, von der er glaubt, der Partner mag sie nicht, dabei ist es die Seite, die der andere gerne essen möchte. Sie haben nur nie darüber gesprochen...

Vielleicht lohnt es sich, über meine Vorstellung vom Leben zu sprechen und zu schauen, ob davon nicht doch mehr zu verwirkichen ist als ich bisher dachte und nur kleine oder sogar keine Hürden da sind, wo ich in meinen Gedanken hohe Mauern baute.

Wie sieht ein Leben aus, das mir gefällt - und nicht denjenigen, die vielleicht mein Leben bestimmen.

Keine Frage: Es ist nicht leicht, solche Veränderungen herbei zu führen. Manchmal fällt es schon schwer, über eine Veränderung - gerade vor dem Hintergrund der erlernten Hilflosigkeit - nur nachzudenken, ohne sie gleich mit einer Handbewegung wieder wegzuwischen. Wir selbst entscheiden, ob wir uns vom Pflock befreien.

April
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein Herz aus rostigem Eisen, das in einem Margeritenbusch in unserem Garten steckt.

Text: Freude oder Glück empfinden und ausleben, fällt mir leicht. Doch es gibt Gefühle, die sind schwer auszuhalten und zu akzeptieren: Scham und Neid zum Beispiel. Dem Gefühl der Trauer wirklich Raum geben, empfinde ich sehr schmerzhaft. Angst kann übermächtig sein, Wut will ich am liebsten wegdrücken oder runterschlucken.

Der Monat April erinnert mich daran, dass alle Gefühle, die ich empfinde, zu mir gehören und ihre Berechtigung haben. Auch wenn es in unserer Gesellschaft leichter ist, Freude als Trauer auszuleben und Wut eher akzeptiert wird als Neid. Jedes Gefühl ist ein Teil von mir. Ich möchte mich selbst annehmen und lieben wie ich bin. Dazu gehören alle Gefühle.

Gefühle tauchen nicht ohne Grund auf. Ich kann z.B. mit der Angst sprechen und so herausfinden, warum sie da ist und was sie mir mit auf den Weg geben will. Vielleicht ist das gar nicht so schrecklich, sondern sogar liebevoll und hilfreich?

Ich möchte meine Wut nicht "um des lieben Friedens Willen" hinunter schlucken oder in mich hinein "fressen". Die Folgen zeigen Waage oder Magenschmerzen an. Es heißt für mich also auch, zu äußern, was mir auf den Magen schlägt und zu akzeptieren, dass ich wütend sein und über meine Gefühle sprechen darf. Auch wenn ich es nicht auf Anhieb schaffe, den richtigen Ton zu finden. Übung macht die Meisterin - und mit den Lehrjahren werde ich besser lernen mit meiner Wut umzugehen und - eines Tages - wird es mir gelingen, mit sanften Worten über dieses Gefühl zu sprechen. Dann habe ich meine Meisterprüfung in dieser Kategorie bestanden!

Mai
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein Herz aus Papier geformt. Das war eine ganz schön knifflige Aufgabe - ich wollte das Foto unbedingt haben und ich bin glücklich, dass es mir gelungen ist.

Text: "Ich habe Mut." Es gibt Situationen, da fällt es mir leicht, mutig zu sein. Ich gehe die entscheidenden Schritte nach vorne. Und in mindestens genau so vielen Situationen ist das nicht der Fall. Ich sitze wie ein Häschen vor der Schlange und bewege mich keinen Centimeter. Je länger ich sitzen bleibe, desto schwerer wird es, endlich loszulegen... 'Perfekt zögern' kann ich prima, immer dann, wenn ich vermeiden will, dass etwas schief läuft, dass ich etwas falsch mache, jemanden verletze... und ich verharre dort weiter und weiter... will alles perfekt machen - und mache gar nichts.

Schmiss ich jedoch - statt in Angst zu verharren - gleich alle Bedenken über Bord und machte "es" einfach, ohne über die Folgen nachzudenken, war ich erstaunt, wie leicht es ging und wie wenig schief lief.

Der Monat Mai möchte mich ermutigen, einen Schritt vorwärts zu gehen. UND dabei zu riskieren, dass etwas schief gehen kann, das Ergebnis nicht perfekt ist. Doch das ist besser, als nichts zu unternehmen. So empfinde ich es im Moment auf jeden Fall. Mal sehen, wie es mir im Mai ergeht.

Juni
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: An diesem Puzzle hatte ich große Freude, ein ganzer Haufen Blütenblätter meiner größten Gartenrose, in einer ihrer Schalen liegt wohlbehütet ein Blütenblatt des Geraniums oder Storchschnabels.

Text: "Ich glaube an die Weisheit meines Körpers." In Bezug auf das Foto überlege ich gerade, ob das Rosenblatt oder das Geraniumblatt Seele oder Körper darstellen. Ich kann mir beides vorstellen. Dass die Seele den Körper umhüllt oder auch der Körper die Seele.

Doch nun zum eigentlichen Text: Die Weisheit meines Körpers - was ich damit meine: Ich habe einige Situationen erlebt, in denen mein Körper mir zeigte, dass es so nicht weitergeht. Die schmerzhaftesten Erfahrungen waren der Brustkrebsverdacht im Jahr 2000, der Bandscheibenvorfall 2001/2002 und mein Burn-Out 2006/2007. In jedem der Fälle war es einfach schrecklich für mich als die Krankheit auftrat - heute, rückblickend waren es kostbare Weggabelungen, an denen ich wichtiges in meinem Leben verändert habe.

So möchte das Juni-Kalenderblatt mich an die Weisheit meines Körpers erinnern, ich glaube, er weiß genau, warum mich z.B. mein Übergewicht immer noch begleitet. Da ist so viel mehr, als ich sehe.

Juli
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein ganzer Kasten frisch gekaufter Ölkreiden formen ein Herz.

Text: Erst wollte ich schreiben "Meine Liebe hat viele Farben.", aber es war mir noch wichtiger, es allgemeiner zu halten, um mehr einschließen zu können, also auch die Liebe, die mir selbst widerfährt oder die andere erleben. Bei den Regenbogenfarben des Bildes kommen mir gleich Assoziationen zum Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, aber auch dem Symbol der internationalen Friedensbewegung PACE. Überall ist Liebe enthalten: Die Liebe zu Menschen, für Frieden, für Gleichberechtigung, die Liebe zu Tieren, zur Natur, zu Hobbies, zu Interessen... Auch die Liebe, die ich zu mir selbst empfinde, hat viele Farben, nicht immer ist sie rosarot, ganz oft trägt meine Selbstliebe traurige Farben. Auch die Liebe zu einem Menschen ist nicht immer gleich intensiv, mal ist die Intensität hoch und mal so schwach, dass ich kaum etwas erspüren kann. Die Liebe, die mir selbst von anderen widerfährt zeigt sich auch in unterschiedlicher Ausprägung. Ist sie so wie ich sie mir wünsche? Hat sie die "Farbe", die ich wirklich brauche? Wie ist die Liebe, die ich gebe? Kann ich wirklich die Liebe zeigen, die ich empfinde?

Der Monat Juli möchte meine Beobachtung für dieses Thema sensibilisieren und mich zum Nachdenken über die Liebe anregen.

August
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein Herz aus Holz, das mein Onkel selbst gemacht und mir geschenkt hat, liegt weich auf einem Blütenmeer aus Hortensien, Dahlien, Rosen und Margeriten.

Text: "Ich lausche meinem Herzen."

Wirklich hinhören. Mir die Ruhe nehmen und eine kleine Auszeit in meinem Alltag und hören, was mir mein Herz zu sagen hat.


September
Foto: Die Idee, aus den Äpfeln unseres Gartens ein Herz zu formen, setzte ich spontan um. Es klappte leichter als ich dachte und machte mir einen Haufen Spaß! (Grundlage ist ein Kleiderbügel aus Draht, auf dem die Äpfel aufgereiht werden.)

Klick zum Wandkalender im Webshop Text: "Ich nehme mich an wie ich bin." Das "ich" habe ich durch eine andere Schrift hervor gehoben. Das habe ich auf jedem Kalenderblatt mit einem Wort so gemacht. Die Wörter in ihrer Gesamtheit geben ein Energiefeuerwerk ab.

Mich anzunehmen wie ich bin, puh, da muss ich erst mal durchatmen, so schwer fällt mir das. Es ist eine ganz wichtige Lernaufgabe für mein Leben, das zu tun. Nicht an mir herumzunörgeln, mich nicht unter Druck zu setzen, mich nicht lächerlich oder klein zu machen oder zu kritisieren. Nein, das alles nicht. Sondern mich wirklich anzunehmen und zu lieben wie ich bin. Mit meinen Fehlern, mit dem, was ich noch nicht kann, mit meinen Schattenseiten, denn die anzunehmen fällt mir besonders schwer.

Oktober
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Oh ja, das war eine Freude! An dem Nachmittag im September, als dieses Bild und auch das Apfelbild entstand, war ich so richtig in meinem Element. Ich stand etwas unter Zeitdruck, weil der Kalender fertig werden sollte. Und in solchen Momenten blühe ich so richtig zur Höchstform auf. Ich hatte zwar schon genügend Herzbilder, aber immer neue Ideen sprudelten aus mir heraus. Mir fielen die getrockneten Zweige der Clematis auf, ich band sie zu einem Herz und dann testete ich, wie die Blüten der hübschen lila-rosa Sommerblume darauf aussahen. Ergebnis: Super. Also plünderte ich den ganzen Bestand auf meiner Terrasse, um diesen schönen Kranz zu binden. In der späten Herbstsonne an meinem Weidenkorb befestigt kommt er so richtig zur Geltung. Ein Schmaus für meine Seele, meine Augen und das Kind in mir.

Text: "Ich verwirkliche meine Träume." Als ich Text und Bild am PC fertig hatte, stiegen mir Tränen in die Augen. So stimmig waren beide zusammen für mich. Das Kalenderblatt will mich daran erinnern, meine Träume nicht zu vergessen, sie nicht klein oder unmöglich zu reden, sondern immer wieder daran zu glauben, dass ihre Verwirklichung möglich ist. Ich will meinen Traum, einen Roman zu veröffentlichen und als Schriftstellerin zu leben, nicht wegschieben, nur weil ein Verlag gesagt hat, dass er meinen Roman nur mit Änderungen nimmt, die ich derzeit nicht vornehmen will. Solch eine Rückmeldung hat nichts mit der Möglichkeit zu tun, ob ich es schaffe, meine Träume zu verwirklichen. Unzählige Beispiele von Schriftstellern haben das bewiesen.

Bei meinem Buch "Ab 40 reif für den Traumjob" hörte ich des öfteren: "Sehen Sie das nicht zu sehr mit der rosa Brille?". Wenn alle Menschen sagen: "Das geht nicht! Das hat noch nie geklappt!" und ich empfinde, dass Dinge möglich sind, wenn ich daran glaube, dass Träume zu verwirklichen sind und ich stetig darauf hin arbeite, warum soll ich dann mit in dieses destruktie Horn blasen? Ja, dann will ich lieber diejenige sein, die die rosarote Brille trägt und Mut macht, die eigenen Träume zu verwirklichen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie kostbar es für mich ist, wenn mir jemand Mut macht, meine Träume zu verwirkichen und mit mir daran glaubt!

Wie viele Dinge wären auf dieser Welt nicht verändert worden, hätte es nicht Menschen mit Visionen und dem unzerbrechlichen Willen gegeben, sie zu verwirklichen?

 

Wo ich das Bild von meiner Lilo mit der rosaroten Brille sehe: Vielleicht sollte ich wirklich mit einer rosaroten Brille auftreten, wenn ich wieder Coaching und Workshops anbiete. Das gefällt mir und macht klar: Die Frau sieht's positiv, sie sieht die Chancen, sie ermutigt und ist sich - trotzdem - bewusst: Der Weg dorthin ist nicht immer rosarot und leicht.

November
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ist das nicht toll? Ein Herz aus Licht.

Text: "Ich wünsche mir was." Das kann ich in Bezug auf Weihnachten sehen, mir wirklich etwas zu wünschen, was mir wichtig ist. Die Krönung ist natürlich, wenn ich Menschen um mich herum habe, die bereit sind, mir diese Wünsche zu erfüllen. Oh, damit meine ich nicht teuere Dinge, sondern mir z.B. Zeit für den anderen nehmen, ihn in seinem Hobby zu unterstützen oder über meinen Schatten zu springen und vielleicht dem anderen etwas zu schenken, das mich Überwindung kostet, aber Freude bringt. Wenn ich keinen Menschen habe, den ich mich traue zu fragen, ob er mir meinen Wunsch erfüllt oder einfach keiner da ist, dann bleibt mir der wichtigste Mensch in meinem Leben, der mir zur Seite stehen kann: Ich selbst. Ich kann mir meine Wünsche erfüllen und mich ernst nehmen. Wenn mir mein Partner meinen Herzenswunsch nicht erfüllt, ein gemeinsames Wochenende nur zu zweit miteinander zu verbringen, dann habe ich immer noch die Möglichkeit, mir selbst diesen Wunsch zu erfüllen und alleine zu fahren oder jemand anderen mitzunehmen, der sich freut, mich zu begleiten.

Wie oft mache ich mir keine Gedanken darüber, was ich mir wünsche? Plopp, ist Weihnachten da und dann fällt mir nichts ein. Was ist es, das ich mir wünsche? Ganz egal, ob sich die Wünsche erfüllen - unabhängig davon, ob ich mir von jemand anderem etwas wünsche oder es ein Wunsch ist, den nur der Himmel erfüllen kann: Den Anfang bildet der Wunsch an sich.

Dezember
Klick zum Wandkalender im Webshop Foto: Ein Herz aus Hagebutten und Moos - auf unserer wunderschönen alten Holztruhe fotographiert.

Text: "Ich bin liebenswert." Ich finde diesen Text wunderschön und so passend zum Foto. Es gibt so viele Dinge, die mich liebenswert machen. Jede einzelne Hagebutte steht für eines dieser Dinge. Ganz egal, ob andere mir das Gefühl geben, dass ich liebenswert bin oder nicht. Ich weiß tief in meinem Herzen: Ich bin es.

Das ist er: Mein Wandkalender "Herzensangelegenheiten" 2011. Ich spüre eine große Liebe für diesen Kalender. Es war eine anstrengende Geburt und eine anstrengende Schwangerschaft. Das erste Mal ein neues Produkt anzubieten, erfordert viel Geduld und viele Arbeitsschritte. Doch diese Zeit war auch fruchtbar und vor allen Dingen Freude bringend. Einen ganzen Haufen Spaß hat es mir gemacht, die Herzensbilder zu entwerfen und fotographieren und mit stimmigen Texten zu einer Einheit zu gießen.

Jetzt bin ich stolz und glücklich, dass er da ist. Mein Herzensprojekt. Mein Baby 2011.

Klick zum Wandkalender im Webshop

Im Webshop können Sie ihn kaufen, ich versende ihn auch gerne direkt an Ihre Geschenkempfänger.

Im Geschäft meiner Blumenfreundin Petra können Sie ihn direkt kaufen: Blumen-Stil, Kirchweg 131, 50858 Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 02 November, 2010

Haaaallloooo? Erde????

Guten Morgen aus Köln!

 

Ich fühle mich heute früh ziemlich komisch. Als wäre mein Inneres ziemlich unsortiert, als würde ich innerlich ständig über irgendetwas stolpern. Draußen auf der Straße war eben ziemlicher Trubel, Hupen, Ungeduld. Wenn ich eine Sternendeuterin wäre, vielleicht wäre mir dann klar, was los ist, weil irgendwelche Sterne vielleicht so stehen wie sie sonst selten zueinander stehen, was dieses Durcheinander auslöst. Ja, wäre jetzt praktisch, so eine Erklärung.

Die habe ich aber nicht! Mist!

So sitze ich jetzt hier an meinem Schreibtisch mit dem Gefühl und fühle mich unwohl. Blöde!

Ein Lichtblick erreichte mich eben, als ich die Türe öffnete und ein wunderschöner Kranz aus Buchs und Hagebutten mit einer witzigen und herzerwärmenden Karte auf der Fußmatte fand. Ooooooooh wie schön ist das denn? Ein Gruß meiner Blumenfreundin Petra. *HÜPF*

Mein Wochenende war sehr schön. Nicht nur, dass mein Mann und ich eine gute Teamarbeit abgeliefert haben: Er hat geputzt, ich habe den Einkauf gestemmt (zwei Wochen kein Auto, da staut sich Bedarf auf...), ich habe den Hefeteig gemacht und er den Zwiebelbelag. Er hat den Kaffee zubereitet, ich den Tisch gedeckt. Ja, wir zwei können superschön harmonisch zusammen arbeiten. Ich muss gerade grinsen, weil wir genaus so gut superschön streiten und uns fetzen können. :O) So bleibt Partnerschaft eben spannend.

Samstag war meine Familie mit Kuchen bepackt zu Besuch. Sie waren eingeladen unser neues Wohnzimmer zu begutachten. Es hat ihnen gefallen, das hat uns gefreut. Die Mischung aus süßem Kuchen und dem herzhaften Zwiebelkuchen machte sich übrigens herrlich im Gaumen. :o)

So war das Wochenende herrlich entspannt, ausschlafen, lesen, mit Minu das Herbstlaub bewundern gehen, gemütlich TV gucken... Alles prima.

Also, warum bitte schön bin ich dann heute früh so durcheinander? So aufgewühlt? So ---- aaaaaah ---- ich kann es gar nicht in Worte bringen, wie ich mich fühle. Unruhig. Nervös. Ich find's ätzend!

Wenn Sie das Bild anschauen, bekommen Sie einen klitzekleinen Einblick, wie sich das anfühlt.

Ach, ich könnte jetzt noch ewig so weiterjammern. Das tut mir auch gut, weil ich versuche, das was ist, in Worte zu fassen. Und das hilft mir klarer zu werden. Auch wenn ich es unter "jammern" ein bischen ins Lächerliche ziehe. Ist nicht nett, merke ich gerade, was ich da mit mir mache.

Also: Ich jammere nicht, sondern ich versuche rauszufinden, was los ist. Die Abkürzung ist einfach: Ein Dialog mit meiner inneren Stimme.

 

Also, Anja, was ist los? Ich bin müde.

Du bist müde? Du hattest doch ein langes gemütliches Wochenende! Ja das ist eben das Problem. Es war zu lange.

Das verstehe ich nicht ganz. Es war einen Tag mehr als sonst. Wo ist da das Problem? Dass hat mit meinem Inneren zu tun. Ich brauche den regelmäßigen, gleichmäßigen Ablauf. Der fehlte. Deswegen bin ich müde.

Hm, verstehe ich immer noch nicht so ganz, weil ich nicht sehe, was denn da so viel anders gewesen sein soll als sonst. Es war nicht viel anders.

Ja eben, das meine ich doch. Was soll deine Antwort dann? Ich bin müde, weil ich mich am Wochenende nicht wirklich ausgeruht habe. Ich habe immer mal wieder gearbeitet. Ich habe mich nicht wirklich fallen lassen. Mir nicht wirklich meine Auszeiten genommen und mich ausgeruht. Deswegen bin ich müde. Wenn es kürzer gewesen wäre, wäre es besser für mich gewesen, weil ich schon viel früher in meinen üblichen Rhythmus gekommen wäre. Jetzt habe ich das Gefühl, dass so viel liegen geblieben ist und die Woche so viel los ist, dass es mich schrecklich müde macht.

Aha, jetzt verstehe ich dich schon besser. Soll ich diese Woche etwas aus dem Terminkalender streichen, damit es dir besser geht? (Mein Inneres atmet tief durch.) Ja, bitte streiche den Termin in der Werkstatt. Das macht mich ganz nervös.

Ja, aber ich will, dass das Auto endlich fertig ist. Immer ist was neues damit und es steht auf meiner "To-Do-Liste", diese Liste macht mich ganz kirre. Diese Woche kommt der Waschmaschinen-Reparateur vorbei, ich möchte den Newsletter rausbringen, dafür muss ich noch neue Software kaufen (und mich reinarbeiten), ich will den Wandkalender noch vorher ausführlich vorstellen, das Holz für den Kaminofen wird geliefert, ich möchte gerne ins Bergische fahren... Ja, jetzt weißt du, was mich so nervös macht. Irgendwie fehlt mir der gestrige Werktag, um schon etwas davon erledigen zu können. Jetzt habe ich das Gefühl, fünf Tage werden in vier Tage gepackt. Das macht mich so durcheinander.

Ja, verstehe ich. Soll ich etwas aus dem Terminkalender nehmen? Mit dem Waschmaschinen-Monteur erst einen Termin für nächste Woche machen zum Beispiel? Hm. Ich weiß nicht richtig. Nein, eigentlich bin ich auch froh, wenn die Sachen endlich repariert sind.

Und nun? Geht es dir jetzt besser? Ein bischen schon. Gerade ist eine Mail reingekommen von einer Sache, die noch offen war und die jetzt geklärt ist. Das ist auch schon mal gut. Es ist eben anstrengend, wenn zu viele Baustellen gleichzeitig bearbeitet werden. Dann springe ich zwischen den verschiedenen Dingen hin und her und komme nicht zur Ruhe.

Okay, also lasse ich alles so laufen und entscheide aus dem Moment heraus, ob ich die Termine mache oder nicht? Vor allen Dingen ist mir ganz besonders wichtig, die Dinge zu machen, die ich gerne mache, die mir am Herzen liegen und mir gut tun, wie meine Familie diese Woche zu besuchen. Meine Oma hat nämlich Geburtstag und es ist mir seeeeehr wichtig, sie zu besuchen. :o) Das ist mein leuchtendes Sternchen diese Woche im Kalender.

:o)

Wie ist es jetzt?

Beim nochmaligen Durchlesen merke ich, dass es noch immer nicht wirklich gut ist. Mal sehen, ob es sich im Laufe des Tages mehr löst und klärt.

Update am späten Nachmittag: Jetzt geht es mir wirklich besser. Ich habe zwei der für mich stressigsten Punkte, wozu auch die Werkstatt gehörte, bereits abgearbeitet. *freu* Das gibt mir Luft ... und Schwung!

Herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Montag, 01 November, 2010

November 2010

Motiv November 2010 - Tischkalender - Klick zum Shop - Tischkalender 2011

Ich liebe das Feuer des November-Blattes auf dem Tischkalender. Aufgenommen habe ich das Foto mit langer Belichtungszeit vor unserem Kaminofen. Seine ganze Leucht-Kraft entfaltet das Bild besonders als Desktop-Motiv.

Was fällt mir zum Motto für diesen Monat: "Ich sage, was ich wirklich will." ein?

Zu sagen, was ich wirklich will, setzt voraus, dass ich weiß, was ich wirklich will. Zu schnell habe ich irgendetwas gesagt, im üblichen Trott verhaftet, ohne darüber nachzudenken: Will ich das wirklich? Oder ist es das, was ich immer so gemacht habe? Was die anderen von mir erwarten? Was die Gesellschaft von mir erwartet? Manchmal weiß ich auch, was ich wirklich will, es ist aber schwer, es zu sagen.

Ein Beispiel: Wenn ich am liebsten einen guten Job ablehnen will, der mehr Verantwortung, mehr Geld, mehr Ansehen bedeutet. Erfahren Andere davon, haben sie dafür schnell kein Verständnis, wie kann man "in der heutigen Zeit...", "da muss man doch froh sein...". Jobs lehnt man nicht ab, die nimmt man an. Bei solchen Meinungen spielt auch die momentan scheinbar rosige Arbeitsmarktsituation keine Rolle.
Wenn ich jedoch in mir nicht den Wunsch verspüre, diesen Job anzunehmen, sondern eher Ablehnung spüre, ich die zusätzliche Verantwortung, den Stress nicht möchte, dann kann mich dieser Wunsch ganz schön ins Schwitzen bringen. Soll ich sagen, was ich wirklich will? Wie werden die anderen reagieren? Will ich mir wirklich diese Gesichter anschauen und die Vorwürfe anhören?

Dieses Kalenderblatt möchte den Betrachter, die Betrachterin darin ermutigen, zu sagen, was sie wirklich wollen.

Kein anderer Mensch kann wissen wie ich fühle, warum ich mich so entschieden habe, warum ich etwas sage oder auch nicht, weil nur ich selbst in meiner Geschichte stecke, meine Erfahrungen gemacht habe. Es sei denn, er interessiert sich wirklich für mich, fragt nach und hört mir zu, dann wird mein Gesprächspartner mich vielleicht verstehen und fühlen, was ich fühle.

Ich entscheide mein Leben. Es ist meine Lebenszeit, mein Streß, es sind meine Gefühle, meine Freude oder auch meine Unlust, mit der ich zu kämpfen habe, kein anderer.

Wie ich herausfinde, was ich wirklich will? Als ich noch Workshops gegeben habe, war das Thema vom Workshop "Innere Stimme" und auch im Berufsworkshop spielte es eine Hauptrolle. Wenn ich auf mich selbst höre, meine Bedürfnisse, mein Herz, meine Stimmungen, dann komme ich dem immer näher, was ich wirklich will.

Ein guter Spiegel finde ich ist die Mimik: Wenn mir jemand erzählt, welche Pläne er hat und welche möglichen Entscheidungen er in Erwägung zieht, kann ich an der Mimik seines Gesichts ablesen, was er wirklich will, auch wenn er sich das nicht eingestehen will/kann/darf. Bei dem, was der Andere will, leuchten die Augen, lächelt der Mund, sprühen Funken in der Stimme. Bei dem, was er meint, zu "müssen", wird das Gesicht ernst, Falten auf der Stirn, die Augen schauen eher nach unten, ein trauriges, nachdenkliches, ernstes Gesicht. Der Körper ist so ehrlich zu uns, deswegen mag ich ihn, wenn seine Antworten auch oft unbequem sind, weil er auch schon mal mit Schmerzen den Weg zeigt...

Ganz herzliche Grüße aus Köln
und einen wunderbaren November

Ihre Anja Kolberg

PS: Wenn der Tischkalender im nächsten Jahr auch auf Ihren Tisch stehen soll, hier im Webshop können Sie ihn kaufen.

Donnerstag, 28 Oktober, 2010

Tischkalender 2011: Ich trau mich was

Tischkalender 2011: Ich trau mich was

Hier stelle ich den Tischkalender 2011 ausführlich vor und die Impulse, die ich bei der Konzeption hatte. Doch bei jeder Betrachterin, jedem Betrachter, lösen die Bilder und Texte eigene Assoziationen - bezogen auf das eigene Leben aus.

Kommen Sie mit auf eine Reise und erfahren Sie, wie der Tischkalender Sie auf Ihrem Weg durch das kommende Jahr begleiten möchte:

Januar
Januar 2011 

Das Foto entstand im Winter 2010 an Dänemarks Nordseeküste im "Land des Lichts". Besonders am Abend nach Sonnenuntergang verströmt das Licht dort eine besondere Atmosphäre. Diese Zeit nennt sich auch "die blaue Stunde". Viele Künstler haben sich dort oben niedergelassen, um die besondere Stimmung in ihre Kunstwerke einfließen zu lassen.

"Ich trau mich was", ist eine Einladung, etwas zu wagen, was ich in meinem Leben erleben möchte, wie ich sein möchte. Zu mir stehen, zu meinen Wünschen, Träumen, Ideen, Gedanken, Meinungen. Kurz: Mich trauen, ich selbst zu sein.

Februar
Februar 2011

Foto: Die Buddha-Statue steht in unserem Garten, ihr Gesicht und ihre Körperhaltung symbolisieren für mich Entspannung, Stille und Gelassenheit.

Ich finde es immer wieder eine Herausforderung, im Alltag inne zu halten und mich daran zu erinnern, mir selbst zuzuhören: Was will ich? Was brauche ich? Möchte ich "ja" sagen auf eine Einladung oder lieber zu Hause bleiben? Was sagt mein Inneres zu den Fragen, die mir im Alltag begegnen?

März
März 2011

Was ist meine weiche Seite? Wo bin ich hart gegen mich selbst oder gegen andere? Wo wäre es hilfreich, weicher zu werden? Für Frauen ist die weiche Seite vielleicht ihre Weiblichkeit zu zeigen oder für Männer vielleicht ihre Gefühle zu zeigen... Ist es wichtig für mich, meine weiche Seite zu schützen oder ein zuviel oder zuwenig ins Gleichgewicht zu bringen?

Das Foto zeigt einen Frühlingsblüher, den ich im Botanischen Garten in Bonn fotographiert habe: Küchenschelle oder Pulsatilla. Ich mag diese Heilpflanze sehr, auch auf der Postkarte Nr. 06035 spielt sie die Hauptrolle. Laut dem Buch für Blütenessenzen steht sie für innere Sicherheit und unterstützt uns, mit uns selbst eins zu sein. Auf einer Webseite für Blütenessenzen steht zu Pulsatilla: "Hilft seine weichen Seiten bewahren zu können, indem man auch bewußt Grenzen setzen kann; wenn man durch zu große Nachgiebigkeit und den daraus folgenden Erfahrungen verhärtet."

April

Dem Satz: "Ich mache mich unabhängig", galt bei der Kalenderkonzeption meine besondere Aufmerksamkeit. Mir war sehr wichtig, dass er darin seinen Platz fand. Erst ganz zum Schluss entstand wie von selbst ein stimmiges Puzzle zwischen dem Satz und diesem Foto, aufgenommen im Kölner Stadtwald.

Abhängigkeiten können sich durch vieles zeigen: Ich kann mich zum Beispiel abhängig machen von den Stimmungen, den Entscheidungen, dem Handeln oder Nicht-Handeln, den Wünschen und Zielen, dem Tagesablauf anderer Menschen. Dabei geht es nicht um die Situation Mutter-Kind, sondern um Erwachsene und ihr Verhalten.

Erstes Beispiel: Der Mensch, mit dem ich meine Zeit verbringe, hat schlechte Laune. Abhängiges Verhalten: Ich überlege, was ich falsch gemacht habe, dass er schlechte Laune hat, vielleicht bekomme ich selbst schlechte Laune. Unabhängiges Verhalten: Ich lasse dem anderen seine Stimmung und beziehe mich nicht darauf, sondern kümmere mich um mein eigenes Wohlbefinden.

Zweites Beispiel: Mein Mann hatte in unserem letzten Dänemarkurlaub Null Bock auf Bummeln. Abhängiges Verhalten: Ich bleibe auch "zu Hause", weil ich alles mit ihm erleben will. Unabhängiges Verhalten: Ich lasse ihm die Freude zu Hause zu sein und kümmere mich um mich selbst. Ich gehe mit all der Zeit und Muße, die ich dafür haben möchte, bummeln. Ich kann Ihnen sagen: Meine Laune war danach wie beschwingt - und daran hatte auch mein Mann seine Freude!

Mai

Diese Stiefmütterchen verzauberten mich im Garten meiner Familie im Bergischen. Unabhängig von Beetgrenzen säen sie sich selbst aus und siedeln sich dort an, wo die Bedingungen stimmen. Zum Beispiel zwischen den Ziegelsteinen auf dem Gartenweg. (Übrigens steht das wilde Stiefmütterchen, also eine Schwester des oben abgebildeten, bei den Blütenessenzen für Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Ich freue mich, dass es - unbewusst - zum Text passt.)

Wo spüre ich Grenzen, die mich einengen? Möchte ich mich davon befreien? Habe ich schon eine Idee wie? Wohin soll es gehen?

Juni
Juni 2011

Oh, das Bild gefällt mir besonders gut. Unsere Nachbarin hatte auf ihrem brach liegenden Grundstück als Versuch den Inhalt einiger Samentütchen verstreut. Das Ergebnis war fantastisch! Verschiedene Sorten Mohn und Rittersporn blüten mehrere Wochen um die Wette und zogen unzählige Bienen an. Jeder, der am Zaun vorbei ging, erfreute sich an dieser Blütenpracht.

Für mich bedeutet eine Türe zu öffnen, etwas auszuprobieren, etwas zu wagen, bei dem ich nicht sicher weiß, was geschieht. Es kann bedeuten, eine innere Türe zu öffnen - oder auch eine wirkliche Türe in meinem Leben.

Gibt es einen Raum in meiner Wohnung, meinem Haus, meinem Büroräumen... den ich nicht betrete? Wofür steht er?

Welche inneren Räume gibt es, an denen ich immer wieder "vorbei laufe"? Mit inneren Räumen, inneren Türen meine ich Themen, die für mein Leben wichtig sind. Ich möchte zum Beispiel den Raum meiner Kreativität viel mehr nutzen, meine Lust zu Schreiben. Ich sehe noch viele weitere Türen und dahinter liegende Themen, die ich noch nicht oder zu wenig angepackt habe. Bei manchen weiß ich, was sich dahinter verbirgt, bei anderen weiß ich es nicht. Es ist so aufregend und spannend wie ein Haus, das ich zum ersten Mal betrete und nach Herzenslust durch die Räume schlendern kann.

Gibt es da eine Türe, vor der ich immer andächtig stehen bleibe, vielleicht vorsichtig horche, was sich dahinter verbirgt und ich traue mich nicht, sie zu öffnen? Vielleicht kann der Monat Juni Mut machen, diese Türe einmal zu öffnen und dann von einem solch wunderbaren Blütenfeld überrascht zu werden. Wenn mir der Raum hinter der Türe nicht gefällt, kann ich sie ja wieder schließen. Der Versuch alleine zählt.

Juli
Kick zum Tischkalender

Die Rose Leonardo da Vinci verzaubert mich in den Sommermonaten mit ihrer Farbe, Blütenform und Duft. Auf diesem Bild zeigt sie ihre wundervoll gefüllte Blüte.

So wie die Rose vorsichtig ihr Inneres preis gibt, habe auch ich die Möglichkeit, mein wirkliches Ich zu zeigen, das ich manchmal aus Angst verberge. Meine zarte und meine schöne Seite, aber auch die Stacheln, die ich trage. Sie gehören wie die bezaubernde und betörende Seite zu jedem Menschen dazu.

Der Juli lädt jedoch nicht nur dazu ein, mein Inneres zu zeigen, sondern auch mein Äußeres. Zu meiner Figur stehen, meinen Haaren, meinen Falten, meiner Größe, vielleicht einem Handicap, meinen Rundungen oder zu meiner schmalen Seite. Mich zu mögen wie ich bin - ein liebenswerter und interessanter Mensch und nicht ein Abziehbild perfekter Medienfiguren.

August
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Das wird für mich - zumindest aus heutiger Sicht betrachtet - der herausforderndste Monat. Ich bin gerne freundlich, ecke nicht gerne an, bereite andern ungerne Sorgen oder unangenehme Gefühle. Doch wenn ich zu mir selbst stehen und meine Bedürfnisse respektieren will, muss ich lernen unbequem zu sein. Wenn ich immer getan habe, was andere von mir wünschen und wollen, wird es - für alle - unbequem, wenn ich auf einmal "Nein" sage oder meine Meinung äußere. Ich habe also bisher nicht gelernt damit umzugehen, wenn andere wegen mir traurig sind oder vielleicht sogar wütend und enttäuscht. Der Monat August will mich daran erinnern, dass ich es lernen kann, unbequem zu sein. Von mal zu mal fällt es mir leichter und den anderen auch. Sie lernen mich von einer anderen Seite kennen und merken, dass auch ich Konturen habe.

Der Schopflavendel auf dem Foto hat einen himmlischen Duft im Sommer verbreitet. Im Hintergrund zeichnen sich Rosen und Hortensien ab. Lavendel fördert die Aufnahmebereitschaft für Neues, in dem er Klärung, Ruhe und Nervenstärke bringt. Was für eine hilfreiche Begleitung zum manchmal sicher anstrengenden Motto.

September
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Diese Clematis blüht zweimal im Jahr, einmal im Frühling und nochmals im September. Mit ein bischen Unterstützung klettert sie an Bäumen empor und verschönert so kahle Stämme. Übrigens hilft Clematis als Bachblüte, wach, aufmerksam und konzentriert zu sein.

Der Monat September möchte darin bestärken, mir selbst, meinen Gefühlen und Empfindungen zu vertrauen. Es kann sein, dass andere Menschen diese Signale, die ich wahrnehme, gar nicht erkennen, sei es die Krankheit eines Tieres, ein komisches Fahrgeräusch im Auto, der Impuls, dass etwas Komisches geschieht oder das Gefühl, mein Gegenüber trägt eine Last auf seinen Schultern, bestreitet das jedoch. Unabhängig von der Reaktion der Anderen, ihren Meinungen und dem, was real geschieht, vertraue ich meiner Wahrnehmung, stehe zu mir und meinem Gefühl.

Oktober
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Dieser Fliegenpilz in der warmen Herbstsonne war der Glücksfund während meinem Fotospaziergang durch den Bergischen Wald. Genau in dem Moment, wo wir dort waren, schien die Sonne durch die Bäume und strahlte diesen Pilz wie auf einem Präsentierteller an.

Der Fliegenpilz steht für mich für etwas Besonderes, ein bischen gefährlich vielleicht, obwohl auch unter bestimmten Umständen genießbar. Ein Blickfang. Der Monat Oktober macht Mut, zu meiner Andersartigkeit zu stehen. Vielleicht habe ich gar keine Lust, mit der breiten Masse zu schwimmen, sondern ich möchte meinen eigenen Weg wählen? Anders gekleidet sein, die Haare anders tragen, eine andere Meinung haben... und zu erleben, dass ich geliebt bin, auch - oder obwohl ich anders bin.

November
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Foto aus unserem Garten: Ist der von Raureif überzogene Stempel der Echinazea nicht wunderschön? Ich liebe die kühle Stimmung des Bildes, die so sehr in diesen Monat und seine besondere Schönheit passt.

Ein Satz begleitet mich seit einigen Jahren: "Man muss dem Anderen auch sein Schicksal lassen können." Wenn ich mir um einen erwachsenen, mündigen Menschen, der mir am Herzen liegt, Sorgen mache, weil er z.B. Dinge tut, die mir Angst machen oder die im allgemeinen als gesundheitsschädlich gelten, dann ist das eine emotional anstrengende Situation. Doch geben mir meine Sorgen das Recht, für ihn Verantwortung zu übernehmen und sein Leben zu bestimmen, nur weil es dann läuft, wie ich es für richtig empfinde und es mir dann vielleicht besser geht? Für mich bedeutet dieser Satz, dem anderen seine Selbstverantwortung zu lassen und zu vertrauen, dass er sein Leben in SEINEM Sinne lebt. Denn darauf kommt es an, nicht auf das, was ich meine, sei richtig. Ich habe die Aufgabe, mich um mein Leben zu kümmern. Das Zitat ermutigt mich, in solchen Situationen los zu lassen und mich auf mich selbst zu besinnen. Oh, das fällt mir nicht leicht.

Dezember
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Bei dem Foto hatte ich einen Spaß! Schon lange faszinieren mich Steinstapel, so gerne wollte ich einen im Kalender haben. Erst dachte ich: Das schaffe ich gar nicht selbst zu machen, viel zu kompliziert und dann habe ich es einfach probiert... Der Stapel ist einige Male zusammengekracht, denn wie Sie sehen, sind die Steine nicht nur flach, sondern ziemlich rund und unregelmäßig. Es sollte wenn schon, dann schön und besonders aussehen. Beim sechsten oder siebten Mal klappte es dann. *HÜPF* Das war ein so tolles Gefühl. Ich liebe die beruhigende Wirkung dieses Turmes, die Farben und Formen der Steine. Hmmm. Schön!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme nicht vorwärts auf meinem Lebensweg. Stillstand. Doch wie ich in meinem Blogbeitrag im Mai 2009 berichtete: Gefühlter Stillstand muss nicht wirklich "nicht weiter kommen" bedeuten. Es kann Festigung bedeuten, zu mir finden, sicherer werden, mein Gleichgewicht finden. Und vielleicht komme ich viel weiter auf meinem Weg, wenn ich es wage, langsam zu gehen und stehen zu bleiben. Ruhe finden und zu mir kommen in einem hektischen Monat wie der Dezember es oft ist.

Das ist er, der Tischkalender 2011.
Desktopmotive/Wallpaper
Parallel zum Tischkalender biete ich diese Bilder als Desktopmotive an. Ich möchte diesen morgendlichen Willkommensgruß auf meinem PC nicht mehr missen, vor allem die Größe und die Leuchtkraft der Motive sind ein Seelen- und Augenschmaus.

Anja Kolberg

Immer was Neues im Weg!

Anderthalb Wochen war unser Auto für die Behebung des Blechschadens in der Karrosseriewerkstatt. Gestern konnten wir ihn endlich nach Hause holen, heute ist er wieder in einer anderen Werkstatt, weil bei der Inspektion etwas festgestellt wurde, das repariert werden muss... Und nächste Woche geht es noch mal in die Karroseriewerkstatt zurück, weil sie uns noch den Seitenhieb eines irgendwann mal neben uns Parkenden wegmachen wollen, woran ich vorher nicht gedacht habe... Bäh, es ist doch immer etwas anderes auf dem Weg, dabei dachte ich, es wäre jetzt endlich gut!

"Boah, bin ich froh, wenn der Wagen wieder in Ordnung ist!", da waren mein Mann und uns gestern auf dem Weg zur Werkstatt einig. Solche Aktionen und Termine sind wie gefühlte Baustellen auf dem Weg, die Energie und Aufmerksamkeit brauchen und binden.

Manche Baustellen sind auch schneller weg wie gedacht, so zum Beispiel, dass ich es innerhalb kürzester Zeit geschafft habe, mit dem Shop auf eine schnellere Plattform bei meinem Provider umzuziehen. Schwups - ohne Probleme - voller Erfolg. Erstaunlich wie schnell er jetzt geworden ist. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, hatte ich doch mit Problemen gerechnet.

Ich unterliege einer Illusion, wenn ich hoffe, dass irgendwann mal alle Baustellen geschlossen sind und keine mehr kommt. Es ist immer irgendwas. Die Frage ist also nicht, wie ich Baustellen vermeiden kann, denn die gehören offensichtlich zum Leben dazu, sie werden immer wieder auftreten. Die Frage ist eher, wie ich damit umgehe. Denn auch durch meine Gedanken "Ich bin froh, wenn die Baustelle endlich geschlossen ist." gehen sie ja nicht weg. Schade eigentlich...

Ich habe aber auch keinen Bock, mit ihr zu tanzen und zu sagen: "Och wie schön, dass du da bist. Es macht mir gar nichts aus. Ich mache das Beste draus." Nö, ich bin nicht froh. Es stresst mich.

Warum? Weil es nicht so läuft wie immer, der Alltag ist verändert, OHNE dass ich das wollte.

Wie kann ich damit umgehen, dass es immer wieder Baustellen gibt? Gar nicht.

Kann ich mich anders verhalten? Nein.

Anders denken? Nö. (Andere vielleicht schon, ich jetzt nicht.)

Was denn? Es ist einfach so, Anja. Hadere ruhig damit, ärgere dich, wenn es länger dauert oder gehe gelassen damit um. Das ist alles nicht entscheidend. Wichtig ist, dass du dich überhaupt damit auseinander setzt und dir bewusst wird, dass es dich stresst. Und das stressige Dinge auch wieder vorbei gehen und dann eine herrliche Freiheit und Entspannung eintritt... bis zur nächsten Baustelle.

So ist das Leben.

Okay!

Einen schönen Tag ... von einer, die mit Vorfreude darauf schaut, dass heute wieder der Teilabschnitt einer Baustelle geschlossen wird... und dann nächste Woche und ...

Anja Kolberg

PS: Wo ich mein "Sie ist weg"-Bild sehe, vielleicht ist das eine schöne Art für mich, mit Baustellen umzugehen, in dem ich ganz bewusst feiere, wenn sie weg sind. Das gefällt mir. :o)

Montag, 25 Oktober, 2010

Das einfache Leben. Basisprogramm erwünscht.

Es gibt Tage, da bin ich einfach nicht gut drauf und nicht doll belastbar.

Entweder wache ich morgens auf und habe ein Stimmungstief aus heiterem Himmel. Oder ich spüre gleich: Heute bin ich nicht so belastbar wie sonst. Einfach so. Oder wenn ich meine Periode habe und Bauchweh. Oder .... oder... oder...

Was mir dann hilft, ist die Konzentration auf das einfache Leben: Die Aufgaben erfüllen, die wichtig sind. Nicht mehr. Alle Gedanken wie "Morgen musst du..." oder "Oh, das muss auch noch gemacht werden..." oder "Ah, da ist noch das Projekt, das wolltest du doch auch noch..." abwehren.

Immer wieder meine Aufmerksamkeit auf das wirklich wichtige richten: Meine Aufgaben erledigen. Pausen machen. Essen. Trinken. Möglichst früh Feierabend. Nichts Neues anfangen, in das ich mich erst reinarbeiten muss. Keine Termine. Alles, was Streß auslöst und Druck, vermeiden. Entscheidungen notfalls verschieben. Keine besonderen Ansprüche an mich stellen.

Kurz: Das Basisprogramm abspielen.

Das klappt ziemlich gut. Ich bin erstaunt, wenn ich diese Wohlfühl-Regeln befolge, was ich dann manchmal leisten kann.

Nehme ich mir für so einen Tag - ich weiß ja vorher nicht wie es mir geht, am Morgen selbst merke ich wie meine Stimmung und mein Körperbefinden ist - zu viel vor, drückt mir das aufs Gemüt. Ich habe das Gefühl, nicht voran zu kommen, wie ein riesiger Berg liegt der Tag dann vor mir. Kaum zu überwindende Aufgabenklippen. Dann hilft mir Umschalten auf das Basisprogramm. Das wichtigste und nötigste machen und alles andere auf den nächsten Tag verschieben.

Durchatmen. Glücklich sein mit dem, was ich geschafft habe.

Das tut so gut.

Oft geht es mir am Tag darauf schon wieder viel besser und ich schaffe das, was ich am Vortrag nicht geschafft habe, mit Leichtigkeit. Keine Ahnung, was in der Nacht passiert ist, dass es mir besser geht...

Immer mehr gelingt es mir, mich auf meinen Körper, meine Seele, meine Psyche einzustimmen und ausgeglichen und zufrieden zu sein mit dem, was geht. Denn es gibt neben dem Basisprogramm immer noch ein Notprogramm. Davon habe ich vor anderthalb Wochen berichtet, als ich die Reißleine gezogen habe. Das hat mir so geholfen und gut getan!

Manchmal meine ich, das Leben wird immer komplizierter - so kommt es mir zumindest manchmal vor. Zum Beispiel ein riesiger Fragebogen von der Rentenversicherungsdingsbumsanstalt, um Fehlzeiten zu klären. Himmel, da kann man seinen Doktor dran machen und es geht ja schließlich auch um was, da will man nichts falsch machen. Was fällt mir noch ein? Bedienungsanleitungen lesen - und verstehen, Bestimmungen lesen - und verstehen, Nachrichten verarbeiten, Angebote lesen, die richtigen Entscheidungen treffen - Der Autoverkehr in der Innenstadt. Stau auf der Autobahn plus Dauerregen. ... Bin ich ein Hochleistungscomputer? Nein, ein Mensch, der manchmal nicht so funktioniert wie das mein Verstand am liebsten will.

In solchen Momenten sehne ich mich nach einem gaaaanz einfachen Leben:

Ein Haus auf dem Land, in dem ich mich zu großen Teilen selbst versorgen kann. Ein großes Grundstück, Obstbäume, Gemüsegarten. Hühner, die mich mit Eiern versorgen. Eine Katze, unseren Hund, natürlich mein Mann. In der Nähe ein Bauernhof, wo ich Milch kaufen kann und andere Leckereien im Hofgeschäft. Ich bin im Sommer damit beschäftigt, den Garten zu pflegen und meine Vorräte zu füllen, vielleicht mache ich selbst Apfelmus und koche Kirschen und Birnen ein. Ich habe einfache Arbeiten zu verrichten, die ich gut bewältigen kann. Im Haus ein Ofen, den wir mit Holz befeuern. Und das alles mit einem modernen "Drum-Herum": Krankenhaus, Arzt oder eine kleinere Stadt nicht länger als eine halbe Stunde entfernt. Auto. Strom. Moderne Heizungs- und Sanitäranlage. Gute Dämmung. Gesunde Bausubstanz. Ich arbeite von zu Hause aus wie jetzt und habe ein Büro, von dem ich ins Grüne schaue. Ich verdiene mein Geld mit dem Schreiben. Wenn man nachts das Fenster öffnet: Stille, keine Geräusche von der Autobahn. Höchstens der Ruf einer Kuh auf der Weide. Seufz. So schöne Träume. ... Und zu wissen: Träume können wahr werden. :o)

Gestern habe ich so eine ganz einfache Tätigkeit gemacht: Kuchen gebacken.

Lecker & schnell mit Äpfeln aus unserem Garten. YamYam!

Heute mittag erfreute mich ein Schmetterling, der zusammen mit so einigen Bienchen Nektar im Blumenkasten vor meinem Bürofenster naschte:

Gleich hinterm Fenster bemerkte er mich nicht, ich konnte ihn mir mit Ruhe ganz aus der Nähe anschauen. Toll! Sogar die Härchen auf dem Rücken konnte ich sehen.

Ganz herzliche Grüße aus Köln!

Anja Kolberg

Donnerstag, 21 Oktober, 2010

Huhu da draußen in der Welt

 

Oh, das Bild gefällt mir sehr - es sieht wirklich so aus, wenn Sie vor meinem Bildschirm stehen, hinter mir die grüne Wand mit meinem Sonnenblumen-Feuerbild, ich habe ein rotes Oberteil an, gut die Tasse Kaffee steht stabiler und ist inzwischen leer, auf dem Schreibtisch sieht es auch nicht ganz so aufgeräumt aus. ;o) Aber sonst stimmt es ziemlich genau.

Mir geht es richtig gut nach der emotionalen Achterbahnfahrt der letzten Tage. Die ersten Bestellungen sind mit per Post unterwegs, meine Künstlerseele wurde mit liebevollen Feedbacks verwöhnt - und jetzt gerade scheint die Sonne in mein Büro. Minu hat sich gleich ein sonniges Plätzchen auf dem Boden ausgesucht. Ich bin so froh, dass die neuen Kalender und Karten so gut bei Ihnen ankommen. Was für ein Geschenk für mich! So langsam spielt sich alles ein.

Ich war heute früh im Garten mit der Kamera unterwegs, (klingt, als sei es ein riesiger Park, dabei könnte ich den Zaun abhüpfen, ohne große Konditionsprobleme zu bekommen - gut, dass es nicht geht, denke ich gerade, da sind die Hortensien im Weg, die Quelle des Bachlaufs, Steine... Glück gehabt. Was schreibe ich denn auch, ich will unseren Garten nicht abhopsen.)

Hier ein paar Bilder aus meinem grünen Reich:

An unserem Säulenapfel habe ich eine schöne Frucht übersehen. Die lasse ich auch da hängen. Mal sehen, ob die Vögel und Insekten daran Freude finden.

Ungefähr diese Aussicht hat der Apfel, wenn er nach oben schaut. Schön bunt & von der Nachbarin gegenüber.

So zauberhaft verfärben sich die Hortensien. Die Blätter sind immer noch dunkelgrün - vielleicht hilft die Kälte, die uns seit gestern heimsucht, sie bunter zu machen.

Diese Margerite habe ich im Frühsommer zwischen die Hortensien und das Geranium gepflanzt. Sind wohl die letzten Blüten für dieses Jahr von ihr. So richtig wohl fühlt sie sich noch nicht, ihre Schwester - genau gegenüber gepflanzt - wollte nicht im Garten bleiben. Seufz. Moment, musste gerade für Minu einen Knochen verstecken. Sie liebt es, Dinge zu suchen. So, fertig, nächstes Bild:

Das Bild gefällt mir am besten: Die Funkie verfärbt sich und der kleine Ahorn am Bachlauf fängt ganz langsam an, die Farbe der Blätter zu verändern.

Meine Hochstammrose hat noch eine Blüte hervorgebracht. Ich hoffe, dass sie genug Sonne auf der um die Jahreszeit immer schattigeren Terrasse abbekommt, damit sie noch aufblüht.

Sieht ein bischen wie Kohl aus, ist aber selbstausgesähter Mohn. Ich hoffe, sie hat genug Kraft um diesen Herbst noch zu blühen.

So richtig in Hochform sind die Dahlien. Früher mochte ich sie nie, sie waren in so vielen Gärten vertreten. Zwei klitzekleine Sorten in Pink und Gelb habe ich auch seit letztem Jahr. Die mag ich.

So blau ist der Himmel hier im Moment. Die große Buche beginnt laaaaaangsam, ihre Blätter zu verfärben.

Und sooooooo viele Blüten haben die Sommerblumen in meinem Blumenkasten vorm Bürofenster noch. Die wollen noch gar nicht aufhören mit Blühen, bekommen hier auch viel Sonne ab, Südlage statt im Garten, der eher Richtung Nord/West ausgerichtet ist. Eigentlich möchte ich schon gerne herbstlich bepflanzen, aber bei dem Blütenmeer bringe ich das noch nicht übers Herz.

Puh, war das letzte Nacht kalt. Meine Nasenspitze: Eiskalt. Ich wollte gar nicht warm werden, bibber, ich hatte schon so viel an. Mit Heizung im Schlafzimmer kann ich nicht gut schlafen. Hm und ich war zu faul, raus aus dem warmen Bett in die kalte Luft zu steigen, die Treppen runter zu laufen und mir eine Wärmflasche zu machen... Da liebe ich doch die warmen Füße meines Mannes...

Einen schönen Sonnentag wünscht

Anja Kolberg

Freitag, 15 Oktober, 2010

Juten Morjen

Guten Morgen (oder auf Kölsch: Juuuten Morjen) aus Köln!

Die letzten Tage waren geprägt durch intensive Arbeit, mehr als ich dachte und mich von Vorjahren erinnerte. So viele neue Produkte, die angelegt, fotographiert, dere Fotos webfähig gemacht und Produkttexte gemacht werden wollten. Stimmen die Länder noch, in die Hermes ausliefert? Welche der Glückwunschkarten und Weihnachtskarten will ich anbieten? Über was muss ich informieren, wie ist das mit der neuen Widerrufsbelehrung? Was muss jetzt noch an rechtlichen Informationen im Shop enthalten sein? (Für jemand wie mich, die alles richtig machen will: Horror.) Puh! Ganz schön viel, die Verspannung im Nacken wurde derweil immer stärker. Ich habe mich selbst zu stark unter Druck gesetzt. Den Shoptermin zum 15.10. wollte ich unbedingt schaffen, weil das Datum Mitte des Monats doch so stimmig ist, ich auch die Einnahmen brauche und ich Angst habe, ich verkaufe nicht genug, wenn der Shop "noch" später ins Netz geht. (Ich mache mir Gedanken, Sie glauben es nicht. Dann denke ich: "Warum hast du so Sachen denn nicht schon früher gemacht? Du hattest doch den ganzen Sommer Zeit? Die Antwort ist einfach: Weil es nicht ging. Ich brauche diesen Druck, um die Dinge zu tun, die zu tun sind.)

Gestern Nachmittag habe ich die Reißleine gezogen: Kopfschmerzen. Müdigkeit. Ich habe mich so gefühlt wie zu meinen ärgsten Projektzeiten als Angestellte (einen Tag vor Präsentationsterminen beim Kunden, wo noch so viel getan werden musste und alle arbeiteten bis in die Nacht) und wie vor meinem ersten Workshop. Damals habe ich die Tage vorher so viel gearbeitet. Wollte alles richtig und möglichst perfekt machen. Gearbeitet bis spät abends, mir fiel immer mehr ein und irgendwann war ich einfach "durch". Konnte nicht mehr schlafen, war sehr aufgeregt und nervös. Damals hat mein Mann die "Reißleine" gezogen und hat mich mit in die Claudius-Therme (herrliche Saunalandschaft in Köln mit Blick auf den Dom) mitgenommen. Die Auszeit hat mir damals gut getan, erst wollte ich nicht, weil ich ja noch so viel... dann habe ich zugestimmt. Ich weiß noch, wie ich im Ruheraum lag, mit Blick auf den Dom und die Phantasiereise machte, die eine Yogalehrerin mir empfohlen hatte und mich sehr beruhigte. Ich liebe diese Übung, weil sie mich erdet und meinem Naturempfinden so nahe kommt:

Ich stelle mir vor, dass ich mit beiden Beinen fest auf einer sehr schönen Stelle in der Natur stehe. Aus meinen Füßen wachsen Wurzeln in den Boden bis ins Erdinnere. Rote, pulsierende Erdenergie steigt nun durch die Wurzeln empor und strömt durch meinen Körper, versorgt mich mit Energie. Daraufhin wächst Rinde um meinen Körper, lässt mich noch sicherer stehen. Ich breite meine Arme aus und beobachte, wie sie länger und länger werden und daraus Zweige, starke Äste und Blätter wachsen. Bis eine wunderschöne Baumkrone entstanden ist. Vögel lassen sich auf mir nieder, erfreuen mich mit ihrem Gesang, kitzeln mich. Wind kommt auf, bläst durch die Blätter, bewegt Zweige und Äste. Meine Baumkrone neigt sich im Wind und ich spüre wie stark ich bin und mich zwar im Wind beuge und doch sicher stehen bleibe.

Gestern nun, den Wunsch vor Augen, dass heute der Shop seine Pforten öffnet, spürte ich mittags, dass es mehr als an der Zeit war, die Reißleine zu ziehen und mich selbst aus dem Druck zu befreien. Okay, ehrlich gesagt, war es nicht mein Verstand, sondern mein Körper, der die Reißleine zog. Mein Verstand wollte ja noch weiter machen. Diese Müdigkeit, fehlende Energie und die Kopfschmerzen. Keine gute Mischung. Erst habe ich mich ins Bett gelegt, wollte nur eine Pause machen. Doch an Schlafen war nicht zu denken. Weil mein Kopf alles andere wollte als schlafen, der wollte über das nachdenken, was noch zu tun ist.... Körper sorgt für noch mehr Kopfschmerzen...

Also bin ich aufgestanden und habe mich unter die Dusche gestellt. Heißes Wasser hilft mir gewöhnlich. Lange habe ich mir diese Entspannung gegönnt. Aaaaah, hat das gut getan. Dann die neue sehr lange Bequemhose angezogen und ein schönes Lümmelshirt. Dann habe ich alle Termine in meinem Kopf losgelassen, den PC ausgemacht und den Ofen im Wohnzimmer angemacht, denn mir war richtig dolle kalt. Hm, schon besser. Inzwischen war mein Mann da, der sich freute, dass ich mich auf die Couch legen wollte, das macht er auch gerne. Also holte er das Bettzeug aus dem Schlafzimmer für uns beide runter und schmierte unsere Brötchen zum Mittagessen. Die Krönung war der Münstertatort von Sonntag, den er aufgenommen hatte, den lieben wir beide sehr.

Das alles, mit immer wieder Augen schließen zwischendurch, hat soooo gut getan. Dann noch eine Nackenmassage. Aua, da saß all die Anspannung.... seufz, es wurde besser. Und endlich habe ich diese Nacht richtig gut geschlafen. Kein Wind, kein Gedankenkarusell. Was mir auch diesen Herbst so viel mehr Streß macht als all die Jahre zuvor, ich weiß es nicht.

Ich bin glücklich, dass ich gestern so gut für mich gesorgt habe und losgelassen habe, was mich unter Druck setzt. Ich bin eben ein Eine-Frau-Unternehmen und mache alles von Unternehmensleitung über Buchhaltung, Marketing, Kalkulation, Kreativabteilung, Lager, Versand - selbst. Bin richtig stolz auf mich, was ich die letzten Tage und Wochen geleistet habe!

Bei all der freudebringenden Arbeit und dem Spaß: Nichts ist wichtiger als mein Wohlbefinden. Da gilt es immer wieder neu zu schauen und zu spüren, Prioritäten zu setzen und ein Gleichgewicht zwischen all dem zu finden. Eine Herausforderung, die viele Einzelunternehmer/innen kennen. Auf der einen Seite, der Geist/Verstand, der Ideen hat, der ganz viel umsetzen und schaffen will, auf der anderen Seite der Körper, der seine Grenzen hat und Auszeiten zum Ausruhen und Kraft generieren braucht und dazwischen die Seele mit ihren Gefühlen, Ängsten, Sorgen, Erinnerungen, Prägungen. Ein stimmiges Gleichgewicht, das ist mein Ziel. Diese Woche habe ich mal wieder die Grenzen ausgelotet. :o)

Mich in jeder Situation für das zu entscheiden, was nun für mich richtig und stimmig ist, unabhängig von dem, was "eigentlich sein sollte oder muss", das lerne ich in dieser Woche mal wieder. So habe ich mich jetzt auch dafür entschieden, über meine derzeitige Situation hier diesen Blogbeitrag zu schreiben und zu reflektieren, was gerade ist, statt eine Stunde weiter am Shop zu arbeiten. *Hüpf* Das war so wichtig und hat gut getan!

Der Shop läuft inzwischen auf einem Testpfad, doch es gibt noch etwas darin zu überprüfen und zu ergänzen. Ich übe mich derweil in Geduld - meine Meisteraufgabe in diesem Leben als Widder, Aszendent Löwe (Ungeduld :o) ist ihre Stärke)- ich schaffe es ... immer ein klitzekleines bischen mehr.

Heute geht es mir mit der Stärkung von gestern schon viel viel besser. Kopfschmerzen sind Vergangenheit. Druck versuche ich weniger aufzubauen, was mir schwer fällt. Ich bin die einzige, die mir Druck macht. Okay, auch das lerne ich noch. So, mit neuer Kraft geht es jetzt wieder frisch ans Werk. ... mal sehen, wie mein nächster Blogeintrag lauten wird. :o)

Alles wird gut.

Ganz liebe Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Mittwoch, 13 Oktober, 2010

Oooooooh ja!

Sie sind daaaaaaaaaaahaaa! Oh, ich freu mich so!

Frisch aus der Druckerei eingetroffen sind diese drei süßen Aufkleber:

 

Es macht sooo viel Spaß, die zu kleben. Und sie sind genau so geworden, wie ich es mir gewünscht habe. *Hüpf*

So süß! Plötzlich treten Sorgen in den Hintergrund (Shop will noch nicht laufen, Widerrufsbelehrung hat sich geändert...) - und ich weiß, während ich sie auf Umschläge klebe: "Ich kann jetzt alles schaffen."

Klingt echt komisch, wo ich es lese. Ist aber so. Es war wie ein Glückskick.

Hüpfende und emsige Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Freitag, 08 Oktober, 2010

Mond, Wind & eine Fliege

Huhu da draußen! Ich hatte so gehofft, diese Nacht endlich schlafen zu können. Pustekuchen! Noch weniger als in der letzten Nacht. Mist! Erst konnte ich wieder nicht einschlafen. Was ich alles ausprobiert habe... Mein Vater sagte ja, es sei Neumond und meine Mutter, dass sie dann ebenso wenige schlafen könnte wie bei Vollmond. Seufz. Ich will das nicht! Ich will schlafen. Es gibt ja so viele Meinungen: Nein, der Mond hat keinen Einfluss auf den Schlaf. Ich habe da eine andere Erfahrung gemacht. Gut, nützt nix. Da muss ich durch.

Als ich diese Nacht endlich eingeschlafen war, dauerte es nicht lange und Minu stand neben dem Bett. SCHREI! Eine Windnacht. Sie beruhigte sich zwar immer wieder und legte sich in ihr Körbchen, dann dauerte es eine Stunde und sie stand wieder neben dem Bett. Och nööö! Geholfen hat dann die Dunstabzugshaube in der Küche, die ein schönes Grundgeräusch macht und das Radio, das ich im Wohnzimmer angemacht habe. Als um vier Uhr endlich Ruhe einkehrte, Sie glauben es nicht: Eine Fliege im Schlafzimmer. Das passiert so zweimal im Jahr. Ausgerechnet diese Nacht. Immer wieder flog sie durch den Raum, gegen die Fensterscheibe. Immer, wenn ich aufstehen wollte und meinen Kopf hob, um sie zu lokalisieren: Stille. Es war zum Piepen. Die Hand schon am Lichtschalter zu einem Fliegenmord bereit - sonst rette ich sie nämlich immer und entlasse sie nach draußen - war endgültig Stille. Und ich konnte einschlafen. Endlich. Schlafen. Ich hätte so gerne ausgeschlafen, aber leider war ja die Kalenderlieferung avisiert. Aufstehen, damit mich der Paketdienst nicht aus dem Bett klingelt und ich halb angezogen, mit zu Berge stehenden Haaren die Treppe runter flitzen muss.

Ich kann Schlaf so schlecht missen. Mir schmerzt der Kopf. Die Augen sind schwer. Arme, Beine schmerzen. Leistungsfähigkeit: Unter 40 Prozent. Schnell bin ich überlastet, kann mich nur auf manche Dinge konzentrieren. Früher kam auch ein Haufen schlechte Laune hinzu. Meine Eltern können ein Lied davon singen: Wenn wir Nachbarskinder in den Ferien zelteten, wo nachts aufbleiben zum guten Ton gehörte, war Anja immer ganz mies am nächsten Tag drauf und bekam Schlaf verordnet. Heute muss ich das für mich selbst tun.

Das habe ich auch heute gemacht. Die Lieferung kam nicht, also wohl morgen. Ich hatte überhaupt keine Lust, Artikel im Webshop anzulegen, also habe ich aufgeräumt und die Dinge getan, die mir Spaß machten. Zum Beispiel Briefpapier ausgemalt. Das habe ich diese Woche selbst entworfen und die bunten Stifte auf meinem Schreibtisch, das war genau das, worauf ich Lust hatte: Malen. Wie wäre es denn, wenn ich einen Brief beantworte, den ich hier von den lieben Menschen auf meine Wunschaktion bekommen habe? Okay, einer geht. Macht Spaß. Ist was ganz anderes. Noch ein zweiter? Ja, gut noch einer. So ging es immer weiter. Jetzt sind die Briefe beantwortet. Die Umschläge und Karten liegen hier bereit, dass ich sie zum Briefkasten trage. Ich möchte sie noch etwas hier liegen lassen. Es sieht so gut aus, auf diesen Stapel zu blicken. Schön, was geschafft zu haben!

Heute habe ich mir die Freiheit genommen, nix aber auch gar nix am Shop zu machen. Ich habe mich mit dem Schreiben beschäftigt, Briefe, Mails und aufgeräumt. Das hat gut getan und ein gutes Gefühl ist entstanden. Auch wenn da ein schlechtes Gewissen ist, eigentlich müsste ich weitermachen, damit der Shop bald öffnet. Ich frage mich, warum ich mir gerade dieses Jahr einen solchen Streß mache. Himmel, abstreifen, dieses enge Streßkostüm.

Es dauert, was es dauert. So ist es nunmal, Anja. Wichtig ist mir, dass ich meine Arbeit mit einem guten Gefühl mache und vor allen Dingen auch die Erholungsphasen bekomme, die ich brauche. So wie jetzt. Ich mache Feierabend und sorge gut für mich. Ich verordne mir eine Portion Bett am Nachmittag und hoffe, dass es geht, das Schlafen, denn Neumond ist heute und morgen.... Seufz.

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaft schönes Wochenende!

Ihre Anja Kolberg

Donnerstag, 07 Oktober, 2010

Es gibt viel zu tun... & es macht Spaß!

Puh, bin ich müde. Letzte Nacht wälzte ich mich hin und her, konnte einfach nicht einschlafen, gegen halb zwei muss es endlich geklappt haben. Wirkt sich jetzt neben dem Vollmond auch noch der Neumond auf meinen Schlaf aus? Bitte nicht. Puh, bin ich müde!

Derweil ist hier im Büro richtig viel los. Für morgen spätestens übermorgen ist die Lieferung der Tischkalender avisiert. Bin schon wieder aufgeregt. :o) Ob ich mit 80 auch noch so sein werde? Oder eine coole Omi, die alles locker nimmt. Das fände ich toll.

Die Aufregung ist auch positiv, denn ich freue mich so auf den Tischkalender. Hm, die Bilder. Seufz. Es hat mir so viel Spaß gemacht, für beide Kalender die Fotos zu machen. Immer neue Ideen führten dazu, dass immer mal wieder ein schon "gesetztes" Bild durch ein noch schöneres ersetzt wurde. Und jetzt liegt das erste Ergebnis meiner Arbeit vor mir. Greifbar. Hm, riecht gut, fühlt sich gut an.

Gestern war ich mit dem Check der Lieferung beschäftigt. Die neuen Entwürfe für die Glückwunsch- und Weihnachtskarten wurden ebenfalls geliefert, morgen müssten die endgültigen Motive da sein. Ich hatte rund 100 Motive entworfen. Diesmal sprudelten die Ideen. Und aus dieser Vielzahl werde ich die Topmotive für den Shop auswählen. Nur die schönsten kommen durch. :o) Sonntag hatte ich die Weihnachtskiste aus dem Keller geholt und auf der Terrasse die neuen Weihnachtskarten fotographiert. Herrlich, die warme Nachmittagssonne und ausprobieren, arrangieren, umbauen... Ich war so ganz in meinem Element. 'N bisschen komisch war das Gefühl schon, in der warmen Sonne mit Weihnachtsdeko zu arbeiten. Aber so geht es wohl vielen Menschen, die Monate vor Weihnachten Vorbereitungen fürs Fest treffen. Hier eines meiner Lieblingsmotive:

Was mache ich denn noch so im Moment? Den Bestand an Versandmaterial durchgehen, nachbestellen. Das neue Kalenderformat fordert größere Versandkartons. Die richtigen Kartons, Verpackung und Umschläge finden, Preise vergleichen... Manchmal dauert es ewig, alleine den Namen für etwas, das ich brauche, herauszufinden. Überhaupt gute Lieferanten zu finden, auf die ich mich verlassen kann. Wieviele schmerzhafte und teure Erfahrungen habe ich schon gemacht... Mir wird gerade nochmal bewusst, wie kostbar solche Informationen sind. Sie gehören zum Schatzkästchen, das über Jahre Schritt für Schritt gefüllt wurde, so wie das Rezept für die köstlichen Hähnchen von Hähnchen Ewald (jamjam, da habe ich mal gekellnert) und die selbstgemachte Majo, die niemandem verraten wurden. Das kann ich nur zu gut nachvollziehen und so halte ich es auch mit meinem Schatzkästchen.

In vielen Momenten bin ich froh, dass ich eine Lehre zur Bürokauffrau gemacht und einige Jahre in meinem Job gearbeitet habe (wer hätte gedacht, dass ich das noch mal sage?). Ich empfinde es als eine Sicherheit, mich gut im kaufmännischen auszukennen und auch in der Recherche viele Erfahrungen in der Unternehmensberatung gemacht zu haben. Auch Artikel anlegen ist mir aus früheren Arbeitsstellen bekannt: Während meiner Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Ford-Autohaus stellte mein Chef auf die elektronische Datenverarbeitung um. Puh, das war eine Umstellung für uns! Damals musste uns die Schreibmaschine regelrecht weggenommen werden, weil es am Anfang einfach schneller ging, eine Autorechnung an der Schreibmaschine zu schreiben! :o) Heute nicht mehr vorstellbar, ohne Computer auszukommen.

Eben habe ich den Wandkalender "Herzensangelegenheiten" für den Webshop fotographiert. Blick auf die Uhr. Nein, heute werde ich den neuen Artikel nicht mehr im Webshop anlegen. Zu müde. Mache jetzt Feierabend, schön heiß duschen, den Ofen anmachen, schnuppern, was mein Mann kocht und dann auf die Couch und früüüüüüh ins Bett. Hoffe, heute Nacht klappt's mit dem Einschlafen besser.

Wie Sie sehen, ich habe noch einiges zu tun. Und es macht mir richtig doll Spaß. Ich arbeite mit Freude daran, alles für die Eröffnung des Webshops vorzubereiten. Ewig wird es nicht mehr dauern. Mein Wunschtermin ist Mitte des Monats. Ob das klappt?

Wollen Sie schon mal einen Blick auf den Kalender Herzensangelegenheiten werfen?

Ist er nicht umwerfend schön? Sie können ihn bald im Webshop kaufen. Wenn Sie für den Newsletter angemeldet sind, werde ich Sie benachrichten. Ansonsten Info natürlich hier im Blog.

Verliebte Grüße & einen schönen und erholsamen Feierabend!

Anja Kolberg

PS: Bitte alle, die auf Mailbeantwortung warten, um etwas Geduld. Melde mich, sobald ich mehr Luft habe.

Mittwoch, 06 Oktober, 2010

HÜPF! Sie sind daaaaaaaaa!

Die Wandkalender sind da! Heute ist die erste Kalenderlieferung aus der Druckerei eingetroffen. Puh, war ich vorher aufgeregt, ob sie gut aussehen und so geworden sind, wie ich mir das vorgestellt habe.

Sie sind es - sie sind es - sie sind es! Ich bin soooooo glücklich und froh.

Oh, sind die schön!

*HÜPF*

Bald hier mehr darüber.

Ausgelassene Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 05 Oktober, 2010

Einfach anfangen

Es gibt Tage, da habe ich x Ideen, was ich hier im Blog schreiben könnte und habe keine Zeit, sie alle umzusetzen. Und dann gibt es Tage, da ist da oben in meinem Kopf die große Leere. Es kommt mir vor, als schläft mein Schreibhirn, mein kreativer Anteil, gut - es ist ja auch noch relativ früh am Morgen. Ich sitze zwar hier und schreibe gerade, aber da sind keine Ideen über all die Themen da, die sonst so um mich herum fliegen. Hm.

Ich nehme meine Umgebung wahr, wie Minu vom Sofa springt und sich vor die Couch mit so herrlichen Wohlfühl-, Grummel-, Schmatzgeräuschen legt, dass mein Herz hüpft. Ich beobachte die Wolken am Himmel, die mit der Sonne spielen. Mal wie ein grauer Schleier davor, mal undurchdringlich dicht für die Strahlen der Sonne und dann scheint die Sonne durch den Wolkennebel hindurch bis auf meinen Schreibtisch, tanzt über die Tastatur.

Das Fenster ist geöffnet, es hat geregnet. Es ist wie ein lautes Zischen, wenn der Verkehr über die Straße rauscht. Wenn der Bus kommt, fibriert das Haus. Trotz der Geräuschkulisse kann ich Vögel hören und sehe auch immer wieder welche am Himmel.

Meinem Schreibtisch gegenüber ist mein Stehtisch inzwischen hochgeklappt. Mein Mann hat mir damals Scharniere angebracht, mit denen ich den Tisch, wenn er nicht gebraucht wird, herunter klappen kann. Jetzt liegen darauf die Briefe, die ich noch beantworten möchte und darunter steht das erste Verpackungsmaterial für die Kalender.

Über dem Tisch an meiner maigrünen Wand hängt eine Collage, die ich letztes Jahr gemacht habe. Sie ist so herrlich farbenfroh, viele Blumen, Tiere, Comics, eine Frau die Milchkaffee auf der Terrasse trinkt, Fotos von der Natur, eine Hängematte, Bilder von verschiedenen gemütlichen Sitz- und Schlafplätzen, Barbara Schöneberger ist auch drauf. Sie gefällt mir so gut, weil sie witzig ist, frech und ein bisschen mehr auf den Rippen hat. Die Worte Glück, Spielereien, Liebe, Zuhause, Charme und Träume treten hervor. Ein Bild von meinem Mann und unserer Minu habe ich dazu geklebt. Die Collage gefällt mir auch nach einem Jahr noch sehr. Dieses Jahr habe ich eine zweite gemacht, vom Stil her ist sie ähnlich: Viel Natur, Genuss, Gemütlichkeit. Das Thema der Collage war jeweils: "Was will ich wirklich?" Eines meiner persönlichen Hauptthemen und als solches auch eines der Hauptthemen im Coaching. Ich liebe die Collage als spielerische, Freude bringende und aussagekräftige Methode im Coaching. Die letzen Jahre habe ich sie nur für mich genutzt. Wer weiß, wann es wieder anders wird und ich mich auch mit dem Coaching wieder nach außen öffne?

Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt. Ein guter Zeitpunkt für einen Spaziergang mit unserem Hund.

Ich bin erstaunt, wie viel ich jetzt geschrieben habe, obwohl mein Kopf am Anfang leer war. "Einfach anfangen" kommt mir in den Sinn. Eine gute Idee!

Einen schönen Tag wünscht von Herzen

Anja Kolberg

Freitag, 01 Oktober, 2010

Oktober 2010: Ich bin frei

Guten Morgen aus Köln!

Der Oktober begrüßt mich hier in Köln mit herrlichen Sonnenstrahlen und dem Blick auf dieses Kalenderblatt:

 

Auch auf meinem Desktop strahlt mich jetzt dieses wundervolle Himmelblau an. Und die Freiheit, die ich bei diesem Bild empfinde. Ich habe gespürt, wie es weit in mir wurde, als ich das neue Kalenderblatt des Tischkalenders 2010 sah.

Hm, ich kann mir gut vorstellen, mich an die sonnige Baumwurzel zu lehnen und die Herbstsonne zu genießen. Eine kleine Pause auf meiner Wanderung machen. Zurückblicken auf den Weg, den ich schon geschafft habe. Die Augen schließen. Ausatmen. Zur Ruhe kommen.

"Ich bin frei", lautet der Text für diesen Monat. Frei wovon? Gibt es etwas, von dem ich mich befreien möchte? Vielleicht Ballast in meinem Rucksack? Sind da Steine drin, ohne dass ich es bisher gemerkt habe? Die könnte ich hier aus dem Rucksack packen und es mir künftig leichter machen auf meinem Weg.

Wovon trage ich denn zuviel? Verantwortung für andere? Ja. Mache ich es mir zu schwer? Oh ja. Liegt Ballast auf meinem Herzen? Oh ja.

Wie kann ich es loslassen? Pack es einfach aus deinem Rucksack aus. Für alles, was dir einfällt, findest du dort einen Stein. Klein oder groß. Der Baum lädt dich ein, sie dort am Wegesrand abzulegen. Wenn es dir schwer fällt, vielleicht kommt ja eines Tages dort jemand vorbei, der genau diese Steine brauchen kann?

Tief durchatmen.

Ich würde gerne das Anspruchsdenken an mich selbst auspacken. Das sind mehrere Steine und mächtig schwer. Auf einem steht drauf: "Die Sorge und Angst, nicht alles richtig zu machen." Ich habe die letzten Tage erfahren, wo der Ursprung für diese Ängste liegt. Ich hoffe, ich kann sie nun wirklich hier liegen lassen (und sie laufen mir nicht hinterher oder wachsen Steine im Rucksack neu?). Nein, sie wachsen nicht nach, wenn dann lege ich sie mir in den Rucksack. Okay, werde ich also merken, wenn er wieder zu schwer ist, gucke ich erneut nach.

Jetzt ist mehr Luft und Leichtigkeit da. Ungewohnt leicht auf dem Rücken. Ich schaue in den Himmel. Ja, die Leichtigkeit, die würde ich gerne annehmen. Die Freiheit zu meinen Fehlern zu stehen und zu wissen, manchmal auch nur hoffen zu können, dennoch geliebt zu werden. Auch wenn ich nicht alles richtig mache. Auch wenn ich besser sein könnte, es aber nicht bin oder nicht geschafft habe. Ich darf so sein. Ich darf Ich sein. Dafür werde ich geliebt. Ich muss nicht perfekt sein.

Selbst wenn alle doof finden, was ich mache oder wie ich bin: Ich kann mich mögen wie ich bin. Ich hab' mich lieb. Das, merke ich gerade, ist auch ein Stück Freiheit.

Alles ist gut. Atmen.

Ich wünsche Ihnen einen bezaubernd schönen Oktober

Ihre Anja Kolberg

PS: Der neue Tischkalender 2011 wird in wenigen Wochen hier zu kaufen sein. Wenn Sie für den Newsletter angemeldet sind, werden Sie darüber automatisch informiert.

Donnerstag, 30 September, 2010

Plitsch - Platsch

Manchmal ist das Regengeräusch gar nicht so laut wie ein Plitsch Platsch. Feinster Sprühnebel macht keine Geräusche. Zumindest nicht für meine Ohren. Draußen fahren die Autos im Feierabendverkehr über die klatschnasse Straße. Mein Mann guckt raus, zieht den Kopf leicht ein und überlegt, ob er noch ein paar Minuten mit Minus Spaziergang warten soll, bis es endlich zu regnen aufhört... Ich habe die Lampe auf meinem Schreibtisch längst angeknipst. Puh, ist das Dunkel.

- kurz ein Update zu meinem letzten Blogbeitrag -

Die Fragen mit der Druckerei sind geklärt, ich konnte mich gut selbst beruhigen. Gestern habe ich mir einen freien Nachmittag bei knisterndem Kaminofen und einem neuen Film auf der Couch gegönnt, mein Göttergatte hat gleich mitgemacht. :o) Belohnung muss einfach sein. Der Film war klasse, lange nicht mehr so etwas unterhaltsames und gleichzeitig unglaublich leckeres gesehen, gemeint ist der Hauptdarsteller, der sich extra für den Film in ein Muskelpaket schmiss und so fast alle Stunts selbst machte. Wie gesagt: Lecker was fürs Frauenherz und eine gute Geschichte und traumhaft schöne Landschaftsaufnahmen und.... Mein Mann fand die Action & Story toll. :o) Der Film? Der Prinz von Persien.

- zurück zum Plitsch Platsch -

Lust auf ein paar Eindrücke aus dem Zauberland, das Petrus im Garten geschaffen hat? Kommen Sie mit in meinen Garten und ich zeige Ihnen wie schön es dort bei Regen aussieht:

Die Rosenblätter sammeln Tropfen.

Der Frauenmantel zeigt auf der nassen Bruchsteinplatte zum zweiten Mal in diesem Jahr wie schön grüne Blüten sein können...

... und wie bezaubernd seine Blätter den Regen einfangen. (Übrigens auch die Tautropfen am Morgen, perfekte Frauenmantelblütenessenzen.)

Dieser Büschel Gras steht unermüdlich als Wächter an unser Treppe.

Diese Clematisblüte wartet darauf, endlich in den Garten gepflanzt zu werden. Sie möchte am Kirschbaum hochklettern und ihn mit weißen Blüten bis in den Herbst verschönern. Ihre Schwester in dunkellila möchte eine Seite des Rosenbogens bis in den späten Oktober mit Blüten versorgen.

Die Blätter dieser Funkiensorte sind schon auf Herbst eingestellt. Ihre kräftig grüne Sommerfarbe ist Vergangenheit. Goldgelb ist nun der Farbtrend.

Das allerallerschönste Bild geben für mich jedoch die Perlenketten ab, die Spinnweben und Regen nur im Herbst so schön zaubern. Ohne die Regentropfen wäre es nur ein Netz, aber gemeinsam sind sie der schönste Schmuck im Herbstgarten!

Weil es so viel Spaß macht, die schöne Seite des Regens zu betrachten, während ich doch sonst eher die Ungemütlichkeit daran entdecke, weil's nass ist und kalt und dunkel, hier zur Aufmunterung zwei Regen-E-Cards aus dem Garten:

 

So herrlich sieht der Strauß aus, den ich vor anderthalb Wochen geschenkt bekam. Perfekt gekühlt auf der Terrasse und glitzernd geschmückt von der Natur:

Klick mich, ich bin eine E-Card  

Ich freue mich sehr, jetzt Schritt für Schritt meine To-Do-Liste weiter abzuarbeiten, bis der Webshop seine Tore für die Herbstsaison öffnet. Wenn Sie sich in den Newsletter eintragen, werde Sie automatisch darüber informiert.

Mit Wehmut denke ich gerade an die Briefe und Postkarten und Päckchen der letzten Tage. Die machen meinen Morgen auch so herrlich hell und lassen mich fröhlich den Tag beginnen. Mögen Sie mir diese Überraschung machen? Hier die Infos.

Herzliche Grüße aus Köln

Anja Kolberg

Dienstag, 28 September, 2010

Licht hilft an dunklen Tagen

Seufz. Heute ist es schrecklich dunkel draußen und damit auch hier drinnen in meinem Büro. Feinster Dauernieselregen benetzt alles mit einem glänzenden Schimmer. Tropfen am Rosenbogen werden größer und größer bis sie schließlich - plopp und platsch - nach unten sausen.

Ich bin megaaufgeregt, weil ich auf die Antwort der Druckerei warte, dass meine Daten okay sind.

Es gibt so viel zu beachten, das einem schlecht werden kann: RGB-Modus - CMYK-Modus. ICC-Profile. PDF. Farbverschiebungen. Gefühlte x Millionen Einstellungen im Programm, die das Ergebnis verändern können... Och Mensch, für so einen kreativen Menschen wie mich ist das nicht gerade das Himmelreich. Um meine kreativen Projekte in Papier umzuwandeln, muss ich durch diesen Dschungel der Druckvorstufe. Ich schaffe es auch hindurch, aber bis dahin durchlebe ich Achterbahnfahrten ohne Ende. Im Bauch. Im Kopf. In meinen Träumen. Himmel! Aber so ist es und wie eine Leserin mir schrieb: Es ist stressig UND schön. Beides zusammen. Ein ganz schönes Paket.

Ich denke in solchen Situationen schnell: Bin noch nicht gut genug. Wenn du eine Ausbildung als Mediengestalterin hast, dann kannst du das. Wenn du die neusten DTP-Programme (die man für die Druckvorstufe verwendet) nutzt, und wenn du sie beherrschst, dann kannst du das. Du musst erst noch ein Seminar besuchen, damit du wirklich fit bist... Och, mit solchen Gedanken könnte ich Seiten füllen. Und während ich so denke, schaffe ich es unabhängig dieser trüben Gedanken mit einfachen Mitteln, Schritt für Schritt und mit Hilfe meines technikbegeisterten Mannes (der es liebt, knifflige Probleme am PC zu beheben, die mich eher schocken und aus dem Gleichgewicht bringen), und der Auskunft netter Menschen in der Grafikabteilung der Druckerei meinen Weg zu gehen. Mit bibbernden Knien, aber doch mutigen Schrittes. Ein bischen wie das Pfeifen im dunklen Keller. Aber immerhin mit einer Taschenlampe und einem Schokoriegel bewaffnet ;o) und nicht mehr in der oberen Etage grübelnd: "Würde ich mich doch nur in den Keller trauen." Das finde ich schon gut.

Durchatmen.

Das gute an dieser Phase, in der ich mich gerade befinde, ist: Sobald die Druckerei sagt: "Die Daten sind okay. Wir drucken.", ist meine Aufregung verflogen und ich bin mächtig stolz, dass ich es geschafft habe. Mein Selbstbewusstsein strahlt vor Stolz und Glück.

Ich lerne, lockerer mit meiner Aufgeregtheit umzugehen, indem ich mir gut zurede: "Du schaffst das schon, Anja. Selbst wenn die Daten nicht okay sind, wirst du einen Weg finden, sie so zu bearbeiten, dass es funktioniert. Das ist kein Weltuntergang. Gleich wie kompliziert du es am Anfang finden wirst. Wie viel Angst es dir auch immer macht. Du schaffst das. Schritt für Schritt. Du hast solche Herausforderungen schon oft gemeistert. Bleibe ruhig. Wenn du im Moment nichts anderes tun kannst, weil du sooo aufgeregt bist, dann lenke dich ab."

Okay, mache ich. Mit Gewinnspielen. Ich liebe es, daran teilzunehmen. Das lenkt mich völlig ab. Hausarbeit geht auch. Da habe ich gerade aber keinen Bock drauf. Gewinnspiele sind gut und davon zu träumen, ein Wochenende in Hamburg oder Wien zu gewinnen oder eine glänzende Küchenmaschine mit allem Drum und Dran oder einen neuen Laptop, ist eine herrliche Ablenkung... Manchmal höre ich eine Stimme in mir, die sagt: "Hey, was machst du Gewinnspiele? Mach eine andere Arbeit, dann hast du das Geld, dir das alles selbst zu kaufen." Mag schon sein. Dafür müsste ich jedoch eine Arbeit annehmen, die mir nicht gefällt und nicht gut tut. Das will ich nicht. Ich will diese Arbeit hier machen. Ich will nicht unbedingt die Achterbahnfahrt, aber sie gehört nunmal zum Paket dazu. Ich will mich mit kreativer Arbeit beschäftigen wie mit den E-Cards, den Illustrationen, den Blogbeiträgen, den Kalendern und Glückwunschkarten, dem Shop - das ist Arbeit, die mich erfüllt.

Und wenn ich dann mal "aussteigen" muss, um mich abzulenken, gehören auch Gewinnspiele zu meinem Repertoire an Ablenkungsmanövern, bei dem ich auch schon so einiges gewonnen habe. Karten für einen Schlossbrunch. Gartenwerkzeuge. Eine Gartengestaltung. Gartenlampe. Übernachtungen im Hotel. Weihnachts-DVD. Blumensträuße. Blumenerde... :o) Wie Sie merken, hauptsächlich meine Gartenelfe kommt dabei auf ihre Kosten. Die hüpft und freut sich. Gerade hat sie unter einem großen Blatt im Garten Platz genommen, schaut dem Regen zu, kuschelt sich zwischen trockene Blätter und hört dem Gluckern des Wassers zu.

Heute früh erreichte mich wie viele Tage zuvor ein Lichtstrahl von Ihnen, liebe Leserinnen. Ich tapte mit Minu durch Dunkelheit und Nieselregen am Postfach vorbei. Während vorher die Stimmung noch leicht getrübt war, ging es mir anschließend blendend: Ein Umschlag! Ein Umschlag! Ein Umschlag! Was für eine Freude.

Zu Hause bei einer Tasse Kaffee und einem Nutellabrötchen, packte ich mit Vorfreude aus: Ein laaaanger Brief und selbstgemachte Holzfigürchen: Weihnachtsmann. Stern und Engel. So liebevoll von Hand ausgeschnitten und bemalt und eingepackt. Ach eine Freude. Lesen. Schmunzeln. Ein Tränchen verdrücken. Glück spüren. Danach fühlte ich mich so herrlich wohl. Das hat so gut getan.

Danke Ihnen allen, die mir geschrieben haben. Ich liebe es, Ihre Briefe und Karten zu lesen. Sie streicheln meine Seele, lassen meine Schriftstellerin hüpfen und meine Illustratorin jubeln. Es stärkt mein Selbst und zündet ein Licht an den Stellen an, die manchmal ein bischen traurig sind und zweifeln.

... Jetzt müsste ich mal Mails abrufen, ob was von der Druckerei gekommen ist... Urg. ... Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich? Soll ich nicht? Ach, egal, Augen zu und durch. Mehr als Sterben kann ich nicht. Mist, noch nix da. Also weitermachen. Ablenken, machen, was geht. Meeeeeeennnnnsschhhhh! Ich will endlich wissen, woran ich bin. Ungewissheit ist doof. Fakten haben und sie anpacken können, damit kann ich so viel besser umgehen. Okay, ich lerne es noch...

Ihre wibbelige, heute uncoole

Anja Kolberg

PS: Was auch wunderbar hilft, sind Blogbeiträge schreiben und sie illustrieren. Dann vergesse ich die Zeit und bin glücklich. :o)

Montag, 27 September, 2010

Geschafft! Gruß aus der Kalenderwerkstatt

Die Druckdaten beider Kalender sind in der Druckerei! Juchuuuu & puuuuuhuuu. Das war eine ganz schöne Strecke, die ich letzte Woche zurück gelegt habe: Entworfen, verworfen, bis endlich die Grundgestaltung für den neuen Wandkalender zu meiner Zufriedenheit fertig war. Den PC verflucht, als er abstürzte und gehofft, dass er anschließend wieder anspringt und keine Daten beschädigt sind. Auch puh! Dem Vollmond nachts beim Wandern zugeschaut, weil er mich nicht schlafen lassen wollte. Eine Windnacht mir einer ängstlichen Minu gut durchstanden. Die Texte und Fotos der Kalenderblätter so lange geändert, bis alles eine stimmige Einheit für mich ergab. Manchmal die Tränen in meinen Augen gespürt, weil mich, was ich auf dem Bildschirm sah, so sehr berührte. Ich freue mich sehr auf den Herbst und die neue Kalendersaison!

Mittwoch Nachmittag habe ich mich spontan entschlossen, zwei neue Fotoideen für den Wandkalender "Herzensangelegenheiten" umzusetzen. Einmal ein handgebundenes Herz aus rosa und lilafarbenen Blüten mit Grün - wofür sich einige meiner Blumen wunderbar eigneten und ein Herz aus den Äpfeln unseres Gartens. Meine Wangen glühten vor Schaffensfreude. Dann musste nur noch der richtige Ort und das richtige Licht zum Fotographieren gefunden werden. Die schöne Baumallee hier in Junkersdorf in der Abendsonne lachte mich an. Hat das einen Spaß gemacht! Bis zum Schluss habe ich an den Texten gearbeitet, die den jeweiligen Kalender beschreiben, bis auch sie einfach herrlich stimmten. Es ist wie ein riesiges Puzzle, das Stück für Stück zusammengesetzt wird. Ist es dann fertig, bin ich einfach glücklich, müde und froh.

Seufz. Schöööön. Ich merke, dass ich besonders gut arbeiten kann, wenn ich einen Abgabetermin habe, dann sprühen die Ideen, wo vorher gähnende Leere war. Kurios. Is aber so. Ich muss mich nur dran gewöhnen, die Ungeduld und das Zweifeln vorher in der "leeren" Zeit auszuhalten...

Es ist mir gelungen, den Preis für den Tischkalender stabil zu halten, den er schon seit 2006 trägt. Das macht mich stolz. Ich spüre die Verantwortung für die Investition, die ich stemme. Es kitzelt mich und macht mich froh, eine so energiereiche und abwechslungsreiche Arbeit zu haben. Meine Unternehmerin hüpft. Meine Texterin schwingt den Stift. Meine Fotographin lächelt glücklich mit roten Wangen. Die Naturliebende ist beseelt. Das Kind in mir ist so ausgetobt, dass es lange schlafen und sich ausruhen möchte. :o)

Bald erfahren Sie hier mehr über die neuen Kalender. Was ich jetzt schon sagen kann: Es wird zwei Kalender für 2011 geben. Ganz neu im Programm und auf vielfachen Wunsch: Einen Wandkalender! Sein Titel: "Herzensangelegenheiten". Natürlich gibt es auch wieder den beliebten Tischkalender. 2011 mit dem Motto: "Ich trau mich was". Sie können sich hier in den Newsletter eintragen lassen. Dann werden Sie automatisch informiert, sobald der Shop öffnet und Sie die Kalender kaufen können.

Letzte Woche war Herbstanfang. Haben Sie auch diese herrlichen Sonnenstrahlen genossen? Die Herbstsonne ist etwas wunderbares: Warm. Die Luft herrlich kühl. Kein schwitzen, eher für den Rücken im Schatten eine Decke. Und dieses Licht: Ein Traum. Es war so schön, in der Nachmittagssonne auf der Terrasse zu sitzen, zu schreiben, zu lesen und die Zeit zu genießen. Entspannen. Mich freuen. Schön!

Die letzen Sommer-E-Cards sind von der Auswahlseite in ihr Winterquartier gezogen und die Herbstbilder haben sich für Sie rausgeputzt.

Zwei neue Herbstgrüße

Klick zu den E-Cards

und zwei neue Karten zum Wochenende

Klick zu den Wochenend- & Wochenstart-Karten

bzw. Anfang sind dabei. Schauen Sie doch mal vorbei.

Hier im Büro ist so einiges liegen geblieben. Aufräumen ist angesagt und dann geht es weiter: Glückwunschkarten- und Weihnachtsmotive entwerfen, Desktopmotive von den Kalendermotiven machen, die Artikel in den Shop einpflegen. Und dann dauert es hoffentlich nicht mehr soooo lange, bis die Lieferung bei mir eintrifft und mein Webshop seine Türen wieder öffnet und Sie herzlich eingeladen sind, darin nach Herzenslust zu stöbern.

Eine gute Woche!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 20 September, 2010

Brief-Freude, Kalenderspaß & Vorahnungen

Huhu aus Köln!

Die Sonne scheint auf meinen Schreibtisch und kitzelt mich an der Nase. Ha..ha...haaaa... ist noch mal gut gegangen.

Hatten Sie ein schönes Wochenende?

Ich war zu Tränen gerührt, als ich die Briefe von Ihnen las. Was für eine liebevolle Dusche von Glück und Dankbarkeit, die ich dabei spürte. DANKE! Postkarten, ein schööönes Büchlein, handgeschriebene Briefe, Fotos ... alles ist dabei, was mein Herz zum Hüpfen bringt. Es tut so gut, durch Ihr Feedback ein Gefühl für mich zu bekommen, was ich anderen mit dieser Webseite gebe. Das ist mir nämlich nicht wirklich klar, wie mir jetzt noch einmal deutlich wird. Ich werde Ihnen persönlich zurück schreiben, bitte haben Sie dafür noch etwas Geduld. Briefe schreiben und sie zu bekommen und zu lesen ist einfach etwas ganz besonderes und wundervolles. Ich liebe Briefe schreiben. Auf einer Postkarte fand ich dies Zitat von Jean Paul: "Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde." Da ist was dran.

Es macht mir Freude, hier im Blog über mich und mein Leben zu schreiben und zu illustrieren. Schwer ist es manchmal offen zu berichten, wie es mir wirklich geht und was ich fühle, weil ich Angst habe, vor Zurückweisung oder dass mich jemand belehrt oder oder... Ich merke, es geht nicht mehr anders, als offen zu schreiben und ich fühle, es wird immer leichter, ganz zu mir zu stehen und mich zu zeigen, wie ich bin. Aber ein Gefühl, was ich anderen mit meinen Blogbeiträgen gebe, das habe ich kaum. So geht es vielen Menschen mit ihren Talenten, erst die Rückmeldung oder zum Beispiel der Vergleich mit anderen wie in einer Schulklasse macht deutlich, was man mehr kann oder anders kann als andere. In dem Zusammenhang finde ich macht Vergleichen nicht unglücklich, sondern glücklich.

Mich macht es glücklich, durch Ihr Feedback ein Gespür für mich zu bekommen und das, was ich kann und von Herzen gerne mache. Wenn Sie mir auch schreiben möchten, hier die Informationen.

Die Kalender sind auf dem Papier geplant, ab heute werden die Entwürfe im PC umgesetzt. Ich hatte so viele Ideen, die ich umsetzen wollte und musste mich auf 2 x 12 Motive und Texte (!) beschränken. Das fiel mir sehr schwer. Um mich zu entscheiden, habe ich erst die Lieblingsbilder, dann dazu passend die Lieblingstexte ausgelegt. Dann bekamen die, die für mich rund waren, ein Herzchen aufs Papier gelegt. Das habe ich so lange gemacht, bis alles rund war. Puh! Ich habe mir am Wochenende eine Auszeit vom Kalenderentwurf gegönnt, das hat mir gut getan. Zuletzt war ich so aufgekratzt, ich wollte wieder zur Ruhe kommen, zur Stille in mir, um aus einem anderen Gefühl heraus den Entwurf betrachten zu können. So vereinen sich darin freudige Aufregung, sprühende Ideen und andächtige Ruhe.

Am Samstag bekam ich einen Blumenstrauß geschenkt, der so unglaublich schön ist, voller Herbsteindrücke: Ein Apfel, Hagebutten, Mutterkraut, Erika, Artischocke, Kohl, Disteln, Eselsöhrchen, Johanniskraut, Efeufrüchte und von zweien fällt mir der Name nicht ein. Schön, einfach schön! Danke Petra! (Meine Freundin besitzt den schönen Blumenladen "Blumen-Stil" hier im Kirchweg 131, 50858 Köln.)

Ich war ziemlich aufgeregt, weil mein Mann letzte Woche einen Unfall hatte (nur Blechschaden im Parkhaus am Flughafen Düsseldorf), aber wir beide ahnten bevor er losfuhr (ohne darüber sprechen zu können), dass etwas passieren würde. Ich packte vorher noch die Versicherungsunterlagen ins Auto und fragte ihn, ob er sein Handy dabei hätte. Als er anrief, wusste ich was los war. Es war ein so komisches Gefühl. Diesmal war diese Vorahnung leise und ruhig gewesen, ohne Panik, dass ihm etwas passieren würde. Letzteres habe ich öfter, mein Mann hat ja einen abenteuerlichen Job über den Dächern zu arbeiten. Als wir als er heil zu Hause war darüber sprachen, sagte mein Mann, dass er so sehr aufgepasst hatte, eben weil er dieses Gefühl auch hatte und dennoch wäre es dann im Parkhaus passiert. Gut, besser da als auf der Autobahn. Gut, dass es glimpflich abgegangen ist. Samstag war er dann mit seinem Verein auf einem Ausflug per Bus unterwegs und wieder kam das Gefühl hoch, diesmal aber nicht ruhig und im Hintergrund wie Donnerstag, sondern eher aufgeregt. Ich habe mich beruhigt, tief durchgeatmet und mich abgelenkt. Ich wünschte, ich hätte diese Gefühle nicht immer mal wieder. Lange war es gut. Mist! Ich habe so etwas immer wieder mal, wenn einer meiner lieben Menschen unterwegs ist.

Der Blumenstrauß von Petra war genau das, was meiner Seele gut getan hat und darüber zu sprechen und zu hören, dass es nicht nur mir alleine so geht. Und natürlich meinen Schatz am Abend glücklich wieder vom Ausflug abzuholen.

Jetzt gehe ich meine Runde mit Minu, schaue bei der Post vorbei und mache mich dann an den Kalender ran.

Herzensgrüße aus Köln

Ihre Anja Kolberg

Freitag, 17 September, 2010

Auf der Suche nach dem roten Glück mit den weißen Punkten

Letzte Woche Samstag: Strahlendes Frühherbstwetter und in der regionalen Tagespresse las ich von gigantischen Pilzfunden. Ob der richtige Zeitpunkt für einen Waldspaziergang im Bergischen wäre und die Chance gekommen, endlich meine geliebten Fliegenpilze zu finden? Seit Jahren schon träume ich davon, endlich einen echten vor die Linse zu bekommen. Doch entweder war ich zu spät oder zu früh unterwegs oder ich fand keine... Dieses Jahr hatte der feuchte August eigentlich für gute Bedingungen gesorgt. Spontan packte ich - auch mit Gedanken endlich Luna (siehe Beitrag: "Schwarz - süß - wild") kennen zu lernen - meine Fototasche und rief bei meiner Oma an, ob sie zu Hause sind und ich von dort meine Wanderung starten könnte. Alles okay, also los.

Das erste Glück: Mein Onkel und meine Tante hatten Lust, mich zu begleiten. Ich hätte mich wahrscheinlich alleine nicht so weit in den Wald getraut, bin ja eine schöne "Schissbuchse" (bergisch Platt für Angsthose). Wie immer war mein Onkel gut gewappnet, denn dank seinem Spazierstock konnten wir den Weidenzaun, der Nachbars Kühe mit Strom auf der Wiese hielt, gut unterklettern, ohne einen gewischt zu bekommen. Ein bischen wummrig war uns bei der Überquerung der großen Weide schon, denn wir konnten den gigantischen Bullen, der mit seinen Mädels dort lebte, nicht entdecken und von einem lauten Schnaufen und Hufgetrampel durch die Gegend gejagt zu werden, ist auch keine schöne Vorstellung. Ich überlegte kurz, wer von uns wohl am langsamsten sei... Da ich das meiste Gewicht auf den Rippen habe, sah ich mich in der Situation. Räusper. Also schnellen Fußes weiter.

Der Wald war bald erreicht, die Herbstsonne herrlich warm, auf dem steilen Wiesenhang weideten "Beuerder" (Jungkühe) und um sie herum sprangen und sangen Grillen. Als Jugendliche war ich an der Stelle oft mit unserem Hund Britta (Schäferhund-Colliemix) spazieren. Zwischen den Wiesenhängen gurgelt nämlich ein herrlicher frischer Quellbach über Grauwacke ins Tal. Auf dem Grund fand ich sogar Ton. Mein Elternhaus und das unserer Großmutter wird heute noch über eine Quelle aus dem Wald mit Wasser versorgt.

Kaum am Wald angekommen, entdeckte mein Onkel die ersten Pilze:

Und im Wald fanden wir zwischen den hohen Tannen auf dem von Stern- und anderen Moossorten durchzogenen weichen Boden so viele herrliche Pilzmodells, das mein Fotographenherz vor Freude lachte:

 

Überhaupt: Dieses wunderbare Moos und die vielen verschiedenen Sorten von Farn. Ein Augenschmaus!

 

 

Wenn es nach mir ginge, hätte ich gaaaanz viel Moos im Garten. Doch leider sind die Vögel damit nicht einverstanden, denn sie zerpflücken für ihren Nestbau regelmäßig alles, was ich dort anpflanze und züchte... Dieses grüne Zimmer im Wald. Ein Traum. Das lässt sich auch nicht auf Bildern wiedergeben. Stille. Sonnenlicht bricht durch die hohen Tannen und leuchtet einzelne Stellen auf dem Boden aus.

Der Hang zu beiden Seiten von grünen Moosen und Farnen und kleinen und großen Tännchen überzogen. In der Talsohle gluckert der Bach über die Steinplatten. Wir entdeckten Matschkuhlen, in denen sich die Wildschweine suhlen. Immer wieder leuchten kleine und große Pilze zwischen dem Grün auf. Herrlich! Meine Tante und ich waren uns einig: Hier ein Haus mit einem riesigen Wintergarten. Nachts der Wald beleuchtet - und alles kann man sehn. Ach, das wäre was... Die Ruhe und der Frieden, den dieser Ort ausstrahlt, sorgt bei mir für sofortige Entspannung. Kein Motorengeräusch. Nur Vögelzwitschern, der Bach und ab und an der Wind in den Bäumen. Seufz. Ich wünsche, ich wäre jetzt dort.

Auf der großen Lichtung, wo wir vor 3 Jahren so viele Pilze sichteten - mein Lieblingsbild davon war im Kalender 2009 mit dem Text: "Die Sorgen am Waldesrand ablegen wie einen Rucksack. Zu schwer für eine schöne Reise." - waren kaum Pilze zu sehen. Och schade, die Natur hatte wohl andere Pläne...

Dafür fand ich diesen hier mit den hübschen Nagespuren auf dem Deckel. Ich berührte seine Oberfläche, weil ich wissen wollte, ob es wirklich Wasser war, was sich im Licht spiegelte. Kein Wasser. Er fühlte sich wahnsinnig glitschig an. Iiiiiiiiiih!

 

Meine beiden Waldführer wollten nicht aufgeben und hatten noch eine Idee, wo sie mal vor Jahren Fliegenpilze gesehen hatten. Also weiter. Auf dem Weg dorthin fanden wir immer wieder schöne Motive. So hüpfte uns der ein oder andere Minilaubfrosch über den Weg, die Beeren des Ilex verfärbten sich für ihr Winteroutfit, dann gab es viele orangeleuchtende Pilze, die wie kleine Korallen aus dem Boden ragten (der Pilz heißt auch so wie er ausschaut).

Ich war vollkommen erstaunt, rosa blühendes wildes Erika zu finden und wilden Salbei. Ganz besonders gefreut habe ich mich über große Impatiens, die in der Herbstsonne strahlten. Es scheint "meine" Pflanze zu sein, denn ihre Blüten gehörten immer dazu, wenn ich Bachblüten aussuchte. Hm, was für schöne Motive!

Ich finde Steinpilze superlecker und fand so einige Kandidaten, die dem Bild, was ich im Kopf von ihnen habe, ähnlich sahen. "Oh, ein Steinpilz. Die sind ja so lecker. Ob man das wohl einer ist?", sagte ich immer wieder. Doch ehrlich gesagt war keiner von uns bereit, sich auf ein Pilzfiasko einzulassen, auch wenn sie noch so köstlich schmecken. Sieht der Angenagte da oben nicht toll (und lecker) aus? Bei Pilzen denke ich gleich an Krimis und die mörderische Methode, unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen. Nicht, dass mir jemand einfiele, wohl aber einige Ideen, die sich zu Papier bringen ließen... Ich denke an ältere Damen, die beim Kaffeekränzchen rauchend und Karten spielend den ein oder anderen Plan aushecken...

Als ich schon kaum mehr daran glaubte, noch Fliegenpilze zu finden, aber bereits zufrieden mit all den schönen Eindrücken war, die ich schon sammeln konnte, sagte mein Onkel: "Hier ist einer!" Mein heißgesuchter Fliegenpilz! Vor lauter Freude hätte ich Weinen können. Was für ein Geschenk. Gleich wurde die Kamera gezückt, ich konnte mich gar nicht mehr davon loseisen. "Hier ist noch einer!", hörte ich von meinem Onkel. "Hier sind noch viel viel mehr!" "Oh schau dir den mal an, hier!", schwärmte meine Tante. Es war ein ganzes Überraschungfeuerwerk! So lange wie ich nach diesen Glücksbringern schon gesucht habe und dachte, ich bekomme nie eine vor die Linse, so sehr wurde mein Warten belohnt. Ich spüre beim Schreiben noch das Glück in mir, das ich fühlte, als wir die Fliegenpilz-Kolonie entdeckten: Kleine, große, welche mit vielen weißen Punkten, welche wo die Punkte an den unteren Rand des Schirms gerutscht waren, welche mit großem Schirm, winzig kleine, die gerade aus der Laubschicht krochen, angenagte, umgefallene und Prachtexemplare, die sich im Licht der Herbstsonne für mich in Pose schmissen. Mein Inneres hüpfte und jauchzte. Die Fotographin schmiss sich auf den Boden (trotz meiner Angst vor Zecken, die ich gerne über Bord schmeißen würde), füllte die mitgebrachten Speicherkarten und leerte die Akkus der Kamera. Ich war anschließend so durchgeschwitzt und aufgekratzt - und kann mein Empfinden doch nur in kleinem Maß in Worte fassen. Da war so viel!

So präsentierte sich der erste Fliegenpilz:

Ein besonders schönes Exemplar hat seinen Platz im Tischkalender 2011gefunden, den Sie hier ab Anfang November kaufen können. Im Newsletter, wofür Sie sich hier eintragen können, werde ich Sie automatisch informieren, wenn es soweit ist.

Ich bewundere die Geduld, die meine Tante und mein Onkel hatten, als ich mich beim Fotographieren so richtig gehen ließ. An der ersten Fundstelle hielt ich mich bei all den Motiven fast eine dreiviertel Stunde auf! Es tut so gut, Menschen wie sie zu haben, die mich so unterstützen! Danke auch von hier noch mal an euch beide! Natürlich auch an Oma, die währenddessen auf den vierpfotigen Racker aufpasste, der morgens noch ihr Strickzeug zerpflückte.

Möchten Sie noch einen der Glücksbringer sehen? Okay, hier einer der Laubgucker:

Auf dem Weg zurück fand mein Onkel zwischen den Tannen immer wieder Fliegenpilze, darunter riesig große. Es war ein Traum! Zum Abschluss der Reise durch den Herbstwald noch dieser hier, kein Fliegenpilz, aber ein eleganter Abschluss eines Stockes:

Nach gut drei Stunden waren wir zurück. Müde und satt von so vielen Eindrücken. Was für ein gelungener Ausflug. Was für eine Freude, dass ich meinen spontanen Impuls, ins Bergische zu fahren, wirklich umgesetzt habe.

Glückliche Grüße von einer heimatliebenden

Anja Kolberg

PS: Aus zwei Bildern habe ich E-Cards für Sie entworfen.

Mittwoch, 15 September, 2010

Mich halten in der Flut der Ereignisse

Hallo, Ihr lieben Menschen da draußen in der Welt!

Ich freue mich sehr über drei Briefe, die ich auf meinen "Wunsch an Sie" geschenkt bekommen habe. Liebe floß durch mich, als ich sie las und auch jetzt noch, wenn ich sie auf meinem Schreibtisch sehe, fühlt es sich einfach wundervoll an. Für einen besonderen Hüpfer sorgte eine Leserin, die mir - weil sie keine Schreiberin sei, mir aber Dankeschön für den Blog sagen wollte - Socken strickt. Ist das nicht toll? Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet.

Solche Geschenke machen meinen Tag zu einem hell leuchtenden Stern!

Seit einer Woche entwerfe ich die neuen Kalender für 2011. Neu in diesem Jahr: Ein Wandkalender mit Herzmotiven. Der von Ihnen geliebte und bewährte Tischkalender steht 2011 unter dem Motto: "Ich trau mich was".

Die Entstehungszeit für die Kalender bedeutet: Viele Ideen sprudeln durch meinen Kopf und meine Hände. Sie kitzeln die Fotographin in mir - locken die Frau, die gerne Texte schreibt und spornen die Kreative in mir an, die beides zusammen führt. Welche Texte? Welche Fotos sind am schönsten? Welches Layout für den neuen Wandkalender? Natürlich arbeitet auch die Kauffrau in mir, die sich mit der Finanzierung, den Angeboten und der Kalkulation beschäftigt. Ich habe so viele Ideen, dass ich gar nicht weiß, welche ich auswählen soll. Mein Puls geht schneller, ich fühle Aufregung in mir. Ich arbeite länger als in den Monaten zuvor, ich bin mehr unterwegs, ich nehme mir weniger Zeit für Pausen, "komme aus dem Tritt". Ich bin konzentriert auf meine beiden Herzensprojekte, mit denen ich wie in jedem Jahr Liebe, Hoffnung & Schaffensfreude verbinde. Das bedeutet einen veränderten Tagesablauf, einen anderen Rhythmus, nachts träume ich vom Kalender ;o) und vieles im Haushalt bleibt liegen.

Ich lerne, mich selbst darin nicht zu verlieren, sondern mich zu halten. Ich lerne, das in dieser Flut existierende und immer wieder entstehende Chaos zu nehmen wie es ist. Dies fällt mir schwer, weil es vorher so ruhig ablief und mir dieses Aufgeräumtsein auch gut tut. So wunderte ich mich über mich selbst: Ja, viel positive Energie, aber auch sehr aufgeregtes, sich komisch anfühlendes Inneres. Meine Therapeutin erinnerte mich daran, dass sich alles Neue erst mal komisch oder anders anfühlt, bis es einem in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich erinnere mich, wie sich Neues in meinem Leben anfühlte: Wie es war eine neue Stelle anzutreten. Umzuziehen und mich in eine neue Umgebung einzugewöhnen. Die ersten Schultage... Ja, so etwas sorgt für innerliche Aufregung, es ist anders als das gewohnte Gefühl. Irgendwann ging mir das Neue so in Fleisch und Blut über, dass ich darin meinen Rhythmus gefunden hatte und es normal geworden war.

Also willkommen, du neuer Lebensrhythmus! Ich verspreche meinem Körper, dafür zu sorgen, dass er weiterhin die Ruhephasen bekommt, die er braucht. Und meinem Geist, dass er die Zerstreuung bekommt, die ihn aufatmen lässt. Und meiner Seele verspreche ich, dass ich mir weiterhin Zeit für den Dialog mit ihr nehme. Ich spüre, dass ich hier Nachholbedarf habe. Deswege öffne ich jetzt mein digitales Tagebuch und führe einen Dialog mit meinem Inneren. Mal sehen, vielleicht bekomme ich von dort klare Entscheidungsimpulse für die noch offenen Fragen des Kalenders. Ich merke schon, da ist kein Fragezeichen in meinem Inneren, sondern ein Ausrufezeichen. Ich werde Antworten bekommen.

Ich wünsche Ihnen einen zauberhaften Tag!

Ihre Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr

Montag, 13 September, 2010

Schwarz - süß - wild

Im Bergischen gibt es vierpfotigen Familienzuwachs. Maffy, der geliebte Vierbeiner von Tante, Onkel und Cousin war vor einigen Jahren an Altersschwäche gestorben. Ein großer Verlust, wie jeder nachempfinden kann, der einen Hund liebt. Jetzt war die richtige Zeit für einen neuen Hund gekommen. Drei Monate ist sie jung und heißt Luna:

 

So was Süßes! Als ich sie nur sah, bin ich förmlich dahingeschmolzen und dann fing sie erst an, mich um ihre Pfote zu wickeln und mit den kleinen Zähnchen die Leckerchen aus der Hand zu piecken. Seidig glänzendes kurzes Fell, ganz laaaaaange Beine, dicke Pfoten, unglaublich lange Schlappohren und ein neckisches Gucken - das ist das Rezept dazu. :o)

Mein Onkel hat Luna zur Begrüßung ein kleines eigenes Sofa gezimmert :o) und mein Cousin hat ihn mit Stofftieren versorgt. Den langen Dackel mag sie besonders gerne:

 

Alles, was sie lieb hat, schleppt sie in dieses Sofa, so verschwand auch mein Turnschuh, den ich auf der Terrasse abgestellt hatte. Ich fand ihn unversehrt und leicht naß im Körbchen. :o) Nachher entdeckte ich, dass im Wintergarten so einige einzelne Schuhe standen. Ach, sind das schöne Zeiten!

Nach dem ersten Kennenlernen schmiss sie sich auf dem Rasen in Pose für die Fotografen. Mein Cousin und ich gaben alles, was sie sichtlich genoss. Und ihren Dackel, den gibt sie nicht so schnell her, wie ich feststellen musste:

"Los, gib mir den Dackel - Nein, er ist mir. - Ich will ihn aber haben. - Nein, den kriegst du nicht. Lass los, du doofe Zweibeinige!" :o)

 

Sie hat auch schon was ausgefressen... Omas Strickzeug hat sie aus dem Korb gemopst und ist damit im Garten spazieren gegangen. Klar, dass sie als wissbegieriges Wesen genauestens wissen wollte, wie es funktioniert, eine Socke zu stricken. Klar auch, dass sie die Wolle dafür auseinander nehmen musste. Oh-oh!

Und mit dem Wissen, dass dieser Wirbelwind Ihnen das Strickzeug zerfetzt hat, gucken Sie mal in diese Augen. Kann man da lange böse sein? So ging es meiner Oma ebenso, auch wenn sie schon ganz schön viel gestrickt hatte...

Wenn ich mich mit einem Welpen umgebe, empfinde ich reine Freude, pures Glück - was für ein schönes Erlebnis!

Nachdem wir uns ausgiebig beschnuppert und kennengelernt hatten, erholte sich Luna bei einer dicken Portion Schlaf und wir gingen auf die Suche nach Fliegenpilzen. Ob wir es dieses Jahr wirklich schafften - davon mehr im nächsten Beitrag.

Ihre Anja Kolberg

PS: Die ersten Briefe sind eingetroffen. Was für ein bezauberndes Gefühl der Wärme und Freude. Vielen Dank! Machen Sie mit - hier die Infos.

Freitag, 10 September, 2010

Mann ohne Arme und Beine macht Mut

Heute erhielt ich den Hinweis auf ein Video, das einen Mann zeigt, der ohne Arme und Beine auf die Welt gekommen ist. Das zu sehen ist nicht traurig, sondern macht Mut. Er, Nick Vujic, ermutigt zu sich selbst zu stehen. Was der Australier von sich zeigt und erzählt, berührt, relativiert trauriges Denken, hilft zu den eigenen Handicaps zu stehen und macht froh!

Hier können Sie sich das Video anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=Jlry5QbAstI

Schönes Wochenende & danke Steffi für den Hinweis!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr

Mittwoch, 08 September, 2010

Ich habe einen Wunsch an Sie

Ich trage schon sehr lange einen Wunsch in mir und heute traue ich mich, ihn hier zu posten:

Ich wünsche mir Feedback per Post von Ihnen.

Mit der Hand geschrieben und mit einer Briefmarke versehen auf den Postweg zu mir gebracht. Ich möchte über das Medium Brief/Postkarte ein Gefühl für die Menschen bekommen, die auf der anderen Seite des Bildschirms meinen Blog lesen und was ihnen wichtig ist. Ich möchte ein Gefühl dafür bekommen, was ich anderen Menschen durch meinen Blog gebe.

Schreiben Sie mir, wie Ihnen meine Seite, meine Blogbeiträge und Illustrationen gefallen. Klicken Sie auf meine Seite, wenn Sie in einer bestimmten Stimmung sind und einen Impuls suchen oder schauen Sie täglich hier vorbei? Schreiben Sie mir, gleich ob es ein Satz ist oder fünfhundert. Wichtig ist mir, Sie bringen es auf den Postweg zu mir.

Meine Adresse: Anja Kolberg - Kirchweg 118 - 50858 Köln

Ich freue mich, von Ihnen zu lesen!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr

Auf den Bauch hören

Ich berichtete vor einigen Wochen über meine Bauchschmerzen. Hinweise meines Körpers, die vorübergehen, mal wiederkommen. Ich arbeite zwar viel mit meiner inneren Stimme und höre immer mehr auf mein Bauchgefühl - aber gleichzeitig bin ich auch eine große Bauchgefühl-Ignorantin. Klingt hart - und ist es auch. Sie müssten mal meinen Bauch nach seiner Meinung fragen...

Wann das passiert?

Mein Magen tut weh und ich denke: "Ach, das geht schon wieder vorbei." und ignoriere es. Wenn ich meine Aufmerksamkeit jedoch auf meinen Magen richten und ihn fragen würde, was denn los ist, würde er mir vielleicht erzählen, dass er Angst hat und wenn ich weiter liebevoll nachforsche, erfahre ich sicherlich auch, wovor mein Magen Angst hat. Dann nehme ich ihn und damit mich und die Signale meines Körpers ernst und kann etwas dagegen tun.

Manchmal sind Bauchschmerzen auch ein monotones Hintergrundgeräusch, an dass ich mich gut gewöhnen kann. Mir fällt es gar nicht mehr auf, weil es schon länger da ist. Die Schmerzen sind nicht stark, eher als Unwohlsein zu bezeichnen, sie hindern mich nicht daran, am Gewohnten festzuhalten und meinen Alltag zu leben. Deswegen fällt es mir in solchen Situationen schwer, dieses Unwohlsein wirklich "zu bemerken" und ernst zu nehmen. Wenn ich das mache, mir Zeit dafür nehme und in Dialog mit meinem Bauch, mit meinem Unwohlsein trete, erfahre ich vielleicht, dass ich vor einer Situation davon laufe, die mir unangenehm ist, eine Situation, die zu einem Konflikt werden kann, was ich nicht möchte. Ich will Harmonie. Doch wenn ich ehrlich bin, ist das Unwohlsein, das durch meine Vermeidungsstrategie ausgelöst wurde, auch keine Harmonie. Lediglich eine Verlagerung...

Ach Mensch!

Bauchgefühl steht für mich auch für erste Impulse, die ich habe, wenn ich zum Beispiel um einen Gefallen gebeten werde (und mein Bauch meldet ein "Nein" oder "keine Lust"), ich mache aber die Faust in der Tasche, weil ich den anderen nicht verletzen will (dabei übersehe ich allerdings, dass ich mich damit selbst verletze, nämlich mein Bedürfnis, "Nein" zu sagen) - oder wenn ich um ein Angebot gebeten werde und merke: "Das wird nichts werden.", ich überhöre diese Signale jedoch und gebe ein Angebot ab, fange an zu arbeiten, um dann im Verlauf des Projektes zu erfahren, dass es besser gewesen wäre, gleich abzusagen...

Was kann ich unterm Strich also lernen?

  • Mein Bauch ist für mich eine Signalquelle, eine Kommunikationszentrale für unterdrückte Bedürfnisse und Gefühle. Meine körperliche "Schwachstelle" - oder besser empfindsamster Teil meines Körpers, der sich meldet, wenn etwas nicht stimmt.
  • Auf mein Bauchgefühl zu hören, die ersten Impulse ernst zu nehmen und mich zu trauen, diese auch auszusprechen bzw. danach zu handeln. Nicht die Anderen müssen mich verstehen, sondern ich habe die Aufgabe, mich zu verstehen. (Und die Anderen haben die Aufgabe, das Gleiche für sich selbst zu tun, es ist nicht meine Aufgabe.)
  • Meine inneren Ohren für die Signale meines Körpers weit aufzustellen und mit ihm in Dialog zu treten, wenn er mir durch Schmerzen, Unwohlsein etc. etwas mitteilen möchte. Daraus kann ich lernen, besser mit mir umzugehen, Verständnis für mich zu entwickeln, Impulse für mein Handeln zu bekommen und letzten Endes gesünder zu leben, weil ich im Einklang mit meinem Körper lebe, statt seine Signale zu ignorieren und ihn indirekt aufzufordern, noch deutlicher zu werden, bis der Arzt dann wirklich was findet...

Wie ein Dialog mit dem Körper funktioniert? Fragen stellen und auf die - am Anfang vielleicht noch zaghaften, leisen - Antworten achten, die ich in mir höre. Wie so Dialoge mit dem Inneren oder inneren Anteilen aussehen, erfahren Sie in der Blog-Rubrik: Blog - Innere Stimme.

"Ich will raus hier!", schreit mein Bauch gerade. Dann will ich tun, worüber ich schreibe: Auf meinen Bauch hören, mich vom Schreibtisch erheben und spazieren gehen.

Einen schönen Tag!

Ihre Anja Kolberg

Donnerstag, 02 September, 2010

Mit Schattenseiten l(i)eben lernen

Mir fällt es sehr schwer, meine Schattenseiten zu akzeptieren. Das ist mir gestern klar geworden.

Lehne ich etwas ab, zeige ich eine Kante statt eine Rundung meines Selbst. An diesen Kanten kann man sich stoßen. Ich möchte am allerliebsten von allen gemocht werden und dass sich keiner an mir stößt oder verletzt. Die größte Wahrscheinlichkeit, das zu erreichen, ist, dass ich den Wünschen der Anderen entspreche, ihnen nicht widerspreche, keine Kritik übe ...

Was passiert, wenn ich das wirlich mache?

Ich handle zwangsläufig gegen mich selbst. Die nach außen gezeigte Rundung, nämlich dass sich keiner an mir stoßen kann, führt dazu, dass sich die Kante nach innen wölbt. An dieser Kante stoße ich mich dann. Ich verletze mich, wenn ich "Ja" sage, obwohl es nicht für mich stimmt und ich meine Grenzen damit verletze. Ich mache die berühmte Faust in der Tasche, bin unzufrieden, sammle Wut in mir an. Das ist ein ganz blödes Gefühl in der Magengegend, wie ein fester harter Ball, der drückt und schmerzt. Aus dem Gesichtspunkt der Psychosomatik sind solche unterdrückten Gefühle alles andere als gut für die Gesundheit.

Doch wie damit umgehen, wenn ich Angst habe, anzuecken?

Atmen. Zu meinen Sonnen- und meinen Schattenseiten stehen. Mich selbst versuchen zu verstehen, auch wenn mich sonst keiner versteht. Mir die gleichen Rechte zugestehen, die ich anderen zugestehen würde. Ich wünsche mir von anderen,

  • dass sie ehrlich ihre Meinung sagen
  • dass sie "Nein" sagen, wenn ich sie um etwas bitte, es für sie jedoch aus welchen Gründen auch immer nicht stimmt. Und sie dies auch noch dann sagen können, wenn sie bereits "Ja" sagten, sich diese Entscheidung aber verändert hat.

Mir selbst möchte ich diesen Raum auch geben. Es fällt mir schwer, weil ich etwas anderes gewohnt bin, doch ich will es lernen. Auf diesen Willen kommt es an.

Mit dem Wissen um meine Schattenseiten und indem ich sie akzeptiere und traue, sie zu zeigen, fällt der Schleier meiner (Selbst-)Täuschung. Nämlich, dass ich ein Mensch bin, den alle immer lieben und toll finden. Ein Mensch, auf den man nie wütend ist, ein Mensch, der nie verletzt und sich immer korrekt verhält. Der Schleier, auf dem steht: "Ich bin nur gut." und "Ich tue keiner Fliege etwas zuleide." und "Mit mir kann man alles machen."

Dieser Schleier - ungelüftet - ist von übler Wirkung wie schon oben beschrieben. Absolut ungesund fürs Ich, nicht wirklich authentisch und unehrlich zu anderen. Wie der Wolf, der einen Schafspelz trägt und darin fast umkommt, weil er sein wahres Ich verleugnet, nur damit andere sich vor ihm nicht fürchten.

Klar gibt es auch viele sanfte Schafe, die aus Schutz einen Wolfspelz überziehen, damit sie in Ruhe gelassen werden.

Was bin ich? Weder Schaf noch Wolf.

Ich möchte will die Anja Kolberg sein und zeigen, die ich bin, die ich fühle. Mal sanft - mal kratzbürstig, mal widerspenstig und zickig - mal liebevoll, mal traurig und wütend, mal authentisch und mal unecht, mal grüblerisch, mal pingelig - mal großzügig, mal offen und einladend - mal ablehend, mal lustig - mal missmutig, mal glücklich, mal flirtend - mal schüchtern, mal zweifelnd, manchmal großartig - manchmal unausstehlich, mal klein - mal groß, mal weinend, mal schreiend, mal beleidigt - mal beleidigend, mal verletzt - mal verletzend, mal bunt - mal grau, mal ermutigend - mal zerstörend, mal ängstlich - mal mutig, mal kommunikativ - mal still und leise, mal liebend - mal hassend, mal zuverlässig - mal im Stich lassend, mal intuitiv und mal kopfgesteuert, mal zärtlich und auch mal grob, mal boxend und mal streichelnd, mal stark und mal schwach, mal professionell - mal unerfahren, mal zuvorkommend und auch richtig frech. Mal mich selbst kritisierend - und hoffentlich immer öfter mich selbst liebend.

Der Schleier ist gelüftet. Darunter ist kein runder Ball, sondern ein Mensch mit Sonnen- und mit Schattenseiten. Eine Frau mit Rundungen und mit Ecken und Kanten.

Es ist nicht leicht für mich, damit umzugehen, dass sich an meinen Kanten andere stoßen könnten, denn ich will andere keinesfalls verletzen oder ihnen Leid zufügen. Doch das lässt sich nicht vermeiden, so gerne ich es auch wegzaubern möchte. Jeder - ich und auch die Menschen, mit denen ich in Kontakt bin - lernt, mit den Ecken und Kanten der anderen zu leben.

Ich würde lügen, zu behaupten, es ist ein Klacks für mich, wenn mir andere einen Korb geben oder Kritik an mir üben, mein Handeln in Frage stellen. Doch nur mit der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesem Thema lerne und erfahre ich, dass Kritik oder ein "Nein" keine Ablehnung meiner Person ist, sondern mein Gegenüber zu sich selbst, zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen steht. Spüren, geliebt zu werden, obwohl ich widerspreche, obwohl ich wütend bin, verletzend oder das Gegenteil von dem mache, was andere von mir erwarten.

Geliebt werden und dazu gehören, weil ich bin, wer und wie ich bin. Andere lieben, weil sie zu sich stehen und sich so zeigen wie sie sind, auch wenn das unbequem ist.

Atmen.

Ich traue mich immer mehr, ich selbst zu sein.

Anja Kolberg

Mittwoch, 01 September, 2010

Impuls für den September
Ich sage "Nein", wenn ich es fühle.

Tischkalender 2010 - vor Weihnachten gibt es den neuen Kalender 2011 hier zu kaufen  

Treffender könnte das September-Kalenderblatt für mich persönlich nicht sein. Ich spüre wie unendlich schwer es mir fällt, wirklich "Nein" zu sagen, wenn ich ein "Nein" fühle, es ist wie mich durch ein Nadelöhr zu zwängen. Überhaupt erst einmal zu erspüren, dass das knubblige Gefühl, das Unwohlsein, meine Reaktionen auf eine Frage, einen Befehl, eine Erwartung, eine Bitte ein innerliches "Nein" bedeutet. Wer viele Jahre oder Jahrzehnte den Erwartungen der Menschen in seinem Umfeld entsprochen hat, wer immer "Ja" sagte, auch wenn er es lieber nicht getan hätte, wer Angst hat vor den Reaktionen der Anderen auf ein "Nein", wer fürchten muss, deswegen nicht mehr geliebt zu werden, Ärger zu bekommen und weggestoßen oder gemieden zu werden, wer gegen langjährige Regeln verstößt, hat Erfahrungen gemacht, die diesen neuen Weg des "Nein" schwer machen.

Schwer heißt nicht, dass es nicht geht.

Schwer heißt für mich, mit dem leben zu können, was ein ausgesprochenes "Nein" auslösen kann. Doch ebenso schwer ist auch ein "Ja", dass sich wie ein "Nein" anfühlt und gegen die inneren Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle ausgesprochen wird. Der Ärger wird geschluckt und schlummert dort im Körper und sucht sich sein Ventil: Schlechte Laune. Kopfschmerzen. Traurig sein. Wut. Niedergeschlagenheit. Und Ersatzbefriedigungen: Essen. Kaufen. Rauchen. Trinken. Spielen...

Gesund ist das Gegenteil. Gesund ist es "Nein" zu sagen, wenn ich es fühle.

Ein "Nein" von einem Menschen, der immer "Ja" gesagt hat, kann beim Gegenüber Unverständnis auslösen. Die anderen werden vor den Kopf gestoßen, sind damit konfrontiert, dass es nicht mehr so bequem und einfach weitergeht wie bisher. Das ruft Gefühle beim Gegenüber hervor: Entsetzen. Wut. Beleidigt sein. Panik. Angst. Entrüstung. Ärger. Traurigkeit. Selbstzweifel...

Es sei denn, das Umfeld kann damit umgehen, dann ist das "Nein" akzeptiert und willkommen. Dann keimt Verständnis auf und das Gefühl, selbst "Nein" sagen zu dürfen. Wenn diese Kultur jedoch nicht existiert, gibt es eine Veränderung im oft lange bestehenden System und die ist für alle am System beteiligten (Familie, Freundeskreis, Kollegen...) bewusst oder unbewusst spürbar. Es verändert sich was am gewohnten Ablauf. Veränderung, die von außen und nicht von uns selbst kommt, ist oft schwer anzunehmen, besonders wenn sie lieb gewonnene Gewohnheiten, Bequemlichkeiten oder jahrelang bestehende Regeln in Familie, Freundes- oder Kollegenkreis berührt.

Mit all dem kann ich rechnen, wenn ich mich traue, ein "Nein" auszusprechen, das ich fühle, statt es wie gewohnt runterzuschlucken und zu nicken.

Zu sehen, dass es einem anderen nicht gut geht, weil er mit seinen Reaktionen auf mein "Nein" zu kämpfen hat - das ist Gefühlshorror für mich. Lieber soll es mir schlecht gehen, als dass es einem Menschen, den ich gerne habe, wegen meiner Ablehnung schlecht geht. Ich merke jedoch, dass ich nicht mehr gegen mich selbst handeln kann. Das bedeutet auch, mit all dem umgehen zu lernen, was mein neues Verhalten auslöst.

Einfach ist der Weg nicht. Deswegen kommt die Blüte der Echinacea zu Hilfe. Diese Gartenstaude ist eine Heilpflanze und stärk die körperlichen Abwehrkräfte, das Immunsystem. Auf der seelischen Ebene wirkt sie wie im Buch "Blütentherapie und Naturerfahrung" zu lesen ist, so: "Kernintegrität; Fähigkeit, sich zu sammeln und die Sammlung aufrecht zu erhalten, besonders bei ernsthafter Herausforderung; Würde bewahren."

Ich bin gerade sehr berührt, wie dies alles zusammen passt, denn als ich den Kalender im vergangenen Jahr entwarf, fügte meine Intuition Text und Bild zusammen. Jetzt erfahre ich in der Praxis wie die Herausforderung des "Nein" und die stärkende Wirkung der Echinacea, die auf dem Kalenderblatt für September abgebildet ist, zueinender passen. Ich schließe die Augen, halte mein Gesicht für einen Augenblick in die Morgensonne, die in mein Büro scheint und genieße diesen für mich besonderen Moment.

Ich interpretiere den Text so: Die Pflanze hilft mir dabei, zu mir zu stehen, die Gesamtheit meiner Gefühle wahrzunehmen und bei mir zu bleiben, auch wenn es schwer wird, wirklich zu mir zu stehen und mich zu verstehen, wenn es Gegenwind gibt. Ich bewahre mir meine Würde, meine Integrität mir selbst gegenüber.

Das "Nein" ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu mir selbst. Wirklich zu mir stehen, authentisch und gesund zu leben.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es mir von Mal zu Mal leichter fällt, zu mir zu stehen und "Nein" zu sagen und meinem damit konfrontierten Gegenüber die Freiheit zu lassen, dass er darauf reagieren darf, wie es für ihn stimmig ist - ob laut oder leise, traurig, beleidigt, wütend, strafend, drohend oder mit einem wohlwollenden Nicken akzeptierend.

Ich wünsche Ihnen und mir einen zauberhaften September

Ihre Anja Kolberg

Dienstag, 31 August, 2010

Frauencoaching als Startseite

Ihr Tag soll mit einem guten Gefühl starten?

Dann machen Sie www.Frauencoaching.de zu Ihrer Startseite in Ihrem Browser:

Sobald Sie Ihren Browser öffnen, wird die Frauencoaching-Webseite automatisch aufgerufen. Sie bleiben auf dem Laufenden und sehen, was es Neues gibt. In jedem Fall erwartet Sie jedes Mal ein Zitat und ein freundliches Gesicht. :o)

So geht es:

  • Firefox: Wählen Sie im Menü Extras und dann Einstellungen. Dort können Sie unter dem ersten Reiter Allgemein die Startseite http://www.frauencoaching.de eingeben.
  • Internet Explorer: Wählen Sie im Menü Extras und anschließend Internetoptionen aus. Unter dem Reiter Allgemein können Sie die Startseite http://www.frauencoaching.de eingeben.
  • Google Chrome: Klicken Sie oben rechts auf die kleinen waagerechten Balken, worüber Sie das Programm anpassen und einstellen können. Klicken Sie anschließend auf Einstellungen. Dort lesen Sie 'Beim Start' und weiter 'Bestimmte Seite oder Seiten öffnen'. Klicken Sie auf Seiten festlegen und geben Sie http://www.frauencoaching.de ein.

Ich freue mich immer auf Ihren virutellen Besuch!

Anja Kolberg

Freitag, 27 August, 2010

So schnell geht die Zeit vorbei

 

Ich weiß nicht warum, aber die Tage diese Woche sind mindestens doppelt so schnell vorbei gewesen wie die in der Woche zuvor. Komisch. Ist aber so.

Zwei Nächte hintereinander habe ich schlecht geschlafen. Die erste Nacht hatte mein Mann gegen vier Uhr Zahnschmerzen, die nächste Nacht konnte ich wegen dem verflixten Mond einfach nicht einschlafen, als es gegen halb drei dann ging, war der Wind da und Minu hielt mich auf Trapp. Schrei!!! Wahrscheinlich habe ich deswegen zwei Tage neben der Spur gelebt. Mit Schlafdefizit komme ich nicht gut klar... Schön war das Frühstück bei meiner Freundin Barbara am Mittwoch. Herrlich, so lange zusammen zu sitzen und ausgiebig zu quatschen! Unfassbar, dass ihre älteste Tochter schon neun Jahre alt ist. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, als sie als Baby auf meiner Brust/Bauch liegend einschlief. Ich habe in dem Moment eine tiefe Entspannung wie schon lange nicht mehr und einen tiefen Frieden empfunden. Das bleibt mir wohl ewig in Erinnerung.

Das Pflaumenkuchenessen am Wochenende war schön und die Kuchen wirklich jamijami-lecker. Sechs Kilo Pflaumen habe ich entsteint, vier davon verarbeitet. Obwohl ich keinen Entsteiner hatte, ging es ziemlich flott, oben und unten kreuzweise einritzen und dann an einer Seite aufschneiten. Ich habe einen Zwetschgendatschi gemacht (Rezept hinter dem Namen verlinkt), der Hefeteig ist sehr schön gegangen und lecker geworden. Nach meinem letzten Hefeteig war ich frustig. Ist ein paar Monate her. Drei Anläufe. Zweimal mit frischer Hefe, einmal mit Trockenhefe. Alle nicht gegangen... Es war zum Heulen. Diesmal habe ich ganz genau darauf geachtet, dass weder Milch noch Butter zu heiß sind. Das war wohl mein Fehler damals... Ja, der andere Kuchen war ein Knetteig mit Zimtstreuseln, ging schneller, war natürlich viiiiiel reichhaltiger, weil mehr Butter, auch lecker. (Habe für eine Platte die dreifache Menge vom Knetteig genommen.)

Wettermäßig hatten wir richtig Glück, nur ein paar Regentropfen, obwohl Unwetterwarnung war, blieben wir verschont. Jiepieh! Ich war zwar den ganzen Tag dank schwüler Luft durchgeschwitzt, aber besser noch als im Sommer wegen Regen drinnen sitzen müssen...

Das 1. Kölner Ballonfestival war ein tolles Erlebnis. Nicht weit von hier, auf den Jahnwiesen vor dem Stadion, war letztes Wochenende viel los. Neben dem Flugfeld auf den Jahnwiesen eine Flaniermeile mit Veranstaltungsbühne, jeder Menge kulinarischen Versorgungsmöglichkeiten, Kinderprogramm und auch die Möglichkeit, mit einem Ballon am Kran in die Luft zu gehen.

 

Aufgrund der Wetterverhältnisse konnte nur einer der ich glaube fünf geplanten Massenstarts der Ballone stattfinden. Wir hatten Glück und konnten den Start Samstag früh gegen 7 Uhr von uns aus sehen:

 

Samstag Abend konnten zwar einige Ballone starten, mussten aber weil sie Richtung Flughafen getrieben wurden, wieder landen. Die Enttäuschung war groß, als viele der bereits aufgeblasenen Ballonhüllen wieder eingepackt wurden. Dennoch war die Stimmung auf der Wiese toll. Wie ein schönes Sommerpicknick.

Abends gab es ein Feuerwerk und zuvor das Nightglow (Nachtglühen) der Ballone. Im Rhyhtmus der Musik zündeten sie ihr Feuer, wie eine Lichtorgel. Ein tolles Erlebnis!

 

Und heute? Ich gucke von meinem Schreibtisch auf eine neue Couch (ein richtig schön großes U mit vielen Kissen, 90 cm Tiefe und einem unempfindlichen grob gewebten Stoff in Grautönen. Diese Wohlfühllandschaft haben mein Mann und ich gestern abgeholt (klar, dass es beim Verpacken in die Wagen in Strömen geregnet hat...) und hier in meinem Büro geparkt. Natürlich muss dann auch noch frische Farbe fürs Wohnzimmer her, wir haben uns am Gelb/Rot satt gesehen. Wir haben uns in die neuen Trendfarben von Schöner Wohnen verliebt (Lounge, Stone, Perl). Das Streichen ist mein Wochenendprogramm, während mein Mann eine Holzwand hinter den Fernseher zur Abdeckung der Kabel montiert, die wir mit indirektem Licht hinterlegen wollen. Ich mag neu renovieren! Ich freue mich auf die frischen Farben, das Licht, die groooooße Couch, wo wir endlich mal wieder nebeneinander liegen können.. Herrlich!

Soviel für heute. Jetzt werde ich mit dem Ausräumen anfangen, Gardinen abhängen, die Farbe hochholen, die Leiter steht schon bereit.... Das wird ziemlich anstrengend - aber auch sehr schön!

Ganz liebe Grüße aus Köln & auch Ihnen ein schönes Wochenende

Anja Kolberg

Freitag, 20 August, 2010

Spätsommer-Impressionen

Heute früh war der Spaziergang mit unserem Hund durch die Natur ein Wechsel zwischen kühl und warm. Kühl das Gefühl auf der Haut, wenn wir unter dem Schatten der Bäume unterwegs waren, warm wie eine streichelnde Hand war das Gefühl, wenn wir uns durch die sonnigen Abschnitte unseres Weges bewegten. Welch eine Wonne!

Gestern am späten Abend im Garten: Ein Blick auf die Köpfe der Echinazea. Was ist das? Es wimmelte darauf. Bienen fliegen doch nachts nicht mehr, oder? Was war es dann? Ein wenig Licht brachte die Aufklärung: Über zwanzig Ohrenpitscher. Wow! Übrigends heißen sie so, weil sie als Pulver gemahlen in der Antike zur Behandlung von Ohrenschmerzen eingesetzt wurden. Sie pitschen uns also nicht in die Ohren, sondern sind für uns lt. Wikipedia völlig ungefährlich. Ich wusste gar nicht, dass sooooo viele dieser Gattung in meinem Hochbeet leben. Ich hatte im Herbst schon mal umgedrehte, mit Stroh gefüllte Tontöpfe aufgehangen, weil sie darin gerne Unterschlupf finden. Der Nützling sorgt nämlich dafür, dass die Blattläuse nicht Überhand nehmen.

Unbekannt war mir bislang, dass sie nachts von der Echinazea kosten. Da die Pflanze als Immunstärker bekannt ist, bleibt die Frage: Haben sie vom Nektar der Blüte oder ihren Pflanzenteilen genascht, um sich den Magen voll zu schlagen oder war die ganze Gruppe krank und hat sich auf den Blüten ins Gruppensanatorium begeben? Hm...

Weil ich die Fenster nach Wochen Monaten endlich mal wieder geputzt habe, sehe ich jetzt noch einmal mehr, wie schön der Blumenkasten vor meinem Bürofenster ausschaut. Grün, lila, rosa und weiß sind die Farben meiner Wahl. Die Pflanzen: vanillefarbenes Wandelröschen, Lavendel, ein Herz aus Mühlenbeckie (die sich draußen super hält und nicht so schrecklich durstig ist wie drinnen - sie somit auch länger unter meinen Fittichen überlebt...), eine dickfleischige weiße Pflanze, deren Namen ich nicht kenne (unverschämt, hat sich nicht vorgestellt!, wollte aber bei mir wohnen...) und rechts und links ein dreifarbiger Sutera-Mix (Schneeflockenblume). Letzere gefällt mir besonders gut, blüht und rankt sie doch unermüdlich, kann volle Sonne ebenso wie die kurzzeitige Trockenheit im Blumenkasten ab.

Am Wochenende ist hier in der Nähe das Kölner Ballonfestival, mal sehen, ob ich schöne Eindrücke sammeln kann und wir haben die Familie meines Mannes zum Pflaumenkuchenessen eingeladen. Darauf freue ich mich schon sehr!

Ich wünsche Ihnen ein zauberhaft schönes Spätsommer-Sonnenwochenende

Anja Kolberg

Dienstag, 17 August, 2010

Psychosomatische Bauchschmerzen

Gestern habe ich mir den Rat meines Inneren zu Herzen genommen und den PC ausgemacht. Nach einer langen heißen Dusche bin ich mit einer frischen Wärmflasche ins Bett geschlüpft. Das erlaube ich mir normalerweise nur, wenn ich meine Tage habe. Dann "darf" ich das. Aber außerhalb dessen erlaube ich mir nicht krank zu sein. Mein Gott, wenn ich lese, was ich da schreibe, sträuben sich mir die Haare zu Berge. Was bin ich hart zu mir selbst!

Gut, gestern war ich das nicht. Die Wärmflasche hat geholfen, die Bauchschmerzen einzudämmen. Ich bin ausgiebig mit meinen Gedanken durch meinen Körper spazieren gegangen, habe mir eine weise sehr liebevolle Frau vorgestellt, die mir hilft, meine Schmerzen zu heilen. Jedes Organ haben wir uns angeschaut, hier und da etwas dunkles entfernt, zuerst eine Heilsalbe auf diese Stellen gegeben oder eine Farbe auf dunkle Stellen geschickt. Seufz. Das war schön. Ich bin zwar immer wieder mit meinen Gedanken woanders spazieren gegangen, dann aber wieder zurück gekehrt. Zum Schluss haben wir ein helles glitzerndes Licht durch meinen ganzen Körper von Kopf bis Fuß geschickt. Das sah so schön aus, wie ich hellglitzerte und in der Luft schwebte. ICH LIEBE MEINE PHANTASIE!

Und wissen Sie was? Nach dieser Phantasiereise war ich entspannt und mein Bauch schmerzte kaum mehr. Ich nehme an, dass ich in der letzten Nacht ziemlich kalt geworden bin, offenes Fenster, kalt-nasse Luft... Andererseits kenne ich solche Bauchschmerzen von mir aus der Zeit, als ich noch zur Schule ging und dort irgend etwas war, das mir Sorgen machte. Bei Lousie L. Hay finde ich zu Bauchkrämpfen (passt am ehesten) als wahrscheinlichen seelisch-geistigen Grund: "Angst. Bringt den weiteren Fortgang zum Stillstand." Ja, damit kann ich was anfangen. Schon tragen diese Worte meine Gedanken fort zur möglichen Ursache... Das neue Gedankenmuster dazu heißt übrigens: "Ich traue dem Prozeß des Lebens. Ich bin in Sicherheit."

Es hat mir gut getan, mich so liebevoll um mich zu kümmern. Richtig fröhlich war ich zeitweise am Abend. Die Stimmung schwankte zwar immer wieder, dann kamen wieder Phasen, wo ich mich doof fühlte. Doch es blieb nicht standhaft so. Ein hin und her pendeln.

Heute geht es mir wieder gut. Meine Stimmung ist ausgeglichen. Der Bauchschmerz flackert nur noch für Sekundenbruchteile auf, wenn ich daran denke. Ich bin guter Dinge.

Was für ein Glück, dass ich mir gestern die Auszeit genommen habe.

Ja, diesen Moment des Bewusstwerdens, mit mir gestern trotz erster Widerstände so liebevoll umgegangen zu sein - den genieße ich jetzt.

Ihre Anja Kolberg

Montag, 16 August, 2010

Och Mensch!

Heute ist wieder einer dieser Tage! Mist!

Mit Bauchweh und schlechter Stimmung bin ich aufgewacht. Was ich auch immer diese Nacht geträumt habe, gute Laune hat es nicht verbreitet. Ich find's total doof, einfach so mit mieser Laune aufzustehen. Heute kommt mir alles so dunkel draußen vor. Blööööööööööööd!

 

So richtig bekomme ich keinen Grund zu packen. Das Wochenende war einfach schön. Gestern habe ich bei dem Regen im Bett gelegen, Fenster auf Kipp. Dieses Prasseln. Gemütlich! Drei Stunden habe ich am Nachmittag geschlafen. Das hatte so gut getan. Auch der Samstag war gelungen: Schönes Wetter. Terrasse. Lesen. Ausatmen. Abends habe ich an einer Aufstellung bei Birgit Lenzen-Liedtke teilgenommen. War auch gut und erkenntnisreich.

Mensch, ist das dooooooooooooof!

Ich weiß nicht, ob mir das nasskalte Wetter zugesetzt hat. Die Wärmflasche, die ich mir abwechselnd vorne auf den Bauch und dann wieder auf den Rücken lege, hilft mir. Auch langes Liebhalten von meinem Mann hilft. Oder Minu streicheln und mir die Hände von ihr abschlecken lassen. Ablenkung hilft. Seufz. Mann, ist das ein Sch***!

 

Vielleicht hilft ein Dialog mit meinem Inneren.

Hallo Inneres, was ist los? Ich bin traurig. Sehr traurig.

Du bist traurig? Ja, sehr traurig.

Warum bist du sehr traurig? Weil du nicht auf mich achtest und nicht auf mich hörst.

Ich höre nicht auf dich und achte nicht auf dich? Nein!

Wann habe ich nicht auf dich gehört? Eben.

Was war das für eine Situation? Du hast gesagt, dass du gleich wieder ins Bett gehen willst. Das bist du aber nicht. Weil du tausend Dinge wichtiger findest als mein Wohlbefinden.

Das stimmt nicht. Doch - wohl stimmt das! Du denkst nur an deine Pflichterfüllung. Dass du doch nicht an einem normalen Werktag wieder ins Bett gehen kannst NUR weil es dir mal nicht gut geht. Wo kommen wir denn da hin, wenn du dich gehen lässt?

Ja, ich glaube, du hast Recht. Ich will mich nicht gehen lassen. Habe Angst davor, zu versumpfen. Aber warum denn? Du hast jetzt Bauchschmerzen und ganz schlechte Laune. Du kümmerst dich aber nicht um dich, sondern versuchst es durch die Arbeit wegzudrücken. Haaaaalllo! Du arbeitest zu Hause. Du sitzt nicht in irgeneiner wildfremden Firma am Schreibtisch und kannst schlecht weg. Ja, ich weiß. Du gehst härter mit dir um als es jeder Chef tun würde. Selbstständig sein kann schlimmere Kasteiung sein, als jedes Angestelltenverhältnis. Du bist einfach zu hart zu dir, Anja. Du wirst nicht versumpfen, wenn du dir jetzt erst mal "frei" nimmst, den PC ausmachst und dich ins Bett legst, vielleicht warm duschst, vielleicht eine neue Wärmflasche machst, was auch immer. Ich find's auf jeden Fall ganz schön grausam (!), wie du mit dir selbst umgehst. Es ist wie im Mittelalter.

Puh! Was für eine Packung! Mein Inneres hat Recht. Ich bin nicht liebevoll zu mir, versuche das Unwohlsein wegzudrücken, mir zu sagen "Ist doch nicht so schlimm, stell dich nicht so an." Es ist aber offensichtlich nicht wegzudrücken, sonst würde ich den Beitrag hier nicht schreiben.

Also: Eine Entscheidung für mein Wohlbefinden: Ich nehme mir jetzt frei. Mache den PC aus. Vertage alles offene auf morgen oder übermorgen. Ich sorge jetzt gut für mich und lege mich hin. Ich habe keine Garantie, dass es mir hilft, aber es ist ein Weg, ein Anfang, ein erster Schritt auf mich zu statt von mir weg.

Anja Kolberg

PS: So ging es mir am nächsten Tag.

Freitag, 13 August, 2010

Flanieren durch den Sommergarten

Haben Sie Lust auf einen Spaziergang durch mein grünes Sommerzimmer?

Die Rosenblüte macht eine Pause, die ersten neuen Knospen zeigen sich schon.

So treten andere Schönheiten in den Vordergrund. Zum Beispiel meine geliebte Echinazea:

Diese Staude erinnert mich zum einen an meinen Aufenthalt in Stansted/England, wo sie im Garten wuchsen und wie sie in meinen Garten kam (Text am Ende der Buchvorstellung). Gerade in der Abendsonne tummeln sich darauf viele Bienen und Hummeln.

In den Vordergrund treten auch die verschiedenen Farben und Formen der Blattstauden - wie die des Lungenkrauts. Puh, die pieksen vielleicht...

Wenn ich in meinem Hochbeet nach oben schaue, wartet da schon eine nächste Rose (Parole) auf ihr Erblühen:

An der Ecke des Hochbeets vor den Blättern der Iris schmeißt sich das rundum gepflanzte Männertreu noch mal richtig ins Zeug. :

Auf dem angrenzenden Rosenbogen zeigen sich die Fruchtstände der abgeblühten Clematis:

Ganz stolz bin ich auf die das erste Mal erfolgreich überwinterten Dahlien. Die erste Knospe zeigt sich in den Holzkübeln an der Mauer:

Davor wächst eine wohl auf dem Markt relativ neue hell- und dunkellilablühende Einjährige, deren Namen ich nicht weiß, die sich aber wunderbar mit dem Männertreu verträgt:

Auch dieses Jahr gibt es wieder blaue und weiße Trauben. Für den eigenen Wein reicht es nicht, zum Naschen aber ganz bestimmt...

Ob die blühende Prinzessin diesen Sommer ihrem Namen noch alle Ehre machen wird? Ich habe sie das zweite Jahr überwintert, diesmal aber im Frühling wohl zu früh zu stark zurück geschnitten. Der Hochstamm war zwar von innen noch frisch und grün, nur kamen keine Blätter... Erst war ich traurig, dachte sie wäre kaputt, um so glücklicher war ich, als unten am Stamm frische Blätter kamen. Jetzt ist es zwar kein Hochstamm mehr, eine blühende Prinzessin vielleicht aber dennoch.

Wenn ich von der Terrasse auf den Rasen trete, fällt mir dieser vorwitzige Zweig auf, der sich durch den Zaun den Weg ins Licht gebahnt hat:

Er stammt vom Hibiskus aus Nachbars Garten, eine Blüte war auch schon daran, die schaut so schön aus:

Im hinteren Teil des Gartens stehen vor den Hortensienbüschen die von mittelgrün nach hellgrün verfärbten Blättern der Funkie:

 

 

 

Kaum zwei Meter weiter wachsen an den Säulenbäumen wieder zwei Apfelsorten. Sie haben den Umzug offensichtlich gut überstanden. Letztes Jahr waren sie so voller Äpfel, dass wir sie stützen mussten:

 

 

Hinter dem Teich sind die Gräser in die Höhe geschossen. Die Rutenhirse musste ich schon festbinden, war sie doch durch den Regen nach vorne ins Wasser gekippt:

 

Im Teich blühen zwischen den Wasserhyazinthen eine weiße und eine rosafarbene Seerose:

 

 

Am Wasser- und Stegrand begeistern mich die Blätter der Iris im Licht der Abendsonne:

 

Über den angrenzenden Bachlauf hat der Ahorn sich ganz schön ausgebreitet:

 

Im Hochbeet oberhalb des Bachlaufs gefallen sich die grünen Blätter des Farns

neben denen von Frauenmantel, rotblättrigem Purpurglöckchen und dem Sommerkleid der Christrose:

Nur eine Stufe trennt uns jetzt von der Terrasse, wo sich einige Schätze zwischen den Steinen selbstständig gemacht haben:

Männertreu

Miniminiminiableger vom Frauenmantel, die mir besondere Freude machen, noch nicht mal 1-Euro-Stück groß:

und diese wunderschönen Gänseblümchen. Da kann man doch das Grün zwischen den Fugen nicht entfernen, oder? ;o)

Auch der Mohn hat sich schon auf der Terrasse und in den Kübeln verteilt. Hier einige Sämlinge im Kübel:

Sehen seine Fruchtstände nicht toll aus?

Gestern durfte ich eine dicke Hummel beobachten, die mit Klimmzügen in eine schon fast geschlossene Mohnblüte kletterte. Danach war jede Menge in der Blüte los, sie pendelte hin und her... Was für ein Spaß!

Den Abschluss bildet an meiner geliebten Schattenmauer die Kletterhortenise. Leider hat sie dieses Jahr nicht geblüht, dafür ist sie ein großes Stück gewachsen.

Damit ist mein Rundgang durch den Sommergarten zu Ende. Jedoch nicht ohne noch ein Schwanzwedeln von unserer Minu für Sie, die den Garten fast so sehr liebt wie ich:

Schönes Wochenende mit einer frischen E-Card aus dem Garten:

Klick für frische E-Card zum Wochenende

Anja Kolberg

Donnerstag, 12 August, 2010

Die Schönheit wohnt in jedem Körper.
Jederzeit. Du selbst

Lieber Körper!

Du bist ein wunderbares Gefäß für meine Seele. Danke, dass du da bist und mich durch mein Leben begleitest. Du bist mir ein guter Freund und in schweren Zeiten ein Ratgeber, wenn Krisen mich schütteln und du mir durch Beschwerden Hinweise zur Heilung geben möchtest. Ich hoffe, dass ich deine Botschaft rasch verstehe und mich an die nötige Veränderung in meinem Leben wage, damit wir beide, Körper und Seele bald wieder gesund werden. Und wenn ich es nicht schnell verstehe, dann hoffe ich auf deine Geduld und Gnade, mir die Zeit zu geben, die ich brauche, um zu begreifen, was nicht in Ordnung ist in meinem Leben.

Ich bin dankbar, dass du das Gewicht trägst, das ich dir auflade. Weil ich lange Zeit zum Beispiel lieber Schokolade gegessen habe, statt mich um mich selbst zu kümmern und um das, was ich wirklich brauche.

Ich bin traurig, dass ich es nicht geschafft habe, dich schon zu lieben, als ich noch ein Teenager war. Mein Gott, hatte ich da eine schöne Figur, doch ich fand meine Oberschenkel zu dick, sah die Wellen meiner Haut, die Waden waren mir zu dick, die Nase zu groß. Heute wünschte ich mir diese knackige Figur zurück. Doch stimmt das eigentlich? Nein, ich wünschte mir, ich hätte damals meinen Körper schon so geliebt wie er war. Nämlich richtig schön. Doch heute kann ich das tun, was mir früher nicht möglich war: Mich so lieben wie ich jetzt bin.

Meine Rundungen mit Dehnungsstreifen, Cellulitis und sanftweicher Haut. Trotz vierzig immer mal wieder ein Pickel, doch bringt mich das nicht mehr aus der Fassung wie ein Teenager, ich weiß, dass er wieder geht und ich deswegen nicht doof angeschaut werde. Graue Haare, die immer mehr werden und meine Haarfarbe verändern. Lockenkringel, die immer noch bleiben und mir gehörige Freude bereiten. Ein Busen, der nicht mehr steht, dafür mit entsprechenden Hilfsmitteln ;o) ein zauberhaftes Dekolleté hergibt. Falten auf den Händen, Lachfältchen um den Mund und die Augenwinkel. Nicht mehr ein Kinn, sondern je nach Lage auch mal zwei. Blaue Augen mit einem spannenden dunklen Rahmen um die Iris. Ein schönes Lachen und einen stattlichen Po.

Ja, ich bin eine vierzigjährige Frau. Ich darf so sein wie ich bin - mit all den Eigenarten meines Körpers, meines Gesichts.

Und wenn ich zwanzig oder vierzig Jahre nach vorne schaue, dann sehe ich noch mehr Veränderungen auf mich zukommen. Mehr weiße Haare, mehr Falten. Und die finde ich unglaublich schön. Wenn ich die Hände meiner Mutter anschaue, ihre grauen Haare, ihre Falten im Gesicht, wird mir ganz warm ums Herz. Sie erzählen Geschichten aus ihrem Leben. Oder wenn ich vierzig Jahre nach vorne schaue, dann bin ich fast im Alter meiner Großmutter: Noch immer schön. Unverkennbare Merkmale. Wunderschön weiche Haut, von der Sonne gezeichnet, von kleinen und großen Lebenslinien durchzogen, weiße Haare, nur noch an wenigen Stellen ein graues oder dunkles darunter. Anders als heute und einfach immer noch schön.

Die Schönheit des Alters ist eine andere als die der Jugend. Dafür um keinen Preis besser oder schlechter, nein, jede Zeit, jedes Alter, jedes Gewicht hat seine eigene Schönheit. Die Kunst ist es, sie zu sehen und zu lieben.

Liebe Anja, erinnere dich daran, wenn du wieder mit deinem Körper haderst. Du bist schön. Gleich welche Kleidergröße du trägst, gleich in welche Hosen oder T-Shirts du passt, mit braunen oder von grauen Strähnen durchzogenen Haaren. Mit Dellen, Falten und Altersflecken. Du musst nicht wie die Frauen im Fernsehen, in Katalogen oder in Zeitschriften ausschauen, um schön zu sein. Auch nicht abnehmen, eine glattere Gesichtshaut haben oder schmalere Beine: Du bist jetzt schön, genau in diesem Moment. Einfach weil du bist. Du musst nicht den aktuellen Schönheitsidealen entsprechen, um schön zu sein. Neben diesen Idealen gibt es ganze Universen von Unterschiedlichkeit und damit schöner Lebendigkeit.

Traurig stimmt mich das auf jung getrimmte Gesicht, dem die Lebenslinien entzogen wurden, glatt gespritzt an Stirn und Mundwinkel und dem damit so viel Lebendigkeit aus dem Gesicht gewichen ist. Ich finde Gesichter mit Falten wirklich schön. Sie haben so viel zu erzählen!

Traurig machen mich inzwischen auch die Aussagen "Oh Gott, sah ich da furchtbar aus." von Menschen, die abgenommen haben und stolz auf Vorher/Nachher-Bildern von ihrem Abnehmerfolg berichten, aber mit Abscheu auf ihr altes Ich schauen. Mich macht das traurig, weil sie Teile ihres Selbst ablehnen und das tut einfach weh.

Schönheit geht nicht mit dem Alter oder zunehmenden Gewicht. Sie verändert sich. Jedes Gewicht, jedes Alter hat seine eigene Schönheit. Attraktivität vergeht nicht.

Ich finde auch Männer mit Falten schön und grauen Haaren, auch wenn sie Glatze tragen, weil ihre Haare gehen wollten. Gestern lächelte mich ein Vater an, der mit seinem einjährigen Sohn sprach - beide hatten kaum Haare auf dem Kopf. Sowas attraktives!!!

Es ist wichtig, mich auch dann zu lieben, wenn ich mehr Speck als alle anderen auf den Hüften habe und mich auch dann schön und sexy zu fühlen. Mir nicht erst neue Kleidung zu gönnen, wenn ich abgenommen habe, und damit mein Jetzt indirekt bestrafe. Ich bin es jetzt schon wert, mich schön zu machen und schön und sexy zu fühlen. Und das spürt auch mein Umfeld.

Jeder Mensch hat zu jeder Zeit mindestens eine besonders schöne Einzigartigkeit an seinem Körper, die dem Betrachter gleich ins Auge fällt und anderes in den Hintergrund treten lässt. Augen, die Wärme, Liebe und Lebenserfahrung ausstrahlen oder lustig blitzen und den kleinen Kobold in diesem Menschen offenbahren. Ein Lächeln, das magisch anzieht. Eine Stimme, die sich wie warme Schokolade anfühlt. Haare, die fröhlich beim Gehen wippen. Hände, die so weich sind, dass man dahin schmelzen möchte, wenn sie meine Hände begrüßen. Einen Gang, der von Stolz und Stärke oder Sanftmut und Zartheit berichtet. Es gibt so viel besonderes und schönes an uns zu entdecken.

Wenn wir uns nicht immer wieder durch die Medien einen Spiegel vorhalten lassen, würden wir uns nicht beständig mit den scheinbar makellosen Menschen vergleichen, die uns dort begegnen. Wenn wir gar keine Spiegel hätten, würden wir vielleicht mehr auf unser Gefühl schauen, ob wir uns mit der Kleidung wohl fühlen, die wir tragen, ob die Schuhe bequem sind. Wir würden kein Gift in unser Gesicht spritzen, damit die Falten gehen, weil jeder Falten hätte und damit offen zu den Geschichten seines Lebens steht. Wir würden andere Menschen nicht mit gängigen Figur- und Fitnessschablonen bemessen, sondern auf ihr Herz schauen, auf ihr Lachen und die Erfahrungen, von denen sie erzählen. Wir würden auf ihre Träume hören, die Geschichten von den Stürmen ihres Lebens, die ihre Spuren im Gesicht hinterlassen haben. Wir würden erfahren, warum der Körper Schutz durch mehr Volumen braucht und die zarte Seele dahinter entdecken. Wir haben verlernt, uns ohne den Spiegel anzuschauen und vergessen, unsere wahre Schönheit zu sehen. So wie wir jetzt sind, sind wir das schönste, was wir im Moment sein können: Wir selbst.

Du bist immer attraktiv und liebenswert und schön. Einfach weil du bist. Ein einzigartiger Mensch. Wer dein Herz sieht und es erkennt, der sieht weder Falten, noch Doppelkinn, noch große Oberschenkel oder dicken Bauch, dem fallen auch bei einem Schwimmbadbesuch die Dellen an den Oberschenkeln nicht negativ auf. Warum? Weil sie zu dir gehören. Das bist du. All das macht deine Schönheit aus. Weder Kleidergrößen, noch glatte Haut, noch strahlend weiße Zähne, noch perfekt geschwungene Lippen, noch muskelgestählte Oberarme machen Schönheit aus. Die wirkliche Liebe strahlt vom Herzen durch den ganzen Menschen hindurch, nimmt seinen Körper mit ein - und zeigt damit seine wahre Schönheit. Das bist du. Mit allem drum und dran. Und wer dich nicht so liebt wie du bist, wie du jetzt ausschaust, der liebt ein stumpfes Idealbild, das niemals an die Schönheit herankommt, die du jetzt zeigst.

Dein Körper und dein Gesicht erzählen Geschichten aus deinem Leben. Von einem ganz besonderen Menschen: Von dir.

Von Herzen - dein Ich.

Anja Kolberg

PS: Nach alle dem, was ich mir in den letzten Jahren durch meine Therapie begriffen habe, kann ich heute sagen: Ich finde, ich sehe auch mit Kleidergröße 54 richtig gut aus! :o) *Hüpf* Das zaubert ein Lächeln in mein Gesicht und fühlt sich soooo gut an!

Mittwoch, 11 August, 2010

Unbändige Lebenskraft

Kleines Update zu meinen Liebesgrüßen aus dem Garten:

 

Für unbändige Lebenskraft steht die Pfeifenwinde ab sofort für mich. Ich hatte sie ja in einen der Gartensträuße gesteckt und mich gar nicht mehr über ihre Unkrauteigenschaften in meinem Garten geärgert, sondern mich an ihr erfreut. Langsam klettert sie nun im Strauß weiter und schlingelt sich um die Blätter der Iris. So schön hätte ich das niemals stecken können. Sie macht es von alleine und hat mir damit heute früh, als ich das entdeckte, eine große Freude bereitet.

 

Was hat diese Pflanze für einen Lebenswillen, wenn sie selbst in der Vase weiterrankt, ohne Verbindung zum nährstoffreichen Gartenboden?

So klettert sie auch langsam aber sicher in meiner Liebesskala der Gartenpflanzen nach oben. Vom Unkraut zum Liebling in Gartensträußen.

Ein schöner Wandel!

Anja Kolberg

Montag, 09 August, 2010

Liebesgrüße aus dem Garten

Mein "grünes Zimmer" schenkt mir eine ganze Fülle an Blättern, Blüten und Gräsern, aus denen ich kleine Liebesgrüße aus dem Garten zaubern kann.

Die Blätter der Funkie gefallen mir besonders gut, ebenso die des Storchschnabels. Die langen Blätter der Gräser und ihre wundervoll leichten Ähren machen sich auch gut in der Vase. Bei den Blüten kann ich zwischen Rosen, Bauernhortenie, Rispenhortensie und Echinazea wählen. Ach ja, auch die wunderschönen Blüten des Mohns und seine kräftig grünen Fruchtstände sind ein Traum für mich. Und die langen Blütenrispen des dunkelrotblättrigen Purpurglöckchens (ich hatte zuerst Zauberglöckchen geschrieben, das war jedoch nicht richtig) machen sich auch toll auf dem Tisch...

Ich schwelge im Reichtum meines Gartens!

Heute früh ging es mir nicht gut (Tage sind im Anmarsch). Nachdem ich mich einige Zeit im Garten aufgehalten habe und mir was für die Vase abgeschnitten und zusammen gestellt habe, geht es mir viel besser! Wollen Sie sehen, was ich gemacht habe? Hier einige Fotos davon:

Der hier steht jetzt auf meinem Schreibtisch. Die Rose duftet umwerfend gut!

Rose: Parole (Züchter Kordes-Rosen), die am Anfang des Sommers rosafarbene Hortensienblüte hat ihre Farbe inzwischen ins grüne gewechselt. Vorne zwischen den beiden Blüten und kaum auf dem Foto sichtbar eine Miniblüte der Rispenhortensie, und der Fruchtstand des Mohns, hinten eine Rispe des Purpurglöckchens und - hm, wie heißt das Gras? (Entweder Rutenhirse oder Schmiele).

Dies ist eine der beiden Steingutamphoren, die draußen auf meinem Pflanztisch stehen. Hier haben zwei Hortensienblüten, an denen man die unterschiedlichen Farben auch noch sehen kann, Platz genommen. Die rosafarbene war unter einem Blatt versteckt, bekam also Schatten und die grüne stand in der Sonne, wodurch sie sich schon verfärbt hat. Vorne meine geliebte Echinazea, hinten wieder ein bisschen vom Gras.

Und diese Gartenliebe steht jetzt auf dem Esszimmertisch. Ich liiiiiiebe dieses Maigrün, wie schön, dass ich auch einen kleinen Übertopf habe, der diese Farbe hat und sich prima als Vase für meine Gartenschätze eignet. Diesmal - wieder eine Hortensienblüte (ich habe so viele davon, die kann ich also am ehesten verschmerzen) mit einigen Rosenblüten (kenne ihren Namen nicht, blüht den ganzen Sommer immer und immer wieder), vorne das Blatt des Stornschnabels (davon habe ich auch Massen, weil ich die Staude im Frühjahr x mal geteilt habe, jetzt steht sie überall... ;o)), hinten ein bisschen von meinem Lieblingsgras und zwei Blätter der Iris, die ich zusammegebogen habe. Das ganze wird von der Pfeifenwinde umrankt. Dieses "Unkraut" hält sich tapfer in unserem Garten, die Rispenhortensie wurde schon erklommen, ebenso wie die Säulenäpfel, eine ist auf dem Weg, das Vogelhäuschen einzunehmen. Jetzt habe ich ihr eine neue Aufgabe vermacht, so dass ich sie fast mag: Deko in der Vase!

Einen schönen Sommertag wünscht Ihnen

Anja Kolberg

PS: Ich habe aus einer Gartenliebe eine neue E-Card gestaltet. Viel Freude beim Verschicken.
PPS: Ein Straußupdate gibt es hier.

Freitag, 06 August, 2010

Raus aus dem Alltag

Ich genieße das Wetter. Es tut mir so gut, dass die Hitze weg ist. Mir macht der Regen und die kühlen Temperaturen nichts aus. Kein Vergleich zu meinem Befinden bei Temperaturen über 30 Grad! Wie stark ich doch aufs Wetter reagiere...

Ich finds schön, dass mein Mann frei hat. Diese Woche haben wir einen Ausflug in die Eifel gemacht. Uns gefällt die ARD-Krimiserie "Mord mit Aussicht" so gut und die spielt in der Eifel, wobei es den Ort Hengasch nicht wirklich gibt. In einer Folge kam das Radioteleskop vor und da sind wir hin.

Ein bisschen übers Land fahren. Ein bisschen Spazieren gehen. Ein bisschen was Neues entdecken. Ein bisschen aus dem Alltag raus. Das hat gut getan!

Noch was Neues habe ich entdeckt, das mir gut gefällt: Garten-Fernsehen. Ich meine damit nicht die im Fernsehen laufen, sondern kleine Videobeiträge, die im Netz stehen. Es macht richtig Spaß, darin zu stöbern und Neues zu lernen. Dort gibt's Beiträge über die Gartenpraxis wie z.B. Buchsbaum schneiden, über Gartenideen, z.B. ein englisch inspiriertes Gartenbeet gestalten, sowie die Rubrik "Pflanzen", in der Beiträge z.B. über die Clematis und viele andere zu finden sind. Ich bin über die Seite von Clematis-Spezialist Westphal dort gelandet und habe einiges über die Clematis erfahren und dazu noch interessante Sorten entdeckt und zwei gleich für meinen Garten geordert. Eine in dunkel-pink für die eine Seite des Rosenbogens und eine weiße, die ich gerne in einen Kirschbaum wachsen lassen möchte. Ich freue mich schon so darauf, sie wachsen und blühen zu sehen!

Ich habe die letzten Wochen gemerkt, wie gut es mir tut, aus dem Alltag auszubrechen. Die Woche im Bergischen hatte entscheidenden Anteil. Einfach mal raus, neue Eindrücke bekommen, einen anderen Tagesablauf haben, anderes sehen, hören, riechen, schmecken. Es muss wie ich gemerkt habe auch nicht gleich eine ganze Woche sein, seit einigen Monaten fahre ich ab und an auch mal wieder gerne ins Rheincenter, ein überdachtes Einkaufscenter mit vielen kleinen Geschäften in Köln-Weiden. Dort lässt sich prima im Buchladen stöbern, dabei eine Tasse Kaffee trinken (haben eine tolle Leseinsel mit Tischen, Kaffeecenter, Springbrunnen). Zum Abschluss gönne ich mir immer 10 Minuten Massage auf Shiatsu-Massagesesseln. Das tut soooo gut!

Lange Zeit hat Bummeln nur Stress für mich bedeutet. Als ich zu meinem Mann auf diese Rheinseite gezogen bin (war vor 18 ! Jahren - huch wie die Zeit vergeht), bin ich mit Vorliebe dort und in Hürth bummeln gegangen. Dann kamen Abendstudium, der Umbau, die Selbstständigkeit und bummeln hat mich nur noch gestresst. Jetzt stelle ich fest, dass es wieder geht und das finde ich schön.

Nichts bleibt wie es war - alles ändert sich.

Ein schönes Wochenende!

Ihre Anja Kolberg

Montag, 02 August, 2010

August-Impression

 

So schaut ab heute mein Desktop aus: Es ist August und heute früh war es an der Zeit, sowohl das Desktopmotiv als auch das Kalenderblatt des Tischkalenders 2010 "Ich mache mich glücklich" zu wechseln. Es gefällt mir sehr, was ich sehe: Luft, blauer Himmel, Strand, Meer. Durchatmen!

Aufgenommen habe ich das Motiv an der dänischen Nordseeküste, unserem favoristieren Urlaubsziel. Die Gegend auf dem Foto heißt "Bjerregard", das liegt auf der schmalen Landzunge zwischen dem Ringköbing Fjord und dem Meer.

Der Text lautet: "Ich genieße diesen Moment."

Für mich ist dies eine Einladung, mit meinen Gedanken in der Gegenwart zu sein. Nicht daran zu denken, was morgen los ist oder nächste Woche. Wo der nächst Urlaub hingehen könnte oder wie ich es schaffe, endlich wieder mit dem Schreiben eines Buches anzufangen. Mich auch mit meinen Gedanken nicht in die Vergangenheit zu flüchten, nicht über Erfahrungen nachzudenken, über Erlebnisse, was auch immer.

In der Gegenwart sein, bedeutet für mich: In mich hineinhorchen und gucken, wie es mir geht. Stimmung. Körper. Mich strecken, weil der Nacken schmerzt.

Meine Umgebung wahrnehmen: Licht. Farben. Ausblick. Geräusche. Düfte. Temperatur.

Genießen, was ich sehe. Mir zum Beispiel den neu gepflanzten Lavendel im Blumenkasten vor meinem Bürofenster genau anschauen. Die Nase reinhalten. Über die Blätter streichen, jetzt hat meine Hand für einige Momente seinen Duft aufgenommen. Oder Passanten beobachten wie sie miteinander umgehen, wie sie sich bewegen. In dem Himmel schauen und diese wunderschönen Schwärme der Mauersegler beobachten, die mich diesen Sommer verwöhnen.

Diesen einen Moment genießen, in dem ich mich jetzt befinde.

Kraft tanken. Pause machen.

Immer wieder werde ich diesen Monat daran erinnert.

Ich wünsche Ihnen einen schönen August

Anja Kolberg

PS: Der Tischkalender 2010 "Ich mache mich glücklich" ist ausverkauft. Im Herbst können Sie den neuen Kalender für 2011 und auch die Desktopmotive im Webshop kaufen. Wenn Sie automatisch darüber informiert werden möchten, tragen Sie sich in den Newsletter ein.

Ich beschütze mich und stehe zu mir

Ich möchte zum Kalenderblatt des vergangenen Monats Juli noch etwas schreiben: Es gibt vieles, wovor ich mich beschützen kann. Auch vor mir selbst. Wann das der Fall ist? Wenn ich etwas tue, das mir schadet.

Beispiel Essen: Mir ist aufgefallen, dass ich oft esse, weil ich mich damit beruhige, ablenke oder Langeweile und Unterforderung bekämpfe. Also nicht, weil ich Hunger habe. Als mir das bewusst wurde, war ich erst mal richtig erschrocken.

Wie ich mich in der Situation vor mir selbst beschütze?

In dem ich erst einmal akzeptiere, dass es so ist, ohne mich dafür zu verurteilen. Dieses Muster trage ich schon sehr sehr lange in mir und es darf die Zeit brauchen, die es braucht, bis das Muster geht. In einem nächsten Schritt kann ich mich fragen, ob ich wirklich Hunger habe oder ob irgend etwas anderes los ist. Nicht verwunderlich: Das Zweite trifft oft zu.

Und dann? Dann kann ich gucken, was los ist. Ich wende mich dann also nicht dem Essen, der Beruhigung und Ablenkung zu, sondern mir selbst und dem, was ich wirklich brauche, was wirklich los ist.

"Was ist wirklich los? Was brauche ich wirklich?"

Die Antworten sind sehr unterschiedlich: "Mir ist langweilig." "Ich bin ungeduldig, spüre eine innere Unruhe." "Ich bin wütend." "Ich bin traurig." "Ich bin müde." ... Nicht immer kommen die Antworten sofort, manchmal brauche ich auch Geduld und Verständnis, dass es noch mehr Aufmerksamkeit braucht, bis ich wirklich weiß, was los ist.

Dann kann ich mich entscheiden, zu mir zu stehen und statt zu essen und damit vom eigentlichen Problem abzulenken, etwas zu tun, damit es mir wieder gut geht. Einige Beispiele, von dem was mir bisher eingefallen ist:

  • Wenn mir langweilig ist (passiert abends oft beim Fernsehen), aufstehen und etwas tun, worauf ich Lust habe oder was mir gerade einfällt. Lesen. Aufräumen. In den Garten gehen. PC anmachen und surfen. Mich ablenken. Schreiben.
  • Wenn ich wütend bin: Darüber reden. Die Gründe in mein Tagebuch schreiben. Meiner Stimmung mit Farbe Ausdruck verleihen. (Ich kann unglaublich groß schreiben und den Stift sehr sehr fest ins Papier drücken, wenn ich wütend bin. Bevorzugte Farbe: Rot.) Auf ein Kissen schlagen. Laut schreien...
  • Wenn ich mich unterfordert fühle: Mich fragen, was ich lieber tun würde und es versuchen.
  • Wenn ich Aufmerksamkeit und Liebe möchte: Meinen Partner bitten, mich in den Arm zu nehmen. Ihn Fragen, ob er mir etwas Nettes sagen könnte. Einen Liebesbrief an mich selbst schreiben. Oder einen lesen, den ich schon vorher geschrieben habe. Mich duschen und anschließend mit einer duftenden Creme einreiben.
  • Wenn ich inner Unruhe spüre: Aufstehen und mich bewegen, zum Beispiel eine Runde durch den Garten oder durchs Haus. Je nach dem, was gerade "geht".
  • Wenn ich müde bin: Mich hinlegen und versuchen, mich auszuruhen und zur Ruhe zu kommen. Auch wenn es nur fünf Minuten sind.
  • Wenn ich traurig bin: Mich fragen, was mich traurig gemacht hat. Mich selbst verstehen. Mich (mein inneres Kind oder welcher Anteil von mir selbst auch immer traurig ist) in den Arm nehmen, das kann ich mir gut in meiner Phantasie vorstellen. Mir gut zureden, mich selbst trösten. Mich fragen, was ich tun kann, damit es mir besser geht.

Ich bin dankbar für diese Entdeckung, die mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist. Bisher hatte ich nicht die Geduld, dahin zu gucken, warum ich esse. Jetzt ging es. Das macht mich froh. Ich bin mir sicher, dass es mir nicht immer gelingen wird, mich zu fragen, warum ich etwas essen möchte, ob ich Hunger habe, oder etwas anderes dahinter steckt. Ich werde sicherlich auch noch des öfters zur Beruhigung nach Essen greifen. Wichtig ist, dass ich jetzt den ersten Schritt gemacht habe und mir das alles bewusst geworden ist. Damit kann ich künftig entscheiden, wie ich mich verhalten möchte. Und ich möchte mir nicht böse sein, wenn es mir nicht gelingt. Auch damit beschütze ich mich vor mir selbst, nämlich davor, mich selbst zu stark zu kritisieren. Wozu ich auch neige. Es gibt noch so viel zu entdecken!

Tiefes Durchatmen!

Anja Kolberg

Mittwoch, 28 Juli, 2010

Vergeht die Zeit auf dem Land schneller?

Ich habe das Gefühl, die Zeit während meines Landurlaubs ist doppelt so schnell vergangen wie sonst im Alltag hier zu Hause. Zu schön waren die abwechslungsreichen Tage in der Natur, wo ich aufgewachsen bin. Elf Hausnummern, ein Bauernhof (von ehemals dreien), Kühe, Pferde, Schafe, Hühner, Hunde, Menschen, Weiden, Nutzgärten, eine schmale Straße, Wald, Bäume, Scheunen, Blumen, Wind, Fliegen, Mücken, Vögel, Schmetterlinge, Schnecken, Himbeeren, Tomaten, Sonnenblumen, Strauchbohnen, Dicken Bohnen, Kräuter, Teiche...

Petrus hat toll mitgespielt, während der Anreisetag noch einem Subtropen-Aufenthalt glich, war es bereits an Tag 2 herrlich abgekühlt, aaaaaah, so lies sich prima schlafen. Ich konnte gar nicht genug sagen: "Haben wir ein super Wetter." Zweithäufigster Satz von mir war übrigens: "Haben wir es gut!" Immer wieder kam Besuch, mal mein Bruder, mal mein Papa (*drück*), mal Tanten und Onkel - einfach schön. Auch habe ich die Gelegenheit genutzt und meine Freundin in Wipperfürth zu einem Plausch am Marktplatz getroffen. "Lass uns darüber reden", war das Motto unseres Abends - eigentlich steht jedes unserer Treffen unter diesem Stern, stimmt's? :o) Frauen eben.

Überhaupt: Schlafen. Jeden Tag habe ich mich nach dem Mittagessen hingelegt und ein bis zwei Stündchen geschlafen. Was mir zu Hause nur seltenst gelingt, war im Bergischen ein Kinderspiel. Ob das an der frischen Landluft lag? Klimaänderung von Köln aufs Land? Wetterumschwung? Egal, ich habe die Ruhephasen genossen und die frische Landluft tief eingeatmet. Hmmmmmm, guuuut!

Wir haben lecker gekocht, federführend meine Oma - 85 Jahre und ich finde fit wie ein Turnschuh (ich hatte kaum eine Chance, die Hühner morgens rauszulassen oder den Pferde auf der Koppel nebenan Wasser zu geben, war schon alles fertig, wenn ich runter in die Küche kam) - und natürlich hat auch meine Mama in der Küche gezaubert. Was es gab? Natürlich mein Liiiiiieblingsessen: Pillekuchen mit frischem Salat aus dem Garten, dann Himmel und Äd mit Blutwurst (kölsches Gericht: Kartoffelpüree mit Apfelkompott und in der Pfanne knusprig gebratenen Blutwurstscheiben). Was noch? Mama hat eine Gemüsepfanne gemacht (Zucchini, Aubergine, Paprika, Tomaten, Kartoffeln klein schneiden in Auflaufform mit Kräutern der Provence, Pfeffer und Salz würzen, darüber Pflanzenöl, das in der Pfanne mit frischem Knoblauch erwärmt wurde - Lecker!

Fast noch besser schmeckte der Rest kalt am Abend als Salat.) Jamjam. Grübel, was gab's noch? Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Kassler. Reibekuchen. Und Omas leckere Küchlein aus übriggebliebenem Püree und einem Ei in der Pfanne knusprig gebraten, dazu frischen Salat, eine Erinnerung an meine Urgroßmutter, die das laut Oma immer so machte. Wie sie sehen: Wir sind nicht verhungert, ganz zu schweigen von dem leckeren Nachtisch, frischer Melone, selbstgemachtem Eis... :o)

Lecker auch die frisch gelegeten und jeden Abend eingesammelten Eier der Hühner, die in einem riesiggroßen Hühnerpirk unter Bäumen, Sträuchern und über eine Wiese laufen und picken. Den Unterschied zu den gekauften Bioeiern (!) schmeckte und sah ich nur zu gut.

Die Hühner haben Oma und mich ganz gut auf Trapp gehalten und mir viel Freude gemacht. Sie haben nämlich entdeckt, dass es neben diesem großen Gelände noch viel viel mehr zu entdecken gibt, zum Beispiel ein Gewächshaus, ein großes Beet mit Gemüse und frischem Salat, Sträucher, unter denen man scharren kann, einen Komposthaufen, wo es so viel leckeres zu schnabeln gibt. Ein paar Flügelschläge und sie waren draußen.

Besonders ausbüchsfreudig war dies schwarze Exemplar hier mit dem braunen Federkranz um den Hals. Wir haben es mehr als einmal im Garten gefunden. Lustig war am ersten Abend, dass wir gar nicht wussten, wie viele Hühner überhaupt da sein sollten. Als wir sie abends in den Stall trieben, wo sie sich auf der Stange aneinanderkuschelten (der Hahn mitten zwischen seinen Mädels) und am Körnertrog hin und herhüpften und durcheinanderliefen, hatten wir kaum eine Chance, sie zu zählen, erst kamen wir auf zwölf, dann auf dreizehn wieder auf zwölf. Jeweils plus Hahn und plus Berta, der hübschen weißen Gans.

Es half alles nichts: Wir mussten nachfragen, wie viele es denn nun sein sollten. Hatten wir eines zu viel? Eines zu wenig? Genau richtig? Dreizehn bestätigte uns mein Onkel am Telefon. Wenn wir ab und an am Zaun nachsahen und durchzählten, schauten wir bei fehlendem Federfieh auch schon mal im Stall nach, wo dann eines oder auch mal zwei sich entsetzt gackernd auf dem Nest sitzend gestört fühlten, was den Hahn auf den Plan rief. Der warf sich in die Brust, schmiss die Flügel nach hinten und rannte laut gackernd und krähend zum Stall, um seine Mädels zu beschützen. Er hörte nicht eher auf, bis ich mich entfernt hatte, zum Schluss stand er sogar ganz entsetzt oben auf dem Zaunpfosten. Eitler Gockel!

Es gibt kaum ein beruhigenderes und gemütlicheres Geräusch für mich, als die gackernden, gluckenden Hühner und der krähende Hahn. Toll, die hätte ich auch gerne im Garten.

Einen Spaß erster Güte entdeckten Mama und ich im Garten: Eine Schaukel. Mein Onkel hatte sie gebaut, sehr stabil, dass sogar ich mich darauf traute. So was sollte es öfter geben: Schaukeln für Erwachsene. Wenn man schlechte Laune hat, braucht man sich nur darauf zu setzen, hin und her zu schwingen und schwups zaubert sich ein Lächeln automatisch ins Gesicht. Auch ohne schlechte Laune wärmstens zu empfehlen. Ich will auch sowas!

Im Garten gab es wieder viel Neues zu entdecken, bezaubernde Vogelhäuschen, die mein Onkel mit viel Liebe von Hand fertigt, Metallkonstruktionen, alte Eisengegenstände vom stillgelegten Bauernhof einer Tante,

ein renoviertes Bauarbeiterhäuschen, von innen so hübsch dekoriert, dass eigentlich mal ein Redakteur einer Garten- und Wohnzeitschrift vorbeischauen müsste, besonders angetan hat mir darin das von meinem Onkel gefertigte Bärenbett und die von Oma genähten Kissenbezüge und Vorhänge, federführende Dekoration von meiner Patentante. Im Garten und im Haus steckt so viel Liebe, dass man dort nur glücklich sein und Kraft tanken kann.

Bei all den schönen Blumenbeeten, Sitzecken und Ideen träume ich dann rasch von einem größeren Garten, wo ich auch das ein oder andere verwirklichen könnte... Doch nicht vergessen darf ich dabei, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, das alles so schön zu halten.

Natürlich haben wir auch unserem Lieblingsspiel gefröhnt: Halma. Am letzten Abend sogar bis um halb eins nachts. Auch wenn Mama immer wieder rebellierte, sie könne nicht mehr, schafften wir es doch auf dreizehn Spiele. Rekord! Als jede viermal gewonnen hatte, musste noch ein Spiel zeigen, wer die Königin unter den drei Halma-Königinnen ist. Meine Oma und ich hatten gegen Mama keine Chance, trotz vom Onkel aufgesetzem Beerenlikörchen, das wir ihr schön gekühlt verabreichten, hielt sie durch und gewann das letzte Spiel.

Solche Tage bei meiner Familie sind ganz besondere Schätze für mich. Kostbare Erlebnisse, an die ich mich noch mit 90 gerne erinnern werde. Sie erfüllen mein Herz mit funkelnder Freude und Dankbarkeit.

Danke dafür und ganz liebe Grüße ins Bergische!

Anja Kolberg

Dienstag, 20 Juli, 2010

Vorfreude

Ich freue mich auf einige freie Tage auf dem Land. Nächsten Mittwoch haben Sie mich hier im Blog schon wieder. Diesmal bin ich sogar ganz frei unterwegs: Ohne Mann und Hund, die hier bleiben und das Haus hüten. Für mich ist diese Freiheit etwas ganz besonderes. Mich erspüren. Zeit mit Mama und Oma verbringen. Mir selbst fernab des Alltags auf die Spur kommen.

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Ich sortiere ich die Blog-Beiträge jetzt auch nach Themen. Ein ganz schöner Haufen Arbeit, das für die letzten 5 Jahre zu tun. Vor allen Dingen, weil ich gerne über verschiedene Themen in einem Blogbeitrag geschrieben habe. Da ich es übersichtlich halten und nicht einen Beitrag allen verfügbaren Themen zuordnen will, heißt es jetzt: Entscheidungen treffen. Das kann ich jetzt schön üben, fällt es mir doch so schwer...

Ist das Sortieren dann fertig - zumindest ein Zwischenstand - macht's mir Spaß, anschließend durch die neu angelegten Blog-Themen zu klicken und zu sehen, was sich alles unter Blog - Loslassen, Blog - Hundemami, Blog - Garten & Natur oder Blog - Innere Stimme oder oder ... (siehe links im Menü) gesammelt hat. Ich bin in meiner Sortierarbeit chronologisch rückwärts vorgegangen, 2010 habe ich geschafft, jetzt ist 2009 an der Reihe. Ich glaube nicht, dass ich das Sortieren noch vor meinem Urlaub fertig mache. Ist ja sowieso zu heiß, Anja. Hey, du sitzt hier im abgedunkelten Büro, Füße tun weh, Ventilator ist nicht der leiseste. Wie wäre es denn endlich mit Feierabend?

Ja, stimmt, morgen ist auch noch ein Tag. Und nächste Woche gibt es auch noch ganz viele davon...

Das bisherige Hauptthema ist übrigens: "Mich selbst verändern." Ich werde diesen Bereich wohl nochmal unterteilen. Veränderung ist ein ganz wichtiges Thema für mich. Meine Gefühle wahrnehmen, meine Gedanken reflektieren, meine Einstellung hinterfragen, glücklicher und zufriedener werden. Selbstbestimmter leben + arbeiten. Jeden Tag ein winziges bisschen mehr. Manchmal auch - zumindest gefühlt - einen Schritt zurück. Doch ganz ehrlich: Auch ein schrecklicher Stillstand (mein gefühlter dauert schon mehrere Monate an) kann wertvoller Fortschritt sein. Auch wenn es mir noch nicht bewusst ist...

Viel Freude beim Durchklicken durch die neuen Themen.

Ihre

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr

Montag, 19 Juli, 2010

An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen

Es gibt so Tage im Leben, Mann o Mann, da ist wirklich nur unter größter Konzentration etwas Gutes dran zu finden. Heute habe ich das Gefühl, ich sitze in einem dicken, miesen, schweren Sumpf. Er hält mich fest, lässt mich nicht los. Richtig besch...en ist das!

 

Wie sich das anfühlt? Schwer. Hoffnungslos. Lähmend. Desillusionierend. Nie endend. Es macht wütend, traurig und hilflos zugleich. Bäh!

Wie ich da reingekommen bin? Keine Ahnung. Ich bin nicht in das Sumpfloch gelaufen. Auf einmal war ich da. Es war, als hätte ich auf einmal meine inneren Augen geöffnet und schwups ist der Sumpf da. Blöde!

Warum ist das so? Warum fühle ich mich so? Und warum jauchze ich nicht: "Super! Eine riesengroße Schlamm-Wellnessgrube. Hier kann ich mich treiben lassen und wohlfühlen, mich mit Schlamm einsuhlen, andere damit bewerfen. Herrlich!"

Ups. Vielleicht ist das ja schon die Lösung? Den Sumpf mit anderen Augen betrachten? Klar, ich bin diejenige, die die Situation bewertet und entscheidet, ob ich sie super oder doof finde. Vielleicht ist sie auch beides - superdoof? Nein, super und doof. Also gut und schlecht.

Schlecht, weil ich mich so mies fühle. Gut, weil ich die Situation anders betrachten und was gutes daraus machen kann.

Tja, und nun?

Erst einmal möchte ich akzeptieren, was ist und erkennen, dass es mir seelisch heute Nachmittag beschissen geht. So jetzt habe ich das Wort doch geschrieben. Musste raus. Ich kann mein Befinden nirgendwo richtig dran festmachen, ich weiß nicht genau, was es ist. Es ist eher ein Wollknäuel aus x verschiedenen Fäden. Fäden, die ich (noch) nicht erkenne. Fäden, die ich nicht sehen und nicht wissen will. Fäden, die ich einfach nicht anpacke. Fäden, die mir zuviel sind. Fäden, die mir tierisch auf den Keks gehen, die ich aber nicht ändern kann. Fäden...

Was es auch ist, es ist da. Nicht wegzudiskutieren oder wegzublinzeln oder wegzuzaubern. Aus meinem Inneren kommt ein "Doch!"

Anja: Du kannst es wegzaubern, innere Stimme?
Innere Stimme: Ja klar.
Anja: Dann mach mal.
Innere Stimme: Nö.
Anja: Wieso nö?
Innere Stimme: Weil ich nicht will.
Anja: Na toller Trick! Warum willst du nicht?
Innere Stimme: Weil du erst was daraus lernen sollst.
Anja: War ja klar. Was soll ich daraus lernen?
Innere Stimme: Rate mal.
Anja: Dass das Leben so ist. Dass es mal einen Sumpf für uns parat hat und mal ein heiteres Plätzchen mit Cocktail im Schatten?
Innere Stimme: So ähnlich.
Anja: Dass es darauf ankommt, wie ich mit solchen Situationen umgehe, was ich daraus mache? Dass ich einen Weg finde, dass es mir trotz dem Sumpf gut geht?
Innere Stimme: Ja genau!

Okay, das Ergebnis sieht so aus:

Ich habe mich zu einer Schlammschlacht entschlossen. Mit dem Sumpf spielen, das ist für mich das Beste, aus der Situation zu machen. Ich kann sie nicht ändern, nur meine Einstellung. Heute ist eben ein sumpfiger, schlammiger Nachmittag, mit schlechter Stimmung. So ist es, das Leben.

Attackeeeeeee!

Anja Kolberg

Mittwoch, 14 Juli, 2010

Ein Hitze-Ende in Sicht?

Erstaunlich, wie schnell ich mich an die Hitze gewöhnt habe, sich mein Körper darauf eingestellt hat.

Ich habe zwar noch immer geschwollene Beine, aber lange nicht so schlimm wie am Anfang der Hitze. Ob jetzt meine positiven Affirmationen geholfen haben ("Mein Lymphsystem arbeitet einwandfrei. Die Wärme ist gut für mich." ...) oder die kalten Fußbäder, wenn ich mir nach jeder körperlichen Anstrengung auf der schattigen Terrasse eine kleine Pause gönne oder ob sich der Körper einfach auf die veränderten Klimabedingungen einstellt - ich weiß es nicht. Vielleicht eine Mischung aus allem. Letztere Annahme fänd' ich am besten, denn so richtig kühl scheints die nächste Zeit nicht zu werden. Also ist der beste Weg, dass ich lerne, mit der Hitze umzugehen. Wie ich das machen will?

Das wichtigste ist für mich, mir für die Hitzezeit zu erlauben, langsamer zu sein, weniger leistungsfähig. Ja, es ist so: Bei der Hitze läuft mein Gehirn auf Notstromaggregat. Das bedeutet, dass ich manchmal gar nicht fähig bin, in geistige Höhen aufzusteigen und nur das nötigste machen kann. Auch im Haushalt. Auch unseren Hund schonen wir wo es geht und gehen nur in den kühleren Stunden des Tages vor die Türe. Die Wäsche türmt sich schneller als sonst, wird aber nicht genau so schnell abgebaut... In der Küche wird nur das nötigste gekocht, viel zu warm... Es ist im Moment so. Ich schütze mich, in dem ich langsam mache, wo es geht und die Tätigkeiten so verteile, dass es noch einigermaßen erträglich ist. Und das geht von Hitzewoche zu Hitzewoche besser. Sobald dann ein Gewitter für kurzzeitige Abkühlung gesorgt hat, merke ich auch gleich wie meine Lust und meine Kräfte zurück kommen und ich in kurzer Zeit das liegengebliebene Chaos beseitige. Es bedeutet auch, Verständnis zu haben, dass bei Anderen die Dinge länger dauern, Lösungen nicht so schnell gefunden werden, die Dinge nicht so laufen wie sonst. Entspannen auf allen Ebenen...

Ich stehe zur Notstrom-Zeit und mache das beste daraus. Auch wenn ich in mancher Situation am liebsten nach Sibiren auswandern möchte... Zumindest gedanklich eine herrliche Lösung!

Jetzt ist wieder Zeit für eine Pause - dank Wolken ist es gerade nicht ganz so heiß draußen. Juchuuuu!

Anja Kolberg

Donnerstag, 08 Juli, 2010

Tierschutz: Hunde bei Hitze im Auto

Ich möchte auf den Beitrag meiner Kollegin Dr. Elisabeth Mardorf aufmerksam machen: Was tun, wenn man einen Hund in Not entdeckt? (Halter ausrufen lassen, wenn der nach ein paar Minuten nicht kommt, Notruf wählen, die Polizei befreit den Hund dann.) Ausführliche Informationen finden Sie im Artikel meiner Kollegin.

Danke für den Hinweis! Es tut gut zu wissen, wie man sich in solchen Situationen richtig verhält.

Anja Kolberg

Rückschläge überwinden

Siege feiern ist nicht schwer, Niederlagen wegstecken, dagegen sehr. Es ist wie im wahren Leben: Es gibt nicht immer Erfolge zu feiern, viel öfter gibt es Rückschläge zu verkraften. Heute früh frage ich mich allen Ernstes: Gibt es ein Leben nach dem verlorenen Halbfinale der WM in Südafrika?

Gestern Abend war ich so traurig und es hält immer noch ein wenig an. So gerne hätte ich unsere Nationalmannschaft im Finale am Sonntag gesehen, ihnen den Pokal gegönnt und uns die Freude daran. Hach. Seufz. Es ist nicht leicht, mit dem Aus umzugehen. Auch wenn Parolen wie "Kopf hoch, wird schon wieder", trösten wollen, gibt es doch Momente, wo man einfach untröstlich ist. Die ARD zeigte gestern nach dem Spiel ein weinendes Kind, blonde lange Haare luckten unter der Deutschland-Mütze hervor. Die Eltern schaften nicht, es zu trösten. Es weinte weiter und zeigte die Gefühle offen, die andere unterdrückten.

Gestern Abend vor dem Spiel sagte mein Mann, als er vom Spaziergang mit unserem Hund zurück kam: "So viele sind mit Trikots und Fahnen unterwegs, gehen zu ihren Nachbarn. So viele sieht man im Garten zusammen sitzen und grillen. Was der Fußball alles schafft!" Die WM 2006 schaffte es, dass wir Deutschen wieder Flagge zeigen ohne ein mulmiges Gefühl zu haben, wieder die Nationalhymne mitsingen, ohne Scham. Dieser Sport verbindet uns, lässt uns zusammen feiern, fiebern und auch trauern. Gemeinsamkeit verbindet. Den Spot des Deutschen Fußballbundes über die feiernden Eltern der Mannschaft aus unterschiedlichsten Nationalitäten (Link zum Integrationsspot) find ich super. Der Sport schafft es, aus unterschiedlichen Nationalitäten ein Team zu machen. Hautfarbe, Religion, Haarfarbe, Herkunft - das spielt keine Rolle, nur die gemeinsame Begeisterung, das gemeinsame Ziel.

Es ist uns nach der WM 2006 schon gelungen, wieder aufzustehen und auch nach der EM 2008. Das Ergebnis des Rückschlags ist eine kraftvolle junge Mannschaft. Auch wenn ein nach vorne gucken schwer ist, so macht es doch Mut, auf das nächste Turnier - die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine - zu blicken und sich mit Hilfe der Vorfreude Stück für Stück aus dem Sumpf zu ziehen und auch mit einem Blick zurück auf all die wunderschönen Momente, die uns das Fußballteam geschenkt hat.

Traurigkeit darf sein. Irgendwann schwenkt sie um und wird zu Kraft, Erfahrung, innerer Stärke, neuem Mut und Hoffnung.

Danke an die Nationalmannschaft für diese unterhaltsamen Stunden!

Anja Kolberg

PS: Nachtrag zur Pressekonferenz des DFB, die ich mir gerade online angeschaut habe: Ich kann verstehen, dass der Mannschaft nicht nach Feiern in Berlin zumute ist, sie lieber das nächste Mal mit den Fans Party machen wollen, wenn sie einen Pokal in der Hand haben und ich verstehe nur zu gut, dass sie jetzt endlich in den wohlverdienten Urlaub möchten.

PPS: Warum hat keiner der Reporter gefragt, wie der Kapitän, die Mannschaft mit Rückschlägen umgeht? Wie motivieren sie sich dann wieder? Wie verarbeiten sie das? Was hilft ihnen? Was nicht? Das wären Fragen bzw. Antworten gewesen, die mich brennend interessiert hätten. Ich muss da wohl mal selbst hingehen... :o)

Mittwoch, 07 Juli, 2010

Die vielen kleinen Dinge im Leben, die glücklich machen, kosten kein Geld...

Die Woche hat gut angefangen: Sonne und doch viele erfrischende Brisen, kühler Schatten, in der Nacht und am Morgen niedrige Temperaturen. So mag ich den Sommer. Ich schreibe diesen Beitrag gerade im abgedunkelten Büro, damit die Sonne nicht meinen PC ausknockt. So richtig auf Touren komme ich im Moment jedoch nicht. Obwohl ich viele Sachen, die lange hier auf dem Schreibtisch lagen, endlich geklärt und abgeheftet habe. Gut, ich will mich auch an "kleinen" Erfolgen freuen, also Yipieh!!!!

 

Ich freue mich auf das Fußballspiel heute Abend. Sie auch? Mitfiebern. Die Augen zuhalten. Die Freude herausschreien. Herrlich! Vor der WM dachte ich noch: "Oh je, jetzt gibt es Krach, weil mein Mann ständig Fußball gucken will..." Statt dessen habe ich selbst Lust bekommen und wir haben uns ganz gut geeinigt. Die Deutschland-Spiele will ich unbedingt auch sehen. Der Aberglaube hat sich inzwischen eingestellt: Das weiße Trikot, das mein Mann zum Spielegucken trägt, darf seit der Vorrunde nicht mehr gewaschen werden und auch Jogi Löw versprach wieder seinen blauen Glückspulli zu tragen. Vielleicht hilft es, zumindest scheint es den Geist zu beruhigen. Falls Sie andere zum Spiel gucken einladen und sich treffen möchten, hier gibt es eine Extra-Ecard dafür:

Entspannung stellt sich bei mir ein, wenn ich in unseren Garten schaue. Letzte Woche erfreute mich ein Vogel, der irgendwo in den Bäumen saß und wunderschön sang. Was für ein Vogel war das wohl? Ich wünschte mir so, den Sänger zu sehen, doch konnte ich ihn in den Tannen, Buchen, Birken, der Blutpflaume und dem großen Kirschlorbeerbusch nicht entdecken. Als das Lied verstummte, beobachtete ich einen winzigen beige-braunen Vogel an unserem Bachlauf, er stellte sich auf die Steinstufen, über die das Wasser läuft, trank, hüpfte anschließend durch das Hochbeet und dann wieder in den Bachlauf, wo er badete. Dann flog er auf den Zaun, schüttelte das Wasser aus den Federn und sang zum Abschied ein Lied. Es war das Lied des wunderschönen Sängers, den ich zuvor so gerne sehen wollte. In dem Momenten schossen mir die Tränen in die Augen, so berührt und tief beseelt fühlte ich mich. Was für ein Geschenk. Was für ein Glück.

Diese Beobachtungen sind es, die mich so froh machen. Ich weiß zwar immer noch nicht, was das für ein Vogel war, aber das ist auch nicht mehr so wichtig. Ich werde ihn wiedererkennen. Es sind diese kleinen großen Dinge, die meinen Alltag reich machen. Dazu gehört auch das Rotkehlchen, das Minu und mich morgens seit einigen Tagen ein Stück auf dem Spazierweg begleitet, von Baum zu Baum hüpft, guckt, singt, weiterfliegt. In solchen Momenten hüpft mein Herz. Ich bin glücklich. Einfach so. Die Macht und Kraft die Natur.

Ich wünsche Ihnen viele wunderschöne Momente, die Sie zum Hüpfen bringen!

Ihre Anja Kolberg

Freitag, 02 Juli, 2010

Tischkalender 2010: Juli

 

Das Foto lässt den Blick über die zarten roten Blütenblätter in das Innere einer Mohnblüte zu, wo der Stempel und die Staubgefäße wie mit dunkellilafarbenem Samt überzogen sind. Aufgenommen habe ich das Foto in Nachbars Vorgarten, bei mir selbst will der türkische Mohn (Papaver orientale) nicht im Garten wohnen. Wie gut, dass es noch andere Gärten gibt, wo sich die Staude pudelwohl fühlt.

"Ich beschütze mich und stehe zu mir", dieser Satz begleitet mich die 31 Julitage diesen Jahres. Vielleicht werde ich im Laufe des Monats erst begreifen, was diese Worte in ihrer Ganzheit für mich bedeuten. Heute sehe ich vor allen Dingen den erwachsenen, liebevollen Anteil in mir, der schützend die Hand um mich legt, der mit einem Arm abwehrt, was mir nicht gut tut und mir durch seine Aufmerksamkeit Halt und Sicherheit schenkt. Ein schönes Gefühl.

Nicht andere Menschen haben die Aufgabe, mich zu beschützen - ich, jeder Erwachsene hat die Aufgabe, dies zu tun und gut für sich selbst zu sorgen. Ich lasse nicht zu, dass mich andere verletzen: Ich kann 'Stopp' sagen und 'Nein'. Vor allen Dingen kann ich auch 'Ja' sagen zu all den Dingen, Gedanken, Erlebnissen, Menschen, Tieren, Erfahrungen, die ich in meine innere Mohnblüte einladen will. In mein inneres Wohnzimmer.

Diese Waage zwischen Ja und Nein, das feine Erspüren, was ich will und was nicht, was mir gut tut und was nicht (mehr), dies auch anderen mitzuteilen und zum Beispiel im Moment eines neuen oder schwierigen "Nein" zu mir zu stehen, daran werde ich in diesem Monat durch das Kalenderblatt erinnert. Auch meine eigene Meinung zu hören und mich dafür nicht in Frage zu stellen oder zu kritisieren, sondern zu sagen: "Aha, so bin ich also. Das ist gut. Ich darf anders sein als alle anderen Menschen auf dieser Welt."

Gerade, wenn es mir so häufig nicht gelungen ist, mich zu schützen und zu mir zu stehen: Es kann von einem Tag auf den anderen und von einem Moment zum nächsten etwas völlig Neues in mir entstehen. Neue Gedanken. Veränderung. Schutz. Wagemut. Zuversicht. Sicherheit. Ich kann es immer wieder von Neuem wagen, Grenzen zu ziehen und sie zu verschieben, wo es notwendig ist. Genau immer so wie es dann für mich stimmig ist.

Jeden Tag gehe ich einen Schritt mehr auf ein gesundes Gleichgewicht in mir zu.

Anja Kolberg

PS: Der Tischkalender 2010 "Ich mache mich glücklich" ist ausverkauft. Im Herbst können Sie den neuen Kalender für 2011 im Webshop kaufen. Wenn Sie automatisch darüber informiert werden möchten, tragen Sie sich in den Newsletter ein.

Im Garten: Wer Schmetterlinge will, muss auch die Raupen akzeptieren...

Fraßspuren an unserer schönen Sumpfiris. Was konnte das sein? Die Untersuchung ergab: Hungrige Raupen.

Mein erster Impuls: Sie verschandeln die schönen Blätter - das sieht doof aus und nachher sind alle Blätter betroffen. Die Raupen müssen weg. Doch halt - wo sollen die Raupen denn sonst fressen? Soll ich sie in die Biotonne geben, wo sie sich an den Resten erlaben können? Sollen die Raupen überall anders fressen, als bei mir, Schmetterlinge dürfen meinen Garten aber gerne bevölkern?

Ich mag Marienkäfer. Was aber, wenn ich ihre Nahrungsgrundlage - Blattläuse - mit Spritzmittel bekämpfe? Warum sollten sich die Marienkäfer dann noch in meinem Garten aufhalten?

Ich mag Vögel. Doch kein Vogel ohne Futter. Davon gibt's reichlich in meinem Garten: Blattläuse. Raupen. Was, wenn ich ihnen das Futter nehme?

Es ist nicht fair, das Schöne zu wollen, also die Schmetterlinge, die badenden Vögel in meinem Bachlauf, die Marienkäfer, aber deren wichtige Futterquelle ablehne. Wenn ich Schmetterlinge will, muss ich auch die Raupen akzeptieren.

Also lasse ich die Raupen in meinem Garten dolle Muster in Blätter nagen, verzichte auf ein perfektes Gartenbild und freue mich über das Ergebnis: Rotkehlchen, die Schädlinge in meinem Garten futtern. Schmetterlinge, die auf den vielen Blüten Platz nehmen, Nektar schlürfen. Marienkäfer, die die Rosentriebe rauf und runter krabbeln.

Wollen Sie mal gucken wie mein Garten derzeit aussieht?

Das Hochbeet ist mein Liebling: Zwischen den hellgrünen Frauenmantel-Blüten und dem Männertreu blühen die Rosen Leonardo da Vinci und Gertrude Jekyll, die so richtig intensiven Rosenduft hat, der manchmal bis zum Tisch rüberweht (Austin Rosen, England). Für Blattgrün sorgen Iris und Storchschnabel. Die Hochstammrose Parole (sehr intensiver Duft, riesige pinke Blüten/Kordes) legt gerade eine Pause ein, doch neue Knospen sind schon in Sicht.

Im Hintergrund, in der Gartenspitze mehrere Hortensien, die rosa Blüten der am Kirschbaum hochrankenden Clematis, dazwischen blauer Rittersporn, weiße Margariten und die hellgrüne Funkie mit den großen Blättern. Im Vordergrund rechts die nach Apfel duftende Rambler-Rose Jasmina (auch von Kordes Rosen).

Am Rosenbogen hat sich dieses Jahr auch eine Clematis nach oben gekämpft und blüht dort mit in vielen lila Blüten.

Die Mausefamilie im Garten hatte vor eingen Wochen richtig doll Appetit auf das frische Grün des Männertreu. Klar, dass einige von ihnen daraufhin Startschwierigkeiten hatten, aber nicht alle, wie man hier sieht:

Kleine Schätze aus dm Garten nehmen in den Steingutvasen auf dem Pflanztisch Platz:

Ein Augenschmaus ist für mich auch die von meinem Onkel selbst geschreinerte Schubkarre, in der Lavendel und Maragiten Platz finden:

All diese Farben singen ein Lied, das mich froh macht, verströmen Duft, der mich entspannt, haben Formen, die mein Herz zum Hüpfen bringen. Der Blick in den Garten ist ein Traum für mich. Besonders, wenn ich dies alles gut beschattet und mit den Füßen in kühlendem Wasser genieße.

Das sind die wunderschönen Seiten des Sommers.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und erfrischende Nickerchen an heißen Tagen - so wie unsere Minu dies macht:

Anja Kolberg

PS: Mit der Julihitze hatte ich auch 2006 zu kämpfen. Es qualmte der Kopf... - Eisphantasien krochen in mir hoch... An der damaligen Situation habe ich einiges verbessert: Zum Beispiel kann ich jetzt mit dem Laptop sowohl im Schlafzimmer arbeiten, aber noch besser ist es auf der Terrasse, wie Sie ja letzte Woche lesen konnten. :o)



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