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Freitag, 20 August, 2010
gut gekocht! Das Grundkochbuch**
Anja Kolberg: Wer dieses Kochbuch mit seinen 240 Seiten
und 260 Abbildungen in die Hand nimmt, wird sich zunächst über die
Haptik freuen: Der Einband ist flexibel, der Kochlöffel und Teile der
Schrift sind hervorgehoben. Fühlt sich gut an, sieht gut aus und lässt
sich problemlos aufklappen. Praktisch auch das Lesebändchen.
Es gibt zwar nicht zu jedem Gericht ein Foto, was ich wichtig finde,
dafür jedoch viele ansprechende Fotos von den Kochprozessen. Der Focus
dieses Buches liegt nämlich bei jedem Rezept auf den einzelnen
Zubereitungsschritten und nicht auf der Präsentation des fertigen
Gerichts. Die verschiedenen Rezept-Varianten werden nicht bildlich
dargestellt.
Aufgeteilt ist das Grundkochbuch in diese Rubriken: Brühen, Suppen und
Saucen. Eier. Fisch und Meeresfrüchte. Fleisch und Geflügel. Gemüse und
Kartoffeln. Hülsenfrüchte. Reis und Getreide. Pasta, Pizza & Co. Süßes
Finale. Menü- und Mengenlehre. Rund macht dies Buch die Warenkunde der
einzelnen Rubriken über Einkauf, Sorten, Lagerung, Gartemperaturen,
Zubereitungsarten und vieles mehr.
Eine Besonderheit, die mal mit mal ohne Bild(er) auftaucht: "Das ist
wirklich wichtig". Hier wird erläutert, was zum Gelingen eines Rezepts
wirklich wichtig ist, zum Beispiel wie man einen Fisch zerlegt, wie das
perfekte Risotto gelingt, wie man Dicke Bohnen pult, Spargel richtig
schält oder Garnelen zubereitet.
Die Spanne von den perfekt gebratenen Spiegeleiern, was schönes
Anfangswissen ist - über Jakobsmuscheln auf Salatbett, die ich nicht in
einem Grundkochbuch erwarten würde- und selbst gemachter Pizza
Margherita, tolle Idee statt das PizzaTaxi zu rufen - bis hin zum
gelungenen Sonntagsbraten, vielleicht für den ersten Besuch der
Schwiegereltern? - ist riesig. Damit hätte ich nicht in einem
Grundkochbuch gerechnet. Schlau ist, wer das Vorwort liest, denn darin
steht, dass einen keine reine Sammlung von Grundrezepten erwartet,
sondern die wichtigsten Rezepte der modernen Küche genauer vorgestellt
werden, wozu unkomplizierte Gerichte für den Alltag - wie Schnitzel oder
die schnelle Salatsoße - ebenso gehören wie die höhere Kunst des
festlichen Essens mit selbstgemachter Sauce hollandaise oder etwa Crème
caramel.
Fazit: Ich finde dieses Grundkochbuch wirklich gelungen. Nicht
nur für Küchenneulinge, sondern auch für alte Hasen, die sich genau
anschauen möchten, wie es geht - gut zu kochen. Dieses Buch
unterscheidet sich von anderen Kochbüchern, die ich kenne, wirklich
durch die vielen Hinweise der richtigen Zubereitung und nicht nur wie
sonst die Darstellung des fertigen Gerichts und dem geschriebenen
Rezept. Mein Wunsch für eine nächste Auflage: Das I-Tüpfelchen wären
noch Hinweise, was bei einem Gericht schief gehen kann, was man nicht
machen sollte, weil dann dies oder jenes passiert, um noch mehr vom
Erfahrungswissen der Köchin zu profitieren und für das Abenteuer Küche
gewappnet zu sein. Vielleicht in einem nächsten Buch? Ich freue mich auf
hoffentlich noch mehr Bücher dieser Reihe, besonders eines über das
Backen und wie Motivtorten
gelingen...
Tipp: Meine Großmutter schenkte mir für die erste eigene Wohnung einen Wäschekorb voller Grundlebensmittel, zum Teil schon praktisch in Vorratsdosen verpackt und ein Grundkochbuch. Eine großartige Idee! Von den Schätzen dieses Geschenkes leben heute, fast 20 Jahre danach immer noch das viel genutzte Kochbuch, der Wäschekorb und die Vorratsdosen. Somit nicht nur sehr praktisch, sondern auch eine ewige Erinnerung.



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